Dl« .4»*«* >l chci»! ,cden Werltog. Regelmäßige Beilagen „per «aner an« ^egk„--, bri de» Agenten moiiailich SU Pi«. 5>n,u tritt Postgebühr »der Trägciwhn. .X„,e>yen: itzrund,rile 2" Psg _ Eijüllungrort Friedderg. Schriftleita«, n„» Verl«, Friedberg zhesie»), Haaaaersiraß« 12. „vie Spinnstube". veiugeprei»: «e, den Postnnstnltrii »,er,el,a,r„ch Mk ,.gk - '-kalk 15 *'«- ro " «tmoStt» locrtxn duth Potnach,lahme rrdolen Fcmlprechcr PP P-iOch-a-Coni» Ne. 4Hi9. tlmt ^tonljud c. :0t. lieber licht. — Auf de» R.tt ihrer >erzte, wird die toniserin Aleran- dra von Rußland wieder zur tour nach Bad Nauheim reiten. Auch die Zarcnsainilic wird ztvei Ronntr im Herbst d. I. in T-trmstadt verleben. — Großes Aussehen erregt die Verhaftung dre Privai- l,nmtrn Easperazzo nutz Rovalede im Suganatal wegen Spionage zu Gmiften Jtaliene. -lach Meldungen aus Süd- Tirol sollen die von der Militärbehörde vorgenoiiimcnen Hanssuchungr» scnlvereS Belnftungsmatrriol zutage gefördert haben. — Das Wieurr .torirgdgrricht vrriirtkilte, wie die Oester« reichisch-ungarische Ikorrespoudenz aus Balona meldet, den Major Betir Bri wkgrii skinr» Putschvrrsuchrs zum Todr. — Der „Newyork -Herold" berichtet, das: 4'H) Albaucsr» »ach einem heftigen toampsr mit einer griechischen Abteilung dao Dorf toatunti im Epiru« beseht haben. Pier griechische Soldaten wurden Vcrivundct. — Esiad Pascha erklärte, das; cr in drei Tagen sein Amt niederlrgen werde, nachdem er mit den deutschen und englische» Delegierten ein Arrangement getroffen habe. Tie Kommission hat ihm ihren Tank ausgesprochen unb ihn bevollmächtigt, den Prinzen als Repräsentanten des albanischen Volkes zu empfangen. — Bei der Katastrophe des Dampfer» Monroe bewies der deutsche Fniikriitelegraphist F. Kuhn ein heldenhastrs Benehmen, indem rr seinen Rettnngsgnrtel einer sremdeu Frau abtrat. Er selbst ertrank. — Im amerikanischen Repräsentantenhaus begann gestern die Tebetttc über die Burnettsche Einum,idcrtuigs- vorlage, die eine der Einwanderung hinderliche Forderung eines BildungSnaehweiseS enthält. Eine Abstimmung über die Geschäftsordnung hat angezeigt, daß die Vorlage einer Zweidrittelinehrheit sicher ist. — Ter Schnellzug, der zwisclteti Ehicngo und Alton vee- kehrt, ist in der Nahe von Joliet entgleist. Fünfzehn Personen sind dabei »ms Leben gekommen. Ivcr die Waijvlic 1 kennt..... Der Bl. Januar 101-1 lvird in der Geschichte des deutschen Dauernbundes als kritischer Tag erster Ordnung verzeichnet werden. Und wirklich, zwei Niederlagen an einem Tage, das ist ein bisglten viel aus einmal, zumal ivenn sic so em- psindlicltcr Art sind. Im preußischen Abgeordnelenhausc ,nutzte sich Herr Wachster« de Wente bcitzende Wahrheiten bei der Beratung de» Gestüts-Etats sagen lassen. Bitter, aber tresrcnd und mit Recht nannte die beweislose Art, mit der der Bauernbnndssiihrer Zwietracht zu säen suchte zwisck«» den Grob- und Itleinbesihein, der Abg. von Pappen- liein, Adjnlantendiensie, die er der Sorialdei-iokratie leiste. Auch der LandwirtschastSminisicr. Freiherr von Schorleuicr- tzicser, lieh keine» Ztveiscl darüber, wie er die ans nichts gegründeten veliauptungen des Herrn Wachhorst de Wente r-on einer Benechtcilignng der .tkleinbesiher zngimften d-r Eroschesiher einschätzle. Danach, und bei der ganzen bisherigen Agitationslneise, konnte cs nicht wunder nehmen, datz der Abg. Nr. Tieder-ch Hahn mit scharfer tolinge die Alötze des Feindes bearbeitete ntid der Meinung Ansdruek gab, Herr Wael-horst de Wente l>abe es sich zur LebenSn»,'- gäbe gema.cht, die Grotz- und Kleinbesitzer untereinander zu verhetzen. Die künstliche Erregung und die ReltungSaktion, die durch den Mund des Abg. >'r. Dicderich Hahn mit wi»r- n-r tolinge die Blötze des Feindes bearbeitete n»d der Meinung Ausdruck gab, Herr Wachhorst de Wente habe es sich zur Ledensaiisgabc gcmacht, die Groß- und Kleinbesitzer liil- trreinander zu verhetzen. Die künstliche Erregutig und die Rettungsaktion, die dureli de» Mnnd des Abg. l>r. Lohinanu die »alionallibe'rale Frntlion kür den arg te'chad.gtrn Bauernbiliidskäinpser »ntcrnal»», konnte den Eindruck Niederlage nicht verwischen. Zu llae lag d>is alt-- — tee. . des BauernhuudcS zutage. Hunde-baarc i» die Rribeu de. Laudwirte zu trage», »in diese dem konservativen Gedanken abwendig z» niachen. Während jo im Prrutzijchen Abgeordnrtr»>)a»se dem Datwrndunde die Maske von koiiicrvativer Seite geluitct »urde. spielte sich im Teutsehrn Reichs läge ein ,-och crban- icheres Schauspiel ab. Trt aber, und das erhöht - d n Reiz der Situation, >var es Heer Hefteruionu der Abrechnung tut seinen, Fiaktionskollegen >" Böhme hielt. Bauern- aiiiidler lvider Bauernbündler! An den Wo-.te» dieies Mannes, der eS wisje» mutz, kan» k- r l.- -iirrnbnnd. können die Herreii I>>. Böhme und Btoichhorii de Wente nicht vorbei, kgje d ie konservativen Redner im A b,zeoi Lnetrnlmi >e. io wies 'iich er darauf hin, dah die Freunde der L-ne-ivnstsch-ts* nur gei *jeii reckst- ii Parteien, nicht aber bei d II linken zu suck>'-> seien, das; >>r Böhme, der ausmcrtfawc Hörrr krnnle es ji>-iin-e-» den Silbe» hören, nicht ci»lv>i»dsrri arbeilei . Jel- l rdanre, datz Tlr. Böhme in seiner ganze» Rede ---ick> ni-.-! ein stnziges Wort gegen dir Linke gesunden !->-e ?-nIere>ien de- distsi- -i 'e' nei standes imi.tcr verirecken. Wenn die La>>divuts>hetst ihre Freunde auf der linken Seite suche» sollte, dann würde es tald hritzen: Ade Landwirtschaftt" lind liierter: „Ich habe von Anfang an Frons gemncht im Bauernbund gegen das Pakticien mit drin Frciiinn, aber es ging immer weiter nach links! Ich hielt dies Z»sa»»»en- gehen mit der Linken snr imvereinbar mit den Jutereisen drr deiitickien Landwirtsehaft. Co Herr Hesteruiann! Es mag ihm nicht leicht geworden sein, das in solcher Deutlichkeit aiiszusprcchen. Ihn,, der einst in de» Reihe» des Bundes der Landwirte stand und der aus irgendwelche» Gründe» sich zu», Bauernbund schlug. Nack, diese» chrlick>e-ii Worteli wird man Herrn Hcsteruiaiin auch ohne besondere Bclouung glaube», datz ihn ehrlickies Wahrhcitistreben zu jeiieiu Schrill vcranlatzte. Tie Er- kenotuis mag bitter für ihn sei», das: cr sich geirrt hatte. Als ansrcckiter Man» zog er die .tionsequenze» und verlieh den Baucrbund, als eörlidjer deutscher Bekenner hat er den Mut, seinen Irrtum cinzugesteheu. Das gereicht ihm zur Ehre. Herr !)>-. Böhme mag blatz geworden sein bei den Worte» des Herr» Hesierma»:,, die schonungslos den engen Zuiam- inenhang mit den Rosaroten ausdeckten. Tie N-.ttionall-be- ralcn wuredn es nicht minder, lind so erhob sich denn Herr B-tsser,»a»n und verkündete: „Ans Wunsch ineiner Freiktiv» möchte ich feststellen, deih .Herr Hesierma»» seine heutigen Aussührnngen iveder ini Namen, noch im Anstruge meiner Fraktion geniacht hat. (Beifall linls.) Tie Fraktion hat die erforderlichen Konsequenzen aus der Rede des Herrn Hesteruiann alsbald gezogen »nd durch einstinimigen Bcschliih das Hospitantenverhältnis mit Herrn Hesterniann ansge- hoben." Tie Heiterkeit, die diesen Weilten solgtc, wirkte ansteckend bis aus die Tribünen hinaus, denn d>iS war im Augenblick allen klar: dainit wird die Wucht der Worte Hestcrnianns nicht geiiiildcrt. In: Gegenteil. Sie unter- striehen nur im Verein mit der n-ttionalliberalen Aktion int Abgeordnetenhanse für Herrn Wachhorst de Wente die alte Lesart von der engen Nerwandtsekxtft der Nationalliberalen mit dem Banernbnnde. der landwirlsch-aftlichen Fam-lie des Hansabnndes. Eng mit dem Freisinn verknüpst. der Bauernbund wird sich diesem Borwnrf nicht mehr entziehen können und alle Versuche des linken Flügels der Nationalliberalcn ihren Pslegesolin als »»abhängiges Gebilde hinznstellen, müssen lelteitcrn. Auch Herr Hesterniann mag vielleicht erstaunt gewesen sein über diese Wirkling seiner Worte. Er handelie netch dem guten alten Wer«: „Wer die Wal,rl,eit kennt und sagt sic nicht, das ift fürwahr ein erbärmlicher Wicht." Herr Hislerin.-i-ai kannte die Wahrheit »nd lnate sie: dafür traf ibn Dannsiral'l Betssrniiannö! Er wird isit, ,» tragen wislen, wenn aiiisi mit bilterem Geschmack ob keines banernbünd- Terifcftct, J-atnias, in dem cr nicht verharrte. Ob den Herren Pr. Böhme und Wachhorst de Denke nun nicht auch ein stilles Stiindlcin kommen wird, in dem sie fick', wie ye,r Hesier- loun die Frage vorlcgcn: „Wo sind die Interessen de? deut- schon Bauernstandes am besten vertreten?" Mögen sie sich den», glcichisalls des Sprichwort? erinnern: wer die Wahr- heit kennt.... vik Aün^iflmia dkr Als Staatssekretär l>r. Delbrück im Reichstage die bekannte Erklärung über die Kündigung oder vielmehr vor- läufige Nichtküiidigung der Handelsverträge abgab. wurden gleich Zweifel laut, ob diese Ankündigung dei-i Ausland« gegenüber zweckniähig sei» iviirde. Wie berechtigt diese Zweifel weircn. bat sich inzwischen Hera gestellt. In Oester- leich ist cisiziös verkündet worden, dich man dort eine Ab- -iuderimg der Handelsverträge in einigen Punkten für nötig erachte: man werde sich sonach seinerzeit zu einer Kündigung ci..,ck:!ictzcn müsseu. Wets weiter Ruhl-u d antaugs, so würde einen starken Optiniisuius bekunden, wenn man in Deutschland crnftlmi mit der Möglichkeit reckmete. Ruhland ivrrde in eine Erneuerung der bcstehendeu H'ndrlsverträge gne Arnderuug willige». Ta-.- »'t auch die Meinung der „Deutsch«» Volk - nrt- L-ftliel.cii Korrrsp-oudenz", die bekauntlicki in erster Linie idustrirUcn Jntcressru zu dienen besiiim-it ist. st-ic gc- i-int- »ie» reive-ndegz weii'l in diesem Ziisoi-uuenltange c> ent daraus hi», datz das rnssiiche Handelst--.ms - rsuiii «... stier vorbereitet, das jedes »uwerben von Arbeilet» durch vsläudijche Agenten in Rutzwnd verbiete» se'll Tie 'ie-nc- tcndenz erinnert weiter daran, datz Rutz>a--d (»etrrid- >-chr .,-nsiil,ren bestrebt ist, um uaineutlicht die Ei »tu deuiicheii feiigcir» zu verhiuderu oder zu erick oeien Wie - >>s Ü>>» ,»d gemeldet wird, lind sehr cinsiutzreiä - Krriie beinm-!, ie Regicrimg zur Kündigung des i ndetsveitteacs > -t stulw -and z» drängen, und man setzt diese - Te-u- 'e» >r- rndlrelcken Widersland nicht entgegen. N>--' hat io d>r Stautvie'krrtär des ?,i„-.e>-i in ieiiKi Er- lar.mg bemerkt, drtz d-s d-.itsche- Reick- i'ch sar jeden Fall i 'ton werde, auch, für de», datz d> Handelsverträde vor ir- geiid einem anderen Laude geinudigt werden sollten. Das, vae. seht aus Oesterreich und an- Rntzinnd v-.-elou!et >-nd N-as dort geschieht, mntz die deutsche Regie.-una veraul,iste» dust- Vorbrreitungeu iiaüi Mögliche i cbli-tini- n.'! sie. wenn die Kündigung erfolgen sollt, dnrck rüstet ist. Es wird sieh vielleicht seht oder anai »\ii.r -i Reichstage Gelegenheit bieten, auf tiefe un, il.'it;li:‘- • ■ Wendigkeit mit gebührender Entichiedenheil hinzinr-ei,. Würdrlosifllrrit. ^ i ei Meisierborer der Welt, der ainerilamiwe Nrg-e vwhnso», der ichleniiigst n»S Am-rika Verschivindcn mntzle, in England überall nnsge-psisfe», ans Frankreich scheuniqst hrrausgepröstt wurde, hat seinen Wolmsitz in Denlschland genomine». Wie dieser unsyntpalhischste k'ienllema» ,w. ier Welten hier ausgenomnien wurde, darüber berichtet der bnrger Kurt Küchle wie folgt: „Eine enthiijiastisckte Menge cmpiing ihn am Hanpt- bahnhof. Ei» nicht minder begeisterter .H>»,se bereitete ihm eine lärmende Ovation vor den Fenstern seiner Ge- mäckx-r. Rund 1000 Mensch«» drängten sich in den Saal, in dem der Nigger mit einem Sck)le-:-wig.Hols>eiiier tu i die Weltmeisterschaft ringen wollte. Man bezahl,e Ein- lrittspreise, die genau so hoch waren wie die Preise snr den H-unburger „Parsisal." Und als nach einem Kampf von 22 Minuten der schwarze Herr recht unsanst mit beiden Schultern de» Bode» berührte, da hob man wobl mit großem Trinmphgeschrei den Sieger Iiorf', sang die „Wacht am Rhein" »nd „Schleswig-Holstein nieerum- schliingen", aber ei» großer Te-il der Menichennienga stürmte auch auf den niedergeworsenen Nigger los, hob ihn zum Trost ans die Schultern und trug ihn brüllend einher. Solch ei» Schxtuiviel erlebten wir i» Hamburg am Vorabend der „PasivaI".A»ssül»nng. Nickt MO Mensehen waren da, sondern >000. 'Nicht der Pöbel Wae da, sondern »eben dem Bürgersmann Eleganz und Reichtum. alles, was 25 durch ein Plus an Körpcrkraft erseht!" Terarlige Vorgänge, die einem als Deuts,Heu die S,bam- röte ins Gesicht steigen lasse», sind leider nichts Neues. Immer wieder hat man sie gegeißelt. Der Erfolg w,r. wie dieses neueste VorkonimniS zeigt. Iä,herlich gering. Immer, hin: wir linden den Bericht Kiichlc« im „Berliner Tag'-- blr-tt". Da dieses Blatt aller alldcullcktcii. chaiwinisiilck -n. nationalistischen Anwandsnngen >,iw. durchms » -veedäck-iig ist, so scheint es »iiS schon ein gewisser Erfolg, daß auch *-!,'-<• Organe sich jetzt an der Vekämvfnng diiser deutsil«» -7!'-'-d--. losinkeit beteiligen. Deutscher Deich^tn^. 2>B. Sihung vom 31. Januar, 12 llltr. An» Bnndcsrotstisch: I>r. Delbrück. Die allgemeine Erörte-rung des Etats snr das Reick,-amt des Jnneri. wird korlgeseht. Abg. Basirrmann knatl.) Ivrach Wolle de- T,i'- an dem Grubenunglück. Eine Beschränkung der Ji.-ali!. freibeit wäre ein schwerer politischer F-'siler. Eii---r tzl --,- . der Frage int konservativen Sinn-.- könne er nicht juiiiinmc-i Zu wünschten sei eine Ausgestoltiing des wirtschattlick - • " - schusscS. Staatssekretär k)r. Delbrück: Auch n,'ine»S d-- rung schließe sch mich den Worten b-rzlichr Teiln ier Vorredner für die Verunglückte» von Zeck.- A b - > ausgelpiockie-n hat. Ich habe mich sofort, als ich ni d,r Presse von dem Unglück erlnl-r mit dem Hau!-el mini- t Verbindung gesetzt. Das vorläufige Ergebnis der Eiheb-.i-- gc» ist: Eine Schlagwettererplofiou ereignet« si-si aus Grube Achenbach aus der drillen Tiessohle. Ein erheblicher Gtub.n- brand Hut nicht stattgesimden. sodas. der Brrghouptnignn no>k' s» der Nacht die Znsahrt beginnen konnte. DiShcr sind 1* Tote. 2 lebenSgesnhrlich, 8 weniger Ick,»'-, verletzte 2 -r - erbcitcr geborgen. Drei Aibeiler s-nd ansel-eintnd »->> de - znsoiniiiengebroehencn Trümi-iern de, lsrube- veai>i >0 : »>- ' dürsten tot sein. Jnsgesomt dürsle» 25 Mensch ul -!-- - : > Gi uude gegangen sein. Sobald weiteres V! -Icri-il - - gange» ist, werde ich nichl verfehlen, es dem Hanse mit:» teilen. In Ankniipsung an meine Erkl- - - n - Wirtjiboitspolitik »nd namentlich m-inc Pe,-gr.>u»u Festlegung hinsichtlich der neuen Handele.-ertrage h ' r Adg. Basse-niann erneut die Frage eeörleet. ob es nicht ...... ,ich oder zweckmäßig lei, dem «irtschasll.chc» Au-->! - >- >-i> ander-- Organisation zu geben, namentlich, ob ,-r nicht - ' sei. einer giößcren Anzahl von Verbänden ein Präseulei-. - reckst zu dem Ausschuß zu geben und zue Beurteilung !- 's. derer Frage» auch rinzetne-n Industriezweige». Mi! Prüfung dieser Frage bin sch eigentlich uaablässig brsr.. '. l rewekeu. lo lanng ich das Reick, -mt des Innern v, i £r. ZT feie ist eingehend erörtert worden, aber ich bi» nickst zu der tleberzengung gekommen, daß wir in der Lage sind, dem wir!sck>aftlichen Ausschuß eine wesentlich andere Gestalt zu geben, als er von Hause aus besitzt, ohne seine Brauchbarkeit für seinen eigentlichen Zweck zu schädigen. Mir müssen zunächst turn festhalt.m: die allgenieinen Richtlinien der Zoll- üaö Wirtschaftspolitik werden hier ini Reichstage festgelegt. Tann ist es Pflicht der Regierung, alles zur Beantwortung der dabei etwa auftauchenden Fragen erforderliche Material ju beschaffen. Man muß aber vor allen Dingen vermeiden, diesen vorbereitenden Beratungen handelspolitisther Fragen gewissermaßen eine amtliche Form zu geben. TaS würde auf die Errichtung einer Art Zollparlament hinauSlaufe», das naturgemäß den Einfluß des Reichstages beschränken miißte, in dem Maße, wie es seine Zusammensetzung und Organisation sestlegt. Ich darf an den preußischen Volkswirt- fchaftsrat erinnern. Er war eine Idee des preußischen Abgeordnetenhauses, sie wurde aber hier im Reichstage von der Hand gewiesen mit der Begründung, man könne unmöglich eine Organisation schaffen, die in die Konipetenzen des Reichstages eingriffe. Ter wirtschaftliche Ausschuß soll lediglieh die Regierung beraten bei Bewertung der Faktoren, die bei Festsetzung eines Zolltarifes und Schaffung von Handels- Verträgen ausschlaggebend sind. Deswegen bin ich der Meinung, daß die augenblickliche Organisation des wirtschaftlichen Ausschusses richtig ist. Sie gibt mir die Möglichkeit, so viel Sachverständige zu hören, als ich irgendwie für nützlich halte. Mehr ist von einer derartigen begutachtenden und vorbereitenden Behörde überhaupt nicht zu erreichen. Es läßt sich aber tatsächlich mit dem jetzigen Zustande auskom- men. Es hat sich herausgestellt, daß der Bund der Industriellen außerordentlich stark vertreten ist, denn seine Mitglieder sind zum Teil auch Mitglieder des Zentralverbandes, sind vor allem aber auch Vertreter des deutschen Handelstages und kommen so in großer Zahl in den wirtschaftlichen Ausschuß. Die augenblickliche Organisation gibt aber auch sonst die Möglichkeit eines Ausgleiches, wie er erwünscht ist. Mir können immer dabei die verschiedenen Landesteile und Industriezweige berücksichtigen. Wir können tatsächlich aus diese Weise ein nicht allzu großes und tatsächlich aktions- föhiges Parlament, wenn ich inich jo ausdrücken darf, für die Beratung dieser Fragen erhalten. Tie Verhältnisse würden nickst gebessert werden, wenn die Zahl gegen früher erheblich vermehrt und noch eine größere Anzahl von Körper- ,ckasten ein Präseritationsrecht erhalten mürbe. Durch die Möglichkeit, Sachverständige zu vernehmen, ist der wirtschaftliche Ausschuß außerordentlich elastisch, so daß alle Interessen darin vertreten sein werden. Ich bin bereit, in der bisherigen' Richtung alles zu tun, was in meiner Kraft sielst, »in den wirtschaftlichen Ausschuß leistungsfähig zu erhalten, und alle Interessen dort zu Worte kommen zu lassen. Aber Schritte zu tun, die in der Richtung einer größeren seilen Organisation liegen, che nach meiner Ansicht zu einer Art Sieben-, wirtschaftlichen oder Zollparlament führen wür- den, kann ich weder im Interesse des Reichstages, noch im Interesse der Verbündeten Regierungen für zweckmäßig halten. (Beifall.) Abg. Dr. Wendorss (sortschr.) bedauerte, daß der Ausschuß nicht weiter ausgestaltet werden soll. Redner nannte weiterhin die ihin vom Abg. Hoesch kürzlich entgegengehal- tene Aeußerung des Freiherrn von Wangenheini, daß innere Kolonisation ein Schlagwort der Demokratie sei, eine junkerliche lleberhebnng. Präsident I>r. Kaenipf rügte diesen Ausdruck. Abg. Graf Westarp (kons.): Die klaren und lichtvollen Ausführungen des ReichSbankpräsidenten könne» wir nur billigen. Gegen die Animierbankiers ist ein entschiedenes Einschreiten notwendig. Hinsichtlich der Handelsverträge weide» Gründe der auswärtigen und inneren Politik eine Aenderung der passiven Haltung der Reichsregiernng not- wendig machen. Wir wollen den Arbeitern das Koalitions- recht nickst nehmen, auch begrüßen wir die Tätigkeit der wirt- jchastsfriedlichen Gewerkschaften. Dagegen genügen die Befugnisse der Polizei nicht, um die Mißstände, die das Streikpostenstehen geschaffen hat, zu beseitigen. Das Streikpostenstehen dient heute zur Einschüchterung der Arbeiter, zu einer Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Die Unzulänglichkeit de-s jetzigen Zustandes wird-durch die iminer lauter werdenden Beschwerden des Mittelstandes und der Industrie bezeugt. Ein Koalitionszwang der Arbeitgeber hat zu Mißständen bisher nicht geführt. (Unruhe bei den Soz„ Rns: Haben Sie eine Ahnung>) Außerdem ist die Frage nach anderen Gesichtspunkten z» beurteilen als der KoalitnonSmiß- branch, der die Arbeiterschaft beherrscht. Wir werden nicht anshöre», gegen diesen Mißstand anznkäinvfen. (Beifall icclitS, Zischen der Soz.) Abg. Spiegel (Soz.) sprach von einem krassen Terroris- mns der Unternehmer, während Abg. Fnstbcnder (Zentr.) ein Gesetz zur Bekämpfung des Waffenhandels wünschte. Unterstaatssekretär Di. Richter teilte mit, daß ein solcher Entwurf ausgearbeitet werde. Abg. Dr. Bechmc (Bbd.) bezeichnete darauf die Aenße- »Migen der Konservatwen über die Notwendigkeit innerer Kolonisation als nickst ernst zu nehmen. Die Konservativen reden nur dann von preußischer Tradition, wenn sie ihnen angenehm sei. Nach weiterer kurzer Erörterung schloß die allgemeine Aussprache. Das Gehalt des Staatssekretärs winde bewilligt und das Haus vertagte sich auf Dienstag: Forts, innig der Etatsberatung. |lvettrji!ri}cv Landlag. Abgeordnetenhaus. Dos Preußische Abgeordnetenhaus begann am Samstag die *: natung des Fcrstetats. »!->- (Eintritt in die Toaesordnung beschloß das Haus, den Weite Tageszeitung. Montag, »en z. Februar 181* von dem Grubenunglück auf Zeche „Achenbach" bei Dortmund Betroffenen telegraphisch das Beileid auszrrdrllcken. Beim Forstetat legte Abg. Meyer (kons.) besonderen Weit auf Schaffung guter und geräumiger Wohnungen der im Jorstdienst Beschäftigten. Abg. Luders (fkoiis.) beinerkte ebenfalls, daß dem schwierigen, gefahrvollen Försteiberufe das größte Wohlwollen entgegengebracht werde. Abz. Ehlers (Fortschr.) wies auf die schlechte Konjunktur im Holzhandel hin. Das habe leider das finanzielle Ergebnis der Forfioerwalkung nicht günstig gestaltet. Präsidnet Graf Schwerin - Läwitz gab bekannt, daß nach einer Meldung auf Zeche „Achenbach" 50—60 Arbeiter ge. rettet sind. Tot seien 22, verletzt 19 und vermißt 5. (Bewegung), Abg. Weißermel (kons.) meinte, wenn die Forstverwaltung die Erträgnisie in diesem Jahre höher geschätzt habe, so müsse sie wohl gute Gründe haben. Abg, Niehl (Ztr.) wünschte, die Forstveiwaliung solle den kleinen Nutznießern des Waldes nicht unnötige Schwierig, leiten machen. Kleinere allgenieine Wunsche brachten d!« Abg. M a c t o (Natl.), Brandhuber (Ztr), v. Wenden (kons.), Rose- naw (Fortschr.) vor. Ein Antrag Wendlandt (Natl.) wünsch!« !m Interesse der allseitigen Verbreitung der Holzvetkaussanzeigen sie gleichmäßig der Fachpresse zur Verfügung zu stellen oder aber ein be. sonderes Zentralblatt der Forswerwaltung zu schaffen. Abg. H e n [ e t (kons.) forderte, es lolle möglichst vorsichtig vorgegangen werden bet der Einschränkung von Waldweiden, Abg. Dr. Wendlandt (Natl.) sprach sich gegen die Ablösung des Losholzes aus. Beiden Wünschen sagte Oberlandforstmeister v. F r c y e r Berücksichtigung zu. Abg. Frhr. Wolff - Metternich (Ztr.) erbat ein« schnel. lere Beförderung der Oberförster, während sich Abg. Wallbaum (Hosp. b. d. Kons.) der Waldarbeiter anuahm. Er be. klagte besonders, daß man den Waldarbeitern Schwierigkeiten mache, di« dem christlich - nationalen Waldarbeiterverbande angehören. Der Landwirtschastsminister stand jeder Organisation, besonders einer sozialdemokratischen, ablehnend gegenüber. Ein Entlassungsgrund würde di« Mitgliedschaft aber erst dann, wenn dadurch Unzuftiedenheit oder Belästigungen der Arbeiter entständen. Dem Abg. Hofer (Soz.) erwiderte Aba. Meyer (kons.), daß er überall für die Schaffung von Arbeiterwohnungen «in. trete. Di« Sozialdemokraten sollten aber selbst einmal den Anfang damit machen, denn sie besäßen 2ö Millionen Mark auf den Banken. Di« Abgg. Hoffmann und Hirsch (Soz.) bemerkten, dies Geld gehöre den Gewerkschaften, di« nicht politische Gebilde seien. (Lebh. Lachen rechts). Nach weiterer unwesentlicher, kurzer Debatte wurde der Antrag Wendlandt. gegen den sich auch Oberlandsorstmerster Frcyer ausgesprochen batte, abgelehnt. Der Forstetat wurde genehniigt. — Nächste Sitzung: Dienstag. — Schluß 354 Uhr. Tayesndersrchl. Deutsche» Deich. :: Die neuen Männer in Elsaß.Lothringen. Di« Genehmigung der Rücktrittsgesuche des Staatsfetretärs Frhr. Zorn von Bulach, sowie $ und o. Forstner». Oberst v Reuter, Kommandeur des 2. oi£rit/:iitijK :n Infanterieregiments Nr. 99 ist als Kommandeur des G a.'Merregiments „Prinz Karl von Preußen" nach Jranksurt a. d O. versetzt worden. Die Ordre des Kaisers, durch die ihm die Versetzung persönlich mitgeteilt wird, ist. wie der „Beil. Lolal Anz." erfährt, am gestrigen Sonntag nachmittag an ihn o.bgogangen, Gleichzeitig wird bekannt, daß Leutnant Frhr. ». Forstuer in dos Jnfanle- rie-Regimenl „Gras Schwerin", 3. Pommersches II. nach Brom, borg versetz! ist. Oesterreich :: Das Reich vor einer neuen Versastungslrife. Was heute über die gemeinsame Beratung sämtlicher tschechischer Abgeordneten, die kurz vor der Vertagung des Hauses stattfand, laut wird, deutet aus eine viel tiefere Kris«, als sie schon durch die Obstruktion der tschechischen Agrarier und Radikalen heivorg«. rusen wurde. Di. Kramarsch hak erklärt, es sei möglich, daß schon im März die tschechischen Parteien geschloffen in der Ob. struktion stehen würden. Der Zusammenhang dieser Aeußerung mit der Obstruktion ist da. Die Tschechen sollen nbwarten, ob der Aosaleicb de» die Reoieruna den Parteien voraeleat bot Seit« Z. nun von den Deutschen geschlossen wird, oder ob die Regierung den Mut ausbringt, dieses Ausgleichelaborat zu oktroieren. Ist das nicht der Fall, Io wollen die Tschechen im Mär, die Erhöhung des Rekrutenkoniingenis und die beiden bosnischen Bah. nen obstruieren. Durch ihr« Klagen über die böhmische Der. waltungskommission stellen sie sich alz die eigentlich k»:schädig- te» hin und wollen den Deutschen die Verantwortung für dar Scheitern des Ausgleichs überlasten, der heute infolge des Widerspruchs sämtlicher deutscher Körperschaften schon als geschei. tert angesehen werden kann. Die tschechische Verwaltung bringt die Gefahr einer chweren Versastungslrife noch viel näher, als man gestern noch glauben konnte. Vom Bolka». :: Türkische Verstimmung gegen England und Dentschlnnd Rach der Versicherung des „Tanin" ist die Jnselfrage in eine neu- Phase getreten. Da, offizielle Blatt schreibt: Benizelos, der weiß, daß Griechenland aus eigener Kraft die Inseln unmöglich sich erhalten kann, sucht dafür die Earonlie Europas zu erlangen. Dies ist der Zweck der Reife des griechischen Kabinettchefs nach den europäischen Hauptstädten. Es gelang Veni. zelos, seiner Anfsassung zum Siege zu verhelfen. Man kann sich porsrellen, welchen Eindruck diese Tatsache in Kou.siantinopeler politischen Kreisen l>ervorrust. Kein geringerer als England schlägt jetzt den übrigen Großmächten vor, die Inseln unter die Garantie Europas zu stellen, dasselbe England, ans dessen Freundschaft wir bauten, um deretwegen die Türkei die größten Opfer brachte. Aus diesem Grunde ist die Ueberreichung der Rote in Konstantinopel und in Athen verzögert worden. Das Blatt schlicht mit dem Hinweis darauf, daß noch eine andere, der Türkei befreundete Macht, Deutschland, sich die englische Auftastung aneigneie, was den äußerst peinlichen Eindruck verstärkte, :: Türkische Kriegsrästungen, In politischen Kreisen nimmt die Erregung gegen England wegen des Vorschlags in der Jn« selftag« täglich zu. Die Jungiärken geben ihrer Mißstimmung gegen England offen Ausdruck. In diesen Kreisen verlangt man «in energilches Vorgehen der Türkei und man ist auch be. reit, eventuell die größten Opfer für die Wahrnehmung der türkischen Interessen zu bringen. Inzwischen werden Vorbereitungen für einen neuen Feldzug mit der größten Energie fortgesetzt. Die Truppen werden neu uniformiert, di« Waffende. pots gefüllt. Enver Pascha hat an sämtliche Korpskommandanten einen Zirtularbefehl erlasten, in dem sie aufgefordert wer- den, den Mannschaften die kritische Situation vo, Angen zu halten und ihnen die treueste Pflichterfüllung an» Herz zu legen. Tunis. :: Schlägerei zwischen Deulschen und italienischen Arber, tern in Tunis. In einer Mnschinensabrik kam es vorgestern zu einer Schlägerei zwischen deutschen und italienischen Arbeitern. Es befinden sich seit einiger Zeit viele deutsch« Arbeiter in der Fabrik, um neu angekommen« deutsche Maschinen aufzustellcn. Ein italienischer Arbeiter, Piatti, glaubte, sich von einem deut- scheu Arbeiter namens Heide bedroht, zog einen Revolver her. vor und schoß den Deutschen nieder, der sofort tot zusammenbrach. Der Mörder wurde verhaftet. Die Erregung unter den deutschen Arbeitern ist außerordentlich grotz. Japan. :: Der Flottenslandal. Der Flottenskandal nimmt «in« sehr beträchtliche Ausdehnung an infolge der Angriffe im Parlament. nachdem der Marineminister zugegeben hat, daß der Agent Reuters, Pooley, erfolgreich an der Erpressung der Firma Siemen» teilgenommen habe. Pooley wurde aus Grund dicser Erklärung des Ministers verhaftet. Allgemein befürchte» man weiter« Enthüllungen. Di« Stellung des Mtnisterpräfl. deuten und des Marineminister» erscheint nunmehr gefährdet. Tie gesamte Oeffentiichkeft Japans ist stark erregt. Bereinigte Staaten. :: Schreckeiisszene» beim Untergang des Dampfers „Monroe". Dis Zeitungen veröffentlichen erschütternde Einzelheiten di« die Pastagier« des gesunkenen Dampfers „Monroe" erzählen. Einige von ihnen sind dem Tode durch unglaubliche Zu. fall« cnffiohen. Ein Heizer z. B. besand sich in dem Augenblick im Maschinenraum, als das Ungeheuer des „Rantuckek" über seinem Haupte erschien. Da die Maschinen des „Ranluckeks" bereits rückwärts arbeiteten, entstand in dem durchgeschlagenen Rumps des „Monroe" «in so weiter Raum, daß er ins Master springen konnte und sich so rettete In einem Rettungsboote spielten sich furchtbare Szenen ab. Ein Reger war vor Entsetzen rvahnsinnig geworden, klammerte sich an ein junges Mädchen lest und versuchte schließlich, mit dieser tns Master zu springen. Mit linem Hammer wurde aus den Wahnsinnigen solang« ringe schlagen. bis er besinnungslos zu Doden siel und sein Opfer losließ. Ein anderer Reger schnitt sich aus dem Deck des sinken, den „Monroe" mit einem Taschenmesier den Hals durch. Eine bekannt« Schauspielerin wurde wahnsinnig und mußte ins Hospital gebracht werde». Im allgemeinen werden di« wachhabenden Offiziere des „Rantucket" für die Katastrophe verant wörtlich gemacht. Rach den Berichten der Ueberlebenden und der Ossiziere des „Monroe" erwidert« der „Rantucket" nicht auf die Signale des „Monroe". Außerdem ist «s erwiesen, daß der „Rantucket" den vor ihm fahrenden „Monroe" zu überholen versuchte. Tie Schnelligkeit, di« er daber entwickelte, widerspricht sümtliclzen Gebräuchen, die die Dampfer sonst bei so dichtem Nebel anzuwenden pflegten. — Die Zahl der Toten wird aus etwa 10 angegeben, jedoch dürste sich die Zahl noch erhöhen, da die in den Hospitälern nntergebrochlen Ueberlebenden infolge völliger Erschöpfung nicht am Leben zu erhalten sein werden. (Tljeovie mrd Praxis Wir erhalten folgende Zuschrift: „Bezngnebnicnd auf Ihren Artikel „Theorie und Praxis", teile ich Ihnen hösl. mit, daß niein Antrag: „in allen Orten mit über 60 Versicherten Wahlbezirke der Vertretcrwahl zur Allgemeinen Lrtskrankenkassc für den Kreis Friedberg zu errichten", gegen dir Stiinnien aller drei Arbeitgeber, Heß. Dänin, Mörschel >>on sämtlichen sechs Arbeitnollmern in, Vorstondc R'. tr Neue -iogf«j(itniig. «»»tag. h« I. Fedeaae 191«. abgclehnl wurde. In gleicher Weis« wurde ein Der- miltelnngsvorschlag Damm, in allen Orlen über 80 Der- icS* ■ I'' Wahlbezirke z» errichten, abgelebnt. Hochachtungsvoll! Theodor Morsche!. Snr <^rttbknlra1nftropiie. :: Tie Grubenkatastrophe ans der Zeche „Achenbach". Zn dem Grubenunglück auf der Zeche ..Minister Achenbach" wird weiter berichtet: In, Krankenhaus« sind in der vergan- acne» Nacht und im Lause des heutigen Tages noch drei Bergleute ihren schweren Verletzungen erlegen. 18 Mann n »rden als Le'ch"» aus der Grube geborgen: reel>net man die l ach in der Grube besindlichen dr.Z oder vier Bergleute. die »'wahrscheinlich tot unter den Trümmern der zu Bruch gegangenen Strecke liege», ichil hinzu, so beträgt die Gesamtzahl Hw r Ol fer 21 bi? 85. Von den Verlebten, deren Gesamtzahl auf 17 angegeben wird, sonnten acht nach der Anlegung von Notverbänden nach Haus entlassen werden. Don den übrigen m starben, wie oben erw.-simt, drei, die anderen sechs schei- ucn sich nicht in unmittelbarer Lebensgefahr zu befinden. 7 ie Beerdigung der Todesopfer wird voraussichtlich beute Montan nachmittag um 3 Uhr erfolgen, und zwar solle» sie genieinsain in einem Massengrabe bcigescht werden. Die Einsnrgimg der Leichen wurde gestern nachmittag vorge- ernimen. Die Nntersuchuna über die Ursache der Katastrophe iat nach nicht zu einem definitiven Ergebnis geführt. Nach den bi:herigen Ermittelungen scheint es indessen festzustehen, das: die Ervlosio» in den: westlichen Teil der Arbeitsstätten von Flatz Hl entstand und von hier aus auf andere Abteilnn- gen übersprang. Man ist heute bereits mit den Anträn- inU!' -'-arbeiten in der UnglückSgnibe beschäftigt. Varte?nirchril1itctt. Konservative in Hessen. Ettva 00 Männer ans allen 0reisen batten üch gestern in Friedberg im Steinbäuher'schcn Gasthaus zusammengefunden. um über die Gründung einer soufeevativen Bereinigung in Hellen zu beraten. Anwesend waren n. g. die Landtagsabgeordneten Brcidenbach, Ne. v. H c l IN o l t und 1*r. Weber, während die Abgeordneten Brauer und Dorsch ihr Fernbleiben enftchuldigt batte», den Berntnnaen aber best n Erfolg wünschten. Ter Einbc- nisen. . r Hoffnung Ausdruck gaben. d"^die beute begonnene Sache stch zuin Segen des Hellrnlandes entwickeln möge, schloß der k>orlHvnde. Professor Eiebbard die in ollen ihren Teile» t:-i verlausen« Versammlung. Ans öer Heimat. * Frirdberg, 2. Febr. Herr Rentner I)r. Görtz ist gestern Nacht nach kurzen, Nrenkeiilager verstorben. • Friedberg. 2. Febr. Handwerkervertommlunz. klm Samstag. den 3l Januar fand im ..Ratskeller" ein« Hand- werkerveiiammlunz. einberufen durch den Orlsgewerbeoerein T V.. statt. In dieser Versammlung sprach, wie angekündigt war. Herr Malermc ster Wilhelm Grasenick ans BadNan- hetm über den Zusammenschluß und die Organisation de» Handwerk» in den einzelnen Berufen. Leider war d>« Versammlung nicht so besucht, wie die» erwartet werden durste. Hier hätte jeder Handwerker anwesend sein müssen, damit ee einmal von einem Handwerksmeister, einem Kollegen, gehört hätte, wa» ihm not tut. wie er s i ch und dem ganzen Handwerker- siande von Ruhen sein lönne. Aber er ist nun einmal >a und nicht ander». Immer, und bei jeder Gelegenheit erschallt der Notschrei: „Dem Handwerk muß geholfen werden", aber wen« cs gilt, so will keiner der Notleidenden sich herbeitasten, auch nur eine ausllärcnde Versammlung zu besuchen, geschweige denn erneu Tinaer zu rühren. Da« können die Anderen tür ihn tun. Der Referent betont«, daß an den, scheinbaren Ruin de» Handwerk», die Handwerker in erster Linie selbst die Schuld tragen, durch ihre Uneinigkeit und ll»«S. tigkeit. Er empfahl auf da» wärmste den Zusammenschluß der einzelnen Berussgruppen zu Pflicht, oder Zwangsinnungrn, um hier di« Kollegialität und di« Stande »ehr« zu pflege», Ferner erklärt« Redner, daß man. »ach. dem da» Handwrrkeigesrß von 1897, da» nebenbei gesagt, Fiasko gemacht, den gcwerhl. Bereinigungen Politik zu treiben verbiet«, dieser mangelhaft« Gesetz umzuwandeln bestrebt sein müsse. E» muß vom Handroetterstand« au» aus die gefttzgel.nd« Körperschaft rtngewirkt werden, damit hier ein« Aengerung zum Wohl« de. Handwett» Platz greis«. So muß u. a. der 8 IM» q b«t Gewerbe oibmnj sollen, um die Zrvangsinnun gen zu dem zu machen, was ste eigentlich sein sollten: „zu einer Zusluchtstättr des bedrängten Hand, werk»." Ein« klein« Handwerk, igrnppe kann aber hier nicht» erreiche:,: er müssen stch di, Handwerker aller Beruft im ganzen Reiche zusammenschljeßen. um bei Landtag», und Relchstag»- wahlen auf die Kandidaten einzuwirken, »orkommeiidrn Falle» für dar Handwett, bei der Schaffung diesbezüglicher Gesetze «in- zutretrn. Der Anschluß aller Gewerbetreibenden an den ..Bund der Handwerker" würde hier von großem Nuh«ii ftin, denn: vereinte Kräfte siegen Immer. Der Bund der Handwerker ist schon seit Jahren unablässig tätig, um für dar Handwett ein« bessere Gefttzgebung zu erlangen. Der Bund der Handwerker ist für da» Handwerk dasftlbe. wa, der ..Bund der Landwirte" jür den Bauernstand bedeutet. Der s. Zt. notleidende Bauernstand hat durch seinen Zusammen, schluß im „Bunde der Landwirte" sein« Lag« beben- rcnd gebessert. Hieran, und an der Einigkeit der Bauern sollten di« notleidenden Handwerker sich ein Bei. spiel nehmen. Aber statt einer positiven Arbeit wird immer nur gesprochen: „Dar Handwerk geht den Krebsgang. ihm ist nicht mehr zu helfen, er steht ans dem Aussterbeetat." Hierzu ist nur «ins zu sagen: ,.Woein Wille ist,da Ist auchein Wcg." Wenn jeder mithilft, dann gibt er auch wieder «in Herauskomme» au» der schlechten Zeit, e» wird dann da, Handwerk seine» goldene» Boden wieder erhalten. * Jriedbcrg, 2. Fcbr. Der Gewerbe verein zu Fricdberg hält am Samrlag. den 7. Februar, abends um 8 Uhr im ..Ratslcl- ler" wiederum «ine Versammlung ab. In dicftr wird Herr Rcallchrer Kahl au» Darmstadt über: „Durch welche Mittel der Staat».. Gemeinde- und Selbsthilfe kann die Loge de» gc- rverblichen Mittefftande» gebesiert werden?" sprechen. E» wäre zu wünschen, daß dieser zeitgemäße Vortrag gut besucht würde. * Friedberg, 31. Jan. Mittwoch, den 4. FebWar, abends 8", Uhr, findet die Hauptversaniinliing des iBongelifchen jlirchenverciiiS Fricdberg im tlebiingssaale statt. Tie Tagesordnung umfaßt: Berichterstattung für 1913. Rechnungsvortrag fiir 1913. * Friedberg, 2. Febr. „Fürst Blücher, der Marschall Vor. watts", so lautet« da» Thema de» Vortrag» im Eoan^ Jüng- lingsvcretn. Ein dankbares Thema. Denn mit Interesse und Begeisterung nahmen e» di« Zuhörer auf. als ihn«» die volkstümliche Gestalt unter den führenden Männern im Freiheitr- kampf die wechselvollen Lebensschicksal« unftres Nationalheldcn sein heldenmütiger Charakter, sein Glauben an Deutichlands Zukunft geschildert wurden. Da dürste es nicht fthlcn, daß am Schluß des Vortrags das Bllicherlied gesungen und kräftig angestimint wurde: „Was blasen die Trompete»? Husaren heraus". * Ossenheim. 2 . Febr. Einer inleressanten »nd schmerzhaften Operation unterzog sich dieser Tage hier eine Fran an» Lieb« zu ihrem 2 Jahr« alten Kinde, da» sich mit lochendem Kasse« derart verbrüht«, daß an seinem Aufkommen gezweisclt werden muß!«. Herr Dl. Schäcker von Asscnheim entnahm nämlich dieser Frau eine etwa einen Ouadratdrzimeter groß« Fläche Haut, um diese dem Kinde an der verbrannten Slell« einzusctzen. * Dorheim, 2. Febr. Ans eine erhebende Feier des Geburtstage^ des deutschen Kaisers kann unser Kriegerverein zurückblicken. Sic fand gestern Abend im Holler''chen Saal statt. Dee Präsident Schäfer eröfnfcte die FZer und begrüßte die Eiäste, linier lebhaftem Beifall trug darauf Fräniein Döll einen Prolog vor. Kamerad Ebrrndergcr l» netzte Lein Kaiser nach patriotisch enipfnndencn Worten das Hoch, ebenso feierte Bohnhossvorstchcr Schäfer die Aerdieustc unseres Kaisers. L indlagSabgcerdnel.-r Breidenbach kam ans die traurigen Vorfälle der letzten Zeit zn sprechen, die jedem Deutschen die Schamröte ins Gesicht trieben »vd dringend den Zusammenschluß aller vaterländisch (Gesinnter erfordere. Er brachte dem Landesfürsten ein Hoch. So wechselten die Ansprachen mit Liedern »nd überall herrschte ein froher Sinn, der die Anwesenden noch recht lange in fröhlichem Treiben zusammcnhielt. " Ober Florftadt. 2. Febr Rasch tritt der Tod on UN» heran. C» lann man hier wohl sagen, denn überraschend tam b!« Nachricht: Heinrich Diesenbach ist oerjchieden. Ei« Herz hat ausgehött zu schlagen. Was hilft das verzweiftlle Weinen, der so schever Betrasftnen! Der Tod ist unerbittlich. Er ist bestimmt tn Gottes Rat. daß man vom liebsten was man hat, muß scheiden, so ruf« man den Hinterbliebenen zu. und doch ist «r ein Trost für die tiestrauernden Hinterbliebenen. daß der nun in Gott Ruhende eineu leichten und schöne« Tod hatte, ohne lang« zu leiden. Wie beliebt und geehrt der Verblichen« war, zeigt« am Sonntag nachmittag IZ Uhr dft slattgesnndeue Beerdigung. Die Anteilnahme am Bcgräbnr» war allgemein, reiche Kran^penden wurden niedergelegt, u. a. vom Kirchcnvor. stand, dem der Vervtichen« seit langen Jahre» angehötte, t» desien Namen Herr Melsenheimer mit besonderer Widmung «i. nen Kranz «iedettegte und ziette» dt« letzt« RudestoU« de» zu früh Entjchlaftnen. Herr Psarr-r Heberer sprach am Grabe zu Herzen atzende «orte. Er schildert« da» Leben de« LlerbUche- nen. seine »vfopftrnng für di« «tnder und I«i»« 1° seltene Lieh« l» den Sciaiaf« Der L>rrr h»t >bn »-enien >" «tu bet- ___ «eite S. Im» Jenseits, wo es einst rin froh«, Wiedersehen gibt. Nach- dem die Leidtragenden, wie «blich, drei Echauftln Erde tn da. Grab geworfen, verließen sie langsam da« Grab, mit dem B«> wußtscin, einen braven Mann begrab.» zu haben, da» Anden- len bleibt in den Herzen Aller, die ihn konnten, ewig bewahrt, und rin ..Ruhe tn Frieden!" tag aus allen Lippen. Den {im- lerblicbrnen zum Trost« möge e» gereichen, daß er e, übcislan- den hat und den ?lleg gegangen ist, den wir all« gehen mistsen Nochmal» „Ruhe in Frieden!" Ph Viehl. * Nirter-WoNstudl, 2. Febr. Gestern verschied »ach kurzen Kraul.nlag.r unser langsähnger Gemeindeeinuehmer surr Ich Wilh. A IN b o r n im «l.er von l!z Jahren. * Ober WvN ndt, 2. Frbr. Am gestrigen Abend fand »kl der Freiw. Feuerwehr rxranstalte.e Ra»«anball stall. Der ftlde nuld« durch einen Zug durch die Orts,naß«,, .-. "inet Zahlreich« Mas! » waren vertreten. Unter letzteren war «l der v clei tl.r Th. Sch, der ganz heioirtcr» imponierte unt zum (>a>bi»m vier Anwesenden zwei Mal mir Woq.n unt Eftl im Saale herumsuhr. ivodei dem E>l an» Angst, cu«, ol der ungewohnten Schauspiel» etwa» pajsi.rle. wa» nicht i» Programm vcr-eichnet war. Daraus begrüßte »er Kominan danl Herr Jakob .lleith in einer wolilburchbachten und mailt, gen Ansprache die Erschiene,>«» und schilderte kurz den Werde gang der hiesigen Feuerwehr. Daran anschließend erhiclter di« Kameraden Karl Biauburger und Gg. Adam Dich! «in. Anrz.ichnung jür Iltjährige Dienstzeit Als Letzter erg,ist Ka merad Josef Rupp da» Zlloit und überreicht« im 'Rainen de, Kameraden unserem verehrten Kommandanten ein silberner Beil für sein« Atjährig» Führung Dieser dankte >» berveglen Worten und schloß mit dem allen Feuerwehtspinch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur tiöehr". Zu erwähnen wäre noch die Verlosung, wobei recht ptalt.sche Gcgeustänb« zn linden waren Endlich tam die Jugend zum Recht und das Tanzbein wuid« bis zum frühen Morgen geschwungen. Der Tag begann l>ho» i» grauen, al» di« Letzten ihren betmischen Penaten znsiiebtcn. * vt.ichenbach, 31 . Jon. Am 11., 12. und 13. Juli d. I». findet hier da» Gauturnsest de, Gaue» „Wclterau" statt. Der hiesige Turnverein feiert zugleich sein blljährlge» Stijtnugos.'sl mit Fahnenweihe. Al» Fcstplatz ist die sogen. „Heri-nwicsc' hinter dem Dorfe vorgesehen. * Nidta, 31. Jan. Der am 28. Januar abends ro» Oberleutnant a. D. von Schilgen Berlin hier tm Kraft» Saalbau gehalten« Vortrag über die sranzösisibe Fremdenlegion ersrent« sich einer guten Besuche». Redner schiderte an der Hand von Llchtbüdern anschaulich di« Zustände und die Geschichte der Truppe, die Ursachen der Zuwanderung und die Gegenmaßregeln in Deutschland. Der am Nachmlitng vorheri>.gang:n« Vertrag sür Schüler war auch gut besucht. * Langsdorf, 2. Febr. Ein hiesiger Einwohner glitt nns einer Ortsstroße infolge Glatteises ans und zog sich außer einer Verletzung an, Bein, eine schwere Gehirnerschüftlernng z». Ob Lebensgefahr besteht, koimtc bis jetzt »och nicht fest- gestellt werden. * Holzt,rim, 2. Febr. Di« Jagd der Gemeinde Hol;hei,n tmirde für 1025.— M an die hiesige Jagdgesellschast verpachtet. Es wurden früher biersür 2025.— M bezahlt. * Eschenrod, si. Jan. Die dieftr Tage stattgehabtc Verrmch. tung unserer Feld- ünd Waldjagd ergab tn den beiden Jagd, bezirken «inen Mindererlös von 215 Mark gegen die letzt.' Verpachtung vor sechs Jahren. (>ielchäftlichts. Da, Rittergut Döllstädt (Post Etadtschwarzach in Iluter. srankcnj zählt mit zu den ersten La n dIch wei nz u cht e n Dcutjchlauds. Der ständige Bestand beträgt 400 Zuchtschwelne lodatz jede Altersgrenze geliefert weiden kann. Glänzend, Dank, und Anerkennungsschreiben bezeugen dieses. Di« Düll städler Landschweinezucht erhielt bisher an Preisen: Silberne Staatsmedaill« des Sloatsministcriums de» Innern, Ehren, preis g-stiflet vom Vorsitzenden der Vereinigung deutscher Schweinezüchter. Ehrenpreis des Zlnhl per band«» unteisränkt- scher Schweinezüchter, ferner 20 Erste Preise, III Zweit« Preise, dritter Sammlnugsprcis der Deutschen Landwtttlchast» . Ge. scilschist und III dritte Preise. Di« nächste große Versteifermng von zirka Illv veredelten Landschweinen, Eber und Sauen se- ten Alter» findet am Samstag, den II. Februar 1911. mit. tag» 12 Ahr stakt. Interessenten werden ans da, heutig« ein- ntclige I rat de» Rittergutes Düllstadt bingewiesen. Rksich, tigung bei ro-leriger Anmeldung gern« gestallet. Schnellzug, siatton: Kifingcn a. M. Frnnkinrtrr Wetteiberichl. Voraussage: Ziemlich heiler, vsclsach dunstig, Iroiken. tag» über mild, Nochtfrost: ruhig. Verantwortlich lür den politischen Teil: Otto Hirschcl, Fricdberg: sür den lokalen »nd nnlerhallenden Teil: Bernhard Lenz. Friedberg: für den Anzeigenlcil: Karl Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeilnng". A.-G., Fricdberg 1. H. Perl-eriA Sroiitiiirtet Äriirfilinorft Montag, den 2. Februar Weizen, hiesiger und Welterauer Mt. „ ans dem Lande abgeholt „ Roggen, hiesiger und Wetterauer aus dem Lande abgeholt „ Gerste, neue Hafer, hiesiger und Welteranrr . „ .. kurhessischer....... Trockentreber 1914. 19.50-19 00 19.20-19.31) 10.30-10 30 10.00-10.00 17.00-17 50 10.00 -17.50 00.00 00.00 Mk.-. - Tendenz: etwas ,'ester. Ksrdttich! miu früikfurtfr Nikhmardt. Wlonlag, den 2 Februar 1914 Slufttteb: 431 Ochsen. 45 Bullen, 833 Färsen, fta. " >1.351 Kälber. >17 Schale. 2171 Schweine Ne«« Tagrszeitung. anoniao, de» 2 . tfebtuac 1914 , i Todes-Anzrige. üctisanbtcn, Freunden und Belnnnle» hierdurch die | uouiige Mitteilung, taff unser lieber Vater, Schwicger- i vaier, Eroffvater, Bruder, Schwager und Onkel rM.MH.AÄm Eemeindeeinnehincr ! in. Aller van 84 Jahren nach kurzem Leiden den, Herr» ‘ ;anft enl chlnfcn ist. 1 Rieder-Wöllstadt, den 1. Februar 1314. Sin 'Jlaiiifit öcr traueniDeu £iiittrblici)fimi: Christian Ambra». Die Beerdigung findet staii Dienstag, de» 3. Februar | nachmittags 2 / IIhr. msm M- >i. BreiiilhulDkliteigtriiW. Freitag, den 8. Februar 1914, von vormittags 9 Uhr an, »ersteigern wir im hiesigen Stadlwald, Distr. Sumpf und Raub: 1 Eichen-Slamm ll. Klaffe — 1,26 Festm. 3 Eichen-Stiimine II!. Klaffe — 3,62 Festm. 7 Eichen-Stämme IV. Klaffe — 5,08 Festm. 2 Eichen-Siänimc V. Klaffe — 0,48 Festm. 1 Lichen-Stamm VI. Klaffe — 0,20 Festm. 2 Rm. Eichen-'Wcrkicheiler 12 Nm. Eichen-Scheficr (Brennholz) 7 Nm. Lichen-Knüppel 500 Welle» Eichen-Reifig 15 Rm. Lichen-Stöcke Zusammenkunft am Eingang zum Wald beim Ernst-Lndwigs- Larlen. Bad-Nauheim, den 30. Januar 1914. Der Bürgermeister. __ Dr. Ka n ser. Aoirvvrstcigernng. Fm Licher Stadlwald, Distrikt P la tte nwald , (15 Mi», von der Stadt entfernt) werde» Denierstag, den 5. Februar 1914 versteigert: Stämme: Eichen 1 Stück 0,08 fm, Fichte» 61 Stück 9,87 Im (12 bi» 24 cm Durchm., 6—14 in lang). Derbstanzen: Eichen -3 Stück, 1,04 (m zu Wagnerholz geeignet, Fichten 37 Stück 2,34 Im. Nutzschett und Nutztnüppel: Eichen rm 13,5 zu Eartenpfoften geeignet. Nutzrcifig uni Eichen 72, zu Obstbaumstützen geeignet. Scheiter rm: Birien 30, Kiesein 100. Knüppel rm: Birten 106, Eichen 120 , Aspen 1.2, Kiefern 140. Itieistg in Wellen eingebunden: Birken 800, Eichen 13 400, Kiefern 3500, Fichten 1500. Stöcke rm: Birken 30, Eichen 80. Kiefern 50, Fichten 6. Peinerkt wird, dag infolge der Berweriung des Geländes zu landwirtschaftlichen Zwecken, im Fclddereinigungsuerfahreu, der Abt,leb erfolgte. Es find nur Forstwellen und Stammlnllppcl L Klaffe. Zusammenkunft am Waldcingaug an der Haitcnröder-Straße vormittags 10 Uhr. An|a»g an der Abtriebsfläche. Lich, den 28. Januar 1914. Erogherzogliche Bürgermcifterei Llch. D ö r m e r. go^»ersteiflrr«nftett drv Krästichrn Gbrrförsterer Linrbach. 1. ) Montag, den 9. Februar nach Zusammenkunft 10'/, Uhr aus der Kreisstraffe Laubach—Schotten, am Eingang in die obere Hecgbrücke bei Rr. 1. Ans Thomasbicgcl Buchen Rm. 335 Schci- rec 1. uns Kl., 340 Prügel 1. und 2. Kl.. 50 Stöcke, 60 Neffcr- priigel, 9 Lärchenprügcl (1,5 IN. lg.), 1,6 Eichennutzprügel (2 NI. lg. 1 , ! Eichcnstamm 5. Kl. - 0,20 Fm. Das Holz fitzt teils an Vor Straffe Laubach— Schotten, teils an chaussiertcn Waldwegen, 25 Minuten von der Station Laubacher Wald, entfernt. Blau unterstrichene Nummern koinmen nicht zum Ausgebok. 2. ) Dienstag, den 10. Februar nach Zn'ammcnlunit 10 Uhr iia Rafferwald 1 aus der Chaussee tUtcnbain—Petersheimerhof bei Rr. 314. 1.) aus Rnfferwald Buchen Nm. 127 Scheller 1. Kl., 360 Prügel I. KI. (meist Staminprügel), 7,5 Stöcke, 37 Neiserprügel, 1,5 AhoMicheit, 56 Ahorn und Kirschbanmprllgel (1,5 m. lg.), 1 Fschteuprügcl. 2.) Knhstrauch Buche Rm. 90 Scheiter I. KI., 211 Prügel I. Kl. inieist Stammprügel), 8 Siöckc, 33 Neiserprügel. Prügel Nm. 3 Eichen, 14 Eschen, 1,5 Kirschbaum, 0,7 Fichten, 3,2 Eschcnscheiter (teils Werlholz), 2 Fichtenslammrciscr. 3.) Kendel rain Buche Nm. 3 Scheiter 2. Kl, 35 Stocke 1. II. 2. Kl.. 38 Nci- ferprügel. 4.) Wintersberg Buch« Nm. 14 Scheiter 2. KI., 3 Prügel 2. Kl., 127 Stöcke, 104 Neiserprügel, 1 Fichtenprügel. Losholz und Kohlreiser slächenroeise. Das Holz unter l'kr. 3 und 4 wird »»vorgezeigt beim Feuer ansgcboten Blau »nlerslrichcne Nummer» lommen nnht zum Ausgebot. Bnn- uni) AMch-PttjtchttW. Freitag, den 6 Februar, vorminags 10 Uhr aujangend lammt im Slammhcimer Eemeindewald folgende, Bau- und 'Nutzholz zur Persteigerung: 23 Eichcn-Stämmr von 30—49 Cm. Durchm. 5—10 Mir. Länge, ----. lö Fcstmtr. Inhalt " ' 77 Eich-N-Slämmc von 15—29 Cm. Durchm. 5—12 Mlr. Länge, — 24 Festmlr. Inhalt 12 Fichicn-Stämme von 25—35 Ei». Durchm. 15 20 Mir. Länge =10 Fcstmtr. Inhalt 149 tikt«, (S'ber nnii cmw jetzt« Alters Eroffh. Hessische Eisenbahn Ban ableilung Fricdberg. Fttltanf eines Falelochsen. Die Gemeinde Ober-Rvs- bach beabsichtigt einen 18 Monate alten fprungfähigcn Faselochs SinimentalerRäffe anzukaüfen. Besitzer solcher Tiere können ihre Offerten alsbald bei Unterzeichneter Stelle einreichen. Ober Rosbach, 80. Jan. 1914 kr. ßürjftwiftrrfi Wbrr-Koobnrfi Dieffenbach. Perloren. Ein tchioarier Pcft mit weist. Futter wurde am Eomsiag auf der Straffe von Friedberg „och Rosbach verloren. Gegen Belohnung abzugcben bei Metzger I. Weidcrt, Friedberg. Kandmirlsfohii sucht zum 15, März ob. längstens 1. April Stelle als Berwattcr. Derselbe hat Landw. Winterschulc absolorert und war schon in der Landwirtschaft tätig. Zeugnisse stehen zu Diensten. Gehalt nach Uebereintunst. Familienan chlnff wird gewünscht. Zu erfragen bei der Exp. d. Neuen Tagcszcitimg. ! Achtung vor Nachahmung! Apotheker Dotter's Krampsmittel. Wirlsamstes Mittet gegen Stetsbeinig- keit u. Freff- unlust der Schweine. 25jähr. Erfolg. Flasche nur echt, wenn der paleni. gesch. Name Dotter eingebrannt. Zu haben ü 75 Pfennig in dcr Hosapothel« zum Engel und Hosapothe!« zum Mohren in Friedberg. M»-Mlier |Jrtfr Wthler irieddngi.H.,iärbcrgaüe3 dirrsit india dkm Nrlchalj. ». pridilrrrei» 3 (UinaUtt vom stahoheh Telefon Nr. 2»0. im Schoiiendste ßeljanLinug öilligc freist. Feigen und Dntteln in Kisteln W. Madre Friedderg i. H. :: Telefon 247. Bismarckstraff« 8. Uciie RingofenKeiue werden abgegeben zum billigsten Tagespreise. lUllgofensiegelei ). Ö. gofraonn, 6»d-llaill,kim. am Ebauffeebans. Total-Ausverkauf wegen Ausgabe des Ladens der Firma C.F. Schwarz Söhne 2nh. 9 Gegen Skachnahtn« ab Station Eeih-Nidda oder Hof. Tacke weiden, wenn zugegeben für Selbstkostenpreis berechnet, aber nicht zurückgenommen. Der Hafer ist untersucht und hat 97"/» Keimfähigkeit ergeben. Sckuck »of Schleiseld v **/»<»**?, J5 0llfr „(, fill1i Mbrr ärfrn. Gallensteine. Hätte ich doch früher gewußt, daß die »«,n-!*»'H|tai'n(r ein so mild wirkende» und doch so vorzügliches Mittel gegen Eallcn- stcine find. Ich litt so unaussprechlich an EaNenstclnioliken, baff schließlich nichts anderes übrig blieb, als die Eailendiaic hrrnur- nehmen zu lassen. Leiber war die Folge daoon eine schreckliche. Nachdem die Wunde vernarbt war, lame» die Kotiten wie zuvor, ja noch furchtbarer. Nach jeder Ncahlzcit bekam ich Magenkrämpfc »nd Erbrechen, so daß ich bis fast zum Sklett abmagerie. Mein Zustand war ein hoffnungsloser und qualvoller, und als ich wieder operiert werden sollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den Im» Pillen. Eteichzcilig legte tch mir ein ciwa 20 cm breiics Dun- pffafter wie einen Eäriel um den Leib. Wie ein Wunder, verspürte säst augenblicklich Linderung, die Kampfe und das Erbreche» ließen nach und ich tonnte wieder besser effen. Nach 3—4 Wochen Halle ich bereits 10 Pfund zugenommen. Nach einige» Wochen bekam ich noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei dcr zurückgebliebene Eallenstein, der bei dcr Operation nicht gefunden worden war, abging. Von diesem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter nehme, habe tch bereits 1 Jahr lang weder Kolilcn, noch Krämpfe, noch Erbrechen ic. gehabt und außerdem wettere 25 Pfund zugenommcn, fo daß ich mein alles Eewich, wieder habe und alle schweren Hausarbeiten wie srA>er verrichten lann, ja baß ich mich noch iebenssroher und gesünder suhle.— Im vergangenen Sommer haben die Dunpille» und -Satde meinen Jungen Max, als er an Maser» erlranlle, innerhalb 3 Togen wiedcihcrgcsteNi, desgt. später bei einem Ansall an Dipfttberie und Halsentzündung. D. S. (1.30) L>. P. (1210) D. /,. (?r-0). Darmstadt, 22. 9. 1912. Frau L. Müller. (Unterschrijt ortsgcrichtlich begla'Gigt.t Pon nie versagendem Erfolg gegen Flechten, Beinschädcn. Katarrh, Influenza, Keuchhusten, Nheumatismus, Ischias, Hexen schuß und Brandwunden. Zu haben in Apotheke» oder durch Verinittlung der Fabrik Hand .Heiß, larmstadt, Roßbörserstraßc 22. Prospett kostenlo-, und frei. Beilage zur „Neuen TageszeiLung". 27 | Ulontay. den 2. Februar 1 ( .I14. Gedenktage. i ,'ilirunr. 1S13 (General t>. Pap« gcb. 1K27 Üu^iuifl (fsdireM, lidrtcr, ged., XiirUid). — 1S27 Oslvatd Achenbach. Maler, ged. — 1H47 Ernst Eckstein geb. Die Schlacht bei ttlörlen. Si- glauben gewiß mein sehr verehrter Herr Leser und noch sehr vcrehrtere Fräulein Leserin, In der Ueberschrtst habe sich »>n Diucksehler «ingeschlichen, di« ja manchmal tn manchen Zeitungen unliebsam ab und zu austreten, und ich meint« di« Schlacht bei Möckern, deren neusten» herou^eknvbelten historischen Forschungen ich Ihnen unterbreiten möchte Weit gesehlti Ach meine tatsächlich die schlackt bei Mörlen. 8t« brauchen nicht gleich nach Ihrem historischen Najchlagebuch zu rennen, denn Sie sinden diese Schlacht ja doch nicht darinnen ausgezeichnet: tch habe nämlich die Ehr« und dar- Vergnügen als erster über Hirsen stampf berichten zu dürfen. Z» Ah«« Beruhigung will hch Ahnen gleich Mitteilen, hast di« Schlacht weniger blutig, als hi« bei Mulden oder als ein« au» dem letzten Ballankrieg« »rrlausen ist. Tot« hatte «s dabei überhaupt nicht gegeben, nicht einmal richtig Müde. Es handelt sich ja auch nur um »ine markierte Schlacht, di« sich als Baiaillonsübung — die 3. und letzt« Winterübung jür 101 » — unser Bataillon mit Butz, bacher lieserttz. Ach halte wiederum nicht umhin gekonnt, als Schlachte,» Enthusiast dieser Uebung beizuwohnen und mich wohl versehen mit Frühstück, kaltem Tee — »och meinem Rezept bereitet, halb Rum und halb Arrak — warmer Unterjacke und Stollen an den Schuhen, gegen 7 Uhr an der Burg eingefunden. Und als ,ch gerade zum .zweiten Mal« festgeftellt halt«, datz mein Tee öi.-smal wieder ganz hervorragend zusammengemisch« war, er. schien auch schon eine Kompagnie, naiürlich dt« neunt«, im Gleitschritt. wollte sagen Gleichschritt, aus der Bildflache. Mir militärischer Pünkiltchleit trafen dann auch di« drei anderen Xompagnien gleich darauf «in und behuisam und bedächtig Ichlciste man die glatt« Burgchausie« hinunter. Ach hörte un- -erständige Zivillisien nörgeln, mäkeln und kritisieren, weil man bei solchem Elaltri» Soldaten in» Feld führe und «in ganz „Witziger" meint«, hier sei zur Evidenz bewiesen, datz man die Soldaten „auf» Glättet» führe" und datz man sich nachher über Bein, und Armbrüche nicht wunder» soll«. Diesem „witzigen" Herrn diene zur gefälligen Nachricht, datz sich auch nicht der kleinste Unglückssall zugetragen hat und datz er selbst von dem ganzen Zweck solcher Uebung auch nicht die leisest» Spur von einer Ahnung hat. Oder glaubt er vielleicht, datz im Ernstfälle bei «intreiendem Glatteis abend» bei der Parole bekannt g«. geben würde, „Bet Glatteis fällt di« Stacht morgen aus" oder: „Bei Glatteis findet die Schlacht im Saale statt. Für warm« Getränke usw. ist bei liebevoller Bedienung bestens Sorge getragen “ Da, ist doch gerade der Zweck dieser Winter, übungen. datz unsere Soldaten an jede Witterung gewöhnt, auch bei grötzien Bodenschwierigkeiten sicher und ordnung» motzig n den Feind gebracht werden können, und zu meiner Freude konntc ich seststellen, datz bei keinem einzigen Soldaten rin Wort des Unmutes über das Glatt«!» sirl, vielmehr setzte er sich mit Humor ung recht jürsichtigen Körperbewegungen über diese glatte Bodenbedeckung hinweg. Kaum war der Z»g tn di« neu« Stratzc nach Bad Nauheim eingebogen, da erklan. gen aneb schon frische, froh» Soldatenlieder, und ehe man's noch richt gedacht, da lag auch schon Bad-Rauheim hinter dem Bataillon. An Zickzacklinien ging» durch d«n Wald, am Waldhaus „nd am Hof „Hafsilheck" vorüber. Ah» gegenüber wurde kur.ze Raft gehalten und kaum „och hotte ich meine Kaumuileln In ihr« skgensreiche Tätigkelt gesetzt, al» er auch schon wieder wei. t«r ging, dem Feind entgegen, der vor kurzer Zeit, wie ich ge- rad« eine Radfahrer,Patrouille melden hört«, Hausen passiert hatte. Das trüb« Weiter gebot allerhand Vorsicht, man streckte darum behutsam Cpitzen-Fühler vor und eh« man noch recht Ober-Mörlcn im Rücken hatte, waren die Stellungen de» Feinde» auch schon ungefähr bekannt. Man bog gleich link» in dar Feld ein und rvenn ich nühr ein gar so ausgeiprochener Freund von solchen Erfechten wäre, so hätte ich mir den Sveg über bi« zum Teil ausgeiauten Sturzäcker ftespart. So aber hopst« ich mit, so gut oder vielmehr so schlecht «, mir mein« Aahr« und mein langsam in Erscheinung tretende« Embongoint erlaubten Auf der höh« war ich etwa» in „Transpiration" gebadet und mein« Pust« arbeitet« so aufgeregt, wie bei einem verl.ebicn Primaner und ich beneidet« di« strammen Soldaten, dl« sich mit einer Gemütsruhe bei den Gewehren niederstreckten, al« ob sie sich eben erst aus ihren Betten erhoben hätten. Man hatte den Feind mehr aus der Richtung von Rieder- Mörlen her erwartet, und als unser Bataillon eben nach jener Richtung zu die Höhe» besetzt hatte, lnatierten aus der Gegend von Langenhain und Hausen her lustig die Salven duich di« Gegend, wo unser« link« Flankendeckung an den Feind geraten war. Nun hietz e» möglichst schnell, «in« kleine Fronlverschic- bung vorzunehmcn, was in der grötzten Ordnung und Schucllig. Icit bewerkstelligt werden konnte. Unser linier Flügel, die !>. Kompagnie, der unter allen Umständen die Höbe gegen den Feind zu halten hatte, wurde zum rechten Flügel und hielt den Feind so lang im Schach, bi« auch die IO., 11. und 13. Kompag. nt«, min als linker Flügel und Kern, dem Feind« gegenüber- lagen. Diese Kompagnien vermochten die Butzbach-r nicht zu. rückzuwcrsen, während sich der reckst« Flügel zurückziehen mutzte. Er hatte noch kaum «in paar Schritt« rückwäit, getan, als auch schon ,cha« Ganz« Halt" geblasen wurde. Leider konnte ich ocr Kritik nicht beiwohnen, da mir der Weg über die getaute» Aecker gar zu weit war, und so kann ich n cht einmal über den eigentlichen Ausgang der Schlacht berichien. Gleich daraus trat man den Heimweg übe, Rieder Mörlen und Bad.Nauheim an. Man merkte den Soldaten keine Spur re» Müdigkeit und Mattigkeit an und durch Nieder Mörlen wurde s» kräftig und lustig gesungen, datz cs nur io jein« Art hatte. Zu meinen Zeiten galt srisch-r „Dreck" an der Uniform al» Zierde für den Soldaten, wenn das auch heut« noch gilt, so zog unser Bataillon von oben bis unten mit Zierde bedeck! tn unserer Garnison ein. StaaMiiritfriiiiiilitfii im Lampst grarn uif llirbrrdifriufit. Vo» I»e. H gut Lieble. Leipzig. Hl» .sf.inipfe gegen das strastnrre Unrecht knnn und will her Staat iinscre» Beistand nicht entbehre». Soll dir Strenge hetz Gesetzes eines Missetäters schuldiges Haupt treffen, so ninsi zuvor die Schuld iinztv, iselbasi irion-nn sinn. .Hierzu ober bedarf cS re,, Imötzig unsere.. Austsiirnagehsiu- stes. Ob eines unseligen Zufalles. der nn.- zu -iu'g. n oder -Ohrcnzengen einer Starstat erkor, sind wir deshalb verurteilt, ans Vorladung der Gerichts llar, lückenlos und vor gilt in wghrheitsgetren den »ns bekannten erackg'erhalt zu schildern. Weigein wir uns dessen, so stehen Zwaiigsniatz- regel» als Hüter der vsscntlichcn Huterejsen dräuend hinter uns. Abwcichnuaen von der Wabilnil e.ner beiä'oören h:' 7- netifrnutiit Stro.fon der E,öc.'Verletzung gegen uns heraus. Riicksichtru ans unsere Wünsch^ und Gesülste treten eben neben dein Er- sarderni, dnrchgrrisender Rechtspflege gänzlich „> den Sax'tten ah unser Zeugnis eine» Menschen, dein wir in . j ergeben sind, vernichtet, ob »n» der tüang ans das lüe- liult in. . derbringlichc Stunden kosiborer Zeit sliebll. nichis i ; , uns vo» dein Zivange. Zeugnis abznlege» wider tinleren wachsten. Segensreicher aber als alle Ahndnng ,»irlt natiirgenuitz ein «erhüten Verb reche,, icher Taten. Tos Ans- spuren »nd Bereites» ruchlose» Anschläge gehör« darum in erslel Reibe z» den Ausgaben eine» Staates, der e» ernst i'iin,nt mit dem Schutze seiner Bürger und itzres .Hab und Hs„ts. Indessen reicht auch bier die tlias» der zuständigen ^ rgane allein nicht ans: deshalb ruft die Getelzgebnng die Mitarbeit des Publikums zu -Hilfe, wir alle sind, rin jeg- Nrlbr an seinem Teile, von Rechte, wegen zu Hütern des Fliedens und der Sicherheit der Milmenschen bestelli. Und zwai verleibt die Troll»,,g mit GeiängniS dem April an die Erfüllung dieser n ,lerer Pflicht besonderen Nachdruck. Ais in den Gesehesichepicrn duz Bewntztiein von der Notwendig seit unserer Mithilfe bei der Aufdeckung der Verbreche,, sick regte, mutzten sich freilich bald auch Zweifel über die ltzrenzer einschleichen, bis zu denen de, Staat ivebl billigerweiic vor dem einzelnen ein Opfer der eigenen Ruhe »nd Sichert,eil zugunsten des allgeincinc» Wehls verlange:, dürfe. Das cnd lick, gefnndene Ergebnis aber atmet den lilcisl weiser Zurück Haltung. Liegt es doch klar zutage, datz wir mit der An. zeige verbrecherischer Pläne, von denen »»s glanbbast, Kunde ward, nicht selten unsere pcrsönlickie Woblsahrt grob lich gefährden. Ten» bald möchte uns das Mitleid mit der Angehörigen des Frevler» unsere Zunge binden, bald wirk »ns die Sorge vor der Rache des von uns verratene» Tin »ichtsgnts den Mund Verschlüßen wollen. Mit Genügt»»«! ersabren wir deshalb, datz unser Strafgesetz die Pflicht des Publikums zur Anzeige geplan^-r Berbrscchen aus eine Reibe besonders nichtswürdiger und gcnningefäbrlickirr llcbeltalc» beschränkt. Ter verbreitete Glaube, es iväre unsere »ns vom ltzcletze diktierte TliaiSbürge, Pflicht, jedwedes strgsbare Vorhaben, beitze es, w-c es wolle, durch Anzeige an zuständiger Stelle zu vereiteln, ist darum glücklicherweise falsch Ersahre» wir, datz „nser Nachbar bestohlen iverden soll, so cnticheidct allein die Stimme des Gewissens, ob wir de» Bedrohten warnen oder der Obrigkeit unsere Kenntnis preisgebnc, oder ob wir gänzlich schweigen wollen. Unser Entschlntz vcmag sich also nur nur den Fordernnge» der Moral, nie aber mit denen »Ilse,es Strafrechts in Widerspruch zu sehen. SIrasrechilich geboten wird uns die Pflicht zur Denunziation ansschlietzlich dann, wen» sich dadurch rin Hochverrat, ei» Landesverrat, ein Münzverbrechen. ein Mord, ein Raub, ei» Menschenraub oder ein gemeingcsährlicheS Verbreche» verhüten lützt. Als genieittgrsiihrliche Verbre>be» nennt das Strafgesetz Brand- sliflnng, vorsätzlich berbeigeiübrte Ueberschroennnnng, Ge- »äbrdnng von Eisenbahntransporten »nd der Schissahrt »nd sä ii, glich das Bewirke» des Strande»» I,»d Sinkens eines Sänne Erkabren wir von dem Boihaben einer der soeben genannten Freveltaten, so harrt unserer Gefängnis, wenn ivir die »ns gclvordenc glaubhafte Kenntnis nicht eniweder an die bedrohte Person oder an die Behörde weiter geben. Nicht kontrollierbare, imglaiibwürdige Gerüchte verpflichten uns »ach alledem zu »ich!" Da iieat mm ireilnb der Ge Dum Pfluyeisen. Roman von M. Priggc-Brook. ,» sFvrAetzvn,). Der Junge wurde seines Lebens auch nicht mehr froh. Alles war anders. Seit Onkel Walter da war. den er nicht leiden konnte, hielt er sich de» Familicnzimmern fern. Es gab stet? Acgernis, stets um den Fremden. Mu hatte sich auch verändert, sie war gor nicht mebr lieb. Jnnner feilte er Rücksicht ans den ekligen Onkel nehmen, der nicht einnial sein Onkel war. Was Mu sich dabei wohl dachtet Er sah sie jetzt nur vor den, Schlafengehen, wenn sie aus einen Sprung binüber- lnischtc vom Beit des GrotzvnterS. Ueberhaupt war cs nicht nithr scktzi» im Pslngciscn, seit Walter Schmidt das Haus betreten, das redete ibin niemand ans. Peter Hansen sagte es auch. Rosetnoric durchwachte di: Rächte. Wenn der sterbende Mann, dessen klare Augen so seltsam aus ihr hefteten, recht hätte, wenn Walter nur die Erbin in ihr sah? Sic konnte den Gedanke» nicht fassen. Sie mutzte sich mit ihn, .ans- sprechen, um .Klarheit in die unhaltbare Lage zu bringen. Er sollte die Stelle in Posen anncbmen und sie wollte mit ihm geben. Wie es mit Hein; wurde, wutzie sic nicht. A>,Iter ging i t, Ohm batte reckt. Zn diesem Entschlntz batte sie such t .ck gerniigr». als ihrer- Grotzvaters Sterbestunde schlug. fnit neben ibn an den. Belle. Die zitternde Greisin- >,..d !eg!e sich auf die junge, weiche Hand des »ittcrr.be:- Nchrms.. . p . Bcrlatz Deinen Bruder nicht Dein'iioegen . slannnet- rr. „lind Tn. D„ . . " Mit seiner letzten .Krast legte er sieiu.z braune Kinderhand in die der rck-weslcr. ...,wu j -. SvO-iIM . . . die leiden . . . haltet beide zusammenr Rosemaric drückte seine Hand. ,Hch tue meine Pflicht. Groi.-ip«. gewitz ick' v-r'v» D ' «. si» — Gott wird wir belken hon itb da: ' a ' Laut weinend warf das Mädchen sick: über die Leiche. Heinz wich von de». Toten zurück, an, liebsten hätte er seine Schwester sortgezogen. Si? aber blieb, bis die Leute kamen. Berlr«„dle und Bekannte fanden sich ein. Boten wurden ausgesandt und Vorbereit, ,,,,zen getroisen. Hi,bei, wie hiiiden ivar aller, in Ans- regung. Erst nn, späten Abend tlllnte Roiemaeic das vcr- schiascnc Kind bei»,. Er hatte sie nicht verlassen wollen »nd Umr i,i,i, weinerlich und überwacht. Rosemaric brachle ibn selbst zu Beit, dann verabschiedete sie sich von den anderen. Sic sehnte sich unbeschreiblich nach Walter, de» lie iei« dem votige» Tage nickst oelehen. Er schien von, Tode des Grotzvaters nichts zu wissen, unter den Teiinehineiideii hotte sie ihn vermisch Sie nahm sich vor, ihn zu crivaiten. um sich endlich mit ihm a»sz„sprcch«n. Eetvartungsvoll si,tz sie in ihrem Zimmer, die Türe angeiehnt, sie mutzte i>», kommen hören. Um i» das Gartenb-'ns z» gelangen, mutzte mar, d,e Dicke vassieren. Das «äsdckien tauschte angestrengt, von Zeit zu Zeit vernahm sie Schritte, dann war olles wieder »ill. Mitteriiocht schlug von, Turme, im ollen Ha: - regte :»>, nichts. Wo blieb der Geliebte? Die Heue» vom Slannn- Ickche gingen spätestens um elf Ul,r bei»,. :•» -iontmer luir das Theater geschlossen, tvo konnte Walter mir sei, ? Ge- danken kreisten in Rosemarses Hirn. »ncr?i-bre»e Madckn»- gedanke» die den Geliebtev in < siihren aller erl.' tten. All»-,'blich steigerte» sie sich ,n iinertrSglicher Oual. Die Uhr lckst,. ^ halb eins. ^ Rosemaric ans Fenn " ~ >üe ,: im Sie .ezimm.'r b, --ml > > Lick,!. Ei: scharfer S wrz in ihrem Innern >,si Tränen o,'?. He!' ging die Tür schnell ergriff Rase- u..-si das Lickst „nd eilte die ~rr " si:na»...... R„ d-r Hai e-täre lehnte W-.!irr. im D-n-'e'n ü'-r das Schlotz ocbrng! das nickst schlietz-n w-^te. Mit blöden Augen starrte er ouk d-' - Tn?" lallte er. indem er ans ne tzttschtr an, Sie roch den widerliche» Weindunsl. der von ihm ans- ging »ad mich zurück. „Was hast T». Walter?" „Was ick, habe?" Er wurde plötzlich lustig. „Fidel bin ich. mein Scktzitzche». llr — »rsidel! Wenn man ein reiches Tcuiitzck-en hot, das nur so im Golde wülllt, ja luiihM, — wühlt" er wiederholte die Wo,te und machte die ltz.-Herde dl s (»eldzählens dazu. „Datz die Alten nicht wollen, gibt der Geschichte erst recht 'ne„ Reiz. Otme Kamps kein Sieg. Wir siegen, Rosenmrie, und Du hast Geld, das ist die Hanpt- sachc. Geld! Geld! Komm!" Er wollte sie an sick, ziehen. Ganz entsetzt wich sie zurück. Scham und Ekel stritten I» ihr. „Du bist betrunken. Geb' schlafen!!" tagte sie lmrt. „Br- trn» ken?" Er wurde ärgerlich. „Sag' das nicht „och einmal, s^nst ..." Er preßte sie so fest an sich. datz sic nnfschrie. „Tn mir nickst weh!" . .'."ck. Du", fliisterte er, ohne sie losznlassen, ..D» b,s! >a dos, mein, mein!“ Er drückte seine Lippen aus ihren Mund. datz sic die Zähne spürte. Mackstvolt stieß sie ihn zurück „Zu Hilfe!" ries sie g llcud. ..Zu Hilfe!" Obe» öffnete lick, eine T ür. „Ihn Got'.e u ilen. Kind, bist Dn's? Hch konime." Langsam 7-hrte dein ni.deren die Besin-ning zur,ick. Einen Fluch a,,-. stützend. jefnoanVe er über die Diele, de, Tür,n. Ehe der Ackstziglöbrige dos Rädchen erreichte, siel die Hintertüre in? Schloß Ebters fand eine Ohnmäckstioe. „Dar das- S.O.oifct?" fragte er sie aufgeregt. Unschwer erriet er de-., Zusamwenhaitg- Zum Gli-ck k -m Bafemnrie bald zst fick, „Ohm. war s, ,o Irrlich". sagte sie sckn'dernd, „ich wollle. ick, wäre jetzt tot." . „ ... p-i.g-n-:,. r ; 't (- >,"-s,-n sein', ontworaw er. „aber schwer hranck.st D.,si- auch nicht zu nehmen. T , wild wirher Ni-t" IForlsetznng s-l- ) 9lc»t Tageszeitung. Montag, den 2. Februar gtkr» Seit. ( Wr. 2? danke nahe, wir möchten, spiele» mir nur die U»g>.u>ingcn, dadurch in jedem Falle gegen die unserer Untcrlassniigs- ,'ü»de verheißene Gefängnisstrafe gefeit sein. In Wahrheit iber bläht uns solche Rettung nicht. Vielmehr kann uns, obgleich dies niancherseits bestritten, schon der Nachweis zum Fallstrick werden, daß wir als verständige und halbwegs folgsame Menschen an der Glaubwürdigkeit des uns zuge- -ragene» Gerüchts z» zweifeln nicht den mindesten Anlaß hatten Stets und immer ist ferner unsere Anzeigepflicht beschränkt auf verbrecherische Pläne. Nur wenn wir dein Zievel durch dte Kundgabe an die Behörde möglicherweise noch steuern konnten, nur dann sind wir nm unseres Schwei- gcns tvillen dem Gesetz verfallen. Bereits verübte Verbrechen ans Tageslicht zu bringen, ist dagegen kein Privatmann genötigt. lind wären wir gleich Mitwisser der ruchlosen Greueltaten, und vermöchte auch nur ein einziges Wort aus unserem Munde Raubmörder und Brandstifter für die noch nngcsüknten Verbrechen dem Arme irdischer Gerechtigkeit zu übergeben, so dürfen wir bei aller unserer Kenntnis unsere Tippen doch ungestraft verschlossen halten. Gilt's dagegen, die Mitwelt vor einem der ausgezählten Untaten zu bewahren, so dürfen wir um solchen Lohnes willen nicht Vater noch Mutter, nicht Ehegatten noch Kinder, nicht Braut noch Brän- tigam durch Verheimlichung ihrer sündigen Absichten schonen. Denn cs vermögen die Bande der Ehe, des Verlöbnisses und enger Blutsverwandtschaft wohl die Fesseln zu sprengen, die unsere Willensfreiheit durch den Zwang, vor Gericht als Zeuge auSzusagcn, geschmiedet sind: Befreiungsgründe von der Pflicht der Anzeige drohender Verbrechen aber sind sie nicht. Beispielsweise braucht also niemand gegen seinen rigenen Vater Zeugnis abzulegen: bei Vermeidung von Gc- fangnisstrake aber muß er ihn anzeigen, wenn dadurch der Plan einer Brandstiftung vereitelt werden kann. In solchen: Falle hat unsere Eigenschaft als Staatsbürger vor der des Kindes in den Vordergrund zu treten. Bei der Wahl des Adressaten unserer Anzeige aber weist uns das Gesetz zwei gangbare Wege, die wir, wie es uns beliebt, beschreiten dürfen. Wir können nämlich, je nach Befinden, entweder die Behörde oder aber die von dem verbrecherischen Vorhaben bedrohte Person direkt zur Empfangsstation unserer Kenntnisgabe machen. Daß es sich dabei stets nm die zuständige Behörde handeln muß, durfte der Gesetzgeber schon um deS- willen nicht fordern, als der Laie sonst mit der oft recht schwierigen Feststellung, welche Behörde jeweils zuständig ist, kostbare Zeit nutzlos vergeuden würde. Der Regel nach werden wir mithin dem Strafgesetz genüge tun, wenn wir uns an das nächste, am besten erreichbare Polizeiamt wenden. Von hier aus wird dann schon für das Eingreifen der weiteren Schritte Fürsorge getroffen werden. Erhalten wir also z. B. von dem Plane eines Raubmordes glaubhafte Nachricht, so müssen wir nnS nach alledem entweder an den, dem der Anschlag gilt, oder an das Polizeiamt wenden. Schließlich sei darauf hingewiesen, daß neben unserem Strafgesetze noch das Sprengstoftgesetz, das Militärstrafge- fetzbuch und das Gesetz über den Verrat militärischer Gehcim- e.lsse Bcstinimnngen über eine Anzeigepflicht anfweisen. Ans aller Welt. Ei» uneigennütziger Bürgermeister gestorben. In Ostheim in der Rhön verstarb im bk. Lebensjahre Bürgermeister Rich. streng, der 28 Jahre an der spitze der Stadt mit größter Umsicht und Energie gestanden und manche Errungenschaft der Neuzeit, wie Wasserleitung, Kanalisation, elektrisches Licht usw. in der Gemeinde eingesührt l>at. Noch im Oktober o. I., als der Bezirksausschuß sein Gehalt erneut auf 2666 Mark jährlich fest, setzte, wehrte Streng sich energisch dagegen unb wollte sich nur mit 221X1 Mark begnügen. Die restlichen 40(1 Mark, so verfügte er. sollten seinem Stellvertreter sowie den Untcrbeamten und Bediensteten der Stadt im Verhältnis zu Gut« kommen. Der tücmcinderat akzeptierte diese Selbstlosigkeit und gab seine Zustimmung dazu. Die Stadt Ostheim trauert um ihren hochverdienten und uneigennützigen Leiter, der bereits von 1870—1886 das Stadtkämmereramt und von da ab das Bürgermeisteramt in Ostheim bekleidet Hot, König braucht Geld", so rief ironisch der Schreiner Wirtheim in Hammclburg, der wegen sahrlässiger Behandlung des Ofens in seiner Werkstatt von den Schüssen zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Diese nahmen ihn wegen dieser Aeuße- tur.g erneut am Schlafittchen und steckten ihn sofort einen Tag ins Kitichcn. Selbstmördcr. In Schöneberg wurde der 61jährige Ehc- miker Rodickc in seiner Wohnung tot ausgefunden. Die 45jähr. Frau lag in einer großen Blutlache aus dem Fußboden. Da sie noch schwach- Lebenszeichen gab, wurde sie in Las Krankenhaus gebracht. Aus den Vorgefundenen Aufzeichnungen geht hervor, daß Rodicke im Einverständnis mit seiner Frau dies« durch Re. volverschüsic zu toten versucht^ und dann Eist nahm. Das Motiv der Tat sind Nahrungssorgen. Unglvckssall bei einer» Begräbnis. In Esmooriz im Kreise Onar brach in einem Saale in dem Augenblick, als man einen Sarg sorlschasic» wollte, der Fußboden ein. Dabei stürzten etwa lck! Personen, größtenteils Frauen und Kinder, in das darunter bejindlichc Stockwerk Der Sarg und die Personen wurden mit tzroß-r Mühe geborgen. Mehrere Personen wurden verletzt. E!» eingesperrler G-richteooll-ieher. Den Gerichtsvollzieher ingesperrt hat di« .11 Jahr« alte verehelicht« M. Quint«! in Deinheim. Der Gerichtsvollzieher Kautz war gekommen, um r egen einer kleincn Schnlveisüumnlsstrafe zu psünden. Frau O. warf aber erbost die Türe zu, drehte den Schlüssel zweimal herum und riltc aufs Rathaus, um sich die Bestätigung zu ho- ; c ", daß der Betrag schon bezahlt sei. D-r Gerichtsvollzieher ' |l: -';!0 tc die Tür«: als er lvegging, rief ihm di« Frau Götzen« - r adung zu. Di« Strafkammer Mannheim erkannt« auf 26 'siaik Eeldsirase. Tie frühere Erzieherin der »°utsck>«n Kaiserin, Johanna t.-lüchner, ist im 76. Lebensjahre im Diakonisienhaus in -pchwädiich-tzall wo tic ihren Lebensabend verbrachte aeitorbe». Zun Reg/erungskr’/'Se in E/sas .5 -£ ofhrirtgen. ■' -» Staatsmänner. E Üaatoekr. Zorn v. Bulach Bandit-Ostreich int „zahmen Westen." In der Fabrik Kl- Schlottcr im Orte Kettwig bei Köln überfielen in der Nacht zum Sonntag drei im Gesicht geschwärzte Männer den auf dem Kontrollgang befindlichen Nachtwächter, lnebrlten ihn mit vorgehaltcnrm Revolver nnb brachten ihn in ein sicheres Verließ, woraus sie in den Kasicnranm eindrangen und mittels eines Sauerstoffapparales den Geldschrank sprengten. Di« Spitzbuben erbeuteten etwa 15 666 Mark lind enlslvhen, ohne sich um den geknebelten Nachtwächter zu kümmern. Dieser, dem die Fesieln ins Fleisch clngcdrungen waren, wurde morgens vom Kesselwärter befreit. Vo» den Dieben hat man bisher keine Spur. Wie man gestürzt« Pferde behandeln soll. Sehr ost sieht man, daß Pferde, die bei Glatteis ausgerutscht und hingesalleu sind, recht heftig und doch erfolglos „angefatzt" werden. Die Unterstützung muß folgende sein: Dem Pferde, das zuerst von Strang und Deichsel befreit wird, sind die Vordersck^nkel zum Ausbringen zurcchtzulegen. Ein Mann stellt sich einige Schritte vor dar gestürzte Pferd, nimmt mit jeder Hand eine» Trensen. Zügel und gibt damit hebende Anzüge: gleichzeitig wird es am Schweif gehoben und mit Warten zum Ausstchen angcseuert. Glatter Boden ist vorher mit Stroh und Decken zu belegen oder mit Sand oder Asche zu bestreuen, sodaß Vorder- und Hin- terfilße sofort Halt finden können. Soll!« das Pferd trotzdem nicht ausspringen, so zieht man «inen Gurt unter der Brust dicht hinter den Vorderbeinen durch und unterstützt es durch Heben auf beiden Seiten. Sehr nützlich sind Husichuhe aus Hans oder Kokosfasern. Kürzlich hat die Berliner Omnibusgcsellsck>ajt tausend Stück zur Mitnahme in ihren Wagen angcschasst. damit sie bei Unfällen stets losort zur Hand sind. Erschossen. In Bramsche bei Osnabrück erschoß «in Knabe durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Tejching ein achtzehn- zähriges Mädchen. WcchselfLlfchungen in Moskau. In Bioslau wird demnächst ein großer Wechselsälschungsprozeh stattfinden. 62 Personen sind wegen Fälschung von Wechseln des vielfachen Millionärs und Kunstmäzen» Marofow in den Antlagczustand versetzt worden. Unter den Fälscher» befinden sich auch mehrere bekannt« russisch« Schauspieler und Schaulpicleriniien. Ei» verhängnisvolles Lockmittel. Nach einer Meldung aus Luga >>> der Nähe von Bozerrca im nördlichen Spanien Hallen Dorfbewohner das Fleisch einer geschlachteten Kuh. das sie vergiftet hatten, als Lockung für Wölfe hingcworfen. Eine Zrgeunerban.de, die das Fleisch sah, verzehrte es. Infolgedessen starben 26 Zigeuner nach dem Genuß. Ein Wüstling. Das Zweibrückener Sckgourgericht verurteilte nach I2stündig«r Verhandlung den "2 Jahre alten Fabrikarbeiter Jakob Siegel aus Ludwigshafcn wegen Totschlags zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und dauerndem Verlust der bürgerliche» Ehrenrechte: ferner wegen Stttlichkeitsverbrechens zu fünf Jahren Zuchthaus. Der Verurteilte hatte am 16. Juli in seiner Wohnung in Llldwrgshasen an einem 12jährigen Mädchen ein Siltlichkcitsvcrbrechen begangen, das Kind jodann durch Erwürgen getötet, die Leiche zerstückelt und in einen Sack gesteckt. Den Sack schleppte er dann aus seiner Wohnung sort »nd legte ihn aus einen, öffentlichen Platz der Stadt Ludwigs- Hasen nieder. Die Geliebte erdrosselt. Das Schwurgericht in Saarbrük- ken verurteilte de» 22jährigen. Depotarbeiter Rik. Immanuel, per im September 1913 jein« Geliebte erdrosselte, wegen Toi- jchlags zu 12 Jahren Zuchthaus. Zug'usanimenstoß. Am Freitag früh stießen auf der Eisen- bahnstrecke Stettin—Finkenwalde zwei aus verschiedener Rich tung kommende Eütcrzäge zusammen, wobei die eine Lokomotive und elf Güterwagen entgleisten. Sechs Wagen wurden vollständig zertrümmert, die airderen mehr oder minder stark beschädigt. Zehn Personen des Fahrpcrsonals erlitten leichtere Verletzungen, lleber dl« Ursache des Zusammenstoßes konnte bisher nichts ermittelt werden. Ein Unterseeboot gesunken. Am Freitag nachmittag ist im Marinedock der königlichen Werst „Schelde" in Vlissingen das dort gebaute Unterseeboot „D" gesunken. Ein Mann ertrank, 6 andere, die auf dem Schisse arbeiteten, konnten sich retten. Die Ursache des Unglücks ist unbetannt. * Aschajsenburg, 81. Jan. Di« Stadtrechnung für 1913 ergab einen Ausjall von 21666 Mark, d-'r durch Mindereinnahmen ans der mit 86 666 Mk. angesetzten Besitzveränderuugsab- gabc entstanden ist. Heldentat zweier Eisenbahnbeamten. Köln a. Nh., 31. Jan. Ueber di« heldenmütig« Tat zweier Eisenbahnbeamte» wird aus Lübenscheid berichtet: In einer Lokomotive platzt« das Eiederohr. Der Damnf nnt> da« heiße Wasicr verbrühten den Lokomotivsührer und den Hetzer, die aber trotz der schrecklichen Verwundungen auf ihrem Posten ansharrten und die Maschine zum Stehen brachten. Die Verunglückten wurden ins Krankenhaus gebracht, wo der Loko- motivsührcr bald seinen schweren Verletzungen erlag. Das Befinden des Heizers, der ebenfalls gefährliche Brandwunden da. vongetragen hat, ist sehr ernst. Interessante Funde. Bel den Fundamentieiungsarbeilen für den umfangreichen Bau, der unter der Leitung von Dr. Reicher stehenden Kuranstalt für Magen-, Darm- und Stosf- wechselkranke „Hohenlohe" im Herrcnial« bei Mergentheim stieß man in der Tiefe von 4 Meiern auf ein ganzes einstiges Dorf, das nach den Untersuchungen von dem Leiter des Kgl. Landeskonservatoriums Prof. Goeßler in Stuttgart der Bronze, zeit um etwa 1500 vor Ehr. angehört. Es kamen die Reste von etwa 13 Hutten in Gestalt von St.-insöScln. Sitzsteinen und von Herdplatten znm Dörscheln. Zwischen den Hütten fand man weiterhin drei Urnengräbcr, bestehend aus je einer Haupturn« mit Kohlenaschc und Knochenrcsten und mehreren kleincn Ne benurncn. An Bronzefnnden wurden Gewandnadeln. Armringe und ein Rasiermesser zu Tage gefördert. Solche vorzeitlichen Dörfer sind bei uns von außerordentlicher Seltenheit und es ist anznnehmen, daß die hiesige kochsalz- und glaubersalzhal- ttge Karlsuellc di« «Vranlaffung zu einer solchen frühzeitigen Niederlaffuug gebildet hat. — Nachbildungen der Hüttenrest« und Gräber sollen in der Halle der Kuranstalt „Hohenlohe" Aufstellung finden. Kursbericht vom 31. Januar 1811 der 4°/,ReichLanI»ihe 3'/.'/. „ «b.— . 3-/. „ 78.86 „ 3'/» V» Preuß. Eonsols 88.00 ,, 3*/. „ . 78.80 „ 4"/o Hetze» 97.V 5 „ 3■/••/, „ So 30 „ 3*/« „ 70.78 „ 4«/o Oesterr. Goldrcntc 9,'.00 „ 4°/,«/, „ Eilbcrrentc 8810 „ 4 “/« Ungar. Goldrenlc 87.00 „ 3 „ „ Kronenrenlc 83.30 „ 4„ Portugiese» Serie I —.— „ 4." „ „11164.10. 3 '/,*/, Rasse» v. 1905 90.10 „ 4'/« „ .. 1902 02.- . 4°/»°/, Japaner 02.00 „ 4'/, Türke» vo» 1903 85.60 „ 4°/,Adnnnislr. Türken 77.00 „ Türkenloose Bl. 171.6» „ l“/i«*/» Griechen v. 1890 56.30 „ lV« 0 /« Monopol-Äricch. 530» „ 3°/, Buen.-Air. Pr. Anl. 60 50 „ 3»/«° Silber-Mexikaner 43.— , 4'/,/, Mex. Irrig, Anl. 67.80 „ 4>/,“/« Chinesen 91.70 „ Budetus E.»W. Act. 113.40 „ Schuck. Elektr. Ges. „ 153.5» „ Eschweilcr Bergw. , 222.— Bochumer Gußstahl „ 225.23" Gel entsteh. Bcrgw.Akt. 103.60 " Harpener Bergbau , 186.75 " -vambg. «mk. Pak. „ 13,.75 " Rordd. Lloyd , 118 50 " Berliner Handels «nt 16j75 * Mittels. Ereditb. Alt 120.25 " Darmstädt. Bank „ 122 25 * T «ursche Banl . 259.75 " Deutsch-AsiatstchcBank 12M0 " Diskonto Komm. Aut. 195 '/, " Dresdner Bank Akt. 157.'/, " Ocst. Ereditaust. Akt. 266 lg " Lombarden „ „2.3t " Dtjch-Ubericc E.G. „ 177.56 " Ocsterr.Slaasbahn „ 156.25 ” Höchst. Farbwerke „ 644 — * Ehcm.Fabr. Albert „ 448 50 ” Rutgerswcrkc „ 10810 " Steaua iltoniana „ 149 75 ” Phönix Beegb. 244.8/ " Griesheim Elcktton„ 272__" Zellstotz Watdyof „ 227.50 " HlllzverkohiungS-Znd. 321.— " Laurahüte „ 165.50 " PrivatdiSkvnt „ 3.25 ” Tendenz: fest. ' Mitteldeutschen Greditbank Aktienkapital u. Reierven M. 70 600000 gegründet 1856. Fronkiutter Börie. 98.60"» Berliner Börse. Berliner Handels A»t. 161.75 „ Deutsche Banl Alt. 258.75 „ Disk. Kommandir Ant. l96— „ Dresdnee Ban! Akt. 157 50 „ Pct.Zul.Handeiso.Alt. 212,'/, „ Russ.Äantf.a.Hand.A. 168.75 „ Schcntung E. B. Akt. 134.56 „ Baltimore u. Ohio 99.— „ Eanada Pacific Alt. 222715 „ Prince Henri E. B.AIh —.— „ Türkenloose Ai. 171.— „ Londoner Atchpon Topeka Doll. 101.°/, Louchem Pacifik „ 162.— Etzicago Rock Zsl. 15.75 MisiTtaN!. u.Tez.R. „ 24.°,. Union Pacific. „ 168.75 U. S. Steel Eominon,, 68.75 Holienloheiverks Akt. 126.— L-utsch-Luxemb.B.Akt. 146.50 „ LaurahüIIc Akt. 164 /, „ Obecfchlcficr E. Akt. 02.°/» „ Phönix Bergbau Akt. 244.'/- „ Rombachci Hütte „ 162., 5 „ Geilenkirchen Bergw. Ä. 196.— „ Harpener Bergbau Ltt. 188.°/, „ AUg.Elei.Gcscllfch. Akt. 246.'/. „ Siemens u. HalsteAkt. 221.'/, „ Tendenz: fest. Böe,«. Amalgamated Eopp. Doll. 79.25 Ehattered Eompany Lstr. 1.66 Eaprano Propriclary „ 2.18 Goldpelds ^ 2.68 Ranv Alincs „ 6.50 De Beers EonloUü „ 19 .'/, DepositeuKafle Friedbrrg i. f?. cmpsirhli sich zur Vermittlung aller knnkmÜHHigcn lieuciiüfte An- und Verkam von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lauicndcrRechnungen und provisionsireicr Scheck-Eo»tl Umwechslung von Coupons und Borten. Annahme von offenen und ver,chlosscnen DepotL. Cntgegennahme verzinslicher Epar-Einlagen-