Nummer 51 Wonrag. oen 3. März 7. Jahrgang Die »Uen« Tagrssrituiix" crlchcint jeden Werltag. Regelmäßige Beilagen „Der Kaner ans Helsen", ,,?i« Kpinnliulie". üeiligopre:»: Bei den Postanstalten oieriel/ahrlich Ml. 1 /J 5 bei den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Irägerlohn. A»,ei»»n! Grundzeile 20 Psg„ lokale 15 Pjg, Anzeigen von auswärts „erden du ich Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Kchrifilritnng und Ueelag Friedberg (Hessen), Hanauerstrahe 12. Femlprecher -15. Postichcil-Conlo Nr. 4S.19, A,»i Fronlstirt o. M. Ueberftcht. — Bon de» neu angekommencn Mitgliedern drr deut schrn Militärmission wurden, wie der Korrespondent des „Berliner Tageblattes" hört, ernannt: Oberst Tachitasoski ?nni Komniandanten der Festung Adrianopcl, Oberst Schneller zum Generalinspekteur der Feldartillerie, Major v. Wilhelm zum Kommandeur der Modellabteilung der schweren Artillerie, Major von Krester zum Kommandeur der Modellabteilung der Feldartillcrie. Oberst von Kirsten übernimmt das Kommando des ersten Reiterregiments. — In dem Gasthos Kristeller in Hohensalza (Posen) wurden sieben russisch türkische Händler schwer krank, zum Teil bewußtlos ausgesuiidcn. Man führt die Erkrankungen auf Gasvergiftung und den Genuß verdorbener Bücklinge zurück. Zwei Personen sind bereits gestorben. — In Klein Panknin (Regierungsbezirk Köslin) erkrankte die Familie des Besitzers Müncholv nach dem Abendessen unter Vergistungserscheinungen. Die Frau ist bereits gestorben. Der Mann und 5 Kinder beftnden sich in Lebens- gefahr. — Tic albanische Deputation wurde gestern vom Kaiser Franz Joseph in Schönbrunn in Audienz empfangen. Bor der Audienz Essad Paschas beim Kaiser wurde diesem das Großkreuz des Franz Joseph-Ordrns verliehen. — Das Urteil gegen den Spion Alexander Jandric, den Bruder des zu WA- Jahren schweren Kerker verurteilten Zedomil Jandric wurde am Samstag gefällt. Der Gerichis- liof erkannte auf 4% Jahre schweren Kerker. — Als gestern 5 Touristen aus Lausanne in zwei Ab- teilungen einen Ausstieg zum Coldechauvier im Kanton Wallis unternahmen, wurde die eine Abteilung, die aus dem Bürochef Meylnn, dem Architekten Marmillod und dem Tchlossermcister Dentan bestand, von einer Lawine begraben. Die Leichen aller drei Personen sind bereits geborgen. — Der Weihe Wolf, das Haupt der berüchtigten Rnubcr- t-a»d, ist mit 1000 Mann seiner Bande den ihn umzingelnden chinesischen Regierungstruppen entkommen und befindet sich auf der Flucht nach dem Honan-Gebirge. Seine Verfolger machen die größten Anstrengungen, ihn einzuholen, bevor er das rettende Gebirge erreicht hat. — Von 150 Eingeborenen der Insel Formosa, die unter der Anklage der Verschwörung standen, wurden 53 zu 5 bi« 13 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, lieber den Rädelsführer ivnrde das Todesurteil gesprochen. — Der „Matin" hat über die Ermordung Bentons von General Villa ein vom 27. Februar datiertes aus Chihuahua konunendes Telegramm erhalten, in dem der General erklärt, daß Bcnton kriegsgerichtlich verurteilt wurden sei, da er des Mordversuches an ihm, nämlich Villa, für schuldig befunden i-aurden sei. Die Leiche Bentons ist auf dem Friedhof von Chilmh-m beigeicht worden. Villa hat nicht gestattet, das; die Leiche au? Chihuahua geführt wurde. Inm lückenlosen Zolltarif. Die Glieder des Hansabunocs beginnen sich wieder gegen den lückenlosen Zolltarif zu rühren. Am 25. Januar hat eine Versammlung von Vorstands- und Ausschußmitgliedern der pfälzischen Ortsgruppe» des Hansabundes eine Resolution beschlossen, die gegen jene berechtigte Forderung unter der Begründung Widerspruch erhebt: der lückenlose Zolltarif für landwirtschaftliche Produkte, insbesondere für Milch. Rahm, Kartofteln, ftisckje? Gemüse, frisches Obst u. s. w. sei nicht nur eine Gefährdung der ohnehin durch die bestehenden Lcbenk-mittclzöllc sehr stark belasteten Lebenshaltung der großen Massen unseres Volkes, sondern auch I cine Bedrohung des sozialen Friedens in breiten gewerblichen Kreisen, da die Einftihrung der genannte» Zölle naturgemäß die Arbeiterschaft zu neuen Lohnforderungen veranlassen müsse. I» seinen Richtlinien versprach der Hansabund dereinst, „für den Abschluß von auf einer gerechten Abwägung der landwirtschaftlichen und gewerbliajen Interessen beruhenden Handelsverträgen" zu wirken. Tie Preisgabe der kleinsten Landwirte, deren Schutz bekanntlich auch der inne- re» Kolonisation in so hohem Maße zugute käme, beruht offenbar auf dieser „gerechten Abwägung". Gewiß hat das Direktorium des Rießerbundes Ende September 1913 versichert. unter den hcuftge» nationalen und internationalen Verhältnissen sowohl der Landwirtschaft wie der Industrie den ihnen notwendigen Zollschutz gewähren zu wollen. Aber auch dabei wurde der lückenlose Zolltarif wieder rundweg verworfen. Obendrein hatte ja die rätfrlhaftc Frage, waS der Haufabund unter dem „notwendigen" Zollfchutz verstehe, in de» Jahren zuvor eine deutliche Auslegung gefunden. Faßten doch im Herbst 1011 zahlreiche Ortsgruppen des Hansabundes eine Resolution mit n. n. folgenden Fordcrun- Ctn: 1. Die Gestattung de' Zufuhr von lebendem Vieh auS allen in Betracht konuueudeu Ländern wie Frankreich, Holland, Belgien, Däneniark und Argentinien, wobei nur die notwendigsten Beschränkungen zulässig sind. 2. die Aufhebung oder Herabsetzung der Zölle auf Gemüse, 3. die zeitweilige Aushebung oder angemessene Herabsetzung des Maiszolles sowie des Zolle? auf Fnttcrgerste und Heu, 4. die Revision des Getreidceinfuhrscheinsystems, 5. die Beseitigung der Ausfuhrtarife für Getreide. Wenn Worte noch einen Sinn haben, fo ist die Resolution der verwegene Versuch zur Abschüttelnng nahezu des gesamten landwirtschaftlichen ZollschntzeS, auch dessen, der wie der Heuzoll nur in der Phantasie der Hansabundesciserer besteht. Und bekanntlich setzte etwa zu der gleichen Zeit die Agitation des Hansabundsgeschäftsführers, des nationalliberalen Abg. Frhr. v. Richthofen ein, der zur weiteren Benachteiligung der Viehzucht, also in der Hauptsache wieder der kleinen und kleinsten Landwirte, auch noch den 8 12 des Fleischbcfchaugesetzes beseitigen und damit das argentinische Gefrierfleisch herbcizaubern wollte. Unter diesen Verhältnissen gehört zu der Beteuerung des Hansabundcs, er gönne auch der Landwirtschaft den ihr notwendigen Zollfchutz, sicher- lich viel Mut, und sein zäher Widerstand gegen den lückenlosen Zolltarif bringt nicht in Vergessenheit, daß auch der bestehende landwirtschaftliche Zollfchutz für düsen von der Steuerscheu geborenen Bund nur da? Gegenteil einer Notwendigkeit ist. Auch die in ihrer Art auffällige Trennung der national- liberalen Reichstagsfroktion von eiucni der früher führenden Geister des liberalen Bauernbundes, dem Abg. Hestcrmann, knüpft an den lückenlosen Zolltarif an und zieht von selbst einen Vergleich mit einem charakteristischen Ereignis- des Vorjahres. Der Hansabnnd hatte eben die schaukelnde Erklärung über den notwendigen landwirtschaftlichen Schutzzoll und gegen den lückenlosen Zolltarif, also gegen den Schutz eines beträchtlichen Teiles der kleinbäuerlichen.Produktion veröffentlicht, da erschien der Vorsitzende des liberalen Bauernbundes, der nationalilberale Abg. Wachhorst de Wente, dankerfüllten Herzens beim Leiter des Hansabundcs, um zu erklären, daß er sich dieser Stellungnahme des Hansabundcs - von Herzen freue! Der Herr, der mit die- fer bezeichnenden Dankcsvifite den Schutz so vieler Kleinbauern prcisgab, ist jetzt im Parlament der bevorzugte naiio- nallibcralc Sprecher. Tein Abg. Hestermanu hingegen, der sich zuni Besten kleiner Landwirte ftir den Schutz des Obst- iind Gemüsebaus wie der Milchproduktion, also ftir den lückenlosen Zolltarif, aussprach, setzte die »ationalliberale Reichstagsfroktion schon in der nächsten Stiinde den Stuhl vor die Tür. Dentkcher Reichstag. Der Reichstag führte am Saiiistag die Erörterung des Etats der Reichseifenbahnen z» Ende. Minister v. Breitcubach iiahm noch einninl das Wort n,ih bezog sich ans die Ausführungen seines Vorredners, des Abg. Weilt (Soz.), der anerkannt hatte, daß auf den, Gebiete de: Betriebssicherheit die deutschen Bahnen an erster Stelle von allen anderen stehe». Die neue Lohnordming für die Arbci- tcr habe bei ihnen volle Anerkeiinuiig gefunden und die Rechtslage auf eine sichere Grundlage gestellt. Er (der Minister) versehe im übrigen sein Amt mit der gleirhen Sorgfalt wie das des preußischen Ministers. Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten Dr. Schatz (Lothr.) und Jckler (nntl.) schloß die allgemeine Aussprache. Bei de» Einiiahiiien aus Personen- »»d Güterverkehr gelaugte die Mosel- »nd Saarkanalisieruiig zur Besprechung. Abg. Dr. Wcill (Soz.) hielt die Kanalisierung ftir nct- tvendig. Abg. Bassermaun (natl.): Ich halte die Ablehnung der Saar- und Moselkanalisierung für wirtschaftlich falsch. Aber darüber hinaus ist sic auch aus vielen Gründe» bedauerlich, zumal im übrige» die preußische Regierung auf ihre eifrigen Kanalbauten mit Recht stolz sein kann. Die großen Vor- teile der Saar- und Molelkanalisterung siiid oft und ein- gehend eröricrt worden. Man erhofft von dem Kanal eine Wiederbelebung der kleinen Binnenschissahet und damit wird die Frage auch zu einer wichtigen Mittelstandsft ige. Auch vom militärischen Standpunkt hat der Kanal große Bedeu- tung. Die Befürchtung erheblicher Eiscnbahneinnahmeans- solle kann ich nicht teilen. Die Agitation für die Saar- und Moselkanalisierung ist nicht gering, sonder» stärker geworden. Besonders im elsässischen Landtag tritt inan lebhaft dafür ein. Der Reichsgedanke könnte wesentlich gestärkt werde», wenn man diesen Wunsch-» der Reichslandc Rech- »ung tragen würde. Die ablehnende Haltung der Regierung ruft in der Bevölkerung lebhafte Erregung hervor, und zwar im Mittelstände und den Arbeitcrkrciscn. Ich bin überzeugt, daß auf die Dauer der Widerstand des Ministers nicht imstande sei» wird, die Saar- und Moselkanalisierung z» verhindern, sondern daß der gesunde, nationale und Wirt- ! schaftliche Gedanke zum Sieg gelange» wird. (Beifall der Nationalliberolen.) Minist-'r v. Brritcnbach: Es ist sehr schwierig, hier z» eiiier Frage zu sprechen, über die ich mich erst vor einigen Tage» ausführlich im preußischen Abgeordnetenhaus« geäußert habe. Ich kann heute »ur feststellen, daß zurzeit die preußische Staatsregierung nach wie vor aus deiii Stand- piiiikt steht, daß ans überwiegend wirtsihastspolitifchen Rück- sichten die Kanalisierung vvii Mosel und Saar nicht in Aussicht genoiiiincii werden kann. (Sehr giit! rechts.) Die große Bedcntiing der Frage wird von mir Vollkvininen gewürdigt. Der Widerstniid im niedcrrheinischen Revier, im Ruhrrcvier hat nicht abgenoiiirnen. Ans der Rede des Abg. Röchliirg im Abgcoröiictenhanse und aller Herren, die an der Mosel und Saar sitzen, ans deiii Schweigen anderer dürfen Sie nicht etwa den Schliiß ziehen, daß in, preußische» Abgeordnetenhansc eine starke Meinung für die Kanalisation ist. (Sehr richtig! rechts.) Das Stillsckjweigen bedentsimc, Parteigruppen oder die vereinzelte Verteidigung des Standpunktes der Regierung ergibt sich vollkonnncn aus der Erwägung heraus, daß die Gegner der Kanalisierung der festen Ilcberzeuguug sind, daß die preußische Regierung ihren Standpunkt, den sie aus wohlerwogenen Gründen ein- nimmt, nicht anfgeben wird. (Sehr richtig!) Tie Gründe der preußischen Regierung sind doch durchaus überzeugend. Nun wurde gesagt, daß die wirtschaftspolitischen Moniente im Ruhrrevicr nicht anerkannt Ivürden. Im Jahre 1011 gaben die gesainten Hochosen- lind Walzwerke des rheinisch- westsüliichen Jndnstriercvicrs in einer Eingabe an das preußische Bergwcrksiiiinistcrium mit aller Energie gegen die Aiisnahiue der Mosel und Saar Stellung gcnomnicn. Dib.'i haben sie daraiis hingcwiesen, daß die Kanalisierung der beiden Flüsse, die doch die notwendige Folge der Ausnahinc gewesen wäre, zu ganz unheilvollen wirtschaftlichen Folgen führen würde. Jedenfalls ist die lleberzcugnng, daß im nüdcrcheinischen Ruhrrevier ein Wechsel der Meinungen eingetreten ist, trügerisch. Wir können die Abwanderung, die sich langsam vollzieht, nicht noch fördern. Die nn Rnhr- gebiet ansässigen Arbeiter und die vielen kleinere» und größeren Gemeinden würden sehr empsindlickjen Schaden davon haben. Dieser wirtschaftliche Gesichtspunkt hat zu allererst die preußische Staatsregierung zu ihrer Stellung- nähme veranlaßt. Weder von dein Abgeordneten Weilt noch von dem Abgeordneten Bassermann ist dieses Monient gewürdigt worden, sie haben immer in den Vordergrund gestellt, daß einseitige fiskalische Interessen maßgebend genesen sind. Das trifft nicht zu. Ich bitte dock, der Erwägung Raum zu geben, wenn sich in einer so bedeutsamen wirtschaftlichen Frage sehr erhebliche Mciniuigsverschiedenhcile» geltend machen, und unsere Großindustrie sich heute gegen diese Maßnahme auslchnt, dann kann inan unniöglich verlangen, daß die preußische Staatsregicrung gegen diese Wünsche ei» ganz uiigehencr großes Opfer bringt. Diese Opfer gehen in die Millionen. Wenn mann ein leistungsfähiges Eisenbahnnetz zur Verfügung habe, dann könne man dasselbe erreichen wie mit der Kanalisation. Jnnnerhin sei er (der Minister) überzeugt, daß er noch öfter Gelegenheit haben werde, in, Hanse Über diese Frage zu verhandeln. Bundesbevolluiächtigter 9,-. NobiS bezeichuete die Kana- lisiernng als im Jutercsse des Landes liegend >,»d crhossle, die Verwirklichung des Projekt, die sich vor allem auch darauf gründe, daß man gewohnt sei, daß der preußische Staat »ach dein Grundsatz Noblesse oblige handle. Abg. Coßmnun (Zentr.): Die Zahl der Anhänge, der Kanalisierung wächst ständig. Die Befürchtungen wegen der Abwanderung sind übertrieben. Die Frachtermäßigiing, die man jetzt der Industrie zugute kommen läßt, sind zwar sehr dankenswert, aber gegenüber drr FrachtenvcrbilligiNig, die dnrch eine Kanatisieruiig herbeigcsührt würde, bedeuten sie gar nichts. Wir im Moselgebiet zahle» auch Steuer», wir wollen mehr berücksichtigt werde». dibg. i.r. OcrfeJ (kons.): Der elsaß-lollft»>o!sche Vertreter spr (!) die Erwartung aus, daß Preuß.» sich auch da- bei ti.i den alten Grundsatz „»oblejje oblige" halten werde. Das ,0 entweder selbstverständlich oder sollte eine Mabiiiing sei». Cs Hand:'! sich hier mir um Abwägung wichtig"- volkswirtschaitliiijor Interessen und nicht um eine Partei- politische Frage. Man kann gewiß verschiedener Meinung sein. Manches des von de», Vorredner Angeführte» hat vieles für sich, aber die Aiissührnngen des Herrn Ministers sind für mich überzeugend. Es sprcckjeii so durchschlagendl rein volkswirtschaftliche Gründe für diese Darlcgiiiigcii, d'4 sich auch die Herren ans Elsah-Lothriiigen de,» Gewicht dieser Gründe nicht entziehe» können. Hier handelt es sich nur um die Frage: was ist zweckmäßig für die Gesamtheit, für die. Reichslande, und der Standpunkt der preußischen Regie- rung scheint mir vollkommen einwandfrei, für mich wenigstens überzeugend. Das niöchtc ich auch dem Herrn Vertreter Elsaß-Lothringens zur gebührenden Beachtung cmp>rhlen. (Lebhaftes Bravo! rechts.) Rach weiteren kurzen Bemcrkiiiige» der Abgcorduet n I Tchno E!!, und Lcdedonr (Soz.) wird das Kapitel bewillig!. > Aliib der Rest de? Etats i»ird aenebniiat. 91r. 5t DaS Haus vertagt sich aus Montag, 2 Uhr: Petitionen, Nachtragsetats, Postetat. Schluß 4 Uhr. Prentzilcher Landtag. Abgeordnetenhaus. Das Preußische Abgeordnetenhaus beendete am samstag die Beratung des Bau-Etats, zu dem «in Antrag Dr. Hahn Ikons.) und Flathmann (Nal.) eingegangent war, der um Mittel ersuchte zum Erweiterungsbau der Fischerei.Pachrhallen am Hafen Geestemünde. Abg. Dr. L i e b l n e ch t (Foz.) forderte Erleichterungen für dt« Schiffer bei der Entrichtung des Schleusengeldes. Unterftaatsjekretar Frhr. Coels v. d. Brüggen be- nierkt«, dag Beschwerden, wie sie Abg. Liebknecht vorgebracht habe, bei der Berwaltung nicht cingegangen seien. Abg. Dr. Liebknecht erwidert«, das käme daher, weil die Schiffer immer unterwegs wären und keine Zeit zu Reklä- uiationen hätten. Abg Zu ft (Rail.) trat für die Fischer der unteren Elbe ein. Abg. Dr. Hahn (kons.) wandte sich gegen di« hamburgische Politik, die di« preußischen Anlieger der unteren Elbe schädige. Ei» Negicrungsvertreter gab bekannt, daß Hamburg Mark vvv als einmalige Abfindung für di« Schädigungen geboten habe. Dies erklärt Abg. Dr. Hahn (kons.) für unzureichend. Cehcimrat E i ch bemerkte, dag, wenn der Wasserstand der unteren Elbe dauernd sinken sollt«, die Regierung den früheren Stund Herstellen würde. Die Abgg. Dr. Hahn (kons.) mrd Flathmann (Statt.) traten dann für den Antrag ein. Der Unterstaatssckretär hielt diesen Antrag für unnötig. Sollte rin Erweiterungsbau der Pachthallen notwendig werden, so würde die Regiemng selbst dazu schreiten. Abg. Ad. H o s s m a n n (Soz.) stimmte dem Anträge zu, giiss dann aber die Konservativen an. Abg. Dr. Hahn (kons.) antwortete: Auch di« Genoffen Ealwer und Schippe! hätten die Notwendigkeit der Zölle a,v erkannt. Der Heringszoll sei notwendig gewesen, um di« Fi. siher vor der unlauteren Konkurrenz des Auslandes zu schützen. Schließlich wurde der Antrag der Budgetkoinmission über wiesen und der Bau-Etat genehmigt. Es folgte di« Beratung drs Gesetzentwurfes über die Einziehung staatlicher Schiffahris- ak-gaben durch Gemeinden rmd Private. Abg. v. Loo» (kons) hielt er nicht für richtig, daß den G.mcrnde» eine neu« Aufgabe aufgebürdet werde» solle. Nach kurzer Debatte wurde der Entwurf an di« Kommunalabgaben» Kommission verwiesen. Beim Ausgrabungsgesetz bat Kultusminister Trott zu Sol, um Annahme des Gesetzes, das im wesentlichen de« vorjährige» Deschlüffen des Abgeorrnretenhauses entspreche. Abg. L i p p m a n n (Fortschr.) führt« aus, di« sofortig« Annahme des Gesetzes diene den historischen und Kuliur- intereffem Abg. Weitzermel (kons.) hielt den Schutz unserer Bodenschätze und die Berhindernng ihrer Ausfuhr für dringend er. forderlich. Im ähnlichen Sinne sprachen sich di« Abgg. Schreiner (Ztr.), E o t t s ch a l k (Statt.) und Dr. Liebknecht aus. Der Kultusminister legt« erneut di« Wichtigkeit des Gesetzes dar, doch lehnte cs Abg. Frhr. v. Loe (Ztr.) ab, da es bei der vorgeschrittenen Bolksanfkläruug überflüssig sei. Abg. Dr. v. Zakrzewsri (Pole) erklärte sich für das Er fetz. Nach weiterer unwesentlicher Aussprache wird das Gesetz über di« Ausdehnung des Moorschutzes auf Pommern und Schleswig-Holstein angenommen. Beim Etat der Münvcznoaltung übte Abg. Linz (Ztr.) Kriiik an den preußischen Münzen, di« recht »»künstlerisch wirkten. Der Kultusminister w« gegenteiliger Meinung und hielt Angriffe in dieser Sach« für ungerechtfertigt. Abg. Dr. Wendland (Statt.) fand gleichfalls di« Münzen recht unschön, Abg. Dr. Ehlers (Fortschr.) legte mehr Wert als auf Schönheit auf leicht« Erkennbarkeit der Münzen. Nach unwesentlicher kurzer Debatte wurde der Etat der Münzverwaltung erledig. t Nächste Sitzung Montag II Uhr. Kommunalabgabengesetz. Schluß halb 6 Uhr. Cliyesüberstcht. Deutsches Deich. :: Eine Berwohrung der Hessische» Regirrnng. Eine energisch: amtlich: Richtigstellung von Seiten des Ministeriums veröffentlicht« am Samstag di« „Darmftädter Zeitung" gegen, über der in verschiedenen Blättern (wie wir ausdrücklich gegenüber anderen Mutmaßungen feststcllen wollen, nicht von der R, M. $t) verbreit:len Auseinand:rjetzungen über di« Verhandlungen zu der Desoldungsvorlage, nach der die Regierungserklärung „völlig überraschend" kam, da di« Regierungsoerlrcter M bcn erhöhten Forderungen für di« Lehrer ruhig zugehört und keinerlei Bet» dagegen eingelegt haben. Di« Darstellung sei, wie das Blatt meldet, völlig unzutreffend und werden di« Stellen angeführt. nach welchen die drei Minister im Berlaufe der Vcrsch:eden:n Verhandlungen sich teilweise sehr energisch gegen Mdc Forderung, die über den Regierungsvorschlag hinausgeht, «llsgjprock-en haben. Wenn der Versaffer des Artikels etwas «nders behaupt«, so sei er über die Verhandlungen der letzten Mouai« wenig unterrichtet. Derartig unbegründet« Behauptungen würden aber im Interesse einer glücklichen Lösung der Schwierigkeiten besser unterbleiben. :: L-ndt-gsw-hl in Offenbu.g, Bei der Landtagswahl in Offenburg wurde der Kandidat der Fortschr. Doltspartei Rechtsanwalt Muser, mit 1428 Stimmen gewählt. Der Zen^ liums.andidat. Bet-ieb;inspeltor Hauser. 1"N St->"mc::. Neu« Tageszeitung. Montag, den 2 . März 191*. — Damit hat die Link« den Wahlkreis Offe-nbuvg-Stadt, den sie schon seit Jahrzehnten inn« halte, bei den letzten Wahlen aber an das Zentrum verloren hatte, wieder gewonnen. :: Die Bcrteidigungsliga. Der neugegründetrn Liga zur Verteidigung Elsaß-Lothringens gingen bisher über 6000 Beitrittserklärungen zu. Sie beschloß, zukünftig jede deutsche Zei. tnng, die Unwahrheiten über elsaß-lothringische Vorgänge und Einrichtungen ausstreut, strafrechtlich zu verfolgen. Die Herren täten klüger, wenn sie ihr Bemühen darauf richten würden, daß Vorkommnisse wie in Zabern und jüngst erst wieder in Stratz- burg jür die Zukunft unmöglich würden. :: Die Asrikareis« des Kronprinzen. Di« Reife des Kronprinzen nach den deutschen Kolonien ist nunmehr von dem Ko. lonialstaatssekretär in der Vudgetkommission des Reichstages amtlich bestätigt worden. Wie di« „Franks. Ztg." hierzu erfährt, wird die Reise, an der übrigens auch di« Kronprinzessin teiluehmen wird, den Besuch von Ostasrika und Südwestafrika sowie Kamerun bezwecken. Ine Rordaftika wird das Kronprin- zenpaar voraussichtlich etwa Mifte August von Südafrika «intreffen, um an der feierlichen Eröffnung der Schlußstrecke der Tangantzikabahn und der zweiten ostafrikanifchen Landesaus. stcllung teilnehmen. Ob die Reise mit einem deutschen Reichs- postdampfer oder auf einem deutschen Kriegsschiff ausgeführt wird, dürfte noch nicht feststehen. Oesterreich. :: Scheiter» der deutsch-tschechische» Ansgleichsvrrhandluu- gen. Di« von dem Ministerium Stürgkh in di« Weg« gelefteten neuen Ausgleichsveihandlungen zwischen den Deutschen und den Tschechen in Böhmen sind durch die von -den deutschen Landtags. Parteien gefaßten Deschlüffe endgültig zum Scheitern gebracht worden. Die deutschen Abgeordneten des aufgelösten böhmischen Landtags erklärten die von der Regieru-ng vorgeschlagene» Ausgleichselaborat« für vollständig indiskutabel und verlangten di« bedingungslos« Zurückziehung derselben. In der Verhandlung selbst kam es zwischen den Deutsch-Radikalen einerseits und den deutschen Fortschrittlern anderseits zu Weiterungen, da di« Fortschrittler, ohne den Beschluß der deutschen Landtagsabgeordneten abzuwarten, selbständig bereits am Samstag der Regierung mitgeteilt hatten, daß sie an den Ausgleichsverhand. langen nicht teilnehmen. Rach einer Erklärung der deulsch-ra- dikalen Führer iu der Beriammlung verließen sämtliche Deutsch- Radikal« den Beratungssaal, Gleichzeitig erklärte der Führer der deutfch.tschechischen Agrarier, der früher« Minister Rächet, in einer Versammlung in Liffa, daß di« Tschechen in der bevorstehenden Rcichrratssession unter keinen Umständen von der Obstruktion ablaffen werden. Sie wollen vielmehr wiederum di« Regierung zwingen, zum Paragraphen 14 zu greifen. Unter diesen Umständen steht man in politischen Kreisen einer baldigen Auflösung des Reichsrais entgegen, da es jetzt schon als ziemlich sicher anzusehen ist, daß der Reichsrat durch die tschechischen Abgeordneten arbeitsunfähig gemacht werden wird. Ungarn. :: Die Debresziner Attentäter verhaftet. Bei der Budapest«! Poligeidirektion ist von der Bukarester Polizei di« Meldung eingetroffen, daß die beiden Attentäter, di« den Bombenanschlag auf den griechisch-katholischen Bischof Mikloffq verübt haben, bereits verhaftet werden konnten. Di« Attentäter find der gewesene aus Westarabien stammend« Universitätslehrer Catha- ram, der seit einiger Zeft als Boxkämpfer im Zirkus und in verschiedenen Varietes austrat, der andere ist ein Matrose namens Thesdoreff, ein gebürtiger Russe, der mit dem bekannten Meuterschiff „Botemkin", das seinerzeit i» Ealatz gelandet hatte, nach Rumänien kam und sich seit dieser Zeit dort aushielt. Er und Calharau hielten sich wenig« Tage vor dem Attentat in der Bukowina aus, wo sie in Gesellschaft einer Frau gesehen wurden. Di« Verhaftung konnte auf Grund der Perso- nenbeschieibung erfolgen, die ein jüdischer Hausierer, bei dem die Attentäter das vielgenannte falsche Leopardenfell, das ein ganz gewöhnliches Lammfell ist, inacht«. Der Hausierer er. kannte in den beiden Berhafteten ganz bestimmt di« zwei Käufer des Felles. Ztalien. :: Faustkänipse in der italienischen Kammer. In der letzten Kwinmersitzung gab es heftige Tumulte, Schon bei ihrem Er. scheinen tm Sale wurden die Mitglieder des Kabinetts von der äußersten Linken mit wildem Lärm empfangen, der sich noch steigert«, als Erolitti lind der Arbeitsminister Sacchi zu reden versuchten. Auch Luzzatti konnte kaum reden, da ihn die äußerste Link« beständig Lberschrie und ihm Schlappheit gegenüber der Negierung vorwcrf. Schließlich mutzte die Sitzung unierbroch:» weiden. Inzwischen fand in den Wandelgängen ein pittoresker Faustkampf zwischen dem Ministeriellen Racco Balkan« und dem Sozialisten Altobelli statt, die sich erst gege-i- seittg nrit den kosenamen „Kamorrist" und „Maffioso" belegten und dann sich gegenseitig das Fell gerbten. Nachdem di« Neugier der Zuschauer gestillt war, wurde di« Sitzung wieder aafgenommen. Bem Bolton. :: Die Uuabhängigleitsbestrebnngen im Epirns. Heber die Vorgänge im Epirns erhält di« „Albanijche Korrefp." folgende Mitteilungen: Die Bewegung im Epirns ist seit vielen Mona, len vorbereitet und irr der griechischen Preffe offen anzekändigt worden, Ti« wird von dem eh:>naliz:u griechischen Eenerat- gouvermeur Zographer, den, griechischen Offiizcr Spiramilias und dein Metropoliten von Koritza geleitet. Di« sogen, „heiligen Bataillons" rekrutieren sich zum größten Teil aus im Epi- vns gänzlich fremde» Elementen. Die heimisch« Bevölkerung steht der Bewegung vollständig fern und wird von den Fremd, lingen lediglich terrorisiert. Bereinigte Landwirte. Mitglieder! Landwirte! Seit Jahr irnd Tag sind di» Milchhändler unablässig und mit Ueberlegung bemüht, den kinlilMreis sttt MA zu drückt«. Es ist ihnen auch im vorigen Jahre gelungen, den Preis von 18 Pfennig, wie er im Jahre 1911 fcstgelegt wnrde, auf 17 Pfennig frei Frankfurt und Offenbach hcrabzusetze». Doch der Appetit kommt mit dem Essen und gegenwär- iig sind die bekannten Preisdrücker an der Arbeit, eine weitere Herabminderung ans 16 Pfennig und »och darnnter herbeizuführen. Dabei bleibt der Verkaufspreis von 24 Pfg. bestehen. Vor dem konsumierenden Publikum aber steht der Landwirt als Berteurer dal Landwirte! Die Preisdrücker können nur Erfolg haben, wenn Ihr nachgebt und Euch in'§ Bockshorn jagen laßt. Teile und herrsche! Diesen alten Lehrsatz, der in der Taktik erfahrenen Römer machen sich auch die Milchhändler zunutze. Sie schreiben einem nach dem anderen ihrer Liefe- ranten, daß sie nur »och 16 Pfennig bezahlen können und berufen sich dabei auf angebliche, crdichtcte Angebote von an- derer Seite. Gibt der einzelne Landwirt nicht nach, so kann sich der Milchhändler für 6 oder 10 Kannen leicht Ersatz schaffe» und der Landwirt sitzt auf. 88y Dänemark. Wir richten daher an alle ■ &F~ Landwirte nndMilchsammlerdasdrinqende Ersuchen, in keinem Falle den Preisdruck- iJEy versuchen nach,»geben und nicht unter >7 Pfennig zu verkaufen. Unsere Absicht, mit den Milchbändlern in Frieden anS- zukonimen, ist durch die bekannten Grohhändler, die den Ton angeben, vereitelt worden, halten wir Landwirte jetzt fest und rüsten uns ans kommende Kämpfe, di« nicht ausbleibcn werden. Eine Handhabe bietet den Preisdrückern unsere famose Milchverkanfsordnnng mit ihren aller Praxis und allem Recht hohnsprcchenden Fettgehaltsvorschriftcn. Die Preis» drückor aber gehen noch weiter, sie sind mit den gesetzlich vorgcschriebenen 3.01 bezw. 2.80 Prozent Fett nicht einmal zufrieden, sondern erklären selbst Milch, die 3.4%, wie uns dies dieser Tage gemeldet wnrde, fiir entrahmt und verlangen höhere Prozente. Landwirte! 11m diesen Verdächtigungen die Spitze abzubrechen, stellt (ksich unter freiwillige Kontrolle. Unsere Generalversammlung bat im vorigen Jahre beschlossen, mit den Chemikern vr. Reiß und Dr. Fritzmann ein Abkommen zu treffen, wonach die Landwirte ihre Milch ständig der Untersuchung unterwerfen. Die Untersnchungs- kosten sind bei regelmäßiger Untersuchung auf 70 Pfennig im Laboratorium oder 1 M bei Ankunft an der Bahn festgelegt worden. Bedingung ist, daß jeder Landwir« mindestens einmal im Monat seine Milch untersucht läßt. Wie sich die Verhältnisse entwickelt haben, ist es aeiabetu eine Mich! fiir die Landwirte geworden, seine Milch unter freiwillige Kontrolle zu stellen. Den Vertrauensmännern werden in den nächsten Tagen die Aufforderungen nebst den näheren Bedingungen zn- gehen. Mache jeder Landwirt, der Milch liefert, Gebrauch davon, ebenso wird den Ortsgruppen, deren Milch durch Sammler verschickt wird, empfohlen, die Sammler zur regelmäßigen Untersuchung anzuhalten. Nur auf diese Weise, indem die Landwirte beweisen, daß sie eine Kontrolle nicht zu scheuen brauchen, können wir vorerst den fo-tgefefeten Elnkancn cntgegentreten. Tie Geschäftsführer der Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend. Hensel. Hirschel. An« der fjeiiHrtt. * Bauerndank. Für Dr. Böcke! sind durch eine Samm» lung in Ober- und Nieder-Rosbach 72 M gespendet worden und zwar 02 M in Nie' r Rosbach und 20 in Ober-Ros- bnch. Allen Spender» herzlichen Dank. Denselben steht die Einzeichnungsliste und Postanittung beim Veranstalter der Sammlung zur Einsicht offen. * Fricdberg, 2. März. Nationale Arbeitnehmer v c r s a m m l n n g zur Krankenkassenwahl. Auch die nationalen Arbeitnehmer werden sich an der .tri 22. Mürz stattsindlnden Ortskrankenkassenwahl beteiligen »nd wie die gestern im Steinhänßer'schen Saal siattgehavte Versanmilung bewies, herrscht ein zuversichtlicher Geist und ctne treffliche Stinnnnng unter ihnen. Eingeladcn n> ren die 80 zur Wahl im Ausschuß vorgeschlagencn Kandidaten und deren Ersatzmänner. Bis auf zwei, die sich enffchnldigi hatten, waren 78 zur Stelle. Die Verhandlungen wurden geleitet von Herr» Banfübrec Wo lz zu Vilbel, der die Versammlung begrüßte und ihnen an'ü Herz legte, sich tatkräftig der Sache anzunelnnen. Herr Th. R i c n e ck e r - Frankfurt a. M. hielt darauf einen Vortrag über das Wesen des Gesetzes, er behandelte die ReichSversichcrungsordnung im allgenieincn und das Krankenkasiengeseb im besonderen: seine Ansfäbrnngen waren interessant und lehrreich und der Referent ercicktc es, daß sich die Anwesenden in den Geist des Gesetzes hineinlebten »nd sie von der Wichtigkeit der bevor- stehenden Wahlen zu überzeugen. Daß er den Zubörcr» Herzen gesprochen batte, bewies der allseitige Beifall. 2 K u l l in a » i! - Vilbel forderte daraus die Kandidaten an' zu Haitse für ihre Wahl zu wirken, wenn jeder an seinem Wohnorte seine Schuldigkeit tue, darin werde der Erfolg niaü ansbleibcn. D a si m e r - Vilbel ermähnte, alle vcrsönlickitm Sir. »1 Sie»« XagUfetttMft. und kleinlichen Bedenken zurückzustellen und nur die großen und ganzen Ziele im Auge zu behalten, nur so werde der Lieg gewährleistet. An der weiteren Aussprache beteiligten sich noch Herr Schneehagen -Rockenberg und Redakteur K i r s ch el - Friedberg, der sich freute, daß auch unter den Arbeitnehmern ein so vortrefflicher Sinn herrsche. Durch die sirmose Wahlbezirkseintcilung hätten die sozialdemokratischen Machthaber bewiesen, daß sie die Abstimmung fürchteten, vshalb müßten die nationalen Arbeiter erst recht alles da- 'ansctzen, daß ihre Liste Erfolg hätte. Der Referent, Herr '! i e n e ck e r. empfahl wegen der Wahlbezirkseinteilung sich nochmals an das Oberversicherungsamt zu wenden. Herr Hirsche! schlug darauf folgende Entschließung vor: „Die heute in Friedberg tagende Versammlung nationaler Arbeitnehmer erblickt in der von dem derzeitigen Vorstand der Ortskrankenkasse zu Friedberg der- siigten Wahlbezirkseinteilung, wonach nur in 23 von 70 Gemeinden des Kreises Friedberg gewählt werden soll, eine ganz außerordentlich Erschwerung der Wahl, die cs manchem Krankenkassenmitglied nahezu unmöglich macht, von seinem Wahlrecht Gebrauch 0 u machen. Die Versammlung ersucht darum ergebenst, wohllöbl. Oberver- 'icherungsamt möge die derzeitig verfügte Wahlbezirkseinteilung aufzuheben und verordnen, daß in allen Gemeinden oder doch wenigstens in solchen Gemeinden gewählt werde, wo 50 Mitglieder (Arbeitgeber und Arbeit- nehnier) wahlberchtigt sind, wie dies auch in den benachbarten Kreisen Gießen und Büdingen geschehen ist." Die Entschließung fand einstimmig Annahme und wurde »vn allen Anwesenden unterzeichnet. Damit wurde die Ber- saniinlung geschlossen, die einen sehr schönen Verlauf genommen hat und zu der Hoffnug berechtigt, daß sich der Tag der Dahl zu einem erfolgreichen gestaltet. Auf der betreffenden Versammlung herrschte Unklarheit »aräber, ob die Arbeiter an ihrem Wohnort oder an der Av »eitSstätte wahlberechtigt sind. Rach eingezogener Erkundigung teilen wir mit, daß die Arbeiter an ihrem Wohnort wahlberechtigt sind. Sie müssen aber eine Bescheinigung ihrer Arbeitgeber bechringen, daß sie bei ihnen in Arbeit stehen. Es wird Sorge getragen werden, daß diese Bescheinigungen vorgedruckt bei allen Unterer- hcbern zu haben sind. * Friedberg, 2. März. Verzeichnis der an landwirtschaftliche Dienstboten im Kreise Friedberg durch den Landwirtschaftlichen Bczirksverein verliehenen Auszeichnungen: A. Diplome und Medaille: Konrad Becker, Schafhirt bei der Stadt Bad-Nauheim, Heinrich Förster, Knecht bei Hermann Reih in Butzbach, August Raab, Schäfer bei der Gemeinde Ober-Rosbach. Diplom und Brosche wurde diesmal keine verliehen. 6. Medaille: Nikolaus Kreß. Mrlch- kutsckicr bei L. Reif in Assenheim, Johann Weber, Schweizer bei August Rculing in Assenheim, Friedrich Wilhelm Böckner Pferdeknecht bei August Neuling in Assenheim, Johannes Fey. Kutscher bei Heinrich Alles in Niederflorstadt, Friedrich Schneider, Pferdeknecht bei Heinrich Alles in Nieder- slorst.rdt, Peter Essel, Knecht bei Wilhelm Reß in Niedec- Wöllstadt, Konrad Neumann, Oberknecht bei Rudolf Müller in Ockstadt (Löwenhof), Friedrich Jöckel Schweizer bei August Reitz in Södel, Georg Oderwatt, Schweizer bei Heil & Co. in Wickstadt, Heinrich Peter Kern, Pferdeknecht bei Heinrich Alles in Niederdflorstadt. 1). Brosche: Patrizius Möller Ww., Haushälterin bei Georg Kalbhenn Ww. in Vilbel. Außerdem wurde den also Geehrten von ihren Dienstherrschaften noch je 20 c« bewilligt. * Friedberg, 2. März. Der Schreiner Fr. Herdner von hier V von der Gießener Strafkammer z» 5 Monaten Gefängnis ver. erteilt worden. Er hatte aus einer Werkstütte eine, hiesigen Zimmermeisiers, bei dem er 2 Jahre zuvor in Arbeit gestanden hott«, gelegentlich eines Besuche, bei de» Gesellen eine Handsäge, verschieden« Hobel und zwei Stemmeisen gestohlen. 2pä. der hat er bei seinem damaligen Dienstherr« R, in Friedberg eine ganz« Anzahl weiterer Werkzeuge sich in diebischer Absicht angeeignei. * Beienheim, 2. März. Am 26. Februar, abends 8 Uhr, fand in der Stein'schen Wirtschaft eine gutbesuchte Versammlung statt, wobei auch eine Anzahl Herren von Melbach erschienen waren. Herr Ockonomieverwalter Krämer von Melbach hielt einen Vortrag über Anwendung von künstlichem Dünger in der Landwirtschaft. Herr Krämer beleuchtete die Behandlungsweise aufs vortrefflichste, so daß dies im allgemeinen ein-'n großen Beifall fand. Mit Spannen lauschte man dem jugendlichen Redner zu, wie er sein Referat so sachlich und verständnisvoll erstattete. Es wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn solckie Vorträge auch in anderen Orten gehalten würden, welche nur zum Segen der Landwirtschaft dienen können. Nach Schluß der Versammlung sprach Herr Otto Hachenburger für das Erscheinen den Herren von Melbach und ganz besonders dem Referenten, siir seine interessanten Ausführungen den Dank aus. * Sldbtti, z. März. (Bahn FriedberKNanstodt). Es fei i» Alrzem hier dargrlegt. warum die am 20. Febr. Hierselbst ftatt- Offundene Versammlung von unserer Seite so schlecht befucht Dar. Die ganze Veranstaltung trug sozialdemokratischen Charakter. Dafür bürgten der erst« Punkt der Tagesordnung, so. vie d?r Referent. Wir sind aber der Meinung, daß eine rein virtfchastliche Frag« nicht mit der Politik verquickt werden >aif. Außerdem stehen wir auf dem Standpunkt, dich durch derartige Versammlungen di« Bahnfrage nicht gelöst wird. In ganz Staden haben wir leinen Gegner der Bahn. Im Gegenteil di« Gemeinde ist zu jedem erschwinglichen Opfer bereit. Nach unserer Ansicht mußte Herr Lux. dem im übrigen für seine bisher gelersteten Arbeiten unsere Anerkennung nicht vorenthalten werden foll, einen anderen Weg wählen. Der vor Jahren in Staden aewählte Ausschuß beftebt noch. In Berlin werden so- »e» r. Marz UU. Seite 1 gar, jovttl uns bekannt ist, zur Zeit Ptäwe ausgeartettet. Durch einfaches Rundschreiben hätte mar» auf ein« neue Berfammtung dringen inüssen. Alle beteilig te,i Behörde«, Gemeinden, sowie die betreffenden Landtagsabgeordneten wären zu laden gewesen. Nachdem inan sich dann aus ein Pvojekk g-etnigt und geeignete Vorschläge, sowie Pläne vorlag«! war es an der Zeit, in Ort«. Versammlungen unter Dorsch de» Ortsoorstandcs dazu Stellung zu nehmen. Es darf in dieser Finge weder Sieger noch Besiegte geben. * Ober-Mockstadt, 2. Mürz. Am vorvergaagenen Sonntug veranstaltete der hiesige Kirchengesangoeeein ein Kirchenkonzert. Es kamen Einzelchöre und Eefamtchöve znm Vortrog. Man war über di« Leistungen sehr zufrieden. Am Abend fand dann eine Nachfeier, ein Familienubond. in dem Saale der Hart'sche« Wirtschaft statt. Es wurde an diesem Tage auch zugleich das 2bjährig« Bestehen des Vereins g efei er t . Herr Pfarrer Kleber- ger zu Friedberg, der Gründer des Beierns, war auch bei dem Konzert sowohl auch am Abend anwesend. Er hielt eine zu Herzen gehende Ansprache und ermunterte die Mitglieder, treu bei dieser Arbeit zu bleiben und überretchte dem jetzigen Dirigent des Vereins einige neue Lieder zmn Festgeschenck. Herr Kleberger brachte dann auf den Verein ein dreifaches Hoch aus. Am Abend wurden zuerst einig« Theaterstücke gefpieü von Mit. gliedern des Berein», wobei dt« Lachnruskeln sehr in Anspruch genommen wurden. Es wurden dann noch inzwischen Lieder vorgettage«. Auch wirkte der noch jüngere Verein des Posau- enchors bei der Unterhaltung mtt. Am Schluß fand dann noch «in« größere Verlosung von allerlei Gebräuchsgegenstände statt. Nur zu schnell verstrich die Jett und man freute sich einen schönen Abend verlebt zu haben. Wir wollen hoffen, daß diese Veranstaltung in keinem Jahre ausbleiben möge. * Lang», 2. März. In fröhlichem Kreise der Verwandten und Bekannten feierten die Eheleute Ernst Georg Eall und Eli- sabethe Gall geb. Frank die diamanten« Hochzeit. Der Mann ist 86, die rFou 84 Jahve alt, in ziemlich guter Gefmidhett. Herr Pfarrer Koch hielt ein« Ansprache mtt Gebet und wünscht«, daß sie noch weitere fröhliche Tage im Kreis« ihrer Familie gesellig verleben könnten. Das walte Gott. Text war: „Bis hierher hat der Herr geholfen, der Herr wird weiter helfen. * Gießen, 2. März. Unter dem Vorsitz des Großh. Landgcrichtsrats Schnitzspahn beginnen heute die Sitzungen des Schwurgerichts für das 1. Quartal 1914. Es stehen folgende Fälle an: 1. Montag, den 2. März, vormittags Oy 2 Uhr: Fey, Karl Gottftied von Lich wegen Totschlagsversuch Die Anklage vertritt: Großh. Staatsanwalt Trümpert. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Freiherr von Schenk. 2. Dienstag, den 3. März, vormittags 8y 2 Uhr: Becker, Andr., von Angersbach wegen Sittlichkeitsverbrechen. Die Anklage vertritt: Großh. Staatsanwalt vr. Schmidt. Die Vertei- digung führt: Rechtsanwalt Elsofter. 3. Mittwoch, den 4. März, vormittags Sy 2 Uhr: Schönfeld, Anna von Ebers Walde wegen Verbrechen gegen 88 229, 43 St. G. B. (Giftmordversuch). Die Anklage vertritt: Großh. Gerichtsassessor vr. Eckert. Die Verteidigung führt: Rechtsanwalt De. Meuser. * Gießen, 2. März. (Schöffengericht). Wegen „Sachbeschädigung" erhielt der Bürogehilfe Friedttch F. von Atzbach eine Geldstrafe von lg Mark evtl. 2 Tage Gefängnis. Er hatte in dem Pissoir einer hiesigen Wirtschaft eine Fensterscheibe mutwillig entzweigefchlagen. — In ttunkenem Züstande verübte der Bergmann Wilh. Gr. von Frankendach in der Bahnhofs- stvatze hier durch lautes Schreien ruhestörenden Lärm und beleidigte den ihn zur Wache verbringenden Schutzmann durch Schimpfworte. Er erhielt wegen Ruhestörung 8 Mark Eeld- stnrfe evll. 3 Tage Hast, weegn Beamtenbeleidigunz 2Ü Mark Geldstrafe «vtt. 4 Tage Gefängnis. — Geständig des Diebstahls ist die Ehefrau Marie O. geb. Fischer von hier. Sie hatte in einem Hof zum Trocknen aufgehängte Wäsche im Gesamtwerte von 4g Mark entwendet. Sie ließ in der Hauptversammlung ihr ftüheres Leugnen fallen und erkannte die zudiliierte Gefängnisstrafe von 5 Tagen sofort an. — Der Kaufmann Georg T. von Leihgestern wollte in dem Stationsgebäude zu Großen, linden aus Anlaß einer gefallenen Drohung den Namen eines ortsftemden Burschen feststellen, und versuchte dies dadurch zu erreichen, daß er den Fremden mit einem Stock verfchlug. Der herbeigoeilte diensttuende Siattonsbeamt« stellte den Frieden wieder her, doch weigerte T. nunmehr bei Feststellung der Namen seinen zu nennen. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde er ju 10 Mark Geldstrafe evtl. 2 Tage Gefängnis, wegen Nichtbefolgung einer dienstlichen Beiordnung zu 5 Mack Geldstrafe »der 2 Tage Hast verurteilt. — Der Schirmflicker W. L. von Aachen hatte einen ihm unter Eigentumsoorbehait verkauften Kastenwagen vor Zahlung des Kaufpreises weiterver. kauft. Er erhielt wegen Unterschlagung eine Geldstrafe von 15 Mark evtl. 3 Tage Gefängnis. — Der Arbeiter Ludwig P. von Eroßenlinden war f. Zt. aus seiner Arbeitsstelle bei der Firma Bäninnger hier plötzlich entlassen worden, und hatie den wegen Lohnforderung angestrengten Prozeß verloren. Aus Aerger hierüber erzählte «r an verschiedenen Orten: der Betriebsleiter der Firma B. — M. Sch. — habe einen Meineid geleistet, er habe falsch geschworen und dergleichm. Das von P. veranlaßts Strafverfahren gegen Sch. wegen Meineids mußte eingestellt werden. Wegen öffentlicher Beleidigung erhielt P. eine Geldstrafe von 50 Mark evtl. 10 Tage Gefängnis, außerdem wurde dem Beleidigten dt« Befugnis zugesprochen, das Urteil nach Rechtskraft in dem „Eichener Anzeiger" zu veröffentlichen. Hessen-Rasiau. * Hanau, 2. März. In Hettenhausen (Rhön) wurde vor kurzem, wie berichtet, der verheiratete Sattler Müller imt einer schweren Kopfverletzung im Hause des Gastwirts Heun tot aufgefunden. Nach der Att der Kopfwunde vermutete man sofort ein Verbrechen. Die eingeleiteie Untersuchung hat letzt zur Verbaftung der Gastwrris Henn gefühtt, der jedoch die Tat bestreitet. * Wiesbaden, 2. März. Die günstige Wirkung des Eenerak- pardons erhellt au» der Tatsache, daß ein Einwohner in Wiesbaden, der 8000 Mark Jahreseinkommen versreuerte und sich bei Mabnunoen der Steuerbebäide ltetr b-übwerde. nacki seiner Einschätzung zum Wehrbeittag ein jährliche» Einkommen von Uber 100 000 Mark versteuern muß. * Wiesbaden. 2. März Ein Doppeldecker der Miliiärflie. gerfchule in Darmfdadt wurde am 27. Febr. in der Nähe von Bierstadt infolge eines Moiordefekts gezwungen, im Eleiffluge niedeigugehen. Der Apparat blieb jedoch tti dem weichen Ackerboden stecken und überschlug sich. Der Führer des Flugzeuges, Sergeant Helm, wurde herausgeschleudrrt und erlitt leichic Verletzungen. Sein Begleiter blieb unverletzt. Das Gestell des Apparates wurde zertrümmert. * F. C. Wicsbadrn, 2. März. Eine besonders für die Stadt Langenschwalbach wichtige EntiUdling traf ain per- cmngencn Freitag die Wiesbadener Strafkaninicr. Der Vfth- gcrmeister Bange in Langcnschwalbach, der sein Geschäft in der Hauptsache auf die Wurstfabrikation verlegt, bezog Ende v. I. von dein Mctzgermeister Stoll in Breithardt ein Vier, tel eines Rindes. Das geschlachtete Tier war in Breitbardt von dem dortigen Laienfleischbeschauer untersucht worden, der es für einwandsfrei erklärte. Bange führte daher sei» erworbenes Viertel in den Stadtbezirk Langenschwalboch ein Entgegen den für Langenschwalboch bestehenden Vorschriften ließ er dieses ftische Fleisch, das. wenn es feilgchalten wer- den soll, bei Einführung in Langenschwalbach iiachimtei sucht werden muß, nicht mehr nachimtcrsnchen. Gegen den ihm daraufhin zugestellten Strafbefehl erhob er Einspruch und mach'« geltend, er habe das Fleisch zur Wursffabrikation verwandt, von seilgehaltenem frischen Fleisch könne also nickst die Rede sein. Das Schöffengericht Langenschwalbach kam zur Freisprechung Banges, da die Verordnung entgegen dem Reichsgesetz eine Nachuntersuchung von ftischem Fleisch, einerlei wozu es verwandt werde, fordere. Insoweit gehe die Verordnung zu weit. Die Strafkammer Wiesbaden trat dieser Auffaffung bei und kam zur Verwerfung der vom Amtsanwalt eingelegten Berufung. * F. C. Wiesbaden, 2. März. Zu einem Monat Gefängnis und 1000 dl Geldstrafe verurteilte am Freitag die Wiesbadener Strafkammer den Zigarrenhündler Otto Abel aus Wiesbaden, der hier Welten sammelte, Umsätze von Hunderten erzielte und seine Weilen an Schweizer Buchmacher gegen die üblichen 6 Prozent Provision wcitergab. * F. C. Wiesbaden, 2. März. In gefährliche Hände war ein hiesiges junges Mädchen in dem Moment ihrer Rückreise nach Geisenheim a. Rh. gefallen, als sie mit dem Bäcker August Bergmann bekannt wurde. Dieser hielt sie unter Drohungen zu einem schlechten Lebenswandel an, indem er sie tüchtig ausnuhte. Eines Tages ließ er sich auch als Kriminalbeamter an. Diese edle Menschcnhilse kreidete ihm die Straffammer mit 9 Monaten Gefängnis an. Borbencht put granüutter z-richtuM. Montag, den 2. März 1914. Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 20.40—20.50 „ auf dem Lande abgeholt „ 20.10—20.25 Roggen, hiesiger und Wetterauer „ 16.35—16.40 ,. auf dem Lande abgeholt „ 16.10—16.10 Gerste, neue „ 17.00-17.50 Hafer, hiesiger und Wetterauer . „ 16.00—17.00 .. kurhessischer.....„ 00.00—00.00 Trockentreber Mk.—.— Tendenz: etwas fester. Uorbericht fui» fruiiltfurffr Virhümrkl. Montag, den 2. März 1914. Auftrieb: 287 Ochsen, 65 Bullen, 816 Färsen, Kühe u> 403 Kälber, 115 Schafe, 2339 Schweine. Frankfurter Wrtterberistit. Boraussage: Wolkig, vorübergehend arst klärend, meist irok- ken, keine Temperaturverändernng: westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirschel, Fricdberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den'Anzeigenteil: Karl Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A.-G., Friedberg i. H. H9äßanKEä3HraSf22S9SKKZEHKHn In der Neuen Tages zeitirm; erschienen: Ich lafjr dich nicht Roman von Hedwig Courths-Maler in farbigem Künstlerumfchlag Preis Mk. 4.— elegant gebunden „ >, 5.— Dar hohe Lied der Treue wird in diesem glänzend geschriebenen Werl in ergreifender Weiie angestimmt. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein hochherziges Weib, das aus cinsachcn Aerhälinissea stammend, Retter und Schutzengel ihres hochgeborenen Eelieblen wird. Lungen Frauen und Mädchen kann leine bessere und erhcbenoere Lettüre in di« Hand gegeben werden. Bestellungen rechtzeitig erbeten: Ueue Tageszeitung. 9!r. 51 Mcuc Tageszeitung. Montag, den 2. März 1314 Teil- lzversteigerungen der Erüslichen Obersörsterei Laiibach an! 21 u« 1) 5iio»i»g, de» 9. ItlHrj nach Infamnienstunft 9 !lhr der Flensunger-Hoswald-Alleelchneise bei der Drahtseilbahn, ölsborfct und Flensungcr Hofwald: Fichtenbcrbftangcn 193 Stil. I. Kl. — 22,94 Festni., 239 Sttf. II. Kl. = 19,39 Fni., 830 Sick. III. Kl. — 31 Fm. Fichtenreis- stangen 30 Stck. — 0,54 Fm., l Birkenstamm 10,6 m lang, 28 cm Durchmcstcr — 0,65 Fm., 3 lim. Buchennutzfcheiter, 6 Rm. Hainbuchennutzwellen (Wagncrholz). Buchen Sm.: 38 Scheiter 61 Prügel, 2 Stücke, 290 Stammreiscr ltls. gemilcht mit Eichen und Kiefern) 142 Aftreiser: Eichen Rm.: 0,8 Rundscheit, 19 Prügel,, 15 Stöcke, 102 Astreifeis Birken Rm.: 8 Scheiter, 2 Prügel, 12 Astreifer: Kiefer» R,n.: 2 Rundscheit, 50 Prügel, 19 Stöcke, 120 Stammreiser, 5 Fichtenprügel. Das Brennholz wild unvorgeieigt beim Feuer ausgeboten. 2) Dienstag, den 19. Mär, nach Julainmenkunft 19'/? Uhr beim Pflanzgarten des Reo. Tiergarten bei Laubach. 1. aus Lampcrtstor: Buchen Rm.: 167 Scheiter I. und ll Kl., 181 Prügel, 45 Stöcke 40 Reiserprügel, 72 Astreiser, 4 Eichenstämme, 5—8 m lang, 17—39 cm Durchirr. — 1,10 Festm. 2. Hausplatz: Buchen Rm.: 172 Scheiter I. und II. Kl., 42 Prügel I. und ll. Kl., 38 Stöcke I. und ll. Kl., 159 Asttester, 9 Eichen-Radeln- und Weichholz- prügcln, 2 Eichen-Radeln und Weichholzschcrtcr. 3. Sützclops: Buchen Rm.: 14 Scheiter I. und ll. Kl., 58 Prügel, 37 Stöcke, 100 Astrestcr, 18 Stammreiser, 10 Eichen-Radeln und Weich- hvlzscheiter, 40 Eichen-Radeln und Weichholzprügel», 48 Radel-, Weichholz- und Erchcnstöckc, 15 Buchen-, Eichen- und Aspen- reiscrprügel, 4 Eichensrämme 6—9 in lang, 23—28 cm Durchm. — 1,45 Festm. 4. Wildiraudcrg: Buchen Rm: 92 Scheiter, 195 Prügel, 34 Stöcke. 58 Reiserprügel, 0,8 Kirschbaumscheiter, 16 Eichen-, Radel- und Wcichholzprügel, 2,6 Eichen- und Erlen- stöcke, 0,8 Erlenrcilerprügel, 4 Eichenstämme 5—8 m lang, 15—39 cm Durchmcger — 1,48 Festm., 1 Birken stamm 7 m lang, 20 cm Durchm. — 0,22 Festm., 1 Ahornstamm 7 m lang 29 cm Durchm. — 0,46 Festm. 5. Hirtenbachskops: Buchen Rm.: 4 Scherter ll. Kl., 14 Prügel ll. Kl., 21 Stöcke, 29Reiler- prüzel, 1 Eberesche 5 m lang, 28 cm Durchm. -- 0,31 Festin. 6. Ziegclhiittergräben und Hirtenbachskops: 11 Buchenreiser- prügel, Losholz und Kohlreiser stächenweise. Blau unterstrichene Plummer» lammen nicht zum Ausgebot. Laubach, den 28. Februar 1914. Gräfliche Forstverwaltung. zttiUllige Keuemehr Friedberg I». 8 öschliliikil,iliß Donnerstag, den 5. März, abends 8'/. Uhr Ucbttng. Hierauf in der Wirtschaft von Friedrich Haas. siolrverjltigmmii Versteigerung. Wegen Aufgabe der Oekonomie kommen Donnerstag den iS. Sliari 1914, vormittags 19 Uhr nachfolgende Gegenstände ,'egeu bare Zahlung östentlich meistbietend zur Versteigerung: ‘i Zweispänner voll kt. Wagen mit Grntelciter», 1 Halbverdeck, 1 Waizc, t Tezimalwagc, mehrere Eggen NN» Pflüge, 1 Pfuhlfast, 1 Häckselmaschine, 1 Fcgmühlc, t Dickwurzrnühlc, I Obstkelter, Pferdegeschirre UN» Decken sowie verschiedene andere landwirtschaftliche Geräte, ferner einige 100 Zentner Stroh und Heu« Karl Jung, Ostheim bei Butzbach. Total-Ausverkauf wegen Aufgabe des Ladens der Firma C. F. Schwarz Söhne Marttstratze. 2nh. Gg. gildrdrandt Kletzen. Ecke Wettercfasse. Wir bringen zum Verkauf nur solche Waren zu den iiutzerst billigsten Preisen und zwar: Konfirmanden-Anzüge in schwarz «.blau in allen Preislagen. Hrrrea- u. Knabtil-Aiiznizk, Hosen, Eport-Ainiige u. 'amtliche Arbeit»- «. Kernsoblridrr. Soioie Herren-Kriuden -Unterhosen, Ktrlärfackeu und Kweater», U.Id »rnischc «. englische tztotfe. Laniafte-Mcste«! Rur dis Ende Mär, 1314. rein wollene Donnerstag, den 5. März 1314 oormitlags 16'/. Uhr, kommen in dem Freiherrn von Ritter'fchen Waid Hof Hasselheck, zur Per steigern»»: 5 Fichlcnstämme — 2,31 Fstm. 8518 schwere Birken-Eichenwellen 3306 Eichcnbackwellen Zusammcnluuft aus der Wein- stratze, am Eingang der Mittel- .Ichi-Mlitt Prfrr Uclrler frifbbrrg i,g.,fürbfrga))f 3 üitrhl neben dem h-elchns- n. ?eebitoeeein 3 JUinilr» nun 6abnl)» f . WV Dclesoi, 91 r. 2:40. 1 Kcholikndflk ßfljnnbliittg Üiiligr jlikisr. rledderg, den 2. März 1914. Für die Freih. von Rrlter'fche Gutsvcrwaltung Fourier. Gründlichen UnterriW im Stirfcn Weiß- und Bunt-Sticken in allen modernen Arten erteilt 21. Mayer, «vriedberg 71 Kaiferftrahe 71. 3lnmcldung jederzeit. Kochfränlein. Junges Mädchen findet in beste rem Hotel in B°d-Rauheim Koch- lchrstclle für die Saison 1914 Monatliche Vergütung 20.— Ms, dagegen Wäsche, Kost »nd Logis frei. Familienauschlutz. (best, Offerten unter 791 an die Ezp. der Reuen Tageszeitung. 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Hätte ich doch ftüher gewußt, dast die »un-Präpara«« ------ • ' ------ ---- ein so mild wirkendes und doch so vorzügliches Mittel gegen Galle,p steine sind. Ich litt so unausiprechlich an Eallenstetnloliken, datz schließlich nichts anderes übrig blieb als die Gallenblase heraus- nehmen zu lasten. Leider war die Folge davon eine schreckliche. Nachdem die Wunde vemarbt watt kamen die Koliken wie zuvor, ja noch furchtbarer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Mageuträmpfe und Erbrechen, so daß ich bis fast zum Sklett abmagcrte. Niein Zustand war ein hoffnungsloser und qualvoller, und als ich wieder openert werden sollte, lieh ich es nicht zu und griff zu den D»n- piklen. Eleichzcittg legte ich mir ein etwa 20 cm breites D»n- pflaster wie einen Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder, oer- jpütte fast augenblicklich Linderung, die Kämpfe nnd das Erbrechen liehen nach und ich tonnte wieder bester «sten. Nach 3—4 W->ck»» hatte ich bereits 10 Pfund zugenommen. Rach emtgen Wochen bekam ich »och einmal 2 Tag« lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene Gallenstein, der bei der Operation nicht gesunden worden war, adging. Bon diesem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter nehme, habe ich bereits 1 Jahr lang weder Koliken, noch Krämpfe, noch Erbrechen ic. gehabt und auhcrdem weitere 25 Piund zugenommen, so dah ich mein altes Gewicht wieder habe und alle schweren Hausarbeiten wie früher verrichten kann, ja bah ich mich noch lebensftoher und gesünder suhle. — Im vergangenen Sommer haben die DunpiUen und «Salbe meinen Jungen Mai, als er a» Masern erkrankte, innerhalb 3 Tagen wiedcrhcrgeftellt, desgl. später bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. 0. 8. (1.30) D. P. (1.30) D. Z. (2 j0). ' Darmstadt, 22. 9. 1912. Frau S. Müller. (Unterschrift ortsgerichtlich beglaubigt.) Bon nie verfageHdem Erfolg gegen Flechte», Beinjchäden, Katarrh, Influenza, Keuchhusten, Rheumatismus, Ischias, Hczen- jchuh und Brandwunde». Zu haben in Apotheken oder durch Vermittlung der Fabrik Hanö Heitz, Darmstad«, Rohdörfcrftrahc 22. Projpekr kostenlos »nd frei. ^ruunenbön n. Vchuugtn, ^tunpcnanlfip billigst. Stefan Muhn, Znhcideu Huugr»». jtf» as ns» Kn «49 fcS £3 ««ui «9 m 03 tu, HS M ^3 tö Ui ES V. w SS 09 LS 3 Zu p Pp ü li; a hpsaussaa t halten wir grosse Lager in garantierten la. Saatsommer«reizen (Roter Schlansledter, Ble Japhet.) la. Saatsomnserroggen (Petkuser) Ia. Saatgerste (Hanna, Goldthorbe, New bourton malting) la. Saatmais (echt „Virginia", Natal) la. Saathafer (Beseler II, Strube, Ligowo, Kirsche, Fichtel- gebirgs, Anderbecker, Leulew.tzer, Heyne’s ertragsreichster) la. Kleesamen (Rotklee und Luzerne, Incarnat in höchster Keimkraft, sämtliche Sämeieien) la. Runkelkerne in allen Sorten la. Snatnieken, Saaterbsen Ia. Saatkartoffel, norddeutscoe Ware, (Magnum bonum, Fiüh- rosen, KaiserKrone, Paulsori’s Juli, Perle von Erfurt, Ella, Industrie, Märker, Woithmann No. 34, SaB, Up-to-date, Silesia, Böhm’s Erfolg, Böhm’s Hassia, Vater Rhein etc. Originalabsaaten, reinen Sorten bereit: Ferner: Sämtliche KunitdAiiger: Chilesalpeter (15 — 16°/, Stickstoff), roh und gemahlen Pem-t»nano (7X10X2), Füllhornmarke Sehwefelsaures Ammoniak, Knlkstickstoff Kali (40°/ 0 ), Kainit (12,4°/ 0 ), Thomasmehl (16 —18%) Snperphosphat (S. P. 20 und 22) sowie sämtliche Ullseh- Diinger von Ammoniak — Kali — Salpeter — Superphosphate mit höchstem Gehalt, zu den billigsten Preisen ln jedem Quantum. Um recht frühzeitige Angabe des Bedarfes wird höflichsl gebeten, damit die nötigen Dispositionen getroffen werden können. Flitter-, lliingemittel und Saatartikel können zu Sammelladung zusammengestellt werden. Ke r;fsaii» Hanau Landwirtschaftliche Ein- und Yerkaiifsgenosseiischaft. Telephon 24,5 nnrl 246. Telefon 245 und 246. t/> CE B) 3. CD SS §! u> ff ff 09 ao ss L SS SS LS W Cv 2. % . Beila ge zur „Neuen Tageszeitung." Llr. 5t | Montag, de« S.MSrr 1914 I 7. Jahrgang Kedeniitaxe. .. März. 1810 Papst Leo XIII. geh. — 1817 General Ins. v. Harlmann gcb. — 1822 Admiral Jachinann flob. — 1825 Btz Plockhorst. Maler, geh. — 1810 H. W. M. Libers, Astronom, +, fiefftldje Arbeiter in Franbfnrt. Welchen hervorragenden Arbeitsplatz Frankfurt a. M. frir tausende von hessischen Arbeitern bietet, legt eine stati- slisch? Aufstellung der Frankfurter Handelskammer fiir dos Jahr 1013 txir. Von den hier nur in Betracht kommenden Stationen der Provinz Starkenburg wurden im Kalenderjahr 1013 insgesanit 120 800 Arbeiterwochenkarten nach Frankfurt verausgabt gegen 120 151 im Vorjahr. Für die einzelnen Stationen kommen folgende Ziffern u, Betracht' Kelsterbach 5861 Wochenkarten (1012 : 6288), A »inheini 1130 (012), Oiiisseloheii» 897 (085), Bischofsheiin 106 (106), Gnstavsbnrg-Kosthrim 193 (170), Mainz Süd 366 (308), Mainz Hanptbahnhos 775 (667), Mitteldick 167 ,51) Wattdorf 06.37 (0163). Mörftlde» 11871 (11 827), Dörnberg Groß Grrau 1606 (1038), Sprendlingen Bnch- schlaq 111 (782). Lange» 21 008 (22 813), vgelsbach 13089 03716), Erzhausrn 7000 (6071). Wirhausrn 5000 (5352), Art,tilgen 2602 (2135), Darmstadt 3801 (3600), Obrrrodrn 2521 (2.388). Urberach 1620 (1216), Ossenthal 3121 (2765), '»ötzenhain 1611 (1732). Dreieichrnhain 8695 (8187), Spreiidiingkn (Kreis Ofsenbach) 18013 (19 175). Seit 1010 stieg die Zahl der auf den obigen Stationen tv',ui Otett Wochenkarte» von 122 003 auf 120 800 in 1013 Gegen 1012 ist ,>ur die geringe Sieigernng mit 358 .Kai ien seilzustellen, zweifellos spiegelt stch darin schon die sei« dem Beginn des letzten Jahres sinkende Ki.-N'mftnr wieder. An» aNer Weit. Verhaftung. In ?-v n n ist der Rechtsanwalt Johann Un- deg am Donnerstltg Abeird auf Gponib eine» Gerichtsbeschlusses »eihafbet worden. Es schwebt« schon seit ein>iqer Zeit rin Ver- sabrrn uxgen Untreu« gegen ihn. Jubiläum bei Krupp, Nicht weniger als 375 Veteran.ui der Arbeit, die 25 Jakire ununterbrochen in Kruppsche» Diensten tätig gewesen sind, empfingen, wie aus Essen ge- »lelaet wird, aus den Händen der Farnisie Krupp die Er- imiernngsiuedrulle und das reichlich bemessene »bliche Geld- > ! schenk. Herr Krupp von Bableu und Halbach dankte den Jnbilaren in einer herzlichen Rede fiir ihre treue Arbeit, Der Jubilar, der den Dank der Ausgezeichnete» anssprach. beioute, Vift die Jubilarc und ihre Kameraden in ihrer Tieu« zum Hause Krupp nie erlahmen würden, Gehei uinksvollr Rrisendr. Die Polizei zu Ezernowitz stellte fest, das; am voiigen Dannerstag zwei Fremde mit einem Schnellzuge aus Riitnäuien dort erugetrofsei» waren. Sie übei»achteten in einem Hotel in.Ezernowitz und reisten am solgeudctt Tage mit dem Nachtzuge wieder nach Rmnä- «iea zurück. Es wurde ermittelt, das) sie aus dem Ezerno- loitzer Paslr uii 100 Kronen und ein Paket nach Debretzin auf- aegebe» In.tteu, wobei sie als Absender deu Ran'en Anna ttovalb gngabeu. I», Hotel hotte» sie sich als Siloesiee Mandoscheska, Artist und Karl Avram, Kansmann, beide aus Jassy. ansgegeben. Die Namen sind ofsenbar falsch, Tie Nachsoischnnge» werden aus rmuäuischem Boden fortgesetzt. Verhängnisvoller Einsturz eines Deckengcwölbes. Auf dein Neubau des.Pergamon-Museums in Berlin ist heute vormittag ein großes Deckengewvlbe eingeslurzt. Von den Arbeitern wurden zwei vcrschiittet, einer davon, namens S.chibolsky, trug einen schweren Sck>enkelbrnch und innere Verletzungen davon und mußte nach der Charit«? gebracht werden: der zweite ist leichter verletz) Die Feuerwehr ist noch mit den Aufräumuugsarbeiten.beschäftigt, lieber die Ursache des Einsturzes steht zur Zeit noch nichts Bestimmtes fest. Vom Znar ersaßt »nd getötet, Ans dem Bahndamm der Hochbahn in Hamburg wurde gestern vormittag der Signal- bhiser einer Streckenkölonn« durch eigene Unachtsamkeit von einem Zuge erfaßt und getötet. Es fehlte nur wenig, und die ganze Kalouue wäre vom Zuge überfahren worden. Selbstmord aus drn Schienrn. In der vergangenen Nacht hat sich der Fahnenjunker Hamacher vom Infanterie- Regiment Nr, 10 in Görlitz von eineni von Lauban kommenden Personeuzngc überfahren lassen, Hamacher war sofort toi. Der Grund zur Tat ist unbekannt, Prrhnitimq. I» einem Cafühaus i» Agram erschienen gestern Abend ein Herr und eine Dame, ans die die Be- schreibunq über den Debredziner Bombenabsender Wanda- schesku und die Artistin Bukarskh genau paßte. Ein Bnda- pcster machte die Polizei ans die beiden aufmerksam, die daraufhin verbasiet wurden. Der Manu konnte sich nicht legi- timieren und keine Auskunft über seinen Aufenthalt in den letzten Tagen geben, Kamps zwischen Frenidrnlrgiuuären und Räubern. Wie aus Saigon nach Paris gemeldet wird, bat ztvisch)en einer Abteilung von Fremdenlegionären und Rünberbanden an der indochinesischen Grenze ei» heftiger Kampf stattge- fnnden. Die Legionäre waren gezwungen, Bajonettangriffe gegen di« Räuber zu unternehmen. Schließlich blieben sic Herren der Situation, Ein Offizier wurde getötet, ein Unteroffizier »nd eine große Anzahl Soldaten verletzt. Din grählich» Gattenniar»,. Ein Akt mrgl,-üblicher Rvhett wild au- Eh-t«aur«n-rd gemeldet, Im Arischloß an einen Wortwechsel tätet« dort «in 15, Jahr« aller Bauer. Ba-ter onn drei Kinder», fein» Fr-N durch Stiche mit der Mistgabel. Der Marder hat sein Opfer in finnlcher Wirt so gräßlich zugerichtet, daß die Leiche 70 Stichunlichen anftveist. Ata ihn di« Gendarmerie »erhast-en wollt?, iand ü« den tlivhatd freilich in seiner Wohnstube sitzend dar. nls ab nichts Uc'rgeialten fei. Die Ermordet« war bereits die dritte Frau des I>ihzor»iig>»n. Di« erst« Frau wurde von ihm geschieden, di« weti« starb vor einiger Zeit im Jrvenhans, Mord oder Tclbstncnrd, I„ ihrer Wohnung, Franziskaner- Gasse 10 in Würzburg wurdi di« 2t Fahl« alt»! Verkäuferin Tnnson mit einer Schußwunde im Kopse tot curfgesunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch lunbelanut. Der Ge- li«bt« der Tonsur, «in Maler, wurde umber dem Brrdach!« des Mordes verhaftet. Schwer« Bluttat an» Eifersucht, Der lojährig- Wirr Adam Blanth in Adenbach versuchte in einer Anw-ndlung von Eifersucht da« Mädch?» Kanal Stock, mit dem er ein Liebe»- Uc-cholinis unterhielt, zu «rschiehen und verletzte schcue-c durch einen Schuß in den Rücken. Dann brachte er sich ein« Sch tountw bei, deren Folgen er erlag. Das lebensgefährlich ver letzt« Mädchen wurde ins Krantenhaus gebracht. Grausiger Srlbstmord einer gräsliche» Nonne, schreckliche Weise hat iich in dem berühmten Kloster 2 m J ose de Glum) in Vigo (Spanien) die Schwester Joi > Snanze, eine 35 Jahre alte Gräfin, das Leben genommen. Cie schnitt sich mit einem Messer die Keble durch, so da' der Kopf nur noch an einigen Fasern bing. Bei di her furchtbaren Verletzung hafte die Unglückliche noch die K> sich ans Fenster zu schleppen und sich in den Garten de? Klosters hinab zu stürzen, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen blieb Man nimmt an, daß unglückliche Li be das Motiv der Tat gewesen ist. Sechs Bauernhäuser durch rine» Meteor zerstört. Ja der Nähe de? Torfes Shcndkowize im Gouvernement Kiel-. (Rußland) siel ein gelvaltiger glühender Aerolith zu Bed- a und zertrümmerte sechs Bauernhäuser, Panischer Sch-.aea entstand unter de» Banern.die schnell die Flucht ergriffen und die brennenden Häuser ihrem Schicksal überließen. Die ganze llmqcgcnd >oic nach dem Fall des Met-orS mit scharfem Schwefelgeruch ersülll. Knabrnmord durch Btaiidstistmig. Die Kölner Krin'i- nalpalizei verhaftete gestern drei Personen, denen zur List gelegt wird, Brandstiftung verübt zu haben, um sich ti 3 fünsjahrigen Knaben zu entledigen. Die Mutter de? Kindes ist die ledige Schauspielerin Katharina Thelen, die angeblich den Unterhalt für das Kind nicht mehr bestreiten konnte. Sie brachte daher da? Kind zu einem Kansmann, Hier wurde da? .Kind ans das Belt gelegt und dieses dann a.ngezündet. Als nach Ausbruch des Brandes Nachbarn bei- beieilten und die Türe sprengten, fand man da? Kind erstickt vor. Z»m französischrn Bcrgarbriterstreik. Die Rgence Nntionale meldet von einem schweren, aber noch nicht ansge- klärten Zwischenfall ini Streike der französischen Bergleute, Danach sollen die Bergleute von Rockie la Moliöre in der Nähe von St. Elicnne gestern eine Tagesordnung ange- noninien haben, in der sie die Soldaten, die sich gewcigcr! haben, auf ihre Bruder zu schießen, zu ihrer Haltung beglückwünschen. Es geht aus dieser Taffache hervor, das: in Roche la Moliöre schwer Zwischenfälle zwischen dem Militär und den Streikenden sich ereignet haben müssen. In der Tat werden denn auch von anderen Seiten ans St, Eli >:ne solche Gerüchte genieldet. Böses Abentkiirr eines blinden Passagiers. An Bord des Riesendampfers „Imperators", der noch in Hamburg in Dock liegt, fand man gestern einen jungen Mann versteckt. Der blinde Passagier, der liollkommen verstaubt und vor Hunger ermattet war, hafte sich schon drei Wochen an Bord des Dampfers verborgen, weil er glaubte, daß die Reise nach Newtzork in den nächsten Tagen angotreten würde. Bei dem jungen Manne fand man einen schwer bepackten Rucksack, der zwei Revolver, 200 Pcitrouen, zwei Gewehre und eine zmn Lasso bestimmte Wäscheleine enthielt. Der Mann, der Konditor ist, halte die Absicht, in Amerika als Goldgräber zu arbeiten. Die beiden Gewehre hatte er, wie er angibt, in seiner Heimatstadt Liineck, van wo ans er nach Hamburg flüchtete, von Güterwagen gestohlen, Revolver und Patronen will er gekauft hohen. — Ans dem schonen Znm ^nyeisen. Roman von M. Prigge-Brook .31» (Fortsetzung). Luise arbeitete mit verweintem Gesicht in der neuen Wohnung. Sie billigte Rosemaric; Handlung nicht und bedauerte, daß, in Heinz' junges Glück ein WehrmutStropfen ftel, Erna dagegen zeigte der Tante ein trotziges Gesicht, sie begriff sie nicht und erwog in ihrem Herzen den Entschluß, daS Hans zu verlassen, um zu ihrer Mutter zu gehen. Lieber das litt- behagliche Lebe», als zuznsehen, wie die zlvei geliebten Wese» sich von einander wandten in Bitterkeit »nd Groll, Sie litt anßerdein, Ihre Liebe zu Heinz konnte nicht sterben, so viel Mühe sie sich nnch gab, ihn ans ihren Gedanken zu verbannen. Sein Glück mit anznsehen und klaglos zur Teile stehen, schien ihr das Bitterste, Dagegen kam ihr Rrtz'maries Zorn kleinlich vor. Die Einrichtung war beendet, Rosemaric musterte ihr Werk, Ihre Lippen zogen sich herab. Nrväterhansrat, not- dürftig ausgefrischt, füllte die weiten Räume. Manches nahm sich freilich recht stattlich ans, das Wohnzimmer, mit den uralten Eicheumöbeln, der vom Alter dunkel gefärbte Kredenz, den hohen, mit Leder gepolsterten Stühlen, den, reich geschnitzten Schrank, allc-s paßte zusammen, von der Kastennbr bis zu den Butzenscheiben, Anderes ftel nicht so gut ans. Man hatte manches znsammengestellt. wa.S nicht znsanüncnpaßie, „Wer mir das voransgesaat hätte?" Rosemaric verzog da? Gesicht, Ihr Stolz litt namenlos, sie kam sich abgesetzt Und erniedrigt vor. ,,D» brauchst Dir doch nur ein paar Zimmer ne» zu Möblieren, wen» Dir Dein neues Heim nicht gefällt", sagte Tante Luise, Aber Rosemaric anlwortete ihr nicht einmal. Es war jcht schrecklich im Hanse. Kein Mensch hörte mehr ein f,e»nd1-icl>eS Wort. Der lientige Tag, der erste im Obergeschoß, war Heinz' Hochzeitstag. Er hatte an Tante Luise geschrieben, da die einzige Sckiwescer ihn treulos verließ, hatte er null den Mut. sie zu bilie«, seiner Braut an ihrem Ehrentage zur Seile zu stehen. Er wolle sie nicht in Konflikt mit seiner Schwester bringen, aber er rechne fest auf ihre ihm allczeit bewiesene Güte. Ihr anempfehle er sein junges Weib, Ec werde nach etwa acht Tagen im Pslugeisen eintreffen und hasse, daß seine Frau willkommen sei. Von Rosemaric kein Wort, Luise hatte dann eine llnteredung mit Roseinarie über das zukünftige Verhältnis im Pslugeisen, „Du mußt ihm uiitteile», daß wir nmgczoge» sind, sonst gcbt's niein Lebtag nicht gut", jammerte das alte Fräulein bekümmert, Ihre Tränen flössen über die ' iien, „Sonst laß nnch es tu», damit der arme Junge w isigstens vorbereitet ist und weiß, was ihn erwartet," „Kümmere Dich nicht um meine Aiigelegenbeiten", wehrte Rosemaric sclzrlf ab. „Deinen armeci Jungen erwartet ein wohlgeordnete? Heim. Monika hat mir eben erklärt, daß sic nuten bleidt. Karl hätte ich so wie so nicht gcbroncht. Ein Hansmädclien findet süß oh ■ Tage, so daß ich nicht weiß, weshalb D» die da unten bedauerst. Wenn Du selber vielleicht . , ." „Besinne Dich, Kind", mahnt- Luis- '.oürdevoll, „Dein Zorn reißt Dich hin. Du weißt sehr >>>>). daß ich Dich nicht verlasse, selbst wenn Du im Unrecht bist. Du toirst Dich wiederfinden," Roscmari« sachte spöttisch, aber sic schwieg. Im Grunde war sic nur z» froh, daß sich die Tante nickst gegen sie er- klärte. Sie selbst fühlte sich nicht mehr ftei und sicher wie einst. Unruhige Träume suchten sie beini und über Tag dachte sie manchinal an Heinz und empfand ein unerklärliches Bangen vor seiner Rückkehr. Das Brautpaar verlebte di« Tage in stillem Frieden. Heinz' große Liebe besiegte den bitteren Schmerz in Marys Herzen »nd verwandelte 9m in Wehmut, Sie sprach täglich pou ihrem Papa, malte sich aus. waS er zu den reichen Brantaescheaken, mit denen dec Doktor sie iibarrasrt>te, sagen würde, und fand auf Atigenblicke sogar ihr altes, liebes Lachen, was Heinz unsagbar beglückte. Denn seit die einzige, geliebte Schivester ihn lieblos von sich gelviesen, brannte ein Schmerz in seinem Herzen, den selbst Marys Liebe nicht vcrlöfck>en ließ. Auf Stunden vergaß er bei dem holden Geplauder seiner Braut, was ihn di ückte, allein ans seinem Zimmer qucilte er sich. Der junge Mann sah sorgenvoll in die Zukunft. Wie würde das Zu- saiumcnleben der beiden sich aestalten, von denen er die eine mehr als sein Leben liebte, während die andere seinem Herzen nie sremd lverdcn konnte? Er boftte im stillen immer noch auf eine friedliche Lösung des Dilemma, Vielleicht bezwang die Schwester sich und kam in der elften Stunde, um ihn a» seinem Ehrentage nabe zu sein. Täglich erwartete er eine» Brief, Vergebens! Rosemaric schwieg. Seiner Braut suchte Hei», dec Schtvestcr hartnäckige« Widerstand zu verbergen, indem er immer neue Entschuldigungen für ihr Stillschweigen empfand, Eiinnal wcir sie noch immer nicht ganz genese,, und scheute das Schreiben, dann wieder mußte die Trauer uni den Ohm herhalten, schließlich di« Vorbereitungen zu ihrem Empfang, Maiy schwieg dazu, sie war klug genug, sich das ihrige zu denken. Glücklicherweise kränkte sie sich nicht. Nach ganz junger Mädchen Art schien ihr Rosemarie der Typ der alten Jungfer, die vom Leben nichts kennen gelernt, mit der man fobi- lich Mitleid haben mußte, Ihre Schriillenhaftizkeit nabm sic ihr nicht übel. Hätte die stolze Rosemarie geahnt, wie die i»«’ Schwägerin ühpr sie dachte, sie hatte sie womöglich noch 1 terer gehaßt. Der Tag der Hochzeit rückte näher. Mary crimr: ilin mit süßem Beben. Sie hing leidenschaftlich an den sie in diesen Tagen ungestörten Beisammenseins > > kennen lernte. (Farcisctzung folgt). r >oi_________ _ '.stamn, die Konditorstube mit den Steppen Anrerikas zn ertauschen, ist jetzt nichts geworden. Schisfslistc für billige Briefe nach den Vereinigte» Staaten von Amerika. (10 Pfennig für je 20 Gramm.) Dic Portoermüßigiing erstreckt sich nur auf dic Briefe, nicht null, auf Postkarten, Drucksache» usw. und gilt nur für Briefe nackt den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht nach anderen Gebieten Amerika?, z. B. Eanada. „Amerika" ab Hamburg kt März. „Prinz Friedrich Wilhckni" ab Bremen 7. März. „Prinzessin Cccilie" ab Bremen 10. März. „Imperator" ab Hamburg 11. März. „Kaiser Wilhelm der Graste" ab Bremen 18. März. „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 21. März. „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 26. März. „George Washington" ab Bremen 28. März. „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 31. März. „Imperator" ab Hamburg 2. April. Postschlust nach Airknnft der Frühzüge. Alle diese Schisse sind Schnelldampscr oder solche, die für eine bc- stimmte Zeit vor dem Abgänge die schnelle Beförderungs- gelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briese mit einen: Lcitvermerk wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu versehen. Faschingsausschreitungen. In dem öftereichischen Städtchen Mannswörth kam es in der Faschingsnacht in einem Gasthause zu einem Kanipfc zwischen Bauernburschen. Im Gedränge wurden viel Frauen und Kinder zu Boden gewor- fen und schwer verletzt. Schließlich flriffcn die Burschen zum Messer, wobei zehn Personen schwer verletzt und einer getötet tvurde. — Auch in Köln ist es bei dem Fremdenandrang zu dem Karnevalstreiben zu starken Ausschreitungen ge- kommen. Tie Polizei mußte stark in Anspruch genommen werden. »»glück beim Maskenball in Attcnwald. Schwer verirn- glückt ist bei dein im Lokale Kläscr jtattgcstrndenen Maskenball der 24jährige Bergmann Jakob Arndt. Er wollte von der Schulter eines Kameraden einen Salto mortale springen, stürzte aber hierbei mit großer Wucht kopfüber auf den Saalboden. Er erlitt einen Schädelbruch n>id schwere innere Blutungen. Sein Zustand ist hoffnungslos. Glücklicher Gewinner. Eine ungewöhnliche Noscn- nrontags-Ueberraschung wurde einem Friscnrgehilfen in Essen zuteil, indem er ans ein Los einer Wohlsahrtlotterie de» zweiten Hnnptgewiini von 30000 „E gewann. Traurige Folgen einer Prophezeiung. In München bat sich eine Geschäftsfrau von einer Kartenlegerin wahrsagen lassen, der Mann, den sie liebe, werde sich erschießen. Ans Berzwcislnng über diese Prophezeiung wurde die Frau wahnsinnig und mustte in dic Irrenanstalt gebracht werden. Gegen die Kartenlegerin ionrde ein Strasvcrfchren einge- leitet. Wieder ein Deutscher in dic Fremdenlegion verschleppt. Tic Fälle, in denen junge Deutsche unter Anwendung von verwerflichen Mitteln in die Frcnidcnlegion verschleppt werden, inehren sich in letzter Zeit. Nach Mitteilungen an die Eltern de? achtzehnjährigen Zinimergesellen Karl Giese aus Nabern im Kreis Königsberg (Ncumark) wurde ihr Sohn von sranzösischen Werberii in Loihringc» betrunken gemacht, über die sranzösische Grenze geschleppt »nd der Fremdenlegion eiiiverlcibt. Dic Eltern fordern die Freilassung chres Sohnes. Im Streit erschossen. In der Nacht aus Mittwoch wurde der 24jährige, ledige Fabrikarbeiter Jakob Merz von Pirmasens von deni 32jährigcn verheirateten Musiker Otto -OHI'ger aus Bierbach erschossen. Merz, der maskiert war, nahm dem OHIiger, der mit seiner Frau in verschiedenen Wirtschaften musizierte, das Mundstück seiner Trompete weg. Als mm OHIiger, der auf Krücken geht, mit seiner Frau dem Merz nachlief, um ihm das Mundstück wieder ab- zunehnien, schlug Merz der Frau OHIiger ins Gesicht, daraufhin scnerte OHIiger ans seinem Revolver aus Merz und tötete ihn ans der Stelle. Nun fielen die beiden Brüder des Merz über OHIiger hei- und mitzhandeltcir ihn so schver, datz er lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus geschifft wurde. OHIiger wurde verhaftet. Ans der Heimat. * Dorheim, 2. März. SB« schon bereits bl,ich Plakat« be- roimt, feiert der hiesig« Fußballklub „Dritarmia" am 26. April l!M4 sein 2. Stiftungsfest Verbünde» mit olympischen Spiel«». Diel« bestehen aus 15 Km Ivettgehen, 1000 Meter.Laufen. Treikampf (Kugelstoßen 20 Zfd.). Weitsprung, (Freihoch), Sech- jerlsilrnier« Klasse A und B »nd Fuhballweilststz. Da der Ver- «m lein« Kosten gescheut Hot, sein F«st zu einem glänzend«» zu gestalt«,,, und besonders schön« Preise und küustierisch ausge- jiihrle Diplom« den Siege,n zur Verfügung zu stellen, und die - Einsätze hierfür so mastig als möglich zu setzen, so dürs.« jedem Verein di« Möglichteir gegeben sein, an den olympischen Spielen je ilzu nehmen. " Vilbel, r Mörz. Die Bczirkssparkass« ,Mathildenstift" erübrigte im letzten Rechnungsjahr einen Reingewinn von Ml. 18375. Die Gesamteinnahmen 4 882 554 Ml., bi* Ausgaben 4 405 060 Mark, fvdaß ein Rest »on 577 484 Mark verbleibt. Di« Bilanz ergab an Aktiven und Passiven 3 587 708 Mark. " Echzell, 2. März. Ein« anhcrordentliche Eenrralversanrm. krmg war von der Spar- »ud Darlehnskass« otnberufen, um lber di« Art der Deckung des Verlustes bei der Genasienfchafts- bank zu berate». Dieselbe wurde im Gasthaus „Zum deutschen b--ns" abgchallen. Die Mitglieder waren fast vollzählig er. >M«nen) diejenigen, di« sich int Laus« de, Jahves abgenreldet, *s waren bercn an 60 Mann, hatte» keine Einladung erhalten. Bei Beginn der Verhandlung wurde von Herr» Direktor Bürgermeister Schmidt bemerkt, daß von gewisser Seite ein Angriff zu erwarten sei: dieser ist auch erfolgt und kam von Sei. teir de« Mitgliedes K. Haub, der in feiner rücksichtslosen Art da, Verhol!«» des Rendanten in feiner Eigenschaft als Auf. sickstsrotrmltglüSr bei der KcnnIsenKbnstsbank einer schaffen Kri» Sieue Tageszeitung, wlontag, den z. awntj 1914, r NltDtflLAKDE RUSSLAND iKlkMhibi» ... . -m-r o - true - .V-iiiH l aSj KUTSaiUWD ENotftRO Zur Bevolkerunssbewe^un^ in den I. Staaten. 135 Auf XXX) JterbefäUe kamfn MehY=qeborten: 130 112 106 90 43 *9 0890) 130 Celle l },l unterzoo Das wird möglicher Weis« zur Folge haben, datz das Mitglied Haub sich aus «ine Beleidigungsklage gefaßt mache» kann. Rach Schluß der Debatte wnrde einstimmig beschlossen, dost jede» Mitglied 50 Mark ofe Geschäftsanteil zur Kaste ingthlen muß. Auf di« Angriffe des Herrn Hauch nah», Apotheker Schmidt den Rendauten in Schutz. " Bleicheubach, 2. März. Am 28. Februar 1734 wütete hier und in der Umgegend ein entsetzlich« Sturmwind, der di« ganze Nacht hindurch andauerte und sich erst am folgenden Tage gegen 2 Uhr legte. Häuser, Dächer, Fenster, Bäume wurden nicht allein beschädigt, große mächtige Baume wurden sogar aus den Wurzeln gerissen. Der Schaben, den dieser orkanartige Sturm iw hiesigen Geineindewald anrichtote, belief sich aus zirka 1000 Gulden. Uebvigeu» war das Jahr 1734 «in sehr gesegnetes, fruchtbares Jahr. An Früchten, Obst und Buchein war großer Ueberfutz. Alles war sehr wahlfeil, daher nicht gesucht, ungeach. tet der groß«» Kriegsherr« von Franzosen und Deutschen, die am Rheinftrome standen. — Am 17. Mai des Jahres 1733 »erspürt« man hier, in Selters. Effolderbach. Butzbach, Gießen, Hanau, Ofsendach; Frankfurt a. M. usw. ein Erdbeben, so daß sich dt« Häufet bewegt »nd die Glocken von selbst angeschlagen haben. Das Erdbeben dauert« «tu« Minute laug und war auch in manch«» Orten noch heftiger. — In den Jahren 1728 und 1730 gab «» viele Raupen, daß alle Hecken und Buäm« voll hingen. " Butzbach. 28. Fehl. Der Prämiierungsmarkt ist auf den 10. März festgelegt worden. Mir dem Fasel, und Rindvieh- nrmkt ist Schweinvmarkt verbunden. Bei der Berlasuno kommen 11 Rinder, «ine Anzahl Zuchtschweine und Rastehiihner zur Verteilung. " Gieße«, 28. Febr. Das Haus des P. Gerber, Krofdorfer. strahc 37, sing in den Besitz des Gerbevnxifterr W. Plank j»m Preis« von Mk. 20 000 über. " Gießen, 28. Febr. Di« hier anberamnt« Stadtverordneten- sitzung konnte, weil sich ntcht di« gesetzlich erforderliche Zahl von Stadtverordneten eiusand, nicht abgehalten werden. Es sollte in derselben di« Vergebung eines neuen Anlehens »on zirka 5 Millionen beraten werten und wi« es heißt, wären des- roegen einige Herren zu Haufe geblieben. Diese Vooel-Strauß- politik wird leider nichts nutzein Nunmehr soll die Sitzung am Montag stattfinden. " Gießen, 2. März Der \ Zt im Cjamen stehend« 24jähr. Studiosus Joh. Rich. Ohwald aus Eimsheim In Rheinhesten war erkrankt und ist in der hiesigen Klinik seinem Leiden erlegen. Die Leiche wurde zur Bahn gebracht, um nach der Heimat befördert »nt werden. Der Verstorbene war Mitglied der Landsmnmrschaft Darmstadtia, deren Aktiven in Couleur di« 4 Pferde des Toteinoageris führten und den Leichenwagen begleiteten. Sämtliche Studcntenkorporationrn waren durch Fahne» und Chargierte vertreten und auch d!« Profestoren und Dozenten der Universität gaben dem Trwuerzuge das Geleit« zur Bahn. * St. Gießen. 2. März. In einer erweiterten Ausschußsitzung des Kreisziegenzuchtvereins Gießen wurde der seitherige Jnhaber der Vermittlungsstelle Herrn Martin Schmoll dahier wegen Unregelmäßigkeiten seines Dienstes enthoben und an des- sen St>,'llc tritt Herr Balthasar Philipp 3. »on Watzenborn- Stein berg. Hrstc» Nassau * F. C. Wiesbaden, 2. März. Mit dem 28. Februar ist die Schnßzeit ans männliches Rot- und Damwild und damit die eigentliche winterliche Jagdperiode zn Ende. Die Jagd ist fortan nur noch osfen auf Auer-, Birk-, Hassel- und Fcsanen-Hähne, auf Trappe», Wildenten, Schnepfen — Oeuli, am 15. März, da kommen sic — und anderes Wassergeflügel. * F. E. Wiesbaden, 2. März. In der am Freitag abgc- haltcuen 65. Plenarsitzung der Handelskanrnrer Wiesbaden wurde der Vorsitzende, Konnnerzienrat Fchr-Flach-Wics- baden sowie die übrigen Vorstandsmitglieder wiedergewühlt. Für das verstorbene Kniinnermitqlied Koimnerzienrat Koch- St. Goarshansen beschloß die Kammer, als Vertreter der Handelskammer Wiesbaden in der Rheinschiffakntskommis- - sio» dem Oberpräsidenten der Nheinprovinz das Kaminer- niiigkied Koinnierzienrat Wackzendarff-Oestrich vorzufckilagen. Für den Wasserboirat der Provinz Hossen-Nassan l>abe» die Handelskammern drei Mitglieder und drei stellvertretende Mitglieder gemeinschafilich in Vorschlag zn bringen. Die Hondelskanmicrn der Provinz sind dahin übcreingekonnnen, als Mitglieder je einen Vertreter aus den Handelskamw.ern Frankfurt a. 9 01 ., Cassel und Wiesbaden, je einen Stellvertreter von den Handelskammern Hanau, Limburg und Dil- lenbucg bezeichnen zu lasse». Di« Handelskammer Wiesbaden beschloß am Freitag, das Kanimermitglied Jnstizrat Haeuser-Höchst a. Dt. für den Beirat in Dorschstag z» brin- gen. Die Kammer beschloß weiter, dem kürzlich gegründeten Nassauischcn Borkehrsverband als- Mitglied sich anzuschließen und zwar im Interesse ihres Bezirks, der an dem Frei»- dcnverkehr des Regierungsbezirks einen Hauptanteil habe. Dabei wurde bedauert, daß man die Stadt Mainz in den Verband mit einbezogen habe, da von Mainz keine Förde- rung des Wiesbadener Verkehrs zu erhoffen wäre, deswegen schon müsse dic Handelskammer vertreten sein, aber auch »in dic Eisenbahnwünsche zur Geltung zu bringen, sonst würde vielleicht die linke Rheinseite mehr devorzugt als die rechte, da Frankfiirt a. M., wo der Sitz des Vereins sei, kein In- tnrcsse habe, ob die Fremden nrch Franffurt von der rechten oder linken Rheinseite znströmen. Ans Starkcnburg. * Darmstadt, 2. Mürz. Am Donnerstag nachm itag zwischen 3 und 4 Uhr Hot sich eine junge Frau aus dem israelitischen Friedhof in selbstmörderischer Absicht einen Schuß in die Brust beigebracht. Sie wurde durch di« Sanktötswache mittels Kran- kcnoutomobil in das städtische Krankenhaus gebracht. * Heppenheim, 2. Mürz. Ein schmählicher Bubenstreich wurde hier in dem im Schlaßberg gelegenen Wingert des Joh. Rodenhebcn verübt, indem unbekannt« Tater etwa 150 bis 20« fünfjährige Rebstöcke glatt am Boden abschnitten. Auf die Er. greifung des oder der Täter kst ein« Belohnung ausgesetzi. Hos- fentiiich gelingt «, di« llebeltätrr zu ermitteln und «i„—. plartschen Bestrafung zrrzusühren "/»Reichsanleih« Knrsvericltt »o«> 28. Februar l814 der Mitteldeutschen Lreditbank Aktirnlapital ». Rrserorn M. 70 000800 gegründet 1856. Frankfurter Börse. 89.—«'. 86.00 78oo; '/>»/, Preuß. ConsolS 16.00 . „ 78.- . •/• Hetzen 97.80 „ ■/,% . 84 80 „ '/» „ . '5.10 . >/« Ocftert. («olbrcate 90.80 m V» •/« „ Silberrente 87 60 . °/, Ungar. Goldrcnte 84.25 „ „ „ Kronenrente 83.00 „ „ Portugiesen Serie I 6190 „ . „ „ Hl 64.80 . Russen v. 1805 9».60 , °,. . „ 1802 80.15 . '/»"<» Japaner 81.40 „ °/o Türken von 1903 86.— „ -/oAdrninistr. Türken 75.80 - mrkentoose M. 170.60 m Griechen ». 1890 56.30 „ ’/»“/» Monopol^Sriech. —.— , “/o Buen.-Air. Pr. Ani. 67.W . •U Silber-Mexikaner —„ Älter. Irrig, Anl. 68.50 „ V/o Chinesen 82.30 „ Zuderus E.-W. Act. 113.10 „ ichuck. Elektr. wes. „ 154.25 „ Berliner Zeriiner Handels A»t. —.— „ Zeutsche «anl Akt. 258.75 „ Zisl. itommandit AM. 198 25 , Ziesdncr Baut tlllt. 158 75 - Zet.Jnt.Handktsb.Att. 211.°/, „ iust.Banki.a.Hand.A. 1,5.50 , rchantung E. B. Akt. 142.'/, - Zaitimore ». Ohio —.— . tanada Pacific itzkt. 215.25 „ .-rince Henri E. B-Akt. 162?/« „ LÜrtenloo(c Al, 170.75 „ Londoner ttchiton Topela Doll. 88.'/, routhern Pacifil Chicago Rock üsL lliissPtant. u.Te,.R. lmon Pacific. 1 . S. Steel Common 9..‘/. 6.50 1922 164.— 66.25 Eschwciler Bergw. . 221.80 Bochnmer Gutzstahl , 227.60 Äei entirch. Bergw.Al». 190.70 , Harpener Bergbau „ 189.50 Hambg. Amt. Pak. „ 145.'/« Rordd. Lloyd „ 127’/, Berliner Handels Ant 163'/,' Mitteld. Ereditb. «kt 124.— ' Tarmstädl. Bank „ 123.75 ' Deutsche Bank „ 260.25 ‘ Deuksch-AsiatstcheBan! 12o 50 1 Dtskonlo Komm. Klu». 198 50 ' Dresdner Bank Akt. 158'/, ' Orst. Cieditansl. «kt. 207.',, ' vombarde» , 22 .'/, ' Dtsch-Uberfee E.G ., 17n.J5 1 Lcfterr.Staasbabn, 156'/, 1 Höchst. Farbwerte „ 657 — ' Ehern. Fabr. Albert . 452— ' Rütgerüwerke , 260 80 ' Sleana btomana , 15020 ' Phönix Bergb. , 246.'/, ' Griesheim Elektron , 268 50' Zeüstop Aialdho, „ .26.— ' Hoizoerkvhlungs-Jnb. 321.10 ' vaurahüte „ 164.— ' Prioatdiskont „ 3.7)0 ' Tendenz: behauptet. Bors«. Hoyenloheiverke Akt. 124 — , DeuNch-Uuxemb.B.Alü 144.— . vaurahlltte Akt. Iv3 75 < Obcr>chle>>er E. Akt. 92.75 > Phönix Bergbau Akt. 248.75 1 Rombächei Hütte „ 107.— 1 Gelsenkirchen Bergic. A. 19,.25 Harpener Bergbau Lkt. 18 .75 Allg.El-k.GeseUjch.AIr. 251.75 Siemens u. HalskeAlI. 222'/« 1 Tendenz: behauptet. Bor,«. Amalgamateb Eopp. Doll. 0 .härteres u.om,rany Lftr. lra>lrano Bropireiarp , Golbp.elds piano Mines De Bcers Gon.olid ,, \.— 2.01 16.',, Die s. Depostlenkalse Fricdiierz t. empstehli sich »ui rerniitlln«!' aller iin»kiiiiis8ii;eii tiescli'-' ln» und Verkam von Wertpapieren an allen Bönen. ^ Errichtung lausender Rechnungen und prouisionsjrcier Sch-»-0on> lmwechslung von Coupons und Sollen. Innnhmc von offenen und verchlosienen Depots intgegcnnahm« verzinslicher Spar-rriulagen.