Unmmer 62 Sumsrag. r»en 14 . März W14, 7. Jalirguny Di- „»>-«- Tag-«,-ituny- cr'cheint ,eden W-rltag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer au» Kessen", „Die Spinnstube". K-iugoprei«: «ei den PostanstaUen vtertet,ährl,ch litt. i,(-j bei den Agenten monailich 50 Psg. hinzu tritt Postgebühr oder Trägeriohn An,eigen: Grund,eile 20 Psg., lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden Lurch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg (Helfen), Hanauerstrahs 12. F-rnIpr-cher 48. Postscheck-Lovto Sir. 48«g, Amt Frankfurt a. M. Die heutige Nummer umfaßt 14 Keilen. Neberftchl. — Die Kundgebung des russischen Kricgsministers hat rtach einer Petersburger Depesche der „Kölnischen Zeitung" das russische Auswärtige Amt völlig überrascht und sehr be. stürzt, da sie den sehr beruhigenden Eindruck der Erklärungen, die Ssasonow mehreren Journalisten gegenüber gab, durchkreuzte. Sehr peinlich ist dies dem Finanzministcrinm, da? in seinem Ilebergangsstadium kaum Mittel zu finden glaubt, der drohenden Börscnpanik zu begegnen. — Wie die Morgenblätter melden', hat Oberst von Winterscldt, in dessen Besinden eine erhebliche Besserung eingetrcten war, einen Rückfall erlitten, weil er, seine Kräfte überschätzend, aus kurze Zeit das Bett verlieh und einen Spaziergang in seinenr Zimmer unternahm. Der Militär- arzt l)r. Roh muhte eine neue Operation vornehmen, die glücklich verlausen ist. — In der gestrigen französischen Senatssiliung wurde der Antrag des Senators Henri Mick>cls, der eine Vestcuc- rung der französischen Rente verlangt, mit 146 gegen 126 Stinimcn abgelehnt. Diese Ablehnung kommt einer Rieder- läge Caillaurs gleich, der Anhänger dieser Besteuerung ist. — Wie in Rom verlautet, ist Salandrn vom König von Italien mit der Neubildung des Kabinetts bcaustragt war- dcn. Er hrt bereits seine Bereitwilligkeit zur tlebcrnahme der Regierung erklärt. Professor Salandra gehört zu der Gruppe der Altlibcralcn und besitzt Beziehungen zur Katho- likcnpartei. — Die russische Regierung hat der bulgarischen eine Rechnung über 5 Millionen Rubel für verschiedene während de« Krieges ausgcsührte Bestellungen Bulgariens überreicht. — An? Philippopel wird gemeldet, daß der dort wei- I lende altiürkischc Oberst Sadik Bch. der beschuldigt wird, an der Ermordung Mahmud Schewket Paschas beteiligt gewesen zu sein, auf der Straße überfallen und tödlich verwundet Ivttrdc. Dem Täter gclain cs, zu entfliehen. Das Attentat fcll ein Rack>eakt der Jungtnrken sein. — Rach einer Meldung ouS Tetuan ist eine spanische Abteilung gestern von dcn Rebellen in einem Hinterhalte an- gegrisfcn worden. Ein Offizier wurde getötet und ein > Oberstleutnant und ein Soldat verwundet. Die Krankenkassemvahlen und die Soplbrmohrntif. Durch die neue Reichsversicherungsordnung ist die Mög- « lichkcit gegeben, daß die Alleinherrschaft der So- » zialdcuiokratie in dcn Krankenkassen gebrochen wcr- , dcn kann. Bekanntlich haben sich die Sozialdemokraten mit I Eifer und vielerorts mit vollem Erfolg bemüht, aus einer ° sozialen Wohlfahrtseinrichtung, die doch die Krankenkassen »'einzig und alleiti darstellen sollen, in allererster Linie eine I Ncrsorgunßsanslalt für sozialdemokratische Agitatoren und » rote Wühlhuber zu 'machen. Da, wo die Sozialdenwkratie t die Mehrheit in den Krankenkassen innc hatte, und das war 1 in fast allen Städten und Jndustriebczirken der Fall, da »vurden nur waschechte Genossen als Geschäftsführer, Rechner und Kontrolleure angcstellt. Die Partei war damit des Unterhaltes bewährter Genossen ledig und diese mußten auf Regimentsunkosten von den Krankenkassenmitgliedern b:- Aihlt werden. Nur zu lange Zeit glaubten die roten Genossen, daß in erster Linie sozialdemokratisches Glaubensbekenntnis und unverfälschte sozialdemokratische Gesinnung dcn Befähigungsnachweis zu einer ersprießlichen Wahr- riehmung der Geschäfte in den Krankenkassen mit sich brächten und es- galt als selbstverständlich, daß sie die Posten in denselben nur mit parteiamtlich abgest.-mpelten Genossen be- etzten. Der Arbeitgeber und der nationaldenkende Arbeiter batten nur zu zahlen, im übrigen aber dcn Mund zu halten, da die sozialdemokratischen Arbeitgeber die Zweidrittelmehrheit in den Verwaltungsorganen der Kassen besaßen. Dem ist nun durch die neuen Bestimmungen der Reichs- , ?ersicherungs-Ordnung über die Wahlen zu den Ausschüssen tnd den Vorständen ein gewisser Riegel vorgeschoben worden, insbesondere dadurch, daß nicht mehr die Mehrheit, wie -bisher, brutal herrschen kann, sondern, daß infolge der Verhältniswahl auch die Minderheiten eine Vertretung finden >nd mitrcden können. Tie meisten Wahlen haben bereits tattgcfundcn und sic haben vielfach zu Erfolgen für die bür- zcrliche und nationale Sache geführt, die geradezu über- 'aschcnd gekommen sind. Es gelang in einer ganzen Anzahl eon Orten, die als sozialdemokratisck>e Hochburgen bekannt ind, die rote Mehrheit zu beseitigen und durch eine btirgcr- ich-nationale zu ersetzen, in vielen anderen Kassen, wo bisher >ie Partei des Umsturzes maßgebend gewesen ist, ist wenig- tens diese Alleinbcrrichaft gebrochen worden und die Minderheit hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Der Dank hierfür gebührt zuvörderst der christlich-nationalen Arbeiterbewegung, die bisher gar nicht oder nur unbedeutend in dcn genannten Organen vertreten war. Ihrer ziclbewußten Werbearbeit ist es gelungen, die Roten auf der ganzen Linie zurückzuwerfen und deren Einfluß zu vermindern. Der beachtenswerteste Erfolg brachte die Krankenkasscn- wahl in München, wo die bisherige sozialdemokratische Mehrheit bei den Neuwahlen nicht Stand halten konnte. Bei der Wahl zur Ortskrankenkasse in Schweinfurt, bisher unbeschränkter sozialdemokratischer Besitz, erhielten die christlichen Arbeiter 10 gegen 30 rote Vertreter. Durch die Wahl zur Arbeiterklasse werden sich nunmehr bürgerliche und so- zialdemokratische Vertreter in gleicher Zahl gegenüber stehen. Dasselbe ist in Pforzheim, einer sozialdemokratischen Domäne, der Fall. In W ü r z b u r g entfielen auf die christlich-nationale Arbeitnehmerliste 3472 und auf die sozialdemokratische 3667 Stimmen, beide Richtungen erhielten 15 Vertreter. In dieser Kasse muß also die bisherige rote Mehrheit einer nationalen weichen. Gerade so ging es in Duisburg, wo die christlich-nationalen Arbeitnehmer 3347 Stimmen und 28 Vertreter erzielten, die Sozialdemokraten nur 2647 Stimmen und 22 Vertreter. Die bisherige sozialdemokratische Alleinherrschaft ist dadurch gründlich aufgeräumt. Auch in F o r ch h e i m, deren Krankenkasse bisher ganz in dcn Händen der Sozialdemokratie war, wurde dieser Zustand beseitigt, dort erhielten die nationalen Arbeiter 12 und die internationalen nur 8 Vertreter. Es würde zu weit führen, alle die glänzenden Erfolge einzeln zu buchen. Es genüge, festzustellcn, daß die sozialdemokratischen Mehrheiten weiter gebrochen worden sind in Konstanz, Metz, Osnabrück, Krefeld, O st ritz (Sachsen) Siegen, F r c i b u r g i. B., wo die christlich- nationalen Arbeiter 5398 Stimmen und 33 Vertreter erzielten, gegenüber 4422 fortschrittlich-sozialdemokratischen mit 27 Vetrtrctcrn. Ungezählt sind die Kassen, wo die christlich-nationalen Arbeiter weitaus in der Mehrheit blieben, wir nennen nur Vordeck, Oberhausen, Kissin- ecn. Weiden, Bamberg, Essen, Ettlingen Münsterberg, Homburg (Pfalz), D i l l i n g c n , L c u t k i r ch (Württemberg) und viele andere. Selbst in bisher gänzlich unzugänglichen sozialdemokratischen Besitzstand sind ihre Gegner eingedrnngcn, die Wahlen in Dresden, Offenbach, Bremen, Greiz, Weimar, Zwickau i. S. usw. lie- fern den Beweis dafür Nicht minder erfreulich sind auch verschiedene Ergebnisse aus unserer engeren Heimat. Mit einem guten Beispiel ging Kietzen voran. Dort war die Kaffe seither ganz intensiv rot gefärbt, ihr Kontrolleur landidicrte für die Sozialdemokratie bei den Reichstagswahlen. Trotzdem in diesem Kreise eine Landkrankenkaffe gebildet wurde und die landwirtschaftlichen Arbeiter be! der Wahl zur allgemeinen Ortskrankenkaffe nicht in Betracht kamen, erhielten die nationalen Arbeiter 690 Stimmen und dis Roten 753, beide Richtungen die gleiche Anzahl von Bertretern im Ausschutz und mit der sozialdemokratischen Herrlichkeit ist es, da die Arbeitgeber bürgerlich wählten, gründlich vorbei. Im Kreis Oppenhei m stellen die christlich-nationalen Arbeiter 22 und die Sozialdemokraten 8 Vertreter. Im Kreis Bingen wurden 2g Vertreter der christlichen Arbeiter und 11 rote gewählt. Aus Bensheim wird uns mitgeteilt: Bei der Wahl zum Vorstand der Agemeinen Ortslrankenlasse war von seiten der Arbeitgeber nur ein gültiger Wahlvorschlag ausgestellt, so datz diese Dorgeschlagenen gewählt sind. Für die Versicherten waren zwei Vorschläge vorhanden. Don 40 abgegebenen Stimmen fiefrn 24 Stimmen auf die bürgerliche Liste und 16 aus die sozialdemokratische, so datz von den 8 zu wählenden Mitgliedern 5 bürgerliche und 3 sozialdemokratische im Vorstand vertreten sind. Von dcn 16 Ersatzmännern kommen lg bürgerliche und 6 sozialdemokratische in Betracht. Auch in Offenbach und namentlich in Mainz wurden recht erfreuliche Teilerfolge erzielt. So eröffnen sich für die am 22. März d. I. stattfindenden Wahlen zum Ausschutz für die Allgemeine Ortskrankenkaffe des Kreises F r i e db e r g recht erfreuliche Aussichten. Die bürgerliche und nationale Richtung haben für beide Klaffen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, eigene Listen ausgestellt, die Kandidaten sind nicht vom engherzigen Parteistandpunkt aus bezeichnet worden, sie sind vielmehr aus allen Bsrussgruppen un- paracüsch entnommen und gehören den verschiedensten Parteirichtungen an. Wir gehen mit Zuversicht in den Kampf. Die Parole mutz lauten: Rieder mit der sozialdemokratischen Herrschest in der L tskrankenlaffe zu Friedücrg! Denlscher Neichslay. 235. Sitzung, Freitag, 13. März. 10 Uhr. Kurze Anfragen. Auf die Anfrage des Abg'. Kopsch (Vp.) erklärt Ministerialdirektor Caspar: Ueöer die Frage, wieweit Kinder, die in der Wirtschaft ihrer Eltern beschäftigt sind, krankenversicherungspflichtiz sind, ist bereits früher Auskunft gegeben worden. Es kommt darauf an, ob die Kinder für ibre Dronstlei'tunoen Entschödiaung erhalten, oder ->b sie lediglich ihren Unterhalt auf Grund der gesetzlichen Unter- Haltungspflicht beziehen. Wenn Wohnung, Nahrung uni Kleidung als Vergütung für die Arbeit gewährt werden, sind sie als Entgelt anzuschcn. Die Duell-Interpellation des Zentrums. Abg. Grocber (Zentr.) begründet die Interpellation Er schildert zunächst die Vorgänge, die zu dem Zweikanips geführt haben, das Verfahren des Ehrenrats und den Vc-- lauf des Zweikampfes. Haben der zuständige Konunandcui und der Ehrenrat ihre Schuldigkeit getan? Nach dem Komment ist ein Duell innerhalb 48 Stunden auszutragea, in Metz ist schon nach 10 Stunden der Schuß gefallen. Wärmst diese UebcrstUrzung? Der Zweikampf mußte bis zuu Spruch des Ehrengerichts verschoben werden. Nach den Wort des Kaisers: Wer imstande ist, die Ehre eines Kaute raden frevelhaft zu verletzen, dcn werde ich in meinem Heer« nicht dt,Iden. Hätte La Valette gezwungen werden müssen, aus dem Heere auszuscheidcn. Wir vermissen eine Statistik über die Duelle, besonders über solck>e, die int Beurlaubten stände Vorkommen. Lappalien werden von Dcnunz'anter benutzt, um einen anderen aus dem Reserveoffiziersstand- herauszudrängcn. Offenbar ist das Duell im Offiziersstand- eine offizielle Einrichtung. Noch niemals ist ein Offiziers' chrcnrat wegen Beihilfe zum Duell bestraft worden. (Seht richtig! im Zentr.) Nach der Entscheidung der höchsten Ge richte ist aber seine Tätigkeit eine solche Beihilfe. Freilich beziehen sich diese Feststellungen nur auf Zivilisten. Aber das gleiche Recht muß auch für Offiziere gelten (Zustitu- mung!), es gibt kein Gesetz, das sie straflos macht. Jni Heer ist der Hauptsitz des Uebels. Unsere zahllosen Erörterungen find umsonst gewesen. Alle Parteien waren einmütig dafür, daß bei frevelhaftem Verschulden auf Gefängnis zr erkennen ist und in besonderen Fällen sogar auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Hofsentlich wird das eine Wirkung haben. Auch der Beleidiger muß siharf angefaßt werden. Gesetzgebung und staatliche Gewalten, Reichstag und Bundesrat, Fürsten und Regierungen müsse» ihr gewichtiges Wort sprechen. Das Volk verlangt vor allem Gleichheit vor dem Gesetz. Preußischer Kricgsminister v. Falkcnhayn: Leider ist et wahr, daß es in Metz zwischen den genannten Offizicrer toegen schwerer Verletzung der Familienehre des einen zum Duell geommen ist. Auf die Ursaech des Zweikampfes möchte ich mit Rücksicht auf die Familien der Beteiligten hier öffent- sich nicht cingchcn. (Sehr richtig!) Der Kriegsminister gibt eine Schilderung des ehrengerichtlichen Verfahrens in den, Metzer Falle. Dem Offizier darf kein Vorwurf gemacht wir- dcn, wenn er dcn ehrengerichtlichen Spruch, wie er nach Erklärung des Ehrenrats erforderlich ist, abwartet. Daß es, nachdem der ehrengerichtliche Spritch abgewartet war, noch zu einem Duell gekommen wäre, ist mir seit langen Jahren nicht in einem einzigen Falle bekannt geworden. Für ehren gerichtliche Angelegenheiten sind einzig und allein die allerhöchsten Vorschriften maßgebend. Sic sind so sehr Gemeingut der Armee geworden, daß sie für das Offizierskorps keines Kommentars bedürfen. Wenn die Beteiligten cs unbedingt wollen, kann der Ehrcnrat ein Duell nicht verhindern. Er kann nur einen Ausgleich versuchen und im schlimmste,i Fall die Beteiligten auf die F »gen h-nweisen. Tic Behandlung des Metzer Falles verstößt also nicht gegen das Ge setz. Die Rechtssprechung steht auch auf meiner Seite. Tei Kartellträgcr, der sich ehrlich um den Ausgleich bemüht bleibt straflos. Wie kann da der Ehrenrat haftbar gemach- werden? Maßnahmen gegen das Duell im allgemeinen sine nur auf dem Wege der Gesetzgebung denkbar. Die Fragt kann bei der Beratung des neuen Strafgesetzbuches gcpcüsl werden. Seit den Mahnungen des Kaisers zu strenger Selbstzucht ist ein Fortschritt zu verzeichnen. 1913 sind um 16 Duelle vorgekommen. (Hört! hört!) Auf 75000 Ossi ziere! Von Dnellwut kann also nicht gesprochen werden Wir werden also in dem Kampf gegen das Duell nicht nach lassen. (Beifall.) Verbote allein nützen nithts. Der Fordernde weiß, daß er gegen göttliches und menschliches Recht verstößt und wir können feine Gewisscnsgualen nicht noch durch ein Verbot vergrößern. Ein Verbot würde auch ungeregelte Selbsthilfe oder den Prügelkomment Hervorrufen Der traurige Metzer Fall hat wenigstens Schlimmeres, di ungeregelte Selbsthilfe, verhütet. (Unruhe im Zentrim und links.) Wenn es anders aussieht, so liegt cs daran, ixt) jeder Duellfall öffentlich behandelt wird, während die guten Wirkungen in aller Stille eintreten. (Sehr richtig! - recht! und Lachen im Zentrum und Links.) Das Dttell ist ein gänzlich untaugliches Mittel, den Schuldigen zi, bestrafen und ebenso untauglich zur Ausübung der Rache. (Sehr richtig! und ironische Zurufe links.) Hier spielen ganz an- dere Empfindungen mit, daß die Beleidigung eine doppelt: Schmach ist, weil sie gleichzeitig die Mannhaftigkeit des Beleidigten anzweifelt. (Sehr richtigI rechts, Lachen bei den Soz.) Ich persönlich kann eine Ausrottung der Ehrenatts, fassung, die hin und wieder leider noch zum Duell führt kein Glück basten. Sie ift aber auch nicht die Hr ________ gtpfifntnpfe, sondern dir Gesinnung, welche schwere Ehr- Verletzung des Kameraden immer noch möglich macht. Die- ser Gesinnung muß der Kampf gelten. (Sehr richtig!) Ver- bote Helsen nicht, sondern eine Vervollkommnung der Offiziere im Geiste wahrer Ritterlichkeit und wahrer christlicher Grsinnnng. (Lebhafter Beifall.) Die Besprechung der Interpellation wird beschlossen. Abg. Haase (Soz.): Der Kriegsministcr hat die Unge- schlichkeit der Offiziere entschuldigt. Ein abgrundtiefer Unterschied zwischen den privilegierten Kasten und der Auf. fossung des Volkes hat sich aufgetan. Der absolustische Wille des Militarismus mutz gebrochen werden. Nicht Mars re- giert die Stunde, nicht der Oberst von Reuter, sondern die Gesetze regieren. Abg. van Calker (natl.): Die Hauptfrage ist, was ge. scheben soll, um solcl>e Fülle in Zukunft zu verhüten. In dem vorliegenden Falle kann der Beleidiger nach dem geltenden Rechte nur niit Festungshaft bestraft werden. Hier liegt ein Triumph des Unrechts vor. Wir mutzten alles tun, um die Duelle einzuschrünken. Beseitigen können wir das Duell nicht. Abg. Graf Westarp (kons.): Im Namen meiner Freund« stelle ich unseren einmütigen Beifall zu den Ausführungen des KricgSministers fest. Im Metzer Falle haben die Behörden alles getan, was sie tun konnten. Das Duell verstötzt gegen göttliches und menschliches Gebot und soll beseitigt werden. In dem Bcschlutz der Duellkommission sehen wir zunächst mehr einen rcsolutorischen Charakter. Die Frage kann nur gleichzeitig mit dem Verfahren in Beleidigungs- sacheu neu geregelt werden. Abg. l>r. Blnnck (Vp.): Wir kämpfen gegen den Duellzwang. Bei der Wertschätzung der Offenheit dks Kriegs- ministerS müssen wir doch verlangen, dah er nicht um die Sache herumredet. Kriegsminister v. Falken Han n: Der Leutnant von Brandenstein ist nicht wegen seiner Anschauungen über das Duell verabschiedet worden. Sein Oberst hatte aber bei einer Unterredung mit ihm fcstgcstellt, datz dem Leutnant die klare Entschlußfähigkeit fehlte, die für einen Offizier notwendig ist. Abg. Dombek (Pole): Die Ausnahmebestimmungen zu Gunsten des Duells müssen aus dem Strafgesetzbuche entfernt werden. Abg. Merti» (Rp.): Auch autzerhalb der Armee gibt er Männer, die in gewissen Fällen kein anderes Mittel kennen, als sich im Kampf für ihre Ehre einzusetzen. Hat der Mili- tiismus etwa Lassallc zum Duell veranlatzt? Abg. T>r. Spahn (Zentr.): Der Kriegsminister sollte auf die Erziehung seines Offizierskorps hinwirken, datz nicht Handlungen Vorkommen, die zum Duell zwingen. Der Kriegsminister ist verantwortlich. Abg. Wendel (Soz.): Das Bürgertum läßt sich alles bieten. Der Kaiser hat bei der Antrittskneipe der Bonner Borussen erklärt, er hoffe, solange es deutsche Studentenkorps gibt, datz der Schläger freudig geführt werden wird. Das Reichsgericht hat aber Schlägermensuren als Kärnpf« mft tätlichen Waffen bezeichnet. Diese blmten Bänder und Mützen der Korpsstudenten sind die Brutstätten eines gesetz- verachtenden und verbrecherischen Sinnes. (Der Redner wird zur Ordnung gerufen.) Abg. l>v. Blnnck (Vp.): Ich bitte den Kriegsminister nochmals um Ansivort auf folgende Frage: Wir stellt er sich z» dem Verbleiben eines Offiziers int Offizierskorps, der stch> lvie der Leutnant von Brandenstein, als Christ auf den Boden stellt, grundsätzlich kein Anhänger des Duellzwanges zu sein? Kriegsministcr v. Falkcuhavn: Die Frage ist bereits be- antwortet durch viele Erklärungen von, Regierungstisch und durch die Erklärung meines Amtsvorgängers in der Budget- kommission im April 1913. (Abg. Ledcbvnr (Soz.): Das ist Drückebergerei. — Ledebour wird zur Ordnung gerufen.) Ick, entlasse keine Offiziere und stelle keine Offiziere an. Das tut der oberste Kriegsherr nach den Vorschlägen der Borge- fetzten. Damit ist die Interpellation erledigt. Donnerstag 2 Uhr: Kolonialetat. Scklutz 3yi Uhr. Tayesübersicht. ürutldics JJeidt. :: Deutschland und Russland — «ine Erklärung der 9 tzclmstrasse. Zu den Veröfientlichunge» der Petersburger „i> jenzeitung" und der „Rosfija" ergreift nunmehr die deutsche gierung in der gestrigen Ausgabe der „Norddeutschen Allgei nen Zeitung" das Wort zu folgender Erklärung: „Die Pet burger Vorsenzeitung bringt nach telegraphischer Meid einen Artikel ,n Sperrdruck, der sich über den hohen Stand r>,ss,scheu heereseinrichtungen verbreitet und deren vfie, Kriegsbereitschaft neben der Erwähnung der friedlichen : dcnzcn der Politik des Zaren unterstreicht. Wir suhlen Bedürfnis, an dem gewitz berechtigten Lobe des russischen res Kritik zu kben, vermögen aber auch keinen Grund zur unruhigung daraus herzuleiten. Vielmehr ist die Zuoe: begründet, datz dergleichen auf den To» kriegerischer «eberle heit gestimmte Erörterungen die guten Beziehungen der be feitigen Regierungen ebenso wenig stören können, als es unbegründete Alarmruf getan hat, der neulich in einer Pe burger Korrespondenz eines deutschen Blattes enthalten Ueberhaupt wäre es verkehrt, eine mtschsidende Bedeutung die Gegenwart darin zu erblicken, venn sich von Zeit zu nit Hilfe von Tinte und Druckerschwärze die alte Ersahrun; tätigt, datz durch nationalistische Erregungen di« feststes -hrlichkeit der offiziellen Friedenspolitik zu konpromitti per,acht wird. Wir ltimmen mit der Roinia" aanz darin i ,«»»» xofMjcitiiM. •tMÜtTln 14. **», 1»1C «in. datz die Regierungen der beiden benachbarten Kaiserreich« nicht die Absicht haben können, über di« .Legende" von der russisch-deutschen Freundschlift ein Kreuz zu machen." ^ ■ Russland. :: Der Alarmartikel der Petersburger Börsenzeitung. Selten hat die österreichische öffentlich« Meinung eine solche Gleichgültigkeit einer russische» amtlichen Kundgebung gegenüber an den Tag gelegt, wie den Alarmarttkel der Petersburger Börsenzeitung, der von einer angebNchen Kriegsbereitschaft Rutz- lands spricht. Man geht wohl nicht fehl, in diesem ostentativen Stillschweigen eine gewiss« Absicht zu sehen, denn gerade die Wiener Press« hat bisher stet» derartigen amtlich inspirierten russischen Erlassen die grösste Beachtung geschenkt. Meinungsverschiedenheiten zwischen de» russische» Fl- »anz- und Marineministeriu». Di« geplante Rettungsaktion für den verschollenen Nordpolfahrer Siedow hat zwischen dem Marineministeriu» und dem Handelsminister Timaschow zu Meinungsverschiedenheiten geführt. Da» Marineministeriu» bestimmte, datz der Eisbrecher „Jermak" mit zwei Hilfsschiffen sich nach Franz-Josessland und der Westküste der Nowaja Seml- ja begeben soll, wo man di« verschollene Expedition zu finden glaubt. Gegen di« Verwendung de» Eisbrecher» legte der Handelsminister Protest ein, und die Expeditionrftage mutz infolgedessen dem Ministerrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Kund der Kandwirle. Versammlung Am Samstag, de» 14. März, abends 8 Uhr, zu Reichelsheim i. d. W. „Zur Rose." Redner: H i r s V e l - Friedberg und Landtagsabgeöri»- neter Breidenbach-Dorheim. Zahlreicher Besuch, auch von Gewerbetreibenden, will- kommmen. Versammlungen Montag, den 16. März, abends 8 Uhr, in - Stammheim. - Redner: Landtagsabgeordneter Dr. t>. Helmolk und Hirfchel-Friedberg, Dienstag, de» 17. März, abands %' 9 Uhr, in - Niedcrweisel. --- Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, in - Dortelweil. - Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr, in - Petterweil. --- Redner: Hirsches-Friedberg. Die Versammlungslokale werden noch bekannt gegeben. Vereinigte Landwirte Am Sonntag, den 1b. März, nachmittags 3 Uhr, finde! im Schützenhof zu - Sulzbach im Taunus - eine Versammlung der Ortsgruppe statt, zu der alle Mitglieder höflichst eingeladen sind. Oberliederbach, 14. März. Am Donnerstag Abend fand unter dem Vorsitz des Eutspächters Ad. Kalbhenn eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe statt, die sehr gut besucht war. Der Geschäftsführer unserer Vereinigung, Herr Hirsche!, der gekommen war, um verschiedene Fragen von Bedeutung zu besprechen, verbreitete sich eingehend über de» Wert der Organisation und erzielte lebhaften Beifall, den der Vorsitzende zum Ausdruck brachte. Da der seitherige Vertrauensmann, Herr Bürgermeister Hetz, sein Amt niebcrlegte, so wurde ihm der Dank für seine anerkennenswerte Tätigkeit durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck gebracht. Durch Zuruf wurde Herr Wilh, Müller 3, zum Vertrauensmann und Herr Wilh, Essig zum Stellvertreter gewählt. Wir sind gewitz, datz auch in Zukunft die Leitung unserer Ortsgruppe in guten Händen liegen wird. Ans >er * Friedbcrg, 14. März. Die Preise für fette Schweine sind in den letzten Wochen in ganz Oberhessen so sehr heruntergegangen, datz die Schweinezüchter sich vielfach weigern, die Tiere den Händlern zu den gebotenen Spottpreisen z» überlassen. Die Kosten der Aufzucht und Mästung stehen in gar keinem Verhältnis zu den Angeboten. Viele Leute sind deshalb wieder zu der alten Praxis der HauSschlachtun- gen übergegangen oder schlachten das Schwein selbst zum freihändigen Verkauf aus. Sie erzielen bei diesem Modus trotz der recht billigen Preise immer noch erbeblich höhere Einnahmen, als durch den Verkauf an die Händler. * Friedberg, 14. März. Der hiesige Schwimmklub rekonstruierte sich in einer gestern Abend im Cafe Trapp stattgcfundencn Sitzung und wählte zum Vorsitzenden Herr Easverwalter Baller. Wir wünschen dem Verein unter dieser jedenfalls sehr bewährten Kraft ein recht baldiges Emporblühen. * Friedberg, 14. März. Morgen Sonntag finbet wieder im Eafe Trapp von nachmittags 4 Uhr ab eins der beliebten Konzerte der Kapelle Libbach statt. * Friedberg, 14. März. Das neue Programm im Centraltheater vom 14. bis einschlietzlich den 17. März umfatzt: Pathe- Journal 257 B, die neuesten Tagesereignisse aus aller Welt; „Bei August brennts", zum Totlachen: „Das Fräulein von nebenan", reizende Koinödi«: „Die drei Cousinen", dramatische Vorgänge mit Ernst und Heiterkeit vermischt in 2 Akten: „Blumen unserer Gärten", wunderbare Farbenpracht: „Ilm das Glück der Schwester", dieses Drama zeigt uns die wahre Bruderliebe eines kleinen Junge«: Einlage: „Hermanl". — Alles in Allem wieder recht geschickt zusammengestellt, sobah sich ein Befind lobnt. ______________ Seit, ^ * Giessen, 14. März. Vollständig auf dem toten P„nkl ist unsere Stadtverwaltung glücklich angelangt. Schon ji lni »weiten Male mutzten die Stadtverordneten, ohne daß nion- kwls der gesetzlich vorgeschriebenen Zahl Teilnehmer, Sitzung stattfinden konnte, am Donnerstag wieder norfj Hause gehen. Dabei stand u. A. die Beratung des städtische,: Voranschlages auf der Tagesordnung. Nnnniehr soll dst Sitzung wieder nächsten Montag stattfindcn und wird danr rechtsgültig abgehalten ohne Rücksicht ans die Zahl der er schienenen Stadträte. Eine wahre Amtsverdrossenheit sä>-,n unter denselben Platz gegriffen zu haben und diese wird Hz wohl unter der Leitung des derzeitigen Oberbürgermeisters der ja am 21. ds. Mts. sein Amt verläßt, nicht mehr beheben lassen. Wenn auch anzunehmen ist, daß sich diese Zustäudc unter seinem Nachfolger bessern, so wäre eS doch an der Zen, daß die Vorgesetzte Behörde dafiir sorgt, datz die von dem Provinzialausschuß an den Kreistag zurückverwiesene Reklamation gegen die Stadtverordnctenwahlen im vorigen Herbst nunmehr eine schnelle Erledigung fände, denn jedem falls wird der ganze Wahloft von vorn wiederholt werden müssen, was doch auch wieder längere Zeit in Anspruil nimmt. Datz die Zurückverweisung aus formellen Gründe» geschehen sei. wie ein hiesiger Korrespondent berichtete, ist nämlich völlig unwahr. * Vom Main, 14. März. Durch das andauernde Hoch. Wasser des Mains wird der regelrechte Abfluß der gleichfalls Hochwasser führenden Nebenläufe stark beeinträchtigt. Infolgedessen sind diese, vor allem die Nidda, an vielen Stellen ausgeufert und haben weite Strecken unter Wasser gesetzt. Das Niddatal von Vilbel bis zur Mündung gleicht an de, besonders niedrig gelegenen Gegenden einem einzigen See, Zwischen den Frankfurter Vororten Bockenheim und Hause« inzitzte auf der Landstraße eine 150 Meter lange Notbrück« für den Fußgängerverkehr aufgerichtet werden. In schwieriger Lage befinden sich auch die einzelnen Orte am Untermain. In Flörsheim steht das Wasser bis an die Häuser. Der Fährverkehr zwischen Kelsterbach und Okriftel mutzte eingestellt werden. Oberhalb Hochheim erreichten die Fluten bereits die Weinberge. In Rüffelsheim stehen viele Kella unter Wasser, da der hohe Wasserspiegel des Mainz das Ab- fluten der Ortskanalwäffer verhindert. Mehrere Motorspritzen sind hier seit Tagen zur Beseifigung der schlimmsten Mißstände ununterbrochen in Täfigkeit. * Frankfurt o. M„ 14. März. In seiner Wohnung wurde Donnerstag Mittag der Eisenbahnassistent Erich Mittreiter erschossen anfgefunden. Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. — Bei Erdarbeiten an der Festhalle erlitt neulich ein Ar- beiter eine geringfügige Handquetschung. Eine unvermittelt aufgetretene Blutvergiftung machte jetzt dem Leben des Mannes ein Ende. * Frankfurt o. M„ 14. März. Für die im Laufe de» Jahres hier stattftndende Ausstellung „Mutter und Säugling", sind bis jetzt zahlreiche Anmeldungen eingelanfen, so- datz die Abhaltung derselben als gesichert gelten kann. Auch eine Mitwirkung der Industrie, die sich mit der Pftege von Mutter und Kind befatzt, ist in Aussicht genommen. * Frankfurt a. M., 13. März. Unter der Leitung von l>v. Rösek-Fcankfiirt hielt an: Mittwocki der Nassauische Ber- kchrsverband seine aus allen Teilen des Bezirks besuchte erste AiiS'chutzs'tznng ab. Den breitesten Raum d--r Erörterungen nahm die Beratung der Satzungen ein. In der allgemeinen Aussprache wurde vor allem das Verhältnis des jringen Verbandes zu dem Rberirrfchen Vcrkebrsverbandi, dessen Interessen die meisten Berührungspunkte mit der Nassanischen Organisation hoben, eingehend besprochen md in den Grundlinien fcstgelegt. Man beschloß, mit dem Rheinisckren Verbände in jeder Beziehung Hand in Hand zu arbcfte» und auch jeder dieser Organisation angeschlosiencn nassanischen Gemeinde die Wahrung des bisherigen Vcibält- nisscS zu empfehlen. Namentlich betonten die Vertreter 1-c? Rhringanes und des Lahngebietes, daß beide Verbände eng onfeinander angewiesen seien, wenn in Nassau und dcm Rheingebiet eine großzügige Vcrkebrspolitik getrieben werden solle. Einem Anträge auf Aenderung de? Titels „Nassanischer Verkehrsverband" stimmte man nicht zu. In Erwägung wurde gezogen, auch Oberhefsen in den Bereich des Organisationsausbaiies einzuzieben. Besondere- Gewicht will der Verband auch ans die Verbesserung de, Vorkchrsverhältnissc zwischen Wiesbaden und Frankfnü legen, um auf diese Weise die vom Fremdenverkehr sonst wenig beachteten Orte des Untermaingebietes für die Dci- bandsbesttebnngen z» interessieren. Die Satzungen wurden in längerer Beratung nach den gemachten Vorschlägen angenommen. Um möglichst jedem nassanischen Ort und jedem Verein mit verkehrsförderndcn Tendenzen den Beitritt zu ermöglichen, wurden die Beiträge so festgesetzt, datz sie tu»' lichst sich allen Verhältnissen anpaffen. Mit großen Körperschaften werde» besondere Vereinbarungen getroffen. Du Verbandstagc finden abwechselnd in den verschiedenster Orten des Arbeitsgebietes statt. Der nächste, der als eigenst sicher konstituierender gilt, tritt bereits im nächsten Mon-- in Frankfurt zusammen. Hessen-Nassau. * Gonzenheim, 14. März. Die jahrzehntelange eiheit der Ortsbewohner hat mit dem Rcchiumgsjabr 1- iföcfiört. Die reichen Einnahmen nnd Ueberfchsisse aus dem rtrag der Gcureindcländereien reichten in den letzten Zw- n nicht mehr zum Ausgleich des Haushaltsplanes - nfolgedcffen erhebt der Ort in Zukunft 3-> Prozent ^ eindestenern. Ein weiteres Anziehen der -stenellchr,'- - : zu erwarten, wenn eine neue Schule »nd die Klarb. baut werden müssen. f- * r liniiotii. 14. Müri. Der letzte Markt wähl zoklreim Vir. «s Mta« Ta,»,,eit»»-. Va««ag> de» 14. »ft« 191«. «eite 1 sucht und befahren, Handel und Umsatz aber — hauptsächlich aus dem Rindviehmnrlt — flau. Hier waren angetrieben 69 Tiere. Preise wie seither. Auf dem Schweinemarkt standen zum Verkauf »96 Ferkel und 67 größere Schweine. Preise wie nachstehend: Bis 6 Wochen alte 20—25 Mark, 6 — 8 Wochen alte 25-30 Mark. 8—1» Wochen alt- 30—40 Mark. 3—4 Monat alte 40—30 Mark, 4 — 5 Monat alte 50—60 Mark, über 5 Monat alte 60—70 Mark. * t- lkschbach, 14. März. Unser landw. Konsumverein hatte im abgelausenen Jahr folgenden Stand: Mitglieder 196. Aktiva 16,532.28 Mk., wobei 1 Warenlager mit 9448.75 Mk. Passiva 16.532.28 Mk.. wobei ein Reingewinn von 3420.56 Mk. * x. Anspach, 14 März. Die hiesige Lauptlchrerstellc wurde zum t. April dem Lehrer Schmidt zu Hundstadt übertragen. * Oberurscl, 14. Mörz. Bei der vor hundert Jahren erfolgten Ansteilinig des Hohen Mark unter 14 nassauische, 10 hessische itnd 8 Franksticter Orte, die zusammen 4144 Märker stellten, spielte auch ein uralter Becher, der Hohen- »tark-Bechcr, eine bedeutende Nolle. Ter dem Jahre 1623 entstammende Becher besand sich seit altersher in den Händen des Mürkermeisters, der in Oberursel seinen Wohnsitz hatte. Nach der Markteilung wurde er dem Landgrafen von Hessen- Homburg zum Geschenk geniacht. Bis 1866 blieb er in den Händen der Hamburger Fürsten. Dann kam er nach Darni- stadt. Der Becher ist ein Unikum und deshalb von hohem kulturgeschichtlichem und künstlerischen Wert. Ans Silber geschmiedet, zeigt derselbe am Griff, zwischen Fnst und Kelch, ganz ausgezeichnete Treibarbeit; Deckel, Kelch und Fuß, die stark vergoldet sind, haben an ihren Rändern je sieben walnußgroße Silbcrknöpse, welche die alten sieben Landesberr- jchasten der Mark andeuten sollten: Mainz, Hessen-Hanau, Homburg, Usingen, Solms, Bassenhcim und Frankfurt. Im Fuße des Bechers sitzt ein Hahn aus einer Henne. Der Kelch saht ein halbes Mast; um seinen oberen Rand legt sich ein silberner Reis, an den, neun Ketten mit neun Medaillons hängen. Ein zehntes Medaillon stifteten bei der Teilung die Teilungskommissare. Jedes Medaillon trägt die Namen seiner Stifter mit entsprechenden Inschriften und teilweise ausgezeichnet gearbeitete Ciselierungcn. Das älteste Medaillon entstammt dem Jahre 1669, es wurde von den beiden Hamburger Bürgermeistern gestiftet und trägt folgende Jn- schrift: • F. C. Idstein, 44. März. Der Besitzer mit Pulver und Blei. In einem Taunusamtsblatt findet sich folgende niedliche Warnung: „Ich warne hiermit diejenige Person, die mir in der Nacht vom 6. zum 6. ds. Mts. an meinem Gar- tengeländer durch Zerstören einzelner Teile desselben ein Racheakt verübt bat. dies zu wiederholen, da ich sonst von meinem Rechte als Besitzer mit Pulver und Blei Gebrauch mache. Fritz Klaus, Idstein." * F. C. Schlüchtern, 1 l. März. Der 65 Jahre alte Land- Wirt Heinrich Kreß au? Wallrath hatte der dortigen Hebamme eine» auf den Namen eines anderen Wallrother Bürger? ausgestellten Schein zugchen lassen, in der sic ersucht wurde, sofort z» der Frau zur Hilfeleistung zu kommen. Sie muhte bald konstatieren, dast ihr ein Schnippchen geschlagen worden lvar. Verärgert übergab sie dem Gendarm den Zettel, der Kreß als Täter ermittelte. Der Staatsanwalt in Hanau wollte Kretz wegen Urkundenfälschung auf drei Monate ins Gefängnis schicken. Das Gericht erkannte jedoch nur auf 50 Geldstrafe, indem es eine Beleidiauno für vorliegend erachtete. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Meist trübe, zeitweise Niederschläge, mild, frische westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirschel, Fricdberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedbcrg; für den Anzeigenteil: Kars Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeitung", A.-G., Friedberg i. H. Holzversteigerung. Mittwoch den 18.. Donnerstag den 19., Freitag den 26. März l. Is vormittags 10 Uhr anfangend kommt in dem Eemeinde- wald Wohnbach nachstehendes Holz zur Versteigerung: I. Vau- und Nutzholz. Stämme: 152 Eichen 50,48 Fstm. Inhalt. II Buchen 21,62 Fstm. Inhalt. 394 Fichten 130 Fstm. Inhalt, 7 Lärchen 1,45 Fstm. Inh. Dsrbstangen: 576 Fichten 28,71 Feftm. Inhalt. II. Brennholz. Buchsscheit 103 rm. Eicheicheit 72 rm, Kiefern- Fichte- u. Aspcscheit 24 rm, Knüppel: Buche 128 NN, Eich- 80 rm, Kiefern, Fichte, Aspe 50 rm, Starke: Buche 75 rm, Eiche 29 rm, Kiefern u. Fichte 20 rm, I Reissig: Buche 857 rm. Eiche 431 rm, Kiefern u. Fichte 70 rm. Weichholz 102 rm. Zuiammenkunst an den beiden ersten Tagen Kreisstrasic nach Münzenberg, Waldcingang von Wohnbach aus, am letzten Tag am Lonturbergswald. Am ersten Tag kommt nur Bau- und Nutzholz, am zweiten Tag nur Brennholz, an, letzten Tag Bau- u. Brennholz hierbei noch 10 Fichtenstamme mit 30,47 Fstm. zur Versteigerung. Wohnbach. den II. März 1014. Erotzh. Bürgermeisterei Wohnbach. __ Kratz, Arbeitgeber! Trockenschnitzel geben noch ab Alltikli-Zlilllttflidrll! IDrttrran. * ------------- - " Cafe Trapp Konfirmanden- »,»> Vorstellungs-Anzüge neueste Facons, tiefschwarz, blau und marengo on 11.- 14.- 18. TS 30.- Mk. Modernste Herren-Kleiduitg zu staunend billigen Preisen. Becker S Engel, Friedberg. Den Empfang der = ModeUhnle ------- '“'•‘ÄT*' Saison-Neuheiten zeigt ergebenst an. Hfli. Kreuder, Durch Beschlich der Kreistages ist die Oltskrankenkasse Friedberg zur Allge- kleinen Ortskrankcnlass« für den Kreis Friedberg aurgebaut worden. Nach der Reichsversicherungsordnung wird die Zahl der Versicherten und damit auch die Zahl der Arbeitgeber wesentlich größer. Leider erhöhen sich auch die Ausgaben und infolgedessen die Beiträge, die ohnedies hoch genug sind! Da ist cs Pflicht aller Arbeitgeber sich ihren gebührenden Einfluß an der Verwaltung der Kasse zu sichern! Das kann aber nur durch die bevorstehende Ausschuhwahl geschehen. Der Ausschuh hat eine Reihe wichtiger Fragen zu entscheiden; er hat die Satzungsänderungen zu genehmigen, die Höhe der Beiträge zu bestimmen, den Vorstand >u wählen u. a. m. Es ist darum äußerst wichtig, daß nur solche Männer in den Ausschuß gewählt «erden, die, bei allem Wohlwollen sür die Versicherten, auch die Interessen der Arbeitgeber nicht vergessen! Es sind 2 Vorschlagslisten für die Arbeitgeber eingelaufen. Die eine Liste ist in gemeinsamer Beratung von einer großen Zahl Angehöriger aller Berufe von allen bürgerlichen Parteien aufgestellt ; sie enthält Männer, die in Gewerbe, Landwirtschaft, Handel und Industrie tätig sind. Der Sozialdemokratie aber ist es nicht genug, daß sie schon durch die Stimmen ber Arbeiter die Krankenkasie beherrscht, sie will auch Bresche in dir Reihe der Arbeitgeber legen und stellt deshalb auch eine Arbeitgeberliste auf. Sie will damit um so sicherer ihre Herrschaft gründen, die sie bei der Wahlkreiseinteilung klar bewiesen hat! Es stehen zwar auch einige Namen aus bürgerlichen Parteien, teilweise gegen ihr Wißen und Willen, aus der Liste, aber wohlweislich an solchen Stellen, an denen .sic nach der Verhältniswahl durchfallen werden. Diese Namen sind also nur auf den Stimmenfang berechnet! Wer will, daß unsere Kaste in Zukunft eine soziale, nicht aber eine sozial- »cmokratische Einrichtung werden soll, der gebe nachstehende Listen unverändert ab, denn nur solche Zettel sind gültig; A. Vertreter. Theodor Morschei, Bauunternchiner zu Friedberg Ehristian Allwohn, Landwirt zu Wölfersheim Earl Damm, Buchdruckereibesitzer zu Friedberg Hermann Reitz, Landwirt zu Butzbach With. Ad. Hetz, Schlossernieister, zu Fricdberg A. Wiih. Heil, Rudcisabrikant z» Butzbach 7. Oekonomicrat Hch. Karl Alles, Landwirt zu Nicder-Florstadt. ,6. Georg Hojmann IX., Zininiermeister zu Rodhcim v. d. H. 9. Heinrich Fink, Landwirt und Fouragehändler zu Bilb-l (0. Karl Ludwig Schmidt, Maurermeister zu MIbel 11. Franz Weber, Kailfniann zu Friedberg 12. Valentin Vurl II., Landwirt zu Ober-Mörlen 13. vlustav Sprengel, Schlastcrmeister, zu Reichelsheim (Weltcrau) 1-^ Friedrich Häuser III., Landwirt zu Niedei-Weisel 15. Karl Ferber, Weißbindermeister zu Friedberg 10. Ir. Wilhelm Megerle, Fabrikant zu Friedberg 17. Ehrijrian Langbein, Küsermeister zu Butzbach -äi. Ludwig Dein, Kammerdirektor zu Assenhcim ÄS Johann Jakob Rumps, Fabrikant zu Butzbach SO. Jakob Friedrich August Schaub, Landwirt zu Budesheim. Sonntag ab 4 Uhr Cirofles Künstler* Konzert # Eintritt frei. Salvator-Fest l. 6. B. Ersatzmänner. 1. Georg Seibold I., Landwirt zu Nieder-Eschbach 2. Wilhelm Füller, Zimmermeister zu Friedberg 3. Georg Dahmer, Weißbindermeistcr zu Butzbach 4. Tobias Weiß, Landwirt zu Dorn-Astenheim 5. Wilhelm Reutz, Architekt und Maurermeister zu Friedberg 6. Louis Braudach, in Fa. Braubach und Fischer, Färbereibesitzer zu Butzbach 7. Johann Hch. Weitzel, Gutspächter zu Griedel 8. Carl Voll, in Fa. Melchior Boll, Geschäftsführer zu Friedbcrg 9. Heinrich Fr. Diel, Landwirt zu Ober-Wöllstadt 10. Adolf Stier, Metzgermeister zu Vilbel 11. Friedrich Leipold, GutSpächtcvzu MUnzenberg 12. Max Krämer, Kaufmann zu Friedberg 13. Theodor Weitz, Sattlermeister zu Reichelsheim (Wetterau) 14. August Bock, Landwirt zu Gambach 15. Konead Will V., Schlosterm. zu Rodheim v.d.H. 16. Georg Ott» Weihl, K-ufnrann zu Vilbel 17. Karl Sommer, in Fa. Sommer und Rausch, Malerinetster zu Friedberg-Fauerbach 18. Ludwig Giar, Landwirt zu Oberrosbach o. d. H. 3lS. Emil Bang. Schreinermeister zu Butzbach 20. Theodor Selig mann, Gerbereibes. zu Friedberg. Elaube Niemand, daß «s auf sein« Stimme nicht ankommt, da der Sieg unserer Liste ja doch sicher sei! Die Wahl geschieht, wie schon bemerkt durch die Verhältniswahl; je mehr Stimmen daher auf unsere Liste «ntsallen, desto mehr Verteeter ent. senden wir in den Ausschuß! Erfüll« deshalb jeder sein« Wahlpflicht! Familien Abend der Gvang. Vereinigung am Sonntag, den 15. Mär, 1914. abends 8 Uhr im Hotel Trapp. 1. Vortrag des Herrn Pfarrer Marx, Darmstadt über „Hausmusik". 2. Mustlalische Darbietungen (Instrumental- u. Gesangs vorlräge). Alle Evangelische willkommen. Ein tritt frei. __ Ein Ijähr. Ml» iSS"* - Otto Appel. Wölsersheim. Eine gelörte iimuicntflltt Kuh welche im April das zweite Kalb wirft, ftebt zu verkaufen bei Friedrich Rnpp, Burggraseieod« bitte meine neuen Schai- Fenster u beachten! Bitte meine neuen Schau- Fenster i zi beachten! Das Wahlkomitee. Den Eingang meiner Modell-Hiite sowie Neuheiten der Saison in grösster Aus- wähl, jedem Geschmack Rechnung tragend zeigt an Selmar Schaps, Friedberg, Kaisertr. 46. Gewerbetreibenden u. Privaten empfehle ich meine Firma als beste und billigste Bezugsquelle, für alle n "arben Lacke u.Pinsel sowie sämtlichen Artikeln der Farbenbranche. Adolf Schmidt, Friedberg, Telefon 364. Kaiserstr. 7. «neue liagcsjeitung. wamstag, den 14. 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WW" Versammlung "WO auf dem Telzcrbrunnen bei Grotz-Karben am Sonntag, den 15. März, nachmittags 4 Uhr VHrt,>öni'ilt1»ttrt« Vertreterwahlen für den Ausschuh ♦ der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Friedberg. Alls Beteiligte Arbeitgeber and Arbeitnehmer die auf nationalen Boden Irehen und wünschen, daß die Vorherrsch aft der Sozialdemokratie in der Verwaltung der Ortslrankenlasie beseitigt wird, werden gebeten zu dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. _ Das Wahlkomitce. Miste 6 MeiMrM! Am Konntag, den 15. d». Mt«, findet in Darmftadt im Lluinmelbräu (am Hauptbahnhos) nachm. SV» Uhr eine Versammlung statt, wozu wir die Mitglieder der Zweigvereine Friedberg und Franlsurt a. M. sreundlichst einladen. Unter Punkt L der Tagesordnung steht ein Bortrag des Herrn Oelonomierats h a u g-Darmstadt, welcher von allleitigem Interesse sein dürste und bitten deshalb um zahlreiche Beteiligung. Freunde und Eönner herzlich willlommen. Der Vorstand: Wuls-Ttute, Hauptgeschästsfllhrer. 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In Bethlehem selbst sind meist Steinhäuser, in Baitsahur, aus dem Wege zum Hirtenfcld, sind sie aus Lehm. Die Leute machen dort einen verkoninienen Eindruck, aber in beiden Ortschaften sieht man auffallend sckpne Gestalten, ich war ost ganz hingenommen von den malerischen Gruppen. Wir besahen erst die Gcburtskirche, die auch für Kunstkenner sehr sehenswert ist. Sie ist sehr alt, fünfschiffig, mit schönen Säulen. Sonst herrscht hier ja bis zu einem ge- missen Grade eine grohe Gemütsruhe, weshalb ein Abendländer einige Geduld braucht, um den Orientalen zu bewegen, etwas eifriger bei der Sache zu sein. Aber in Bezug aus die Religion, verstehen hier alle keinen Spaß. In der GeburtSgrotte dursten wir nicht lange verweilen, „wir usscu den Platz geräumt haben, bis die Griechen kommen", ls eS von den Ortskundigen. Ter Geistliche*) und der Lehrer Bethlehems führten uns: beide waren sehr freundst ch. Bor kurzem erst hatten sich ein griechischer und ein römischer Katholik dort geprügelt, und einer war tot liegen geblieben. Christlich kommt einem das ja gerade nicht vor. hle Griechen dürfen die Grotte nur von einer Seite benoten und von der anderen, sie wieder verlassen. Wir sahen üe Grotten des heiligen Hyronimus, wo er die Bibel übersetzte. Er ist nur besonders lieb, obwohl katholischer Heiliger. Auch die Grotten hatten etwas anheimelndes. In der Kirche selbst wechselten Armenier mit Griechen eben mit dem Gottesdienst ab. Eine große griechische Knabenschule war gerade in der Aufstellung begriffen. Es waren hübsche Knaben mit lebhaften Augen. Wir verließen die Kirche, ohne einen ruhigen, weihe- vollen Moment erhascht zu haben. Ein Teil von uns entschloß s'ch aus das Hirtcnseld durch Sonnenglut zu wandern. Diele blieben zurück. Das w>ar ein fröhliches Schreiten, cS ging ab und auf *) Der Geistliche und seine Frau starben in Zeit von «in paar Tagen im November vorigen Jahre» an Typhur und hinterließen zwei kleine Kinder. Auf dem Hirtenfeld angelangt, lagerten wir uns unter Blumen und Steinen. Ein Geistlicher las aus dem alten Testament die Geschichte Ruths und Davids Salbung: Der Pastor W. v. B. las die Geburtsgeschichte. Es tönten Weihnachtslieder über die Fluren, es war so unendlich friedlich und schön, und alle schienen ftoh wie an Weihnachten. ..Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still." Der verheißene Friede soll in den Herzen wohnen. — Es wurde noch eine Gruppe ausgenommen. Jetzt ging es wieder nach Bethlehem. Aufwärts v ar <4 etwas ermüdend, und doch hätte man diese Stunde nicht missen mögen. Eine junge Frau wurde durch den Lehrer veranlaßt, ihren Kopfputz zu zeigen, der Geldmünzen im Werte von 600 M trug und noch mit Goldfäden gestickt war. Sie erhalten ihn zur Hochzeit und entschließen sich nur schwer, das darauf befesftgte Geld zu verbrauchen. Sie gab ihn nur ungern in fremde Hände. Nun besahen wir die evangelische Weihnachtskirche. Oben an der Decke sind sehr hübsche Engel gemalt, die in die kleine Kuppel mit Oberlicht zu fliegen scheinen. Es inachte einen lieblichen Eindruck. Wir sangen: „Zu Bethlehem geboren", dies altdeutsche Lied mit der hübschen Melodie, „Dein eigen will ich sein", als Refrain, auch das war schön! Dan» in's armenische Waisenhaus. Die Kutscher bedurften erst des Zuredens und Versprechungen, bis sie uns dorthin führten. Dort fanden wir die anderen, auch diejenigen, die auf Esels Rücken hergekominen waren. Waisenknabm in blauen Kitteln sangen und bliesen Lieder. Wir wurdni mit Wasser, Wein, Tee und Gebäck bewirtet, alles war sehr hübsch mit Blumensträußen geschniückt. Als ich mir ein Glas Wasser eingoß, stürzte ein fremder Herr, wohl zur Gemeinde Bethlehem gehörend, auf mich zu und beschwor mich, das Wasser nur mit Wein vermischt und nicht so zu trinken. Es war sehr freundlich, fürsorglich. Vom Balkon und Dach des Hauses hatte man einen schönen Blick. Wir fuhren dann nach Jerusalem zurück. Die Studenten trugen ihre Blasinstrumente im Arm, auf dem Esel reitend. Sie waren aber ftoh, wenn die Instrumente in den Wagen Aufnahme fanden. Der Dragonian ermahnte sie, die eselreitend m Damen nicht allein zu lassen, der Abend rückte heran. Den nächsten Tag war es Sonntag Cantate, es waren 8 Tage her, daß die „Schleswig" Venedig mit uns verlassen hatte. Um %7 Uhr fuhren wir 6 Personen in 2 Wagen, nach Gethsemane, das Kidrontal entlang. Der griechische Mönch öffnete. Wir verbrachten dort wobl eine stille Stunde, genau kann ich das nicht angeben, da ich mich nicht daruni ge- kümmert habe. Levkojen blühten in Fülle, schön gepflegt unter alten Oelbäumen. Das störte mich nicht. Es wird ja zu Christi Zeiten anders gewesen sein, Gethsemane nicht verschlossen, vielleicht erst drüben über der Höhe bei Beth.mien. Es ist hier in der Nähe, wo Christus den bitteren Kciupf durchrang uns zu Liebe. Es ist verständlich, daß die Stätte so gepflegt wird. Er hat ja auch fertig gerungen, er ist ja euch siegreich durchgedrungen. Man ging, i achdem die Geschichte verlesen war, unter den Bäumen allein, sich nicht um die anderen kümmernd. — Hier soll wieder ein Vers au? Gerocks Palniblättern stehen: „Gethsemane, in deine stillen Räume Laß oft mich pilgern aus dem Lärm der Zeit, Gethsemane, im Schatten deiner Bäume Gib mir den Frieden, den die Welt nicht beut. Und kommt dereinst die bängste Stunde, Dann bett ich mir auf deinem Heilgen Grunde Daß ich getrost den, Tod in’3 Auge seh — Gcthsemanel" Wir kehrten heim zum ersten Frühstück. Dann war Gottesdienst und Abendmahl in der Erlöserlirche. Nachher folgten wir der Aufforderung der Schwestern nach Talitha Kami, der Mädchen-Anstalt, zu konimen. Das Haus hat einen herrlichen Garten, die fteundlichen Schwestern senkten mir Mandeln und Blumen. Die Kinder waren beim Essen. Sie machten einen sehr ftöhlichen Eindruck. Nachmittags verlor unser Wagen ein Rad, als wir zum Oelberg hinauf sichren. Ein Mißgeschick traf eines der Instrumente, es wurde überfahren. Es kam daher, daß uns das Quartett fteundlichst ihren Wagen überlassen hatte. Man sah Scharen griechischer Pilger in ihren grauen Mänteln wandern. Sie hatten etwas rührendes für mich. Wir machten alles so schnell und beauem wie möglich. Der Eindruck muß beim Wandern ein tieferer sein, da überhaupt mehr Zeit darauf verwandt werden niuß: nur fragt es sich, ob das kleine, unbequeme Drum und Dran nicht wieder die erhebenden Momente verwischt? Zwar, Ivas man init Mühe erlangte und errang, wertet man höher, als was einem zuflog. Man müßte es beides ausprobicren, uni cs beurteilen zu können. (Fortsetzung folgt). Ans dem hest. Landtag. Zweite Kammer. Präsident Köhler eröffnete die gestrige Sitzung »m 9 Uhr. Die Beratung der Etaatsvoranschlager für 1911 wird fortgesetzt bei der 8. Hauptabteilung, Ministerium der Innern. Abg. Brauer lBbd.) bespricht die schwierige Loge der Landwirtschast. Der Rus nach Beseitigung der Futtermittcl- zolle sei kindisch. Die Ansicht der Verbraucher, auf allen Futrer- mitteln liege «in hoher Zoll, stimme nicht, sondern nur Mais, Bohnen, Erbsen und Futtergerste kommen in Frage. Mit der Erhöhung der Löhne steigen auch die Produktionskosten und die Landwirtschaft müsse dieselben Löhne bezahlen, wie Handel und Industrie, wenn sie gute Arbeiter haben wolle. Die Gegensätze zwischen Land und Stadt in der Arbeitersrage aus« Evangelische und i Katholische ' Sej 01 lg bii Ä% A4* in großer | UJv4 Auswahl. | UuchhaiMllung; Friedr. Streckfuss. Hchmsttigerung. 3m RodheimerGeineindewald Distrikt Zungebuchen, Erauer- bcrg und Spttzensteinhecken werden Dienstag, den 17. März l. I». versteigert: 181.8 an Buchcn-Scheiier 21 „ Eichen- „ 19 „ Kiefern- 511 „ Buchen-Knllppel 148,7 „ Eichen- „ 108.9 „ Kiefern- und Fichten- Knüppel 1.7995 Stii-k Buchen Wellen 2150 „ Eichen- „ 710 „ Kiesern- 77.9 rni Buchen-Stöcke 72,5 „ Eichen- „ 218,3 „ Kieicrn- und Fichten Stöcke Anfang und Zusammenkunft vormittogs 9‘/, Uhr auf der Wawbarn beini Hühnerpsad. tlodh-i« ,.». ks., 12. März 1914. «r>lh. Lörzrrneißriki ji,dh,i» ». t. j>. Holl. _ slck-Ntrjleigerunii. Dienstag, den 17. März I.J. o,r,Niltags 9'. Uhr wird im ieder-Rosbacher Gemeindewald „i,,rik> Berjchiedene nachstehende Ho!,sortiu,ente versteigert: 82 Eichen-Ttämme (Wagen- deichseln) 43 Fichten-Stiimni« 15 Fstm. 123 „ Derstangen 5,80 Fstm. 95 „ ReisstangenO,85Fftm. 701 Rm. Buchen-, Eichen-, Btrken- Knüppei >500 Stück Buchen- und Eichen- Wellen 400 „ Nadel- undPsriemen- Wellen Zmammenkunst am Eingang .f»s Waldes. Nieder-Nosbach, 11. März 1914. ®t. Kiü,rr»risirr»i Ilit>([-S»sbi4. Kitz können Sie Mühelosen Verdienst haben Sie, wenn Sie bei Ihren Einkäufen vorher Nachdenken, wo Sie am billigsten kaufen. Ich habe fast keine Unkosten und verkaufe gute und beste Qualitäten zu auffallend billigen Preisen, deshalb ist meine Firma auch in der ganzen Wetterau als vorteilhafte Bezugsquelle für Qualitätswaren bekannt. derreN-ÄNzÜge allergrößte Auswahl. Konfirmanden- u. Kommunikan ten-Anzüge tau Auswahl Damen-Koftüme» Mäntel» Blusen, Kleider» Konfirmanden-Kleider Friedberg (§. Schltlhof an der Burg. Inh. A- Westheimer Damen- n. Herren Düsten neue Formen sür die Schneiderei in den Größen 42. 44, 48, 48 auch verstellbar billigst bei Fr. Weder. Kaiser'strahe 62. Hamburger Trauringhaus Inh. James Löwenftei», Uhrmacher, Juwelier u. Optiker Homburg v.d.H. 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Die Schuld daran trage vor allem die Regierung, welche der Vorlage tc:n großes Wohlwollen entgegengcbracht habe, Abg, Braue« (Bbd,) gibt im Namen seiner Freunde eine Erklärung ab, in welcher fcstgelegt ist, daß sic den An, trägen des Ausschusses nicht zustimmen werde, Abg, Adelung (Soz,s polemisiert gegen die Abgeordneten Brauer und Korell und erklärt, daß er im Interesse der Sache für die Vorlage stimmen werde, Abg, Dr, Schmitt (Ztr,) glaubt, daß die Rede des Abg, Korell (Freis) Wert hätte, wenn allein dir Zweite Kammer Telegramm! Schleimers beliebte 95 dauern, um allen meinen Kunden Gelegenheit zu geben billig und vorteilhaft einzukaufen bis Skunustag» den ti. 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V Dr Weber (Bbd.) siihrt aus, daß die Situation l ' t: ' Bauernbundes eine besonders schwierige war, es seien aber '! öjsentlichcr Stelle bestimmt sestliegende Erklärungen abgesehen worden, für die man eintrctcn müsse: mit dem Herzen Hehl Redner aus Seite seiner Fraktionskollegen und der Lehrer. er mutz aber im Interesse der Beamtenschaft und des Zustandekommens der Vorlage heute für die Vorlage stimmen. Bei diesen Verhandlungen sei der konservative Gedanke in sei- ncr Partei durch die Regierung und Erste Kammer totgeschlagen worden. Abg. Bach (Natl.) ist durch das Verhalten der Kammer und des Finanzausschusses gezwungen, aus die ganze Angelegenheit einzugehe», da es sich nur um die ganze Aussasiung über den Lchrerstand handle. Dadurch sei gewisse E-ringschätz ung des Lchrerstandes hcrvorgeruse» worden. Er kann auch der Regierung den Vorwurf nicht ersparen, dost sie die Lehrer in ihrer Stellung nicht gewürdigt und keinen Ton darüber hat verlauten lassen, daß sie die Lehrer dem mittleren Veamten- stand qleichstelle. Durch ibre Haltung habe die Regierung nicht zur Etaatscrhaltung, sondern zur Staatszcrstörung beigetragcn. sRedner wird siir den Ausdruck zur Ordnung gerufen). Abg. Henrich lFrcis.) begründet seine Zustimmung für 'ie jetzige Vorlage mit der Tatsache, daß man mehr nicht cr- eichen konnte und mit der Sehnsucht der Mehrzahl der Bcam- :en endlich Ruhe zu bekommen, wenn man auch große Lücken lassen mußte. Abg. Dr. Winkler fRatl.) bestreitet, daß Abg. Dr. Osann die Polemik ins persönliche übertragen habe. Abg. Korell habe gar keine Veranlassung sich hier als Vertreter der Lehrer aufzuspielcn. Nicht der Mangel an Lchrerfreundschaft, sondern das Fehlen weiterer politischen Macht ist es. Man habe aber die Hoffnung, den Lehrern später mehr zu gewähren. Abg. K o r e l l-Ingelheim fFreis.) polemisiert gegen die Angriffe des Abg. Dr. Osann und begründet seine Stellung auch damit, daß der Geist seines Elternhauses, wo auch viel gehungert wurde, in ihm wachgcwordcn und ihn geleitet habe. Abg. Henrich fFreis.) stellt gegenüber dem Abg. Dr. Winller seine früheren Ausführungen fest. Abg. Dr. Osann verteidigt sich auf die Ausführungen des Abg. Korell-Ingelheim und Henrich. Er begründet den angeblich in den Ausschußfitzungen aufgefuhrte» Wackeltanz damit, daß man auf alle möglichen Rücksichten, Anträge, Motive der Regierung und gesetzgebende Faktoren Stellung nehmen müßte. Bei der hierauf folgenden faus Antrag von Wolf (Sta- deckcn) und Gen. namentlichen) Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses mit <2 gegen 13 Stimmen angenommen. Geschlossen stimmten für denselben die Nationalliberalcn, die Sozialdemokraten und das Zentrum, vom Bauernbund: Dr. Weber, Korell, Leun, Mciski und Fenchel, vom Freisinn: Henrich, Urstadt, Heerdt und Damm. Abg. Bach enthielt sich der Abstimmung. Die Abgeordneten D i e h l und Friedrich fehlten wegen längerer Erkrankung. Neue Tageszeitung. Samstag, den 14. März 1911 Die Abg. Korell- Angenrod und Genossen hoben gestern bei der Ir. Komnicr einen Antrag ei »gereicht, in welchem die Grofzh. Regierung ersucht werden soll, im Bundesrat auf baldige Verabschiedung des im Reichstage angekündigten Gesetzentwurfes über den Handel mit Dünge- Mitteln, Futtermittel und Sämereien hinzuwirkcn unter sinngemäßer Anwendung der Grundsätze der Nahrnngs- mittelgesctzgebung znni Schutze der Landwirtschaft und des reellen Handels. Der Abg. B r e i d e n b a ch hat bei der Regierung einen Antrag auf Errichtung einer Gestütsstation in Reichels- h e i m in der Wetterau cingereicht und in der Begründung darauf hingewiesen, daß bei dem in den letzten Jahren erfolgten bedeutenden Aufschwung der Pferdezucht gerade in der dortigen Gegend das Bedürfnis für eine neue Station sehr groß sei. Ans der Heimat. * E. D. Frirbbrrg, 14. März. Das schöne Thenia „Haus- cknusik", dem der morgige Familicnabcnd der Evangelischen Vereinigung im Hotel Trapp (vergl. Inserat in dieser Nummer) gewidmet ist, wird sicher- sich viele anlocken. Sehr reich und abwcchsungsvoll find die musikalischen Darbietungen. (Klavicrvorträgc, Strcichnmsik, Sologesänge, Duette und Terzette), die die Damen Fräulein I. Grein, Diener, Eckel und Hicronimns sowie die Herren P. Diehl, Senrinarmusiklchrcr Höcker, Pfarrer Klebcrger, Mcdizinalrat vr. Nebel, Lehrer Rcinheimer, Assessor Dr. Riedel und Reallebrcr Schmidt übernommen haben. Der Eintritt ist für jedermann frei: es findet Restauration bei Bier statt. * Friedbcrg, 14. März. Am 11. Ls. Mts. fand die statutengemäße Generalversammlung der Allgemeinen Sterbekasse bei I. Grrpp. Die Rechnungsablage ergab ein erfreuliches Bild ovn der günstigen Fortentwickelung unserer Kasse. Die Einnahme in 1913 betrug dl 2792,38, die Ausgabe d( 2225,72, mithin Mchreinnahme M 566,66. Hierzu kommt der Ueberschuß aus früheren Jahren «(( gebeizt, mit Jntarsien-Einloge 2tür- »de« ^ igern Spiegcischranl .... Mk. Dunkel >kel Rusibaui», poliert, mit Intarsien, 2tilr- igem Spiegelschrank .... Mk. — 1 • '«• Hell I Eiche, gebeizt, mit Intarsien, 3tüngem Spie- O gelschrank, */• für Wäsche . . . Mk. O'M». Mittelfarbig, 'Jiuftbaum poliert, mit Intarsien ‘)d.M"l?5Ü „ Haljbttksicllkn M"M $ütenl-latr.T 13.50 ’ 3tfil.®o(lnifl(r(!| T18 ., „ I Dberbettki, 00ll w . 6.50 auswärts. — Katalog gratis. — B. Kompl. Einrichtungen. Job. Heim*. (frn)rolf knlfdjtr H’.öbrUfnbufTrif imb ^onbmcrb&kunB. Frankfurt a. M.. liilbrlrrßrabr 29. 0 Etagen Ergründet 1829 Telefon 2295 Reue Tageszeitung. Samstag, ocn 14. März iui, jmca l .H' i Stile 4, zeichnen sich ganz besonders aus durch Erstklassige Qualitäten Schöne Farben und Muster Billige Preise. Friedrich Wissenbach Fraiikliirt a. 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Die heilige Schrift ist die Weisheit Gottes. Wer vermöchte die unerforfchlichen Tiefen der göttlichen Weisheit zu ergründen! Widmeten wir unsere Lebenszeit hindurch allen Fleiß, alle Ausdauer und die feltenste Fülle von Gcistesgaben der Erforschung des Wortes Gottes, — immer bliebe die heilige Schrift ein unersorschtes und unbezwungenes Land mit unüber- siciglichen Höhen und unergründeten Tiefen, voll von verborgenen Wundern und auserlesenen Schätzen. Liegen nun auch in der heiligen Schrift Adern des edelsten Metalls so ties verborgen, dotz keine menschliche Kunst je dahin dringen kann, so dürfen wir doch nicht vergessen, daß es auf brer Oberfläche reiche Ernten goldenen Weizens gibt, die allen erreichbar sind. Wer in die Gefilde der heiligen Schrist geht, ommt und bringt seine Garben mit Freuden. Die heilige Schrift ist der am Strom des lebendigen Wassers gepflanzte Baum des Lebens, dessen Blätter zur Gesundheit und dessen Früchte zur Nahrung dienen. Wachsen auch Früchte hoch oben an den äußersten Zweige», an die man nicht heran reichen kann, so vermag doch selbst der Kleinste eine Fülle köstlicher Früchte an den niedrigen Zweigen zu pflücken, um seine Seele zum ewigen Leben zu nähren. Nächst der Gab« Gottes in seinem Sohne ist die heilige Schrist das herrlichste Geschenk des Ewigen. Das Geschenk des Heilands erforderte notwendig als Ergänzung die Gabe der heiligen Schrift. „Sie ist es, die von mir zeuget", spricht der Herr. Zeugnis von dem Sohne Gottes gibt die heilige Schrist, das ist ihr Ruhm. Darum lautet das Gebot des göttlichen Erlösers: „Suchet in der Schrist!" Erkenne den unvergleichbaren Wert dieses Gottesgeschenkes. Siehe zu, daß nicht Trägheit und Gleichgiltigkeit den Born des ewigen Lebens dir verschließe. Laß dich nicht irre machen, wenn Gegner der heiligen Schrift sich erheben. Sie ist ebenso wie der Herr, von dem sie Zeugnis gibt, ein Zeichen, dem widersprochen wird. Forsche in Gottes Wort; verschösse dir die dazu nötige Zeit um jeden Preis, mit allen Opscrn. Daß doch auch du sagen könntest: „Meine Augen wachen in der Nacht, damit ich sinne über dein Wort" (Psalm 119, 148). O Herr, dir sei Dank für die Gabe, deines Wortes, aus dem du uns auch am heutigen Sonntag wieder hast predigen lassen. Gib, daß wir in deinem Wort unablässig suchen. Es ist die allgenugsamc Arznei und Speise, die da heilt alle Wunden des Herzens und den Hunger der Seele stillt. Bei jedem Lesen laß uns neue Antriebe erhalten, immer wieder zu deinem gna- denvollcn Wort heilsvcrlangend zurückkehren. Berleihe, daß alles Forschen und Suchen zu dir führe, der du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Amen. Uor ljnndert Jahren. 8. März bis 14. März 1814. Am 10. März konnte auf dem Kongreß von Chcitillon der Bevollmächtigte Napoleons Caulaincourt nichts anderes lichen Grenzen" Frankreichs bestände, zugleich wünschte Napoleon, um Zeit zu gewinnen, einen Kongreß fäintlichcr kriegführenden Mackste. Anstatt, daß man nun alle Verhandlungen einfach abbrach, gab man am 13. März Canlain- conrt nochmals eine Frist bis zum 15. März für eine end- giltige Erklärung des Kaisers. (Napoleon war wie nül Blindheit geschlagen. Noch wäre es ihm möglich gewesen, durch einen schnellen Friedensschluß sich den Thron zu erhalten: die zeitweisen Erfolge aber, die er hatte, ließen ihn immer wilder erneut höhere Forderungen stellen.) Napoleon hatte nur 27 000 Mann zur Verfügung, wozu 12 000 Mann Marmont's kamen, und mA diesen Kräften beschloß er die Verfolgung BlücherS auf Laon zu. Am 8. März bereits batte Ney einen Kampf bei Eronvelles zu bestehen: seine Verstieße, sich dieses Dorfes zu bemächtigen, wurden von den Russen abgewiesen. Napoleon beschloß an diesem Tage, durch einen nächtlichen Ucberfall auf Laon Blücher nieder zu werfen. Blücher seinerseits glaubte, daß Navoleon 71 000 Mann habe: dennoch beschloß er, dem Angriffe mit Ruhe ent- aegenzuschcn. So kam cs denn am 9. März zur Schlacht bei L a o n , die nachts begann und bis in die Nacht dauerte. (Den ersten Angriff mußten die Russen ausbalten, die Eronvelles räumen nmßten, dann gab es ein heftiges Ringen der Preußen gegen Ney und Mortier.) Der Kampf, an vielen Stellen sich in Einzelkämpfer anf- lösend, wogte bin und her, bis Napoleon selbst eingriff. Bei Clacy entwickelte sich von 4 Uhr an ein heftiger, bis in die Dunkelheit währender Kampf, der jedoch keiner Partei den Sieg zusprach. Der Tag hätte zu einem vollen Erfolge für die Schlesische Armee führen können, es fehlte jedoch der richtige Nachdruck in der Ausführung der Befehle, weil es eben an der Leitung Blüchers fehlte, der krank lag. Dennoch endete der Tag mit einem bedeutenden Erfolge. N o r k und Kleist überfielen nämlich in der Dunkelheit bei A t h i s da Korps M a r m o n t, das trotz heldenmütigen Widerstandes schließlich in wilder Flucht auseinanderstob und arg zersprengt wurde. Noch in der Nacht erhielt Napoleon die Nachricht von dem Unglück bei Atbis. Er ordnete den Rückzug an und suchte nun am 11. März in Soissons angekommcn, seine Truppen zu ordnen und neu zu organisieren. Am 12. März brach er gegen Reims auf, bas von St. Priest eingenommen worden war. St. P r i e st, der sich in Reims sicher fühlte, erlitt nun die Ueberrafchung eines Ueberfalles durch Napoleon und eine überaus schwere Niederlage; St. Priest selbst wurde tödlich verwundet. Der Verlust der Verbündeten betrug 6000 Mann, während die Franzosen nur 800 Mann ein- büßten. (Um 3 Uhr morgens hielt Napoleon, von den Einwohnern mit Begeisterung begrüßt, seinen Einzug in das illu- minierte Reims. Hier blieb er 3 Tage, angestrengt mit der Organisation feiner kleinen Armee beschäftigt. Er erkannte, daß sein Vorgehen gegen die Schlesische Armee aussichtslos sei und beschloß nun, sich wiederum gegen die Hauptarmce zu wenden.) (Napoleon wußte nicht, wie übel cs in Wirklichkeit mit der Schlesischen Armee bestellt war. Blüchers schwere Er- krankung an einer schmerzhaften Augenentzündung zeigte zwar einerseits die Bedeutung des Marsckzalls Vorwärts für die Armee, andererseits aber hemmte sie fast vollständig alle Unternehmungen. Gneiscnau allein getraute sich nickst selb- ständig Dispositionen zu trcsfcn: er ordnete wenigstens die Ancinanderziehung der Armee ihrer Sicherheit wegen an, aber im ganzen blieb die Schlesische Armee nun etwa eine Woche lang untätig. Dazu kam, daß Jork gegen Blücher sehr aufgebracht war, von dem er sich zurückgcsetzt fühlte; mit Mühe wurde der Riß verkleistert.) Bei der Hauptarniee waltete inzwischen Schwarzenberg nach wie vor als ewig zauderndes, die besten Absichten durchkreuzendes Element. Ein am 11. März vom Zaren an Schwarzenberg gerichteter Brief, um den Oberfeldhcrrn endlich zur Entlastung Blüchers zum Vormarsch auf Vitry zu bewegen, hatte keinen Erfolg, ebenso wenig ein Brief vom nächsten Tage, in welchem der Zar dem Oberfeldhcrrn seinen schneidenden Tadel aussprach. Am 12. März kam es in einer Konferenz zu leidenschaftlichen Erörterungen: der Zar gab seiner Entrüstung über Schwarzenbergs Untätigkeit Ausdruck und der sonst so zurückhaltende König von Preußen sprach sogar offen die Vermutung aus, daß Oesterreich im Einverständnis mit Frankreich handele. (Am 13. März antwortete Schwarzenberg, daß er „immer gut manöveriert habe." Am 12. März endlich kam etwas Bewegung in die Hauptarmee, sodaß es beinahe den Anschein bekam, als ob man gegen Paris ziehen wolle.) Wochenschau. Deutsche Kolonialpolitik. — Rüstungssragen. — Parlamente» schmierigkeiten in Oesterreich und Italien. Unsere innerpolitischen Verhältnisse haben in den beiden letzten Jahrzehnten eine ganz eigenartige Wendung genommen. Auf der einen Seite ist der Radikalismus gewachsen, anderseits aber hat sich trotz aller Opposition bei den bürgerlichen Parteien die Ueberzeugung durchgerungen, daß wir mit unserer Marine- und Koloniolpolitik aus dem rechten Wege sind. Freilich darf dabei nicht verkannt werden, daß, wenn es nicht immer so war, dies keineswegs allein bei den Fraktionen lag. sondern daß eben auf Seiten der Regierung manche sch'ver- wiegende Fehler gemacht worden sind, die eine freudige Zustimmung zu allen Maßnahmen nicht zuließen. Herr von Tir- pitz freilich hat seit langem die weit überwiegende Mehrheit des Parlamentes für sich, weil wir wissen, daß Deutschland heutzutage ohne eine starke Seemacht nicht auskommen kann, jiumal sonst sein Handel im Ernstfälle völlig prcisgegcbcn wäre. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts überstürzt nichts, von uferlosen Plänen will er nichts wissen, er geht ruhig und zielbcwußt seinen Weg, und das, was er geschaffen, findet allgemeine Anerkennung in Deutschland und im Auslande Re- sind wieder eingetroffen und bietet unsere Jrjg® UM pjh --------- Niesen Auswahl S/l )^zr M für jeden eine günstige Kaufgelcgenheit. j ■**.. ffl i' Auf alle Konfirmanden-Ctiefel extra billige Preise. Unsere Ware ist erstklassig, unsere Preise anerkannt billig. Beachten Sie unsere Spezialausstellung für Konfirmandenstiefel ^ Neubau ^ Krnteirr 0, 150,160, 180, 200 Pfg. 1 i 5 Psd. 5 Pfg. per Pfd. billiger. W.Madre iedbcrg i. H. :: Teleson ‘ 437 . Bismarckstratze 8. Biehwage gut, wie neu, desgleichen erpritschenwagen, geschloß. chästswagen, Waoenverdecke, boerdecke und Jagdwagen igst zu verkauien bei Mulla» Srann, Wagenbau, Franljurt a. M. Der Geflügelzuchiverein Weckes- heim offeriert Bruteier von folgen' den rasserein, prämiiert. 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Kritik, aber in den bürgerlichen Parteien herrichte volle Ucbereinftimmung darin, das, die jetzt eingcschlagene Richtung den Interessen Deutschlands im vollen Mage gerecht wird und zu einer glücklichen Entwicklung unserer Kolonien stcherlrH führen wird. Rüstungssrogen beschäftigen dagegen tatsächlich augenblicklich die Parlamente der Zweibundsstaaten. Sowohl in Paris wie in Petersburg handelt es sich um recht beträchtliche Forderungen in einer Höhe, wie sie kaum jemals dagewesen. An der Seine wird sich die Sache freilich nicht so leicht gestalten, obwohl es sich bei den jetzt cingebrachten Krediten lediglich um die Folge der letzten Vorlage handelt, und wer A sagt, wird schließlich auch B sagen wüsten. Allerdings die bisher mit der Durchführung der H-er-sreform gemachten Erfahrungen haben vcrschiedentlich recht gemischte Freude hcrrorgerufen, und aus diesen, Grunde erhebt die Opposition NM so lauter ihre Stimme, wenngleich am letzten Ende sich doch eine Mehrheit finden wird. Aehnlich steht cs in Rußland, wo die großen Forderungen bereits die Zustimmung der Budgetkommission der Reichsduma gesunden haben. Freilich ist die Opposition ziemlich gering, cs ist tüchtig vorgearbeitet worden, und wieder einmal hat Deutschland als das drohend- Schreckgespenst herhalten müssen. Seit Wochen hat in einer Schärfe, wie seit langem nicht, die Hetzarbeit der Presse gegen Deutschland eingesetzt, und man sicht deutlich, wohin die Dinge treiben. Gewiss halten die »ffiziellen Stellen sich fern und der Zar soll sogar in der Angelegenheit ein freundschaftliches Handschreiben an Kaiser Wilhelm gesandt bähen, aber was will das besagen, wenn die verantwortlichen Stellen dem Drängen der panslavistischen Kreise doch schliesslich nachgeben. Das mutz uns in Deutschland mit schwerer Sorge erfüllen und es steht außer Frage, daß wir lchwersn Zeiten entzegengchen, wenn nicht schließlich doch die t insicht den Sieg davonträgt. Bei unseren Verbündeten hat man augenblicklich andere Sorgen, hier handelt es sich um parlamentarische Schwierigkeiten. In Italien ist es infolgedessen zu einer Ministerkrisis gekommen, das Kabinett Eiolitti hat demissioniert. Es macht freilich den Eindruck, als wenn es sich um ein abgekartetes Spiel handelt, denn ein wirklicher Grund für die Absage der Radikalen ist kaum vorhanden und die Erklärung, daß man aus »er Regierungsmehrheit ausscheide, um nach Erledigung der lgbischen Angelegenheit in innerpolrtischen Dinge frei« Hand za haben, ist wohl nichts als ein etwas gesuchter Vorwand. Wahrscheinlich wird Giolitti auch bei einem neuen Kabinett der spiritus reetor sein. Man mutz es ihm lassen, er hat in jthwierigen Zeiten sich als ein trefflicher Staatsmann erwiesen, und auch wir in Deutschland konnten mit seiner ganzen Tendenz zufrieden sein. — In Oesterreich hat die parlamentarisch« Situation noch immer keine Klärung gefunden, die Bergleichsverhandlungen zwischen Deutschen und Tschechen find gescheitert »nd die letzteren wollen wieder in di« schärfste Obstruktion ein- treten. Ob unter diesen Umstände« das Ministerium Stiirgkh sich noch lange am Ruder halten kann, mutz billigerwefte bezweifelt werden. 8tt Wndeganoi in der Provinr Gberhtjsku. In immer weiteren Kreisen der landwirtschaftlichen Bevölkerung bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß der rationelle Weidegang nicht allein ein unentbehrliches Mittel zur Gesunderhaltung unserer Viehbestände und zur Erhöhung von deren Leistungsfähigkeit ist, sondern auch wesentlich dazu beiträgt, die Viehproduktion zu verbilligen. Infolgedessen kann man die Beobachtung machen, datz nicht allein im oberen Vogelsberg durch die Hutweidcmeliorationen große ertragreiche Weideslächcn an die Stelle der früheren Oedländereien getreten sind, die jetzt nach den Grundsätzen einer modernen Weidewirtschaft als Gemeinde-Viehweiden benutzt werden, jcndcrn auch zahlreiche Einzellandwirte haben auf Anregung des Landwirtschastskamnier-Ausschusses Privatdauerweiden eingerichtet und benutzen dieselben mit bestem Erfolge. Um der großen Anzahl von Viehzüchtern, welche sich z. Zt. in ihrer eigenen Gemarkung keine Weidegelegenheit verschaffen können, die Vorteile des Weidcganges zugänglich zu machen, werden vom Landwirftchastskammer-Ausschuß in der Provinz 1 Jungoiebweiden zu Hungen, Wenings, Zell lind Lauterbach unterhalten, welche etwa 100 Fohlen und 350 Rinder aufnehmen können. Der Auftrieb beginnt hier in der Zeit von Ende April bis Anfang Mai und endigt anfangs Oktobers der Weide- gang dauert also 150—160 Tag« und kostet für ein Fohlen 35 M und für ein Rind 40 M. Die durchschnittliche Gelvichtszunahme betrug im Jahre 1913 bei Fohlen 744 Kilogramm und bei Rindern 84 Kilogramm: sie erreichte auf den Jnngviehweidcn Zell und Hungen bei Fohlen 87 Kilo- granini und in Hungen bei Rindern mit 110 Kilogramm ihren Höhepunkt. Der Fleischzuwachs betrug auf den 4 Weiden 34 416 Kilogramm im Ganzen, oder 230 Kilogramni pro Hektar und übertraf mit 7013 Kilogramm den Fleisch- znwnchs des Jahres 1912. Von dem sehr nicderschlagsreichen Sommer hatte die Weide in Hungen, die im allgenieinen recht regenbedürftig ist, einen besonderen Gewinn, während die anderen Weiden sichtlich unter der naßkalten Witterung litten. Ben der allergrößten Wichtigkeit für den Erfolg des Weidcqanges ist die Vorbereitung .er Weidetierc, die jetzt schon beginnen muß, und in regeli.iäßigec Bewegung in, Freie», Abhärtung und Vermeidung von Briihsiitter und warmer Tränke zu besiehe,, hat. Aus der Heimat. das erste Urteil auf, und erkannte auf eine 2 Monaten. __ Seite $ Gefängnisstrafe 00 , D. Friedberg, 13 März. Am 11 Marz fand in dem hiesigen „Ratskeller" die ordentliche Eeneralversammlnng des Borschutz- >.nd Krcditvereins dahier für das Eeschästsjahr 1313 unter dem Vorsitz des Herrn Carl Scriba statt. Zum Schriftführer wurde Herr Alfred Volk ernannt. Das Institut ist mit dem abgelaufenen Eeschästsjahr in sein sünszigster Verwaltnngsjahr eingetreten. Die Gründung, welche im Monat Oktober 1864 stattfand, entsprach einem wirklichen Bedürfnis für Friedberg und Umgegend, den« aus ganz kleinen Anfängen heraus Hai es nicht allein unter seinen Mitgliedern eine segensreiche Tätigkeit entfaltet, sonder» sich auch zu einem beachtenswerten Geldinstitut emporgcschwungen, das auf festen Grundmauern ruht und sich eines allgemeinen Vertrauens erfreut. Durch seine langjährige Tätigkeit hat der Verein bewiesen, datz er seine Aufgabe als Genossenschaft in jeder Richtung erfüllt hat, indem er sich stets bemühte, in erster Linie für den Mittelstand, Handwerker, Gewerbetreibende, Kaufleute und Landwirte, einzutrc- ten und diesen zur Ausrechterhaltung und Weiiersührung ihrer Geschäftsbetriebe billiges Geld zu beschaffen. Der goldene Jubeltag soll im Monat Oktober d. I. festlich begangen Werdens auch soll eine Denlschrift über die Geschichte des Vereins erscheinen. Sössen wir, datz das Institut bis in die fernsten Zeiten in dem seitherigen Sinne weitergelcitct wird und datz es dcn wirtschaftlich Schwachen und dem gesamten heimischen Erwerbsleben eine kräsiige Stütze bleibt. Aus dem letzten Geschäftsbericht, den das Vorstandsmitglied Herr Jean Dörr erstattete, geht hervor, datz sich der Verein auch in dem abgelau- fcnen Jahr trotz politischer Unruhen und grober Geldknappheit einer gesunden Weiterentwicklung zu ersreuen hatte. Der Gesamtumsatz erreichte die Höhe von Mk. 51,656,474.28 gegen Mk. 43.938.466.70 im Vorjahr. Die Bilanzsumme stellt sich ans Mk. 4 576,476.53 und der Reingewinn beträgt Mk. 73,529.35 gegen Mk. 78,840.47 im Vorjahr. Letzterer wäre noch weit höher, wenn nicht durch die neue Gewerbesteuer und durch die staatlich- Versicherung der Beamten größere Ausgaben notwendig gewesen wären. Die Mitgliederzahl wuchs trotz 52 durch Tod und Wegzug Ausgeschiedener von 1338 aus 1372 und betrug deren Geschästsguthabcn Mk. 628,363.80. Für gemeinnützige Zwecke wurden Mk. 1500.— verausgabt und zwar Mk. 300.— an den Vollsbildungsverein, Mk 300.— an den Derschsner- ungsverein, Mk. 350.— au den Geschichts- und Altertuinsvereir, Mk. 200.— an die Gewerbeschule, Mk. 250,— an die Kaufmännische Fortbildungsschule und Mk 160.— an den Hess. Landesverein vom roten Kreuz zur Bildung eines Kriegsschatzes. Nach der Berichterstattung wurde der Dericht über die am 26. Sept. 1913 stattgesundene gesetzlich« Revision verlesen, woraus keine Beanstandungen hervorgingen. Sodann kam die Revisions- täligkctt des Aussichisrates zur Kenntnis der Versammlung, worauf die Genehmigung der Bilanz und die Entlastung des Vorstandes erfolgte Die Gewinnverteilung wurde nach dem Vorschlag der Verwaltung angenommen: 7 Prozertt Dividende mit Mk. 42,305 73, Mk 23,883.25 Zuweisungen zu den Reserven und der Ruhegehaltskasse, Mk. 3529.09 Abschreibung aus das Haus-Eonto. Alk. 1000 .— aus Mobilien. Mk. 3000.— Rücklage für das goldene Seschäftsjubiläum. Der Rest mit Mk. 4,460.70 wird für das neue Eeschästsjahr vorgeiragen. Die Gejawt- referoen des Vereins betraaen mit den obigen Zuweisungen M. 437.660.70 und stellen sich auf 11,07 Proezent der gesamten Betriebsmittel und auf 69,65 Prozent der Gcschäftsguthabeu. Die eigene» Betriebsmittel des Vereins betragen Mk. 1,068,024.50: die ftemdeu Gelder beziftern sich aus Mk. 3^25,626.51 und ergibt sich er» Verhältuis von 32,06 Prozent. Werben noch die Eftelten des Vereins mit Pik. 405,818.40, welche in jedem Augenblick liquid gemacht werden können, in Bettacht gezogen, so stellt sich das eigene Vermögen zu den fremden Geldern aus 44,26 Prozent. Diese Ziffern beweisen, datz der Vorschuß- und Kreditvercln aus festen Füßen ruht und für schlimme Zeiten gerüstet dasieht. Der letzte Punkt der Tagesordnung, Ergänzungswahl des Aufsichtsrates, hatte das Ergebnis, datz die seitherigen Mttglieder, die Herren H. Becker, W. Haller, A. Müller und O. Ulrich iviedergewählt wurden. Nach Erledigung der Tagesordnung sprach Herr Carl Hilbrecht namens der Versammlung der Gcsamtvcrmaltung jeincu Dank für die umsichtige Geschäftsführung in dem abgelaufenen Jahr aus, der Vorsitzende Herr Earl Seriba zollte namens des Aufsichtsrates dem Vorstand« besondere Anerkennung für die tüchtige Eeschäftsleitung i.nb namens des Vorstandes dankt Herr I. Dörr dem Aujsichtz- rat für feine uneigennützige, taittüstige Unterstützung. * Giessen, 13. März. lAus der Straikammersitzung). Der bereits mehrfach vorbestrasie Schncidergeselle Robert Greis von Varnhalte, machte am 6. Dezember 1913 in der Wohnung seines hiesigen Arbeitskollegen F. ein Besuch und stahl in Abwesenheit des F. aus einem im Hausslur aufgestellten Schrank Kleider- und Wäschestücke. Aus den gestohlenen Gegenständen machte er vorerst ein Paket, das er hinter dem Schrank verbarg. Er wollte dann gerade noch der Stube der F. einen Besuch abstatien, als F. heimlam, und so den ganzen Diebstahl vereitelte. Die Tat selbst will Gr. in Not getan haben. Er erhielt unter Einbeziehung einer gegen ihn von der Strafkammer in Marburg erkannten Gesnngnisstrafe eine Gesamt- Ecsängnisstrase von 8 Monaten, auf die 1 Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. — Traurige Familierwerhälruisse müssen in dem Eliernhause des Landwirts Wilhelm Fr. von Stockheim geherrscht haben, die Fr. die Beachtung des 4. Gebots vergessen liessen. Wohl Lurch den verderblichen Einfluß der Mutter — welche als Tanthippe im Hause herrscht - war es gekommen, dass der Sohn gegen feinen Vater die Hand erhob, und den alten, fleißigen Mann wiederholt mit der Peitsche, Lattcnstücke» und sonstigen Gegenständen misshandelte. Wohl durch diesen ständigen häuslichen Skandal mag es gekommen sein, datz der alte Fr. seines Lebens überdrüssig wurde, und sich im verflossenen Jahre im Dorjteich crträntte. Das Schöffen- gericht Ortenberg hatte den jungen Fr. wegen Mitzhandluirg zu einer Geldstrafe von 500 Mk. verurteilt: die Strastammer glaubte aber dem Anträge und den Ausführungen des Staatsanwaltes — datz eine Geldstrafe von dem sehr vermögenden I Fr. nicht genügend enimunden werde, — solaen zu müssen, hob l ’4>fCröc liebiing nnt 8. April fiattffnSet, wird wss lottcrie, deren 97 in den früheren Jahren vom Frankfurter Landwirftchcha lichen Verein, der als eine vertrauenswürdige Organisassöu bekannt ist, durchgcsiihrt. Vei dieser Lotterie sütd afs Hauptgewinne 7 komplett h«spannte vier-, zwei- und ein" fpnnnige Egnipogen und über 50 Pferde vorgesehen- bei Gesamtwert der Gewinne beträgt 64 060 Die aiis-». lesenden Pferde bestehen meist aus edlen deotfcheii Reit- Wagenpferden und schweren belgischen Arbeitspscrden, auch ein- und zweispännige Chaisen- und Ackergeschirre sowii Sättel mit Zaumzeug konmikn bei dieser Pferdelotterie z-g Ausspielung. Die Lotterie ist behördlich genehmigt und di, Frankfurter Pscrdelose sind derart beliebt, daß die gerinn« Zahl bald verkauft sein wird. Aus Slnrkenburg. * m. Heusenstamm, 14. März. Tie Krisis der Genossen- sthafts-Spar- und Darlebnskasse 7 hat in de» .Kr-eifen der Bevölkerung unseres cnftsttebendcn und inimstriereichea Orte? eine große Erregung hervorgerufen, die immer meh 3"*i ergr:::en scheint und umso begreifticher ist, als da- von viele kleinere Leute betroffen sind. Die Ursachen, die d e KrisiS berbeigeführt ligbcn, liegen schon viele Jahre zurück und sind Wohl weniger auf das Schnldkonto der derzeit' :i nT? der früheren Leitung der Kasse zurück zu fuhren. Tie Spar- und Darlebnskasse I wurde bereits im Jahre 1876 als Spar- und Hilsskassc gegründet und später ans de, Grundlage des Genossenschnftssystems aufgebaut mit de» Zweck der Gewährung i on Renten an die Genosfta für di, Geschäfts- und Wirtschaftsbetriebe, der Erleichterung der Geldanlagen und Förderung der Svarsinns. Obwohl be- >eitsfrüher unter dem verstorbenen Rechner Klein und Bür- germeistcr Winter lst.pimimgkeiten in der.Kaffe vorgekom- men sein «ollen, kam erst jetzt der Eklat zum Diirchk-rrich rnib 4 War dadurch, daß die Bilanz für 1912 den gesetzlichen Be- sttmmnngorn gemäß nicht rerlitzclig der Vorgesetzten Behörde cing-reicht wurde. Auch die wiederholte Aufforderung dazu batte keinen Erfolg, bis sckssießlich die sämtlichen 11 Bor- standsmrtglieder imi Geldstrafe von 50 M belegt und ilmen eine weitere Strafe von 800 Jt «-gedroht wurde. Die Bilanz zeigte daß die Kaffe ein Defizit von rund 52 900 .« aufwies. Dies.- Ilnterbilanz fährt auf Operationen zurück, die in die Zeiten des früheren Bürgermeisters Winter nameiftlich zurückdatieren. Es bandelt sich hierbei um den Ankauf der Winter'schen Grundstücke, die znm Prefte von 37 000 erworben wurden, nachdem Winter sellist in Konkurs geraten war. Außerdem wurde von der Kasse eine mr> giinstige Operation durch den Ankauf von Aktien der Land- wilftchastlichen Grnossenschaftsbirnk vorgslwmmen, die fal- l'ert sind. Auch sollen Wechselgcsckzlfte a5>ne iie 0 &nef> migung der Generalversammlung gemacht worden sein. Man will unter allen Umständen die Kasse zu erhalten juche» und einen Konkurs vermeiden. Es l>at sich zu diesem Zwecke eine Sanierungskommission gebildet, die bereits die nötigen Schritte eingelcitet hat. Zur Sanierung werden 40 000 <.* vom Vorstand gefordert, die dieser ober verweigert hat, während der fehkende Restbetrag von den Mitgliedern aufgebracht werden soll. Der Vorstand bat sich zur Zahlung von 18 000 M bereit erklärt. Der jetzige Do, stand soll für die Zeit bis znm Jahre 1898 verantwortlich ge,nacht werden, für die früheren Jahre die Nachkommen und Erben der ehemalige» Vorstandsmitglieder. Infolge dcS Vorkommnisses wurde die Kasse, die noch vor zwei Jahren Dividende verieill bat, aus dem Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften ausgeschlossen. Der derzeitige Direktor der Kasse, Gastwirt Georg Winter, hat sein Amt niedergelegt. Merkwürdig erscheint bei der KrisiS die Taftoche, daß trotz der Revisionen di? Anstände, die viele Jahre znrückdatieren, erst jetzt anfgcdeckt worden sind, — Ein außerordentlich günstiges Bild zeigt dagegen die Spar- und Darlebnskasse II, deren Geschäfte Bürgermeister Kämmerer führt. DaS Ge- samtguthabcn der Einlagen dieser Kasse, das gleichzeitig von einem gewissen Wohlstand der Bevölkerung zeugt, beläust sich auf 833 611 -410 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 y x Uhr: Sakramentalisch« Bruderschastsandacht: danach Versammlung des Vereins der christlichen Mütter. Donnerstag, de» lg. März, dein Feste des hl. Joseph, ist um %7 Uhr ein feierliches Hochamt. Dienstag und Freitag Abend halb 8 Uhr find die in der Fastenzeit üblicheu Andachten. Feierabend Friedbcrg. Jeden Sonntag abends von 8—i/j>lll Uhr Versammlung. Sonntag, den 16. März: „Teilnahme am Familienabent der Evang. Vercinignng im Hotel Trapp." Bei gutem Wetter findet nachmittags 3 Uhr Geländespin statt. „Feierabend" im Stadtteil Fauerbach, Jeden Sonntag: Spiel- und Lescabend ti Kathreiners Malzkaffes ist nicht bloß gebrannte Gerste; rr wwd aus wirklichem Malz in den größten Malzkaffee-Fabrrken der Welt hergestellt. Die Pakete werden automatisch gefüllt und verschlossen. Kathreiners Malzkaffee kommt also mrt den Händen überhaupt nicht in Berührung. Er wird am meisten gekauft und ist daher stets friA 75°/, Stran:«rs;>Hrni» Bei allen Installateuren und Elektrizitätswerken erhältlich. Wolfram-Lampen Zieliung 8. April Los 1 Mark IM MH. Zu haben in allen Lotterie Eeschaiten oder vom Landwirtjchastl. Verein in Frankfurt (Main). — Wiederverkäuscr erh. Rabatt. Periangc» Air au»hrüdtlid, lianlilnricp Pierdcloic. Nr. ei Neue Tageszeitung. Samstag, ven 14. 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