Nummer 52 Dienstag, den 5. Nlärr 1914. 7. Jahrgang? .Ci« „iirur Eagr»»rit»ng" erscheint jeden Werltag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer an» Kessen", „Die Kplniissnbe". Keiugaprei«: Bei de» Postanstalten viencliährlich Pik. I.SS bei de» Agenten monatlich 5V Psg. hinzu tritt Postgebühr ober Trägerlohn. An>eigcn: Erundzeile 20 Psg., lolale 15 Pjg„ Anzeigen von ausmäris werden durch Postnachnahme erhoben ErMungsort Friedberg. KchrMleituag and Verlag Friedderg l Hessen), Hanauerstrasti 12. Fernsprecher 48. Postschest-Lunl» 91r. 48.',«, Am» Fronllur« o. M. Ueb erficht. r — Wie soeben bekannt wird, hat die reichsländische Re- girrnng für ihre Beamten ein Verbot erlassen, wonach diese der Liga zur Verteidigung Elsaß Lothringens nicht bertreten dürfen. — Prinz Mahidol von Siain tritt von, kommenden Frühjahr ab zu seiner Ausbildung als Seeoffizier in die deutsche Flotte ein. — Gestern abend wurde am Sterbelager des Kardinals Kapp folgendes Bulletin ausgegeben: „Der Zustand ist hoff- »aagc-los. Das Leben des Patienten zählt nur noch Stun- brn. Tie Agonie ist bereits eiugetreten." Auster dem Geheimsekretär vr. Aegiver weilen noch Wcihbischof vr. Augustin-Breslau und Kamerialsckrctär vr. v, Pohl an dem Sterbelager des Kardinals. — Ein zweiter hoher Kirchcnsürst ist gefährlich erkrankt. Im Befinden des Bischoss von Osnabrück, Vr. Hubertus Post, ist gestern eine Verschlimmerung eingetrcten. Das Ableben des Bischofs, der an Kollaps leidet, wird stündlich erwartet. — Die norwegische Bark „Tasmar" ist in der Ostsee gekentert. 13 Mann der Besatzung sollen hierbei den Tod gcsuudc» haben. — Aus der Garnison des 11. Alpenjäger-Regimentö »Frankreich) wird ein neuer Todesfall infolge Lungentenzün- dung innerhalb 10 Tagen gemeldet. Mehrere andere liegest schwer krank darnieder. Auch in der Garnison von Montpelliers lästt der Zustand noch immer zu wünschen übrig, seit dem 1. Februar find beim 81. Jnsanterie-Regim-nt 19 Todesjälle zu verzeichnen. — In den Vereinigten Staaten wütet ununterbrochen seit Sonntag früh ein Schneesturm. Der Verkehr Im ganzen Oste» ist ins Stocken geraten. In Rewyork und anderen Städten sind die Telephon und Telcgraphcndrähte gerific». Zeh» Personen sind bis jetzt umgekommen. Man plant, den Armen Obdach in den Kirchen zu geben. Der Bahuvcrkchr Westen und Süden ist gestört. — vr. Wenzeslaus Braz und Urbano Cantos find gestern zum Präsidenten bezw. Vizepräsidenten der Republik Brasilien gewählt worden. — Der „Daily Telegraph" erhält aus Peking die Mitteilung, dast der Meiste Wolf trotz der offiziellen Berichte über Niederlagen eine lebhafte Offensive aufrecht erhalt. Es verlautet sogar, daß die Truppen der Regierung unzuverlässig geworden seien. Wik liickt» int Zolltarif tuirknt. Wie jede Lücke in dem deutschen Agrar-Schntzzoll vom Auslande zur Steigerung seiner Ausfuhr zu uns ausgenuht wird, das haben wir ja schon an der gewaltigen Zunahme der Gersteneinfuhr erfahren, nachdem der Zoll für sogc- nanute Futtergcrste bis auf % oder V* der übrigen Ge- treidezollsätzc herabgesetzt worden war. Eine relativ noch bedeutendere Entwickelung hat die Einfuhr an Rahin aufzu- - weisen, dem überhaupt kein Zoll hindernd im Wege steht. Im verflossenen Jahre wurden vom Auslände her bereits 143 745 Doppelzentner Rahm im Werte von 81617 Millio- >ien Mark ans den dentsck)er» Markt geworfen, 24 250 Doppel- ;entucr mehr als im Vorjahre. (Dazu kamen noch 327 895 Doppelzentner Milch im Werte von 4,8 Millionen Mark.) Trotzdem der Einstihr von Milch und Rahm natnrgeinäst nigcrc Grenzen für den Transport gezogen sind als der Lnttcrcinsuhr, hat der Import jener zollfrei gelassenen Produkte in einem verhältniSniähig kurzen Zeitraum dem Werte lach säst den dritten Teil des Buttereinftihrwertes erreicht »rund 10 gegen 123 Millionen Mark) und durfte sicher in demselben Verhältnis wie bisher weiter steige», je mehr man es lernt, durch technische und Vcrkehrsvcrbeffernngen den Bezugskreis uni die deutschen Grenzen herum zu erwci- lcrn, Millionen au Zolleinnahmen gehen hier dem fccutfd)en .'ücirije zugunsten der ausländischen Prodrizenten verloren, wenn diese von den Liberalen gewollte Lücke im dciiftchcn Schutztarif nicht,ansgeftillt wird. Wenn jene Liberalen und Demokraten auch hier wieder neben de» ausländischen die Interessen der inländischen Ko»- sumentcn für ihre Ablehnung der agrarischen Ausgleichs- Zollforderung in das Treffen führen, so ist das lediglich zoll- i-indliche Prinzipienreiterei und Spiegelsechierei, TaS zeigt I sich deutlich, wenn man beachtet, wie der Mehrcinfuhr von 11254» Toppclzeutncr Rahn, eine Mindereinfuhr von 18 136 Doppelzentner Butter gegenübersteht. Die dcuffchen Bnt- trrkonsl,menten hatten der zollsrcien Rahiueinfuhr also nicht einmal ein Mehraugebot von Buffer aus ausländischem Rahm zu verdanken. Tie Zufuhr zollpflichtiger ausländische Butter verminderte sich um ein gröstcrcs Quantum, sts aus dem zollfrei cingeführten Rahm im Jnlaudc gewonnen Ivorden ist. Die deutschen Koi suuieiitcn zogen also i>» verflossene» Jahre gar keine» Nutzen ans dieser in un- ml Agrnrzolltaris klaffende» Lücke, die Reichskaste dagegen hafte schon jetzt eine» lediglich dem Auslande zugute kommenden Ausfall von rund 10 Millionen an Zollein- nohmen, die deutschen Milchviehhalter in den von der zollfreien Rahmeinfuhr besonders betroffenen Grenzbczirkcn eine sehr wesentlick>e Schädigung zu beklage». Die englische Armee. Obtvohl seit langem »lohnende Stimmen sich erheben und militärische Autoritäten wie Lord Robert? lebhaft dafür eingetreten sind, dast England nach dem Muster Deutschlands und anderer Mächte die allgemeine Wehrpflicht einsllhren mühte, kann man sich im britischen Reiche noch immer nicht dazu entschliehcn. Mail legt nach wie vor nicht niit Unrecht das Hauptgewicht der Verteidigung des HeimatslandcS auf eine starke Flotte, an deren Verinehrung Jahr für Jahr unter großen Opfern weiter gearbeitet wird. Eine starke Kriegsflotte ist noch Ansicht der Machthaber durchaus i nt Stande, jede» Angriff zurückzuwciseu, und den au sich schon ungemein schwierigen Seetransport einer Jnvasiousarmee fern zu haften. Mit einem kleinen stehenden Heere glaubt man ganz gut auskommen zu können, im Ernstfälle ständen noch die Freiwilligen und die Miliz zur Bersligung, die insgesamt durchaus in der Lage wären, das Land zu verteidigen. In manchen Kreisen ist man jedoch der Ansicht, dast eine derartige Verteidigung zu Lande bei weitem unzureichend sei und daß Maßnahmen getroffen werden niüßtcn, um eine Laudarnice zu sck>affen, die den modernen Ansprüchen in jeder Hinsicht gewachsen ist. Vor allen Dingen gewinnt eine Bewegung an Ausdehnung, nun endlich die allgemeine Wehrpflicht auch in England durchzusühren, da diese allein es ermögliche, über eine ausreichende Landesverteidigung zu verfügen. Eine Abordnung von Vertretern verschiedener Parteien, denen sich hohe Militärs und Admiräle anschlossen, hat sich am Freitag zum Premierminister Asquith begebe» und sich ihnl gegenüber für eine allgemeine Wehrpflicht in England ausgesprochen. Wenn anch nicht ganz unerwartet, aber dock) entgegen verschiedentlicher Annahme bekam die Deputation in reckst schroffer Weise einen völlig ablehnenden Bescheid. Herr Asquith erklärte, wie bereits gemeldet, der ReichsverteidigungsanSschuß sei in dieser Frage einmütig zur Ansicht gekommen, daß die Flotte wie bisher imstande sei, daS Land gegen einen Einfall zu schützen. Er sei nicht für eine obligatorische Dienstpflicht und glaube, daß !m Hinblick auf den gegenwärtigen Zustand der Flotte und des Heeres die Befürchtungen vor einem Einsallc grundlos seien. Allerdings hat auch heute noch die allgenieine Wehrpflicht in England zahlreiche Gegner, namentlich in den Kreisen, des Handels und der Industrie und es kann als sehr fraglich gelten, ob ein entsprechendes Gesetz auch nur eine bescheidene Mehrheit im Parlamente auf sich vereinigen würde. Bei unseren Vettern erfreut sich der Soldatcnstand keiner sonderlichen Achtung. Er gilt als ein Beruf, und cs sind nicht immer die besten Eleniente, die sich anwerben lassen. Unter diesen Umständen dürfte cS mit einer gründlichen Reforni der englischen Armee noch weite Wege haben, wenn man nicht eines Tage? böse Erfahrungen inockst, wie zu Beginn deS Burenkrieges. Dentkcher Reichstag. Der Reichstag verwies am Montag die neue Pesoldnngs- ordiiung ohne Erörterung an die Budgetkommissioii und begann die allgemeine Erörterung des Postciatk-, Abg. Ebcrt (So,;.) worf der Verwaltung die Vcrsolgung fiskalischer Interessen vor und behauptete, sic habe in der Zaberner Postafsärc lediglich vor Oberst v. Reuter stramm gestanden und die Beamtenschaft kläglich preisgegeben. Staatssekretär Krartke erhob Widerspruch und nannte das eine Uebertreibung. Er habe in der Kommission lediglich erklärt, daß die vom Oberst v. Reuter behaupteten Totsachen richtig seien. Wohin solle das führen, wenn seinen Worten etwas anderes nntcrgelegt werde? Solche Vorwürfe komme» »uii gerade von sozialdemokratischer Seite, die häufig allcrschwerstc Vorwürfe gegen die Beamten erhoben und erst nach längerer Anssordernng widerrnsen haben. (Beifall.) Abg. Nacken (Zcntr): Ter Postetat ist diesmal reckst vorsichtig aiifgestellt. Erftcnlich ist, daß die Verwaltung sich entschlossen hat, Postkrcdilbriese einznsührcn. Anch daß sie mehr Maschine» in ihre» Dienst stellt, verdient Anerkennung. Das Postscheckgesetz bringt allerdii!- * mir kleine Ver- bessernnge». Die Drirchführnng der Sonntagsheiligung »Hiß sich ermöglichen lassen. Tos Rheinland broncht bessere Telephonverbindnngcn. Den Poftlagerverkehc müssen wir einschränkeii. In Frankreich dürfen Postlagersachen an Mädchen unter 18 Jahren nicht ansgchändigt werden. Amerika geht noch schärfer vor. Hier cinzufchrciten, fordert der Selbsterhaltungstrieb des deutschen Volkes. Die bestehende» Krankenkassen reichen nicht ans. Die Verwüstung muß ihnen im Notfälle beispringen. Erfreulich ist die starke Zu- nahme des Paketprrkchrs narb dein Ausland«. Die Ervort- industric wendet sich an nufere Kolonien mit gutem Erfolge. Wir brauchen anch einen schnelleren'Geschäftsverkehr nach dem fernen Osten. Im allgemeine» ist die Postverwaltung dem enormen Wachstnmc des Verkehrs gerecht geworden. Die Verwaltung darf aber nie vergessen, daß sic den, Verkehr dienen muß. (Beifall im Zciitriim.) Staatssekretär Krartke: Ich möchte zur Kenntnis bringen, daß China dem Weltpostverein beigctreten ist und schon in diesem Jahre in Madrid zu der Konferenz als Mitglied erscheinen wird. (Beifall.) Dadurch werden wohl die Sckstvierigkcitc» behoben werden, die gegenwärtig bei der Abfcndnng von Geschästsvapiercn und Drncksochen nach China obwalten. Bei der Entwickelung des Brieftelegramm- Verkehrs gehen wir jedenfalls so schnell als möglich vorwärts, ja sogar schneller als andere Verwaltungen. Schon in diesem Jahre wird der Plan zur Ausführung gelangen, daß die Aufgabe von Brieftelegrammen nicht wie bisher erst von 7 Uhr abends an, sondern schon von 8 (Ihr o» erfolgen darf. 28 weitere Telcgraphenämter sind für diesen Verkehr ein- gestellt worden. (Beifall ) Es ist beabsichtigt, seift anch mit Oesterreich und Ungarn bezüglich der Brieftelegramme in ein näheres Verhältnis zu treten. Den Wunsch nach größerer Verbreitung der Automaten teilt auch die Postverwalfting. Nur sind die Apparat« einstweilen noch zieinlich lener, und wir halten es für richtig, dos allniähliche Herabgehen der Preise abznwarten, ehe wir mit der Aufstellung von Automaten in größerem Umfange Vorgehen. Automaten, die früher über 1000 M kosteten, sind jetzt um die Hälfte dieser Summe zu beziehen. Die Maschinen für Einschreibebriefe finden im großen Publikum keinen rechten Anklang, da sie nur eine Nummer, aber nicht den Namen des Briefschreffers registrieren können. Deshalb können nur größere Geschäfte die Postaufgabebücher haben sich mit einer solchen maschinellen Bestätignng zufrieden geben. Die Einrichtung der Postkreditbriefc werden wir bald treffen können. Tic Tele- graphenverbindnng zwischcm Berlin und Köln läßt gewiß mamches zu wünschen übrig. Die Einrichtungen einer unterirdischen Telegraphenlinie nach Köln werden beschlennigk und dürften in etwa zwei Jahren abgeschlossen sein. Die Postlagcrbricfe sind eine sehr ernste Frage, die uns eifrig bc- schüftigt. Zweifellos wird diese Einrichtung vielfach benutzt, mn Briefwechsel zu führen, der von den Angehörigen nicht gewünscht wird, aber es bestehen auch große Schwierigkeiten für die Postverwaltnng, dieses Uebel zu beseitigen. Wenn die Beamten erst Answeispapicre verlangen sollten, so würde das zu kolossalen Hemmungen des ganzen Verkehrs führen. Wir müßten unser Personal für Postlagcrbrlefe um das Dreifache vermehren, und der Nciscvcrkchr würde sehr umständlich werden. Und doch sind neue Erhebungen im Gange, ob nnd in welck)er Weise etwas geschehen kann, um die Bestrebungen zur Beseitigung des illegitimen Verkehrs zu sördern. Erfreulicherweise sind den Krankenkasse» be- rcits 82 000 Unterbeamtc mit 200000 Angehörigen beigc- treten. Wir haben nicht die Absicht, die Anstellung von weiblichen Bcaniten über das Maß hinaus zu vermehren. Wir stellen Beanitiiincn nur bei den Fernsprechämtern ein, da sic dort viel nützlicher als männliche sind, weil sie manch« männlich' Bemerkung, die beim Telephonverkehr kaum zu vermeiden sind, leichter ertragen als die Männer. (Heiterkeit.) Bei den Zuwendungen an bedürftige Beamte sind wir gezwungen, genau das Bedürfnis zu prüfen. Wir sparen an de» Fonds nicht, sondern geben „ns nur Mühe, die ganz Bedürftigen heranszufinden. Abg. Bcck-Hcidelbcrg tnatl.): Bei der Ausstellung des Etals ist berechtigte Vorsicht geübt worden. Die Erfahrungen der letzten Jahre mahnten dazu. Tie Leistungen der Bahn bei der Beförderung von Postfach» ist ja gewiß nicht gering, aber man soll jie nicht übertreiben, denn anch die Post leistet viel für die Bahn. Das fiskalisch Interesse darf nicht in den Vordergrund treten. Die Hauptsache ist das Interesse der Allgemeinheit. Aber da wir ohne die Ueber- scküsse nicht mehr anckonniien. inüste» »Dir die Post leistungsfähig erhalten. Tie Postverwaltung, ihr Etat ist ein Spiegelbild unserer wirtschastlichen Enffvickelniig. Das Welt- porto und das Ortsporto muß verbilligt werden. Die Besol» dungsvcrhältnisse sind sehr resornibedürstig. Das beweiset die vielen Petitionen. Ta- Recht eines Beamte» als EtaatL- bürger, da? Petitionsrecht muß gewahrt bleiben. Die Ber- Ivaltnng sollte den Bramtcnwiinschen mehr Entgegenkommen zeigen. Tie Anstellung von Frauen sollte man nicht ein- schränkcn. Tie Krankenkassen mH ist'» am. gestaltet Iverden. Eine Mitversicherung der Familicnmitgliedcr erscheint wünschnswcrt. Tic Verwaltung sollte versuch», den Wünschen deS Publikums in bezug aus Verbilligung nnd Beschleunigniig des Verkehrs gerecht zu werden. Anch das Sparen könnte durch die Post erleichtert werden. Abg. Di-, Ocrlcl (kons): Ter Anerkennnng des Etats durch meine Vorredner schließen wir »ns an. Die llcber- schnsse der Post brauchen wir. Fiskalische Interessen find nicht allein maßgebend, aber sie können nickst ganz zn,.,ckge- drnnqt iverden. I» der Preüe liest sich. immer, als ob H».M___ _ Deutschland das rückständigste Land in bezug auf die Post ist. Aber unsere Post kann sich in Wahrheit vor dem AuSlandc sehe» lassen. (Zustiinmung rechts.) Viele Wünsche werden ja aus dein Publikum geäußert, aber eS geht nicht an, alles einzuführeu. Manche Neuerung erweist sich nachher als tui- nütz, wir j. B. die Kartellbriefe Die Postbestellupgen genüge» meiner Ansicht nach vollkommen. Eher könnte im Interesse größerer Ruhe au eine Einschränkung gedacht werden. Die Zeitungsbesörderung läßt zu wünschen übrig. Die Zeitungsordnung steht leider nur auf dein Papier. Hoffentlich koinmt eine neue Fernsprechgebührenordnung. Die unnütze Fernsprechcrci sollte eingeschränkt werden. Wir leiden unter der sortwähcenden Anguasselei. (Zustimmung rechts.) Die Dienststundcn der Fernsprechämter auf dem Lande sollten einheitlich geregelt werden. Wir wollen den Beamten daS Petitionsrecht nicht verkümmern, aber sie sollten ihre Wünsche immer erst ihren Vorgesetzten vortragen, ehe sie sich an den Reichstag wenden. Sonst gibt es hier eine Hochflut von Petitionen. tZustiuiniung rechts.) Die Wünsche der Postagcnten verdienen Berücksichtigung. Ich bin kein Freund der Fraucnciuanzipation, habe aber gegen eine Beschäftigung der Frauen an sich nichts einzuwenden. Aber sie dürfen nicht de» Männern die Beschäftigung nehmen, vor allein dürfe» sie nicht Vorgesetzte von Männern sein. Das würde zu einer Verweiblichung führen. Eine Beschäftigung der Frau als Fernsprechgehilsin entspricht nicht ihrer Eigenart. (Zuruf: Ja!) Rein, die Aerzte sind anderer Meinung, do das Nervensystem darunter leidet. Prenfn>cher Landtag. Abgeordnetenhaus. Dar Preußische Abgeordnetenhaus beschäftigt« sich am Montag mit dem Gesetzenlwurf zur Abänderung des Kommunal, abyaben-gejetzes und des Kreis- und Provinzialabgabengesetzes. Ja Beibindung damit stand eine Interpellation der Abg. Dr. Aren»! (fteikonf.) und Genossen über die Unterschiede in der finanziellen Belastung der Gemeinden. Minister v Dallwitz erklärt« Zu Beginn der Sitzung, daß er nicht in der Lage sei, jetzt di« Interpellation zu beantworten. Er behalte sich das für einen späteren Zeitpunkt vor. Dann ging er aus das Kommunalabgabeng-setz ein. Dir hohen Gemeiudelasten bedeuteten vielfach eine Gefahr, doch könne dar Ersetz dem nicht abhelfen. es tonn« lediglich die bester« Berter- lung der Lasten regeln und di« Bevorzugung einzelner Perfo. nen imb Gruppen ausheben. Der Entwurf sei das Ergebnis langer, piattijchcr Erfahrungen, der hoffentlich zu einer gedeih, lichcn Weiterentwicklung der Kommunen führe« werde. Abg. ». Jacob! (kauf.) erklärte sich mit den Grundftugen des Entwurfs einverstanden. Er bezweifelte aber, daß er geeignet sei, einen Ausgleich in der steuerlichen Belast««« der Städic und kleineren Laudgenicinden herbeizuführen. Er warnte vor zu weitgehender Erhebung von Berwaltungsgebühren, das könne leicht die kleinen Leute in die Hände der Winkelkonsulenten lreiben. Unbedingt müsse der Grundbesitz vor unberechtigten Steuern geschützt werden. Die Grundsteuer »ach dem gemeinen Wert lehnten seine Freunde ab. Sein« Freunde beantragten di« griindlichc Durchberatung des Entwurfs in einer Kommission von 28 Mitgliedern. Abz. Dr. Keil sRatl.) wies besonders auf dir unerträglich haben Schullasten vieler Gemeinden hin. Energische Abhilfe sei nötig. Kritisch ständen sein« Freund« der Besteuerung der G. m. b. H gegenüber, doch wollten sie an der Kommissionsbera- tt>ng mitwirke». Abg. Dr. Wuerineling (Ztr.) wünscht« vor allem eine Erziehung der Gemeinden zur weisen Sparsamkeit, sonst wür. den auch die vorgeschlagenen Mittel nicht Helsen. Finanzminister Dr. Lcntze nahm di« Gemeinden gegen den Vorwurf in Schutz, daß sie zuviel Ausgaben für luxiöf« Zwecke machten. Die modernrn Anforderungen an die Einrichtungen der Schulen, dem Aussehen der Straßen usw. seien den Gemeinde» über den Hals gekommen. Wenn die Gemeinden nicht so tapfer voraugeschrttten wären, dann hätte Preußen nicht solche kulturelle Höh« erreicht. Das habe die großen Städte steuerlich überlastet, in den kleinen trag« das Kinderprivileg dazu bei. Er hoffe, daß die Koinmissionsberalung ein crsprieß. lichco Gesetz zustande bringen werde. Abz. Dr. B r e d t (freikons.) mach!« für die Steuernot die ver'ehrtc Bodenpolitil der Städte verantwortlich. Er lehnte die Steuer nach dein gemeinen Wert ab und sprach sich gegen di« Erngrisse der Städte in die Privatwirtschaft des Einzelnen aus. Al>g Cassel (Fortschr.) bekannte sich dagegen als u»be- birrzier Anhänger der Steuer »ach gemeinem Wert und dankte dein Finanzminister für seine Verteidigung der Städte. Abg. Hirsch (Soz.) meinte, die steuerlich« Rot vieler Ge. «erulen mit königlicher Polizei lomme daher, daß dies« keinen Einsli ß aus diese Kosten hätten. Abg. Graf v. 2 p e e (Ztr.) bezcichnete die durch die Gemeinden erhobenen Steuern nach dem gemeinen Wert als direkte Vermögenssteuern. Das Haus vertagte sich aus Dienstag, 11 Uhr: Fortsetzung. — Schluß halb 8 Uhr. ^agesüderNcht. Deutsches Äeich. :: Der bayerische Krjegsminifter gegen di« Soldatenmiß. Handlungen. Der bayeristhc Kriegsminister Hai einen Erlaß an di« militärischcn Behörden gerichtet, worin das strengste Ein- jchoeittn gegen all« Fälle von Mißhandlung von Soldaten oder «nvorschlistsmäßige Behandlung gefordert wird. Der Kriegs, minister erltärt, daß er mit u»,rachsichtlicher Strenge gegen jeden V»!gesetzte» ciaschreite» werde, welchen durch nachlässige Psli.etaujjastung «ine Mitschuld an einer unwürdigen Behandlung von Mannschasten trifft. :: Die deutsch-ftanziis,scheu Bazdadbahnverhandlungen. Die _5'.'!;c. die ein Teil der »ationoliltilcheu Pariser Bi:stc gegen Neue -Tageszeit», >g. Dienstag, ven 3. März 191«. da» deutschfranzösische Bagdadbahnobkvmmen führt, ist seit einigen Tagen verstummt. Die französische Regierung hat ihren Botschaft«! in Berlin, Jul«» Eanibon, nach Pari» berufen, der in Gemeinschaft mft den Pariser Delegierten di« endgültige Ueberarbeiiung de» Abkonnnens in Fühlungnahme mit den maßgebenden Leitern der französischen Diplomatie durchsühren soll. Ursprünglich war der Aufenthalt Eambons in Paris nur auf wenig« Tag« festgesetzt. Nach den bisherigen Dispositionen wird Cambon jedoch nicht vor Beginn nächster Woche auf seinen Berliner Posten zurückkehren können. Frankreich. :: E>n neue» französische, Feldschnellfruergeschiitz. Der ,.Tempo" kündigt« gestern di« Einführung eine» Schnellfeuer- feldgeschützes von 165 Millimeter Kaliber an. Das Geschoß der neuen Kanone wiegt 1V Kilogramm und erreicht eine mittlere Geschwindigkeit von 870 Sekundenmetern. Bei größizulässiger Erhöhung beträgt di« gesamte Schußweii« mindestens 10 Kilometer. Wegen des großen Eefchoßgewichtes wird immer erst das Geschoß selbst und dann erst die Hüls« für sich in den Laus eingefiihrt: die Feuergeschwindigkeit soll darunter nicht leiden. Der Rücklauf wird durch komprimiert« Luft erreicht. Das ganze Geschütz ist mft einer Schutzhülle versehen. Es wiegt 3206 Kilogramm, di« Protze 2606 Kilogramm. England. Aufgegebene Hebungsversnche. Der Oberkommandant der englischen Flott« in Plymouth verkündete gestern Abend, daß nach einer Entscheidung der Admftalität die Versuche zur Hebung des am 18. Januar mit der gesamten Mannschaft von 11 Mann in der Bucht von Whiiesand gesunkenen Unterseebootes „A. 7" nicht mehr fortzusetzen sind. Am Donnerstag soll an der klnglllcksstclle ein Gottesdienst abgehalten werden, «in weiterer Gottesdienst wird in der Marinegarnison von Devonport statt» finden. Rußland. Kohlenfunde am Kaspijee. Am östlichen Ufer des Kaspi- fees, im Mangifchlaker Kreise, wurden riesig« Steinkohlenlager in einem Umfange von 124 Quadratwerst entdeckt. Di« Kohle weist eine vorzügliche Qualität auf. Da di« Wolga nahe ist, bietetQ di« Ausbeutung d«r neuen Dodenreichtllmer keine Schwierigkeiten, Mexiko. :: Zur Ermordung des Engländers Benton. Di« Untersuchung wegen der Ermordung des Engländers Benton ist vorerst aufgegeben worden, bis eine Auseinandersetzung mit Car- ranza erfolgt ist, der den Standpunkt verittit, nur EroßbrÄon- nien könn« di« Untersuchung verlangen: das Hab« aber ein« entsprechende Forderung nicht gestellt, da di« englische Regie, rimg Huerta anerkannt hat. Augenscheinlich herrscht in Washington ziemlich« Verlegenheit. Das Blatt „Sun" meldet, Huerta fei stärker »l» je. Er habe ausreichend« Mittel und feine Soldaten seien iatsächllch in besserer Verfassung als die Rrvoluttonärr. Vereinigte Landwirte von Frankfurt a. M. u. Umgegend. Versammlung Mittwoch, den 4. März 1914 abends 8 Uhr in g: Rieder-Wöllstadt :» in der Gastwirtschaft „Zur Rose" (Bausch.) Redner die Herren Hensel-Dortelweil und Hirschel-Friedberg. Alle Landwirte Rieder-Wöllstadts werden zu dieser Versammlung eingeladen. Eichen (Kr. Hanau), 3. März. Am Samstag nachmittag fand hier in der Stein'schen Wirtschaft eine Dcrsammlung oer hiesigen Ortsgruppe statt, in der der Geschäftsführer unserer Vereinigung, Hirsche!- Friedbcrg, über organisatorische Fragen sprach. Es wurdcn verschiedene Beschlüsse gefaßt, die unsere örtlichen Berhältnist« betreffen. Sund dcr Kundwirte. Schwalheim, 3. März. Am vergangenen Samstag hielt die hiesige Ortsgruppe des Bundes der Landrvirte in der Wiefner- jcheir Wirtschajr eine Versammlung ab, an der sich die meisten hiesigen Landwille beleiligten. Hirschel-Friedberg besprach die politischen und wirtschaftlichen Fragen, insbesondere auch das neue Krankenversicherungsgejetz und seine Wirkung auf di« Landwirtschaft. Er fand ledhasten Beifall. An der Aussprache beteiligten sich Herr Altbürgermeister Henscl, dem Herr Hirfchel nochmals antwortete. Mit einem Hoch auf den deut- jchsn Bauernstand schloß der Vorsitzende Karl Fleischhauer die Versammlung. Ans der Heimat. * Friedberg, 3. März. Die Fleistlmrinnnng beschloß vom 1. März ab eine Herabsetzung der Ochsen- und Rind- flcischpreisc um 5 Pfennig daS Pfund. * Friedbcrg, 3. März. Das neue Berliner Opcreftcn- Ensemble, welches sich auf einer großen Tounree durch Deutschland befindet, kommt am Sonntag und Montag bei uns zu Gast und wird uns mit zwei der neuesten »nd besten Opcretten-Schlager bekannt machen. Es sind dies „Die Kino-Königin" nnd „Die Tangoprinzefsin". — Die Kino- Königin von Freund und Okonkowskr mit der reizenden Musik von Jean Gikbert. Die Hanptfchlager dieser -Opc- rekkc find- „Liebliche kleine Dinoerckmn". „In der Nacht", ____________Seite i, „Man lacht, man lebt, man liebt" und „Ach Amalie", sind schnell populär nnd beliebt geworden, wie keine anderen Lperetienmelodicn. Seit einer Reihe von Jahren erzielt diese Operette in Berlin täglich auSverkaufte Häuser. Erst wurdcn über 200 Anssührungen am Motropol-Thcater cr- rcicht, dann über läO am Rollendorf-Theatcr und heute noch hat dieser Operetten Schlager am Friedrich-Wilbel-ustäd- tischen Schauspielhaus ausverkaufte Häuser .fodaß für Ber- lin die 000. Ausführung in kurzer Zeit tngetllndigt werden dürfte. — Tie „Kino Königin" ist tatsächlich die Sensation dieser Saison, denn nicht allein Berlin, nein, alle anderen deutschen Großstädte >vie Hamburg, München, Breslau Stettin, Leipzig, Hannover usw., haben fch>on zahllose Aufführungen hinter sich und noch täglich müssen die Gesangs- schlager 3 bis 4 Mal wiederholt werden. — Die „Tango- Prinzessin" ist eine der »eiiesten Operetten, welche sich in kurzer Zeit die Welt erobert habe» dürste- Am Bcrlinei Thalia-Theater erzielte dieselbe bereits feit eurem Vicrtel- jchr täglich ausverkaufte Häuser und dürfte dort sobald nicht vom Spielplan vcjchwindcn. Die reizenden Melodien des populären eJan Gilpert in dieser Operette sind bereits Ge- incingnt des großen Publikums geworden, und fast überall bört man schon singen und spielen: „Ach wenn das dcr Petrus- wüßte", „Ich tanz so gern den Tango" usw. Das Neue Berliner Operetten-Enscinble, lvelches uns die Be- kanntschaft mit diesen neuen Operetten macht, erfreut sich de-: besten Renommees und ist nicht zu verwechseln mit andere, reisenden Gesellschaften, es ich ein erstklassiges, durchau« künstlerisches Unternehmen. Wir können also »ilt gutem Gewissen den Besuch dieser Oiastspielvorstellung empfehlen. Diese modernen Operetten Schlager sollte jeder Musikfreund sehen. * Ober-Erlenbach. 2. März. Ein schwerer Raubanfall wurde hier in der Nacht vom 27. auf 28. v. M. an dem Kutscher der Firma Weil (Bilbeler Wasservertrieb) aus der Straß« van Ob., Erlenbach nach Seulberg verübt. Ern Paffcmt fand den Beda» ernswerten erst am anderen Morgen in besinnungslosem Zu. stand bei seinem Fuhrwerk. Ein« groß« Blutlache kennzeichnet« den Tatort. Don der Steftvmühle au» wurde das Fuhrwerk schon längere Zeit beobachtet, aber da die Straße in schlechten, Zustade ist, glaubt« nran, es sei wieder einmal jemand stecke« geblieben Erst um 1V Uhr kam aus telefonische Mitteilung sei, tens der Stcurmühlc «i» Auto mit einem Arzt van Dübel. da, den Mann nach Vilbel ins Krankenhaus überführt«. Von dem Täter fehlt jede Spur, es dürften ihm zirli 86 Mark in die Hände gefallen sein. Der Zustand de» Verletzten ist sehr be. deutlich * Lilbcl, 3. März. Die hiesige freiwillige Feuerwehr begeht am 0. »nd 6. Juli l. IS. ihr 40jährigeS Stiftungsftst. — Am 28. März wird die höher Bürgerschule ihr 25jöhriges Jubiläum feiern. Wöljershcim, 3. März. Samstag, den 28 Februar ■(•“* c-> Svölfersheim Gemeinderatswahl statt, bei der bei «ergkafsterer Winter mft großer Majorität gegen einen hiesigen Landwitt von dem behauptet wird, daß er keinen Feind im ganzen Dorf häkle, gewählt. In einem für den Gewählten herausgrgcbene» Flugblatt wurde di« Behauptung ausgestellt, daß der nun unterlegen« Kandidat sich aus das Drängen seiner Freunde aufzv- stellt habe. Was beweist dies? Es liegt nicht in Jedem, feint Persönlichkeit so in den Vordergrund zu stellen und sich aus diese Art bemerkbar zn machen. Dann heißt es weiter: „Wenn er aber eben schon tut, was feine Freunde wollen, wie wird ec dann sein, wenn er wirklich im Gemeinderot ist? Mo blelbl da die Arbeft nach bestem Wissen und Ecwistcn?" Also, dar wagt man einem Ehrenmann zu bieten, der schon jahrelang da! Amt eines Eerichtsschöftcn ausübt! Wohlweislich hat man cs vermieden die Stelle zu nennen, wo dieses Machwerk hergestelli wurde: aber noch ist darüber dar letzt« Wort nicht gesprochen Wohlniöglich, daß dieselben Helden, di« die Strohmänner fü, di« Frcibierspcndcn waren, wegen denen die frühere Alah Winters kassteft wurde, auch jetzt wieder den Deckniantel ab geben. Run es produziert sich eben jeder so gut, er es kann. Dann wird in dem Machwrrl auch noch von Fajclvich und Unabhängigkeit gesasell. Ist es denn überhaupt für ernst zu nehmende Leut« «in- Frage, wer der Unabhängige ist: der ftfte Bauer oder dcr Beamte, der gegebenenfalls Rückstchien nach oben zu nehmen hat »nd wenn er auch Kassierer an der Lud- wigshoftnung sei. Dann ist in dem Flugblatt davon die Rede, daß nran rn den brodelnden Kegel hineinschauen wolle, um z» sehe,» was darinnen ist. Wir meinen, man solle acht geben, daß nran nicht hinrinfüllt, dem, sonst tönnte man sich den schönen Bart und das reichliche Haar verderben. Auch schwirren uittoittrollierbare Gerüchte durch das Dorf, daß man sich dic Behandlung unserer Orlsstl-h-n, von denen ja auch in den Marchwerk (Ftugblalt gcnauntj. dic Rede ist, folgendermaßer denkt: Es soll die Rathausstraße und Kirchgassc erhöhtes Tr» loir und Holzpflaster bekommen, ähnlich wie in Frankfuii. Der Lehmlautenwcg soll asphalttert werden, di« Wingerksgaste soll als Prvnrenadcnweg hcrgcrichjet werden, der Singberg wirk zum Lunapari mit großer Singspielhall« umgewandelt. Dic Slroßc vom Bahnhos nach dem tlntcrseld, an der die Beamten wohnungeu dcr Grube Ludwigshoflnung liege», — übrigen ein Schmerzenstind der Wölfersheim«! Finanzen — soll Moiaik Pflaster erhalten und bis zum Wcckcshcimcr Ülleg duichgcruhr! werden. Auch gedenkt man «ine elektrische Bahn anzulegen über Södel und Melbach gehend, Endstatton Rödgen. Daneben so« der Pflege «°n Kunst und Wissenschaft Raum gewährt wcr- den. Vorgesehen find, «in Museum, ein« Bildergallerie. «in Zirkus, ein Zoologischer Gatten, ein Theater und ein Palai, de Dviis« (zu deutsch: Tanzpolast s. wo erstllassigc Tcilizichicr den Tango und den Schieber eiuübeu werden. Eine Wetterwarte unb ein Krematorium werden den Beweis liefern, daß Wist fcrsheim aus der Höhe steht. An passende» Gebäuden ist kein Mangel: der sogen. Hcrrenhos, dcr groß« Fruchispcicher, de weist« Turm usw. werden leichl zu den gexlanl-u Zwecke» »m zutauen sein. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß d e zwei Wm reu des Geineftldeb-unveas an S.nnttaren abwecbrelnd - 1 ««»* Xageeptmti«. aitmtag, »«, ». jwarj 1914. Seite 4 Nr. 52 (Erotz-Wi,rternheimer) und Bockbier spenden wenden. Dies« Neuerung wird natürlich viel Geld kosten, aber di« Winter- wühler haben s ja, obwohl böse Zungen behaupten, datz sie gern Freibier lutschen. Glückliches Wölfersheim, Schlaraffenland der Zukunft- X. * m. Rieder-Mörlen, 3. März. Ein« zahlreich besucht« Versammlung von Grundeigentümern nahm mit Stimmenmehrheit den Antrag auf Feldbereinigun? hiesiger Gemarkungen, knüpfte aber di« Bedingung daran, daß vorerst die Bahnlinie Bad Nauheim—Usingen genehmigt sein und das dazu nötig« Gelände, welches naturgemäß durch wertvollen Grundbesitz führt, erst abgesteckt sein mutz Ein ganz vernünftiger Gedanke, die die Gemeinde wohl vor grotzcn Schaden bewahrt (siehe Steinfurth), wo zuerst Fcldbereinigung stattfand und nachher das Bahngelände abgelteckt wurde. Freilich werden sich die Niedcr-Mörler »och eine Zeitlang mit der Felbbereinigung gedulden müsien, wemr sie anf ihrem Standpunkt beharren. * Raastadt, 3. März. Sonntag Abend wurde» die hiesigen Einwohner durch folgendes Ereignis sehr erschreckt: Als der Verwalter Spengler des hiesigen Hofguts kurz nach II Uhr das Tor abschloh, wurde er durch einen Schweizer - hinterrücks angegriffen und durch Futztrittc sowie Dolch- stickze schrecklich zugerichtct. Erst nach einer halben Stunde gelang es einigen Leuten, durch die Hilferufe anfmerksain gemacht, den schwer Bedrängten aus seiner entsetzlichen Lage zu befreien. Dein Unhold gelang es, in seine Wohnung zu cntkoinnic», worin er gestern morgen um 3 Uhr durch die Ortcnberger Gendarmerie verhaftet und in das Gefängnis zu Nidda eingcliescrt wurde. Der Verhaftete war erst vor kurzem ans dem Gefängnis entlassen worden. * Slockheim, 3. März. Hier feierte das Martin Frickelsche Ehepaar bas golden« Ehejubiläum. * Bübingen, 3. März. Durch einen ganz eigenartigen Ilm- stand kam in einem Nachbarorte «in Landwirt ums Leben. Dieser hatte sich einen starken Schnupfen zugezogen und während dieser Zeit seinen Acker mit künstlichem Dünger bestreut. Dabei floz ihm etwas Düngerstaub an die entzündete Nase; er zog sich eine Blutvergistung zu, der er schon am nächsten Tage erlag. Der Mann hinterlätzt eine Witwe mit sechs Kindern. * Hungen, 3. März. Honte war der Untersuchungsrichter von Gießen hier und nahm Verhöre bezüglich des Fehlbetrages der Vorschuß- und Kreditkasse vor. ES soll sich uni einen durch den Rechner Schmidt verrintreuten Fehlbetrag von 30 000 M handeln. Schmidt hat wohl der Kasse eine Hypotheke über 30000 -Ä gegeben, doch soll sein Anwesen, aus welches dieselbe eingetragen ist, überschuldet sein. Er wurde vcrhastct und in die Untersuchungshaft nach Gießen gebracht. * Langsdorf, 3. März. Der Landwirt PH. Schiel von hier stürzte beim Auspntzcn eines Baumes durch Brechen eines Astes zu Bode» und zog sich hierdurch schwere Verletzungen des Rückgrates zu. * Gieße», 3. März. Generalmaior von Trotta gen. Lrcyden. der seitherige Kommandeur unseres Infanterie- Regiments ist zuni Kommandeur der 07. Jnfantcriebrigade in Frcibnrg in Baden ernannt worden. Hauptmann Rieck erhielt den Roten Adler-Orden 4. Klasse mit der Königlichen Krone verliehen. * Gießen, 3. März. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte gestern das Schwurgericht gegen den Arbeiter Earl Göttlich Fey von Lich wegen Totschlagsvcrjuch und Verbrechen gegen § I7G I des Strafgesetzbuches. Als in Lich gegen Ende des vorigen Jahres ans Anlaß eines BallfesteS ein junger Mann namens Lederinann ein Mädchen nach Hause begleitete, folgte der von seiner Frau geschiedene Fey »nbemcrkbar dem Paare. In den fürstlichen Parkanlagen ließ sich das Paar auf eine Bank nieder, als plötzlich aus dem Dunkeln Schüsse krachten und der junge Lcdermann von mehreren Kugeln ini Unterleib getroffen, zu Boden stürzte. Das Vtädchen schrie laut um Hilfe und sofort eilte aus de: Dunkelheit der Angeklagte aus sie zu. Trotzdem das Mädchen sich seinem Verlangen widersctzte, verstand es Fey, sie seinem Willen zu eigen zu niachen. Erst später fanden andere Leute den schwer verletzten Ledermann, in seinem Blute liegend, anf. Ledermann ist heute noch arbeitsunfähig und auch nach dem Gutachten des Gehciinen Medizinalrats Haberkorn als dauerird für schwere Arbeit unfähig zu betrachten. Eine Kugel befindet sich noch im Rücken des Ledermann. Unter Zubilligung mildernder Umstände erkannte da» Gericht nach Bejahung jänitlicher Schuldfragen auf eine Gcsamtgesängnisstrafe von 2 Jahren 0 Monatei abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft. * Gießen, 3. März. Vor Jahren wurde einem Bäcker- »’.eifter hier von seinem Fahrbursckien, der des morgens ftüh de« Pferdeslall betrat, gemeldet, die Händler, welche Tags vorher Vieh in dein Stalle eingestellt hatten, hätten ein Kalb in demselben stehen lassen. Als sich der Bäckermeister das Kalb näher betrachtete, tvar es ein Fohlen, das seine Stute die Nacht geboren hatte. Genau so erging es gestern dem Fuhrmann Wagner. Seine, vor noch nicht langer Zeit von einem Händler erworbene Stute, hatte ebenfalls, ohne daß jemand eine Ahnung hatte, die Nacht gefohlt. Hoftentlich gelingt seiner "Fürsorge das Tier aufzuziehen, was viel schivcrer ist, als viele Leute in der Stadt glauben. * Eietzen, :j. März. In Sachen der Konkurses der Eewerbe- bnnk Lollar war am Montag Termin vor dem Grotzh. Amtsgericht Eictzen. Es war «ine grotze Zahl Genosienschastsmidglie- der und Gläubiger erschienen. Den letzteren wurde mitgeteilt, datz aus der Masie vorerst ein Borschutz« von 17 Prozent durch den Konkursverwakter zur Auszahlung gelangt. Geschädigt sind u. A. viel« Vereine, jo von Ruttershausen allein die beiden Gesangvereine, der Turnverein der Kriegerverein und der Biehvcrsicherungsverein. * Eietzen, 3. März. Der heute stattfindend« Biehmarkt stbeinl einer stärksten Frübtabrsmärckte »I neben. In allen Wirtschafte» und Hotels sind sämtliche verfügbaren Zimmern beseht. * Gießen, 3. März. Daß kürzlich in der ersten und jetzt auch in der zweiten Kannncr mit Unterstützung der Fraftion des Bauernbundes ein Antrag eingebracht wurde, der daraus akzielt, dem Gemeindeumlagengesetz den Ertragswcrt z» Grunde zu legen, ist mit Freuden zu begrüßen. Denn die seitherige Besteuerung der Immobilien nach dem Gemein- wert hat eine große Anzahl von Hans- und Grundbesitzern ruiniert und wer bicr in Gießen z. B. vor dem Jahre 1908 sein Vermögen in Jmmobilienbesitz angelegt bat und jetzt nicht über weitere Mittel znni Zusehen verfügt, der geht rettungslos der Verarmung entgegen. Mit Schuld daran sind natürlich in erster Linie dig unerschwinglichen städtischen Abgaben an Stenern, Wasser-, Kanalgebübren und Straßen- kostcnbeiträge und so lange dieselben bestehen, ist an eine Nntabilität des Grundbesitzes nicht zu denken. * Lollar, 3. März. Der Veteranen- und Krtegervcrein hatte am Sonntag eine Zusammenkunft im ..Schwanen". Herr Eivil-Iirgcnieur Toller hielt einen Bortrag über di« französische Fremdenlegion, er halt« feinen Bruder vor 12 Jahren aus derselben befreit. Hanptlehrer Sehrt sprach über 1364 und di« Anfänge der Krieg« von 1866 und 1870. Herr Dr. Nordmann sprach ebenfalls über die Erlebnisie eines Freunder von ihm in der Fremdenlegion. Die Borträge wurden aufmerksam an- gehört und mit reichem Beifall belohnt. * Londorf, 3. März. Ein ckjähriger Knabe des Gendarmen Weitz fiel in die offengelaffene Senkgrube. Bis das Kind gefunden und herausgeholt wurde, war es bereits tot. * Frankfurt n. M., 3. März. Das bekannte Standbild Karls des Großen anf der alten Brücke wird auf der neuen Kaiscrbrücke keine Aufstellung wieder finden. Es wird dem Sachsenhänser Bezirksvcrein zur Obhut übergeben, der es mit Erlaubnis des Magistrats auf einer Schmnckterrasse am Mühlberg ausstellen läßt. Die künstlerisch nicht bedeutende Statue ist ein Werk von C. E. Wendelstadt und wurde 1843 auf der Brücke aufgestellt. * Frankfurt a. M., 3. März. Die Gerichte gehen dem Zuhältcruntvesen seit kurzem scharf zu Leibe. Gestern wurde z. B. der Klavierspieler Karl Schöne wegen einer solchen Straftat zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. * Frankfurt a. M., 3. März. Die bei der Explosion im städtischen Elektrizitätswerk schwer verunglückten beiden Männer befinden sich nunmehr außerhalb aller Lebensgefahr. Leider sind sie, besonders Ingenieur Schneider, zu völligen Krüppeln geworden. Die Stadt übernahm jede weitere Fürsorge für die Armen. * Frankfurt a. M., 3. März. Nach 28jähriger Tätigkeit als Präsident des Gesamt-Taunusklubs hat Herr Peter Kittel gestern sein Amt aus Altersrücksichten niedergelegt. Der Klub ernannte den um die touristisch« Erschließung des Taunus hochverdienten Mann zum Ehrenpräsidenten. Ferner wird im Kapitclsaal des Feldbergturnies. einer Schöpfung Kittels, eine Bronzeplakette mit dem Reliefbilde des Ehrenpräsidenten angebracht. An Kittels Stelle wurde Stadtrechnnngsdirektor Kramer zum Präsidenten gewählt, zweiter Präsident wurde an Stelle des verstorbenen G. Scholl Kaufmann A. Balzer. — Dem Jahresbericht des Klubs zufolge hat die Wohltästgkeitsabteilung im Bereiche des Taunus im letzten Jahr eine umfassend- Liebesarbeit ousgeubt. Sie unterstützte in 90 Ortschaften 542 arme Familien und einzenle Personen, unterhielt 18 Schwestern- und Krankenstationen und viele Kleinkinderschnlen. Den durch das Unwetter am 1. Juni 1913 schwer geschädigten Ein- wohnern von Arnoldshain und Anspach überwies sie rund 3000 M. Hessen-Nassau. * k Usingen, 3. März. Auf dem Schweinemarkt waren angetrieben 235 Ferkel und 43 größer« Tiere. Bezahlt wurden: bl» 6 Wochen alt« 15—20 Mark, 6—8 Wochen alte 20—30 Mark, 8—12 Wochen alte 30—40 Mark, 3—4 Monat alt« 40—50 Ml., 4— 5 Monat alte 50—60 Mark, über 5 Monat alte 60—70 Mk. — Der Haushaltsvoranschlag wurde in allen Teilen durchbepa- ten und in Einnahme und Ausgabe auf 155 000 Mark festgesetzt, Bei der Wahl eine» Beigeordneten erhielt Heinr. Heinrich S Stimmen und wurde mit einer Mehrheit von 2 Stimmen gewählt. * r. Hausen, 3. März. Unserem OrGdiener Jakob Ohly ist für langjährige treue Dienstleistung das allgemein« Ehrenzeichen verktehen und durch Nechmmgsrat Strieder auf dem Landvats» amt« in Usingen überreicht worden. Ohly tst 70 Jahr« alt und Kriegsveteran von 1808 und 1870-71. Er hat 33 Jahr« lang den Dienst als Orts- und Polizeidiener versehen. * t. Wilhelmsdorf 3. März. Schon des öfteren wurde hier der Wunsch laut, ein« eigene Schule ja besitzen, da di« Kinder bei Sonnenglut und großer Kälte nach Hundftadt tn dt« Schule gehen müsien: aber auch sonst bringt der tägliche Marsch für di« Kleinen mancher unangenehme mit sich So find vor kurzem 2 achtjährig« Mädchen von einem Haiünoerksburschen belästigt worden. Die Gemeinde bringt gern «tn finanziell«» Opfer, wenn nur ihr Wunsch recht bald in Erfüllung geht. Der Staatsbeitrag ist ja doch gesichert. * Brand«berndorf, 3. März. In der Arrabinlchen Gerberei brach eia Brand an», der durch dir Wehren zwar bald auf fei. nen Herd beschränkt werden konnte, an dem Gebäude aber immerhin einen nicht unbeträchtlichen Schaden airrichtet«. • Bad Homburg v. d. H., 3. März. Zur Förderung des Baues von Kleinwohnungen im Obertaunuskreis beabsich- tigt der Kreisausschuß die Aufnahme einer weiteren Anleihe von 100 000 Jt. • Uutrrlicderbach, 3. März. Für den Neubau einer Schule beschloß die Gemeind« di« Aufnahme einer Anleihe von 120000 eine ausgezeichnete Erdbeerforle gezogen, die in diesen, Ist,, zum erstenmale in größeren Mengen znm Versand tu,,,: .t. Die irene Sorte führt den Namen , Tannnsperle" und bilde! einen völligen Ersah für die bisherige Eronberger Svr,ia lität „Lartons Nolle". Die „Tannnsperle" kommt als eist- aller Erdbeeren bereits im Monat März in den Treibbaust- » zur Reife und zugleich zum Versand. * Ncuciihain, 3. März. Hier macht sich in immer stärkerem Maße eine Bewegung geltend, die die Abtrennung de? Ortes vom Obertaunnskreis und den Anschluß an den Kreis Höchst zum Ziele hat. Die entfernte Lage des Ortes von drr Kreisstadt Homburg ist für Neuenhain von jeher wenig günsstg gewesen. Der Nenenhainer „Abfallbewegnng" haben sich auch die Altenhainer Einwohner angeschloise». Beide Dörfer erwarten von einem Anschluß an Höchst, das ihnen vor den Toren liegt, einen erheblichen wirtschaftliche» Austchwung, der durch die bisherige Zuteilung znm Ober- taunuskreis versagt war. * Broubach e. Rh., 3. März. Di« verheerenden Wirkung«!, der Rebschädling« insbesondere dec» Heu. und Sauerwurn,» machen ein gemeinsames Borgehen der Winzer gegen die Feinde des Weinstoikes immer notwendiger. Aus dieser Erkenn!^ heraus hatte der La,ü,rat des Kreises St. Goarshausen, (6-. r. Regienmgsrat Berg, alle Winzer und Weinbautreibenden des Kreises St. Goarshausen zu einer Versammlung in das Rathaus in Braubach cmberufen, um über eine zweckmäßig« allge. meine Organisation zur Bekämpfung der Rebschädling« zu Ik- raten. Die Versammlung war stark besucht. Kreisobst, und Weinbaulehrer Biermann°St. Goarshausen besprach di« V- kämpfung der Rebschädling« Oidlum, Peronospora und Heu Sauerwurm in bekannter Weise, gab aber der mechanischen Be kämpfung — Winter, und Sommerbekämpsung — des Heu- und Sauerwurm» den Vorzug vor den chemischen Belämpsungsmit- teln, wie vor allem mit Nikotin. Es stehe noch nicht uuumftötz. sich fest, ob mit Nikotin in heißen Sommern so günstige Eriolg: wt« tn dem regnerischen de» Jahres 1813 in der Gemeinde Hoch heim a. M. erzielt wurden und ob di« our den mi> Nikotin bc. handelten Trauben erzeugte Ereszenz nicht einen Tabakgeschmack annehm«. Der Redner wies aus «in« allgemeine Bekämpfung der Schädlinge hin. Sämtliche Gemeinden des Kreises St Goarshausen mutzten sich zu diesem Behuf« zusammenschlictzen. jede Gemeinde im Bezirk« von je 40 Morgen Erötz« cingeteilt und dies« unter di« Aufsicht je eines erfahrene» Winzers gestellt weiden, der die Bekämpfungsarbeiten leite. Geheimer Regierungsrat Czeh-Wiesbaden gab ebenfalls den mechanischen Be- kämpsungsMitteln, denen di« Zukunst gehöre, de» Borzug vor den chemischen. Di« Königliche Domäne Hobe geradezu mit den mechanischen Mitteln, wie Abbürsten der Rcbschenkcl, Umwand, lung der Wcinbevgspsahlanlagen in Drahtanlogen, Mollcn- fangen, Aus bürsten der Geschein« a la Beidertrnden. glänz-?,, re Erfolg« erzielt. Di« Kosten der Bekämpfung des Heu. und Sauerwurms in den Domänialweingütrrn des Regierungsbezirks Wiesbaden von 1801—1813 hätten 150 202,18 Mark aus. gemacht, dafür fei aber von 1901—1810 ein Reingewinn von 1 148 895,51 Mark erzielt worden. In der sich anschließenden ausgedehnten Debatte trat Geheimer Regierungsrai Berg für etn« allgemeine Organisation wie vorgefchlagen ein und teilte mit, datz er bei dem Resiort-Minister dahin vorstellig geworden, datz die Gelder aus dem Bcrfuchsfonds nicht allein zur Be. kämpfung des Heu- und Sauerwurms, sondern auch zu der des Oidiums und der Peronospora gezahlt werden. Bürgermeister Roth-Brauboch, Bürgermeister Herpell-St. Goarshausen, Winzer Gras-Braubach, Bürgermeister Schlltz-Oberlohnstein schlossen sich den Vorrednern an. Besonders wies Bürgermeister Herpell darauf hin, datz jede Gemeind« danach streben soll«, in ihren Weinbergen Drahtanlagen einzurichten, die nach dem heute Ge. hörten ein Hauptbekämpfungsmittel des Wurmes feien. Rentamtmann Schweitzer-Ofteifpai brach für das Nikotin vergeblich ein« Lanze. Die Versammlung erklärt« sich schiietzlich damit einverstanden, ein« allgemeine Organisation im Kreise St. Goarshausen zur Rebenschädlingsbekämpfung durchzuführen und sandte dem Chef der Rheinstrombauverwaltung, dem Oberpräsi- denten v Rheinbaben.Koblenz «in Telegramm, in dem di« Winzer de, Kreises Et. Goarshausen den Dant ausfprechen für die Schritte, die v. Rheiiubaben etngeleitet, um ein« Verminderung der Rauchplage auf dem Rhein herbeizuführen. * Hrrbor», 3. März. Im Heisterberger Walde wurde der Landwirt Gustav Michel von einer umfallenden Kiefer erschlagen. — Ein gleiches Schicksal traf den Landwirt Peter Heiland im Gemeindewalde von Steindorf. Beide waren verheiratet. Heu- und Strohmarlt. Heu kostet« Mk. 2,86—3,20. Ange- sahreu waren 12 Wagen Heu aus den Kreisen Dieburg, Hanau und aus Oberhesien. Das Geschäft war ruhig. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, höchsten« vereinzelt Niederschläge, nachts kühl, tagsüber mild, westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A.-G Krrebbera > ß yiT. 32 9lcuc Tageszeitung. Shcntog, den 3. Marz ir»1 Für die wohltuenden so ausserordentlich zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme danken aufs tiefste bewegt Julie SeliUfer geb. (iwinner u. Söll ne Friedberg, 2. März 1914. 5-10 % und mehr im Hause täglich zu verdienen. Postkarte genügt, tttichard iviiirichs, .Hamburg 15. Versteigerung. Wegen Ausgabe der Landwirtschaft lasse ich Freitag, den 8. ». M.. 10 Ul)t vorm, ansangend 1 Pferd, !j Wagen, I Schlitte», I Käeniaschine, 1 Häckselmaschine, > vickrnur,,nühlc, I Horn- breger stljlug. 1 Kchaufrlpgug, 1 eiserne sowie 2 hölzerne Eggen, t tivnbbrr, I Streich- u. Häckelpkkug, 1 gro'ges Jauchefaii. 1 Einspänner-Walze, 1 Paar große neue Crntrleiter», 3 Bin- spviine.srstz-grschirr« und alle anderen landwirtschastt. Ecgcn- ;• iiü : «er leigern. Friedrich Schäfer, Dortelweil. Bauholz-Verkauf in der Fürstliche« Gbrrförstcrri Kich. Es sollen verkauft werden aus dem Distrikt Kiihunter: 128 Stück Nieiern-Bauholz — 51,58 im, 49 Fichien-Stämine = 14,09 fm, 6 Fichten-Dcrdstangen — 0,38 fm; aus dem Distrikt Weildach: 11 Kiesern-Bauholz — 3,80 tm, 134 Fichien-Stämme — 48,05 Im : aus Riebwald 14: 238 Fichten-stänunc — 62,33 fm, 198 Ftchten-Teib- slangcn — 18,52 im I aus Riedwald 7 u. 8, 3 Kiescrn-Bauholz - 1,15 Im, 387 Fichten-Stämme = 114,90 fm, 114 Fichten-Derb- stangen — 8,85 Im: aus Ricdwald 15: 17 Fichten-Stämme — 5,47 in>, l Fichten-Derdstange — 0,10 Im. Jede dieser vorgenannten jünj adteilungsweisen Auszählungen bildet ein Los sür sich. Die Gebote weiden schriftlich bis zum Freitag, den 8. März, nachmittags 2 Uhr erbeten. Eie können sich aus einzelne Lose oder aus die ganze Ausschreibung erstrecken, sollen aber nicht taxklassen- weise abgegeben werden. Nummerlisten werden losweise aus Der- angen um onst und portofrei zugesandt. Vorzciger sind sür den Distrikt Nühunter Forstwart Heuser zu Forsthaus Fasanerie bei Lich, >ir die anderen Lose Forstwart Stein zu Halieniod bei Reiskirchen 1 Oberste sien). Die Eröffnung der Gebote findet am 8. März, nachmittags 2 Uhr aus dem Obcrsörstcrei-Büro statt. Die Gegenwart der In 'cresicnten ist angenehm. _ Zeidral'DsrieHns^sse (fr BnlnkliiL - Hauptsitz: Berlin. - i Hliilan in' Braunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Danzig, ; : lÜBlcii III. Eriurt, Frankfurt a. M Königsberg i. Pr., Ludwigshafen a. Rh., Nürnberg und Straßburg !. Eis. 1 Eiiige/ablte« Aetien-K»|sital n. Reserven: 1«,000,000 Mark. i Sräf Ä Eiw * filials Frankfurla.M. 'Sr : i Postscheck*Conto Schiilerstrasse 25, L Fernsprcch-AnschluQ | N?. 329 Eingang rechts. Amt 1 892 u. 893. Annahme von Spareinlagen von Jedermann mit 4°/„ Yrry.lsisimg bei täglicher Kündigung 4W’o bei , /«jöhrl. Kündigung. \ »im? fgiittUing^tciupelltrei. 3« der Neuen Tageszeitung erschienen: Roman von Hedwig Courths-Maler in farbigem Künftlerumschlag Preis Mk. 4. - elegant gebunden „ „ 5.— Das hohe Lied der Treue wird i» diesem glänzend geschriebenen Werl in crgreisender Weise oiizcstiinmt. Im Mittelpunlt der Hanblung steht «in höchste i cs 2Lcib, das aus einsachrn Berhältnissen stammend, b v und Schutzengel ihres hochgeborenen Geliebten wir,, ungen brauen und Mädchen kann keine bessere und erhebendere Lektüre in die Hand gegeben werde». Bestellungen rechtzeitig erbeten: Neue Tageszeitung. Frtilviüigt Fkllkwkhr^ Friedberg lltLöslhablkiliing! Donnerstag, den j 5. März, abendsI 87, Uhr Uebnng. Hierauf in der Wirtschast von Friedrich | Haas. ___ jjolwfrltfiflfriinö Donnerstag, den 5. März 1914 I vormittags 107, Ul)t, kommen in dem Freiherrn von Ritter'schen Wald Hos Hasielheck, zur Ver-| stcigerung: 5 Fichienstämme ^ 2,31 Fstm. I 8518 schwere Birken-Eichenwellen 3306 Eichenbackwellen Zusammenlunst aus der Wein straße, am Eingang der Mittel- schneisic. Friedberg, den 2. März 1914. Für die Freih. von Ritter'sche j Eutsverwaltung Fourier. Bcklüintuilllljllliß. Die Besitzer von Obligationen des Turnvereins Germania Reichelsheim i. SB. werden ge beten die Nummern derselben di- zum 1. April 1914 dem Vorstände mitzuieilen. Wegen Ausgabe des Spezerei- Geschäfts verlause ich eine komplette, noch gut erhaltene Lndkneiurichtuiig Zu erfragen in der Exped. der Reuen Tageszeitung. Tüchtige Person, die sämtliche landwirtschaftliche Arbeiten ver steht als Klmshiiiiknii zu alleinstehendem Landwirt gesucht. Offerten an die Exped. der Neuen Tageszeitung. 1 Snngrrfu KMbillschen per !. April gesucht. Näh. bei der Exp. der Neue» Tageszeitung. 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Die, Soizaldemokratre, bei der gle.ch den Warenhäusern alles auf Massenwirkung berechnet ist, tut er diefen nach und veranstaltet ein« „Rote Woche", tn der auf das Kräftigste agitiert weiden soll. Die christlich.natio- nalen Bergleute aber sind ihnen zuvor gekommen und haben eine wackere „3chmorj-we,ß-rote Woche" veranstaltet. Ein« Woche lang fand an der Ruhr eine Hausagitation statt: Trepp «,ii. Trepp ab stürmten di« Getreuen und der Erfolg war: 2496 Neuaufnahmen, Zn dieser Zeit niedergehender Wrtschaftskon- junttur mit «inem Schlag« 2500 neue Mitglieder gewinnen, das i:t gewiß kein kleiner Erfolg! Wir können diesen Gewinn nur aus der Erbitterung »er. stehen, die unter der ganzen Arbeiterschaft über gewisse katho- lüche Quertreibereien herrscht. Während jeder wahr« Freund des deutschen Bolkes sich über die all« Gau« unseres deutschen Vaterlandes durchziehend« groste christlich-nationale Arbeitcr-- tewcgung freuen sollt«, wird seit Jahren von einer «euren, aber rührigen Zahl von Katholiken, di« sich selbst di- „Integralen" nennen, von ihren Gegnern als „Uebcrkatholiken" gclcnnzsich. i-et werden, ein unausgesetzter Kampf gegen die tnterkonsesfionel. len christlich-nationalen tbewerkschaften geführt, Obwohl man festst elfen must, datz der Führer dieser „Integralen", der ober- schlesische Gras Oppersdorfs, Leiter eines interkonfessionellen Bauernvercins ist und im preuhischen Herrenhaus« einer inter. konfessionellen Gnippe angehört, wird trotzdem den Arbeitern unausgesetzt das Gefährliche des Zusammenseins beider Konfessionen vor Augen geführt. Zeitweise schien es, als wenn Fürstbischof Kopp seine alt« Feindschaft vergessen habe, aber ein Schreiben, das sich gegen den Bischof Schult« von Paderborn richtete, stammt die alt« Gegnerschaft wieder auf. Für di« christlich.nationalen Gewerkschaften ist dabei wenig zu tun. Wenn die Bischöfe vor. aller Oeffentlichkett gegen einander Stellung nehmen, wenn di« „Integralen" di« Zentrumspreffe uud den Volksoerein für das katholische Deutschland befeinden, io wird dadurch di« christlich-nationale Bewegung, die mit Par- >o Politik nichts zu tun hat, nicht in Mitleidenschaft gezogen. Sie hat unter de» führenden Politikern des Zentrums genau solche entschiedenen Frcurrde, wie unter den führenden Ratio. alliberalen fBassermannf und unter den führenden Konserva- linen (Graf Earmer): sie hat Fr«und« und — Feind« tn allen Parteien, Und wen» sich in den letzten Wochen wieder «inmal ein grostes Zeitungsrumoren erhob, so hat der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter darauf di« schönste Antwort gegeben: nron nutzt« di« berechtigt« Empörung der Arbeiterschaft, man nutzte den öffentlichen Kampf, der wieder ei,«mal di« Aufmerksamkeit jedes Z«itungsl«sers auf di« grost« Bewegung lenkt«, cazu, um tn treuer Kleinarbeit di« Zahl der Mitglieder zu meh. ren, Bor Jahren wurd« ein Wort des Führers der Ruhrkohlen- industri« viel besprochen, das Wort des Herrn Kirdorf: „Die christliche Arbeiterbewegung ist schlimmer wie di« sozialdemo- kratische". Man sah darin nur den Ausdruck Kurzsichten, einsei. tigen Unternehmertums, Weil man di« christlich-nationale Arbeiterbewegung schlecht als „vaterlandslos" bekämpfen kann, so deucht sie gewissen Unternehmern ärger als di« soziakdom«. kr« tische zu sein, gegen die man die Staatsmacht »u Hilf» rufen kann. Aber es liegt noch ein anderer Grund zu solchem Wort für Herrn Kirdorf vor: der Gegensatz der Weltanschauung, Und dieser Gegensatz der Weltanschauug kann ein« betörte Eroststadt- masie genau so zum „Mosicnstreik gegen die Landeskirche" führen, wie sie in den Kreisen der Besitzenden schärfst« Ausdrücke gegen ein« Bewegung vcranlastt, dt« es wagt, sich christlich zu nennen. Herr Kirdorf ist aus der evangelischen Kirche ausgetreten und gehört keiner kirchlich» Eemeinschft mehr an. Und Feindschaft von solchr Seite must getragen werden, sie ehrt, Reinhard Mumm, vrrZuIkmnitnichliis! der rfrijteftfljenben |)arlrifn. S, & H, Köln, 1. März 1914. Vor einer äußerst zahlreichen Zuhörerschaft sprach heute hier der frcikonservative Landtagsabgeordnete v. K a r - d v r s s über den Zusammenschluß drr rechtsstehenden Parteien. Die Versammlung wurde mit einer Ansprache des Vorsitzenden eröffnet, die in ein K a i f e r h o ch ausklang. Das letzte Jahr, ein Jahr der Jubiläen und Feste hat mit einem Mistklang geendet. Alles was mit Zabern zusammcnhängt, läßt unser Blut schwer in den Adern rollen. Das letzte Jahr der Jubilänmsregierung des Kaisers war betrübender als je ein Jahr seit der Gründung des deutschen Reiches, Der Mangel an nationaleni Gefühl, der durch weite Kreise hindurchgegangen ist, macht dieses Jahr zu einein der schmerz- lichsten der neueren deutschen Geschichte. Es ist der Kampf der P a r te i e n, der die Axt anzulegen droht an unsere staatliche Größe und nationale Wohlfahrt. Nicht an allen Stellen ist das Auge offen für die Mittel, mit denen all diese Erscheinungen bekänipst werden können. Die Ursache des Streites liegt in dem Zustandekommen der 9)e;d£fmanj- reform von 1909. Unverständlich und unbegreiflich ist es, wie man die Stellung der einzelnen Parteien zum Ausgang einer derartigen politischen Entwickelung nehmen konnte. Seit jenen Tagen hoben wir das Bündnis der Freisinnigen init den Sozialdenwkraten und das der Nationalliberalen mit dem Freisinn. Gegen letzteres könnte man nichts ein- wendcn, wenn es dazu geführt hätte, die Parteien nach rechts zu führen, den Gegensatz zur Sozialdemokratie zu verschärfen und zu vertiefen. Aber das Gegenteil ist eingetreten. Die Nationalliberale Partei ist nach links gezogen worden und auch in der Nationalliberalen Partei fängt man an, sich darüber klar zu werden, daß die Dinge so nicht weitergehen können. Die Rede des Landtagsabgeordnetcn v. Röchling bei der ersten Lesung des Etats im preußischen Abgeord- »etenhause hat viel gut gemacht, was von der Nationnllibe- ralen Partei in den letzten Jahren gefehlt und gesündigt worden ist. Sie hat den Gegensatz klar hervortreten lassen, der zwischen der Nationalibecalen Partei des Abgeordnetenhauses und derjenigen des Reichstages besteht. Der Nationalliberalen Partei inuß es sehr zum Vorwurf gemacht werden, daß die in der Zaberner Angelegenheit mit der Sozial- denwkratie zusammengegangen ist. Die bürgerlichen Parteien müssen sich klar sein, daß, wenn sie mit der Sozialdemo- kratie Politik treiben, die Sozialdemokratie schon durch ihre nume-tsche Stärke die Führung hat und die bürgerlichen Parteien die Angeführten sind, — Der Redner ging dann auf einen Artikel der „Kölnischen Zeitung" ein, in dem von einer Vereinsamung der Konservativen in einschneidenden Fragen die Rede ist. Diese Vereinsamung hat uns in ;vi Zaberner Angelegenheit wehe getan, aber sie hat mij auch mit Stolz erfüllt, denn sie zeigte »ns, daß dir großen In!er. essen des Vaterlandes letzten Ende? allein bei den KonUr- vative» gut aufgehoben sind. Gerade die Ereignisse des letzten Jahres sollten die Nationallibcrale Partei zur Einkehr mahnen. Niemand wird von ihnen ein Aufgeben ilnrs Pr« grainms verlangen. Sie brauchen nur zu ihrem alten Pro- giamm zurückzukehren aus der Zeit, wo Bciiiiigscn und Miguel ihre Führer wareii. Wem, die Nationalliberalc Partei daniit krebsen geht, daß der alle Zolltaris ihr W. i sei, so wird sie das Zustandekommen des neuen cmii,: ,mi allein dein Umstande zu verdanken haben, daß die Lentsäie Reichspactei sich dafür eingesetzt hat und einen gr> gen Teil der Konservativen zu sich zog. Ter Redner Ki ;l :tc dann den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands, de, ans einen, Auswandererland, das Deutschland vorher gewesen, ein Ein wandererland gemacht habe. Wir haben, so betont: der Red- ner, diesen Wohlstand gefördert zusammen mit der National- liberalen Partei und ich will hoffen, daß diese Partei für die Erhaltung unserer Wirtschaftspolitik auch ferner eintritt, wie sie dies bisher getan hat. Daß sie gewillt ist, das- zn tun, ist durch den Antrag v. Röchling im Abgeordnetenhanse dargetan worden. Die Nationalliberale NcichstagSsraktion unter Bassermann soll sich geweigert haben, eine solche Vorlage im Reichstage zu vertreten; wir hoffen aber, daß wir die Nationalliberale Partei auf ihrem Platze finden werden. Wir haben unsere Politik gemacht im Sinne eines Ans- gleiches der agrarischen Interessen im Osten und der industriellen Interessen im Westen. Schmerzlich berührt daher die Stellung der „Kölnischen Zeitung", eine? angesehenen Organs der liberalen Partei, ,,, den Konservativen, Bis- in die Reihen der Freikonservativen hinein hat inan sich gefreut, daß in Jerichow die rote Fahne herlintergezoge» worden ist. Aber was sagt dazu die „Kölnische Zeitung": Das Ergebnis hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite kann nia» wohl damit einverstanden sein, daß die Bäunie der Sozialdemokratie nicht in den Himmel wachsen, auf der anderen Seite aber rückt der Sieg der Konservativen dem schwarz- blauen Block wieder in erreichbare Nähe, Das Märchen vom schwarzblauen Block ist nichts anderes als die Spekulation auf konfessionelle Gegensätze. Es ist eine bodenlose politische Brunnenvergiftung, wenn man den Konservativen Stricke zu drehen sucht, wie das die Gegner heute versuchen. Ich bedauere noch heute den Verfall des Blockes voin Jahre 1909. Die Schuld liegt aber nicht bei den rechtsstehenden Parteien, auch nicht bei der Liberalen Partei, die liegt beim Fürsten Bülow. Es war ein verhängnisvoller politischer Fehler, zn versuchen, im Reiche unter gänzlicher Ausschaltung des Zentrums zu regieren. Diesen Fehler hat Bismarck nie ge- macht. Er war klug genug, immer wieder den Weg zum Zentrum zurllckzuftnden. Die Vorwürfe, die uns in den letzt vergangenen vier Jahren gemacht worden sind, haben aus weite evangelische Kreise einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Wir haben zu diesen Erscheinungen nicht geschwiegen lind werden auch nicht schweigen, Der konfessionelle Friede kann nur aufrecht erhalten bleiben, wenn an der Friedens- linie nicht gerüttetlt wird, mit der der Kulturkampf abge- schlossen wurde. Gewiß, die katholische» Kreise haben noch manche Wünsche, so z, B. empfinden es hs« Katholiken schwer Zum Pflugeisen. Roma» von M, Prigge-Broor. 36 (Fortsetzung). Glücklich in seiner Liebe, gestützt von seinem starken Arm, ging sie ohne Furcht und Zagen dem neuen Leben entgegen, das ihr verheißungsvoll zulächelte. Vermißte sie nie- manbe,,? Heinz hoffte es. Er wußte nicht, daß im Herzen des geliebten Mädchens die Sehnsucht nach der Mutter, die sie verloren, aufgetvacht war. Seit Marp liebte, bedauerte sie die Arme, doch davon sprach sie nicht zn Heinz. Sic hatte die Empfindung, daß er sie nicht verstehen könne, wie der Verstorbene nicht verstanden hatte, daß sie sich allem Geschehenen zum Trotz noch der Mutter sehnte. Wenigstens an ihrem Ehrentage hätte sie sie gerne bei sich gehabt. Der Tag brach an. ein wolkenloser Jnlitag, bell schien die Sonne vom Himmel. Sie bestrahlte das Atelier, das Heinz zur Hochzeitsfeier hatte schmücken lassen, mit ihrem lichten Glanz, Dos große Zimmer war i» einen Palmenhain verwandelt, blähende Myrthenbämnchen «msäumten den Gang, der von der EingangStür z» dem an der Hanptwand errichteten Altar führte. Mit Orangen und Myrthenblüten lvar auch der Altortisch bestreut, Wachskerzen brannten. Heilige Weibe log über den: Raum, in dem var einigen Wochen erst Garen- »cs Totenfeier statigefunden hatte. Dachte Marv an diese Feier? Sie schauerte zusammen »nb wurde bleich, als sie an ihres Bräutigams Arm das Atelier betrit. Am Altar wartete der Pastor, die Freunde ihres Vaters umstanden ihn, zur Seite schluchzte die Hofrätin i» ihr Tuch, Hoch aufgerichtet schritt Jobst Heinrich Sebald heran, legte in des Priesters Hand den Trenschwnr ab und vmfaßte mit seiner markigen Rechten die bebende, zarte Mädchenband, »Und er soll Dein Herr sein", sprach der Geistliche, Mary neigte demütig das Haupt. Ihre Tränen flössen. Halb obnmächtig lehnte sie, nachdem die Zereino- nie beendet, im Arme ihres Gatten. Heinz zog sein junge? Weib an seine Brust, ein stilles Gelöbnis, sie glücklich zn machen in seinem Herzen. Nur acht Tage verweilte das junge Paar auf der Hochzeitsreise. Mary, noch angegriffen durch den Tod des geliebten Vaters, ertrug die Reisestrapazen schlecht, Heinz sehnte sich nach dem Pflngeisen. Dennoch waren es glückliche Tage, die die Beiden am Ufer des EomoseeS verbrachten. Zwar brannte die Sommersonne hernieder, in den großen Hotels war es leer, dafür spendeten die schattigen Gärten abendliche Erquickung. Goldene Orangen hingen zwischen grünen Zweigen, die winzigen Blüten versandten berauschenden Duft, auf den Beelen blühten Sommerblumen, leuchtende Pelaroznien, ticfdunkle Betunien und purvurrot- Kaunas, Dazwischen hingen an hochstämmigen Sträuchern vereinzelt noch Edel- rosen, deren schönste Exemplare an Marys Brust vcr- wclften. „Weil Du, selber einer Rose gleichst", behauptete er verliebt, Don fern grüßten die Berge, zierliche Boote schaukel- ten ans dem See, alles um sie her atmete Leben, und zu neuendem, berauschendem Leben geweckt, ruhte Mary an ihres Gatten Brust, „Wenn uns der Papa so sehen könnte!" sagte sie oft z» ihrem Manne. Doktor Heinz hätte dem Freunde gegönnt, noch das Glück seine? Kindes zu sehen, sonst war es ihm recht, sein süßes Weib mit niemandem zu teilen. Er liebte sie von Tag zn Tag mehr. Die Sommersonne sandte ihre heißesten Strahlen zur Erde, am Comosce wurde es drückend schwül. Heinz drängte nach Hause, wo seine Arbeit ihn erwartete. Als Ehemann I wollte er schlenniaft lein Eramen bestellen. Eine Depesche > benachrichtigte die Seinen einen Tag vorher von seiner Rückkehr. Er iMllte Rosemarie Gelegenheit geben, alles zn den, Empfange seiner Frau zu bereiten, wenn er sich auch nicht entschließen konnte, ihr mit einer Bitte zn nahen. Das junge Paar reiste in Etappen. Mary fühlte sich nicht ganz wohl, die Hitze liege ihr in den Gliedern, meinte sie. Sonst hätte sie Sommer und Sonne geliebt und nicht genug von der letzteren bekommen können, jetzt schmiegte si< sich wie ein welches Röschen an ihren Heinz. Er war erschrocken und sprach davon, einen Doktor zu rufen. Die junge Frau lachte ihn ans. „Ich bin das Reisen nicht gewohnt und sehne mich nach Ruhe. Bedenke mein Leben in der letzten Zeit, nein, in den letzten Jahren. Seit meine Mama von uns ging, habe ich kein rechtes Zuhause gehabt." Sie stockte plötzlich und sah verstohlen ans Heinz. Et war das erstemal, daß sie der Verschwundenen gedachte Heinz machte ein unbehagliches Gesicht. „Im Pflug eisen wird Deine Heimat sein", antwortete er nach ein«! Weile, „ich hoffe. Du wirst Dich glücklich fühlen." Marys Gedanken flogen dem Ziele der Fahrt voraus. Sie sah das alte Patrizierhaus leibhaftig vor sich, Hein; hatte ihr viel erzählt, so daß sie mit den Verhältnissen betraut war. „Am meisten fteue ich inich ans Dein Jngendziimner" begann sie aus ihren Gedanken heraus. „Das läßt Du um für die Sacken aus Papas Atelier. Bin neugierig, ob de, Platz ausreicht, olles unterzubringen. Du sagst, bei Euch Um sonst fein Zimmer frei?" „Frei nicht, aber Zimmer genug", beruhigte er sie. „Der ganze Oberstock steht seit vierzig oder fünfzig Jahren leer. Dos heißt, niemand wohnt in den großen Zimmern, d,e noch mit Urväterhausrot angesüllt sind," (Fortsetzung folgt). Nr. Neue Tageszeitung. Dienstag, den 3. Älär; 1914. fi.if} die Ordeusfreiheit in Deutschland nicht so ist wie in lindere» Länder». Erzbischof Kopp hat aber selbst zugegeben. daß gewichtige Gründe der Staatsrcgiernng vorliegen können, an einzelnen Orten die Ordensnicderlassnngcn zu beschränken. Aber die Entwickelung des Ordenswesens sieht in Deutschland nicht nach Bedrückung und Unterdrückung aus. Man sollte es in katholischen Kreisen anerkennen, daß die katholische Kirche sich so Wohl suhlt wie in keinem anderen Lande der Welt. In der Iesuitenfragc handelt es sich nicht uni eine Kirchen frage, sondern um eine Hcrzensfrage. Aber trotzdem werden meine politischen Freunde nie für eine Zulassung der Jesuiten zu haben sein. Es ist zu bedauern, daß das Zentrum in der Ostmarkensrage, die uns sehr am Herzen liegt, nicht einen Standpunkt einnimmt, der unserem Gefühl entspricht. Mit der sozialpolitischen Gesetzgebung muß endlich einnial Holt gemacht werden. (Lebhafter Bei- fall.) Wenn jetzt noch Vorschläge über eine Arbeitslosenversicherung konimen, so müssen wir dieie entschieden ablehncn, schon deshalb, weil eine solche Gesetzgebung eine starke Landflucht im Gefolge haben würde. Wir werden, so fährt der Redner fort, indem er auf die Zaberncr Angelegenheit ein- geht, keine Einschränkung der Kommandogewalt des Kaisers dulden, und schließt mit den Worten: Wenn die national gesinnten Kreise sich wieder znsammenschließen und wieder Zusammenarbeiten wie früher, wenn sie Vergangenes ver- gessen und an die Zukunft des Vaterlandes denken, dann werden wir große Gefahren von unserem Vaterlandc abwen- den und unser Reich groß und stark erhalten, wie wir es von unseren Vätern übernommen haben. Eine Diskussion fand nicht statt. — Der Vorsitzende schloß die Versanimlung mit Dankesworten an den Redner. Ans aller Weit. Drei Monate Gefängnis siir Dienstmädchcnmißhandlung. £in unerhörter Fall von Mißhandlung eines Dienstmädchens hat jetzt seine gerichtliche Sühne geftinden. Wegen fortgesetzter brutaler Mißhandlung ihres Dienstmädchens verurteilt« di« Strafkammer in Breslau die Avothckeisftau Hedwig Thiel, die schon wegen Mißhandlung eines anderen Dienstmädchens vorbestraft ist, zu drei Monaten Gefängnis und 250 Mk Gcld- struf«. Di« 16jährige Tochter der Frau wurde wegen Beihilfe zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt. Postdiebstahl in Pari». Ein bisher noch nicht aufgeAärter Diebstahl hält die Pariser Polizei in Atem. Der Postwagen, der jeden Morgen die Wertsendungen vom Hoimlpostamt abholt, ist am 28. Februar beraubt worden. Es fehlt ein Postsock, der ein« Menge Wertsendungen an das Institut der Börsenmakler enthielt. Da der Wagen vorher schon bei einer Reihe Banken vorgefahren war. so l-nnie wicht scftgestellt werden, uw der Diebstahl stattgesunde» hat. Ebenso kennt man den Wert der Objelte noch nicht, doch heißt es. daß er sehr groß sein soll. — (Ec wird weiter gemeldet: Der Postsack, der aus geheimnisvolle Weise aus einem Postwagen mitten im belebtesten Paris entwendet wurde, ist in dem Pariser Vorort Romatnville auf einem Bauplatz leer »ufgcsunden worden. Merkwürdigerweise wurde in einem anderen Vorort von Paris ein zweiter Pofftack gefunden. Es ist noch nicht bekannt geworden, ob au» dem Postwagen zwei Postsäcke gestohlen sind, oder ob dieser Sack aus einem anderen Wagen entwendet wurde. Die polizeilichen Ermittelungen in dieser Angelegenheit sind noch in der Schwebe. Hinrichtung eines Lostmörbers. Der Darbier Kaiser aus Harburg, der tm Juli v, I. an einem 5jährigen Mädchen einen Lustmord begangen hatte, wurde am Samstag durch den Scharfrichter Goebler aus Magdeburg hingerichtet. Russische Gefängnisse. In Saratow fand rin Gerichtsgrozeß gegen 47 zur Zwangsarbeit verurteilte Sträsling« statt, weil sie im Gefängnis einen Fluchtversuch uniernommcn hatten. Dir Sträflinge sagten ans, daß sie den Fluchtversuch unternehmen wollten, um entweder zu entkommen oder unterwegs erschossen zu werden, damit sie den entsetzlichen Zuständen im Ersängnis entgingen. Man hot di« Zellen mit Gefangenen überfüllt, so daß sie ein« erstickende Lust haben atmen müssen. Don der spärlichen Nahrung ist niemand satt geworden. 80 Prozent der Gefangene» sind an der Schwindsucht gestorben. Das Gericht sprach sämtliche Angeklagte frei. Unfälle beim Automobil Nennen um den Danderbikt-Pokal. Dar In Santa Konica veranstaltele große Automobil-Rennen um den von dem Millionär Vanderbili gestifteten Pokal, den der Fahrer Ralph de Palma aus einem deutschen Mercedes-Wr. gen gewann, nahm einen großartigen Verlauf. Ueber 150 000 Zufchouer wohnten dem sportlichen Ereignis bei. Bedauerlicher- lveise hot sich während de, Rennens «ine Reihe von Uniällcn zugelrogen, die verschiedentlich einen tötlichen Derlaus nahm». Der Wettsahrei Marquis, der einen Sunbeam.Wagen steuerte, stürzt« beim Nehmen einer Kurve mit seinem Automobil um und wurde schwer verletzt. Kurz vor Beginn des Rennens wurde ein Fahrer von seiner eigenen Maschine beim Anwerfen des Motors überfahren und getötet. Verurteilung einer Frau zum Tode. Ein von der gesamte» Newyorler Eesellschaft mit großer Spannung »erfolgter Mord- prozetz hat vor dem Schwurgericht jn Little-Valleq sein Ende gesunden. Angellagt war eine Fra» namens Bussub unter dem Verdachte, ihren Mann durch Arsenik vergiftet zu haben. Der Tat liegt folgende Vorgeschichte zugrunde. Frau Bussub hatte sich vor längerer Zeit in einen 23jährig«n Deutschamerikaner namens Frahm verliebt, der nicht weniger als 20 Jahr« jünger war als sic. Um den Geliebten heiraten zu können, saßte sic den Entschluß, ihr«,, Mann aus dem Weg« zu schäften uns mischt« in sein« Speisen Arsenik, das dann auch den gewünschten Erfolg hatte, denn ihr Gatte starb kurze Zeit darauf unter gro. ßen Qualen. Der Verdacht lenkte sich sofort aus die Frau des Verstorbenen, die anfangs jede Schuld leugnete. Als sich di« Verdachtsmainente aber in dem Maße häuften, daß ihre Schuld außer aller Frag« stand, gab sic den Mord zu. Die Eeschmore- nen erkannten aus schuldig des Biordes und verurteilten sie zum Tod«. Ein fürstlicher Landstreicher. Die Volles in Nizga verhaftete einen Laudstirichcr und bracht« ihn zur Wache. Dort stellt« sich beim Verhör zur größten llebcrraschung heraus, daß der Verhaftete ein Prinz, und zwar der Fürst Ferdinand de Ligori, Prinz von Refficci ist. Es ergab sich weiter, ratz der Prinz von seiner Familie reichlich« llnierstützung empiängt und lediglich aus Lust und Liebe zum Abenteuerleben als Landstreicher di« Welt durchgirhl. Fünf Arbeiter vom Zuge ersaßt und getötet. Auf dem Bahnhof Magdeburg.Neustadt war am Samstag eine Abteilung von 25 Arbeitern des Eteinsetzmctsters Schmidt unter Aussicht des Rottenführers Herbst aus Neustadt mit einer Kabellegung beschäftigt, als ein Eilzug aus Betlin heranbraustr. Der Führer Herbst vergaß wohl die Arbeiter aus das Heronuohen des Auges aufmerksam zu machen, sodaß sie nicht zur Seite traten. Der Zug fuhr mit voller Kraft in die Arbeitergruppe hinein: Herbst und vier ander« Arbeiier wurden auf der Stelle getötet. Die Namen der Getöteten sind: Herbst Magdeburg-Neustadl, Fischei-Kolbitz. Schlicphake-Zielitz, Klausnitzer.Zieljtz und Vöge von Kalbitz. Die übrigen Arbeiter konnten sich fast sämtlich in Sicheiheft bringen, nur einige hab.-n unbedeutend« Verletzungen erlitten. Doppelmorü. Die Frau des Bötlgcrs Witt und die Frau des Arbeiters Schwark in P o t s d a m, di« sich mit einem Handwagen in den Wald begeben hatten und nicht zurüikgekehrt waren. wurden in der Nahe des Teufclssces ermordet ausgcfundcn. Wahrscheinlich liegt auch ein Sittlüistcitsvcrbrochen vor. Ei« vergrabenes Goldlager nach 5» Jahren ansgesnnden. Di« „Daily Mail" weiß von einer romantischen Geschichte zu erzählen, di« tu Jetmore (Kansass das Tagesgespräch bildet. Danach hätten dortige Farmer Goldlörner gefunden, die einen Wert von mehreren 100 000 Mark darstellten. Die angestclltcn Nachforschungen führten zu dem überraschenden Resultat, daß die Muggets von einem Doldlager herrühvten, das vor 89 Iah. ren von Goldgräbern versteckt wurde, die aus Colorado in ihre Heimat zurückkehren wollten, unterwegs aber bei Pownec Rock von Indianern überfallen und bis auf einen Mann iriedcrge- macht wurden. Es gelang ihm, sich trotz seiner schweren Verletzungen bis zur nächsten Ansiedlnng zu schleppen. Dort er. zählte er von dem grausigen Massacre, dem seine Gefährten zum Opfer gefallen waren. Ehe er noch nähere Angaben über den Ort des vergrabenen Goldlagers machen konnte, starb er. Durch einen Zufall entdeckten vor einiger Zeit Farmer, die in die Gegend des damaligen lleberfallcs kamen, das Versteck. Bis jetzt sind für zirka 300 000 Mark Eoldkörner gefunden worden, man nimmt jedvch an, daß di« Ausbeute noch weit reichhaltiger fein wird. Schweres Automobilunglück bei Prcnzlau. Am Samstag ereignet« sich in Baumgarten bei Prenzlau rin schweres Auto, mvbilunglnck. Ein von Prrnzlau »ach Stettin fohlender „Mi- nerva".Wagen, der mit vier Personen besetzt war, Lbeifchlug sich infolge einer Fedevbolzenbruchs und flog in einen Ehanjsce- groben. Zwei der Insassen wurden aus der Stelle gelötet. Der Wagen wurde völlig zertrümmert Briesmarlensalschung in Serbien. Die serbische Poftbireition ist, wie aus Belgrad gemeldet wird, einer großen Briefmarken, föftchung auf die Spur gekommen und hat sämtliche im Verkehr befindlichen P-chbriefmarlen eingczogen und durch neue ersetzt. Ge> christliches. Ein entzückendes Kostüum, ebenso ein chikes Ballkleid, kann mau sich fast umsonst selbst Herstellen, und zwar mit Hilfe der vorzüglichen Vorlagen und dem dazu gehörigen mu-stergültigeu Schnittbogen, die das tonangebende Welten odenbla tt -Große Modenwelt", mit Fächcrvignettc, Verlag John Henry Schwerin C m. b. H., Berlin W. 57, in seiner neuesten soeben erschienenen Nummer seinen zahllosen Lesern darbietct. Aber auch die schön, stcn Gesellschaftskostüme, Spvrttoiletten und Hauskleider kann man sich aus diese einfache Methode leicht und billig zwrecht- schneibern. Jeder 1. Monatsnummer liegt ein großes sarben. prächtiges Modenkolorit bei. 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MI. 17,' 0—17,50, Psälzer MI. 17,50—18,00, fränkische MI. 17.00— 17,25, Rieügcrste Mk. 17,50 —18,00, ungarische Mk. 00.00—00,00, Futtergerste Mk. 00.0 )—00,00. Haler: hiesiger u. Wetterauer Mi. 16.00—17.00, lurhessischer Mk. 15,75—16,75 bayerischer Ml. 16,00-17,00, La Plctta Mk. 17,00-17,50, rui- sischer m 17,00—19,00. Mais Mixed Ml.00.00—00,00,Donaumais Alk. 00,00—60,00, La Plata MI. 14,50—14,75. Odesia Mk. O0.Ü0- 00,00 ruftftch. AI. 00,00—00,00, (lincanbin Mk. 19.09—19,25. Weizenmehl: hiesiges Nr. 0 Ml. 30,00—31.25, md- deutjchcs Mt 00,00 - 00,00, Nr. 1 Mk. 29,50-29,75, süddeutsches MI. 00,'10-00,00, Nr. III MI. 26,50—26,75, -üdd-ntjches MI. 00,00-4)0,00, Nr. IV Pkt. 22.50—22,75, süddeutsches Alk. 00,00- 00.90. Roggen,nchl: hiesiges Nr.0MI.23,50-24,00, Nr.01 Mk. 23.50— 24,00, Nr. 1 MI. 22,50—23,00. Futterartiket Wei;e„ichalcn 10,75— > 1.00, Weizenkleie Pit 10,2510,50, Roggenllcie Mt 10.00 —10,50 Weizen-Futtermehl Mt 12,00—14,00, fitetticbet geliockn. SRI. 12.50-13,00 Mal,leime Mt 12.00-12.25, Ravs.üchen Mk. 12.50- 13.00 Palmluchen Mt 15,00-15,25, Futtcrgcrfte Mt 13,0!) —13.75 Bei sehr kleinem Angebot könnt« Wetterauer Weizen weiter im Preis« anziehen. 77 Kiloioar« wurde über Rotiz bezahlt. Roggen und Gerste ruhig. Haser gut gefragt. Mehl still. Futterartilel stärker gefragt und lebhaft gehandelt Amtliche Uotieruuq der Frankfurter marlrtpreilc vom S. Mars. Zum Verlaus standen: 1263 Rinder, oauiw - • 387 fit< r ir!j- 65 Lullen, 816 Färsen und Kühe, 403 Schweine. Kälber, 115 Schar 253 ) Preise sür 1 Zentner Mtbtnli gewichl rivi i)£ M I. Rinbee: A. Ochsen: aj 1. vollilcitch. ausgemäitete hochuen Schlachtwerls, 4—7 Jahre alt 40-51 . 89—93 2. Die noch nicht gezogen haben lnngejochtc) ....... b) tnnge iteitchtgc. nicht ausgemäitete und ältere ausgemäitete 45-19 81-89 cl mätzig genährte junge, gut genährte ältere .......... 42—45 77—S3 B. Bullen: ei voUtleiickuge. ausgemästetr höchsten SÄiachtwertS ....... 47-49 7 ',—81 d) n. iileuwii« 'üngere ..... c) mania genährte, junge und gut 43-46 74- u genährte ältere .... 40-42 72-76 O. Furten und Kühe: ,j vollileiichme. ausgemäitete Färsen höchsten Schlachtwerts .... d) vollileftchtge. ausgemäitete Kühe höckiten Schlachtwerts bis zu 7 I 8* -89 46-50 43—46 80-M c) 1. wenig gut entwickelte Färieu 41—45 79-87 2. ältere ausgemästete Kühe . 36—41 67-: 6 ck) moiua genährte Kühe und Färjen es gering genährte Kühe und Färsen 30—35 (.0-70 24-30 55 —6<’ l). Gering genährtes Jungvieh lFresier) - - — II. Kälber: a) Doppellender leimte Mast.... — ds irinste Maitlälber...... — — c) miniere Mail- und beste Lavakälber 69—64 160-107 d) geringere Ma,t- und gute Sauglälber. 53-57 90-97 0 ) gerinaere Saugkälber , , , , III. Schafe: »j Weiden,astjchafe:...... b) Diuniammci und Piasthammel . 41-42 90-92 r) geringere Piasthammel und Schafe - gj mätzig genahne bammct u. Schate (Merzschases ....... . — — 49-51 48,5-52 49-52 IV. Fettichwein«: »1 Fettichweine über 3 Ztr. Lebendge. (eicht .t.ii.iiii, b) votttierschigc Schweine über 25$ Ztr. Lebendgewicht es vollileuchige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht......, . d) vvllrleischige Schweine bi» zu 2 Ztr Lebendgewicht ei stell chige Schweine s> Sauen , Marktvcrlauf: Gedrückter Handel: hinter ui isen etwas Uebeistand. Kälber langsam ausvcrkauft. Knrsvericht 00 m 2. März 1914 der Mitteldeutschen Trcdttbauk Aktienkapital u. Reserve» MI. 70 090000 gegründet 1856. Frontiurter Börie. 62 -64 63-65 62-64 Rinder und Schwein» und Schafe ivrrden 6b.60'', 86,60 78 00 86,65 78,10 97,20 84 70 74,70 4 °/» ReichZauleihe 3'/, •/» Prcuß. Consols 3 V. 4V. Hefen 3 V.“/, . Vh . ----- 4•/. Oejterr. Goldrente 80.30 4'/i'/. » Sikbcriente 87.40 . 4«/, Ungar. Goiorentc 83.70 , 3 , „ Kroncnrente 82.90 „ 4„ Portugiesen Serie 1 61.90 „ 4 „ „ . UI 65.— . 3 */,•/, Russen o. 1905 98. «0 4°/. „ ,, 1902 4 ‘/.V. Japaner 4% Türken oou 1903 4'/«Administr. Türken lürkenloosc Ai. 90.90 91.50 86 .— 79P0 169.40 LVi.V. tOricchcn v. 1890 56.30 iV.Vo Monvpok-Griech. 52.20 }°/ Q Buen.-Air. Pr. Anl. 67.90 )'/„ Silber-Mexikaner —.— ,Mcx. Irrig, Anl tChinesen igudcruS L.-W. Act. Schuck. Elektr. Ges. „ 92.60 113.75 152.— Eschweiler Brrgw. „ 221.75 Bochumer Gußslahl , 2-6 50 GeI>eutlrch.t«ergw.AIt. 19a.. 5 259.75 berliner Handels Anl. Deutsche Bank Akt. Disk. Zlommandit Ant. 198,'R Dresdner Bank Akt. 158 75 sjet.Znt.Handelsb.Akt. 211.50 Russ.Banlj.a.Hand.A. 175.°/, Lchantung E. B. Akt. 142— battimore u. Ohio —.— hanada Pacific Alt. 215.75 princc Henri E. B.Att. 161.75 hürkenioose M. —.— Harpcner Bekgbaa „ Hamdg. Amt. Pak. „ btordd. Lloyd „ Bertiner.e,anders Aul Mittetd. Creditd. Akt Darrnstädt. Bant „ Deutsche Bant , — 1 . Deutsch-Asiatische Bani 12a 50 Disüntto Komin. Anl. 198 25 Dresdner Bank Akt. 158 50 Oest. Ercditanst. Akt. Lombarden „ Dtsch»Ubersee E.G. „ Ocfterr.Stna»bahn u Höchst. Farbwerte „ Ehem.Fadi. Alben M Aütgerswerke „ Straua Ronuma „ Phönix Bergb. „ Griesheim Elektron „ Zell stop LLa ld ho, „ Hotzvcrkohlungs-Fnd. Laurahutc „ PrivaldiStonl „ Tendenz: behauptet. Berlinrr Börse. Hohenkoheivcrke Akt. ,-. Deutsch-Luxemb.B.Att. 144.’/, » Laurahuire Akt. —.— » Oderschtejrer te. Akt. 92.— » Phönix Bergbau Akt. 245.— „ Nomdachei Hütte „ 165?), » Getjenttrchen Bergir. A. 196.75 » Harpenet Bergbau Lk>. 18 .25 « Allg.EIek. Gesell,ch.'.'tt«. 251.V. .. Siemens u. HatskeAkt. —.— , Tendenz: behauptet. 1585a Istl.- ' -26 59 ' 16250 . 124 - ' 126.'/, 25V.: 5 217.— 22. V. ' 17 i.75 156?/» 6a« — 452 — 20150 150 20 241.75 2o8 9Ü - 26.50 . 319.- 166.— 3.')» 124 50 , licht,»» Topcla routhem Pactstl Chicago Nock Jsl. Ntsi-Kan,. u.Tez.R. tnion Pacific, l. S. Stert Eomn/on Londaner Bor/r. Doll. 99.75 9,.'/. 5.V» 19. •/» 164?/. 66 ?/, Amakgamated topp. Toll. Chartere!) Company Lsir. Caslrano Propneiary „ Golbsietds „ Sianö Dunes „ De Beeis Eon,olid „ 96?/. >'.98 2.01 2 ?» b.’l, 18.93 Die ö. Depostteiikalie Friedderg i. empftehli sich zur ... Vermittlung silier bnukumssigen txesclntite- An- und Verlau, von 'Wertpapieren an allen Bönen. Errichtung lautenderNechnungen und pro»»st«n»sreicr Schen-aoa» Umwcchslung von Coupons und Lotten. Annahnrc von offenen und verichtossenen Depots. Entgegennahw» verzinslicher Spar-Etulaaeu. Sit. 52 Stile Ais den ftmlsverfiDnßigungsölätlern. Kreis Friedverg. Setr.: Dia Ausführung der Verordnung vom 15. Februar 1912, den Aibeiterschutz und die Unfallverhütung bei Hoch- und Ticfbnuten betreffend. Bekanntmachung. Nach Z 10 der Verordnung vom 15. Februar 1912 hat jeder Unternehmer dafür zu sorgen, dass mindestens ein Ab- druck dieser Verordnung auf jeder Baustelle ausgehängt ist. Wir weisen die beteiligten Kreise hierauf wiederholt hin und geben bekannt, daß von dem Arbeitgeberverband für das Baugewerbe zu Darmstadt (Fernsprech-Nummer 1313), der die Verordnung in Plakatsormat hat drucken lassen, Abdrücke zu folgenden Preisen bezogen werden können: Bei Abnahme von 10—Efl Stück zu 5 Pfennig das Stück, „ 50-100 „ „ 4 * „ „ „ ,, „ über 100 „ „ 3 * n einzelne Abdrücke 10 Pfennig das Stück. Die Preise verstehen sich ab Geschäftsstelle: Darmstadt, Nheinstraße 17. F r i c d bc r g, den 9. Februar 1911. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Frhr. Scheuck. Bekanntmachung. Es ist darauf zu achten, dah bei Reparaturen an Häusern, in deren Nähe die Nicderspannungs'Ortsnetzleitun- gen vorübersuhren, die betreffenden Handwerker, wie Mau- rer, Tüncher, Dachdecker, Spengler usw., die unter Strom befindlichen Leitungen nicht berühren, da hierbei durch K»rz- fchluh nicht nur Störungen, sondern auch durch den Schreck beim Austreten eines Lichtbogens oder durch die plötzliche Einwirkung des elektrischen Stromes Ilnglücksfälle durch Herabstürzen von Leitern, Dächern usw. hervorgerufen wer- den könnten. Sollten Leitungen auf diese Weis' in irgend einer Art gefährlich werden, so mühte die Elektrische Ileberlandanlagc in Friedberg zur Abhaltung während der Zeit der Revara- tur usw. entweder direkt, oder durch die betreffende Bürgermeisterei aufgcfordert werden. F r i e d b e r g , den 16. Februar 1911. Grobherzogliches Kreisamt Friedberg. Frhr. Schenck. F r i e d b e r g, den 16. Februar 1911. Das Großh. KreiSamt Friedberg an de» Herrn Bürgermeister der Stadt Friedberg und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir Sie auf vorstehende Bekanntmachung besonders Hinweisen, beauftragen wir Sie, diese in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Frhr. Schenck. Betr.: Vorträge. Friedberg, den 21. Februar 1911. Die Großh. Kreisschnlkommission Friedberg an die Schulvorstände des Kreises. Die Kommission ftir Revision der Religionslehrpläne hat die Absicht, zur Einführung in die ihre Arbeit beherrschenden Grundsätze und Gedanken, insbesondere bezüglich der Gestaltung und Behandlung der neuen Biblischen Geschichte und der ihr beigcgebeneu Lescstücke aus dem Alten nnd dem Neuen Testament, an drei Mittwochen im März d. Fs. je zwei Vorträge von einzelnen ihrer Mitglieder im Kaisersaal (Fürstensaal) in Darmstadt halten zu lassen, und zwar: 1. Am Mittwoch, den 1. März, 3 Ilhr: a. Die Behandlung der Propheten und der alt- testamentarischen Lesestücke. Referent: Prof. Lic. Jaegcr, Friedberg. t>. Inwiefern stellt die neue Biblische Geschichte einen Fortschritt gegen die frühere dar. Referent: Prof. v. vr. Diehf, Friedberg. 2. Am Mittwoch, den 11. März, 3 Uhr: s. Tie Behandlung der Apostelgeschichte und der neu- testanientlichen Lesestücke. Referent: Lehrer Dollinger Ober-Gleen. b. Der Religionsunterricht nach dem neuen Lehrplan. Referent: Schulrat Dietrich, Erbach. 3. Am Mittwoch, den 18. März, 3 Uhr: a. Die Behandlung der Kirchengeschichte und des Katechisnius nach dem neuen Lehrplan. Referent: Pfarrer v. Waitz, Darmstadt. t>. Ter Katechismusunterricht nach dem neuen Lehrplan Referent: Prof. Lic. Matthes, Darmstadt. Jedesmal soll das zweite Thema den Stoff zur Diskussion bilden. Wir empfehlen Ihnen, die evangelischen Lehrer alsbald empfehlend auf diese Vorträge auftncrksam zu machen. Frhr. Schenck. Bekanntmachung. F r i e d b e r g, den 25. Februar 1911. Betr.: Das Militür-Ersaygeschäft pro 1911, hier Rekla- mationen. An die Herren Bürgermeister der Städte Friedberg und Bad-Nauheim, die Großh. Bürgermeistereien des Kreise« sowie Großh Polizei-Kommissariat Wickstadt. Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 16. I. MtS., Amtsvrrkündiguugsblatt Nr. 15, mache ich nochmals daraus aufmerklam, dab sämtliche Reklamationen aus den 91«*« Tageszeitung. Dienstag, den 5. !v«ar; isi 4 . Gemeinden der Musterungsbezirke Friedberg und Vilbel, soweit die Reklamierten, welche sich an den für ihre Genreinden bestimmten Tagen zur Untersuchung zu stellen haben, nicht bereits wegen Fehler zurückgestcllt worden sind, Mon- tag, den 16. März I. Js., vormittags 8 V\ Uhr, im Musterungslokale zu Friedberg verhandett werden. Sie wollen die in Frage konimenden Angehörigen der Reklamierten entsprechend laden und die Reklamierten selbst bedeuten, dah es ihne anhcrmgestellt werde, auch an diesem Tage sich im Mustcrungslokale einzufinden. Im Musterungsbezirk Butzbach werden sämtliche Reklamationen, soweit die Reklamierten, welche sich an den für ihre Gemeinden besfimmten Tagen zur Untersuchung zu stellen haben, nicht bereits wegen Fehler zurückgestellt worden sind, am 19. März I. Js., vormittags 8 Uhr, verhandelt. Tie Betreffenden find deshalb auf den genannten Tag zu laden und den Reklamierten ist zu eröffnen, daß es Ihnen fteistehe, an diesem Tage ebenfalls iwchmals zu erscheinen. Frhr. Schenck. Betr.: Das Militär-Ersatzgeschäft. An die Herren Bürgermeister der Städte Friedberg und Bad-Nauheim, die Grohh. Bürgermeistereien des Kreise« und das Grohh. Polizei-Kommissariat Wickstadt. Falls die Einweisung versichctter Militärpftichtiger i» eine Heilstätte von der Landesversicherungsanstalt bereits beschlossen oder in Bälde zu erwarten ist, wollen Sie die Ersatz-Kommission während der Vorstellung der Betreffenden darauf aufmerksam machen. Friedberg, den 25. Februar 1911. Der Zivilvorsitzende der Grohh. Erfatzkommission Friedberg. Frhr. Schenck. Friedberg, den 25. Februar 1911. Betr.: Das Militär-Ersatzzeschäst pro 1911. Der Zivilvorsitzcnde der Grohh. Ersatzkommission Friedberg an dir Herren Bürgermeister der Städte Fried- kerg und Bad-Nauheim, die Grohh. Bürgermeistereien des Kreises und das Grohh. Polizeikommisiariat Wickstadt. Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben obigen Betreffs vom 16. l. Mts., Amtsverkündigungsblatt Nr. 15, teile ich Ihnen mit, dah die Militärpflichtigen eine halbe Stunde vor Beginn des Ersatz-Geschäfts im Hofe des Musterungs- Lokales sich cinzufinden haben. Sie wollen dieselben deshalb entsprechend laden. Weiter bemerke ich Ihnen, dah Militärpflichtige, welche von einem Truppenteil Annahmcschein erhalten und sich beim Bezirksfeldwebel angemeldet haben, zum Ersatzgeschäft nicht zu erscheinen haben. Den Betreffenden wollen Sie dies Mitteilen. Frhr. Schenck Kreis Gießen. Bekanntmachung. Betr. Gefechtsschießen. An dt« Grohh. Bürgermeistereien Albach, Annerod, Altenbuseck, Burkhardsfelden, Großenbuseck Oppenrod, Rodgen, Cteinbach Trohe. Das Regiment Kaiser Wilhelm beabsichiigt am 9., 10., 11., 12. 13. 11. 16. 17. und 18. März d. I. täglich von 9 Ilhr vorm' bis 1 Uhr nachmittags vom Wege aus, welcher vom Süboltaus- gang des Dorfes Annerod in nördlicher Richtung auf di« Straß« Gießen—Reiskirchen führt, Feuerstellung etwa 500 Meter nördlich Annerod, mit der allgenieim» Schußrichtung gegen Höhe 263 hortwestlich der Eiratz« Albach—Burkhardsfelden gefechtsmäßiges Echiehen mit scharfer Munition abznhalten. Abgefperrt wird dazu von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags das Gelände zwischen Straß« Gießen—Reiskirchen—Oppenrod—Burkhardsfelden—Albach — Steinbach, Straß« Seinbach—Forfthaus Hochwatt—Annerod. Die Chausseen Gießen—Reiskirchen, Oppenrod—Burkhardsfeflien, Albach—Steinbach und Cteinbach — Gießen sind nicht gefährdet und können betreten weiden. Sie wollen vorstehendes vor dem 9. Aiärz l. I. mehrmals ottsüblich bekannt machen lasten. Gießen, den 21. Februar 1911. Eroßhcrzogliches Kreisamt Gießen. 3. ».: Welcker. Bekanntmachung. Betr.: Dt« französische Fremdenlegion. An das Eroßh. Polizeiamt Gießen und an di« Grvßh. Dürger- meiftereien der Landgemeinden des Kreises. Wir benachrichtigen Sie, daß als Dorausletzung für di« Aufnahme in di« französisch« Fremdenlegion unter anderem neuerdrngs Vollendung des 29. Lebensjahres oder aber Zustim. mwng des gesetzlichen Vertreters verklagt wird. Anträge auf Entlassung jüngerer Reichsangehöriger, die entgegen dieser Bestimmung irrtümlich in der Legion Aufnahme finden sollten, können hiernach in Zukunft befürwottet werden, auch gilt das gleiche für diejenigen Personen, di« seit etwa November ». Js. entgegen dem Gesagten für di« Fremdenlegion angeworben sein sollten. Wir empfehlen Ihnen, entstehendenfalls Eltern und Vormünder hierauf aufmerksam zu machen, damit solche Fälle »NS zur Vorlage gebracht werden. Gießen, den 21. Februar 1911. Großheqogliches Kieisomt Gießen. I. V.: Welcker. Bekanntmachung. Betr.: Sterblichkettsftatistik. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden de» Kreises. Wir er inne rn Sie daran, datz Mt Zählkarte» ««8 Todes» zeugnist« — oder ein« Fehlanzeige (in Form einer duräsiriche. nen Zählkarte) aus den Monaten Januar und Februar in den eisten Tagen des Monats März an das Krcisgesundheitsamt einzusenden sind. Gießen, den 21. Februar 1911. / Eroßherzogliches Kreisamt Gießen. Z. B.: Welcke- Bekanntmachung. Bett.: Die Besteuerung der Klaviere, Automaten und Musikwerke, Lnrnsioagcn und Luxusreitpseide. Unter Hinweis aus Artikel 33 des Gesetzes vom 12. August 1899, in der Festung der Bctanntmachung vom 21. März 1910, wttd hiermit Mr öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Stcm, xelabgabe: 1. für Verkaufs- oder Wagautomalen, 2. für automatische Krasttnester, 3. für Automattn, die zur Unterhaltung des Publikums dienen, 1. für alle in öffentlichen Wirtjchaftslokalen ausgestellte Klaviere oder sonsttge Musikwerke, S. für Luxuswagen und Luxusreitpferde, für das Rj. 1911 im Monat März an allen Wochentage» von vormittags 9—12 Uhr, bei der unttrzeichneten Behörde im Re. giernngsgebäude sLandgraf Philipp-Platz, Zimmer Nr. 1) dahier zu entrichten ist. Wer bis zum 31. März 1911 di« Abmeldung der stempel. pffichtigen Automaten usw. bei uns nicht erwirtt hat. ist zul Weilerentrichtung der Abgabe bei Meidung der Bestrafung und zwangsweisen Beitreibung verpflichtet. Sollte die Entrichtung der Abgabe im Woge der Postein» zahlnng «nsolgen, so sind di« Geldbeträge, stets ganz ftei einzuzahlen. Die für das Rj. 1913 ausgestellten Karten sind vorzulegen. Gießen, den 21. Februar 1911. Eroßherzogliches Kreisanrt Gießen. I. V.: Welcker. . Gießen, den 21. Februar 1911. Bett.: Wie oben. An das Großh. Polizeiamt Gießen und an di« Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weife wie» derholi zu veröffentlichen. Kroßherzogliches Kreisamt Gießen. Z. V.: Welcker. Bekanntmachung. Bett.: Die Ausführung des llrkundenstempels ». 12. August 1899 im der Fassung der Bekamrtmochmvg vom 21. März 1910: hier: die Erhebung der Etempelabgaben für Fahrräder. Unter Hinweis aus Arttkel 33 des obigen Gesetzes wird hier, mit zur Kenntnis gebracht, daß der Strmprlbetrag für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1911 td. i. die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1918) im Monat März 1911 an allen Werktagen vormittags von 9—12 Uhr, auf dem Bureau der untergeichneieit Behörde, Zimmer Nr. 1, zu entrichten Ist. Wir fordern hiermtt all« Besitzer von Fahrrädern, die dies« auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzen, auf, di« Sienr- polabgabe für 1911 Rj. mit 5 M. von jetzt ab zu entrichte:,, oder insofern di« Voraussetzungen hierzu vorliegen, Antrag auf Sk* fientreg von der Abgabe zu stellen. Sollt« di« Entrichtung der Abgabe im Wege der Pofteinzah- lung erfolgen, so sind die Geldbeträge stets ganz frei einzuzah. len, auch müsten di« früheren Radfahrkarten mit «ingesandt werden. Wer bis zum 31. März 1911 von der Entrichtung der Abgabe Lesreit ist, hat erneutes Besreiungsgesuch binnen gleicher Frist bei der Bürgeimeisterei seines Wohnorts oder in der Stadt Gießen dem Polizeiamt vorzubttngen. Hierbei ist die früher etteilt« Radfahrkart« und der letzt« Sdaatsfteuerzettel (2 Blätter) vorzulegen. Befrei ungsanträge, die noch dem 1. April 1911 gestellt werden, können kein« Berücksichtigung mehl finde',. Di« Stempelabgabe wird von all denjenigen Perionen, die ausweislich unseres Registers Mi Zahlung verpftlchtet sind, einerlei, ob sie bisher di« Abgabe entrichtet haben, »der von derselben befrett waren, beigetrieben werden, falls die von ihnen benutzten Fahrräder nicht bis spätesten» 31. März 1911 unter Rücktzab« der Nummerplatte bei uns abgemeldet worden find. Auch wird die Besttafung der Säumigen auf Grund des Ur- kimdenftempelgesetzes erfolgen. Gießen, den 21. Februar 1911. Eroßherzogliches Kleisamt Gießen: I. B.: Langermann. Gießen, den 21. Februar 1911. Bott.: Wie oben. An das Großh. Polizeiamt Gießen und an di« Großh Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Borstehend« Bekanntmachung wollen Sie wiederholt ner öffentlichen. Die bei Ihnen eingehenden Gesuche um Befreiung von de, Ciempelabgabe wollen Sie zunächst sammeln, und in Berzeich Nisse zu lammenstellen und dies« Berzeichniffe nebst den letzten Radsahrkarten der bett. Radbesitzer, den Steuerzetteln und etwa sonst noch vorhandenen Nachweisen bis zum 18. März 1911 an uns einsenden. Di« Einträge in den Berzeichnissen find in bei Reihenfolge der Nummern der Radfahrtarten zu vollziehen. Berzeichniffe di« diesei Borlchrist nicht enffprechen, werben wil als „Portopflichtige Dienstlache" zur Neuaufftellung zurückaeben. Formular« für Berzeichniffe find bei der Firma W. Klee dahick erhältlich Eroßherzogliches Kreiramt Gießen. 2- B.: Lang erm a nn. Jte. M Neue Tageszeitung. Dienstag, oen 3. März »314. Ofoerheisen. N utzholz-V epkaui I Das nachverzeich, de. im laufenden Winter bereits gefällte Nutzholz soll auf dem Wege der SuhniixnloM verkauft werden. Gebote sind verschlossen mit der Aulschrift „Holzsub- Mission" !>'. I ;s:cns den t>. M&r 1 , <»14. *oi-Mii««MK* *» I hr bei Unterzeichneter Stelle einzureichen. Oefinung der Gebote erfolgt am 6. März, vormittags 10 Uhr, i n Rathause zu Lieh Vcrk. edingungen, denen sich die Käufer mit Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, liegen bei €NMhrrxo(llrker Bfirserairistercl Ueh zur Einsicht oben. Auf das Fichten- ' : iliolz Va un.1 Vb Klasse kann nucli zusammen als Klasse V und auf die Fichten-Nutzreiser auf einzelne Abteilungen geboten werden. Nähere Auskunft erteilen auf Wunsch die Unterzeichnete liehe, sowie die Qrossherzoglichc Oberförsterei Lieh. Das Holz ist mit der Rinde gemessen. Wegen Vorzeigung des Holzes wolle man sich an die Forstwarte Textor und Find! in Lieh wenden Eichen 1 u e h e n Hainbuchen Elabeer F 1 c ii t e u Ei i e i e r n FiehtsT-üLi Waldeigentümer Festmeter F islmtltr Festmeter F e s t m e t e r F e s t m e t e 1 Festmet c r lim. 1. Kl. H.Kl.lllI.Kl.ill. Kl. V. Kl 111. Kl. 1. Kl. II.KI.jlll.KI.jHk Kl. lll.KI.jll. Kl.jV. Kl.jll. Kl. von von von von 40-49] 30-39] 25-29[ 17-24 cm Mittendurchmesser II. Kl.jV. Kl.jll. Kl. 1. Kl, | II. Kl.jlll Kl.jll. Kkjle Kl.jll Kl. 11. KI.IIII.Kl.fl. Kl. V. Kl. Cleiueinde Lirli über 60 cm von 1 von von 50-59140-49] 30-39 Mittendurch von von 25-29) 15-24 messer über 60 cm li von von von 50-50] 40-49] 30-39 littendurchmesser von von von 30-39] 25-29] 17-24 cm Hilltalurclimmer über ] von | von | von ] von | unter 50 >40-46] .30-39] 25-29] 20-24] 20 cm Mittendurch messer von von | von von 40-49] 30-39] 25-29] 20-24 cm Mittendurchmesser Forstwartel 1. — 3,20 1 17,15 67,42 104,05 214 8,11 16,12 21,01 100,95 — | 0,46 1 0,44 1 5.20 - - — — 1 2,08,15,61 1 16,04 17 |79,13 — 1,05 — 0,92 — Forstwartc, U. 2,94 — ! 2,90 18,08 21,30 23,19 — 3,16 1,27 1,09 0,291 0^41 6.5o) 4.30 2,52 1,58 3,37 3,93| 1,98 81.36159,29 58.31|80,61 3,55 49,95 49,88 69,89 707 Iiirh, den 12. Februar 1014. Cirossherxoglirlic Bürgermeisterei lJeli: D ii r nt e r, Öoweil Vorrat, Bescltten So’ unsere ÄüssfellöÄg aller Confinnatton3- und Cooinuinion-Bedflrisf'fHkel! und Communion. 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