•Mtumncr &0 -amsrag. den L4. Januar 1914. 7 Jalirgang Ueue Tageszeitung D>« *)Um itgi.idiMi* eid)1 11 .j,i ii'iu) 300 M <>00 .. «10 „ 200 .. 300 „ 700 „ 150 „ JOO „ iOO „ " 500 * Einnahmen: «MO .H Ausgaben', ,3350 » Erfrag: 1200 -K für 30 Biorgen, mithin kommt auf den Morgen rund I> J'. Dabei ist ein Preis von 20 jH für Weizen und t .H ,ür Kartojfcln pro 100 Kilogramm eingeietzt, geht dieser Preis herunter, so stellt sich der Reinertrag noch geringer. Kommen Maul- und Klauenseuche dazu oder sonst Unsällc ii» Stall, so ist wohl von einem Ertrag überhaupt keine Rede mehr. Selbstverständlich ist obiges Beispiel nicht maßgebend für alle Betriebe. So kann die Einnahme au? der Milch erhöht werden, dann müssen aber auch die Ausgabe» sür Kcast- sutter gesteigert werden, so daß der Eisekt der gleiche bleibt. Aus alle Fälle zeigt auch diese? Beispiel, wie gering der Nutzen ist, de» der Landwirt erzielt und daß von einer Bodenrente keine Rede sein kann. Tie Landwirte haben also ganz und gar keine Veranlassung. Ertragswcrte von 50, 00 oder gar 70 anzunehnien. Dentjchcr lleichstay. Ter Reichstag befaßte sich in mehr als sechsstündiger, vom Publikum und Abgeordneten stark besnchicr Sitzlmg mit den Interpellationen der Sozialdemokraten rind Fortschrittler über die gerichtlickie Behandlung der Zaberner Vorfälle. Tie vorher ans der Tagesordnung sichende kurze Aufrage deS Abgs d>r. Onarck (Soz.) über eine eventuelle Ergänzung der Verordnung über den Handel mit Gisten begegneie nur geringem Interesse und wurde vom Ministerialdirektor !>. ». Joncqniöres dahin beantwortet, daß schon seit längerer Zeit geprüft werde, ob die Bcstimninngen ansreirhen. Nunmehr begründete Nbg, llr, Frank lSoz.) die sozial- dcniokratische Interpellation, was der Reichskanzler in» wolle, um Versassring und Recht zu schützen gegen die Neber- grisfe der Militärgewnlt, Tic Erledigung der Vorsälle in Zaber» durch da? Kriegsgericht sei keine jnristiiche, sondern eine politische Angelrgnheit, Als der Redner weiter behauptete, der Kronprinz stehe in intimer Frcnndiclraft mit den Stnatsstreichhetzern. »nd den Regimentsbefehl de4 Kronprinzen besprach, erhob die Rechte stürmischen Widerspruch, der die Linke zn anhaltenden Gegenknndacbunaen vcran- loßtc. Als Redner nach nahezu zwei Stunden endete, erhob sich der Reichskanzler v. Brihmann Hollweg und legte unter stürmischem Beifall der Rechte energische Verwahrung ein gegen die Angriffe ans den Kronprinzen, die nur den ganzen Haß der Sozialdemokraten gegen den soldatischen Geist offenbare. Aba, Or, v. Liszt (sortschrittl.) begründete die Inter- t ellation der Fortschrittler, was der Reichskanzler zn tun gedenkt. um den Gefahre» zn begegnen, die durch die Gerichts- perhaiidluiigc» erörterte Sachlage geschaffene Beunruhigung zu brh.'bn. Redner gab eine ausführliche juristische Tarlc- gung über die Gültigkeit der Kabiucttsordre von 1820, hielt sie für ungültig, da sie durch die preußische Bersassung aufgehoben sei und betonte, daß die Interpellation sich nicht grgcir das Hcce richte. Seine Partei wolle ein starkes Preußen und sei nicht gegen die Konnnandogetvalt der Krone. Reichskanzler l>. Bethmann Holluieg: Fürchte» Sie nicht, driß ich dem Vorredner in seinen >uri- stilchen Anssührungkn folgen werde, Taß Klarheit darüber kestchen muß, in wclchne Fällen daS Militär bei Unruhen einzugreifen hat ist selbstverständlich. Das Mitiär selbst hat daran ein erhebst»!, s und dringendes Jnleresse. Ter Grnnd- satz. daß das Militär regelinäßig erst aus Ersuchen der Zivil- brhörden eipschrcite» darf, ist versassungSiuäßsgeS stleckrt. soviel ich sehe, in alle» Bundesstaate», jedenfalls in Preußen. Taß in Ausirohmeiällen cs einer Requisition nidit bedarf, ist von der prcußifchre» Bersasstingsurlunde ausdrücklich nnd prinzipiell anerkannt Word,», sonst wäre es nicht einem besonderen Gesetz Vorbehalten worden. Dieses Gesetz ist tatsächlich nicht erfassen. ES entsteht mm die Frage, ob anS dem Fehlen dieses Gesetzes geschlossen Vierden niuß, daß daS Militär niemals und unter keinen llinstäuden einschreiten darf, wenn cs an einer Requisition der Zivilbehörde fehlt. Ilcberall, wo die Voraussetzungen der Notwehr »nd des Notstandes im Sinne de? StraigefktzbucheS »ad dr» Burgerlick^n Gesetzbuches vorlicgcn, da ist unbestritten das Militär ebenso wie jeder ander berechtigt, alle zur Abivrku- eines Angüsse-, und der Gefahr riucS Angrisjes crsorderlichcn .Handlungen innerhalb der durch daS Gesetz gezogenen Grenzen vorzu» rnhmcn. Weiterhin muß deal Militär »uä> ohne besondere gesetztrckze Ermäckrtigung da? Rerbt zugestaiideu werden, selbstständig einzugreisen, weilst es sich um die Beieitigung von Hinderniisc» handelt, die sich ihm bei der Ansabung staats- hcheitlicher Funktionen, bei iniltärirchen Hebungen, auf Wache» und Posten »sw. eutgegenstelleii Endlich wird deni Militär daS Recht zugrstandr» w-rdcir iniissc», auä> ohne Re- quisition der Zivilbehörde» sclbstäirdig einzugreifen, wenn die Zivilbehörde« überlväitigt oder aus andere» Gründen außerstande gesetzt worden sind, die Requisition z» erlaisen. Dieses Recht, doS auch von StaatSreckrtslehrer» ausdrücklich anerkannt wird, beruht ans deni GedanklUi, daß der Staat seine Existenz selbst in Frage stellen würde, wen» er aus das 3!echt verzicksten wollte, zur lleberwindung einer die Grund" lagen dcS Staates bedrohenden, aus ander Weise picht < b- wendbaren Gefahr mit allen Mitteln entgegenzutretr» w>) jii seinem Schutz die ihn, zur Versiigung stehende bewassi.ete Macht zu verwende». Tie Borschristeu über de» Wasscuae- beauch des Militär» und seine Mitwirkung bei der II,»er- drückung innerer Unruhe» vom 23. Mär, 1809. die jetzt durch > ie Zabrrncr Vorgänge in den Vordergriiiid grriickt ivord ar sind, sind eine sür den Dienstgebrauch des prcußisckiei, M,Ii- tois und der angeichlossenen Kont'iiglntc beslimnite Ziißrin» menstelluiig der Frille, in wklckp-n d>r« Militär besngt lein soll, einzugreifen.. Die Angriff« richte» sich nur dagegen, d"b die Instruktion von 1800 in eiiizeliiei, ihrer Bestimuriin- gen der notwendigen gesetzlichrn Grundlage entbehrt, »nd zwrgr dort, >oo sie dir Kabincltoorder von 1820 anzirht. Man streitet über die Gesetzeskraft dieser z«abi»etleo>r r. Nack meinem -aasürhalten geht dieser Streit an dem Kern bei Sackre doch cinigrrinaßen vorbei. Tie Kobinetisordr'r >' 0 I> ist, regelt z,„rächst das Verhalten de« Militär« für den Fast daß es von der Zivilbehörde reguiriert worden ist, also sät den späi.'r von der Versassung ausgestellte» gesetzlichrn Ror- Nialfall. Weiterhin bestimmt sie. wie sich das Militär verbal- ten soll, wenn die Zivilbehörde nicht requirieren lonnie. In- soweit kann die Rcchtsgiltigkeit der Instruktion von 1890 j n keiner Weise rechtlich bezweifelt lverde». Darüber, ob di-se Vorschrift i» Bersassung »nd Gesetz die notwendige Grund" läge sindet, ist jetzt Streit entstanden. Seit 1820 ist die» neck nie der Fall getticsen, und vor allem: Diese Vorschrift ist in der ganzen Zeit bis ans den einen Fall in Zabern nie- U,als praktisch angewendet loorden, «Holt, hört! und Heiterkeit links.) Di-se Vorschrift der Kabinettiorder von 1821 ! ist gleich ihre» übrigen Vorschrrsten i» die Dienstanweisnnp von 1800 ansgeiromnicn worden, »nd diese Tienstanweisimg ist rnenrals der Oessciitlichkeit vorenthalten worden. Von. der Heimlichkeit, von der der Abg. Frank gesprockren hat, ist also absolut leine Rede. Nun hat da» Kriegsgericht in Straß- bnrg es als nnzlveiseihast hingestellt. daß die Dienstanwci- jung von 1800 für das Militär unbedingt rcchtsverbindliäf ist. Zu einer Prüfung der Frage, ob die Kabinetlsorder von 1820 Ofesetzeskraft hätte, ist das Kriegsgericht überhaupt nicht gckonmrcn. Ans dcurselben Gruiidc wiirde anch ein Be- rusnngs- oder RevistonSgericht sich „ienials mit der Fr->g, der Rechtskraft der Kabinetlsorder von >820 zn befassen gehabt haben. Nachdem nuninehr infolge der Zaberner Vov gänge und der Erörterungen darüber Zweifel laut gcwordel sind, ob diese Bestiiiimung der Kabinetlsorder von 1820 in Verfassung, Gesetz und allgemeinen Reckstssätzen die nötigen Unterlagen findet, hat. wie den, Rcickrstag bereits bekannt ist. Seine Majestät der Kaiser nach Abschliiß des Gerickrts- versahrenS fofort befohlen zu prüfen, ob die Bestimmungen der Dienstanweisung, welck>e sich aus das hier besprock>ene re- quisitionslose Einschreiten des Militärs beziehen, klar und zweifelsfrei den allgcincinen Rechisziistaud wicdergeben. Diese Prüsiing ist im Gange, sie wird mit möglichster Bc- fchieunigung durchgcsührt werden, »nd mit ihrenr Ergebnis wird die Dienstanweisung in Einklang gebracht werden. Da- iiiit ist alles geschehen, was zurzeit gesthr-hen kan», (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Einerlei, ob Gesetz oder Instruktion, wo Zweifel bestebcn, muß »nd wird, daS Wiedei hole ich unter allrn Umständen Klarheit geschaffen werden. Nur ist draußen im Lande versucht worden, die Brftininin»- grn dieser Jnsrruttion als iiiigeheuerlich, als eine HeranS- forderung der Zivilbevölkerung hinznstrllen. Ein Beweis dafür, ebrnio dafür, daß bei »ns ein Säbelregimcnt hcir- Ichcn soll, ist iiicht erbracht porden. Ein solch,-- Sobelregt- ment besieht nicht, denn der Zaberner Fall ist doch der einzige Fall, bei drin dirie Besiiminungcn einmal zur Anwendung gekonnne» sind. Fch glaube das Volk wird auf diese cii-seitigk» Ucdrri,Übungen und Vernllgcineinerungen kci>,en Wert legen. Ter Fall Zabern Hot so trübe Fluten nujge- liutilT, daß man ein« ganze Ration darin ertränke» könnte' iSehr richtig! links, Zuruf: Preußenbnndl) Don den Per- hälinissen im Reichsland im einzelnen will ich nicht spreckien Aber der Aiifsaßiing inuß ich cntgegentreten, daß der Zabev »er Fall tupiich sri für die Verhältnisse im ReichSland. Ei handelt sich vielmehr um ein örtiick>es Borkominnis, nnd de» ersten Anstoß haben persöntickre iinsiiminiakkitrn gegeben, Fck> glaube, inan erweist weder dem Reick-sland noch > -m Reiche eine» Tiensr. ioenn inan anS den Zaberner Borgäi >cn einen andern als de» allgemeinen Siylnß zieht, daß dos Rcichslond nur uuter einer ruhigen nnd einheitliche», e-arr gerechte», ober jestr» Politik g«se>he» kann, (Lebhaslei 7'ci- sall.) Tie nervöse Ctimmung über das Renbsland h:»>ru?, die durch einen Teil der Ratio» in de» letzten Wcckren ge- gange» ist. ist in dein Versuch zum Ausdruck ",eloi,»aen. rilir» partikulare» Gegensatz ,wisä>e» Neid und Süd zu schassen. Dieser Wunsch niuß in. Keim, erstickt werben. tLcbhaster Beifall lints und in der Mitte.) Jeder Stamm ist eiserfückstig daraus bedacht, seine S tan in eig, ,»ri mit allen ihren Vorzügen, aber auch mit allen ipr'N -chtvä- >en zu verteidige», die Süddeutscheu wie die siloibdkutiä r», 7so- hin toll es inbrru, wen» nia» iich immer Ivieder grgrnle-tig 33541 M Sir. 2t» j(tut ragepzettnng. ©cm»iag, feen 24. Januar 1»14 Seite L Hirse Vorzüge »»!) diese Schwächen vorrecknrt? (Sehr richtig!) Daraus können nur Verstimmungen hervorgehen. Sie haben cs ja in den lebten Togen erlebt, wie über Nacht rin schweres Aergcrnis hervorgerufen worden ist Wider den Willen der Beteiligten ans Grund von mißverständliche» und mißverstandenen Reußermigen. (Lebhafter Widerspruch links und in der Mitte,) Keiner unserer Bundesstaaten könnte «bestehen, wenn wir nicht dnS einige Deutsche Reich hätten. (Lebhafter Beifall.) Das Beste ist gerade gut genug sür daS Reich, für das unsere Vater in treuer Wassenfnnierad- schast mit ihrem Blute gekämpft haben (lebhafter Beifall), und zwar alle mit der gleichen Begeisterung, mit der gleichen Hingabe und mit der gleichen Tapferkeit. (Lebhafter Beifall.) Tie bayerische Armee, von der jetzt die Rede gewesen ist.... die Schlachtfelder von Wörth. Weißenburg. Bazailles und da? blutige lltingen um Orleans verkünden genug, was die bayerischen Soldaten 1870 geleistet haben: Ein glänzendes Zeugnis für die gleicl>e Tapferkeit aller deutschen Stämme. (Lebhafter, wiederholter Beifall.) Der nationale Reichs- xedanke ist in den bayerischen Bergen ebenso a>0 aufgehoben » ie am Neckar, am Rhein und an der Memel, und dieser Reichsgcdanke allein ist es, den wir über olleparteipolitischen Gegensätze hinweg Hochhalten und fördern wollen. (Lebhafter Beifall.) Entschieden rechne ich daraus, daß Sie mir rust'inmen, wenn ich sage, daß es nicht mehr gilt, in der Wunde herumzuwühlen, sondern diese Wunde zu heilen. (Beiiall.) Eine einzige Partei wird darin nicht znstimmen. Sic wünscht die Zaberner Vorfälle weiter anSzunntzen für ihre weitergchenden Zwecke. Das haben die Ausführungen des Abg. I>r. Frank heute gezeigt und das geht noch deutlicher aus der sozialdemokratischen Presse hervor. Ein halbes Fahr nachdem das Volk die größte Heeresvermehrung seit 1870 als notwendig anerkannt, bewilligt und auf sich genommen hat. verlangen die Herren von der äußersten Linken nichts geringeres als die Abschaffung der Militärgerichte, Demokratisierung der Armee (Unruhe links), Beseitigung der ! riserlich"» Komniaudogewalt, Einsetzung eines dcmokra- : ichen Milizheeres. (Unruhe links und Beifall rechts). Das st! .Ihr Programm. (Zustimmung,) Der „Vorwärts" hat gemeint, cs gehöre eine große Kühnheit dazu, dieses Programm anzimehmen, und diese Kühnheit traut er den bürgerlichen Parteien nicht zu. (Unruhe links.) Als ich vor einigen Monaten sagte, daS Bestreben der Sozialdemokraten gebe dahin, die kaiserliche Gewalt unter sozialdemokratischen Zwang zu beugen, hat man das vielfach als billiges Schlag, wort abgetan. Nun, worauf geht denn das vom „Vorwärts" seinen Lesern ausgetischte Programm anders hinaus? (Sehr wahr!) Es ist sehr gut, daß Sie mit Ihren Plänen für die Zukunft so ofte» Herausrücken. (Lachen und Unruhe links. Zustimmung rechts.) Teni Lande werden die Augen darüber geöffnet werden, wo die Reise hingehen soll unter Ihrer Fübrung. Fahren Sie so sort (Lachen und Unruhe links) in der Destruktion unseres Volksheeresk Darin versteht der Deutsche keinen Spaß! (Sehr richtig! rechts, Lachen links. Zuruf. Wir find auch Denftche!) Man hat gesagt, daß die Vorgänge in Zobern ein Paradigma sein sollten für Zufani- ruenstöße zwischen Militär und der Arbeiterklasse, der Versuch z» einer Vorübung, mn die soziale Frage als militärisch»; Frage ans der Strafe zu lösen. Was haben die Zaberner Vorgänge mit der Mbeiterschaft zu tun? (Lärmender Widerspruch links.) Soll eine Beleidigung des Stammesbewnßt- ieins der Eliatz-Lothringor eine Beschönigung für die Belei- digung des Heeres abgeben? Da sucht man unseren Arbei- ern zu suggerieren, daß ihnen vom Militär Herausforderungen drohen, daß ein blutiger Konflikt zwischen Arbeitern und Militär herausbeschworen werden soll. Unser Heer ist kein Instrument sür Parteikämpse, cS ist viel zu schade dazu. (Sehr wahr!) Uns allen von der Negierung widerstrebt es über alles, da? Militär zu einem Polizeibüttel z» machen. Das Militär bat anderes zu tun. (Lebhafte Zustimmung.) "nd wir wünschen nicht, daß dies anders werde. Wer die öfter so ausreizt, um das in der Volksseele fest fundamen- ..Gefühl der Zusammengehörigkeit von Volk und Heer i sprengen, der mißbraucht den Glauben der Nation an und Gesetz. (Beifall rechts.) Und zu Wesse» Nutzen? oben in den letzten Wochen gesehen, welche Darstellnn- l leilweise in der auswärtigen Presse von den Zuständen Seutschland gegeben wurden. Die Leser solcher Artikel „ ...jen allerdings glauben, daß Deutschland ein Land mit ganz verrotteten Zuständen sei, in denen die rohe Sübelsanst gen sriedsamcn Bürger knebele. Aus eigener Anschauung habe» die fremden Journalisten diese Wissensck>aft nicht, sie haben als wahr hingenommen. was sie in der sozialdemokratischen und auch einem Teil unserer bürgerlich-radikalen Preste gelesen haben. (Lebhaftes hört, hört! und Heiterkeit bei den Soz.) Aus derselben Presse, die dann wieder ihrerseits die mißliebigen Stimmen des Auslandes mit einem »wissen Behagen wiedergegeben hat. (Unruhe links. — Dehr richtigI rechts.) Ich verfolge die ausländische Presse sehr genau, aber ich habe noch kein ftemdcs Land gesunden, in dein bei einem Tissensus zwischen Regierung und Par- leien die Opposition im Kanwf geg.-n die Regierung sich zur Festigung ihrer Stellung als Eideshelser ausländischer Preß- fklmmen bediente. (Widerspruch bei den So;.) Jedenfalls widerlegt der Geist strenger Selbstzucht und treuer Pslichter- fttllung int Dienst des Vaterlandes alle Klagen darüber, als ob der Bürger schutzlos der Willkür des Militärs einer kon- iliktSlüsternen Soldateska preisgegeben sei. (Zuruf bei der Soz.: Zabern!) Unter der Herrschaft dieser geschmählten Soldateska ist Deutschland ein Menschenleben lang ein starker Hort des europäischen Friedens gewesen (Beifall rechts), haben Handel und Industrie und alle Gewerbe einen Auf- schwung genommen, um den uns die ganze Welt beneidet. I'nter der Herrschaft dieser Soldateska (Zuruf der Soz.: Trotz dieler HerrschM') hat Deutschland rire führende Rolle ringenomnieu. Unter dieser Herrschaft haben wir Erfolge erzielt, die sich hinter keiner großen .Kulturnation zu vcr- stecken brauchen. Den Ruhm, daß unser Armee ein Volks- Heer ist. wie wohl kein zweites in der Welt, dem Glauben, daß dieses Volksheer die Nation jung und gesund erhalten wird, weil es jeden jungen Deutschen in sich aufnimmt und ihm Pflichttreue. Pftichterfüllung, Königsliebe einimpft (Zuruf bei den Soz.: Kadavergchorsani!), die Gewißheit, daß diese Tugenden bitter notpendig sind, wenn wir unsere Stellung in der Welt aufrecht erhalten wollen — all das werden wir uns nicht ranben lassen, weil — nun, meine Herren, weil an einem einzigen Orte des großen deutschen Reiches sich Dinge abgespielt haben, deren Wiederkehr kein Mensch wünscht. (Lebhafter Beifall. — Zischen der Soz.) DaS Haus beschließt die Besprechung der Interpellation, Abg. Fehrenbach (Zentr.): Heute kann ich den Ausführungen des Kanzlers eine andere Resonanz entgegenbringen als damals. tAhal links.) Was er heute gesagt hat. hat zum größten Teile auch unsere Billigung gefunden. In dem Bestreben, nicht weiter in den Wunden zu wühlen, sondern sie zu heilen, gehen wir mit ihm einig (Beifall), wir erwarten aber von der Reichslegierung, daß sie zur Herbeiführung der Gesundung alle notwendigen Maßnahmen ergreift. (Beifall im Zentrum.) Wenn er von den trüben Fluten gesprochen hat, die der Fall Zabern aufgewühlt hat, so sind wir auch darin mit ihm einverstanden. Ich hoffe aber, daß sich seine Ausführungen dabei nicht nur auf Säbelrcden und rohe Soldateska erstrecken, sondern daß er auch an die Beschimpfungen gegen diesen Reichstag gedacht hat. (Beifall im Zentr.) An den tatsächlichen Feststellungen hat sich nichts geändert. Die Gratulationstelegramme des Gerichtsprä- sidenten werden hoffentlich von den Zivjlgerichten nicht nach- gcmacht werden. Die elsaß-lothringische Verfassung hat sich bewährt, sie muß später verbessert werden. DaS Land muß immer mehr von den nationalistische» Ideen abkommen, und die Elsaß-Lothringer können nur wünschen, ein starker Ast an dem kraftvollen deutschen Baum zu sein. Wir schätzen das Heer sehr als Erziehungsanstalt, aber es muß mit dem Volke denken und fühlen. Das Jahr 1013 war für den Opfersinn des deutschen Volkes ein Ruhmesjahr. Dafür den Reichstag ans dem Preußenrage zu beschimpfen, ist eia eigentümlicher Mut. Jene Reden haben eine nnübersteigliche Mauer errichtet zwischen Deutschland und dem preußischen Nordosten. ES soll aber heißen: nicht Preußen, nicht Siiddeutichland — das ganze Deutschland soll cs feint (Lebhafter Beisall im Zentrum.) Abg. Basscrmann (natl.)' Wir billigen die Ausführungen des Reichskanzlers, daß Klarheit geschaffen werden soll hinsichtlich der Abgrenzung der Befugnisse der Militär- und Zivilgewalt. Gewiß hat die ausländische Dresse falsche Bilder über die Zustände in Deutschland verbreitet. Ebenso falsch ist es aber, wenn die rechtsstehende Presse behauptet, die Kaisergewalt solle einer demokratischen Parlamentshcrr- schnft ausgeliefert werden. Trotz aller Zwischenfälle sind Armee und Bürgertum in Deutschland eng verbunden. Die Anwürfe, als ob wir mit unserer Stellungnahme im Tezem- ker gegen die Armee ausgetreten wäre», weisen wir ganz enftchieden zurück Wir haben gegenüber Angriffen von rechts und von links die richtige Mitte gehalten. Die Ausführungen unseres Freundes Röchling ini Abgcordneteuhanse stimmen mit denen des Herrn van Ealker hier im Reichstage überein. Redner gibt eine Darstellung der Prozeße vor den Kriegsgerichten. Der Reichstag hat 1013 durchaus auf der Höhe seiner geschichtlichen Ausgaben im Sinne des Jahres :8I3 gestanden. Darum sollte man ihn besser behandeln. Niemand wird die Verdienste Preußens um die Neichsgrün- dnng mehr anerkennen wie wir. Aber das deutsche Reich geht seinen eigenen Weg. Den Partikularismns neu zu beleben. wäre ein Frevel am Nationalgesühl. Durch das Zusammenwirken zwischen Reichstag und Regierung war es möglich, die Sozialpolitik auszubancn und Weltpolitik zu treiben. Unsere nationale „Entwickelung" geht aufwärts und vorwärts. Wir wollen den ReichSgedankcn Hochhalten und pflegen. (Beifall der Rail.) Hierauf sprach der konservative Abg. Graf v. Westarp, dcsien Ausführungen wir in der Montagsbeilage bringen werden. Nachdem noch der Abgeordireie Pfarrer Nainnaiin etliche wohlgcsüllte Gießkmrnen voll Phrasen über das Hans ergossen und der sozialdemokratische Abgeordnete Lcdcbouc sich ctzliche Gemeinheiten gegen den Kronprinzen geleistet hatte, vertagte sich das „hohe Haus" auf Samstag. Drnllchea lieid?. :: Neichstageersatzivahl. Amtliches Wahlergebnis. Bei der durch den Tod des Re chsiagsabg, Zürn n erster Linie zur Verbcsierung in der Bewasinung und der Ausrüstung nanrentlich der Artillerie an den besestigten Plätzen, sowie zur Errichtung von Tiuppenübnaasplätzen usw. bestimmt. Vom Balkan, :: Zur Flottendemonstration vor Balona Wie dar . not" au» Petersburg meldet, hat die russische Regierm • Set von den Großmächten geforderten Flottendemonstrattr. vor Valona ihr« Zustimmung erteilt. Der ruffiirfv- Kreuzer „Lieg" wird sich an der Demonstration beteiligen. Obgleich die Regierung nicht beabsichtigt, sich in die inneren Angelegenheiten Albanien» einzumtschen, so will sie doch durch Entsendung eine, Kreuzers der Demonstratio» einen internationalen Choral- tcr verleihen. :: Demission der provisorische« Regierung in Albanien. Die Albanische Korrespondenz meldet aus Daiona: Die provisorische Regierung hat im E »vernehmen mit der internationalen Kontrollkommission demissioniert u. die Regicrungsgeschüste der Kontrollkammission übergeben. Aus deren Beschluß blei ben einige Ministerien weiter bestehen. Die bisherigen Minister werden, soweit sie im Amt« bleiben, den Titel eines Ge- neraldirekwrs der einzelnen Ressorts führen. Bereinigte Landwirte. An die Mitglieder! Die Brauerei-Gesellschaft „Frankfurter Brauhaus" hat uns geschrieben, drß sie sich dem Verband der Brauereien anschließt und unseren Mitgliedern ebenfalls die cingeränuite Preisermäßigung bei Treber auf 1,(>0 Mark per Zentner cinräumcn wird. Bei dieser Gelegenheit teilen wir mit, daß verschiedene Vrauerein den Landwirten den ermäßigten Preis beim Bezug von Trebern mir dann gewähren, wenn die Mitgliedskarte vorgcwiesen wird. Es liegt deshalb int Interesse der Mitglieder, wenn die Mitgliederlisten, die diese Woche znm Versandt gekommen sind, recht bald allsgefüllt und an den Rechner zurückgesandt werden. Die Zusendung der Mitgliedskarten wird dann unverzüglich erfolgen. Der Vorstand. Sailers Cermlsln-sfeicr». * Reichelsheim (Wettern«). 24. Jan. Sonntag, den 25. d. M. von abends 7 Uhr feiert der Krieger- und Turnverrin unter Mitwirkung des Musik- und Gesangvereins den Geburt«, tag Sr. Mas. des Kaisers im Gasthof« „Zur Post". Anschlie- tzen-d an dies« Feier wird von Mitgliedern des Turn- und Kriegervereias und zahlreicher Damen da« Dolks!chausv:el „Aus großer Zeit" zur Aufführung gelangen. Di« Pausen zwi. sch:» den einzelnen Akten werden durch lebende Bilder. Musik- und Gesangsstücke ausgefüllt. Di« Kostüm« sind von einer Firma aus Mainz bezogen worden. Um auch Kindern und älteren Leuten Gelegenheit zu geben, dieses großartige Schauspiel anzusehen, findet »achrnittags 2'/, Uhr Kindervorstellung statt. Ans der Heima?. • Friedberg, 24. Jan. Herr Frucht hä ndler I. Mai wurde beim Ucberschreiien der Schillerstratze in Fianlsuit a. M. von einem Trambahnwazen, dessen Herankommen er nicht bemerkt hatte, ersaßt und ist dabet zu Fall gekommen. Jnsolg« der dadurch erhaltenen schmerzhaften Verletzungen ist er gezwungen, das Bett zu Hirten. " Friodberg, 24. Jan. Da die für den SO. November vorigen Jahres geplante musttalische Erinnerungsseiei von 1813 des 1. Friedbergcr Doppelquarletts leider nicht stattsinden konnte, wird das Quartett Ende März ein Konzert geben. Näheres wird zur Zeit noch bekannt gegeben, • Friedberg, 24. Jan. Der E slauf-Verein veränstaltet am morgigen Sonntag nachmittag von halb 4 Uhr ab sür die Jugend ein Wett-, Hindernis- und Kunstlaufen, 25 Preise kommen zur Verkeilung. Anmeldungen zu diesem Preislauien weiden an der Kaste des Dereinshauses entgegen genommen. Die Musik stellt eine Abteilung der Musiklapelle der 188er. • Friedtzerg, 24. Jan. Heut« morgen um 544 Uhr rückte unser Bataillon zu einer großen militärischen llebung aus. Diese wird sich voraussichtlich so ausdehnen, zumal stundenlange Märsche zu leisten sind, daß das Bataillon gegen 7 Uhr heute Abend wieder in der Garnison sein wird. • Obst- uh ,5 Eartenbnuverein Friedberg-Fauerbach. Im „Ralgebcr sür Obst- und Gartenbau" stand in der letzten Nummer ein Artikel über Gemüseanzuchttöpschen aus Pappe. Dieser Artikel hat großes Juicreste hervorgerusen. Biele Freunde de» Gartenbaues möchten diese Einrichtung praktisch probieren, daher hat der hiesige Gartenbauverein mehrere lausend kommen lasten und gibt dieselben den Mitgliedern ab. Jn- terestcnten wallen sich an die Eeschästsstelle in der Er. Obst- banschule wenden. Gleichzeitig sei daraus hingewiesen, daß die nächsie Manatsversammlung bei Friede. Haas in Fauerbach stattfinden wird. Interestanter Vortrag, besonders für Damen: „Die Vermehrung unserer Garten- und Zimmergewächse durch Stecklinge". Eine kleine Giatisvcrloiuna wird ti« Versammlung beschließen. Nr. r» • grttWxr*, 24. Ja». Getter» nachmittag wurde t« da, ticflje H«I»ital der tSjährige Gärtnergehilfe Kleinschmidt aus Bod-Nauhelm verbracht, der schwere Verletzungen durch den elektrischen Strom sich dadurch zogrzogrn hat, daß er leichtst», nigerwelse an einer» Mast der Hochspannung -mporlletterte und sich dabet sthwcre Brandwunden im Gesicht zvgezagen hat. W.» in» miizeteilt wird, besteht Lebensgefahr fsir den Verletzten. • Friedberg, 24. Jan. Ein eigenartiges Vergnügen leisten üch eine Anzahl von Kinder, welche in der Nähe des 12h. len Grundes sich vergnügten, die auf der Wasserfläche sich tummelnden kleinen WalschLhuchen mit Stöcken und Steinen zu wersen. Her wäre für die Miff-tSier eine ganz gehörige Tracht Prügel am Platze. Vielleicht gelingt es unserer Feld, pvlizel. hier für die nötige Ordnung zu sorgen. • Friedberg. 24. an. Bao hiesige Zentrallheoter hat für die Zeit vom 24. bi» einschl. 27. Januar in der Zusammenstellung des Programms wieder einmal gezeigt, datz es der Neuzeit .uispricht und den modernsten Ansarderungen gewachsen ist. Herrlich und packend wirkt das dreiakiige Drama „Minister, oräsidritl". ..Karoliuc hol den Regenschirm" wird die Lachmus- kein in Bewegung sitzen. KVtrfo „Lemke, Traum" und .Fritz- ch a als Erpresser" Schöne Naturaufnahmen wechseln mit den neuesten Tageoereignifsen, die uns Pathe-Fournal 250 a vor. führt, ob. Neue X«,ejelt,«ft. 14. 3o n ««r 1SU. * «rnche.deüche^ 24 . Ja». Philip, Heinrich «ichel und Fr», Lin» ri Reuhling, feiern nächsten Dienstag, de» V. Januar das Fest der silbernen Hochzeit. * Ockstadt, 24. Jan. Eine gemeine, htnierlrftige Lat. welcher eine ganze Familie zum Opfer fallen sollte, versuchten ein hier bediensteter Knecht, sowie ein Dienstmädchen, in dem sie durch Gift ihre Herrschaft nebst Kinder au» dem Wege räumen wollten. Sie stammen beide au» einer Er- ziehungsanstaft. Beide knüpften ein Dorhäftni» an. welche» aber die Herrschaft al» sie dahinter kam, nicht dulden wollte. Ties scheint auch da» Motiv zur Tat zu sein. Da» Märchen, da» jetzt in seiner Heimat (Dillenburg) verhaftet wurde, bat sofort ein Geständnis abgelegt, dost sie da» Gift, wozu Salzsäure verivandt wurde, sämtlichen Lebensniifteln znge- setzt hatte. Insbesondere wurde mehrfach bemerkt, datz Milch trotz der strengen Kälte geronnen war. Auch den Kaffee für die Kinder hotte sie vergiftet, roa» sich bei der chemilchen Nn- tersuchung heraurstellte. Nur einem Zufall, und dem Umstand, bah e» Salzsäure war. welche die beiden Giftmischer zur AitSführung benutzten, ist e» zu verdanken, datz schwere» Unglück verhütet wurde, denn Salzsäure riecht sehr streng itnd wurden diie Leute sofort aufmerksam. At,f da» Geständnis des Mädchen» hin wurde der Knecht Karl Weber, der bisher noch in Diensten de» Herrn Gg. Meufcr war, wegen Giftmordverfnch, sowie Verleitung dazu, verhaftet. _ Seite 8. Derselbe bat bi» jetzt noch kein Geständnis abgelegt. Hops scheint Schule gemacht ,,t haben. * Ober.Nosbachs 24. Jan. Nachdem unsere evangelisch: Pfarisielle über ein Viertciahr verwaist war, würbe d '.lbo nun Herrn Pjarrverwalter Schäfer übertragen, der tnorgru in sein Ami eingesilhrl wird. Pjarrverwalter Schäser statnmi au» Rhelnhessrn. " Holzhaisen v. v. tz, 2t Jan Bei einer am Dounersiaz abgehaiienen Gemeinderatssitzung wurde Herr Landwirt Job Derun, mit der provilorijchen Leitung der Biiigermeilll'rg' lchäsle betraut. Die Bürgermeijterwahi lindet bereit» am i> Februar d. I. statt. • Butzbach. 24. Jan fiter kom auf der Eisbahn Fr! V Christ au, Griedel zu Fall, wobet sie sich einen zu. 4°». " «üdinpeu, 24. Jan. Beim Landwirt Schneider hier e t stand dadurch ein Feuer, das, Kleider, die dicht am Oi. I; ■ u i« Brand gelitten. ftrnnffiirter Svettetbrrichi. »t«r„i«l,,et Meist beitet, trocken. Frost, östliche sviob-. Verantwortlich f. 6 Sd>rift(rituna: Ctto H t r I ch e l. Ft ek' 11 für den Anzeigenteil: Karl Schmi dt, Ft>edhetg >. H Druck u. Verlag d. „Neuen Tageszeitung" 2.(5, Fttedbetg ,. H Weiniiaus in^snh Schaab weine: Diners: Soupers ^uiiiiiuuu , _ Diners nach Wahl Soupers ab 6 Uhr zu Frankiurt a. M. Telefon Amt I, 2501 5 l{ÖrS(‘npl»l/, 5 Teleton Amt I, 2501 Grosse u. kleine Säle IrsUtiassiies Wclnrestacrani für Festlichkeiten!! erstklassiges Weinteslauranl Joseph Schaab Trier. Rheinweine Johann Klein, Johannisberg, ä Alk. l 7 f und 2.50 Diners zu Alk. tjf M Abonnement Alk. r.60 Diners in. 1 Gang n. Wahl AI. 1.20 Kleine Platten ä Alk. —. 90 . Reichhaltige Abendkarte zu dvilen Preisen. Geschäftsführer: D. Kohlhepp, fcJSÄS Jagdverpachtung. rVw’tan, den 20. 3«nt:«T. nachmtitae» 2 Uhr wird Im ffie j meindehaus ho hier hie her ffiem.'inbe Ober-Rosbach nehöi ge Feid-i jogd ca. «58 hevor in drei Be irte aui l Jahre ösientiich meistbietend» verpacht,st. Bemerkt wird, datz die Bah» Frieob-ig—Homb irg durch» den Jagdbezirk geht und der iäahnhaf Nosbach v. d. H. nn Jagd-1 Sejitt l egt Ob.i-Nondach, den 2'. Jonuar 1914. Grotzh. Bürgermeisterei Ober-Rosbach Dieffendach _ Jagd Verpachtung. Mania-. den 2 Februar l. Js„ nachmit az» 2 Uhr, wird > bi; der (ueiucinbe »leber-Nosbach zusteh,nbe Jogd a> Waid a d (>jü ch,a di am südöstlichen Taunus, begrenzt vom» Rad eimer. iiebr etui.r Oder Rosbacher-uub Bainiiaroswald mit l gutem Ra wild st and >r a 2«>0 Hektar umfassend in zirla 201 Miau e t von - in..on Rasbach v. d. H. oder —totion Saalburg!» erreich ar. „ , .... . I ><> Feld agd in lehr guter Lage mit gutem Hasen» und Hui,„erbe T 9 Ute I an £ ot 011 Roshoch 0 d. h. angrcn end 4»t Hektar» gtog, aut dem Büro der Unter eigneten Stelle unter den bajejbft I betolmt eemodjt we den en Beditigungen. wo elbit auch die k utUi- n Auswm-.gaptete vor uleeen jind, aus wettere sechs Jahres »er,lachtet. Wildschaden säst seiner. Ntedee-Nesliaih, den 2A oanuar 1914. . Grotzh. Bürgermeisterei. _ Kitz. _ Nümmhoiz -Versteigerung.! Mist noch. den 29. Jonuar d». I». von vormittags 10 Uhr! ob io.nn n im I.trugen Geuietndewatd zur Versteigerung: --0 Stück» u lth Ab chn. von tlisl! Meter Läi g; und 8 b:s 5," Durchmesser» I, li Fei. Meter Inhalt som e Ui ’jJie er Elchen 2 Meter lang ittl ollen. I 'inner oirttn 2 Meter tan, tn Ronen. 4 Meter erichen l .u 4 . ieier Länge. zu Aeichstin geeignet. 8 Kie.er Ab chniile von I ) bis Ist ...cter Länge 21 Ins 50 Durchmesser 5r,97 Fe,»ne>er Inhalt. | Juiammeiuun t am Äletchbruun-n. Hochstndt, t en Januar 1914. Schates. Bü rgermeister. _ | Stammholz Versteigerung. Miltdoch, den 28. ds. Mi», kommt im Eemeindewald Ober» ios'aach, usistritt Dachsbau, Junger Busch, und Wasseidoll ,atgeudeo Ko., zur Verst.tgerung. 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Sei«- 4 Letzte flusverkaufswocbe sämtliche Restbestände in Pelzen, Kostümen und Mänteln verkaufe um für die neuen Frühjahrsneuheiten Platz zu schaffen s asa zu jedem um* asiiteliinhureii l'eeise. a .........= rt r Blusenhaus Kaiserslrassc 77. Frfcilbcrg (Hessen) Fernsprecher 225. Äagdvervachtung. I “ wj Die fiiefioc Gemeinde Wo! naitj- Honirrrsing» den 29. Januar 1914, «litt< 15 $ 3 Uhr wild die der Gemeinde Ockstadt zustrhende Waldjagd 229,77 Hektar. Ne Feldjagd V78 Heltar, deijäliig am I. Februar 1H14, aus dem Jinifjauic dajelbst öffentlich an die Meistbietenden verpachtet. Be inerll wird, dag die Waidiagd aus neun Jahre, die Feldjagd aus sechs Jahre verpachler wird. Die Waldjagd iir nur von Wald umgrenzt u"d wild chadenjrei, die Feldjagd ist von der Bahnstation Fricdberg in 10 Minuten zu erreichen. Ockstadt, Leu 4L Januar 1914. Eroszh. Bürfferineisterei Ockstadt. M ö r l e r. Ticnsiag, de» 3. Februar d. 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Ich will ihnen «inen Propheten, wie du bist, erwecken ano ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund lesen; der soll zu ihnen reden alles, was ich gebieten werde Und wer mein« Wori« nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, »on dem will Mi's fordern, 5 Rsc 18, 18. 19. Wir hoben «in feste» prophetische» Wort — Gott fei Dank — und ihr tut wohl, dah ihr daraus achicl. Unser ganzer llhristenstand ruht darauf, schöpft seine Gewißheit und Zuversicht daraus, daß wir nicht auf de» schwankende» trügerische., Grund bloß weichlicher Gedanken und Erwägungen gestellt sind, soildern aus eine» festen Fels, der nicht wankt noch weicht, , »f das Wort des lebendigen Gottes, von d:m der Prophet tagt: «» bleibet in Ewigkeit. Israel wo: sich dessen wohl de p-ußt, wie sehr «S dadurch vor allen beiden bevorzugt sei, das, Gott ihm durch sein« hl. Propheten seine» Willen untrüglich lund tue. dos, er tu einem Mose geredet Hab«, wie ein Freund : einem Freunde. Io, Mos« hat der Herr seine Worte in den ?'und gegeben, damit er zum Bolle red«, was der Herr ihm ienbor«; er sollt« der Mund Gottes an Israel sein. Die . nnze altteftom-ntlichc Prophetie war eine Eclbftbezeugung Gottes, eine von Stufe zu Stuf« sich entfaltende Enthüllung seine» heiligen Willen» an Israel, ja an die Menschheit, aber auch seiner Heils. und Gnadengcdonken über all« Bölkcr und ke. Wege zur Erreichung dieses Ziels. Eie gipfelt in der osagung von einem Propheten, der als zweiter Mose den öhepunkt der göttlichen Offenbarung bilden sollte, von einem Hohepriester noch der Weis« Melchijedekr, von dem Da- oibsfohn, der «in ewiges Friedensreich auf Erden aufrichten n.rde. Wahrlich, Israel war hoch begnadigt, dos, «, «in« so umsassend« Gottesosfenbarung hatte. Uns aber ist noch mehr r:rtraul, wir stehen auf dem Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, in welchem alle Gotte», rcrheihungen Ja und Amen sind. Folgen wir diesem Worte, so werden wir nicht wandeln in Finsternis, sondern da» Licht oe» Leben» haben. Aber um s» größer und schwerer ist auch die Verantwortung, so wir diese» Wort nicht hören und glauben, ihm nicht gehorchen und folgen. Der Herr wird es dann von un» fordern am Tage des Gerichts. Da, verschmäht« Wort wird unser Richter sein. Wer aber diesem Worte glaubt, de, hat da, ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sonder, ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Samstag. den 24. 3«ntinr 191 I. Die dentlche (Nstgrenre. Eine strategisch« Wanderung Po» H e i n z I o a ch i m . L. d. R. Ein Blick auf die Karte genügt, um jedem Laie» Ilar zu »rach«», das, Deutschland infolge seiner offene» Grenzen, die seine g«ographisck>c Lage im Mittelpunkt Eniopa» mir sich bringen, sehr viel für die öichiung seiner Grenzen tu» must. Bo» jeher find Berflärtungen von Heer und Flotte und der Ausbau der Festnngsanlagen die ganz selbstverständlich«» und natürlichen Folg.erfeinungen politischer Lerfchiebunge.r und xenrachter Kriegserfahrunq 'n anbrrer Böller g wesen. Die Welt sieht oft von heule auf morgen ganz anders aus, die Kriegskunst ist bekanntlich auch v-ränderlich, was noch gestern als feststehender Grundsatz galr, lann morgen durch die Präzis auf irgend einem Kriegsschauplatz« vom Gegenteil nberbol: sein. Das mag reichlich kratz klingen, dem Zinne nach trHf* es aber zu. Der neuerdings beabsichtigte Ausbau nnserer Lstgre» - gegen Rußland Hot seinen Grund ohne jeden Zweifel in uns« rein Bündnis mit Oesterreich und in der durch die Ballanwi. reu hcrvorg:eufene, gegen früher ganz erheblich gestiegene B. rritfchast unferes Berbündelen gegen die flaoilchen Grenzen, Alfa anher dem naiürliche» Fingerzeig auf die verflogenen und für di« Zukunft immer noch bestehende» Balkangesohren in ihrem grundsätzlichen Zulammenh-rng- und in ihrer Einwirkung aus das Gleichgewicht der beiden europäisch:» Mächtegruppen kommt noch der Hinweis auf di« russischen Herresoer stärkungcn und den hiermit Haiid in Hand gehenden Ausbau ber rulstschen Land-sbesestigung aus feiner Akstgrenze in Frage. Es gibt wohl selten ein Grenzgebiet, w>is fo offen und übersichtlich daliegt wie das deutfckyrufsifche. Als einzige, natürliche Linien halten Oder, Warlhe, Netze und Weichsel einen feindlichen Anmarsch auf. Jeder weih aber, daß rin Flnhlous — und ist er noch fo breit — kein Hindernis in de» Wortes wahrster Bedeutung mehr ist. Der Kampf um Fluß- linien wird ton vormorfchierenden Gegner wohl mehr oder weniger lang« aufhalten, wirb sic auch zu einer Art Etellnngs. krieg wie im rufsifch-japanifchen Krieg entwickeln, überwunden wird der Widerstand und soweit das Hindernis mit den heutigen Kriegsmitteln stets. Also kommt es daraus hinaus, solche natürlichen Grenzlinien durch ein künstlich angelegtes, sich an die von Natur geschasfeiten Berhällnifle sein onschmie- gendes Festung», bezw. Besestigungssystem zu einem wirklichen ausgesprochenen Hindernis In breiter Ausdehnung zu machen. Monte wutotA | Tirana _ 'Ochr/äa "Jionpitir Hon Tithui Oerat Hor/jifioh n/onu •mon ilfar i'/ ’jL o Dibra^m Gliche w. rr/iOH 7 vr internationaler f/e/feaenhendui. ' <*■ ' rach /t/banien. Um gröberen Unruhe» und «Krwickelungcn vorzn» teugen, beabsichtige» die Großmächtc Trlstssc an die alba»>s>l>e Rüste zu fcnden. Als Stühpunkt für die Operation kommen Turazzo und Malona in Frage. Und von diesem Gesichlspunkle aus muh man unsere Ostgicnz« betrachten; aber nicht nur dies« selbst, es rmpsiehlt sich «l|» Blick nach Rutzland hinein aus Warschau und das «ingelzenbe Studium eines guten Atlas, Gut ausgcbaut« Grenzen werdcn stets als Abschreckung»- Wir gewähren auf alle Waren ohne Ausnahme grosse Warenmengen erstaunlich billig'. nk&Baer Zeil 120 Fraiikiaiirf a.ftl. Zeit 120 PIANINOS-FLÜGEL HARMONIUMS Vertretung von Stelnway & Sons, Bechstelo, litrdux, peurich, ftotberg, Kuhse, Mannborg, Neumeyer, Perzina, Schiedmayer, Thürmer. billigste bi» hochfeinste Modelle. Höchster Bai-Rabatt. Kleine Raten. Langjährige Garantie. Pianos und Harmoniums zu vermieten. 12 —12 Mark Ri monatlich), bei Ankauf Mletgutschrlft. Werkställe für alle eparaturen. Klavierstimmen. Aulpolieren von Pianos. — Piaoola — Phonola. — Wellc-Mignon-Piano. — Phonola-Piano. WILH. III HOIatPII in GIESSEIV Orossh. Hess. 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Br>: lau. 1S24 Heinr. Friedr. JCtto Aböl. Historiker. en«r ges 1833 Minister Vronsart v. Sck>ell>ndors geh. ftfiii L!riet oum attru tiödtrl. ü i 1 1» ( Freunde! Stlir.fll kling! luftig töat das Schellengeläute der S: stften non der Landstrabe herüber. Weil und breit ist sie Wen in Schnee und Reif gebullt. Eo gebt ans den Abend. 1 ab linkt die Dänimernug bernieder und still wird's überall. Ja» bade in meinen» Stichle»»» ein Oscniener angemakbt. da? b.jtia klackert. Dunkler wird'? und dunkler, iiur der Schein d. . F»uer? leuchtet durch da? Dunkel. Da werd»n Erinnerungen wach. Bilder au? längst verdungener .steil zieben an meiner Erle voriiber, ich gedenke d» , b c! s i i ch e n Volksbewegung — — lang, lang ist s ber — ob tvobl diealtenMilkümpker noch leben? J e Köre sebr selten etwa? von ibuen. Gewib sind viele tot. ;...t groben Hrcrschiau entboten, dabin ich vielleicht auch bald algebe — wer weis;? Vielleicht lebt auch noch Mancher und bat mich vergessen. Andere sind abgefallen, gleichgültig geworden, wer weift? Inzwischen ist? ganz dunkel geworden. Der Schimmer de? LleuleuerS lvielt aul dem Fuftboden meiner St»ibe. — Da. was ist das? Drauben auk der Treppe schallen Tritte, e? klavlt au die Tiirc. ...Verein!" Ter Briefträger tritt ein und überreicht mir einen Brief. Er gebt, ich offne den Bries- unischlag. der Brief kommt au? H e s i e n , von einem lieben sti runde, den ich auch längst zu den Toten gerechnet batte. Er schreibt so sreundlich und bat sogar, damit e? nicht blos lei Worten bleibe, etwa? Papiergeld angcfügt. Wenig ist ?, aber f • kommt von Herzen und das ist die Hauptsache. Wie wich da? freute! nicht allein um de» (beide? willen! webr noch, viel mebr als steichen treuer Anhänglichkeit und alter Freundschaft. „Sa best d» wirklich nicht umsonst gelebt, nicht vergeblich gelitten!" spreche ich zu mir. Diese steilen, die von Herzen konimen in ibrer schlichten Svrach« reden tröstend zum Herzen. Dank dir Freund, dank Euch Allen, ihr Freunde, die ihr in diesen Tugen meiner gedacht babt: Herzlichen Dank! Wenn auch die Kr a » kbei t, eine Folge meiner 30- sübrigen aufreibenden, öffentlichen Tätigkeit, meine Gesundheit untergraben bat und die Nabrnngssorge» und Ent- täulchungen am Leben zehren, so bleibe ich doch der Alte, dem Bauernstände gekört noch immer mein Wirken, wie einst. Da? betveist »achst'beiide? Gedicht, da? ich alle Freunde zu lesen bitte. Allen lieben MfifAcn Freunds n in allen Treue herzlichen Grus; De. Otto Bickel, Michendorf (Mark.) per deutsche SaueruKand. Mein Bauernstand, du Herrenstaud, Wie stellst du stolz im Feld. Am Schwert die Faust am Pflug die Hand, Ter Sckwlle tapferer Held. Und ob auch ring? der Feind umtobt De? Vaterlandes Mark, Du bast im Deller dich erprobt. Du siebst im S t» r ,n e swrk. Wer bot des Korsen Rieien,nacht Mit mächtigem Arme Halt? Wer bat in blutiger Völkerschlacht sterschmettert die Gewalt, De? Manne? der der Welt gebot. Die er mit Fiifte» trat? Das »vor in st impf, in Sieg und Tod De? freien Bauern Tat. Ans freiem Grund ein freier Mann, Bleib. Bauer allezeit. Du bost aus ickm-mer Frobudcn Zwang Dich und dein Dolk befreit. Tie Bauernkrast der Fellein los Gab Preufteu neuen Mut. Und Preufteu wurde wieder groß Durch dreier Bauern Blut. So lang du aus der Schalle flehst. Hat Deutschland keine Not. So lnug du deine Saaten säst. Hat unser Volk sein Brot. Von Saat zu Ernte, deine Dahn, Dein gotlbeichieden Los. Geüst du getreu, wie einst dein Aba. In stillem Schaffen graft. In harter Zeiten schwerem Drang Hast frisch du dir bewahrt Die denttckv Sage. Sitt und Sana Und deiner Väter Art; Was einst in Hutten uud Palas» Al? Volkslied wicderklaug. Die Schätze wohl behütet hast Du manch Jahrhundert lang. Mein Baueruswnd. bleib treu und fest. Du trägst gar schwere Last, Du Anker, der sein Schiff ni»ht läftt. Der fester nur es faßt In Sturmesdrobn und Wetternot: Du Deutschland? er st er Stand .Halt aus, als letzte? Aufgebot Ruft dich da? Vaterland. Dann, deutsche Bauern, fuhrt da? Schwert. Wenn euch der Kaiser rust, steigt euch in gleicher Kraft bewährt. Vitt der ihr Werte schuft: Dir Kraft, die au? der Scholle quillt, Hat Deutschland graft grmacht: Heil Bauernstand, du Deutschland? Schild In unsrer letzten Sck'lachtl Wochenschau. Au? dr» Parlameute«, — Nord uud ©üb. — Der Krupp- Prozrft. — J-anzösischc Farge». — Balkansrageu. Die parlamentarische Hochflut ist da und eifrig wird allerort? geschwatzt und geredet. In» Reichstage hat die zweite Etalrlesung eingesetzt, und zwar mit dem Etat de? Innern, jenem groben Reisort. tu da? alle? hineingestopst ist. wa? man anderweitig nicht »mterbringen konnte. Da ist e? denn bei dem groben Umfange de? Stoffe? nicht verwunderlich. wenn nicht nur die Erörterung eine reckst ausgiebige zu sein pflegt, sondern auch die verschiedenartigsten Tbemen Non mehr oder minder Wichtigkeit in den Bereich der Betrachtungen gezogen werden. In den ersten Tagen der Debatte fand allerdings eine grobzugige allgemeine A»s- Ipralbe über unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik statt. Auch die Wirtsibaftspositik der Reick>?regierimg hat ibre Gegner. Herr Delbrück erklärte, dah die Regierung an den jetzigen Tarifen sestbalten wolle, w»nn sie onck, geneigt sei, einzelne Unebenmäbigkeiten zu beseitigen. Andererseits »vill man die Handelsverträge nicht kündigen, sondern die Bertrags- schliebenden Staaten an sich herantreten lassen. Wenn auch in den Griindzügen die Regierung eine Mel,»beit hinter sich haben dürfte, so wird es bei den Beratnnaen doch nickst so platt abgehen, denn die Parteien der Rechten werden, der Forderung der Gerechtigkeit folgend, einen stall auf Obst und Gemüse und einen solchen ans Rahm und Milch fordern. Auch die Linke tvird mit Anträgen ans Herabsetzung de? Tarife? und Beseitignna der Einfubrsibeine kommen. Wenn vielleicht auch nicht solche Stürme wiederkebren, wie bei der letzten Tarifberatung, so wird die Arbeit für die Regierung doch keine leichte sein. Nord und Süd! Die Mainarenze erlstiert noch immer, und damit auch die Empfindlichkeit, Die Verbandlunaen de? Prenbentages. über dir mir ein ziemlich nnznlänglickvr Bericht veröstentlickst worden ist. haben in Bayern viel böte? Blut gemackit, und selbst die offizielle „Bnverilche Staats- ze'tnnn" bat sich zum Mort pemlldet, und auch im Landtag ist die Anaeleaenbeit zur Sprache gekomnien, wobei an? dem Munde de? Kriegsniinister? recht herbe Worte gekästen sind. Nun wird van Sei'-m der in Fraae kommenden Bar- innen zweiKls^oi festa"stes0. dob irgendwelche gehässige Worte gesellen sei"n und dab die Bewegung irgendwelchen partikulnristiichen Ebarnfter trage. Die „Baneriiche Staats- " ' -> >:•>!, g"ch iofo-'* anerkannt »nd die Anaelegen- beit tür ersediat o-riö-s. Gseichwobl stnd die Gemüter zu erregt, gl? dab d>e Aftäre so schnell in Veraessenbeit aeraten »r-ird. zumal a'-ch d°e Betonung de? Vreubentmn? bei den innasten n>f,^wn im Laud'aae in den and«»"» Bnnde-»- stagten N'ck't gern perme-st morden ist. E? mögen da manche Mibnerstä"dnill» mit iinterfauken. immerhin sollte man aber gerade »n den sst-m!er»a°u Letten. wie den seb'aen. alle? vermeid"» »na? solche Miftlickcheiten herauf zu beschwören, geeignet ist. SP'!* r/'f-fi >0 nach nW einmal so fange ber. dab die sogenannte Grnvv- ock'äre die Gemüter ans da? bestiaste erreate »nd im Reichstag tza? Wort von einem deutschen Panama fiel. Schon die erste »- rMpnaiirriif»», d-r —an mit so-ae-issi-a»», '"nterella entgeaeusab, erbracht: den Beweis, dab man.'o? übertrieben worden war lind da? Jnterclle flaute daher um (-»mein schnell ab. Jetzt bat die Beriissverbrndlima var d"m Db"r'r!eoaaerick't stattgesunden und siebe da. man schenkte in der groben Oeftentsickckeit dem nenen Proi-st; nur aorrnae A„kmerksamke!t, »nd der in dieser Wockie erkolgte milde llr- t-is?s»'Nich findet ebenfalls »venig Beachtung, nachdem be- 'auut morden war. dab der Vertreter der A »ftagebebörde sei'-ki hie Sch"»dsrone wegen Verrat? miltärischer Gebei»»- n'ste batte fallen lassen. Gew ist sind linregelmäftiqkesten - *' 't finden ibre Sübne. und vor allem dürfte die HeresveNnaltung oeeignete Mobnabme» inzwischen getroffen b'ben. um einer Wiederkehr derartiger Vorkommnisse varzubeiiaen. Interne Soraen bat lebt auch Enalan? w™ mnn es mirt) bestreitet, so bestehen doch im Ministerium Dilteronui iibor de» tveiteren Ausbau der Flotte, zwei Lager stellen eia ander gegenüber, ans der einen Seite ElmrcküII >md mit »lim luotil auch Edniard Gretz. die kräftig weiter verstärken w 'llen »stihrend Llopd EKorge mit seinen Freunden au? liuan- zicuen lstrunden Einbal« gebieten möchte BKIstie »on bei- den Richtungen Sieger bleiben »vird. siebt noch dabin möa- lich dab es zu einen» .llvnchiomib kommt, anderrrteit? w>ire der Ausbruch einer ÜdibineNskrist? kein Ding der llnmöa- lichkeit. stur Rabe kommt »na» auch nicht aus d>-m Balkan. Die Frage der Militärmission scku-int ja jetzt durch de-utick«- Nach- gicbigkeit gegenüber den rusiilckx-u Forderungen erledigt sein, andererseits macht es aber den Eindruck al? wenn die Türken über knrz oder lang wieder losschlagen wollen ,„>d hierauf ist vielleicht da? Drängen der Petersburger Macht- baber »nrückzufiibren. die an der Spitze de? banptiächlich in Frage kominenden Armeekorps keinen denttckion General wollen. Rach allen au? Konstantinolu's kommenden Meldungen sind dort nmsangroiche militärische llllaterial- bestellunqen mit kurzer Lieferfrist ergangen und auch bin- hchtlich der Trnppenverstirkiin« werde» Ordre? erlalh-n. Gnu» ausgeschlossen ist es allerdings nick-t, dab man damit nur einen Druck ausüben will, »in sich die hauptsächlichsten Inseln in, ägäischen Me»-re zu erbalten. Veiworre» ist n»ck, noch immer die Lage in Albanien, wo allem hlnicheiiie nach türkische Ränke an der Arbeit ivaren, nm ans iraend eine Weise direkt oder indirekt da? Land wieder in lilrti'üv Macht 5 « bringen. Der Prinz z» Wied bat seine Reise nach Tm iv.e »och immer nicht angetreten. »nd wer weis;, ob er iiberbaiivk r.i..imr>n wird. vor Ifiinberf 3 nljrcu. 25. Januar bi? 31. Jonunr IHM. Im Hauptquartier war cs vor alle» Schwarzenberg, der sich den Absichten Blückier? widersetzte. Er sprach e? ganz ofsen aus. dab man Frieden mackieu uud die Vorrückung aus Pari? al? in, höchsten Grade »»militärisch auigebe» lalle. (Im Hauptquartier wurde» Gneilenau und seine Gesiu- niingsgenossen al? exzentrisch »nd exaltriert erachtet.) I» einer Denkschrift hatte Knesebeck am 27. Januar a»?eiu- ander gesetzt, daß nian sich in der Krlegssüliriing abwarlend verhalte» müsse. Die Versuche de? störe». Tchivaizenberg z„ einem tatkrästigen Handeln zu beioege», waren vergeblich gewesen. Auch zwischen Castlereapli und dem stare» konnte eine Einigiing nicht erzielt iverden. Alexaudrr uer> dorrte a»f seine»' Absicht, jede Unterhandlung mit Nnvoleoi» c,bz»lehne:i. den Marsch nacki Paris fortzulobe» und erst dort Frieden zu schlieben. Am 28. Januar batte» stch die Gegen- sähe im Hauptauartier derart ttcrfifWirft. dab lue Koalitiai» in Gefahr geriet: Metternich erklärte, dab die Oesterreiwer keinen Schritt weiter vorrücken tvürden, bevor »iibt die österreichischen Anlchauungen. sangsame Kriegsfübrung »nd bas- diger Friedenskongreb anerkannt würden, worauf der sta, antwortete, das; er nötigensalls den Krieg allein und atzne fremde Hilfe fortsetzen würde. Der prei,bische König er- klärte, mit dem Zaren geben z» wollen. A-u ?ll Januar wurde dann in einer Ministerkonserenz eine völlige Einignna berbeigesiibrt: kam dem Zar durch Fotlleiumg der Operation entgegen, während Oesterreich seinen Willen bekam indem Verhandlungen mit Napol-on eröffnet werden sollte». Die Hauptarmee besetzte am 2ü. Januar Bar s» A„b, am selben Tage ging das Korps Eolleredo aus Diio» vor. (Schwarzenberg konnte es nicht über sich ge-'iunen. Blücher in bellen Operation zu Unterstufen, ja. er l>eb iicki sogar am 30. Januar nach dem Siege Blücher? de! Briegne z„ der Aenbernng binreiben: „Jck> bin etwa? tran-m d»b es für Blückier nicht eine kleine Niederlage gegeben Am 25. Januar kam Napoleon in Cbalon? an. Es ae- börte die ganze Kübnbeit Dlückier? dam. nickst znrückzn- weichen. uieln>elir den Kampf geae» die >(>(??i Mann ^ran- zrsen auszunebmen. (E4 war klar, dab Navolea» (ich au' Blücher werken würde, um diesen zunächst z» lck,laa,-u »r> dann stch gegen die Hauptarmee zu »veudeu ) Au, 27. Jan batte der französische Geiieral Milhaud ?t. Di>»er auae- grissen und besetzt. Napaleon n»or in d»e Stadt eiuae»aaen. mit arobem Jubel begrübt. Blücher batte jetzt sei» Haupt- onartier in Brienne, gegen das Napo'eon am r " i . Januar an ruckt?. >ni 29. Januar kam es dann zur Schlacht bei Brienne, die Napoleon selbst leitete' das Gel-ckst »"»ake bin und ber u»d d»e Franzosen batten bereit? e'-iine V r» teile errmiaen, al? Bliiiber die Kavallerie ins Srefte» «"''-te und schlieblich da? blutige Ringe» imentlchied'n blieb. (Während Schwarzenberg in »venige» Meilen Ent»er»»»g keinen Finger rührte, um Blückier zu Hille zu fo»,m"n. e- kannte Drede die Sachlage b">ier, »nd wenn er auch ui 'l sofort eiiigreilen konnte, so rückte er dach am 31 J'unnr io weit vor. dab er bei der folgei'den Sckllachi mil tätig »eia konnte.) Blücher wäre in der Nacht des Schla^ttaae'» bei- nabe gelangen aenonimen worden, er und lein Ltab rei» '-u sich nur durch Geisiesgegeuwars au? dem Brienuer 'S ' 1 '■ Am 30. Januar zog kick Bliiiber ans Bar lur Anb zurück den Angrift' Napoleon? erwartend. Napoleon >nor. da e- Brienne al? einen Sieg anspr rch. voller Zuversicht (Von der N o r d - A r m e e unter Bülow wurde am 20. Januar die Festunq Herzoqenbusch eingenommen »nd ansehnlich»'? Kriegsmaterial erbeutet.) Ot.'. "0 ,t«»c Tageszeitung. samsiag. Le» 2t. Januar 191» Lene Z Münrvkrlrrechen. Sine jurijtijche Plauderei. Bon Tr. Han» L i e st e, Leipzig. Da d.i» Geldhunger weder (glück noch überragender Verstand i.ere Gel itcr sind, jo beginnen die betört«» Jünger der Goldes. »hinnüchiig, redlich ZU erwerben, ln ihrem Wahne ver- kicä.nijchrr Weise Geld zu wachen, ein srevcnlUches Uuterjan- gc.i, dar jegliche Gesetzgebung mit schärfsten Strasen zu ahn ,n verheizen muh. Ein Blick in unser Strafrecht aber gibt rin fesselndes Bild in dl« Werkstatt euer Verächter staatlicher Ordnung mit ihren m<»i»igsachen Mochenschastcn. Da begegnet UNS, um die schlimmste und gefährlichste Kilbe zuerst zu betrachten, der Falschmünzer, Sein ehrloses Handwerk heisst ihn Metall, oder Keldpapier nachmachen, um er dann in Verkehr zu bringen. Falschmünzer aber ist auch der, der echtem Celde durch Veränderungen den Schein höheren Werts aber P-rrufcnem durch irgend welche Manipulationen den Anschein eines noch geltenden gibt. Die Falichmünzerei besteht mithin m Nachahmen von Kcld. Darum ist das Einwerjen eines ein chen Bleistückes lediglich vom Kewicht« eines Rükels in einen .irhnpfennigautomaten nicht die Tat eines Falschmünzers, Denn in der Bleischcib« soll »icmanden das Bild eines Gro- i che ns »ergeläuscht werden warum sie auch dem Vorbild« des Zehners absolut nicht entspricht; nachahmeu aber heisst zum ss erw.chstl» ähnlich machen; es »nutz dem Geld ein trügerischer Schein verliehe» werden. Doch ist dann der Täter dem Ersetz '.ch nicht verfallen. Vielmehr beherrscht den straswllrdigen i". .scher obendrein bei seinem Tun die Triebfeder, das falsche < :le als echtes in den Verkehr zu bringen. Welche Absicht er rrmir verfolgt, spielt leine Rolle; cs geuügt sein Klaube, der Kmpsüagrr werde in der Fälschung echtes Geld erblicken, Dcs- rlb vollzieht sich die Strenge des Eesetzes beispielsweise auch ;» einem, der als armer Teufel Falschgeld fertigt, um es voll enatischer Verblendung in den Opferstock zu werfen; denn auch cr hat nachgemachtes Eeld in Verkehr gebracht. Da aber der Zweck das Mittel nie zu heiligen vermag, mutz ihm das Schwurgericht mindestens zwei Jahre Zuchthaus zudiktiereu. es fei denn, fein« grotzc Torheit brächte die Geschworenen zur Zubilligung mildernder Umstände; denn nur in diesem Falle wäre die Tat schon durch Gefängnis fühnbar, Di« Kipper und Wipper, jene bekannten gewissenlosen Münzherrn der 17. Jahrhundert«, die gutes Geld cinschmolzen und geringhaltige, daran» prägte», erinnern an einen weiteren Münzsievel, dessen unser Recht desgleichen strafdrohend ge. denkt, E» ist di« Wunzveriingerung, Ihrer macht sich schuldig, wer «die Mctallstück« irgendwie verringert und als vollgültig in Verkehr dringt; wer kippt »nd wippt. Das blohe Ansgeben solch verringerten Geld«», da» Wippen allein, ist nur dann stiasbar, wen «s gewohnheltsmassig ober im Einvrr. ständnis mn d-m Wipper vonstatten geht. Sonst find Leute, di« verringern-, Geld vertun, vom Arm rächender Nemesis Vicht zu erreichen. Den Frevel des Kippens und Wippens aber ahnde, Gesänge », evcnniell verbunden mit Geldstrafe. Doch nun zum Abschieben von falschem Geld«, Eine scharfe Zweit-l>a-.g >st hier bringend vonnöten. Während wir nämlich die eine Kl.sse deier, dir Falschgeld abschieben, Verbrecher he p-n. ins Zuchtdaus schicken nnd ihr Handeln bei allem Verständnis für menschliche Fehler doch als rnchlor »nd schwer verzeih.ich emp.ndcn, erschöpft fich die Sünde der zweiten Kinsse rank vc.i:u eignen Wahrnehmung bisweilen in blan. Icr Eedanl-nlosizlrit, Mit den eigentlichen Böfewichtcrn nun sind wi, ,--.se in unseren Aug«n kategorisch sordert. Jetzt ober naht fich UNS ein Missetäler aus Gedankcnlostg- leit. Ein Hunderter ist Ihm gestern nacht gewechselt worden. Von diesem Wechselgelde zahlt er nun heute morgen am Schal, tell seines Postamts acht Zehnmarkstücke aus ein« Poftanwci- sung ein. Einer der Goldfüchse aber stötzt ans lebhafte Mitz- billigung des Scholteibcumtcn, Der Beamte läßt ihn mehr, such vor fich aus die Platte fallen, besteht ihn, beklopft ihn »nd weist ihn schliesslich als gefälschtes Gelb znilick. Der Eigen- llliiicr toill's nicht glauben nnd holt sich aus kompetenter Stelle Gewissheit, die freilich ganz zu feinen Lasten ausfällt: man hat ihm in der Tat unechtes Gold ausgehangen. Nun ist er um zehn Marl ärmer. Indessen, er beschließt, die Mitwelt mit der srivllc» Errungenschaft zu beglücken, „Ich selber bln ja wahr- schuldlos und sehe nicht ein. worum ich Sünden von ruschen abügen toll. für die ich doch garnichts lann. Ein и, errr, der mir das Eeld nichtsahnend abnimmt, wirb aber Nicht geschädigt; denn entweder er gibt es auch nichts. hu.iid weiter, oder er denkt und handelt, wenn er die Ee- !+’>!;.. bemerkt, wie Ich nnd weiß fich daniit desgleichen gegen Einbuss.» ;u schützen" Gedacht, getan. Der Umsatz geht in : Nom Geschäft der Stadt auch glatt vonstatten. Widrige Zn. iiiliig,eiten aber zerren di« Sache an» Licht. Das Cchöffenge- i'ib; mier.nt infolgedessen mit einem Monat Gefängnis gegen t,i. Schuldigen, Denn wer faliches Geld bekommt, die Un- echiheit ichnctzlich erkennt, das Geld aber trotzdem weiter gibt, к. :D mit Gefängnis bis zn 3 Monaten »der mit Geldstrafe dis ,u 300 Mar« bestraft. Einem Bekannten plagten vor einiger Zeit andere aller, dings ganz unnütze Bedenken. Ihm halte man «in falsches Zweimarkstück bchändigt. Um nun ja njchr etwa ans Versehe» damit zu bezahlen, halt« u «« aus der Börse acnomme» und in di« Westentasche geborgen. Ab r o Schrecken! A,n nächsten Morgen bemerkt er, datz das Zweimarkftiick aus seiner Berbaü- nung verschwunden »nd im Drange der Geschäfte doch versehentlich als Zahlungsmittel auszegeben worden ist. Natur, lich ist da in solchem Falle alle Angst vor Entdeckung »nd Strafe gänzlich grundlos. Denn Lässigkeiten können uns nach dieser Richtung nie nnd nimmer in den Maschen des Gesetzes straucheln lassen; das veimag vielmehr einzig uno allein böse Absicht, A«is aUrr Weit. enstritt Der Gast, der znm ersten Mal am neue» Stadlthealei bei n>ls auftrilt. ist hekanntl ch in Folge feiner urwüchsigen, iiutürlichen Kemit i.nd feiner i ib., - -ürdig-u P-- io n iiti-kei, «in Liebling des Münchener Publikums, wie des deutschen Kaisers, zu dem er öster noch Berlin als Gast geladen wird Hesse,' Rnstan, * Gricshci», n. M., 23. Ja». Ist der vergangeue» lst'aclff lttiiedrn niis einer Wirtschaft in der W.lldstrnhe duich Ein biuch Wurstlvareii. Spirituosen und etlva 60 Jl bares Geld gestohlen. Als Täter koinait ein Fremder in Frage, der sich am Nachmittag in den Grsträumen recht auffällig benahm Der Wcinbcrgschütz als „Wildschütz." Das Ehrenamt eines Weinbergstlnitzen versteht in Frcrnenstein trotz zweimaliger Bestrafung wc/n-u Jagdvergehens der Johann Wilhelm Burkhardt von dort. Im November d. I. wurde er dabei beobachtet, wie cr in einem Weinberg mit seinem Schiestprügel „arbeitete". In einer Richtung, nach der er einen Schutz abgegeben, bemerkte der Förster Haubrich einen noch zappelnden Hasen, Tie Wiesbadener Schöffen hielten in diesem Falle den Ehnmfchütz wieder für den Wildschütz und belegten ihn mit 20 M Geldstrafe. Verhaftung einer Gifttnörderin, Ein schreckliches Verbrechen, das in gewisser Hinsicht an die Taten des Giftmörders Hopf erinnert nnd vielleicht sogar durch den Prozess gegen Hopf angeregt worden ist. wurde i» Enmbrai oufgchcllt. Eine 30- jührige Frau vergiftete vor acht Tagen ihren Tater, den 60- jährigcn Lccompte, mit Arsenik und brachte ihrem Bruder, dem 34jährigen Jules Lecompte, gleichfalls dasselbe Gift in Speisen bei. Die Aerzte halten anfangs ben Tod des alten Mannes der ausserordentlichen Kälte zugeschrieben. Durch den Tod des Bruders der Oklavi Lcconrptc, der Eiftmischeii», arismerk- sam geworden, schritt man zur Obduktion, die das Vorhandensein von Eist in der Leiche ergab. Sie wurde sofort verhaftet. Es konnte ihr nachgewiefen werden, dass sic sich das Eist vor 10 Tagen besorgt nnd es zunächst an einer Kuh erprobte, die infolae der Vergistuug einging. Er» russischer Gcndclcutmint als Mörder. Drr russische Eardetentnant von Kolsakoff hat eine« dreifachen Mord unter besonders tragischen Umständen begangen. Er befand sich mit mehreren Freunden und Freundinnen in einem Cafe nnd liefe die im Lokal konzertierende Zigeunerkapelle auf eigene Rcch- nvng mehrere Stunden lang spielen. Eine Zigeunerin, in die er sich verliebt hatte, verfolgt« er unaufhörlich mit Liebesan- trägen. Als der Vater des Mädchen» sich dieses verbat, schoss der Leutnant ihn ohne weitere, nieder und verletzt« das junge Mädche» gleichfalls durch mehrere Nevolvcrschüssc, Auch auf die anderen Zigeuner, die auf ihn «inftürmten. feuerte er Schüsse ab und tötet« «inen von ihnen fowic verletzte er zwei andere schwer. Er wurde verhaftet. Durchgegangener Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt Zimmermann in Bilseck (Obpf) ist unter Hinteriassnug zahlreicher Gläubiger burchgegongen. Bei der in Gegenwart eines Gerichtsvollzieher, vorgenom,neuen Oesjnung des Schreibtisches fand man rtne leer« Kassette und ein Hühneraugenpflaster. Blutschande. Ach« Tage nach dem Tode feiner Frau verging sich der 52 Jahr« alte Bäckermeister und Hausbesitzer Fr. Taver Schwarz von München an seiner 21 Jahre alten Tochter Marie. Auch an einer 15jährigen Tochter und feinem zehnjährigen Kinde erlaubte sich Schwarz «nzüchtige Manipulationen, Das Landgericht München verurieilte Schwarz zu zwei Jahren Zuchthaus nnd 10 Jahren Ehrverlust, Rab'nmftifinng eine; Unbekannten. Ein amerikanischer Multimillionär, der nicht genannt sein will, hat eine Summ« von 75 Millionen Dollars ausgeworfen, um allen amerilani- fchen Hospitälern 5 Gramm Nadimn zu verschaffen, die aus- fchlietzlich zur Behandlung von Krebskranken bienen sollen. Der Präsident der Ecfellfchaft zur Erzeugung chemischer Produkte. Fanneru, teilte die hochherzige Stiftung der Minenkommission des Repräfentanienhaufes mit nnd erklärte, daß der Stifter weder Carnegie noch Rockefeiler fei. Das Radium wird aus den radiumhaliigen Werken von Colorado gewonnen. Der Preis eines Gramms Radium beläuft sich ungefähr auf IW 000 Dollar, In 5 Jahren hofft man soviel Radium gewonnen zu haben, datz man dem Willen des Stifters gerecht werden kann. Die zu gewinnende Menge beträgt ungefähr 2W Gramm, Falfchmiinzerprozrtz in Warfchan. Ein in Warschau noch nicht dagcwefener Riefenprozetz gelangt demnächst gegen eine FaljchmLnzerbande vor dem Bezirksgericht zur Berhandknng, Es stehen 72 Falschmünzer, darunter drei Frauen, unter der Anklage, falsches Geld in Umlauf gebracht zu haben. Nenn Rechtsanwälte haben die Verteidigung übernommen, Einsturz eines Turmes. Wie aus La Rochelle gemeldet wird, ist der Nichelieur-Turm. der zur Erinnerung an die Belagerung des Jahres 1620 errichtet Ist, eingestürzt. Die Schuld an dem Einsturz soll ein englisches Kohlenfchiff tragen, dar entgegen den, Verbot sich am Turm festgemacht hatte, Familientragödie, Der Oberzollassistent Schwoilo in Dresden versucht- sich nnd feine Familie zu vergiften. Die 17jähr. Tochter ist bereits gestorben. Die Eltern liegen lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus«, Finanziell« Schwierigkeiten haben Schwatlo zu der Tat getrieben Ans der Aeimat. * Giessen. 24. Jan, Der morgige Sonntag bringt im hi«, sigen Stabttheater nachmittags eine Wiederholung des spannenden Schaufpielr „Die Zarin" von den Ungarn Lengyel nnd Biro, das mit feinen hochinteressanten Eharakteren, feiner fpanncudcn überaus wirlungsvoll gesteigerten Handlung de» Zuschauer in seltenem Matze in Bann zwingt. Vorzügliche Darstellung »nd glänzende Ausstattung düijen dieser Voisiel- lung unserer Bühne nachzcrnhmt werden, — Am Sonntag Abend findet ein Gastfpicl von ganz besonderer Anziehungskraft statt, in dem der berühmte bayerische Hofjchaujpieler K. Dreher von Riünchen. der Gründer und Entdecker der „Schlier- seer" in der Vanernposs« „Aäaeiblnt" als Dorsbader „Zanaerl" Geschäftliches. D!« dtutsch« Pferdezucht hat sich im Lauie der Jahr« zu einem Faktor entwickelt, Ser im Wirtsachiksleben unseres Volles eine bedeutende Nelle spielt und der dem Natioualwesey von Jahr zu Jahr steigende Weile Zuwachsen lässt Nicht zum ivenigstcn verdient gemacht ha, sich um diesen kraftuolic» Ans, lchwung der deutschen Ps-rdezticht die spezicll sür de» Bedarf des Züchters gefchasicnc sogenannte ZuchtpferSeversichernug, Sie ist cs und wird cs in immer wachsenden, Matze und uuier vic len Opfern fein, die cs dem sargsame» Züchter ermöglicht. Sie gerade in der Pferdezucht unausbleiblichen schwere» Jehlschlage zu mildern und den Betroffenen vor grösserem Verluste zu bewahre,,, Dasjenige Unternehmen, das auf diesem Gebiete die ;; lÄricsiieini ^iettron „ 26 50 ' BcUstvis Ä^r!bl)0s „ uliner Handels Ant. 158.— lutsche Bant Mt. 252,— , st. zrommandit Anll I9l.o, , eödne, Bank Akt, 164 >/, „ lt.Jnt.Handelsb.Akt. 205,75 „ iss.Ban! s, a.Hand.A. 162.75 , hantung C. B. Akll 12 .25 M rllimore u. Ohio 9,- 50 „ inada Pacific Akt. 218//, , ince Henri C. B.Atll 156.'/, - irkenioose lüll 168.50 Berliner Bor.e. Laurnhnle Prioatdiekonl Tendenz: fest. Londoner Bor.c, Ho,/entohe»verie Akt. 132 50 Teurich-llureinb. ssi.2lkt. 137.25 llaurnhülle All. 156 75 O 0 er;ch>«j,er cr, Alt. 89,37 Phönix Bergbau Akt. 241 25 Aombache, pütle „ l,.j,— GelfentirchenBergw. A. 192.75 Harpener Bergbau Ltt. 172.'/» Allg.Clell Gesell,ch, Akt. 240.25 Siemens u. HatSteAkr. 235 25 Tendenz: fest. chiwn Topeka Dost. 103.-/, urhem Pacistl „ 100 .'/» icago Oiock 2>sl. ,. 15.'/» ssj.Kani.u.Tcz.N. , 24.30 >on Pacific. 165.75 S. Steel Eomnwn„ 67.43 Amalganmted Eopp, Doll. Cyarlered Company Lstc. Caprano Propriciary „ Gowpelds „ Rano Mincs „ De Beere Con.olid 79.'/, 0.95 2.18 T65 16.'/. Die DepofttruKalle Friedverg i. empftehit sich zur nlttliii,^ aller l»ttiiUaiäMsij4en üeschäfl« i6 Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. ung lauicndcrRechnungcn und provisionssreier Scheck Conti chsiung von Coupons und Sorten. me von offenen und ocr chtossenen Depots, zennahme »eczinslicher Epar-S>»tagen. s.