7. Äal;rliai»tl Unmmer 67 Frettay, den 80. Miir; 1014 Sie „Urne ?««»«»»>tL«s" eftcheint ie6en Werktag. Regelmäßige Beilagen „Per jöaner au» Hessen", „Nie Kpinnssabe". Semgoprei»: Bei den Postansratlen vierietiahrtich Ml. I^s bei den Agenten monatlich so Big. Hinzu tritt Postgebühr oder Irägertohn. Zinieigen: Grund,eile 20 Psg., lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden durch Po inachnahme eriioben Eftüllungsoft Friedberg. ScheiNieitnn« »n«> Seela, Fnedberg (Hessen), hanauerstrahe 12. Ferwprecher 48. Pastlcheck-Coiit» Ne. 485». Amt Franksurt o. Dt. Deberstchl. — Stuf Zeche „Glück auf Segen", wurden zwei Berg- teufe von Herinbrechenden Kohienmasien verschüttet. Der eine war sofort tot, der andere wurde nach acht Stunden de- freit. Sein Zustand ist derart, daß er kaum mit dein Leben davonkommen dürfte. — Der Wagen des Prinzen Earol von Rumänien, der in sebr schnellem Tempo fuhr, überfuhr zu Berlin in der Nauenerstraße einen Mann, der schwer verlebt liegen blieb. Ter Prinz lieh den Verunglückten nach dem städtischen Krankenhaus bringen, wo dieser besinungslos darnieder- iegt. — Fm schwedischen Staatörat ist die Ehe des Prinzen Wilhelm von Schweden mit der Großfürstin Maria Paw lvwna für gelöst erklärt worden. — Das erste Berhör der Statt Eoillanx wird nicht vor Montag oder Dienstag stattsinden. Es sind außerordentliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, uni die neugierige Menge fern zu halten. Die erste Galerie, in der fich da? Zimmer des Untersuchungsrichters befindet, wird von Muni- zipolgarden abgesperrt. — Das englische Nnterhans lehnte in später Nachtstunde das von Bonar Law gegen die Regierung beantragte Tadels- Votum mit Nb gegen 252 Stimmen ab. — Ein englischer Offizier, der zur Ausbildung als Militärflieger der Militärstiegerschule von llpavon zugeteilt war, stürzte gestern während eines Uebungssliiges aus dem Flug- lelde von Salisbury ab und war aus der Stelle tot. — Einem eingegangenen Radiotelegramm zufolge sind t on 10 000 Atsrachaner Fischern, die einen Tag vor dem großen Zyklon ins Meer ausliefen, wie durch ein Wunder 800 t an ihnen glücklich gelandet. Das Schicksal der übrigen 9200 Atsrnchaner Fischer ist unbekannt. Die Zahl der ans der Sttkchnpewsker Landzunge Ertrunkenen ist aus 3200 frst- gestellt. — Eine offiziöse Note belogt, daß der italienische König gestern die Demission de» Kabinett» Giolitti angenommen und den SIbgeordneten Salandra mit der Neubildung de» Kabinett» betraut hat. — Die Wahlkampagne ans der französischen Insel Reunion hat schwere Unruhe» zur Folge gehabt. Es kam ernstem Blutvergießen, indem zahlreiche Personen ge- tötet und verwundet wurden. Die beiden Kammern der Landwirtschaft und des Handels haben die französische Re- aerung telegraphisch um Entsendung von Truppen gebeten. Damit soll die Ruhe wieder bergestellt werden. fjrrrldiiift brr Zorinldeiniikralie in den Orts- kranhrnhaflrn. Die Klagen über die Mißwirtschaft der Sozialdemokratie in den Ortskrankenkassen nehmen kein Ende. Welchen llinsang der Terrorismus der Geschäftsführer sozialdemokratisch geleiteter Kassen gegen Angestellte nehmen kann, die nicht Gesinnungsgenossen sind, zeigt das Urteil des Oberver- sichernngsamtes in der Streitsache des Kassenassistenten Ruhig gegen die Ortskrankenkasse in Erfurt, nachdehn di» Kündigung des R. durch den Vorstand zum 1. Oktober 1911 für unzulässig erklärt wurde, und die Kasse zur Zahlung des Gehalts in Höhe von 4110 Mark an R. sowie der Kosten ver- urteilt wurde. Ruhig hatte von dem Augenblick an, als dem Vorstand und Gesckiästssührer der Kasse bekannt wurde, daß Ruhig Mitglied des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie geworden war, keine ruhige Stunde mehr. Von dem Vorstande und Geschäftsführer wurde gegen Ruhig ein völliger Dernichtungskampf eingeleitet. Er wurde in der sozialdemokratischen Presie auss heftigste angerissen, weit zurückliegende, kleinliche Vergehungen wurden hervorgezogen. Er wurde beschuldigt, gegen die Vorschriften der Kasse gehandelt zu haben, durch gewinnsüchtige Bevorzugung von einzelnen Kasienmitgliedern. Alle diese Beschuldigungen erwiesen sich aber als hinfällig. Das Gericht faßte schließlich seine Untersuchungen wie folgt zusammen: „Bei der Beurteilung der gesamten Lage der Verhältnisse ist das Gericht zu der Ueberzeugung gelangt, daß weder in den einzelnen Anschuldigungspnnlten, noch in ihrer Gesamtheit, nach so langer Zeit ein ausreichend wichtiger Grund tut Sinne des § 354 der Reichsversicherungsordnung zur Entlastung des Ruhig vorlag." Waren sonach die dem Kassenbeamten zur Last gelegten Verfehlungen aus ein Mindestmaß zusammengeschmolzen, so ergibt sich andererseits aus dem Urteil, daß die Ortskronken- lasse selbst in höchst mangelhafter Weise verwaltet wurde. Das Urteil sagt folgendes: „Ein Blick in das Protokollbuch läßt ohne weiteres er- kennen, daß die Geschäftsführung einer so großen Kasse, wie die der Gemeinsamen Ortskrankenkaste, auch nicht ln, ent- ferntesten bescheidenen Ansprüchen genügte. Ter Geschäfts- s.'l rer mag im Laufe der Jahre sich eine genügende Fähigkeit und Gewandtheit angeeignet haben, die Leitung der Kaste ist ihm über den Kopf gewachsen, und es muß als überaus ungenügend bezeichnet werden, daß es an einer schriftlich niedergelegten Dienst- und Geschäftsordnung fehlte." Der Fall, wie er sich in'Ersurt abspielt, ist charakteristisch für die ganze Frage der Herrschaft der Sozialdemokratie in den Krankenkassen. Bei den bevorstehenden Krankenkassenwahlen im Kreis Friedberg muß alles aufgeboten werden, um eine sozialdemokratische Herrschaft zu verhindern. Gkhkimat Lichr und dik -eiitlchk Mustm. Von einem Mitgliede des Verbandes sächsischer Jndn- strieller wird der „Deutschen Tageszeitung" geschrieben: „Aus der letzten Generalversammlung des Verbandes sächsisckzer Industrieller erklärte Zeitungsnachrichten ziisolge Geheimrat Rießer, der Präsident des Hansabundes, daß die- ser letztere dafür eintrete, daß Deutschland ein „freie? Land mit freien Anschauungen und Einrichtungen im Sinne des modernen Stnatswesens werde." Durch diese Worte wäre stürmischer Beifall der Versammelten entfesselt worden. Man kann es Herrn Geheimrat Rießer sicherlich nicht s übel nehmen, wenn er sich in diesem Sinne geäußert hat, dcnn es ist sein Beruf und sein Ziel, die deutsche Industrie niit dem Geiste des „Berliner Tageblattes" zu durchtränken, bedauerlich ist nur, daß seine Ausführungen vor dieser Versammlung einen solchen Beifall finden konnten. Unser deutsches Reich hat das freieste Wahlrecht wohl in der ganzen Welt, der Erfolg davon ist, daß Industrie und Handel so gut wie nichts im parlamentarischen Leben und mithin in der Gesetzgebung zu sagen haben, denn alle unsere großen Handels- und Industrie-Zentren sind im Reichstag fast ausnahmslos durch sozialistische Parteibudiker und ähnliche Sachverständige des Handels und der Industrie vertreten. Gerade Herr I)r. Rießer und seine Zuhörerschaft haften doch daran denken müssen, daß beispielsweise infolge dieses Wahlrechts ein Mann wie Herr De. Stresemann, den sie so hoch schätzen, irgend einem sozialistischen Agitator Mi Reichstage Platz machen mußte. Vermutlich ist Herrn Geheimrat Rießer dieses Wahl- rccht aber noch nicht „frei" genug. Unsere Einrichtungen sind ferner derartig „frei", daß Arbeitswillige und nicht rot organisierte Arbeiter schikaniert und geprügelt werden können, ohne daß in den meisten Fällen eine entsprechende Bestrafung herbeigeführt werden kann. Wir erfreuen uns einer Pressefreiheit, die schon vielfach an Pressefrechheit grenzt. Auch sonst liegt doch tatsächlich auch nicht der geringste Grund vor, über Mangel an „Freiheit" in unserem Vaterlande zu klagen. Die deutsche Industrie drückt der Schuh jedenfalls wo anders. Das rapide Anschwellen der sozialdemokratischen Bewegung bedeutet eine unendlich viel größere Gefahr in jeder Beziehung für die deutschen Industriellen, als der angebliche Mangel an söge- nannten „freien" Einrichtungen. Hier sollte der Hebel eingesetzt werden und hier sollte die deutsche Industrie zusammenstehen wie ein Mann, nänilich in dem Kampfe gegen diese gefährliche Bewegung, damit wäre den Industriellen in Wirklichkeit mehr gedient, als mit dem Verzapfen demokratischer Phrasen Das „dricycrilche" Dentjchland. „Wer im Glashause sitzt, soll nicht mit Steinen Wersen." UnKr guten Freunde im Westen und Osten lieben es, Deutschland als das Karnickel hinzustellen, das ansängt, und so mackst ncan uns denn auch getreulicherweise den Vorwurf, daß wir bei dem großen Wettrüsten die Ersten gewesen wären, obwohl es eine nicht abzuleugnende Tatsache ist, daß der Plan der französischen Heeresvermehrung längst schon feststand, als man in Deutschland sich anschickte, hieraus eine Antwort zu geben, und wenn jetzt Rußland erst daran geht, seine Armee weiter zu verstärken, so muß daran erinnert werden, daß gerade diese Macht es gewesen ist, die durch ihre sortwähreu- den sogenannten Probemobilmachungen Tausende und Slber- tausende über den Friedensstand hinaus monatelang unter den Waffen gehalten hat, und wie erinnerlich, hat man ja auch deutscherseits die große Heeresvorlage mit den Ereignissen im Osten begründet. Jetzt stellt man es an der Newa natürlich so dar, als wenn die deutsche Heeresverniebrung die Veranlassung zu den jetzigen großen Forderungen für die Armee gegeben habe und die Artikel der Hetzpresse dienen dazu, die Duma bewilligungsfreundlicher zu machen. Man hat auch damit Erfolg gehabt und in geheimer Sitzung sind die Kredite bewilligt worden. Nach außen hin tut man so, als ob niemand friedliebender sei als Rußland, dessen Zar ja die erste Friedenskonferenz im Haag angeregt habe, und gar lieblich klingt mit einem Male wieder die Friedensschal- mei, in Wirklichkeit aber wissen wir in Deutschland zur Ge- nüge, woran wir sind. Sehr ausfällig ist es auch. A letzt mit einem Male wieder in belai!ck>eu Blättern die Returch- tiing ausgesprochen wird, daß Deutschland im Falle eine« Krieges- in Belgien einfallen könnte, da? nicht in der Lage sei, einer derartigen Invasion irgend welchen nachhaltiger Widerstand entgegen zu setzen. Ja man säbelte sogar davon, daß das 8. preußische Armeekorps in der Rheinprovinz angeblich zu Manöverzwecken nahezu aus Kriegsstand gebracht worden sein und daß auf dem Truppenübungsplätze Elsec born eine Kavalleriedivision znsamniengezogen w°rden sollt Das ist natürlich alles plumper Schwindel, aber derartige Ausstreuungen finden gleichwohl stets ihr Publikum. Wahr- lcheinlich sind die Meldungen gar nicht einmal in den Redaktionen der belgischen Blätter fabriziert worden, sondern ihre Quelle dürste man wohl in Paris zu suchen haben, wo ja augenblicklich gleichfalls Heeresfragen an -der Tagesord- nung sind, man will eben Glauben ncachen, daß Frankreich auch an der belgischen Grenze sich vorsehen müsse, weil die deuffchen Generalslabspläne auf das neutrale Belgien keinerlei Rücksicht nehmen. Jnimer wieder muß Deutschland als Schreckgespenst herhalten, wenn eS gilt, Heeressorderungen dnrchzudrücken. Wir werden uns damit abzusinden wissen, aber andererseits angesichts der allenthalben herrschenden Stimmung gegenüber Deutschland uns entsprechend ein- richten. Denllcher Deichsln^. _ Zn der Donnerstagssitzung gedachte Präsident Dr. kt L m ps zunächst der Geburt des Erbprinzen von Draunschweig und erbat und erhielt die Ermächtigung, die Glückwünsche des Reichsiages auszudrücken. Auf der Tagesordnung stand der Etat für Ostaftika. Abg. Erzberger (Ztr.) wies die Angriffe zurück, die man an ihn wegen seiner Haltung gegen die Plantagebcsitzer in der Presie gerichtet hatte und betonte, daß er lediglich amtliches Material über die Behandlung der Schwarzen auf den Plantagen benützt habe. Des weiteren fragte er, ob der Gruß- erlatz des früheren Gouverneurs v. Wrochem noch in Kraft sei. Staatssekretär Dr. Sols verneinte dies und betonte, daß den Echulfragen volle Ausmerksamkeit zuteil werde. Sklaven- raub und -Handel seien mit Erfolg unterdrückt worden. Schwierig sei es. die richtige Arbeitsform für ganz Afrika zu jindcn. Die Abschaffung der Sklaverei zum Jahre 1920 halte der Gau- »erneut int Gegensätze zum Reichstage nicht für durchführbar. Hoffentlich lasse sich ein Ausgleich finden. Abg. Keinath (Sltal.) sah in der langanjikabahn ein Kampfmittel sür die wirtschaftliche Eroberung Zentralasrikns, während Abg. Bruckhofs (sortschr.) vermehrte Fürsorge sür die Lehrer in den Kolonien wünschte. Der Etat wurde schließlich genehmigt und die Resolutionen der Budgetkommission betr. Erlaß von Arbeiterschutzbestimmungen und Herausgabe einer Uebersicht der Besitz- und Pachtverhältnisse wurden angenommen. Es folgt der Etat für Südwestasrika Im Mittelpunkte der Erörterung stand die Diamanten- ftage. Abg. Hoch (Soz.) verlangte eine öffentliche Ausschreibung der Diamantenförderung und die Ausnahme von Fach leuten, besonders eines Vertreters der Diamantenarbeiter in die Regie. Des Redners Slnschuldigung, die jetzigen Leiter der Kolonialverwaltung haben betrügerische Manipulationen geduldet, wies Staatssekretär Dr. Sols energisch zurück und dezeichnete sie unter großer Unruhe der Sozialdemolratcn als Verleumdung. Der Abg. Hoch habe trotz seiner (des Redners) entgegengesetzten Erklärungen in der Kommission derartige Ve- hauptungen ausgestellt. Ehe der Abg. Hoch behaupte, daß er (Redner) mit dem Aussichtsrat der Regie in betrügerischer Weise unter einer Decke stecke, sollte er einmal das Geschäft kennen lernen. Die Regierung habe mit den Förderern einen schweren Kamps gekämpft, der aber zur Versöhnung geführt habe. Daher sollte der Frieden nicht von neuem gestört werden. Abg. E r z b e r g - r (Ztr.) bat. den alten Streit ruhe, zu lassen und verlangte die Heranziehung der Konzessionsge- sellschasten. Staatssekretär Dr. Sols nahm noch einmal das Wort und erklärte, daß er nach Einsicht in das Stenogramm der Rede des Abg. Hoch das Wort Verleumdung nicht aufrechter- halten könne, da die Rede lediglich hypothetische Form hatte. Freitag Fortsetzung. Ans dem hefl. Fandtng. Zweite Kammer. Tarmstadt, 19. Mörz. Die II. Kammer wird um 9,20 Uhr von Präsident Köhler eröffnet. . . - . Die Beratung über Ministerium des Innern wird fort- Abg.Frnchel (Bbd.) dankt der Regierung für die-Errich- tung einer Gestütsstation in Langen. Die Behauptung des Abg. Hartmann. daß jetzt in Hessen 8000 Bauern weniger seien, sei nicht richtig. Eine Gefahr bedeuteten die Warenhäuser und Ramschbazare. Tie kleinen Geschäftsleute t:ür- den durch sie »weisellos oescbädiat. Sebr bedauere er die Sir. 67 9)««< XagM|«ttBng. 0t«ttat, Ix* 20. VUktj 1014. leisten Mitteilungen der „Franksurtec Zeitung" über die hes- fischen Genossenschaften, der Staatskommissär »löge darauf sehen, daß durch solche Notizen nicht wieder eine neue Beunruhigung geschasfen werde. Die Erklärungen des Staats- kommissärs seien ihm nicht ganz klar. Er sei doch zur Sanie- i„mi des Genossenschaftswesens eingesetzt Worden und sei es unklar, warum er nicht eingeladen werde. Die Regierung kitte er, dafür zu sorgen, daß allch den einzelnen Mitgliedern Mittel zur Verfügung gestellt werden. Abg. Hanck (Bbd.) wendet sich zunächst gegen den Abg. Vach, der mit seinen Drohungen bei ihm an die falsche kl^resle komme. I», übrigen solle man bei der inneren Kolo- niuition nicht so optimistisch sein. , , Abg. Korell-Jngelheim (Freis.) stellt fest, daß Landtag wie Regierung den ernsten Willen haben, wieder Ruhe in das Genossenschaftswesen einkehren zu lassen. Einen Abbau der Zölle könne er nicht mitmack>en. Zu der Zollfrage sei seine Porte! s. Zt. in einer Gärung begriffen. Es sei nicht richtig, deh sich ans amerikanischen Reben kein Oualitätswein ziehen liehe. Der Redner geht dann auf den Fall Jung ein und legt dessen Entwickelung dar. Abg. Leun (Bbd.) möchte gegenüber den Beschwerden des Abg. Wiegand, bclr. der von den Bürgermeistern gefor- derten Bescheinigungen feststellcn, dah es noch viel schwerer sei, die bei Erkrankung von Waisen geforderten Bescheinigungen imd Bestätigungen auszustellen. _ Mg. Korcll-Angenrod (Bbd.) stellt fest, daß aus der sehr ausführlichen Rede des Abg. Korell-Jngelheim hervorgche, das', da? freisinnige Programm bezüglich Banernschutz usw. vollständig mit dem der Baucrnbündlcr Lbereinstimme, nur habe es ein anderes Mäntelchen an: daß der Bauernbund auch ein Rückgrat habe, das habe die Rede des Abg. Brauer --cgenüber der Regierung bewiesen. Der Abg. Busold müsse nehr gehört haben, als gesprochen wurde. Redner hat nur "'ihanptct. daß die Lebenshaltung der Arbeiter sich sehr Per- -sisiert habe. Er führt noch aus, daß seine Parte', auch ferner an der bewährten Wirtschaftspolitik festhalten werde, den gleichmäßigen Schuh aller nationalen Arbeit, den gleichmäßigen Schutz von Industrie, Kandel, Landwirtschaft und Gewerbe. An einem Abbau der Zölle, wie die Linke es wolle könne man kein Keil finden. Dir glauben, daß die Verhältnisse ans absehbare Zeit sich nicht ändern werden, unser Grundsatz bleibt also bestehen. Gleich dem Freisinn geben auch wir allein in den Wahlkampf, aber unter dem Pro- gramm: Treu nnsercni Gott, treu der Verfassung, treu der nationalen Wirtschaftspolitik und gleichmäßigem Schutze rller Erwcrbsstände. Abg. Busold (soz.f wendet sich in scharfer Weise gegen die gestrige Kritik des Abg. Nebel. Staatsrat Süsscrt sieht sich auf Grund der Ausführungen des Abg. Korell-Jngelheim veranlaßt, nochmals auf die Grundsätze einzugehcn, welche auf seinen Vorschlag hin, die Regierung vcranlaßtcn, das Auftreten der Lehrer in sozialdemokratischen Versammlungen zu verbieten. Es steht fest, daß die Vorsteher des Bildungsausschusses auch die Führer der sozialdemokratischen Partei seien, die von den Herren veröffentlichten 10 Gebote seien recht charakteristisch für die Parteilosigkeit des Bildungsausschusses. ' Pin skandalöser Zwischenfall. Als Redner den Kriegervereinsgeist in Schuh nimmt, macht der sozialdemokratische Abg. Dr. Fulda den Zwischenruf: „Feldwebelgeisr." Staatsrat Süssert erwidert unter Hallo des Hauses: „Sie haben es ja nur zum Gefteiten gebracht. Hierauf ruft Dr. Fulda: „Sic sind ja nur ein trauriger Sommerlentnant geworden." Staatsrat Süffcrt: Ihre Worte reichen niir nicht an die Stiefelspitzen", worauf ’>r. Fulda unter lebhaften Zwischenrufen der sozioldemokra- : scheu Abgeordneten antwortet: „Sie unverschämter Staats- t!" Es entsteht hierbei ein lebhafter Tumult im ganzen iss. Pr. Fulda wird zur Ordnung gerufen und erst Präsident Köhler erklärt, bei weiteren derartigen Szenen ■ Sitzung schließen zu müssen, kann Staatsr.rt Dr. fort seine Rede mit den Worten schließen, daß er auch uerhin seine von der Mehrzahl des Hauses wie des ganzen Vclkes gebilligte Stellungnahme weiterhin einnehme. Abg. Bahr (Bbd.) erklärt sich im Namen seiner Freunde über üe Ausführungen des Vorredners einverstanden. Redner verteidigt dann energisch die von der Regierung gestrichene i 53 000 "ten, habe sich dies der Urheber selbst zuzuschreiben. Abo Braner (Bbd.) unterstützt diese Aussührungcn des Vorrcdn- s und weist daraufhin, daß der Bauernbund s. Zt. sch.ärferc Bestimmungen angeregt habe. Man sei ihm aber nicht-yese'at. Abg. ftnrcll (Freis.) mißbilligt die Aenßerungen Dr. Fulda's ebenfalls, mit der Einschränkung, daß derselbe durch den Reg! rungsvertrcter gereizt worden sei. Abg. Ulrich (soz.) nimmt seinen Fraktionsgenossen Dr. Fulda in Schutz. Ter Negierungsvertreter sei ungehörig vorgegaw'en. (Redner wird zur Ordnung gerufen.) Dr. Fulda sei, wie Staatsrat Süffcrt wissen müsse, mit der Oua- lifikation zum Unteroffizier abgegangen und nicht Offizier geworden, weil er Jude sei. Sium Schluß leat StaatSrak Dr. Süifert nochmals den Seit, 2, ganzen Sachverhalt klar und stellt fest, daß er und nicht Dr, Fulda der zuerst Beleidigte war. i Dann wird die sehr erregte Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Nachmittags 3sch Uhr. »et weiter, daß die Regierung auch sofort mit dem Bou »im,,, weitverzweigten Straßennetzes beginnen wird. Parteinachrichlen. Die internationale ZMahrts-Konferenr. Berlin, 18. März. Die Verhandlungen der Schiffahrtskonferenz wurden heute nur in Kommissionen geführt. Die Hauptkoinmission, die sich aus acht Mitgliedern zusammensctzte, und der Ballin, Hcincckcn, Booth, Brown angehörten, beschäftigte sich besonders mit der Quotcnfcage. Inzwischen tagten andere Abteilungen der Konferenz, die sich über die übrigen, die Konferenz beschäftigenden Fragen auscinandcrsetzten. Die Konferenz wird niorgen wieder zu einer Gesamtsitzung zusammentrctcn, doch scheint eine Einigung aller sich so widrstrebenden Interessen noch in weiter Ferne zu liegen. Besonders das Projekt der russischen Regierung, von Libau aus mit Hilfe der dänischen Schiffe eine eigene Auswande- rcrlinie zu bilden, lastet als schwerer Druck auf der Konferenz. Die russische Regierung wäre in der Lage, mit dem größten Erfolge gegen den Pool zu arbeiten. Es besteht nämlich auf russischer Seite die Absicht, in dem Moment, wo die russische Linie über einen genügenden Schiftspark verfügt, für russische Auswanderer einfach die Grenze zu sperren und ihne keine Auslandspässe zu verabfolgen, sodaß sie gezwungen wären, den Weg über Libau zu nehmen. Da ein großer Teil des Auswanderungsgeschäftes sämtlicher Linien auf der russischen Auswanderung beruht, so kann es nicht für alle Beteiligten angenehm sein, sich an Abmachungen zu binden, die vielleicht schon in den nächsten Wochen durch die Neugestaltung des russischen Auswanderergeschäftes ein ganz anderes Gesicht erhalten. Aus dem Kreise Gießen. Die „Neue Tageszeitung" brachte kürzlich eine Notiz über Versammlungen, welche der freisinnige Professor UrftaM t'on Gießen auf dem Lande hält und zwar zu dem Zwecke, Wähler für seine Partei zu gewinnen. Die Vorträge ge! schehen zwar über ein ziemlich harmloses Thema z. B.: „Per Bauer und sein Land, in alter und neuer Zeit." — 2er Grund für diese liebenswürdigen Belehrungen ist aber leicht zu finden und die hessische liberale Wochenschrift vom 1ä. März gibt denselben unumwunden zu, indem sie über eine kürzlich in Bellersheim stattgefnndene Dersomnilung am Schlüsse schreibt, die Bauern sähen jetzt immer mehr ein, daß der Freisinn ihre Interessen besser vertritt als der Groß- grundbesitz- und Fideikommißfreundlich« Bund der Land- wirte. Nun, wenn Herr Professor Ilrstadt glaubt, schon die Bauern soweit überzeugt zu haben, dann wird wohl Herr Dr. Werner das nächste Mal gar nicht mehr im Kreise Gießen kandidieren und Herr Urstadt wird einstimmig in den Reichstag gewählt. Oder gilt's ihm vielleicht mehr um ein Landtagsmandätchen, das könnte auch sein, denn der Frei- sinn hat den Nationalilberalcn für die Landtagswahlen eines der Gießener Mandate zugesagt und jedenfalls wird Herr Grünewald sein Mandat noch weiter behalten wollen und dann Herr Urstadt anderswo Unterkunft suchen müssen. Wir werden zur gegebenen Zeit einhcizen. Kund der Kandnnrte. Versammlungen Freitag, den 20. März, abends 8 Uhr, zu Tagesüdersicht. Deutsches Ueich. :: Die transatlantische Schissahrtskonserenz. Die Schiff- sahrtskonserenz setzte gestern ihre Verhandlungen in den Kom- missionssitzungcn fort. Auch gestern war es nicht möglich, die divergierenden Interessen der verschiedenen Gesellschaften zu versöhnen. Es ergaben sich eine ganze Reihe neuer Punkte, in denen die Anschauungen weit auseinander gingen. Beim Beginn der Nachmittagssitzungen sah es bereits so aus, als ob die Verhandlung bereits gestern zu einem plötzlichen Abbruch führen wurde. Den Vertretern der kontinentalen Linien gelang es jedoch, wie Hirsch's Telegraphenbüro von unterrichteter Seite erfährt, die englischen Reeder zu »eranlasfen, von einem Abbruch der Verhandlungen abzusehen und nochmal» das Ziel in Eonderberatungeu der einzelnen Gruppen zu suchen. Auch der Achtmänner-Ausschutz wird heute nochmals zusammentre- ten. Eventuell soll bi» Samstag getagt werden, da jeder der Linien die kolossale Verantwortung fühlt, die ihr erwachsen würde, wenn durch die Schuld ihrer Vertreter die Konferenz in die Brüche gehen sollte. :: Vier Anarchisten verhaftet. Bei einer polizeilichen Revision der Schlafhäuser in Michalkewitz wurden die Galizier Pakuszewskq, Pesu, Rovak und Sterewicz verhaftet. Zn ihren Schränken fand man große Mengen Sprengstoffe vor und auch eine sclbstocrfertigte Bombe. Wie die Untersuchung ergab, baben die Verhafteten schon lange Zeit in Oberschlesien anarchistische Propaganda betrieben. Sie wurden nach Veuthen ins Gefängnis gebracht. Oesterreich. :: Eemeinderatswahlen. Wie oft schon wurde der Untergang der christlich-sozialen Herrschaft in Wien von ihren gute» Freunden prophezeit. Daß es damit noch gute Weile hot, zeigt der gestrige Ausfall der Eemeinderatswahlen im dritten Wahlkörper. Es wurden in allen 21 Bezirken Christlichsoziale gewählt, sa daß die Sozialdemokraten das Mandat im 16. Bezirk, das sie bei einer Ersatzwahl den Ehristlichsozialen abnah- men, heute an diese wieder verloren. — Wie schon bei den Wahlen im vierten Wahlkörper, so zeigte sich auch hier deutlich ein Abflauen der sozialdemokratischen Bewegung. Frankreich. :: Da» Entlassungsgcsuch Monis. Marineminister Monis bat gestern das erwartete Entlassungsgesuch eingercicht, das vom Ministerrat genehmigt wurde. Es heißt, daß der Senator des Departements Bauches du Rhone zum Nachfolger Monis ernannt werden soll. — Wie die „Liberte" erfährt, ist der Entschluß Monts keineswegs fteiwillig erfolgt, denn er war der Ansicht, daß er trotz seiner Vorladung vor die Untersuchungs- lommission wegen der Rochettcasfäre sein Portefeuille beibe- halten köunc. Seine Ministerlollegen, die gestern zu einer Sitzung zusammentamen, waren jedoch anderer Meinung und ließen dies dem Marineminister wissen, der darauf kurz vor Beendigung der Sitzung sein Rüiktrittsgcsuch cinreichte. Türkei. :: Limnn v. Sanders Rüstungspläne. Aus Berlin meldet die „Kölnische Zeitung": Der „Temps" will erfahren habe», daß General Lima» von Sanders besondere militärische Vorbereitungen gegen Rußland in Armenien empfohlen habe. Es ist nicht bekannt, worauf die Angaben des „Temps" sich slützen könnten, es ist auch nicht anzunehmen, daß, wenn wirklich eine militärische Beratung in der Türkei stattgesunden hätte, von türkischer Seite der Berichterstatter des „Temps" darüber »ntcrrichter worden wäre. Der Umstand, daß der „Temps" diese unbeglaubigten Angaben vor dem Abschluß der türkisch-französischen Anleihe verbreitet, legt die Frage nah«, ob in dieser Angelegenheit neue Schwierigkeiten bereitet werden sollen. :: Rekrutenanshebung in Albanien. Wie der Korrespondent der „Wiener Reuen Fr. Presse" IN Durazzo seinem Blatte meldet, wird die albanische Regierung in drei Monaten mit der Rckrutenaushebung beginnen. Man glaubt, daß die Aushebung aui keinerlei Schwierigkeiten stoben wird. E» vcrlau- - Okarben. - bei Karl Böcher. Redner: Landtagsabgeordneter Dr. v. H e l m o I t. Samstag, den 21. März, abends Yß Uhr, in - Hochtoeisel. - Redner: Hirsche!»Friedberg Bereinigte Landwirte Nersammlung Freitag, de» 20. März, abends 8 Uhr, in - OberRosbach. - Redner: Ad. Hensel-Dortelweil. Landwirte! Gebt den fortgesetzten Machenschaften der Milchgrobhändler, den Milchpreis zu drücken, nicht nach, sondern haltet fest an Euren Preisen. Die Preisdrücker können nur dann Erfolg haben, wenn Einzelne nachgeben. Halten alle Landwirte fest, dann werden die Preisdrücker keinen Erfolg haben. Jut KmlrrillMiimIil. Achtung'. Jeder Arbeitgeber hat für 1—10 bei ihm beschäftigten Versicherten eine Stimme, für jede weitere angefangenc Zehn eine weitere Stimme. Beispielsweise für 12 Personen - 2 Stimmen, für 32 = 4 Stimmen, bis zu, Höchstzahl von 30 Stimmen. Dabei ist zu beachten, daß für jede Stimme ein Stimmzettel in einem gesonderten Umschlag abgegeben werden muß. Hat also ein Arbeitgeber fünf Stimmen, so muß er je einen Summ- zettel in füns Umschläge stecken und diese fünf Umschläge abgeben. Würde er einen Umschlag abgeben, in dem fünf gleiche Sttmmzettel enthalten sind, so würde nur eine Sttmme gezählt werden, würde der Umschlag mehrere Stimmzettel verschiedener Art enthalten, so sind sie überhaupt ungültig. Das ist wohl zu Beachten! Kund der fanbniirtf. Pfrriniiitf fantaiirtf. Jtyirküöfrlammlung )\\ Jjinuin in der „Concordi a" (am Paradeplatz) am Sonntog, dcv 22. März, nachmittags 3 Uhr. _ Tagesordnung: „Protest gegen die zwaugswen Heranziehung der landwirtschaftlichen Haussöhne zur Krankenkasse." Redner: Redakteur H i r I ch e l - Friedberg. Die Landwirte, die mit der geplanten Maßnahme n>w einverstanden find, werden gebeten, recht zahlreich 1" c ~ scheinen. Nr. 67 Seite 1 9)eae lag«^«tt»»g. Feeitag. ven 2». Mär, 191t. Aus der Heimat. * Friedbcrg, 20. März. Die Beratungsstunden der Großh. Zentrale fiir Mutter- und Säuglingssürsorge in Hessen finden in jeder Woche ani Mittwoch von 1A3— y Solovortrag: „Zu Straf,bürg aus der langen Brück" (Ter Deserteur). Dem Dirigenten gebührt besondere Anerkennung, gab er uns doch auch eine wohlgelungene eigene Komposition: „Volkers Nachtgesang" zu Gehör, eine Arbeit, die von großem Talent zeugt und Herrn Kuhn hoffentlich veranlassen wird, auf dein betretenen Wege erfolgreich weiter zu schreiten. Den Fried- berger Herren allesamt aber sei herzlich gedankt fiir ihre uneigennützige Tätigkeit zuni Besten unserer freiwilligen Sani- tätskolone und für die gcnußreicl>en Stunde», dis sie uns bereitet haben. * Friedberg, 20. März. Dieser Tage wurde auf dem Bahn- bof Astenheim ein leerer Wagen vom Sturm fortgetrieben und lief einem von Erbstadt-Kaichen kommenden Personenzug entgegen. Der Wagen entgleiste und siel um und sperrte das Gleise. Verletzt wurde niemand. Di« Störung war in einigen Stunden beseitigt. * Obcr-Rosbach, 20. März. Eine überaus langwierige Gemcinderatsßtzung wurde gestern wegen Vergebung der niederen Gemeindeämter abgehalte». Allein die Gehaltsfrage des Fcldschlltzcn nahm den hohen Rat zirka 2 Stunden in Anspruch. Es wurden solgendc Beschlüsse gefaßt: Die eine Nachtwächterstelle soll infolge Ablehnung des bisherigen Nachtwächters wegen zu hohe» Alters neu beseht werden, ebenso die Reinigung der l. und 3. Schule. Für den Schwcinehirtendienst werden 200 Mark, sü- Straßenreinigung 35 Mark und das Orgclbalgtretc» 30 Mark festgesetzt. Das Reinigen der Schul- iäle nebst Fortbildungsschule wird fiir ,30 Mark vergeben, die 2. Rachtwächtcrstelle sür ,20 Mark. Aus ,80 Mark wird der Gehalt des Faselwärters bemessen, derjenige des Feldjchlltzen aus 033 Mark mit der Bedingung, daß die Nebeneinnahmen von Wicsewäffcrn, Schußgeld und Eteinmessen einem zweiten anzustellcndcn Schütz später zugewiesen wird. Brunnenwärter | Roßbach erhält 5 Mark, Polizeidiener Warner 30 Mark, Gerätewart Marz 10 Mark Zulage. Für den Eänsehirtendienst stnd 2,3 Mark ausgeworfen worden. Damit find, bis auf zwei Posten, die Gemeindeämter wieder in den bisherigen Händen geblieben und kann somit der Gemeindewagen, welcher an ein- zclncn nötigen Stellen etwas besser geschmiert worden ist, so ziemlich im alten Gleise dem neuen Etatsjahr entgegenfahren. * Nieder Weisel, 20. Mürz. Nächsten Sonntag feiern die Eheleute Samuel Krämer-Nieder-Weisel das Fest der goldenen Hochzeit. * Ließen. 20. März. Es ist so vieljoch der Wunsch ausgesprochen worden, es möchte die reizende Aufführung von „Altheidelberg" im hicstgen Stadttheater nochmals wiederholt werden, sodaß die Direktion sich cntschlosic» hat, dieses Stück am nächsten Sonntag Nachmittag statt der angekündigten „Schmct Icrlingsschlacht" zu geben. Die Vorstellung von ..Aliheidcl- berg" findet bei Volkspreisen statt. — Am Sonntag Abend findet die vierte Aufführung der jo überaus beliebten Eesangs- poffe „Wie einst im Mai" statt. Der Kaüenerfolg dieses Werkes ist der größte, den bis jetzt ein Stück dieses Genres in Gießen zu verzeichnen hatte und allgemein wird bedauert, daß der Schluß der Spielzeit bald weitere Wiederholungen unmöglich macht. * Alsscld, 19. März. Hier wurde am Samstag voriger Woche — vielfachen im Anschluß an die 50jäl>rigc Jubiläumsfeier der Alsielder Realschule in 1911 zutage getretenen Wünschen entsprechend — ein „Alsfeldcr Oberreolschulverein" gegründet. Sein Zweck ist, durch Verrnstaltung von Zusom- inenkünften den jeweils noch lebenden Angehörigen der ehemaligen Realschule sowie de» ehemaligen Angehörigen der nunmehrigen Oberrealschulc in regelmäßig wiederkchrendcn Zwischenräumen ein gemeinsames Wiedersehen zu ermöglichen. Zugleich soll der' Verein der Pflege der Beziehungen zwischen der Schule und ihren eheiualige» Schülern dienen. Dementsprechend lvar das Lehrerkollegium der Anstalt bei der Vereiusgründuug beteiligt. Vorsitzender wurde Herr Fabrikdirektor Gustav Ranispeck 17. Der Verein hält jährlich eine Versanunlung ab, zu der die in Alsfeld und nächster Umgebung wohnenden Mitglieder öffentlich eingeladen werden. Me fünf Jahre hält er eine größere Feier ab, zu der tllc Vereinsmitglieder Einladung erhalten (erstmalig 1916). Mindesi-Jahresbcitrag 50 Pfennig, höhere Jahresbeiträge sind willkommen. (Zu senden an den Rechner C. C. Waldeck.) * Frankfurt «. M.. 20. März. Die Erösfnungskammer der Strafkammer hat beschlossen, den unter der Beschuldigung, seine Frau in Philadelphia ermordet zu haben, in Haft befindlichen Italiener Pallantrini aus Ersuchen der Behörde in Philadelphia nach Amerika auszuliesern. Ein amerikanischer Beamter ist bereits in Frankfurt eingetrosfen, um den Transport Pallantrinis nach Philadelphia zu übernehmen. * Frankfurt a. M., 20. März. In der Offenbacher Landstraße sprang der Witwer Deimling von einem fahren- den Straßenbahnwagen. Er stürzte und erlitt einen Schädelbruch, dem er nach kurzer Zeit erlag. * Frankfurt a. M-, 20. März. Seit einer Woche haben sich in der Stadt die Selbstmorde so gehäuft, daß ihre Zahl den gewöhnlichen Durchschnitt bei weitem übersteigt. Durch Lysol endete ein junges Mädchen, ein 85jähriger Greis erschoß sich, in der Nibelungen-Allee machte ein ftemder Mühle,ibesrtzer aus Sorgen uni geschäftliche Verluste seinem Leben durch einen Schuß ein Ende. Ein Tapezierer erhängte sich gestern aus Lebensüberdruß: heute ftüh endete auf die gleiche Weise ein Gastwirt in Dackenheim, der sich einiger Verfehlungen schuldig gemacht hatte. * Frankfurt n. M., 20. März. Der lang andauernd« ungewöhnlich Hobe Wasscrstand des Mains verhindert einen regelrechten Abfluß der Nebenflüsse. Infolgedessen führen diese fortgesetzt noch große Wassermengen über die Uferränder in die Talebene, sodaß von einem Nachlassen der Uebcr- schwcmmungen, besonders im Niddatal, vorerst nicht die Rede fein kann. Erst wen die Mainspiegcl sinkt, werden im Niddatal bessere Verhältnisse eintreten. Am schlimmsten sieht es bei Harheim aus, das seit 20 Tagen nach drei Seiten von jedem Verkehr obgeschnitten ist. Wenn nicht bald das Wasser aus den Niederungen verschwindet, dürften die ganzen Winterfruchtbestellungen verloren sein. Auch aus den Taunustälern werden schwere Ueberschweminungen gemeldet, die erheblichen Schaden anrichten. Hrllen-Nasiau. * Bob Homburg, 20. März. Beim Abspringen von einem Straßenbahnwagen erlitt eine Frau aus der Station Bonames erhebliche Verletzungen an den Beinen. * Stierstadt, 20. März. Zum 29. Male benutzte der Anstreicher Heinrich Heilhecker die günstige Gelegenheit, seine lieben Mitmenschen um Geldbeträge zu bestehlen. Er wird nun trotz seiner jungen Jahre zum 29. Male vor dem Strafrichter erscheinen müssen. * Grieshrim a. M., 20. März. Eine seit Jahren schwer nervenleidende Frau Pleiderer machte ihren Schmerzen durch Erhängen ein Ende. Todes-Anzrige. Verwandten, Freunden und Bekannten teilen wir tiefbetrübt mit, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat meinen lieben und treubesorgten Gatten, un eren lieben Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Hm» Konrad Brücke! II. im 47. Lebensjahre, heute Morgen um 11 Uhr nach langem und schwerem aber in Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen. Pohl Göns, den 19. März 1914. Um stille Teilnahme bittet Iw Rivm to tikfimmdtn Silltekbliebtlien: K-th- Brück.l geb. Brllckel. Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. März, nachmittag, um 2 Uhr statt. CelegtnhMails. ,L-Drillmaschinen 2 m breit 1 d0. 1.76 m breit 1 gebr. 2‘/t m Streubreite gibt billig ab Wilhelm Kiiilltt. Friedberg >. H- Feines Franlfurter Möbelgeschäft sucht für Mainz und Umgegend einen der tüchtiger VerkSufee ist, gegen Gehalt und Provision. Für Beamte als Rebenbefchästiguna sehr lohnend. Offerten unter 1064 cm dle Erp. du Neuen Tageszeit«»!.' 7 * * Flörsheim, 20. März. Die Erncuerungskosten der katboliichen Kirche stellen sich auf 20 000 — , wovon bereit? der größte Teil durch Sammlungen und sonstige Beiträge aufgebracht wurde. Zur Bestreiiung der Restschulden beschloß der Kirchenvorstaud eine Erbübimg der Kirchensteuern von 12 aus 16 Prozent für da? Rechnungsjahr 1911. * Wicsbadc», 20. März. Ter liier geborene -8jährige Kanfniann Kar! A. Menz stahl in Frankfurt seiner Logis Wirtin eine goldene Uhr und erpreßte von ihr, indem er fr mit Erichießen bedrohte, nach und nak 80 M. Er wurde verhaftet. * Wcilmünster, 20 März. Einer armen Fra», die ein Paket selbstgestrickter Strümpfe einem Wcilburger Gesch-ist zur Abnabme überbringen wollte, wurden auf deni Babnhof die Strümpfe von einem Unbekannten gestoblen. der sie da»:: in der Umgegend verkaufte. Tie Fra» erleidet einen schwerer Verlust. Neueste und Drahtnachrichten. Schisssuntrrgang. — 50 Personen ertrunken! Venedig, 20. März. Ein italtenisches Torpedoboot stieß nach einer Meldung aus Venedig mit einem kleinen vor Lido kommenden Passagierdampfer zusammen, der fofor. sank. Nur wenige Personen konnten gerettet werden: nege, 50 ertranken, darunter der russische Dizekonsul Nerkenski. Venedig, 20. März. Um 1 Ubr nacht? waren bereit? über 20 Leichen geborgen. An der Rctlimgsaktion beteiligten sich die Mannschaft der kaiserlichen Rächt „Hohenzollern" und das Kriegsschiff „Gäben." Unter den Gereltelcn befinden sich auch zwei Berliner, ein Herr Nenmann und ein Herr Kar Walz. Schuld an dem Unglück trägt der Kapitän de Dampfers, Daporctlo, der achtlos dem Kur-? des Torpedo bootes folgte. Infolge des stürmischen Wetter? hielten lick die meisten Passagiere in den Kajüten auf. Tie? isi auch der Grund, weshalb so viele Personen ihr Leben einbüßen nmßten. Glimpflicher Flikgernbstnrz. Höchst n. M., 20. März. In der Nähe von Edders- beim sftirzte gestern ein mit zwei Flugschülern besetzter Mili tärflugapparat aus beträchtlicher Höbe ab. Der Untcrofti zier sprang aus einer Höhe von 20 Meter zur Erde und blieb unverletzt. Auch ein mitfliegender Soldat kam ohne Ver letzungen davon. Gelandete Mädchcnlciche. .:. Frankfurt a. M., 20. März. Gestern wurde unter, halb bei Staffel, Kreis Limburg, in der Lahn eine völlig nackte weibliche Leiche gelandet. Es bandelt sich um ein etwa 18 bis 20 Jahre altes Mädchen, dessen Identität nock, nicht festgestellt werden konnte. Die Leiche trug nur Schube und Strümpfe und war ohne jedes Kopfhaar. Rote und blaue Flecken am Halse werden als Strangulationsmerk,nale gedeutet. Die Leiche muß bereits längere Zeit im Wasser gelegen haben. Sie ist infolge des Hochwassers abgetrieben worden. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung ein- geleite. Vereinigt« Stadttheater Frantturt a. M Schauspielhaus. Samstag, den 21. März, abends 8 Uhr: „Emilia Ealotti". 2t. Vorstellung im Samstag-Abonn. Gew. Preise. Spirlplan des Stadttheaters in Gießen. Samstag, den 21. März, abends halb 9 Ubr: „Eesellschafts- abend mit buntem Programm". Heu und Steohmarkt zu Franksurt. Heu kostete 2,80 3,20 Angefahren waren 7 Wagen Heu. Zufuhren aus den Kreisen Dieburg, Hanau und Oberhcssen. Geschäft ruhig Frankfurter Wetterbericht. Boraussagc: Wolkig, meist trocken, Nachts rühler, südwestlich« Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirfcbel, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl S ch m i d t. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages zeitung", A.-G., Friedberg i. H. Holjversteigerrmg Montag, den 23. Marz l. I«. kommt im Eemeiudewald ber-Rosbach Distrikt Loosholzschlag. Johannesheck und Alterousch ^1 "Eiche'Slamm von ^4.2 ^cm Durchmesser und 10 Meter Läng« = 1,39 im. Inhalt. 10 Rm Buche-Scheiter, 64 Rm. Eiche-Scheller, 240 Rm. Buche. Knüppel, 8 m Erle-Knüppel, 5 Rm. Kiesern-Knuppel, 24 Rnu Buche-Stocke, 930 Buche-Wellen. 1487 Eiche-Wellen. Die Zusammenkunft ist vormittags 9»/. Uhr am Steinbruch tter dem Salzberg. Ober-R-sbach. den 19. März 1914. , Erobh. Burgermelsterei Ober-Rosbach Dieffenbach.____ Prima gemästete» KMleijch ä Pfund 70 Pfg. empfiehlt 14. Grönin^er, Friedbrrg. llsagest« 2». Zwei leichte, säst neue Pferdegelchirre mit Artilleiie-Kummet preiswert zu verkaufen H. Kracti, Gckftabt. Einen guteihallenen CV> zu verlausen. K. Krack, vckSadt. Nr. 87 Neue Tageszeitung. Freitag, den 20. Mär, 1311 Arbchedkl tt. Urrjichrrtk! liif jiir Klliiikkiiküiseii-Bchl!! Warum sollt Ihr wählen? Weil Ihr Euch Einfluß auf die Verwaltung der Kaffe sichern müßt. Weil Ihr mitreden müßt bei der Beratung der Satzungen, der Bestinimung der Beiträge, Festsetzung der Leistungen, der Wahl des Vorstandes. Wer mitzahlt, soll auch mitredenI Ihr dürft die ganze Verwaltung nicht einer Partei überlassen. Wer wählt? Wahlberechtigt sind alle volljährigen Arbeitgeber der Kasse, die Versicherte beschäftigen, also auch Dienst. Herrschaften, die Dienstboten, Handwerksmeister, die Lehrlinge beschäftigen. Wahlberechtigt sind auch Bürgermeister für ihre Gemeinden als Arbeitgeber der bei der Gemeinde Angestellten und Arbeiter: Amtsvorstände für ihre Angestellten und Arbeiter, soweit diese versichert sind. Diese Arbeitgeber sollen auch für sich noch einmal wählen, wenn sie für sich Versicherte beschäftigen. Wahlberechtigt sind alle volljährig Versichrrten. Wann wird gewählt? Tic Arbeitgeber wählen Sonntag, den 22. März, von nachm. 18—27* Uhr. Tie Versicherten wählen Sonntag, den 22. März, von 3—6 Uhr. Wo wird gewählt? In den in den Zeitungen angegebenen Orten und Wahllokalen. Wen wählen wir? Die Arbcitgcbcr der au8 ollen Berufen und bürgerlichen Parteien ausgestellten Wählerliste I, die mit dem Namen Theodor Mörschel, Frirdberg, beginnt. Die Versicherten, die nichtsozialdemokratischc Liste I, die ebenfalls allen bürgerlichen Parteien entnommen ist und mit dem Namen Herget-Vilbel, beginnt. Selbstverständlich können Arbeitgeber nur die „Arbeit- gebcrliste" und Arbeitnehmer nur die „Versicherten- liste" abgeben. Wie wählen wir? Geheim mittels Stimmzettel, die in abgestempeltc Kuverts gelegt werden. Die Kuverts sind im Wahl- lokal zu haben. Als Stimmzettel muß die ganze Liste unverändert abgegeben werden. Streichungen, Acndcrungcn, machen den Zettel ungiltig. Jeder Arbeitgeber hat für 1—10 beschäftigte 58er- sicherte eine Stimme, für jedes weitere angefangene zehn eine weitere Stimme, bis zum Höchstbetrage von 30 Stimmen. Die Versicherten haben je eine Stimme. Für die Arbeitgeber empfiehlt sich, als Ausweis die letzte Quittung der Beiträge, vom Monat Februar oder Januar mitzubringen, für die Versicherten die vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung, daß er noch in Arbeit steht. Diese Formulare sind von der Kasic oder den Untererhcbern kostenlos zu haben. Alle Man»» an Bord! Keiner fehle, denn es entscheidet nicht die einfache Stimmen »nehrheit, sondern die Verhältniswahl! Je wehr Stimmen unsere Listen haben, desto »nchr Sitze haben wir im Ausschntz! Sfil Bilanz der Mitteldeutschen Creditbank per 31. Dezember 1913. Aktiva. Nicht eingezahltes Aktienkapital Kasse, fiemde Eeldsorten und Coupons Guthaben bei Noten- und Abrechnung?- (Clearing-) Banken Wechsel und unversinsliche Schatzanweisungen Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüße a. Waren und Warcnver chiffungen Eigene Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Baukfirmen Debitoren in lausender Rechnung ->) gedeckte Mk, 110,692,314.22 davon durch börsengängige Wertpapiere gedeckt Mk. 72,234,935.43 d) ungedeckte Mk. 26,"14,653.27 außerdem Aval- und Bürgschaitsdevitoren Mk. 9,390,400.59 Uebergangsposten unserer Niederlassungen untereinander Bankgebäude Sonstige Immobilien Mobiliar Mk. »(■ 5,277,621 19 3,761,042 85 40,772,899 11 6,629,235 86 24,828,649 51’ 3,510,057 4 13,5:15,620 19 11,263,066 31 2,469,482 40 137,607,197 49 308,390 83 8,074,416 6 591,701 66 87,176 64 Paaalia, Aktienkapital Reserven Kreditoren Akzepte und Scheck» außerdem Aval- und BürglchaftsVerpflichtungen Mk. 9,890,400.59 Unerhobene Dividenden Reingewinn des Jahres 1913 Mk. 4,872,880.21 Dortrag aus dem Jahre 1912 „ 66,573.88 258,716,557 (98 Kewinn- und Verlust-Rechnung per 31. Dezember 1913. Mk. • 60,000,000 L 9,156,72s ->i 130,770,311 " 54,042,921 7,342 4,739,254 258,716,557 je#. Unkosten a) Gehälter und Eeichästsspesen d) Tantiemen der Filiatdireltoren, der Prokuristen rn) der Vorsteher der Wechselstuben, sowie Gratifikationen on die Beamten c) Steuern Beiträge zum Beamlenversicherungsverein des Deutschen Bank- und Bankiecgewcrbes und zur Pensions- ka»e der Bank Abschreibungen auf Immobilien aus Debitoren in laufender Rechnung Reingewinn Verteilung: außerordentliche Abschreibung auf Mobiliar Rückstellung für Wehrbeinag 6*/,"/<, Dividende auf 60,0u0,000 Tantiemen an Auisichtsrat und Dorstand Vortrag auf neue Rechnung Mk. Jf. 2,820,276 fr 580,833 50 437,881 69 101,196 04 35,185 75 167,246 70 87,175 64 116,000 3,900,000 567,857 1. 68,221 28 8,861,873 93 Gewinn-Vortrag aus 1912 Gewinn aus Zinien sowie au» deutschen und sremden Wechseln Gewinn aus Provisionen Gewinn aus Wertpapieren und Konsortialbeteiligungen Gewinn aus dauemben Beteiligungen bei Banken und Bankfirmen Kleine Gewinne und Mieteinnahmen In der heute abgehaltenen 59, ordentlichen Generalversammlung unserer Aktonäre wurde die Dividende für das Eeschästi jahr 1913 aus 6'/-"/« festgesetzt. Der Dividendenschein sür 1913 kommt mit M. 19.50 für jede Aktie zu M. 300 „ 78.— „ „ „ „ 1300 zur Auszahlung. Die Einlösung der Dividendenschein« erfolgt von heute ab: in Frankfurt a. Kl., Kerlin, Kaden-Kaden, Esfrn-Kntzr, Fürth, «letze», Kana«, Kannovev, Mal»,. Mnnch» Nürnberg und Wiesbaden der unseren Niederlassungen, sowie bei unseren Depositentassen Und Wechselstuben in Frirdberg ,. fl., Höchst a. zu., Marburg a. d. £., Gstcnbach a. M und Metzlar und unseren Agenturen in Küdingen und Kutzbach an unseren Kasten vormittags zwischen 9 und 11 Uhr, in Hamburg bei der Firma M. M. Marburg & Co, in Hripiig bei der Allgemeinen Drntfchen Credit-Anstai» (Abtheilung Kecker & Co ), in Meiningen und Gotha bei ber Kank für Thüringen vormal, K. M. Ktrupp Aktiengeleltschatt. in München bei den Firmen H. Aufhünler und Moritz Schulmann, in Stuttgart bei den Firmen Dorrtenbach & Cie. ©. m b. H., in Tübingen und Hechingen bei der Kankrommandite Siegmund Weil. Die Dioidcndenscheine sind aus der Rückseite mit dem Firmenstempel »der dem Namen des Einreichenden zu versehen. Frankfurt a. M.> den 18. März 1914. Dev Vorstand der Mitteldeutschen Creditbank. Siebert. Foemeuthal. 9e. Katzenellenbogeu. Woiumlen. Beinhart. vr. Weber. Erklärung. Gegen unseren Willen und durch irrtümliche Darstellung der Verhältnisse ist unser Name auf die Arbeitgcbervor- schlagslistc gekommen, welche die Namen der Herren Oppenheimer-Butzbach, Scheibel-Ober-Mörlen, Nehl-Rodheim, Lux- Nicdcr-Florstadtz Schackeh, Juderslcbcn und Jordis-Fried- lerg enthält. Wir bitten die Herren Arbeitgeber ganz dringend, von unserer Wahl zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskranken- lasse für den Kreis Friedberg Abstand zu nehmen. Friedrich Tröster, Griedel Karl Rullmann, Rodheim v. d. H. Georg Harz, Butzbach Heinrich Steinhäußer HI-, Butzbach Karl Moscherosch, Rodheim v. d. H. Heinrich Jaeobi, Nieder-Rosbach Philipp Corvinus, Friedberg Philipp Cuntz, Ober-Nosbach Georg Csselborn, Vilbel Friedrich Sauer, Griedel Jakob Hch. Kranogrill, Nieder-Weisel Erklärung. Wie ich erfahren habe, befindet sich mein Name ans der für die Krankcnkasscnwahl vorgeschlagcncn Liste H der Ar> bcitgcbcr. Ich crklärr, daß ich höflich, aber bestimmt, gebeten habe, von meiner Ausstellung Abstand zu nehmen, da ich als Geschäftsmann, der sich viel aus Reisen befindet, keinerlei Zeit zur Ausübung eines solchen Amtes habK R o d h e i m v. d. H., 13. März 1814. Lildlvig Maier. Ersuche höslichst von meiner Wahl als Arbeitgeber sür die Ausschußwahlcn zur Ortskrankcnkassc Abstand zu nehmen. G r o ß - K a r b e n , den 17. März 1914. Max Grünebaum. Geschäfts-Verlegung. Von Montag, den 23. d. Mts. befindet sich mein Geschäft WM" Haingraben 10 Telefon 484 Hochachtend Franz Ernst, Fricdberg. ff. Maßschneiderei für Herren-Gardrroben n»d Damen-Costiimr». Holzverfteigeruug. Montag, den 23. Mär; I. Is., vormittags 10 KW anfangend kommt in dem Gemeindewald Wölfersheim (Hiiino wald) nachstehendes Holz zur Berfieigerung: 15 Stück Eichen-Etämme — 3,22 Fstm. 100 „ Fichten = 23,48 Fstm. 119 „ Fichten-Derbstangen — 6,89 Fstm. 199 Rm. Buchen-Scheit 503 Rm, Buchen-Reisig 5 „ Eichen- u. Eschen-Scheit 129 „ Eichen-Reisig 159 „ Buchen-u.Eichen-Knüppel 42 „ Buchen-Stöcke 6 Eichen- und Eschen-Knllppel , . Dienstag, den 24. März, vormittags 10 Uhr anfaiigtw im neuen Wald kommt zur Versteigerung. 6 Stuck Eichen-Stämme — 0,80 Fstm. 66 „ Fichten- u. Weißtannen-Stämme = 18,42 Fstm. 65 „ Kiefern-Stämme — 24,52 Fstm. 47 „ Fichten- und Weißtannen-Derbstangen — 2,86 Fstm. 28 Rm. Kiefern-Schcit 150 Rm. Eichen-Reisig 4 „ Eichen-Knüppel 140 „ Kiescrn-Reisig 42 „ Fichten- u. Kiefern-Knüppel 18,6 Rm. Kiesem Stöcke Zusammenkunft am 23. März im Hinterwald beim FormM^ Zusammenkunft am 24. März am Eingang des Waldes v»" der Kreirstraße nach Wohnbach aus. . m An beiden Tagen beginnt die Berfteigcrung zuerst mit Bauholz. Wölsersheim, den 16. März 1914. Erohherzogliche Bürgermeisterei Wölsersheim. H o fm a n n. _____ __ Ein sprungsähiger a:igc!ö:>ct Bulle Simmentaler Kreuzung. 1«M°n^ alt, sehr schön gebaut sreh^ ö verkaufen bei Saatkartoffel. Ella 1. Nachbau o. einer nordd. Saat, großartig im Stand ». Ertrag gewesen ca. 70 Ecntner, pro Etr. 2.75 Mk. ab Hos ohne Säcke hat abzugeben Schneider in Bruchenbrücken Kr..Kriedbera. Hermann Cdelma««- Land- und Gastwirt, Fa.«er Beilage zu r „Neuen Tage szeitung." Nr. 07 | _ Freitag, den 20. Mar; 1914. _ | 7. Hahrg.mg Gedenktage. 21!. Mär;. 1822 K. Braun, Parlamentarier, geb., Nassau. — 1878 Fürst Heinrich XXIV., Neust ältere Linie, geb. — 1890 Rücktritt Bismarcks. — 1894 Annahme des deutschrussischen Handelsvertrages. — 1905 Minister Freiherr von Hammerstein f. Aus dem lieg, ßandtag. Zweite Kammer. Nachmittagssitzung. Zn der Nachmittagssitzung vom Mittwoch nimmt Abz. Al i e q a n d (Zir.) Stellung gegen die Kritik des Abg. Dr. Osann, dost das Kreisamt Heppenheim den Eemeindebeamten die Agitation an den Bürgermeisterwahlen verboten habe. Dieser Schritt war notwendig, um die grobe Unsitte des Freibier» und das Freiesten zu beseitigen. Er tritt dann sür eine bester« Ausgestaltung des Fernsprechwcsens auf dem Lande ein und wünscht eine bestcrr Unterstützung des Wohnungswesens, indem man die gemeinnützigen Bau-Eesellschaslen nicht gegenüber den Kreisoerbänden zurückstehen laste. Endlich stellte er noch sest, datz die Kost der Sandbacher Heilstätte gut und ausreichend war. Zu Klage sei kein Anlaß gegeben, wenn auch manchmal nicht alles so ausialle, wie gewünscht. Di« Agitation sei von den Rädelsführern der Sozialdemokratie (ob durch Zufall?) angeregt worden. Abg. Bach (Natl.) kommt aus seine Aussührungen über die Gründung des kath. Lchrervereins, und die Kritik der Abg. Molthan und Uebel hierzu zurück und nimmt den Ausdruck, den er in seine» erregten Stimmung gebraucht habe, zurück. Er weist dann noch die Angrisfe des Abg. Korell-Angenrod aus die freie Vereinigung der Hess. Nationalliberalen zurück. Abg. Uebel (Ztr.) ist von der loyalen Erklärung de» Abg. Bach betr. die Gründung des kath. Lehrervereins befrie- tigt. Die Regierung möge weiter dasür sorgen, daß di« Bestimmungen der Landgemeindeordnung betr. die Bezahlung der Gcmeindcbcamten, wie Feldschützen, Gemeindediener, bester beachtet werden, da einzelne dieser Beamten noch jämmerlich bezahlt weiden. — Er verurteilt dann in scharfer Weise die Auswüchse der Wandervögel und de» Zungdeutschlandbundes und der nächtlichen Kriegsspiel«, an der manchmal auch junge Mädchen teilnehmen sollen. Die Regierung möge hier «intre- len und dasür sorgen, daß vor Allem die religiösen Pflichten und Gefühle nicht vernachlässigt werden. — Er geht dann in scharfer Weise gegen den Abg. Busold vor, der in seinen letzten Reden das Zentrum „totgeschlagen" habe, e» werde aber trotzdem unter seinen Führern, auf die man stolz sei, weiter blühen: hier liege der Vergleich nah«: wenn der Mop» den Mond anbellt: auch stehe e» Busold schlecht, wenn er stch dazu ausspiele, die Bauern zu belehren, denn das sogen. Erfurter sozialdemokratische Programm bestehe doch in der Entziehung de» Privateigentum». Zn großen landwirtschaftlichen Fragen habe die Sozialdemokratie ster, versagt. Seit langen Jahren habe die Sozialdemokratie gegen alle Gesetze gestimmt, welche den Klein- bcfitz und den Landwirt zu schützen geschaffen wurden. Zn seiner Agitation möge der Abg. Busold doch den Bauern einmal vorlesen, was die eigene sozialdemokratisch« Prest« alles über den Bauernstand schreibt. — Er wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Adelung, der sich gegen die Zollgesetzgebung ausgesprochen habe. Tatsache sei, daß seit der Zollgesetzgebung der Großdcsitz abnehme, der Kleinbcsitz wachse. Auch sei es kein Zweifel, daß der Getreidebau geschützt sei. Der Beweis, daß die Berteuerung der Lebensmittel durch die Zölle verursacht sei, wäre bi» jetzt nicht erbracht. Die Lebenshaltung fei teurer geworden, weil sie auch bester geworden sei. — Man werde nicht leugnen können, daß auch in den Arbeiterkreijen seit Jahren von einem Arbeiterelend nicht mehr gesprochen werden könne. — Nicht zu vergesten sei, was die Landwirtschaft sür die soziale Gesetzgebung auszubringen habe und wie die Arbeiterlöhne gestiegen seien, Man habe daher keine Veran- lastung, gegen die Schutzzölle aufzutreten. — Die Landwirtschaft bilde die Grundlage der Deutschen Nation und werden seine Freunde voll und ganz für alle Forderungen derjelben eintreten. « Minister de» Innern v. Hombergk stellt sest, daß die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten Eißnert keine Bersastungswidrigkeit darstelle. Die Wünsche des Abg. Bleidenbach betr. der Universität und der Landgestütsstationen werde man nach Möglichkeit unterstützen. — Die weitere Ausbreitung de» Fernsprechwcsens werde man gern unterstützen, zudem von der Post noch weitere Nachgaben zu erreichen seien. — Die Frage der Regelung der Gehälter der Eemcindebeam- ten werde von der Regierung im Auge behalten, die Kreisämter seien entsprechend instruiert. — Bon Auswüchsen in der Zugendpsleg« habe die Regierung Bedenkliches gehört, bei keinen Bildungen sei dies nicht zu vermeiden, doch habe man leinen direkten Einfluß auf dies« Einrichtungen. Nach weitere» Bemerkungen der Abgg. Joutz (parteilos) und Lang (Natl.) wird die Verhandlung auf Donnerstag stütz vertagt. jlrenlnlcher Kandtag. Abgeordnetenhaus. Am Donnerstag setzte das Haus die Beratung des Eisenbahn-Etats fort. Abg. Witt rock (Fortjchr.) wünschte eine Erweiterung der Bahnhossanlagen in Flensburg. Ministerialdirektor Dorn er teilte mit, daß der Bcrjchie- bebahnhof bereits offiziell genehmigt sei. Die Abgg. Dr. L i e p m a n n (Ntl.) und T r a u b (Frisch.) sprachen sich gegen die Erweiterung des Rangierbahnhoss Tem pelhof in die südliche Vororte aus. Abg. Dr. Wagner (sreikons.) wünschte neue Eisenbahn- Haltestellen in Breslau, Abg. Wenke (Fortjchr.) einen Tun nelbau in Hirschberg. Für eine Verdrsterung der Bahnhossanlage» in Görlitz sprach Abg. Haase (Fortjchr I, in Wilhelmshöhe Abg. Heins (Hojp. d. Kons.), in Graudenz Abg. v. E o n r a d - Fronza (stcikons.). Aehnliche lokale Wünsche äußerten die Abgg. Marx (Z>, Eickhoff (Fortjchr ), Dr. E r « m e r, Dr. W c n d l a n d, sowie Wo l s f - Biebrich (Natl.) und Wohlfahrt (Natl.). Minister v. Breitenbach erwiderte dem Abg. Oeser (Fortjchr.), daß die Verwaltung aus die wirtschaftlichen Bedürfniste der Stadt Frankfurt a. M. weitgehendste Rücksicht genommen habe. Er müste deshalb die Vorwürfe des Abg. Oeser zurllckweisen. Abg. Thurm (Fortschr.) wünschte Verbesterungen in Forst i. L., Abg. Dr. Arendt (sreikons.) eine Ueberdachung des Bahnhofs in Eisleben, Abg. Dr. I r m e r (kons.) den Ausbau des Bahnhofs in Destau, Abg. Dr. Band (kons.j den Aus bau der Bahn bei Tobrilugk und Finsterwalde im Interesse der dortigen Industrie. Nach weiterer kurzer Debatte, an der sich die Abgg. Dr. v. Eampe (Natl.), Nehren (steikons.), Peter (Ztr.j, Gras Ziehung 8. April Los 1 Mark Ute 10 M Zu haben in allen Lotterie-Seschästen oder vom Landwirtschustl. Verein in Frankfurt (Main). — Wiederverkäufe«: erh. Rabatt. ^serlauaen Sie ausdrücklich l'ruiiUiiirttT Pferdelole. IVO fVHOiVtf/. Ein Sprung ins Ungeruisse ist cs roahrlich nicHt, wenn Sic statt Butter Dr. ScHlinck’s Palmona, die berühmte 9flanzen- < Butter-9Kargarine kaufen, denn Sie werden gar keinen ‘Unterschied merken — außer in Obrer fHaushaltungskasse. Mitli-Zickchbrik Gch-Kem empfiehlt ihre Tntckkitschnitzkl uni) Mlch-Wkrschnitzll m vorzüglichster Qualität billigst, j Zsx- Preisofferten und Muster aus gesl. Anstage. Wikntjihtt u. 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Zedlitz (freikonf.) zur Er- haltung des Bauernstandes und eines ähnlichen nationallibe- ralcn Antrages Boisly, ferner den nationallibcralen Anträgen auf Landarbeiteranficdlungen und Schaffung von Allmenden, Schaffung von klein- und mittclbäuerlichen Betrieben, Förderung der inneren Kolonisation, die zusammen 300 Millionen für diese Zwecke verlangen, und schließlich ein fortschrittlicher Antrag, der aus einmal 300 Millionen zur Förderung der inneren Kolonisation fordert. Landwirtschastsminister v. Schorlemer begründete den Entwurf, der schwerwiegende und weitgehende Bestimmungen bringe. Er solle in erster Linie der inneren Kolonisation diene». Es gelte, den unheilvoll wirkenden Eüterparzellanten einen Riegel vorzuschicben, der reelle Bermittler solle aber nicht getroffen werden. Der Entvölkerung des platte» Landes müsse durch Ansetzung von ländlichen Arbeitern und Vermehrung der bäuerlichen Stellen entgegengewirkt werden. Das Bcrkauisrecht stelle keinen Eingriff in das private Eigentum dar. Das gerade befürchtete Abg. Dr. v. Kries (konf.f, der die Bedenken seiner Freunde gegen manchen Punkt des Entwurfs zum Ausdruck brachte. So sei besonders auch das Rücktrittsrecht zu prüfen. Er schlug eine Kommission von 28 Mitgliedern vor und gab der Hoffnung Raum, daß sich eine Mehr- beit finden möge, um den Entwurf in annehmbarer Form Gesetzeskraft zu geben. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr: Fortsetzung. — Schluß halb 5 Uhr. Aus dein lielßlchk» Geuoffr'lOaftslvklkii. Die zur Abwicklung der laufenden Engagements der Landw. Genossenschaftsbank eingeleitetcn Maßnahmen nehmen ihren rüstigen Fortgang. In der Generalversammlung der Landw. Genossenschaftsbank vom 12. November v. I. wurde, wie bekannt, beschlossen, gegen die früheren Mitglieder des Auffichtsrats und Borstan- des Regreßanfprüchc wegen des durch den Borstand und Auffichtsrat verursachten Schadens zu erheben und durchzuführcn. Die Regreßansprüche erscheinen um so begründeter, als fich ergeben hat, daß der Auffichtsrat bereits im Jahre 1910 durch einen Revifionsbericht auf die Mißstände hingcwiefen worden ist, aber trotzdem für Abstellung der Mißstände nicht gesorgt hat. Nachdem die mit den früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats und Vorstandes gepflogenen, üblichen Verhandlungen zu keinem Erfolg geführt haben, ist nunmehr die von der Generalversammlung bcschlofiene Regreßklage eingereicht worden, zumal, da im Hinblick aus den Ablauf der Verjährung eine weitere Asschiebung der Zustellung der Klage nicht möglich war. Der Schaden, der der Landw. Genossenschaftsbank und hiermit den hessischen ländlichen Genofienschaften durch die frühere Geschäftsführung erwachsen ist, wird von sachverständiger Seite aus mindestens 8 Millionen Mark geschätzt. Im Interesse der Kostenersparnis und mit Rücksicht auf die Vermögensverhältnifie der Regreßpflichtigen ist die Klage zedoch nicht auf den vollen Schaden von 8 Millionen Mark, sondern nur aus einen Teilbetrag von 2 Millionen Mark erhoben worden. Selbstverständlich schließt die erhobene Klaxe nicht aus, daß man doch noch zu gütlichen Verständigung« kommt, falls sich die Mitglieder der früheren Aufsichtsrats und Vorstandes zu anqemcflenen Leistungen entschließen. Eine solche gütliche Einigung wäre selbstverständlich im Interesse unseres hessischen Genossenschaftswesens nur zu wünschen. Aus aller Welt. Die Unterschlagungen bei einer Banksirma. In der llil- terschlagungsafsäre bei dem Bankhaus von der Heydt, Kersten u. Söhne in Elberfeld, die bekanntlich im Juli vorigen Jahres aufgedeckt wurden, ist außer den bereits verhafteten drei Bankangestellten auf Vcranlasiung des Untersuchungsrichters auch der Bankbeamte Karl Affolderbach jetzt verhaftet worden. Wiederaufnahmeverfahren. Das Schwurgericht in Düsseldorf hatte am 27. November vorigen Jahres den 19jährigen Fabrikarbeiter Faßbender aus Neuß wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Auf Grund neuer Beweisumstände hatte der Verteidiger des Faßbender den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt, doch war dieser Antrag von der Strafkammer des Landgerichts abschlägig beschiedcn worden. Nunmehr hat das Düsieldorfer Landesgericht in dem Prozeß gegen Faßbender das Wiederaufnahmeverfahren ungeordnet. Raubanfall auf einen Kassierer. Der Kassierer einer Fabrik in Ezenstochau, der eine Summe von 20 000 Rubeln für die Auszahlung von Löhnen an Arbeiter bei sich trug und von mehreren Polizeibeamten begleitet war, wurde in der Nähe des Bahnhofs Aarai von sechs mit Mausergewchren bewaffneten Banditen angegriffen. Durch einen Bombenwurf wurde rin Polizeibeamter getötet und mehrere schwer verletzt. Al; Polizeimannfchaften auf dem Plane erschienen, ergriffen die Räuber die Flucht, ohne daß sie den Raub hatten ausfiihren können. Schrecklicher Tod. In der Nacht zum Montag wollte ein Eisenbahnangestellter die Schienen in der Nähe des Bahnhofes Elermont-Ferrand überschreiten, als er unglücklicherweise mit dem rechten Fuß in den Schienen stecken blieb. Trotz verzwei- selter Bemühungen gelang es nicht, sich aus seiner Lage zu befreien. Der Bedauernswerte stand qualvolle Minuten der Todesangst aus, da jeden Augenblick der Expreßzug Lyon—Bordeaux die Stelle passieren mußte. Die Defteiungsversuche waren erfolglos. Der Zug brauste heran. Der Körper wurde, schrecklich verstümmelt, von der Maschine 30 Meter weit fort» geschleudert. Hochstapeleien einer falschen Krankenschwester. In Hirsch- bcrg wurde eine Hochstaplcrin verhaftet, die es verstanden batte, einem Berliner Rentier während anderthalb Jahren größere Summen, insgesamt etwa 21 000 Mark aus der Tasche uz locken. Auch der Mann der Schwindlerin ist in Rochlitz i. S. unter dem Verdacht der Mittäterschaft scstgenommen worden. Ein sranzöfischer Aeropla« die Grenze überflogen. Das „Echo de Paris" gibt folgende Darstellung zu der Berliner Meldung, daß ein ftanzösischer Acroplan die Grenze unweit Velsort liderflogen haben soll: Am vergangenen Mittwoch nachmittag 4 Uhr überflog «in Militäräroplan, der von dem llnteroftizier Madon und einem Pionier gesteuert wurde, die Grerrze und führte über dem Elsaß in einer Höhe von etwa 1200 Meter Uebungsfahrten aus. Die Flieger hatten eine dichte Etehwolke zu passieren und aus dies« Weise gegen ihren Willen die Grenze passiert. Als sie ihren Irrtum erkannten, kehrten sie wieder um. Inzwischen haben die deutschen Behörden einen Bericht darüber abgefaßt, der nach Belsort weiter- gegeben wurde. Die beiden Aviatiker werden dieserhalb zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Konsnlsgattin als Ladenidebin. Die Gattin des früheren deutschen Konsuls in Boston Reincke wurde in Ncw- york unter der Beschuldigung, wertlose Kleinigkeiten fich angeeignet zu haben, verhaftet, doch gegen Bürgschaft entlasten. Es wird angenommen, daß die Dame an Kleptomanie leidet. Es ist nicht einerlei, womit die Schuhe behandelt weiden, denn auch an Schuhwerk kann man sparen. Manche durch schreiende Reklame empfohlene Schuhcremesorten sind minderwertig und für das Leder schädlich, darum sollte man beim ----- S eite 1 Einkauf nur das Beste wählen. Die länger alsH^" Kundenkreisen fich des besten Rufes erftenende Fabrik«'" Starcke, Melle i. Hann., liefert eine gute Schuhcreme r°nnt bester Qualität unter dem Namen „Diamantine" n (es Fabrikat erfreut sich großer Beliebtheit, denn es ist reines Wachspräparat. aus den feinsten Stoffen Hera st.m konserviert somit das Leder bestens und man erzielt dam , überraschend schnell einen prachtvollen Hochglanz. Außerde, liefert die Fabrik diese Diamantine auf Wunsch mit dem ,h patentamtlich geschützten Sparsieb. Durch das Sparsieb wir die größte Sparsamkeit beim Verbrauch erzielt und somit bittet Diamantine-Echuhcrem in jeder Beziehung Vorteile. " Kursbericht vom 19. März 1914 der Mitteldeutschen Creditbank Aktienkapital u. Reserven Ai. 70 000000 gegründet 1836. Frankfurter Börse. 4% Reichsanleihe 98.50'-, 3'/.'/. 8«.— „ 3'/o „ 77 50 „ 3 1 /« V» Preuß. Confols 86.10 „ 3*/o „ „ 77.50 „ 4°/- Hetzen 97.25 „ 3‘/i% „ 84.30 „ 3*/. ,, 74.30 „ 1 */»•/, Griechen v. 1890 54.80 „ 1*/,% Monopol-Griech. —.— 4*/, ’/t „ Eiiberrente 87.3) ’ 4“/ 0 Oefterr. Goldrente —„ 3„ Portugiesen Serie I 61.70 „ 3» . . Ul 64.70 „ 4 '/,*/, Rüsten ». 1905 97.80 „ 4 % „ „ 1902 90.— „ 4 '/«Administr. Türken — .— 4°/o Türken von 1903 —.— Türkenloos« !BL 168.60 „ 4 % Ungar. Goldrente 83.— „ 4 „ „ Kronenrente 82.30 . 3°/ 0 Buen.-Air. Pr. Anl. 64.'/, 4 '/,»/» Chinesen 8J.50 „ 4 '/>"/» Japaner 89.70 „ 3°/, Silber-Mexikaner 41.— 4 >/,/, Mex. Irrig, Anl. 67.90 ” Berliner Handels Ant. 161 65 „ Tarmstädt. Bank „ 123?/, „ Deutsche Bank „ 258.’/, „ Deutsch-Asiatische Bank 126 80 „ Diskonto Komm. Ant. 197.-«, Dresdner Bank Akt. 15s 25 ' Atitteld. Ereditb. Akt 123.-0 ' Oest. Creditanst. Akt. 20525 ' Bochumer Gußstahl „ 224 50 ' BuderuS E. > W. Act. 113.1g' Deutsch Luxemburg „ 13475 ‘ EschweUcr Sergio. „ 220 . 41 1 Gel eukirch. Berg,v.Akt. 19350 ' Harpcner Bergbau , 184 . 2 z ’ Phönix Bergb. „ 239.'/, ' Laurahüte „ 155 ._' Griesheim Elektron„ 269 — Höchst, Farbwerte „ 66825 Holzverkohtungs-Znd. 314,/z Rütgerswcrke „ 20280 Chem.Fabr. Albert, 450 — Allg. Etcklr. Ges. „ 247?/, Dtsch.Udersce G.G. „ 177.— ' Schuck. Elektr. Ges. „ 149.'/,' Siemens u. Halskr „ 217.— ‘ Steaua Momaua „ 147,— ' Zellstoff Waldhof „ -25.— * Hambg. Amt. Pal. „ 141 .'/,' Rordd. Lloyd „ 124 50 [ Oefterr.Staasbahn „ 155.25’ Lombarden „ — ' Baltimore u. Ohio „ 89.'/," Prioaldistoni „ 3?/„' Tendenz: behauptet Berliner Börse. Türkenlose M. —,— m Baltimore u. Ohio — Eanada Pacific Akt 211__„ Prince Henri E. B.Akt 160.— . Echantung E. B. Akt 142.— „ Berliner Handels Ant —.— Deutsche Bank Akt. 259.— . Disk. Kominandit Ant. 197.'/, Dresdner Bank Akt 158.— PetJntHandelsb.Akt 209.75 „ Rust.Banks.a.Hand. A. 172?/, . Allg.EletGesellsch. Alt 247.25 . London Atchison Topela Doll. 98.25 Southern Pacifik „ 17?/, Chicago Rock Ist. 4.50 MisfiKons. ».Tez.R. . 17.50 Union Pacific. „ 161.'/, U. S. Steel Common „ 55.56 Deutsch-Luxeinb. B.Akt. 134.'/, Dtjch-Übepee E. G. Akt. 1.8.75 ", Gelseukirchc» Äergir. . 1 .19 .'/, Harpener Bergbau Lkt 18425 ’ Hohenlohewerre Alt 123 — " Laurahütte Akt 154?/,, Oberschlesier E. Akt 84.'/, Phönix Bergbau Akt 239?/, " Rombacher Hütte „ 158.—„ Siemens u. HalskeAkt---, Privatdiskont 325 „ Tendenz: behauptet Bör>«. Amalgamated Copp. Doll. 77,'/. Ehartered Company Lftr. 0.83 Eaurand Propnelary „ 1.81 Goldftelds . 2.18 Rand Minss , 5.58 De Beers Conioltd „ 18.31 Die Depofitenlrasie Friedberg i. H. empfiehlt fich zur VBioiittluiix »Iler bankniässigcn Geschäfte. An- und Verlauf von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und provislonsfreier Schcck-Coati llmwechslung von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und verichlostenen Depots. Entgegennahme verzinslicher Svar-Cinlage». ^ ZUM Mugeiseil. Roman von M. Prigge-Brook. 51 sFortsetzung). „Sie sftrbt, wenn wir nickst das letzte Mittel versuchen und sie in eine Nervenheilanstalt geben." Roseinarics Gedanken irrten ab. Wenn Mary ging und gesund lvicderkäme, dann gehörte der Kleine nicht mehr ihr. Sie nahm ihn dann als ihr Eigentum in Anspruchs »nd bei der geringen Neigung, die zwifcherr den Schwägerinnen bc- siand, war nicht anzunehmen, dah sie den Jungen dann noch stündlich um sich hatte. Sie liebte dieses Kind fanatisch. Er war ihr mehr als ein geliebtes, kleines Kind. Als die Hoffnung des Hauses, den Erben der Firma, der sie ihr Leben geweiht, empfand sie für den Unmündigen eine an Anbetung grenzende Liebe. Sie konnte ihn nicht hergeben, um keinen Preis, auch nickst an feine Mutter. Wenn Mary fortging und wiederkam .....? Sie war mit ihren Gedanken noch nicht im Reinen, als der Doktor anfstand. „Sie willigen also ein, daß ich mit Fenchtwangen olles in die Wege leite?" Rosemarie kämpfte mit sich. Ihr guter Genius siegte. „Ich schreibe selbst an den Professor", beschied sie den alten Freund. „Ich sehe cs ein, es muß seinl" Die Abendpost beförderte einen Brief von Fräulein Rose- marie Sebald. Er war an Herrn Professor Feuchtwangen gerichtet und fragte an, ob er die Heilung feiner Schwägerin garantiere, falls sie in seine Anstalt übersicdele. Tie Antwort des Professor? ließ nicht auf sich warten. Er schrieb, daß er natürlich nicht für den Ausgang stehe, zu- mal ihn, die Fortschritte der Krankheit der jungen Frau nicht bekannt feien. Der Brief des Kollegen mache es ihm aber zur Pfticht, Fräulein Sebald aufmerksam zu machen, daß eine Heilanstalt die letzte Rettung sei. Was er gefürchtet. sei leider einaetrcten: Frau Sebald bedürfe nunmehr ständiger ärztlicher Ueberwachung, wie eine solche ihr nur in klinischen Verhältnissen zugänglich sei. Er werde die ihm interessierende Dome gern bei sich anfnehmen, doch müsse er in einigen Tagen leider auf längere Zeit verreisen. So lange vertrete ihn fein Freund und Schüler, Direktor der Landes- irrcnanstalt, bei feinen Patienten. Wenn Frau Sebald komme, so müsse es bald sein, damit er den Direktor über ihren Zustand unterrichten könne. Es fei das durchms notwendig, weil eine falsche Behandlung wie sie von einem Uneingeweihten leicht eingelcitet werden könne, die schlimmsten Folgen »ach sich ziehe. Es gebe schließlich Schlimmeres als den Tod. Rosemaries Herz pochte hörbar in ihrer Brust; sie hatte einen Entschluß gefaßt. Sie fckstckte Luise zu ihrer kranken Schwägerin. Mary lag zu Bett. Sie war so fckstvach geworden, daß ne das Auftein nicht mehr ertrug. Nur in der Nacht, wenn alles schlief, kam die Unruhe über sie. Dann wanderte sie und wandcrte, uni Heinz zu suchen, deften Stimme sie zu hören glaubte. Sonst lag sie still auf dem Lager und erwartete den Tod — nur den Tod. Luise setzte sich zu ihr und faßte ihre kalte Hand. „Geht's Dir bester, liebes Herz?" Statt der Antwort brach Mary in Tränen aus. „Wenn ich nur sterben könnte!" Sonst sprach sie überhaupt nichts mehr. Luise redete ihr zu und suchte ihr klar zu machen, daß sie dem kleinen Heinz ein Opfer bringen müsse. „Du sollst zu Professor Fcuchtwangcn nach Gohlis. Er wird Dich gesund machen." „Ich will nicht", antwortete die Kranke eigenwillig. Dabei blieb sie. Erna gab sich die größte Mühe, sie nmzusftmmen. Vergebens. Sie blieb dabei: „Ich will sterben," * Acht Tage waren vergangen; der Professor war abgc- reist. Da er von Fräulein Sebald keine Antwort erbielt. hatte er angenommen, sie gäbe den Plan »nt ihrer Schwägerin auf. ' Rosemarie hatte nun lange genug Geduld gehckbt. Sie ging energisch ans Werk. Zu ungewohnter Stunde trat sic bei Mary ein. „Wie fühlst Du Dich heute, armes Kind?" fragte sie freundlich. Erschreckt sah die Kranke sie an. So teilnahmsvoll hatte die Schlvägerin nie gesprochen. „Ich bin zum Sterben müde", antwortete sie gleichgültig. „Möchtest Du denn gar nichts tun, aus diesem Zustande heraus zu kommen? So kann es doch nicht weitergehcn. Der Haushalt verkommt, das Kind wird ohne Dich groß. Was soll daraus werden?" Das war der alte, harte Ton, die alte Rosemarie. „Was soll ich tun," inurmelte die junge Frau gequält „Ich kann nicht." „Rasse Dich auf und tue Deine Pflicht, wie wir alle. Denkst Du, Heinz' Andenken genug zu tun, wenn Du sei" Kind vergißt?" „Kann ich dafür, wenn ich schwach und elend bin ui» das Leben nickst ertrage?" Nagte Mary weinend. „So werde gesundl Habe Willen zum Leben, und D" wirst leben." „ „Wenn es zu spät, wenn meine Kraft gebrochen . - • „So stirb!" wollte Rojemarie rufen, doch sie faßte stG Sie wollte nicht hart sein, sie wollte Mary überzeugen. „Es ist nicht zu spät", erwiderte sie dringlich- --Aber Du mußt unverzüglich etwas dazu tun, wenn Du gcncjeo willst. Möchtest Du meinem Rate folgen, bis Du Dir feUK wieder raten kannst?" . Die blasse Frau nickte ein Ja. Nur damit Roscman- ein Ende machte. Sic war so müde. „Ich habe Dein Wort. Dein festes Versprechen? fügst Dich mir?" ., Wieder das gleichgültige: „Ja". (Fortfetzuvq