üic „iUut ctrticinl icdeii Wcrltag. Regelmäßige Beilagen „?«t flutitt »ne Hessen". „?ie Kpinnssube". Sruigsgee,«: «ci den -t-oslanstallen metitlialjiiid) Ml TI >ci den Agenten monatlich SV Ptg. Hinzu «ritt Postgebühr -der Trügerloh». Ln>ei«en: Grund,eile M Psg., lokale lö P>g.. An,eigen von auswäris werden s„r >, ao tnachnahme erfoden Ersüllungsort Jriedberg. Schriflleituiia und Uerlag Friedberg (Hessen), Hanauerstrahe 12. Femlprcchcr 48. Posischeck-Lonto Sie. 48üg. «!,„> Frantsurt a. AI. jllrbrrMjt. — I» Tettingen brach der Main durch einen srüheren ^lußlaus in das Braunkohlenfeld der Zeche „Gustav" ein > nid richtete großen Schaden an. Die umfangreiche Brikett- I ! cibrikation ist gestört. Personen sind nicht verunglückt. — Zwei englische Militärflieger, der Kapitän Alle» ,nd der Lrntuant Burough, sind gestern auf dem Flugfelde l cn Bülford tödlich abgcstürzt. Der Kapitän war, noch che das Fahrzeug den Boden erreichte, aus dem Apparat ge- I .hleudert worden. Er erlitt einen Schadelbruch und war r ruf der Stelle tot. Leutnant Burough wurde unter den ! Trümmern des Flugzeuges sterbend hervorgeholt. — Wie verlautet, verlangen nun auch Wales und Schottland Selbstocrwaltung. Der Kammer ist gestern ein ! rGcsetzentwurf zugcgangen, der für Wales die Autonomie fordert. Danach soll die Provinz ein Parlament und die grauen von Wales das Stimmrecht erhalten. Der Entwurf ist bereits einmal gelesen worden. — Bei einem Zusammenstoß eines Automobils mit dem Wagen der elektrischen Straßenbahn in Odessa wurden der tiommandcnr des 8. russische» Armeekorps, General der Infanterie Romanenkr, Oberst Kurnezo« und ein Leutnant, ~iie sich in dem Automobil befanden, schwer verletzt. — Entgegen den Behauptungen russischer Blätter, wird . >em Korrespondenten des „Berliner Tageblattes" in Petersburg aus guter Quelle versichert, daß die Stellung des Mini- r sters des Auswärtige», Ssasonuw, in letzter Z-it sich derart zesestigt habe, daß von einem Rücktritt in nächster Zeit keine Ilede sein kann. — Die türkische militärische Zeitschrift „Takvi Vekai" rieldet, daß die militärischen Maßnahmen der Türkei gcgen- ider Griechenland sortdanrrn. Namentlich in den den grie- . s,isch<-„ Inseln nahegelegenen Distrikten mache sich eine cr- I lohte Rüstnngstätigkcit geltend. — König Konstantin von Griechenland hat an den Fürsten von Albanien anläßlich seiner Thronbesteigung ein » ri den herzlichsten Worten abgefaßtes Glückwniischtrlrgranim csandt. Der König versichert in dem Telegramm den (fürsten seiner aufrichtigsten Freundschaft und gibt der Hosf- ; inng Ausdruck, daß die Beziehungen zwilchen Albanien und Griechenland stets ungetrübte sein mögen. — In Belgrad scll man einer Militärverschwörnng auf ' ir Spur gekommen sein, die den Zweck verfolgte, König ; Zeter zu rntthronen und zwar zu Gunsten des Kronprinzen llixandcr. Mehrere Verhaftungen sind angeblich vorgc- > ommen worden. — Wie der „Tribuna" aus Brindisi gemeldet wird, :nben die Epiroten nach heftigem Kampfe Eoritza besetzt. I 5rotz energischen Widerstandes, der große Opfer forderte, r-urden die Albaner zurückgeschlagen. Das „Echo de Paris" 1 ,iqt Hinz», daß diese Niederlage, falls sie sich bestätigen ° i»ltp, schwere Unruhen in Albanien nach sich ziehen dürste. — Nach einem Telegramm des „Exchange Telegraph" I ,at der Kriegsminister der Vereinigten Staaten beschlossen, • \t Truppen an der mexikanischen Grenze zu verstärke». Eine 'Dimfion Fnsantcrie hat insolqedesien Befehl erhalten, sich > ach Texas z» begeben. — Der amerikanische Geschäftsträger in Mexiko verewigt vom Präsidenten .Huerta Genugtuung für die Ermor- -uug der amerikanischen Bürgers Vergara. (5rarn brn limmkaMkn 5adak1rnst. Wie der Petroleum- und der Fleischtrust, so hat auch f er groß? Tabaktrust in den Vereinigten Staaten die Pro- liktion, den Zwischenhandel und den Konsum von Tabak I »t--r seine Alleinherrschaft gebeugt und seiner Prciswuchcr- olitif zinspslickstig geniacht. In England wird cbensalle- ,st das gesamte TabakSgewcrbe von diesem Trust beherrscht >,d schon seit mehreren Jahren arbeitet derselbe an der Er- ftcrung Deutschlands, wobei er zunächst die Zigarettcu-.n- nstrie erfolgreich in Angriff genommen hat. Ein volle? stertel der deutschen Zigarettenprodnktion soll heute bereits , die Gewalt des Trustes geraten sein, und niit allen Mit- ln amerikanischer Geschäftspraktiken wird fortgesetzt an der rweiterung dieser Herrschaft gearbeitet. Für die Konsumenten bringt ein (oldier Erobcrungs- Idzug zunächst vielleicht einige Vorteile, da der Trust be- j rebt sein wird, durch Preisunterbietung seii,e Konkurrenz , «der zu werfen. Um so schonungsloser setzt später die richerilche Ausbeutung der Konsumenten und Produzenten I r>. wenn die Konkurrenzkampf mit deni Siege des Trustes -endet hat. Daneben ist natürlich die Vernichtung vieler düsend selbständiger Existenzen die unausbleibliche Folge > lchen Sieges, das sehen wir überall vor Augen, wo diese !rd die anderen Trustgesellschnften herrschen. Um solches Unheil zu beschwören, hat sich bei uns ein verband zur Abwehr des Tabaktrustes" gebildet, der in resden, Ringstraße 18, fein Hauptquartier aufgeschlagc» t und der sich mit einem.Aufruf um llnterNüduna an die deutsche» Zigaretten-Konfumcntcn wendet. Zur Orientierung derselben ist ein Verbandszeichen cingesührt worden, das einen mit Schild und Speer bewehrten Mann umgeben von der doppelten Inschrift: „Antitrust-Wehr" darstellt und das auf den Verpackungen aller dem Verband angeschlossenen, noch trustfrei gebliebenen deutschen Zigarettenfabriken angebracht werden soll. Wenn die deutschen Verbraucher in wohlverstandenem eigensten Interesse diese Abwehr des Anti- trust-Verbandes energisch unterstützen, indcni sie nur Ziga rrttcn mit dieser Marke kaufcn. all anderen als Trustwarc zurückweisen, dann könnte Wohl die Hoffnung zur Wahrheit werden, daß es auch ohne Eingreifen der Reichsgesetzgcbung gelingen wird, die amerikanischen Eroberer an der llnter- jcchung des großen deutschen Marktes zu verhindern, sie siegreich aus deni Felde zu schlagen. Andernfalls würde die Einführung des Reichsmonopols die letzte Möglichkeit bieten, um diese llutersochung durch das rücksichtslose ausländische Großkapital im Tabaktrust mit ihren unabsehbaren verderblichen Folgen zu verhindern. In Frankreich hat der amerikanische Trust vergeblich Fuß zu fassen versucht, indem er der Regierung leckende Pachtan- gebote auf die dortige Tabakregie machte. Er erfuhr eine entschiedene Ablehnung und stürzt sich nun mit um so größerem Profithunger auf das reiche deutsche Ausbeutungsob- jekt. Es wäre im allgemeinen nationalen und »olkötvirt- scho.ftlichcn Interesse dringend notwendig, durch einmiiftgc Unterstützung des deutschen Verbandes zur Abwehr des Tabaklrustcs diesen amerikanischen Angriff abzuschlagcn. (Mirpan Jlnidja über die rMnsiige GM!iilig Albanien?. Der neuernannte albanische Ministerpräsident, der seit gestern in Wien weilt, empfing beute einen Nedaktenr des „Fremdenblaftes", dem er folgend- Mitteilungen machte: „Ich habe den mir angebotenen Pasten eines albanischen Ministerpräsidenten angenommen und begebe niich bereits hellte abend nach Dnrazzo. Mein Programm läßt sich cigeüt- sich in wenigen Worten zusnmmenfasscn: den Fürsten in jeder Hinsicht nach Kräften unterstützen »nd Mitarbeit zn leisten. Ich werde vor allem eifrig bestrebt sein, ans dem Gebiete der Industrie, des Wirtschaftslebens, des Handels und des UntcrrichtswckcnS eine rege Tätigkeit zu entfalten, »nd ich bin überzeugt, daß es gelingen wird, den albanischen Staat zli konsolidieren »nd ihm eine feste Grundlage zu schaffen. Diese Grllndlage toird in erster Linie darin be- stehen, Albanien zu einem Pfeiler des Friedens nnd der Kllftur auf dem Balkan z» machen. Wohl wird e§ manche Schwicrigkeiien zn überwinden geben, allein eine zielbe- wnßte Politik, rastloser Fleiß iilid nnerschütlerlichc Ent- lchlossenheit sind die besten Mittel, um die gewünschten Resultate zu erreichen. In der Persönlichkeit des Fürsten Wil- Helm haben wir wohl jenen Herrscher gefunden, der am besten geeignet ist, zli i-ircitncn, was deni jungen Albanien not tut, ilnd nach dieser Erkenntnis wird er handeln. Ueber die Kabinettsbildung in Albanien kann ich natürlich von bicr alis nichts sagen. Erst nach persönlicher Fühlungnahiue mit dem Fürsten wird sich diese Frage entsd-rido» lassen, dach weiß ich. daß wir über eine Fülle von Persönlichkeiten verfügen, die im Stande und auch gewillt silid, ihr ganzes Könne» auf 5cm ihnen zilgewieleiicu Posten in den Dienst unserer gilte-n Sack>c z» stellen." Das Srfiidtlal der Hess. LklOungsvorlM. Die hessische Veanitenbesolduiigsvorlage scheint »umnchr eincnte Aussicht ails Aunahnic zil haben, da i» den gestern nachinittag voll Seiten der Finanziusschüsse der beiden Kaininern von Seiten der Regierung zuerst getrennt und da»» gemeinsam stattgehabt«» Beratungen rinc Verständigung erzielt wurde. Danach hat sich die Regierung bereit erklärt, eine voll dem Finanzausschuß de, Ik. Kammer vor- . grlchlagenen Skala anzun-.-hinrii. wonach bei Beibehaltung des Endaebaltes von 3000 . H für die Dolksfchullehrer die »iiterste Gehaltsstufe auf I45t> J(. statt seither I-100 , U sc-st- gcsctzt wurde, sodaß »unmehr rin Mehr von 43 000 „K gegenüber den ersten Regierungsvorsck>läaen, oder zusammen J30 000 J(, gutgehcißcn wurden. Da unniisehr die Regie ri'.ng, fawie die I. Kammer voran?sichtlich geschlossen für diesen Vermiilclungsvorlchlag gewoune» sind, wird es da- raut ankommc», wie sich da? Plenuni der II. Kamnier hier- zn stellt, ob die Mehrzahl des Bauernbundes, die Sozialdemokratie und der Freisinn nnd ein Teil der National- liberalen nach ihren bisherigen Erklärmigen au der Bewilligung eines Mehrbeitragcs von 155 000 fcsthalteu wollen. Da durch den Vermitteliingsvorschlag, den Schul- vertvallerii, der anfänglich vorgcfchcne Zuschuß von 9000 M nicht zn Teil wird, wllrdc eine von der Regierung gebilligte Rcsollltion aiigeiioniinen. nach der den Schnlverwallern gelegentlich der in 2 Jabren erfolgenden Ankbellerung der Staatt-dlenstanwärter dieie 9000 .V gleichfalls erhalten fallen. , 11. März, 2 Wir Am Bundesratstisch: I>r. Sols. Ans der Tagesordnung steht de. Etat der Schutzgebiet?. Ter Etat für Togio wird ohne wesentliche Erörterung genehmigt. Es folgt der Etat für Neuguinea. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Ter Beschluß der Kommission, 500 000 Jl für Pctrolcumbohru-.igcn auf Neuguinea auszn- setzen, ist einzig in seiner Art. Leider ist ihm gestern hier zugcstinimt worden. E? würde kaum möglich sein, Petroleum zu annehmbaren Preisen ans den Markt zu bringen. Ich werde in der dritten Lesung die Streichung der Summe beantragen. Präsident Nr. Kacmpf: Ter fragliche Titel wurde gestern ohne Debatte angsnoiiiinen. ES wäre gestern dabei Gelegenheit gewesen, ihn anzusechtcn. Staatssekretär Nr. Sols: Die Wichtigkeit von Pctro- leiimsiindcn geht doch daraus hervor, daß die Engländer, wo sie irgend können, ihre Hand auf Länder mit Petroleumvor- kenrmen lege». Tie Erwägung, ob es sich überhaupt lohnt, Petroleum von dort nach Teiitschland zu bringen, hat auch die Kommission angestcllt. Es bandelt sich nicht um den deutschen Markt, sondern darum, Absatzquellen in der Nähe von Neuguinea, etwa i» Australien oder Ostasicn,.zii finden. Ob diese Quellen reichhaltig und gewinnbringend sind, soll untersucht werden. Ter Reichstag würde gut tun, die Kosten zn bewilligen. Allerdings ist es ein aleatorisches Geschäft, aber wenn es einschlägt, kann es großen Vorteil für das Reich bringen. Ob der Staat oder das Privatkapitnl sich bet-iligen sollen, bängt von d-m Schicksal des Petrolenminonavols ab. Abg. Nr. Pfleger (Zentr.): Wir werden in der dritten Lesung für die Streichung dieser widersinnigsten aller Forderungen stimmen. (Präsident r>r. Kacmpf rügt diesen Ausdruck.) Das Privatkapitnl soll hier vorangehen. Abg. Gothkin (fortschr.) hält es als Pflicht der Kolonial- vcrwaltung, Untersuchungen über das Vorhandensein von Naturschätzen anznstellen. Staatssekretär Nr. Sols: Verhandlungen mit Privnt- aesi-llkckiasten haben noch nicht zu abschlußreifen Verträgen geführt. Es lagen dem Kolonialamt Offerten vor, de>-en Nnterlagen un? aber nicht genügten. Ich konnte nicht Maßnahmen treffen, di? geeignet waren, Pläne der Regierung zn durchkreuzen. Mein? persönliche Stellung znm Petroleummonopol ist ganz irrelevant für die Koloniasverwal- tung. Denn ich die Verantwortung aus mich nehme und Konzessionen in N-.-u-Gi,inea Zusage, niuß ich die Konscquen- zeu ziehen und entsprechende Verträge abi'cbließcn. Ich denke nicht daiau, daß d»? Kolonialamt selbst die Ausbe::- tu»g übernimmt, wir wollen aber Unterlage» schaffen. Mit den 300 000 scheint das richtige (Mittel getroffen zu se,u. Wir denken nicht daran, in einem Jahre 200000 ,H, im niidr- >:.» wieder soviel usw. anszugrbe». Wir wußten ja gar uinrt, daß wir 500 000 . V erhalten würden. Wir wollten die eiste Summe mir aus ein paar Jahre verteilen. Da wurde uns getagt, wenn Sic- eitvas niachen wollen, dann nehmen Sic- gleich 500000 Also ganz unsympathisch scheint da^ Zentrum der Sache doch nicht gegenüber zu stehe«. Wir, tierdcu mit der Summe aber jene Grundlage sckpsfen. (Beifall.) Abg. Waldstki» (fortschr.): Ich stelle fest, daß sich Abg. Erzbcrger in der Kommission ausdrücklich für die 500 000 Jt erklärt ha t (Hört, hört! und Heiterkeit.) Wir wollen nicht wieder große Konzcssionsgescllschasten schassen. Abg. Or. Ocrtcl lkons.): Der Staatssekretär hat also Neuguinea sofort gesperrt. Dafür sollte Herr Erzbcrger dankbar sein, und die 500 000 -.11 bewilligen. (Abg. Erzbcr- gcr (Zentr.): Das wäre ein Kuhhandel!) Nein, Liebe und Gegenliebe. (Heiterkeit.) Das Reich muß jetzt die Mittel haben, das Vorkommen des Petroleums festzustellen. Ich kau» daher den Widerstand des I»-. Arendt und des Zentrums nicht begreifen. Wie kan» man bei dieser Forderung von einem Unsinn spreche»! Der Reichstag teschiicht übcr haupt keinen Unsinn. (Heiterkeit.) Abg. ltr. Frank-Mcinnhcii» (Soz.): Abgesehen vom Unsinn, stimme ich Herrn I0-. Certd zu. (Heiterkeit.) Diese 500 000 liier beben mit dem Petroleummonopol gar nichts zu tu». Abg. Keinnth (iratl.) tritt fiir eine» weilgebeude» Schutz der Paradiesvögel ein. Es wäre eine Barbarei, das Aus- sterbcn dieser Vogclart zic begünstige», Staatssekretär Dr. kols: Für die Erhaltung seltener Tierarten sind besondere Maßnahmen getrosten worden. Ich war geneigt, niich de» radikalen Echntzfreimden anznschließen. Aber Reisende ans Samo - sagten mir, daß im Innern der Kolonie große Mengen dieser Vögel leben. Wir habe» daher einen Mittelweg eingeichlagen und de» Abschuß an der Pie. B9 ____ Küste verboten und eine anderthalbjährige Töhubzeit cingc- führt. Die Regierung wird auch weiter untersuche», ob der Schutz genügt oder nicht und weitere Mastnahinen danach treffen. Abg. Lcdcbour (Soz.), bemängelte zum Etat für Samoa, daß der Beschluh des Reichstages von 1912 auf Zulassung von Mischehen nicht befolgt worden sei. Staatssekretär Or. Solf erklärte, daß er mit der Meinung der großen Mehrheit des Volkes nbereinstiinme, daß Mischehen unerwünscht seien. Ein Verbot sei nicht notwendig, da die Leute das Unwürdige foldjcr Ehen immer mehr einsähen. Beim Etat für Ostafrika hob Abg. vr. Müller-Meiningen (Fortschr.) die guten Leistungen der Regicrungsschnlen hervor und wünschte besondere Fürsorge für deren Lehrer. Staatssekretär De. Solf fegte dies zu. Abg. v. Böhlciidorsf (kons.) wünschte Ausbau de? Bahnend Landstraßennetzcs, sowie Forderung der Hochseefischerei. Donnerstag: Fortsetzung. PrerMlcher Landtag. Abgeordnetenhaus. Am Mittwoch wurde die Beratung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinen-Berwaltung fortgefuhrt, Abg. Huc (Soz.) gab dcni Wunsche seiner Freunde Aus- druck. daß der gesamte Bergbau in staatlichen Besitz genommen werden möchte. Abg. v. Pappeuheim (kons.) gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Staatsregierung ihr Wort einlösen möge und durch Wiederbelebung des Kohlcn-Snndikats dazu beitrage, dm Arbeitern dauernde Erwcrbsnröglichkciten, der gesamten Volkswirtschaft ruhige, stetige Verhältnisse zu schaffen. Handelsminister Dr. Sydow lehnte es ab, für das Berg- Werkseigentum einen gewisse» Wert in die Bilanz einzu- stellcn. Ec halte es nicht für richtig, den Staat anders 5» stellen als die Aktiengesellschaften. In bezug aus die Ren- oildung der ShndikatS beinorkte er, daß es seine Stellung er- schwere, wenn ihn das Haus ständig dränge. Abg. Tvurneau (Zentr.) sprach sich für eine erhöhte staatliche Förderung der Propaganda für den Kaliabsatz aus. In Süddcntschland sei Kali vielfach noch unbekannt. Die Kakifrachten müßten ermäßigt werden. Abg. Hasenclever (natl.) antwortete dem Abg. Hne, daß die Mehrzahl der westfälischen Arbeiter sich sehr wohl des Wertes de? .Kohlensyndikats bewußt fei. Abg. Busch (Zentr.) sprach sich gegen die Errichtung ciner Brannkohlengrnbe in Düren aus. Der Handelsmini- sicr erwiderte, daß die Prüfung der Frage, ob dadurch eine Schädigung der Allgemeinheit erfolgen könne, noch nicht abgeschlossen sei. Abg. Münsterberg (Fortschr.) brachste Klgacn der Bern- steinfabrikanien vor, die zu wenig Material für ihre Kunst- arbeit?» erhalten. Abg. v. Pappenheim (kons.) verwahrte sich gegen die Auffassung des Ministers, als ob er ihn drängen wollte. Er habe nur dem Wunsche seiner Freunde Ausdruck gegeben. Oberberghauptniann v. Velse» bcnierkte, daß leider nicht so große Stücke gefunden worden seien, wie sie die Bern- sieindrechsler brauchen. Die Einnahincn wurden bewilligt. Bei den Ausgaben r.ab Abg. Brust (Zentr.) der Befriedigung Ausdruck, daß der Caat eine Steigerung der Prämien für Steiger gebracht habe. r Aba. Hne (Soz.) verlangte Abschaffung des Prämien- systems der Steiger, das viele Unfälle verschulde. Abg. Hasenclever (natl.) widersprach dem Vorredner. Abg. Jmbusch (Zentr.) beklagte die Zunahme der ungelernten Arbeiter, die die Löhne herabdrücke. Oberbcrohauptmaim v. Belsen wies darauf hin, das; seit 1909 die Löhne ständig gestiegen seien. Darauf vertagte sich das Haus auf Freitag. 11 Uhr. Fortsetzung. — Schluß Uhr. Ans dem Ijcl]. Landtag Zweite Kammer. Di« Zweite Kammer begann ihre gestrige Sitzung unter rem Vorsitz von Vizepräsident K 01 ell mit der Beratung des Initiativantrages Köhler und Genossen betr. „die Landstän- digc Geschäftsordnung". Hierzu hat die Erste Kammer verschiedene neue Vorschläge gemacht. U. a. wird gewünscht, daß das «echt gewahrt werde, Reden und Berichte ablehnen zu können. Bei § 28 betr. bi- Protokollierung der Ausschutzsitzungen ent- spnint sich eine kleine Debatte, in welcher der Staatsminister ^ r. 0 . Ewald eine Abänderung vorschlägt, die nach einer kurzen Beratung im Ausschuß dann angenommen wird. Dann wird die Budgetberatung fortgesetzt. Bei Kap. 10. St-atsb-hnen. gedenkt Abg. Korell (Vbd.) zunächst des plötz- Icch verstorbenen Regierungsvertreters Geh. Oberbaurat Kilian in warmen Worten. Kilian habe jederzeit den Wünschen t.T Abgeordneten reges Interesse -ntgegengebrachi und sie Wohlwollens gefördert, besonders habe er den Bahnbau Alsseld— '"eder-Anla eifrig versalg» und sein technisches Wiste» habe otze Anerkenung verdient. Hossentlich werbe an seiner S :e ein gleich tüchtiger Nachfolger kommen, der die gleiche angenehme Eigenschaft aus alle Fragen und Wünsche alsbald > nzuqeh , u >d zu antworten. Diese Praxis war um so aner- I nnenswerter, weil Kilian immer vor den Beratungen im Plenum informiert war, sodatz von Seiten der Eisenbahnabtei- lung immer rasch eine Aufklärung ^rsolgen konnte. Dadurch war auch eine gründliche Erörterung ermöglicht. Kau», sei je- > ein Abgeordneter ohne Antwort geblieben. Redner wünscht bahn, daß außer dem jetzt »ach 8 Uhr abends von Alsfeld nach Gießen fahrenden Zug ein späterer Abendzug cinge- sttut Tageszeitung. Donnerstag, den 12 . »ciuj 1314 legt werde, was NM so leichter sei, wenn man den jetzt »ach 8 Uhr von Gießen abgchcnden Zug bis nach Mücke lanjen und ibn von dort nach kurzem Aufenthalt zurückfahre» lasse. Sehr notwendig sei es, aus der Strecke Gießen - Alsfeld die gefährr lichen Uebcrgänge zu beseitigen. In Frage komme hier besonders der Posten 49. der wegen seines starken Auto- und Wagenverkehrs sehr gefährlich sei und dem man besondere Ausmerk- sainkeit schenken müsse, da sich dort ein gefährlicher Unterbau befinde. Bezüglich der Lohnverhältnisse der Arbeiter sieht Redner aus dem Standpunlt seines Freundes Wols-Stadecken, wo nach die Lohnverhältnisse bei der Eisenbahn etwas nach den Löhnen der Landwirtfchast und der Industrie in gewissem Einklang stehen mußten. Er fragt weiter an, woher es komme, daß die Löhne in der Bahnmeisterei Grünberg höher seien, wie in der Bahnmeisterei Alsseld. Redner wünscht Auskunft darüber, ob den Arbeitern, welche im Fahrdienst ausgebildct werde», während dieser Zeit besondere Vergütungen zu beanspruchen haben? Bezüglich der Arbeitcrausschüsse ist Redner der Ansicht, daß cs notwendig sei, daß die Wünsche der Arbeiter auch die notwendige Beachtung und Entgegenkommen bei der Eisenbahnverwaltung finden, sodaß auch das notwendige Vertraue» zu den Vorgesetzten vorhanden sei, dies scheine nicht immer der Fall zu sein und habe er schon früher den Wunsch vorgebrocht, daß de! den Beratungen der Arbeiterausschüste auch ein Bertreter der Eiscnbahndirektion anwesend sei. Wenn man auch im Intereste des Dienstes eiserne Disziplin verlange, so laste doch anscheinend die Behandlung seitens der Borgesetzien zu wünschen übrig. Gegenüber den Ausführungen des Abg. Wünzer ist Redner der Ansicht, daß man wohl Wort für Wort seiner Ausführungen über den Odenwald unterschreiben könne, doch sei zu beachte», daß auch viele Gegenden in Oberhesscn noch der Aus- scküietzung bedürfen, daß aber beide Provinzen gegenseitig Hand in Hand arbeiten müßten. Genau so wichtig, wie die Strecke Lindensels—Bensheim, sei auch die Verbindung Mücke—Ulrichstein und damit der Auslchluß des Feldatalcs. was s. Zt. von der Regierung auch anerkannt wurde. Man verfolge überall das gleiche Interesse, das darauf hinziclc, Schulter an Schulter gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen und werde man damit sowohl dem Vogclsbcrg, wie dem ganzen Lande dienen, damit das gcgneriichc Unkraut, das bisher dort keinen Boden hatte, auch nicht aufkeime. . Abg. Sensseider (Bbd.) tritt für die Strecke durch das Ried ein, hält das Vorgehen der Eisenbahndirckiion im Falle Heinrich sür richtig. Abg. H a u ck (Dbd.) ist ebenfalls sür die Revision. Es komme nur darauf an, auf welchem Wege dies am besten erreicht werde. Nichtig sei jedenfalls, daß man durch den langsamen Bau der Nebenbau im Nachteil sei, hier müsse entschieden ein stärkeres Tempo eingeschlagen werde». In der Provinz Starkenburg sei seit langen Jahren außer Höchst—Aschassen- bnrg trotz großer Dringlichkeit keine Bahn mehr gebaut worbe». Hosstntlich werde dies durch die Entwicklung des elektrischen Betriebes bester. Auch der Antomobilfrage solle man nach dem Vorbilds Bayerns größere Aufmerksamkeit schenken. Abg. Breidenbacki (Vbd.) wiederholt seine Anfrage über die elektrische Durchführung der nicht in die Eemeinschaft aufgenommenen Strecke Fricdbcrg—Ranstadt und ersucht die Negierung dringend für die Durchführung der Bahn, die durch eine gute Gegend führt, einzutrcten. Den Antrag Ioutz, betr. die Aussührnng einer Rnndbahn kann Redner im Intcreffe der in Frage kommenden Orte nur unterstützen, die Bahn sei auch in landwirtichastlicher Beziehung wichtig. Er bittet dann die Regierung dem Bahnprojekt Bad Rauheim-Usingen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser Tage in Ziegenberg eine gut besuchte Intercstenpcrsnmmlung staitgefundcn hat. in der festgestellt werde» konnte, daß auch die preußische Regierung sür die Strecke jetzt größeres Interesse zeige. Sehr notwendig sei die Schaisung eines praktischen Zngangweges »ach der Station Reichelsheim i d Wetter»» im Intereste der umliegenden Ortschaften, welche schon Beiträge gesammelt haben, jodaß nur noch die Bclcuchtnngsfrage, sowie die Unterhaltung in Frage komme. Endlich fordert er auch die endliche Ausführung des Umbaues des Bahnhofs Dorheim, der jetzt wieder auf 2 Jahre zurückgestellt worden sei. Die ganze Anlage, wie auch die Rampe sei absolut unhaltbar. Mehr oder weniger lokale Wünsche bringen die Abgg. Reh, Lang, Schmitt, Brentano, Hartniann und Ulrich vor. — Sodann wurde die Sitzung auf Donnerstag vertagt. ^'«grsüberkcht. Denl'ckeo jtleirfr. :: Eine große elsässtsche Kundgebung sür de» scheidenden Statthalter. Die elsaß-lothringische Bevölkerung bereitet dem scheidenden Statthalter, Grafen von Wedel, eine eindrucksvolle Kundgebung vor-, um ihm zu beweisen, daß die Elsäster und Lothringer sein Wirken nicht vcrgesten werden. Der bereits einmal dementierte Plan, einen großen Fackelzug abzuhalte», wird nun verwirklicht weroen. Außerdem wird ihm eine kunstvoll ausgeführte Widmung von ciner Deputation überreicht werden. Bis jetzt sind 28VÜ Vereine mit über 388 000 Mitgliedern für den Huldigungsakt gewonnen. Allein aus Straßburg haben über 288 Vereinigungen mit rund 12 888 Mitgliedern ibre Beteiligung zugejagt. Aus allen Orte» des Landes lauten stündlich neue Anmeldungen ein. Nach Schluß des Fackcl- zugcs veranstalten die eljaß-loihringischen Gesangvereine eine Serenade, in deren Programm auch das Lieblingsiied des Statthalters: „O Eljaß, mein Elsaß" ausgenommen ist. Es hat sich zur Vorbereitung des Festaltes ein Bürgcrausschuß gebildet. Die konstituierende Versammlung wird am 28. März abgehalten werden. :: Aerzte und Kranlenlaste«. Gestern fanden im Reichs- nmt des Innern ueuc Verhandlungen zwischen den Bertreter» der Aerzteschast und den Krankenkassen statt. Die Verhandlungen waren no-wendig geworden, weil sich einige Kasten, wie die in Breslau. Elbing und Stettin, weigerten, die von auswärts herangezogencn Aerzte abzusinden, bczw. zu cntsernen. lieber den Vorjcblog der Reaieriina. ein Zentralabsindunasamt ____________ ‘Seite ; zur Abhilfe der Rothitse zu gründen, wurde verhältnisnM eine Einigung erzielt. Der Sitz des Amtes wird Leipzig u* Von den beteiligten Verbänden wird ein noch zu wählender Prüfungsau-schuß rrnaiint werden, der sich mit den Forderun gen der Not Helfer besassen wird. Sodann wurde in die sprcchung der von den Aerzte» neuerdings erhobenen Beschwer' den eingctrcten. Dabei kam es wiederholt zu scharfe» kinaiidcrs-tzungcn. Schließlich erklärten sich die Bertreter oer Kassen bereit, die Bestimmungen des Paragraph II der Abmachung-» vom 23. Dezember v. I. cinzuhalten, und so einer Verzögerung der Vcrtr-.igsobschlüjje bei einzelnen Kasten zwischen Aerzte» und Kassen enlgegenzutrete». In Breslau de» bereits Freitag unter den Kastcnvcrtretern neue BcrhlNid lnngen statt, um die Kaisen zu einem Frledensschtuß „>il den Acrzten zu bewegen. Oesterreich-Ungarn :: Maßnahmen gegen die Auswanderungsbewegnn, j„ Oesterreich. Die stetig anwachsend- Abwanderung aus Oestei- icich-Ungarn bildete bereits seit langem sür die Regierung Gegenstand schwerer Sorge und hat nunmehr zu Maßnahmen Ni führt, die die Auswanderung in Zukunst erschweren sollen. Das Ministerium des Innern hat nämlich bei der Wiener Po, lizeidirektion behufs Ucberwachung der Auswanderungsbeweg, nng eine Zentralstelle errichtet und zu diesem Zwecke Kontroll- vrgane bestellt, welche nach den bestehenden Gesetzen berechtig sind, von jedem In- und Ausländer einen genauen Ausweis über seine Person und die Mittel zu seinem Unterhalt zu langen. Es ist daher von nun an zweckmäßig, daß alle mäno- lichen Reisenden im Alter von 17 bis 33 Jahren sich mit Possen versehen, welche allein den zuverlässigen Behelf der gejetz. lichen Auswcisleistung in Oesterreich bilden. :: Austritt von 358 Lsjizierea aus dem Landeslajino. Du Austritt von 338 Offizieren aus dem vornehmsten Klub di>i> Budapest, dem Landeskastnv, erregt in allen Eeseltschaftsschich. ten ungeheures Aufsehen und es wird ihm eine sehr ernste politische Bedeutung beigclegt. Der Austritt der Ossiziere «I. folgt im Zusammenhang mit den jüngsten Ehrenassärcn zwischen verschiedenen Mitgliedern des Offiziersstandes und ungarischen Politikern im Anschluß an den zwischen dem Grase» Gabriel Bay und dem Ossizicr der Parlamcntswache cntstan denen Ehrenhandel. Frankreich. :: Verbesserung des Eisenbahnwesens in Frankreich. Die Budgetlommissto» der Kammer hat einen Kredit von 8 Millionen zur Einführung ciner neuen automatischen Kuppelung fit Eisenbahnwagen eingestellt. Die mit dieser neuen Kuppelung angestcllten Versuche sind zur vollen Zufriedenheit ausgefalle». Die einzige Schwierigkeit bestand darin, ein Modell zu ersti» den, das den internationalen Wagenverkehr in keiner Weist stört und von den benachbarte» Ländern, besonders von Deutschland, ohne Schwierigkeit ebenfalls eingejührt werden kan». :: Der wasterjpeiende Mont S'Oi. Seit drei Tagen brechen, wie aus Pontarliers gemeldet wird, gewaltige Waster- mengen in Stärke von 2888 Liter pro Stunde aus dem Mont D'Or hervor und überschwemmen den im Bau begriffenen Tunnel der Eisenbahnlinie von Frasne nach Vallong auf ein« Strecke von 8 Kilometer. Bis jetzt hat das Mauerwerl den ungeheuren Wastermastcn standhalten können, so daß die verursachten Schädigungen verhältnismäßig gering sind. Die Ingenieure hassen, daß die Strecke noch im Laufe dieses Jahre» i» Betrieb genommen werden kann. Vom Balkan. :: Der erste Regierungsakt des Fürsten von Albanien. Fürst Wilhelm hat den in albanischen Diensten stehenden holländische» Major Thompson mit außerordentlichen Vollmachten versehe», um in den von de» Griechen geräumten südalbanischen Lande»- teilen, Koritza und Argyrotactro, wieder geordnete Zustände Iicrzustellcn. Major Thompson ist bereits mit mehreren hollän- difchen Oifizicre» nach Santi Quaranta abgereist. :: Zur Ernennung Tnrkhan Paschas. Von hervorragender albanischer Seite wird dem Konstantinopeler Korrespondeute» der „Frank!. Ztg." versichert, daß Tnrkhan Pascha aus Besorgnis, seine Abreise pon hier könne verhindert werden, seine Berufung nach Durazzo geheim hielt. Er wollte erst von Wie» aus durch de» türkischen Botschafter Husje in Hilmi, mit dem ei intim siche, die Pforte verständigen. Seine Ernennung zm» ersten Kabinettchcs in Aibanicir beurteilen die Atbaniel günstig. Süd-Amerika, :: Die Invasion in Kolumbien. Die alarmierenden Gerüchte über eine angebliche Invasion Kolumbiens durch venip- lanischer Ingenieure und Truppen werben als unbegründet bezeichnet. Dem englischen Geschäftsträger in Caracas ist erkläil worden, daß es sich lediglich um englische Ingenieure handele, die sich aus den Suchen nach neuen Petrolcumseldern bejünden und dabei von Inianieristen zur Berteidigung gegen etwaig! Angriffe wilder Stämme begleitet seien. Die Angelege'che'l wird hiermit als erledigt betrachtet. Japan. , :: Zum Anschlag aus dr» japanischen Kreuzer „Misch'» Die japanische Zeitung „Asahi" bringt Uber den Versuch, be» japanischen Kreuzer „Mischin" während der letzte» Flotte» Nianöver znm Sinke» zu bringen, solgenden Artikel: Wie sei gcstellt wurde, hatte ein Matrose sich bereit erklärt, eine» Fremden gewisse Angaben über das Schiff zu machen, dieser Versuch entdeckt wurde, legte er Feuer an das Schiff- Behörden nahmen seinerzeit an, daß cs sich um einen handele. Der Matrose wurde, nachdem er ein Geständnis 0 gelegt hatte, kriegsgerichtlich verurteilt. Die „Asahi" brhaup^ weiter, im Besitze neuer Tatsachen im Zusammenhanae mit > ser Affäre zu sei», die sie jedoch noch verschweigt Ans der fjcitnrtt. * Fricdberg. 12. März. Die Mitglieder der liicstic" Sanitätskolonne haben Freitag Abend 9>/p Uhr piinktli > 1 der Turnhalle (Vicr-Eichen-Plnh) zur Uebimg zu erschein Vollzähliges Antreten in Uniforn, ^forderlich. " F. C. Frirdbcra. 12. März. Bei den r>-es,a>>n-> Seite 3. vor. <*» Neue Tageszeitung. OD»m,er«täg. den n. R»rz LSI». Kaisermanöver« werden asg Führer ftmgrerrn auf der einen 3citc Kronprinz Rupprecht von Bayern, auf der anderen der General-Inspekteur der 7. Arnieernspcktion, Erzellenz von Eichhorn, letzterer Wohl zur Zeit der bedeutendste unserer Heerführer. * Gießen. 12. März. Seine Königllchc Hoheit der Groß- r .; rjog hat dem Rektor der Landcs-Univcrsität Professor IIr. uikte bo.S Ritterkreuz 1. Klaffe des Philipps-Ordens verliehen. » * Butzbach, 12. März. Der hier abgehaltene Faselmarkt halte sehr unter der Ungunst des Wetters zu leiden. Gegen 11 Uhr setzte noch ei» harter Regen ein, der bis 12 Uhr anhielt. Der Markt war im allgemeinen gut besucht und auch stark befahren. Die Preise waren gedrückt. Ein izrka 15 Moante alter Fasclochs kostete 500— 000 Mark, trotzdem die Qualität ebneso- s,ut wie in früheren Jahren war. Die Preise für die Schweine waren etwas besser. 8 Wochen alte Ferkel kosteten 50 Mark das Paar. Fnr Einlegefchwcine und fette Tiere waren die Preise ebenfalls gedrückt. Die gegen 12 Uhr vorgenommene Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Bullen (Simmentaler). Eberhard Alles, Ober-Hörgern, Carl Faber, Leihgestern i« ec, Mark: Earl Euter, Wallcrnhausen, Anton Volk, Pohlgöns, PH. Müller, Oberhörgern, H. PH. holl, Rodhcim t>. d. &., Carl Eich, Wallernhauscn, Carl hch. hanack.Kirchgöns, Konr. Philipps 17.. Fauerbach n. d. h., I. W. PH. Jakobi, Rodheim v. d. h., Johs. Eckhardt Kleinkarbcn, Wilh. Petri, Kleinkarben, Ad. Koburger, Bingenheim je lg Mark: Hch. Bcppler, Kirchgöns, Konrad Dilges, Fauerbach v. d. H., Eg. Arnold 2., Leihgestern, Tobias Rack, Dornassenheim, hch. Christ. Reih, Rieder-Fkor- sladt, Karl Kunz, Redheim v. d. H., Eg. Bruder, Rodhcim v. d. H., Wilh. Walter (1, Müuzcnberg. Peter Häuser 11., Ricder- Slleisel, Hch. Fleischhauer, Melbach, Eg. Mvrkofs 1., Meiboch, Hch. Schaubach, Melbach, Otto Fourier, Melbach, Rudolf Düringer, Lberhörger», L. Schmidt, Langsdorf, Bürgermeister Keil, Ettingshausen, Ludro. Kullmann, Münzenberg, Kaspar s-a. Jung, Leihgestern, Hch. Wetz 1., Holzheim, je 5 Mark. Rinder (Simmentaler). Peter Häuser 11., Nicderweisel, Jak. Maas 1., Nicder- wcifel, Eg. Kitzler 1.. Nicderweisel, Johs. Hildebrand 13., Nie- derweijel, Fricdr. Kour. Strasheim, Eriedel, W. Walter 8., Münzenberg, je 10 Mar!: Johs. Haub 8., Niederweisel, Peter Krausgrill 2., Niederweisel, Fricdr. Häuser 3., Niederweisel, Heinrich Zeitz, Langgöns, Johs. Richter 2., Niederweisel, Phil. Hildcbrand 1., Niederweisel, Konrad Dilges, Fauerbach o. d. H., Johs Eg. Kitzler 4., Niederweisel, je 8 Mark: Wilh. Jung, Fauerbach v d. H., Hans Konrad Wörner 3., Fauerbach v. d. H., Heinrich Bergt, Eambach, Aug. Jung, Ostheim, Joh. Eg. Marx, Niederweisel, Wenzel Maas, Niederweisel, Jakob Tröster, Eriedel, je g Mark: Konrad Häuser lg., Konrad Hildebrand 10-, Eg. August Hildebrand, Hch. Kitzler, Jakob Reuter 8., Ad. Nuppel, Peter Richter, Jakob Klippel, Heinrich Heinz 1., Joh. Hch. Adami 2.. Kg. Krausgrill, Konrad Krausgrill 10., Adam GtuM 1., (Niederweiselj, je 5 Mark: Jakob Kerl Riegelhuth, Konrad Krausgrill 0, Jakob Knipper, Adam Häuser, Eg. Zimmer. Christ. Zimmer, Joh. Konr. Ph. Maas, Eg. Haub 4 ., Ph. Hildebrand 2-, Konrad Häuser 3., Eg. Hch. Läufer, Peter Bill 3., (Nicderweisel), Heinrich Schmidt 3., Eriedel, je 3 Mark. Rinder (Bogelsberger). Anton Müller 4, Hörnsheim, Philipp Jung, Hochelheim, Johs. Kleinschmidt, Hochelheim, je 5 Mark. * Griedel, 12. März. Seit acht Tagen wird hier schon lim '//> IIl>r abends das elektrische Licht eingeschaltet. Da die Dunkelheit erst gegen 7 llhr eintritt, so wäre im Interesse von Staat und Gemeinde eine etwas größere Sparsamkeit an: Platze. Es ist doch eine Kleinigkeit, die Uhr richtig einzujtellcn, damit die unnötige Berscl)weudnng von clek- tiischer Energie in Wegfall kommt. * Langsdorf, 12. März. Borgestern (Dienstag) Abend fand in der Wirtschaft „Zur Traube" ein Familienabcnd des Zwcig- vereins des Evangelischen Bundes statt. Die in allen ihren Teilen wohlgelungene Veranstaltung wurde eingeleitet durch eine Strophe des „Niederländischen Dankgebetes", gesungen oon dem Schülcrchor des Herrn Lehrers Leidich. Herr Pfarrer Maar begrüßte die Anwesenden und dankte für den zahlreichen Besuch. In einer kurzen Ausführung legte er nochmals Zweck and Ziele des Evangelischen Bundes dar. Dieser sei nicht, wie «Mi katholischer und leider auch vielfach von evangelischer Seite behauptet wirb, ein Hctzbund, sondern nur ein Mittel >ur Abwehr von Angriffen aus die euangelifchc Kirche und zur Förderung und Stärkung des evangelischen Bewußtseins. Hierauf ging Herr Pfarrer Maar zu einem eingehenden Vortrage „Das Bauerndorf und die moderne Kultur, oder die neue Zeit" über, und schilderte in seiner fesselnden Weise die Licht- und Schattenseiten des wirtschaftlichen Auischwungcs und Forffchrit- rcs, für das Dors und seine Bewohner. Von Crotzvaters Zeiten anfangend, bis in die heutige Zeit hinein entrollte er ein Bild, welcher die großartige Entwicklung aller Stände, Land- 'virtschaft, Erwerbe, Haiidel und Industrie zeigte, wie so Vieles bester geworden, aber auch so vieles Echte an Dorsleben, Sitten und Eebräuchcn, sowie a» gutem Eottrsglauben, von den von Außen kommenden, durch den Kultnraustchwung bedingte. Einiküsten verdrängt worden ist, wie das Geld des Dorfes durch das Blech der Stadt ersetzt wurde. Man möchte nur an das gute echt« deutsche Volkslied dealen, welches man kaum noch bei unseren jungen Leuten hört, desto häufiger aber Berliner Eastcnhauer und Couplets aus Tingeltangel und Variete. Wie ! o mancher Bauernsohn und manche Bauerntochter, durch den Glanz der Stadt geblendet, ihrem schönen stillen Darf« den Rücken kehrte, um in der Stadt die größte Eitttön- schung zu erleben, ganz besonder, in großen Industriestädten. Sehr viele Bauernmädchen wollten lieber einen kleinen Beamten in der Stadt heiraten, »ls einen Bauernburschen, nur um vornehm zu werden und bei gelegentlichen Besuchen in ihrem Hcimatsdorsc mit schönen Kleidern und grotzen Hüten prunken zu können, aber an all die Entbehrungen welche dort, in der teuren Stadt ihrer harren, daran werde vorher nicht gedacht und so manche, welche mit ^>en größten Hoffnungen nach der Stadt zog, mutzte bittere Enttäuschung erleben und sehnte sich wieder mit Schmerzen zurück zu ihrem schönen lieben Heimats- dorse, wo Alle zu einer großen Familie und Ecmeinschast zusammen gehören, wo einer des anderen Freud und Leid tragen hilft, während in der Stadt die Menschen einander fremd bleiben und kalt gegen andere, nur allein ihrem Erwerb und Verdienst nachhasten. Zum Schlüße bat der Herr Pfarrer, Alle möchten an ihrem Teile mtt dazu beittagen helfen, daß die schlimmen, städtischen Einflüste, welche das echte gute Dorsleben zu verdrängen suchen, von unserem Dorfe und besonders unserer Jugend ferngehalten werden, zum Wohle unserer Aller und des ganzen Volkes, Reicher Beifall erntete der Herr Pfarrer für seinen tresslichen Vortrag. Herr Lehrer Leidich gab hieraus einige Sttmmungsbildcr über „Heimathaus, Heimatdorf und Bauernstand", bekleidet oon Liedern und Gedichten der Schüler über Volk und Heimat. Auch diese Darbietungen des Herrn Lehrers, aus welchen die tiefe Liebe zur Heimat und dem Bauernstände herausklangcn, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Herr Pfarrer Maar dankte Herrn Lehrer Leidich und seinen Schülern für ihre autzerordentlich schön vorge- tragcnen Lieder und Erdichte, und sprach die Hoffnung aus, daß es uns vergönnt sein möge, im nächsten Jahre wieder einen solchen gelungenen Familienabcnd feiern zu können. Alle waren von dem Verlauf und den Darbietungen des Abends sehr befriedigt und sei hier nochmals namens aller Teilnehmer den beiden Herren sowie den Schülern für ihre Darbietungen vielmals bestens gedankt. Nur wäre zu wünschen, daß auch unserer erwachsenen Jugend, den Burschen und Mädchen, ermöglicht würde, an solchen Veranstaltungen teil nehmen zu können, denn gerade für diese ist es von besonderem Werte, wenn ihnen so deutlich vor Augen geführt werden kann, was sie an ihrem Dorfe und seinem Leben haben. * Ruttershausen, 12. März. Unser Gesangverein Frohsinn, unter der Leitung des Herrn Dirigenten 5k. Nicolai in Großen-Buseck wird am 14. Juni an dem Gesangswcttstreit des Gesangvereins Eintracht in Wieseck teilnehmen. * Frankfurt a. M., 12. März Der ehemalige Fürsorge- zöglinq Otto Schaaf, der am 27. Februar bei Seulberg i. T. den Bilbeler Knecht Simanowski überfiel und beraubte und um dieser Tat willen, wie bereits gemeldet, von der biesigen Polizei verhaftet wurde, bat gestern ein umfassendes Ge- ständnis abgelegt. Schaaf führte die Tat mit voller ltcber- legnnq ans, um in den Besitz des Geldes, das Simanowski bei sich führte, zu gelangen. Er sprang zwischen Seulberg und Ober-Erlcnbach auf den Wagen und schlug auf den halb angetrunkenen Kutscher mit einer Flasche so lange ein, bis dersesbe lebensgefäbrlich verletzt, vom Wagen fiel. Dan» begab er sich nach Frankfurt zurück, wo er in einer Altsiadt- berberge lvohnte. Als der Friedrichsdorfer Bürgermeister auf Schaaf den Verdacht als den mutmaßlichen Täter lenkte, wurde dieser auf offener Straße verhaftet. Unter der Wucht des seit Tagen gegen ihn zusammengetragencn Beweis- Materials bcguemte sich Schaaf endlich zu einem Geständnis. Hegen-Rnstnn * Griesheim a. M., 12. März. Tie Unterschlagungen dc? Dr. Geißenberger stellen sich immer niehr als eine Katastrophe herans, die die geschädigte Gemeinnützige Baugenossenschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Bis jetzt sind 153 000 unterschlagener Gelder fcstqcstcllt. Das G.'iamt- vcrmögen der Genossenschaft beträgt 381 000 Jt. Dr. Geißen- berger bezog von den Elektronwcrken ein Gehalt von 25 000 -ff, war aber trotz dieses scbr stoben Einkommens über und über verschuldet Da er weit über seine Verhältnisse lebte, N ar man in gewissen Streifen sich schon seit längeren Wochen darüber klar, daß der finanzielle Zulanwienbrnch des Herrn nur noch eine Frage der Zeit ivar. An ein solches Ende batten allerdings nur wenige gedacht, obwohl man auch darüber schon allerorten munkelte, daß in der Genoffenschaftskasse etwas nicht klavvc. * F.C. Wiesbaden, 12. März. Ocnli. da kommen sie. Das ist dieses Faste am 15. März. Aber sie sind schon da. die leckeren Longschnäbel. Man sab sic schon am 4. März streichen. Die erste in hiesiger Gegend ickioß der Oekonom Simon vom Gilt Neuhof bei Dreieichcnhcin. Der Strich scheint gut zu werden. * F. C. Wiesbaden, 12. März. Am 22. Dezeiliber v. I. verduftete der Taglöbner Statt Wetzet aus Hcrnau aus seinen, bis dahin innegehabten Logis. Mit ihm verschwand ein schwarzer Anzug, Wäsche u,id Stiefel, die einem Mietskollegen gehörten. Diese schlechte Kameradschaft verbuchte die Strafkammer de„> Wetzet mit 5 Monaten Gefängnis. Ans Slnrleiibnrg. * Zlvingcnbcrg, 11. M irz. Ter hier seit Jahren bestehende Obstniarkt hat seinen Umsatz derart gesteigert, daß die Markthalle bedeutend erweitert werden muß. Auch durch Anlage eines SchienengelciseS soll der Betrieb erleichtert werden. * Fürstengrund (Cbto.), 12. März. In Fürstengrund ist gestern Nacht die Hofteitc des Landwirts Jakob Hoffer» berth in Brand geraten rmd die Scheune wurde vollständig in Asche gelegt. Der Feuerwehr gelang es, die weitere Aus- dehnung der Ferrers zu Verbindern. * Wald-Michelbach, 12. März. Hier verbrannte ei» dreijähriges Kind sich so schwer mit heißem Master, daß es in der Heidelberger Klinik, wohin man es brachte, starb. Aus Rheinbestcn. * Mainz, 12. März. Als der Domküstcr Herr Krist, den hiesigen Dom öffnete, entdeckte er in deniseiben einen Mann, der anscheineird die ganze Nacht dort zugebracht batte. Der zweifelhafte Gast ergriff die Flucht, wurde aber von den, Küster verfolgt und fcstgebalten. Bei der Durchs,,ckmng den zweifelhaften Individuums fand man 8,50 -Jt, die er einen, Opferstock im Dom entnommen hatte, nachdem er ihn in aller Muße in der Nacht erbrechen konnte. Ter Dieb heil sich abends, als der Dom geschloffen wurde, cinschliei , lassen, um ungestört in der Nacht sein dunkles Hanime f ausüben zu können. * Mainz, 12. März. Das Festprogramm für das c '' deutsche Trachtenfest in Mainz ist fertiggestellt. Das 7 • beginnt am 20. Mai und endet am 25. Mai. Hanptsesttag ist der Hinnnclfal.rtötag (2t. Mai), bestehe,ist ans Beistand: sitzung und allgemeinem deutschen Dclegiertentag, Preisfcst zug, Konzerten usw. Am 22. Mai findet ein großes Doli fest mit Ochseich raten am Spieß statt. Bis jetzt sind - führ 8000 Teilnehmer aus ganz Deutschland und Tcntsch- Oesterrcich gemeldet. Kund der tandmirle. Vcrsammltttta Freitag, den 13. Marz, abends 8 Uhr, zr» Nirch Noiis Redner: H i r j ch c l - Fricdberg. Am Samstag, den 14. März, abends 8 Uhr, za Reicht lsheim i. d. W. im Gasthaus ,Z » r K » o n e". Redner: Hirschcl-Friedberg und Landtagsabgeord- »eter Breidenbach -Dorheim. Zahlreicher Besuch, auch von Gewerbetreibenden, N'ill- komrmnen. Vereinigte Landwirte Landwirte! Gebt den fortgesetzten Machenschaften der Milchgrohhändler, den Milchpreis zu drücken, nicht nach, sondern haltet fest an Euren Preisen. Die Preisdrücker können nur dann Erfolg haben, wenn Einzelne nachgeben. Halten alle Landwirte fest, dann werden die Preisdrücker keinen Erfolg haben. Achtling! Neben dem soziatdenwkraiischen Konsmnverein, befaßt sich seit l, März der Bcamtcn-Konsirnwerein in Frankfurt mit der Lieferung von Milch an seine Mitglieder. Der Hauptzweck ist natürlich, den Preis z» drücken. Ein angeblicher Landwirt ans Eckenheim, Naincns D r e b e s ist der Geschäftsführer. Wir mackicn alle Landwirte, Molkereien und Milch- sammler ausdrücklich darauf aufmerksam, daß sie nicht allein sich, sondern auch ihre Berussgenosse» auf's schwerste scklädigeu, wenn sie derartige Unternehmungen, wie den Konsumverein oder den Drcbes'schen Milchverschlciß durch Liescrnng von Milch unterstütze». Die Geschäftsführer der Dcrrinigtkn Landwirte. Geschäftliches. Euter Rat ist teuer kann man häufig höre»: namentlich I» diesen jchlechte» Zeiten. ssBcsonders die Hausfrau ist off um einen guten Rat verlegen, wenn das Wirtschaftsgeld nicht tan gen will. Und doch, wie schön kann man sich z. B. helfen, wenn man statt der immer noch teueren Butter die berühmte und allgemein beliebte Pfianzen-Butter-Margarine Dr. S ch l i n ck ’ s Palmona verwendet. Niemand kann ein Palmonabrot von einem Butterbrot unterscheide». Und in der Küche leistet Pal- „>ona dieselben Dienste, wie die beste Butter. Fronksurier Wetterbericht. B-raussage: Meist trübe, zeitweise Niederschläge, kühler westliche Winde. Verantwortlich fite den politischen Teil: Otto Hirschei, Fricdberg: für den lokalen „nd -unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedbcrg. Druck „nd Verlag der „Neuen Tages- _ zeitnng". A.-G.. Fried b erg i. H. ____ Ziehung 8. April Los 1 Stark 11L9S8 IS Ml. Zu Hoden in ollen Lotterie Geschäften ober vom Londwirtschostl. Verein in Frankfurt (Main). — Wiederoerläuser erh. Rabatt, verlangen Sir ansdriiiülich u ra-iltki-rl«»- Uterdelole. 91>. öo Ifeuc Lageszrltung. Donnersrag, den 12. Marz 1814. Sri! > 4 lliichhantllnng Evangelische und (ggjßftgjjjjjjgU atusrndj j FÄ StfeCkfllSS, Katholische Statt besonderer Anzeige. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Liebe und Teilnahme bei dem Hinscheiden meines geliebten Mannes spreche ich allen meinen wärmsten Dank aus. Friedberg, den 12. März 1914. Luise Becker geb. Foucar. tl'iW (ÜtJlTIljIfWHjfKjW 4-vt lußd' ßrUfctß C&ot&nA-' Oriiimaschinen 1 Sad, EI. II l'/j m, 11 Reihen mit Hintersten« 1 Sort, El. II Vj t m, 13 Reihen mit Hintersteuer 1 cad, El. II 2 m, 13—15 Reihen mit Hintersteuer 1 Cad, El. III 2 m, 13 Reihen mit Hinterstcuer 1 Ztinmermann, 2 m Schubrad, 13 Reihen, mit Hintersteuer und Bremse. Die Ma ck]incn befinden sich in guwm Zustande und werden billig rbgegeven. M. RofenLhal, Landw. Maschinen Kietzen, Liebizstr. 13 Fernsprecher 77. klvvl»tvn »ässcnde und trockn. Scbuppenflcchte Bart.lcchtc. Adcrbeinc. Beinschäden offene Füsse Hautausschläge, skroph. Ekzema, böse ringer alte Wunden sind oft sehr hartnäckig. 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März, vormittags V-11 Uhr anfangend kommt im Ltammheimer Eemeindewalb folgendes Brennholz zur Versteigerung: Scheiter: Buchen 188 Rm., Eichen 120 Rm., Kiefern 12 Rm. Knüppel: „ 83 „ „ 70 „ .3 Stöde: „ 42 „ „ 92 Wellen: „ 3800 Stüd. Eichen 5700 Stüd, Kiefern 130 Stück. Mittwoch, den 18. März, vormittags >/»ll Uhr anfangend kommt daselbst folgendes Stammholz zur Versteigerung: 40 Sick. Buchen-Slamme 40—50 cm Turchm., 3—10 m lg., 30,m Inh. 20 12 05 200 7 31 6 6 Eichen- Lärchen- Fichten- Kiefern- 30-40 50-80 40-49 30-30 14-22 14-20 20—30 2,7—8 5—8 ,' 5—10 , 5-12 , 8—12 12—18 4—10 10 , lü, 120 , 130 , 2 . 12 , 4 17 Stck. Buchen - Derb» Eichen-Derbstangen (Deichseln), stangen (Langwieden), 110 Sick. Buchen-Baumslutzcn, 143 Std. Fichten-Derbstangcn, 550 Std. Fichten-Reisstangen, 34 „ Eichen-Garlcnpfoften u. 4 Rm. Eichen-Sd,citer (Nutzholz,. Zusammenkunft der Versteigerung an beiden Tagen 10 (ihr i,n Orte. Stammheim, den 10. März 1814. Nagel, Bürgermeister. Breunholzversteigcrung. Dienstag, den 17. März ». IS., von 10 Uhr vormittags ab, werde» aus len Donianialwalddistriklen Kiecrberg 2, 3 u. 3 und Schenleuwaid 6. sowie das Dürr- und Windfallholz aus verschiedenen Distritlen der Forstwarlci Rainrod versteigert: Lchcitcr rai: 488 Buche I. KI., 177 Buche 11. Kl., 5 Hainbuche, 1 Eiche, Knüppel rm 608 Buche I. Kl., 288 Bucheil.K!., 8 Hainbuche, 132 Eiche, 27 Birle, 11 Elle, 2 Alpe,35 Fichte >1,Kl, 12 Lärche. Knüppclreisig rm: 14 Birke. Reisig rm: 13»7 Buche, 245 Eid]«, 16 Erle. «4öd« rm: 84 Buche I. KI» 12 Buche II.Kl, 3 Eiche, 7 Fichte i. Kl., 2 Ftchl- II. Kl. Die Versteigerung findet im Saale des Eastwirls All zu Rainrod statt. Blau unterstrichene Nummern kommen nichl zun, Ausgebol. Kanfliebhaber werden ersucht, das Holz vor der Versteigerung anzu>ehen. Nähere Auskunft erteilt der Trotzp. Sorilaait Meyer zu Rainrod und dte unterferiigte Eiette. Eichcisdorf, den 9. März 1814. Grotzherzogliche Oberförsterei Eid,elsdorfi Saatgut. Eine gebrauchte billig zu verkaufen. 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Mär; 1014. )ai;rguu Gedenktage. 12. März. Wilhelm Lindenschniitt, Historienmaler, geb. — 1820 Professor Leberccht Wagner, geb. — 1821 Prinz Luitpold, Negeni von Bayer», geb. öierbrauerei und Dierbeftenernng. Im Gebiete der Norddenlschcn Braustcnergemeinschast wurde» während des Rechnungsjahres 1912 39.94 Millionen Hektoliter Bier erzeugt gegen 41.35 Millionen Hektoliter im Jahre 1911, also 1,81 Millionen Hektoliter weniger. Von der Mindererzciigiing entfallen 0,97 Millionen Hektoliter auf untergäriges und 0,84 Millionen Hektoliter auf ober- gärige? Bier. Tos steuerpflichtige Gesamtgewicht der ver- Iveudetcn Braustoffe betrug 733550 Tonnen gegen 760 394 Tonnen im Vorjahre. Tie Einnahme an Brausteuer betrug nach Abzug der Ausfnbrvergütnng (1,7 Millionen Mark) 127.5 Millionen * * * (1911: 131,7 Millionen M). An Ucber- gaugSabgaben für Bier wurden 8,6 Millionen <.W, an Zoll 1,6 Millionen -kk erhoben, so daß sich als Gesamtertrag der Bierabgabcn 140,7 Millionen d. i. 2,67 M auf den Kopf' der Bevölkerung ergeben (1911: 145,3 Millionen ,M = 2,79 M auf den Kopf). Ter Bierverbrauch betrug auf den Kopf der Bevölkerung (unter Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr von Bier berechnet): im Brausteuergebiet 78,6 Liter (1911: 83,0 Liter), in Bayern 237,6 Liter, (1911: 246,0 Liter), in Württemberg 166,5 Liter (1911: 178,8 Liter), in Boden 115,3 Liter (1911: 146,0 Liter), in Elsaß-Lotbringen 92.3 Liter (1911: 98,5 Liter) und im deutschen Zollgebiet 101.3 Liter (1911: 106,4 Liter). Bei Bayern und Baden gelten die Angaben für da? Kalenderjahr, bei den übrigen Stcuergebieten für dos Rechnungsjahr. Ans der Heimat. • Frirdbrrg, 11. März. Wir machen die Gartenbesitzer und Landwirte auf dos Entfernen der Klebgürtel an den Bäumen aufmerksam, wenn nicht der Zweck illusorisch werden soll. Unter dem .Klebgürtel hat sich eine Unmenge von Ungeziefer gesammelt, welches man tunlichst an Ort und Stelle verbrennt. * Frirdbcrg, 11. März. Das Husaren-Regimenk König Hninbert von Italien 1. Kurhessi'ches Nr. 13 in Dietcnbofc» a» der Mosel stellt zuni Herbst diese?. Jahre? noch Handwerker als dreijährig Freiwillige ein. Bevorzugt werden Sattler, Schuhmacher, Schneider, Schmiede ufw. Meldungen unter Beifügung eines Meldescheines sind baldigst an drs Regiments Gesckiästszimmcr ZU richten. * Rtirtbetg, 11. März. Die städtisch« Polnlechnffche Lehranstalt hatte zu einem am Dienstag Abend ftattgefun- dcne» Bortrage über „Die Kruppschen Werke" Einladungen an die Stadtvertretung, an die hier ansässigen Behärden, an die Direktionen der hiesigen Schulen, Anstalten u. a. ergehen lohen Der Vortrag, den von dem Dozenten Herrn Dipl.-Ing. K u s s l e r gehalten und durch viele gutgelungene Lichtbilder illustriert wurde führte der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft in sehr verständlichcr Art die Entwicklung und Bedeutung de» größte» lind in technischer wie sozialer Hinsicht höchstentwickelte» Industrieunternehmen«, der Welt vor Augen. Die Vielseitigkeit der Kruppschen Werke ermöglichte es. dasi die Aus- suhruiige» des Vortragenden den verschiedenartigen Interesien fast 70jährigen Turkhan Pascha zum Premierminister. In den siebziger Jahren war Turkhan der Bcrlincr türkischen Botschaft als Botschaftsrat zugeteilt, und wiederholt wurde er von Sultan Abdul Hamid zu Missionen an den deutschen Kaiser verwendet. In Rom und Madrid war er Gesandter und auf Kreta er türkischer Gouverneur. der Zuhörer — zu denen ersreulicherweise auch wieder eine stattliche Reihe von Damen gehörte — gerecht werden konnten. Der wohlverdiente Beifall, der dem Vortragenden gespendet wurde, bestätigte die» in vollem Matze. — Dem nächsten der von unserer städtischen Polytechnischen Lehranstalt zu veranstaltenden Sondervorträge soll das Thema „Wesen und Wert moderner Propaganda" unter besonderer Beziehung auf die Technik zu Grunde gelegt werden. In diesem Vortrage, der bei der heut« allumfasienden wirtschaftlichen Bedeutung der Reklame zweifellos weitgehendes Interesse haben wird, will Herr Direktor Dipl.-Ing. Michenseldec an Hand von Anschauung», material kritische Betrachtungen der verschiedenartigsten Wer- bemöglichkeiten und deren Wirkungen anstellen. * Sendungen an Militärpersonen auf Truppen-Uebung»- vlätzen. Aus Postsendungen an Militärpcrsonen aus Truppen- Uebungsplätzen weiden vielfach als Bestimmungsort sowohl der Garnisonsort als auch der Truppen-Uebungsplatz, also zwei Bestimmungsorte, angegeben. Dadurch entstehen bei den Postanstalten Zweifel über die Leitung der Sendungen, sowie Unzu- träglichkeiten für den Betrieb und die Empfänger. Namentlich wird auch die Unterbringung der an Offiziere, Fahnenjunker, Einjährig-Freiwillige usw. gerichteten Sendungen häufig durch derartige Aufschriften erschwert. Mit Rücksicht aus die au» der Angabe von zwei Bestimmungsorten entstehenden erheblichen Weiterungen und Verzögerungen empfiehlt es sich, auf Sendungen an Militürpersonen aus Trupprn-Uebungsplätzen entweder den Garnisonsorl oder de» Truppen-Uebungsplatz — am zweckmäßigsten den letzteren — als Bestimmungsort anzugebcn. * Bad-Rauheim, 11. März. Das Vertrauen ihrer Herrschaft benutzte ein Dienstmädchen in Bad-Nauheim und stahl während der Karncvalszeit seiner Herrschaft au» einer verschlossenen Kassette 200 Mark. Sie genoß hierfür den Karneval und führte bei dieser Gelegenheit mit gleichalterigen Mädchen noch Znm Jlflnflcifeit. Roman von M. Prigge-Brook. 44 (Fortsetzung). In diesen letzten Spätsomuiortagen befand sich Heinz auffallend wohl. Mit fnfrfvm Kräften bereitete er sich zu seiner neuen Tätigkeit vor, auch macht« er mit Mary weite Spaziergänge in die linigegcnd und lehrte sie die Reize der cngcrcn Hciinat kennen, ehe sie sie vielleicht für immer verließ. Sic waren wunschlos glücklich »nd lebten einander nur zuliebe. Nie war das Leben ihnri, köstlicher vorgekommcn, als in der Zeit, da jeder Tag ei» Abschied wurde. Im September reisten die zwei nach Bonn und mieteten eine Billa am User des Rheins. Ein wahres Bijou. Durch bohr Bogenfenster drang Lickst und Lust hinein, im Garten blühten späte Rosen, Dahlien und Chrysanthemen. Beglückt kchrten sie nach wenige» Tagen heim, uni sich zum Umzug vorzubereiten. Roscinarie wagte keine Bitten mehr. Sie hielt sich grollend fern. Und so sehr Heinz das abermalige Mißverständnis schmerzte, so konnte er doch nicht der Schwester Willen tun. Im Stillen hoffte er auf die Zeit und die häufigen Besuche, die er mit seiner Familie dein Pflugeisen abzustatten beabsichtigte. Roscniarie sollte mit ihm zufrieden sein. Der zwanzigste Sepien,ber kam. - Zum dreiundzwan- zfgsteu erwartete man die Packer. Mary war mit ihren Gedanken schon in Bonn und richtete ein. An, letzten Abend vor dem Umzüge trat Heinz z» ihr ins Zimmer. »Wollen wir »och einmal nach dein Sandberg gehen?" Er war müde und angegriffen, da er den ganzen Tag nicht von den Büchern kam. Die junge Frau nahm Hut und Cape und hing sich an seinen Arm. Draußen dämmerte «8. Rasch ausschreitend durchquerten die beiden die Stadt und kamen ins Freie- Heinz atmete ans. Un, den Sandberg z» erreichen. einen kleinen Hügel, auf den, ein Wirtshaus stand, nmßte inan durch den Wald. Die Abendsonne fiel durchHie Zweige und vergoldete das dunkle Grün der alten Eichen »nd der Rüstern, die einträchtig beisammen standen. Es war still im Walde. Von fern drang dumpfer Stadtlärm herüber. Die tiefe Einsamkeit umher wurde noch sfiller, westentrückter. Unter einer Eiche auf einer Rasenbank zog Heinz Mary auf seinen Schoß. Und ganz allein mit ihr besprach er Vergangenheit »nd Zukunft. Es war eine glückliche Stunde. Der Doktor stand endlich auf. „Die Bank vergessen wir nie, Liebstes. Mir ist wieder recht klar geworden, daß ich Dich liebe, wie sonst nichts auf der Welt »nd Dich so nötig brauch«, wie meiner Augen Licht." Mary schmiegte sich an ihn. „Und Du?" flüsterte sie zärtlich, „bist meines Lebens Inhalt, bist mir das Leben selbst. Ohne Dich würde »min Dasein wertlos sein! Ich iveiß gewiß, wenn ich Dich ver- Vieren würde, da würde ich sterben müssen." „Du würdest leben, mir zuliebe", antwortete er ernst. „Für unser Kind. In meinem Geist, in meinem Sinne ihn zu erziehen, wäre dann Deine um so heiligere Pflicht, als Du allein weißt, wie ich's gewollt hatte." Er verstummte plötzlich Wehmut erfüllte sein Herz. Mary? Augen füllten sich mit Tränen. Der Waldessaum war erreicht. Vor ihnen dehnte sich der Sandberg. »Ob wir noch einkehren?" „Ich fürchte, wir kommen vor Mitternacht nicht heim", meinte Mary bedenklich „Was schadet das? Seien wir einmal leichtsinnig! Schlimmsten Falles gibt uns der Sandwirt Wagen und Pferd. Wir fahren auf dem kürzesten Weg, auf der Landstraße kaum eine halbe Stunde. Wenn Du nicht gar zu inüde bist ..." „Ich denke nur an Dich", wehrte die junge Frau. »Du sollst Dick, schonen, bot bi*r Doktor oelaat" mehrere Diebstähle au». Bei der Haussuchung wurden :,od> viel wertvolle Sachen gefunden. Die Diebin wird wohl jetzt hinter vcrschlosicner Türe mit gemischten Gesühlc» der Freuden de» Karneval» gedenken. — Im Teich ertränkte sich ein: ältere ledige Person au» Schlitz aus unbekannten Gründen " Ziegenderg. 12. März. Hier fand eine Versammlung der Bürgermeister des Usatale» und verschiedener anderer Interessent» statt um eine Aussprache über die elektrische Bah» Butzbach—Bad-Nauheim herbeizusührcn. Bestimmte Beschlüsse wur den nicht gefaßt, jedoch kam man überein, an beide Landtage - Preußen und Hesicn — Eingaben zu machen, in denen un, Anbau der Usingerbahn aus beiden Landesgebieten gebeten wir» * Butzbach. 11. Marz. Dieser Tage erhielt ein wohlhaben der iEnwohner aus Pohl-Göns einen Brief, welcher die Ans sorderung enlhiell, bis zum Samstag eine Anzahl IN Marl- scheine postlagernd Butzbach einzusende», andcrensalls er erschaffen würde. Der Bedrohte suchte Hilft bei der Polizei, die den Schalter beobachten ließ und den Erpresser in der Person eines jungen Burschen aus Pohl Göns vcrhastcic, als er den Brief mit fingierter Einlage abholen wo.te. Was de» jungen Menschen aus die schief« Ebene brachte, ist undegrcislich, da er dis zur Stunde ein tüchtiger und fleißiger Bursche gewesen ist. Möglich, daß er sich der Lektüre von Schuiidromanc» hingoh * Gießen, 11. März. (Schöffengericht.) 1) Der Oie- ftgenheitsarbeiter Wilhelm Weber den Gießen sollte am Morgen des 5. Januar durch einen Gerichtsvollzieher mit Grund eines Haftbefehls dem Amtsgericht zum Zwecke der Ableistung des Offenbarungseides vorgesührt werden. Er leistete zunächst dem Gerichtsvollzieher passive» Widerstand, indem er erklärte, er würde nicht initgehcn und es bringe ihn auch keiner dazu. Der Gerichtsvollzieher sah sich deshalb genötigt, einen Schutzmann herbei zu rufen. Aus diesen entlud sich nun die ganze Wut des Weber. Er bedachte den Schutzmann mit den gemeinsten Schincpfwort-'ii, drang niehrmals auf ihn ein und bedrohte ihn mit Totstechen. Schließlich wurde er handgemein, soduß sich ein heftiger Kampf zwisck>en beiden entwickelte. Ter Gerichtsvollzieher sah sich deshalb nach weiterer Hilfe uni, und holte noch zwei Schutzleute herbei. Dem gemeinsanien Vorgehen dieser dre> Sicherheitsbeamten gab Weber schließlich nach und ließ sich znm Justizgebände abführen. Weber erhielt heute wegen Beamteiibclcidigung, Bedrohung, Widerstand usw. eine Ge- samtgcfängnisstrafe von 4 Wochen. 2) Im aiigetrnnkenei, Zustande rüttelte der Student Adolf L. von hftr an einer Gaslaterne, sodaß Glühstrumps und Eylindcr entzwei gingen. Er erhielt wegen Sachbeschädigung eine Geldstrafe von 25 M eventuell 5 Tage Gefängnis. 3) Die beiden jugendlichen Arbeiter Wilhelm W. und Heinrich M. von Alten-Bnseck, ivarfen auf dem Heimweg von der Arbeit mit Steinen nach einem anderen Arbeiter, wobei W deni Arbeiter ein Loch in den Kopf warf. Beide erhielten die Straft des gerichtlichen Verweises. * Gießen, 11. März. In der gestrigen Versammlung der BLrgervcrcin, mußte wegen Verhinderung des Proftffors Sommer dessen ongekündigter Vortrag ausfallen. Uebcr die Gcwerbcausstellung 1914 für Obcrhesscn und angrenzende Ge- biete sprachen Pros. Krausmüllcr und Architekt Kösterbeck. Er- srerer legte dar, daß die Anregung zu derselben von dem Orl» gewerbevercin Gießen ausgegangc», nachdem in zirka 50 Iah, re» keine Gewerbeausstcllung hier stattgefunden habe, daß sie aber doch nicht nur eine Ausstellung für Gießen, sondern für Doktor Heinz lachte sein schönes, sorgloses Lachen. „Ich habe mich nie wohler gefühlt." Nach dem Abendbrot brache» die Gatten auf. Mary verschrnähte den Wagen, zog indessen den kürzesten,!; hausfto iveg vor. Bcinl Essen war Heinz übermütig gewesen, hatte gescherzt, gelacht und Zulnnftsplänc gesponnen. Ans dein Heimwege wurde er still. Er schob seinen Arm durch den der Frau und stützte sich schwer auf sie. „Ich bin sehr müde", gestand Heinz ans ihre besorgte Frage. Es war nach Mitternacht. Im Pflugeisen war alles dunkel, die Leute zu Bett. Heinz küßte seine Frau, die schlafen ging, zärtlich. „Hab' Dank, Geliebte, für den schöne» Tag, er wird mir unvergeßlich sein." Sie sah in sein Gesicht, das bleich nnd niüde anssah. „Willst Du nicht auch zur Ruhe gehen, Du »intest Dir zu viel zu, Heinz." „Nur noch ein Viertelstundchen. Ich sehe »ach der Post und lese die Zeitung. Du wirst noch zu dem Jungen gehen." Der Kleine lag mit schlafiotem Gesicht in seinein weiß umsponnenen Gitterbettchen, die dicken Fäustchen um die Stäbe gepreßt. Sanft löste die Mutter die süßen Kinderhändchen und drückte einen Kuß auf sein blondes Gciock. Dann schlich sie sich leise, um die schlafend« Sophie nicht zu stören, in ihr nebenan gelegenes Ziimner und entkleidete sich. Sie wartete eine Weile auf ihren Mann, allmählicy siegte die Müdigkeit. Sie sank in Schlumnicr, aus dem sie bald darauf er- schreckt auftnhr. Die Lampe brannte, der Wind strich durch das offene Fenster, die Vorhänge bewegten sich leicht. Heinz' Bett war leer: er fehlte ffn Zimmer. Sich schnell erinun- ternd, sah Mary auf die Uhr. Sie stand auf zlvei: cs war halb eins gewesen, als sie ihr Lager ausgesucht batte. Das bedeutete ein niid eine halbe Sttinde, die Heiiiz feinciu Schlafe entzog. (Fortsetzung fotflt). Nr. 60 _ \ii,i Oberhcsscn und die angrenzenden Gebiete sei. Alle In Urach! loininendrn Faktoren, namentlich die Oberhess. Kreis- nntcr hatten das Zustandekommen der Ausstellung in dankens- erter Ülieise unterstützt und zirka 300 Aussteller seien aus der- eiben vertreten. Ihr Zweck soll ein zwersacher sein. Erstens soll der Hebung des Handwerks dienen und zweitens demselben Gelegenheit bieten, Qualitätsarbeit zu leisten u>rd sich neue Absatzgebiete zu erwerben. Dem Handwerker soll durch Vor sührnng nraschineller Betriebe der handwerkerstätten gezeigt -verdcn, wie er de» neuen Forderungen der Zeit zu begegnen hat und wiederum soll neben der» Neuhandwerk auch das Alt- handwcrk in allen nur rnöglichen Fachausstellungen und direkten Borsührunge» des Werlstättenbctriebes zur Leitung kommen. Für die mit der Ausstellung verbundene Lotterie sollen Eegen- stände im Werte von 30 00« Mark von den Ausstellern erworben werden. Mit dem Wunsche, daß das grotzzügig angelegte Unternehmen dem Obcrhess. Handwerk zum Segen gereichen woge, schloß Herr Pros. KrausiniiUer seine Aussührungcn. — Dann sprach Herr Kockerbeck über die Einteilung der Ausstell- ing. Sie zerfalle in drei Gruppen: Arbeit, Leben, Eeistes- pjlcg,. Diese teilen sich ersten- in: Handwerk, Kunstgewcrbe, Berg-, Hütten- und Salinenwesen, mechanische und chemische Industrie, Veikchrswesen, Unfallverhütung, R-ttungswcs-n. Zweitens: Nahrungs- und Genußmittel, Bekleidung, Wohnungseinrichtung, Eesundheitr- und Krankenpflege, Fricdhoss- kunst. Drittens: Erziehungswescn, Kunst und Literatur. Er erläuterte an Hand eines Ausstellungsplanes wie di- Räumlichkeiten der alten Klinik und das dazu gehörige Gelände den Zwecken der Ausstellung nutzbar gemacht seien und ging bann des näheren auf die zur Ausstellung gelangenden Betriebe ein. Es soll während der ganzen Dauer der Ausstellung eine modern eingerichtete Bäckerei, eine Glasbläserei, Nagelschmiedc, ebenso landwirtschasttiche Maschinen und noch vieles andere im 'Betrieb vorgesiihrt werden. Soweit maschinelle Betriebe in Frage kommen, werden dieselben mittelst elektrischer Kraft gespeist. Redner hasst, daß jedwedes Handwerk hi-r neue Erfahrungen sammeln und lernen könne, fick) dem Bedarf der Kundschaft anzupaficn. So sei es Tatsache, bah z. B. hier eine Meng« Schindeln aus anderen, weit entlegenen Gegenden verarbeitet würden, während die in uiiserer Nähe, im Bogclsberg ongefcrtigten nach Posen nnd selbst »ach der Schweiz exportiert würden. Er empfahl allerseits die größtmöglichste Unterstützung der Ausstellung, damit dieselbe der Provinz Oberhessen zur Ehr« gereiche. * Grebenhain, 12. März. Bei der Stichwahl zur Bür» gcrmcisterwahl erhielt Heinrich Lind VH. 96 und Wilhelm Zulauf 50 (Stimmen. Erstcrcr ist somit zum Bürgermeister gewählt. Bei dem ersten Wahlgang erhielten Lind 88, Zulauf 40 und ein dritter Kandidat 35 Stimmen. * Bad Salzhanscn, 12. März. Bei der Bürgermeister- wahl lvurdc der seitherige Beigeordnete Rudolf Roher mit einer grofien Mehrheit gewählt. Der Gegenkandidat erhielt hei 10 Stininibcrechtigleri nur fünf Stinimcn. * ff. (5. Büdingen, 12. März. Eine fette Pleite ist von hier Nlitzutcileii. Der feit sechs Jahren schwebende Konkurs der Banksirma Max Wertheinicr & Co. lHafrat Rothschild) dahier wird eine Konknrsdividcndc vo» 8 Prozent ans- schütten. * Fransturt ». SH., 12. März. Mit dem Eintritt der milden Witterung hat die Stadt Frankfurt am 7. März mit der Auszahlung von Unterstützungen a» Arbeitslose aufgehürt. Insgesamt hat die Stabt stir dlescn Zweck 29 (MO Mark ausgewendet. Die Arbeitslosen sind mit dieser Maßnahme des Magistrats nicht einverstanden »nd nehmen bereits in einer grofien Acrsammlung Stellung dazu. — Eine interessante Feststellung »at der heimische Eeschichtssorscher Pros. Dr. Bothc über die Herkunft der Frank-urter Bevölkerung um 1500 gemacht. Danach stammte die überwiegende Mehrheit der damaligen Einwohner aus der Weiter»», als deren Sübgrenze der Mal» angesehen werden mutz. Diese Einwanderer führten nachweislich in Frankfurt auch die Sitten, Gebräuche und Lebensgcwohn heiten rin, die »och gegenwärtig in der Stadt trotz ihres welt- städtischen Charatlers dem aufmerksamen Beobachter des Volkslebens aussallen. * Frankfurt n. M., 12. März. Nachdem schon Dienstag s>üh etwa 900 Arbeitslose in einer Versammlung scharf gegen die Aushebung der Arbeitslosenunterstützung protestiert hatte, zogen gestern Nachinittog kurz vor Beginn der Stadt- vcrordnetenversainmlung Hunderte von arbeitslosen Männern auf den Römerberg, der bald bis ins letzte Wiulelchen besetzt war. Ein starkes Sckiutzmannsausgebot sperrte sofort den Platz nach jeder Richtung hin ab, sodafi ein weiterer Zuzug von Demonstranten verhindert werden konnte. Zu be- sonderen Zwischensüllen kam es nicht. Rach längerer An- Wesenheit ans den, Platze entfernten sich die Leute nach den versctnedenften Richtungen. * F. C. Frankfurt a. M., 12. März. Nach der jetzt abgeschlossenen Ermittelung sind in, Jahre 1913 auf dem Main insgesamt rund 285000 Tonne», in 1912 313 000 Tonnen, Holz in Flöhen ans Bayern ansgcjührt worden, darunter 280 000 Tonne» weiet>es und 5000 Tonnen hartes Holz. Was die BestiinmungSgebiete des baycrisü>en Mainfloßholzes an- langt, so ginge» 1913 rund 49 000 Tonnen, in 1912 50 000 Tonnen, »ach Rhcinplätzcn zwischen Mainz und Köln; IM 000 Tonnen, in 1912 213 000 Tonne», nahm das »ieder- rheinische Jndnstriegebict ans und 82 000 Tonnen, in 1912 0 000 Tonnen, bildeten die Ausfuhr nach Holland. Von Interesse ist noch, daß das aus dem Main exportierte Floß- >-rlz unter dem gesamten von Mainz rheinobwärts schwimmenden Flotzholz in, Jahre 1913 mit 91,2 Prozent, in 1912: 0,8 Prozent, den weit überwiegenden Anteil gehabt hat. >.nr 9,0 Prozent waren vom Neckar und 0,2 Prozent vo», Tberrhe!» zugcbrncht worden. Frankfurt a. M., 12. März. Wege» einer angebliche» .Beleidigung" des Glstmörders Hops wurde vor sieben Iah- rcn der Redakteur Passaner von, Homburger Taunnsboten zu einer e,„vft„dlsclnm Geldstrafe verurteilt. Passaner hatte Nene Tageszeitung. Donnerstag, den 12. März 1915. am 18. September 1906 in seinem Blatte unter dem Titel: „Eine aufsehenerregende Untersuchung wegen Franenmor- des!" den von Hops in Niederhöchstndt begangenen Gist- N(ord an seiner Frau einer säiorscn Kritik unterzogen und dabei auch Hopf des Mordes verdächtigt. Hops verklagte Passaner, der darauf verurteilt wurde. Auf Grund der vorjährigen Ermittelungen gegen Hopf strengte Passaner das Micderanfnahmeverfahren beim hiesigen Landgericht an. Das Gericht gab jetzt nach der Verurteilung des Hops dem Ansuchen Passauers statt und erkannte am letzten Freitag aus seine völlige Freisprechung unter gleichzeitiger Aushebung des Urteils von 1906. Die Staatskasse wird für verpslich- tct erklärt, dem Passauer den Vcrmögcnssck>aden zu ersetzen, der ihn, durch die Urteilsvollstreckung vom Jahre 1907 ent- standen ist. * Frankfurt 0 . M„ 12. März. Die Polizei hat die So- zialdeniokcatin Balabanoff aus Mailand, die an> Mittwcch in einer Versammlung zu Bockenheim sprechen wollte, als lästige Ausländerin ausgewiescn und ihr den Ansenthait in Preußen untersagt. Eine gleiche Maßnahme traf bereits am Sonntag die Hanauer Polizei gegen Frau vr. Balnbanoss. * Frankfurt a. M., 12. März. Gestern vormittag nahm die Polizei in den Geschäftsräumen des „Neuen Frankfurter Verlags" eine eingehende Haussuchung vor. Sie beschlagnahmte die ganze Auflage des Buches: „Franz Bergg. Ein Proletarierlcbcn; verfaßt von Nikolaus Wetter." Hessen-Nafiau. * Hanau, 12. Mürz. Durch unterirdische Kanäle hat sich der Main gestern vormittag einen Weg in die KohlenzellK' „Gustav" bei Dettingen gebahnt »nd sie vollständig unter Wasser gesetzt! auch die Nachbargrnbc stand i» kurzer Zeit bis a» Le» Rand voll Wasser. In dieser Gnibe, die Tagebanbetrieb hat, riß das Wasser die Bagger mit und legte auch den Betrieb der Brikettsabrikation lahm. Die Ucberlaiid- zentrale wurde bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der Scliaden ist ganz bedeutend. * Griesheim a. M.» 12. März. Wie bereits gemeldet, wnrde der Chemiker an den hiesigen Elektroniverken, Iw. Geißenbcrger, wegen Unterschlagung vo» 70 000 J! gestern in Wiesbaden verhaftet. Neueren Meldungen zufolge ist die veruntreute Summe jedoch lveit erheblick:er als zunächst an- grnonlmen wurde. Iw. Geißenbcrger, der voll geständig ist, gibt die Snninic selbst aus etlva 1.50 (MH) an. Diese Riesensunime hat er der Gemeinnützigen Baugesellschaft G. ni. b H. zu Griesheim, deren Geschäftsführer und Berti aucnsmnnn er war, veruntreut. Er wußte sich durch sin- gicrtc Landankäufe »ach und »ach diese Gelder zu verschaffen. Tic Baugcnosjcnschastlcr, die sich durchweg ans Angestellten der Elcktronwerkc zusammensetzen, schenkten 10 . Geißen- bergcr unbegrenztes Vertrauen und übten an seiner Ge- fä>äftssnhruiig fast gar keine Konttolle. Der Vcrchaftete de- kleidete hier zahlreiche Ehrenämter, «. 0 . war er auch Gc- ineinderat. Seine Stellung als Leiter der sozialen Abtei- lung der Elektron-Werke benutzte er besonders zur Gründung gelber Gewcrkvcrcine. * Odrrursrl, 12. März. Das bekannte „Hotel Schntzen- hos" dahier, welches mehrere Menschenalter lang im Besitze der Familie Kopp lvar, ging nach dein „Bürgcrjrennd" zum Preise von 140 000 ~H an Gebr. Ullrich aus Eronbcrg über. * Lberursel, 11 . März. Unter dem Vorsitz des Bürgermet- sters Füller (Oberurscl) fand hier die erste diesjährige Konsc- rcnz der Bürgermeister des Obrrtaunustrciscs statt. Fm Mittelpunkt der Verhandlungen stand eine allgemeine Aussprache über den neugcgriindetcn Nassauischcn Vcrlehrsocrband. Einstimmig erkannte man die Bedeutung dieser Verkehrsorganisn tion für den Taunus an und beschloß den Verband durch den Anschluß der Gemeinden und einzelnen örtlichen Körperschaften in jeder Weise zu unierstützen. Bürgermeister Jacobs (Künig- stein) wurde beauftragt, die bezüglich der Statuten 00 » der Konferenz geäußerten Wünsche in der nächsten Verbanbsfitzuug zu vertreten. Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit dem Abschluß der Normuloerträge für die Gas- und Elc'tiizi- tätslicicrung in den Gemeinden des Obcrtannuslreises, mit Wegebau- und Stcucrsragcn. * Bad Homburg v. d. H., 12. März. Der bereits seit acht Monaten spielende wechselseitige Belcidigungsprozeß zwischen dem bekannten Hydrochemiker 10'. Roth-Frankfurt nnd Stadtbanrat Meyer-Homburg um den praktischen Welt der Rothsi>t>en Tiesbohrnngen, die Meyer anzivesfelte, sollte gestern vor dem Schösfengerickst zur Verhandlung kommen. Ter Termin wurde jetzt abermals wegen plötzlicher Erkrankung des Anitsgerichtsrats Nasse aufgehoben. * Bad Homburg v. d. H., 12. März. Tie Knrvcrwal- tung hat seit vorgestern iin Kurhanse eine Wiutertrinkkur eingerichtet. Tie Kurgäste werden dadurch der Mühe enthoben, bei »ngünstigcm Wetter die Quellen anfsnchen zu müssen. * x. Hausen, 12. März. Ein llljährigcr, schon ost vorbestrnh ter hammeldieb, der Schäfer Rudolf heil ans Fdstcin, hat hier des Nachts ans verschiedenen Pferchen fünf Schafe gestohlen. Er wurde diesmal zu 1 Jahr 8 Monaten Zuchthaus verurteilt. * x. Ufingen, 12. März. Die hier stattgefundenc Jagdver- pachtung brachte eine ungeahnte Ueberrafchung. Die hiesige Jagd, welche einen guten Reh- »nd Niederwlldstaud hat und welche nach sachmännischer 'Ansicht bei weidgerechter Behandlung in absehbarer Zeit Rotwild, welches heute noch Wechselwild ist, als Standwild aujweisen wird, war vor 19 Jahren — also in einet Zeit, in der sür Jagdpachten noch leincswegs die heule üblichen Preise gezahlt wurden — schon unter der Hand sür M. IKK) pro ^ahr verpachtet worbe». Be! der nun i» Rede stehenden Jagdverpachtung wurden von dem einzigen Bieter nur 398 !Rarl geboten, was zur Folge halte, daß der Verpachtuugstcr- min aufgehoben wurde. — Seminaroderlehrer a. D. Frank- Hat zum ehrenden Andenteil an seinen verstorbenen Schwieger- valer Herrn Kaufmann Earl Schweighöser dahier, der Stadt 2000 Mark zur Errichtung einer dauernden StistUllg mit der _______ Sei«, % Bestimmung überwiesen, daß di« Zinsen alljährlich zu ÄH »achten vom Magistrat an eine bedürstige in Usingen geborene nnd erzogene Person, die sich aus irgend einer Schule ausbildet als Stipendium gegeben werden. Der Magistrat hat diese Stistung angenommen. * x. Eemlinden, 12 . März. In unserem Ort, der zum Land- destellbczirk der Postagcntur in Rod a. d. Weil gehört, tritt am 1 . April eine Posthitssftelle in Wirksamleit, deren Verwaltung dem Telegraphenhilfsstclleninhaber Schäfer übertragen wird. * Arnoldshain i. T., 11 . März Drei hiesige Schulbuben im Alter von etwa 12 Jahren haben eine gegenwärtig Ullbewohme Villa bei Schmitten, die einem Frankfurter Fabrikbesitzer ge hört, in geradezu unglaublicher Weise verwüstet. Sie zerstörten alle 11 Zimmereinrichtungen bi- aus eine, indem sie die Taxe- ten abrissen, die Bilder zerschnitten oder zerschlugen, Model zerbrachen, die Lampen und Lüster zertrümmerten, alle Belten zerwühlten, die Glas- und Porzellansachcn in Scherbe» schlugen und sogar einzelne Wände durchstießen und durchlöchert-». Das ganze Gebäude bietet vom Keller bis in den Dachstock -in Bild grauenhastcr Verwüstung. Ein Brandsiisiungsversuch scheint den Jungen, die alle Kinder geachteter Eltern sind, miß- lunge» zu sein. * Mammolshain >. I., 11 . Mörz. Die Gcmeindcratswahll» brachten in der ersten und zweiten Klasse den bürgerlichen, in der dritten Klasse den sozialdemokratischen Kandidalc» den Sieg. * Esch buch i. T„ 12. März. Gestern wurde der Landwirt Rover verhaftet. Bei der Revision der Tarlehnskasse, deren Rechner er ist, stellte sich ein Fehlbetrag von 40000 . 82.10 4. 84.80 I'/»'/» Russen v. 1905 97.50 4 »/, „ „ 1902 90.40 * 4'/-"/» Japaner 89.85 , 4 V, Türken voll l903 86.50 „ 4 -/»Admirustr. Türken 73.20 „ Türkeulvosc M. 188.30 w !«/,.•/. Griechen v. 1890 -Hi.ltO „ VI. "/, MouopoI-0»!ech. 52— „ 3”/. Buea.-Air. Pr. 2inl. 86.70 „ 3 ./, Siider-Mexikanec 42.— . 4 V. Mer. Irrig. Anl. 41 ;,% Chinesen Budcrns E.-W. Act. 113.- 80.86 90.75 Eschweller Bergio. „ 221.50*/« Bochum» Gußstnht „ 224.75 Getieukirch. 0crgw.Atl. 193.0» , Harpcner Bergbau . 185.25 „ Hambg. Anik. Pak. „ 142.— Rordd. Lloyd „ 124'/, Berliner Handels Ant 182.'/» Mitleid. Creditb. Akt 124.— Tarmstädl. Bank „ 123.'/, Deutsche Bank „ 268.75 , Teutsch-AsialijcheBank 127 — DiSIonto Koinlil. Ant. 197.59 " Dresdner Bank Alt. 158 75 " Oest. Ercditanst. 'Akt. 205.'/, , Loinbarden 21 .'/, Dssch.Ubersee LG. „ 177.'/, " Oester,'.Staaedahn „ 155.'/, ” Höchst. Farbwerke „ 867.— ” Ehem.F»br. Albert „ 453.— , Rulgerswerke „ 201 — J Steau« Romana „ 149 75 * Phönix Bergd. „ 240.'/, , Griesheim Elektro»,, 287.— Zcllstoss Waldhos „ 225.— ‘ hvIzveikohiungs-JnL. 317.— , Laurahüte „ 159.— n Prwaldistoiit „ 3. 1 /,, Tendenz: bchnuptct. Schuck. Elette. Ges. „ 160.25 Berliner Börse. Hohcnlohewcrl« Akt. 12t — „ Tcutsch-Luxe>nb.B.Akl. 139.54) , Laurahütte Akt. 159.— Oberschlesier E. «kt. 88 .'/. . Phönix Bergbau Akt. 248.82 „ Rombachcr Hütte „ 181.75 , GelsenlirchenBergw. A. 183.26 , Harpcner Bergbau Lkt. 184.75 8lUg.Elek.GescUsch.AlI. 248.75 , Cicnicns u. HalskcAll. 217.— , Tendenz: behauptet. Berliner Handels Ant. 162.'/, „ Deutsche Baut Akt. 268.V, „ Dist. Konnnandit Ant. 197.'/, „ Dresdner Bank Akt. 163,'/, „ Pet.Jnt.Handelsd.Akt. 2082 , „ Russ.Banks.a.Hand.A. 1/2.'/, Schantuug E. 2«. 'Alt. 140.25 „ Baltimore u. Ohio >8.,6 „ Eanada Pacific Akt. 212.°/, „ Prince Henri E. B.Att. —„ Türkenloose M. —.— „ Atchison Topeka Louthem Pacifik „ Chicago Rock Jsl. „ MisüKans.u.Tez.R. ^ Union Pacific. „ ll. S. Steel Common,, Londoner Börte. Doll. OH.— !l8.75 4.83 18 .- 162.12 60.62 Amalgamaled Eopp. Doll. 78.50 Ehortered Company Lstr. ",!«> Eagrand Proprieiary „ 1-93 Goldsieids , j',29 Rand Almes „ De Breis Eonsolid a 10. » Die ih Drpofttenkojle Friedberz t. empfiehlt sich zur >ruiU(Iiiuj{ aller banUoiässigen Wewchäft«- - und Verlaus vo» Sllertpapieren an allen Börsen, llchtung laufenderRechuungen und provistonssreier Echeck-Eo»i . iwechslung vo,, Coupons und Sorten, nahlne von offenen »nd verichlossenen Depots, tgeaennahme orrzinsticher Spor-Einlage».