Unmmer 65 pitttttodf, den 18. Mär; 1914. 7. Jastrgany ic „Diene kagesreituriy- erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kaner «s Hessen", „Die Spinnssube". Henigoprcis: Bei den Postanstalteu oierieliat)rlict) Dil. 1 .1/5 Ihm den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Tragerlohn. Anzeigen: ErundzeUe 20 Pfg., lokale 15 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po tnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Derlag Friedberg (Hessen), Hanauerftratze 12. Fernsprecher 4L. Postscheck-Conto Nr. 4859, Amt Frankfurt a. M. Ueberftcht. — Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig-Lünrburg cs, heute früh kurz noch 5 Uhr von einem Erbprinzen entbunden worden. — Nach eingehenden Darlegungen des Staatssekretärs t on Tirpitz bewilligte die Budgetkommission des Reichstages gestern die Mittel für den Ausbau der deutschen Schulen in China. — In Metz wurde ein Luxemburger unter dem Verdacht der Spionage verhastet. Er hat sich dadurch verdächtig ge- iuacht, dag er mit dem Dienstmädchen eines höheren Offiziers oer Metzer Garnison Beziehungen anknüpste und den Bcr- such machte, sich auf diese Weise militärische Dokumente zu verschafien. ^ , — Ein vermutlich geistesgestörter Franzose wurde unterwegs, zwischen Marakesch un Casablanca von dem Führer eines Automobils, worin ein in Nogador ansässiger dcut- scher Kausinann namens Müller aus Hamburg fuhr, aufgc- uommen. Ter Franzose griss ohne jede Ursache den Deutschen an und verwundete ihn schwer, doch nicht lebensgefährlich. Ter Täter wurde verhaftet. — Nachträglich wird bekannt, daß Winston Churchill am Samstag auf dem Bahnhof in Bradford, wo er eine Rede über Homcrule gehalten und erklärt hatte, daß die Regierung letzt alle Zugeständnisse gemacht habe, die möglich seien, von einem Manne aus der Volksmenge, die den Minister auf den Bahnhof begleitete, mit der geballten Faust ins Gesicht geschlagen wurde. Der Mann verschwand sofort in der Menge und konnte nicht ermittelt werden. — Während einer Vorstellung im Palladiumtheater in London, der der König und die Königin beiwohnten, machten zahlreiche erschienene Sussragetten solchen Lärm, daß kaum ein Wort von der Bühne im Zuschanerraum zu verstehen war. — In Melbourne ist auf die Beamten des Ansiedluugs- bnreaus ein Bombenattentat ausgeübt worden. Die Beamten erhielten aus Sidnetz ein Postpaket. Als sie es öffneten, platzte eine Höllenmaschine, die das Bureau zerstörte und 3 Beamte teilweise schwer verwundete. Ueber tue Urheber deS Attentats ist nichts bekannt. — Wie gemeldet wird, find die mexikanischen Revolutionäre von den Bundestruppen in der Nähe des kleinen Flusses Bustamentc geschlagen worden. Die Gesamtzahl an Toten und Verwundeten soll sich aus über 5l>0 belaufen. Die Re- vclutionäre flohen in größter Unordnung und ließen eine Menge Munition und Waffen auf dem Kampfplätze zurück. -Unsere soziale Gejestgebitng ist s. Zt. gegen den Willen und unter dem heftigsten Widerstande der Sozialdemokratie zustande gekommen. Die Partei hat gegen das Kranken-, gegen das Unfall- und gegen das Alters- und Jnvaliditäts-Veisicherungsgesetz gestimmt, sie hat auch nicht eingesehen, daß ihre Abstimmung verkehrt gewesen ist. sie hat vielmehr bei der Schaffung des Reichs- versicherungsgcsetzeS vor wenigen Jahren abermals in der Opposition gestanden. Zwar erkennen einzelne Führer an, daß diese Haltung eine verkehrte gewesen und keineswegs im Interesse der Arbeiter gelegen sei. So hat der badische Sozialistcnführer Kolb auf dem badischen Parteitage 1911 erklärt: „Wenn wir (die Sozialdemokraten^ nochmals vor der Abstimmung über die Arbeiterversicherungsgesetze ständen, wir würden es uns sehr überlegen, ob wir nochmals dagegen stimmen sollten. Und wenn eine Urabstimmung unter den deutschen Arbeitern vorgenommen würde, so würde der Erfolg sein, daß die Arbeiter nicht wieder die Zustände zurückwllnschcn, wie sie vor Einführung der Arbeiterversicherungsgesetze bestanden haben." Tie Sozialdemokraten haben wohl erkannt, daß sie mit ihrer verneinenden Antwort das Vertrauen der Arbeiter nicht verdient hätten, deshalb suchen sie, was sie ja sehr wohl verstehen, den Arbeitern Sand in die Augen zu streuen. Sie reden ihnen vor, den Arbeitern würden nur Bcttelbrockcn vom Tische der Reichen hingeworfen, es sei eine Bagatelle, was die Reichsversichcrung biete und das Wort von dem „Bischen Sozialpolitik" ist geprägt worden. Sie reden sich darauf hinaus, daß sie viel mehr für die Arbeiter verlangt hätten und weil ihnen das nicht gelungen sei, so hätten sie gegen die Gesetze gestimmt. Sie verschweigen, daß erhöhte Leistungen auch erhöhte Beiträge erfordern und daß Arbeitgeber und -nehmer schwer belastet worden wären, wenn es nach den sozialdemokratischen Wünschen gegangen wäre. Es verdient fcstgcstellt zu werden, daß heute schon täglich zwei Millionen Mark den Arbeitern durch unsere soziale » Erste Kammer der Stände. An erster Stelle steht die Beratung und Abstimmung über die Rückäußcrung der Zweiten Kammer zur Vesoldungsvor- lage. Fürst Jsenburg-Birstein al» Referent des Finanzausschusses führt aus, daß cs heute gelte, den Schlußstein in ein schwieriges Werk einzufugen, das wohl seit Bestehen der Gesetzgebung eines der wesentlichsten sei. Man hatte mit zahlreichen Schwierigkeiten aller Art zu kämpfen, die Dank der guten Führung der Regierung glücklich überwunden werden konnten. Am besten seien wohl die Beamten bei der Vorlage weggekommen und sei es ein Irrtum, wenn man die Beseitigung des Wohnungsgcldes für nachteilig halte. Besonders schwierig gestaltete sich die Lehrerbesoldungsftage, da dort die Zweite Kammer bedeutend über die Regierungsforderung hinausgegangen war, was den Beamten gegenüber eine Ungerechtigkeit bedeutete. Auch hier sei Dank der Nachgabe der Zweiten Kammer eine Einigung helgestellt worden. Redner protestiert gegen den Vorwurf, daß Mitglieder der Ersten Kammer in einem Privatgespräch, das von Lehrern abgclauscht wurde, sich abfällig über die« Lehrer im allgemeinen ausgelasten hätten. Damit konnten nur die Agitatoren der Lehrer gemeint sein. Man erkenne durchaus die Rechte der Lehrer, ebenso wie ihre Pflichten, an. Mit nochmaligem Dank an die Regierung, die durch ihr sehr glückliches Eingreifen in letzter Stunde, das sonst wahrscheinliche Scheitern der Vorlage verhindert habe, ersucht er, die Vorlage in der jetzigen Fassung anzunehmen. Staatsminister Dr. v. E w a l d erwidert der Dank der Regierung für die ihr gewordene Anerkennung. Sie mußte sich sagen, daß nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten, daß aber im Falle des Scheiterns, die Regierung eine große Verantwortung hätte auf sich nehmen müssen, da hierdurch, sowohl eine Anzahl Hosbeamten aus Jahr« hinaus ihre Wünsche zurückstel- len mußten, andererseits aber die Erbitterung zwischen Lehrern und Beamten noch größer geworden wäre. Weiter war, sowohl im Interesse der Finanrlaae de« Lander, wie auch we- _____________________________ Seite , ge" der Stellung der politischen Parteien zueinander^?, friedliche Lösung sehr wesentlich. Er bittet dem Ausschuß»», trag zuzustimmen. Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker gibt den Ausschuß^, richt bekannt, der sich im wesentlichen den Beschlüsten der Zwei! ten Kammer anschließt und nur bei der Oberrechnungskammcr und verschiedenen mittleren Beamten noch einige besonde-- Wünsche enthält. Bei der Abstimmung werden diese Anträge en bloc ein, stimmig angenommen. Es folgt dann die Beratung der Rückäußerung der Zwei, ten Kammer zur landständigen Geschäftsordnung. Landgerichtspräsident Hangen berichtet über die noch vorhandenen mehr sormalen Unterschiede und wird auf seinen Vorschlag den Beschlüsten der Zweiten Kammer beigctreten. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Der Zug nach rechts! Die gestrige Reichstagsersatzwahl im Kreise Borna. Pegau, die infolge der Ungültigkeitserklärung der Wahl des konservativen Vertreters, General v. Liebert, notwendig geworden war, zeigte dieselbe bemerkenswerte Erscheinung wie die Wahlen in Jerichow und Köln-Land: Anwachsen der konservativen Stimmen, ein Rückgang der liberalen und einen Stillstand der sozialdemokratischen Stimmen. Es erhielten v. Liebert (Reichspariei) 8527, Nitzsche (Lib.) 6187 und eine sozialdemokratische Nunnner 11995 Stimmen. Die ausstehenden 4 Ortschaften können an dem Ergebnis: Stichwahl zwischen dem konservativen und sozialdemokratischen Kandidaten, nichts ändern. Bei den all- gemeinen Wahlen im Jahre 1912 brachten die Sozialdemo- kraten 11 566 Stimmen auf, sie haben also 429 Stimmen ge- Wonnen, was in Anbetracht der gestiegenen Wählerzahl kein Fortschreiten bedeutet, der Konservative erhielt damals 7331 Stimmen, er hat also 1196 Stimmen gewonnen, der Nationalliberale, der sich der Unterstützung des Freisinns zu erfreuen hatte, bekain von 2 Jahren 7217 Stimmen, er hat also 780 Stimmen verloren. Im Jahre 1912 hat der Vorsprung der Rechtsparteien vor den Liberalen nur 114 Stim- men betragen und die Basier- und Stresemänner gingen, den Busen geschwellt voll Hoffnung, in den Wahlkampf mit dem traurigen Ergebnis für sie, daß der konservative Vorsprung sich nunmehr auf 2090 Stiimnen vergrößert hat; gerade wie in Jerichow! In der Stichwahl stehen nunmehr 14 964 nationale Stimmen, gegen 11995 reichsfeindliche, (1912: 14 548 gegen 11 566) so daß zu hoffen steht, zumal die Nationalliberalen zweifelsohne die Parole nach rechts ausgeben werden, daß General v. Liebert wiedergewählt wird. Posen, 17. März. Vorläufiges amtliches Wahlergebnis. Bei der Reichstagsersatzwahl im zweiten Poscner Wahlkreis Obornik - Samter - Birnbaum » Schwerin (Warthe), die durch die Mandatsniederlegung de? Reichstagsabgeordneten Grafen Mielczynski erforderlich wurde, wurden abgegeben für den Rittergutsbesitzer Haza-Radlih (Kons.) 13 019, Prälat Klos (Pole) 16 438, Schulz (Soz.) 636 Stimmen. Zersplittert waren 3 Stimmen. Klos ist somit gewählt. Tagesiiberkcht. Deutsches Ueich. :: Die polnischen Ausschreitungen in der St. Pauluskirchl Die „Germania" berichtet, daß es sich bei den polnischen Aus fchreitungen um von langer Hand vorbereitete Störungen gehandelt hat, bei denen es aber nicht zu Tätlichkeiten, wen» auch zu Beschimpfungen der Geistlichkeit in der Kirche gekommen sei. Die geistlichen Herren würden ihrerseits keine» Strafntrag gegen die eigenen Pfarrkinder stellen; ob es zur Erhebung einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft komme» werde, unterliegt zurzeit noch der Erwägung. :: Das Befinden de» Großherzogs von Mecklenbnrg-Stre- liß. Ueber das Beftnde» des wegen eines Darmleidens operierten Großhcrzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelij wurde gestern folgendes offizielle Bulletin in der „Mecklenburgischen Landeszeitung" veröffentlicht: Der Eroßherzog hatte nach der Operation eine verhältnismäßig ruhige Nacht. Dar Befinden des hohen Patienten ist sehr gut. Die Temperatur ist normal. :: Bergarbeiterstreik. Der Bergarbcitcrausstand in der Prioatgrube „Hostenbach" bei Saarbrücken ist zur Tatsache geworden. Am Samstag war von den 700 Mann der Belegschaft von 684 die Kündigung eingereicht worden. In den vorgestrigen Versammlungen, die in der Umgebung der Grube statffanden, und von Bergleuten und Bürgern sehr stark besucht waren, wurde eine Resolution angenommen, in der zu« Ausdruck gebracht wird, daß die Einwohnerschaft mit den Bergleuten eines Sinnes und der Ueberzeugung ist, daß die Arbeiterschaft im Rechte ist. Frankreich. :: Zur Tat der Frau Eaillaux. Frau Eaillaux (nicht du geschiedene Frau, wie es zuerst hieß), hatte, bevor sie gestern de» Moedanschlag gegen Calmette aussührte, eine längere Unterredung mit einem hervorragenden Juristen gehabt, den sie darüber befragt hatte, ob es möglich sei, Calmette wegen seiner Verleumdungskampagne gerichtlich zu belangen. iS» war jedoch der Rat gegeben worden, von einer Verfolgung abzusehen, da ein derartiger Senfationsprozeß sehr die Staub aufwirbeln und sowohl ihrem Rufe wie dem w'e- Manncs gefährlich werden könnte, ohne daß ihr dw !b wünschte Genugtuung zuteil würde. Daher entschloß sie st zur Selbsthilfe zu greifen; sie kaufte sich in einem kleine WaffengcsäM den Revolver und ließ sich von dem Komm darin unterweisen, wie man den Revolver ladet uw fl braucbt. Nach den Strastendcmonftrationen der oestrig Vit. 03 ©rife ) Nocht, deren Wiederholung in noch stärkerem Maste in den kommenden Tagen, besonders bei dem Leichenbegängnis Col- niettes befürchtet wird, glaubt man, daß es dem Ministerium u- r,L möalich sein wird, sich am Ruder zu erhalten. Die '' V ' r '‘?ftimm,md über die für das Kabinett geschaffene Lage zu beraten, bekannt wird, bat der M'nisterrat die Demission CaiNanr angenommen. Cr wird erseht durch den Minister d.s Innern Reboiilt. Das Vortefeuille des Innern über, nimmt der , arme Kranke aus bei» Lande im Sächsischen vor, des weiteren eine Zeichnungsliste und bat für diesen Verein um Gaben. Für diesen waren sie aber nicht bestimmt. Wenn Degcnhardt etwas erhielt, floß es in seine Tasche. Z» 4 Monaten Eesängnis verurteilte die Strafkammer Tegen- hardt wegen dieses Kollektantcnschwiwndels in Berücksichtigung besten, daß durch derartigen Schwindel die Wohltätigkeit, da wo sie am Platze ist, sehr oft versagt. - Wiesbaden, 17. März. Bei starker Beteiligung — ee waren allein 258 Vertreter aus 88 Orten erschienen — fand an, Sonntag unter Leitung von Julius Schellin-Franlsurt a. M in Wiesbaden der 9. Handlnngsgehilsentag sür das Eraßhec gogtum Hesten und die Provinz Hesten-Nasiau im dcutschnatio. vale» Handlungsgehilsen-Verband statt. Dci Verhandlungs- leitec wies in seinen einleitenden Worten daraus hin, daß der 1. Januar 1913 und der 1. Januar 1914 neue Lasten in Gestalt der Reichsverstcherungsordnung und in Erweiterung der Kran- kenvcrsichcrungspslicht gebracht hätten, daß aber die Segnungen bedeutend größere seien. Bezüglich der Einführung der völligen Sonntagsruhe betonte der Vorsitzende, daß man mit oen Beschlüsten der Kommissionen des Reichstags nicht einig gehen könne, insoweit sie nur sür Gemeinden mit mehr als 70 008 Einwohner die völlige Sonntagsruhe für berechtigt halten. Es wurde einstimmig ein Beschluß gefaßt, der Reichstag möge allgemein die völlige Sonntagsruhe einführen. „Ueber den Segen der Kausmannsgerichte und die Notwendigkeit ihrer Ausdehnung in Hesten, Hcsten-N-stau und Waldeck" behandelte in glänzenden Ausführungen Franz Sabclbcrg - Oberlahnstein. Nach einem von I. Schellin gegebenen Reserat über die Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung im Handclsge- werbe, wurde in einer Resolution als wichtigstes Mittel 2 er vorbeugenden Arbettslosenfürsorge die Forderung und der Ausbau der gemeinnützigen öjjcntlich-rechtlichen Arbeitsnachweise nach Kölner Muster gefordert, und mangels staatlicher Arbeitslosenversicherung kraftvolle Selbsthilfe wie beispielsweise in der Stellenlosenvcrsicherung des dcutschnationnlen Handlungsgehilsenverbandcs empjohlen, der seit den 15 Jahren seines Bestehens über 788 888 Mark Ilntcrstützung gewährte. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr in der Kirche: Passionsandacht. — Herr Pfarrer Zatzmann. Gottesdienst in der Burgkirche. Freitag, den 28. März, abends 8 Uhr: Pastionsandacht. — Herr Psarrer D i e h l. Fronksurtrr Wetterbericht. Baraussage: Wechselnde Bewölkung, einzelne Regenschauer, kühl, westliche bis nordwestliche Winde. Verantwortlich sür den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den lokalen und untcrhalienden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeitung", A.-G., Friedberg i. H.__ Damen- u. Herren Küsten neue Formen für die Schneiderei in den Größen 42.44, 48, 48 auch verstellbar billigst bei Fr. Weber. _ Kaiserstraße 62. _ Zrrchl dr» grokrn wristrn Cdeikchwein«. Sdwoeziiivn Oberhörgern empfiehlt mehrere erstklassige Zuchteber u. -Fmu von vorzüglicher Abstammung- Zwei leichte, fast neue Pferdegeschirre mit Artillerie-Kummet preiswert zu verlaufen. Wo? sagt die Erp. der Neuen Tages,eitunp. 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Juni 1-93 uns desten Ergänzungsbestimmungen aus dem Wege öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden und zwar: 080 qm Siaturputz, 224 qm Oelfarbenanftrich oott Läden eil. Die Angebotsunierlagen und Bedingungen liegen bei uns lZimmer 2) zur Einsicht offen. Die Angebotsunterlageu werden gegen Erstattung der Eeibstlostcn abgegeben, solange der Vorrat reicht. Die Angebote sind verschiosten und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Donnerstag, den 2. April bs. Zs., vormittags ll'/ s :!hr bei uns einzureichen, zu welchem Zeitpuntt sie in Anwesenheit icc erschienenen Bieter geöffnet werden. Zuschlagssrist: 3 Wochen. Friedberg, den 18. März 1914. Erotzhcrzogliches Hochbauamt. Haag. eigene Fabrikation. B IO Stück «5 Wittmach, den iS. War; 1014. | 7 , Zahrgaua Gedenktage. IS. Mürz. 1813 F. Hebbel, Dichter, geb. — 1824 Professor Ferd. F. Wallras tz, Köln. — 1858 Franz Theod. Kugler, Kunsthistoriker, t. — 1871 0). 03. Gervinus, Gcschichts- sorschcr, f. Ans der Lieittlnt. * Friedberq, 18. März. Als am Montag Vormittag der Inhaber einer hiesigen Vichhandlung seine aus dem Franksur- ter schiacht- und Vichhos eingcbrachlen Tiere musterte, wurde ihm gewahr, dag ihm eine fette Kuh gestohlen worden war. Er machte Anzeige, der Vichhos wurde abgcspcrrt und nach langem Euchen fand man die Kuh um halb 12 Uhr angebunden »n einem Lattcnzaun im Vichhos vor. Es war noch lurz vor Marktlchluß und tonnte der Händler noch gerade rechtzeitig für 52» Mart das wiedergcsundene Tier an den Mann bringen. * Friedberg, 18. März. Eine große Gefahr für die körperliche Entwicklung der Jugend bildet das Zigarettcnrauchcn. Es bewirkt durch ungünstige Ausnutzung der ausgcnommencn Speisen Blutarmut, schasst nervöse Herzschwäche, Zittern, Muskelschwäche. Kopfschmerz, Sehstörungen, vermindert di« Eßlust und dergleichen mehr und im allgemeinen mangelhafte geistige und körperliche Entwicklung- und Leistungsfähigkeit. Alle die genannten Schädigungen werden heroorgcrusen durch labakgcnutz. hauptsächlich beim Rauchen von Zigaretten, weil >ei dieser Art des Rauchens am meisten Nikotin in den Körper ausgenommen wird und die bequeme Handhabung der Zigarette zu allzu häusigem Gebrauch derselben reizt. Angesichts solcher Schädigungen sollten alle berusenen Organe, in erster Linie natürlich die Eltern, Vormünder, Geistliche, Lehrer, Lehrmeister und überhaupt Erwachsene, zur Bekämpfung der schlechten Gewohnheit zulammcnarbeiten. Die Gemeindebehörden sollten aus die Verkäuscr von Zigaretten einwirken, daß sie solche an Jugendlich« oder Kinder überhaupt nicht abgeben. "Fronksvrt «. M., 18. März. Di« mcilenweiten Ueber- 'chwemmungcn im unteren Niddatal nehmen infolge der an- icniernden Regengüsse nachgerade einen beängstigenden Um- ung an. Zwischen Hausen und Bockcnheim überflutet das Hochwasser die Landstraße in einer Breite von 180 Metern jub einer Ties« von 45 Zentimetern. Der Straßenbahnoer- ehr nach Hausen und Praunheim wird vorläufig durch Pendelverkehr ausrecht erhalten. Für den Fußgängerverkehr errichtete die Stadt ein« hölzerne Notbrücke, die jedoch am Montag nachmittag von einer Seite nicht mehr erreichbar war. Hausen selbst ist zwar durch einen Deich gegen die Nidda geschützt, dafür dringt aber bereits das Erundwaffer aus der liefe hervor und richtet in den Kellern und vor allem in den Mistbeeten der zahlreichen Gärtnereien unberechenbaren Schaden an. Nicht minder groß sind die Verluste der Landwirte im Niddatal, denen die bestellten Aecker schon seit drei Wochen ständig sußhoch unter Wasser stehen. Gleich schwierig und ge- sahrdrohend ist die Lage auch in der südlichen Wettcrau. An die Fiühjahrsbestellung, die jetzt schon beendet sein könnte, ist vorerst gar nicht zu denken. — Seit Montag nachmittag ist die Nidda um weitere 20 Ztm. gestiegen. Da vom Taunus und "cogelsbcrg erneutes Hochwasser gemeldet wird, muß auch für das Niddatal mit einer erheblichen Steigerung der Ueber- ichwemmungsgesahr gerechnet werden. * Frankfurt a. Sil., 18. März. In einem Hause der Allcr- heiligcnstraße entdeckte die Polizei eine gut eingerichtete Werkstatt- sür die Herstellung falscher Zweimarkstücke. Als Verfer- Zum PUngeilen. Roman von M. Prigge-Brook. 4g (Fortsetzung). Sie tat ihm unsagbar leid. „Kein Mensch kann herzensarmer, einsamer sein wie diese, arme, reiche Frau, die, von den Verwandten ihres Mannes umgeben, diesen doch ferner steht als eine Fremde", schloß er ferne Darstellung des interessanten Falles. „Hin", sagte Feuchtwangen, sonst nichts. Rosemaric Sebald erwartete ihn. Sie war auf sein Urteil gespannt. In ihrem Innern rechnete sie nicht mehr mit der Eriftcnz Marys. Sic tat ihr in ihrer haltlosen Trauer leid: aber sie war sbr auch ein wenig verächtlich und schien ihr nicht wert, einen Sebald zu erziehen. Öles und wurde sie wahrscheinlich auch nicht mehr. Tie Schwester prophezeite ein böses Ende. Rose- niarie fand, daß man ihr die ewige Ruhe gönnen müsse. Fm Leben fand sie sich doch nicht zurecht. Sic sprach sich dem fremden Arzte so unumwunden aus, daß dieser sein Miß- ochage» ka»m verbarg. „Führen Sic mich zu der Kranken", wandte er sich an den Kollegen. Auf dem Ruhebett in ihrem Zimmer lag Mary, die müden Hände über der Brust gefaltet, ein Bild hilflosen Jammers. Feuchtwangcn wurde das Herz schwer. Er war gewöhnt Elend zu sehen: dennoch erbarmte ihn dies kindjunge Ge- ichopf, dessen Blüte geknickt worden. Er begrüßte sie recht freundlich und trat näher, indem er ihre Weiße Hand er- saßte. „Sic leiden, armes Kind?" Sein mitleidiger Ton löste die starre Rinde um Marys per;. Sie weinte. , *' T ™ lrf ’ tm .? l ' 9en Iie & f* e zuerst, dann dann zog er ihr mit lakker Gewalt die Hände vom,Gesicht und sagte, sich tief zu tiger des Falschgeldes wurde Konrad Wintcrstein aus Langenselbold verhaftet, während als Verbreiter des Geldes in Langenselbold der Weißbinder Wilhelm Fuchs ermittelt und sest- genommcn wurde. Hesien-Rasiau. * Oberursel, 18. März. Magistrat und Polizeivcrwaltung sandten im Jahre 1818 an Briefen, Vorladungen, Stcuerzet- teln, Militärbeordcrungen usw. rund 11000 Stück aus, gegen 8000 im Jahre 1912. Schrislstücke gingen im letzten Jahre 11 040 Stück ein. Strafverfügungen wegen Polizei- und Forst- Übertretungen ergingen 642 mal, 1912 waren es 744. Die Zahl der Geburten stieg, im Gegensatz zu anderen Orten, von 183 im Vorjahr aus 174 im Jahre 1913. * Usingen, 18. März. Der Pserdeversicherungsvercin sür den Kreis Usingen feierte sein 25jähriges Bestehen. In diesen 25 Jahren zahlte er an Entschädigungen rund 75 000 Mk. aus und steigerte die Zahl seiner Mitglieder von 14 im Erlln- dungsjahre auf 384 im gegenwärtigen Jubiläumsjahr. * Hornau i. T., 18. März. Ein durch Kurzschluß vcranlaß- tes Großseuer zerstörte die hier bclegene Villa des Privatmanns Lehmann bis aus die Grundmauern. Die gegenwärtigen Bewohner, Architekt Volz und Familie, mußten an Strik- ken aus den Fenstern Rettung vor den Flammen suchen. Den Leuten, die am Montag nach Paris abrcisen wollten, verbrannte die gesamte nur wenig versicherte Habe, darunter kostbare alte französische Möbel und Kunstgegenstände. * Soden «. I., 18. März. Nach den Plänen des Geh. Obcr- baurats Schmick läßt die Gemeinde einen neuen Hochwasserbe- hälter sür die Wasserleitung erbauen. * Wiesbaden, 18. März. Der Bäckermeister August Boß und seine Ehefrau Johanna in Wiesbaden standen vor den Schössen, weil sie Buttergebackencs mit Margarine hergestellt hatten. Der angeklagte Bäcker gibt dies unumwunden zu, Margarine verarbeite sich bester, Butter sei zu teuer und die Verwendung von Margarine bei den Bäckern in Wiesbaden allgemein üblich. Letzteres bestätigt der als Zeuge gehörte Bäckerobcrmcister in Wiesbaden. Die Nahrungsmittel-Ehc- miker kamen zu dem Resultat, daß wohl eine Jrreflihrung des Publikums vorliege, meinten aber weiter, daß bei dem Publikum mit Unrecht ein Widerwillen gegen Margarine sich gebildet. Das Gericht kam zu einer Berurteilung beider Angeklagter wegen Verstoßes gegen das Nahrungsmittelgesetz und erkannte auf je 10 Mark Geldstrafe. — Als am 4. Januar der Vezirksvorsteher August Chriftmann im Auftrag des Eemeinde- waisenrats bei dem Schmied Johann Kaiser nach dem rechten sehen wollte, weil über Kindesmißhandlungen Klage gesührt worden war, wurde Christmann vom Kaiser angesallen, mißhandelt, bedroht und beleidigt. Diese Taten kleidete das hiesige Gericht dem Kaiser mit zwei SRonaten Gefängnis an. — Einen schweren Unfall trug am 23. Oktober v. I. der Arbeiter Johann Winter von hier an einer beim Straßenbau verwendeten Bcwn-Bereitungsmaschine davon. Als er eben noch mit Reinigungsarbeiten beschäftigt war, kurbelte der mit der Leitung betraute Schloster Emil Allendörfer die Maschine an. Winter kam ins Getriebe. Der linke Oberschenkel wurde ihm derart gebrochen, daß er noch jetzt im Krankenhaus sich befindet. Eine dauernde Verkürzung des linken Beines um etwa 20 Zentimeter ist die weitere Folge. Allendörfer, der diese Körperverletzung durch Außerachtlassen der nötigen Vorsicht verschuldet, wurde deshalb in 30 Mark Geldstrafe verurteilt. * Wiesbaden, 18. März. Der fideikommistarische Besitz in der Provinz Hesten-Nastau beträgt nach den neuesten Feststellungen 78 540 Hektar d. h. 5 Prozent der Gesamtfläche. Im ihr hinabbcugcnd: „Wollen Sie mir nicht sagen, was Sie quält, mein armes Kind?" „Mein Mann," wimmerte sie, „mein geliebter Heinz. Ich kann nicht leben ohne ihn." „Das sagen alle, die Ihren Schmerz getragen, das Leben ist unsäglich schwer..... Aber Sie haben ein Kind, ein kleines, süßes Kind, für bas Sie leben müssen." „Es hat seine Tante." „Die Tante kann nie die Mutier ersetzen." Rosemarie entfernte sich. Der berühmte Mann mißfiel ihr. Nach ihrer Idee faßte er Mary zu weich an. Feuchtwangen fuhr fort, auf die Verstörte einzureden. Ruhig stellte er ihr vor, wie sie den Mut zum Leben um ihres Kindes Willen haben müsse. Ihr Mann würde unglücklich sein, wenn er sie so sehen könne. Sie horchte seinen Worten, doch sie überzeugten sie nicht. Als der Professor schwieg, wiederholte sie mechanisch: „Ich kann nicht leben ohne meinen Mann." Feuchtwangen ließ die Schwester kommen. Ihr Bericht entsetzte ihn. Wenn die junge Frau fortfuhr, so gegen sich selbst zu wüten, mußte sie bald am Ende sein. „Am Endel Verstehen Sie mich, Frau Sebald?" wiederholte er. Zum ersten Male überflog ein Schein von Zufriedenheit das arme, verweinte Gesicht vor ihm. So leise, daß der aufmerksame Professor ihre Wort kaum verstand, flüsterte sie: „Dann werde ich wieder bei ihm sein." Er hatte sie doch gehört. „So leicht stirbt sich's nicht, gnädige Frau", antwortete er sanft. Dann würden wohl alle Witwen sterben, die ihren Mann betrauern. Ihnen steht Schlimmeres bevor. Sie werden die Herrschaft über sich verlieren und dann erst recht unglücklich sein. Denken Sie an mich", fuhr er überredend fort, „ich warne Sie, Sie sollen nicht versinken. Ermannen Sie sich! Nehmen Sie Ihre Pflichten auf sich, werden Sie Ihrem Kinde wieder eine Mutter und pflegen Sie ihm das Andenken Lines Vaters, dann wird Ihr Schmerzrmldrr. er- Rcgicrungsbczirk Kassel sind von dessen Gesamtfläche 0,3 Prozent scdeikommistarisch gebunden, während dieser Prozentsatz im Regierungsbezirk Wiesbaden nur 2,6 Prozent beträgt. Im Verhältnis zur Ecsamtsläche ist der Kreis Schmalkalden am reichlichsten mit Fidcikommisten gesegnet. Hier sind 32,4 Prozent der Gesamtfläche Fideikommiß. Größere Fideikommisse sind in den Kreise» Gelnhausen, Zicgcnhain, Witzcnhauscn, Wolshagen, Westerburg, llnterlahn, Oberlahn, Rhcingau. * Wiesbaden, 18. März. Wie Verwaltungsdirektor Kampe! (Düsseldorf) in einer hier stattgefundencn Sitzung mitteilte, stellen sich die Kosten für das Bismarck Rationaldcnk- mal aus der Elisenhöhe bei Bingen aus rund drei Millionen Mark, statt der bisher veranschlagten Summe von 1800 000 Al. Die Grundsteinlegung findet bestimmt am 1. April 1015, dem 100. Geburtstage Dismaräs, statt. — Die Stadt Wiesbaden plant gleichfalls die Errichtung eines Bismarckdcnkmals: Für dieses sind bereits 80 000 Mark durch Sammlungen aufgebracht. Die Ecsamtbausummc wird aus 175 000 Mk. veranschlagt. * Wiesbaden, 17. März. Bei guter Beteiligung aus den Kreisen Frankfurt, Wiesbaden-Stadt und -Land, Höchst a. M., Obeitaunus, Untertaunus, Rheingau, St. Goarshausen, Lim bürg und Groß-Gerau hielt am Samstag in Wiesbaden der Viehvcrsicherungsverein des Rhein- und Maingaus unter Vorsitz des Stadtrats Kraft-Wiesbaden seine 37. ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem von Direktor Ulrich-Wiesbaden erstatteten Jahresbericht geht hervor, daß das abgelnusene Jahr neben 3894 Mark Eintrittsgelder einen Ueberschuß von 23921 Mark brachte und die Jahresrechnung aus beiden Seiten 383 507 Mark ausweise. An Entschädigungen sür regulierte Schäden wurden 205131 Mark verausgabt. Im Berichtsjahre sind die Leistungen lllr Pserde und Rindviehschäden sehr erheblich gewesen, dagegen hat sich auch die Prümien-Einnahme durch den bedeutenden Versicherungszuwachs erhöht. Im einzelnen wurden an Entlchädigungen für 357 Pferde 175 328 Mark, für 91 Stück Rindvieh 29 803 Mark Entschädigung gezahlt. Die Echa- dcnursache bei Pferden war in der Hauptsache Kolik mit 40 Fällen, Magen- und Darmentzündungen mit 35, Hufrche mit 33, Spat, Schale mit 33 Fällen usw. Beim Rindvieh sielen die zu entschädigenden Tiere in der Hauptsache an Tuberkulose mit 29. traumatische Bauchfellentzündung mit 10 Fällen usw. Am Schluß« des Geschäftsjahres betrug die Höhe des Reseroesonds 227 318 Mark. Schadenprozesse waren in diesem Jahre nicht anhängig. Die Prämien, gegen die der Verein die Versichc:- ungsgeschäste betreibt, sind nicht als feste, sondern als Vorprämien anzusehen. Eine Nachschlußprämie dars erst dann erhoben werden, wenn der Reservefonds bis aus 30 000 Mark ausgebraucht ist. Ein solcher Fall ist, wie der Vorsitzende ausdiüiliich betonte, in den langen Jahren, da der Verein besteht, nicht ei» einzigesmal eingetrcten. Die Höchstversichcrungssumme beträgt sür ein Pferd 1800 Mark, für ein Stück Rindvieh 8Ü0 Mark Jungvieh unter 3 Monaten ist von der Versicherung ausgeschlos träglicher. Sie werden überwinden und wieder glücklich sein." Mary lächelte schmerzlich. Was wußte jener, wie sie litt?I Wie sie sich täglich, stündlich nach ihm sehnte, der ihrer Augen Licht gewesen war. Nein, sic konnte nicht genesen und wollte auch nicht. Als Professor Feuchtwangen sah, daß seine Worte keinen Eindruck machten» zog er sich mit dem Doktor in das Ncb.ni- zimmer zurück. „Die Frau gehk schweren Zeiten entgegen, gelingt es Ihnen nicht, sie ihrer Apathie zu entreißen. Wenden Sc alle Mittel an, meinetwegen sogar brutale. Sie muß nu- dieser Stimmung heraus. Krank finde ich Frau Sebald nicht, aber anämisch, so anämisch, daß es die allerhöchste Zeit ist, daß etwas Ernstliches geschieht." „Sie fürchten, Herr Professor," ftagte der Doktor sehr beklonimen. „Geisftgen und körperlichen Zusammenbruch." „Was kann man dazu tun?" klagte der alte Herr. „Meine Mittel versagen. Ich habe alles versucht: Frau Sebald lehnt jede Arznei ab und nimmt nur Schlaspulver." „Die würde ich ihr nun gar nicht geben: sie bringen sie immer mehr zurück. Was die Frau braucht, ist liebevolle Pflege, kräftige Kost und milder Zuspruch. Hat sie niemanden, der ihr nahe steht, außer der Schwägerin?" „Ein junges Mädchen ist hier im Hause. Sie scheint die Einzige, die ihr sympathisch ist." „Rufen Sie mir das Fräulein bitte." Erna kam und erfuhr, daß Marys Gesundheit ernster bedroht, als sie geahnt. Bewegt versprach sie, ihre ganzc Zeit der Leidenden zu widmen und enrpfing vom Professor verschiedene Verhaltungsmaßregeln, worauf er zu Frau Sebald zurückkehrte. „Am liebsten nähme ich Sie mit mir", sagte er ihr zum Abschied. „In Gohlis habe ich ein hübsches Haus mit recht großem Garten für Kranke ihrer Art. LSortletuina kolatl. vir. 65 jctt, ebenso Pferde über 15 Jahre. Im Jahre 1913 waren über- lmupt versichert: 7 793 Stack Pferde mit 7 663 780 Mark gegen 7252 Pferde mit 6 936 3S0 Mark in 1912; 3380 Stück Rindvieh mit 1 393 325 Mark gegen 3006 Stück Rindvieh mit 1 198 095 Mark in 1912. Am Schluffe des Berichtsjahres waren 9380 Siiick Pferde und Rindvieh mit 7 668 810 Mark versichert. — Sie Versammlung erteilte dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. — Die satzungsgcmäß ausscheidcnden Aufstchtsiatsinit- gliedcr: Vorsitzender Stadtrat W. Kraft-Wiesbaden, dessen Stellvertreter Heinrich Merten-Erbenhcim sowie Jakob Rotz 6. in Sossenheim wurden wiedergewählt. — Die Erwerbung der Mitgliedschaft beim Mittelrheinijchcn Pferdezucht durch Anlauf von fünf Aktien zu 100 Mark wurde von der Versammlung mit Rücksicht aus die verwandten Bestrebungen genannten Vereins gutgcheißen. * Wiesbaden, 17. März. Der Fischerei-Verein für den Regierungsbezirk Wiesbaden hielt am Samstag in der „Wartburg" in Wiesbaden seine 29. ordentliche Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Geheimen Rcgierungsrats Elze-Wiesbaden bei guter Beteiligung aus allen Teilen des Bezirks ab. Rach dem vom Vorfitzenden erstatteten Jahresbericht betrug die Mitgliederzahl Ende 1913: 16 korporative und 306 persönliche Mitglieder, unter letzteren 32 Berufsfischer und Fischcreiauf- sichtsbeamte. Zur Hebung der Fischerei wurden im abgelaufe- nen Jahre aufgcwendet: 3852,03 Mark und zwar wurden in öffentliche Eewäffer ausgesetzt: im Rhein: 3000 Stück Zander- jährlinge bei Hattenheim, 3 Zentner Aalsetzlinge bei Schicr- stcin, und 20 000 Stück Aalbrut im Altrhrin zwischen Schier- stein und Niederwalluf, 20 000 Stück Hechtbrut im Schiersteiner Hasen und im Altrhcin unterhalb Schierstein; im Main: 2000 Stück Zanderjährlingc bei Höchst a. M., 3 Zentner Aalsetzlinge, 20 000 Stück Aalbrut bei Höchst, von letzteren ein Teil auch in die Nidda, 20 000 Stück Hechtbrut bei Höchst; in die Lahn: 4000 Stück Zanderjährlinge bei Wcilburg und Runkel, 830 Sttick dreijährige Schleiensetzlinge oberhalb Runkel, 362 Stück Spiegelkarpfen oberhalb Fürfort, 2000 Stück Hechtjählringe bei Runkel, drei Zentner Aalsetzlinge bei Ammenau, 20 000 Stück Aalbrut oberhalb Runkel, 40 000 Stück Hechtbrut zwischen Selters und Kirschhofen unterhalb Runkel und unterhalb Villmar. In zehn Bäche des Bezirks wurden 1000 Stück Krebse ausgcsetzt. Unter den Einnahmen befinden sich Zuschüsse u. A. Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 18. März 1911. des Staates von 1500 Mark, aus Reichsmitteln 680 Mark, vom Beirkzsverband Wiesbaden 300 Mark, der Stadt Frankfurt a. M. 100 Mark, der Farbwerke Höchst 50 Mark. Es erfolgte Entlastung des Schatzmeisters und Feststellung des Voranschlags für 1914, der in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 5200 Genehmigung fand. Die Ergänzungswahl des Vorstandes ergab die Wahl des Forstrats Eraf Schmiefing-Wiesbaden und des Friedlich Burger-Weilburg. * Fulda, 18. März. Am Montag mittag brannten die gesamten Wirtschaftsgebäude des Schlaffes Adolfseck samt allen Vorräten bis auf die Umfaffungsmauern nieder. Die Feuerwehren waren bei dem herrschenden Sturm gegen die Flammen machtlos. Der Brand wurde durch ein junges Dienstmädchen, das wegen eines Diebstahls eine Rüge erhalten hatte, böswillig angelegt. Die Brandstifterin wurde bereits verhaftet. Ob das Schloß gerettet werden kann, war am Montag Abend noch fraglich. Das Schloß ist Eigentum der Landgräfin von Heffen und wurde vom Fürstabt Adolph von Dalberg erbaut. Seit 1825 gehört es der landgräflich hessischen Familie; es ist wegen seiner hervorragenden Eeweihsammlung berühmt. Sehenswert ist auch der große mit reichem Wildbestand besetzte Tiergarten. * Herborn, 18. März. Ein hiesiger Privatmann schnitt sich in einem Anfall geistiger Umnachtung die Puls- und Halsschlagadern auf und sprang dann aus einem hochgelegenen Fenster auf den Hof. Hier fand man später den Unglücklichen verblutet aus Aus Starkcnburg. * Groß-Gerau, 18. März. Vom 5.—19. April veranstaltet der hiesige Ortsgewerbeverein eine Ausstellung für bürgerliche und ländliche Baukunst. An der Ausstellung beteiligen sich auf Einladung des Vereins auch zahlreiche Künstler der Raumkunst aus Darmstadt, Offcnbach und Frankfurt. * Darmstadt, 18. März. Großes Aufsehen erregt die durch die Staatsanwaltschaft erfolgte Festnahme des bei der Darm- ftädter Reichsbankstelle beschäftigten Karl Hans Götz, geboren 1888 in Ulm, wegen Unterschlagung. Götz ist beschuldigt; seinen Kollegen an der Kaffe nach und nach Geldbeträge in Höhe von zusammen 2000 Mark in der letzten Zeit von den Zahltischen entwendet zu haben. Götz kam 1912 von Schöneberg b. Berlin hierher und bezog ein Gehalt von 1500 Mk. jährlich. _______ Se ite r. Scotts Emulsion für Körper und Geist. Daß Scotts Emulsion bei Kindern, die in der Entwickln«, zurückgeblieben sind, ausgezeichnet wirkt, hat mir der Erfola b-i meinem 1'/-jährigen Söhnchen Josef bewiesen. Vorher aeeei, über seinen Alrersgenossen in allem zurück, holt er jetzt alle ein nachdem er eine Zcitlang regelmäßig Scotts Emulsion genommen hat. Rach vier Flaschen lernte er stehen, begann bald zu lauien und in jeder Weise zuzunehmen. Sein Aussehen ist prächtig » , seine geistige Entwicklung bemerkenswert. Ich weile ndeign darauf hin, daß hauptsächlich Scotts Emulsion diesen Umschivunn herbeigesllhrt hat. a Traar tt mutz es sei». Ccotts Emulsion wird von un, ausschließlich im grasten verkauft, und ywar nie lose nach Gewicht oder Mast, sondern nur in versiegelten Origlnalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Dorsch). Scott & Bowne, E. m. b. J>, Frankfurt a. M. Gehalt, ca.: Feinster Medizinal-Lebertran 150,0. prima Glyzerin 50,0, unterphosphorigsaurer Kalk 4,3, unterphosphorigsaures Natron 2,0 vulo. Tragant 3.0. fernster arab. Gummi pulo. 2,0, Wasser >24,0, Alkohol IIP). Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel-und Eaulthertaol je 2 Tropfen. Römerbrunnen Hervorragendes Tafelwasser. zeichnen sich ganz besonders aus durch Fk ________ ___1 Al ff A f • .. „ _i___v n« j. _ CsiüßMüe Erstklassige Qualitäten Schöne Farben und Muster Billige Preise. Goiünden-We für Knaben und Mädchen. für Knaben und Mädchen. Friedrich Wissenbach .Frankfurt a. 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