Flimmer C& Sams arl. den SI. Mär; 1014. 7 . -Oie „iUuc ^agLLie-ll'iip^ er cheint reden Werttag. Regelmähige Beilagen ,,Ver Karrer aus Hellen", „Hie S^rnnÜulie"! Serugspreis: Bei den Postanstatlen oler.eiraiiruch i Afi 6ci den Ägenten monatlich 50 Hiniu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grund^eile 20 Pfg., lokale 15 Psg^ Anreigen von auswärts werden our.h <>o tna.hnahme erhoben • ErfüNrngsori ^ riedberg. Schrittlritn»- und Verla- ^riedberg (Hessen). Hanaueritrahe 12. Fern precher 48. Postscheck-Tonto Nr. 4859. Amt Frankfurt o. 51. Die heutige llmimifr nmfiiilt 12 Zeilen. Feberstcht. — Nach einem Berliner Telegramm der „Kölnisck>en Leitung" wird die Entscheidung über die Besetzung des Straßburger Statthalterpostens innerbalb der nächsten drei Tage erfolgen, da der Kaiser bekanntlich ani 22. er. seine Reise antritt. — Das Hochwasser de? Rheins und der Maas, siat auch n Holland ernste folgen gezeitigt. Große Strecken Landes nid überflutet, zahlreiche Dörfer teilweise überschwemmt. Nestern bat in der Nähe von Grave das Walser der Mnast die Beseitigung durchbrochen. Truppen aus Nnmvegen stnd anaekommen, um den Bauern zu helfen, den Durchbruch zu dichten. — Bor dem Wiener Landgericht wurde gestern das Urteil im Spionagcprozkß gegen nenn Russen, die über die Grenze nach Galizien gekommen waren, um zu spionieren, gesprochen. Zwei wurden sreigesprochen, die übrigen zu schwer i Kcrkerstrasen von ?! Monaten b's z» 5 Jahren per- urtei t. Ter in Leipzig ansässige Russe Pitschknr erhielt 3% Jahre schweren Kerkers. — Zu dem Schiffsunalüik bei Venedig wird noch ge- • meldet, das; es bisher gelungen ist, 30 Todesopfer zu bergen. * Kapitän Ninedea Padovan dom untergegangenen Daparetta ist ertrunken. Kapitän Pagnnini vom Torpedoboot !>si ilt , verhaftet worden. Man sagt, das; der Zusammenstoß durch l'nporsichtigkeit veranlaßt wurde, weil die Mannschaft und .Kapitäne beider Schiffe den Evolutione eines Hydroplane? zuschauten. — I» der Ortschaft Bsclaitzi im Bezirk Bosnisch-Dadica kntsieckte ein Arzt zufällig drei Fälle von Genickstarre, die von einem aus Preußen zurüikgekehrten Einwanderer ein- geschkeppt worden ist. — Ehilponcingo, die Hauptstadt des Staates GuererS, hell in die Hände der Rebellen gefallen sein. England er- nennt seht weitere Konsuln an der teranischen Grenze, um I jederzeit nüt den Revolutionären in Fühlung zu bleiben. — Räuberbanden des „Weihen Wolf" stnd in der Pro- i vin.z Sbensi eingedrungen, nachdem sie Kintsewang in Ho- I „an geplündert hatten. ES ist bekannt, daß frühere Revo- I lutionSführer aus Shenst sich beim „Weißen Wolf" besin- I den. In Sianfu herrscht Ruhe. Es lebe die Republik! Recht nette Einblicke in die Verderbnis der dritten Re- achlik Frankreichs gewähren die Vorgänge, die mit dem Fall -'aillaux in Verbindung stehen. Niemals ist deutlicher geeint worden, daß die radikalen Parlamentarier, die das Land egicren, schlimmer als die ärgsten Tyrannen Hansen und ihre lhrenstellung lediglich dazu benutzen, um sich zu bereichern. Geradezu klassisch ist cs, was die „Frankfurter Zeitung" über . diese Dinge schreibt. Das Urteil dieses Blattes ist un? da- • mrt besonders wertvoll, weil einerseits die „Frankfurter Zei- ,,ng" stets mit einem Auge nach Frankreich schielt und über Ke dortigen Vorgänge wohlunterrichtet ist und andererseits, veil das Blatt selbst im innersten Herzen republika- l nisch gesinnt ist und weil seine engeren Parteigenossen I sind, die dort die Herrschaft ausübcn. Wir finden darin folgende Ansichten: „Tie Tatsache, daß ein Minister von reichen oder als reich geltenden Leuten zu politisik)en oder journalistischen Zwecken Geld genommen (!) hat, ist in Frankreich nichts Neues: das ist seit den Tagen von Panama bekannt. Auch daß Minister, gewesene Minister und Ministerkandidatcn in engster Verbindung (I) mit Finanzgesellschaften stehen, deren Mittel sie zu persönlichen (!) und politischen Zwecken in Anspruch nehmen können, ist nichts Neues. Eaillaux selbst steht an der Spitze einer großen Finanz- gescllsckwft, ebenso die gewesenen Finanzminister Du- inont, Cochery und Doumer. In Finanz- und Jndustrie- Gesellsctwsten sind unzählige Abgeordnete und Senatoren tätig oder sie leihen ihnen, natürlich nicht umsonst, ihren Einfluß. DaS hängt damit zusammen, daß viele Abgeordnete, wie sie sich als Vertreter ihrer Wähler betrachten. denen sie, uni wieder gewählt zu werden, mancherlei 1 Dienste zu erweisen haben, berechtigt zu sein glauben, ihre Stellung auch für sich selbst auszunühen. (!) Die Negierung muß ihnen zu Willen sein, (So. so!) denn ihre Eristenz hängt vom Votum der Volksvertreter ab (hört, hört!) und cs ist nicht ratsam, sich die Stimme auch nur eines Volksvertreters zu entfremden. Diese Zustände haben manche ernste Republikaner schon längst mit Sorge erfüllt: sie haben dem Uebel durch eine Wablreform zu steuern versucht, aber diese ist bis jetzt nicht zu Stande gekommen. Auch andere Vorschläge wurden gemacht, so eine Revision der Verfassung, durch welche die Minister aus der Abbänalichkeit vom Varlcvnent und daniit aus der steten Angst um ihre Eristenz erlöst würden, ferner ein Gesetz, das den Ministern und Parlamentariern verbieten würde, Leiter oder Mitglieder von Finanzgescll- schaftcn zu sein. Aber diese Vorschläge haben keine Aussicht, in absehbarer Zeit verwirklicht zu werden. Das französische Publikum hat sich bereits daran gewöhnt, (!) daß die Parlamentarier ihr Mandat dazu benutzen, Geschäfte zu machen(!), und von den Parlamentariern ist nicht zu erwarten, daß sie selbst Schritte tun, um ihrem Geschäftsgeist Zügel anzulegcn. Nur daß ein Minister, auf Grund seiner geschäftlichen Beziehungen, e? versucht und durchgcsetzt habe, daß ein Schurke seiner gerechten Bestrafung entging, das ist neu und hat das Publikum in Aufregung versetzt." Wir fügen dem nichts hinzu. Deutlicher kann nicht gezeigt werden, wohin der Liberalismus, der Parlamentarismus und schließlich die Republik fährt. Besonders wertvoll ist der Hinweis deshalb, weil er von einem republikanischradikalen Blatte stammt. Wir danken für solche Zustände. Lltruchllingt» eines Ariieilrrsjiir KennkenkasskWahI. „Die Liste II ist, wie auch aus einer am Sonntag, den 15. März zu Fricdbcrg abgchaltcnen Vcrsamnclung hervorgegangen ist, eine rein sozialdemokratische." So lautete in einem Aufruf der „Neuen Tageszeitung" vom Donnerstag eine Stelle und trifft hiermit den Nagel aufdenKopf. Als Arbeiter fühlte ich mich veranlaßt, am Sonntag in die in obigem Zitat angeführte Versammlung zu gehen, in welcher über die morgen Sonntag stattfindcnde Wahl zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedberg referiert wurde. Nach einleitenden Worten kam der Redner zur Fragestellung: er möchte in aller Welt wissen, was die sozialdemokratische Partei mit der Ausschuß- Wahl zu tun habe, wie das von den Gegnern behcurptet würde und daß die sozialdemokratische Herrschaft gebrockten werden müsse. Er machte dann seine Glossen über die sich an der Gcgnerliste I betätigenden Persönlichkeiten, kam dann auf die Institution der Krankenkasse int besonderen und die Rcichsversicherungsordnnng im allgemeinen zu sprechen und am Schlüsse seines Referates schlug er sich auf den Mund. D. h. bildlich zu nehmen. Denn, wie oben angeführt, tat der Referent eingangs seiner Ausführungen die Fragestellung bez. der sozialdencokratischen Partei, was d i e in aller Welt mit den Ausschußwahlen zur Krankenkasse zu tun habe. Und der gute Mann schließt sein Referat: „Möge der 22. März ein Siegestag der sozialdemokratischen Partei werden." So siehst de also aus! Liste II zur Ausschußwahl der Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedberg l Zur Diskussion sprach dann noch ein Genosse Nehl- Rodheim v. d. H., der seine kurzen Ausführungen ebenfalls mit deni vom Referenten getanen Wunsch schloß, daß der 22. März ein Ehrentag für die sozialdemokratische Partei werden möge. Ferner sprach noch ein Gcnoffe von Butzbach, der hauptsächlich betonte, daß die Arbeitnehmer- liste II von den Besten der Besten zusammengestellt sei und auch er hoffte, daß die Wahl ein Siegestag der s o z i a l - demokratischen Partei würde. Aha! Aha! Don den Besten die Besten und Wahl ein Siegestag der sozialdemokratischen Partei! Merkste wat Justav? Arbeiter! nach solcher Argumentation besteht -also sicher kein Zweifel, wer auf der Arbeitnehmer- liste II stehen kann. Asiens nur waschechte Genossen. Andere haben — nach Ansicht dieser Herren — kein Anrecht, auf die Liste ausgenommen zu werden. Sie gelten als Epigonen. Arbeiter! Zieht ein Mal einen Vergleich zwischen der Liste vor 3 Jahren und der jetzigen sowie deren vor 6 Jahren, so werdet Ihr finden, daß man etliche Leute, die vor 3 Jahren und vor 6 Jahren schon Vertreter in der Generalversammlung der Friedbergcr Krankenkasse waren, glattweg gestrichen hat, weil — das kann man mit ruhigem Gewissen behaupten — sie keine Genossen sind. Hat man d a n n e r st die Fähigkeit, sozialpolitisch denken und taten zu können, wenn man sich einer Partei verschreibt? Nein und abermals nein, wir haben unter der Arbeiterschaft viele klar denkende Menschen, ohne daß sie Sozialdemokraten sind. Und es wäre auch traurig bestellt um die Arbeiterschaft, wenn dos nicht der Fall wäre. Arbeiter! gebt den Mächcrn die richtige Antwort auf solche Machinationen und laßt morgen bei der Wahl zum Ausschuß der Allgemeinen OrtSkrankcnkasse Fricdbcrg die rote L i st e glänzend d u r ch f a l l e n und die Liste I siegen, dann werden die Herren sehen, daß denkende Arbeiter keine Waschlappen sind und sich nicbt um irgend ein Mandätchen halber zum roten Proleten niachen lassen. Veutlcher Reichstag. Das Haus erledigte am Freitag zunächst kurze Anfraget». Abg. Hoff (Fortschr.l wünschte Auskunft darüber, ob es üch bewahrheitet, baß Söhne von Volksschullehrcrn als Offt- ziersaspiranten der Marine nicht angenommen werden. Kontrcadiniral Dehnhardt verneinte dies. Bestimmungen darüber gäbe cs nicht. Tatsächlich dienten auch eine Anzahl von Sceossiziere» oder Anwärtern aus dem Vo!ks- schullehrcrstande. Die Zurückweisung solcher Anwärlcr, die übrigens allen Ständen angehörten, geschehe lediglich, wenn die Zahl erreicht sei. Abg. Schisser-Magdeburg (Natl.) fragte nach der Entscheidung des Kammcrgcrichts, wonach der Generalpardon de» Mehrbcitragsgesetzcs auch in den Stcucrsachen Anwendung finde, in denen ein Strafverfahren schon eingeleitet war. Untcrstaatssckretär Jahn erwiderte, daß die Frage geprüft werde. Es könne aber schon jetzt bemerkt werden, daß die Einleitung eines Strafversahrens nach Abgabe der Vermögens- und Einkommcnserklärung nicht für zulässig zu hol ten sei. Nunmehr setzte das Haus die Erörterung des Etats ,iit Südwestafrika fort. Abg. Oucssel (Soz.) lehnte den Bahnbau ab, weil die Regierung sich weigere, die geringen Fodrerungen zum Schutze der Eingeborenen und Arbeiter zu ersüllen. Das in der Kolonie herrschende System laufe auf eine Ausrottung der Farbigen hinaus. Abg. K e i n a t h (Natl.) empfahl das englische System der Selbstverwaltung, das die Einzelheiten des Etats ihr überlassen werden und das Mutterland nur die Kontrolle habe. Abg. Dr. L eitel (kons.j bat, die Diamantenfrage endlich ruhen zu lassen, empfahl aber dem Staatssekretär, bei der Verwertung der Diamanten eine Dosis Gerissenheit aufzu- bringen. Neben den Diamanten sollte man aber die Farmer nicht vergehen, die das zukünftige Rückgrat der Kolonien seien. An eine Vichaussuhr könne vorläufig noch nicht gedacht werben und käme wohl nur nach den benachbarten Kolonien in Frage. Eine Wassererschließung großen Etiles sei zur Boden, lultur notwendig. Die Konzessionsgesellschaften. die seine Freunde stets bekämpft haben, mühen zur Erfüllung ihrer Pflichten ungehalten werden. Den Farmern aber mühe zum Ausdruck gebracht werden, daß man auch im Reichstage ein Herz für sie habe. Südwest werde noch einmal die fchöuste Perle der Kolonien werden, jedoch mühe dafür auch etwas getan werden. (Beifall rechts). Abg. Ahlhorn (Fortfchr.) wünschte die Errichtung eines Diamantenmarktes in Berlin. Staatssekretär Dr. Solf lehnte dies ab und sagte Ab- Hilfe bei manchen Mißständen zu. Eine Denkschrift über das Schulwesen werde vorbereitet. Eine Versorgung des heimischen Echlachtoiehmarktes fei nicht zu erwarten. Der natürliche Absatzmarkt fei Südafrika. Madie Konzessionsgesellschaften anlange, so werde geprüft, wie man der Unbequemlichkeiten Herr werden könne, die die Gesellschaften mit ihrem ungeheuren Areal bereiten. Der Gesetzentwurf der Budgetkommission zu dieser Frage sei ihm sympathisch. Abg. Mumm (M. Vgg.) besprach die segensreiche Tätigkeit der Missionen. Abg. P a a s ch e (Natl.) stimmte ihm darin völlig zu. Samstag Fortsetzung. Eayesnkrrstcht. Deutsches Weich. :: Das Rennwcttgesctz. Die „Norddeutsche Allgemcim Zeitung" verösfentlichte gestern den Entwurf zum Nennmettgesetz und begleitet ihn an der Spitze des Blattes mit einem Artikel, in dem es u. a. heißt: Dem Bundesrat ist ein in den beteiligten Reichs- und preußischen Rehorts aufgestellter Entwurf eines Rennwettgcsetzes zugegangen, in welchem versucht wird, den immer mehr wachsenden Uebclständen auf dem Gebiete des Rcnnwettwcsens entgegcnzutrcten. Die Reichslest tung legt entscheidendes Gewicht darauf, daß der Entwurf vos den gesetzgebenden Körperschaften noch während der gegenwäv »igen Tagung verabschiedet wird. Um der öffentlichen Erörte> rung der Angelegenheit genügenden Spielraum zu Iahen uu» zugleich für die Beratung der Gesetze, deren Deckung aus dem Rcnnwettgesctze erstrebt wird, eine Unterlage zu gewinnen, hat man sich von Seiten der Regierung entschlossen, den Entwurf schon im gegenwärtigen Stadium bekannt zu geben. Ein» Verschärfung der bestehenden Strafbestimmungen kann allein dem Buchmacherwescn nicht abhelfen. Ebenso wenig wirksam ist ein weiterer Vorschlag, sich mit einer Herabsetzung der To- talisatorabgabe zu begnügen, in der Annahme, dadurch das wettende Publikum auf die Rennplätze zu locken: denn ein erheblicher Teil der Mettlustigcn wird sich schon aus Zeitmangel niemals auf die Rennplätze begeben. Rußland. :: Graf Witte über die Erneuerung des deulsch-rusfischen Handelsvertrages. Der Petersburger Karrelnondcnt des Nr. «» i>|eu« Tageszeitung, «amstag, den zi. März 1S1«, „Wiener Abendblattes" hatte mit dem Grasen Witte ein 3»; tcrview. der ihm erklärte, bah außer der Rußland und Deutsch- land tief beunruhigenden Erneuerung des deutsch russischen Handelsvertrages leine Rcidungsflächen zwischen den beiden Großmächten vorhanden seien. Seiner Meinung nach sei jede internationale Verwicklung mindestens auf Jahre hinaus ausgeschlossen. obwohl man nicht in die Zukunst blicken könne. Auch die Monarchen Rußlands und Deutschlands seien, wie er sich weiter ausdriickte, außerordentlich friedliebend. Der ganz: Zeitungsalarm in Deutschland und Rußland habe lediglich in der Nervosität und in dem Sensalionsbedürsnis der Blätter seine llrsache Graf Witte tritt in den nächsten Monaten eine Auslandsreise von längerer Dauer an, um allen Gerüchten eutgcgenzutrcten, als erstrebe er die Wiedererlangung einer Machistcllung. Er wünsche, wie er dem Korrespondenten gegenüber betonte, nichts als Ruhe. Frankreich. :: Das Begräbnis Calmettcs. Gestern mittag um 12 Uhr f:nd in der Kirche St. Antoine de sales die Traucrfeisr für den ermordeten Direktor des „Figaro", Calmette. statt. Unter den Anwesenden bemerkte man außer den Angehörigen den früheren Ministerpräsidenten Briand, den früheren Präsidenten der Republik Loubet und seinen Sohn. Der Präsident Voincare und seine Frau hatten sich in das am Eingänge der Kirche ausliegende Buch eintragen lassen. Eine unübersehbare . senge wartete in tiefer Stille am Eingänge der Kirche. Hier sowie auf der ganzen Strecke nach dem Kirchhose Batignollea war ein starkes Polizciausgcbot ausgestellt. An drei Hauptpunkten, die dem Publikum nicht bekannt waren, waren große Mengen Polizisten konzentriert. Auf dem Wege zum Fricd- hose ereignete sich kein Zwischenfall. Der Körper des Entschlafenen wurde in dem Erbbegräbnisse der Familie Ealmette beigeletzt. — Um 3 Uhr bewegte sich eine Kolonne von Ma- aisestanten durch die Avenue Ehiohy. Rufe: „Es lebe Tail- laux" wurden laut, woraus andere „Rieder mit Caillaux" folgten. Die Polizei versuchte, die Rufer auseinanderzutreiben. In diesem Augenblick gab ein Polizeiinspektor, der sich angcgrisscn glaubte, einen Schuß ab. der das Zeichen zu einem allgemeinen Handgemenge war. Die Menge wurde mit blankem Säbel auscinandcrgetricben und mehrere Verhaftungen oorgcnommen. Italien. :r Zur Katastrophe in Venedig. Er ist den Anstrengungen der Rettungsmannschaften gelungen, mit Hilse einer Riesen- lrahns das gesunkene Dampfboot bis zur Meeresoberfläche zu h-ben. Dabei konnten zwei Leichen geborgen werden. Das Boot wurde dann in das Marinearsenal geschleppt, wo die Bergung der anderen Leichen stattfinden soll. Es steht jetzt scst, daß sich 72 Passagiere an Bord befanden. Der Hauptschuldige ist der Steuermann des Dampfbootes. Der Heizer und der Maschinist der Bootes sind gerettet und In Untersuchungshaft genommen worden. Der Kapitän des Torpedobootes wurde kbensalls verhastet. Die Leichenfeier der Opfer soll am Montag auf Kosten der Gemeinde stattsinden. Eine große Anzahl von Beileidskundgcbungen ist eingetrosfen, darunter auch vom Könige von Italien. Südafrika. :: Wahlen in Transoaal. Die Wahlen zum Provinziallandtag der südafrikanischen Provinz Transvaal haben einen vollen Sieg der Arbeiterpartei ergeben, den ersten großen Erfolg, den die Partei in Südafrika errungen hat. Sie hatte bisher nur drei Stimmen unter 36. Der Rat ist jetzt um neun vermehrt worden, und die Arbeiterpartei hat 23 Mandate von tb bekommen. Sie hat somit die absolute Mehrheit und wird den Exckutiv-Ausschuß bestellen, der die inneren Angelegenheiten der Provinz leitet. Die unionistische Partei ist beinahe wegnefegt worden. Parteinachrichtkn. Der natioiiallibcralc Wahlaufruf. Der nationalliberalc Kandidat in Borna-Pegau, Land- agsabgeordneter Nitzschka, hat für die Stichwahl folgenden Wahlaufruf erlassen: „Indem ich meinen Wählern für das der natw.ral- liberalen Partei und auch mir persönlich erneut entgegon- gebrachtc Vertrauen herzlich danke, bitte ich alle meine Wähler, am Stichwahltage Mann für Mann ihre Stimme dem nunmehr alleinigen bürgerlichen Kandidaten Herrn v. Liebert zu geben. Das Vaterland über die Partei." Ebenso tritt ein Aufruf des Verbandes der nationallide- ralen Vereine (unterzeichnet Stroebel) für die tatkräftige llnterstütznng der Kandidatur v, Liebert ein. Diese Knud- gcbungen sind durchaus erfreulich und werden hoffentlich ihre Wirkung haben. Nun ist es noch Sache des Freisinns im Wahlkreise, sich für oder wider die Sache des Bürgertums zu entscheiden. Wikdtr kuik to?iflll)C!Hokr. Wahlniedttlaßt! Ans Fechenheim wird uns geschrieben, nachdem züngst die Volks- und arbeiterreiche Gemeinde Groß-Auheim in der dritten Wählerklafse die Sozialdemokratie hinausgc- feilt hat, ist am Donnerstag unsere G".ieknd: diesem Bei- Ibict gefolgt. Die bürgerlichen Kandidaten erzielten 526 And die Sozialdemokraten nur 40t Stimmen. Der Wcchl- feg ist umso bemerkenswerter, weil in der ersten Klasse, der Besitzer der Farbwerke, Dr. Weinberg, der alleinige Wähler ist und in der zweiten Klasse nur etwas über 20 Wähler in Betracht konnnen, die ganze übrige Wählerschaft ist in die brüte Klasse zusammen gedrängt. Der „Bolksstimnie" ist die Niederlage schwer auf die 'Nerven gefallen. Sie schreibt, die Niederlage sei nicht nur beschämend für die hiesige arbeitende Bevölkerung, sondern mich für das Bürgertum, Sie schimpft dann in gewohnter itteüe argen den Neichsverband. aegen die Scbwar-en und überhaupt gegen die bürgerlichen Wähler, „unter denen wir manchen Proleten bemerkten". Sehr nett! Die Niederlage der Genossen in so großen Jndustrie- gemeinden, wie Groß-Anheim, Griesheim, und jetzt Fechen- heim, sind bezeichnend dafür, daß auch unseren Arbeitern die Angon anfgehen und daß sic der sozialdeniokratischcn Bevor- mundnng nnidc geworden sind. Hr KmiktckMiinichl! Arbeitsliescheinigungen. Wir machen nochmals darnuf aufmerksam, daß es sich empfiehlt, wenn alle Arbeitgeber ihren Arbeitern, Dienstboten »sw. die Bescheinigungen, daß sie bei ihnen in Arbeit stehen, rechtzeitig zustellc». Die Bescheinigungen sind vor- gcdruckt bei den llniercrhebern oder bei der Lrtskrnnkenknsse zu Friedbcrg zu haben. Sollte zufällig keine zur Hand sein, so kann sie der Arbeitgeber, wie folgt, selbst schreiben: Bescheinigung. Dem geb. den ten 18 zu wird bescheinigt, daß er zur Zeit der Vertreterwahlen zum Ausschuß der „Mgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Friedberg" bei dem Unterzeichneten in versichcrnngspflich- tigem Arbeitsvcrhältnis steht, , den ten 1914. Ort Evtl. Frrmenstcnipel. Unterschrift des Arbeitgebers. Wir machen weiter darauf aufmerksam, daß die Formulare zur Arbeitsbescheinigung sowie Stimirkzettel morgen, am Wahltage, in dem Gcschäftslvkal der „Neuen Tages- zcitung" vrn 11 bis 1 Uhr zu haben find. Arbeitgeber mit mehreren Stimme«! Jeder Arbeitgeber hat für 1—10 bei ihm be- schäftiglen Versicherten eine Stimme, für jede weitere angefangene Zehn eine weitere Stimme. Beispielsweise für 12 Personen — 2 Stimmen, für 32 — 4 Stimmen, bis zur Höchstzahl von 30 Stimmen. Dabei ist zu beachten, daß für jede Stimme ein Stimmzettel in einem gesonderten Umschlag abgegeben werden muß. Hat also ein Arbeitgeber fünf Stimmen, so muß er je einen Stimmzettel in fünf Umschläge stecken und diese fünf Umschläge abgeben. Würde er einen Umschlag abgeben, in dem fünf gleiche Stimmzettel enthalten find, so würde nur eine Stimme gezählt werden, würde der Umschlag mehrere Stimmzettel verschiedener Art enthalten, so sind sie überhaupt ungültig. Das ist wohl zu Beachten! * Ober Rosbach. 21. März. Gestern Abend spr.rch unser Landwirtschaftskammcrmitglied, Herr Adolf Hensel- Dortelweil hier und in Nicder-Rosbach in gut besirchten Der- samnrlnngcn über die Bedeutung der am. Sonntag ini Kreis Friedberg stattfindenden Krankeukassenwahl. Er ging des Näheren auf das Wesen der Reichsversicherungsvrdnung ein und bedauerte, daß es für den Kreis Friedbcrg nicht möglich gemacht worden fei, eine Landkrankeukasse zu gründen, wie dies in den übrigen Kreisen Obcrhessens geschehen ist. Heute versuche die Sozialdemokratie, wie das bisher iftvn vielfach in den alten Ortskrankenkassen der Fall war, dir Führung imd Leitung der Kassen in die Hand zu bekonimen, um dadurch Dutzende von sozialdemokratischen Agitatoren Drot- stcllen zu verschaffen. Tie Ortskrankenkasse solle ein Jristi- tut der sozialen Fürsorge und nicht der sozialdemokratischen Partcipolitik sein. Bei der Aufstellung der Listen zu den Arcsschnßwahlen haben sich die Vertreter der Landwirtschaft alle Mühe gegeben, eine Einigung mit den übrigen gewerblichen Gruppen behufs Aufstellung einer gemeinsancen bürgerlichen Liste herbeizuführen, was auch gelungen sei, wodurch manche Sonderwünsche in den Hintergrund treten mußten. Es handle sich um ein geschlossenes Auftreten aller bürgerlichen Wähler gegen den Terrorismus, der von der Sozialdemokratie hier ausgeübt wird. Darum gelte es, Mann für Mann am Sonntag zur Wahlurne zu gehen uud dem Wahlvorfchlog I zum Siege zu verhelfe». — Der mor- Sfige Sonntag möge beweisen, daß Herr Hensel seine inter- cffantcn Ausführungen nicht umsonst gemacht hat. §nil- -kr fßfltwirlr. Nkmmgtk siN?-nmtt. WrkmrMim!Mr m in der ,.Concordi a" (am Pacadepkatz) am Sonntag, de» 22. März, uachmfttags 3 Uhr. Tagesordnung: „Protest gegen die zwangsweise Heranziehung der landwirtschaftlichen Haussöhne zur Krankenkasse." Redner: Redakteur ,H ir s chel - Friedbcrg. Die Landwirte, die mit der geplanten Maßnahme nicht einverstanden sind, werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Ans der Heimat. * Gastspiel des Reuen Berliner Operetten-Eafembles. Heber ein Gastspiel mit „Fledermaus" schreibt man aus Memmingen: Die gestrige Aussiihrung der Operette „Die Fledermaus" war wohl der größt, Erfolg, welchen das Reue Ber- ______««<, r '.inet Opcrelten-Ensemble Direktor Ernst Aßmy hier zeichnen hatte. Das nicht nur bis zum letzten Platz ausve,' kaufte, sondern noch bedeutend überfüllte Haus, spendete Vorstellung nicht endenwollenden Beifall. Gespielt wurd. wieder mustergiltig. Vor allen war Fräulein Lisa Wehn ein! entzückende Ader. Fräulein Dorpat als Rosalinde glänzte m i ihrer mächtigen Stimme. Herr La Tour als Eisenstein Herr ffiotmer als Alfred waren ganz vorzüglich und kan, sympathischer Tenor hier so recht zur Geltung. Ein- G!a:- lcistung brachte uns wieder Herr Swoboda als F-anle ur.» auch Herr Erdmann als Frosch war von einer Komil so nrv- lich und unübertrieben, wie wir dies selten bei einem Komili beobachten können. Die prächtigen Mufiknummern «Tu:,:, Liebchen" D» Du — Cbardaz — und wie die vielen Rümmer, alle heißen, brachten jedesmal große Bcisallsstiirme welche zu vielen Zugaben zwangen. Wir können hier nnr sffi stellen, daß das, was ein Johann Strauß geschrieben hak, nun doch ein bischen mehr Anziehungskraft besitzt, als unsere Mo deinen Operettcn-Componistcn es vermögen. Mit dieser geh rigen letzten Vorstellung hat Herr Direktor Aßmy sich hier ei, gutes Andenken bewahrt und wenn er mit seiner tüchtigen Ge sellschaft unsere Stadt wieder besuchen wird, so wird es sich., immer gut ausgenommen werden und auch ein zahlrciche- Publikum finden. * Friedberg, 21. März. Das Gesuch des Steinmefreister, Heinrich Damm in Friedberg-Fauerbach um Erlaubnis xn, Betriebe einer Schankwirtschast wurde von dem Prooinziai- ansjchuß der Provinz Oberheffen abgelehnt. Die Sredio-r. ordneienversammlung von Friedberg hatte sich für das Gesuch, der Bürgermeister aber dagegen ausgesprochen, weil ein Bedürfnis nach seiner Ansicht nicht besteht. Das Krcisamt Frird berg trug deshalb Bedenken, die nachgesuchte Erlaubnis zu et teilen und legte die Alten dem Provinzialausschuß vor. * Friedbcrg. 21. März. Wir weisen hiermit nochmals auf das bis zum Dienstag im hiesigen Central-Theater lau- sende erstklassige große Schauspiel „Der König der Lüfte" hin. * Friedberg, 21. März. Die Leitung der hiesigen Schillerschule gibt heute bekannt, daß Kinder, welche die Schillerschule besuchen wollen, am 23. März angenicldet werden müssen. Der Termin von heute auf Morgen ist imserel Ansicht nach etwas kurz bemessen. Assenhcim, 21. März. Herr Schuhmachermeister Andrea- Fertig und Ehefrau geb. Veite in Assenheim feiern am 21. l. Mts. das Fest der silbernen Hochzeit. * Vilbel, 21. März. Der langjährige Plan einer elektrischen Straßenbahnverbindung über Bcrkersheini nach Frankfurt ist einen erfreulichen Schritt vorwärts gekommen, indem der Gemeinderat beschloß, mit der Stadt Frankinct in Unterhandlungen wegen der baldigen Durchführung des Projektes einzutreten. — Den Lehrern bewilligte der Gr meindcrat eine Erhöhung der Mietsentfchädigung von 3:k auf 4M Mark. * Vilbel, 21. März. Auf offener Straße versuchte am Mittwoch ein Bursche ein Mädchen zu vergewaltigen. Die Ucberfallene setzte sich zur Wehr und veranlaßte dadurch die Festnahme des Rohlings. Bingenheim, 21. März. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzend, Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule. * G.-sßen-Linden, 21. März. Am 19. März fand hier un ter dem Vorsitze des Croßh. Kreisschulinjp-ltors Pcof. Dr Alles die Frühjahrskonferenz der Lehrer des Bezirkes Gießen- Land statt. Herr Lehrer Schmidt dahiei zeigte in einer Probelektion mit der Oberrlafie di« mechanischen und chemischen Wirkungen des paironischen Stromes. An der Hand, vielsach von ihm selbst gefertigter Apparate, veranschaulichte er dn Begriffe Gleichstrom, Wechselstrom, Transformation u. dcrgl Tr erläuterte weiter die durch die eleltrisch« lleberlandzcutral, so häufig gebrauchten Worte Ampire, Volt und Kilowatt. Zu.« Schluß führt» Herr Schmidt noch einige wohlgelungenc Versuche mit drahtloser Telegraphie, der sogen. Funkentelegraphle, vor. Da der gebotene Stoff nun unmöglich in jeder Volksschule durchgearbeitet werden kann, so wurde vorgeschlagen eine Sichtung des Stoffes vorzunehmen und die Apparate z> dem ausgewählten Stoffe anzugeben. Zu diesem Zweck wrirde ein Ausschuß vorgeschlagen, bestehend aus den Herren Direktor Dr. Onenfell-Gießen, Lehrer Lindenstruth-Gieße» Lehrer Momdw, ' ,Herr, Lehrer Schmidt-Großen - Linden, Lehrer Kling rdcg.i join, Lehrer Weisel-Karbrnteich und Lehrer Keller-Lollar. » Gewerbe-Ausstellung Gießen 1911. Herr Prvoinzinldi retlor Eeheimrat Tr. Nfiuger in Gießen Hai den Ehrenvarsil über die Ausstellung übernommen. Ehrenoorsttzender des Aus-, stellungsvorftandes ist Herr Oberbürgeruceister Keller in Gießen. * Gießen, 2L März. Heute tritt Herr Oberbürgermeiste, Keller an die Spitze der städtischen Verwaltung. Die Bür gerschast begrüßt in ihm einen Mann, von dem sie weiß, das seine Worte nicht zu drehen und zu deuteln find, und hegt du Hoffnung, daß die vielen Fehler der letzten Fahre wieder gur gemacht werden. Wohl ist es nicht lmcht, ei» städtischer Schiff' lein so schnell aus allen Klippen und Gefahren zu steuern, in die es geraten kann, aber mit fest ins Auge gefaßtem Ziel wird es möglich fein, in vielen Fällen Remedur zu schaffen uni Erfparucsse an manchem Gtatspost-ir zu machen. Der Kan! mann und Handwerker fragt nicht ja orel nach etwas Steuer inebr oder weniger, wenn nur s«i» Geschäft gar geht, aber die schlechter Lage des sdädrifchen Haus- und Grundbesitzers und die Entwertung aller Immobilien bildet wohl das fchiorertzch' Problem der nächsten Zeit und ersordert in erster Linie d>. größte Ausmerkjirmleit und Leachtnng der städttschen Verirrl tttHg. Wenn sich hier auch nicht cm Handnmdreheic »in« Vm.c ruug erzielen läßt, so gibt es noch andere Akißständ- lue !-n sosuit beheben laßen. Vor allen Dingen muß in der Stadt«: waltung der Grundsatz Geltung haben, der im ganzen fr • schLstsleben Ufus fit, nämlich. Laß auf jede Frage «in« Lntwcr, gehört und daß der Bürger, der an den OberbürgermeffU- «kve schriftliche Ansraae stellt, möalichst bald eine Antwoi. Stift 9, Nr. v» eher wenn dieselbe noch nicht möglich ist, eine Bestätigung des Eingangs seiner Korrespondenz erhält. Nur ans dieser Grund- tage ist für beide Teile eine ersprießliche Verwaltung möglich. Dann liegt es noch mit der Berichterstattung im Argen und hier wird der neue Oberbürgermeister wohl der Mann sein, der dem Bürgermeisteramt lurzcr Hand oder breoi manu, wie der Jurist sagt, eine Berichterstattung fern hält, die in den meisten Fällen an der Wahrheit vorbei berichtet und so die Steuerzahler über wichtige Fragen täuscht. Wenn er hier Wandel schasst und Fühlung mit den Bürgern der Stadt behält, dann wird sich die Achtung und da» Zutrauen, welches weite Kreise ihm schon als Beigeordneter cntgegcnbrachte», nur noch Verliesen und reiche Fruchte tragen zum Heile der Stadt und zum Segen ihrer Bewohner Aus Starkenburg. * Osfcnbach, 21. März. Das hiesige Regimcntskom- inando hat über eine Menge hiesiger Wirtschaften den Mili- täiboykott verhängt, der sich auf 60 Wirtschaften erstreckt. Gewerbetreibende! Für die Ausschußwahl der Allgemeinen Ortskrankenkasi« wird für die Arbeitgeberliste II Stimmung gemacht, die angeblich dem Wunsche vieler ileiner Gewerbetreibender entsprungen sein soll. Diese Liste beginnt mit dem Namen Josef Oppenheimer, Fabrikant, Mirbach. Wir lehne» es entschieden ab für eine Liste cinzutrcten, die an ihrer Spitze einen Fabrikanten trägt, der seinen Ge- schäjtsbetricb viele Jahre durch die von den Ecwerbevcreinen bekämpjte Zuchthausarbeit geführt hat. Wir fordern vielmehr clle unsere Mitglieder aus, energisch sür di« Arbeitgeberliste I, di« mit dem Namen Morschcl-Fricdberg beginnt und unter unserer Mitwirkung ausgestellt ist, einzutreten. Es ist weiter der Borwurs erhoben worden, daß die bürgerliche Arbeitgeberliste eine bündlerisch reaktionäre sei. Wir haben nicht nötig diese Behauptung als eine unwahre zurück- suweisen, denn ein Blick in die Liste zeigt, daß eine ganze An- >ahl Männer von ancrlannt liberaler Parteirichtung darin iNthaltcn sind. Der Bezirksausschuß der Ortsgewcrbeoereine für de» Kreis Friedberg. He« a.age»ze,tung. öermM«*, m >1. W«tj iait * Kelsterbach, 20. Mär». Sonntag nachmittag 2 Uhr findet im Saalbau zur Friedrichshöhe der Delcgiertentag für den am 20., 21. und 22. Juni von dein Gesangverein „Germania" geplanten Gesangswettstreit statt. Wir werden gebeten, nochinals darauf hinzuweisen, daß der Verein neben wertvollen höchsten Ehrenpreisen ansehnlich« Geldpreise aus- geworfcn hat. Ein einwandfreies Preisgericht bürgt den Vereinen sür die reelle Wertung ihrer Leistungen. * Darmstadt, 19. März. In Griesheim ist das !> Jahr« alte Kind des Metzgermeisterr Bausch in Abwesenheit der Mutter in der Wurstküche an das Feuer geraten und schlug dem Kinde infolge des herrschenden starken Sturmes die aus dem Herd zurückschlagende Flamme in da» Gesicht und die Kleider, sodaß diese Feuer fingen. Obwohl das schwer verbrannte Wesen sehr bald mit dem Krankenauto in das Krankenhaus gebracht wurde, ist es nach kurzer Zeit seinen Berletz- »ngen erlegen. — Einen Selbstmordversuch machte der au< Schweden stammende Student H. in seiner Wohnung in den stand ausgcsunden wurde. Der Student galt für tüchtig unl stand vor seinem Diplomexamcn. Die Tat soll er wegen eine! schwer heilbaren Krankheit ausgefllhrt haben. Er befindet sich in hoffnungslosem Zustande im Krankenhaus, da durch die Stiche in die Brust das Herz verletzt sein soll. Franksurter Wetterbericht. Voraussage: Bewölkung abnehmend, trocken, tags mild, nachts kühl, südwestliche bis südliche Winde. Verantwortlich sür den politischen Teil: Otto H i r s cb e l. Fliedberg; für den lokalen und »nlcrhaltendcn Steil: Bernhard Lenz, gricdberg; sür den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedbcrg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A.-G., Friedberg i. H. Sofie* unif cl ’ I Vertrau enssache Zndeckmaschine einzige Maschine mit selbsttätiger Frhlstellenverhütung daher auch die einzige, die in der Haupt- prüsung der D. L. E. 1913 ein- wandsieie Arbeit geleistet Hai, liefert unter jeder Garantie Willirliii ilnulrr,: Friedbcrg i. H. lrin aunae welcher die hiesige Ulli zstintsl, Realschule besuchen will, findet liebevolles Heim und gute Verpflegung. Wo. sagt die Erpedition der Neuen Tages zeitu ng. __| WluitsiMllM oder Dienstmädchen per 1. April gesucht, Frau Sprengel, Friedberg i. H , Kaiserstr. 89.' bl der Einkauf von Regen- u. Sonnen-Schirme. 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Den Eingang sämtlicher J Frühjahrs-Neuheiten in X Herren- und * Knaben- \ Garderoben ^ beehre ich mich erg. anzuzeigen. 4 Jede Grosze, auch für Uzt " Herren *_____ V '» gchltt AilSRahl G- Friedberg i. H. Neben dem Amtsgericht. < > Dir. Bo Die schönsten Die neuesten Die elegantesten Die entzückendsten Die billigsten Die grösste findet man im »»(tue -Lugtsjeitung. Samstag. Bett 21. März 1914. Rosfliiiie Blusen Miele jnderkleii Preise Auswahl Kaiserstrasse 77 Große Auswahl in Konfirmanden und Kommunionkleidern. Gesehen haben müssen Sie die reichhaltige Auswahl von Schuhhaus Ehrliches Kmrfirmandenstiefel Große Posten in Chevreaux und Boxcals mit und ohne Lackkappen sind in den elegantesten Formen vorrätig. Die Preise tönnen von keiner Konkurrenz übertrosfen werden. Jeder Käufer erhält anläßlich d. Neueröffmmg ein Geschenk. Neubau Friedbergs größtes Schuhhaus. en gros jetzt Kaiserstratze Grundsatz: „Durch enormen Umsatz billige Preise Durch billige Preise enormen Umsatz!" 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Mir im Saale de- i'iotrl >5 raup Koiaaert unter gcfl. Mitwirkung von Frau Paula Wehr -Winkler-Cell». (Sopran) und Herrn Ehr Schmidt-Friebberg (Klavier.) Preise der Plätze: nicht numeriert im Vorverkauf —.80 MI., "an der Kasse —.8» M numeriert im Vorverkauf 1.— Mk., an der Kasse 1.20 % 'Isflrni'rfniliöMl'tl» Hosbuchhandlung Bindernage!, Cigarrcm OtUULllUU|»}UUUU geschäfte von E. Oppenheimer Nach,,, g»_ Stern) und Oswald Türk. Central-Theater] Friedberg. Spiel-Plan bis Wcnstag de« 24. War,. Achtung! Achtung!! Sensationell!!! Der König der Lüste! Trotzes Schauspiel in 5 Akten. In den Hauptrollen Mad. Eabrielle Nobinne und Herr Alexandria. Dieser Film ist einer der grötzten Werke, die je die I ! Kinokunst gebracht hat: er wurde in Berlin 500mal bei! stets ausverkauftem Hause vorgesiihrt. Außer die ent Riesenschlager ist noch ein reichhallsges Beiprogramm vorgesehen: gante Spieldauer ca. 3 Stunde». I Daher empfiehlt es sich, frühzeitig zu erscheinen. 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Der Zweikampf war vor wenigen Tagen durch eine Zcn- trums-Interpellation Gegenstand der Verhandlung im Reichstage, aber die Darlegungen des preußischen Kriegs- ininifterS, der die betroffene Familie vor der öffentlichen Diskussion schützen wollte, haben nur wenig Licht bisher in Affäre gebrachst. Es steht aber fest, daß die Faniiliencbre des erschossenen Offizier? durch seinen Gegner in schwerster Weise angetastet worden ist. Der Taumel der FaschingStage i bat Leutnant v. Lavalette offenbar dahin gebracht, zu der Fra» des Kameraden in Beziehungen zu treten, die selbst bei der faxen FafchingSmoral den Ehegatten in gerechte Empörung verseken mußte. Am Tage vor dem Zweikampfe stiirzke Leutnant Haage, Ker von den zudringlichen Annäherungen des Kameraden gekört hatte, in die Wohnung des letzteren, bewaffnet mit einer Rel'vciffche und Pistole, traf aber Leutnant v. Lava- st tte nichst au Er übersandte ihm darauf durch sein:» Kar- telltenger eine Pistolenforderung auf 15 Schritt Distanz mit fünfmaligem Kugelwechsel, mit gezogenen Pistolen und ?*iier, Bedingungen, die bei Männern, die mit Waffen um- ''geben verstehen, unbedingt einen tätlichen AuSgang auf der einen Seite berb-iführen mußten. Indessen hatte Leutnant Kange auch den Ebrenrat von seiner Absicht, sich mit v. La- valette zu duellieren, in Kenntnis gesetzt. Leutnant Haage stt aber von dem unter Offizieren herrschenden Brauch in- ofern abgewichen, als er den Ehrenrat mit der bereits über- ssntzdten Forderung vor eine vollendete Tatsache stellte. Nach der herrschenden Sitte hätte Leutnant Haage sich zu seinem Vorgehen zuerst die Zustimmung des Ehrenratcs cinholen müssen. Die Versuche de? Ehrenrats, in eine eingehende Untersuchung des Falles vor AuStrag des Zweikampfes cinzn- treten, scheiterten an dem unbeugsamen Willen des gekränkten Ehegatten, den Beleidiger möglichst bald vor die Pistole zu stellen. Die kurze Zeit, bis zum nächsten Morgen, die dem Ebrenrat noch zur Verfügting stand, wurde von diesem nur insoweit ausgcnntzt, als auf seine Deianlaffung hin die Sekundanten die schweren Bedingungen etwas herabmildern konnten. Leutnant Haage begnügte sich mit einem dreimaligen Kugelwechsel: sonst aber blieben die Bcdingnngcn in ihrer ganzen Schwere bestehen. Im Morgengrauen des 26. Februar fand der Zweikampf in der Nähe eines Metzer Forts statt. Die Aufregung de? Augenblicks ließ ibn offen- bar nicht nur beim ersten Kugelwecksiel, sondern auch beim zweiten sein Ziel verfehlen. Dagegen wurde ec von seinem Gegner beim zweiten Kugelwechsel mitten durch die Brust geschossen, stürzte zu Boden und war nach wenigen A.igen- llicken trotz der eifrigsten ärztlichen Bemühungen eine Leiche. Zn Metz erzählt man sich, daß Leutnant v. Lava let t c während des Zweikampfes die größte Ruhe bewahrt habe und kaltlächclnd den schwer beleidigten Gegner nicderge- schossen habe. Andere wieder wollen wissen, daß der Offizier absichtlich bereits den ersten Schuß in die Luft gejagt habe und daß e? nur einni unglücklichen Zufall zuzuschreiben gewesen sei, daß die zweite Kugel Leutnant Haage den Tod brachte. Für die Verhandlung vor dem Kriegsgericht sind zwei Tage in Aussicht genommen. Wahrscheinlich werden die Verhandlungen im Interesse der Familie des Leutnants Haage unter strengstem Ausschluß der Oefscntlichkeit statt- sinden, und die Oeffentlichkeit dürfte nur bei der Verkündigung des Urteils, nicht aber bei der Begründung heigestellt werden. Prensrilchcr Landlnn. Abgeordnetenhaus. Am Freitag setzte das Haus die Beratung des lllrundtei- lungsgcschcs mit dem dazu in Verbindung gestellten Anträgen fort. Abg. Frhr. o. A ' i tz e n st e i n - Pilgramsdorf (3li.) er klärte, seine Freunde seien mit der inneren Kolonisation einverstanden, doch dürfe ste nicht nach konfessionellen Erundsänen durchqesührt und mit politischen Momenten belastet sein. 3Ne Bestimmungen gegen die gewerbsmäßigen Eüterhändler und das Ecnebmigungsrecht gaben zu Bedenken Anlast (=• ■•.. Freunde würden aber in der vorgeschlagenen Kommisiion Mitarbeiten. Abg. Ecker-Winsen fRatl,) bcschästigte sich ebenk-ll-- cingchcnd mit dem Entwurf, in den er die drei noti-i-lüst- ralcn Anträge hincingearbcitet seben wollte. Das Porlaust- recht des Staates billigten seine Freunde im Prinzip. Es würde in der Ostmark eine dankenswerte Handhabe v.r Fr'' - ung des nationalen Besitzes bieten »nd sei doch kein Ausngh. mcgcsetz. da cs in allen Provinzen Geltung bekätne. Bon erheblich staotscrhaltendcr Bedeutung nannte Aba Frhr. v. Zedlitz ffreikons.) die Beschränkung des gcwerbo- mäßige» Eütcrhandcls. Das würde der Mobilisierung cnt- gegcnwirkcn und die Preise wieder ans das normale Maß u- rijcksührcn. Besonders wünschte der Redner möglichst billige Preise für Ansiedlcrstellcn und Schassung von Allmend«», weil sonst alle innere Kolonisation ohtte Erfolg bleiben müsse. Auf diese Fragen ging der Landwirlschastsminister Frhr v. Schorlemcr ein. Er stehe diesen Wünschen durchaus sympathisch gegenüber. Besonders miisic den angcsetzten Ansiedlern die Möglichkeit gegeben werden, wenn sie prosperieren, Land zu laufen, sonst wunderten sie wieder ab. Der Miaister rcchtserligte dann die Bestimmungen über die Beschränkung des gewerbsmäßigen (siiitcrhandcls, sie seien nötig, um nicht zu Zuständen zu kommen, wie sie in Hessen und Bayern geherrscht hatten. Das Vorkaufsrecht sei geeignet, der Preistreiberei entgegenzuwirkcn. Ernsthaste Reflektanten würden Landgräflich Hessische concessionierte Irapitaiirn Landesbank Filiale Friedberg i. H. Im Konzern der Dresdner Dunk Telefon No. 20, Reichsbank-Giro Kaiserstrasse 67 (Alte Post) Postscheck-Conto: Frankfurt a. M. 4963. Erledigung aller äankmässiiü Geschäfts. Verzinsung von Geldern. KontokorrenLVerkehr. Annahme von Geldern auf kürzere oder längere Zeit (Spargeldern) Eröffnung von laufenden Rechnungen und provisionsfreien Scheckkonten unter Verzinsung der täglich riickzähl* baren Guthaben auf diesen Konten. Depot=VerwaItung. Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. — Prüfung auf Auslosung. — Einlösung von Zins- und Dividendenabschnitten und verlosten Effekten — Vermittlung von Kapitalsanlagen in guten, mündelsicheren Werten. — Vermögens-Verwal'ung. Effekten=Börsengeschäf te< An- und Verkauf von Wertpapieren. Mntgcgiennatinic von Zeichnungen auf alle Immissionen. Gewährung von Vorschüssen auf börsenmässige Werte. Diskont» und Wechselgeschäfte (Dokumente). 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Redners zufrieden, Abg, Adclnng (soz) findet, daß die Aufklärung des StaatSrats nicht klar genug sei, worauf Staatsrat Süffert den an die Kreisschulkonimisston gegangenen Erlaß vorliest, Abg, Korrll (freis,) stellt fest, dos; oft ohne Rot die Ariindunq sozialdemokratischer Turnvereine erfolgt ist. Rach weiteren Bemerkungen des Abg, Adrluug erklärt Staatsrat Süffert, daß die Regierung die Freien Turn- vereine nicht für geeignet hält, die Erziehung der Kinder onzuvertranen. Abg, Adrlung (soz.) nimmt gegen diese Haltung der Re- gierung energisch Stellnna und bestreitet, datz die Freien Turnvereine sozialdemokratisch seien. In Kapitel 42a, Jugendpflege, fordert Abg Wolf-Stadecken (Bbd.s, daß die Automaten an den Bahnhöfen innerhalb der Bahnsteigsperren gestellt werden, da sonst zuviel Mißbrauch seitens der Kinder getrieben werde, Abg Laug (natl.) tritt für eine Unterstützung des Michelstädter Turnvereins ein. Abg, Adelung (soz,) bestreitet, daß die Schiiserwande- rnngen in Mainz unter gcwcrksck>aftlichcr Führung schlechter geworden seien. Er polemisiert dann gegen die Stellung des StaatSrate? Süff^t in dieser Frage, Staatsrat Süffert stellt an Hand von Dcrordniingeu und richterlichen Urteilen fest, daß die Freien Vereine, Gewerkschaften usw. als sozialdemokratische zu betragen ieien. Nach kurzen Bemerkungen des Abg, Bach (natl.) erklärt Abg, Adrlung (soz,), daß Kultiisininisier und Richter ' auch nuter dem Einfluß ihrer eigenen Erziehung stehen. Das Kapitel wird mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt. Dann werden die folgenden Kapitel bis Kapitel 52a ohne Debatte erledigt, worauf sich das auf 30 Abgeordnete zusammcngcschmolzcnc Haus auf Dienstag vertagt. Ans der Heimat. Gieße», 21. Marz, Ti« Flugsaison scheint schon vor Beginn der Badesaison ihren Anfang zu nehmen, denn am Donnerstag nachmittag kreuzte wieder ein Flieger auf einem Zweidecker unsere Stadt. * Frankfurt a. M„ 21. März, Nahezu 2000 Fcstteilnchmer vereinigten sich am Samstag abends 8 Uhr im großen Saale der Turngemcinde Dockenheim, um sich an guten Darbietungen der Sanges- und Musikkunst zu erquicken, an lustigen Theaterstücken zu erheitern und bei Tanz und sröhlicher Unterhaltung erinnerungsrciche Stunden zu verbringen. Der Teichesche Marsch „Irene fest" und die Ouvertüre aus „König Nidas", gespielt von dem aus Mitgliedern des „Werkvercins der Adlerwerke" gebildeten Orchester, leitete» das Fest ein. Es folgte eine Begrüßungsansprache des 1, Borfitzendcn, Herrn Schaub, Mit einem großen Bouquet finniger wie auch erheiternder Weisen wartete unter Herrn Sigmund's Leitung der aus Werk- vcreinsmitgliedern bestehende Sängerchor aus, und die gesanglichen und musikalischen Leistungen der mitwirkenden Dame», Frau Rosa Ginster (Sopran), Frl, Ria Ginster (Diolinel und Frl. Annq Ginster (Klavier) verschönten vollends den Abend, Ein von Wekkvsreinsmitgliedern gut einstudierter, militärisch-humoristischer Einakter, betitelt „Dummheiten über Dummheiten" oder: „Zu Befehl!" erregte große Heiterkeit»- salven. Hieraus richtete der 1, Vorsitzende Dankesworte an Herrn Direktor Paul von den Adlerwerken vorm. Heinrich Kleqer A,-E, und an die zahlreichen Gäste für ihr Erscheinen und gedachte auch der andern am Kommen behinderten Herren. Den Schlußakkord bildete die in Frankfurter Mundart von Geschäfts-Eröffnung. Der geehrten Einwohnerschaft von Friedberg und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Mitteilung, dag ich am Sonntag, den 22. März in meinem Neubau H a a g st r a ft e 91 r. U ein Herrenkleidergeschäft eröffne. Ich empfehle u. a. eine große Auswahl in Herren-Anzügen zu äußerst billigen Preisen. Um gütigen Zuspruch bittend, zeichne ich Hochachtungsvoll Fr. Landau, Frieoberg. Ein braves ehrliches Mädchen für den Haushalt per jof. gesucht. 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Ernst Luthardt, Professor der Theologie geb. — 1897 Einweihung des Nationaldenkmalz in Berlin. Für Zeit nnd Ewigkeit. Gethsemane. (Matth. 26. 36 — 46). Dar und nach Gethsemane ist Jesus Todesgewißhcit und lodeswilligkeit klar erkennbar. Der Gang nach Jerusalem, ingeleitct und begleitet von den Kreuzesankündigungcn, die lbcndmahlsstiftung, das Hingehen nach Gethsemane und das artige Erwarten der Solcher einerseits, die königliche Ruhe ci Verhaftung und Verhör andrerseits beweisen das, von riiheren Hindcutungen in seinem Wort und Gleichnis ganz bgcschcn. So muh der Gedanke an ein Wankendwerden Jesu i;r die dunkeln Stunden in Gethsemane ausscheiden. Etwas ndcres aber ist die an der Schrift und durch die zielstrebige üterlichc Führung gewachsene Krcuzesgcwißheit in ihrer mehr der weniger abstraltcn Notwendigkeit, wie sie Jesus vor Eeth- -mane besah, und etwas anderes der in der letzten Stunde, in I er Grabesstille vor dein furchtbaren Sturm zu fassende end- ültige Entschluß, sich der Todcstaufe zu unterziehen (Luk. 12, 0), den Lcidenskclch zum Munde zu führen, den im Leiden clerntcn Gehorsam zu vollenden (Ebr. 5, 8). Jesus ward nicht träumend durch des Todes Tor geführt, t überwand ihn nicht in der Verzückung des Märtyrers, cr inpsing ihn nicht in der heiteren Ruhe eines Sokrates. Hier I nit mehr denn eine gottselige Seele, mehr denn ein Märtyrer, s lehr denn ein Sokrates. Hier war der König der Juden und er Welt, der Hirt und das Haupt der Menschheit, der Einge- orene vom Vater' der Christus Gottes. Starb der Christus dottes, so gab er im Sterbcnsentschluh sein Christusamt auf, > erzichtete aus die Wcitersührung des Beruses, Gottes Ossen- arung und Hcrrschast der Welt zu bringen, wenigstens für I etzt und vor den Augen aller Welt. Der die Todesweigerung [ cr Petrus (Matth. 16, 23) als menschlich, satanisch und wi- crgöttlich zurückgewiesen hat, der keinen Augenblick dem Lunsch Raum gegeben hot, aus seinen Heilandsberus zu ver- ! ichten und die Menschen sich selbst zu überlasten, gibt im Tod licht nur Königs, und Menschenwürde, Ehre und Leben, son- ern auch die Gotteseisahrung aus bis auf den nackten Glau- «en. Dah er am Kreuz sprach: „Mein Gott, mein Gott, warum >ast du mich verlosten?" gibt uns eine Ahnung von dem Um- ang und der lies« seines Opfers. Er sah dem Tod ins Auge ind sah ihn klar als das, was er für ihn war und für Israel, Lr die Jünger und für die Menschheit: das Ende seiner Ar- >cit aus Erden, der tiefste Fall seines Volkes, die Preisgabe ler Seinen an das Aergernis, das Zeugnis für die Vergeblich- teit der Gnade und für die Ohnmacht der Liebe, für die Un Heilbarkeit der Menschen, die auch an der Gnade fallen und am Heiligen sich versündigen, der Beweis für die Schärfe des Ge- richts, das den Menschen seinem bösen Willen überlägt, die Veranschaulichung des göttlichen Zorns und Fluchs, der Spott des Teufels, der Triumph der Hölle! Darob war seine Seele bis zum Tod betrübt: darum rang cr mit dem Tod. Es war des Sohnes Gottes und unseres Heilandes würdig, daß er im Blick aus diesen Tod in die Arme des Vaters slüch- tcte und im Gebet beim Vater die letzte Vcrgcwisterung suchte, ob es diesen Weg allein gebe und ob die Stunde jetzt sein Opfer heische. Alles Leiden erzeugt Gegendruck, Widerstreben und Widerwillen. Aber über ihm steht in Jesu hell und uncrschüttert der andere Wille der Bereitwilligkeit zum Gehorsam. Der Obcrwille des Sohnes Gottes hält die aus der natürlich-menschlichen Empfindung kommende Regung nieder: „Nicht wie ich will, sonder» wie du willst", „dein Wille geschehe". In solchem Beten bleibt Jesus seinem bisherigen Leben und Wirken treu und dem Vater ganz gehorsam. Die Jünger, die im Geist willig waren, mit dem Herrn zn sterben, unterlagen dem natürlichen Teil ihres Wesens (dem Fleisch). Doch er, der den Kamps gekämpft und obgesieqt hat, verklagt und straft sie nicht. O guter Jesus, milder Meister! Hoherprielter, in allem gleich uns versucht, doch ohne Sünde, roll Mitleid mit unseren Schwachheiten, berate und warne auch uns: sei unser Helfer und Leiter: laß uns dir ewig danken für deine Treue und mache uns treu! Uor ljnnderl Jahren. 15. März bis 21. März. Der gut gemeint gewesene, aber schliehlich sich als unnütz erwiesene Kongreß von C h a t i I l o n erreichte ain 17. März sein Ende. Nachdem am Tage vorher Hardenberg Napoleons Forderungen als völlig unsinnig und unzulässig bezeichnet hatte, sah nun auch Metternich ein, daß an ein vernünftiges Verhandeln mit Napoleon nicht zu denken und daß der Krieg mit größerer Energie weiterzuführen sei. Napoleons Scharfblick war in dieser Zeit arg getrübt: denn anders ist das zähe Festhalten an seiner Meinung, daß die Verbündeten, und zwar ihre beiden Heere, sich auf dem Rückzuge nach dem Rhein befänden, nicht zu erklären. Während er am 18. März einen Brief an den König Jcsef nach Paris schrieb, in welchem er Verhaltungsmaß. regeln im Falle eines Angriffes auf Paris gab, marsckiierte er vom 17. März an südlich gegen die Hauptarmce auf Arcis zu, immer der festen Ueberzeugung, daß er die Nachhut der im vollen Rückzuge begriffenen Armee der Verbündeten vor sich habe. (Bereits am 19. März hatte Napoleon nach Ueberschrci- tung der Aube bei Plancy ein kurzes Gefecht mit dem Kronprinzen von Württemberg, womit eine Erkundung auf Trohes zu verbünden war, nni über den Plan der Verbündeten klar zu werden. So kani es denn schließlich zum Zusammenstoß Napoleons mit der Hauptarmce.) Bei der H a u p t a r m c c hatte cs bereits am 18. März Vortruppenkämpfe gegen Macdonald gegeben in denen dieser, der die Seinclinie besetzt hielt, meist Sieger blieb. AIS am 16. März im Hauptquartier Schwarzenbergs die Narb- richt eintraf, daß die Franzosen Reims genommen. St. Priest geschlagen und auf Cbalons Vordringen, herrschte wieder äußerster Kleinmut und die bereits begonnene Vorwärtsbewegung aus Provins wurde unterbrochen. Da ohnehin die Befehle Schwarzenbergs imnier nur langsam bekannt nnd ausgeführt wurden, war am Abend des 16. März die Haupt- armee mehr denn je zersplittert. Trotz alledem gelang es ain 17. März, wenn auch nicht die Bereinigung, so doch wenigstens die Füblung mit der Schlesischen Arniee herzustellen. Gegenüber dieser vollendeten Totlackie blieb nun Schwarzenberg nichts übrig, als seine Befehle so zu geben, daß die Lieferung einer Schlacht an Napoleon nicht mehr zu den Unmöglichkeiten gehörte. Am 18. März war die Hauptarmee in 2 Gruppen geteilt und nach der Sachlage ganz geeignet. Napoleon kraftvoll zu begegnen. Dennoch herrschte, als im Hauptquartier die Nachricht von Napoleons Anmarsch einlicf, große Furcht und es bedurfte des Kriegsrates in P o u g N > um endlich einnial zu dem Entschluß zu kommen, nicht mehr zurück zu weichen. So kam es denn ani 20. und 21 März zu der zweitägigen SchlachtbeiArciSsurAube.in welcher Napoleon mit seiner Armee hätte vernichtet werden können, wenn die Verbündeten nicht völlig grundlos der falschen Ansicht gewesen wären, daß Napoleon ihnen mit einer gelvaltigcn Streitmacht gegenübersiehe. Andererseits blieb Napoleon in feinem ihn schädigenden Irrtum befangen, daß nur die Nachhut der Rückzugsarmce zur Deckung des Rückzuges gegen ibn kämpfe. Am ersten Tage begann der Kampf um 8 Uhr morgens und er wurde insbesondere von W r e d e ausgcfochtcn. dem Schwarzenberg nicht die genügende llnterstühung zuteil werden ließ. Am zweiten Tage setzte endlich Schwarzenberg die g c s a ni t e Armee gegen Napoleon ein, aber es war zu spät zu einen, vollen Erfolge. Napoleon erkannte rechtzeitig die Gefahr und zog sich mit dem größten Teile seiner Truppen Uber die Aube zurück. Als am Nachmittag um 3 Uhr Schwarzenberg endlich das allgemeine Dorrücken befahl, das am Morgen hätte geschehen iollen, kam es nur noch zu furchtbaren Kämpfen aus dem linken Aube-Ufer. (Nach dieser Schlacht, in welcher Napoleon endlich klar wurde, was seiner wartete, hatte er nur noch die Wahl, entweder nach Paris zu marschieren, wo er 100 000 Mann zusammenraffen und es auf eine Entscheidung ankommen lassen konnte, oder den Verbündeten in den Rücken zu fallen, um diese nach Osten zu ziehen, und dann, gestützt auf die Fcstnn- gen an der Maas und am Rhein, und unter Entfesselung eines Volksaufstandes, einen Derzweiflungskampf zu führen. Ituchliandlung 1uni Gesangbücher LS j rrtHr. sincMuss. I Katholische ir MmllWichr lässt sich auf erfolgreichste, einfachste und billigste Weise durch , ' N > %\ alkstickstofs bekämpfen, da ja dadurch noch eine Stickstoffdüngung ' mit den billigsten der besten Stickstoffdünger .''.abfolgt wird. Versuche in Hessen und in en Teilen Deutschlands haben ergeben, daß ealkstickstoff bei der Hederichbekämpfung dem Eisenvitriol bedeutend überlegen ist. v.'ißf Tpritze! Kein Wchksahttn! Kciiic Pstckackit! 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Diese ganze Woche war die Schlesische Armee infolge Blüchers schwerer Krankheit fast völlig untätig. Ani l 8 , März besserte sich Blüchers Zustand etwas und in ge- schloffenem Wagen mit verbundenen Augen führte er die Aimee nach der Aisne, Am 19, März gingen Bork und Klei st über die Aisne, den sich vereinigenden Marschällen Marinout und Morticr folgend; rückwärts Kleist folgten Sacken, Langeron und Bülow, Wochenschau. Ein Welsrnprinz. — Krisis in Frankreich. — Hrere?- vrrstHrkiiiig in Frankreich. — Balkan frage». 5\vJ Herzogtnni Braunschweig bat jetzt nicht nur einen rechtmäßigen Herrscher, sondern in dieser Woche ist zu allgc- uiciner Freude auch ein Thronerbe geboren worden, ein Stammhalter, auf dem die Fortsetzung des WelfengeschlcchtS nicht. Nicht nur in Braunschweig wird nian dieses stohe Ereignis mit Genugtuung verzeichnen, sondern wohl in ganz Deutschland, weil damit die Hoffnung gegeben ist, daß die braunschweigische Frage in absehbarer Zeit kaum jemals wieder zur Aufrollung gelangen werde. Es ist ja noch in oller Erinnerung, wie hoch die Wogen inr vorigen ^sahre gegangen sind, als es galt, dem jungen Herzoge die Wege znui Einzuge iii Vrauuschweig 31 t ebnen, inzwischen bat man sich ober allenthalben beruhigt und kein einzige? Vorkommnis ist zu verzeichnen, welche? dartun könnte, daß man mit der Aufhebung der bekannten Bundesratsbeschlüsse einen Fehler gemacht habe. Gewiß ist die welfische Bewegrmg, soweit Hannover in Frage kommt, nicht ausgclöscht, indessen ist irgend eine Störung der bundesstaatlichen Verhältnisse in keiner Weise zu befürchten, und der Herzog vermeidet auf da? peinlichste alles, was irgendwie zu seinen llngunsten aus- aelegt werden könnte. In der verhältnismäßig kurzen Zeit seine? Wirken? im Lande hat er sich mit seiner erlauchten Gemahlin allgemein die Sympathien der Bevölkerung erworben, und dieses gute Verhältnis wird dazu beitragen, daß das Land sich zu weiterer glücklicher Blute entwickeln wird. Für die innere Politik bedeutsam kann in Frankreich die unseelige Tat der Frau Caillaux werden, die den Redakteur des „Figaro", Calmctte, wegen dcsien Hetzartikel über ihren Gatten über den Haufen schoß und damit eine rettende Tat begangen zu haben glaubt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, sie hat selbstverständlich ihrem ehrgeizigen Mann da- •r,it um sein Amt und seinen politischen Einfluß gebracht, und die Affäre, in die er durch die Prcßfehde gebracht worden ist, werden dadurch noch mehr Staub anfwirbeln. Auch die Geiahter der Politiker werden dadurch in erhöhtem Maße in Wallung gebracht und es liegt auf der Hand, daß es unter diesen Umständen leicht zu Ucberraschungen kommen kann, die dem jetzigen Kabinett, das ohnehin stark bedroht ist, leicht van Verhängnis werden können. Die inneren Sorgen vergessen hat man augenblicklich in Rußland, wo die Heeresvcrstückung augenblicklich im Vordergründe des Interesses steht. In der Neichsdnma hat eine geheime Sitzung stattgefunden, in.der Me. Zustimmung zu VJeae Tageszeitung. Samstag, »en 21. Marz 1914. ganz eiwrmcn bisher nickit veröffentlickiten Forderungen erteilt worden sein soll. Das ist eine trefsliche Illustration zu den offiziösen Beschwichtigungsversuchen gegenüber den Alarmariikeln führender Blätter, die zu dein Kriegsministcr' die besten Beziehungen unterhalten. Auch die Besetzung des Warschauer Gonverneurpostens mit dem bisherigen Chef des Eeneralstabcs ist ein Faktum, an dem man nicht vorübcr- komint Angesichts derartiger Tendenzen war der Warnungsartikel der „Kölnischen Zeitung" durchaus zeitgemäß, und wenn man in Rußland so sehr darüber Hersiel, la war das lediglich ein Anstlnß des eigenen Schnldbewnßtseins, Daß alles versucht wird, gegen Deutschland Ränke zn spinne», beweist ein neues Kesseltreiben in Dnlkandingen, Natürlich geht die Sache von Paris aus, wo der „TcmpS" mit seinen weitreichenden Ohren gehört haben will, daß General Lima» von Sanders in Konstantinopel im Kriegs- ministerinm eine Konferenz abgehaltcn habe, in der er eine Triippenverstcirknng gegen Rußland gefordert haben soll. Das ganze Manöver bezweckt, auf der einen Seite Mißtrauen gegen Deutschland und die Militärmiflion za säen, andererseits will man wobl auch der türkischen Anleihe in Paris in letzter Stunde Schwierigkeiten bereiten, denn cs ist ansbedungen, daß die Gelder unter keinen llmständcn für militärische Zweck benutzt werden dürfen. Das Spiel ist recht durchsichtig, ist aber bezeichnend für die gesamte Situation. Ans dem hell. ^nudtna. Zweite Kammer. In der Nachmittagssitzung weist zunächst der Präsident Köhler daraus hin, daß das Präsidium zu dem Zweck gewählt wurde, die Ordnung in dem Hause aufrecht zu erhalten, Dckn diesem Standpunkt aus betrachtet, mutz der Präsident die Vorkommnisse der heutigen Sitzung auf das Tiefste bedauern. Leider habe der Präsident keine Mittel, derartige Vorkommnisse zu verhindern, auch zur Bekämpfung habe er nur wenig Macht; er könne dabei nur die Mitglieder des Hauses um Unterstützung bitten, damit vermieden werde, die Achtung und das Ansehen des Hauses weiter herabzusetzen. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, datz dieser Wunsch nicht ungehört im Hause verhalle. Abg, B ä h 1 (Bbd.) setzte seine Ausführungen vom Donnerstag fort und ist der Meinung, datz die heutigen Vorkommnisse im Haufe am besten die Berechtigung der antisemitischen Bewegung illustriert habe, lRedncr wird sllr diesen Ausdruck zur Ordnung gerufen). Der Redner bemängelt dann die Erhebung einer Stempelgebühr bei Verlängerung der Feierabendstunde auf dem Lande. Er werde gegen die Errichtung eines Neubaues für die Hosbibliothek und des Archivs stimmen, da im alten Schloß noch hinreichend Raum vorhanden sei, und empfiehlt die Umgebung des Schlaffes in beffercn Zustand zu versetzen. Im jetzigen Archiv seien bessere Einrichtungen notig, um cs feuersicher zu machen, Redner tritt dann noch kür die Forderung der Landwirtschaftskammer ein. Abg, Ulrich lSoz.) kritisiert das Verhalten der Regierung, die sich seither bei Beratung der Besoldungsvorlage so friedlich gezeigt habe und jetzt auf einmal in sehr gereizter Stimmung auftrete. Der Redner bespricht dann den Fall Sandbach und stellt fest, daß „die Margarine deir Insassen der Anstalt zum Halse herauswachse", — (So, so!) Abg. Molthan (Ztr.) bemerkt, datz nach den ernsten Vorkommnissen vom Vormittag heute Nachmittag auch der Humor zu feinem Rechte komme, zumal durch den Abg, Ulrich, der dem Zentrum Reichsfeindschaft vorgeworfen habe, Abg, Dorsch (Bbd,): Die Errichtung von Gestütsstatio- nen solle man nicht übertreiben, trotz der Notwendigkeit der ______________ Sei le l Pferdezucht, Immer nricbei werde behauptet, datz der Lib»^ lismus den Bauernstand zörderc. Den heutigen Liberalismus werde auch der Freiherr von Stein nicht anerkennen. Was der Abg, Korell-Ingelheim über den Obstbau gesagt habe, sei «ich, tig, aber was er über die Jugendpflege gesagt habe, das habe ihm nicht gefallen. Noch kürzlich habe in einer Verjammlun, in Darmstadt der Abg, Korell für das annektierte Elsatz-Loth" ringen die republikanisch« Staatssorm verlangt. Wenn als» der Abg, Korell behauptet, in der Jugendpflege sei die Regie, rung nicht im monarchischen Interesse tätig, so müsse er Redner — fragen, ob der Freisinn dann aus dem rechten Weg, sei. Der Abg, Korell tue immer so, als ob er in seiner Partei Einspänner sei, bei den Handelsverträgen werde cs sich ja gen, wie der Freisinn sich verhalten werde. Der Abg, Busold solle doch seine Gedanken patentieren lassen, wenn er behaupte sie seien alles sein geistiges Eigentum, Wenn wirklich einmal die Sozialdemokratie ihre Welt errichten werde, dann werde es sich ja zeigen, ob die rote Internationale, die die Sozial, demokraten wollen, oder die goldene Internationale, deren Träger die „Franljurter Zeitung" und ähnliche Blätter seien den Sieg davontragcn werden, Abg. Henrich (Freis.) Die Disjerenzen innerhalb seiner Partei über die Zollfragcn würden nur lünstlich aufgebauscht Freihändler gebe es heute überhaupt nicht mehr. Damit ist die Generaldebatte beendigt. Kapitel 23 «j,d bewilligt, Schluß 8 Uhr, nächste Sitzung Freitag g Uhr Ans atter Welt. Für eine halbe Million Juwelen gestohlen. Im Eisen, bahnzug Alexandria—Turin ist ein Juwelcndiebstahl veriibl worden. Dem Advokaten Turola, einem Magistratsbcigeord- ncten von Alexandria, der nach Turin reiste, wurde in seinem Eiscnbahnkoupe Juwelen im Werte von einer halben Million Lire gestohlen. Turola wollte die Edelsteine einer Turin« altadligcn Familie zustcllen. Die hilssbereiten Deutschen. In der „Daily Mail" gib! der Kapitän des in Cardiss beheimateten in. Atlantischen Ozean gescheiterten Dampfers „County vs Devon" eine ein, gehende Schilderung der Katastrophe und äußert sich darin überaus lobend über deutsche Hilfe, die der Kapitän und di« Mannschaft des Schiffes „Deutschland" geleistet habe. Trotz der überaus stürmischen Sec sei die deutsche Besatzung stundenlang bemüht gewesen, die englische Mannschaft in Sicherheit zu bringen. Er fügt in seinem Bericht hinzu, datz er den Deutschen gegenüber bisher immer von einem gewissen Vorurteil beherrscht gewesen sei. Seine Ansicht in dieser Beziehung habe sich außerordentlich geändert. Mit der denkbar größten Gastfreundschaft seien sie von dem deutschen Schiss ausgenommen und nach Kopenhagen gebracht worden. Selbstmord eines italienische» Grasen. In Florenz rust der Selbstmord des Grafen Scasello großes Aufsehen hervor. Dieser schloß sich in die Familienkapelle ein und schoß sich vor dem Grabe seiner Mutter zwei Kugeln in den Kops. Vor der Tat hatte er die Gruft mit Blumen geschmückt und Kerzen an, gezündet. Aus der Gruft fand man das Bildnis einer Dame, auf dem die Worte geschrieben waren: Ich sterbe, indem ich dich küsse, 200 000 Mark unterschlagen. In der gegenseitigen Ereditgescllschast in Odessa wurden Unterschleife in Höhe von 200 000 Mark entdeckt, die der Bankbeamte Jachnenko doi einem vollen Jahrzehnt verübt und bisher geschickt verdeckt hatte. Die Unterschlagungen wurden nach der Entlassung des Beamten sestgestellt, der, als er verhaftet werden soll!«, sich erschoß. Frühjahrs-Pferdemarkt zu ßiep Mittwoch, de» 25. März 1914, vormittags Prämiierung Konzert Restauration 12 Nhr: Vorführung sämtlicher prämiierten Pferde, l‘/i Uhr: Mittagstafel im Hotel „Prinz Karl Die städtische Pfrrdemartrt Deputation. Erünewald, B igeordnetcr. Krähenplage u. Steinbrand verhütet ohne Beeinträchtigung der Keimfähigkeit das wissenschaftlich u. praktisch tausendfach glänzend begutachtete CORBIN. : Wie die Praxis in Oberhessen urteilt - - -- - >— Seit zwei Jahren verwende Ich Ihr Corbin bei Winter- _ u. Sommerfrucht und bezeuge Ihnen gern, daß dasselbe ein wirklicher und guter Schutz gegen Rabenfraö ist, unter welchem wir früher ganz ungeheuer zu leiden hatten. — Ich habe noch etwas Vorrat, bestelle aber gleichzeitig hiermit wieder eine Kanne von etwa... kg. Mittelgründau b. Büdingen, den 15. Juni 1913. Otto Rullmann. Verkaufsstellen: i Anwenlielm t Karl Bauer, Kolonialwaren flllitliugcn: Georg Appel, Drogerie Buizbaeh r Ludwig, Schmidt, Drogenhandlung , c.r iis.eü t Friedberg: Fritz Schmidt, Webersche Apotheke t “ 2 — u -' 1 (iieMseu : I Orunberg t j Hungen: I Kirtorf: I liuuterhacli * Meli : 1 Mdda i Ernst Mörschel, Kolonialwaren August Noll, Kreuz-Drogerie Karl Schott, Drogerie Ch. Schweissguth, Kolonialwaren , Wilh. Wiederetein, Landw. 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Ich bringe sie selber nach Gohlis. Um zwölf Uhr geht der Zug." „Ist Feuchtwaugen denn iwch in Gohlis?" fragte der Doktor, nur mähig erfreut, weil er nicht mehr gehofft hatte. „Ich hoffe, er hat vorgesorgt", antwortete Rosemarie. „Ich hoffe, er hat vorgesorgt" .antwortete Nosemarie. „Dann kan» ja noch alles gut werden!" Ter alte Herr wandte sich zuin Gehen. „Ich komme morgen, um von Frau Sebald Abschied zu nehmen." „Tun Sie da? lieber nicht. Mary ist, wie Sie wisse», willenskrank. Wer weih, ob sie nicht bis morgen anders sich besinnt, wenn sie sicht, dah ich Ernst mache. Ich dachte mir so: Kein Mensch spricht von Reisen, ich lasse ihre Koster fortschafscn und lade sie ein, Heinz Grab mit mir zu besuchen." „Und bringen sic auf den Weg an die Bahn?" „Ich hoffe, sie sträubt, sich nicht." Der Doktor dachte nach. Recht war es ihn, nicht: aber hatte nicht Fcnchtwangen selbst gesagt, nian müsse Zwang airwenden? E? lag Gefahr im Derzug. Rasemorie erlebte eine Enttäuschung. Als sic am anderen Morgen reisefertig in ihrer Schwägerin Zinimer trat, fand sie diese beim Ankleiden. Erna bediente sie. Die Acrmste glich in nichts mehr der jungen, blühenden Frau, die die Wonne ihres Gatten gewesen, Mary war erjchreckeiid bleich und mager: ihre Kleider schlotterten um ihren Leib. Sie war kaum fähig, sich aufrecht zu erhalten. Rolcinarie erschrak beim Anblick dieser Verwüstung, die Trauer und Verzweiflung zu Wege gebracht. Ein flüchtiges Mitleid wallte in ihr aus. Aber sie dachte an das Kind und wurde wieder stark. „Wirst D» mich zu dem guten Professor bringen, der niich gesund niachcn will," fragte Mary leise. „Wer weih, vielleicht gelingt es ihm und ich kann noch einmal mit Heinz seiiies Vaters Grab sehen." Es ivnr das erste Mal, dah Mary vom Leben, statt vom Sterben sprach. Erna kühic sic beglückt auf die Stirn. „Wie lange werde ich fortblciben müssen?" Die Kranke überkam plötzlich die Angst. Ihre großen Angen hefteten sich srageiid auf die Schwägerin. „Mindestens eia paar Monate", antwortete sie kurz. „Dan» lall Heinz mit mir gehen. Sophie kann für ihn feigen." „Heinz bleibt hier. Er paßt nicht in einc Klinik," „Ich mag auch nicht i» eine Klinik gehen", antwortete die blasse Frau zögernd. Jbr wurde plötzlich alles wieder leid: sie war zu müde. „Wenn Heinz nicht mitgeht, bleibe ich", erklärte sie eigensinnig. Nosemarie erschrak. So nahe an dem Zie> sollte sic schei- tcrn? Ihre Abneigung gegen die Schwägerin wuchs riesengroß. Aber sie nahm sich zusammen und redete ihr freundlich zu, tapfer zu sein. „Heinz wird Dich jeden Sonntag besuchen, Erna bringt ihn Dir." Mary reichte dem Mädchen die fiebernde Hand. „Versprichst Tu n,ir das fest?" Erna nickte. „Wenn Du mir dagegen versprichst, vernünftig zu sein," Mary schwieg und lieh sich fertig ankleiden. Erna hatte die gaiize Nacht benutzt, ihr zuzureden und sie hoffnungsvoll zu stiuimcn. Ein wenig hielt die Stimmung noch an. Der Doktor kam, um Abschied zu nehmen: dann brachte man Heinz, den die Mutter nicht loslassen wollte. Endlich stieg sie in den Wagen und sank neben der Schwägerin in die Polster. Roseniarie wußte ihr« ganze Kraft aufwenden, die Kranke in das Abteil zu befördern. Mary tvar bedeutend schwächer, als sie gedacht. Das Mitteln de? Wagens quälte die Arme, die aber zum Glück bald schlummerte und erst nach einer Stunde am Ziel der Fahrt erwachte. Nur wenige Wartende füllten den Bahnsteig, unter ihnen zwei fchwarzgekleidete, mit Weißen Hauben und Schürze» geschmückte Mädchen von wenig vertrauenerweckcn- dem Aussehen. Sie stürzten gleichzeitig auf Rofemarie Scbckkd zu, die, nachdem sie die erschöpfte Mary ruhig sitzen zu bleiben ge- beißen, ausgestiegen war und sich erwartungsvoll rnnsah. „Sind Sie Fräulein Sebald?" fragte die Aeltere der Beiden in dreistem Tone. Nosemarie nickte nur. „Herr Doktor schickt uns, im Falle die Kranke Widerstand leistet: der Wagen steht an der anderen Seite." Peinlich berührt wandte die Angcredete sich Mary zu. Zum Glück hatte sie nichts gehört. Sie half ihr beim Aussteigen, bedeutete die Mädchen, voranzugehen, und folgte mit der Kranken und dem Träger mit dem Gepäck zu den: vor der Rampe harrenden Wagen. Nachdem Mary untergebracht und ihre Schwägerin ihr gefolgt war, wollte sic die Wagcntllre schließen. Das ältere der beiden Mädchen kam ihr zuvor. „Gnädiges Fräulein werden verzeihen — ich fahre mit. Ans Wunsch des Herrn Doktor", fügte sie hinzu. „Wir holen die meisten Kranken ab." Nosemarie sah Mary von der Seite an. Hatte sie die ominösen Worte gehört? Es schien nicht. Anscheinend in ihre alte Apathie versunken, hielt sie die Angen geschlossen, bis der Wagen nach einer halbstündigen Fahrt durch eine bähe Pforte in einen von mächtigen Gebäuden umgebenen Hof fuhr. Das Haupthaus, in rotem Sandstein aufgeführk, zeigte hohe, vergitterte Fenster, die ihren Eindruck selbst auf Rose- marie Sebald nicht verfehlten. Einen Augenblick kämpfte sic mit sich selbst, die Schwägerin wieder mitzunehmen. Doch zum llcberlcgen war es zu spät. Das Mädchen hob Frau Sebald auf ihren kräftigen Armen empor und trug sie wie ein kleines Kind über die Schwelle des unheimlichen Baues. Die Tür eines weißgetünchten Zimmers war angelehnt. Ein einfacher Tisch, Stühle an den Wänden, eine gedruckte Hausordnung neben der Türe war alles, was der riesige Raum enthielt. Ermattet sank die junge Frau in den nächsten Stuhl und schlug die schönen Augen flehendlich zu ihrer Schwägerin auf. „Ich fürchte mich, Nosemarie", sagte sie leise. Ehe diese antworten kennte, öffnete sich die Türe und ließ einen bochgewachsenen, noch jugendlichen Herrn ein, der sich als Doktor Zöllner, Direktor der Anstalt, vorstellte und seine Worte ausschließlich an die ältere Dame richtete. Marys Gesicht streifte er mit einem prüfenden Blick. „Laß »ns fort, Roseniarie: ich habe mich anders be- sonnen", flüsterte Mary ängstlich. „Wo ist den eigentlich der Herr Prokcssor?" Nosemarie konnte nickst antworten. Der Doktor war ihr nabe getreten und fragte sie in halblautem, hartem Tonc: „Haben Sie die Papiere?" Sie sah ihn erstaunt und hsttloS an. so daß der junge Aizt seine Frage wiederholen mußte, „Ich meine, ob Sie ein ärztliches Zeuanis baben?" , Ich denke, ich schrieb Jenen, daß sich meine Schwägerin für einige Zeit Ibrer Aufsicht anvertranen möchte," „Icki weiß, ich weiß", unterbrach er sie, „Sic haben Angst und fürchten, dah Ibr„ Schwägerin . . ." Sein ausdrucksvoller Blick fuhr über die Leidende hin und ließ sie erzittern. „Ich will zu Herrn Professor Fcnchtwangen", rief Mary weinerlich. „Er bat mich ei,-.geladen, ich will zu ihm. Wenn einer mir helfen kann, so ist er cs." Doktor Zöllner unterdrückte ein ironisches Lächeln: wi:- der wandte er sich mit seiner Antwort an Nosemarie, als eb die Jüngere nicht existiere. (Ferlietzung folgt). Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag Lätare, 22. März. Gottesdienst in der Stadtkirche. Bormittags Uhr: Herr Pfarrer Klcbcrger. Benutzung der niederen Kanzel. Mitwirkung der Chorschule. — Anschließend Beichte mutz l. Abendmahl mit Einzclkelch. Nachm. 2 Uhr: Herr Kandidat Ztmmermann. Gottesdienst in der Burgtirche. Borm. 11 Uhr: Kindcrgottcsdicnst: Herr Psr. Ritter. Nachm. 5 % Uhr: Herr Psarrer Ritter. ISottesdienst in Fauerbach. Bormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Zatzman». Nachm. 1 Uhr: Jugcndgottesdienst. Katholische Gemeinde Vierter Fastensonntag, 22. März. Gelegenheit zu beichten Samstag nachmittag von 4 Uhr, Sonntag früh von %6 Uhr an. ’A7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Mllitärgottcsdicnst (Singmesse und Predigt). ’AIO Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm, 2 y, Uhr: Fasteknuidacht, Mittwoch, am (nicht gebotenen) Feste Mariä Berlilndlg- »ng, ist wie die vorige Woche am Joscsstag um y,7 Uhr ein feierliches Hochamt für die Psarrgcmeinde. Die in der Fastenzeit üblichen Andachten am Dienstag und Freitag Abend sind wie in den vergangenen Wochen. Feierabend Friedberg. Jeden Sonntag abends von 8—^10 Uhr Versammlung. Sonntag, den 22, März: Vortrag: „Das Handwerk — einst und jetzt". „Feierabend" Im Stadtteil Fauerbach. Jeden Sonntag: Spiel- und Leseabend Bereinigte Stadttheater Franlsurt a, M. Opernhaus, Sonntag, den 22. März, "abends 7 Uhr: „Eugen Onegin". 21. Vorstellung im Sonntag-Abonn, Große Preise. Montag, den 23. März, abends halb 8 Uhr: Abonnements- Vorstellung für den am 27, November 1913 ausgefallenen Donnerstag: „Der fliegende Holländer". 20. Borstellung im Don- nerstag-Abonn, Große Preise. Dienstag, den 24. März, abends halb 8 Uhr: „Die Zaubcr- slöte". 21. Borstellung im Dienstag-Abonn. Gew. Pr. Mittwoch, den 2ö. März, abends halb 8 Uhr: „Polenblut". Außer Abonn, Gew. Pr. Schauspielhaus, Sonntag, den 22, März, abends halb 8 Uhr: „Die Tangoprinzessin". Außer Abonn, Gew. Pr. Montag, den 23. März, abends 8 Uhr: „Der Meineidbauer". 21. Vorstellung im Moittag-Abonn. Gew. Pr. Dienstag, den U. März, abends 8 Uhr: „Der alte Dürger- kapitän". Hierauf: „Dodgeschojfe". 21, Borstellung im Dien»- rag-Abonn. Gew. Pr. Mittwoch, den 23. März, abends 7 llhr: „Egmont". lg. Vorstellung im Mlttwoch-Adonn. Gew. Pr. Spiclplan des Stadtthcaters in Gießen. Sonntag, den 22. März, nachm, halb 4 Uhr: „Altheidcl- bcrg". Kl. Pr. — Abends halb 8 Uhr: „Wie einst im Mai". Gewöhnliche Preise. Am Mulle durch die Weit ist Scotts Emulsion gezogen, dabei aber keine j vorübergehende Erscheinung geblieben, sondern eine begehrte Marke geworden. In allen Erdteilen ist Scotts Emulsion seit Jahrzehnten als vorzügliches Kräftigungsmittel bekannt, überall getragen von Anerkennung und Vertrauen. 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