Nummer 59 Mittwoch, den 11. Mörz 1914. 7 Jahrgang eue Tageszeitung ->- „Br»» ?age»,e>tunv" erscheint I«den Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der «aner au« Dessen". „Die Spinnllub«". Le.ngopeei»! Bei den Postanstatten v,«r,el,ahi„ch Mk l en. Auch die lleberschwemmung !>at große Verheerungen angerichtct. 16 Eingeborene kamen in den Flute» um. — In Washington und Mexiko City erhält sich hart- -läckig dos Gerücht, daß Huerta demnächst von der Präsident- ichnft ziirücktreten werde und Jos^ Portilloy Rogas, der ,c i-.ige Minister des Aeußerc», zum provisorischen Präsidenten eingesetzt werden soll. Eine Entscheidung wird inner- balb 14 Tagen erwartet. Inzwischen wird sich Präsident Huerta zeitweilig vom Anitc zurückziehcn, um die Campagne egen die revolutionären Elemente im Norden Mexikos z» leiten. iiithpmlk. Mchpttije tntb Zozialdmlikratik. Nachdem die „Sozialistischen Monatshefte" aus das Sinken der Getrcidepreise nachdrücklich hingewiesen haben, wird auch das Fallen der Viehpreiso von sozialdemokratischer Seite unnniwunden zugegeben, lind zwar ist das Münchener Cozialistendlatt, das unter der Uebcrschrist „Herunter mit den Fleischpreiscn"! u. a. folgendes ausführt: „Die zu Beginn dieses Jahres (vom Statistischen Amte der Stadt München. Red.) angesertigten Tabellen und graphisck>en Darstellungen zeigen sehr deutlich, daß die Biehpreise seit Mitte oder Frühjahr 1913, besonders aber in den letzten Monaten, bedeutend rascher gefallen sind, als die Fleischpreise. Bei einzelnen Sorten, wie z. B. beim Mastochsenflcisch, weisen die Preise trotz des erheblichen Rückganges der Viehpreise überhaupt noch keine wesentliche Senkung aus." Der „Schwäbische Merkur" bemerkt dazu: „Das Sinken der Viehpreise wird hier von der „Münchener Post" mit aller Dei-.tlichkeit zugestanden: ja, es ilt sogar von einem „erheblichen" Rückgang der Viehpreise die Rede. An dieses Eingeständnis wird man erinnern dürfen, wenn die sozialdemokratische Agitation wieder über den „Wuchertaris" zetert und hohe gleischpreise als etwas Unabänderliches ausgibt, das von unserer, angeblich nur auf das Wohl der Großgrundbesitzer bedachte» Schutzzollpolitik nicht z» trenne» sei. Wenn die „Münchener Post" im Anschluß an ihre oben wiedergegebcnen Ausführungen einen dringenden Appell an die Fleischer richtet, mit de» Fleischpreise» dem jeweiligen Stand der Diehpreise ungesäumt zu folgen, so wird man die grnnd- tätzliche Berechtigung dieses Standpunktes nicht bestreiten. Es braucht darum nicht verkannt zu werden, daß für die Fleischer hierbei insofern eine Schwierigkeit be- steht, als sie umgekehrt Bedenken tragen müssen, die Fleischpreise sofort auch den steigenden Viehpreisen an- zupasscn. Es sollte aber »ater Abweichung vo» dem bisherigen Brauch von den Jleisthern unbedingt eine schnellere Anpassung an die Konjunktur der Viehpreise gesucht werden, als cs bisher der Fall war. Das frühere Brinziv. bei Stcioerrmaen des Viehpreisrs nicht gleich die Fleischpreise zu erhöhen, um beim Fallen der Vieh- Preise durch Beibehaltung der höheren Fleischpreise die früher erlittenen Verluste wieder hereinznbringen, hat sich in der Hauptsache überlebt. Die neue Zeit verlangt eine schnellere Ausgleichung in beiden Richtungen, und wenn dieses Verlangen erfüllt wird, ist eine wesentliche Voraussetzung für die richtige Beurteilung des Problems der Fleischpreise gegeben." Auch die „Schwäbische Tagwacht", das Organ der württcmbergischen Sozialdemokratie, geht dein Zwischen- Handel zu Leibe. Das Blatt schreibt: „Der Zwischenhandel mag sich sträube», wie er will, kein, noch so heftiges Abstrciten nimmt von ihm die Schuld, die Lebensmittelteuernng noch künstlich vergrößert zu haben. ... Aus Offenbach wird folgender Vorgang mitgetcill: Die Viehhändler kanfen die Schweine, die ihnen in größerer Anzahl angeboten werden, zu außerordentlich günstigem Preise ein. Uni aber ihren Verdienst zu steigern, verringern sie künstlich den Auftrieb aus den Viehmärkten der Offenbacher Gegend dadurch, daß sie einen Teil dcs Auftricbes in andere Gegenden abschieben. . . ." Diese Einsicht über das nicht einwandfreie Verhalten der auf einen guten Verdienst bedachten Viehhändler kommt ja zicinlich spät. Seit Jahren wird von konservativer Seite darauf hingewiesen mit dem Erfolg, daß die sozialdemokra- tische Presse uns als „Preßkulis" der Jlinker hingestcllt hat. Immerhin kann man sich jetzt auch im konservativen Lager über den roten Sünder, der Buße tut, freuen. Es wird sich noch oft Gelegenheit geben, mi* diese sozialdemokratische Kri- tik des Gebarens der Viehhändler znrückzugreifen, insbesondere dann, wenn fozialdeinokratische Agitatoren in der Stadt in dieser Frage vor den Arbeitern die Schiild der Fleischteuerung der Landwirtschaft zuschiebcn wollen. Sozialdeiiiokr. Ausschreitungen bei einer Versammlung zur Krankenknssenwahl. Wir lesen in der „Ossenbacher Volkszeitnng": In einer zu Mainz zur Ortskrankenkassenwahl einbe- rusenen Versammlung der christlich-nationale» Angestellten, in der Reichstagsabgeordneter Decker-Arnsberg sprach, ließen sich die Sozialisten schwere Ausschreitungen z» schulden kommen. Trotzdem ihnen von dem Versammliingsleitcr Bockins, obschon nur nichtsozialistiiche Angestellte einge- laden waren, freie Diskussion zugesichert wurde, veranstaltete» sie schon bei den durchaus sachliche:: Ansführinigen des Referenten derartige wüste Tumulte, daß selbst der Versammlungsleiter kaum »och zi> Worte koinme» konnte. Bei der nach dem Referat erfolgten Diskussion wurde der sozialistische Redakteur Schildbach ruhig angehört, während der katholische Arbeitersekretär Knoll vo» den Sozialdemokraten niedergeschrie» wurde. Da selbst die anweser.deu sozialistische» Wortsührer nicht in der Lage waren, die sanatischen Genosse» zu beruhigen, schloß Dr. Bockins die Versammlung. Es setzten Szenen ein, die man kauin beschrcibkii kann. Die Sozialdemokraten, darunter Fralien, stürmten nach dem Vorstandstisch. Die Herren des Vorstandes wurden mit Bier überschüttet: ei» Bierglas, das nach feem Abgeordneten Vieler geworfen wurde, verfehlte glücklicherweise sein Ziel, aber ein »ebcii ihm stehender Herr wurde vollständig mit Vier überschüttet. Eiii sozialistischer Gewerkschaslssekrctär entriß dem Vorsitzenden die Schelle und versuchte eine sozialistische Versammlung zu eröffnen. Dir Situation war beängstigend. Cs gelang de» sozialistischen Partei- und Ge- werkschaftssührern nur mit großer Mühe, die vo» ihnen entfachten Leidenschaften zu bändigen und ihre Genossen von tätlichen-Angriffe» ans die Herren des Vorstandes abzuhalten. Die VcrontUiortung für die skandalösen Vorgänge, die voraussichtlich »och ein gerichtliches Nachspiel Haber werden, trage» die sozialistischen Führer, die ihre Leute au? einer sozialistischen Versaminliing in die christlich-nationale Ver- fammlung führten, mit der ausgesprochenen Absicht, dieselbe zu stören und unmöglich zu machen Das Ergebnis der vorgestrigen Wahl war folgendes: I» der Gruppe der Arbeitgeber erhielten die Bürgerlichen 1461 und die Roten 170 Stinimen. Mithin sind gewählt 27 Bürgerliche und 3 Sozialdemokraten Bei den Arbeit- »chinern erzielten die Soziald -niokrk.te» 356) »nd die Bürgerlichen 2573 Stimmt», gewählt sind 46 Sozialdemokraten „nd 14 bürgerliche. Tein Ans! -giß gehöre» alio in: 41 Bürgerliche »nd 19 Sozialdemokraten. Eiii Ergebnis, wc- »lit die vereinigten bürgerlichen Parteieil vollauf zufrieden sind. Gelang cs doch, eine sozialdemokratische Zwcidrittrl- Mehrheit z» vcrhmderu. Preußischer Landtag. Am Dienstag wurde die Beratung der Etats der Handels. und tf, »a a„ Ende ocfiifjrt. Ab«. Dr. Ei pp mann (Natt.) wünscht eine noch stärker, Förderung der nichtgewerbsmäßigen Stellenvermittlung uni der Rechtsberatungsstellen für die minderbemittelte Beoälke rung. Abg Dr. Fl c sch (Fortschr.) »erlang« für die Arbeitsnach. weise in erster Linie die paritätische Grundlage. Ein Regierungsvertreter wies erneut daraus hin, daß d!e Jnnungeu das Recht hätten, ihren Mitglieder» die Benutzung der Jnnungsnachwcise zur Pflicht zu machen, Abg. L c i n e r t (Soz.) nahm die Facharbcitsnachweise >n Schutz gegen den Vorwurs der Parteilichkeit. Abg. Dr. E r ü g c r - Hagen (Fortschr.) bat de» Minister um Vorlage einer Denkschiiji über die Entwicklung des gewerd lichen Genossenschaftswesens. Handelsminister Dr. Sydow antwortete, es sei nicht Sache der Elaatsregierung, eine Deukschrist als Werbeschrift herauszugebcn. Die Regierung köiine iiicht in de» Streit über den Wert der Genoffenschasten ciugreiscn. Aus kurze Wünsche der Abgg. V e l t i n (Ztr), Dr. Schröder - Caffel (Rail.), Le inert (Soz,) antwortete Geheimrat Frankel, daß die Kgl. Porzellanmanusnliur schon seit den vüer Jahren einen kaufmännisch geregelte» Betrieb erhalten habe. Sie solle aber nicht ein Erwerbs-Institut, sondern ein Institut zur Förderung des Kuustgewcrdcs sein. Jährlich »e- serc aber trotzdem die Poizcllanmaniisattur etwa 100 000 Mart an die Staatskasse ab. Arbeiterklagcn seien der Verwaltung nicht zugegangen. Abg. Lcinert müsse falsch unterrichtel sei». Rach weiteren unwesentlichen Bemerkungen des Abg L c i n c r t (Soz.) schloß die Debatte. Damit war der Etat der Haiidelsvcrwaltung erledigt. Bei Beratung des Bergetats stellte Abg. v. Hassel (konl.) sest, daß Rußland und Frankreich neuerdings mehr deutsch« Kohlen beziehen. Er wünschte, daß das Kohlcnsyndikat unlc» Beteiligung des Staates wieder zustande kommen möchte. Für das Lebe» und die Gesundheit der Arbeiter müßte das Mög lichste getan werden. Abg. Brust (Ztr.) wünschte, daß der Staat bei der Preisbildung des Kohlensyndilats Mitwirken möchte und die Jutcres» scn der Konsumenten berücksichtige, Abg. Althoss (Rail.) hielt es nicht fiil erwiesen, das Zechen stillgclegt worden wären, die nicht rentabel gewesen seien. Abg. Gantert (Fortschr.) erklärte, seine Freunde seien Gegner des Syndikats, Das Ausland dürse selbstocrständllch die Kohlen nicht billiger erhalten als das Inland. Obcrbcrghauptmann v. Belsen bemerkte, daß die Regie, rung nicht ein neues Gesetz über die Stillegung der Zechen ge denke. Nächste Sitzung: Mittiooch 11 Uhr: Fortsetzung. — Schlaf 345 Uhr, Venttcher Reichstag. 232. Sitzung vom 10, März 1914, 2 Uhr. Am Tische des Bundesrats: Or, Sols» Kurze Ansrage. Abg. Tussner (Zentr.) fragt an: Ist der Reichskanzler bereit, der vom Reichstage angenommenen Resolution, »cufs der gemäß 8 22 des Kaligesetzcs als vierte AiisgangsstitioU für die Berechnung der Frachten Colmar i, Elsaß fcstzusehess sei, Folge zu geben und die Vcrösscntlichung der Verordnung im Reichs gesetzblatt so rechtzeitig ersolgcn zn lassen, daß di« Sommer- >md Herbstabschlüsse der süddeutschen Landwirtschaft in Kali aiis der Feachlbasis Cvliiiar i. Elsaß erfolge« können? Ilnterstaatssekretär Richier: Für die Berechnung de» Frachten kann die Festsetzung einer vierten im Elsaß gelegene» Ailsgangsstation erst in Erwägung gezogen werden, sobald die cllässischem Kalilverke in der Lage sind, den Bedarf zu decken. Das ist zurzeit noch nicht der Fall. In der Annahme, daß im lausenden Jahre 1914 noch einige eisäffisch« Werke Beteiligungszifser» erhallen und daß eine zweili gröbere Fabrik eröffnet werden kann, wird voraussichtlich i« der zweiten Hälttc des Jahres 1914 eine vierte Allsgangsstation im Elsaß festgesetzt werden können. Tie allgemeine Erörterung des Kolonialetatt wird fortgesetzt. Abg. Schwarze-Lippstadt (Zentr.): Herr Henke hat ,,»r beweislosc Behauptungen aiifgcstellt. Er hat die Pflicht. Tatsachen anzusühren. Er hat aber nur Einzclsällc verallgemeinert. Die gute Entwickelung der Kolonien ist zum er» heblichc» Teile der Fürsorgetätigkeit der Missionen zn vev danken. Sie haben erst die Eingeborenen zn praktisch,«, Arbeit erzogen. Das sollten wir durch eifrige Förderung de, Missionen anerkennen. Wenn »ian Dahlien erst baueii wollt« ans Grund von Rentabilitätsberechnungen, dann könnte man lange warten. Durch die Bahnen soll ja erst der Han- del entwickelt werden. Tie Missionen erziehe» die Reger eist zu nützlickren Menschen lind zwar nach dem Grundsätze ora et labora (bete und arbeite). Eine bessere Behandlung der eingeborenen Arbeiter verlangen auch wir. Tic Arbeiter müssen die Erlaubnis haben, ihr» Frauen zum Arbeitsort mitzunchmen. Dadurck» schon «in« bessere Eenährunas» J;r. 5* nvt firrrofirl?!?fct. Wir sind mich fiir kleine Ansiedlnngen, für Eingeborenenkalturen. Notwendig ist eine Verbesserung der f.'.nitnrcn Verhältnisse. Auf jeder Station sollte ein landwirtschaftlicher Assistent angestellt werden, der dasür sorgt, daß die Schwarzen lernen, rationelle Landwirtschaft ->, treiben Der sozialdcniokratische Vorwurf, daß der Reichs- tag kritiklos zu allem Ja und Amen sagt, ist ganz unberech- tigt. Das beweisen die Verhandlungen in der Budgetkom- misou. Die Missionsschulen müssen den Regierungsschulen völlig gleichgestellt werden. Auch die sozialdemokratischen Wähler verstehen die Haltung der sozialdeniokratischen Fraktion in Kolonialfragen nicht mehr. (Sehr richtig!) Die Entwickelung der Kolonien geht vorwärts. Es sind alle Aussichten vorhanden, das, es in Zukunft noch besser wird. (Beifall im Zentrum.) Abg. vr. Paaschc (natl.) hielt den 'Eisenbahnbau schon aus incnschlichcni Interesse für geboten, damit der eingeborene Arbeiter Frau und Kinder zur Arbeitsstätte mit- nehmen könne. Daher sei auch eine weitgehende Arbeiter- fürsorge, aber auch ein Zwang zur Arbeit nötig. Gesorgt müsse auch fiir einen weiteren Rückgang des Alkoholisnius tvcrden. ^ Abg. Naumann (Fortschr.) wies dem Reichstage die Pflicht zu. die Frage zu beantworten, ob er die Kolonialaus- gaben auch verantworten könne. Bei der Schilderung der Bahnbauten habe man immer ihre energische Förderung durch Herrn Dcrnburg vergessen, der auch viel zur Belebung der einheimischen Stimmuug getan habe. Seine (des Red- rs) Freunde seien Freunde der Kolonien, aber nicht des rhandenen, sondern dessen, was werde und komme. Abg. Roskc (Soz.) nahm für seine Partei in Anspruch, > der Besserung der Verhältnisse durch scharfe Kritik mit- wirkt zu haben und forderte Einschränkung der Prügel- >afe, die er eine Scheußlichkeit nannte. Der Bahnbau ver- rößere nur die Ausstandsgefahr, deshalb könne seine Partei acht flir ihn eintretcn. Abg. Erzberger (Zentr.) erklärte das Einverständnis seiner Freunde niit der Rede des Staatssekretärs, lehnte aber eine Verteilung des Tätigkeitsgebiets zwischen den Konfessionen ab, weil dies einen Gewissenszwang bedeuten würde. Mittwoch: Fortsetzung. Aus dem hefl. Landlaa. Zweite Kammer. Die II. Kauwler setzte gestern ihre Beratungen über das Budget unter den, Vorsitz des Vizepräsidenten Korell mit der Debatte über Kapitel 10, Staatseisenbahnen fort. Abg. Jvutz (wild) wünscht bessern Ausbau der Ober- hessischen Bahnen und fordert anstelle des Automobilverkehrs den Bau von elektrischen Bahnen. Abg. Wiegand (Zentr.) hasst, daß mit dem Bau der Bahn Benshcim—Lindcnfels auch das alte Projekt Fürth— Weinheim seine Erledigung finde, dessen Weiterführung nach Erbackl—Miebelstadt sehr zu erstreben sei. Sehr verbesserungsbedürftig feien auch die Zugverbindungcn Heppen- Heini—Worin?—Mannheim usw. Abg. vr. Osann (natl.) gibt dein Wunsche Ausdruck, daß man in Zukunft darauf Rücksicht nehme, bei dem Bau der Bahnen nicht so oft, wie bisher die Verkehrsstraßen zu bc- nutzen, dann könnten die bisher beklagten häufige» Unglücks- fällc vermieden werden. Bezüglich der Lohnverhältnisse der Eisenbahnarbeiter müsic in den letzten Jahren ein sehr erfreulicher Fortschritt konstatiert werden. Durch die neue Lohnordnung werde mit dem 1. April eine durchgehende Besserung einheitlich geschaffen. Unmöglich dnrchzuführcn - der Wiinsch der sozialdemokratischen Abgeordneten, de» ährigen Arbeitern gleiche Löhne zu bezahlen, wie den ren Arbeitern. Man müsse hier, wie auch bei den Be- .en nach dem Alter und der Beschäftigung einen Unter- :ed machen. Die Abgeordneten Berthold (soz.), Finger (natl.) und ißner! (soz ) bringen verschiedene Einzclwünsche vor. Abg. Schott (natl.) fordert, daß nian auch dort Bahnen baue, wo der Verkehr noch nicht zu Stande gekommen sei. Redner führt Beschwerde, daß die Bewohner der Orte Arms- belm, Flonheim rmd Wendelsheim zu stark zu den Kosten der Bahn berangezogen ivorden feien. Abg. Molthan (Zentr.): Die Wünsche der Riedbewohner bei dem Bau einer elektrischen Bahn durch da? Ried können hoffentlich berücksichtigt werden, doch müsse die Balm in Gustavsburg und nicht in Bischofsheini einmünden. Redner bringt noch den Wunsch vieler Unterbeamten, betr. die Vermehrung der Freikarten zur Berücksichtigung der Eisenbabn- direktion vor. Betr. die Revision des Eisenbahnvertrages, ist Redner nach wie vor der Ansicht, daß es nicht schwer sei, fest- zustellen wie weit s. Zt. vor Uebernahme der Hessischen Lud- wigsbahn deren Rentabilität derart künstlich geschmälert worden sei, daß die Teilungsziffer einen sehr nachteiligen Einfluß aus den Vertrag ansgeübt hat. Der Wunsch nach einer Revision werde besonders bei kleineren Ueberfchüsfen immer lebhafter kommen. Abg. Bähr (Bbd.) entgegnet dem Vorredner, daß er nach wie vor auf dem Standpunkt stehe, daß eine Revision not- wendig sei. Er kommt dann auf sein altes Schmerzensfind die Bahn Hanau-Büdingen zu sprechen und kann den Standpunkt der Regierung nicht verstehen, wclckw sonst nicht so rücklichtsvoll sei, wenn cs sich um Fcldbereinigungen drehe, daß sic hier auf die Wünsche von Büdingen Rücksicht nähme. Demgegenüber tverde die Gemeinde Langenbergheim, wel- cher durch die Regierung große Versvrcchuugcn gemacht iviirden, durch den jetzigen Zustand außerordentlich benach- tc,l>gl, hier müsse entschieden bald Abhilfe eintretcn. Viel- Ezchit la"» sich dies durch elektrischen Betrieb efiirlchkcu Da- yitut T«g«sze»»»z. AlUttwüch. »t» l l.Viärz 1 Ult mit könne man sicher viele Schwierigkeiten überwinden. Redner führt dann Beschwerde über die geringe Zahl von Ranck-erabteilungen in den v°Zllgen und Triebwagen. Der Eisenbahndirektion gebühre im übrigen Dank für ihr Ent- gegenkommen in vielen Angelegenheiten, doch laste sich nicht alles erfüllen. Redner bringt dann Beschwerden über schlechte Verbindungen auf einzelnen oberhesfischen Strecken, wie über den Verkehr mit Darmstadt. ^ Abg. vr v. Hclmolt (Bbd.) frag! stach dew Stand des BahnbaneS Friedberg—Ranstadt und betont dessen große Bedeutung für die beteiligten Orte. Er richtet an die Regie- rung die Anfrage, ob sie bereit sei, für den Fall, daß die Beteiligten sich auf den Bau einer elektrischen Bahn einigten, bei den Ständen die Bewilligung eine? enfiprechenden Staatszuschusses zu beantragen. Dann trist er entschieden für den Bahnbau Büdingen—Hanau ein. Die Regierung könne auf die »achstäglichen Bedenken von Büdingen nicht so viel Rücksicht nehmen, nachdem eS sich schon im Jahre 1006 mit allen anderen in Frage kommenden Orten zur Gelände- stellung bereit erklärt und die Gemeinde Langenbergheim durch die Verzögerung außerordentlich geschädigt sei. Büdingen werde durch die Bahn keinen Nachteil erleiden, vielmehr an Verkehr gewinnen. Er -rkundigte sich weiter, wann die Errichtung einer Güterverladestelle auf dem Bahnhof Erbstadt-Kaichen zu erwarte» sei. Zum Schlüsse bringt er verschiedene Einzclwünsche wor, insbesondere den, daß der Frühzug, der im Somnier in Friedberg um 6,30 Uhr ein- kifft, auch in Wintermonaten gefahren werden möchte. Abg. Fenchel (Bbd.) hat dem Wunsche der Regierung folgend, verschiedene Wünsche durch Eingaben vorgebracht. Hofft aber, daß er auch von der Regierung entsprechende Unterstützung finde und Beschleunigung cintrete. Dringend nötig sei die Errichtung einer Haltestelle in Lindcnsiruth, das viele Arbeiter nach Gießen zurückbringe und sich bereit erklärt habe, Gelände und sonstige Kosten zu tragen Sehr berechtigt sei der Wunsch eines Stationsgebäudes in Westerfeld. Wenn sich Dank der Regierung die Zustände ans der Butzbach—Lichcr Bahn gebessert hätten, müsse die Firma Lenz & Co. doch zur Schaffung besserer Anschlüsse angehalten werden, auch sei es nötig, eine lieber- oder Untcrfükirung in Lich herzustellen, damit die durch das viele Rangieren auf der Staatsbahn vorkommenden Verzögerungen aller Art verhindert würden. Ruppertsburg verlange an die Hauptlinie ongeschlossen zu werden. Im Uebrigen empfehle es sich endlich die Strecken Butzbach—Lich, Lich—Griinberg— Griedel—Oberkleen und Bad-Nauheim in die Eisenbahnge- meinschast zu übernehmen. Schluß Uhr. — Nächste Sitzung Mittwoch 0 llhr. Tagesülrerstcht. Deutsches Deich. :: Di« Beisetzung Kardinals Kapp. Gestern vormittag versammelte der Rus der Glocken aller katholischen Kirchen Breslaus eine große Trauergesellschaft in dem von Tannengrün und schwarzem Flor prächtig ausgeschmücktcn Dom. Zn den Längs-Ecitenschissen des Doms nahmen die Fahnenordnungen Ausstellung, im Mittelschiff die geladenen Gäste. Hier bemerkte »um als Vertreter des Kaisers den Herzog von Ratibor, als Verketer des Königs von Sachsen den Erbgrasen Schönborn- Elauchau, den Fürsten von Plcß, Oberpräsident Dr. v. Günther, die Regierungspräsidenten von Liegnitz und Oppeln, die Dekane aller Fakultäten der Friedrich Wilhelm Universität, kommandierender General von Fritzclwitz, General der Kavallerie Frhi. v. Pästbcrg, der frühere kommandierende General des 6. Armeekorps v. Woyrsch, der Landeshauptmann Frhr. v. Richt- bofen, Oberbürgermeister Matting, zahlreiche schlesische Landräte usw. — Kurz nach 10 llhr langte der Trauerzug aus dem fürstbischöflichen Palais unter dem Glockengeläut aller katholischen Kirchen und unter den Klängen des Miserere im Doin an. Den Zug erösfneten Chorknaben mit Leuchtern, denen Domherren, Prälaten, der Doinprobst, Wcihbischos Dr. Augustin und die übrigen Bischöfe folgten. Unter letzteren bemerkte man den Bischof von Paderborn, Dr. Schulte, den Bischof von Königsgrätz Otto Doubrava, den Bischof von Ermland Dr. Bludau, den Bischof von Luxemburg Koppes, den Bischof von <;-riida Dr. Schmitt, den Bischof von Hildcsheim Dr. Bertram, Weihbil-bof Dr. Litowsk, Posen, W-ihblschos Kloske-Gnesen u. s. w. Unmittelbar vor dem Sarge schritt der Kölner Erzbischof o. Hartmann, belleidet mit der schwarten Pluriale und schwarzer Mitra. Darauf folgte der Sarg mit der Leiche des Kirchen- lürstcn, geschmückt mit den priesierlichen und Bischofs-Znsignien. Am Kopsende des Sarges war der Kardinalshut befestigt. 12 Geistliche trugen den Sarg in den Dom. Hinter dem Sarge schritten die Nichte des Kardinals. Frl. Eckcrmann und der Neffe, Kaplan Bertram, Geheimsekretär Dr. Negwer sowie die Verwandten und Freunde des hohen Toten. Der Sarg wurde unter Orgelspicl vor dem Hochaltar in einem Katafalk seitwärts an der Gruft ausgestellt. Der Hochaltar und das Pros- bitcrtum waren reich mit Draperien geschmückt. Zm Deckenge- wälbe hingen reiche Euirlanden mit Flor behängen. Nach einem Präludium der Orgel bestieg Kanonikus Dr. Herbig die ebensalls schwarz drapiert- Kanzel, um die Trauerprcdigt zu halten. Der Trauerrede lag das Bibelwort zugrunde: Du wirst ein Prophet des Allerhöchsten genannt werde». (Luk. 1. 00 bis 70). „Ein Führer auf dem Wege des Heils, ein hoher Priester hat seinen Laus vollendet. Er war berufen, Licht und Friede» zu bringen. Er bereitete den Weg des Herrn und kühlte die Herzen zrun Heiland. Des Herrn Gnade sei mit ihm. Er hot sein Werk vollbracht und legt nun den Hirtcnstab nieder, um Gott zu danken. Er gibt seine reichen Talente seinem Herrn zurück. In schlichter Einfachheit, bald „ach der Priestcr- ioeihe, erschien er berufen, in höherer Stellung zu wirken. Das Arbeitsfeld in Fulda übernahm er in schlimmer Zeit und voll- brachic dort, was man erst i» Zahrzehnten hätte erhoffen kön »>u (t.r üti-'itnüm Ni» NU-gleichend- Friedcnotätioke-t. Bald __________________ ketre r trat er an die Spitze des deutschen Episkopats, nachdeii^H7 reit» die Aufmerksamkeit Leo XIII. und der vaterländisch., Behörden aus sich gelenkt hatte. Er verstand es, Licht ünt Frieden zu geben. Zn seiner Breslauer Diözese gründete , geistliche Bildungsanstalten. Diesen Anstalten widmete „ seine besondere Fürsorge und bat für sie bei der Allgrmeinh.-u mit Erfolg. Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenig. Die Zahl der Priester stieg zusehends. Der verblichene Kirchen sürst errichtete, vollendete oder erweiterte nicht weniger al:. Kirchen, Klöster oder Bildungsansialten. In selbstloser 5 ^ gebung setzte er seine ganze Persönlichkeit für diese Auszal, ein. Seinem starken Glauben entsprach auch sei:'.- Hefe Tu- gendhastigkeit. Zn den Kreisen seiner MZdijchöse wirkte dsist Tugendhastigkeil bezaubernd, sodaß man ihm bald die Leiiu. g der Bischosskonferenz Ubcrirug. Bestiminend war sein Einfluß der so viel Heil gestiftet hat, in ganz Deutschland. Er predig» die Einheit der Kirche und erweckte noch in seinem letzten Hir, tenbriese die Begeisterung von Papst und Kirche. Unsere Tanl- barkeit wird immerdar sortwandeln und darin gipfeln, indem wir seinen Spuren folgen auf dem Wege des Lichts und des Friedens." Gegen 11 Uhr erreichte die Trauerrede ihr Cnb.\ Hieraus legte Erzbischof Dr. Hartmann die Meßgewänder an. um unter Assistenz der Domherren Prof. Dr. Buchwald iw) Prof. Dr. Nickel ein feierliches Requiem zu cekebrleren. Dane, wurde der Sarg in die Ernst gesenkt. :: Keine neuen Militärsordcrungen. Eine Auslage de. Hirschsichen Telegraphenbnreaus an unterrichteter Stelle hat er geben, daß an der Meldung von einer beabsichtigten neuen zr« ßcn Militärvorlage,.die für artilleristische Zwecke sowie mehrung der Kavallerie eine halbe Milliarde fordern würde nicht» wahres ist. England. :: Eussragettenanschlag aus ein berühmte» Gemälde. Ein, Suffragette unternahm gestern ein sinnloses Attentat in de: Londoner Naiionalgalerie, das der Kunst einen unermeßliche, Schaden brachte. Sie zerhackte mit cinein Beil das beruh:,:: Bild von Belasquez „Die Venus mit dem Spiegel", das sich j:i 1000 im Besitze der Nationalgalcric befindet. Der Schaden i, läuft sich aus annähernd eine Million Mark. Es gelang d! Wärtern, die wütende Megäre zu verhasten, doch ist der Sch« den unreparicrbar. Bon, Balkan, :: Das Wahlergebnis in Bulgarien. Die amtlichen Stelle« publizieren soeben folgende Ziffern: Es haben bei den Wahle» erhalten: die Regierung 128, der Bauernbund 50, die Demokra- tcn 20, die Narodniaken g, die Radikalen 5, die Zankowisten 2 die zwei sozialistischen Fratkionen je 10, insgesamt die Opposition 117 Mandate. Die Regierung hat in Altbulgarien im zwei neue Sitze gewonnen. — Der Zuwachs kommt ihr fast ausschließlich aus den neuen Gebieten. Dir Zahl der Mandate da Bauernbündler ist von 48 auf 50 gestiegen, die der Demokrat«« no» 14 aus 30, der Narodniaken von 5 auf 9, der Zankowistc» von 1 auf 3. Die Radikalen haben ihre Sitze behauptet. Di« orthodoxen Sozialisten sind von 19 aus 10, die aemigigttn von 17 aus 10 zurückgegangen: ihre Verluste zeugen vom Abst- der Mißstimmung gegen den König. Vereinigte Landwirte Versammlung atu Donnerstag, de» 12. März, abends 8 Uhr, in Gvrrliedrrkach bei Höchst a. M. Redner : Redakteur H i r s ch e l - Friedberg. Zahlreicher Besuch willkommen. Sund der Landwirte. * Fauerbach v. d. H» I I. März. Wie wir das in Faner bach gewohnt sind, so hatten wir auch am letzten Sonme: einen gcsüllten Saal. Es mögen an 120 Zuhörer, auch aut den Nachbarorlcn Osthcim und Hochweisel gekonunen sein Den Vorsitz führte unser Vertrauensmann G g. B e rf c-r Herr Hirschel - Fricdbcrg verbreitete sich über die Vor tommnisse auf wirtschaftlichem Gebiet und unterzog naiuenk lich das Krankcnkassengesetz einer ausführlichen Besprechung Er fand allgemeinen Beifall. Nachdem verschiedene Aw fiagen gestellt und beantwortet wurden, fand die schön vr" tauscne Versammliing ihr Ende. Aochwasicr-Uachrichlcu. Tie anhaltenden Regengüsse der letzten Tage haben überall Hochwasser gebracht. Aus Wornis, Bingen, Koblcn? und anderen Orten wird gemeldet, daß der Rhein sciln User überschritten habe. Auch der Main ist bedenklich (! c stiegen, wenn auch eine Hochwassergefahr noch nicht versiegt In Ofienbach und Frankfurt sind die Keller der am Fluid liegenden Häilser überflutet und die gärtnerischen UsciM lagen überschwemmt. Bei A s ch a f s e n b n r g trat der Main auf nntel irdischem Wege in die Braunkohlcnzechc „Gustav" ein > im überschwemmte die Kohlenfclder. Der Betrieb wurde iK stört. Tie ausgedehnte Brikettfabrikation liegt auf esinsu Zeit still. Tie große elektrische Ueberlandzcntralc der 3-'"!- erleidet jedoch keine Eiiibnße. Der Sachschaden ist sehr b.- deutend. Die Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sickd'rh- ' bringen. j . Durch das Stauwafler des Mains ist die Kinzig ' l>! ^ der erheblich gestiegen und bat bei Rückingen und Lang:- selbold wieder alles unter Wasser gesetzt. Vo>i dem B-'b' dämm der Stockheim—Vilbeler Bahn sind durch das rat - Wachsen der Nidder große Strecken unter Wasier fl,K ' Durch das Hochwasser der Nidda haben sich 3" “O» l ' Seiten der Mai»-Weser-Bahn unübersehbare Wagenlu-u-,, gebildet. D» Ccntner Stroh. Die Versteigerung findet DienStag, den 17. d. MtS. morgcus 9 Uhr statt. August Schaubach, Bönstadt. Sisrk3883u1vmgten. äbxade in 5 und 10 Liter ausser dem Mause. „Steinhausser Gold“ „Mii'ncliner Franziskaner Leistbräu“ [das Restaurant Rheingold, tfftM>ttHJ Friedberg, Kai s er str. 128. KMbttg a. Rh., Villa Rhena, Töchter-Pensionat l».g.nab«r d.m RuTpait). jurHaushaltg,u.Wissenschalt. Sorf.Erzieh. u. Pflege, grdl. Ausb.i. Hauswirtsch,, Koch, bürg, u. f. Küche, wisi.Fortb, gepr.Lehr, Prosp, u.Ausk,d, Vorst,Fel. Paula Jaffa, staatl.gep r.Lehrerin MUmm Zitz- n. firgeniaarn Sparlivaarn SlappMrßiihlt Gloria-Mayr» rei ende Neuheiten größie Auswahl denkbar billigste Preise. I. Pfeffer & Metzendorf Frieeltoer/c I. 11. 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Während die österreichische Heeresleitung völlig versagte, Rillte die österreichische Politik wieder einen bedeutenden Erfolg. Metternich, der den Einfluß Rußlands und Preußens, wenn die Entscheidung des Krieges durch deren Truppen her- beigesiihrt wurde, fürchtete, wußte in dein am 1. März zu Ebaumont abgeschlossenen Bündnisvertrag die Bestirmnnng hurchzusetzen, daß keine der Mächte mit dem Feinde ein Son- derabkoiumen treffen oder einen Waffenstillstand oder Vertrag abschlicßen durfte. Dieser Vertrag sollre auf 29 Fahre gelten. Der bedauerliche Mangel an Selbstvertrauen Scbvar- senbergs und die geringe Unternehmungslust, die dem Obcr- stuninandicrende» anhastete, ließen die Hauptarmec, die mit stirer Ueberniacht Napoleons Heer erdrücken konnte, zu keinen nachhaltigen Operationen kommen. In einer Denkschrift vom 7. März legte Schwarzenberg seine seltsanien Be- dcnken klar, die im Grunde darauf hinaussiefen, die Blücher- sckvui Unternehmungen abznlvarten und Blücher überhaupt den Ausgang des Feldzuges zu überlassen. Au, 9. März batte die Hauptarmec einige Kämpfe vor Trope? und am 5. Mörz wurde diese Stadt von den Verbündeten zum zweiten Male besetzt, nachdem Macdonald es für richtiger gehalten, der Ueberniacht zu weichen. Napoleon, der mit Blücher abrcchnen wollte und am 4. März bei Brainc die erste Fühlung mit dem Korps Sacken von der Schlesischen Armee bekam, entwickelte eine rastlose Energie in jeder Weise. In überschwenglichen Aufrufen suchte er das Landvolk zu de» Waffen zu rufen, feuerte er die MaireS an, den Volksausstand zu unterstützen. Eine namenlose Wut packte ihn. als er erfuhr, daß Saissons von General Morean an Wintzingerode und Biilotv übergeben worden war; Morean sollte vor ein Kriegsgericht, wurde auch zum Tode verurteilt, jedoch das Urteil wurde nicht mehr vollstreckt, da inzwischen Napoleons Herrlichkeit zu Ende ging, Aui 5. März gelang es den Franzosen, Reine zu nehmen und an> 6. März ging Napoleon über die Aisne gegen Laon vor, um Blücher daselbst zu fassen, er fand aber bereits die Straße »ach Eckaonne von feindlichen Truppen besetzt. Am 2. März erhielt Blücher die Nachricht, daß Napoleon mit bedeutenden Kräften gegen die Schlesische Arniee heranriicke. Das war Blücher nicht unangenehm, weil dadurch die Hauptarmce entlastet wurde, Bor allem strebte nun Blücher die Vereinigung mit den Truppen Wintzingerodes und Bülows an, die zu seiner Hilfe von Holland her- angerückt waren. Am 4. März fand diese Vereinigung bei Saissons statt. Wie nicht anders zu erwarte», kam es am 6. und 7. März zur Schlacht bei Craonne, wohin Napoleon nnt seinen Truppen gerückt tuat. Der erste Tag brachte eine Anzahl Vorkämpfe, namentlich Neys gegen die Russen. Der zweite Schlachttag endete allerdings mit dem Siege Napoleons, aber dieser Sieg verlor für Napoleon seine Bedeutung. Iveil er von seiner ohnehin geringen Truppenzahl fast 8999 Mann einbüßte. Auch die Verbüni len hatten 5900 Mann Verlust, was jedoch bei ihrer Gesamtstärke von 110 999 Mann kaum ins Gewicht fiel. Diese Schlacht war eine der blutigsten der Kriegsgeschichte, ein Ruhmestag sowohl der französischen wie der russische» Armee: auf beiden Seiten wurde mit bewundernswerter Tapferkeit und heldenmütiger Zähigkeit gekämpft. Ans der Heimat.- * Gieße», 10. März. Am Sonntag zogen die ersten geflügelten Frühlingsboten, mehrere Züge Kraniche, über unsere Stadt ihrer nordischen Heimat zu. Alt und Jung freut sich, wenn nach dem langen Winterwetter, das diesmal auch eine andauernde Kälteperiode brachte, die Anzeigen des neuen Lenzes sich mehren, wenn auch unsere gefiederten Sänger sich jetzt wieder einftellen und am 12. April die ersten Schwalben über der Lahn segeln und ihr munteres Gezwitscher hören lassen. Haselnuß und Weidenbaum stehen schon im Blütenschmuck und wenn das Wetter heute auch regnerisch und stürmisch ist, so kann dies unser fiohes Hüffen nicht beeinträchtigen, es bestätigt vielmehr des Sängers frohen Lenzesgruß, Der Frühling naht mit Brause», er rüstet sich zur Tat, und unter Sturm und Sausen, keimt still die grüne Saat. Die Seemöven, welche iin Nachtvinter dem Laufe der Ströme entlang ins Land ziehen und mit ihren weitgespannten Flügeln und ihrem schneeweißen Gefieder das Entzücken der Zuschauer erregen, wenn sie stolz aus der Wasserfläche schwimmen und sich dann plötzlich in die Lüfte erheben, sind in den letzten Jahren Nicht mehr nach Gießen gekommen. Dagegen haben sich die Kibitze, welche früher nur auf den Wiesen zwischen Rödgen und Gießen und an der Vadeuburg anzutreffen waren, jetzt auch in dem Gießener Felde, »anientlich an der Lahn, ansässig gemacht und im vorigen Herbst konnte mau Schwärme sehen von über 1990 Stück, welch« sich in der Lust, ähnlich den Krani- chen, ihre Kreise zogen, _ * Gieße», 10. März, Die Kunstausstellung am Brand hatte sich am Sonntag eines großen Besuches zu erfreuen, waren doch außer den Bildern von llöbelohde. Biedermann, Bader und Hermann Keil, welcher kürzlich seine Studien hier beendete und jetzt nach Paris übergesicdelt ist, die Werke eines der hervorragendsten Vertreters des Futurismus Franz Marc ausgestellt. Wenn jede neue Richtung auf dem Gebiete der Kunst ihre Gegner hat, so ist es gerade bei dem ersten Auftreten der Futuristen nicht zu verwundern, wenn sich diese Gegnerschaft besonders bemerkbar macht, denn noch immer hält man dasjenige Kunsterzengnis für das Beste, das in seiner Darstellung der Natur ain nächsten komnit. Wenn wir nun plötzlich vor ein Bild treten, das in saftgrün, blau und knallrot prangt und auch noch Gestalten answeist, die man ähnlich wie bei einem Vexierbild erst suchen muß. ehe sie erkennbar sind, dann ist cs wohl nicht zu verwundern, daß die meisten ob solcher Kunst die Köpfe schütteln. So hängt hier ein Bild, das den Eindruck erweckt, als ob einzelne Bündeln vierkantiger Hölzer in weiß, rot, grün- und blau kreuz und auer darauf gestellt und geworfen seien: auch wenn man einige Schritte zurücktritt und wieder betrachtet, hat man dieselbe Auflassung. Man muß sich also auf dem unter dem Bilde befindlichen Zettel orientieren und richtig, da stets, dieses Kunstwerk stellt ein Gebirg dar. Während den, betrachte» zwei Danien von ferne das größt« der ausgestellten Gemälde. „Mama", sagt die jüngere, „dal ist ein großes Sckuff im Sturm und der dicke Stamm, der schräg durch dasselbe geht, ist gewiß der Mastbaum." Di« Maina wird aus dem EhaoS trotzdenr nicht recht klar, sie gebt näher, betrachtet den Zettel und „Gott bewahr, das ist ja ein Wald", gibt sie verwundert zurück. Nicht alle Bilder sind f» ganz undeutlich, wenn auch hier und da noch Zweifel bestehen zwischen einem Kälbchen und einem Wolf, aber wen» uns Pferde in blauer und grüner Farbe entgegentreten, wenn der Himmel grün und das Gras bla» ist und die Wurzel des Pferdcschweifes viel dicker ist, als sein unteres Ende, dann auä, deijeuige eri'.aunt, der kein ansgc'prochener Zum Pfiugeiseu. Roman von M, Prlgge-Brook. 1.1 (Fortsetzung). Al? der Doktor und seine Frau nach vierwöchiger Abwesenheit endlich heimkehrten, saß Heinz auf Tante Rose- riaries Arm. Der kleine Schelm erkannte die Eltern nicht und es dauerte eine Weile, bis es Mary gelang, ein Küßchen zu erhaschen. Gekränkt wandte sie sich ab. Die Tante entführte triumphierend ihren geliebten Jungen und vertröstete Bruder und Schwägerin, wie sie sie getröstet: „Er wird verständiger werden!" Der Kleine fühlte sich jetzt im Oberstocke ebenso heimisch wie unten. Zu Rosemaries Freude blieb es auch so, als er die Eltern längst wieder erkannte. Mary gönnte ihr das Glück, Sie saß jetzt wieder mehr bei ihren! Mann und sah ihm bei der Arbeit zu. Er setzte große Hoffnungen auf das Gelingen der Artikel, sollten sie seinen Namen doch der Ocfsentlichkeit bekannter machen. Der neue Verlag bot günstige Chancen. Im Vorsaal trat Doktor Heinz der Schwester aufgeregt entgegen. „Denke Dir", sagte er glücklich, „Professor Liebmann bietet niir die Dozentenstelle bei ihm in Bonn an. Ist das nicht ein großes Glück?" „Du willst nach Bonn?" rief sie erschrocken. „Das kann Dein Ernst nicht sein." „Denkst Du, ich werde ewig hier bocken und zuschcn, wie man mich vergißt," unterbrach er sie leidenschaftlich. „Ich gehe, Bonn ist der rechte Ort für mich. Endlich kann ich dort zeigen, >vas ich gelernt habe." i „Und unser Haus?" fragte Rosemarie leise. „Das bleibt auf dein alten Fleck, Mein Schwesterchen vertritt die Firma. Wir kontrollieren Dich von Zeit zu Zeit," S«s«e scherzhaften Worte taten der Schwester weh. Sie ßiiff nach seiner Hand. „Geh' nicht fort, Heinz, um Deines Kindes willen!" bat sie. „Seine Heiniat muß inc Pflugeisen sein. Wie kann er lieben, was er nicht kennen lernt, was nicht zu seinen! Herzen spricht? Geh' nicht, Heinz!" „Ich komme iviedcr! Die Ferien dauern lange. Heinz tvird sich, wenn er größer ist, nach seinem Pflugcisen schnen. Einstweilen denke an mich Ich muß mich betätigen, inuß vorwärts streben, wenn ich glücklich sein will." Sie trat an ihm vorbei in das Zimnier, in dem der Professor neben der schönen Hausfiau im Sofa saß. Rjary stellte vor. Die Schwägerin erwiderte den liebenswürdigen Gruß des bekannten Gelehrten durch ein hochmütiges Kopfneigen: stumm nahm sie Platz und wartete, bis Liebmann sprechen würde, tvas er trotz ihrer Abwehr bereitlvilligst tat. „Ich muß Ihnen Ihren Bruder abspenstig niachen", entschuldigte er sich liebenswürdig. „Ich hosfe, Heinz bleibt hier", antwortete sie ablehnend. Der Professor entwickelte seine Gründe, lobte den Doktor über das Bohnenlied und schloß damit, daß er keinen liebe- ren Wunsch kenne, als ihn, seinen Schüler, zu seinem Nachfolger heran zu ziehen. Marys Augen leuchteten. Sie war unsäglich glücklich. Der Gedanke, dieses düstere Hans, das ihr nie eine Heimat geworden, verlassen zu dürfen, ließ sie die Zukunft in dem sonnigsten Lichte sehen. Leider ivar Heinz' Arbeitskraft nicht mehr die von einst. Er hatte sich auf der Reise nicht erholt und fühlte sich matt ipid müde. Vor Mary verbarg er seinen Zustand. Sie sollte sich nid>t sorgen. Er sorgte ja auch nicht, höchstens, da ihn die stetig zunehmende Schtväche ärgerte und beschämte. Zum Müdesein wirr er noch viel zu jung: noch hatte er die erste Staffel auf seinem Wege nicht erreicht und schon sollte er Nachlassen? Gewaltsam bezwang er sein Empfinden, arbeitete angestrengter denn je, doch ohne rechtes Gelingen. Der Sommer zog ins Land. Rosemarie saß im Garten, den Wagen mit dem kleinen Heinz neben sich, die Kinderfrau abseits auf einem Schemel, in die Wirrnisse ihrer Woll- strickcrci vertieft. Der Kleine plapperte nach Kinderart, glückselig hört, die Tante ihm zu. Sic war inimer selig, wenn sie ihn für sich allein hatte, und er sich ihre Unterhaltung gutwillig gefallen ließ. Das Psörtchcn klirrte, Mary trat ein. Elastisch schritt sie auf die Gruppe zu. „Bringen Sie Heinz ins Haus", gebot sic der Alten im Borübergehen. „Es ist Besuch da." „Besuch?" fragte die Schwägerin, ohne sich umzusehen, scharf. Sie liebte es nickst, wenn die Verwandten den Oberstock umgingen, um bei der jungen Frau einzukehren. „Professor Liebmann aus Bonn", antwortete Mary lakonisch. Sic war zu ihrem Bübchen getreten und herzte und küßt? den lieben Schelm. „Was will der Frenide?" fragte Rosemarie erregt. Sie wisse es auch nicht, versetzte Mary unbewegt. Die Ruhe der Schwägerin reizte Rosemario und daß si« sie nickst aussorderte, initzukommen, war ihr ein Anlaß zu neuem Groll. Sie konnte sich nicht Helten, sie mochte Mary nun einmal nicht! Die Alte schob den Wagen mit dem Kinde ins Haus, Die Mutter folgte. Rosemarie blieb einsam zurück. Es litt sie nicht mehr ini Garten. Der Gedanke an den Besuch erregte sie. Was wollte der Fren-de und warmn verheimlichte man ihn ihr? Verstimmt ssieg sie in ihre Wohnung hin- auf, in der sie momentan allein hauste. Luise und Erna waren noch nicht zurück. Die alte Monika brachte ihr eine Einladung zu Tisch. Im ersten Augen- blick lehnte Rosemarie gekränkt ab. Doch dann besann sie sich, daß sie erfahren müsse, >vas den Professor hergef.ihrt habe. Sic rief die Alte zurück. i,Sage, daß ich kommen werde." (Fortlctzung sotgtl Nr. s» Feind des Neuen ist. Ob die Futuristen mit ihrer Kunst dnrchdringcn, ob ihnen, wie ihr Name ondcutet. die Zukunft -whöron wird, darüber will ich mich jeder Prophezeiung enthalt,,i. Aber töpfere Leute find sie, das ist unbestritten, denn nicht jeder wird es wagen, sich einer Kritik so mannhaft hin- 'listclleu. * Lich, 10, Vläx z. In den Ortsnetzen der etektriichen ^»MWMWcder Provinz Obcrhessen scheinen sich noch I^Mcr Fehler öeinerkbar zu machen. So brannten am Samstag wieder die Hälfte der städtisclicn Straßenlaternen nicht. Die Hauptkreuzungspunkte wriren deshalb wieder in Dunkel gehüllt. Bis wann wird dieser Nebelstnnd beseitigt sein? * Lich, 10. März, Die Feldbereinigungsarbeiten in der Gemarkung Lich haben schon vor einiger Zeit ihren Anfang genommen. Durch den sogenannten Festungswall nahe dem Stadtturm ist bereits ein neuer Weg mit Anschluß an die Ohlegasse halb fertig gestellt. Weitere neue Wege sind schon in Angriff genommen. * Lich. 11. März. In der katholischen Kirchengemeindc Lich hat sich seit etwa drei Wochen ein Kirchengesangvcrein gebildet. Die Gesangstunden finden alle Freitag in der katholischen Kirche statt. * Frankfurt n. M„ 11. Marz. In der Langestraßc über- siel gestern Abend ein Bursche ein junges Mädchen und suchte ihm das Handtäschchen zu entreißen. Glücklicherweise konnte er zur rechten Zeit verscheucht werden. Die Ueberfälle auf offener Straße niehren sich seit kurzem in bedenklicher Weise. * Frankfurt n. M., 11. März. Eine hiesige Erzieherin entwendete ihrer Herrschaft in Wiesbaden mich und nach für •1600 Wertsachen und unterstützte mit dem Erlös aus die- jen Sachen ihren stellenlosen Bräutigam. Das Gericht nahm mildernde Iluistäirde in weitestem Maße a» und verurteilte das junge Mädchen zu zwei Monaten Gefängnis. 4 Franlsurt a. SM., 11. März. Ein junges Mädchen aus Kit» übergab vor drei Monaten sein Kind einem angebliche» -adrikantenehepaar aus Zürich a» Kindcsstatt, und bezahlte »gleich einen einmaligen Erziehungsdeitrog van (500 Mark an die Leute. Die „Züricher" gaben das Kind jedoch sofort anderweitig in Pflege, da es ihnen nur um das Geld zu tun war. Sic wurden jetzt ermittelt und wegen Betrugs verhaftet. Es handell sich um den Eisenbahnsekretär a. D. Haus Lettner und Frau ged. Rau aus Würzburg. * Frankfurt «. Bi-, 11. März. Ritt Meister a. D. Bau mann aus Eichrhos bei Hersseld hat das am Main belegen« (6ut Sommcrhos aus längere Jahre gepachtcl. Er wird hier ein G« srut aiUegcn, das Raum für etwa 60 Zuchtftute» bieten soll. — Aus Grund einer Darmstädier Verbots hat das hiesig« Polizei- präjidtuu, auch für Frankfurt einen Experimcntalvortrag von Helene Odilon und Dr. Radwan über „Ilnheimlichkeiten aus dem Reiche der Mystik" verboten. Als Grund gibt die Polizei an, Latz di« Versuch« gccignrt sein, an dt» Berjuchrobjekten schwere gesundheitliche Schädigungen heroorzuruic». * Frankfurt a. SM., 11. März. Das diesjährige Kaiser - manöver mit seinen mehr als 200 000 Teilnehmer stellt die hi« sigc Eisenbahndirckiion vor autzerordeniliche hohe und schwierige Aufgaben. Z»r glatien Abwicklung des Ricsenvertehrs ,i»d insolgkdeffen schon die umsaffendsten Vorbereitungen in die Wege geleitet. Eine am Samstag abgehaltcne Konferenz von Vertretern der Eiscndahndirektion und höheren Offiziere» l er Vcrkebrstruvpen entschied sich nach einer eingehenden Orts- bcfichiigung für den Bahnhof Kinzenbach zwischen Wetzlar und Staufenberg als rin« der Hauptstationen für dir Trnppenver- ladungen. Von hier sollen besonders die großen Kavallerie- ,nassen wegtransportiert w«rd«n. Der Militärsahrplan sieht sär die Rückbeförderung der Truppe» im Bereiche der Eisen- dahndirckfton Frankfurt allein 600 Sonderziige vor, die innerhalb zweier Tage abgelassen werden sollen. Ilm dieses Merk iechnisch zu ermöglichen, wird di« Einstellung des Güterverkehrs während dieser Zeit sehr in Erwägung gezogen. Mit dem Ausbau der kleinen Station Kinzenbach zu einem Militärbahn- hef wird bald begonnen. * Zeilsheim, 11. März. Eine 63jährige Frau, die fich erst vor 14 Tage« verheiratete, ist bereits des Ehejochs niüde geworden, hat ihr junges Glück und den Gatten verlassen und ist pil einigen Tagen mit der Mitgift ans »nd davon gegangen. Aus aller Welt. Bcrgmannslos. Aus der Z«ck>e „Maximilian" in Mar, bei Dortmund wurde durch «inen plötzlich erfolgten Einsturz von Kohlenmasken drei Dcigelcnt« verschüttet. Zwei konnten gerettet werden, der dritte blieb tot. — Im unterirdischen Betrieb dcr Zech- „Kön-g-grube" in Röhtiwgshause» wurde,, 2 Berg Hut« durch niedcrgehendc Gesv-insntossen verschittlet. Sie tonn, ien nur als Leichen geborgen werden. Aus Kram in den Tod. In Budapest hat sich ein trauriger Vor,',,» abgespielt. Der 30 Jahre alte Univerfitittsoflistent Dr. Mio such vergiftete sein« beiden W, und VA Jahve alten Kinder mir Eixankali »nd erstboß sich dann selbst. Aus hinter lassenen Papieren geht hervor, daß der Unglückliche die Tai aus Kram über den vor zwei Wochen erfolgten Tod seiner Frau b «ganzen Tätlicher «utonnsall. Einer Meldung aus Madrid zufolge bat dcr K-af San Martin, der Bruder de, Herzogs von Sanft Mauro in der Nähe von Zrezuras, wo er ein« lebhaft« Sllahl- !a-„pag»e betrieb, bei einen, Autoniobilunfatt den Tod «fun den. Der Führer wurde schwer verletzt. Schweres Berbrechen an »r ftanzöfljchen Kreuze. Einern ichrciklichen Verbrechen ist man, wie aus Perpignan bei Poris gemeldet wird, in Enfa de lg Salva nahe der französischen 011 > bi« Spur gckgminen. In einer Scheune wurde der Bauer Miljar crdroffell ausgesuilden. Außerdem wieg der Leichnam zwei schwere Wunden an, Kopse ans, Di« Frau d«s Cimocdcte,! „nd sein eigener Bruder, di« in unerlaubte» Be. z-ehungen zueinander standen, wurde» verhaftet. Beide haben schließ,!ch gestanden, daß dcr Binder auf Wunsch der Ehefrau die ».nt verübt bot Der Ermordete nmri* im Schlaft iiberfal- N«»c Tageszeitung. »Itttwo», «en u. März 191J. len. durch mehrere wnckstig« Schläge betäubt und dam, crdros fett Der Mörder erklärte die grausige Tai damit, daß brr Bruder ihm 200 Pesetas schuldete, dft er sich weigert«, zuiückzu- zahlon. Familieuiragödie. Im Hause Wcbskystraße 18 in Breslau hat sich ein gnmiliendrama abgespielt. Der Arbeiter B. Flem ining, dcr seit einiger Zeit beschäftigungslos war, hat sich mit seinen beide» Töchtern im Alter von 14 und 17 Jahren »nd einem ungefähr 15jährigen Cohn vergiftet. Die Leichen lagen sonntäglich gekleidet auf einer roten Steppdecke, die am Boden lag. Die Mädchen hatten Photographien mit Totciikäpsen aus der Brust liegen. Di- Entdeckung der Tat geschah durch grau Flemming, die die Wohnung mit zwei Kinder» vertäfle» hatte, um bei einer bekannten Familie zu übernachten. Die Art des Giftes, mit dem sich Vater und Kinder vergiftet haben, konnte noch nicht festgcstellt werden. Der 15jährige Sohn war Lehrling in einer Breslauer Drogerie; er kehrte vormittags gegen halb 11 Uhr vom Geschäfte zurück und hat wahrscheinlich das Gift von dort erst mitgebiacht. Turmriastcirz. Ein 84 Meter hoher Turm, der sich neben dem Rathause in Lille befindet, ist in Brand geraten. Im Erdgeschoß befindet sich eine Halle, die die Stadtbibliothek mit 10 000 Bände» und ein wertvolles Archiv enthält. Sie sind von dem Brande bedroht. Bier Baucrnanwese» durch Großscuer vernichtet. Aus Dah- lcnheim wird gemeldet; Ein Großscuer äscherte vier große Vauernauwescu vollständig ein. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht festgestellt; der Schaden ist außerordentlich groß. Schwere Brandkatnstruphe in St. Louis. Eine schwere Katastrophe, deren Folgen noch nickst abzuselien sind, hat sich gestern früh in St. Louis ereignet. Das acht Stack hohe Ge- bäude de? Mijsouri-Athletik-Clubs ist völlig uiedergebr.rnnt. Das Feuer griff schnell um sich uud zerstörte da? Treppen- werk des Gebäudes in kurzer Zeit, so daß den Bewohnern der oberen Stockwerke, die noch im Schlafe lagen, der Weg vollständig abgeschnittcn wurde. Bis- jetzt werde» etwa 100 Personen vermißt. Den Arbeiten der Feuerwehren gelang eS, bisher sieben Leichen zu bergen. Gasexplosion i» de» Straßen von Newpork. Vier heftige Gasexplosionen erschütterten gestern die Gegend um das Flatiron-Gebäude. Im Umkreis einer Meile wurde das Straßcupjlaster aufgerisscu, Straßenbahuwageu wurde» r>»s den Schienen gehoben und umgeN'orfen, ebenso wurden mebrerr Aittomobile auf die Bürgersteige geschleudert. Secks? Wolkenkratzer kamen ins Wanken »nd mußte» gerät»,,: wer- den. Die Ursache der Explosion rft darin zu suche», daß bei den Ausschaiiitungsarbeitcii der neuen Uutergrnndbad» Wasserleitungsröhren platzten, und daß sich große Wasscr- mengcn stauten und auf die Gasleitungsröhre» einen Druck ausübtcn, so daß sie platzten. Mehrere Personen wurden bei den Erplosioncn verletzt. Ein Stettiner Danrpser „»tergegangen. In, Golf von Biscaya, in den, vor kurzer Zeit der Stettiner Dampfer „Siegcnia" schwere Havarie erlitt, ist jetzt ein zweiter Dump fer mit Mann und Maus »ntergeganae». Ter der Reederei R. Retzlasf gehörende Dampfer „Heinrich", dcr an, 20. Febr. am Kap Finisterre hätte sein inüfsen, ist bis heute im Mittel- nicer nicht eingetrofsen. Do» dem Tanipfer fehlt jede Nach- richt. Wahrscheinlich ist er den schweren Stürmen im Golf von Biscaya zum Opfer gefallen. Die Königliche Sängerin T»x bcstohlcn. Ans der Ileber- sahrt von Lmrdon »ach Blissingen ist die Königliche Sängerin Fra» Claire Dur uni ihre gauzc Barschaft von cttva 24 000 M bcstohlen worden. Frau Dux ist durch diese» Diebstahl in solche Aufregung versetzt worden, daß sie ei» Gastspiel, das morgen in Rußland statifiuden sollte, aufgc- gebcn hat. Schrrckeusszciic i» ei lern Zirkus. In, Zirkus Charles hat sich gestern ein aufregender Vorfall abgespielt. Während der Vorstellung in Gelsenkirchen fiel ein wütender Tiger den Bündiger Wagner an und verletzte ihn durch Bisse am Arm erheblich. Nur mit vieler Mühe konnte dir Bestie vo» ihrem Opfer verscheucht werden. Tie anderen Tiere der Gruppe verhielten sich Ivährend des Vorfalles ruhig. Gekchiiflliches. Das bctifbtc Jugend -Moden Alb»,» für 1011 verbunden mit reichhaltige», Wäschcbnch ist zuni Preis, von 00 Pfg. im Verlag dcr Internationalen Schuittniauusaktt,r, Dresden, soeben erschienen. Es ist in seiner äußeren wie innere» Ausstattung als ei»« vorzügliche Leistung der deutsche» Mode-Liter,ittir zu bezeichne». Entzückende Kindcrgestaltc», die bei allem inodische» Schick sich in reizvoller Natürlichkeit präsentieren, beleben die Seite» des Albums. Für alle Altersklassen sind die Modelle vertreten „nd keiner Mutter wird es schwer fallen, fiir ihre Lieblinge die rechte Kleidung darnach zu wählen und in sparsamer Weise selbst zu schnci- dern, denn für alle Vorlagen sind die vorzügtickwn Favorit- Schnitte erhältlich. Zu beziehen durch die hiesige Vertretung, Ziriuci; Ir. Weber, Friedberg (Hessen). BereiniSt« Stadtlheater Frankfurt a. M. Opernhaus. Donnerstag, de» 12. März, abends Halb 8 Uhr: „Ton Juan". 18. Vorstellung im Donnerstag Abo»,,, Gew. Pr, Freitag, den 13. Mürz, abends 8 Uhr; Volksvorsteklung bei ermäßigten Preisen; „Othello". Außer Abomi. Samstag, de» I I. März, abends halb 8 Uhr; „Der Larre gidor". 20. Vorstellung im Samstag Al»,un (0ew. Pr. Schauspielhaus. Donnerstag, den 12. März, abends 8 Uhr; „Robert «ft» Bertra»,". Außer Abo»». Große Preise. Freitag, den l". März, abends 8 Uhr; „Wie einst im Mai". Außer Abonn. Ge,»ähnliche Preise. Samstag, den 14. März, abends 8 Uhr; Vorstellung ,m Samstag Abonn. Gew. Pr. Spiclplan des Stadtthcatcrs in Girtzeir. Mittwoch, den ll. März: „Die Hochzeit des Figaro-, Donnerstag, den 12. Mär,, abends 8 Uhr in Marburg - ..Rösselsprung". 17. Vorstellung im Abonnement. Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr:- „Dcr Widcrfpensft. gen Zähmung". 18 . Freilags Abonnementsoorstclliing. cSrw Preise. Sonniag, den 13. März, nach», halb 4 ilhr; „Das Mnfikan tenmädel". Kleine Preise. — Abends lpilb 8 Uhr: „D,c Schmetterlingsschlscht". Kleine Preise. . f"---— ^ Zm rtffnnd?« Äorper rin Wer kennt sic nicht, diese goldene Levens- regel der Römer, die durch Iahrhitnderte ihre Geltung behalten bat? Wer geistig frisch und rege bleiben, wer etwas tüchtiges leisten will, für den ist ein kräftiger, fester Körper die erste V! Rolwctzdigkrit. der- innst Mnstckn und Knock-en ! io starr haben, daß sie erwas veriragc-n können. Bei allem ums man tut, dies zu erreichen, wird das Einnebinen von Scotts Emulsion sehr rat- sa,n sein. Dieses leichr verdauliche, auch von Erwachsenen gut zu nehmend« Krttstigungsmiltel enthüll in seinen Bestandteilen — hauptsächlich Lebertran mit Kalk- und Natronsalzen — für Muskel und Knochcnbikdung wichtige Rohstoffe, welche in der Form von Scotts Emulsion auch voll ausgenutzt werden. Scotts Emulsion regt die Efllust an, bewirkt Zunahme des Gewichtes icnd fmrxö in Hand damit ein« allgemeine körperliche Ertüchtigung. Man achte aus di« bekannte Schutzmarke. ?er mit dem Dorsch! „Römerbrunnen Hervorragendes Tafelwasser. Kursvericht sei 10. März 1914 d«r Mitteldeutschen Crrditbanl, Altienkapital >,. Reserven M. 70 000 08« gegrnndel 1856. Frankfurter Bors«. 4°/« R-ichsanIcih« 9« 45'c. 86.05 3V. . 77 25 3'/.'/. Pre»ß.ü«„sols 86.20 3 •/, „ . 77.20 4«/. Hetzen 97.- 37,'/. . 84 2Ü 37. „ 74.50 47» Cefterr. Gotdrcnt- 88.4.> 47» 7» „ Sitberrenle 86.60 4 7, Ungar. Goldrenle 83.10 3 „ „ lironenrente 82.30 4 „ Pornigicsen Srric I 83.— 4 „ „ „ 111 64.50 3 7,7, Russen o. IE 98.70 4 7« „ „ 1902 80.50 4 7,7, Japaner 91.20 47» Türken oon 19'13 86.60 47«Ad»rinistr. Tiirft» 7-,.HO Türkenloose 2)1. 168.80 17i,'/» Griechen v. 1SU0 53.30 17,7» Monopol-Griech. 52.— 3"/o 2tz,e„.-Air. Pr. Alii. 67.10 37« Cilb«r-2Iiexika»er 4 t .tz Mer. Irrig, A»I. 4 7,7» Chinesen BUdernS E. - W. ?Ict. Schuck. Cteklr. Ges. „ 69.- 91.80 113.— 1512/. Cschweiier Bergw. , 2i»chumer Gußstahl, 221.507, 224.50 ÄeifeukirchBergw.Akt. 193.7, Nertiner Handels Ant. 162. ._ Deutsch« Bank Akt. 258.— Diel. Kommandit 2lnt. 197.7, Dresdner Bank Akt. 158 25 Lei lul.Hondeist.Att. 20Ü.25 llusüVankf.a.H-'nd.A. 173.50 Zchotttung C. B. AU, 139-7« Baltin ,ok “-..Pfe. Kanada Paeisic Akt. 211. U rinee Henri C. B.rikt. 159.7, M. 167.7» »iirkcnloose Harpeucr Bergbau , Hunibg. Amt. Pak. „ d'tordd. Lloyd „ Berliner Handels Ant Mitleid. Credirb. Akt Dannsrädt. Bank „ Deutsche Bank „ Dealsch-AsiatischeBank 127.— Diskonto Ä«nni. Ant. 197.7» Dresdner Bank Akt. 159.— Lest. Creditanst. Akt. Lombarden „ Lisch-UberseeC.G. „ Ocsterr.Staasdahi, „ Höchst. Farbwerke „ Cye,>u Fabr. Albert „ Rutgerswerkc „ Cteaua 2!ou,a»a Phönix Brrgb. „ GtteLyei», Elektron „ Zellstoff Waldhos „ ----- .Yolzverlohlttugs-Jiid. 319.75 Laurnhüte „ 160.— Privaldiskout „ 3.7, Tendenz; schwach. Berliner Börie. Hvhenlohciverft Akt. 12t — Demsih-Luxcmb.B.Slkt. 141.75 Lonruyiilte Akt. — Oberschlesier 'S. Akt. — Phönix Bergbau Akt. 89.7» Roaiüacher Hütte „ 24050 GelseiikirchenBergw. A. ,63.25 Harpener Bergbau Lkt. 185.— Allg.Elek.Gcsellfch.Llkt. 247.25 Siemens u. .HalskeAkl. — Tendenz: schwach. 185.25 141.7, 125'., 162 50 124.25 123.7, 258.7, 206.25 22.7, 177.7, 155.'/, 674- 455— 201 50 150 20 240.7, 268.- 225.50 ltchison Topcka couchern Pacisik „ rhrcago Rock Lot. „ lliiss.Kons.u.T»z.R. „ Inion Paciüc. „ l. S. Steel Coninwn,, Londoner Borir. Toll. 98.7, 95.7, 5.- lr.76 160.56 «77- AmaigamateüEopp. Doll. Gharrerrö Coinpai», Lftr. East ano Pmpiietar, „ tlwldsields . Rand Minrs „ De Bcers Eonsoiid „ 74.'/. 0.93 2.91 2.31 5.75 10. Ja Die DtPofttkAkalie Fr-r-bkr- i. e,„ p fiel,tt sich zur resiüHlluiiR alter (nnkm»8tlgeii In und Bette», von Wertpapieren an alten D»k!e,c iirichtnug taufe», e. Rcgp-uiuren und piooislonslrcie' -w«»' lmwcchsiang von Eoupoiu- und Tottcn. lnncrsrme von «ffeneu nnÄ -s.^'potL» xntgtgennühme r-erzi-tslicher Spar-Eininge^. r-Lor.ti,