Nummer 34 __. vicnslnfl. bcn 10. icumor 1014. 7. Hahrgans 1,1« ,.t>e»r - ag«-,e:i.«k- II chcinl „den WeiUag. Rcgetmätzlge Beilage» „ver « Kplnnllube". tteiugapre,»: Be, i-«n L> 0 !,an,ia> ult 1 «ifi t»i d«n »genten monollld) 00 ffp. Hnm tritt PsstgedShr od«r Trag«,,oh». GiuMne»« 2 ii Big.. total« 10 P,g„ «nitigcn v-n -uswiin» wceScn Dut t) Po Mach»-!,me «Oobcu Erfüllungsort Jriedbeig. Zchriftieituaa UN» Verla, jriedbeig thesient, Honaiieritraße 12. Femlprechri 4N. Postichest-Lont» Sir. 4Nj*l, timt oronlfuit ». 511. Nebrrstcht. — Ai, Stelle des Dr. Petri ist Ministerialdirektor im »reubischen Justizininistcriuni Dr. Frrnken zum Untrr. ftaatesekretär in Elsaß Lothringen «rnaunt worden. Er ist Rheinländer von Geburt und katholisch. — Der Brannlager Mörder Plog wurde gestern noch mehrtägiger Verhandlung vom Schwurgericht Braunschweig wegen Mordes und schweren Raubes zuni Tode verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrelt>te wurden ihm dauernd aberkannt. — Der von Budapest nach Kronstadt (Siebenbürgen) abgelassene Schnellzug ist nachts mit einein aus Kronstadt kommenden Personenzug zusammengcstohen. Der Heizer des Pcrsonenzuges wurde dabei lebensgefährlich verletzt, vier Bahnbcanite und mehrere Fahrgäste leichter verwundet. — Nach einer Depesche aus Epinal sind im Lause deS gestrigen TagcS in den östlichen Garnisonen wieder sechs neue Tvdevsälle vorgekomm.n. Eine Bestätigung dieser tlachricht, die überall in Frankreich die gröhte Beunruhigung hervorgerusen hat, war bisher an maßgebender Stelle nicht zu erlangen. — Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Zwischen der russischen Regierung und der Pforte ist gestern eine völlige Einigung erzielt worden. Die ostana- toliskl>c Hasensrage ist persekt. — Blättermeldungen zufolge wird in Bukarest die Frage eine« neuen Balkanbunde» mit Ausschluß Bulgariens entschieden werden. Ter Zweek des neuen Balkanbundcs soll hauptsächlich die wirtschaftliche Annäherung sowie die Erleichterung des serbischen und runiänischcn Exportes über die griechischen.Häsen ieiu. ~ Der Schnellzug von St. Pani nach Omaha entgleiste, als er über die durch die starke Kälte geborstenen Schienen fuhr. Zahlreiche Tote und Verletzte wurden aus den Trümmern hrrvorgezogen. — Wie aus San Diego in Kalifornien gemeldet wird, ist ein Fliegcrofsizier dort aus einer Höhe von zirka >50 Metern abgestürzt. Den Leichnam des unglücklichen Fliegers fand man eine Strecke weit von der Stelle vor, wo der Apparat zu Boden gestürzt war. — Die „Newyork Times" nicldet, daß der anonpine Stizter von 50 000 Dollar für die antarktische Expedition Shacklctons, der bekannte amerikanische Autor und Roman- schrislstellcr Sir I. M. Marrie ist. Zur Slcnerschen. Trotzdem sich aus den Erklärungen zum Wehrbcitrag noch keinerlei endgültigen Schlüsse ziehen lassen, läßt sich jetzt schon mit Sicherheit feststcllen, daß seither in den Großstädten ungezählte Millionen einer Besteuerung entzogen worden sind. Wir konnten gestern berichten, daß in Frankfurt a. M. kereits 300 Millionen Mark mehr „entdeckt" worden sind und heute lesen wir. daß die Dezernenten der Steuerveranlagung.-Kommission zu Berlin nach einer oberflächlichen Berechnung der bisher für die Wehrsteuer eingegangencn Einschätzungen seststellten, daß mindestens vier Millionen Mark Steuern mehr cingchcn werden, als nach der vorjährigen Veranlagung zur Staatseinkommensteuer zu erwarten war. Tie Erganzungssteuer ergibt vermutlich einen nock> erheblich höheren Betrag. Wohlgemcrkt handelt es sich hier um 4 Millionen Mark Stcuern . die alljährlich mehr eingehen werden. Die hin» terzogenen Vermögensbcstände belaufen sich also auch nach Hunderten von Millionen. Recht interessant ist es auch, wie die „Frankfurter Nach- richten" den Steuerschwindel in Frankfurt zu rechtfertigen suck-en. Das jungliberalc Blatt schreibt nämlich: „Abgesehen davon, daß die Nachricht von diesem Stencrerlrägnis falsch ist, (? D. Schrift!.) wäre auch ein Wachstum des steuerbaren Vermögens von 10 voin 100 in drei Jahren noch kein Beweis nennenswerter früherer Steuerhinterziehung. Weiterhin war bisher, so bemerkt die „Vossische Zeitung", jedoch niemand verpflichtet, das Vermögen anzugcbc», und viele Steuerzahler überließen es der Behörde, das Dwmögen zu sechätzeu." Ganz abgesehen davon, daß die „Frankfurter Nachrichten" zugebii, daß die im Handel und der Industrie angeblichen Vermögen sich äußerst rasch vermehren, ist es auch bemerkenswert. wie diese Zeitung die steuerscheuen Großkapi- talisten in Schutz zu nehme» versucht. Ilnjere Schirirlrnppcn. Am Montag waren es 2.0 Jahre, daß der Grund zur deutsche» Kolonialarmec gelegt wurde, wenn man von einer ' :i angesichts d.r verhältnismäßig geringen Zahl unserer Tinppen in den Tchutzgebict.'n sprechen kann. Mag auch diese Periode verkstiltnisinäßig kurz sein, sc geziemt cs sich il dieses Tages zu gedenke», denn wackere Taten sind in > .1 Zeit-ui»» verrichtet worden, und so weit de»>ick>e Staatsangehörige in Frage kamen, hat es sich gezeigt, daß der alte Heldengeist keineswegs «loschen ist und das» liniere braven Mannschaften auch »»tkr de» schwierigsten Pertiält- nisse» ihre» Man» gestanden habe». Wir verfügen ,ibee drei Gruppen von Cchutztruppe», die sänitlich in Afrika stativ niert sind. Die ostafrikanische, dir südafrikanische Schub- truppe und die von Kamerun. Vollständig aus Weißen fetzt sich nur die südasrikanische zusammen, und im Hinblick ans die unsicheren Verhältnisse im Lande durste cs damit vorläufig noch auf Jahre hinaus fein Bewenden haben, aber gerade diese Truppe ist es. die in die Lage gekommen ist. die schwierigsten Kämpfe durchzumachen. und ihre Taten werden in der Geschichte des dcntschen Heeres unvergeßlich bleiben. Hu»ger und Durst leidend, von einem grausameil Feinde fortwährend bedroht, haben die Mannschaften tapfer ausge- halten, schwere blutige Kstiiipfc mit größter Zähigkeit geliefert, bis endlich der Aufstand niedergeschlagen war. Auch heute noch sind die Soldaten dort »nte» nicht ans Rosen gebettet. Auch der Friedensdienft ist ein uiigrhrurer und on- strengender mid oft lauer» Gefahre» ringsum. Die älteste Schutzteuppe ist die ostafrikaiiische, a»S de» Maunschasten Wißmanns hcrvorgegangen, und auch ihre Kompagnien haben nianche» Strauß im Kampfe gegen ausständischc Eingeborene zu bekämpfen gehabt. In ihr sind nur die Ossi- ziere und der größere Teil der Unterossizieie Weiße, während die Maunschasten mit Rücksicht auf da« Kliiiia cbeiiso wie in Kamerun aus Neger» besteht. Tie oslasiatiiche» Besatzungstruppen könne» hier nicht mitzählen, sic gehören der Marine an. die sich aber gleichfalls in manche» Landkäinpsen trefflich bewährt hat. Für Samoa uiid die Insel» im australische» Archipel genügen die dortigen Polizeitruppcn. Eiiie Kolo- nialarmee haben wir eigentlich nur für kurze Zeit gehabt, damals, als wir mehrere Regimenter während des Boxeraus- standes nach China entlandte», uiid unter den Augen des Militärs der übrigen Großmächte habe» sich nufere Leute fo ausgezeichnet, daß sic sich allgemein der größten Hochachtung erfreuen. Unser Koloiiiolbesitz ist kein großer, und darum Ivird aiich die Stärke »iiscrer Schntztriivpeii eine beschrankte bleiben, das steht aber fest, daß sie stets de» dentjchei, Namen und de» Traditionen unseres Heeres Ebrc machen wird, auch in den fernsten Gegenden und iiiitcr den schwierigsten Verhältnissen. Sd)nirbild)r lUfiirlrngr; Köm lind MnistttpriMilf. In der Kundgebung der schwedische» Bauer» zu Stock- Holm, deren Verlauf bereits mitgeteilt wurde, sollt die große und schcirs zuni Ausdruck gebrachte Meinungsverschiedenheit zwischen dem Könige und de,» Ministerpräsidenten Herrn Staasf auf. Ter König sagt, er teile keine-Swees die Meinung, daß die Frage über die Uebungszeit der Jnsanteric nicht jetzt gelöst werden dürfe. Er sei im Gegenteil der Ansicht der Bauern: daß die Vcrteidigungssrage als Ganzes und jetzt entschieden werden miisje ohne Verzögerung »nd un Zusammenhänge Er, der Kön-g. gebe nicht ab vo» de» Forderungen der Sack>verständigen. De»ige,iemiber steht der Ministerpräsident Staafs bekanntlich ans dem Standpiinkle, daß die Frage der Verlängerung der Uebungszeit nickst jetzt, sondern von riiicm sväteren Parlamente zu verbandeln und zu lösen sei. Hinsichtlich der Sachverständigen, deren Ansicht der König und die Bauern sich zu eigen machen, erklärte Herr Staasf, daß die Sachverständigen eine gewisse Einseitigkeit hätten und „die gesunde Laienauttalsung den Sachenverstän- digen ebenbürtig sei." Daß der Mnisteipräsident cs unternimmt. angesichts dieser großeii und beispiellosen nationalen Kiindgebiing »nd im Gegensätze zmn Könige inid z» den Wortsübrern der Bauern seinen engen »nd sachlich unrichtigen Partcistandpunkt so scharf zu betonen, macht einen peinlickien Eindriick, un: so mehr, als d>is Fehlen fachlicher Grundlagen für die Ansichten des Herrn Staasf stir jedes unbefangene Auge klar ist. Unverständlich und erstaunlich ist schließlich, wen» Herr Staasf erklärt, daß die Geriichte über Spionage in Schweb'» „nicht wahr" seien. Angesichts der wiederholten Verhastun- gcn von Spionen, ferner der Vorgänge mit dem russischen Militärattache usw. würde auch für solche, die nicht über die seit Jahren in Schweden arbeitend - russische Spionage iiiiterrichtet sind, der heute schwer benunihigrnde Stand der Dinge unzweifelhaft sei». Gerade die tiefe Beunruhigung über diese erwiesenen Tatsachen hat ja znm Bauernzuge geführt, im Verein mit der Tattachc der rm'sitchen Truppenkon- zcntrationen »nd Vorbereitungen für solche an den Grenzen Schwedens. Wir Deutschen wünsche» der befreundeten Macht und dem uns nahe verwandten Volke, daß cs so schnell wie möglich das Ziel erreiche, seine Rüstung zu Lande und zu Wasser genügend stark zu niachcn, um seine Selbständigkeit unter allen Umständen zu wahren und Staatsmäniicr findet, die ebenso ni.l Derständnis kür die drinaende-n Bedürtnisic des Landes besitzen wie der König ,,„r> die opfern»«!,,»-,, Bauer »»lassen. Uebrigens besitzt die sttgveditrbe- Landbevölkerung »:il -U Millionen die erdrückende Mehrheit gegeiiüder d»-i- Städtern mit nur einer Million! — Abz,.warten bleibt n»». welche Wirkung die Kundgebung aus die Melirbeitsvcrhatt »isse im schwedischen Reichstage hervorbringt und >vie sich in weiterer Folge die innerpolitische Entwickelung gestaltet. ES ist beinahe onzunehmeii. daß der Baueriizug und die Red, des König» einen Umschwung zur Folge haben werden. Denllcher 1 !eichstaq. B10. Sitziiiig von, 0. Februar, 2 Ubr. Am Bimdesratstisitie: Dr. Drldrück. Das Haus verschiebt Wege» schlechter Besetzung die Ab stiiiiiuiing über den Antrag zur Aussnhriing des Kaligesetzes aus Dienstag. Die Einzelberatuug des Etats für da» Reichsauit des Innern wird bei», Kapitel „Slatistilches Amt" tortgcletzt. -log. Tivkvvich (Fortschr.): Wir wünschen eine einlieit liche Statistik aus dem Gebiete des Schulwesens. Jetzt beruhen die Statistiken in den Einzelstaaten aus ganz verschiedene» Grundlage», so daß die Ergebnisse gar nicht verglichen werde» können. Notlvcndig ist eine eigentliche pädagogische Statistik und eine soziale Statistik des ganze» Lehrerstandel unter Einbeziehung der Hochschule». Die schulstatistischen Erhebungen von 10t 1 find ganz unzulänglich. Abg. Rühle (Soz.): Warum sind die Erhebungen über die Besänftigung von Kinder» hauptseichlich in der Landwirt-' schast »och nicht vcrösseutlichl? In zehn vollen Jahren war unsere Bureankratic, deren Pflichttreue, Fleiß und Eifer hier immer in so Hellen Tönen gelobt worden, nicht imstande, das gewonnene Material zu beorbeiten. Man verzögert anschri- »kiid absichtlich die Vorlegung des Materials, denn eiu gesetzlicher Verbot der Kiiiderausbeiituiig in der Landwirlsckiaft >i-ärc nnzweifelhast die Folge. Darum schweigt inan im Jn- trresse der Agrarierl In Deutschland werden 2 Millionen Kinder i» der Landwirtschast belst>ält>gt. ES stehe» große sitttickic Werte auf dem Spiel. Die Behörden dulden das in geradezu gewissenloser Weise . (Präsident I>r. Kacnips rügt den Ausdruck und bittet den Redner, seine Rede Nicht zu »-erlesen. — Sehr richtig! rechls.) Die Kindersklaverei überhaupt muß beseitigt werden--- Präsident Dr. Kaemps: Ich bitte Sie, sich zu mäßige». Abg Rühle (Soz.): Wenn »un der Präsident »och einige Werte erlauben will, niöchle ich doch sage» — — — Präsident Ile. Kaemps: Ich verbitte mir eine Kritik mein« Amtsführung und ersuche Sie, sich meinen Anord »ilngen zu sllgen. (Beifall.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Bereits im Januar vorigen Jahres hat Direktor Caspar über das Schicksal der über die Kinderarbeit angeordneten Erhebungen hier Mitteilung gemacht. Das Material war damals noch nicht vollzäblig vo» bei Einzelstaaten «»gegangen. Inzwischen ist es von einein der sohlenden Staaten eingegangen, vo» zwei anbeicn steht es noch aus. (Hört, hört») Es liegt also nicht an mir. wen» die Erhebungen noch keinen Erfolg hatten. Ich denke aber, wir werden bald in der Lage sein, das Material liier vorzulegeii. Nicht bloß die Negierung hot ei» Jnleressc daran, sondern auch die Gesamtheit, schon damit den ungeheuerlichen Ue-bei lreibuiige» rutgrgengetrete» wird, die wir regelmäßig bei dieser Gelegenheit hören müssen. (Sehr richtig! und Beisall rechts.) Abg. Dr. Pieper (Zentr.): Wir brauck>e» auch eine ge nauc Statistik über die Verhältnisse im Handel, Industrie und Gciverbe. Tie Statistik soll aber nicht bloß Zisscr» geben, sonder» auch Gutachten, sotvic Vergleiche ermöglichen. Absolut notwendig ist eine umfassende Statistik über die Ar. britcrschast. Präsident Dr. Kaemps ruft den Abg. Rühle wegen der Ausdrucks „gctvisscitlos" nachträglich zur Ordnung. lBeifalk.l Staatssekretär Dr. Delbrück: T>e Arbeiterstatistik wird , nicht eingeschränkt, sonder» eher erweitert und stärker bearbeitet werden. Es sind daher neue Stellen in der Abtriluiig, für Arbkiterslatistir vorgesehen. Daß die Statistik aus -Handel und Industrie ausgede hnt wird, ei scheint selbswerst-ind- lich. Uetcrhaupt werden die statistischeil Arbeiten v«mehrt werden. Abg. Thiele (Soz): Eine Einbeziehung der Handels- statistik in die Produktiousc.'hebuiigeii^rrsckieint uns nol- wendig. Nach weiter« kurzer Erörterung ivird da« Kapitel bewilligt. Es folgt das Kapitcl Reiihegesundhriteamt. Abg. Antrick (Soz.) besprich! in einstündiger Rede bi-- Arbcitsverhältnisse des Kraukenpfleger-PersonalS »nd empfiehlt eine entsprechende Resolution sowie eine solche, di e dic Regelung der Hebamnientvescn» fordert, zur Annahme Seit zehn Jahicn reden wir über diese Tiiige. Ta hätte Wohl etwas ermöglichen lassen, toen» der Wille dazu vor banden wäre. »if. 34 Seit, L yjeue xages.itttung. Dienstag» »en 10. Fevruar 1914. Abg. Dr. ötttlnrfi (Zentr.): Der Krankcnpflegedienst verlangt eine solche Hingabe, eine solche Verz-chtleistung auf materiellen Genus;, das; die Arbcitsverhältnisse eine Regelung erfahren müssen. Auch wir sind alljährlich hier im Haufe dafür cingctrcten. Dienstag: Fortsetzung. — Schluß nach 6 Uhr. Prritstijchev Landtag Abgeordnetenhaus. Am Montag begann das Haus di« Berawng des Etats des Ministeriums des Innern. Nachdem die Einnahmen ohne Debatte bewilligt waren, begann bei den Ausgaben. Titel Mini- ftergehalt. eine allgemeine Aussprache. Abg. v Kardorss (frcifonf.) gab zunächst dem Wunsch nach früherer Einberufung des Landtags Ausdruck, der dann nicht über Mai hinaus tagen dürfe. Die Ablehnung der Ost- n:ar!enzulagen im Rcich-stage fei ein bitteres Unrecht gegen die Beamten. In der Frage des preußischen Wahlrechts Hab« die Sozialdemokratie mit dem Eeneraistrril gedroht, er hosfe, daß V.e Regierung sich für diesen Fall stark zeigen möge. Mit der sozialen Versicherung müsse endlich Schluß gemacht werden. Die Hauptsache sei ein« scharf« Bekämpfung der Sozialdemokratie. Nicht die Konservativen, sondern di« Demokratie erstrebe eine Verfassungsänderung an, dagegen müsse Front genracht werden. tBeifall rechts). Abg. Linz (3fr.) wies auf den Kölner Polizeiprozetz hin und forderte sofortige Ausmerzung unlauterer Elemente. Ihm erwiderte Minister v. Dallwitz, daß in der Tat in Köln 3 v H. der Polizeibcamten Gescheut« angenommen haben. Gegen 20 Beamt« sei deshalb ein Strafversahrcn eingeleitet worden und die in Betracht kommenden Bn-lch-isten wurde» neu runiieit rverLen. Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck, dag in Köln bald wieder geordnete Zustände einfrcten worden. Das Verbot der Berlin«, Schutzmannsvereinigung fei durchaus berechtigt gewesen. Abg. Dr. P a ch n i ck e lFortschr.) besprach besonders Li« Auflösung der Berliner Schutzmannsvercin-igung, di« sich nur auf Vermutungen, nicht aber aus Tatsachen gestützt habe. Der Bciein sei nicht politischer Natur gewesen. Der Brief des Herrn Jagow an di« „Kreuzzeitung" sei «in Eingreifen in ein schwebendes Gerichtsverfahren gewesen. Abg. Dr. L a h m a n n fRatl.) wünschte, um di« Sozialdemokratie rinzudämmen, ein« Stärkung der nationalen Arbeiterschaft und der christlichen Ecwerkschastcn, doch müßten dies« den Grundsatz d«r politischen Neutralität ausrccht erhalten. Dem Fortschritt gab er den Rat. auf den manchmal „hundsgemeinen Ton" des „Berliner Tageblatts" einguwirken, um politische Anständigkeit zu erhalten. Abg. Dr. Scyda (Pale) bemerkt«, daß dl« Polen ln ihrem Kamps gegen den Ostmaikenvcrein nicht innehaltcn werden. Dar Haus vertagt sich aus Dienstag 11 Uhr: Fortsetzung. Tagesnberücht. Pentrches Reick. :: Sitzung des Reichsausschiisses der gentrumSpartei. Ter Reichsausschuh der ZentruiuSparter hielt gestern in Ber- lin eine Sitzung ab. Zum ersten Vorsitzenden wurde Abge- vrdneter Spahn, zum zweiten Dr. Porsch gewählt. Ter Vasten des dritten Vorsitzenden ist dem Vorsitzenden der Zentrumsfraktion der bayerischen Kammer Vorbehalten. Die Verhandlungen waren vertraulich. Es wurde ein Aufruf beschlossen, worin betont wird, dah die Partei den größten Wert daraus legen müsse, dah ihre Anhänger in den sozialen und wirtschaftlichen Organisationen tatkräftig Mitarbeiten. Das segensreiche Wirken der Partei, ihre Disziplin und Entschlossenheit seien fest verankert in dem Vertrauen der Zcn- trumswähker. Dieses Vertrauen werde seit längerer Zeit von einzelnen Personen und Prchorgancn zu unterwühlen gesucht. Selbst die kirchliche Gesinnung alter verdienter katholischer Mitglieder des Zentrums werde verdächtigt. Solche grundlosen Angrifse mühten mit Entrüstung zurllck- gcwicscn werden. Die llrbeber dieser Verdächtigungen hätten sich selbst anhcrhalb der Partei gestellt und seien als Feinde des Zentrums zu bezeichnen. :: Zinn Strahhurger Beamte,iwechsel. Die Ernennung eines preuhischen Beamten für Justiz und Kultus koinmt in Strahburg nicht überraschend. Schon die bisherige Besetzung bat gezeigt, dah mit einer völligen Acnderung des Systems bei der Personenauswahl für Elsaß-Lothringen gerechnet werden müsse. Tie Annahme, dah man einen Elsässer zum Justizminister bestellen werde, hatte von vornherein wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Im übrigen ist der neue Minister für Elsah-Lothringen für die Strahhurger Bevölkerung ein unbeschriebenes Blatt. Besser ist Ministerialrat Cronau bekannt, der zum Ministerialdirektor ernannt worden ist. Man scküitzt ihn als einen tüchtigen Beamten. Mit dem scheidenden Ministerialrat von Traut verliert das elsah- lolhringische Beamtenum einen seiner tüchtigsten L^rtreter, Her besonder? auf dem Gebiete des Wasserbaues, der kür Hlsah Lothringen so wichtigen Kanalsrage, als Autorität gilt. Italic». :: Der Anwaltstreik. Ter Anwaltstreik, der in verschie- Keueu Städten Italiens herrscht, wird sich voraussichtlich über ganz Italien auSbrkiten. Die Bereinigung der Anwälte hat gestern u' Florenz eine große Versammlung abgehalten und geschloffen, alle Anwälte, die der Vereinigung anzehören, anszufoidern. von Freitag ab zu streiken. Der Grund des Beschlusses liegt in dem Protest der Anwälte gegen das langsame Arbeiten der Gerichtsbehörden. Die letzten Reformen im Gerichtsvcrsahrcn wurden von der ganzen Versammlung für völlig überflüssige und ungenügend erklärt. Rußland. :: Der schwarze Tod. In der Stadt Orenburg und Umhegend trat die sibirische Pest auf. Unter den Arbeitern der Lederkabriken knnnnen täglich Erkrankunoe» unr. Die schreckliche Epidemie kann sich ungehindert ausbreiten, da eine Sanitätsaufsicht völlig fehlt und die Kranken nur in eine mAmbulatorium behandelt werden können. Man fürchtet, dah das Personal der Taschkentcr Bahn infiziert wird und die Epidemie weit und breit verschleppt. Vom Balkan. :: Zu« albanischen und Jnsclsrage. Der offiziöse „Petit Parisien" veröffenticht zur politischen Lag« offenbar inspiriert« Rote: Der Schritt, den dl« Vertreter der Großmächte in Kon- stantinopel und Athen unternehmen werden, um die Enischliffse Europas in der albanischen und Jnsclsrage bekannt zu geben/ steht unmittelbar bevor. Die Triple-Entente und der Dreibund sind sich im großen und ganzen einig und bereit, bei der Pforte und in Athen für eine alle Teile befriedigende Lösung der Fragen zu wirken. Aber der Dreibund ist jeglichen Drohmoßnah- men oder Denwnstrationen abgeneigt, falls gütliche Borstellnn- oen ihren Zweck verfehlen sollten. Das Zusammentreffen von Veniselos und Pasitsch in Bukarest, wo st« Gäste ber Regierung sind, verleiht den Gerüchten von einer bevorstehenden griechisch- scrbisch-rumänischen Entente große Wahrscheinlichkeit. Die Work», die ber neue türkische Geschäftsträger in Athen. Ehalil Bei;, über bi« Frag« von Chios und Mythtlene gesprochen hak, haben sehr verstimmend gewirkt und in der griechischen Presse äußerst unfreundlich gehalten« Kommentare hervorgerusen. Es ist wahrscheinlich, daß Ehalil Bcy infolgedessen binnen kurzem seinen Posten verlassen wird. :: Blniige Dcmoustrakioncn in Philippopel. Rach einer ab- gehaltcnen sozialdemokratischen Proteswersammlung gegen die Aufhebung des Gemeinderets in Philippopel kam es in dieser Stadt zu wüsten Ausschreitungen, sodaß di« Polizei energisch cinschreiten muhte. Die Demonstranten setzten den Sicherheitsbeamten hefiigen Widerstand entgegen und ein Potizcibcamter, der di« Menge zur Ruhe ermahnte, wurde durch «inen Revolver- schuß verletzt. Bl-xiko. :: Reue« Anschlag der Rebellen. Wie aus El Paso gemeldet wird, haben die Rebellen im Cumbretunnel ein neues Eisenbahnunglück hervorgerusen. Sie rissen di« Schienen im Tunnel auf, so daß ein Personenzug, der glücklicherweise nur wenig besetzt war. entgleist« «nd in Brand geriet. 15 Personen kamen dabei um, ein« große Anzahl wurde verletzt. Unter den Toten befindet sich auch eine Mutter mit ihren 5 Kindern. Di« Banditen, die unter dem Befehl des bekannten Führers Castollo stehen, sahen dem furchtbaren Schauspiel mit völliger Gelassenheit und einer gewissen Befriedigung zu, — Präsident Wilson hat ein an Ort und Stelle zu führende Untersuchung angeordnet. — Nähere Nachrichten über das Eisenbahnunglück in dem Eombre-Tunnel lassen erkennen, daß dieses tatsächlich dem Bandenführer Castello zuzuschreiben ist, der «inen ELter- zug in den Tunnel schieben ließ, dort angllndete und dann von einem benachbarten Beobachtungsposten zusah, wie der Passagierzug tu den Tunnel fuhr. Die Rettungsmannschaften Hab«» nur bis zur Lokomotive Vordringen können und dort verkohlte Ueberreste mehrerer Menschen gefunden. Mithin scheint festzu. stehe», daß 50—60 Personen umgekommen sind, darunter fünfzehn Amerikaner. Parleinachrichten. Aus dem Landtagswahlkrcis Nidda-Ortenbcrg. Im Laufe des Winters hat Landtagsabgeordneter D o r s ch - Wölfersheim in zahlreichen Orten des Wahlkreises Versammlungen abgebalten. Er sprach in Steinheim bei Hungen, Ober- und Unterwiddersheim, Borsdorf, Geitz- nidda, Dauernbeim, Obermockstadt und am vergangenen Sonntag in Ranstadt. Die Versammlungen waren alle gut besucht und nähmen den besten Verlauf. Landtagsabgeord- ueter Dorsch berichtete über seine Tätigkeit im Landtag und es ergab sich allenthalben, daß der Abgeordnete in engster Fühlung mit seiner Wählerschaft steht. * Langsdorf, 10. Febr. Am vergangenen Samstag Abend tagte in der Wirtschaft „Zum deuffchen Haus" die kiesige Ortsgruppe der deutsch-sozialen Partei. Noch einigen temperamentvollen Ansprachen über die Ziele und Bestrebungen der Partei, wurden nach der Wahl des Vorstandes und Rechners, noch eine Anzahl berufliche Fragen, unter Anderen, die Errichtung einer neuzeitlichen Getreidereinigungsanlage, eingehend behandelt. Wenn auch über letztere Frage noch keinen Beschluß gefaßt werden konnte, wurde doch festgestellt, daß eine solche Anlage ein dringendes Bedürfnis sei und es sehr zu wünschen wäre, wenn der Plan zur Ausführung gelangen könnte. Eine recht interessante Aussprache über Parteiangelegenheiten schloß die Versammlung. Ganz besonders mußte freudig begrüßt werden, daß wieder einige junge Bauernsöhne sich unserer Ortsgruppe angeschlosscn haben, und daß gerade bei den jüngeren Mitgliedern eine ganz besondere Begeisterung für die Bauernsache herrscht. Möchten sich doch allerwärtS die jungen Bauern immer mehr zusammenschließen, damit sie zur gegebenen Zeit geschlossen in dem Kampf für Vaterland und Beruf, den Gegnern stets erfolgreich entgegentrctcn können. * Gießen, 10. Febr. Ueber sozialdemokratische Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe gab die „Oberhcssische Volkszcitung" gelegentlich des Prozesses Troß einige drastisch« Beispiele. Nachdem monatelang behauptet worden war, Troß hätte sich iinmer für einen wohlhabenden Mann ausgegeben, aber kein Schatten eines Beweises dafür geliefert werden konnte, da wollte inan nun in der Gerichtsverhandlung durch einen neuen Zeugen dartun, Troß habe demselben schon im Frühjahr erklärt, er sei vollständig bankerott. Auch das war nichts, aber da half man sich damit aus, daß man dcffen Zeugenaussage in der „Oberhessrfchen Volkszcitung" fälschte, denn eine sozialdemokratische Parteiorganisation scheint mit der Wahrheit gar nicht mehr betrieben werden zu können und den wirklichen Sachverhalt darf man den Ge- ncssen nicht bekannt geben. Noch deutlicher trat dieses zu Taac. als das Urtell gefüllt war. Jetzt wurde so kleinlaut bemerkt, das Gericht sei der Ansicht gewesen, die Artikel seier, beleidigenden Inhalts. Daß das Gericht aber in dem Urteil ansführte, die hohen Strnfen hätten erkannt werden müssen, weil auch nicht ein Deut von all den erhobenen Verleunidun- gen und Beschuldigungen erwiesen sei, das dursten die sozial- demokratischen Arbeiter auch nicht Ivissen, denn wahrscheinlich müssen dieselben auch diesmal wieder die gar nicht so billige Zeche bezahlen. Hoffentlich wird man an die Strafkammer gehen und sich dort noch etwas Strafe und Kosten dazu holen. Ansstchtsratsmitglied D«. Frank. Di« nationallibeialen „Leipz. Reuest. Nachrichten" berichten von einem neuen Fa»«, in welchem sozialvemokratische Führer sich die Einrichtungen der von der Sozialdemokratie grundsätzlich so scharf verurteilten kapitalistischen Wirischaftsmeise in besonders bezeichnender Art persönlich zunutze machen: „In Mannheim wurde vor einiger Zeit ein« Aktie,,. Geselljchaft „Magnctine" zur Ausnutzung eines patentierten Mittels gegen Kesselstein begründet. Zu den Gründern gehören in erster Linie die sozialdemokratischen Bürgerschastsmitglieder Levq und Dreifuß, sowie der sozialdemokratische Reichstags- und Landtagsabg. Dr. Front, der auch dem Aussichtsrate angehört. Die Ecsellschajt verkauft das Kilo „Magnetine", das sie einer Firma zum Preise von 1 Mk. abnimmt, ihrerseits für 3 Mt. an das Publikum weiter; sie weiß also ein Patent ganz ausgezeichnet auszunützen." Es ist schon so: Ein echter Sozz kann zwar das „Kapital" nicht leiden, Jedoch das Geld — das nimmt er gern. Kund der Landwirte. Die am vergangenen Sonntag zu Büdingen im Fürstenhof abgehaltene Bezirksversammlung des Bundes der Landwirte war sehr gut besucht. Ihr ging eine Bevtrariens- männer-Bersammlung voran?, zu der etwa 20 Vertrauens- männcr aus allen Teilen des Kreises gekommen waren. Als Ergebnis der Beratung ist zu verzeichnen, daß demnächst im Kreise Büdingen eine verstärkte Tätigkeit einsetzen soll. Die Bczirksversammlung wurde von dem Kreisvorsitzendcn, Gutspächter Rhode- Findörfer Hof eröffnet und geleitet. Zunächst sprach Landtagsabgeordneter Dr. p. H e l m o l t iiber die Notwendigkeit des Bundes der Landwirte. Er fand allgemeinen Beifall. Der Geschäftsführer des Bundes der Landwirte, Dr. Pieper- Frankfurt a. M. verbreitete sich dann eingehend über unsere wirffchastliche Lage und kam zu dem Schlüsse, daß ein Zusammenarbeiten aller schaffenden Stände dringend geboten sei. Auch ihm wurde reicher Beifall. Redakteur H i r s ch e l - Friedberg wandte sich darauf gegen die Zwietracht, die in die Reihen der Landwirtschaft zu tragen versucht werde. Nachdem noch die Herren Karl Dietzel- Eckartshausen und Beigeordneter Schick- Tiebach a. H. verschiedene Fragen angeregt und De. Pieper das Schlußwort gesprochen hatte, wurde die Versammlung mit Worten des Dankes an die Referenten geschlossen. Nach der Versammlung blieben die Anwesenden noch längere Zeit in anregender Unterhaltung zusammen, wobei auch noch verschiedene Mitgliederaufnahmen gemacht wurden. Allgemein ist der Wunsch, daß im Kreise durch den Bund lebhafter gearbeitet werde. Die GkimMrlaiMluny des Liin-tg der §an!>n>irte findet am 16. Februar in Berlin statt. In Anbetracht des zi erwartenden Andranges aus allen Teilen Deutschlands, hat die BundeSleitung zwei Ricsenlokale für die Versammlung gemietet. Im Steinbau des ZirkuS Busch, wird der Bim- desvorsitzeude, Landtagsabgeordnetcr Dr. R o c s i ck e - Görsdorf den Vorsitz führen. Den Geschäftsbericht erstattet Direktor Dr. Hahn. Als Sachrcferent spricht Rittergutsbesitzer von Oldenburg-Jan »schau über die „Politische Lage." Gleichzeitig findet eine zweite Versammlung im Zirkus Schumann statt, welche der Bundesvorsitzende Freiherr von W a n g e n b e i m - Kleinsviegel leitet. Das Sachreserat über die „Politische Lage" liegt hier in den Händen de-s Reichst.rgsabgeordneten Dr. O e r t e l - Berlin. Nach ihm sprechen Dr. Hahn, Rittergutsbesitzer Aus d e ni Winkel- Logau und andere. Beide Versammlungen werden nrittagS halb 1 Uhr eröffnet. Angesichts der politischen Verhältnisse wird dem Verlaus der Generalversammlung allseitig mit dem größten Interesse cntgegengesehen. Ans der fjehimt. • Friedberg, 10. Febr. Eine Diebesbande, die mit den örtlichen Verhältnissen bekannt ist, war heute Nacht wieder an der Arbeit. Die Diebe scheinen es auf die Gasiwirtschaf- ten abgesehen zu Hatzen. Zigarren, Zigaretten, Wein. Eß- tvaren und kleine Geldbeträge wurden von den Einbrechern mitgenommen. Hoffentlich gelingt es unserer rührige» Polizei, die Einbrecher alsbald zu fassen. * Friedberg, 10. Febr. Herr Friedrich Mohihardt. Gerichis- schreibergchilf«, wurde zum Ehrenmitglied des Gesangvereins „Liederkranz" ernannt, nachdem er 25 Jahr« lang ununterbrochen dem Verein als aktives Mitglied angehörte. • Friedberg. 10. Febr. Während in den letzten Wochen die Preis« sür Fetwieh durchgehends im Sinken begriffen sind, sind di« für Zuchwieh noch keinen Pfennig zurückgegangcn. Dci Handel hiermit ist besonders effchwert durch di« tu Ost- und Westpreußen herrschende Maul- und Klauenseuche. * Friedberg, 10. Febr. Vergangenen Sonntag Nachmitiax fand unter dem Vorsitz des Herrn Psarrer Holl- Nieder-Ros bach ein« Zusammenkunft „Ehemaliger Schützen und Jäger" im Restaurant Elleimeyer statt. Ein« reg« Ansinrach- >«r. •>, Sfit« 3 :n welcher sich mehrere Kameraden beteiligen, beschloß den stachmiliag. Anmeldungen nehmen di« Herren Fr. Jos. blück und Restaurateur Cchweinsberg entgegen. ' Friedbcrg Fanrrbach, 10. Febr. Ter Maskenball des bi rein, „fflcniiitlidifoit", welcher am Sonntag abend stattend, war stark besucht. Vo» Auswärts waren viele Besucher 'erbeigeeilt und Ware» stark vertreten Friedbcrg, Ossenheim. Dorheim und Bruchenbrücken. Ter gcräuinige Saal der , Lcrclev" sowie die übrigen Lokalitäten, waren bis auf den lebten Platz dicht besetzt und zur Feier des Tages zweckcni- wreff:e,rd dekoriert. Here Malermeister Sominer stellte dem bercin eine Reibe schöner karnevalistischer Bilder zur Vcr- ligmig und sei ibni an dieser Stelle b.'slens gedankt. Eine i>oße Anzahl Marken in bunter Reihenfolge gaben dem Bilde ei» äußeres Gepräge. Die musikalische Untcrbaltvng batte die Kapelle Bäckci übernommen, welcher es auch schnell gelang, die vielen Masken in eine hüpfende Betvegung zu biingen. lim 'btl llbr fand DeniaSkierung statt. Eine Hlisarcn-Polonaise, vorgeführt von l2 Paaren, unter Leitiing vo« Mitglied Georg Booz. fand großen Anklang. Hierauf blieb Alt »nd Jung bis zum frühen Morgen beisammen, mit dem Bewußtsein, im Kreise vieler Freunde und Bekannten einen schöuen Abend verlebt zu haben. Ter starke Besuch auS allen Schichten der Bevölkerung beweilt wieder eininal aiifs neue, daß der Verein „Gemütlichkeit" versteht. Feste z» feiern, deshalb sei ihm »nd seinem eifrigen Vorstand ein wei- tercs Blühen und Gedeihen beschieden. * Ober Rosbach, 10. Febr. Zwei kapitale Hirsche, einen Acht- und einen Zehnender wurden in voriger Woche von dem bisherigen Jagdpächtcr, Herrn Roßbach, noch kurz vor Ablauf seiner Pachtzeit erlegt. Weidegereckiten Nimroden ist nun Gelegenheit geboten, ihr Weidmannsglück und Heil i» den ausgiebigen Ober-Rosbecher Jagdgrüiidev zu versuchen, iiideni die hiesige Jagd in 2 Revieren noch zu vergeben ist. * Bibel, 10. Febr. Zu dem hier an der tvjährigen Bach begangenen Sililichkeiisoerbrechen sei »och folgendes bemerkt: Bei einem hier wegen Betteln, sestgenommenrn jungen Mann« von Steinfurth wurden bei seiner Berhostuiig als Bettler Frauenhaar« an feinem Ucbeizieher vorgesunde». Da di« Angaben de« Kind«, in Bezug aus sein« Kleidung und Figur ungefähr stimmten, wurde er dem noch an den Folgen de, Sittlichkitsverbrechens leidenden Mädchen gegenübcrgestellt. Das Mädchen erkannk In dem Borgestellkn nicht den Mann wieder, der da» verbrechen an ihm begangen hat. * Slnmmheim, 10. Febr. Am vergangenen Freitag kaufte ein junger Mann, der sich hier für den Sohn eines bekannten Metzgers aus Dorheim ausgab. 2 W>rgen voll fette Schweine und verlangte von den Verkäufern sofort eine Mark Trinkgeld kür den Schweinehirt. Da die Leute froh waren, ihre Schweine, welche anderen Tages abgeholt werden sollten, zu einem so guten Preis los zu werden, gaben schnell baS Trinkgeld, warten jedoch heute noch vergeblich auf die Abholung der Schweine. Von diesem Schwindler sei hierdurch gelvarnt, denn er verschwand von hier unter Mitnahme deS tür den Schweinehirten beistmmten Trinkgeldes. * Stammheim, 10. Febr. Am letzten Sonntag abend veranslaltclc der hiesige Gesangverein „Germania" einen Ball in Form eines jtappcnobends. welcher dank der Bemühungen des Dirigenten. Herrn Lehrer Fischer, einen sehr schönen Anfang nahm. Leider trübte das fröhliche Zusammensein ein kleines Dorkomninis, indem einige schlagsertigc R'ablon. das — übrige», au diesem Abend etwas strass ge- spannte — Ehrgefühl einiger Anwesenden streikten, sodaß die Tlinunung merklich sank. Die meisten jedoch hielten aus dir zum frühen Morgen »nd gingen mit dem Gedanken/ unige srobe Stunden verl.bt z» haben, nach Hanse. * Bcttcnhonsr», 10. Febr. Sonntag abend feierte der ßleszgr Gefangvsrein feint Abendnnlerl'nllur'g mit Theaier- »iissührung »nd Ball. Nachdem der Vorsitzende die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, sprach Fräulein Fritz einen Prolog. Alsdann folgten abwechselnd Theaterstücke mit Knplets und Konzert, welche große» Beisall ernteten. Zum Schluß konnte noch jung »nd alt bis zum frühen Morgen dos Tanzbein schwingen. * Kloster Arnsburg, 10. Febr. (Verlobung Im Hause SolmS -Laub ach). Heute verlobt sich Prinzessin I r m g a r d v. S o l m s - L a u b a ch mit dem Staatssekretär v. I a g o w - B c r l i n. Tie junge Prinzessin hotte den Staatssekretär, der im 50. Lebensjahre steht, während eines Aufenthaltes in Rom kennen gelernt. Seit einigen jagen weilt der Staatssekretär v. Jagow bereits aus dem kllostcr Arnsburg: heute ist die Verlobung verkündet worden. Tic SolniS'schr StandeSheerschaft gehört dem ältesten Adel in. der mit den regierenden Fürstenhäusern ebenbürtig ist, bekanntlich ist auch unsere Grobherzogin der Solms'schcn Linie rntiprosien. Weite Kreise der hiesigen Bevölkerung dringen der jungen Prinzessin ihre Glückwünsche dar. * i'idi. 10. Febr Di« Hanplversammlnng des Bogelsbergcr Höhenllnds wird in dicjem Jahr« am 18. und 17. Mai in Lich e'ogebalten. * Butzbach, 10. Febr. Di« Betriebsleitung der Butzbach- Licher Eisenbahn wird vom 18. Februar ab der Betriebsabteilung der Eisenbahn lbesellschast Lenz u. Co in Hall« a. S. unterstell!. Zvm ersten Betriebsleiter ist Regierunorbanmeister ». D Rubach aus Hall« ernannt und vom hessischen Finonz- miniskrium bereit» bestätigt worden. * Provinzial Ausschuß. Am letzten Donnerstag wurde in Gießen der Einspruch der Gemeinden Geilshausen und Eberstadt verhandelt, die in ihren Geniarkungen die Feld- bereinigung durchgesührt haben und ungehalten wurden, die Straßeniibcrgängc zu vsiastern. Als Sachverständige waren berufen LandtagSabgeordnetcr Breidenbach-Torheim, Bau- itit Biilz-Dornistadt, Kulturtechniler Bubl-Alsseld und Krcistechniker Wiesncr-Friedberg. Abg. Breidenback sprach sich gegen den Bepslastcrimgszwaiig ans. denn die Absicht, z„ verhüten, daß der Schmutz aus den Feldern auf di« Straße «e,e wienstag. *tn 1«. Fedraar III« geschleppt werde, werde dadurch nicht erreicht. Er sei a» sich kein Gegner des PflasteruS, aber man dürfe die Kosten der Felübereinigung, sollte sie ihren Zweck nicht verfehlen, nicht zu sehr steigern. Auf einen ähnlichen Standpunkt stellte sich Kulturtechniker Buhl, während die Herren Balz und DieS- ner für die Pflasterung eintraten. Ein Urteil wurde nicht gefällt, e« soll noch eine Besichtigung stattfinden, zu der Weiler« Sachverständige geladen sind. * Et»r»dorf, to Febr. Ein Schadenfeuer zerstört« da» Wohnhaus «nd di« Wirtschaftsgebäude des Maurers Weitzel bis auf di« Grundmauer». Di« am Branbberd liegende Post tonnt« gerettet werden. * F'»»«Inrt 0 M . ,0. Febr. Wie di« Staatsanwaltschaft geskrn einem Bertreter der Preffe erklärte. schreib» Hopf ein Gnadengesuch noch dem andern on een Kaiser Im übrigen ist dar Urteil drz Schwurgerichts dem Kaiser bereit» zur Bestätigung Lbermitklt worden. * Frankfurt o. M., 10. Febr. Dem Turnlehrer Andrea» Bolze wurde gestern für seine Arbeiten uni das Zustande, kommen der Eilbotenivettlaufe nach dem Völkerschlachidenk- inai bei Leipzig der Kionenordcir vierter Klasse verliehen. * Frankfurt o. M., 10. Febr. Das Polizeipräsidium hat die Zensurbeschränkung der .Schiffbrüchigen" im Neuen Theater aufgehoben und eine beliebige Anzahl von Anfsüh- rungen gestattet. Ursprünglich waren nur fünf Ausführungen genebmiat. * Frirnk'urt n. M., 10 Febr. Im Stadtteil Bockenheim fand beute die Einsübrung des vierten evangelischen Pfarrers Hr. Hack aus Hütlengesäß statt. Tie Einführung vollzog Superintendent Fritsch ans Hana». * Frankfurt a. M., l0. Febr. Ans der städtischen Ar- beitsverniittlungSstclle meldeten sich am Freitag 000 Arbeitslose, denen 1200 M Unterstützungen ausgezahlt wurden. Beim Metallarbeiterverband sind 120, beim Bauarbriterver- band 251 Beschäftigungslose angemcldet worden. Im allgemeinen stellten die Meldestelle» eine erhebliche Dermchrung der Arbeitslosen in den letzten Wochen fest. * Frankfurt a. M., 10. Febr Der Kreiskriegerverband Frankfurt erfuhr im letzten Jahre einen außerordentlichen Zuwachs an Mitgliedern. Er umsaßt jetzt 10 Vereine mit 1050 Offizieren und 9487 Mitgliedern, unter diesen befinden sich 983 Veteranen. • Franks»»! n. 51., 10. Febr. Di« Zirkus Carree-Festsptele. dt« am Samstag und Sonntag in vier Borfkllungen jedes Mal ausverkaust«, Hau» hatten, hatten am Samstag Abend hohen Besuch. Der Prinz Heinrich der Niederlande wohnt« Jnkog, nito (nur die Leitung der Fcstlpiel« wußte darumj der Bor- stellung bei Er folgte mit gespannter Ausmerksomkeit dem »leifachen Zirkus-Programm mit feinen achtzig Programm- Nummern, ließ sich in der Pause von Herrn Direttor Carre« den Marstall. der bekanntlich als der schönste und edelst« der Welt gilt, zeigen und sprach vor allem von den Pferdedreffuren Direktor Earrees tn Worten ehrlichfkr Bewunderung. Besonders hatk thin und seinem Gefolge di« Dreffurszenc „Pkrd und Ballarina", sowie das imposant« Tableau der 00 Steiger- pserde gefallen. Nachdem er bi» zum Schluß, bis zu dem atem- raubrnden Todessprung »es Artisten Gadbin au, der sechsten Etage und zu dem Bravourakt des Neger«, der sich .zum Vergnügen" mit dem Automobil überfahren laßt, geblieben war. verließ der Prinz unerkannt den „Zirkus der Fünfzehntausrnd". Er war übrigens nicht die einzige Fürstlichkeit, auf dt« d!« Zirkus Carree-Festspiele ihre Anziehungskraft ausgeübt hat. Von den Logen aus sah man noch die Prinzessin Karl von Heffen mit ihren 8 Söhnen, di« sich köstlich über die tollen Streiche und Witze der Clowns amüsierien, sowie den Fürst von Schaum, bürg Lippe. die zur Vorstellung von Darmstadt herüber gekommen waren, dem buntwechsclnden Bild der Manege zu. Auch sie wurden nur von wenigen unter den vielen Tausenden, di« di« Festhalle fiiilien. erkannt. Diese Woche ist übriges di« letzte der Festspiele: sie wird u. a. noch einen Ehrenabend kür Herrn Direktor Carree, ein« Sondcrvorskllung für di« Corps. Bur- schenschaften und übrigen Verbindungen der Heidelberger. Gie. ßenrr, und Marburger Universitäten usw. bringen. Das End« der Festspiele macht sich bereits in dem immer stärkr werdenden Andrang zu den Borskllnngcn bemerkbar. Wer dl« „groß, ien Zirkus Festsvlel« der 3Bclt" etwa noch besuchen will, wird sich beeilen muffen. Heffen-Rnsiau * Oberurscl, 10. Febr. Die Oberrealschule erfordert für das Jahr 1911 einen städtischen Zuschuß von etwa 55000 Das macht für jeden der 110 Schüler 550 M. Zuschüsse erheischen ferner die höhere Töchterschule in Höbe von 23610 M und die Volksschulen in Höhe von 68 380 «ck. Tie gesamten Zuschüsse betragen 116 990 rodeln um den Ludwig Schönberger Erinnerungsprei, gingen Herr Scheuch lFrankfvrt) und Frl. Henrich (Cronberg) als Sieger hervor. * Höchst o. M., 10. Febr. Beim Ucberschrriten der Geleise wurde der Badnarbeiter Vogel von einem Schnellzug übersohrei, und getöiet. Aus de» Farbwerken entstand in- folge eines GaSrohrbruche? in einem Kanalsch>icht eine Er- plosion, durch die zwei Arbeiter schwer verbrannt wurden. * Hatlkrshciw, 10. Febr. Ans der Rangierstation wurde der Bahnbraintc Eichholz von einem Eisenbahnwagen geschlendert und schwer verlrtzt. * Wirsbndrn, 10. Febr. Der diesjährige nassanische Städtctag findet am 13. und 11. Juni in St. Goarshausen statt. * Wiesbaden, 10. Febr. Für den vom 2t.—23. Avril hier tagenden 19. kirchsicki-soziascn Kongreß sind bi» jetzt sos- gende Vorträge angemeldet: Professor »r. Dade-Berliu über „Die Notwendigkeit der Derinehrung des Baueriistcndes mit Rücksick'i auf die Erhattung der Volks, und Wehrkraft der Gesaiiiibevölkerung": Frau Strohmever-Elberseld über . Weibliche Vormundschast". Ferner werden folgende Themen für die die Reserentcn noch nicht bestimmt sind, behandelt: . Sonntagsruhe". „Evangelisch-soziale Schule" und „Großstädtische Vergnügungen und Sittlichkeit." Ta» erste Referat. dessen Fonuulierung noch nicht testiteht, bat Nr. Lcpsius- Potsdam übernommen, während Geheimrat Prosessor N. Sceberg-Berlin die Tagung, die voraussichtlich sehr stark besucht wird, leiten wird. • Marburg. 10. Febr. Ein hier zugereister junger Mann, der Im Begrtss war. sich zur Fremdenlegion noch Frankreich zu begeben, wurde noch tm letzten Augenblick daran gehindert. >r ursvericht vom 0. Februar 1011 der Mitteldeutschen Lreditbunk Attientapital ». Reierurn SU. 70 000000 gegründet 1850. Frauliutter Bari«. 1"/» Retchsauieihe 98.95'-, Ejchnrciler Bergio v 222.— . Bochunier Gugstahi „ 2^?'- 78 20 . Get entirch. Lievgw.Akt. 222.— Prcuß. ConsoiO 88 - .. Harpcner Bergbau m 191 25 78-20 „ Hambg. Amt. Pak. H 142.50 1°/. Hetzen 97 50 . Nvrdd. Uloqo „ 1 : 2 W» ist/,',. . 85 70 „ Beiliner pandelS Ant 104 75 3',. 75.90 „ Mitleid. V5reditb. Akt 121 — 4»/, Oesterr. Goldrente 91.40 . Darul,ladt, ^taui m 129.'/« 4 1 /» •/, „ Silberrente 6ü 60 „ Demi che Baut 4 °/# Ungar. O)olorcnte 88.20 „ Denrich-Ajiattlche Ban! 11S. 7ö 8 „ „ Kronenrente 84.— . Diskonto 4touim. Vlut 195 — 4 „ Portugiesen Serie l 62.10 . DreRdner vam i(t 158 V, 4 „ . „IH 65.10 . Oe ft itreditan st. Akt. 2«.8 5) 3 Russen v. 1005 99.20 . xsombacöcii „ 4«,. „ „ 1002 8».- . Dtsch-uberiee E.G. „ 17 *75 4 Japaner 91.90 . Oesterr.Sraasbahn H 157.25 4°/. Türken von 1903 80 10 „ ^»bchit. Farbwerte w 856 — 4-/,Adnnniftr. Türken 79.50 . Vpheui.P^abr. Albert n 4 9 — Türlenioase M. 170.80 „ Äütger»»oerke „ 2')3 90 1* Griechen o. >890 58. t0 _ Sieana btoinana „ 1 2 - Vu°lo Monopol«Griech. 53.50 „ Phönix Beigb. ^ 24» . 3"/. Buen.-Äir. Pr. Ani. 0».— „ Griesheimhrtektron^ 2/1 90 3 /. Siiber-Mczilaner 44.80 . ^«Ufton Waidhof „ 3< ».50 4 ‘1,1, UUcr. Zrrig, SUll. 6ti.75 . .Votzverkohluiigs-Pnd. 81-.80 4 ■/,*/. Chinesen 52.10 . ^aurahüte „ 106.75 Buberuü (i.-SÖ. Act. 113.50 „ PrwardlStont m 3.V., Schu-l. Cieirr. wej. „ 154 .— . Tendenz: behauptet. Berliner Bör,e. Berliner Handels Ant. 185.V, m Deuljche Bant Alt. 259.25 „ 3)Ut. ttommanbii VlnL 195-5 „ Dresdner Bank Akt. 158/, „ Pet.Pnt.HandelSb.Akt. 218.75 m ^iusi.Banrt.a.vaab.A. 17 L— „ Schantung B. Akt. 188//, m Baltimore u. Ohio 97.'/, „ Canada Pacific Akt. 218.50 . Pr,nee Henr, VS. B.Akt. 181/,, , Türkenloose M. 1-1.75 „ üonJonef Atchi on Topeka Doll. >01//, Loulhem Pacifik ^ 108.— Ü-hrcago iHott 5sl. „ 7.50 Mi,»Pvani. u.Tez-^r. w 22.75 Union Pacrste. 108.75 U. ö. Steel Common^ 07.L, Hohenloheioerke Alt. 181— ^ De»«tich-UuLemb. B.Akt. 147.25 *. Uaurntjütte vilt. Iöj//, • C»uci|ci)le|iei v»:. Akt. 94.— » Phönix Berglian Akt. 240 — „ VtOMdacher vnric „ 182//« .. VVeOeaürchen Berg«. A. 198//, » Harpcnei Bergbau ^lr. 191.— « AUg.irtckt.V8e>eui H.Akt. 248.- « Sienien-s u. ^alskeAtt. 220 75 n Tendenz: behauptet. Bor.e. Amatgamated ü.opp. DolU 78.'/. Vpyarlered Company xri'tr. l.l( vsaiuano Propneiory „ ZU 0>oiO|ieU>s n 2.o2 Aano 'in ine» „ 0//. X>t Beer« aon olid . 1>>.90 Die Deposttenkallr Friedderg i. H. «mpiiehti sich Mi VeruilttluoK aller bankinÖHulgen UeHchUfte. An- und Lerlau, von Wellpapieren an allen Bällen. Errichrung lauienderRechnungen nno pr»»>si»,»tr«l« Scheel-Eoutt Umwechslung von Coupon» und Sollen. Annohme von offenen und ver^chioffenen Depotr trulgegennahine »erjinsllchee Spar.Einlage». Franksurler Wetierber.cht. Voraussage: Meist httier. trocken, vielsoch Dunst. Nacht» etwas kälter, ruhig. Heu- un» Strohluattl zu Frankfurt ». M. He» kostete 2 70 bi, 3.20 Mark. Angesahren waren 12 Wagen He«. Zufuhren au» Oberheffen. den «reife n Dieburg und Hanau. __ Veranlwottlich für den politischen Teil: Otto Hirsches, Fiicdbcrg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedbcrg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Jricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- reittmg", A.-G.. Friedbera t. L. Sir. 3» EH Sjcuc Tageszettung. Dienstag, aen 1U. Februar »al4. Dekannlmachuny Seite 4 Statt besonderer Anreize. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, datz es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Sohn, Bruder, Scbwager und Onkel jm> Mlhrli» Klm heute sriih nach langem schwerem Leiden in ein besseres Jenseits abzurusen. Um stille Teilnahme bitten Melbach «. Bad Nauheim, den 9. Februar 1914, >ie trnncrnDcn §iiterblielienen. Dlc Beerdigung findet Mittwoch, den II- üb. Mts., nachmittags 2 Uhr statt. Kirnt HfflM erhält Kat, Zeiehimngenund Kostenvoraiiscliläge von Anton Neubauer, Architekt K»"7S; Billige, solide, zweckentsprechende Bauweise. Tm Institut von Puttkamer in Frledriclisdortf j. Taunus aibeitet als höhere Mädchenschule aui Grund des Lehrplans eines Lyzeums. Es bietet auch Kindern Aufnahme und Nachhilfe, die bisher nur eine Volksschule besucht haben, so dass sie bald dem allgem. Lehrplan folgen oder später ein Lyzium besuchen können. 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LchuDpenflechte Bartflechte. -. b. Mis, jest- geietzt, Rieder-Weict, 6 Febr. 1014- Gr.B iirgermeisterei Ükiedet-Weisel Krausgrill. Kolr-ilerßeigernng. Mittwoch, den tt. Februar l. Is„ vormittags »'» Uhr lom- meu aus dem Frist, von Fiaucken- ftein.chen Wald Dlstritt Loewen- walb zur Versteigerung: II Rm. Buchen-Knüppet 28 Nm. Eichen-Knüppet 9Z00 St. E-chen-Wellen (schwere) Zu'ammenlunst am Loewenwald. Ockstadt, den 9, Februar 1914. jitfyl. f r«ti'krn)lrin , |i5rr Wbrrtörürr. Rumps. 3ii(]iH!crpii(()liin(|. Donnerstag, den 12. d. Mts., nachmittags 5 Ut,r wird im Rathaus dahier, die der hiesigen Eemeinbe zustehende Walbjagd verpachtet. S a • , aadgebiet »m- fafet 514 Morgen und grenzt an Btofelder Jagdgebiet, weiches an sein eiben Ta e veipachlet wirs. Reichelsheim i.W„ 4 Feör,19I4 Er, Bürgeimelstere, üteicheisheim, S ch m i d. JllDljüanarlicttcn Erd- u.Manrerarbetten, Zimmerarbeiten, Spengler- und Dachdeckerarbetten |iir den Neubau des Herr,, iUiÜjeim Ada« Keß sind zu vergebe». Plane, Voranschläge und Beding,Ingen liegen v,„ Dienstag, den 10. bis Freitag den U d. Mts. in meinem B. ro zur Einsicht offen und sind Angebote bis F,eitag, abends 9 Ahr, daselbst ein,»reichen. Fried, erg, den 7. Februar 1914. Christian Kar! Freundtieb, Architekt. Für lager unil Schulzen! lleoerncijme S,c tüepa tonne, von Erwehren u. Schußwaffen olle, All de, gewissenhafter und lofortiger Bedienung. Emp'ehle weder Briinierung von Drilling tä„ e» Ät. l.r-v, Doppelläuien tut. 1.—. Hochachtend fl. kiiifkelshereiT „jllrichrtireiir" Frteaberg. ftEaines 1*1 ä b d) c n ,5 Jahre alt, möchte de, einer Schneiderin in die Lehre trete». Ansragen besörderi unter 2. R. die Exp. der Reuen Tageszeitnng. Buchhalterin für Schreibmaschine und Konto Korreat gesucht. Ofs. unter Dir. 100 an die Erp. der Neuen Taaeszeitunä. WiezilinMshchtrl! wird jeder eit angenommen. Frir düer^sFäuerbach, Querstr. Fischmehl! ICO Kt. Mk. 24.50 W. Dffil, Irinlifid a.P. (iildjnrtrl p.eitl, Sdtnurpiir IS. Curl Ludwig Thomas. Die glückliche Geburt eines kräftigen •luna;« k ii zeigen hocherlreut an Niedcr-Rosbach, den 9. Februar 1914. Fritz lioliel nn«l Frau fcoftc gcb. Jungmann. Kotzversteigerung. Donnerstag, den 12. Februar d. I lommeu IM htesigei, Eemetnhewatd tu den Distrikten 1, 4 und ö folgende Hotz,orten zur Versteigerung, 1300 Stck. Birken ÜLelleu 51 Rm, Raoet-Schetthol, 190 Rm. Radel-Knüppethol; 3400 Eick. Nadel-Wellen 13 Fichten-Stangen l, Klasse 85 „ „ .. 101 „ 111. „ 100 ,. „ IV, Zufammenkniisi vorm. 10 Uhr am Eingang des Marlwaldes. Köppern, den 7. Februar 1914. Der Bürgermeister. 9 Rm, EicheNfScheitholz 25 Rm. Etchen-Kitsippetholz 1400 Stck. Eichen-Wellrn 13 Rm. Buchen Scheitholz 67 Rm. Buchen-Kniippetholz 6200 Sick. Buchen-Weiten 9 Rm. Dirken Schetlhotz 66 Rm. Birten-Knüppelholz Holzversteigerung. Im Licher Stabtwatb, Distriki lliehiränlsberg, Langebuchen und Ei enkauie werden Donnerstag, den 12. Februar 1911 versteigert: Scheiter rm: Buchen 450, Eichen 8. Linden 1.5, Kiefern 2, Fichten 0.7. Knüppel rm l Buchen 55, Eichen 7.4, Linden 1.5, Kreier» i, Fichten 3.6. Reisig Wellen: Buchen 5000, Eichen 480, Linoen 50, Fich en 80. Stöcke rm: Buchen 160, Eichen 18, Linden 1,5, Fichten 17, Bemerkt wirb, dast von dem Buchenitockhotz 52 r,n sein zer- Iternert st»b. Dcrbfiangen: Fichten 404 Stück mit 28.50 Festin., Eschen 17 Stück mit 0.65 Festm., sWagnerholz). Rnhknüppcl rm: Eiche» 2.6 (2.2 m lang). Rnhrrisig rin: Fichten 270 (Spatterholi), Eschen 0.4 tWagnerhotz). Zusammentunst und Anfang bor.nitiags 10 III)r in Distrikt Rehtränksberg an der Kieisitrahe Lich-Hattenrod. Dcsgteiche» werben Freitag, »en 13. Februar 1914 in den Distritlen Rotherbn ch, LiNdensetf, Kronau, Sauloch, Etliugs- häuserkops und Kteinhäuserberg versteigert: Sckieiter rn>! Buchen 60, Eichen 21, Fichten 8, Kiefern 25. Knüppel rm: Buchen 60, Eichen 40, teile 15, A,pe 6, Fichten 8, Ktesern 55. Reifig-Wetlen! Bucken 300,1, Eichen 3400. Erlen 1700, Linden 5800, Fichten 2600, ige< bunben-Forstwellen) Kiefern 3-80, (gebunben), Stöcke rm: Buchen 25, Eichen 61. Fichten 95, Kiefern 75. Rnst» sckieiter rm: Eichen 10, (2,2 m lang) Rntzreiser ,m: Fichten 46 (zu Bohueustangei, geeignet), Zusammenlnnst und Anfang borintttagö 10 Uhr in Distrikt Rotherbusch an, Svatbeingang des Fustpjabes Lich-Ettingshausen. Lich, den 5. Februar 1914. Erosth. Bürgermeisterei Lich: D ä r in e r. Brennholz-Versteigerung. Donnerstag, den 12. Februar, vormittags IN Uhr kommt jm Stanmih.'.mer (vemeindewald fotgenbes Brennholz zur Bersteigeruug: 520 rm Buchen-Scheiter, 200 rm Etchen-Sck>eiier, 1: rm M“ I Ktefern-Scheiler, 100 rm Buchen-Knüppet. 60 rm Eiche,,- Äpüppet, 6400 Stck. Buchen-Wellen, 4 00 Sick. EtcheN-Wellen und 300 Sick. Kiefern-Wellen, 62 rm Bnchen-Stöcke und 50 rm Eichen-Stöcke. Freilax, den 13. Februar, vormittags 19 Uhr kommen in demselben Wald zur Versteigerung: 500 rm Buchen--cheiter, 237 rm Etchen-Scheiter, 114 rm Buchen-Knüppet, 78 rm Eichen-Knüppet, 6700 Stck, Buchen-Weite», 44'0 Stck, Eichen-Wellen, 6 1 rm Buchen-Stäcke und 60 rm Eichen-Stöcke. Zusammenkunft an beiden Tagen ,»n >/U0 Uhr im Orte. Slammheim, den 6. Februar 1914. Erosth. Bürgermeisterei Stammheim. '_ 'Rage l. WwirWtt Msl-S 8 [!Eüiisli 8 ssi! !ür DeolsoHiond.: Mauptsitz: Berlin. n jn • Itraunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Danzig, 5 III. Frfurt, Frankfurt a. M., Königsberg i. l'r., Lud- ■ wigshafen a. l^h., Nürnberg und Stratiburg l Eis. ■ Kiugczaliltes Aetlen-Kapital u. Reserven: “ ia,000.000 Rurk. B,ichb3l '*- Cira - Filiale Frankfurt a.M. = Coat) Postscheck-Conto N \ 3-9 Railftitoabank" Fcrnsprcch-Anschlut) i Amt I 892 u. 893. ! Schilierstrasse 25, L Eingang rechts. Annahme von Spareiailagen von Jedermann mit 4°/o bei täglicher Kündigung „ ■S'/Ao bei ‘/äjährl. Kündigung. AltlioltunKen Hin«! i|iiit(migse1eiiiprllrel. 4 -i «UN« ^ Vi»s;ei' am l’laize! I.ieterung in kürzester Zeit. D zu den billigsten Tagespreisen. t<o. Voyt. Butzbach (Titprfni, Klikrrnßll. Goldlkisten, liirlif!!, Cnrisr, Pinjel nirgends besser, nirgends billiger wie bei Am yoünmt. i. SS. ^tilß,'. o. v c! cfot t 459 . Telefon 459 . Wiederverläuser sowie für Neubauten gebe ich den hoch teil Robalt! Tapezierer steht zur Bersiigung. Beilage zur „Neuen Tageszeitung". Vt. 34 Diensll-y, drn 10. Februar 1014. 7. 3nt|rnuun Gedenklage. >0. Februar. 1808 (?. Weber, lflksckichtsschrriber, ßcb. — 1888 Prof. Lebe recht Wagner f. pnhjarim Königin üb« öulgaritns Ltidkn. Unlei dem Inlognito einer Gräfin Earlowo hat sich die liönigin Eleonore von Bulgarien längere Zeit ln Men ausze- holten. Sie liest sich von einem Mitarbeiter der .Menen Freien Presse" interviewen. Der Bericht über diese» Interview, das am Sonntag in der „Neuen Freien Presse" erscheinen wird, wird mir zue Verfügung gestellt. Die bemertenswertesten Siel, len seien wicdergcgeben: „Wozu von mir und meiner Tätigkeit reden?" sagt« di« Königin. „Es gibt Dinge, di« viel wichtiger sind! Ding«, über tu man endlich sprechen muh. weil di« Welt noch immer nichts von ihnen weih Sie hier oben lesen mir die Bericht« über dl« politisch« Situation unsere, Land«, Aber lehen Sie, von dem ungeheuren Elend, da» ln Bulgarien herrsch! — wer mcih etwa, davon? Wer weih etwas davon, dah wir heute noch über KO 000 Flüchtling« im Lande haben, di« wir ernähren, die wir kleiden, denen wir rin Dach geben sollen — di« Negierung hat alle, getan und tut alles, um zu Helsen, aber unsere Mittel sind erschöpft. Ich denl«. da ist es doch Pflicht der internationalen Presse, einzugreisen Aber dt« europäischen Blätter brachten nichts darüber, vielleicht war «» ihnen zu wenig wichtig. mir aber drückt dieses Elend, da» jeder Beschreibung spottet, da, Herz ab. und ich bin froh, mich einmal darüber aus- sprechen z» können." Der Adjutant muh mit Taten und Zahlen aushclse». und so entrollt di« Königin rin Bild de, Jammers, des Elends, wie !, erschütternder nicht gedacht werden kann. Der zweit« Balkankrieg ward» gegen dt« Bulgaren entschie- cen. und ihr« Stammesgenossen in Mazedonien und Thrazien bekamen di« furchtbar« Hand der erbarmungslosen Sieger zu sühkdn. Was nicht massakriert wurde und nur irgendwie lonnte. lieh Hof und Heimat im Stich und slllchtet« nach dem Königreick> Bulgarien. Sosia war di« Hossnung und da, Ziel eller dieser un-glücklichen Flüchtling«, deren Zahl mit 100000 »ich« zu hoch gegrisfen ist In drei Massen und aus drei Wegen hrömten sie der Hauptstadt Bulgarien, zu. Den kürzesten und rm wenigst«» gesäbrlirhfte» W«g hatten di« von den Serbe» Vertriebenen, wen» auch ihr Elend noch groh genug war. Dagegen war der Zug der Flüchtlinge aus Südmazcdouic» und Thrazien ein wahrer Zug des Grauens. Hinter sich hatten sie sie Feint« vor sich die Mau«r des Rhodopegebirges, durch das air ein einziges Tor, das Desilec von Kresna, nach Bulgarien hri Aniang Juli, gleich nach Ausbruch de» zweiten Krieges. ' gönnen nun von allen Seite» di« flüchtenden Bulgaren auf diese» Krcsna Defilee zuzuströmen. Es waren säst ausschlleh- I'ch üfteidcr Kinder und Greif«, denn die Bajonette der Sie- I r batten die Männer der Mühseligen der Flucht enthoben. Ans ihren armseligen Ocktzenkarren, oft zu zweit oder zu drttl ins einem abgetriebenen Esel, noch häufiger aber zu Fuh wo» drrten dies« Unglückseligen nordwärts und hotten nichts mehr bei sich als ihre zerrissen«» zerlumpten Kleider. Man schickte den Unglücklichen Brot und Kleider, abe, die Mittel waren zu beschränkt und das Elend zu groh. Dazu brachten diese Aermstcn k-er Armen entsetzliche Krankheit«» mit, Dyscntherie. Cholera, Fleckipphus und Scharlach. Auf den kleinen schmalen Närrin drängten sich Zchntansende vnd Zehntausend« zusammen, nnter denen der Tod kuribibar« Ernte hielt Nur pan» wenioe» qe- lang cs, sich durch das Kresnalal hinauszuschleppen, die and«, ren blieben aus dem Wege liegen. Wen di« Seuche verschonte, erwürgt« der Hunger. Die Königin war sofort in all« diese Distrikt« gereist, hatte Geld. Kleider und Nahrungsmittel genommen, um die Unglück Uchen nicht nur moralisch zu trösten, sondern ihnon auch wirklich zu Helsen. Ein -rohe» Zentralkomitee in Sofia wurde eingesetzt. Unermüdlich war die Königin in diesen ganzen Ge bieten unterwegs Wo sie hinkam, loh sie aus dem tillege halbverfallen« Grabhügel und sah die noch Lebenden ohne Obdach aus der Stroh« liegen. Dl« Spitäler waren überfüllt mit Verwundeten. und dt« Schul«-» genügt«» nicht, um die Flüchtigen auszunehmen. Von der Küste des Aegäilchen bi» an di« des Scknvaizcn Meere» zog sich «ine ununlerbrochenc Kette dieser Lager de, Elend». All« die Ortschaften jener Gegenden waren überfüllt. E» wa, ein furchtbare» Sterben unter ihnen, besonder» unter den Kinder,». Da» Kresnatal ist ein grohc» Kin- drrgrab. M'nn möglich »och schlimmer — wenn r» eine Steigerung noch geben kann — war di« Not der Flüchtlinge, die von den Türken vertrieben worden waren. Sie slüchtcten in di« Wälder, j» denen sie «inen Mona! zubiachtrn, und kamen endlich »och Konstantinopel, von wo ein rujsiicher Danrpser sic »och Varna bracht« Halb nackt kamen sie da an. mit.zerrissene» Ja h«n. die Cholera und die schwarzen Vtaltern i» ihrem Gefolge. Ueber siebentausend Menschen muhte das Nein« Varna iu>i>!«h nien. siebentausend Iianlr, halbverhungert« Menschen. In einem Aquarium hatte man über tausend Frauen und Kirrder untergebracht. aber man muht« sie dort halten wie Gefangene, denn di« Vlaltern wüteten unter ihn«»! man muht« einen Mi- litäikardon um diese» Ha», des Elends Zieh.» Und aus den Steinslichen lag:» di« Kinder «nd starben z», Duhe-rttn dahin. Im Anfang hatte man noch di« Hoffnung, die Leut« repatriieren zu können. Aber Bulgarien blieb von all seinen Eroberungen nichls als Wcftlhraziin. Dahin muhlen die Flüchtling« ZU Fuh zuiückkehrcn. Aber ihre Höfe waren verbrannt, ihre Felder verwüstet, die bittere Not warte!« ihrer arch in der Heimat. Man hätte ihnen Bauholz geben müssen, Biiftcl, Ackeibaugerät« — aber zu all dem gehörte Geld, und das halte man nicht mehr. Ueber 60 006 dieser Unglückseligen sind heute noch in Bulgatien. Die Regierung l)üt bis jetzt olle, getan, um sie wenigsten» vor dein D>,hungern z» bcivnoren. Man batte ihnen Mehl geliefert und Kleider, hatt- den Frauen Strickwolle geg-ben. damit sie sich Strirmpse stricken lonnten. al>er die Vorrar« rrschöpflqn sich, und das Wenloe, was in:» noch hatte, konnte Man auf den vereisten, verschneite» Wegen nicht mehr iransj-ortiei.n Der Winter ist furchtbar, erua: »rungslos. Die Regierung bat. um die armen Menfchen vor dem Erfrieren zu reöi-en, sie in d> Sind!« »nd Dörfer verteilt. Aber «s ist kein Brennholz da. kein Mehl, lei» Geld, und von Tag zu Tag wird die Frage furckubi-rer: Ällas fall geia,:h-en. um diese armen Heimatslost» vor dem Erfrieren ur o Verl» nqern zu bewab-e»? Ueber ein« Stunde dauerte di: Audienz. An ihren« Schluife sagte die Königin: „Dir Welt nr»h wissen, wie traurig es bei uns aussieht! sie muh an ihr: Pflicht erinnert ruerdtn. auch uns z» helft», wie sie vielen anderen Völker» g.-holf n har. Denn das Elend war furchtbar und wird f. immer mehr Kein Mensch kann sich ein« Vorstellung von de,» nrocheu. was meine Augen geie'ren »ns mein« Ohren gehört haben." Die grolre Fandmirtlchaftc.m^lls;. K u. H Berlin, 7. Februar. Das Prcuhftch: Landes OelonomiekoNegiun, bcri«? heule > «r dritten und letzten Sitzungstage den wichtigste» Punkt lei- e diesjährigen Tagesordnung, de» neuen Fidcilommrtz . Gefti entwurf. Berrchterfraltcr rvoicn Landrot a. D Graf Par! v. Wartenburg und Iuslftra« Dietrich (Prenzlaus Nach nu'. ständiger, »ater «-„schlitz der Oesten,lichte!» geführter Bo,- tung. wurde eine Entlchlietzung angenommen. i„ der e» u n heitzl. Das Kgl. Landes Oekonsmlekollegium halt cs für danken», wert dah der vorlicg-endc Gesetzentwurf mittelst des allgemeinen Erfordernisses landesherrlichor Gcnebrnrgung die Möglich krit bietet, bei Ncucrrichtung oder Erweiterung von Fieeilom- missen wirischaftspolitischen und volkswirtlchasllichcn Gnttch», punkten allgemein Rechnung zu trage». Nachdem verschicdene Bestimmungen des Entwnrss gebilligt sind, heiht es weiter: Die Zulasinng von Stommichulde» und in, Zusammenhang damit die Zulassung der Eröffnung des Konkurse» über do, Fid.-ikonr- mihvermöge» sind als zu weitgehend abzuändern. Rcchtsgc- ichäftlirhe Srommlchnlden sollten imr zugclasfen werden, wenn sie dringlich erkennbar gemacht Iverden Di« Vorlchrrfte» über das Aiiseinandersalleii mehrerer ln einer Hand beftndlicher Fi- leikommiffe entlmltcn »inen zu grohc» (Eingriff in das Fanrt. lienrecht. Znm mirrdesten darf die Trcirrrung nur vovgeichrieben werden bei einer gewitzen Gröhe der einzelnen Fidrikomnriiie. Das Landes OekonemiokoNeginm bittet die Kgl. Staatsregle rung. daraus hinzuwirken, dah im Anschluh an den vorliegenden Gesetzentwurf ein« einhcftllibe Regelung de, Fidelkornmihiecht, in Preuhen zustande kommt Es hält ferner zur Erholtung eines lelstungssähigen mittlere» und kleine» Grundbesitzes i» der Familie den alslalbige» Erlah gesetzlicher Borschriftcn srlr dringend erwünscht. Hierauf besprach die Perstrmmlung Mahnohnren zur Färde- Lbcr die „Begründung einer Gesellschaft zur Förderung de, kus Gerhardt fBerlinj. Die Versammlung beschloh. sür weiteren Ausbau der Viohvrrstrberung ein,;utreten unter der grun». Intzlichen Forderung von Staatsbeihilsen. Geh. Regierungsrat Pros. Dr. Delbrück (Berlin) referiert« über die „Fegründung einer Gcstllschast zur Förderung de, Baues und der wirttchaftlich zwcckmahige,, Verwendung der Kartoffeln". Der Referent empfahl folgenden Antrag, der an. genommen wurde: „Das Landes Orlonomiekollegium nimmt Kenntnis von der bcvoistcl-rnden Errichtung einer Gcsclllchasl zur Förderung des Baues und der wirrlchaftllchen zweckmähi- gen Verwendung der Kartoffftn und eurpfiehlt den landwirtschaftlich.» Körperschaften die Gejellsthaft in ihre» Bestrebungen »ach Möglichkeit zu rörtern, besonders bei Durchführung der Kartofftllullur Versuch.', der Verbreitung der Trockcnlartoffeln als Futtermittel und endlich der Konservierung der Kartoffel» durch Einsäuerung, letzter« auch für mittler« und klein« Bc- Nnbe Dos Landes Ockonomillollcgiunr cmpsiehlt seiner den Landwirtschastskammorn geeignete Beamte zum Besuch der im Institut für Gährungsgewrrde abzuhaltenden Einsäuerung» kurse zu entsenden" In der Debatte über den Antrag klagte Freiherr ». Wan g"nb»im. dah bei der Borlorgung de, deutschen Volke, mit Fleisch Bayern versagt habe Es seien von Bayern gar kein« üchr rine nach Rorsdrutschland gr-liefer» woraon, sodah die Kar» lojicln in Farm von Trackenkarlofteln nach dem Süden und We. sren abgegeben werden muhreir. Redner erbat für di« neue (sie- srllichakt eine staatliche Beibtls- von 20 000 Mark Znm Pflnyeifen. Rpnran von M. Priggc-Brovk. lg (Fortsetzung». Sie zuckte die Achseln. „Ich wäre auch lieber mit Dir allein", sagte sie bedauernd Um zwölf Ubr trennte» sich die Gaste. Arm i» Arin schritten die Geschwister dem Marktplätze zu. Im Mondlicht glänzte da? weihe Schild über der Türe des Pflugcisens. „1650" las Roscmarie. „Mir wird allemal lveich ums -ycrz. wenn ich dis lese. Geht es Dir auch wie mir, mein Heinz?" „Anders-vielleicht. Ich lebe der Gegenwart, baffe auf die Zulnnsl uud räume der Vergangenheit keine Rechte rin. Aber ich liebe sie und kan» manchmal träumen. Zum Leben bedarf ich des Heute. Ta? ist der Unterschied zwischen uns beide». Du lebst nur der vergangenen Zeit." „Ich habe unseren Vater gekannt und weih, wie er gc- 1 i(6I hat", antwortete Rosemaric. „Hättest Tu das Gluck gehabt, von ilmr geführt zu werden. Du würdest meine Liebe zu nnsercin allen Hanse besser verstehen." „Auch mir ist das Pflugeiscn lieb und wert. Ich werde einmal wiedcrkebren. und später, wenn ich erst die Examina hinter mir lmbe. liier lebe», Bücher schreiben »nd Erreri- i..nie machen. Dazu wird mir kein Ort in der werten Welt lieber sein und besser taugen." „Gott geb's." Reseinarie senszte Schweigend blickten die zwei voin Beischlag aus dir • !o!;dbe,chi.'nii,e Sladt z» liircit Fützen. Fern rauschte der Strom, die Flut zog leise, im Garten flötete ein Pirol. So ,:abni Dollar Heinz da-Z Bild der Hciinot mit sich in die fremde. Seine tzteiie fiibrte den jiingen Mann lveit über das in das Innere des fremden Landes. Selten erreichte ein Brief seine Lieben dahcini, seltener konnten sie schreiben. Roseniarie war inanchnr.ck zumute. als fei ihr Herz fckst-n gestorben, wenn sie monatelang nicht? von ibnr erfuhr. lieber dem Garten briitele die Sormnersonne. Selbst unter den -schaftigci» Bönnien blieb er tegssiber schwill, dagegen war cs in den Mauern de? alle» Pssiigeisen» cr- aurckcnd tirhl. Tie Abende pflegten die Irenen im Hof unter de. Linde zuzubringc»! Jakob (rblcrs vertrug die Abendlust nicht. Er frirchtele seine ärgste Feindin, die Gicht, auch wurde er zusehend i schwächer. Am liebsten lehnte er in seinem Zimmer am Fenstec- breit und »alnu von dar! ans an der Unterbaltung der !!»- lenirtzend?» teil. In diese Tage siel rHinz's Geburtstag. „In denken, dast ihn inckst einmal unsere Gdanken erreichen können", seufzte Rosemarie. „DaS ist nur halb so schlimm, .ftrud. D -ft nur. al-.- Tein Vater dransien war und l-.ür oft Monate c-limc brach,ich! bfciben. DaS war eine sorgemwlle Zeit. Dein Vater l-rell die Sarge »in die Firrna. Seinem Unterm -innngsgeifl verdankt sic ihre Grütze. Heinz reist z» seiaein Vergnügen in der Welt herum." „Der NNternehmungsgeisBs:eckt i n urnl in »bin, den bat der Vater seinem Jungen vr'r.rlft. Ick> verstehe, datz es Heinz in die Fremde treibt." tztoseinaric schwieg. Sie batte sich im lieber schwang des Trennirngsschnierzes mit ihrem Bri:de, anegeiöhnt und ihm, lr>as sie Fahnenflucht nannte, perzleb.:». Aber zufrieden konnte sie doch nicht sein. Nach ihrer Meinung beging Heinz ein Unrecht. Wenn er wenigstens nach seiner Rückkehr andere» Sinnes wart Seit Raseniarie a» ihres Bruders Stelle getreten, lernte sie die Zeit bester verstehen. Wer auf der Höhe bleiben wollte, nrutzte energisch weiterst: eben »nd zusrhen, datz man ihn nicht überflügelte. Mit einfachem Lkaufcn und Der- kaufen war's nicht mehr getan. Man bandelte nickt mehr mit Bedacht und nahm sich nicht Zejt, zu prüfen, ob dieser oder jener Einkauf der Firma dienlich sei. Dank der Macht de-7- Telegraglie» beinrrksielligtc man Ein- uud Verläufe mit- tr lst de - bels. Uetz Rielenjunrinckn für Werte umgehen, die tick: einfkrverlen nur ans dem Papier befanden, und verha»- delle die Ernte oft schon aus dem Hali». llnglMftftiche Summen gingen ans diese Weise ein. ebenso lerrnl lauideu sie verloren, denn diele Gesckiäste öfsnelen der lvildesten Spekulation Trrr und Tor. Iokob Ehlers frk-ifttette den eisgrauen jiopf dazu. Ihn freute das Geschäft nicht mclrr. „Es ist, als habe ich keinen Teil nrehr d au", sagte er. „Wenn ich früher für zelm- Inusend Speziesielrr Tee ausgab, so hatte ich vorher die ver- fchiedenfien S->- >r ans ihren Wert geprüft. Jetzt genligl ein Federstrich, ich habe mein Elcld verdient, es zweimal nni- geiehl. wich drbei jt’ff’f mal vorn Platze gerührt. Schön kann ich d.>:- »ich! finden." „Ich- auch nrchl. Ohm", versicherte sein: junge Mitarbei- l.-rin. „Wenn wir uns aber ousschlictzen, bleiben wir zurück. Sei frei, datz u ir wieder aus der Höbe sind." Rosrmarie sprach die Wahrheit. DaS Ha»S stand fester dci-n je. W. ui nur der Alte nicht jo klapprig gewardrn! Er hielt fast nichts >e:'>r a»S. An warmen Tagen fotz er im Garten und überblickte das alte Hans, dem sein Leben gehörte. Seine (Sedanken sckw-.-iflen rückwärts und bevölkerten die Umgebirng mit liebln, längst vergangenen Gestalten. Rur »ngcrn fand er sich i» die G.-genwarl zurück, wenn ihn die Angestellten srörtcn oder der Postbote Briese brachte. Schwere Männerschrrtte fnirschten im jties. Der alte Mann erwachte ans seine» Träumen. Er rieb sich die Augen. „Was bringt Ibr?" fragte er den Postjosef, der vor ihm stand. „Nicht viel, Herr Ehlers", antwortete der Bote. .Die Zeitungen nnd»zw:i Briese tiir Fräulein Hern," rFerllctzung solgtl. Sci«, L JJr. 34 Neu« Tageszeitung. Dienstag, den 10. Februar 1914 Nach der Bestimmung r«i Referenten für die „ächstiährigen Berichte der Landwirtschastskammeru wurde die Tagung vom stellirlretenden Vorsitzenden mit einem Hoch auf den Kaiser geschloffen. Ans der Heimat. * «lieft nt, 10. Febr. (Schüfe des Verhairdluugsberichts fm Prozeß Griinewald Winkler.) Verschiedene alte Herren w >on als Zeugen ebenfalls der Ansicht, daß man deni 54. joMflcn Abg. Giiinclvold keine» so jungen Kartellträger hätte schicken dürfen. Ter Beklagte aber wieS durch die Zeugen Dr. Thur» und Dr. Beck nach, daß Abg. Grünewald sie vor acht Jahren ebenfalls als 21jährige Studenten mit der Ueberbringung einer Forderung an den Rechtsanwalt und Notar Metz in Nidda beauftragt habe, und verlchiedene alte Herren gaben nun zu, daß mangels eines älteren Kar- tellirägcrs eben nichts anderes möglich sei und dann auch ein junger Mann angenommen werden müsse. Rechtsanwalt Schneider, als Vertreter Grunewalds. ergreift mmmehr das Wort zur Begründung der Anklage. Er teilt die Beleidigungen, deren sich der Abg. Winkler schuldig gemacht habe, in drei Gruppen: 1) Der Vorwurf der Feigheit in der Presse, 2) Ein Schreiben an Rechtsanwalt Hill in Mainz, 3) Der Vorwurf der OffizierSentlassnng und Entziehung der Korps- schleife, woraus der Beklagte die SatisfaktionSunfähigkeit des Klägers ableitet. Er beantragt Bestrafung nach 8 135 und 136 des Strafgesetzbuches. Ter Privatkläger Jnstizrat Grünewald hält es für unmöglich, das; ein strtisfaktions- fähiger Abgeordneter für Vorkomninisfe innerhalb des Parlaments gefordert werden könne, weil dann z. B. nur Landwirte und Kauflente ufw. unter dem Schutze der Immunität ständen. Auch hätte Abg. Winkler ihn vorher beleidigt und zwar durch die Benierkung der Freisinn leiste der Sozial- denwkratie Vorspanndienste. Ebenso bätte Beklagter die „Frankfurter Zeitung" beleidigt und dieselbe sei ein Blatt seiner Partei. Die Ablehnung einer Forderung sei nicht imnier eine Feigheit. Der Beklagte hätte sich auch durch seine ank den Ehrenhandel bezüglichen verschiedenen Veröffentlichungen Mver vergangen, denn das Geheimnis einer Tuellverhandlnng dürfe unter keinen Umständen der breiten und blöden Menge gegenüber bekannt werden. Er habe das Bewußtsein, daß hervorragende Männer sei» Verhalten für korrekt hielten »iid er sei nicht wegen einer unehrenhaften Handlung sondern wegen Ungehorsam gegen die Weisung nncs Ehrenrates mit schlichtem Abschied au? seinem Offi- üerSverhältnis entlassen norden. Zum Schlüsse bat er das Gericht, ihm durch eine Bestrafung deS Abg. Winkler die Genngkming zu verschaffen, nach der er seit 14 Monaten lichze. Abg. Dr. Winkler, Beklagter, gab zu, daß er die Be- merknng, der Freisinn leiste der Sozialdeinalratie Dorspann- dienste gemacht habe, doch sei dies eine täglich zu hörende Wahrheit, durch die sich der Kläger nicht beleidigt fühlen köinile, zumal er s, Z. als der liberale Fabrikant Klingspor in Gießen kandidierte, im „Gießener Anzeiger" erklärt habe, Klingspor sei zwar liberal, aber er gäbe seine Stimme doch dkm Sozialdemokraten. Ter Kläger 'ei iatisfaktiousiinfübig, denn Offizierskorps und Ehrenrat hätten gegen ihn "nt- Ichieden und er sei wegen Nichtannahme einer Forderung mit sch'ichtem Abschiede entlassen worden. Für seine Aussage, die „Frankfurter Zeitung" kann «chreiben rechts und kann schreiben links, brauche er nur auf das Verhalten dieser Zeitung bei den Frankfurter Stadtverordnetenwahlen und bei den Reichstagswahlen hinzuweisen. Wen» er von dem kleinen a der „Frankfurter Zeitnng" gesprochen höbe, so fei domit nickit der Abg, Grünewald sondern Dr. Arnheim ge- meint gewesen. Alsdann verlas der Beklagte die Stelle m ,4 einer Rede Grünwalds in dem früheren Prozeß Metz, worin der Kläger für ältere Herren unter verschiedenen Umständen die Ablehnung eines Duells für gerechtfertigt hält und Wort- lich bemerkte: ich behaupte aber, daß das Gros der alten Korpsstudenten auf demselben Stondpnnkt steht, besonders w»mn es praktisch wird. Hieraus «vnrde die Urteilsverkün- diguna auf nächsten Freitag festgesetzt. • Bom v^,t,»er

:rp,lichtet. - Bei den bis jetzt Nattgefundenen Solzverstei- zerungen war folgendes zu konstatieren: Die erste Bcrst«ig«rung mußte abgebrochen werden, weil zuletzt keine Gebote mehr ob- gegeben wurden. Allerdings waren hier Wellen dabei di« nicht mehr so gern getauft wurden Bei der zweiten «ersteige- rung waren di- Prerie hölier nnd bei der dritten io hohe Preii« erziel», wie noch me Bier Raummeter kosteten bis zu «9 MI Wegen einer Arbeitslosen-Unterstützung entspinnt stch ein« län-' rhlt werden. Der Magistrat fall hierüber von Fall zu Fall entscheiden und er stillen ihm die lustigen Mittel zur Bersügung gestellt werden. * j. Obe-Iirsel, 9. Febr. Die Stadt hat für Beseitigung des Schnees 1750 Mark und für Rotstandsorbeiten, noch außer den bereits früher ausgeworfenen 2009 Mark, weiter« 1999 Mark bewilligt. * x Usingen, 9. Febr. Bei der am hiesigen Seminar ftatt- gefundenen Abgangsprüsung haben sämtliche 36 Examinanden bestanden. Auf Grund ihrer vorzüglichen Leistungen bei »er ichristlichen Prüfung waren fünf von der mündlichen Prüfung befreit. * jr. Oberhochstätt, 9. Febr. Gestern feierten die Eheleute Port das Fest der goldenen Hochzeit. * Höchst o. M., 9. Febr. Ende Januar stellt« sich bei der Gendarmerie Harburg der Feilenhau«, Max Lommel von Remscheid mit der Beschuldigung, er habe einen Mord begangen. S. gab an, daß er am 2, Februar v I. bei Höchst a. M. mit zwei Helfern «inen Arbeiter ausgeraubt und den Monn dann ln den Main geworfen habe. Lommel wurde dem Amtsgericht Donan- wörth vorgeführt. Es sind Erhebungen «ingeleitet, inwieweit die Angaben des Berhafteten der Wahrhett entsprechen. * Sindlingen, 10. Febr. Ein feit zwei Jahren zwilchen der politischen Gemeinde und der katholischen Kirchenge- rneinde schwebender Prozeß um die Unterhaltung des Turmes der Kirche ist nunmehr zu Gimsten der katholischen Gemeinde entschieden worden. Hochhrim, 19. Febr Am 3. Febrnar fand am Main und auf dem Main «ine größere milrtättsche Hebung statt, wobei die Eisdecke verschiedene Male zum Manöverplatz diente. Es wurden sogar Kanonen über das Eis trans.pottiert. Aus der Rhön, 9. Febr. In dem Dorfe Kleinsaffen wurde die 78jährige Ortsarme Gertrud Schmidt von einem Schlitten überfahren und dabei ungewöhnlich schwer verletzt. Ihr wurden ein Arm dreimal, der andere einmal, »In Bein «lnmal und da, andere zweimal gebrochen. Außerdem brach ste den Oberkiefer und bas Rafenbeln. Eingesandt. (Für Arttlel unter dieser Rubrik übernimmt di« Schristlettung nur di« preßgesetzliche Berantworttiugl. Goeßen, 5. Febr. Dir „Oberhesstsche Bolkszeitung" behauptete in einer ihrer Nummern (Anfangs Dezember 1913). ich hätte in meiner Broschüre: „Gießener Millionen-Schuldenwirt- schaft" mit falschen Ziffern operiert und di« Schulden der Stadt Frankfurt auf den Kopf der Bevölkerung mit zirka 199 Mark zu niedrig angegeben Dabei nnrd ober verschwiegen daß ich meine Broschüre schon vor einigen Monaten geschrieben Hab« und daß sich darnach erst durch Hinzukommen der Kosten sür den Osthafen in Frankfurt die Schulden um 1,4 Millionen Mark erhöht haben. Die „Oberheff. Volkszeitung" kann ganz beruhigt lein und ich bin verstchert, daß, wenn es den Sozialdemokraten ln Gießen mit ihren Ansprüchen an den Stabtsäckel für Gehaltserhöhungen uiw. irachging«, auch hier sich die Schuldenlast wieder vergrößert. Als Beweis der Wahrheit meiner Ausführungen will ich aber hier eine ganz unparteiisch« Quell« an- sühren, nämlich den .Franks. Generalanzeiger" vom 9. Dezdr. 1913. der ein« Zusammenstellung der Finanzoerhältniffe sämtlicher heffen-naffauiicher Städte bringt, aus der hervorgeht, daß Gießen mit feinen 22 999 999 Millionen Schulden 899 Mark pro Kopf, alle diese Städte übertrifst. Nach dieser Zusammenstellung betragen nämlich di« Schulden pra Kopf in den folgenden Slädten: 289.4 Millionen 671.68 Mark 87.0 Millionen 591.58 Mark 17,9 Millionen 462.48 Mark 9,7 Millionen 432,20 Mark 6.1 Millionen 412,12 Mark 3,9 Millionen 314.56 Mark 6,6 Millionen 307.19 Mark 6.2 Millionen 283,30 Mark 42.5 Millionen 272.89 Mark 4.0 Millionen 232,22 Mark 1.1 Millionen 104.97 Marl Diese Zahlen sprechen wohl für jeden mit großer Deutlichkeit. Die Oberheff. Bolkszettung" wird aber auch weiterhin dir Finanzverhältniff« der Stadt Gießen im rosigsten Licht« mal«n und denken, die Arbeiter glauben» doch. Daß ich di« Schulden dkl Stadt Eieß«n, Marburg und Franksurt a. M. ganz genau angegebeir Hab«, möge auch das Oberhcisiiche fozlal- demokrattschc Volksblättchen mit leinen Herren Redakteuren Vetters und Noll in Gießen, ln der von mir End« 1913 heranr- g«gcben«n Broschüre: Gießener Millionen Schnldenwirtfchaft 1899 v. d. H Frankfurt a. M. Wiesbaden Hanau Fulda Homburg Eichwege Biebrich Marburg Kaffel Höchst Limburg 809 909 Mark Schulden 1913 22099 999 Mark Schulde,, und aus dem „Frankfurter Generalanzeiger" vom 9. Dezember 1913 «riehen. Daß lch die Schulden der Stadt Frantfurt a M. pro Kopf der Bevölkerung nicht mit zirla 190 Mark zu wenig angegeben habe, können die Herren Vetters und Noll auch aus der vorgenannten Broichür« und ebenfalls dem frankfurter Generalanzeiger" vom 9 Dezember 1913 entnehmen, nach den in leiden Quelle» enthaltenden Angaben ist die Differenz nur 45 Ml, 68 Pfg,: vergleiche „Generalanzeiger": 671 Mk. 68 Pig. Broichure: 626 Ml,, bleibt, wie obne geiagt, «in Unterschied von 45 MI, 88 Psg, Di-ie klein« Differenz liegt in der verschiedenen Annahme der Bevölkerungszahl zwischen mir und dem „GeneralanPigcr der Stadt Frankfurt a. M". Wer von uns beiden den kleinen Fehler gemacht hat. dürften schon den beiden gerecht denkenden Männe, der „Oberheff, Bolkszettung" in Gliben -naNi r.i>4] ausiindla aeinockrt rnexven. Aber das dürste wohl an der Sache nichts ändern, daß man dem Gießener Stadtparlament ruhig Vorhallen kann, es sc, im Schuldenmachen groß und es habe wohl unter sämtlichen deutschen Slädten am besten verstände,>, sich hierin in aller Kürze den erste» Preis bei irgend welcher Gelegenheit zu holen. Auch die Eie- ßcncr sozialdemokratischen Stadtoerordneten haben nicht am wenigsten dazu beige tragen und können sich eben so gut wie die bürgerlichen Sladtverordncten mit samt dem Oberbürgermeister brüsten und rühmen, dieses Kunststück fertig gebrach! -u haben, daß der Handwcrler- und Erundbesitzerstanü in Gießen, durch die gewaltigen drückenden Lasten, die nur allein auf die Schuldenwirtfchol>er«i in Gießen zurückzusühren sino. einer nach dem andern umsällt und kapuk geht. Dir fozialdemokratiichen Stadtverordneten haben unter Mithilfe der akademisch gebildeten Sozialdemokraten in Gießen somir ihr Ziel erreicht, um dem Handwerler und Mittelstand sein Ende ziemlich in die Nähe rücken Helsen. Joh. 8 g Psasf. Marktbericht. Franksurte« Getrerie »gilt. Montag den 9. Februar 191* Weizen, hiesiger und Weneraaer Mar! 19.69 — 1!>.Uä, aus dem Lande adgehoil Ml. 18,59—1-.69. ,rhe sicher MI. 19,60—19,65, Manitoba Mt. 21,75—13,-'S Ame-itaner Redwinler Ml. 0>.09—00,01, San as Ml. 22,75,-24 51 ru1 1 >■ a,«t Rilola,eff Mt. 22,75 —24,25. Saronska 'Mt. 22,00—22,50, .Ute Mt. 21.75—22.25 Azima Ml. 21,-5-22..5. La -plaia Ml 0 ,90—90,00. rumäniicher Ml. 00,0 >—90.90, Molto Malta Kt 90.00— 00,00 Rozgen. hiesizer Mk. 16,25—16 35 au, o. Lank abgeholi Mk. 15,50—15,80, ruff. Mk. 00,90—50.00. Aiueiiiaae, Mk. 15,50—15,60. mmäntscher 00,9> —00,0 1 . gu t; yrestge Atl. 17,0—17,50, Piäl.er Ml. 17,51—18,00, tinfiirt): Mt. 17.00— 17,25, Riedgerste Mt. 17,50 — 13,00, ungarische Mi. 00.00—00,00, Futtergerste Alt. 09.0 —00,00. ,ja t »e iieru. Wetterauer MI. 16.00—17.50. lurhesftscher MI. 15,75—18,75 baqeriicher Mk. 16.00—17.50, La piaia OJ£l. 17,00—1 .00. IN- sischeiMk. 17,00—19.00. Mais Mixed 2(1.00,00—00,00. Sonaumats MI. 00,0 >—„0.00, La Plata Mt. 14,80-15,M Ode ga M-. 9.00- 09,00 russisch. M. 90,90—00,00, Eincanoin Mt. 19.0 >—1 .25. Weizenmehi: hiesiges Nr. 0 Mi. 35.50-30.7,, üü» deutsches Mk. 00,00 — 09,00, Nr. I Mk. 29,50—25,: 5, iuddent ches Alk. 00,90—90,00, Rr. III Ml. 26,50—26,75, üdoeulsches iiii 00.00—00,00, Rr. IV Ml. 22^0—22,75, chddenliches Mi. 00,0 .- «0.00. Raggcnmetzl: hiesiges Nr.0Mt. 2.tch0— :4,»i0, jIi.ji -jJiS. 23.50— 24 OO, Nr. I MI. 22,50—23,00. -rutterarlitci Weizrn^chaien 10.50— 19.7.,, tberzenkleie Mk. 10,00 10,25, Rozgenileie Mi. 10.00 —10,50 Weizen-Futtermehi MI. 12,00-14,90, Brerireoer . eiroan. Ml. 12.50-13,00 Aialzketme Mk. >2,00-12,25. Rapskuchen uul. 12.50— 13.99 Palmkuchen Mk. IS.00-I5L5, Futter-erste Ml. 1302 —13.75 Bei guter Nachfrage für vollwichtig« (72—89 Kg > War« konnte Landweizen am heutigen Aiarkte etwas höhere Pieiie erzielen und wurde einzeln bi» zu 29 Mk. bezahl». Roggen weniger beachtet. Gerste nur verein.zell in guten Qualitäten gehandelt. Haser fest und höhe, bezahlt. Mehl ruhig, Fulrcr- arttkel, besonder, Weizenschalen und Kleie knapp und nur zu erhöhten Preisen in effektive, Ware zu haben Amtliche Notierung der Franlrfnrtcr Vieh- marktpreile vom D. Februar. 3um Vertäu, aanoen 1193 Rinoer, oacnnirr 358 Och cn 64 Bullen. 771 Färien UN» Kühe. 241 Kälber, 202 Scha e 2433 Schweine. Uebeao. «chigcht- Preis« Ul» 1 Zentner qewtchi Jt 1 qewl X)t ! Jt 1. A. Ochsen: ,> 1. ooUUeiicki. ausaemäitetr hoänisn Schlachtwerls. 4—7 Jahre alt 2. Die noa, nicht gezogen haben (uiige,achte) ....... b) >unae »cochige Nicht ausgemailele und ältere ausgemastr«» . . , . c) mtiKto genährte lange, gut genährte älter» .,,,»»»»»«. 8. Butt»»: ,l volliieiiltiige. ausaemäitete höchsten Schiachttverls....... bl voUiieilcknae längere..... v) mätzip genähne I»»ge »Nb gut aenöbrte älter« , . . . 0. ((allen und Kühe: ■) voUiteinhlge ausaemanele Färsen hostnien Schlacknwerts . . , . b) voUiieiichige. ausaemättete Kühr bääilen LckilaitNMer«« bi» »>7 3 c) 1. wenig gut enrwickelle Färsen 2. altere ausgemä,t«le Kühe . . ckl mania aenahrie Kuh» und Fällen e> aerina aenäbrl« Kübe »nd Färl-n 0. Gerina genäkrres stunavieh (Fresierl 11 Kälber: ,1 Toppeliende, leinste Mast.... 5 ) leinste Mai Kälber...... c) miiii-r- Man- and beste Sauotäibei ä) geringere Mast- und gute Saugkälber, ol g-rina-r» Louakälber > , , , Ul. Sck>a»e: ,> Weidemaftjchale:...... b) .......lammet und Mafthammel . c ) geringere Aiajihammei und Schale ck) moma aenahrl« Dämmet a. ötSan lMerzichaiel ..... . XV. Fettlchweia«: a) Fettichwelne über 3 rfu Lebendgewicht vl vuuiikiichige Lckiweine über 2% Zlr LebendgewickN ...... c) oolliiföii iüe -chweine über 2 Ztr Uevendarwicht....... d) voUileisckna» Schweine dis zu 2 Ztr Ledendaewichl ei tleilchiae Schweine...... () Sauen ..... Am Rindermarkl in Ochsen reger, sonst langsamer Handel: cs wird nahezu ausverkaust. Kälber, Schase und Schwei»« werden ruhig gehandelt: Schweine hinteriassen etwas lleber- stand. — Bon Montag. 2. März ab sinden die Märkte, abgesehen von den Domierstag-Eroß. und Kleinviehmärtten, wie der von 8 —12 llhr vormittags fiat* 50—54 46-49 43—45 48-51 44-47 00-00 47-50 43-47 43-40 38-42 a2—: 6 2o—30 90-93 80-89 79—83 "0-85 77—M 00-00 84 -90 80- 4 83-88 72 - '0 64-72 67-0/ 60- 64 107 109 54—61 y - 99 50-o2 85 - .89 43- 44 94 _ 98 r I 52.5- 55 52.5— 55 57,5 - 55 67 -68 67-69 67 63