'lummer 61> Dounrrsiay, den 10. März 1014. 7. Iai,ryaug ' IC „J:»uc Sage»»»»«,«?- » chetnt ,eden Werltag. Negelmaßigi Beilagen „ver Kauer au» Kessen", „vir Spinultulir". Keiugaprei«: Be, den Postanstaltcn v,er,eln>hrt,ch Btt. 1.95 i>ei den Agenten monallich 50 Ptg. k>in,u leitt Postgebühr oder Trägerlohn. Anieigen: «Srund,eile M Psg.. lolale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden durch Po tnachnahme erhoben Ersüllungsort Frledberg. SchriNleitnug und Verla, Frledberg (yessenl, Hanauerstraße 12. Femlprechei 48. Postschess.Conio Nr. 4859. Amt Franlsurt o. M. ^lebersicht. In politisch» Kreisen tritt seit einigen Tagen mit immer größerer Bestimmtheit das Gerücht auf, daß der Minister des Innern, Herr v. Dallwitz, zum Statthalter vor, Elsaß Lothringen ausersehen sei. — In österreichischen Abgeordnetenkreisen ist eine Aktion tm Gange, um die Regierung zu veranlassen, mit Rücksicht cmf das Verhältnis zu Ungarn und die Beschaffung der Stootsnotwendigkeiten die Parlamentskrisis abzukürzen und im Juni das Abgeordnetenhaus zu einer neuen kurzen Sommersession cinzuberuien. — Ein Unwetter wütet an der französischen Nordküste rnit großer Gewalt und richtet überall großen Schaden an. Die Schiffahrt ist vollkommen unterbrochen. 15 Dampfer liegen im Hafen und können nicht ausfabren. — In der russischen Kommission für Prelle und Litera- 4"r wurde gestern eingehend über de» Besuch Minderjähriger in den Kinematographcn Thcatern verhandelt. Die Kom- »lillian beschloß schließlich, den Minderjährigen den Besuch er Kinos von jetzt an zu untersagen. — Aus Eawcs (JSle of Wight) wird gemeldet, daß das isrullche Schleppboot mit der Besatzung des auf der Fahrt von Hamburg *ach Poole gesunkenen Dreimasters „Balder" vor! eingetrofsc» ist. Die Besatzung des „Balder" bestand neisiens auS Deutschen, während der „Balder" selbst unter englischer Flagge segelte. — Man erwartet in Konstantinvprk die Entsendung klnrs montenegrinischen Sondcrdclcgicrtcn, um auf der lBoliS des türkisch-serbischen FriedcusvertrageS nunmehr auch den türkisch montenegrinischen Fricdensvertrag abzuschließen. — Nach einem Telegramm aus Giudad Juarez dauern die Kämpfe zwischen den Föderierten und den Truppen des BlcnernlS Pillan an und zwar in der Nähe von Torrean. Wie verlautet, sollen die Bundestruppen bisher siegreich ge- rvesen sein. kaltrlsiiimmig in der Somldtmkralie. So sehr die sozialdeniokratische Partei auch darüber hin- j »vegtüuschen will, es geht bei ihr nicht mehr, wie sie es I nerne mochte. Die jugendlichen Stürmer sind nicht mehr, die Begeisterung ist gewichen und statt dessen mästen sich rundliche I Nummern an der wohlgefüllten Parteikrippe, Papageien, die I lüs zum Ueberfluß das auswendig gelernte Sprüchlein von I l r Verelendung des Volkes und der Knebelung der freien I Meinung hersagen. Heute ist es mehr der Terror, die Furcht I cv-n Bovkottierung, die ihre Genossen zusammenhält, als der l innere Drang, der früher so mächtige Glauben an eine an- I d -re Zukunft. Die Führer sind sich auch dessen bewußt und ! sie suchen mit allerlei Larifari ihre Genossen über die schwin- I deuden Ideale hinwegzutäuschen. Dazu gehört die rote I Woche und deren angebliche Erfolge. Der ganze rote Blätter- » i vald rauscht davon, in mächtigen Ziffern, an die Reklame der ! ...goldenen 110" erinnern, wird de» Mitglieder- und Abon- L > u ntenzuwachs dey staunenden Genossen verkündet. Dabei I k weilt schon die ganze Veranstaltung der „roten Woche". 1‘ ivf; die Partei außergewöhnliche Anstrengungen nötig hot, « ui vorwärts zu kommen. Auch die angeblichen Erfolge > > allen gar nichts besagen. Wenn man einem alten Schimmel ■ t» p-ar Geißelhiebe verseht, da kommt er auch einmal den I ' -rg hiniiber, deshalb haben seine Kräfte doch nicht zuge- ■ iicmmen. Daß es mit der Sozialdemokratie zum mindesten nicht > rnchr vorwärts geht, das haben so recht die Wahlen zu klei- I icrct Verwaltungskörpern gezeigt, wo es der Sozialdemokra- I l- früher gelang, sich einzunisten und die Herrschaft an sich zu F reif-,- n. Hier hätten die roten Mundhelden zeigen können, I -, “ sie können. Fast überall aber ist der Erfolg der, daß I die Betroffenen alle Hebel in Bewegung setzen, um sich der f un Kesseln zu entledigen. Ein Beispiel dafür sind die Ortskrankenkalsen. An ; Ten Orten endeten selbst in den Arbeitnehmerklossen die '-ölen mit einer vollständigen Niederlage der seitherigen I ' len Gewalthaber^ noch zahlreicher sind die Fälle, wo die k Gegner der Sozialdemokraten so starke Minderheiten stellen, I daß sie im Verein mit den Arbeitgebern, die sozialdemokro- I t-siche Herrschaft niedergerungen haben. Tie GemeinderatSwahlcn, die am Ende des vorigen Jahres im Grobherzogtum Hessen stattgefundcn haben, bestätigen diese Erscheinung. Sozialdemokratische Hochburgen, iv-ie Vilbel, Wieseck, Neu-Isenburg, Urberach, Eberstadt, Ar-' [Hilgen u. o. sind gefallen. Tort ist die Arbeiterschaft in einer solchen Mehrheit, daß der bürgerliche Sieg nur darum , » möglich war, weil zahlreiche Arbeiter, der sozialdemokratischen s Tevo-mundmig müde, ihre Stimmen den nationalen Kandi- ualcn gegeben haben. Nirgends wo ist ein Vorwärtskommen s Der Roten zu erblicken, wohl aber sind in einer ganzen An- I hl von Gemeinden die errungenen Stellunoen wieder ver- I oren worden Gegenwärtig finden in Hessen-Nassau die Gemeindev-r- trcterwahlcn statt. Tort wird in drei Klassen gewählt. Tie dritte Klasse wird zumeist von Arbeitern gebildet. Im Großherzogtum Hessen herrscht auch bei den GemeinderatS- wahlen das gleiche Wahlrecht, hier besteht die Möglichkeit, und sie ist auch vielfach eingetreten, daß die Roten die ganze Gcmcindeverwallung beherrschen konnten. Diese Gesahr besteht in den hessen-nassauischen Gemeinden kaum, meistenteils entsendet nur der dritte Wahlkörper Sozialdemokraten in den Gcmeinderat Und doch finden wir selbst in diesem Wahlkörper dieselbe Erscheinung wie bei den hessischen Gemeindc- ratswahlen : hinaus mitderSozialdemokraiiel Schadenfreude ist kein schönes Gefühl, aber man hat sie, wenn man die Berichte über die Ergebnisse in der Frankfurter „Dolksstimme" liest. Am Samstag waren im lokalen Teil des roten Organs folgende Ueberschriften zu lesen: „Stierstadt. (Wahlniederlage.)" Dort wird mit Wehmut ein Rückgang von 1-1 Stimmen festgestellt und den Genossen Gleichgültigkeit vorgeworfen. „Seulberg. (Trauriges Wahlergeb ui s.)" Von ungefähr 00—70 organisierten Arbeitern hätten nur 9 ihr Wahlrecht ausgeübt. „H o r n a u i. T. (Ein schlechtes Wahlergebni s.)" Mit 28 bezw. 26 Stimmen seien die Genossen den Bauernkandidaten mit je 44 Stimmen unterlegen. Die Montagsnummer der „Dolksstimme" enthielt folgende Stichmarken: „Klein- Schwalbach. (Eine Wahlniederlage.)" In dieser sozialdemokratischen Hochburg siegte das Zentrum in der dritten Klasse mit 97 gegen 87 Stimmen, während vor zwei Jahren das Verhältnis 97 Sozialdemokraten und 66 Zentrum war. Weiter: „Sulzbach i. T. (Trauriges Wahlergebni s.)" Dort erhielten in der dritten Klasse die Bürgerlichen 74 und die Genossen 50 Stimmen. Die gestrige Nummer der „Volksstimme" berichtet aus Ruppertshain unter Wahlniederlage, daß das Zentrum gesiegt habe, ebenso, daß in der arbeiterreichen Gemeinde Schwanheim a. M. ebenfalls ein Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen zu verzeichnen ist. Sehr an- mutig lautet es da: „Es kann aber heute schon gesagt werden, daß wir dieses Wahlresultat in der geradezu beispiellosen Versimpelung der Schwanheimer Arbeiterschaft durch die bürgerlichen Klimbimvereine zu suchen haben." Wir möchten das Geheul hören, wenn sich ein Blatt bürgerlicher Richtung erlauben würde, von der „beispiellosen Versimpelung der Arbeiter" zu reden. UcbrigenS ist die Sozialdemokratie mit ihrer Jereminade noch nicht am Ende, heute lesen wir: „Köppern. (Kein Wahlerfolg.)" Auch dort ist die Sozialdemokratie in der dritten Klasse unterlegen. Niederlagen in der dritten Klasse hat die Sozialdemokratie weiter zu verzeichnen in Niederdorfelden, in Bruchköbel, in Roßdorf und in Hochstadt, sämtlich im Kreise Hanau. Bemerkenswert ist der Sieg der bürgerlichen Partei in dem großen Jndustrievorort von Frankfurt in Griesheim a. M., wo die Roten in der dritten Wählerklasse jahrelang unumschränkt geherrscht hatten. Ebenso erfreulich ist die rote Niederlage in dem großen Mainflecken Flörsheim, wo dieses Mal das Zentrum in der dritten Klasse mit 566 Stimmen den Sieg errang, während die Sozialdemokraten, die vor 2 Jahren siegreich blieben, nur 311 Stimmen auf sich vereinigen konnten. Hoffentlich kann die „Dolksstimme" die Berichte über Niederlagen in den „Torfparlamenten" ,,och weiter fort- setzen. Dieser Ausdruck ist überhaupt bezeichnend für die sozialdemokratische Berichterstattung. Aus dem guten, deutschen Gemeinderat macht man ein Dorsparlament. Parlament kommt vom französischen parier, das heißt schwätzen. Die Roten gehen also von der richtigen Erkenntnis aus, daß ihre Genossen bestrebt sind, aus dem Gemeinderat eine Schwahbude zu machen. Das erwerbstätige Volk aber ist es müde geworden, sich an den berufsmäßigen Volksverheher, etwas verschwätzen zu lassen, die ihm Steine statt Brod bieten. Daher die Niederlagen bei den Gemeinderatswahlen, die wir als den Anfang zum Besseren begrüßen. August Bebel. Zu unserem vorgestrigen Artikel: „August Bebel", schreibt uns ein Freund aus Wetzlar: Wie wenig groß und wie wenig deutsch August Bebel war und wie er sein Leben lang alle Einrichtungen, denen er als gewissenhafter Mensch zu größtem Danke hätte verpflichtet sein müssen, bekämpft und beschimpft hat, das weiß man hier in Wetzlar besser, als anderswo. Hier ist er als kleines Kind mit seinen Eltern hcrgekommen und als ihm der Tod dieselben entriß, da war es das hiesige Hospital, eine kirch- liche Stiftung, das sich seiner annahm. Dasselbe hat ihn groß gezogen und wo es während dieser Zeit und auch später noch gefehlt hat, da haben Wetzlarer Kleinbürger- und Hand- werkersamilien den verlassenen Waisen unterstützt. Wohl hatte die damalige Zeit noch nicht die sozialen Einrichtungen alle, wie wir sie heute besitzen, aber Christentum und Bürger tum hat trotzdem dem Verwaisten durchgeholfen und ihn später bei dem alten Drechslermeister Kornder hier auch ein Handwerk lernen lassen, das ihm sein weiteres Fortkommen crmöglichte. Wie aber hat Bebel seinen beiden Wohltätern, dem Bürgertum und dem Christentum, die Barmherzigkeit, welche sie dem elternlosen Knaben erwiesen, gedankt? Sein ganzes Leben hat er darauf verwandt, diese beiden Wohltäter zu bekämpfen. Dem deutschen Bürgertum hat er den Untergang geschworen und cs mit dem französischen Namen Bour- goisie belegt, auch ist bekannt, wie er über das Christentum gedacht hat. „Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen"!, waren seine Lieblingsworte, wenn er auf's Christentum zu sprechen kam und seine Zusammenstellung von Junker und Pfaffen lebt heute noch in seiner Partei fort. Das Bürgertum wollte er, gleich Robespierie, durch die Tik- tatur de? Proletariats ersetzen und mittelst derselben auch die Throne stürzen und sein Ideal, die rote Republik errichten. Doch, noch wachsen die Bäume nicht in den Himmel. August Bebel ist dahin gegangen, aber Deutschtum, Christentum und Bürgertum, werden auch weiterhin in der Welt ihrer Aufgabe gerecht werden und in eherner Ruhe dem Sturme trotzen, den Bebels Partei gegen sie entfacht. Nicht gilt es mir, das Andenken eines verstorbenen Politikers zu verunglimpfen, aber die Wahrheit muß gelten und die Redakteure des sozialdemokratischen Speikastens sollen wissen, wie trotz ihres politischen Roten-Wochen-Ausverkaufs, Leute denken, die ganz genau Bescheid wissen. Preußilcher Landtag. Abgeordnetenhaus. Am Mittwoch teilte vor Eintritt in die Tagesordnnnk Präsident Gras v. Schwerin dem Hause die Geburt eines Thronfolgers am braunschweigischen Herzogshause mit. Das Haus ermächtigte den Präsidenten, dem Herzogspaare die Glückwünsche auszusprechcn. Bei Beratung des Eienbahnetats ging zunächst Minister v. Breitcnbach auf die gestern geäußerten, verschiedenen Wünsche ein. Eine Eisenbahndirektion in Dllssel- dorf könne nicht errichtet werden. Die neue Lohnordnung, die allgemein als Fortschritt anerkannt wird, trete am 1. April in Kraft, die Ausgleichszulogen würden 1914 bedeutend erhöht werden. Die Löhne der Oberbauarbeiter seien um 38 Prozent erhöht worden. Gern sei die Verwaltung bereit, mit den Vertretern der eigenen Arbeiterverbände zu verhandeln, nicht aber mit Vertretern anderer Verbände Ausführlich verbreitete sich der Minister dann über da? ge- forderte Staatsarbeiterrecht. Dies könne nicht zugebilligt werden. Die Staatsarbeiter seien in jeder Beziehung günstiger gestellt als die Arbeiter in Privatbetrieben. , Abg. Lcincrt (Soz.) übte Kritik an verschiedenen sozial Einrichtungen der Verwaltung, die, wie die Ruhetage, meist nur auf dem Papier ständen. Präsident Graf v. Schwerin Läwitz ersuchte die nun folgenden Redner, sich möglichst kurz zu fassen, um den Etat schnell zu erledigen. Abg. Schmidt-Conz (Zentr.) erkannte die Lohnpolitil des Ministers an, wünschte aber, daß noch mehr als bisher an die Arbeiter Land verpachtet würde zur eigenen Lebensmittelproduktion. Abg. Or. Gottschalk (natl.) erkannte die Verbesserungen die durch die neue Lohnordnung geschaffen werden, an und trat für eine Neuregelung der Dienstzeit der technischen Be amten ein. Minister v. Brritenbach ging auf die angeschnittene- Frage der Nebenbeschäftigung der Beamten ein. Diese müßten sich auch bei schriftstellerischer Betätigung immer bewuß' sein, daß ihr Beruf nicht vernachlässigt werden dürfe. Nach Möglichkeit solle das Privatunternehmertum in der Ver waltung, so auf den Güterböden und in der Gepäckabfertigung, ausgeschaltet werden. Bei der Vermehrung der etats- mäßigen Stellen würde Schritt gehalten mit der Dermeh rung des Personals. Don 1911 bis 1912 seien die Arbeiter erheblich im Lohn aufgebcssert worden, z. T. im größeren Maße als die Unterbeamten. Abg. Leinert solle den Mut haben, seine Behauptung, daß unter der Aegide eines Bahn- hcssvorstehcrs die Unfälle in dessen Bezirk erheblich zuge- nommen hätten, außerhalb des Hauses zu wiederholen oder zu widerrufen. Der Minister müsse die Beamten gegen derartige, unbewiesene Ncrdächftgungen in Schutz nehmen. Abg. Pr. v. Kries (kons.) dankte dem Minister für die Ablehnung der Forderung nach einem Staatsarbeiterxecht und für die dem Abg. Leinert erteilte Mftwr.-rn'lnefem Sinne sprach sich auch Abg. Pr. König (Zentr.) aus. Nach weiterer, unwesentlicher Aussprache, vertagte lick- das Haus auf Donnerstag 11 Uhr: Fortsetzung Schluß nach 5 Uhr. Sir. 66 Aus dem Landtag. Zweite Kammer. Die gestrige Sitzung wird um 9.15 Uhr durch Präsident Köhler eröffnet und die Budgetberatung beim Ministerium des Innern fortgesetzt. Abg. ll r st a d t (Freif.j fuhr: aus. daß die Landwirtschaft «ich dem Freisinn vieles verdanke. Er tritt für die Aufteilung der grasten Bauerngüter ein und wendet sich dann gegen verschiedene Ausführungen des Abg. Osann. Abg. Dr. Fulda (Soz.) macht der Regierung wegen der Nichidestätigung der sozialdemolratischen Bürgermeister und Beigeordneten heftige Vorwürfe, sodatz er zur Ordnung gerufen wird. Er bekämpft die Bevorzugung der Militäranwärter und kritisiert scharf die Kriminalbeamten, welche bei schweren Verbrechen nicht energisch genug vorgchen. Redner berührt den Hungerstreik in Sandbach und macht der bürgerlichen Presse heftige Vorwürfe wegen ihrer scharfen Kritik dieses Vor- lommniffcs. Abg. Vretdenbach (Bbd.) bemängelt in Kap. 38, Landcsuniversität, die starke Belegung der Krankenzimmer in der Frauenklinik, besonders mangele cs in der 3. Klaffe an Raum. Mit der Strahlenbehandlung der Krebskranken fei begonnen worden, da der Landcsvcrcin für Krebsforschung 89 999 Mark zur Verfügung gestellt habe. Von Seiten der hessischen Regierung sollten ebenfalls, wie in anderen Staaten, Mittel für die Beschaffung von Radium und Mesothorium bewilligt werden, da auch der hessische Staat für die unglücklichen Krebskranken fein Interesse betätigen inllffe. Schon jetzt sollte ein besonderer Kredit für die Erbauung einer septischen Baracke zur Verfügung gestellt werden. Er tritt dann für den von ihm und seinen Freunden gestellten Antrag, betr. die Kreditübertragung zur Erbauung der septischen Baracke ein. Des weiteren verbreitete er sich über die bedeutende Entwicklung des landwirtschaftlichen Instituts während der letzten 19 Jahren und über deffcn weiteren Ausbau. Bei dieser Eelegenhcit gedenkt er auch des Herrn Bichler-Eiesten, der in uneigennütziger Weife die Feldvcrsicherung unterstützt habe. Auch die Stadt Gießen habe großes Entgegenkommen gezeigt, wie aus einem Flugblatt über dar landwirtschaftliche Institut der Universität Gießen hervorgehe. Hieran» sei weiter zu ersehen, daß das Institut eine sehr umfangreiche Tätigkeit aus allen Gebieten entwickle und ein reichhaltiges Programm erledigt hat. Rcu- ausgaben lösen die alten ab, fodast dar Bedürfnis des Instituts hierdurch am besten erwiesen sei. Der Besuch sei ein sehr guter. Im ganzen Lande zeige sich ein lebhaftes Bedürfnis für das landwirtschaftliche Studium und die dort vorgebilde- tcn Landwirte finden rasch auskömmliche Beschäftigung. Auch hier sei notwendig, die Räumlichkeiten zu vergrößern. Wenn auch im neuen Budget ein zweiter Assistent für das landwirtschaftliche Institut vorgesehen sei, so fehlen doch zum Ausbau des Instituts noch verschiedene Kräfte, die es ihren Schwesterninstituten glcichstellcn. Vielleicht fei cs auch möglich, die landwirtschaftliche Versuchsstation in Darmftadt durch Personalunion mit der Universität Gieße» zu verbinden. In diesem Falle könne die Kontrolle der Futter-, Saat- und Dungermit- tcl in Darmstadt verbleiben, währeird die wissenschaftliche Tätigkeit und die Leitung der Versuche naturgemäß in Gießen nattzusindcn hätten. Die Regierung möge diesem Gedanken näher treten. Redner bespricht dann die „wissenschaftlichen" Vorträge, die der Abg. Urstadt in den verschiedenen Wahlbezirken über das Thema: „Der Bauer und fein Land" usw. hält. So sehr man sich über die Belehrungen, die Herr Urstadt den Landwirten zu geben gedenkt, freuen kann, so scheint dem Herrn noch mancher Irrtum zu unterlaufen. Wenn Herr Urstadt schon länger in der Kammer wäre, würde er solche unrichtige Behauptungen nicht in dem Lande verbreiten. Er müßte wissen, daß von Seiten des Bauernbundes schon zu Köhlers Zeiten entsprechende Anträge, betr. die innere Kolonisation, gestellt wurden und daß schon sehr viel Gelände aus der toten Hand in den Kleinbesttz gebracht wurde. Es sei ja erfreulich, daß man aus der Linien die Bauernsache unterstützt, doch habe der reichsländische Abgeordnete Wolf-Hunsbach selbst zugegeben, daß der Fortschritt es versäumt habe, sich rechtzeitig der Bauern anznnehmen. Redner kritisiert weiter di« Polizeiverordnung, nach welchem die neue Kreisstraße Fricdberg—Nauheim für Kraftfahrzeuge verboten sei. Er wünscht weiter, daß das Landgeftüt mehr dezentralisiert werde. Die Pferdezucht habe in Oberheffen besonders stark zugenommcn und gehe bei den teueren Arbeitskräften zu viel Zeit verloren, um auf die entlegenen Eestütsftationen zu kommen. Er nimmt auf seinen Antrag, betr. die Errichtung einer Ecstütsstation in Reichelsheim, Bezug und weist darauf hin, daß jetzt auch Melbach einen diesbezüglichen Antrag cingereicht Hab«. Zu dem Kap. Land- wirtfchaftskammcr will Redner bei Kap. 75 a weitere Ausführungen machen. Er gibt noch dem Wunsch Ausdruck, daß der Freisinn demnächst für die Forderung von 53 999 Mk., welche von der Regierung gestrichen wurden, eintreten werde. Abg. Hartmann (Soz.) widerspricht den Ausführungen des Abg. Dr. Osann, betr. die Lungenheilanstalt in Sandbach, und beklagt sich über die dortige schlechte Kost. Er fordert -ann Eingreifen der Regierung in der Verwaltung des Höchster Klosterfondr, kritisiert die Jugendpflege auf dem Lande und beschwert sich über den häufigen Wechsel der Schulbücher in den Volksschulen. Minister des Innern v. Hombergk stellt fest, daß di« Heilstätte Sandbach nicht aus Staatsmitteln erbaut wurde und die Regierung kein Aufsichtsrccht darüber habe. Er nimmt dann den Leiter der Anstalt Dr. Lipp gegen die Vorwürfe in Schutz und erklärt über die Frage des Höchster Kloftersonds, daß di« Angelegenheit durch die Regierung z. Zt. einer gründlichen Prüfung unterworben werde. Schluß 1 Uhr. — Nächste Sitzung mittags halb 4 Uhr. Pif Rkichslagsnsatzmhl in Korna-PtM. hat folgendes Endergcb'tts. Es wurden abgegeben für v. Liebert üfieufcaßnHri ... Stimmen, fiit N i ß schsK Sieue Tageszeitung. Toiinerstag, den 19. März 1914, (natl.) 6512 Stimmen, für R y f f e l (Soz.) 12 066 Stimmen. Es findet also Stichwahl zwischen v. Liebert und Ryssel statt. Nach dem endgültigen Resultat gewinnt der Konservative 1311, der Sozialdenwkrat genau 500 Stimmen und der Nationalliberale verliert 705 Stinimen. Die „Frankfurter Zeitung" benierkt zu der Wahl, daß sie eine Enttäuschung für den Liberalismus bedeute. Wir fürchten, daß der Liberalismus noch mehr solche Enitäuschun- gen erleben wird. In, Uebrigen fordert das Blatt für die Wahl des Sozialdemokraten in der Stichwahl auf. Zum Glück hat die „Frankfurter Zeitung" in jenem Wahlkreis nichts zu sagen. Auch das „Berliner Tageblatt" stellt sich, wie natürlich, auf denselben Standpunkt. Das rote Brüderpaar wird keinen Erfolg haben, denn diese Wahlparole hat in Jerichow zu einer offenen Fahnenflucht freisinniger Wähler geführt, und die nationatlibcralcn Wähler in Borna werden auf die Unkenrufe der beiden linksradikalcn Blätter ganz ge- wiß nicht hören und ihre Stimme dein nationalen Kandidaten zuwenden. Tagesüberftcht. Drilliches Deich. :: Die Geburt des Erbprinzen von Brounschwcig. In ihrer gestrigen Ausgabe schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „Aus Brounschwcig ist die frohe Kunde eingctrofsen. daß Ihre Königliche Hoheit die Herzogin Viktoria Luise am Mittwoch in früher Morgenstunde von einem gesunden Prinzen entbunden worden ist. Die Freude des hohen Elternpaa- res über das glückliche Ereignis teilen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin von ganzem Herzen; die erhabene Mutter der jungen Herzogin weilte, wie bekannt, schon seit einer Zeit im Braunschweiger Residcnzschlosse. Der Jubel im Lande, das feit 99 Jahren zum ersten Mal wieder einen Erbprinzen seines Herzoghanfes begrüßt, ist außerordentlich groß; verspricht doch der 18. März 1914 das ersehnte neue Aufblühen des alten deutschen Fürstcnstammes. Weithin findet darum auch diese festliche Stimmung Anklang und Widerhall, vorab in der Hauptstadt Preußens und des Reiches. Hier gelten die Glückwünsche der gesamten Bevölterung zugleich dem kaiserl. Paare aus Anlaß der Geburt des sechsten Enkels, sie gelten Herzog Ernst August und der deutschen Kaijertochter, seiner erlauchte» Gemahlin, sie gelten nicht minder einer schönen und gesegneten Zukunft des Neugeborenen." :: Zur Affäre Poljakow. Zur Verhaftung des russischen Kapitäns Poljakow wird der „Kölnischen Zeitung" berichtet, daß die Verhaftung nach Lage der Umstände habe erfolgen muffen. Die drei Hauptzcugen habe ihre betastenden Aussagen bei dem Dorfuhrungsrichter des Amtsgerichte» in vollem Umfange wiederholt. Der beschuldigte Kapitän ist unter Hinzuziehung eines Dolmetschers vernommen worden, wobei er zwar den ihm zur Last gelegten Diebstahlsversuch bestritten und dargetan hat, daß die Zeugen einem Irrtum zum Opfer gefallen sein mußten. Er hat aber das belastende Material nicht auf- zuraumen vermocht. Dieses Material ist aber derartig beweiskräftig, daß Zweifel als ausgeschloffen erscheinen müffen und die Voraussetzungen für den Erlaß des Haftbefehls gegeben sind. Es wird erklärt, daß jedes andere deutsche Gericht nach dieser Sachlage genau so gehandelt haben würde. Die Behauptung der russischen Zeitungen, daß der Verhaftete von dem Kölner Untersuchungsrichter unwürdig behandelt worden fei, wird als unwahr bezeichnet. Poljatow fei vielmehr durchaus angemeffen und korrekt behandelt worden. Ein scharfer Ton fei keineswegs gegen ihn angeschlagen worden. Ebenso wird in Abrede gestellt, daß der Verhaftete von dem Untersuchungsrichter an der Absendung eines Telegramms an den russischen Attache« in Berlin gehindert worden sei. Wenn Poljakow eine» dahingehende» Anttag gestellt hätte, so würde man ihn gutgehcißen haben, wie dies allen anderen Unterfuchungsge- fangcnen gegenüber geschieht. Auch Vergünstigungen irgendwelcher Art würden ihm aus Antrag gern gewährt. Schweiz. :: Die alldeutsche Propaganda. Der große Rat des Kantons Bern erledigt« gestern «ine Motion, in der die Regierung geftagt wurde, welche Maßnahmen sie zu ergreife« gedenke, um der alldeutschen Propaganda im sranösischen Teil des Kantons cntgegenzutreten. Der Regierungsrat Scheurer gab die Erklärung ab, daß es der Regierung fern läge, irgendwie die Sprachgesetze verschieben zu wollen und Gegensätze zwischen Deutsch und Welsch zu schaffen. Der Regierungsrat Löhner erklärte, die Zuwendung eines Eeldbettages an eine deutschsprachliche Schule von Seiten eines Vereins in Krefeld stehe nicht mit den Altdeutschen in Verbindung, sondern mit den religiösen Bestrebungen. Immerhin könne er solche Zuwendungen von außen nicht billigen. Schoulat, der die Motiock be- gründete, zog sie zurück. Italien. :: Dar Befinde» de» Papste». Wie der Vertteter der „Telcgraphen-Union" vou vatikanischer Seite erfährt, läßt da» Befinden des heiligen Vaters in der letzten Zeit wieder zu wünschen übrig. Die Aerzte haben dem Papste weitgehend« Schonung auserlegt. Infolge der anhaltenden Indisposition des Papstes werden die anläßlich de, heuttgen Jahrestage» üblichen Diplomaten-Empfange nicht stattfinden, »elgien. :: Der Luxuszu, Oftende—Wie» entgleist. Der Luxuszu» Ostende—Wien ist gestern morgen aus dem Bahnhof Dolhain mit einem Eüterzug zusammengestoße» und entgleist. Ein Bremser wurde getötet, mehrere Reisend« verletzt. Die Strecke wurde erst morgens 8 llhr teilweis« wieder ftei. Zahlreiche Züge hatten Verspätungen. Der Schnellzug Köln-Paris ttas mit zweistündiger Verspätung «in. Der Materialschaden ist erheblich. Gegen 8 Uhr konnte der Luxuszug sein« Reise sort- setzc». Tlirtrk. :: Lima« von Sanders für türkisch« Rüstungen. In d«r Wohnung General Lima» v. Sander» hat ein Militärrat statt- gesunden. dem der Krieasmtnifter Enver Pascha, der General« ----Trift i stabsches und die gesamte deutsche Militärmission General Lima» v. Sanders ertlärte, daß Rußland dab-i cm viertes Armctorps an der kaukasischen Grenze zu |*J"' imb daß die türkische Regierung mit einer entsprechenden ® tneljrung ihrer militärischen Streitkröfte an der ru ;t . ; Stenac antworten müsse. Al- Kriegsminister Enver Pa^ um nähere Vorschläge bat. gab General Lima» v. Sanders gcnde Erklärung ab: Er halte für notwendig, 1 . di- Schaff,m von 1 « Jnsantcricrcgimentcrn, 2. Schaffung van 9 Kavallerie! rcgimcntern, 3. Schaffung von 7 Artillerieregimentern, 1 Wandlung der Befestigungen der Städte Mouch und Ban - Festungen zweitrr Klaffe. Das Material soll von D-utlcküa»' geliefert werden Mexiko. :: Sieg Huertas bei Torrcon. Ucber Ciudad Juarez wich gemeldet, daß nördlich von Torrcon am Montag und Dienstag den ganzen Tag gekämpft wurde. Di- Regicrungstruppcn jo' len den Sieg davongetragen haben. Huerta hat den Vormarsch aus Escalon und Rosario gleichzeitig angeordnet. An beiden Orten wurden die Rebellen überrascht und in der Richtung von Escalon aus Kimenez zurückgcworsen. Die Rebellen, die bei Rosario kämpften, sollen ganz ausgericben worden sein. Jur firni]l:rul:n|Tfmuni!l. Achtung! »<*<«««»1 Jeder Arbeitgeber hat für 1—10 bei ihm beschäftigten Versicherten eine Stimme, für jede weitere angefnngene Zehn eine weitere Stimme. Beispielsweise für 12 Personen 2 Stimmen, für 32 = 4 Stimmen, bis zur Höchstzahl von 30 Stimmen. Dabei ist zu beachten, daß für jede Stimme ein Stimmzettel in einem gesonderten Umschlag abgegeben werden muß. Hat also ein Arbeitgeber fünf Stimmen, so muß er je einen Stimmzettel in fünf Umschläge stecken und diese fünf Umschläge abgeben. Würde er einen Umschlag abgeben, in dem fünf gleiche Stimmzettel enthalten sind, so würde nur eine Stimme gezählt werden, würde der Umschlag mehrere Stimmzettel verschiedener Att enthalten, so sind sie überhaupt ungültig. Das ist wohl zu Beachten! Vollmachten! Die Arbeitgeber müsse» ihre Stimmen selbst abgcbe» und können nicht durch Bevollmächtigte wählen taffen. Eine Ausnahme machen nur Aktien-Gesrllschasten, Gcnoffcnschaf. ien und drrgl„ die durch eine bestimmte Person ihr Wahlrecht ausübeu lassen: in diesem Falle ist eine Vollmacht ratsam. Die Arbeitsbescheinigung, die von dem Arbeiter verlangt werden kann, ist nicht mit einer Vollmacht zu verwechseln. ArdeitnelMerlisten! Die nationale Arbeitnehmer-Liste enthält nur 36 bczw 38 Name» als Ansschußmitglieder bezw. Ersatzmänner. Die Liste mußte gesetzlich vier Wochen vor der Wahl ei» gereicht sein, sie enthielt vollzählig 40 Namen aus jede, Seite. Infolge verschiedener Umstände haben 6 Personen die Wählbarkeit cingebüßt und eine spätere Ergänzung war nicht mehr statthast. Aus die Wahl fÄOft ist dieser Umstand ohne Einfluß. Auf der sozialdemokratischen Liste ist übrigens das gleiche der Fall. Mache also Niemand dcu Versuch, die Liste zu ergänzen, sie würde sonst ungültig sein! Rodheim v. d. 19. März. In der am Dienstag abend Saale des Kaspar Rullmann statlgesundenen Versamm- ig referiette Herr K u l lm a nn - Vilbel über bi- Wahl- ndlung zur Ortskrankenkaffe für den Kreis Fricdberg und ,rte folgendes aus: Zur Wahl werden nur die bis zu einer tgesetzten Zeit eingereichten Listen zugelaffen. Da im letzten genblick noch eine zweite zustande kam, so ist cs nütig, hier- t in ein« Wahlagitation einzntreten. Wahlberechtigt sind e volljährigen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beiderlei schlechte. Da es hierbei leider keine Wählerlisten gibt, auch ht gestattet ist, die Listen bei den Untererhebern einzusehe», tappt man in Bezug der Wahlberechtigten vollständig >-» nleln. Gültig find nur solche Stimmzettel, die unverändert gegeben werden. Aiöge» alle Wahlberechtigt- am Wahltag, inntag, den 22. Mär», zur Wahlurne gehen und ihre Stmi> n nur der List- I geben, van der sie erhoffen, daß die Z«> effen aller B-iussIr-ise gerecht und sozialdenlend vertreten eben. Beifall lohnt- diese sachlichen Aussührungen. Wett» »rte Zimmermeister Georg H o s m a n n aus, dah er sich ' uhe macht- und eine Liste der Wahlberechtigten selbst °u' llte. die als Unterlag- für dar in der Versammlung g°v»- :c Wahlkomitee dienen soll. Herr Georg Jakobi ermahn chmals alle anwesenden Landwirte, dt« gesetzlichen :cn Dienstboten in Abzug zu bringen, um ihnen zu z->g-- ß sie nicht allein Rechte sondern auch Pflichte haben. D je Versammlung wurde manche Unklarheit beseitigt, u" t weiter dazu betgettagcn, «ine» vollen Erfolg sur > iten de» Büraertum» vorgeschlogene Lifte l 1 » br ng Nr. »• »'km 1*. Mir, 191«. «fite a Knnd der Landwirte. Versammlungen Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr, in - Niederweisel. --- „Z»m Löwen." Freitag, den 20. März, abends V 2 9 Uhr, in - Petterweil. - bei Georg Gottfried Weber. Freitag, den 29. März, abends 8 Uhr, zu - Okarben. - bei Karl Bücher. Redner: La'ndtagsabgeordneter vr. v. Hel molk. Samstag, den 21. März, abends V&8 Uhr. in - Hochweisel. ---- — Redner: Hirsche!» Friedberg. Vereinigte Landwirte Wegen der Abhaltung verschiedener Versammlungen fallen die Geschäftsstunde am Freitag, de» 29. ds. Mts., nachmittags aus. Freitag, den 29. März, abend? 8 Uhr, ln - Ober-Rosbach. - Redner: Ad. Hcnsel -Dortelweil. DminUtf landniirte. stund der tandniirit. 6cnth6Bfrlamin!nna m gnnau in der „Eoncordi o" (am Paradeplatz) am Sonntag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr. Tagesordnung: „Protest gegen die zwangsweise Heranziehung der landwirtschaftlichen Haussöhne zur Krankenkasse." : a ^ Redner: Redakteur Hirschel - Friedberg. Die Landwirte, die mit der geplanten Maßnahme nicht einverstanden sind, werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. *" Ans der Helmut. * Frikdberg, 19. März. Der Schweinemarkt war gut befahren. Im Verhältnis gegen den letzten Markt waren di« Preise etwas besser. Dos Geschäft entwickelte sich lebhaft. * Friedberg. 19. März. Die Mitteldeutsche Kreditbank, »elche auch am hiesigen Platze ein« Niederlage unterhält, hat in der gestrigen Generaloersamlung die Verteilung einer Dividende von wieder 654 Prozent beschlossen. * Friedberg, 19. März. Viele junge Leut« werden in den nächsten Wochen aus der Schule entlaßen und der größte Teil davon ist genötigt, unverzüglich den Kamps ums Dasein aufzunehmen. Um in diesem Kamps nicht zu unterliegen, mutz der junge Mann mit gesundem Körper und frischem Geist versehen iciit. Wer dies sein Eigen nennt, wird den Kampf ums Dasein leichter fuhren. Um und Geist sich gesund und irisch zu erhalte», gibt es lein besseres Mittel, als das echt« deutsche Volksturnen, wie es uns Vater Jahn gelehrt hat. Wie rufen deshalb den Titern und Vormündern zu: Schickt Eure Knaben in unsere Reihen und haltet sie an, daß sie echt deutsche Turner bleibe». Sorgt unter unserer Mithilfe dasür, daß ihnen der Kampf ums Dasein in der Zeit zwischen Schule und Heer, der Zeit, in der cs ihnen körperlich am schwersten fäflt und in der die Berufsarbeit ihnen in der Entwicklung am meisten schaden kann, durch die planmäßige Betteibung von Leibesübungen erleichtert wird. Leider entbehrt fast 7b Prozent der Heranwachsenden Jugend noch einer planmäßigen körperlichen Ausbildung. Schickt Eure Kinder auf die Turnplätze, um dort als Zöglinge im Kreise ihrer Altersgenosien und unter sachverständiger Anleitung zu turnen und zu spielen. * Frikdberg, 19. SKijp. Jeder Landbrieströger führt auf seinem Beslcllgang ein Annahmeiuch mit sich, welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, Zählkarten, gewöhnliche Pakete, Nachnahmesendungen und Zeitungsbestellungen, sowie der znr Frankierung der Sendungen, zur Bestellung der Zei- lungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergcgebe- nen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch fühtt jeder Inhaber einer Posthilssstelle für die bei dieser niedergelcgten Wertsendungen usw. Es ist zweckdienlich, daß die Aufgeber die Einttagnngcn der Sendungen usw, in die bezeichnetcn An- nahmebücher eigenhändig besorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbrieströger oder den Pvsthilssstellen- inhaber überzeugen. Da diese Bestimmungen noch immer nicht ausreichend belannt find, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht. * Fmebberg, 19. März. Das Polizeiamt ln Oftcnbach a. M. «läßt in einer amtlichen Bekanntmachung eine öffentliche Warnung vor der Fremdenlegion. Dieselbe verdient den weitesten Kreisen zugänglich gemacht zu werden. „Werber für die sranzofische Fremdenlegion sind in hiesiger Gegend wieder an der Arbeit! Die Werbungen verbergen sich meist hinter An- uoaceu sehr harmlolcr Form. So werden z. B. „Tüchtige klclftomonteure aus Montage für dar Ausland bei gutem !ohn gesucht". Es kann bei diesem Anlaß wieder nicht genug »or dem Treiben dieser Leut«, die skrupellos ihren Zweck ver- folgen, gewarnt und unserer männlichen deutschen Jugend nicht bringend genug ans der; gelegt werden, Annoncen auf Arbeit im Ausland mit dem allergrößten Mißtrauen zu betrachten. Diese Mahnung richftt sich gleichfalls an alle Eltern und Erzieher. .-ii jedem ,jaü sollten vorherige ganz genaue Erkundigungen durch die örtlichen Polizeibehörden, die seitens Grogherzoglichen Kretsamts Oftcnbach neuerdings wieder mit fpe- stellen Hinweisen versehen wurden, «ingeholt werden. Da sich jedoch ttotz der überall in Wort und Schrift verbreiteten Warnungen immer noch junge Leute find«», die, all« schlimmen Erfahrungen and«« zum Trotze, au» Aden teuer last od« mißverstandenem Tatendrang sich ftctwtllig zur Fremdenlegion melden, so ist daraus hinznwetsen, daß al« Voraussetzung für die Ausnahme in die französische Fremdenlegion »nt« anderem neuerdings Vollendung des so. Lebensjahre» od« aber Zustimmung des gesetzlichen Vertteter» verlangt wird, Anträge aus Entlastung jüngerer Reichsangehörtger, die eat- gegen dieser Besftimnung irrtümlich tu d« Legion Aufnahme finden sollten, können hiernach in Zukunft befürwortet werden, auch gilt das Gleiche für diejenigen P«sonen, die seit etwa November v. I. entgegen dem Gesagten für die Fremdenlegion ongeworben sein sollten. Anftöge auf Entlastung Angeworbener sind an das Auswörttge Amt in B«lin zu richten. Von dort werden im Berückfichtigungssalle die weiteren Schritte durch Vermittlung der Kaiserlichen Botschaft in Paris bet der französischen Regierung unternommen. Als Unterlagen für sämtlich« Anftöge find mitzuteilen: L eine Ausfertigung der Gebuttsurkunde de» Legionärs: 2. fein« Photographie oder cine gcnaue Personalbeschreibung von ihm: 3. eine öffentlich« Urkunde üb« den Personenstand sein« Familie und darüber, wo sich die einzelnen Familienmitglieder (Eltern, und Ge- schwist«) aufhalten. * Friedberg, 18. März. Donnerstag Abend Sy 2 Uhr, findet im Hotel Trapp ein Vortrag des Volksbildungsvereins statt. Herr Professor vr. Collin aus Gießen wird über Goethes Faust sprechen. Einftitt ist fiir jedermann ftei. * Nieder-Rosbach, 19. März. Die hiesige Waldjagd wurde gestern Herrn Weith jun. von Nieder-Wöllstadt für 2000 M zugeschlagen, ebenso die Feldjagd an einen Herrn Müller aus Ginnheim fiir 750 dl. Die Pachtzeit wurde aus S Jahre festgesetzt. * Gießen, 19. März. Ein elektrotechnischer Fachkurs in der Installation elettrischer Lichtanlagen wird in der Gewerbeschule zu Gießen in der Zeit vom 21. März bis Mitte Juni b. Js. abgehalten. Unterrichtet wird wöchentlich an Donnerstag- und Samstag- Vor- und -Nachmittagen, sowie am Sonntag- Vormittagen mit Ausnahme der in diese Zeit fallenden Feiertage. Der theoretische Unterricht wird erstreckt auf Elektrizi- tötslehre, Anfertigung von Jnstallationsplöncn, sodann auch aus Installationsmaterialien und Kostenberechnungen. Hieran reihen sich Jnstallationsübungen und die praktische Ausführung von Installationen in mehreren Gebäuden. Der Unterricht ist vorzugsweise für Handwerksmeister bestimmt, die mit Jn- stallationsarbeiten vcrttaut sind, jedoch kann auch solchen mit d« elekfttschen Installation bettauten Handwerksmeistern der Besuch des Kurses empfohlen werden, welche bisher eine geregelte Ausbildung noch nicht erhalten haben und sich daher in der Ausführung von Licht-Installationen noch nicht ganz sicher fühlen. * Gießen, 19. März. Bei der zweiten Versteigerung des Wtndhofes wurde dem Grafen Emil Friedrich von Schlitz gen. Görtz zu Schlitz für das Höchstgebot von 41999 Mark der Zuschlag erteilt. Diese Summe ist sehr gering gegenüber den Baukosten, die seinerzeit 185 999 Atark betrugen. * Frankfurt a. M., 19. Mörz. Oberbürgermeister Voigt hat in einer abgehaltenen Ausschußsitzung bcstöttgt, daß der Eeneralpardon in Frankfurt nicht die erwarteten Wirkungen auf eine Steigerung der Einkommensteuer ausgelöst habe. Da es nun andererseits auch schwr hält, neue Steuern einzuführen, bezw. zu entdecken, beabsichtigt der Magistrat, falls eine Deckung nicht gefunden wird, die Vorlagen über die Gehalts- und Lohnerhöhungen für die städtischen Angestellten zurückzuzichen. In erster Linie wird die Einführung der Branntweinkonzes- stonssteucr beabsichtigt, nachdem die allgemeine Konzesfions- steuer schon von vornherein dem schärfsten Widerspruch begegnete. Hesscn-Nastau. * Oberursel, 19. März, Die Motorenfabrik Oberurscl hat die Herstellung von Flugzeugmotoren als jüngsten Fabrikationszweig ausgenommen. Sie errichtete zu diesem Zweck um- jangreiche Neubauten und wird mehrere hundert Arbeiter neu einstellcn. * Gonzenheim, 19. März. Aus der Straßenbahnlinie Homburg—Frankfurt entstand in einem Straßenbahnwagen ein Achsenbrand. Einer weiteren Gefahr wurde durch das rasche Eingreisen des Personals oorgebcugt, * %■ Usingen, 19. März, Wie wir bereits gemeldet, verschied nach langem schweren Leiden im 92, Lebensjahre zu Frantfurt a. M. im städtischen Kronkenhause der Kgl. Landrat des Kreises Usingen, Rittmeister der Reserve, Eeheimrat Dr, August P. F. Beckmann. Ritter hoher Orden. In Anerkennung seiner Verdienste als Staatsbeamter wurde ihm Allerhöchst der Rote Adlerorden 3. Klaste und der Kronenorden verlieben. Er war auch Inhaber des Kommandurkreuzes des Fürsttich Bulgarischen Zivildienstordens. Auch die Bürgerschaft unserer Stadt wußte des Verstorbenen Verdienste um das Wohlergehen seines ihm lieb und wert gewordenen Amtssitzes zu schätzen. Sie ernannte ihn zum Ehrenbürger. Ein sanfter Tod hat ihn von seinem langen, schweren Leiden in Franftnrt a. M., wohin er sich aus den Rat der Aerzte vor etwa drei Wochen begeben hat, erlöst. Möge er in Frieden ruhen! Ehrende Nachrufe wurden gewidmet vom Kreisaus- schuß und Kreistag, von den Beamten und Gehilfen des Kgl. Lmidratsamts, dem Magistrat und Stadtverordnetenlollegium, dem Kreisv«band, dem Kriegervcrein Usingen und dem 19. Beizrksverein Rast. Land- und Forstwirte, besten mehr wie 29- jährig«, verdienstvoller Vorsitzender der Verstorbene war. Die Beisetzung d« Leiche findet in Schleswig-Holstern, tm (falls» minder Erbbegräbnis statt. Au» Starkenburg. * Langen. 18. März. Der Stadtoorstand beschloß den Erwerb d« bisherigen Haushaltungsschule samt dem dazugehörigen Gelände. Für den Neubau der Anstalt stellt die Stadt »in größeres Grundstück kostenlos zur Verfügung. * Groß Gerau. 18. März. Bei der Fasanerie sauste ein mit rasender Geschwindigkeit dahinfahrender Kraftwagen gegen einen Baum, knickte diesen um, rasiert« dann zwei Grenzsteine weg und landete liblieklich im schwer beschädig. tem Zustande im Straßengraben. Die wilden Fahrer kamen merkwürdiger Weise unverletzt davon. Eigentlich 'rhadel Denn derartige Auswüchse eines sich wie rasend gebärenden Automobilismus können gar nicht hart genug geahndet werden. • Darmstadt, 19. März Nicht weniger wie 19 Angeklagte, darunter verschiedene Frauen stehen vor der Strafkammer wegen Diebstahl und Hehlerei unter Anklage. Neun derselbe» sind beschuldigt, in den letzten zwei Jahren, während sie als Arbeit« an der Dreschmaschine beschäftigt waren, den Landwirten regelmäßig einen oder mehrere Säcke Gerste oder andere Frucht beiseite geschafft und den Erlös für sich verbrauch! zu haben. Die anderen 19 Angetlagtcn haben die gestohlen« Frucht gekauft, obwohl sie wißen konnten, daß es sich um gc siohlene Frucht handelte. Es sind etwa 29 Zeugen und zwei Aerzte als Sachverständige geladen. Die Täter entschuldige» sich damit, daß es allgemein üblich sei, sich an der Dreschmaschine einen Sack der Frucht anzveigncn und den Erlös zu teilen. Festgestellt wird auch, daß in einzelne» Fällen die Söhne der Landwirte die Drejcharbeiter dazu verführe», einen Sack ohne Wißen der Ellern zu beseitigen, den sie dann verwerten, um sich ein erhöhtes Taschengeld zu sichern. Die der Hehlerei Angeklagten bestreiten entschieden, gewußt zu haben, daß die Frucht gestohlen war, sie waren der Meinung, daß alles mit rechten Dingen zugehe, obwohl festgcstellt wurde, daß di« Frucht in den meisten Fällen in der Nachtzeit transportiert und zu den Hehlern geschasst wurde. Drei der Angeklagten, Taglohn« W. Diehlmann 3., Joh. Griesheim« 9. und Friede. Schäscr, letzterer Gast- und Landwirt, befinden sich in Hast, auch seine Ehefrau ist wegen Hehlerei unter Anklage gestellt. Die Anklage wird von Staatsanwalt Bernhardt vertreten. • Lampertheim, 19. März. Hier ist der Strahschuppen des Landwirts Peter Korb 2. in Brand geraten, der sich von da auf den Stall und die Scheune übertrug, die vollständig ein Raub der Flammen wurden, Uebcr die Entstehung des Feuers ist bis jetzt nichts bekannt, doch sind Ermittelungen im Gange. Aus Rheinhesten. • Mainz, 18. März. In einem Hause in der Neutorstraß« war ein Händler in seiner Wohnung des dritten Stockes damit beschäftigt, an seinem Fenster einige Latten anzunageln. Bei dieser Arbeit hatte er sich auf die Fensterbank gesetzt. Hierbei stürzte er in den Hof und zog sich schwere Verletzungen zu, an denen er im Rochusspital verstarb. Eingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schriftleitung nur die pretzgesetzliche Verantwortung). Zur Ortskrankenlastenwahl im Kreise Friedbcrg. Sonntag, den 2 2. März find Arbeitgeber und Arbeitnehm« unseres Kreises verpflichtet u»d gezwungen, die Wahlen zur Ortskrankcnkaste Friedberg zu vollziehen. Der liebe deutsche Sonntag ist dakür ja gut genug, daß man ihn zum Wahltag mit seinen traurigen Erscheinungen stempelt! Wir aus dem Lande fragen uns, haben wir denn gar keine Regierung mehr, die unseren Sonntag vor derlei Aergernissen schützt? Steht man dort aus dem Standpunkt, uns den Sonntag nach dies« Richtung hin zu nehmen? — Wir beklagen dieses Rach geben gar sehr. Man soll doch nicht sagen, da haben die Arbeiter besser Zeit zum wählen! Rein, es ist selbstverständlich, das wie bei anderen Wahlen, auch hier der Arbeitgeber diese kurze Zeit zum wählen auch am Werktag dem Arbeitnehmer freigibt. Wenn jedoch Leute, die weder für Leib noch Seelk einen Sonntag nötig haben, es für gut befinden, uns andere» den Sonntag in dieser Weise hcrabzusetzen, so verbitten wii uns dieses für die Zukunft ganz entschieden. Heute ist ma» daraus aus, die guten Sitten zu hüten und ihnen den Platz einzuräumen. der ihnen von rcchtswcgen gebührt. Große Gedanken und Ideale jucht man von verschiedenen Seiten >>» Volke zu wecken, aber hier zerschlägt man ohne Bedenken etwa- vom heiligsten Erbgut unserer Väter, das wahrlich verdient daß es auch vom gegenwärtigen Geschlecht« treu gehüte! wird. Will man uns denn geistig noch ärmer machen, w>< wir schon geworden sind? Soll es so weiter gehen? Einer für Biele. Bereinigte Stabttheaier Frantsurt a. Bi, 0 »11 n 1 1 u s. Donnerstag, den 19. März, abends 7 Uhr: „Die Hugenotten". 19. Vorstellung im Donnerstag-Abonn. Gew. Preise. Freitag, den 29, März, abends halb 8 Uhr: „Polenblut". Außer Abonn. Gew. Preise. Samstag, den 21. März, abends halb 8 Uhr: „Der Frei- schütz", 2k. Vorstellung im Samstag-Abonn. Gew, Preise. Schauspielhaus. Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr: Abonnementsvorstellung für den am 26. November 1913 ausgefallenen Mittwoch: „Das Glück im Winkel". 18. Vorstellung im Mittwoch- Abonn. Gew. Preise. Freitag, den 2g, März, abends 8 Uhr: „Wie einst im Wai r Außer Abonn. Gew. Preise. Spiklplon des Stadttheaters in Gieße». Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr in Marburg: „Der Widerspenstigen Zähmung". 18. Abonnements-Vorstellung. Freitag, den 29, März, abends 8 Uhr: „Die Frau de Kommandeurs". 29. Freitags-Abonnementsvorstellung. Eeo- «reise. Frankfurter Wrtlrrieri'ckik. Voraussage: Veränderlich, zeitweise g«inge Niederschläge, tagsüber wärm«, westliche Winde, Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Kar! Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag d« „Neuen Tageszeitung", A.-G,, Friedberg i. H. Nr. 68 Reut xagesjeitung. Donnerstag, den IS. März 1914 Kostüme Blusen Röcke i ■ Die schönsten Die neuesten Die elegantesten Die entzückendsten Die billigsten Pl*6IS6 Die grösste Ruswahl findet man im HG C5° \ Kaiserstrasse 77 Fricdhergl.lf. /§§^ Z Kaiserstrasse 77 Große Auswahl in Konfirmanden und Kommunionkleidern. und mehr im Hause täglich zu verdienen. Postkarte genügt. Richard Hinrichs, Hamburg 15. Saatgut. Jiotklt« | i'uicvu Vroo. | seidefrei Hchmedischtzlee I U. Attest iUtifiltl« J Rangras englisch Raqgra» italienisch HiNlmuri Eckendörser HiNiwur, Obcindörfer Lickwur, Friedrichswcrther I dl Kickwurr Kirsche I di sowie wmtliche Samen in vorzüglicher Qualität Saathaiis Hecker, Friedrichsdorf i. 50 Kg. 75.— 75.- 75.— 150.— 21 .— 20 .— 20 .— 28.- 5 Kg. 8 .— 8 — 8.50 14.- 2.50 2.50 3. — 3.50 4. - 5. - Heinrich Damm, Tteinilietznieißer Friedberg-Fauerbach »is ä vis der Zuckerfabrik, Telefon 292 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in modernen Grat»-Denkmälern zu äußerst billigen Preisen. 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Wählerinnen (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) sind zu dieser Versammlung dringend eingeladen. Das Wafflkomitee. Arlikitgtber ii. IScrfidjertc! Ül»f jitr Kraakeiiksstil-Wahl!! Warum sollt Ihr wählen? Weil Ihr Euch Einfluß auf die Verwaltung der Kasse sichern müßt. Weil Ihr mitrcden müßt bei der Beratung der Satzungen, der Bestimmung der Beiträge, Festsetzung der Leistungen, der Wahl des Vorstandes. Wer mitzahlt, soll auch mitreden I Ihr dürft die ganze Verwaltung nicht einer Partei überlassen. Wer wählt? Wahlberechtigt sind alle volljährigen Arbeitgeber der Kasse, die Versicherte beschäftigen, also auch Tieust. Herrschaften, die Dienstboten, Handwerksmeister, die Lehrlinge beschäftigen. Wahlberechtigt sind auch Bürgermeister für ihre Gemeinden als Arbeitgebn der bei der Gemeinde Angestellten und Arbeiter: Amtsvorstände für ihre Angestellten und Arbeiter, soweit diese versichert sind. Diese Arbeitgeber sollen auch für sich noch einmal wählen, wenn sie für sich Versicherte beschäftigen. Wahlberechtigt sind alle volljährig Versicherten, Wann wird gewählt? Tie Arbeitgeber wählen Sonntag, den 22. März, von nachm. 12—2'/, Uhr. Die Versicherten wählen Sonntag, den 22. März, von 3—6 Uhr. Wo wird gewählt? In den in den Zeitungen angegebenen Orten und Wahllokalen. Wen wählen wir? Die Arbeitgeber der aus allen Berufen und bürgerlichen Parteien aufgestellten Wählerliste I, die mit dem . Namen Theodor Mörschel, Friedbrrg, beginnt. Die. Versicherten, die nichtsozialdemokratische Liste I, die ebenfalls allen bürgerlichen Parteien entnommen ist und mit dem Namen Hcrget Vilbel, beginnt. Selbstverständlich können Arbeitgeber nur die „Arbcit- gebcrlistc" und Arbeitnehmer nur die „Vcrsicherten- lifte" abgeben. Wie wählen wir? Geheim mittels Stimnizettel, die in abgestenipeltc Kuverts gelegt werden. Die Kuverts sind im Wahllokal zu haben. Als Stimmzettel muß die ganze Liste unverändert abgegeben werden. Streichungen, Aendernngen, machen den Zettel ungiltig. Jeder Arbeitgeber hat für 1—10 beschäftigte Versicherte eine Stimme, für jedes weitere angefangcn« zehn eine weitere Stimme, bis zum Höchstbetrage von 30 Stimmen. DieVersicherten haben je eine Stimme. Was ist mein Answeis? Für die Arbeitgeber dient als Ausweis die letz» Quittung der Beiträge, vom Monat Februar odck Januar, für die Versicherten die vom Arbeitgeber aus- gcstclltc Bescheinigung, das, er noch in Arbeit sNht. Diese Formulare sind von der Kasse oder den linier- erhcbern kostenlos zu haben. Alle Mann an Bord! Keiner fehle, denn es entscheidet nicht die einfache Stimmenmehrheit, sondern die Verhältniswahl! Je mehr Stimmen nnscre Listen habe«, desto mehr Sitze haben wir im Ausschntz- Beilage zur „Neuen Tageszeitung." -r. <»<» | Donnerstag, den 19. Wärz 191^. | 7 Zahrga«U Gedenktage. 19. März. 1851 Fricdr. Franz III., Grobherzog von Mecklenburg, gcb. — 1862 Wilh. Friedrich v. Schadow, Maler, t- — 1881 Arnold Duckwitz, Bürgermeister von Bremen gest. Hellische tandeslsypotlselrenvank. Dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der vom Staate ,iea> ündelen und geleiteten Hessischen Landes-Hypothekcn- mk in Tarmstadt für da? Jahr 1913 entnehmen wir fol- Der Gesamtbestand an unkündbaren Til- nngsdariehen ist auf zirka 13 156 Stück im Betrage - ’ rund 171% Millionen Mark gestiegen. Bon diesem Be» sind rund 66% Millionen Mark zu etwa 3'% Prozent -"ien. der Rest von rund 165 Millionen Mark zu etwa 4% '°rn-ent Zinsen ansgcliehen. Die Vermehrung im Jahre 1913 beträgt etwas über 11 Millionen Mark. Der Umlauf an Pfandbriefen und Kom - rnunal-Obligationen hat sich auf 170 Millionen Mark erhöht. Andere als T i l g u n g s d a r l e h e n hat die Bank auch in, Berichtsjahre nicht gewährt. Die Höhe der Tilgung darf jei Hypothek-Darlehen nicht unter % Prozent, bei Kommu- ral-Darleben nicht unter 1 Prozent betragen. Der Wert der linkiindbarkeit der Darlehen offenbarte sich nach dem Ge- ßsüstsbericht den Anleihern gerade in der Zeit ansteigender Pleldvertenernng, weil bei der Bank eine Zinsfnßsteigcrung «nid die Erhebung von Prolongationsprovisioncn ausge- jchlossen sind. Die planmäßigen Tilgungen aus dem Bestand an Hypothekendarlehen haben für 1913 bereits die Summe von rund 856 660 M erreicht. Dab die Tätigkeit der Bank gerade den kleinen Leuten >md dem Mittelstände wieder in besonderem Maße zugute kam. lassen die Angaben des Geschäftsberichts über die Stllckerlnng der Darlehen und über Stand und Gewerbe der Anleiher erkennen. Nahezu % aller Hypothek-Darlehen kommen auf Beträge bis zu 5000 M, nahezu % auf solche bis zu 10 600 M. Auf Handwerker und sonstige Gewerbetreibende sowie auf Arbeiter entfallen über die Hälfte, auf Landwirte nahezu % aller Darlehen. Rund 876 066 Mark aus Hypothek-Darlehen fanden zur Errichtung von Kleinwohnungen Verwendung. PreuKilcher Landtag. Abgeordneten hau». In der am Dienstag fortgesetzten Beratnng de» Eisen- kabn Etat» schlug Abg. v. Quast stons.s «ine Aenderung de» Vertrages mit der Reichspost vor, der den preutzischen Eisenbahnen ein großes Minus bringe; dadurch könnten di« 72 Millionen Steuerzuschläge überflüssig werden. Dt« preußisch-hessische Betriebsgemeinschast habe sich durchaus bewährt und niüsie beibcholten werden. Die Verstaatlichung aller deutschen Bahnen, die seinerzeit an dem Widerstand der süddeutschen Staaten gescheitert sei, ließe sich heute nicht mehr durchführen. Eisenbahnminister ». Breitenbach wandte sich gegen die gestrigen Behauptungen des Abg. Stroebel (Soz), daß ein Konjunkturwechsel zur Entlastung von Personal führe. Es sei der Stolz der Verwaltung, daß da» nicht der Fall sei. Herr Stroebei möchte doch auch seine Behauptungen beweisen, daß Preußen den andern deutschen Bahnen unlautere Konkurrenz bereite. Wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt werden könnten, so solle doch der nach Einführung der Schlafwagen 3. Klasse berücksichtigt werden. Abg. Eerhardus (Ztr.) gab dem Wunsche Ausdruck, daß bei Neuanlagen darauf geachtet werden möge, daß nicht Sackgasten entstehen, die den örtlichen Verkehr sehr erschweren. Auch die Enlschädigungspslicht der Eisenbahn bei solchen Neuanlagen dürfe nicht zu engherzig gehandhabt werden. Abg. Dr. Röchling (Natt.) betonte, daß das Eisenbahnministerium tunlichst unabhängig gestaltet würde vom Finanzministerium, darum sei die Verlängerung de» Abkom- mens geboten. Abg. Eraf M o l t k e (kons.) verlangt« eine vermehrte Einführung von Ausnahmetarisen nach den Seestädten, um unseren Handel und die Industrie konkurrenzfähig mit dem Ausland« zu erhalten. Der Eisenbahnminister hatte gegen die Ausdehnung der Vororttarise große Bedenken. Die Ausdehnung de» Vorortverkehrs hätte mancherlei technische Schwierigkeiten und würde viele Neubauten bedingen. Es müsse von Fall zu Fall vorgegangen werden. Abg. Münsterberg (Fortschr.) trat sür eine vermehrte Ausgabe von lbesellschafts- und Sonntagssahrkarten «in. Daraus schloß die Besprechung. Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrags der Vudgetkommission aus Verlängerung des Finanzabkommens »us zwei Jahre. Bei den Ausgaben erbat Abg. Dr. Schmitt- Düsseldorf (ZK.) die Errichtung einer Eisenbahndirektion in Düsseldorf. Abg. W a l l b a u m (Hosp. b. d. Kons.I forderte die Schaffung mehrerer etatsmäßiger Stellen für Zugführer. Abg. D e l t u » (Fortschr.) trat sür eine schnellere Bcsördr- rung der technischen Hilfskräfte ein. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr: Fortsetzung. Schluß 5 Uhr. Hochwasser, Sturm n. Hnwetter. Aus allen Gegenden werden uns Unfälle genicldet, die durch das Hochwasser und die orkanartigen Stürme verursacht worden sind. Rhein, Main, Neckar, Lahn, Nidda und viele andere Flüsse und Bäche führen Hochwasser, sind über die Ufer getreten und haben stellenweise große Länderstrecken in Seen verwandelt. Nachgerade nehmen die Ueberschwemmnngcn im Niddatal von Vilbel talwärts bis Nied einen solch gefahrdrohenden Charakter an, wie er seit langen Jahren nicht beobachtet wrirde. Zwischen Praunheim und Hansen sind bereits in imnier breiter werdendem Bett auf die Felder und Wiesen die Wasser ergossen. Zwischen B o ck e n h e > in und Hausen überflutet das Hochwasser die Landstraße in einer Breite von 200 Metern und einer Tiefe von 50 Zentimetern. Da das Wasser noch andauernd im Steigen begriffen ist, mußte die für den Fußgängerverkehr eingerichtete Notbrücke gestern wiederholt verlängert werden. Hauser selbst ist bis jetzt von den andrängendcn Wassermnssen verschont geblieben, dafür aber steigt das Grundwnsser aus der Tiefe hervor und richtet in den Kellern und vor allem in den Mistbeeten der Hausener Gärtnereien und der ganzen Landwirtschaft großen Sck>aden an. Die Sämereien und Frühgemüse in den Beeten sind vielfach völlig vernichtet. Das Hofgut Praunheim erleidet an seinen zerstörten Weizenfeldern bedeutende Einbußen. An die Frühjahrsbestellu'ig. die jetzt bald beendet sein könnte, ist vorerst gar nicht zu den- Jum Pflugeisen. Roman von M. Prrgge-BrooL 56 (Fortsetzung). Schon manche, di«, am Leben verzagend, zu mir kamen, bat meine Anstalt nach kurzer Zeit an Leib und Seele gesund gemacht. Möchten Sie mit mir kommen?" „Ich bleibe in meines Heinz' Nähe, bis . . ." Marl) vollendete nicht. Fcnchtwangen verstand sie auch so. Bewegt drückte er ihre Hand. „Hoffentlich nicht auf Wiedersehen!" sagte er. „Machen Sie es gut: es liegt in Ihrer Hand, ob Sie gesund und j-hrem Jungen eine Mutter sein werden, oder ob Sie sich elbst verlieren. Denken Sie nach und lassen Sie Mut, sonst vird . . ." Er sckyittelte den Kopf und ging. Mary sah ihm seufzend nach. „Ich kann doch nicht", sagte sie zu Erna, die sich über sie beugte. „Ihr wißt ja nicht, wie mir zumute ist." Das ahnte freilich keiner. Rosemarie nicht auSgenom- men, obschon sic die Einzige war, die den rapiden Kräfte- verfall der Schwägerin wahrnahm. Der Besuch des Professors hatte sie verdrossen. Sie war es nicht gewöhnt, daß man sie nicht beachtete. Dennoch besprach sie sich mit dem Doktor und gab in der Küche an, daß man den Anordnungen der Schwester widerspruchslos gehorche. Sie versprach sich freilich nichts davon. Mary wies nach wie vor zurück, was sie hätte stärken können. Sie wurde unruhiger in dieser Zeit und lag nicht mehr so teilnahnislos auf ihrem Bett. Erna, die sie aufopfernd pflegte, hätte ihre Apathie lieber ertragen, als dieses rastlose Wandern in der Nacht, das von neuem begann. Umsonst wollte die Schwester sie mit Gewaü zurückhalten. Mary »>lgte ihr nicht. Der Doktor machte ihr die herbsten Vor- Z“Jl e “T b b 5° 6,t ' fcint Besuche einzustellen, wenn sie ihm mehr Ebre mache. Er begann den. Zustand seiner Va- tientin für bedenklich zu halten und stellte sich eines Tages Wieder im Oberstock ein. „So geht cs nicht weiter, Fräulein Rosemarie", begann er. „Sie müssen mir helfen. Frau Sebald verkommt in ihrer Einsamkeit. Wird sie ihrem trostlosen Zustande nicht entrissen, so befürchte ich das Schlimmste." „Ich habe keinen Einfluß", wehrte Rosemarie. Der Doktor sah sie zornig an. „Darum handelt es sich nicht. Ich sage Ihnen, Gefahr ist im Verzüge. Frau Sebald muß an« ihrem Trübsinn heraus, sonst geht sie zugrunde." „Die Diagnose habe ich ihr längst gestellt. Schädel Ich hätte mehr von ihr erwartet. Daß sie beim ersten Schicksalsschlage versagt, das ist eine Schwäche, sür die ich kein Verständnis habe." „Sie sind hart, Rosemarie", antwortete der alt« Doktor traurig. „Nicht hart, sondern gerecht. Verlangen Sie im Ernst, daß mich Marys Schicksal aufregt, nachdem ich meinen Heinz bcrgcben mußte? Für ihn habe ich gelebt, ihm meine ganze Jugend geopfert, jetzt klammere ich mich an seinen Sohn. Er soll mir alles ersetzen." „Und lasten die Frau, das Liebste, was Ihr Bruder nur besaß, zugrunde gehen?" „Ich kann ihr nicht helfen. Aber raten Sie, — was soll ich tun? Ich bin zu jedem Opfer bereit, selbst wenn es, wie ich fürchte, nichts nützt." „Geben Sie Ihrer Schwägerin das Kind zurück. Zwingen Sie sie, sich mit ihm zu beschäftigen. Sie muß von ihren Gedanken abgelenkt werden." Rosemarie senkte ihr Haupt. „Ich kann nicht, Doktor, Heinz gehört mir. So lange seine Mutter unfähig ist, ihre Pflicht zu tum trete ich sür sie ein. Dos bin ich meinem Bruder schuldig." „Sie sollen ihr das Kind ja auch nicht ausliefern. .Hel- sen Sie ihr nur, sich wieder an ihm zu fteuen. Wenn sie den kleinen Bengel siebt, der täalüb niedlicher wird, kommt sie von ihrer fixen Idee, ihrem Heinz folgen zu müssen, ab. Versuchen Sic's, es ist die höchste Zeit." Er wartete ihre Antwort nicht ab, sondern entfernte sich init raschen Schritten. Rvsemarie versank in Gedanken. Sie wußte nicht, was sie tun sollte. Mary ging zugrunde, so oder so. Sie tat ihr leid, aber helfen konnte sie ihr nicht. Vielleicht, wenn sie sie zu Fcuchttvangen gab, Er hatte zwar kein sest's Versprechen gegeebn. Doch Rosemarie war überzeugt, er würde sein möglichstes tun. Und wenn auch dnS nichts hals? Eia grausamer Zug erschien in ihrem regelmäßigen Gekickst „Dann muß sie sterben," sagte sie hart. „Warum ist sie so s^ach und läßt sich vom Schicksal erschlagen?" Sie ging inS Kinderzimmer, um nach Heinz zu sehen. Da Mary täglich elender wurde, versuchte die Bürger- - Meisterin energisch einzugrcisen. Eine Zeitlang saß sie jeden Nachmittag bei der unglücklichen Frau, bemübt, ilire Wahn- ideen zu bekämpfen. Leider mußte sie Anfang Mai in ei» böhmisches Bad reisen und die Nichte ihrcin Geschick über- lassen. An eine Besserung glaubte keiner mehr. Nur den Doktor ließ es keine Ruhe. Ihn dauerte das schöne GcsPövf, daS so kläglich unterging. Heimlich lvandte er sich noch einmal an Feuchtwangen und bat ihn um Rat. Die Antwort folgte umgehend. „Jetzt muß sie auS ihrer Umgebung fort, — und da» unvcrzüglich, wenn es nicht schon zu spät ist." Wüte: mochte der treue Freund sich auf den Weg zu Rosemarie Sebald. Sie empfing ihn, den kleinen Hein, auf deni Schoß. „Ist er nicht süß?" ftagte sie, den Buben stolz Prosen- ticrend. „Und seine Mutter sttrbt", antwortete er traurig. Rosemarie erschrak. Aber sie konnte es nicht bindert daß ein befreiender Atemzug sich ihrem Busen entrang. (Fortsetzung folg«! »Ir. 66 Neue Tageszeitung, Eionnerskag, den 19. März 1911. ken. Gleich schtvierig ist ferner die Lag zwischen Rödel- hciin und Nied. Vor Nied gleicht die Nidda einem einzige» See, dessen Fluten gestern schon die ersten Häuser erreicht hatte». Da vom Taunus und Vogelsberg ein weiteres Anschwellen der Gebirgsbäche gemeldet wird, muh für die nächsten Tage noch mit einer Steigerung der Ucberschwem- niungsgefahr im Niddatal grr bnet werden. Aus deni ganzen bayerischen Donaugebiet kommen Hochwassernachrichten. Das Dorf Marie Posching ist überschwemmt. Zwischen Deggendorf und Klein-Pinzing stehen viele Ortschaften unter Wasser. Aus der Ober-Pfalz werden schwere Hochwasserschäden gemeldet. Die Schwarza ist über die Ufer getreten und hat weite Strecken überschwemmt. Am B o d e n s e e entstand ein Unwetter mit orkan- artigeni Sturm, das an Wäldern und Obstkulturen großen Schaden anrichtete. Auf dem Gelände der deutschen Werkbund-Ausstellung in Köln stürzte infolge des heftigen Sturmes das Preutzen- Oldenburg-Haus ein. Der heftige Sturm hat außerordentlichen Schaden an- gerichtet. Die Telephonverbindungen nach Westen und zwar nach Frankreich, Belgien, England und Holland sind gestört. zum Teil völlig unterbrochen. Telegranime müssen teilweise niit der Eisenbahn befördert werden. Ein Arbeiter aus dem Kölner Vororte Vingst, der mit einem Fahrrad fuhr, wurde von dem Sturnr vor die elektrische Bahn geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Da infolge des anhaltenden strömenden Regens ein erneutes Steigen des Rheins befürchtet wird, werden Pioniere zu etwaiger Hilfeleistung bereit- gehalten. Der Schiffsverkehr am Rhein liegt danieder, da die Lade-Einrichtungen durch die Hochwasserflutcn zum großen Teil unbenutzbar sind. Das Hochwasser der Lahn ist seit gestern von 2.70 bis heute auf 4.45 Meter gestiegen. Die stündliche Zunahme beträgt 7 bis 8 Zentimeter. Das Wasser, das infolge des an- haltenden Regens noch immer stark steigt, überflutet weite Strecken. Vielfach müssen die Keller geräumt werden. Auch aus dem Ausland werden schwere Unwetter gemeldet: In Brüssel herrscht starker Sturm, wodurch die Tele- phonleitungen mit dem Auslande gestört und nach Frankreich hin gänzlich unterbrochen waren. Der deutsche Dampfer „Bielefld" strandete im Hafen von Antwerpen. Sechs Seite * Zur Krankenkafsenwahl! Arbeitnehmer! Zwei Arbeitnehmerlisten werden Euch angebotrn. Die Liste ll ist, wie auch aus einer am Sonntag den 15. März zu Friedberg abgehaltenen Versammlung hervorgegangen ist. eine rein sozialdemokratische. Die Liste l setzt sich aus Namen zusammen, die den Reihen der national, christlich und liberal organisierten Arbeiterschaft, den zahlreichen Gemeinden-Angestellten und Arbeiter, der kaufmännischen Angestellten und der großen Zahl der Nichtorganisierten Arbeiter entnommen sind. Unsere Kandidaten setzen sich aus allen Berufsarten zusammen und keinerlei politische Parteizugehörigkeit oder irgend eine ander« Rücksicht war bei ihrer Auswahl maßgebend. Sie stehen auf dem Standpunkt, daß in den Krankenkassen keine Parteipolitik getrieben werden soll, daß vielmehr eine sozial« Einrichtung »am Schatz and zur Hilfe der Kranke« darstellen sollen. Wer mit uns dieser Meinung ist, der wähle die Liste I der Arbeitnehmer mit den Namen: A) Vertreter. H-rgct, Seorg, Kreirpfandmeister i. P. u. Grotzh. Bei geordneter, Stets Friedberg, Bildet. Oppenheimer, landw. Arbeiter, Tg. Jtont, Schneehasen, Friedrich, Wertfilhrer, Butzbach, Rockenberg. Stratzheim, Heinrich Jakob, Müller Wwe., Griedel. Walz, Hermann, Stadlbauführer, Stadt Bilbcl, BUbel. ' L-hsink, «dols. Spengler, C. F. Frick. Friedberg. Leyerzaps, Christoph, Wiegemstr» Stadt Butzbach, Butzbach, Lahmer, Karl, Maschinenmeister, Stadt Bilbel, Bilbel. llth, Karl. Hilssarbetter, L. Wetzet, Niedrr-Erlenbach, Mastenheim. Gatzert, Jakob, ldw. Arbeiter, Gemeinde Ostheim, Ostheil«, Scheid, Johann, Gärtner, Herm. Melchior, Butzbach. Marburger, Georg, Polizeidtener, Stadt Bilbel, Bilbel, Erreuber, Friedrich, Spengler, C. F. Frick, Friedberg. Weinman», Friedrich, Kreisstraßenwart, Kreis Friedberg, Petterweil. Haub, Heinrich Jakob, Polizeidiener, Gemeinde Rieder« Weisel, Rieder-Weisel. Quirin, Jakob IN., Maurer, Joh. Sylvester Schäfer, Harheim. Faatz, August, Buchhalter, Akt. - Zuckerfabrik Wetterau, Friedberg. Heuser, Georg, Färber, Braubach & Fischer, Butzbach. Rettig, Max, Brennmeister, Hell ch Thellus, Affenheim. Klei», Johann Heinrich I., Bürovorsteher, Justizrat Keller, Friedberg, Ockstadt. Wächter, Jakob, Maurer, weiterversichert, Tambach. Koppel, Georg NI., Polizetdiener, Gemeind« Rodheil«, Rodheim v. d. H. Schier, Julius, Hausbursche, L. Späth, Butzbach. Mörschel, Jakob Christ, Maurer, Theodor Mörschel, Friedberg, Ober-Mörlen. j Hetz. Kaspar, landw. Arbeiter, Jakob Reif, Steinfurth. ! Funk, Wilhelm. Steinbrecher, Etrllawrrk Akt.-Des. Homberg a. Rh, Münzenberg. Beller, Julia» C, Butzbach. Stier, Karl n, Schlosier, G. Sprengel, Reichelihelm i. W. Hartsutz, Wilhelm, Werksührer, Löstler & Co, Butzbach, Rockenberg. Seist Christ., landw. Arbeiter, I. Schuld, Staden. i Michel, Wilhelm «ourad, Hilfsarbeiter, L. Wetzrl, Ried.« Ellenbach. Rieder-Erlenbach. 8-dl-r, Richard W, Maurerpolier, Theodor Mörschel, Friedberg, Ober-Mörlen. Seid. Hermann, Gutsvcrwalter, Ph. ft. Hensel, Dortelweil Weidmann, Margareta, Arbeiterin, Trapp & Münch, Friedberg, Ockstadt. Deis, Wilhelm, ldw. Arbeiter. H. K. Alles, Ried.-Flarstad« Zinser. Johann August, Polizetdiener und Flelfchbeschauer, Freiwillig Berstcheri, Grotz-Karben. Grieb, Heinrich, Weitzbinder, Ludwig Kreh, Butzbach. 8) Lrsabmänner. Damm. Ada«, Packer, M. Oppenheimer, Butzbach, Rockenberg. Keil, «dam, Schreiner, Wilhelm DIehl, Butzbach. -iepp, Heiurich, Forstwart, Gemeinde Rieder-WöMadk, Rieder-Wöllstadt. , Müller, Fritz, Kaufmann, Karl Friedr. Hinkel 1L, Bilbel. Greeb, Ort», Schmied, Friedrich Grauer, Butzbach. Alt, Eberhard, landw. Arbeiter, Gemeinde Gainbach, Eambach. , Reichhold, Jean Felix, Rohrmeister, Stadt Vilbel, Bilbel. Schüler, Friedrich, Gutsverwalter, Eutspüchtrr Schwenk, Rieder-Eschbach. i Schäler, Christoph, Maschinist, Karl Vorbach, Okarben, j Meisinger, Ludwig, Wagner, Th. Mörschel, Friedberg, Friedberg-Fauerbach. Zinn, Konrad, Waldarbeiter, FreiwMig versichert, Burg- ^ gräfenrode. Müller, Christ. Jakob, Obermüller, H. Schutt, Kl.-Karbea. Euler, Johann, landw. Arbeiter, Gemeinde Pohlgön«, Pohlgöns. Lust, Johannes, Buchdruckereisaktor, „Reue Tageszeitung", A. G., Friedberg-Fauerbach. Brau», Philipp, Polizeidiener, Gemeind« Dorheim, Dorheim. Siebert, Kvnrad, Nachtwächter, Gemeind« Kloppenheim, Kloppenheim. Riedel, Wilhelm, Hofgörlner, Graf Franz zn Eolms- Rodelheiui, Affenhrim. Hinz, Gottfried, Industriearbeiter, L. Wetzet, Rieder- Erlenbach, Ober-Erlenbach. Philipp, Johann Georg, Weitzbinder, Th. Mörschel, Friedberg, Rieder-Mörlen. Roth, Konrad Karl, landw. Arbeiter, H. K. Alles, Rteder- Florstadt. Riegclhuth, Heinrich, Kretsstratzenwart, Kreis Friedberg, Bilbel. Wolsheimer, Jakob, Maurer, Gemeinde Osthelm, Fauerbach v. d. t>. La motte. Philipp, landw. Arbeiter, PH. Lamotte, Södel. Gcitz, Wilhelm, Schreiner, Karl Geitz, Ober-Lschbach. Meub, Johann III., Feldschiltz, Gemeinde Stammheim, Stammhetm. Kiel. Seinrich. landw. Arbeiter, Iran Wentzel, Rieder- Erlenbach. Lemp, Anton, Maschinist, Stadt Butzbach, Langenhain, -aarstrich, Wilhelm, Kaufmann, F. Rotzbach, Friedberg, Schreiner, Heinrich, Spengler, C. F. Frick, Friedberg. Wols, Anna, Arbeiterin, Franz Schmidt, Kohlenhandlung und Mineralwafferversandt, Bilbel. Horn. Melchior. Nachtwächter, Freiwillig Berfichert, «urggräfenrode. Beyer, Hrinrich, Pflasterer, Peter Well, Oppershofen. Hosman», Karl, Feldschütz, Gemeinde Petterweil, Petterweil. Burk. Johann -ermann, Maurer, Th. Mörschel, Friedberg, Ober-Mörlen. Stelz, Eeorg Ludwig II., Schlosser, W. A. Hetz, Friedberg, Merz, Hrinrich, Steinbrecher, Stellawerk A.-G. Homberg a. Rh., Rockenberg. Berndt, Wilhelm, Gutroerwalter, H. Brückmann, Hofgut Nonnenhof. Stengel, Kälche», Stütze, Ph. Steinhäutzer, Friedberg. Das Wahlkomitee der Versickerten. Zuschneider, Jalob Rumpf Sohn, Ein Aufsehen erregendes Attentat wnrde von der kßattib dttl Finanzminister Caillaux auf den Redakteur des „Figaro" Calmette verübt, das politischen Motiven entsprungen ist. Der Leiter des „Figaro" hat seit Wochen eine Presse- Campagne gegen Caillaux geführt und auch Frauen mit hin- eingezogen. Schleppdampfer suchten ihn wieder flott zu machen. Andere Schiffe erlitten Havarien. Das Wachsen der Flüsse dauert an. Bei Termonde brachen die Dämme der Schelde. Ti« Stadt steht unter Wasser. Auch die M a er 8 und ihre Neben- fliiffe treten über die Ufer. In H o l I a n d beginnt das Hochwasser seine schädlichen Wirkungen miszullben. In Ostgroningen ist die Landwirt- schuft ernstlich bedroht. Die Dampfbahn von Zntpben nach Eminerich mußte den Verkehr einstcllcn. Bei dem Grcnzort Lobith, wo die Ueberschwemmnngen besonders stark sind, gal es einen Dammbruch. Die Bewohner flüchten in die Man- sarden der Häuser, von wo sie nur mit Mühe gerettet werden konnten. Fn zahlreichen Gegenden Frankreichs wüten hcf- tige Stürme. In verschiedenen Häfen und an der Küste ist der Schaden bedeutend. Die telephonische und telgrnphische Verbindung ist schwierig. Ein Teil des Maastales ist über- Ichwenimt. Bei einem Schissbruch bei der Insel Groin kamen vier Menschen um. An der atlantischen Küste, besonders am Ufergebiek, herrscht seit gestern ein furchtbarer Orkan, der eine gcwallige Sturniflut hervorruft. Kursbericht vom 18. März 1014 der Mitteldeutschen Crrditbanlr Altienlapital >«. Reserven M. 70 000000 gegründet 1856. Frankiurter Borst. 98.30’', 86 .- . 4"/, Reichsanleihe 3V. V. 3»/. „ 77 50 „ 3',.°/. Preutz. Consols 86.05 „ 3»/. „ . 77.50 4'/. Hetzen 97.25 „ 3V.°„ „ 84.35 „ 3V. „ 74.20 . Griechen o. 1890 54.80 „ 1V, 0 /« Monopol-Griech. 50 53 „ 4'/,„ Silberrente 87.20 „ 4*/. Oesterr. Goldrente 87.80 „ 3„ Portugiesen Serie I 61.80 „ 3, „ „Hl 64.50 . 4 ■/••/, Russen o. 1905 97.80 „ 4°/» „ „ 1902 89.80 , 4°/,Atnnin>str. Türke» 78.— , 4°/» Türken von 1903 85.50 „ TUrkentoose M. 168.40 „ 4»/, Ungar. Goldrente 83.— „ 4 „ „ Krvnenrente 82.50 „ 3*/, Buen.-Air. Pr. Aul. 64.'/. „ 4'/,°/, Chinesen 89.80 „ 4'/>"/» Zapaner 89.70 „ 3% Silber-Rtexikaner 41.— „ 4 '/,/» Biex. Irrig, Anl. 66.50 „ Berliner Handels Ant. 162 25 „ Darmstädt. Bank „ 123.'/, „ Deutsche Bank „ 258.50 . Deutsch-Asiati, che Bant 126.80 „ Diskonto Komm. Ant. 197.— Dresdner Bank Akt. 158 25 ‘Dlittelö. Creditb. Alt 123.75 . Lest. Ereditanst. Akt. 205216 , Bochumer Gugstaht „ 224.50 . Buderus 8..#, Act. 113.19 „ Deutsch Luxemburg „ 134.25 , EschweUer Bergw. „ 229.50 , Ge9enkirch.Berg,v.Att. 193.— , Harpcner Bergbau „ 183.75 . Phönix Äergb. „ 239.— . Laurayüte „ 155.50 „ Grlesheiui Elektron» 266.— „ Höchst. Farbwerte „ 669 — , Holzverkoylungs-Zud. 311.50 . Rütgersmerke Cheni.Fabr. Albert Allg. Elettr. Ges. , Dtsch-llbersee E.G. „ Schuck. Elettr. ffiej. „ Siemens u. Halste „ Stcaua Uioiuaua „ Zellstofs Walühos „ Hambg. Aink. Pak. „ 'Jlorbb. Lloyd „ Oesterr.Staasbahu „ Lombarden „ Baltimore n. Ohio „ Prioatdiskoni „ Tendenz: behauptet. 202 50 . 451.- . 247.- . 177.- „ 149. V. . 217.-/. . 147 59 „ 226.- . 141.-/. . >24'/. . 1552/5 . 22 .-., 90.- „ 3.25 . Berliner Börse. Türkenlose M. 168.60 . Baltimore u. Ohio 89.'/, „ Canada Pacisie Akt. 210.— „ t rince Henri E. B.Att. —.— „ chantung E. B. Akt. 141.50 » Berliner Handels Ant. 162.'/, „ Deutsche Bant Alt. 259.— „ Disk. Konunandit Ant. 197.'/, „ Dresdner Bank Akt. 15859 „ Pet.Znt.HandelSb.Alt. 209.75 „ Run.Banks, a. Hand. A. 1/3.— „ Allg.Ekek.Gesellsch. Akt. 247.'/, . Teutsch-Luxemb.Ä.Akt. 134.50 . Dtjch-Uber,'ee E. G.Alt. 1l7.— , GeljenbrchenBergio. A. 193.V, „ Harpener Bergbau Ltt. 183.50 , Hoyenlvyewerke Akt. Laurahütte Alt. Oberschlester E. Akt. Phönix Bergbau Akt. Rombacher Hütte „ Siemens u. HatsteAtt. 216 25 , Piivatdiskont 32/5 , Tendenz: behauptet. 123— , 155.25 , 2392/, i 158 - , Londoner Börse. Atchison Topeka Doll. 99.-/, Southern Partstk „ 972/5 Chicago Rock Ist. ,, 4.75 MitzPtanl.ll.TezM. „ 17.»/. Union Pacific. „ 162.— U. S, Steel Common,, 66.'/, Amalgamated Copp. Doll. 77.'/, Charlered Coinpany Ljlr. 9.95 Eallrano Proprielarq „ Ob» Golvstetds . 2.18 Rand Almes . 5.1*. De Beeis Consolid „ 18.21 Die Deposttenkalse Friedberg i. K. empsiehl» sich zur r»U«i- k»i,l4i»L>»8iL«« «sesedükte« An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. . Errichtung lausender Rechnungen und proorsionssreier «chea-a.» Umwechstung von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und »erschlossenen Depots. Entgegennahme oerzinsUcher Spar-Eintagen.