minner S55 Freitag, den 30. 3 mm uv 10.». i. Intjrfimii' ääsä sr rrsursrsÄ Ä.fr^rÄi^'rsr «.-»-i-ii-i« «. n-t Ile der sicht. — Wie dcr Berichterstatter dcr „Libcrtä" ano Setlin r.tolöct, ist es Beiiizrls» bei seinem Aufenthalt in der dcut- l«l>ei, Hauptstadt gelungen, die deutsche Regierung zu der griechischen Ansicht in der Frage drr Inseln Ehios und My- tilrne ,« bekehren. Deutschland schlösse sich demnach in dic- >er wichtigen Frage nicht nur der Meinung GricchcnlckandS, sondern dcr Triple-Entente an. — Wie die „Frankfurter Zeitung" aus Berlin erfährt, wiid der Maifrr über die Entlassung der Minister der Straß- burger Regierung in den nächsten Tagen entscheide». — Tie Lederfabrik von Emil Köster in Reu Munster ist völlig uiedergebrannt. Die Polizei sperrte die Brandstätte aus eine weite Strecke ab, da grobe Bcnzinvorräte in de» einzelnen Gebäude,, lagerten. Ter Gesaiiitschadci, soll mehr alö 1 Million betragen. Der Brand hat 800 Arbeiter bc- schästiguugslos geinacht. — Ter um Vß Uhr früh nach Königegrätz verkehrende Personenzug Rr. 731 dnrchsnhr aus noch unbekannter Ursache die Station Hohenbruch und stich daun mit einem Lastzüge zusammen. Hierbei wurden fünf Passagiere und t rei Bahnbrdienstkte sehr schwer verletzt. Siebzehn andere Personen trugen leichtere Berlehungcn davon. Dcr Materialschaden ist zienilich bedeutend. — Wie oii 3 Arras gemeldet wird, sind in der 11. Kom pagnie des 33. Infanterie Regiments zahlreiche Erkrankun- gen nach dem Elennst verdorbenen Fleisches vorgekommen. 25 Soldaten miihten in bedcnklich>cm Zustande ins Lazarett gebracht werden. — Dcr englische Dampfer „Ras-calusn", der nach Acgyp- tc» mit Petroleum unterwegs war, ist ani Kap Matisu aus- grlausrn. Man befürchtet, dah das Schiss verloren ist. — Ans Athen wird gemeldet: Tie griechische Regierung bat e« abgelrhnt, wegen der ägäischen Inseln mit der Psvrte in direkte Verhandlungen einzutrete». — Wie ausColomba aus Eeylon gemeldet wird, find dort in den letzten Tage» sechs peftverdächtige Todesfälle vor- gekommen. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist allgemein. In einem Falle ist die Pest einwandfrei scstgestcllt Ivordcn. — Telegramme ans dem Staate Badia melden, dah eine ganze Reihe von Städten durch das Anwachsen der Flüsse ährend der Schneeschemlze überschwemmt worden ist. Biele iiser sind eingestürzt und haben zahlreiche Mensche» unter ihre» Trümmer» begrabe». Zirka 2000 Personen werden vcrinisit. Ter Verkehr ist vollkomnicn unterbrochen. Pie (Orientfrage. Diploniatcnmiihlcn mahlen langsam. Nunmehr ist endlich die Antwort Englands auf die von den Treibunü- mächtcn über die südalbanische und Jnselfrage überreichte Rote erfolgt. In ihrer Antwort drückt die englische Regierung ihre Befriedigung darüber aus, dah die Note der Treiüundmächtc dein Vorschläge der englischen Regierung prinzipiell jugestininrt hätl.'. Andererseits aber hat sie doch nach einige Ausstellungen zu machen und verlangt daher eine e,lauer« Präziston dreier Punkte: 1) Griechenland könne ii»ht verantwortlich gemacht werden für etwaige Unruhen im . piruS nach Zurückziehung der griechischen Truppen. 2) In der Frage des TodekancsoS feien wohl die Türkei und Italic,, die Hauplinteressicrten. Jedoch könne nicht geleugnet Iverden, das; an der endgültigen Lösung dieser Frage olle Mächte, wie dies ja auch ans der Londoner Botschasterkon- leienz sestgcstellt wurde, mit interessiert feien, daher die Macht: bei dcr cudgiiltigcn Lösung der Todekanesossrage ihr Wart iliitziisprechcn hätten. Sckron jetzt müsse der ailch bei der Londolicr Botschastcrkonserenz ausqcsproäiene Grundsatz betont werden, dast keine Großmacht den territorialen Besitz ck,ließe» lassen, dast man ersordertiä-ensalls vor eiucin noch- uialiaen Appell an die Waffen nicht zurückschrrcken würde. Vielleicht hat man mit dein Ansstreuen dieser Nachricht nur den Zlvell verfolgt, einen Truck auszuüben, immerhin aber tag die Gefahr einer neuen Komplikation reck» l>ahc. >ai- wlscn lälcint man inzwischen cingesche» zu haben, dah es licht gut täte, den Bogen allzn straff r» spannen, und so . eilst eS denn, dast Besprechungen über eine Lösung der Jnselfrage direkt zwisckicn Griechenland und der Türkei in »konstantinupel stattfindeii sollen. Der griechuiche Minister- präl'dent VcnizctoS folnie der italienische Botfchrster sollen daran icilnehmcn. Es ist an der Zeit, dast man endlich ans den, Balkan »ir Rüde ko"„»t denn auch die wirt'chaitlichm Verhäliuisse leiden ungemein darmitcr, sowohl die der Bal- kanstaoten. als auch di- der dort iuieressierie» Mäckile. Allerdings ist hier eine Regrlniig nockz schtvicriger, da die Ber- haiidlungen nur sehr langsam vorwärts schreiten und Eistr- jiichteleie» keine Seltenheit sind. So gelangt in der Pariser Presse bei ihren Besprechungen des Berliner Anfentbaltes des grieckliscklcu Ministerpräsidenten vcnizelo» die Ertvar- t»ng zum Ausdruck, dast Griechenland sich au das iu Paris vereinbarte Progrmnm für die Verwendung dcr SOO-Millio- nen-Anleihc halten und durch die >„ deutsche,, Schiffsbau- Werste» zu erteilenden Aufträge die griechischen Finanzen nicht ohne Notwendigkeit belasten werde. Diese kleinliche Eisersüchlclei kann zwar an den Tatsachen nichts ändern, ste ist aber bezeichnend für die in Pariser leitenden Kreisen herrschende Stimmimg. |tnri)tHri)e (OrofjftaMliUbrr. In dem Berliner sozialdemokratischen Zrutralocgan kann man jetzt ständig düstere, grauenvolle Schilderungen über die Not dee Arbeitslosen in Berlin nnd anderen Großstädten finden. Ta cs uns sehr nützlich erscheinen will, dast solche Darstellungen auch aus dem Lande, besonders unter den Landarbeitern Berbreitung finden, wo die sozialdemokratische Presse glückliä>crwcise noch wenig verbreitet ist, wollen wir nachstehend einige Proben aus den im „Vorwärts" gezeichneten Grostltadt-Nachtbildern herausgrcisen und ste der Lokalpresse ans dem platten Lande zur Versügimg stellen. In dcr Nummer vom 17. ds. Mts. konnte man z. B. folgendes lesen: „Es ist Nacht, eine stirchtbare Nacht mit Sturm lind beistender Kälte. . . . Hart an den Häuserfassaden schleichen hier nnd da schwarze Gestalten entlang, den Kopf tief zwischen die Schultern gezogen, die Hände in den Taschen vergraben. Durch ibre dünnen, zerfetzten Kleider fährt Kälte und Wind. Grausige Nacht . . . Abseits kauert eine arme gekrümmte Gestalt. In einem ungestörten Winkel, wohin nur noch ein matter Schimmer des Laternenlichtes fällt, lebnt der Mann. DaS erdfahle Ge- firfit schlaff und halberstarrt, die Arme »nter die Jacke geschoben. Nur manchmal ist ei» müdes Stöhnen hörbar. I» ilmi gurgelt und würgt es: Hunger nnd Kälte haben die Herrschaft über ihn gewonnen. Es brüllt und drängt in leincin leeren Magen, sein Kopf erbebt, als vernehme er das Klingen einer formlosen Sinfonie. Seine gebrochene Phantasie malt stch dennoch ein Bild, ein wirkliches Himmelreich auf Erden: wenn doch jetzt nur einer käme, ihm Brot, Wärme, ein warme? Nachtlager brächte. Aber es kommt keiner." Doch, es kommt einer — ein Schutzmann, der den schon balb Erstarrten mit Mübe etwas wachrüttelt und ihn unter Hinweis auf das (oft überfüllte) Obdackst-^enasyl bis an die Grenze feines Revier? geleitet. Dcr „Vorwärts" aber malt weiter: „Hunderte, Tansende solcher Szenen spielen stch während der kalten Jahreszeit in den Mauern der Großstadt ab. Tie kapitalistische Profitwnt hat den Aermsten Nahrung und Obdach geraubt. Die kapitalistische Geißel hat ste erbarmungslos zu Boden geschlagen. . . . Diese Unglücklichen, die ihre kümmerliche Nahrung aus den Ab- sällcn dcr Bcsttzenden schälen, deren Heim irgendein windstiller Winkel oder. wenn'S hoch kommt, das Asyl ist. find die furchtbarste Anklage gegen die kapiialististhc Gcsell- sckraltsordnnng. Womit haben ste das »nmcnlchliche Los verdient, daß sic ihr qualvolle? Dasein im Rinnstein nnd hinterm Zan» führe» müssen, daß sic täglich m» Rande des Hungertodes schweben, nm ihm endlich zum Opfer zu fallen?!" Das sozialdemokratische Zcntrakorgan stellt mm neben dieses düster« Nrchtbild aus dem großstädtischen Proleta- ricrdasein die hellerlenchicten Paläste dcr Reichen in Berlin W. D., ip denen gleichzeitig „märchenhaste Feste mit glanz- vclleii Gelagen" ftattfinden. DaS dient natürlich seinem Endziel, die Proletariermasscn aufzuwicgel» gegen die jetzige Staats- und Gcstllschastsoidnung, sic vorzubereiten zur ak- tivrn Teiluahinc an dem großen „Umsturz-Kladderadatsch." Wir aber wolle» den Arbeitern draußen in der Provinz, ans dem platten Lande dieses Nachtbild aus der für das Auge des Nichtwissenden, Uneingeweihten trllacrilch gleißenden Großstadt vorfiihren und ihnen sogen: „Seht, dos ist das Los, wclchcs auch euch droht, wenn ihr wie die Motten »ach der glänzenden Flamme nach der Großstadl drängt! Auch diese hungernden frierenden Gestalten, deneit ichon ein -^türk Brot und ein warme» Obdach als „Hiinmelreich ans Erden» elsceeinkn würde, die „ant Rande des Hnngcriodcs ick,weben , dem sic vielleicht „endlich doch zum Opfer fallen . die >-nd »um große» Teil vor längerer oder kürzerer Zeit vom Land- nach der Stadt gekommen, die ihnen aiS Paradies geschildert war. Wollt ihr deinsclbcn Schicksal verfalle»? Dort draußen bei euch, da gibt es keine Arbeitslosen, keine Leute ohne Dach über dein Kopse in kalter Wintcraacht. keine -eute, die Hl,»per leiden müssen, an» wenn ne -"besten wollen -ort draußen gibt e« Heine viele leerstehende Wohnungen »- die »re Eigentümer gerne Leute ausnehnie». il.iu-n r'«" Lebensunterhalt uoiivendigen Dinge gewähren würden wenn ste jo Helfer bei ihrer Arbeit gewinne,, könnlen JImM auf de,» Lnnde »nd »ähret euch redlich! Doit kam- de, treue Arbeiter ohne Sorgen seinen, Alter entgegeusch.-,: dem, auch siir alte Leute gibt cs dort ihren Kruste» aw>e »icffcnc leichte Beschäftigung, und schließlich reicht seine hre- »nd Invalidenrente auf dem Lande nn», jhg -- cinei» nicht ungern ansgenommcncii „Prnstoiiär" in dc: Familie feiner Angehörigen oder seiner Frenndickx.st mache ii. Penticher Reichstag. 20l. Sidung vom 2. Januar, 1 Uhr Am Bundesratstifch: Ile. Delbrück. Tie allgeincine Erörterung üdcr den Etat des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt. Abg. Hoesch (ko»s.): Tie Handclsvertragsslante» habaa wie wir annchnien können, nicht die Absicht, die bestehende, Verträge ohne weiteres z» verlängern. Ter große A»!- schwung unserer Volkswirtschaft, namcntlich dcr Industrie war aber nnr möglich, weil die Landwirtsckvtst ihrcrscit. Fortschritte liinchc-n konnte. Sic hat die Ergebnisse ihrer Ernten nnd die Viehbestände in den letzte» dreißig Jahren ganz erheblich gesteigert. Das ist lediglich den Schutzzöllen zu danken. Tie Angriffe des Abg Gothci» wegen der Verwehrung der Anbanslächen beriihen aus falschen Grundlagen nnd sind deshalb nnrichtig. Ebensowenig ist richtig, daß die innere Kolonisation den Anbau von Jutterkräntern fördert. Aber Herr Gothcin sicht ja die Tinge ganz ander., als wir anderen Sterblichen, die i» der Landwirtschaft tätig sind. Immerhin, er ist konsequent, nnd das sckiätzen wir. Ohne die Einsuhrscheinc wären die Zölle sür die Landwirtschaft im Osten ergebnislos geblieben, darum halten wir fest an ihnen. (Beifall rechts.) Herr Bartschnt hat stch über den Bund der Handwerkc-r in einer Weise ansgesprochen, die ich nicht als ruhmvoll ansehen kann, (llnriihe links.) Er möge seine Angriffe außerhalb des Reick-stages wiederholen. (Unruhe links: Rufe: ES ist ja längst gesck>cckicn!) Der Vorstoß des 1>r. Boehme gegen den Bund der Lnndwirte soll mir da- zu dienen, daS Publikum Über gewisse Vorgänge irre z» sühren. Wenn er und dcr Abg. Hestermann all-' die Wand lniigen bedenken, die in de» letzten zwei Jahren vorgeganger sind, dann werden sie sagen müssen: Alles ist eitel, selbst de, Bauernbund. Diese Reden diene» nur dazu, die Nachbarländer aufznsoidern, mit uns den zollpolitischen Kamps aus- zunehmcn. Rußland führt das Fünszchnsachc des Werte« unserer Ausjuhr nach Rußland bei uns ei». Rußlauc braucht keine Saisonarbeitcrl wir brauchen deshalb keinc Angst zu haben, daß »ns von dorther der Arbeiterziizug aus- gchcn wird. Die Frage der innere» Kolonisation ist nicht so eilifach. Die fiskalischen Verhältnisse, die Personen der Ansiedler »sw. sind zu berücksichtigen. l>r. Boehme ist über diese Dinge absolut nicht unterrichtet. Es handelt sich tue ihn hauptsächlich um eine Verdächtigung des Großgruud- bcsitzcrs. Hier ist ein Eingriff i» die Kompetenz des Bunde .- staates Preuße» energisch znrückziiweiscn. Um die kolonisatorischen Gesetze Bayerns hat sich der Reichstag ja auch nicht bckünnnert. Die innere Kolonisation ist von konservative. Seite in die Wege geleitet worden; sie hat keinen entschiede- »eren Vorkäinpscr als Frcihern von Wangenhci», und de-: Bund der Landwirte. Die Linke hat sic zu cinciii grobe: Sckzlagwort geinacht. (Sehr richtig! rccksts.) Uebcrhau.. haben die Konservativen sür die inner Hebung der Landivin schast seit scher die größten Verdienste. (Sehr richtis rechts.) Ter Bauernstand hätte besser getan, einen Teil de, von ihm ans die Agitation verwendc-te» Summen sür die praktische Arbeit der wirkl,ck>cn inneren Kolonisation herzu- geben. Heute leiden die Städte unter dem niassenhasten Zn- stlömen von Arbeitern und luck>ci, sie möglickist aus» Land zu schassen. Wenn das nicht niit dcr richtigen Vorsicht g-'- schiebt, werden die wenige» Bouern durch die entslchendeu tzchullasten erdrückt. Ter Minister hat genug Domänen hu- gegeben. Größere Sorge ist es, dcr Gütersckstächterej zu be- pegnen. Das Bauernlegen ist gewiß nickst sckw». Aber >s kann Verhältnisse gebe», in denen nur drr bcnackzbartc Gtvß ginndbcsttzer als Käusrr in Frage koinint. Das hat neulich erst selbst Herr Gothei» nnerkauiit. Mo» laste auch >>-, tigkeit gegcniiber den Konservativen walte». (Beifall irchls.) Prästdent 1>r. Karmps: Sie hoben vom Abg. Boebm« gesagt er b->be in einem Falle nickst ganz überzeugungstreu gesprochen. Das cntlprickst nickst den porlomentoriscktz',, Gewohnheiten. Abg. H.st«rma»„ (Hojp- d. Natt): Wir müssen doinr sorgen, daß bei den nenen Handelsverträgen diejenige-: t'e- lricbSzwcige, die bisher stiestnütterlich behandelt wnch- ccjchützt werden. Darum brauchen wir den Hopfenzoll m'.o einer Schutzzoll für Obst und G.-nüise. Auch die Milck-.vr» duktio» niiiß geschützt werden. Ich habe sruber nu- a:-, Nr. 2» gesprochen als ich jetzt handle. Jetzt stellt man es so hin, als hatte ich lauter Schwindel geredet. (Heiterkeit.) Abg. Eoehmc hätte hier etwas gegen die Güterschlächterei, diese grohe Gefahr für Bauern, sagen sollen. (Zustimmung rechts.) Aber er hat kein Wort dagegen gesagt. Er hat auch kein Wart gegen die Linke gefunden, nur gegen die Rechte, die doch inimer die Interessen des Bauernstandes vertreten bat. (Sehr richtig! rechts, Lachen links.) Wenn die Landwirtschaft ihre Freunde auf der linken Seite sucht, dann würde es bald Ade! Landwirtschaft! heißen. (Sehr richtig! rechts, Unruhe und Lachen links.) Als der Bauernbund immer weiter nach links ging, bin ich ausgetreten (Unruhe links), da ein Zusammengehen mit der Linken unvereinbar mit den Interessen der Landwirtschaft ist. (Sehr richtig! rechts.) Vizepräsident l)r. Pansche: Das hat doch alles mit dem Gehalt des Staatssekretärs nichts zu tun. Abg. Hcstcrmann (fortfahrend): Der Zwiespalt der bürgerlichen Parteien tut mir weh, denn es kommt doch alles darauf an, den Kampf gegen drn inneren Feind zu führen. (Unruhe der Soz.) und müssen wir »ns zu einer gemeinsamen bürgerlichen Schlachtlüiie zujammcnfinden. (Zustiin- innng rechts, Lachen links.) Abg. Bruhu (Rspt.): Es ist hohe Zeit, daß der Mittel- stand tatkräftige Unterstützung findet und der Vergrößerung der Warenhäuser Einhalt getan wird. Or. Werner bat kürzlich hier eine Anfrage wegen des Wolff'schen Bureaus grstcllt. Das Bureau hat darauf durch die Presse erklären lassen, daß es Depeschen vor der Veröffentlichung dem Bank- ause Bleichrödor nicht mitcilt. Das Entgegengesetzte ist aber i einer Gerichtsverhandlung im Jahre 1900 festgestellt wor- n! Das ergibt, daß das Bureau nicht unparteiisch ocr- hrt. Darum sollte ein amtliches, wirklich unparteiisches achrichtcnbureau gegründet werden. Abg. Dr. Erdmann (Soz.): Wir verstehen nicht, warum as Zentrum seine sozialpolitischen Wünsche nicht mit derselben Energie vertritt wie die für Beseitigung des Jcsuiten- gcsetzes. Herr Giesberts hätte auch etwas gegen den Terrorismus der Kirche, gegen das Koalitionsrecht der katholischen Arbeiter sagen sollen. Diese wollen jetzt anscheinend ihre Firma ändern und sich unter preußische Obhut begeben. Ob sie dadurch gewinnen würden, ist zweifelhaft. Es naht das 25jährige Jubiläum der Nichterfüllung der kaiserlichen Botschaft von 1891. Wir haben kein Vertrauen zum Staatssekretär. Auf der Berner Konferenz hat die Regierung versagt. Abg. Giesberts (Zentr.): Don einem Terrorismus der Bischöfe gegen die katholischen Arbeiter kann keine Rede sein. (Beifall im Zentr. — Widerspruch b. d. Soz.) Die katholischen Arbeiter haben volle Freiheit, sich derjenigen gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, die sic für die beste halten, die ihre wirtschaftlichen Interessen vertritt und dabei ihre religiösen und sittlichen Ausfassnngen respektiert. Die christlichen Gewerkschaften sollen die Einigkeit der Arbeiterschaft gestört und eine Spaltung in ihre Bewegung hineingebracht haben. (Lärmendes Sehr richtig! bei den Soz. Unruhe im Zentr.)) Das Gegenteil ist der Fall, die sozialdemokratische Partei, die die Gewerkschaften in ihre besondere Parteischablone hincinpressen wollte, hat zersetzend gewirkt und trägt die Verantwortung dafür. (Unruhe b. d. Soz.) Es gäbe keine Zersplitterung, wenn sie nicht die Gewerkschaften von jeher für ihre eigenen Zwecke mißbraucht hätte. (Unruhe und Widerspruch b. d. Soz.) Das Urteil darüber müssen Sie uns überlassen. Ich weise den Vorwurf, wir hätten freventlich an der Arbeiterschaft gehandelt, mit aller Entschiedenheit zurück. Die Arbeiter sollen sich allen Organisa- tione anschließen können, nicht bloß den Ihrigen. In Eng- land und Amerika halten sich die Trade Unions unabhängig und neutral. Auch Sie niüfsen die sittlichen und religiösen Auffassungen anderer schonen. Die christlichen Gewerkschaften werden ihr Firmenschild nicht ändern. Es ist rein und glänzend. (Großer Lärm bei den Soz.) Nach Ihrem Reinfall im Kölner Prozeß sollten Sie endlich das Einsehen haben, daß Ihre Angriffe auf die christlichen Gewerkschaftsführer total gescheitert sind. (Lebhafte Zustimmung in der Mitte. — Lärm bei den Soz.) Es ist bezeichnend, daß diese Angriffe aus die christlichen Gewerkschaften erhoben werden zu einem Zeitpunkte, da die Arbeiter alle Uneinigkeit vermeiden sollten mit Rücksicht auf die Gefahren, die dem Koa- litiontzrecht drohen. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Abg. Schwabach (natl.): Eine allgemeine Regelung der Rechts- und Arbeitsverhältnisse des Staatsarbeitcrs ist notwendig. Im übrigen-haben die Staatsarbeiter keinen besonderen Grund zur Klage. In einer Resolution bitten wird um eine Denkschrift über das Arbeits- und Rechtsverhältnis der außerhalb des Beamtenverhältnisses in Reichs- und Staatsbetrieben beschäftigten Personen. Die preußische Eisenbahnverwaltung plant eine einheitliche Regelung der Einkommenverhöltnisse aller Arbeiterkategoric». Selbstverständlich werden daun die Reichseiscnbahnen diesem Beispiel folgen müssen. Das Koalitionsrecht ist den Eis-nbahnarbei- tern gewährt, soweit cs nicht mit den Interessen des Staates in Widerspruch konrmt. Ein Strcikrccht aber kann ihnen unter keinen Unrständen eingeräumt werden. Staatssekretär I)r. Delbrück: Die Wünsche der in den Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter haben sich zu dem verlangen nach einem Staatsarbeiterrecht verdichtet. Die bereits in, Vorjahre gestellte Forderung eines Gesetzentwurfs hat von, Bundesrat eine mehr oder minder motivierte Ablehnung erfahren. Ich bin bereit, eine Denkschrift aus- arbeiten zu lassen. (Beifall.) Abg. Vogl-Hall aifc del-beziehungen zwischn beiden Ländern wesentlich beitragen, denn nach der territarischn Vergrößerung Eriechnlandr sei für dar deutsch Kapital und die deutsch Unternehmungslust rin ergiebiger Feld zur Betätigung zu erhoffen, Südasrika. Die Deportation der südasrikanischen Streiksühree. Die Deportation der südasrikanischn Streilsührer aus Südasrika hat große Erregung in weilen Kreisen heruargerusen. Gestern oerlanzte Macdanald, ein Führer der Arbeiterpartei, im Unter- Hause die sofortige Abberufung der Eeneralgouverneurr van Südafrika. Lord Gladstoner os Lamark, Ferner hielt Keir 5>aidy am gestrigen Tage eine sehr scharfe Rede, nach der eine Tagesordnung angenommen wurde. Das englisch Kabinett wurde ausgesordert, jeden Kredit, den man für die Deportation der Etreikfllhrer »erlangen würde, zu verweigern. Bereinigte Staaten. :: Neuer Berbrechen der „Schwarzen Hand". Die Bande der „Schwarzen Hand", »an der man seit längerer Zeit nichts vernahm, hat durch ein« neue Entführung van sich reden gemacht, Am 17, Januar verschwand plötzlich au» Rewyork ein reicht Kalisornier, namen» Francis Elark, Die Familie glaubte, datz er einem Verbreche zum Opfer gefallen sei und batte jede Hoffnung ausgegeben, ihn je lebend wieder zu sechn. Gestern erhiet nun der Polizeichs in Los Angelas einen Brief der „Schwarzen Hand", in dem ihm diese die Festnahme Clark» onlündigt und zugleich ein Lösegeld van 300 000 Franken sür die Freigabe Clarks verlangt. Die Bande besaß noch die Un- verfrorenhest, den Polizeichs zu bitten, Unterhandlungen zwi. ichn ihr und der Familie Clark zu führen. Die Gattin Clark» trklärle sich bereit, da» Lösegeld zu entrichten. Mexiko, Gesangennahme »an Engländern und Amerikanern durch einen mrxitonischen Bandrnführer. Die Lage in Mexiko hat wiederum eine bedeutsame Verschärfung erfahren, da die Revolutionäre nunmehr sogar nicht davor zurückschrecken, gegen da» Eigentum und Leben der in Mexiko lebenden Europäer und Amerikaner varzugehen. Ein in Rewyork au» Juarez eingr- lrosfenes Telegramm meldet nämlich die Festnahme van 25 dort ansässigen Engländern und Amerikanern durch einen mexikanisch» Dandenführer namen» Castillo, Dieser soll die Dro^ »ng ausgesprochn haben, seine Gefangenen zu erschießen, fall» nicht ein angemesiener Lösegeld gezahlt werde. Hilfeleistung zur Befreiung der Gefangenen ist abgegangen. Der Bund der Landwirte veranstaltet am Freitag, den 30. Januar, abends 8 Uhr, im Ttein'schen Gasthaus zu ^eieicheirrr eine zwanglose Zusammenknnfr zu der die Mitglieder und Freunde aus Beienheim, Wcckcs- ltliin, Reichelsheim. Heuchelheiin. Melbach, Dorheim, Dorn- Assenheim, Schwalheim u. a. freu.rdlichst eingeladen sind. Tie Herren Landtagsabg, Breidenbach, De. von HeI >nolt und Redakteur Hirsches werden anwesend sein. Vereinigte Landwirte. * Stierf,abt, 30. Jau. Nächsten Sonntag, den l. Febr., abends 8 Uhr. veranstaltet die Ortsgruppe Stierstadt der Vereinigten Landwirte im Saale Gasthaus zum Hirsch (Paul aus Anlab des GeburstageS Seiner Maiestat des Kaisers eine Feier, bestehend in Bancrnball und einigen iheatralischen Ausfiihinngen. Wir laden hierzu alle patriotisch gesinnten Einwohner Stierstadts und die Mitglieder der Nachbars-Ortsgruppen ergebenst ein. Tie Vorbereitungen dazu sind schon seit einiger Zeit fest im Gange. Dr.S Be- streben des Vereins wird sein, ollen Besuchern einige frohe »nd gemütliche Stunden bereiten ,u können. Eintrittskarten fiir Herren eine Mark, Damen haben freien Eintritt. Gleichfalls ist das Tanzen frei. Ans der ficuitnt. * S, Friedberg, 30. Jan, Wir verweisen hiermit auf die am nächsten Samstag, den 3t, d, M , abends im Rathaurkeller stattfindend« grobe öffentliche Handrverlrrversammlung, wozu alle feidständigen Eeroerbrtreibende, ob Mitglied, oder Rlcht- mitglieb de» Gewerbeverein», höflichst eingeladen werden. Hier wird Herr Malermeister W, Grase nick au» BakrRauheim Uber ^Notwendigkeit und Ruhen der Oraaniiattan im Erwerb». Rrue Tageszeuung. Freitag, »en 38. Januar zuti leben" sprechen, ein Thema, welche» jeden feidständigen Handwetter interessiere,, mutz. Wir selbständigen Handwerker dran, chen nur um un» zu blicken, einmal Rundschau zu halten und wir müssen erkennen, datz alle übrigen Stände sich längst orga- »isiert, sich längst zusammengeschlossen haben und sich hierdurch Botteile gesichert, z, B, eine richtige Entlohnung ihrer Arbeit, angemessene Preise sür ihr« Waren und Produkte, Tarife »nd ^chutzgesetze usw„ alle» Vorteile, weiche wir auch erreichen musien, erreichen können, wenn wie uns ebenso organisieren. In diesem Sim>< wird dcr Boriiag gehalten werden und verehrte Handwerkskollegen lammt alle in diese Versammlung und hört, wie ein Handwerksmeister. der immer reges Jnieresie in Handwerkersragen gezeigt und bewiesen hat, über diese» Thema zu Euch sprechen wirb, F. C, Frirdbeig, 30, Jan. Der Finanzgebilfe Gcm- n'erbach, ein Sohn des Försters i» Bad Salzhausen, batte sich hier ohne Wissen der Eltern einer Bruchoperation unterzogen. an deren Folgen er verstarb. • Friedberg Fauerbach, 30. Jau, Der Kriegervrrein feiert morgen Abend bei Gastwirt W lh. Sang den Geburtstag Sr, Majestät des Koffers, Für Unterhaltung der Mitglieder und deren Angehörigen sowie Gönner des Vereins ist feile», des Vorstandes bestens gesorgt, Konzerfftücke, Anfprachen, sowie eine Verlosung werden diese Feier verschönern helfen und ist es daher sehr zu begrüßen, wenn diese schone Veranstaltung von Seiten der Einwohnerschaft Friedderg-Fauerbach gut besucht wirb. Der Eintritt ist für jeden Patriotisch-gesinnten frei! * W, Baurrnhrim, 30. Jan. Nächsten Sonntag, den >. Februar, abends 7 Ubr beginnend, feiert der hiesige Krieger- »nd Militärverein im Saale der Konrad Schmidt Wwe, den Geburtstag Seiner Majestät des deutschen Kaisers. Ein sehr reichhaltiges Programm, in dem theattalische und musikalische Ausführungen abwechseln, wird besonders für d>e lln- ierhaltung sorgen. Nach Schlttst des offiziellen Teiles werden die Akkorde der Bäckel'schcn Musikkapelle der Jugend reichlich Gelegenheit geben, das Tanzbein zu schwingen, * Schwalheim, 30. Jan, Der hiesige Kriegerverein feiert am 1, Februar, abends 8 Uhr im Saale des Gastwirt» Wagner Kai- sers Geburtstag. Das Programm ist sehr reuhhaltig, * Dorn-Assenheim, 30. Jan, Vorgestern Abend hielt die hiesige Karnevalgesellschaft ihre zweite Versammlung in der Wirtschast .Zur Krone", welche sehr gut besucht war, ab, Zunächst besaht« man sich mit der Bildung der einzelnen Gruppen, die an dem Maskenzug durch da, Dorf und dem daranschiiehen- den Ball Mitwirken, Schon zuvor halten sich die verschiedenen Geselischasien zusammengeschart, und kamen die schönsten »nd interessantesten Gruppen zustande, und man konnte mit der Zu- sammenstellning schon einigermaßen beginnen. In der am nach, sten Montag im Saalbau Etz statisindenden Versammlung wird man schon mit den nötigsten Vorbereitungen fertig sein. So werden auch in diesem Jahre die Bewohner von Dorn-As- senheim und der Umgegend sich an einem schönen Mastenzug erfreuen, da es ja gerade Dorn-Astenheim ist, dar durch seine diesbezüglichen Veranstaltungen vielerorts bekannt tst. Nähere» wird nach bekannt gegeben werden, * Rendel. 30. Jan, Die am Samstag, den 24. Januar im Saale de, Gastwirt» Hock stattgesundene Kaiser Geburtstag», seiet nahm den schönsten Verlauf, Herr Lehrer Will begrüßte di« Anwesenden in herzlichen Worten, worauf der Präsident, Herr Propheter, den Kaisertoast tn begeisterten Warten ausbrachte. Herr Lehrer Stark zu Altenstädt hielt darauf einen mit Beifall aufgenvmmenen Vortrag über die Fremdenlegion, Zwischen den einzelnen Reden ertönten Konzertstücke der Ko. pelle und Vorträge der beiden Gesangvereine. Zum Schlüsse fand Voll statt. * Rieder-Weisel, 30. Jan, Im Saale der Gastwirtschaft „Z Löwen" hielt Herr Lehrer Will- Rendel vor einer sehr zahlreichen Versammlung des Kriegervereins einen packenden Vortrag Uber Jugendpsiege. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Arbeit, * Butzbach, 30. Jan. Die Stadt bewilligte allen Eltern init einem Einkommen von weniger als 800 M, und einem schulpflichtigen Kinder »nd Eltern mit einem Einkommen bis 1300 Je und mehr als einem Kinde vollständige Lehrmittelfreiheit in der Schule, * F. C Utphe, 30, Jan. die in der hiesigen Gemarkung gelegenen 6840 Ouadratmeter fassenden Wiesenflächen, die dem Fürstlich Solms-Braunselsschen Fideikommih gehören, wurden an h'csige Einwohner verkauft. Für den Quadratmeter wurden etwas mehr wie 73 Pfennig erlöst, für den Morgen 1825 e»ern und Stallungen wurden ein Raub der Flammen. Mit Ichwerer Mühe kannte nur da, Vieh gerettet werden. SJeim Hinanssiih. ren der Pserde au» dem Stalle, wo da» Feuer schan stark rer- breitet war, siel ein starker Ziegel vam Dachwerk dem Sahne de» Bürgermeisters aus den Hinterkaps, »atz der Arzt Weidinger die Wunde zunähen mutzte E» sall Brandsttstung varliegen. * Niederhadamar, 30. Jan. Bei einem Absturz in der Scheune erlitt der Landwirt Felix Müller eine» Schädelbruch, dem er nach wenigen Augenblicken erlag. * F. E Hadamar, 30. Jan. Im nahen Niederhadamar stürzte der 28 Jahre alte Landwirt Müller vom Gebeuncn» gerüst derart in die Tenne, daß er schwere Verletzungen am Kopfe erlitt und kurz darauf verfchied. Au« Starkrnburg. * Sprendlingen, 30. Jan. Dem Philipp Gerhardt'schen Ehepaare wurde dieser Tage ein Kind geboren, das zwei fest miteinander verwachsene Köpfe hatte. Das Kind lebte bei dcr Geburt, starb jedoch nach kurzer Zeit. DaS kleine Wesen wurde der Gictzener Anatomie übersandt. * Langen, 30. Jan. Ein kleines Kind geriet hier beim Spielen dem Herdscuer zu nahe und wurde so schwer verbrannt, daß es nach kurzer Zeit verstarb. * Darmstadt, 30. Jan. Jestgenaminen wurde in Offenbach der etwa 20 Jahre alt« Ferd. Ztminer aus Einuhelm, der ge. meinfam mit seiner „Braut" umherzag und in den letzten Mannten In Darmstadt allein etwa 7 Einbruchsdiebstähle au» fnhrtr, so ln einem SBaffengeschöft, einer Schuh- und einer Nähmaschinenhandlung usw Man fand bei il)in aus allen diesen Einbrüchen geftahlene Gegenstände vor. Er hat wahrscheinlich noch weitere Straftaten verübt und wurde hierher einge. ftefett. * BcnShrim, 30. Ion. Zu dem Brandunglück in Dens- Heim erfahren wir noch, datz vor Eintrcsfen der Feuerwehr durch die Nachbarn, die grotze Leitern berbcibrachten, drei Kinder und deren Eltern gerettet werden konnten. Die älteste Tochter verfehlte aber die Leiter und stürzte aus dem zwei Treppen hoch gelegenen Fenster aus die Strotze, dazu »och in einen in der Erde steckenden Lattenpsahtl, dcr sie in der Hüftgegend schwer verletzt •„ Dazu kamen die inneren Ber- letzungen, sodatz das bedauernswerte Mädchen »ach einiger. Stunden von ihren Schmerzen erlöst wurde. Tie Familie hat nur das nackte Leben gerettet, da sie nicht versichert p-aren und das Haus vollständig ausbrannte. Ans dcn unteren Wohnungen konnten die Möbelstücke fast alle gerettet werden. Die Feuerwehr hatte bei der grotzen Kälte und der Stärke des Feuer» große Mühe, die Nachbarhäuser zu retten. » Weinheim a. d. 29. Jan Der 2ljährige Sahn eine» hiesigen Handwerter, war im Oktober v. I. bei einem Ausent. Haft in Elsaß Lothringen sranzösischen Sverbern in die Hände gefallen und hatte stch verleiten lasten, ln den Dienst der Firm, denlegion einzutreten. Van Belsort war er nach Marseille gebracht worden, von wo die Uebersahrt nach Slirika stattsand. Jetzt schreibt der Fremdenlegianär an seine tn Weinheim wah. »enden Eltern einen von bitterer Reue diktierten Brief ans Al. gier, worin er mitteilt, dotz d-, dar« herffchende Eiend jede, Beschreibung spottet. Seit SBeihnochlen selon l«5 Monn.deser- tiert, von denen auch ein Teil enttom. Die wtedereingesange. nen Deserteure werden aber tn den Grsöngnisten sehr schlecht behandelt. Zweimal drei Stunden tö^cch kommen ste in de» Hos de» Eesöngniste, und müsten 00 Psund Sand ans dem Rük. ken hernmtrogen. Einer siel dabei zweimal zu Baben und wurde in» Lazarett gebracht, wo er bald daraus starb. Wie der Brieffchreiber weiter mtlteilt, lammen immer wieder Neulinge an, darunter viele Deuffche. Franklurter Wetierberlchk. Borauslage: Stätteres Tauwetter, meist trübe, zeitweise Regensalle, weiter» Tempcraturzunahm«, SBestwlnde, Hru- und Sttohmarkt. Angesahren waren 1l Wogen Heu, Gezahft wurden sür den Zentner 2Z0 — 3,00 M. Das Geschäft war langsam. Die Zufuhren waren aus Oberheffen und dcn Kreise» Dieb urg und Hanau. __ Lerantwartlich I d Echriftleitung: Otto H t r l ch k I, Friedberg: sür den Anzeigenteil: Karl Sch ml dt, Friedberg «. & Druck u. Beitaj d, „Reuen Tageszeitung" A -E, Frtedberg :. H, :>jt. z 5 diene Tagesjtttnng. greirag, dt» so. Januar 4814 Samstag, den 31. Januar 1911, nachmittags 4 Uhr ndet fm Gasthaus „Zum goldenen Löwen" i» Hanau eine orkitntlithc ÜJiUdItcilcrucrfammfnufi :ait. Zu dieser Versammlung werden die Vcreinsmitglieder ein geladen und gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Die Herren Vorstandsmitglieder weiden gebeten, zu einer Vorstandssitzung sich schon um 3'/- Uhr in dem genannten Lolale ciuzufinden. Tagesordnung: 1. Mitteilung des Vorsitzenden über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1813. 2. Abhörung der Jahresrechnung pro 1913. 3. Wahl der statulengemäh ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 4. Festsetzung des im Jahre 1914 zu erhebende» Eintrittsgeldes 5. Verschiedenes. Kaool,Haufe», den 22. Januar 1914. Pferdeorrstchrrnngsoerrin für den Landkreis Hanau I. A.: C > autz, Bürgermeister und Vorsitzender. Nutzholz-Bersteigerung im Nieder-Weiseler Eemeindewald. Donnerstag, den 5. Februar l. Js. werden im Distrikt Buch' wald und Langlcheid meistbietend »ersteigert: 7 Fichten-Stämme 7,33 stn, 23—30 cm stark bis 24 m lang) Bau 300 „ „ 90,96 „ 12-24 „ „ „ 22 m „ ) holz 5 Kiefern-Stämme 1,51 „ 25—27 „ 5 m „ 540 Fichten-Derbstangen 22 km. 7—10 cm stark bis 18 m lang 686 Fichten-Reisstangen 3,72 Im, 3—6 cm stark darunter Bohnen stangen. Anfang und Zusammcnkunst vormittags 10 Uhr im Distrikt Luchwald auf der Klöppelbrunnenfchneise, Kreuzung der Huneburg schneisc. Rieder-Weisel, den 28. Januar 1914. Erotzherz «gliche Bürgermeisterei Niedcr-Weisel. Krausgrill. Jagdverpachtung. Montag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr, soll in der Wrrtschast des Karl Friedrich Reibert die am 14. Februar d. Js. fällige Feld- und Waldjagd aus weitere 6 Jahre unter den bei der Versteigerung dekanntgegebenen Bedingungen verpachtet werden. Die Waldjagd hat einen vorzüglichen Rehbestand zu verzeichnen und ist der Jagdbezirk von der Bahnstation Höchst a. d. N. (Stod heim-Bilbel) in 25 Minuten und von der Bahnstation Ostheim- Windecken in 45 Minute» zu erreichen. Himbach, den 28. Januar 1914. Geotzh. Bürgermeisterei Himbach: Schäfer. Zagdverpachtung. Donnerstag, den 5, Februar l. I»., vormittags 11 Uhr oll die hiesige Gemeindejagd, bestehend aus 280 da Feld und 60 da Wald, auf weitere 9 Jahre verpachtet werden. Der Jagdbezirk ist von der Station Obsr-Widdcrsheim und Grund-Schwalheim in 10 Minuten zu erreichen. Dis Verpachtung wird im Eemeindesaal abgehalten. Unler-Widdersheim, den 27. Januar 1914. Grotzh. Bürgermeisterei Unter-Widdersheim. _ Schneider. Jagd Verpachtung. Samstag, den 21. Februar 1314, nachmittags 1 Uhr soll in der Wirischajt des August Kirchbast dahier, die der Gemeinde Ulia zuitchende Wald- und Fcldjagd, unter den bei der Verpachtung belannt gemacht werdenden Bedingungen in 4 Abteilungen, auf weiters 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Utsa, den 27. Januar 1914. Erotzherzogliche Bürgermeisterei Ulfa. H o s m a n n. Me- u. Mn-Mllon Darmstadt 10. Februar 1914 veranstaltet von der Landwirtschaftrkammer für Hessen. Skste Gtlegciihkit {»tu Ankauf gut. pfkrdmatrrials. Prograuime und Auktionsbedingungen sind durch die Landwirischaftskammer in Darmstadt erhältlich. Kataloge (berechtigen zum Eintritt) sind vom 25. Januar ab gegen Einsendung von 0.50 Mk. erhältlich. Lpct.: Filtbeil, Lalle, Pichl Kager in Gips-, Krride- rsrdhktüt.K.,8k!kfSN 355 Dkckkri-n.^alstrn-R»I,rr» •• VLSLL-- !l!iÖ .! ü 1 '3 !U !l T f 11. in 6 prachtvollen Summen. Große Ersparnisse kann die Hausfrau gewinnen, wenn sie die millionenfach bewährte Cchuhkrem ! E1 n » 3 i | teil mit Spoi sieb in ihrem Haushalt verwendet- Jabnkant: Rud. Ctarcke, Melle i. H. tjm ~ ” || Aitien-Welsabnk Groß-^ertttt empfiehlt ihre 8 Tttkkcililhuitztl ut'.ö M in vorzüglichster Qualität billigst. «gl Preisofferten und Muster aus geft. Ansragc. I Ttipktni- nnb Liitslkttchlttts Jean Kogler u Frikdbkkg, Äflifcrftr. H. ■ ^ Suche sofort jüngeren Hausburschen sowie für Ostern einen Lehrling aus achtbarer Familie. K. Kranb, Friedberg, h»i,»iol»-re»- >»d skl>l>»lkß,u,klch«It. Für mein Colonialwaren- u. amengeschaft nehme ich für >stern einen Jungen mit gutem Schulzeugnis als Lehrling Ferdinand Damm Friedbrrg, Saiserstralfe 88. Telefon 452. Ein tüchtiges Dienstmädchen in Bäckerei sofort gesucht. Dasselbe muh 2 Kühe melken können. Off, an d. Exp, d. Neuen Tgsztg. Jim tatmm Friedberg i. H. Inhaber: (Otto GUermeier. <0«ie» bürgerlichen Ulittag- «. Abendtisch im Abonnement 70 — 60 pfg auch Zimmer mit » ohne prn. sto». prima Apfelwein Kier-Ausschantz d. Kranerel Ulindecher. 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Februar, abends l, im Saale der „Loreley" x-, i Usihiüizll mit allerlei Belustigung Husaren-Polonaise Eintrittspreise: jMashirrtc frei. Hidilmothitrlt 4« Jlfj. Hierzu ladet ergebenst ein Das närrische Komitee. Lrirdbrrgrr Fniljjn-rs- findet Dienstag, den 24. u. Mittwoch, den 25. Febr. statt. Dienstag, den 74-1. Februar findet Prämiierung lrlbst- ocjiichtcter Fohle» statt »nd werden hierzu von dem Fandcs- Pferdezuchtoercin, dem tandw. Kammer-Aushchnst, dem jlferdrmarkt-Komitee «nd der Stadt Friedberg anjrhnlich« Keiträge bewilligt. Am 25. Februar nachm. 4 Uhr: Derlofnug von 5 schöne» Arbeitspferde» (auf dem Markte angelaust) sowie von sonstigen Haus- u. landwirtschaftlichen Gegenständen, im ganzen 7400 Gewinne DM- Lose ä l Mark "W 8 sind zu beziehen durch die Herren A. Kirsch »nd Wilh. Trapp m Friedbrrg. Das Dferdemarlit-Komiler. tniäetraieiie Genossensitiatt mit üsscltranltiar tiaiOUiiit. Gegr. 1864. lteichsbank-Giro-Coiilo. Tel .-No. 15. Entgegennahme ton Spar-Einlagen. Provisionsfreier Checkverkehr, Conlo-Corrent-Credit- Gewahrung. Diskontierung von Wechseln, Ä Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren. Beleihung von Wertpapieren, An- und Verkauf von Wertpapieren, X Einlösung von Coupons etc. X Vermittelungailer in das Banklach einschiagen- den Geschäfte zu den mässigst. Bedingungen. Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Sales) in verschied. Grössen vermietet werden, KeicSeabtsiigcn aut alle an den deutschen Börseu zur Auflage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von uns zu den Ausgabe=Bedingungen angenommen, ohne daß dies in den einzelnen Fallen B»eMORt«l«»rg bekannt gemacht wird. i mtred lihof, Bad-Heim Helzungs- a. LuftungsaDlagen , - »Iler Systeme - Dampfheizungen Nlederdruckdampftiefzongen Abdampfhetzungen Warmwasserheizungen Luftheizungen Warmwasseruersorgiingen Brunnen- und Pumpenantagen Komp!. Wasserversorgungen lür Staute, OSrl.r, iMd- kluser und Industrielle. Haus-Installationen für Gas - und Wasser- mit den neuester, Einrithtunges • Wasch- und • Bade Einrichtungen Elektrische Lieh !- und Kraftanlagen. t. L » Beilage zur „Ncucn Tageszeitung I __Freitag, den 30. Januar 1014. 4 t Viedcnklaye. 7\ )aisrgung ). !■ nr.r. I<>IH Friede zu Munster (öüjähriger Krieg r>..u>r>et.t 1815, i*orI (Hcrof, Liederdichter, geb. — 1817 V Edikt über die Preßfreiheit. — 1832 Staats- .minister o. Thielen geb. 18515, (lieh. .Kominerzienrat Herinan» Grnson f. A«» aUer ivelt. Missetat neitischer Kinter. Aus Lemans im französischen - :p. ;.mcnt Sailhe meldet man dem .berliner Lok-Anz." el. :cn Fall von schaueilicher Rohheit in Kindergemütern. Ein tjahrigcr und «in Zjahiigcr Knabe haben aus Eifersucht da- >ub:r, dag dem 18 Monat« alten Schwesterchen von der Mutter m:br Leckerbissen zugcstcilt wurden, das Kind mit glühender Kohle überschüttet. Als die Mutter heimlehite, fand sie das Kind in hoffnungslosem Zustand. D:r Polizeihund. Aus Leipzig wird geschrieben: Was «in Polizeihund zu leisten vermag zeigt folgende, Vorkommnis, tas si>t> in dein Vororte Wahren bei Leipzig zutrug: Als man am Donnerstag in einer Wahren«! Fabrik bei einer Streiterei »olizeiliche Hilfe hcrbeirusen wollte, fand man di« Fernsprech- l-.üung von der Fabrik »ach dem Postamt böswillig durchschnitten. An der Stelle, wo der Leitungsdraht durchtrennt war, uiibolle man anscheinend noch frise Fußspuren. Das Pat-zei- ant wrde um Zusendung eines Polizeihunde» ersucht. Dieser nnhm unter Führung eines Kriminalbeamten an den hinter, lussencn Spuren Witterung, verfolgt« di« Spur nach dem Garten und von dort aus weiter über den Fabrikhof noch einem Keller. Von hier aus führt« der Hund den Beamten nach dem Maichineuhause nebenan, wo er schließlich den Maschinisten durch Aiibellen stellte. Der huiK, versaht« di« Spur »in zwei- tesmal mit derselben Sicherheit wie beim eisten Mate. Ria» nahm infolgedessen den Maschinisten ins Verhör, der nach kurzer Zeit auch zugab, di« Leitung zerschnitten zu haben. Ei» vermegenee Bandit. Zn der Nähe von Zalson hielt «ln Bandit den Mnhigan-Zentralschnellzug an, raubt« mit vorge. lalienem Revolver di« Passagier« au» und zwang den Wetchen- rever, die Beute einzusammeln »nd zusammenzupacken. Mord an eine« »eutlch«, Metzgersseau in China. Zn Schanghai, der gröszten Handelsstadt Chinas, ist, einer Drahtmeldung zusolg«, die Gattin des deutschen Flerschermeister» Richard Staumann ermordet ausgesunden worden. Der Mord, der in rüher Morgenstunde begangen wrude, hat ln Schanghai graste Auslegung verursacht Die Frau war schrecklich verstümmelt. Der Kopf war beinah« vom Rumps« abgetrennt, «in Arm nahe- pi abgehackt; ferner hatte der Mörder ihr mehrere Finger ab- zcschnitten, offenbar, um sich in den Besitz der Ringe »u setzen. Der Wert de» entwendeten Gelbe» und der gestohlenen Juwelen wird aus annähernd 4000 Pfuick, geschätzt Der Mann der Getöteten. der ein grostes Geschäft in Schanghai befitzt, befand sich zur Zeit de, Mordes tm Hospital. Di« Frau war mit einem chinesischen Diener allein zu Hause, der jedoch der Tat nicht verdächtig ist Znsammenstost zwischen Irajektbooten aus dem Bodens»«. Am 27. Januar stiest da» Trajektboot Konstanz Bregen, mit bayerischen Irajektkähnen Lindau » Romanshorn auf der höhe von Schachen zusammen. Di« bayerischen Trajektkähne rannten in das Heck de» österreichischen Dampfschiffes „Austria" d:, s erheblich beschädigt wurde, doch schwimmfähig blieb Nach and.rthalbstllndigem Aufenthalt konnte» di« Fahrten nach None nshorn und Bregenz fortgesetzt werden_ Zur Erinnerung an den Deuhc/t -üärmdte/t Ür/ea Am 1. Februar 1864 überschritten die Preußen die deutsche Grenze, womit der Krieg seinen Anfang nahm. Wir bringen zum 80. Gedenktage die Bilder zwei ,»m Gedächtnis errichteter Denkmäler. Vergiftung. Der Arbeiter Ntchard DSbler in Reinickendorf versuchte sich da» Leben zu nehmen, indem »r Lysot trank. Seine Fra« enteist ihm das Gift, lief auf dt« Strast« und trank ebenfalls. Man bracht« die Unglückliche in ihre Wohnung, wo mon auch den Mann schwer verletzt oorsand. Di« Frau erlag nach kurzer Zeit ihre« Verletzungen. Der Man» wurde in lebensgefährlichem Zustand« ins Krankenhaus gebracht. Verurteilung «Ms Defraudanten Der Rentmeister Köhler, der Berwalter de» Grasen Lynar-Ltndenou wurde vom Gör. litzer Landgericht woge» Veruntreuung »an einer halben Mil- ltvn Mark zu drei Zähren Gefängnis verurteilt. Todesfahrt aus Skier». Au» Fretburg wird gemeldet: Der Student der Medizin Han» Ehrhardt rannte auf einer Skitour an ein« Tann«. Ein Ast drang dem jungen Mann« in den Unterleib und der Unglückliche erlag nach kurzer Zeit seiner schwere« Verletzung 2» Zuchthau, gestorben. Zn der Ebcrbacher Strafanstalt starb der Mörbe- Beuitel, der Pfingsten 1012 auf dem Katzenbuckel den Stuoenten Hilmar Arje» erschossen hatte und vom Mannheimer Schwurgericht zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden war. Verhaft»»«. Zn Bologna wurde ein Mann überrascht, als er in einem Hotel wertvoll« Schmucklachen stehlen wollte. Er wurde verhaftet, weigert« sich aber, seinen Namen anzugeben. Durch di« Veröffentlichung seiner Photographie im internationalen Fahndungsblatt stellt« es sich heraus, dost man «inen langgesuchten internationalen Hoteldieb namens Eittig aus Frankfurt a. M. festgenommen halt«, der von zehn Staatsan. waltfchasten Deutschand» gesucht wird. Gasvergiftung. Zm Zentrum der Stadt Breslau bewohnt In der Weitzgerbechraße di« Familie des Doch und Schiefer- deckermeisier, Ncinhold Mer, die «ist, Etage de» Haufe, »I» 04. Al, sich gestern früh im Haus« Gasgeruch bemerkbar mach!,, orrfuchten Hausbewohner, sich Eingang zu verschaffen. Ds nicht geöffnet wurde, erbrach man die Borplatzlüt. Zn einem Zimmer fand mon die ganze Familie tot auf. und zwar den 00jährige« Reinhold Merz, feinen lkjährigen Sohn, sein« >4 jährig« Tochter Martha, seinen 8jährig«n Sohn Paul, die 48 jährig« Schwester de. Merz, Frau Helder und die 20jährige E. Ferenz, ein« Nicht« de. Merz. Polizeilich wurde sestgestellt. dost Merz den Abend vorher mit einem Mädchen, mit dem er ein Liebesverhältnis unterhielt, noch Haufe kam Als sie fein« Bitte, mit ihm htnaufzukommen, ablehnte, soll er erwidert hoben: „Dann fehen wir uns nicht wieder " Zn feiner Wohnung hat dann Merz den Berschluh der Gasleitung gewaltsam «nt- ser«t. Unglücklicher Ausgang «ine, Boxtampsc,. Ei» in der Geschichte der Boxkämpfe beifpiellojer Match hat sich in einem Pariser Variete abgespielt. Der inoffizielle Weltmeister San, Langsord war einem besonderen Boxkämpfer 0. Curran gegen, iibergest«llt worden. Alan hat dem Molch mit groster Span nung entgegengesehen. Wenn auch dt« Ueberlcgenhrit Lang, fords nicht angezwetfelt werden konnte, so war doch der Eng. länder bisher noch nicht geschlagen worden. Da» Maichend« brach!« grohe Ueberrafchung, denn es gelang Langford leinen Gegner in 6 vier Fünftel Sekunden kampfunfähig zu machen. Zn dem Moment, als die belden Gegner einander gegenübcr- Iraten, gab Langforb Curran zwei heftige Schläge, den einen gegen das Kinn, den anderen gegen di« Schläfe: sodost letzterer umficl und etwa 10 Minuten 5 ' "ininaslos liegen blieb Znm Pflngeisen. Roman von M. Prigge-Brook. 11 (Forffetzung). Tante Luise nahm die Nachricht ihrer Verlobung besser ans. Aber auch sie zeigte sich nicht beglückt. Zwar um- arinte sie in der ersten Niihrnng die Pflegetochter und meinte, was wobl die Eltern dazu gesagt hätten. Nachdem sie zu sich kam, sprach sic sich anders auS. „Wenns nur kein Fremder wäre, Roscmoriechcn, ein '."'iinn. den keiner ooiijnS kennt." „Aber Tante, vergißt Du denn, daß Walter zwanzig Ire im Dienste der Firma stand?" ,.?» selber hast cs ansgcsprochen. Er stand im Dienst". >:! rbrach Luise das Mädchen. „Die Sebalds haben nie • N.;4. Und auch Dir. geliebtes Herz, wird cs recht schwer i p. von Deiner Höbe bcrabzustcigen." „Wie soll ich dar verstehen?" fragte nun Roscmarie j empört. Tein künftiger Mann wird doch zweifellos eine Stel- 1 auaehmen. Hier ist nicht Platz für ihn, der Ohm . -ft genug davon gesprochen. Was wird dann ans Euch i.nj Galt willen", seufzte die junge Braut recht >.! Ihr bräutliches Emplinden litt unter der Er- dieler praktischen Fragen, an die f • am liebsten gar . <> b> tüftle. Blieb ibr doch kein enn der ■ blttlich blieb, mußte sie doch 7 inr Schwur sie. Und ffioltcr? Unmutig 'tt den Gedanken • . Der Cfim mußte nochgeben, et . iufl nicht anders. je Luise überwand ibr Mischet en. Im Grunde l r Schmidt nur zu gut. Daß sie für Rosemarie an glü hendere Partie gedacht halte, mußle sie zu verweisen suchen. Schließlich entschied das Mädchen allein. Sie war lchan i.ner selbständig. Rosemarie an sich ziehend, vertiefte sie sich in Aiisslencrbesprcchungcn. «Kisten »nd Kasten sind gefüllt aenna. »m zwei 5 '*4er auSzustatten", erklärte sie stolz. „Selbst wenn Heinz den Teil bekommt, den ihm Dein Mütterck>en bestimmt hat, für den Fall, daß er einmal eine Frau nimmt, daß alles zum Alten paßt, sagte sie mir als ich die reichen Silberschatze bewunderte. Dein Teil geht aus dem Hause." „Tante", Rosemarie richtete sich auf, „vergißt Du, daß ich hier bleiben muß: ich daif doch Heinz nicht verlassen." „So hat Rose das doch nicht gemeixit", antwortete die Gute unbehaglich. Allerhand Möglichkeiten gingen ihr plötzlich auf. „An Deine Heirat wird Mama im Augenblick nicht gedacht haben", tröstete sie ohn» Bedenken. „Natürlich bebt ein Versprechen das andere auf, das ist doch selbswcrständlich. Tas Weib bängt d«m Manne an." „Aber ich bitte Dich, Tante, denkst Du im Ernst daran, daß ich meinen einzigen Bruder verlassen könnte?" „Dann muß Dein Mann die zweite Geige ipielen, als Mann seiner Frau. Ob sich Herr Schmidt zu der Rolle eignet?" Rosemarie stöbnte laut. Wo blieb ibr Glück, ihr strahlendes, beraulchendes. auf das sie ihre Zukunft erbaut l Sie verpflichtete die Tante znm Schlvcigen, cb sie sich zu Ehlers beaab. Unterwegs faßte sie all' ihren Mut zusanimen. Der Alle wußte bereits, was sie wollte. Luhn hafte ihn kommen lassen, »nd ibn gebeten, ans Rosemarie einzuwirken, daß sie nicht die Beute des Fremden werde. „Mir mißfällt der Kerl", batte der Alte hinzngefügt. „Der ist am Ende eigens aus China gekommen, um sich das Mädel zu holen." „Eher bat cr'S auf den Alten abgesehen", antwortete Ehlers. „Don Rosemarie wutzje er nichts. Er wird ihre Existenz vergessen hoben, dafür war er über die sonstig"» Verhältnisse hier orientiert und bat gewußt, daß ineine achtzig Jahre nicht lange mehr ftandbaltcn. Daraus baute er ,;- p. wenn alle: ander? wäre, ich gea"ii den Mrnn an nichts zu sagen batte. Er versiebt seinen Kram, bat Mut und Zuversicht, die mir unter den jetzigen unaünsiiaea Verhältnissen allmählich abgchen. Hätte er sich nur nicht in unsere Roscmarie verliebt I Das ist ihm nicht ernst. Ach beobachte ihn auch, wo er inich nicht sieht, und muß gestehen, mein Mißtrauen steigt. Es ist ihm weniger »m das Mädcktcn, als um ibr Geld z» tun. Dazu ist sie zu sch'de allein Kf»n wider- sticbe ich ihrem Plan, mich kurzerband aus- Altenteil z» setzen. Warten wir's ruhig ab, einstweilen ist keine Gefahr. Wir wollen Rosemarie hinbalten, ibr tagen, daß sic sich prüfen soll. Tic Zeit benutze ich. Erkundigungen einzu- ziehen. Geht alles gut, so kann ich in vier Wochen Nachricht geben: wenn bis dahin nur keiner davon erfährt." So hatte Jakob Ehlers gesprochen, sein Freund ihn zugestimmt. Der Alte empfing das Mädchen freundlich und bot ibr den Platz neben seinem Pult. „Ich weiß. waS Du mir sagen willst. Kind", begann er, ehe sie sprechen konnte. „Tu bast Dich mit Schmidt verlobt. Ich will nicht sagen, daß Tu damit bättest warten kbnnen. bis wir ihn näher kennen gelernt, auch nicht, daß er bester daran getan, sich vorher eine Stellimg zu s»a>». ebc er um Tick- warb. ES ist geschehen. Ich weiß. T» willst ich soll ihm meinen Platz cinränmcn " „Ni mm's nicht so. Obm". bat das Mödck-en weich. Di, alte Liebe zu Jakob Ehlers erwachte, nun sie ihm gegen- iiber stand und leine Treue empfand. „N'n'ws nicht to. T» sollst nickst weichen, nur Walters Hilfe Dir gelallen lassen, weil Tir's doch auch schon sauer fällt." „Ich babe vertproeben, Heinz s Erbe zu bäten, ich muß mein Wort hotten. Was Schn'idt fordert, kann ich »'?> tun. Nicht neben, nur unter mir chöa.ite lein Platz l.'iu, den nimmt er nicht. Bleib« ihm nur übrig. d"n Dir, 'Nor. Posten der Vommertckien Landesbank in Posen, den ich ibn vkrschafte. anzuncl : icn." „Davon bat er mir gar nicht gesagt", unterbrach Nase Marie ibn verwirrt. „Glaub'S wobt. K'-nd. Ta» ist nickst, was er will -> rrn Schmidts Sinn strebt > "'er. der möchte H-.rr im Pflngeisen Ski«, L Nr. 2» ^eue Tageszeitung. Freitag, de» 3». Januar 191J. Indianer von Wölfen Überfällen und zerfleisch«. Wie LUS Minnesta gemeldet wird, entdeckten Waldläufer die vollkom- mcn zerflejfchte Ccid>c eines Indianers. Um ihm herum lagen di« Kadaver von neun Wölfen. Aus den Spuren hat man sich folge,rdes Drama konstruiert. Der Indianer wurde von einem Rudel hungriger Wölfe überfalle». Er verfchest sämtliche Patronen, di« er bei sich hatte und wehrte sich bis zum Schluffe mit feinem Messer bis er erlag. Die Opfer der letzte» Schnceftürme. Die letzten Cchnee- ftürme im Botanischen Meerbusen hoben zahlreich« Menschenleben als Opfer gefordert. In Kronstadt, Oranienbaum, Pe- lerhof und anderen Küstenstädten werden zahlreich« Einwohner vermitzt, die augenscheinlich während der Stürme erfroren sind. Di« Umgebung wird Tag für Tag von Soldaten, die von Hun. den begleitet sind, durchsucht, um die Leichen aufzuspüren. An einem einzigen Tage wurden allein 40 Erfrorene aufgefunden. Todessturz Lee Temples. Der Aviatiker Lee Tcmple, der bekanntlich der erste englische Flieger war, der Sturzflüge a la Pegout aussllhrte, ist aus dem Flugfeld« zu Hendon tätlich verunglückt. Lee Temple hatte verschiedene wohlgelungenc Flüge ausgeführt, als er plötzlich von einem Wirbelwinde erfaßt rorr.de, der so heftig war, daß der Flieger sich nicht mehr in der Lust halten konnte und aus einer Höhe von ca. 25 Meter auf die Erde stürzt«, wo er tot liegen blieb. Der Flieger stand erst im 22. Lebensjahre. Im Schlafzimmer erstickt. Zn Kattowitz wurden die beiden Söhne des Gastwirts Scheeler, die vermutlich mit Streichhölzern gespielt hatten, im Schlafzimmer erstickt aufgefunden. Reoolverkampf zwischen einem Verbrecher und Polizeibeamten. In Kattowitz wurde der russische Verbrecher Formill, der zwei Kriminalbeamte, die ihn verhaften wollten, auf der Flucht durch zwei Revolverfchüsie schwer verletzte, wurde in der vergangenen Nacht von einer Patrouille von Kriminalbeamten di« die Verfolgung ausgenommen hatten, gestellt. Als diese zur Festnahme schreiten wollten, setzte sich der Verbrecher zur Wehr und eröffnet« «in lebhaftes Feuer auf die Beamten, die ihrerseits ebenfalls nicht zögerten, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Zn dem Feuergcfecht wurde Formill erschaffen, während die Kriminalschutzleut« ohne Verletzungen davonkamen. Pulvcrerplosion. Aus Genua wird gemeldet, In der Pul. verfabrik von Erczzo hat sich ein« heftig« Explosion ereignet. Der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften bemächtigt« sich eine Panik, da sie annahm, daß di« Gegend von einem Erdbeben heimgesucht würde. Durch die Explosion wurden 5 Arbeiter getötet und eine groß« Anzahl verletzt. Eifcrfuchtsattcntat gegen di« eigene Mutter. Ein Effee- juchtsattentat gegen ihre Mutter und deren Freund verübte ein« der Madrider guten 'Gesellschaft angehorige jung« Dam«, di« ISjährig« Maria Cruz, di« di« Liebe zu ihrer Mutier mit niemanden teilen wollte. Als sie ihre Mutter mit ihrem Freund wieder daheim zusammentraf. «rgrtff sie ein« Flasch« mit Vitriol und entleerte die ätzend« Flüssigkeit über beide. Ei« wurden auss schrecklichste verbrannt «nd verloren das Augenlicht. Maria Eruz wurde verhaftet. Sie entschuldigt« ihre Tat da. sein. Doch so lange ich die Augen offen habe, hüte ich die Herrschaft für Heinz." „Tn tust ihm unrecht", erwiderte der? Mädchen streng. . Es ist auch meinetwegen, weil ich Heinz nicht verlassen sann. Tn weiht, was mich bindet." Ehlers sah Rosemarie aufmerksam an und legte seine zitternde Greifenhand auf ihre Schulter. „Kind", sagte er weich, „wenn Du ihn liebtest, wie man lieben kann, wie Deine Mutter ihren Jobst geliebt, Tn sprächest so nicht. Du dächtest nicht an Heinz, nicht an das Pflugciscn, »och an die Firma I lieber alles folgtest Tu dem Manne, den Du Dir ansgcsncht. Aber cs ist anders f* : 'i Euch Ich Iroffif, er hätte Dich gebeten, ihm zu folgen, wohin sei» Schicksal ihn fährt. Aber sein Schicksal, denkt er, ist die Firma »nd Roscmaries Hand. Den Abgang des Alten kann er im Notfälle envarte», wenn der sich nicht fügt." „Sck>äme Dich, Oheini", rief Rosemarie mit blitzenden Augen, „das hätte ich nicht von Dir gedacht, Walter einfach schlecht zu machen, ehe Du seine Absicht kennst. Ich bin überzeugt. Du tust ihm unrecht. Er will und sucht nur mich. Und wenn ich könnte, ich folgte ihm lieber heute wie morgen, Ihr seid seiner nicht wert." Empört lief sie fort, den Geliebten aufzusnchcn, er sollte ihr Rede stehen. Sie fand ihn im Garten. Bei ihrer An- Näherung lieh er das Buch, in dem er las, sinken! er stand ans und sahtc ihre Hand. „Nun, Liebling?" Er führte sic in die Laube, in der er neben ihr Platz nahm. „Alle sind wider »ns", klagte sie aufgeregt. „Der Groh- balcr will nichts von Dir wissen, dem bist Du der Fremde, den er nickst kennt, obwohl Tn schon zwanzig Jahre in Verbindung mit dein Haufe stehst. Toch lassen wir ihn. Er ist alt und findet sich schwer in neue Menschen, aber er hat mich lieb." „Und Herr Ehlers?" fragte Walter, der sich kaum inehr l-chrrrschtc. „Den fand ich auch nicht zugänglich", berichtete Rose- niarie. Aber er lebnt doch nicht jeden Gedanken an eine Verbindung zwischen uns beiden ab. In einem Piuikie nur scheint er unerbittlich. Von feinen, Posten geht er nicht ab, »nd nur unter, nicht neben ih,n sei Platz für Dich, wenn Tu bleiben willst." „Wie kann ich anders, loenn Tn nicht gehen kannst, Kind--" „Sieh einmal davon ab", bat Rosemarie mit zuckende!» Lippen. „Sie haben mich irre geinacht an der Heiligkeit meines Versprechens, das mir die Nichtfchnnr meines Lebens war, schließlich sogar an Dir." Sie schluchzte plötzlich, das Herz tat ihr weh. . (Fortsetzung folgt), mit, daß sie befürchtet habe, der Freund würde die Liebe ihrer Mutter von ihr abwenden. Vanderbilt gerettet. Aus New-Orleans wird gemeldet, daß dort ein Telegramm aus Eolon, Panama, eingetroffen ist, dem. zufolg« der amerikanische Multimillionär Vanderbilt und seine Gattin sowie der Herzog und die Herzogin von Manchester und Lord Falconer, di« sich auf de: Yacht des Millionärs „Warrior" l «fanden, und di« bei Kap Aguatra strandeten, gerettet worden find. Die ersten Hilfssignale, di« die Vanderbiltfche Yacht aus- fandie, fing der Dampfer „Fruitera" von einer amerikanischen Bananen- und Ananas-Zmportgesellschaft auf, der auch die Passagiere an Bord nahm. Die Yacht befindet sich in einer sehr gefährlichen Lage und gilt als verloren. Betrügerffcher Bankerott. Aus Newyork wird gemeldet I Einer merkwürdigen Handelsgesellschast hat di« Polizei jetzt das Handwerk gelegt. Es handelt sich um einen Verein von Banke, roticnren, der aus Deutschen besteht, die vor ihrem finanziellen Nnin standen. Gegen eine gewiffe Gebühr wurden den Vereinsmitgliedern falsche Bilanzen geliefert. Der Verein nahm auch groß« Warenlager in Gehcimdcpcts auf und verwahrte sie dort bis nach Schluß des Konkurses. Die Entdeckung erfolgte, weil die Behörde durch die groß« Zahl von Konkursen in der letzten Zeit stutzig geworden war, besonders durch den Bankerott eines großen Modewarenhaufes, bei dem 2 / Millionen Passiven nur 15Ü 000 Dollars Aktiven gegenäberftanden. Eine Reihe von Vereinsmitgliedern wurden verhaftet. Humoristisches. Gemütlich. R'chter tznm Angeklagten): „Also räumen Sie die Tat rin," Angeklagter: „Wozu woll n wir uns lang« 'rumstreiten, wir wollen uns einigen — wenn Sie mit di« Untersuchungshaft anrcchnen, geb' ichs zu — sonst streit« ich und laffe alle Zengen vernehmen" — Richtige Antwort. Zwei Damen steigen in den Straßenbahnwagen. Ticker Herr: „Warum stehst du denn nicht ans und läßt eine von den Damen sitzen?" Kleiner Zunge: „Warum stehen Sie denn nicht aus und lasten beide sitzen?" Der „Uebertanz". Aus Paris kommt die Nachricht, daß schon wieder rin neuer Tanz ersuirden worden ist, der dem viel- bewundertcn und vielgejchmähten Tango Wettbewerb bereiten soll. Und dieser neue Tanz heißt „Mctachore". Eiu« Dame hat ihn erfunden, das Fräulein Valentine de Caint Psini, eine Eroßnicht« d«s berühmten Dichters Lamartine, Bescheiden, wie Autoren nun einmal zu sei» pflegen, nennt Fräulein von Saint-Point den von ihr erfundenen Tanz den „lleber- tanz" und erklärt ihn famit für die schönst« und vollkommenste aller bisher bekannten Tanzarten. Sie hat ihn selbst auf einigen Nachmittagrtees begeisterten Zuschauern gezeigt, aber man kann, so schreibt man, bezweifeln, ob der „Uebertanz" allgemeinen Eingang in der Gefellschaft finden wird, wen» man hört, daß er — mit n»bekleideten Deinen getanzt weiden muß Die Metachor« ist, so versichert Fräulein von Saint- Point, „getanzte Poesie". Die jung« Dame ist nämlich im Hauptberuf Dichterin und es sind ihre Gedichte gewesen, die ihr den Rhvthmus der Metachor« eiugegeben haben. An «ine b«, stimmt« musikalische Weise ist bei Tanz nicht gebunden. Jede einzeln« Figur des Tanzes entspricht einem Gedicht seiner Urheberin. Man muß also ihre Gedichte kennen — und das ist vielleicht der Grund, aus dem die Großnichte Lamartinrs unter die Tanzersinderinnen gegangen ist..... Aus der Heimat. * Ans Ober Hetzen, 20. Jan Der Hest. Bauernverein plant in F r > e d b « r g dir Errichtung eines Lagerhauses. * Langsdorf, 29. Inn. Am vergangenen Samstag Abend sprach Herr Professor Itrstadi-Gietzen in der fiiastwirt- schaft „Zur Traube" hier aus Wunsch der hiesigen Mitglieder der fortschrittlichen Bolkspartei, über „Tie Entwickelung des Banernstandcs". Ter nur schwach besuchte Vortrag brachte weiter nrchks Neues, war aber in feinen einzelnen Ausliih- rungcn recht interesiant. Der Vortragende führte die Ent- fichung des Privatcigcutuins, der freien und unfreien Bauern, der Hörigen und Leibeigenen, dcS Adels inrd ihres Grundbesitzes vor imd wieS nach, daß sich einzelne Cinrich- tungen ans der alten Germanenzeit noch teilweise bis heute erhalten ltabcu. Der an sich unpolitisch gehaltene Vortrag, ließ jedoch durchleuchten, mit welckrer Absicht jetzt die sort- !chritilick)e Voiksparie! zu den Bauern aus die Dörfer kommt. Letztere sollen überzeugt werden, daß auch die Liberalen tr arme Herzen für die Bauern haben. Dieses wird ihnen jedoch nie gelingen, denn die Bauern denken noch a» -die schweren Caprrvi'schcn Zeiten, >vo sie gerade von den heutigen Liberalen oder Fortschrittlern so schniählig im Stiche gelassen und auch in der Folgezeit immer aufs heftigste bekämpft wurden, sie wissen ganz genau, lvelche Parteien ihnen >» der Not getreulich beigestanden haben und werden dies auch stets dankend in Erinnerung behalten. * Langsdorf, 29. Ja». Am Montag abend feierten in der Wirtschaft ,Lum deutschen Haus" der Kriegerverein Gesanz- verein und Turnverein gcmeinschafilich Kaisers Geburtstag. Der zweite Präsident des Kriegervereins Herr Hermann Kneipp brachie nach einer begeisterten Ansprache die Glückwünsche der drei Vereine zum Geburtstage des Kaisers dar, welche in einem dreifachen Hoch auf das hohe Geburtstagslind und dem Liede „Hei Dir im Sisgerkranz" ausklangcn. Hierauf brachten die Schullinder der ersten Klasse unter der trefflichen Leitung des Herrn Lehrers Leidich eine Anzahl Gedichte und Lieder vor, „Aus Deutschlands schwerster Zeit", „Vor hundert Iah. rcn", von unseren Freiheitsdichtern Körner, Arndt »nd Anderen. Die Vorträge der Kinder, sowie die Lieder des Gesangvereins wurden von der sehr zahlreichen Festversammlung mit großem Beifall ausgenommen, ebenso die wohlgelungenen Vorführungen des Turnvereins. Rach einem herzlichen Danke des 1 Präsidenten des Kriegeroercins Herrn Heinrich Walther an die Erschienenen und Mitwirkenden wurde die Feier offiziell beendet, diese jedoch inoffiziell noch einige Stnnden in gemiit» iichsier Sfimmung weitergesührt. * Gieße», 27. Jan. Der Anssiellungsvorstand für die G,ine,bca»sstellmici 1914. hat in keiner letzten Sitmno de. schic ssen, als Meldeschluß für Aussteller den 10. Februar sest» zusehen. Als Erösfnungstermin für die Ausstellung wurde Samstag, 16. Mai, festgelegt. - Ulrichstcin, 20. Zan. Der Lehrer an der Volksschule in Bo- benhausen 2 im Kreis« Schotten wurde in das hiesig- Gerichts, gefängnis als Untersuchungsgefangener eingeliefert, da er vor dächtig ist, an einem Knaben ein Sittlichkeitsverbrechen began gen zu haben. * Erbstadt, 29. Fan. Am 27. d. M. fand, wie üblirb auf Veranlassung des Krieger- und Militärvererns die Feier des Gebiirtst'.geS Seiner Majestät statt und zwar in der Mörschel'schen Gastwirtschaft. Nachdem sich gegen 8 sih, abends die Räume zicnilich dicht gefüllt batten, begrüßte de, Herr Vorsitzende des Kriegervereins, Seib, mit he, sticke, Worten die Erschienene», besonders auch den patr-ot-i "er Gesang, und Turnverein uird wünschte Allen frohe, fröl'lickn Stunden. Hierauf ergriff Herr Lehrer Kaufmann da? Wort zur Festrede. Zunächst nochmals Rückschau haltend über das Jubeljahr 1913 mit all seinen Festlichkeiten — beleuchtete dann der Festredner in warmen, z» Herzen gehenden Worten die segensreiche Wirksamkeit unseres Kaisers für das Woist des Vaterlandes und Volkes. Tie Festrede, die in all - Teilen als wohlgelungen gelten konnte, schloß mit einem begeisterten Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und dem Gesang des Liedes: „Heil Dir im Siegerkranz". Reichen 7. rul erntete der Festredner. Eine schöne Abwechselung boiea st um die Nom Gesangverein znm Vortrag gebrachten Lieder, v,- auch wit reichem Beifall belohnt wurden. In einer z> irr» Ansprache feierte Herr Lehrer Kaufmann das kleine H.'-mUn der anwesenden Veteranen. Mit zu Herzen gehenden Lst > ten führte der Redner die alten Könrpen nochmals in st st. Schlachtgesildc und an die Massengräber der gefallenen Kameraden und zollte dann herzlichen Dank für Heldenmut nnc Tapferkeit. Seiner Ansprache schloß der Redner die Erm.ih n»»g an: Jederzeit mit Liebe, Achtung und Ehrung den grauen Häuptern entgegen zu treten. Mit donnernden. Hoch auf die Veteranen schloß die Ansprache. Wie bei der Festrede, so erntete auch hierbei der Redner reichen Beifall. Im tr>citcren Verlauf toastete der Lehrer Kausmann noch auf das deutsche Vaterland und auf den patriotisckieu Gesang, und Turnverein. Letzterer erwiderte seinen Dank mit eine»' dreimaligen fröhlichen „Gut Heil". Erst in später Morgen stunde endete die in allen Teilen wohlgelungenc Geburts tagsfeier. Dem Festredner Lehrer Kaufmann fei im Namen Aller nochmals herzlicher Dank gezollt. * Frankfurt ». M., 30 Zan. Di« auf der Eisenbahnbrncke anfgesimden« Leich« wurde als hie des Dienstmädchens Johanna Oertel nur Sochfenhanfen festgestellt. * Alchaffenbnrg. SO. Zan. Der Landwirt Pfeiffer stolpern im Gemeindervald« von Sommerau über einen Grenzstein uni erlitt dabei einen tödlichen Schöbelbrnch. Kursbericht vom 29. Januar 1011 der Mitteldeutsche» Creöitlnink «ktienlapital u. Reserve« SH. 79 000000 gegründet 1856. Franffnrter Börse. f/»R«fch»an!eih« a&«>% 8*/« •/» ' „ ' 87-00. 3V. . 7820 „ 0''» V» Preuß. Eonsol» 87.60 . 3-/. „ . 78.30 . IV» Hesse» 87.1t« „ . 84 80 , 3'/. , Tjj-— « 4V» Oesterr. Goldrente 89.70 „ 4V. V. „ Silbcrrente 83.30 „ 4 V, Ungar. Goldrente 84.95 „ 3 „ „ Kronenrente 83.40 „ 4„ Portugiesen Serie i 82.— 4. , .1U64-. 3 */,•/« Russen r>. 1905 98.— „ 4*/. .. « IE 91.-- 4°/,V, Japaner 91.9 d „ 4V e Türken von 1003 77.— „ IV.Adininistr. Türken 79.40 ., Türkenloose M. —„ IV, »V» Griechen r>. 1890 56.— „ IV. V» Monopol-Griech. —.— „ 3V. Buen.-Air.Pr.Anl. 09. V. „ 3-/.° Silber-Mexikaner Mer.Irrig,Anl. i»/,V. Chinese» sudcrus C.-29. Act. Schuck. Eteklr. Ges. „ 221.80 222 0 Eschwester Berg». „ Bvchuruer Gaßstahl „____ Gel cnkirch.Bergw.Att. 193.75 185.50 135.75 116 — 159 V. 119.25 120.0 255.V, Horpcner Bergbau „ Hambg. Amt. Pak. „ lltordd. Lloyd „ Berliner Handels Aut Mitleid. Creditd. Akt Darmstädt. Bank „ Deutsch- Bant „ _____ Deutsch-Asiatische Bank ll8 50 Diskonto Komm. An«. 593 — Dresdner Bank Akt. 155 -/, Oe st. Creditanst. Akt. 205 25 Lombarden „ '.1.’/, Dtsch-UberseeE.G. . 16060 Oesterr.Slaaibahn „ 355.V. Höchst. Farbwerke „ 63l — Chem.Fabr. Albert „ 452.— Rutgerswerke „ 196 90 Stenua ütomana „ 140 40 Phönix Bergb. „ 24..»/» Griesheim Elektro» „ 265__ Zellstoff Waldhoj „ 226.— Holzoerkohlungs-Znd. 317.10 I-----153.— Jetliner Handels Aut. 160.— )eu! ch' Bank Akt. 254.75 )is°. Kommandit Ant. 192.75 dresdner Bank Alt. 154 75 öet.Znt.Handelsb.Akt. 208.37 iuff.Banks. a.Hand.A. 164.'/, ichantnng C. B. Akt. 133.— Zattimoie ll. Ohio 97.50 Kanada Pacific Akt. 221.’/ a Knies Henri G. B.Ali. 159.62 iürkenloose Dt. 163.r0 136.'/» 67.25 .. —.— „ Laurckhntc 112.75 „ Privatdiskont 119.75 „ Tendenz: schwach. Berliner Börse. Hohenlohcivcrkc Akt. „ Tcutjch-Lnxemb.A.Akt. 134.50 , Laurahütie Akk. 158— „ Obers chtejicr G. 2ikt. 89.75 „ Phönix Bergbau Akt. 230.25 „ Rombacher Hütte „ 15o.— , GelsenkirchenBergir. A. 193.75 , Harpcnei Bergbau Lkt. 184.25 , Allg.Elek. Gejellsch. Akt. 241.'/, . Siemens u. HalsleAI«, 235.25 ( Tendenz: schwach. tchiion Topeka onthern Paersik „ hicago Rock Jsl. „ iisi^lans.u.Tez.R. „ nion Pacific. „ . S. Steel Common,, Londoner Börik. Doll. 100.75 „ 100.V, 14.'/, 242-5 100.— 67.50 'Amalganrnleü Eopp. Doll. Ehartereü llompany Ljtt. Ea>rrano Proplieiary „ Eoldficlds „ Rand R.ines „ De Beers EonioUd 77.'/, 1.07 2.12 2.49 5.6s 1 «.'/, Die Dej!ofitenka>?e Friedi>srg i. H. einpjiehl! sich zur Vermiüluu^ aller kankiuiissigeu Geschäfte An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. 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