Uummer 45 Mo,nag. den 38. Februar IM4. 7. IMhrgang D»e »Ue«« ^agrojcittmg“ erscheint jeden Weiltag. Regelmäßige Beilagen ,,Dr» Kauer aus Arlseu", „Die Spinnftndc". Sriugoprei«: Bei den Postanstalten oiecicliahvlid) ilit i 05 b-i den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu Kitt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen : Erundzeile 2» Pfg., lokale 15 Psg., Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme -r'hob'en _ Erfüllungsort Friedberg. KchriKl.'tuug und Verlag Friedberg (Hessen,, Hanauerstratze 12. Fernlprecher 4«. Postscheck-Lonto Nr. 18..S, Amt ffrantsurt «. M. Uevrrstcht. — Samstag Morgen 9 Uhr 30 Minuten stieg der neue Zeppcliiikreuzer „3- 8" zu einer Probefahrt auf. die sich bis il Uhr 4L Minuten ausdehnte. Am Montag trifft die Abnahmekommission in Friedrichshafen ein. Die Abnahme- ährten beginne» Anfang der kommenden Woche. — Das Befinden Seiner Eminenz Kardinal Kopps gibt ,u besonderen Besorgnissen dermalen keinen besonderen Anaß. Die Ltingencnizündnng, welche sich am 13. Februar infiellte, geht erfreulicherweise zurück. Das Allgemeinbe» finden ist nicht schlecht. Die Herztätigkeit ist gut, auch die Nahrungsaufnahme genügend. — Der Flieger Breilbcil, der gestern nachmittag den, Publikum seine neuen Sturz- und Kurvenflüge vorsührcn tvollte, stürzte aus zirka 80 Meter Höhe ab und erlitt dabei schwere Verletzungen. Er war bereits 10 Minuten geflogen und er hatte bereits einige nennenswerte Flüge absolviert. — Wie der Berliner Morgenpoft gemeldet wird, hat der Obmann der deutschen Fortschrittspartei, Hofrat Bachman», namens der Partei die Teilnahme an den Ausgleichskonsercn- zrn drsinitiv abgelehnt. Er veröffentlicht gleichzeitig einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten, in dem er das Mißtrauen der Partei zur Regierung ausspricht. Dadurch sind die Ausglcichsbestrebungen endgültig gescheitert. — Im russischen Marineministerium ist ein Plan für weitere Forschungen in, nördlichen Eismeer ausgcarbcitct worden. Im Juni begibt sich eine Expedition von Fachgelehrten unter Führung des Kapitäns B. A. Wilkitzki nach der Nowaja, Semlja und nach verschiedenen Gegenden des Eismeeres westlich vom Kap Tscheljuskin. — Uebcr die künftige Gestaltung Albanien« herrscht noch völlige Unklarheit, namentlich darüber, aus welchen Manier« das erste Kabinett zusammengesetzt sein soll. Die Anrage bei Essad Pascha, ob er Kriegsniinister werden wolle, bat er dahin beantwortet, daß er zunächst eine Zeit der völligen Ruhe verleben wolle. Die Thronbesteigung des Prinzen wird den europäischen Höfen wahrscheinlich durch Deputier- tcn notisiziert werden. Die albanischen Deputierten begeben sich glcichsalls nach Waldenburg, wo sie mit ihren Landesherren erneut znsanuncntresfcn. — Die internationale Kontrollkommission hat nach vorheriger Verständigung mit den holländischen Gendarmerie- Offizieren den über die Stadt Valona verhängten Belagerungszustand wieder aufgehoben. — Gestern Abend ist wieder ein Ucberfall aus einen Eisenbahnzug begangen worden. Drei Banditen überfielen in der Nähe von Bellingham (Amerika) einen Zug der Great-Nothern-Bahn. Sie beraubten ihn und erschaffen den Schaffner und zwei Paffagiere, die Widerstand zu leisten versuchten. lükhhändltr ütikr die Mchlittjorgung pfntjdjlnnto. Auf der Jahresversammlung des Dichhändlervercius vir den Regierungsbezirk Trier hat der Vorsitzende des gesamten deutschen Verbandes, Herr Daniel, «irren Dor- !rag über die Fleischversorgung Deutschlands gehalten. Nach dem Bericht der „Kölnischen Zeitung" (Nr. 86) hat der Herr in erster Linie natürlich den Vorwurf zurllckgewiescn, daß die Flcischverteuerung durch den Zwischenhandel verursacht sei. Die Teuerung werde vielmehr veranlaßt durch den erhöhten Fleischkonsum und durch die Leutenot auf dem Lande infolge Abwanderung nach den Großstädten, wodurch die Viehproduk- tiorr vermindert werde. Für die Oeffnnng der Grenzen zur Einfuhr fremden Viehes und Fleisches könne krin Händler wegen der damit verbundenen Gefahr der Scucheuvcrschlep- pang cintrcten. Tie Händler wären auch ebenso wie die Landwirte vollkommen überzeugt, daß Deutschland seinen Bedarf an Fleisch selbst produzieren könne, die Viehzucht dürfe nur nicht vernachlässigt werde», und es nrüßte eine dementsprechende Bestiminung in die Domänen-Pachtbcdin- gungen aufgeiwiunicn werden. Nun, die Ergebnisse der letzten Viehzählung werden den vereinigten Händlern Wohl inzwischen gezeigt haben, daß die dentschen Landwirte ganz von selbst bestrebt sind, eifrig an ü(jr Vermehrung der Viehproduktion zu arbeiten, sowie angemessene Preise die notwendige Grundlage dazu bieten. Erschwert wird die Prodnktionssteigcrung durch den Mangel an Arbeitskräften, darin hat Herr Daniel vollkomnien recht. Noch schwerer aber fällt die fortgesetzte Seuchengcsahr hin- dcrnd ins Gewicht, die au manchen Orten nachweislich durch die auf liberal-demokratisches Geschrei erleichterte Einfuhr ,'»5 dein AuSlande zuerst wieder heraufbeschworen worden ist. Diese Einfuhrcrlcichterung hat sich also wieder einnial .'14 eine höchst schädliche, verderblicke Maßregel erwiesen, die dni Konfunicnten nicht einmal vorübergehend nennenswerte Vorteile gebracht hat. Jedes solches Rütteln an unsere,» Senchenschutz wirkt nach doppelter Richtung lähmend auf die Untcrnebmunasluft der deuiübe» Viebriickier. neben der Seuchengesahr dadurch, daß das Vertrauen auf die Stabilität der Preise erschüttert wird. Stabile Preise aber brauchen wir, soll die Viehzucht zu höchster Entfaltung gebracht werden; der Landinann darf nicht allzusehr in, Ungewissen da- rüber sein, welchen Preis ihin ein zur Aufzucht bestimmtes Kalb als 1%. oder zweiähriges Rind, welchen Preis ihm die zur Mast bestinimten Ferkel nach 10—12 Monaten bringen können. Möglichst stabile Preise liegen aber doch auch im Interesse der Viehhändler, die heute mit einem sehr großen Risiko arbeiten und deshalb mit einer „Versicherungspräuiie" gewissermaßen rechnen müssen, die ihnen oft als übermäßig hoher Zwischenhandelsgcwinn angekreidet wird. Zur Herbeiführung stabiler Preise auf dein Vichniarkt sehen wir (neben dem Grenzschutz) aber vorläufig kein besseres Mittel als umfangreiche Abschlüsse langfristiger Lieferungsverträge. Wenn sich die Viehhändler in Trier dagegeii aussprachen und die entgegenstehenden Schwierigkeiten als linüberwindlich hiiistellten, so sollten sie ihrerseits besser zweckdienliche Vorschläge mache,?. Denljcher Neichslag. 220. Sitzung vom 21. Februar, 10 Uhr. Am Bundesratstische: b. Folkcnhahn. Auf der Tagesordiiiing steht die Militarstrafgesetz- liovellc. Kriegsminister b. Falkenhahn: Al,f einstimmigen Beschluß des Reichstages ist das Militärstrafgesetz hinsichtlich der Herabsetzung der Mindrststrafen gemildert worden und auch der Begriff der niildernden Unistände eingeführt. Der im Sommer angenonimene Entwurf bringt aber in den Hauptbau und die Geschlossenheit unseres Militärgesetzbuches einige Unstiinmigkeiteu insofern, als die Mindeststrafen si,r schwere Verbrechen gegen die militärische llntcrordnung gleich waren den Mindeststrafen für gleichartige, aber leichtere Vergehen, an denen der Entwurf nicht gerührt hatte. Diese Erscheinungen waren, da e? sick »m ein Gelegenheitsgesetz handelte, nicht überraschend, aber sie gaben Veranlassung zu einer Erörterung der Frage, oh dem Bundesrat zu empfehlen sei, durch Aenderunqen das Gleichgewicht de? Militärstraf. nesetzbuches wieder herzustellen. Das wäre z. B. durch eine unwesentliche Derschürsung der Strafen möglich gewesen, aber sie hätte das Inkrafttreten des Gesetzes für lange Zeit verzögert, das gerade in dem Falle nickst bätte angewendet werden können, der ja eigentlich de» Anstoß zu dem Vorschlag gegeben hat. Da? hielt ich im Hinblick auf die sachlich einstimmige Annahme des Gesetzentwurfes in diesem Hause und die Haltting der Regierung nickst siir zulässig. Der Entwurf wurde im Bundesrat schnell bebaudclt und konnte schon ani 8, August all Gesetz v:i!Hndet werden. Es war zugleich Vorsorge aefiosfen worden, eiiaaigen tlnzul äglich- kcitcn dadurch vorzubeugen, daß Abhilfe in der Aufnahme der Klagen versucht würde. Ich labe deshalb eine weiter- gehende Durcharbeitung des Strafgesetze? angeordnet, deren Ergebnis in dieser Novelle vorlicgi. Die Heeresverwaltung batte.sich nicht leichten Herzens entschlossen, jetzt nochmals an die die Vergehen gegen die niilitärische Unterordnung bc- tresfcnden Strasbestiinniungen zu rühren. Experimente in dieser Beziehung sind stets gefährlich und würden in unserer gegenwärtigen Lage doppelt gefährlich sein. (Sehr richtig! rechts.) Auch sprich die Tatsache, daß unsere Strafbestim- mungen tue allgemeinen milder sind als die anderer Heere, nicht gerade für dir Dringlicksteit Ipo't'rer Milderungen, Bei dem Negierungsvorschlag handelt es sich nicht uni ein Er- periment. Wir dürfen das- feste Vertrauen habe», daß bei dem in unserer Arn'.ee lebende» Verständnis für die klncnt- behrlichkeit der Aufrechterhaltung einer straffen Disziplin nach wie vor grobe Verstöße nach Gebühr geahndet werden. In wirklich minderschwerc.i Fällen wird aber den Richter» die Möglichkeit gegeben, Milderungen cintrcte» zu lassen. Aber an der Notwendigkeit eiuvs.ndlichc. St..steil siir jedes Vergehen gegen die Disziplin, ganz gleich ob niildernde Gründe ziir Seite stehcii oder nicht, wird »»bedingt sesigc- halten Iverdcn. Auch gegen etwaige seiitiiuentalc- Regungen der Richer. Tenn eine große Armee kann man »ich mit Sentimentalität in Ordnung halten. (Lebhastes sehr richtig! recht.), sondern nur mit ernster, unbeugsamer Gerechtigkeit. Aehulichc Erwägungen sind siir die weiteren Vorschläge der Heeresverwaltung niaßgebcud gewesen. In der Koinmission werde ich darüber nähere Mitteilimge» machen. Die augcn- biicklicha gesetzlichen Befti»ii>i»i,gen werden offenbar als Härten empfunden, die naturgemäß in diesen Fällen in erster Linie die Sünder aus den, Mannschastsstandc treffen. Ihnen würde der Gesetzentwurf in erster Linie Erleichterung bringe». Aus meinen Darlegungen iverdc» Sic gesehen haben, daß die Heeresverlvaltung an die durch den einstimmig gefaßten Retchstagbeschlutz von, 30. Juni geschaffene Lage ohne jedes Vorurteil herangetreten ist und sich auch durchaus nicht gosckiciit hat. über ihn in der Rickstiing auf eine weitere Erlcichcruug in, Gesetz hinauszugehen, soweit e >2 nfme CH*fnKi*himn Wnnnps&licf't irnont* möglich war. Unter Beachtung dieses Gesickstspuuktes glaubt die Heeresverwaltung, mit dem Entwurf an die letzte zulässige Grenze augekommen zu fein. Aber auch andere Umstände verhindern zurzeit eine vollkoimnenc Nenbcarbcituug des Militärstraf- «esetzbuches, die in enger Beziehung und Abhängigkeit zu de, künftigen Gestaltung des Bürgerlichen Strafgesetzbuches stehen. Uni so dankbarer würde ich cs empfinden, wen» das Haus sich entschließen könnte, alle wcitergeheudcn Forderan- gen und Wünsche zurzeit zurückzustellen und dem Regie, rungscntiviirf zuzustinimcn, diunit er denjenigen, die würdig sind, recht bald zugute kommen könnte. (Lebhafter Beifall., Abg. Ilr. Frank (Soz.) bezeichuete die Novelle als »nae ■ niivar. Es fragt sich, ob darin nicht eine Erschwerung des Un terosfiziersdienstes liegt. (Sehr richtig! rechts.) Die Sozialdemokratie fordert das Heer zum Ungehorsam, zu Diszt- pliiiwidrigkciten auf. Der Prozeß der Rosa Luxemburg fit ein neuer Beleg dafür. Solche Tendenzen können wir nicht iiiit machen. Wir werden die Novelle nicht mit Dingen be- pachen lassen, die irgendwie in dieser Richtung liegen, (Bei- fall rechts.) Abg. Fchrcnbnck, (Zentr.) Wir haben der Regierung die vorige Novelle nicht aufgezwuugen. Zu einer weitgreifeuden Umgestaltung des Militärstrafrechts werden wir diesen Entwurf nickst benutzen. Diese Arbeit muß versckobeu werden bis nach der Reform des Zivilprozeßrechtcs. Die Frage des strengen Arrests wird in der Kommission zu erörtern feilt. Wir sind für die Ueberweisung des Entwurfes an die Zaber- »er Kommission. Abg. Noske (Soz.): Die Rede des Herrn van Calkek stand im Zeichen einer Politik der Entsagung. Damit bestärkt man die Regierungen nur in ihrer Bockbcinigkcst. (Heiterkeit und Unruhe.) Präsident Dr. Kaempf: Ich rufe Sie zur Ordnung. Aba. Noske: Die Behauptung, daß die Sozialdemokratle die Disziplin im Heere untergrabe, ist unwahr — (Lachen und Widerspruch reibt?) — ist unwahr und wer das sagt, den' nenne ich einen bewußten Lügner. (Großer Lärm rechts.) Präsident Pr. Kaempf: Ich rufe Sie zum zweiten Male zur Ordnung. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg Noske: Wir sind allerdings gegen den Kadavergehorsam. Wir wissen zu schätzen, was Unterordnung ist, und üben sie auch. (Zuruf des Grafen Westarp: Ja, unter dem sozialdemokratischen Parteivorstand! — Große Heiterkeit, Unruhe b. d. Soz.) Das Urteil gegen Rosa Luxemburg ist noch nicht rechtskräftig, e? handelt sich also um ei» schwebendes Verfahren. (Unruhe.) Sie bat einen andere» Mut bewiesen als die Prcnßenbündlev. (Sehr richtig! b. d Soz.) Die haben gekniffen. (Unruhe rechts.) Wir wehre, uns nur dagegen, daß ein Bäcker-Dntzend von Leuten, die dal Vertrauen des Volkes nicht haben, über Krieg und Friede» entscheiden kann, Tann ändert auch Jerichvw nickt?, (Lar n rechts und Unruhe.) Die Sozialdemokratie hat die Zukunft und wird schließlich aus eigener Kraft siegen. (Beifall b. d. Soz., Lachen recht?.) Präsident Pr. Kaempf: Es wird mir gesagt, der Abg Ledebonr habe de» Zwilchenruf gemacht: auch der Kriegs- minister hat gekniffen. (Abg. Ledebonr: Jawohl, das habe ick gesagt!) Ich rufe Sie wegen dieser Beleidigung des Kriegsniinister? zur Ordnung. (Abg. Ledebvnr (Soz.): Ich lverde da?- beweisen!) Das wird a» dem Ordnungsruf ui a ls ändern. (Heiterkeit.) Krigesministec v. Folkenhapn: Aus die Bcnierkuug, daß das Reichsjustizaiut hier nickst vertreten fei, will ich nur entgegnen, daß zwei Herren des Reichsjustizamtcs mir bei dem Amt, das ich zn führen habe, Beistand leisten. Ich würde ober auch nicht davor zuriickschrccke», es allein zn führen, .oie ich Ihnen versichern kann. Im übrigen möchte ich den warmen Dank der Heeresverwaltung den bürgerlichen Par- tcicn dafür aussprcchen, daß sie in solcher Einmütigkeit un- ler Wahrung der obersten Gesichtspunkte, die siir die Arniec existieren und unter Wahrung der Aufrechterhaltung der Dcsziplin, mit der Heersvcrwaltung zusammcnarbeiteten. um die Erleichterungen, die wir unter diesen Gesichtspunftcu im Strafgesetz für möglich halten, baldmöglichst in Kraft trete« zu lassen. (Beifall.) Die Vorlage wird mit den Stimiucn der Sozialdemokra- Ar. t» 'tcn, der Volkspartei, der Pole» und der Wirtschaftlichen Der- einigung einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Die Abstimmung über den Neubau de? Ossizicrskasinos in Kiel, den der Haushaltuugsausschuß abgelchnt hatte, wurde nach Begründung der Forderung durch den Staatssekretär v. Tirpit, auf Mittwoch verschoben, der Rest des Etats genehmigt, — Das Haus vertagt sich auf Mittwoch: Etat des Rcichseiscnbahnanits. Prciistilcher Landtag. Herrenhaus. 8, Sitzung, — 20. Februar, 12 Uhr, Am Ministertisch: v, Trott zu Solz. Nach Vereidigung neueingetretener Mitglieder wird die Vorlage betr. di« Dcrwaltungsreform an di« Kommission zu. rürtocrwiesen. Sie soll Ende nächster Woche wieder zur Beratung kommen. Es folgt die Beratung des Ausgrabungsgesetzes, Frhr, ». Rheinbaben: Der Entwurf ist dankbar zu begrüben, Abweichend von allen großen Staaten haben wir bisher einen ausreichenden Schuh kulturhistorischer Ausgrabungen »ich! gehabt. Die Folge ist gewesen, datz äußerst wertvolle Funde durch gewerbsmäßige Händler ins Ausland verkauft worden sind. Daher haben wir das größte Interesse, daß we. nigstens di« jetzt noch vorhandenen Zeugen der Vergangenheit vor dem Verkauf ins Ausland oder der Zertrümmerung bewahrt werden. Auf die privaten Eigentumsverhältnisse nimmt der Entwurf weitergehend« Rücksicht als irgend ein ausländi- ches Ersetz, Wer Funde auf seinem Eigentum macht, kann sie allein behalten, wenn Sicherheit gegeben ist, daß der Fund nicht ine Ausland verkauft oder vernichtet wird. Das Ersetz ist in der Kommission einstimmig angenommen, und ich bitte Sie, diesem Votum möglichst rasch zu folgen, damit nicht inzwischen noch sehr wertvoll« Funde aus Eewisienlosigeit und Eigennutz genommen werden, (Beifall). Kultusminister v, Trott zu Solz: Das Gesetz soll dem Raubbau Vorbeugen, Irgendein Eingriff in das Privateigen, tum an Erund und Boden braucht nicht befürchtet zu werden. In der Einzelberatung beantragt. Graf B e h r , die Frist, während der di« Funde nach erstatteter Anzeige zu schützen und unversehrt zu erhalten sind, von ö ausS Tage herabzusetzen. Wegen den Antrag sprechen sich Kultusminister v, Trott zu Solz uns Oberpräsident Frhr, v, Rheinbaben aus, da dieser Schutz nicht verkürzt werden könne. Der Antrag wird abge- ichnt, Zn Z 8 (Ablieserung) beantragt di« Kommission, daß ne. b«n dem Staat, den Provinzen, Kreisen und Gemeinden auch den kommunalständischen Verbänden das Recht gegeben werde, di« Abtiefrung zu verlangen, Oberbürgermeister M i tz l a f f - Bromberg begründet einen Antrag, dieses Recht auf Vereine zu erweitern, die fachmännisch geleitete Museen unterhalten, Kultusininister v, Trott zu Solz erkennt die Tätigkeit der privaten Museen an, wendet aber gegen den Antrag ein, oaß die Vorlage nur mit großer Zurückhaltung und nur zugunsten öffentlich-rechtlicher Verbände in privat« Rechte ein- zreifcn wolle, was nicht erweitert werden soll, Pros, Dr, L ö n i n g : Di« Altertümer sollen in großen Zentralmusecn veieinigt werden. Wer kann für die Zukunft olcher Verein« und ihrer Museen und damit auch der ihnen übergebenen wertvollen Altitümer bürgen?! Oberbürgermeister Miß lass: Solchen Befürchtungen kann durch di« Befugnis des Ministers zur Beschränkung der Erwerbung und des Eigentums an ihnen vorgebcugt werden. Graf B e h r beantragt, als Entschädigung den Ersatz des gemeinen Werts (statt bldß Werts) des Gegenstandes frstzu- setzen. Der Antrag Mitzlaff wird abgelehnt, der Antrag Behr angenommen, ebenso der ganze Paragraph, u, z, in der Fassung der Kommission, Das Haus nimmt den Rest des Gesetzes ohne wesentliche Aenderung an. Dos Gesetz über eine Grenzberichtigung mit Bayern am Lochbach, Kreis St, Wendel, und das Gesetz über eine Erenzbe. richtlgung mit Rußland vom Memelstrom bis zum Pissekfluß werden ohne Erörterung angenommen. Es folgt das Gesetz betr, die Ausdehnung des Moorschutzgesetzes aus Pommern und Echleswig.Holstein, Die Borlag« wird ohne Debatte angenommen. Dem Gesetz betr, Erweiterung des Stadtkreises Danzig wird nach einem Reserat der Oberbürgermeisters Dr, Rtve- Halle ohne Debatte zugestimmt. Nächste Sitzung: Freitag, den 27, d, Mts,, nachm, 1 Uhr: Landesverwaltungsgesetz, kleine Vorlagen, Schluß 2 Uhr 3» Min, Abgeordnetenhaus. Am Samstag trat beim Kapitel Strasanstalten des Etats de; Ministeriums des Inner» Abg, Dr, Schmitt- Düsseldors (3tr > für eine Dcrniehrung der Strasanstaiirgeistlichen ein, Abg, B o i s l y (Natl,) bat, wie beim Justizetat, auch vom Minister bes Innern «in« Denkschrift über den Stand der Ee- sängnisarbeit, Abg, Rosenow (Fortschr) fordert«, daß in den Straf. Kistalten neben der Strenge auch der Geist der Liebe herrschen Ml« Er empfahl daun die Annahme der von den Rational- liberalen und vom Zentrum gestellten Anträge auf erhöhte Mittel im nächstjährigen Etat zur Fürsorge für aus der Straf, anstatt Entlasten«, Abg. Tourneau (Ztr.) bemerkte, daß die vorläufige Entlastung der Strafgefangenen nur «rfalgen dürfe, wenn eine sichtliche Besserung eingetreten sei. Di« Abgg, O e r t« l (Natl) und Dr, Hauptmann (Ztr, t sprachen im ähnlichen Sinne, Abg, Dr, Liebknecht (Soz) begründete einen Antrag auf Fürsorge für die Angehörigen der Strafgefangenen und auf Schaffung einer Kranken-, Unfall-, Invaliditätsversichernng der Eefauaenen. Neue Tageszeitung, Montag. Sen 2». Februar 181». Ministerialdirektor v, Iarotzky fand diesen Antrag als zu weitgehend. Die Fürsorge für die Angehörigen sei Sache der freien Liebestätigkeit, Eine Unfa8. und Krankenversicherung sei unnötig: es würden für die Eejangenen bereits Inva- lidenmarken geklebt. Von der Wichtigkeit der religiösen Ver. sorgung der Gefangenen seien die Verwaltungen durchdrungen, Abg, Dr, C ch m i t t - Düsseldors trat für die Strafanstalts, beamten ein und wünschte Erleichterungen der Dtenstzeiten, Er. holudgsurlaub nsw. Ein Regrerungskomniistär sagte möglichste Berücksichtigung dieser Wünsche zu, Avg, Hammer (konj.) wies auf di« Konkurrenz hin, die dem Mittelstand durch die Zuchthausarbcit gemacht wird. Er lehnte den sozialdemokr, Antrag ab und beantragte Ueberwei- sang der angeren Anträge an di« Budgetkommijfiön. Nach weiteren kurzen Bemerkungen der Abgg, Dr, L i e p. mann (Natl.). Rosenow (Fortschr,), Dr, Liebknecht (Soz,) wurden sämtliche Anträge der Budgetkommission überwiesen. Beim Kapitel Wohltätigkeit fordert« Abg, Dr. Runze (Fortschr.) eine bester« Versorgung der Kriegsveterancn, St« mußten einen Ehrensold erhalten, Abg, Tuercke (kons.) wünschte eine verstärkte Fürsorge für die Wanderarmen, Wünschenswert fei für die Wander. arbeitsftätten landwirtschaftlicher Nebenbetrieb, um die Wanderarmen wieder an landwirtschaftliche Arbeit zu gewöhnen, Abg, », Wenden (kauf.) begründete einen Antrag auf Schutz der Diakanistentracht, Wie sehr das nötig sei, beweise di« Behauptung einer Zeitschrift, baß cs in Berlin Schwestern. Heime gäbe, die bordellartigen Charakter trügen, Abg, Dr, Kaufmann (Ztr.) beantragt« den Schuh de: katholischen Ordrnslcute und Abg, Dr, Liepmann (Natl) begründete einen Antrag, auch die Tracht der Schwestern vom Roten Kreuz zu schützen. Der Minister erklärt, daß nach Möglichkeit gegen den Mißbrauch der Ordenstracht eingeschritten würde und er sei durch, aus für einen ausreichenden Schutz, Abg, Dr, Mugdan (Fortschr.) trat für einen Schutz des gesamten Krankenpflegepersonals «in, dem die Koalitionsfreiheit gewährleistet werden müßte. Nach weiterer unwesentlicher Debatte überwies das Haus di« Anträge der Ecmeindekommijsio» und vertagte sich aus Montag 11 llhr: Fortsetzung. — Schluß halb 5 Uhr, ssayksnder^chk. Deutsches Reich. :: Erhöhung der wiirttembergischen Ge,neindesteuern. Der würtembergische Landtag genehmigte das Gesetz betreffend die Gemeindesteuern, Bisher durften di« Städte 80 Prozent der städtischen Einkommensteuer erheben. Dieser Satz ist durch dis neu« Gesetz auf 65 Prozent ohne besonder« staatliche Eeneh. migung und aus 78 Prozent mit staatlicher Genehmigung erhöht worden, :: Opfer der Fremdenlegion. Meldungen aus Remagen zufolg«. ist dort der Fremdenlegion wiederum ein Deutscher zum Opfer gefallen. Ein junger Mann, der sich für di« Fremden, legian anwerben ließ, wurde wegen einer Gehorsamsverweigerung zu 6 Jahren Festung verurteilt. Nach mehreren Jahren entwich er aus der Festung, war jedoch von Arabern wieder cingefangen und zum Tode verurteilt worden, RoMem der Präsident der sranzösilchen Republik das Todesurteil bestätigt hatte, wurde der jung« Mann am 10, Januar d, I, in Algier erfchosten, Pas Urteil wurde der Schwester des Erschaffenen von Paris aus zugefandt, Italien. :: Der schnellste Tarpedobootszcrstörer der Welt, Ein neuer italienischer Torpedobootszerstörer, der eiste einer Serie von 12 Fahrzeugen, die sich augenblicklich im Bau befindet, hat seine Probefahrt bei stürmischem Wetter unter den schwierigsten Ver. hältnisten gemach! und dabei eine Geschwindigkeit von 37 Seemeilen in der Stunde erreicht. Im Marineministerinm wird erklärt, daß dieser Zerstörer zurzeit das schnellste Schiss seiner Gattung ist, England. :: Niederlagr der liberalen Regierung. Die liberale Regierung eilt von Niederlage zu Niederlage. D>e meisten Er'atzwatzlcn zum ll»te:5a»? eud. ~ r . < mit einem Sl'ge dei konservaltvcn Par>ei. In der vergangenen Wache fanden drei Ersatzwahlen statt. In der Grafschaft Bnnkingham, wo die KoniervatN-cn ein Mandat z» verteidigen hatten wurde der Konservative glatt gewählt. In der Londoner Vorstadt Bathnal Green wurde der neue liberale KabinetSministcr M a st e r m a n n geschlagen und der konservative Bewies trug in diesem Wahlkreis, den die Liberalen bei den letzten Wahlen mit großer Mehrheit behauptet hatten, den Sieg davon. In dem Londoner Wahlkreis Poplar konnten zwar die Liberalen ihr Mandat behaupten, il re Mehrheit sank jedoch von 1829 im Jahre 1910 ans nnr 278 Stimmen, während die Konservativen um 1100 Stimmen angenommen haben. Während zu Beginn des Parlaments Konservative und Liberale in gleicher Stärke antraten, zählen infolge der Ver- lustc der Liberalen bei den Nachwahlen, die Konservativen jetzt etwa 30 Mandate mehr wie die Liberalen, Vom Balkan. :: Die Räumung der Insel». Dos Protokoll über die Räumung der zwölf Inseln durch Italien dürste erst in 11 Tagen nnterzeichnel werde». Unmittelbar darauf wird die Ncbergabc der Inseln an die Türkei eingeleitet werden, doch rechnet man damit, daß die Formalitäten des Besitztvechsels etwa einen Monat in Anspruch nehme» werde». Dieselben werden so gestaltet sein, daß in dem Augenblick, in dem die italienische Flagge auf den Inseln eingczogen wird, ihre administrative und militärische Wiederbelebung durch die Türkei de facto bereits ausgeführt worden ist. Mexiko. :: Die Erschießung des Engländers Bento». Nach den («feien i.i Poris ei»aela»senen ^velearannnen bat «3 den An- Seit« S, schein, als ob die Erschießung des englischen Staatsangehörigen Benton durch den Rebellengeneral Villa zu sehr ernsten Folgen führen kann. Vorläufig wartet man allerdings sowhl in den Vereinigten Staaten wie in London das Ergebnis der näheren Untersuchung ab. Die öffentliche Meinung verlangt aber jetzt energische Maßregeln gegen die Anarchie in Mexiko, So meldet ein Telegramm ans Was- bington an den „Newyork Herold": Die Erschießung des Engländers Benton ist gestern nachmittag in einer geheimen Sitzung im Senat heftig diskutiert worden. Ein konserva- tiver Senator, der bisher Präsident Wilsons nuswärtige Politik eisrag unterstützt hat, erklärte, daß eine bewaffnete Intervention nunmehr unvermeidlich sei. Das Staatsdepartement bemüht sich einstweilen, nachznweisen, daß die Erschießung Bcntons nach einer Untersuchung und eincnc ordentlichen Gerichtsverfahren erfolgt sei. Im Londoner Auswärtigen Auch ist eine Depesche aus Washington ernge- troffen, die die Einzelheiten über die Ermordung Bentons bestätigt. Auf die Frage, welche Schritte k ie englische Rcg:e riiiig in dieser Angelegenheit zu nnternchmen gedenke, er- widerte ein hoher Beamter des Auswärtigen Amts, hierüber sei noch keine Aeußerung am Platze, solange die Regierung noch nicht im Besitze sämtlicher genauer Unterlagen sei. In- zwischen treffen aber neue Besorgnis erregende Nachrichten ans Mexiko ein. Eine Neutcrdepesche meldet, daß außer Bento» zwei and-r E»gländer, John Lawrenne und sein Begleiter Stuart sich am Mittwoch auf der Suche nach Benton nach Juarez begaben. Bon beiden hat man seither nichts wieder gehört. Partei,tachrichtri». Der Nachlaß Bebels. Gegenüber der „Berichtigung" der Erben Bebels, wonach sein Nachlaß nur 305000 A betragen habe, schreibt die „Ostpreußische Zeitung": Weshalb versteuerte Bebel im Jahre 1908 in Berlin 684 000 AI War etwa Bebel unter der Maske eines Revolutionärs ein so großer Patriot, daß er diesem „Racker von Staat" freiwillig mehr Steuern zahlte, als er mußte? Wenn nicht, so läßt sich dieser Zwiespalt zwischen den 305 000 und den 684 000 A doch nur so erklären: entweder hat Bebel in den Jahren 1908—1913 unglücklich spekuliert, was wir nach der ganzen Eharakteranlage für ausgeschlossen halten, oder er hat die Differenz zwischen den beiden genannten Summen und das i» den Jahren 1908—1913 noch hinzuerworbene Kapital schon zu Lebzeiten seiner Tochter oder seinem Schwiegersohn übergeben, Anders können wir uns den Sachverhalt nicht erklären. Unsere Behauptung, Bebel hätte bereits 1908 die Steuer für ein Vermögen von über 600 000 A bezahlt, wird mit keinem Wort erwähnt, viel weniger berichtigt, man konnte sie eben nicht berichtigenI" vom „deutschen Bauern" Bund. Das Organ de, Bauernzersplitterungsbundcs renommiert in seiner letzten Nummer gewaltig mit seinen Erfolgen in Hessen, Im Vogelsberg sollen mehre« „stattliche Ortsgruppen ge. gründet und auch sonst einer weiteren Agitattonsarbeit die Wege geebnet sein," Sehr schön aurgedrückt! Zum Schluß wird der Wunsch nach tatkräftiger Mitarbeit crusgedrückt: „dann wird es allenthalben in Hesten, wohin unfe« Redner kommen, an Erfolgen sicherlich nicht fehlen," Dies« Erfolge haben sich in echt deutlicher Weis« bei dem Wahlkampf Iglü im Kreise Fttedberg-Büdingen gezeigt, Rur schade, daß die „bauern"bündleiischen Agitatoren dort das Wicdeiiommen vergessen oder inzwischen Herr Hcstermonn «in Haar in der hansabündlerisch versalzenen Supp« gesunden hat. K»nd der Landwirte. I» den Eesamtoorstand des Bundes der Landwirte wurdc a» Stelle des zuiückgetretenen Oekonomierat Lucke dessen Stellvertreter Herr I. Spieß zu Hoferhof (Pfalz) gewählt. Zum Stellvertreter ist Herr Landtagsabgcordueter Dr, von H e l m o l t gewählt wordcn, Pohlgöns, 23, F«br, Di« am Samstag ab«nd in der Alt. scheu Wirtschaft stattgehabte Versammlung des Bundes der Landwitt« nahm einen sehr schönen Verlauf, Herr H i r s ch c l < Friedberg besprach wirtschaftliche und polittschc Fragen der Gegenwart und fanden sein« Ausführungen allseitig Verstand. n!s und Zustimmung, was der Vertrauensmann He« W!l!»elm Göbel auch zum Ausdruck brachte, der auch zugleich den Wunsch ausdrückte, daß öfters solche Dcrsammlnngen stattftnde» möchten. In gemütlicher Unterhaltung wurden sodann noch verschiedene Ding« besprochen u, a, wurde ein Dankschreiben D- Böckels verlesen. Ans &ev Heimat. * Fricdberg, 23, Febr. Wir machen auf daS Polizeiverbot aufmerksam, nach dem an Fastnacht die mißbräuchliche Benutzung der Pritschen strengsten? verboten ist. Die Schutz- leule sind angewiesen, in solchen Fällen nnnachsichtlich vorzu- gchen. * Friedberg, 23. Febr. Wir weise» hiermit nochmals auf den morgen (Dienstag) nachmittag 1 llhr im Ratskeller iVerccn ehemaliger Landwirtschaftt-schüler) beginnenden DiS- kilfsionSnachmittag hin, * Frirdbcrg. 23. Febr. Jetzt in der Fafinachtszcit, wo die Einwohner der umliegenden Orte zahlreich hierher kom- n-en. Hut sich die Direktion de? Centraltheatcrs alle Mütze gegeben, ganz hervorragende Filme, wie der z. Zt. laufende und der für die nächste Nummer vorgesehene, zu erlangen, um sich damit immer mehr Freunde auch in der Umgegend zu erwerben. Wir maelien die Bewohner der umliegenden Ortschaften auf die kurzweilige äußerst luftige Abwechslung aufmcrkfam, * Friedberg, 23. Febr Das karnevalistische Leben und Treiben am Fastnachtsdienstag besinnt bereit«- um 11 l ,,,r Oüb >n> »,r. »» ««»« xage»zett»»g. m« Tritt B. Cafe Trapp mit einem großen Frühschoppen.Konzeot und find »Hufs ständigem Konzertieren verschiedene Künstlerda pellen »erpflichtet. Für vorzügliche Küche und Keller ist bestens Sorge telragen. * Friedbrrg, 23. Febr. Ein lebhaftes karnevalistisches Treiben fetzte ain gestrigen Sonntag in unserer Stadt ein. Don auswärts waren viele Besucher herbeigeeilt, auch ganz Friedberg war auf den Beinen, sodaß di« Kaisersttaße ein recht lebhaftes und farbenprächtiges Bild zeigte. Man sah namentlich unter den Kleinen recht nette Masken, aber auch hier und da mußte man über originelle erwachsene Masken lachen. Einige geschmückte Wagen durchfuhren mit papier- ncin Troinpetergeschmetter die Straßen und erregten den Hellen Jubel der Kinder. Auch in den Wirtschaften herrschte fröhliches Treiben, welches erst am frühen Morgen ein Ende nahm. Auch heute Montag findet in diversen Lokalen Konzert statt, welches wohl seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Drum auf hinein in den Fastnachts-Trubel. Das Zepelin-Karussell des Herrn Heinrich Mehl von Ober-Flor- siadt nimmt Alt und Jung zu einer fröhlichen Fahrt in die närrischen Regionen auf. * Friedberg, 23. Febr. Die geplante Zusammenkunft «hem. Kurhessen bei Gastwirt Sauer ist bis auf weiteres verschoben. * Fricdberg, 23. Febr. Heute morgen war bei einigen hier anwesenden auswärtigen Pferdehändlern schon reg« Nachfrage »ach Pferdernaierial. * Fricdberg, 23. Febr. Heber die Anmeldung Und Aufnahme »euer Schüler in die Auqustinerschule zu Frtedberg sind nähere Angaben heute im Inseratenteil enthalten. * Fricdberg, 23. Febr. Wie wir hören, ist der Inhaber kä Saalbaus durch den bereits erfolgten starken Absatz von Karten zu dom cm Dienstag, den 24. Februar, sratttinden» don großen Maskensest gezwungen, sämtliche Restaurationsräume durch den stärkeren Verkehr binzuzunehmen, damit die Gemütlichkeit nicht gestört wird. In Folge dessen sind diese Räume ain Dienstag Abend von 7 Uhr ab für den allgemeinen Verkehr aufgehoben. Durch das Inserat in der heutigen Rinnmer ist Obiges besonders bekannt gegeben, bei seinen Ahnen so oft die Ehrenwache gestellt, auch fern der * Rieder-Florstadt, 21. Febr. Heute fand hier die Wahl de» Bürgermeisters statt. Herr Heinrich Schmiegel, Aufseher bei der Kulturinspektion in Frtedberg, wurde mit 188 Stimmen gewählt. Der Landwirt Beigeordn. Hirsch erhielt 63 Stimmen, Küsernietster Heinrich Wilh. Dauernheim 57 Stimmen. Gemein, berat Friedr. Wilh. Alt 53 Stimmen. Don 420 Wachlbeoech- ligteu haben 5L nicht abgesttmmt. * Sieden, 23. Ferb. Die vorgestrige öffentliche Verfiumn- lung im Bingenerschen Saale war gut besucht, doch nicht so stark, als es bei dem Gegenstand „Die Erbauung einer Bahn von Friedberg nach Ranastdt" zu erwarten gewesen wäre. — Sicherlich hielt der erste Punkt der Tagesordnung „Die letzten politischen Ereignisse" viele vom Besuche ab, die aber unbedingt bei der Hauptfrage des Abends hätten zur Stelle fein müssen. Das mußte hier so gut gehen, wie an den Abenden zuvor tn den Nachbarorten. Der Redner, Gemeinderat Anton Luz-Nie- derflorstadt, hielt di« Wirkungen des Generalpardons bei der Veranlagung zur Wehvsieuer sür sehr willkommen zun Gewähr ruug des Staatszuschusses für unseren Bahnbau. Dieser Ee. danke leitete das Referat ein, das auf Grund forgsältiger Vorarbeiten alle wesentlichen Eesichtspunlte gründlich erörterte. Die Frage, ob Dampfbahn oder elektirfche Bahn, wurde zu Gunsten der letzteren beantwortet. Da diese in unserer Gegend noch wenig bekannt, stößt sie aus Bedenken, die aber durch den Hinweis auf Amerika und östlichere Gegenden Deutschlands hin. fällig werden. Z. B. hat die erste elektrische Vollbahn in Preußen für Personen, und Eüterbetrieb Dessau-Bitterfeld ein« Erweiterung auf den Anschlußstrecken Bitierfeld—Magdeburg er. iahren. Es denkt kein Mensch an ein« Elektrische ahn« Güterverkehr. mit der Vielen nicht einmal halb gedient wäre. Die Anhüngei dos elektrischen Projekts würden die» aber sofort aufgebe», wenn der Beweis von der größeren Billigkeit und Ren- tibilttät der Dampfbahn erbracht würde. Den zu erbringen, wird aber sehr schwer sein; große Erdbewegungen und Stationsgebäude, Verhandlungen über Geländeerwerb, womöglich auch unangenehmes Enteignungsverfohreir, find beim elektri. schen Projekt ausgeschlossen. Die Provinz hat die Stromabgabe für einen billigen Satz in Ausficht gestellt. Der Wert der Bahn für alle Stände, Bauern und Gewerbetreibende, Arbeiter und Beamten wurde beleuchtet; der Steuerertrag, der seither die ganze Woche in Frankfurt festgehaltenen Arbeiter wird dann auch nicht mehr der Stadt, sondern der Heimatgemernde zugule kommen, was z. B. für Niederflorstadt jetzt schon recht ins Gewicht fallen mutz. Bei einer elektrischen Bahn kann auch die jetzt mit Rücksicht aus den Postautomobil.Derkehr geplante Kleinpslasterung der Kreisstraße unterbleiben, mnso lieber dem Bahnprojekt zugute kommen. Fm Namen der Versammelten dankte Pfarrer Sattler dem Redner für seine Ausführungen, »abei warm anerkennend die rm Interesse der Allgemeircheit in selbstloser Weise von ihm bisher gebrachten Opfer an Geld, Kraft und Zeit. Es sei nicht Interesselosigkeit, die viele mit Bedauern Vermißte vom Besuch abgehalten hätte, und in der ganzen Gemeinde sei nicht einer zu finden, der nicht hofft«, laß ein alter Wunsch endlich erfüllt werde. Di« Pessimisten sollten daran denken, daß die Errichtung der Ueberlandzentrale li« ganz« Sachlage gegen früher doch stark günstig verändert habe. Die Postautomobil-Lini« sei und bleibe unzuverlässig Und zu teuer; das solle kein Vorwurf sein, sondern e* liege in der Natur der Sache. „Bekämpfung der Landflucht durch Aus. bau der Ueberlandzentrale in elektrischen Bahnlinien" sei ein Programmpunkt des unter dem Vorsitz der Provinzraldirektarr Fey bestehenden Hessischen Vereins für ländlich« Wohlfahrtspflege. Der neubegründeten Kreisgruppe Fricdberg fei hier eine lllelegenheit geboten zu praktischer Betätigung. Al» Psar. rer, der berufen sei, die Eemütswerte des Volkes zu pflege», erwarte er, daß der Arbeiter — der in der großen Stadt die Abende der Woche dort jestgehalien, keine echt« Freude erlebe — fein eigenes Häuschen rmd Gärtchen wieder mehr schätzen lerne, wem, die Bahn es ihm «Möglich», pbai Abend bo»“tSi zurückzukehren. Mit Rücksicht ans de» Artikel an« Riedep-Mör. Ion (Rr. 42 > sei .zu erwögen, ab «recht uns« Projekt, wem» nicht mit dom ganzen Projekt Joutz, so doch mit dem dort vorgeschlag». ntn Bad Nauheim—Rieder-MÄrlem—Obermörlen (nur Personenverkehr Friedbevg—Bod Nauheims vereinigt werde« können. Auch dies« Ausführungen fanden warme Z usti m n ning und un. ter dem Gedanken, daß eine Privatgesellschaft die Bahn bauen solle, falls sie auf Zinsgarantie nicht bestehe, sonst aber die b«. teiligten Gemeinden sich zu einem Zweckverband zusammenfchlie. ßen müssen, fand Me Resolution einstimmige Annahme: Der Gemeindevat solle zur Ausarbeitung ein«» elektrischen Projekts Me nötigen Kosten bewilligen. Fm Interesse der Sache und für das Wohl der ganzen Bevölkerung des von dem Projekt berühr, ien Landstrichs uww es nur zu wünschen, daß dl« Einigkeit in dieser brennenden Gegenwartsfrage auch in da« weitere« Arbeiten fich zeigen mochte. * Frankfurt a. M., 23. Febr. Rosa Luxemburg hat gegen da» Urteil der Strafkammer Berufung eingelegt. * Frankfurt a. SB., 21. Febr. Aus einem Eisenbahnzug auf der Strecke Frankfurt-Kafiel wurde i« der Nähe de» Dorfe» Schlierbach In Niederhefsen ein zirka 8 Monate altes Kind mit durchschnittener Kehle au» dem Fenster geworfen, da» ein patrouillierender Bahnwärter fand. Der Täter oder die Täterin konnte bi» jetzt noch nicht sestgefteltt werde». Die Worilchkn Tage von ilfumiri. Prinz Wilhelm zu Wied hatte am 20. Februar Effad Pascha nach Köln die Mitteilung zugehen lassen, daß er die Albanische Abordnung am 21. Februar ein Uhr mittags inr Schlosse zu Neuwied empfangen werde. Seit den frühen Morgenstunden ging am Samstag ein strömender Regen nieder. Trotzdem waren die Straßen der Stadt belebt und zahlreiche Fremde eingetroffen, um Zeuge zu sein von dem geschichtlichen Ereignis ersten Ranges, das sich in den Mauern Neuwieds vollzog. Der Prinz und seine Gemahlin trafen kurz nach 12 Uhr von Monrepos im Reu- wieder Schlosse ein, begrüßt vom Schützenverein Neuwied. Hauptmann Haupt brachte namens des Vereins dem Prinzen innige, aus echt deutfchein Herzen kommende Glückwünsche zur Uebernahme der Krone Albaniens dar und sprach den Wunsch aus, daß der Prinz das albanische Volk einer glücklichen Zukunft entgegenführe. Die Albaner dürsten jedoch nicht vergeffen, daß sie eine wahre Perle aus dem Wiedschen Hause erhalten und genommen. Der Prinz dankte und versicherte. daß er des Neuwieder Schützenvereins, der schon bei seinen Ahne so oft die Ehrenwache gestellt, auch fern der Heimat gerne gedenken werde. Mit dreiviertelstündiger Verspätung langte der 2.38 Uhr kommende Schnellzug, der die Albanische Abordnung, 18 Köpfe stark, von Köln brachte, am Bahnhof Neuwied ein, empfangen von dem Fürstlichen Kamnierdirektor v. Hepka. Sieben bereitstehende offene Hof-Equipagen brachten die Adlersöhne in das Schloß. Hofmorschall v. Molchus empfing im „Unteren Saale" die Delegierten, an ihrer Spitze Essad Pascha, der „berühmte" Verteidiger von Skutari und zur Zeit die einflußreichste Persönlichkeit in Albanien und die interessanteste der Deputation. Essad Pascha, der wie jene Clique, Frack und Lack, Weiße Bind« und Handschuhe trug, stellte seine Landsleute dem Hofmarschall folgendermaßen vor: M. M. Conarrigi und Ciobba, Deputterte von Skutari; Aussuf Canina, Deputierter von Valona; Milto Shalvari und Hussem Bey Pristina, Deputierte von Durazzo, Chevket Bey und Lef Nossi von Elbassan, vr. Colega und Ehrem Bey Libohowa von dÄrquirocastro, Djumurtega und Elias Bey Brioni von Bürat, vr. Tourtonlis und Abdul Upi von Korika, Djemfl Bey Clora Deputierter von Pä-kini, Ekrem Bey Vlora, Deputterter von Chak, Hussein Bey Vrioni und Laniy Vrioni, Deputierte von Puka und Tirana. Essad Pascha ist von mittelgroßer Figur, hat schwarzen, etwas grau melierten starken Schnurrbart und ein sehr gelichtetes Haupthaar. Er ist wie die übrigen Mitglieder der Deputat kr. eiu ausgesprockzener orientalischer Typ. Seine glanzlosen Augen irren scheu umher und sehen, wenn er mit jemanden! spricht, in eine Ecke oder, wen er dem Blick nicht answeicher karm, setzt er die „Doppelflinte" auf die Nase. Jin übriger macht er einen weltgewandten Eindruck und tat, als er ir; Schlosse angelangt war, ganz heimisch und vertrant. Dm ganze Arrangement riß er an sich, sodaß für den Hofinarschall kaum etwas zu tun übrig blieb. Außer Effad find Ekrem Bey Vlora, der das besondere Vertrauen de? Prinzen Nil Helm genießt und überaus sprachcngcwandt ist. bei der Deputation den Dolmeffcher spielte, vor allein da? albanische in m elegantes deutsch übertrug, sowie Hussein Bey Pristina. Ab- geordneter von Durazzo, die sicher beide in das zu bilde! de Kabinett berufen werden, die maßgebendsten Dqmta'iens Mitglieder. Essad formierte schnell dtt Mitglieder im Halbkreis, warf einen kurzen Blick, nachdem er einen Kneifer aufgesetzt, in ein Manuskript, in dem er noch verschiedene Stellen ansirich. worauf der Hofinarschall dos Zeichen gab, daß der ,6of erscheine. Prinzessin Wilhelm in grünlich-weißer Robe mit Her melinbesatz, bettat zuerst das Audienzzimmer, es folgte Prinz Wilhelm, in der Uniform der 3. Garde-Ulanen, der die Mitglieder der Deputation um Kopfeslänge überragte, sodann der Fürst zu Wied, der Garde-Kürassier-Uniform an gelegt hatte, die Fllrsttn zu Wied in himmelblauem Seiden kleid, Prinz und Prinzessin Viftor zu Wied, Prinzessin Eli sabeth und Luise zu Wied und der Erbprinz zn Wied. Die Albaner verneigten sich tief, zum Teil etwas sehr ungelenk, die Hände nach vorn fallen lassend. Hierauf trat Essad vor und hielt in albanischer Sprache ftei und zwanglos eine Ansprache an den Prinzen. Er schloß: „Es lebe Seine Majestät, der König von Albanien!" Die Deputierten riefen, diese letzten Worte Essads Pascha gleichsam bekräftigend, einmütig: „Er lebe hoch!" Der somit zum König von Albanien an?- gerufene Prinz Wilhelm zu Wied, erwiderte in längeren Ausführungen in deutscher Sprache, nahm die albanische Königskrone mit dom fünfstrahligen Sterne an und ließ seine Rede ausftingen in den Ruf: „Prost Shcypanie!" (Hoch Albanien. ArberW zum granffnrtcr grnitarif Montag, den 23. Februar 1914. Weizen» hiesiger und Wetterauer Mk. „ auf dem Lande abgeholt „ Roggen, hiesiger und Wetterauec „ auf dem Lande abgeholt „ Gerste, neue „ Hafer» hiesiger und Wetterauer . „ „ kurhessischer.....„ Trockentreber 19.75—20.2L 19.50—19.60 16.00— 16.40 16.00- 16.00 17.00- 17.10 16.00— 17.00 00.00-00.00 Mk.-.— Tendenz: etwas fester. Norbericht ;om fmnhfnrffr Nikhmrkt. Montag, den 23. Februar 1914. Aufttieb: 397 Ochsen. 53 Bullen, 833 Färsen, Kühe u-256 Kälber, 101 Schafe, 2409 Schweine. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, vereinzett Regenfälle, etwas kühler, westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Fiiedberg; für den lokalen und unterhaltenden Tril: Bernhard Lenz, Frtedberg; für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Reuen Tag:, zeitung", A.-G., Friedberg i. H. GroOh. flugultinerfchide (Gymnasium und Realschule) ====== Friedberg. ===== Anmeldungen neuer Schüler werden am Donnerstag, 26. Februar 19L4 von 9—12 und von 2—5 Uhr, im Amtszimmer der Direktion entgegengenommen. Die Prüfung erfolgt, Mittwoch, 25. März, von 2 Uhr ab; vorzule,;eri sind bei der Anmeldung: Standesamtliche Geburtsurkunde, Impfschein und Zeugnis der bisher besuchten Schule; Hotel Trapp Fastnachtdienstag 12 |» Uhr * Diner - Anmeldungen erwünscht. Qim lliiAaliAi*hfii*AA 66 Auswärtige Schüler haben in Friedberg eine gute Unterkunft nachzuweisen. Anmeldescheine zur vorläufigen schriftlichen Anmeldung sind bei dem Schu diener zu haben. Friedberg am 21. Februar 1914. Die Gressherzogliche Direktion: „ulll niMliMDl I'-Befitjcr: Adolf Kölsch, Fricddcrg. Während der Marktlagt: Großes Karnevalistisches Konzert Wagen Landauer, Halbverdecke, Iagdwaqen, Ponnwagen, Geschäfts- und Pritschenwagen größte Auswahl, billigste Preise Wilhrli» ijiiulrr. Friedberg i. H. Rilsert. Zlihii-Alelitt fJrtrr Mthler Lmdiitrgi.H.,Fäkdrrgaße 3 Sinkt irkri am Aerschels- » »ntitvmt 3 «i»»Ir» in 8«k"W. &T X tief an Rr. 220. "WU Sch-ientzste Krhmdliuig Wize Preise. Eintritt frei. De Adols lute Rlppche m. Kraut Euch bringe. Do driwer kann kan Bajatz springe Wir machen auch a» dieser Stelle daraus aufmerksam, baß sämtliche Rechnungen über Lieferungen und Arbeilsleisiungen unverzüglich einzureichen find. Künftig hat deren Einiendung jeweils am Schluß des Lieferungs-Monats in doppelter Ausfertigung unaufgefordert zu erfolgen. Elektr. Nederland-Anlage der Provinz Lberheffen in ftriedder«. HchoerßeigMH. Donnerstag, de» 26. Februar 1914 vormittags lü Uhr werden im Revier Beinhaids, Distrikt Unterwald »ersteige«: 12 Raummeter Eiche-Scheit. 85 .. Knüppel, 4150 Wellen Eiche Afttei.er, 5300 „ Eiche Stamm: eile: 2 Raum. Kiefern Knüppel, 105 Wellen „ Astreiner Zusammeniunst am Forsthaus. Afienheim. den 21. F br. 1 1!. Gräfliche Xtnllammet Für das am 27., 28. und 23. Juni staufindende Bkjirlsskst m. FihiltiMihk ist noch die Wirtjcha>t mit Metzgerei zu »ergeben. Bewerber wollen fich melden bis zum 5. März bei dem Vorsitzenden des Milttäroereins Bingenheim iWelterauj. Daselbst sind auch die Bedingungen einzusehen. Der Vorstand. ,Filcliböri£ Hartwig & Ooedei'Si! GeestemdeF. liefert anerkannt beste Fische, Gonserven etc unter Garantie tadellos. Ankunft. Regelmässige Offerten werden gratis u. franko versa"' 1 * fit. 44 zieut Lageszrnung. wamsrag, «cn 21. Fevrunr 1914 Seile 4 Holzbersteigerung. Samstag, den 28 d. Mts. kommen im hiesigen Eemeinde- vald zur Versteigerung: <41 St(f. Eichenstümme 17—4L cm Durchm., 4—8 m lg. - 17,94 im. 59 „ Fichtenstämme 12 — 21 „ „ 8-17 m „ 24,55 „ .13 „ Fichten Derbstangen 7— 12cm Durchm., 7—15 m >g. -- 7,851m. 10 rni Eichen Schichten 2,5 m lang. Scheitert 18,5 im Buchen, 3 im Eichen. Knüppel r 5 rm Buchen, 2 rm Fichten. Reiser: 187 rm Buchen. 50 rm Lichen, 13 rni Kiefern. Stoche: 3 rm Buchen, 8 rm Eichen. Die Zusammenkunft ist vormittags 9V? Uhr am Eingang jitin Kirchwald. Unter Widdersheini. den 21. Februar 1814 Grotzh. Bürgermeisterei Unter-Widdcrsheim. Schneider. tzotzverfteigcrimg. Friedderg, den 27. d. Mts., kommt ini Ecih-Riddacr Ec- .neindcwaid folgendes Holz zur Versteigerung: Stämme! Eiche 3 Stck. ^ 1,37 Festm., Elche 1 Stck. = 0,19 Fm.. 111. Kl. 5 Stck. = 3,19 Festm., IV. Kl. 1 Eick. = 0,29 Rni., bei. Kl. 6 St. = 3,70 Fm., L8rck,c IV. KI. 1 Stck. _ 0.85 Festm., des. Kl. 3 Stck. = 0,86 Festm., Fichte bei. Kl. IM Stck. — 30,63 Festm. chcrbstangen: Eich- 2 Stck. = 0,11 Festm., Fichte bes. Kl. 170 Stck. — 17,49 Festm. Ruhknüppel: Fichte 8,5 Rm. Ruhtnüppclreistg: Fichte 2,5 Rm. Rutzreisig: Fichte 6 Rm. -chriter: Buche 7 Rm., Esche 4 Rn, Birken 2 Rm. Knüppel: Buche 40 Rm., Eiche 36 Rm., Birke 35 Rm., Kiesern 80 Rm., Fichte 10,5 Rm. Reist« gew.: Buche 16 Rm., Eiche 13 Rm., Birke 18 Rm, Kiefern 2M Rm. Slöcke: Buche 2 Rm., Kiesern 2 Rm, Fichte 2,5 Rm. Zusammenkunft voimitlags um 10 Uhr im Hahnköppel. Geist Ridda, den 21. Februar 1914. Erohh. Bürgermeisterei Geiß-Nidda. _ Lind. __ M- und örenuhchverßeigming. Freitag d:n 27. Februar I. Is. kommt im Riederweiscler öcmcmdewald, Diftr. Suterwald, folgendes Holz zur Versteigerung: 137 Fichtcn-Siämme von 12—25 Ztm. Durchm. bis 19 Mir. lang = 28 Fstm., 11 Fichien-Derbstangcn von 8—11 Ztm. Durchm. bis 14 Mir. lang — 8 Fstm., 12 Rm. Buchen- und 28 Rm. Eichen-Scheitcr, 82 Rm. Buchen- und 121 Rm. Eichen-Knüppel, 1030 Buchen- und 3180 Fichten-Wellen, 2 Rm. Buchen- und 26 Rm. Eichen-Stöcke. Bemerkt wird, dast da» Fichten-Rutzholz zuerst zum Ausgcbot lommt. Zuiammcnkunst vorm. 10 Uhr am Waldrand aus der Straste Butzbach-Hauie». Rieder-Weisel, den 18. Februar 1914. Erosth. Bürgermeisterei Rieder-Weisel. Krausgrill. Automobil Garage vt t/9 03 03 am L S3 -« ?r 4L! 03 re Beilage zur „Neuen Tageszeitung," ----- — ■ 'i ■mipi i i n i ■■■HMM M j BBp MIE ■>- " MWpWM ■■! ■ ■■■■■■■WMB npMM MMBHMBCTimryr iiiiii ■ ii i m mmammn^a\:ja^rWuf.t .. .» !>*♦ 45 I Montag» den 23 . Fedrnar 1914. 7 , Znhrnang Grdenkinge. 23. JfcStunr. 1685 G. F. Händel, Komp-, gcb. — 1818 ©u[t. Jahn geb. — 1855 K. F. Gauß t. — 1879 Kriegsminister Graf v. Noon 's. — 1888 Füist Adolf zu Schaumburg. Lippe geb. — 1905 Beginn der Schlacht nei Mnkden. Vic Gütttbkümtkn-Bkreint, ihre Pchrkblinm und 'ihre tcRuni» zil iifii lurrn Ciitsbksitzcr«». PSchtkin. Die Giiterbeamten-Dereine oder -Verbände mit ihren Zweigveremen bezwecken die Förderung der genieinsamen Interessen ihrer Mitglieder im Allgemeinen und zwar die Hebung deS Standes in sozialer und rechtlicher Beziehung, kostenlose Rechts-Vertretung, unentgeltliche Stcllenvermitb- lung, Unterstützung der Mitglieder im Felle N'werschnldetcr Ro:, Abschluß mit Versichernngsgesellschaiten. gegenseitiger Austausch praktischer Erfahrungen bei den gemeint unen Vcr- sanimlnngen und theorctisch>e Weiterbildung durch belehrende Verträge anläßlich dieser Versammlungen, sowie auch durch Fachartikel in ihrer Verbandszeitung. Wovon zur Zeit die . Deutsche GUterbeamten-Zeitung" in Berlin als Organ des Hanplvcrbandcs mit 21 angeschlosscnen Vereinen und zirka 19 000 Mitgliedern und die „Westdeutsche Güteröeamte,,. Zeitung" in Eöln a. Rh. unter Berücksichtigung der west- deutschen Verhältnisse — kleinere und mittlere Güter — als Organ des Westdeutschen Gütcrbeamten-Verbandes erscheint. Letztere erstreckt sich über die Rheinprovinz. Westphalen, Hessen und zum Teil über die Reichslande. Ter Westdeutsche Güterbamten Verband hat außerdem noch in Anbetracht der westdeutschen Berbältnisse einen Gntspachtnnchwcis — für seine Mitglieder kostenlos — eingerichtet, welchen auch Gutsbesitzer und Pächter benützen können und auch von ihnen schon bänfig in Anspruch genommen wurde und durch welchen bedeutende Summen, welche sonst in die Taschen von Gütermaklern nsw. fließen, den Mitgliedern bezw. der Landwirtschaft erhalten bleiben. Ferner streben die Verbände die Einführung von Lehrlingsprüfungen durch die Landwirtschaftskammern. sowie den staatlichen Befähigungsnachweis an; um ihren Stand von Elementen frei zu halten, die nicht binein gehören und die nicht nur den Güterbeamten, sondern auch der deutschen Landwirtschaft größten Schaden zufügen. Das, diese Bestrebungen böchst berechtigt sind, haben auch in ganz Deutschland sck»on die maßgebenden und einsichtigen vndwirtschaftlichen Körperschaften anerkannt und ist Wohl ,ni besten dargetan, daß die Verbände für Schlesien, Posen, Brandenburg, Sachsen, Westphalen und die Rheinprovinz »en Landwirtschaftskammern dieser Provinzen angeschlossen mieden, welche auch Lehrstellen Nachweisen und zum Teil chon Lehrlingsprüfungen abhalten. Ferner sei noch angeführt, daß z. B. an der Spitze des Giiterbeamten-Verbandes >on Ostpreußen als 1. Vorsitzender Herr Rittergutsbesitzer ilnntze, von Schlesien Rittergutsbesitzer von Klitzing n a. nt. stehen. Dadurch sei auch noch besonders darauf hingewiesen, daß die Güterbeomten mit ihren Herrn Chefs gemeinsam zum beiderseitigen Wähle und zum Woble der deutsche» Landwirtschaft zusammenwirkcn wollen. Und sei die Bitte an hiesige bezw. die Westdeutschen Landwirte. Gutsbesitzer und Pächter gerichtet, di« Bestrebungen der Güterbeimtauxt- sine zu unterstützen, als Mitglieder beizirtrcten, die Per- In den nächsten Tagen wird sich Wilhelm von Albanien in sein Fürstentum begben. Eine Deputation ist unter Führung von Essad Pascha in Neuwied eingetroffen, tmt der Form wegen die Krone von Albanien anzutragen. sammlungen zu besuchen und ihre Beamten zum Besuche ter Versammlungen anzuhalten, sowie durch Abonnements der „Westdeutschen Gllterbeamten-Zeitung" sich zu orientieren. Nähere Aufschlüsse erteilt bereitwilligst der Westdeutsche Gllterbeantten-Verband in Cöln a. Rh., Altcnbergerstraße 12, Verwaltungsgebäude des Rheinischen Bauernvereins. Gras pflpski nnfrr der Anklage des -oppelten Totschlags. S. u. H. «esereitz, 20 F«br. Den Vortztz im Gerichtshof« führt Lanbgerichtsdftektor Co», tenius, di« Anklag!« vertritt erster Staatsanwalt Boelefahr. — Di« Verteidigung de« Angeklagten haben Instizrat Jarrrki (Posen) und Rechtsanwalt Drwenski lPosen) übernommen. Graf Mielzynski, der durch die Untersuchungshaft stark mi-tge. nommen ist, wurde bereits gestern au» dem Untersuchuttgsg«. sängni» in Grätz nach hier überführt. Es war ihm gestattet worden, hierzu sein eigenes Automobil zu benutz«», dessen Fenster verhängt waren. Wie noch erinnerlich, war die Untersuch ungshast des Angeklagten aufrechterhalten worden, trotzdem er «ine Kaution von einer Million Mark angeboten hatte. Der Angeklagte ist ein mittelgroßer schlanker Herr mit einem leicht ergrauten Haar. Sein Gesicht weist unverkennbar slawischen Typus auf. Er ist sehr elegant gekleidet und trägt ein ruhiges Benehmen zue Schau, nur das Flackern seiner Augen zeigt di« inner« Unruh«. Der klein« Zuhörermum. ja fct» der Eintritt tan gegen Karten gestattet ist, ist im Nu Lbersülit. Unter den Zuhörern bejinden sich überwiegend kleine Leute; di« SlanLcsgenossen o«: Grasen scheinen sich ostentativ von der Verhandlung fernzuhul teil, soweit st« nicht als Zeugen geladen sind. Nachdem der Angeklagic mit sefter Stimme Angaben übe, seine Personalien gemacht, wild der Eröffnungsbeschluß ver. lesen, der tzem nAgcklagten Totschlag in zwei Fällen zur Last legt, mit der Milderung, daß er vor der Tötung durch schwere Beleidigungen zum Zorne gercizt wurde und aus der SleNe zui Tat schritt. Der Staatsanwalt stellt hieraus den Antrag, wüh rend der ganzen Dauer der Verhandlung di« Oess-ntlichl.äi auszuschlicßcn. da auch sexuelle Momente erörtert werden muß ten. Der Rechtsbcistaud des Angeklagten erttärt, daß («in Mandant trotz mancher Bedeuten diesem Antrag« zustimm«, oa cs ihm darauf ankomme, das Andenken der Frau rein van jedem Schmutz zu erhalten, die nun einmal die Mutter sein., Kinder sei. — Nach längerer Beratung beschließt der Gericht. hos, den Ausschluß der Oesfenllichkeit für die Dauer des Pia zesses, auch für di- Presse. — Wie verlautet, soll sich der Ange klagt« bei seiner Vernehmung dahin geäußert haben, daß sein« Frau schon seit längerer Zeit Liebschasten unterhielt, darnntn auch mit einem Probst Wackowiak, Eine Zeit lang war die Gräfin wegn ihres Aufenthaltes in Posen gescllschastlich un möglich Als die Gräfin bei ihrer Mutter in Benilowo weilte, begann die Liebßhast mit ihrem Ressen. Sie empfing dieser m Schlafzimmer, sodaß selbst die Dienerschaft stutzig wurde. Die Vorgänge bei der Tat schildert« der Angetlagtc im wesentliche- wie sie schon bekannt sind. Auf die Nus« der Eesellschafteiin Herr Eras, was haben Sie getan, erwiderte dieser: Warum hat man mir nichts von dieser Schweinerei gesagt, geht zum Pric, ster- Der Angeklagte behauptet, der Umstand, daß er in den. Schlafzimmer seiner Frau ein« Männerstimme hörte, habe ihn fast wahnsinnig gemacht, sodaß es ihm ganz schwarz vor der Augen wurde. Er habe keine klar, Vorstellungen mehr gehabt sondern nur das Gefühl: drauf auf ten fremden Kerl, Als f wieder zu sich kam, habe er die Leiche auf den Divan gelegt und zu sich gesagt: der lieb« Gott hat sie durch meine Hand bestrast. Der Angeklagte verwahrt sich energisch dagegen, daß er etwa infolge eines Testamentes an dem Tod« feiner Frau interessier sei. — Dem Vernehmen nach hat die Beweisaufnahme ganz un. glaubliche Einzelheiten über das unwürdig« Betragen der Gräfin ergeben. Namentlich ging das aus sehr kompromittierender Briefen hervor, di« zwischen ihr und ihrem Neffen gewechselt wurden, Di« Zusammenkünfte des ungleichen Liebespaares fanden an den verschiedensten Orten statt, z. B. in dem bekann ten Restaurant Hungaria in Posen. Eine Zeugin aus Breslau ist geladen, welche bekunvet, daß das Paar wiederholt auch bei ihr Quartier suchte. Die Anklage steht allen Angaben des An. geklagten wohlwollend gegenüber, nur wird ihm nicht geglaubt, daß er in Bewußtlosigkeit gehandelt habe. Der Anklagevertreter steht auf dem Standpunkt, daß der Angeklagte ein erfahre, »er Jäger und sehr guter Schütze ist und sich daher sagen mußle daß zwei Schüsse, aus f« «mnittelbo er Nähe abgegeben, unbedingt tätlich wirke» mußten. Gegen Mittag erfuhr dt« Verhandlung ein« kurze Unter, brcchung, da der Angeklagte beim Anblick der vor dem Gerichts- tifch ausgedreiteten, blutbefleckten mattblauen Nachtrabe feiner Frau, des Anzuges der Grafen un» seiner Gewehre i n Ohn macht fiel. Es wurden ihm Stärkungsmittel gereicht, wonach er.wieder zu sich kam. Es ist «in ganzes Heer van Journalisten anwesend, darunter auch zrchtreich« Vertreter polnisch. . L-lätter De^^usfchlußde^Press^o^^araufzurückzusuh^nch t-U: Zirm Pfiiryeise». Roman von M. Prigae-Brook 30 .! ..Wird Papa sterben müssen?" fragte sie Heinz. Er hatte nicht den Mut. sie zu täuschen, die Wahrbeit zu sagen, war er aber auch nicht imstande. So nahm er sie in fetnen Arni und barg ihr Köpfchen an seiner Schulter. „Du bist jetzt mein, Geliebte, vergiß das nicht. Dein lieber Papa hot's gewollt, Ilnsere Liebe war sein letztes Glück, das muß Dich trösten." Vonr Nebenzimmer her drang leises Stöhiten, Der ßvarse Geruch des Kampfers, den der Arzt anwandte, drang durch die Tür, ■ Mary riß sich los. „Der Papa!" Sie stürzte vor das Bett in die Kni«. Carcnno öffnete noch einmal die Augen, sein Blick suchte Heinz, der in der Türe stand. Unmerklich winkte er ihn näher, zeigte ans sein in Tränen zerfließendes Kind und murmelte, nur Heinz hörbar: „Dein!" Der junge Mann hob seine Hand wie zum Schwur, denn beugte er sich nieder und umfaßte die Geliebte. „Sieh ihn noch einmal an", flüsterte er ihr zu. Mary sab ans. Der Sterbende zwang sein Gesicht zum Lächeln, ntühsam lob er die Hand und legte sie an> die vereinten Kinder, die >->, ihm knieten. Ein letztes, mnrniclndes Wort, von niemand verstanden, ei» letzter, lieber Blick, dann schlossen des Malei-s Angen sich für immer. Er hatte anSgeliilen. Mary begriff den Tod des geliebten Vaters erst, als seine Hand kalt und starr zu werden begann. Sie tat einen Schlei der die llinstehenden entsetzte, sank dont, wie leblos in des Liebsten Arm, der sie ttnifaßt hielt. Es währte lange, bis sie wieder zu sich kam. Die Nacht sank schon hernieder, Heinz saß an ihrem Bett und strich ihr tröstend das Haar ans der -Tckir»» „Papal" schrie sie jammervoll. „Er ist. . .." „Tot", vollendete Heinz ergriffen. „Gönne ihm de» Frieden, Kind. Der Doktor sagt, daß ihm im Leben nur Schmerze» und Pein beschirden gewesen, davor ist er jetzt gliicklich bewabrt. Er bat die Beruhigung mft sich genommen, daß sein Kind nicht verlasse» ist. Du hast mich, Liebling, ich bin Dein und lasse Dich nicht allein." Ein wenig getröstet, schmiegte sie sich an ihn. „Wirst Du immer bei mir bleiben?" „Natürlich, Liebling, Oder Du bek mft DaS kommt auf dasselbe heraus. Versuche jetzt zu Wasen, indessen ich an die Arbeit gehe." Er wollte sie verlassen, Mary kkvmmKst« fich ketdenstbaft- lich an ihn. „Laß mich bei Dir blechen, ich siirchk« mich", staininelte sie und sah aus wie ei» hilfloses, verirrtes Kinh. Gerührt zog er ste an sich, „Ich werde Dir die Schwester schicken, sie kann bei Dir bleiben", bis der Schlaf sich Dein:r „Ich kann nicht schlafen, laß' mich zu Papa gehen," „Versnch's, Liebchen, Wenn's gar nicht gehen will, ziehst Du Dich an und kommst zu nrir. Ich bin im Arbeitszimmer Deines Vaters. Versuchs mir zuliebe." Damit hatte Heinz die Zauberformel gefunden, der Mary sich willenlos unterwarf. Gehorsam legte sie ihr Köpfchen in die Kissen zurück, ließ sich die Gegenwart der Schwester gefallen und Heinz seine Wege gehen. In der Tür wandte er sich noch einmal um. Nr süßes Kindergesicht lächelte ihm unter Tränen zu. sie sah so hilflos und jung aus, daß er sich heilig gelobte, ihr eine treue Stütze zu sein. Weib, Kind und Geliebte würde das bolde Geschöpf ihm werden, er wollte ihr Führer sei». Da der Arzt versprochen hatte, die erforderlichen Schritte zur Abhaltung der Leichenfeier, der unmittelbar die Beerdigung folgen sollte, an Heinz' Stelle zu tun, da der Doktor stattfremd, fand er Zeit, seine eigenen Angelegen- Alles war überraschend schnell gekonrmen. Am Morgen bciten zu bedenken. hatte Heinz noch keine Ahnung gehabt, daß der Abe- o als Bräuftgam, Mary als Waise finden wücoe. An je . jubelndes Glücksgcffihl misckite sich bittere Wehmut um de Verstorbenen. Daß er sich des Glückes seiner Kinder »ich wenigstens kurze Zeit hatte freuen können, blieb ein Schatten auf dem bellen Bilde. Hoffentlich verwand Mary ihren Verlust; er wollte ihr den Schmerz um den Verlorenen nach Kräften tragen helfen. Freilich, in Wien konnte er nicht bleiben, seine Arbeit drängte. Von ihrem Gelingen hing znm größten Teil o. Ausgang seines Examens ab. Der junge Doktor hätte seit Examen gern vor der Heirat absolviert, unter den obwaltenden Umständen würde sich das nicht niachen lassen. Es war für Mary besser, wenn er die Hochzeit beschleunigte. Si." hatte, wie Carenno sagte, nrenianden auf der Welt, ansge- nommen die Mutter. Vor der graute ihm. Er nahm sich vor, eine Annäbernng der ehebrecherischen Frau an seine Braut weder jetzt noch päter zu dulden. Mt Mary sprach er lieber nicht über sic Er wollte Roseinarie bitten, sie von Wien abznbolen und i> sein Haus zu führen, so bald als möglich. Wenn die gesetzlichen Formalitäten erfüllt sind, führte er sie dann als Herrin ins Pflugeisen ei», unbeschadet der Trnncr. Mary würde seine Beweggründe versieben und sich ihnen fügen. Ec brannte vor Begier, das junge Kin d schützend an feitt«in Herzen zu bergen. Aber Rosemarie? Bei dem Gedanken an die Schwester wurde ihm plötzlich siedend heiß. Rosemarie wußte ja nicht ton Mary, ahnte nicht, daß er sie liebte, würde außer sich sein. Heinz bereute jetzt, daß er ihr nicht öfter von dem lieben Mädchen gesprochen, damit sie vorbereitet war. Aber hatte er selber denn gewußt, daß cs so kommen würde? Wat er nicht in der festen Absicht hergercist, seine Liebe zu bezwingen und zu warten, bis aus dem Kinde ein Weib geworden? Als er sie wiedersah, hatte cr's freilich gleich ftc- wußt. Mary war kein Kind, sondern ein vollbewußtcs. reise Mädchen, dem nur die Jahre fehlten. Das südliche Blut des 5ir. 49 ___ _ angeblich bei der Berichterstattung «der den Prozeh gegen die Hedwig Müller in Berlin „Schweinereien" voigekommen seien. Nachträglich wurde noch der Geistliche als Zeug« geladen, der »ach der Tat zu den Leichen gerufen worden war. — Infolge des Prozesses ist der ganze Ort In Aufregung und Bewegung, n»d di« Hoteliers und Geschäftsleute nützen die Anwesenheit der jrcmde» Besucher nach Kräften aus. • » » S. u. H. Meferitz, 22. Februar. Im Prozeh gegen den Grafen Mielzynski verkündete »ach kurzer Beratung der Obmann der Geschworenen, dah die Geschworenen sämtliche Echultfiagen verneint haben. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten darauf frei. Der Graf wurde sofort aus freien Futz gefetzt. Der Freispruch gegen den Grafen Mathias ». Mielzynski hat hier allenthalben groh« Befriedigung ausgeläst. Man hat, namentlich in poln-ichen Kreisen, der Verhandlung mit einer gewissen nervösen Unruh« entgegengesehen, denn man fürchtete, dah der an sich rein interne Borfall infolge seiner Begleiter, scheinungen auch nach anderrr Richtung aurgenützt werden lönnte. Einem solchen Derfuch wurde ja schon durch den Aus- jchlllh der Oeffentlichleit, die streng gehandhabt wudde, ein Rie. gel vorgeschoben. Soviel ist aber boch -US der Geiichtsverhand- l»ng belant geworden, dah der Graf als Rächer seiner fchroer verletzten Gattenehne auftrat, eia Moment, das bei feinen Landsleuten volles Berftändni» fand. Aus der Schluhverhand lung ist »och folgendes nachzutragen: Der Rest der Beweisaufnahme ergab lein« neuen Tatsachen. Gs kamen dann di« medizinischen Sachverständigen zu Wort, sieheimei Medizinalrat Pros. Dr. Leppmaim (Berlin) hat den Angeklagten in der Charit« auf feinen Geisteszustand hin bc. obachtct. Cr gab in seinem Gutachten der llcberzcugung Bus. druck, dah di« Voraussetzungen des strafansfchliehenden Paragraphen 81 St, G. V. nicht gegeben feien. Die anderen Sachverständigen Dr, o. Junta (Posen) und Prof. Dr. Zinn (Berlin) stellten sich auf den Standpunkt, dah der Angeklagte sich zur Zeit der Begehung der Tat In einer krankhaften Erregung befunden habe; es fc! möglich, dah dieser Erregungszustand Trü. Hungen des Bewußtseins hcroorgerusen habe in dem Mähe, dah Straffreiheit eintreten müsse. Rach Schlich der Beweisaufnahme formulicri« der Vorsitzende die Schuldfrogen. Insgesamt wur- .«» den Geschworenen nur vier Fragen vorgelegt, und zwar nach Tötung in zwei Fällen, mit der entsprechenden Unterfrage nach mildernden Umständen. Es folgten die Plaidoyers. Der Ber. ireter der Anklage erster Staatsanwalt Böhlefaor, kam nach Würdigung der Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, dah der Angeklagte schuldig zu sprechen fei. Es liege zweifellos Totschlag vor, wenn auch zuzugeben fei, dah di« ganz« Situation iür de» Angeklagten entlastend gewesen fei. Er stell« daher anheim, dem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen. Als erster Verteidiger sprach Juftizictt Iarecki sPofen). Er bat in zweistündigen Ausführung«« bi« Geschworenen, sich di« Mo. tive der Tat vor die Augen zu stellen. Dem Angeklagten sei zu glauben, daß er beim Anblick de» ehebrecherischen Paares in äußerste Erregung geriet; man könne ferner mit Sicherheit annehmen, daß di« Erregung ihn förmlich feiner Sinn« beraubt«, sodatz er im Zustand der Straffreiheit handelte. Di« Gefchwore. neu zogen sich hierauf in das Beratungszimmer zurück. Di« Spannung der Neugierigen, die im Eerichtsgebäude auf den Ausgang des Pr »zelle s warteten, wuchs immer mehr. Nachdem die Geschworenen wieder erschienen waren, verkündet« de. reu Obmann als Wahrspruch „nicht schuldig", — Der Gras nahm den Spruch ohne sichtbare Erregung entgegen. Allerdings war die Beleuchtung in dem Saale nicht so glänzend, daß man ihn hätte genauer beobachten können. Wie es di« Strafprozsh- ordnnng vorschreibt, erklärt: dann der Borfitzende des Gerichtshofes, dah der Angeklagte fteigefprochen fet. Die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse zur Last gelegt und der Haftbefehl wurde aufgehoben, Biel bemerkt wurde e», dah der Vertreter der Anklage noch dem Freispruch an den Grasen herantrat u»d ihm die Hand reichte. Gras Mielzynski begab sich mit seinen Verteidigern ins Hotel, wo er einige Erfrischungen zu sich nahm. Dann reiste er auf die Besitzung feine, Bruders Gut Köbnitz. Di« Bevölkerung besprach noch lange in den öf. sentlicheu Lokalen den Prozeh, der für kurze Zeit das klein« Landstädtchen berühmt gemacht hatte. Aus der Heimat. * Friedberg, 21. Febr. Das hiesige Centraltheater hat lnr d.n neuen Spielplan als Hauptschlager das dreiaktige Draure: „Liebesheirat" erworben. Auszugsweise geben wir nachstehend den Inhalt des Film?: Doktor Scholl und Adelheid Brügge, die Tochter eines reichen Fabrikanten, lernen sich ani Krankenlager armer Patienten kennen, und aus dieser Annäherung entwickelt sich in kurzer Zeit eine innige Zuneigung. Doktor Scholl stellt bei dem Vater der jungen Donie einen HeiratSantrng; er wird aber von dem jähzor- Beters, der ans Italien stammte, hatte sich ihr vererbt. Würde Roseinarie ihn und sein Tun begreifen? Würde sie ihm nickst zürnen, daß er sie nicht nni Rat gefragt? Er kannte seine Schwester. Im Grunde war sie eifersüchtig und herrisch, er würde Mühe haben, sie für seine Braut günstig zu stinimen. Wenn nicht das Mitleid mit der Waise ihm half, konnte er sich ans eine böse Stunde gefaßt machne, in der ihn, Roseinarie seinen Mangel an Vertrauen vorwerfen würde. Heinz hob den Kopf. Mochte es drum sein. Die Stunde aing vorüber und dann war Rosemarie wieder gut »nd n au die junge Schwester, die er ihr br'ngen würde, an ii i mütterliches Herz. Ob er sic bat, Mary abzuholen? Die Reise war weit, ei» Opfer für die des Fahrens Ungewohnte. Indessen, dieses Opfer mußte sie ihm schon bringen, unmög- I !) konnte er Mary allein begleiten, der Bräutigam die Bi aut. Undenkbar stir die zu Häusel Er setzte sich tiefer in seinen Stuhl und überdachte seine Lage. klliortictzung folgt). Neue Tageszeitung. Montag, den 23. Februar 1914. nigen Mann, der feine Tochter anderweitig verheiraten will, schroff abgewiesen, als dieser merkt, daß seine Tochter aus Seiten des Doktors steht. Kurze Zeit daruj verläßt Adelheid das HauS ihres Vaters und sucht Unterkunst bei Doktor Scholl, Dieser läßt seine Mutter z» sich konimen, uni dadurch Adelheid die Möglickstcit zu geben, bei ihm zu bleiben. Brügge hat mit Neckst vernmtet, daß Adelheid in dcni Hanse des Doktors zu suchen ist, und ohne die Erklärungen des Doktors abzuwartcn, greift er- in seinem Jähzorn zur Waffe und verwnndet den Arzt. Brügge berut bald seine unüberlegte Handlung, versöhnt sich mit seiner Tochter und ist im Begriff, mit ihr den kranken Arzt zu einem Versöhnungsversuch aufzusuchen, als er auf Anklage der Mutter Doktor Schölls verhaftet wird. Adelheid eilt in ihrer Verzweiflung zur Mutter des Doktors, wird aber von diescr mit der schroffen Erklärung abgewiesen, daß sie, Adelheid, doch allein die Schuld an der verhängnisvollen Tat treffe. Doktor Scholl erfährt erst nachträglich von der Anzeige seiner Mutter gegen den Fabrikanten, und er beschließt, den Pater seiner Geliebten zu retten. Er begibt sich »ach seiner Genesilng zu dcni Untersuchungsrichter, bei dem Brügge soeben vernommen wird und entlastet durch seine Aussagen den Schnldige». Der Filin endigt mit einer allgemeinen Versöhnung und Adelheid und der Doktor werden ein glückliches Paar. Auch das übrige Programm ist gut zusamniengcstellt. Die Dramen und Humoresken „Der eifersüchtige Freier". „Wie Mai englisch svricht" und „Geschwister Altana" und „Pathe Journal" werden überall Beifall finden. * I. Dorn Affrnhcim, 21. Fcbr. Am verflossenen Sonntag hielt hier trotz schlechter Witterung Prinz Karneval seinen Einzug. Seine Hoheit kam mit mit großem Gelage hier an und es wurde ihm an seinem Absteiggliartier eine Ehren- Wachc ausgestellt. Die Straße war voller Zuschauer anS 'Nah und Fern und warteten auf Seine Hoheit, welche endlich etwas versppätet erschien. Mitten im Dorfe war znm Empfang eine Tribüne erbaut, auf welchem das närrische Komitee Prinz Karneval im Name» aller Närrinnen und Narren mit einer kurzen Ansprache begrüßte. Derselbe dankte herzlich für den Empfang. Jetzt setzte sich ei» großartiges Zug durch das Dorf in Bewegung. Voran die Polizei, dann vier Vorreiter aus schwarzen Rapven in afrikanischer Tracht mit Schwert und Spie, Clown, Musik, Komitee, Prinz Knr- inval auf seinem Thron, begleitet von zwei Prinzessinnen und einem Prinz ganz in Blumen gehüllt, zwischen Herolden, Haushaltung der Neuzeit, Metzger, Schnitter, Drescher, Rauch- und Raufklub, Wäscherei, Förster mit den Heiuzcl- niünnchen in der Waldschenke, Bäckerei und Wiener Kaffee, Tiroler, Schäfer mit Schäferin und Schaf, Zeppelin, den Schluß bildeten Zigeuner. Alles in den dazu passenden Kleidungen und Kostümen. Hätte eine PreiSvcrteilnng stattgefunden, so wäre es sehr schwer gewesen, dieselk-cn gerecht zu verteilen. Tie Feier endete mit einem Ball, wo man bis zur frühen Morgenstunde fröhlich und närrisch beisammen war. Dorn-Assenhcim hat gezeigt, daß es versteht, Fasching zu feiern. * Holzhauscn v, d, H., 21. Fcbr. Die unausrottbare lin- siite, Nadeln in den Mund zu nehmen, ist einem hiesigen jungen Mädchen verhängnisvoll geworden. Das Mädchen vcrschluckte eine Sicherheitsnadel und mußte sofort, da Lebensgefahr einttat, dem Friedberger Krankenbaiisc znge- fiihrt werden. * Rendel, 21. Febr. In unserer gestrigen Nummer be- trefefnd Bereinigung Rendeier Landwirte, ist ein Fehler nn- teriaufen. Es wurde ein Reingewinn von 500 M erzielt und das Vermögen beträgt 3000 -tl. * Elektrotechnischer Facht orsnz in Gießen. Aus B-ranbiss- ung des Genre rbevereins Gießen wird von der Grohh. Zentralstelle für di« Gewerbe in Darnrfladt ein am 14. Mürz l. I, beginnender elektrotechnischer Fachkurs in der Installation elektr. Lichtleitungen für Handwerksmeister zu Gießen abgehalten. Die in diesem Fachkurse gegebenen Anleitungen erstrecken sich auf einschlägig« Material- und Preisberechnungen, die Bnfertig. »ny non Jnstaklationspliinen sowie auch auf die praktische ?kns. sührung von Installationen. Diese Uebungen werden ergänzt durch Vorträge über Elektrizftiitslehre und Materraltcnkunde. Dt« Kursteilnehmer sollen in dem Fachkurse soweit ausgrbildet werden, daß sie befähigt werden, ebensowohl di« bei Lichtleitungen varkom menden Storungen zu beseitigen, als auch kleinere Lichtanlagen vvrfchriskmäßig auszusühren. Der Unterricht fin. d«t aliwöchcirtlich an einzelnen halben Wochentagen und am Sonntag-Vormittagen statt, wobei Rücksicht genommen wird auf die Wünsche der Teilnehmer. Anmeldungen sind baldigst, spätestens bis zum 1. Mörz, au die Grüsch. Zentralstelle für die Gewerbe in Dar-nstadt zu richten. Eine frühzeitig« Anmeldung empfiehlt sich um so mehr, als die Zahl der Teilnchmer nur eine befchräntt« sein kann. Das lluteriichtszeld beträgt 30 M. Unbemittelten Kursleilnehnicru kann eine Beihilfe znm Besuche des Kurses gewährt weiten. Eine Vorbesprechung mit den Kursteilnehmern findet am Samstag, den 7. März, nachmittags halb 4 Uhr in dem Gebäude der Gru ibcfchulc zu Gießen, Kirchstrahe Nr. 1k, statt, * Franlsurt n. 90!., 21. Febr. Der 1010 mit den hiesigen Cchuhmachermeistcrn abgeschlossene Lohntarif ist abgelanfen. Die Gehilfen fordern den Abschluß eines neuen Tarifs und stellen dazu folgende Wünsche: für Herren- und Damenarbei- ten 75 Pfennig Aufschlag auf den seitherigen Grundlohn, für Knaben- und Mädchenarbeiten 50 Pfennig Aufschlag: für Reparaturen ist eine Lohnzulage von 15 Prozent zu gewähren. Der Mindeststundenlohn beträgt 45 und 50 Pfg: in Schnellsohiereien und Reparaturanstalten 55 Pfennig. Bei Wochenlöhnen find bei O^stündiger Arbeitszeit 32 » Frttdberg, »ul Sidonie Rosenbaum in Gießen. Geboren«. Febr. 12. Dem Eärtuer Friedrich Zeiher «in Sohn, Georg Willi. — Dem Friseur Ernst Emil Schnecko ein« Tochter, Lust« Ernestine. — Dem Zimmermann Christian Staffel ein« Tochter, Luise Panlin«. Febr. 13. Den, Schneider Alois Dalek «ine Tochter, Elf« Franziska. Febr. 1. Dem Fuhrmann Karl Wirrh ein« Tochter, Anna Elise. — Dem Techniker Peter Enders «ine Tochter, Amur Mario Margaretha. Febr. IS. Dem Glaser Earl Luh ein Sohn. — Dem Eiscir- dreher Ludwig Wilhelm Bcnk ein« Tochter, Gertrud Wilhelmin« Katharina. Febr. 13. Dem Hausverwalter Fri^rich Weller eine Tach. ter, Eleonore. Sterbesäll«. Febr. 12. Mari« Eliiadrth Kruse, 4 Jahr« »kt. Bruchstr. 17. — Susanne Schl »her, geb. Ferber, 78 Jahr«, Steinstr. 50 Fcbr. 13, Marie Paul, geb, Schäfer, 2G Jahre, Lchiahgaij: 10. — Dorothea Immel, geb. Klingelhöser, V2 Jahre alt, Hammstraße 1. Febr 14. Johanna Ley, geb. Heller. 83 Jahr« alt, Leich gesteinweg 13. — Maria Barbara Charitas Ross, geh. Doll, 31 Jahr« alt, Schiffenbergerweg 81. — Anna Kath. Käs, 64 Jahr« alt, Licherfttaß« 74. Febr. 18. Eottlieb Epamer, Tuchmacher, 78 Jahre alt, Marktplatz 23. Fcbr. 17. Marg. Scherf, geb. Weigand, 88 Jahre alt. Vks. marckstraß« 22. Kursbericht uom 21. Februar 1814 der Mitteldeutschen Creditdank Aktienkapital «. Reserven M. 70 090000 gegründet 18öä. Frankjurt« 4°/„ Reichsauleih, 99.—% 3 7,7. „ 87.-. 3'/. „ 78 - . 3V, V, Preuß. ConsolS 87.— , 37. „ . 78.— . 47. Hetze,> 97.80 . 3‘/.7. „ 85 25 , 3•/. . 74.40 . 47, Oesterr. Goldrentc 90.79 . 47.7, „ Siiberrertte fc«.— „ 4 7, Ungar. Golorentc 84.25 . 3„ „ Kronenrente 83.10 . 4„ Portugiese» Serie I 6180 „ 4 „ „ » Hl 65.— . 3 7,7, Russe» v. 1905 98.90 „ 4 7. . „ 1902 91.20 . 4 7.7, Japaner 91.40 „ 4°/o Türken »ou 1903 86.50 . 47»Adminislr. Türken 77.— . Tiirkenloose M. 168.43 „ 17,»7, Griechen o. 1890 —.— . 17.7. Monopoi-Griech. —. 37, Buen.-Air. Pr. Aul. —„ 37. Silber-Mexikaner —.— . 4 7,7. Alex. Irrig, Aul. 69.— . 4-/,'/. Chinesen 91.90 „ BuderuS IS. - W. Act. 113.— , Schuck. EleNr. wes. „ 152.7, „ Eschweiler Bergw. , 221.80 , Bochum«! Gußstahl „ 225.7, Getzcnkirch.Bergw.Akt. 194.— m Haipener Bergbau „ 187.»/, Hanidg. Slmt Pak. „ 143.25 Rordd. Lloyd „ 125 25 m Berliner Handels Ant-- Mitteid. Ereditb. Akt 121.75 . Tarmslädt. Bant „ 122.75 Deutsch« Banl „ —.— " Deuts ch-AsialstcheBank 123 — Diskonto Koini». Ant. 19775 Dresdner Ban! Akt. 158.— * Ceft. Creditansl. Akt. 206.25 * Lombarden . 22.-/, “ Dtsch-tibersee E.G. „ 178.7, " Oesterr-Staasbahn, 156.75 M Höchst. Farbwerk« „ 655 50 * IStjcm. Fabr. Albert, 450 50 ' Rutgerswerle „ 2U1 — ‘ Stcaua Aornana , 150 40 * Phönix Bergb. „ 243.25 ' Griesheim Elektron, 265 25 ’ eil st off Waibh os „ 227.50 “ olzoeriohtungs-Jnd. 319.— ’ Laurahüt« „ 165.— ” Privaldiskant , 3.*/, “ Tendenz: schwach. " Börse. Berliner Handels Ant. 163?/, . Deutsche Bank Akt. 259.7, . Disk, »ommandit 'Ant. 197?/, „ Dresdner Bant Akt. 158 — „ Pet.Jnt.Handetsb.Akt. 2u9.50 , Russ.Aanks.a.Hand.'A. 1/0.7, . Schantung E. B. Akt. 139.50 „ Baltimore u. Ohio 95.7, „ Canada Pacific Akt. 216.7, m Prince Henri E. B.Akt. 162.50 „ Türkcnloose Ust. 168.25 ,, Londoner Atchüon lopela Doll. 100?/, Southern Pacisik „ 99.— Chicago Rock Ist. „ 6.25 Aiiff.Kanf. u.Tez.R. „ 22.7, Union Pacific. ., 166.25 U. S. Steel Common,, 67?/, Hoheuiohewerle Akt. 127.25 Deutsch-Lureinb.B.Akt. 144.— Laurnhüll« Att. 1u3 50 Lberlchie>ier E. Akt. 92.25 Phönix Bergbau Akt. 243.25 Rombacher Hütte „ 162.7, Gelsenkirchen Bergm. A. 193. .0 Harpenei Bergbau Ltt. 187.50 AUg.Etek.Gejellsch.Akt. 248.7, Siemens u. HalskeAkt. 220?/, Tendenz: schwach. Bar,e. Amalgamated Eopp. Doll. 78.— Charicred Company Lstr. 0.90 Cailran» Proprieiary , 2o3 Golbfteids 2.40 Rand Annes „ 5.93 De Beeis Cou.otid „ 18.87 Die Depofttenkafte Friedderg i. H. empsiehtt sich zur Vermittlung aller Itankmiissigen ((cs«hiiflc. An- und Perlau, von Wertpapieren an allen Börsen. Erttchtung lauiendcrRechnungen und prooisionsireier Scheck-Contl, Umwechsiung von Coupons und Sotten. Annahme von offenen und vettchtoffene» Depots. Enlgegennahmc verzinslicher Spar-Einlagcu