?1nw»mer IS Donnrrstafl, den Lrr. Januar 1!I14 7. Jalirganfl Xit »zi»». fi d)«tnl I«6«n ÜJcrltng. Regelmäßige Beilagen „Ctr «outr an« *»*««“, „yie Kpinngul-e". «r,u,«»rel»i Be« den Pel>onsia«Ie„ Diertrttdbclid) Mit 1,13 *• •fl«nun «onoiliih 60 PI«, fitiyu tritt Posigedutzr Un Trage, lohn. )», eigen: lienndieile '20 Big. lokale 15 Pig. An, eigen von auowon» werden durch BoNnachnahme erhoben kkriilllimgeori Frieds»»» »chvMleitaag and Verla, Friedberg Uhr zu einer Sitzung einberufen worden. Wie verlautet, wurde eine A>A>ige Diskoutermätzigiing beschlossen. — Tie elsässische» Abgeordneten haben im Reichstag ebrnlallS einen Antrag belr. Wasfengebrauch und da« Ein- greisen der bewassnelen Macht bei Unruhen «ingebracht. — Die Sussraqeiien hielten in London eine stürmische Versammlung ab. in der sie erklärten, daß sie die kriegerische Methode wieder ausnchmen würde». Das Jahr 1914, so wurde versichert, solle in der Geschichte der Sufsragettcn- lalen z» einem historischen werden. Die Suffragetten erklärten. dag sie sämtliche Staatsgrbäude in die Lust sprenge» würden, wenn man ihren Forderungen nicht stattgebc. — Tie japanische Regierung teilte der Bundesregierung mit. daß ihre Erklärungen über di« Behandlung der Japaner ungenügend leien. — Meldungen aus Veracr», zufolge haben die mexikanische» Rebell n der intcroceanic Railway Company mitgeteilt. Last die Rebellen alle Brücken der Gesellschast mit Dnnamil in dir Lust sprengen würden, falls nicht die Liese- rungen an Petroleum für die Bundestruppen aushörten. ssin llrtril übrr die ponlrroatiurn. Man wird wohl allgemein zugebe, 1 , daß der jetzige Reichskanzler, im Gegensatz zu dem ersten entschlußstarken Kanzler des Reiches eine Persönlichkeit ist, die sich nur schwer «u totkräslige» Entschlüssen durchdringen kann. Es soll ihni daniil kein persönlick»cr Vorwurf gemacht werden, denn Herr von Belhmann-Hollwcg ist zweifellos, als Charakter ange- ichen. eine offene lautere Persönlichkeit, die sich gibt, wie sie ist und denkt, aber die Tatsache steht nun einmal außer • jweisel, vor lauter Erwägen aller denkbaren und uudcnk- oarc» Gründe und Möglichkeiten kommt er nur lchwer, oder »och langer Zeit, oder überhaupt nicht zu einem Ent- ichiiiß. Das ist sur einen Staatsmann in leitender, poli- lischcr Slclluiig ein äußerst bedenkliches Manko. Man weiß das natürlich allgemein und ganz besonders osfenkundig :st dnse nicht z» verschleiernde Tatsache in den verschiedenen Paria,neutcn, mit denen er stete Berührung hat, also im Reichstag und »n prcußisckicn Abgeordneten- und Herrenhaus. Naturgemäß ersckiwcrt diese oft bemerkte schiverc Ent- ichlußlähigteit, die zuweilen geradezu in Entschluhlosigkeit ausziiartcn droht, die Stellung des Kanzler» gegenüber de» Parteien beträchtlich, zumal dort — wcnigcnsts in einigen Parteien wirkl>ä»e M ä n » e r führend sind und dem Rcickis- lauzler gegenüber mit herzerfrisck>c„der Lfscnheit und, wenn es tritt muß, goldener Rücksichtslosigkeit ihre Sack»e und Meinung vertreten. Daß das bei den Konservativen ganz V, sonders der Fall ist, daß dort wirkliche Männer sitzen, die mal eiuc Lippe riskieren und auch nicht immer nack» dein Wohlergehen, was der dazu sagen wird, ist zwar eine längst bekannte Tatsache, wird aber nur seUen i» den liberale» Zci- liuigru zugegeben und auch nur daun, wenn man mit diesem ilrieil eine beiondere Nebenabsicht verbindet, wenn n>an etwa den libcialen Spießbürger wieder einiual gruseln machen >v,U vor de» bösen Konservativen, die noch so rückständig sind, ovii einer reinen Parlainenlsherrschast. bei der der Kaiser nur wenig oder gar nicht mehr zu sagen hätte und Herr Ltabthagen wohl gar Kriegsininister würde — so etwa nach , anzösiick»ein Muster — nichts wissen zu wollen. Sie wisse» wahrhastig. waruink — Die Reden der Freisinnigen und ganz besonders die der Herren Roten, sind sogenannte Friislerreden, d. h. sie sind dazu bestimnit, zum Fenster hin- ittS lür die Galle gesproche» zu werden, aus eine wirklich giiuidltche und vorurteilsvolle Prüfung einer Sache kommt 's da hl , diesen Herren gar nicht an. Wenn sie nur draußen den Beifall der Masse finden, dann ist ihren Zwecken ae. dient und sie sind zufrieden. Wie ganz anders bei den Kon- servaliven — namentlich auch bei de» Konservativen dcS in gewissen Kreisen, so besonders verschrieenen und dabei in jeder Beziehung wirklich vornehmen preußischen Herrenhauses — die an eine Sache mit überlegener Ruhe »ud bc- herrsck»endcr Sachlichkeit Herangehen und daun ihr besonnenes. wohlbegründetes Urteil abgeben, unbekümmert um die Konsequenzen und um die Meinung des Berliner »ud anderen Großstadlpöbels, der sich in gewisse» Zeitungen breitmacht. Etz gibt nämlich auch gebildeten Pöbel, und der ist fast noch schlimmer als der von der Gasse. Auf die bösen Konservativen ist nun der angeblich so unparteiische und cbenso angeblich parteilose Frankfurter General -Anzeiger im allgemeinen recht wenig gut zu sprechen, und namentlich sein etwas sehr nach links neigender II. F. Mitarbeiter versäumt so leicht keine Gelegenheit, wo er ihnen etlvas am Ze»ge flicke» kann. Nun ja —der .Fwrtcilosc" und übcrzcugungStüchtige General- Anzeiger muß eben Rücksicht auf die Stimmung gewisser in Frankfurt sehr zahlreich vertretenen Kreise, denen das Wort „konservativ" schon, wie es scheint, einen geradezu körperlichen Schmerz verursacht, so etwas ähnliches wie Bauchweh. So hagelt es denn gelegentlich Schläge auf die bösen Konservativen, auf die des Nordens wie die des Südens. Es gibt nämlich auch merkwürdigerweise im Süden Konservative, und mit diesen wird sich der General- Anzeiger vielleicht nock» mehr beschäftigen müssen, als ihm lieb ist. Er nannte sie übrigens gelegentlich der badischen Landtagswahlcn „landfremd"! I Vorzüglich! Wir kennen landfremdere Elemente. Herr kk. F. gibt nun in der SamStag-Nummer vom 17. Januar im General-Auzeiger rin Urteil über die Konservativen ab, das so treffend und richtig ist. daß wir nicht verfehlen möchten, dieses Urteil auch solchen Kreisen zugänglich zu machen, die die Lektüre deS „parteilosen" Frankfurter Blattes sonst entbehren müssen — und daS sind hoffentlich recht viele von unsercn Freunden! — Natürlich ist dieses Urteil nicht in der Absicht geschrieben, etwa den Koiiservativ->n eine Liebenswürdigkeit zu sagen, und noch weniger läßt der Artikel etwa auf konservative Neigungen schließen, da? ganze ist vielmehr zweifellos als Hieb gedacht und cs soll nur gezeigt werden, daß die konservativen Führer nicht etwa „Menschen von weichherziger Stiminung" sind, sondern rücksichtslos auf ihre Ziele los- gehen und daß Herr v. Bethmann an ihnen Gegner hat, die nötigenfalls, wenn Herr v. Heydcbrand besiehst, cinschwen- ken wie die Untcrofsizicre. Herr H. F, schreibt also über die konservativen Führer: „Sie sind Männer der harten Notwendigkeiten: gerade durch ihre männliche unbeugsame Haltung machen sie, auch wenn man ihre Meinung »ud Ziele nicht billig:» kann, als Persönlichkeiten in unsere kompromißsrohcn Zeit eine gute Figur. Ihre politisck>cu Erfolge verdanken sic avsschließlich ihren »vohlerWogenen Arbeitsplänen und ihrer straffen Fraktionsdisziplin. S i e sind Soldaten auch i in Parlamcn t." - Wir haben diesem äußerst interessante» Urteil über die preußischen Konservativen — zumal es aus Gegners Mund kommt — nichts hinzuzufiigcn und möchten nur die Frage daranknüpfen, loaun endlich werden >vir auch in Hessen so männlich unbeugsam« Charakrere ein Wort mitredeu hören in der Politik unseres Landes ES wäre wahrlich nicht zu unsere,» Schaden! Oder fürchtet man sich in Hessen wirklich iiumer noch vor dem Namen „konservativ"? Wir Hessen sind deck» sonst nicht so ängstlich. Gewöhnen wir »ns also auch diese Furcht abl — v. Lveljrbcilrliß uni» JJfuijtlrtnt». In unsere» Beispielen die wir jungst zur Wehrbeitragsabgabe verössentlicht haben, hat ein Fall gefehlt, der gerade in unserer Heimat sehr hüusig vorkommt, und den wir dek- halb nachholen müssen. Es handelt sich um Landwirte, die neben ihrem eigenen Land auch noch Pacht ko nd bewirtschaften. Würde in diesem Falle, bei der Berechnung noch de,n Ertragswert, das eigene Land allein zur Berechnung gezogen werden, so würde das lebende und tote Inventar nicht im Verhältnis zu dem wah.r» Werte stehen, es muß deshalb, zum Teil wenigstens, ob Betriebskapital der Pachtäcker zugezoge» werden. Tielcr Anteil ist verhältnismäßig umio größer, je größer die Fläche der Pachtäcker ist. Besteht die Wirtschaft nur al Pachtgut, so ist, wie wir schon früher an einem Beispiel gezeigt haben, dasgesainte lebende und tote Inventar: Vieh, Geräte. Maschine», Vorräte uslv. als Permögenobesland aufzuführen. Besitzt ein Landwirt 40 Morgen eigenes Laud u»d er hat noch 5 Morgen dazu gepachtet, jo ist das Betriebskapital, das er zu dercir Bcw:rlsck>astli»g aufwenden muß, nicht groß. 120—140 A kür den Morgen dürkken vollauk genügend lelu. Nelnuen wir 120 A an, fo würde der Landwirt also 10 Morgen mit dem Ertragswert einstellcn und dazu 5 Morgen zu 120 A = 5 X 120 — 600 A als Betriebskapital für das gepachtete Land zäh'en. Belvirtschastet ein Landwirt nur 10 Morgen eigen«! Land und dazu 10 Morgen Pachtland, und er hat 4 JHilji und 6 Schweine, so ist in Betracht zu ziehe», daß er au! eigenein Lande nur die Hälfte diese« BichstandeS ballen könnte, 2 Kühe und 3 Schweine sind also ohne Weiteres iw Betriebsvermögen aufzuführen. Dagegen wäre es unbillig, wenn der Wert der Holreitc und der der landwirtlchastlichen Geräte auch mit der Hülste eingesetzt würde, da die Gebäude und die Geräte nötig und vorhanden wären, auch wenn da: Pachtland nicht niitbewirtschastct würde. Der 3. r 4. Teil de« Werte« dürste als Anteil genügend sein. Ist die Hos- reitc 8000 A »nd sind die Geräte 1000 A wert. Io würden etwa 3000 A cinznstellcn sein. Ter Erklär»,ig würde al'a lauten: 10 Morgen eigenes Land Ertragswert 4b A — 1125 p. Morgen 11 250 Y (Bei dieser Berechnung ist die Hälfte des VichstandeS und der größte Teil der Hof» reite »nd der Geräte cinbegrifsen) 2 Kühe d 550 A 1100. 3 Schweine ü 80 A 240 „ Betriebskapital für 10 Morgen Pachlland 3000 „ 15 590 .4 Deutscher Deichstay. 166. Sitzung vom 21. Januar, 1 Uhr, Am Biiiidesratstischc: vr. Delbrück. Das Hans setzt die allgenicinc Aussprache über den Etat des Reichsamt des Jniieru fort. Abg. Weilnböck (fonf.): Wir erkennen an, daß drr Staatssekretär da« bisherige System unserer W>rljü)>isiS- Politik und die untrennbar dazu gehörende Einrichtnug bei Einfuhrschcine in diirchaiis zntressenden Darlegungen per tcidigt hat und sich namens der Reick-Sleitung zu dem Schutz der nationalen Arbeit bekannte, der unbedingt und in vollen. Umfange aufrecht erhalten werden muß. Hierbei wird rr imnicr unsere volle Unterstützuug haben. Wir hassen, daß die Regierung auch aus den, Gebiet des Seu>t«cnschutzcS unbeirrt an den bisherigen Maßnahmen scsthalten wird. Ter Staatssekretär hat aber auch gesagt, daß sowohl hinsichtlich dcS Zolltarifs wie der Handelsverträge Verbesserungen möglich seien, die sich ans der sortlchrcilendeii wirtschastlichen Entwickelung ergeben, niich könnte eine Ergänzung des Zoll- torisschenias in Frage konnnen. A,,ch nach linscrer Sn:- fcffmtfl ist das fiit das Gebiet der Industrie, des Handelt und der Landlvirtschait »nd der ihr verwandten Berns« durchaus zutresfeiid. Wir erheben zurzeit gegen die gestcin abgegebene Erklärnng keinen Einspruch, insolveit vorläufig die Vorlegung einer Zolltarilnovellc und eine Kündigung der ablausende» .Handelsverträge nicht beabsichtigt wirk. Nach der Angabe des Staatssekretärs sollen aber Umsiäude rintreten können, die z» einer Aeuderung der Zollgcsetz- gebung uiid zur Turchsührung nötiger Verbcsiernngen dienen würden. Da? kann unmöglich in der Absicht der Regierung liegen. Wir bedauern, daß man ans eine selbsl- ständige Bcrsicksichtiginig der Notwendigkeiten des eigeiu 1 Landes und die Ausiiützung von eigenen Erfahrungen be,< zichtel, die drr Auslausch des wirtschaftlichen Schutzes mit der Handelsgesetzgebung in andere» Ländern dielet Zl einer lolchen Politik werden wir »nS nicht entschließe:, könne». lBeisall rechts.) Tic letzte Viehzählung beweist daß die Viehbestände im ganze» Reiche erheblich zugenom ,n«n haben. Wie kann man noch behaupten, daß die deutsch: Landwirstchast nicht iuistaude ist, unser Volk mit Fleisch „nd Brot zu nersoigenl Die Einschleppung der Maul- mu Klauenseuche mich duich weitergehende Sperrmaßrrgela gegen das Ausland verhindert Iverden. Wir bedauern miß, r- ordentlich daß die große» Slädie mit den kandwirkfchafk- lichen Organisationen nicht langfristige Licserungsvertr für Fleisch gcschlosien haben. Die kleine Landwirtlchast ‘ an den sozialen Lasten schwer z» tragen Dazu konmik M« Erhöhung der Löhne. Tie Frage LeS Gertteiizolles !el!lc derart gcrereglt werde», daß alle ans dem Auslände ei:!,'., führte Gerste zu de,»leiben Zoll abgrserligt und für d>,- jeuige. die zn Brauzwecken nicht verbraucht wird, der Zoll zurückerstaltct würde. Slolt der Gerste könnten wir > ' nohl andere Futtermittel verwenden. Unser Hopse»! geht infolge ausländisä/cr Konkurrenz nach und nach za rück. Er bedarf des Zollschutzes, wie der anderer Länder Ebenso tut dem Tabak, das Sorgenliiid unserer süddeutsche, . Landwirlschast, Schutz not. Auch der Grmüs-bau hat Re,' aus Schutz, in »nsercr bayerischen Heimat n::,ß Wege» : Söolserveilvillnissc Meerrettich gebaut werde». Er >0 : ü. Wt. 18 ___^ __ die amerikanische Konkurrenz bedroht. Ebenso sollte die Milchwirtschaft geschuht werden. Rußland hat an Handelsbertagen mit unS ein viel größeres Interesse als wir. Wir alle in unsere Fraktion sind für innere Kolonisation. (Sebr richlig! recht.) Nur muß sie vernünftig, nicht svnmgweise überhastet durchgeführt werden. Es sollen nicht bloß kleinste, sondern kleine, mittlere und selbst größere Besitze geschaffen werden. Die innere Kolonisation, wie sie Freiherr von Wangenheim angeregt hat, hat kolossale Werte geschaffen. Sie kann aber nur erhalten bleiben, wenn unsere Wirtschaftspolitik die gleiche bleibt. Sie allein kann unS auf unserer nationalen und wirtschastlichen Höhe erhalten. (Lebhafter Beifall rechts.) Ministerialdirektor Müller: Ich bi» beauftragt, namens des Staatssekretärs zu erklären, daß der Seuchenschutz in derselben Weise weiter gehandbabt werden wird, wie cs bisher der Fall gewesen ist. (Lebhafter Beifall.) Langfristige Lieferungsberträge, für die landwirtschaftliche Organisationen in Frage konimen konnten, haben wir stets aufmerksam verfolgt nnd begünstigt, soweit eS in unseren Kräften stand. Die Derbältniste an der russischen Grenze haben sich einigermaßen verschoben, unser Export von Roggen ist stärker geworden als wir angenommen hatten. Rußland ist autonom und kann seine Handelsverhältnisse nach seinen Bedürfnissen regeln. Wir müssen daher das Weitere abwarten. Einstweilen sind wir überrascht worden. Abg Gothcin (fortschr.) hielt eine Ruhcvanse in der Sozialpolitik für notwendig nnd nannte die Wirtschaftspolitik eine Politik der nationalen Knute. Die Zölle haben lediglich eine gesetzliche Steigerung der Dodenpreise bewirkt. Der Großbetrieb entvölkere das Land und schädige damit den militärischen Nachwuchs. Deshalb müsse innere Kolonisation gefordert werden. Redner bemängelte die Darstellung des Staatssekretärs, daß die Wirtschaftspolitik ausschlag- aebend für die allgemeine Enftvickelung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse sei. Ministerialdirektor Müllers Der Vorredner hat bemängelt, daß der Staatssekretär übersehen habe, daß auch roch andere Faktoren für die wirtschciftliche Entwickelung noßgebend sind. Daß diese anderen Verhältnisse vom Staatssekretär berücksichtigt worden sind, kann keinem Zweies unterliegen. Selbswcrständlich ist die Zollpolitik nicht allein für die Entwickelung der wirtschastlichen Verhältnisse msschlaggcbend. Es handelt sich dabei nur um die Frage, ab unsere derzeitige Zoll- und Wirtschaftspolitik die Grund- iage mit abgegeben hat ftir die Entwickelung der Verhältnisse, wie sic sich bei uns gestaltet haben, ob der innere Narkt gekräftigt worden ist. Redner führt eine längere sicihc von Zahlen an nnd kommt z» dem Schluß, daß die Frage bejaht werden kann. Abg. I>r. Arendt (Rp): Die Rede des Abg. Gothcin laben wir hier schon recht oft gehört. (Sehr richtigI rechts.) -llencs bat er nicht gesagt. Er ist die letzte Säule der alten Freihandelspartei, denn die Anschauung vom Nutzen der Zölle hat sich unter seinen Freunden sehr verbreitet und befestigt. Bei Einführung unserer Zölle hätte sich niemand von der Linken einen solchen Aufschwnng träumen lassen. it’i damls 1 oK Zoll eingcsiihrt werden sollte, sprach man davon, daß das deutsche Volk nun verhungern müsse. Heute hört man von allen Seiten, daß die Zollpolitik einen großen Aufschwung mit sich gebrailrt habe. Dein Staatssekretär negeniibcr muß ich fragen: War es nötig, jetzt das Ausland in unsere zollpolitischen Karten sehen zu lassen? Die wichtigste Voraussetzung unserer Sozialpolitik ist die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Unternehmer. Die Sozialdemokratie verkennt die? und stiftet klnsrieden zwischen Arbeitlebern nnd Arbeitnehmern. Dieser linfrieden schädigt aber reibe. DaS Zurückgehen des Streiks ist nicht auf eine schlechte wirtschaftliche Lage zurückzuführen, sondern auf die Erkenntnis der Arbeiter, daß ihr; Interessen bisher nicht richtig wahrgcnommen worden sind. Die Herabsetzung der Altersgrenze auf 6b Jahre gelangt hoffentlich bald zur Einführung. Donnerstag: Fortsetzung. Schluß nach 6 Uhr. PrrnsMchrr timdtng. Abgeordnetenhaus. Das Haus fetzt« oin Mittwoch die Beratung des landwirt- fihaiiüchen Etats fort. Abg. Dr. Faßbender (Ztr.) begründete den Antrag: Die Ciaatsregierung zu ersuchen, ein Gesetz zu schassen, das 'uiu Sck-utze der Landwirtsachst und des reellen Handel» di« Mißsiände beseitigt, die im Handel mit Futter- und Dünge- tn.ttcln und Sämereien bestehen. Nachdem di« Abgg. v. Kessel (Ions.). Lieber (Nl). Dr Varenhors, (sieikons), Ehlers (Fortschr.) dem Antrag zugcstimmt hatten, erilaite Laudwirischastsminister efiht. , Cchorlemer - Lieser, daß den Wünschen der AntragsteUer jedenfalls nochgegebin werden könne, und daß di« in Frage kommenden Mittel gesetzlich bestimmt und solckff, di« den Bestimmungen nicht «ntjpiechen, vom Handel ausgeschlossen wer- den sollen. (Beisall). Weiter stimmten dem Antrag« zu die Abgg. B r o r S und Dr Becker (Ztr), und einstimmig nahm ihn das Haus an. Abg. Dr. v. Campe (Nl.) bat den Herrn Landwirr- schaslsminister, beim Kultusminister dahin zu wirken, daß die in der Schwei, approbierten Tierärzte den Titel Dl. med. vet. auch in Preußen führen dürfen. Abg. Ba er ecke (lonj): Auch wir wünschen eine solche Anstalt. Die Bedeutung und Förderung der Milchwirtschaft ist für die landwirtschaftlich« Bevölkerung sehr groß. Abg. Hoff (Fortschr.): Nach dem Vorschläge der Land- wlilschastslammern nahmen wir bisher an, daß es sich empfehle eine Reicksanstalt nacki dem Muster anderer Rclchsanstal- yitat Tageszeitung. D»u»«r«rag, den Z2. Januar 1914. ten zu errichten. Dann würden auch die kleineren Einzelstoa- ten hieraus Nutzen ziehen lönnen. Wir stimmen aber auch dem Zentrumsantrag zu. Abg. Westermann (Nl): Auch ich stehe dem Antrag« sympathisch gegenüber. Landwiitschaflsminsitee Frhr. v. Schormeler: Der Gedanke, ein Zcntralinstilut für milchwirtschaftlich« Forschun» gen zu schassen, ist an sich gewiß erwägenswert. Seiner Ver. wlrliichung in Preußen steht jedoch das Bedenken gegenüber, daß schon jetzt für solche Institut« bet den Landwirtschastskam- mcrn 190 000 Mark ansgeworfen finb. Bei Schaffung einer Zentralinsiiluts würden wohl dies« Zuschüsse gekürzt werden müssen. Anzuerlennen ist, daß die wistenschastliche Seite der Frag« in einem Zentralinstitut zweifellos gründlicher behandelt werden könnte als jetzt, wo die Leiter der Institut« meist noch anderswcit stark in Anspruch genommen sind. Dem steht aber das Bedenken gegenüber, daß ein solches Institut leicht die unbedingt erforderliche enge Fühlung mit der Praxis verliert. Die Berwaltung behält di« Frag« im Auge und sucht sie so zu verwirkliche», wie sie de» Wünschen der Landwirtschaft entspricht. Der Antrag auf Errichtung der inilchwirtschaftlichcn Zerr- tralairstalt geht an di« Agrarkomin.ssion. Der Antrag Faßbender wird einstimmig augenomine». Abg. Dahlem (Ztr.): Die Lehranstalt für Wein-, Obstund Gartenbau in Geisenheim muß weile- ausgcstaltet werden. Vor allem muß sie sich mehr als bisher mit der Reblausforsch rüg besaßen. Gegenwärtig müssen sich di« Wetn-bauern vielfach der Obstkultur widmen, wert der Weinbau in den letzten Jahren nicht rentabel war. Abg. Wolfs- Lisia: Die Lehrer an den ländlichen Fortbildungsschulen müssen endlich denen an den städtischen Schulen gleichgestellt werde». Abg. v. Pappenheim (kons.) begründet den Entwurf: die Staatsregierung zu ersuchen, dort, wo auf Antrag der Gemeinden religiöse Unterweisung in den Lehrplan der Forlbib- dungsschulen ausgenommen wird, die Genehmigung des Lehrplanes lediglich aus diesem Grunde nicht zu versagen. Ich habe früher mit den Herren vom Fortschritt über dt« mannigfachen Eingriff« der Negierung in die Selbstverwaliung gesprochen und mich prinzipiell aus ihren Standpunkt gestellt. Auch in dieser Sache geschieht das. Wir wünschen aber, daß der Rels. gionsuntcrricht so weit wie möglich in den Fortbildungsschulen ausgenommen wird, daß der ganze Unterricht durchlränkt wir» mit christlich^religiösem Geist. Beschlossen wurde, wie erinnerlich. daß es den Gemeinden überlassen bleiben muß, ob sie den Religionsunterricht einführen wollen oder nicht. Gegen die Wünsche der Zentrums, den Religionsunterricht obligatorisch «inzufühnen. habe ich mich für meine Fraktion entschieden ausgesprochen. aber sch habe verlangt, daß man ihm ba, wo er ge- wünscht wird, keine Hindernisse in den Weg legen solle, daß der gesamte Unterricht von ernst religiösem Geist beseelt werden muß. (Lebh. Beifall rechts). Abg. Dr. Kaufmann (Ztr.): Rach wie vor stehen wir auf dem Standpunkt der Erteilung des Religionsunterrichts in den Fortbitdunigsschulen Wir können nicht die Gründe «!n- sehen. warum man sich gegen den obligatorischen Unterricht sträubt. Gerade weil di« Fortbildungsschule als Fortsetzung der Volksschule gedacht ist, ist der Religionsunterricht unerläßlich In dem Antrag können wir nur eine minimal« Abschlags, zohlung sehen. Je mehr der Religionsunterricht beschränkt wird, um so mehr blüht der Weizen der Sozialdemokratie. (Beisall t. Ztr.). Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schormeler: Ich Hab« in der Sitzung vom 18. Januar nicht davon gesprochen, daß eine künstliche Erregung in di« Beuüllerung hineingeira- geu worben sei. Ich machte mein« damaligen Ausführungen mit Rücksicht ans bestimmt«, mir bekannt geworden« Vorgänge, daß bereits in verschiedenen Kreisen di« Ortsgeistlichkeit sich bei der Einrichtung der Fortbildungsschulen über die Erteilung des Religionsunterrichis mit den Behörden verständigt halte, nnd daß diese «ist durch den Beschluß der sogenannten Unteirlchtskommisston der Zenlrumsftaktion genötigt waren, die Sache ln anderer Weise zu erledigen. In der Frag« des Religionsunterricht, an den Fortbildungsschulen stimme ich mit dem Handelsminister vollkommen darin überein, daß ich unter keinen Umständen einen Zwang zur Beiwohnung des Re» ligionsunterrichis «ingefiihrt wissen will, dagegen bin ich jederzeit bereit, die Genehmigung zur Aufnahme de, Religionsunterrichis zu erteilen, wenn ein solcher Zwang nicht ausgesprochen wird. Von der Wichtigkeit des Religionsunterrichts bei der Erziehung der Heranwachsenden Jugend ist die Regierung durchaus durchdrungen. Der ganze Widerspruch zwischen den Konservativen sowie dem Zentrum und der Regierung beruht eigentlich lediglich aus dem Zwange. Eine Aendeiung des Standpunktes der Negierung, daß ein Zwang zur Teilnahme am Religionsunterricht nicht statuiert werden kann, ist ousgeschlosien. Begnügen Sie sich mit dem, was die Regierung Ihnen angeboten hat, und Helsen Sie uns. aus dem Weg« der Fortbildungsschule die Heranwachsende Jugend zu staatstreuxn und kirchlichen Männern zu erziehen. (Beisall). Abg. Di. ». Campe (Rl> bezctchnete die Feststellung des Lehrplanes als Sache der Schulaufsichtsbehörde un» nicht die der Gemeinden. Di« Abgg. Grau« (Fortschr.) und Hossmann (Soz.) lehnten den Entwurf ab. Abg. Marx (Ztr.): E ist «in peinliches Gefühl für mich gewesen, di« Rede des Herrn Hojjmann zu hören, und die Regierung sollte nun doch ernstlich prüfen, ob ihre Stellung richtig ist. Wir dürfen unser christliches Gefühl nicht so begeifern, wie cs erst anläßlich der Weihnachtsseste, durch den Abg. Hoff- mann geschehen ist. Die Ersahrung hat gezeigt, daß da, wo ein religiöses Volk wohnt, kein Boden für die Sozioldemokr-. ti« ist. Abg. Frhr. v. Richthofen (kvnf.) sprach den Wunsch aus. daß Liberale un» Orthodoxe zusammenstehen möchten und sagen, wir schämen un, des Evangeliums Jesu Christi nicht. Abg. Dr. v. Campe (Rl.) wandte sich aeaen den Abg. Seite i Marx, der kein Recht habe, Angriffe aus den evangelijl , Bund zu richten. An der weiteren Debatte beteiligten sich seiner der A! - Styrzynski (Pole) und der Abg. Frhr. o, Zeblitz i> die sich für den Antrag aussprachen. Dagegen sprach nochmals Abg. Hofsmau „ (Soz) Der Antrag wurde schließlich mit große, Mehrheit a - nommen. Donnerstag II Uhr Fortsetzung. — Schluß halb ed die Fahrt nach Albanien entweder auf einem Lloyd- »»ipfer oder eine,» Krieg^läuft unternehme» wird, Indien. :: Ermordnn-i eines enylischeu Ossizirr. Wie die „Daily Mail" nielüet, ist der Oberstleutnant Walker vom 100. in- dilihr» Infanterie Regiment gestern abend von einem Sol- dalen seine-; eigenen Regiment? erschossen worden. Ein ein- geborener Unteroffizier, der seinem Vorgesetzten zu £>>Ife eilen luollle. wnrde zleichiastr durch Revolverschüste tödlich i-.uletzl. Der Grund z» der Tat ist darin z» suchen, daß der Mörder vor einiger Zeit von dem Oberstleutnant zu l t Tagen Arrest verurteilt worden war; dafür wollte er sich nun rächen. Au? der Südsrr. :: Wieder ein Vulkanausbruch. Eine äußerst heftige lmlkanitckie Eruption hat aus der Insel Amb.-yn stottgesnn- den. Zirka IW Eingeborene wurden von der glühenden Lava verschüttet »nd getötet. Die Offiziere eine? Dampfer; der an den Neu-Hebriden in Sydney ankam. erklärten, daß sie an, vergangenen Montag eine dichte Rauchwolke über den Inseln Tamna nnd Lnseve, beobachtet hätten, lieber da? Schicksal der Eingeborenen herrscht große Besorgnis, Die Insel Amb y» scheint ihre Lage noanshaltsam z» verändern. Ter Boden, aus dem da? Militärhospitol erbaut werden sollte, ist gesunken »nd befindet stch 18 Meter unter der Meeresobersläckie An einer anderen Stelle ist eine Hügelkette entstanden, die vor einem Monat noch nicht wahrzu- nehnien war. Bund der Landwirte. Am Frritag nachmittag '/-A Uhr, findet in Rieder- Nosbach in der Gastivirftrtzast von Simon eine Per- s» « mI « » g statt, in der die Herren Landtagsobgeordneter Nr. v. Hel mol t und Redolstur Hirsche! über den Webrbeitrag »nd Orgamsation?sragen lvrechen. Alle Jnteresienten. auch Nichtmitgliedee, sind will- koinnu-n. Versammlung am Frritag, den 2ll. Januar, abends 8 Uhr, in (g d rr-C sch buch lm „Dar'.nsiiidtrr Hof". Tagesordnung: D.r Wrhrbritrag. Rediier: Redakteur H i r f ch e I - Friedberg. Alte Mitglieder des Bundes der Landwirte und der Pev- einlgte» Landwirte, sowie alte Interessenten sind sreundtichst eiiigeladeu. Au, Sam. tag. de» 24. Januar, abends 8 Uhr, findet eine vrr nmmlung z„ F r i e d b e r g - F a n « r b a ch in der Gast- Wirtschaft von Wilhelm Sang statt, in der die Herren Landtagsabgeardneter Nr. v. H e l m o 11 und Redakteur Hirsche! über den Webrbeitrag und Orgauijativnssragrn sprechen. Alle Milglieder de? Bunde- der Landwirie »nd der Pereinigten Landwirte, sowie alle Interessenten sind frennd- lichst eingeladen. Äns der fjelma. • Friedberg. 22. an. Dom 21 bis 22, Januar läuft im h!e- (gen Zeniralttzrai«, solgendk- Programm: „Paihe»Jouinal »IS b"; Max als Stteselsammlrr" sKomischl; „Zubereitung »«, VülseIsteÜ>e., AI, und Jung, die sich denn auch iäglich aus den großen Flächen tummeln. Da die Wiesen nur wenige Minute« oon u-rsrrem Beßnhote enisernt liegen, s» Ist auch auswärtigen Lch!!it!ch-,HIä°serinnen und echlillschnhlä-ser, Gelegenheit aeboten, oo« dies-« schonen Natur E sbahn«» ausgiebigen Ge. brarck» ' > mochrn » Frankknet a. M., 22. Jan. Achtzehn Iabre sind eS rero.de her. daß die Bewobner des unteren MaintaleS den Main i» seiner ganzen Ausdehnung zugefroren sahen. DaS I .!,r HM 6i(iet ihnen gegenwärtig dasselbe Schauspiel. Bon Kosttieim an ist der Flnßlans in seiner ganzen Ansdebnnng ton einer festen, oft hochgetllrmten Eisdecke, »berbrückt. Der wiederboll in den letzten Tagen noch eingetretene Eisgang tut insotge dos boben Wasserstande? dahin gllührt, daß das Ei; vielfach aus die llserränder geschoben wurde nnd sich hier zu gewaltigen Bergen anfgeturint hat. Besonders in den Krümmungen bei Sindlingen. Raunheim, Eddersheim ''nd Okriftel bat da? Waintal das Ausieben einer Dalneland- Aleue Tageszeir«»«. Mnmte;, K« rt »annar 1914 Khoft. Meterhoch haben sich hier die Eisdtöcke zu riesigen Danken und Gletschern von oft bizarren Formen zusauimen- grballt. Ta? Waffer verschaffte sich an manchen Stellen durch lleberstiitung der llsergelände Raum. Waghalsige junge Leute gingen der Eddersheim bereits über das Ei? »nd statteten aus diesem seltenen Wege ihren hessischen Landsleuten einen Besuch ab. Bei einem plötzlichen WitterniigSiimschlag liegt die Gefahr einer schn>eren HocktwosserS mit gefahrdrohendem Eiszwang recht nahe, da die naben Gebirge »och große Schneemosten bergen mtd der hartgefrorene Boden der Maüiebene außerstande ist, viel Waster anszunebmen. — Bei biefer Gelegenheit sei daran erinnert, daß gerade gestern, am 2t. Januar, vor GO Jahren aus dein zugesrorenen Main bei Frankfurt ein großes EiSfrst mit Trinkbuden, Schmarren. Harken- »nd Guitorrcinädckien und Fackelbclcuchtung gefeiert und am 28. Januar wiederholt wurde. Auch I8Gt fanden ähnlich«- Feste aus dem Main statt. * Gießen, 22. Jan. Auch der Verein der Forftchritt- lichen VolkSvartei in Gießen will Lorbeeren ernten und hat sich für heute Donnerstag Abenb den Gutsbesitzer A, Wost au? HunSbach im Elsaß verschrieben. Derselbe spricht über; „Elsaß-Lothringen und das Reich." Daß ei. wie Fürst Bismarck einmal im Reichstag erklärte, ein Fehler in der Rr,ck»S- dcrfastung war. wenn in derselben einem eben erst unter den schwersten Opfern an Gut und Blut erkäiiiptten LandeS- tril gleich da» Recht eingeräumt wurde. 11 Männer nach Berlin zu senden, die eigentlich nur im Reichstage erschieneii, wenn e» flott, gegen das Reich und seine Existenz zu stimmen, wird Herr A. Wolf kaum zugeben. Vielleicht erklärt er aber einmal, wie es kommt, daß so viele Regimenter außer- hnlb der ReichSlande garnisonieren und daß kein Oberst da nötig hnt. mit seinen Soldaten gegen den Pöbel, der »ach Ansjage eines Zeugen im Straßburger Prozeß ..brüllt'. vor- zugehen. Auch Oberst v. Reuter hat schon Regimenter in anderen Garnisonen foinmonbiert, aber nicht nötig gehabt, ein „Säbelregiinent" zu errichten. Auch zählt Herr Wots vielleicht einmal der Wahrheit halber die verschiedenen An- gtisfe der richigen Zaberner Bevölkerung aus. denen Angehörige des Regiments W ausgesetzt waren, bevor ihr Oberst mit eiserner Faust Ordnung schasste. * Re» Isenburg, 21. Jan, Bei einem Einbruch in die Filiale der Franksvrter Firma Schade & Füllgrade erbeuteten Einbrecher Ware» im Werte von mehreren hundert Mark. Hesien-Rassou. * Die KapcrSburg. Reben den Ausgrabmtgen im Kastell Zugnianlel und aus der Saalburg steht seit einigen Jahre» dir systematische Turchforjchung der Kapersduig im nörd- Iicktru Taunus im Vordergrund de» Interesses der heimatliche,t LimeSsorschniig. Wenn auch die -VlWtOe Regierung für da? Kastell bisher nur wenige Mittet zur Verfügung stellte, so war ei trotzdem Professor Helmke- Friedberg. dem Leiter der Ausgrabungen, möglich, in den letzten Jahre» eine Reihe wichtiger Forschungsergebnisse sestzulegen. Diese gipfelten in der Befestigung der Kastcllmnucr und der Aufdeckung des Kastellgrabens, Jin letzten Sommer wurde der eine Turm des westlichen Tores fcrtiggestellt; ebenso komite dir Ueberbrückmtg des Kastellgrabens vor diesem Tore nach- gcwiesen werden. Ferner wurden die Brückenantagen an drm Nordtor eingehend untersucht, wobei eine Zugbrücken» Vorrichtung sestgestcllt wnrde. BtS auf den südlichen Teil »nd eine Ecke der Lstonlage ist auch der Kastellgraben frei- gelegt, der sich in einer Breite von vier bis acht Metein und einer Liese von drei Metern »m die Befestigung schmiegt«. Be, der Freilegung des Grabens wurden auch mehrere EnI- ivässerungSknnote. ein Sickerkanat und endlich ein Aana- dutt ausgetimden. Letzterer leitete das Wasser oui dem Bad über den Kastellgraben hinweg in den Stckerkanal. Bor dem Osttor konnte eine sieben Meter breite aus Ouarzitblöckcn hergestellte Straße aus eine Enfternung von 45 Metern und ebenso an der Südweftecke ein weiterer Straßenkörper frei- gelegt werden. Unter de» gemaltsten Ktcinsunden sind bemerkenswert: der Kops einer weiblichen Figur. Bronzeringe, ein schönes Steinrcties. einen Ochsen darstellend und der Torso einer Sandstcinptattc. Leider sind in dem Kastell von den zahlreichen Touristen an dem Mauerwerk schwere Beschädigungen und — Diebstähle verübt worden. Ein schmuckes Blockhaus bietet feit Jahresfrist den Besuckstrn der Kapersburg Unterkunft und Schutz. — Der Kuriosität halber sei erwähnt, daß das amtlick,e Grundbuch ouä der Kapers- tzurg eine Kappesbnrg gemacht hat, also einen Gemüsegarten. Vielleicht mag dem Schöpfer dieser Schreibweise die Vorstellung vorgrschwebt haben, daß dort ehedem ein Burgherr hauste, dessen Spezialität die Zucht dicker Kappe?- köpfe war. " Seutttts, 22. Ion Am 19 Jammr fand dt« diesjährig Hauptversammlung des hiesigen Turnverein, statt Au, dem Geschäfts- und Turnberlcht, erstattet vom Vorsitzenden Philipp Egg«, und Turnwatt Th, See. ist zu entnehmen: Der Verein befiehl am 1. Januar au» so Vereinsangehörigen, 5 mehr wie tm Vorjahr«; darunter 06 Mitglieder über t7 Ja hm und 14 ZSgliug« im Aller von 14-17 Jahre», Die Zahl der atttven Turner betrögt 26, Geturnt wurde an 70 Abenden mit einem Eejamtbrjuche von 1265 Turnern. Di« Zahl der Spieler, di« an den Spielübunge, teitnahmen. beirägi 1SV Di« besten Tnrnbcsucher der Mitgltederabieilun, waren PH Hennemann und W,lh. Egger; von der Zöglingsabieilvn, Georg Egger, Feiner besteht im Verein «ine Gejangrabieilung mit 20 Mitgliedern. Re, eingerichtet wnrde eine Vereinsbiblioihek, Die Einnahmen im Jahre 1913 betrugen Mk 67972, di« Ausgaben Mk, 60577 Kasienbestand MI, 74.11, Der Fand, s Sr de« Tnrnhalleaba» betrSgt Mk 412,77, I» den Vorstand wurden wledcigewählt: zum V-rsitzend-n Philip» Egger; zum zwelien Vorsitzenden hch Riederhösee; r»m 1, Turnwar, Th, See; »um Z. Turnwatt Ehr, Belle rum Schititiübrer Hch, Kinia: rum _ Seile Ä Zeugwoii G, Londvogt; zum Kaisierrr Ehr, Ezger; 7a sitzern Kart Beiter und Ph. Kitz, Sis-luß der Nr-ä i nin lung brrichiei, der Vorsttzeiidc de, Fcstansjchujies nock iil-o bi, Vorarbeilen tzum Gausest dr» Feldberggauer, da, j>i: stattstndet. Al, Festtage wurden der 25. dio :7. Juti o - nvMmen, Für den Festplatz stellt die Gemeinde de» S.i n platz zur Tlersägung. Der Vereinsbeitrag wurde von 40 Pig aus 30 Psg, monailich ermäßig!. Durch letzleien Vesckl !- d<> aus Anregung au» der Eiuwohnersachii hin gesaßl wuide, bol sen wir ein« giößei» Anzahl neuer Vereinsangehörige zu ge wirmen, um da» Jnteresie für unser« deuijche Inrnsacke in weiter« Kreise z» tragen, und hosse» wir am Schluß »Niere-! «erichies. daß viele unserer Miibuiger di» Gelege,iheii jetzt wahr neh,„en und In den Turnw-iein cinlieic» ,»erden Ried a. 2l. Jan. Daß eine G-rn? zive-nutt iliiöt. dürfte ein Phänonien sein. Hier ist eS aber pasüert und vo» der Polizei amtlich bestätigt worden, lodaß also ->,,r sei» Zweifel obwalten kann. In der „Nieder Zeitung" liest man nämlich folgende amtliche Äelanntumcknng: Eine erfrorene GanS abgeschlachtet. Der Eigentüniee nielde sich ans der Bürgeriiieistelei. * Gelnhausen, 22. Jan. Durch da? Ausslrönir-» von Gasen aus einer sckiadbnsten Leitung wurde das Di.-nst- piädckien deS Justizrat? Fader bewußtlos. Eine allein norl- in der Wohnung anwesende alte Danie. bat sosort de» ir seinem Büro anwesenden Justizrat telefonisch um HUse. sank aber selbst nach wenigen Worten bewnßtlo? nieder. Der An- ruf aber hatte trotzdeni genügt, daß man sofort in die Äeh- nung eilte, diese ansbrach und die beiden Frone» noch rechtzeitig vor dem sicheren Tode retten konnte. Den Aerztei- gelang eS nach längeren Bemühungen, beide Frauen, dir ins Krankenhaus geschasst werden mußten, ins Beivußtleir zurückzurufen. Ohne de» Fernsprecher wäre menschliche Hisse vergeben? gewesen. * Wiesbaden, |9 Jan Aussehen erregt hier In d r Gesell schaft da» plötzliche Verschwinden des Barons de Meute,mee. ster, der seit Jahresfrist in der „Schonen Aussicht Ar, 6" domi zitierte, aus großem Fuß« lebt« «Nb In der Gksellschast, beton, der, in Rcnusparitrcisen. ein« Roll« spielte. Am IN Januar verjchwand der Baron plötzlich, soll einem Auswklsuuzsbesehl al, „lästiger Ausländer" zuvorgekvmmeu sein und sich juuächft nach Berli», von da nach Drnsiel gewandt haben. * F. E Wiesbaden, 22. Ja«, Die Polirei enftnltrt in der Rnnßmordsache eine fieberhafte Taiigkei!, um de» Ailer- wietrr „Miller", der der Täter sein muß. sestziistellrn. In seiner Begleilung soll sich nach den neuesten Feststellungen ein 20 —25jährigeS Frauenzimmer von 1.07—1,70 Meter Größe befinden, mit schmalem bkasi:ni Gesicht, vorsleli -de» Zähnen im Oberkiefer imd anssallend großen Plattsüßen. Sie trägt ein graubraunes Jackenkostiim. einen Manlel von derselben Farbe, ferner einen braunen Taque mit Band.' t- ziernngen an der Vorderseite. Rach Aeußerrmgen de? Mör- der? der Familie Schweitzer gegenüber soll-diese Person - ve Näherin sein, die vorher in Mannheim gewohnt Habe. An der Mordstelle sind weder, wie von manchen 'Seiten berichtet wurde, Stemmeisen geftmden noch Schränke erbrochen i> ar- den. Fra,i Schweitzer wurde alleni Anicheine nach, »nie wir schau vorgaswrn mesdaten. r-rBiastett. Wie a»S Worms berichtet wird, verhaftete man gestern dart e-ne Fram-i - - r> fon, deren Beschrerbiing mif d'e ln Begleitung de? Mörder? befindlichen Näherin pgßs. Der M her N'ö d von den Leuten, die ihn gesehen bnbeii. al? ein Man-, im Aller non zlikg 25 Jahren geschildert und v->n dersellen Größe, >vie die Frauensperson, bat ein schmales snachigaS Gesicht, bsau- des Gaar. dunkelblonden Schriiirrlurrtansing. Einige Le- le, die ihn gesehen haben, meinen, er habe früher ans der .Oht- mania-Bra,lerer" in Wieshad-m gearbeitet. • Kassel, 22 Jan Der Kwser verli-h dem Ilnterlekuröaner der Oberreolschnle Hermann Kramer, der im vergangenen Sommer ein ti> die Fulda gestürzte» Kind vom Tode des Er- ttinkenr keitei«, die Rettungsmedaille, Die Auszcicknuug wurde dem sugendlichen Lebensretter vom Direktor der Ober- reosichul« übetteicht, Denkste nnd vrnlftnachrichttn. Der Antrag des Staatsanwalt? im Arup» Prozeß. Berti«, 22, Jan. In der gestrigen Verhandlung de? Krupp-Prozesse? stellte der Vertreter der AnNage folgende Strafanträge- Tikian wegen erschwerten militärischen llngeharsams sechs Wochen Stubenarr'st: im übrigen Freisprech,mg, Schleuder wegen erschwerten mililärischei- Ungehorsam« und passiver Besiechnng drei Monate Gesang- ni? „nd Dienstentlasinng, H i n N wegen erschwerten nuli- tärischen Ungehorsam? »nd Beftechnng zu zwei Monaten Gefängnis »nd Dienstentlassung, Feuerwerker Schmidt wegen erschwerten mil. llngehorsam? »nd Bestechung zr> zivei Monaten Gefängnis; von der Degradation ersucht der Vertreter der Anklage Abstand zu nehmen. Ho ge wegen er schwerten militärischen Ungehorsam« secktS Wochen Stubenarrest. Pfeiffer, der wegen Mitteilung feiner Nach richten an Brandt nur aut dem Diiziplinarwege bestraft werden kann, da er militärischer Beamter ist. beantragt d--r Ver- treter der AnNage wegen passiver Bestechung drei Monat« Gifängni, und Aberkennung de? Rech» zur Bekleidung ässentlicher Aemter auf ein Jahr. Im übrigen beantragt der Vertreter der AnNage die Benifung des Geriä-'-bei.r in allen Punkten zu verwerfen. FronNurier Vrtierbettiht, Voraussage: Meist heiter, trocken, Frost, noiöoji! *■ Winde. ____ Veeaniwottlirh j » Schrtftleituo«: Ott« b i r i che l.Fittbbei«; für dr« Anzeigenteil: Kart S ch ml »t, Friedberg l. 5 Druck u. Verlag d, ..Reue» Tageszeit»««" A .E., Friedberg i H W. 1« Süeuc Tageszeitung. m\ 2(1. Kli 1913. tiüüi^üoü Aktiva. \( iiii.bjftnitb 1037,81 SJif. !Hctl(iaplerc%leUiß= n»g bei bei Landw. •Sen.Sant 1,— „ iluc-jti ii5e bei. Passiva. Reservefonds 300,— Mk. Belriedsrii«klage 230,62 „ ©e chäilsguthabe» bei ©enoffe» 853,— „ Schulden bei Lanken (einschlietzlich Dar- iehnskaffvn) 4505,12 „ Sonstige Gläubiger 22,52 „ Betei.igung bei der Londw.Hauptgenoffen- schast 3500.— „ Summe bei Passiva StUBl/ö !D(f. «er.ust 3336,38 „ Grsainttvarenbezug bis 26. Juli 1013 Mk. 10800,18. Strjlabl, den 18. Dezember 1913. LiiMrtjWlichk Bezizs- «nt» ASs^-Kkilchiischast eingeil, ©enassenschasl mit »nbeschräntter Hastpsticht in Liquidation. Die Liquidatoren: Ran, Pflüger, Schneider, Acker, Bögler, H. Jäg er. Dienstag, den 3. Kebrnar d. Js. weiden auf 6 Jahre drei 8eiiieinde-WlA null M-Wen tteüenau mit 547 Hektar Feld und 105 Hektar Wald um 11 Uhr Gchzell mit 1134 Hektar Feld unb 336 Hektar Wald um 1 Uhr BiffeS mit 135 Hektar Feld und 78 Heltar Wald UM » Uhr verpachtet. Diese Jagden an der Bahnstrecke Frtedberg-Ridda gelegen, können einen Jagdbesirk bilden unb haben einen guten Bestand in Rehe», Hasen, Fasanen unb Huhne n. «ettrna«, »chzell, Bisses, den 24. Januar 1914. Die Erotzh. Bürgermeistereien: Stall. Schmidt. Spengler_ golzversteigerung der Grifiichen Gderförfterei Kaubach. Montag, dr» 26. Januar nach Zusammenkunst 101-, Uhr am Eingang zum Kreuzseenrrberg von Freienseen ans. l.> aus Distrikt Kreuzseeneroerg 1c, 3a und 4. Buchen Rm. 451, Scheiter 1. unb 2. Kia[[e, 460 Prügel L und 2. Klasse, 73 Stocke. 237 Astreiser. 1,3 Kirschbaumplügel. 2t Kremseenerderg 3b. Prügel Nm. >.3 Buche Z Klasse, 8,4 Fichren. 25 Fichtenstocke. 3) Weidenau Fichten Rm. 10 Rund cheit, 2 Prügel, 36 Stöcken 4) Altenha» Prügel Rm. 5 Eichen, 3 Fichten, 18 Fichtenstöcke, 1,1 Eichevzops- relserpriigcl, 1.7 Eichrnnutzpriiget 2 Mir. lang lEartenpsoftens Los- Holz und Kohlreiser flachmweise. Das Holz unter Rr. 2—4 wird unooriezelat beim Feuer ausgeboten. _ Friedbcrg. Donnerstav, den 22. Januar »014, Pilniilllj-Lcheßnoll säst neu, preiswert zu verlause». Wo? sagt die Erped. der 'Reuen Tagcs-eitung. __ Lette 4 Spielpl «rit von Mittwoch, beit 21. Januar bis Freitag, den 23. Januar. j!nthe-Iiiiirnlilllr.M8 Min ntö Llikstlslniiinltr Komisch. rarnnrnri braubach L fischer rHLIliJLnLlCHEM.WASCHANSTALT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 O'egründct 1848 TeleJon No. 24 18 eigene Läden 1'riedbcrg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 Itad-Xauhcim: Alicenptatz, Telefon 229 Bingen, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Prankfort a. M Giessen, Hanau, Mainz, Ottenbach, Wetzlar. Grösster Betrieb der Branche Im Grösstezogtum Hessen. InllrSce, dii an euren öii Bahn oder Fast Ohrmllttlt «Erden, finden promp- lüte trledigun«’. Wir bitten solche direkt an die Fabrik richten in «eilen. m 1.80 Aerztlich erprobt und empfohlen ist .H rast-Lebertran - Emulsion Bestes Nähr- u. Stärkungsmittel aus feinstem Lebertran per Flasche nur Mk. 1.5(1. Ap otheker Ahrens' (gf|CU(tf QV Oirostartiges Nähr» und Kräftigungsmittel. Nibt Blut und «rast! per Flasche nur Mk. Zu haben bei A- 8 «s 8 L Friedberg i. ___Schulürafie »5. Am Post amt. 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Zur Feier des Geburtstags S. findet am 25. d Mts., abrnds von ’ Gastwirts Schultheiß eine M. des deutschen Kaisers 8 !Ihr ab im Saale des Festfeier mit anschliesteudem Tanz statt. Unsere verehr!, Mitglieder und Ehrenmitglieder werden mit ihre» Familie» zu dieser Feier turne radschastlichst einzeladen. Gäste sind willkommen. Eiulastiarte» sür diese, welche auch zur Eiusührung einer Dame berechtigt sind beim Rechner des Vereins Herrn Philipp Präsried im Borperka.il sowie an der Kaffe z» haben. Hochachlend: Der Vorstand. Atttln „Gtilliitlilhkis" l riedberg Fauerbach Tao Theater nt gcössneti Lainslagd ». Miuwochö >>. 4 Uhr, Louiitags von 3 Uhr. die üdrigen Wochentage von Abends 7 Uhr ad. B&ie Blircktion. Wohnung z» vermieten 4 oder 0 Zimmer l>, Stock per 1. April. Hugo Eagef, Friedbsrg Kaiserstrahe 28. Zuverläisiges Diensimädchcn welches alle Hausarbeit versteht gegen hohen Lohn für Februar gesucht. Frau .41. Flnnelirnlriiner Friedberg i. f>. 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Nach den neuesten Ausnahmen der forstwiktschustlich be- nutzten Fläch:» bedeckt der Wald 25,7 » H., d. h «in Viertel de» gesamten Reichsgebiet«». Deutschlan» erfreut sich also eures beträchtlichen Waldre chtams, der zwar «rhältnismätzlg Ileiner als der seines östlichen, aber grötzer -l, der seines westlichen Nachbars ist. Während früher der Wold dem landwirt- schajtlichen Anbau Schritt für Schritt we-chen mvtzt«. ist er heute hauptsächlich aus solch« Landstrecken beschränkt. bi« »er- möge ihrer Bodenbeschassenheit Höhenlage und Obeislachen- sormung sich sür di« sorstwirlschaslliche Nutzung besser eignen als sür die Beackerung. In diesem Umfang hat sich der Wald in den letzten Jahrzehnten mit gelingen Verschiebungen unge- säbr behauptet. Seinem Bestände lammt das Bestreben zugute, Ocdländerrien in Forsten umzuwandeln, wodurch ein Ausgleich gegen Abholzungen an derer Stell« gewährt wild. Noch den verschiedenen Zählungen gewinn« e» sogar den An- lchcin, als ob der Wald sich in letzter Zeit in Deutschland noch rin wenig ausgebreitet habe. Der grötzt« Waldreichtum findet iich natuigemätz in den gebirgigen Gegenden, zumal alle lögiiptgebirg« Deutschlands sich in guter Waldpsleg« besinden. Waldarm sind namentlich Schleswig-Holstern sowie die übrigen der Nordseelüst« naher liegenden Gebiete von Hannover. Oldenburg und der Hansestadt«. Von den grohten Bundesstaaten hat den verhältinsmätzig grötzlen Forstbesitz Baden mit v h der Gesamtfläche, es folgt Bayern mit 3l,K v. h.. Hessen mit 31.1 ». h. Württemberg mit 30,4 » h. Sachse» mit 2L.I » h. UN» Preutzen mlt 23.7 , b. Di« «ronsorsten umfassen im deutschen Reiche 1,8 v h. der gesamten Forst- slächr, dt« Staatssorsten .32 v h., die Gemeindesoisten lL v h Den in öfjentlichen und ähnlichem Eigentum besindlichen Forsten stehen die Privatsorsten mit 47 e. h. also dem klein«, ren Teil der Forstsläche. gegenüber. Ein erhebliche, Teil hiervon entfallt auf die Erohgrundbesitzer, «in anderer Teil ist si- »rtkommisiartsch gebunden. Günstig ist. t-atz die Staats- und Gemeindeforsten an Umfang gewinnen: die Privatsorsten gehen dagegen zurück, hierbei darf erwähnt werden, datz die Rheinpsalz die waldreichste Provinz Bayerns ist, yif Kruvp-Mirt vor dem lObrrkiifge^rriiljt. S. u. h Berlin, 20. Januar. Dt« Verhandlung gegen die Zeugosftziere Titian und Ge nosien vor dem Oberkriegsgericht des Gouvernement» schreite» nur langsam vorwärts. Die «iissagen der Zeu^n sin» im wesentlichen dieselben, wie tn der ersten Instanz, dach briiqen die einzelnen Bekundungen mitunter auch Neues, Der Kruppsche Bürovorsteher Maximilian Brandt entwarf wiederum in umfangreicher Weise ein Bild von seiner Tätiglei, in Berlin und suchte den Wert seiner ersten Aussagen in der Voruntersuchung, tn denen «r die Angeklagten schwer belastete, abzuschwächen. Er sagt, das, er durch sein« plötzliche Verhaftung sehr deprimiert gewesen sei und deshalb sehr viel gesagt habe, ohne sich im einzelnen darüber klar zu sein. Er könne auch nicht mehr aufrecht erhalten, datz di« beiden Etate- auszüge von dem Angeklagten Pseitier stammten. Von wem ZUM Pflnyeisen. Nomon von M. Prigge-Bro»?. 4 tssneiietrungl. Ihr Dater mahnte die Tochter ernst und streng an ihre Pflicht. ..Willst D» das Mädchen zugrunde richten?" schalt rr. „Siehst Du nicht, wie sie zwischen den Dienstboten und >n der Sorge »m Heinz verkommt? Denkst D», das ist rin Lrbrn fiir Rosrmaric Sebald? Sie ist sung. ihr Leben beginnt doch erst!" „Für mich ist alles aus". war die Antwort, Ahnte dir arme, junge Frau, datz sie nicht lange werde leider miille»? Seit Heinz' Geburt kränkelte sie. Ein Leiden, das bei sechverständiger Pslege leicht zu beseitigen gewesen wäre, .entwickelte sich jetzt mehr und mehr. Luhn brachte ihr endlich. da sein Rat nichts balk. eine Autorität ins ,Ea„4 G-- beimrat Webst w>rr entsetzt. Er fand Iroses Zustand ernst, wenn auch noch nicht bedenklich. „Ihre Tochter must unverzüglich nach Karlsbad". loate er. „Doktor Reist, den ich kenne, wird die -handlang über- vebmen. ich schreibe noch beute an ihn. Wenn Ihre Fron Tochter freilich leine Varichriiten so wenig beachtet wie die Jbria"" stebe ich für n-chts " „Sagen Sie inir die Wabrbeit, werter Kalleoe. Sir hakten den Instand meiner Tochter sür bedenklich?" Der alteW-nn entfärbte sich. „Ich wage nicht, »ein z» sagen. Trotzdem babe i-h d-n Wut zur Hoffnung. Wenn die Patieutin aller ausbictet i »b n ; =-; n Mi!bE>r»nnen trinkt!" „lind wenn sie nichts tut?" Webst zuckte d^r Achseln. „Tann, wie gesagt--- loch ! 'C wird vernnnktig sei», sie bat ja die K'nder." Nachdem der Geheimrat das Prlngeisen verlassen, fand fort Tainiiienberalinig statt. Rote wurde nicht lange gefragt. Man bestimmte ihre «reundin Luise Kern, die vor knrzrin mutterlos geworden. »ii begleiten, autzerdem kain Tore mit. di« Kinder aber t liebem Zurück. er sie Hab«, wisse er nicht mehr, da sein Gedächtnis sehr gciit- te-> habe. Wenn rr den Angeklagten Nein« Darlehen gegebe.i Hab«, so sei die« au; Kameradschaftlichleit geschehen. Auch seieu die Darlehen sämtlich zurückgezogen worden, Wenn er dem Pseisser bare» Gelb zu Weihnachten gegeben Hab«, so handelte es sich lediglich um «ine Weihnachtsfreude für dessen Kinder Dl« Zechen seieu ganz gering gewest« und noch dazu durch ihn veranlostt. Geh. Rechnungsrat Fockenbrock aus der Abteilung A b de» «tiegsministerium, belundel. datz Brand, da» Material zu den „Kornwalzern" über die Etatsaurzüg« nicht au» den gedruckten Etat» entnehmen tonnte, da in diesem nur di« Gesamtsumme sestgestellt war. während in den Kornwalzern d!« einzelnen Posten, di« für di« speziellen Zwecke in di« Etat» eilige- setz« waren, «nihallen sind. Dazu brauch«, man die Etatsallen des Kriegsministeriums, di, sämtlichrn Personen der Abteilung A S, also auch Pfeiffer zugänglich waren. Zeuge Rechnungsrat Becker von der Abteilung A 5, de» Kriegeminifterium, bekundet, datz er di« Elatsauszüge dem Brandt n cht gegeben habe. Er hätte sie aber gegeben, wenn Brandt zu ihm gekommen wäre, da er nach Paragraph 4 der Geichäftsordnung de» Kriegsministeriums dazu berechligl war. In diesem Paragraphen sicht, datz den Personen oder Firmen, die mit dem Kriegsministerium in Verbindung stehen, Mitteilung von solchen Berichten gemach, werden kann. An diese Aussage tnüpsien sich längere Auseinanberfetzu»- gen zwischen dem Gericht, dem Anllagcvertieter und den Sachverständigen. Der Zeug« meint, datz er dieses Mater al nur dem Vertreter der Firma Krupp Härle geben dürsen. da man mit anderen Firmen, beispielsweise mt der Firma Ehrhardt nicht in so engem Konnex stehe. Eer.cht, Anllageverlrerer und Cachveiständigcr sind indctz der Meinung, datz der Zeuge die Vorjchrifiea falsch ausfass«. er hält« die Mitteilungen auch Ver- Irelern anderer Firmen machen dürfen. Auf Befragen durch de» Angeklagten Pseisser erklärt der Zeug« noch, datz es sehr wohl möglich sei, datz einer seiner Vertreter, der die gleichen Befugnisse l>abe wie er selbst, dem Brandt de Etatsauszüg« gegeben Hab«. Zeuge Bürovorsteher Grünwalb sagt aus, datz er bei der Firma Krupp die Kornwalzcr bearbeitet habe. Die Pieile seren aus Grund der Kornwalzer niemals herausgesetzt worden, sondern höchstens einmal heradgesetzt. Wenn einmal eine Her- aussttzung erfolgt sei, so sei das ganz unabhängig van den Karnwalzern auf Grund »euer Kalkulat.on wegen Erhöhung der Selbstloste» geschehe». Direktor Dewitz van der Firma Krupp sagt aus, mau könne wohl einen Fall lanstruiercn. wonach die Firma Krupp durch die Karnwalzcr einen finanziellen Vorteil hält« erlangen tonnen, das sei aber niemals der Fall gewesen. D rekior Dracger van der Firma Krupp macht des längeren Aussagen über die Tälizkeii Brandts und über das kame- radschastliche Berhällnis zwischen ehemaligen Schülern der Feuerwerkeischule. Unter ihnen herrsch« st t» ein solcher Ton, als wenn studierte Leute erstihren, datz sie Korpsbrüder sind. Es sei ihm deshalb ganz undenkbar, dctz Brandt zu seinen Kameraden. di« h er angeklagt sind, in einem Bcstechungsverhäll- nis gesiairden habe Es sei durchaus unmöglich, besonde«; im Hinblick aus di« ganze Persönlichkei, Brandts, datz er seinen Kameraden aus reiner Menschenfreundlichkeit etwas hat zukommen lassen. Der Zeuge, der !n der ersten Instanz und auch in der Straf- lammeroerhandlung gegen Brandt und Eecius unvereidigt geblieben war. wurde r.-fi leneren Auseinandersetzungen zwi, LI m Eblers lonnte sein Logis im Gartenbaus ansgeben :>nb ins Borbrrbaiis ziel en, dann batten die Kinder- einen ?' Vft ?!asterd -m sah da"te Jnliz nackt, und Rase Marie - fast rfm(f' i “n, sie liest dem Kleinen Irbair »-ckf? ge- ’-n. Rafe war asies einerlei, wenn sie auch lieber ge» t'i <• — jr-'-e (v\-, r „s. s:- l'-pa--b-'eilnnaen über sicki ergeben, g'eie - "' r- '-st fi- a— '->->'<>» d !v "'Ke-nar'-'S ^ »ini'-r d'-- -- a-l-z g"°- l-'lll- l'i-'b ihren Vers-ist. An elgern l' r ' ’ ----- —- l - f* ?»->». s-n Hir* !>-« e- "e'> stur s-K Osi-n, A--S- Iä„-e-- i"> r rz-,ia»näb^-''N. b'-r fr.' ., ■'-n-t -^-llz e 's b --1 ?l--n lbr-r r - r- ■■ . r ;wn f"g l-»narie da? i-inck"ei-k>e rbfeier»'nv'effen r-'-r---» s'-lnck""-d verbarg r-r f-in Kaylch"» an der S^"-' si-r „Vnbr. es ist die Mama", tirrbke R-temar-e ib-i ’ii trekfeu. „Er mag mich nicht ff’e*- d'e."l' **er traurig. ..Siel st D'i nun. wie nberfl,ing icki w .aen Kindern schon bin. Luise?" ..Mama'" RaEniarie g-b rgsch, ha? weinende Kind dem Mädlbe» und winkte ibr. nbfeils >.» gen-n „Liebe, siiste Muiiia!" S'e »msing die rert« --'-si-ft d"r gebrackrenen Fra-, »nd küstte sie innia. ,.W.-ib» ^'i denn nicht, wie lieb ich D'ckt basie. wi" ne>;^ uns bist?" Frau Sebald täsie sich von ibr. „ReKmarie". kaale sie seirsich, .verckpr-ch mir ei--s dast D» .^-einz nie verlasieg willst! Kann ich nicht mebe „in ihn sein, so iniistt Du sür sbN sa-a-g gg inesne« iT'att —“ „Bist Tu so krank?" stammelte das erschrockene Mäd- che». „Nein, mein Kind, beruhige Dich. Ich weist, dast i'b mich aus Dick Versalien kann." sch-n dem Aullage Vertreter und der Verteldigu,^ vereidigt, d« Irin gesetzlicher hinderungsgiund vorliegl. Vas' -rs Vttdkiitt lioniaprorfiskf,. 2. u. h. Verb«» (Allels. 2i>. Januar In dem Manstreprazesi gcgkn den Redakteur Kucheumäller d-r „Jmker^itung" in Jlshose» in Württemb-rg. der seit Mauiag voriger Woche vor der Straskammer de-, hiesig:» Landgericht» verhoudrll wurde. >var, wie bereits mit,„eilt an den Polizcipiüsidenlen v. Jagow fBerlin, bi« Frage n o w>"dc». ob er den von dem Angrllagien v-'gcschlagencn Vergleich genehmigen wolle, „ach welchem «uchenmüller a„o den Vsrsland der slaail che,, Rahruitgsmitteluulersuch, ungsanstalt, Geh. Rcgierungsrat Jnckcnack erbabenen Vvrwürse wegeu angeblicher Bestechlichkeit. Abgabe irriger Guiachin, nsw zurücknehinen wolle. Zu Beginn der letzten Sitzung teilte bei Vorsitzende mit, datz der PolizeiPräsiden, v. Jagow dies:,- Bergleich abgelch», und di« gestellte» Eirasanlräge „ich, zu ruckgenomnieu habe. Ebenso hielt der Ncbcnkläger Diietioi Winlelmann vom Roiddeulschm Honig- und ssiach-uu:,, Visselhövede seinen Siiasanirag gegen Kuchenmuller auircch, Da das Ge,ich, auf die vt-rnehmnng sämtlicher Sachiieinän diger vcrzichtele, solgie liunmchr sojor, das Plaidoyor de« Staatsanwalts, der gegen Kuchenmuller wegen äsicnll cher B< leidigung de, Regierungsiai» Juckenack und des Direttoi, Winlelmann ein Jahr Gefängnis beoiilragle. Der Pertrcicr der Anklage fühlte aus. datz Kuchemnllller sich zu unrcchl al« Lrrlueler der deutsche» Jmkerinieiesicu ausgesptel, habe. viel, mehr in Wahrheit Mit den glotzen honigsälschern Denischland, gcme nsame Sache machte. Der Ncrieidiger hob demgegenüber hervor, datz der Ange- llagle auf Griind des Paragrnph 193 sreizuspieche» sei. da er als Redakteur der „Jmkeiz-iiuu," und Verlreter bienruwirt. fchaftlicher Jnteresscu dar Recht gehabt habe. Mitzllände im honighandel zu besprcck>en und wissenschasiliche Guiachie», die seiner Ansicht nach sehlgtngen. zu kritisieren. Kuchenmüllcr habe ehrlich gekämpft. Er möge sich in der Wahl seiner Mit- tci vergrifsen haben, aber der gut« Glaube sei ihm nicht abzu- sprechen. Aus Grund der FeststelliiNgen des Detektivs Fatz sei der Angellagte berechtigt gewesen, ailzunehmcn. datz uulautcn Manipulationen voigelommen seien. Der Angeklagte selbf eiklärte, datz er seit zehn Jahren lediglich im Jnteresie de, reellen honighandels vargcgangen sei, dabei rin Vermögen van 22 000 Mark aus» Spiel gesetzt und seine Familie an den Rand des Abgrundes gebracht habe. Er müsi« dabei bleiben, datz Rcgierungsrat Juckenack durch feine tsiutachten Verwiriung au, dem deutschen hanigmarkt angeftislet habe und b-tz dt, reelle honighandel durch diese Gutachten geschädigt worden s„ Da» Urteil des v)«itchts laute!« auf Freisprechunf fcc» Angetlag«,« In btt Begründung wurde -usgesührt, daf Kuchenmüller nicht wider besser«. Wissen gehandelt habe, da di« ihm zugestelllen Berichlc den Tatsachen entsprachen hätte». Das ltzerjcht habe ihn deshalb den Schutz des Paragraphen 19.'! s>. E. B. zugebilligt. — Von der Staatsonwaltschast untz den Nebenklägern wurde gegen da» sieisprechcnde Urteil R» Vision angemeldet Ans nlier Iveli. tliesährliche Landung. Unter gefäbrli'ben Umständen ist gestern nachmiltag der mit drei Heeren besetzte Frei- bollo» „Linibnrg" in der Nähe von Eckolsltdt bei Jena ge- „Das kannst Tn, Manm", sagte bas Mädchen stolz. „Also Tu versprichst, »ein, schworst mir, alle» sür Heinz z» tun. ,,„d ibn nicht z» verlassen?" „Ich sckiwöre, liebe Mama." Beter Hansen zog die Zügel an, Tante Luise ersastte der Fretmdin Arm. ,.D» regst Dich auf. Rose, komm mir, komm —" Frau Sebald drückte ihre brennenden Livven aus den blühenden Mädchen,„und. „Gott segne Dich, Kindl" Si> stieg in den Wagen. Rasselnd fuhr der schwere Landauer vem Hofe. Ansangs lantelen die Nachrichten a»S Karlsbad günstig. Doktor ?!eitz hatte die Behandlung der Kranken übernoin- nie», aber gleich gesagt, man inüsle Geduld haben. Wenn etwa? zu erreichen sei. dauere es Monate. Dann kam eine ander Post. Rach der nahm Rose Sebald ab. statt zu. was ihren B.ilor bekiimmert«. Tie Briese gingen hin und hee, bis Toktor Reist ull irte, er babe die Behandlung der Leidenden Do'ior Stern übergebe.,, der eine Klinik hgbe. £Iuie klinische Behandlung komme nun nicht zurecht bei einer so eigenwillige» jtrankon. Rweniarie litt Icknvor unter der Einignikeit. Sie suchte die Jett nn( f\ Krallen oiisziifüllen. trieb Musik und Sprachen »nd lebte tonst sür den kleiner, Heinz, der prächtig gedieh. Er war nun schon acht Monate alt und lieble seine Schwester innig. Bon weitem schon streckte er seine Aerm> chen »ach ihr aus. Sie satz am Fenster der Kinderstube und sab in d» blühende Herbstprncht im lsarten. Für wen blühten und husteten die herrlichen Ebrulantbemen da unten? Die Mutter sab sie doch nickt mehr dieses Jahr. Von, Heim- kommen stand nie ein Wort in den jel'oneii Vriesen, die Tante Luise schrieb. Ter letzte war über acht Tage alt. „Mich so warten z> lassen", sagte Rosemarie vor sich hin. „Wenn niorgen k- >' Brief kommt, telegraphiere ich." (Fonlktzung solgt) Sir. 18 9 knt Tageszeitung. Donneesiag. den 22. Januar 1914 i Bei Sfolpmü'nde gestrandeter &rnpter u Stadfjtotp 7 tlilrtär im i/berjchwsnwnungs- Gzt>i& bei Ko >lin. Bilder von der ^urmf/ut 'Katastrophe an der Os^öc Die letzte Sturmflut, die in Deutschland kaum ihres gleichen hat, richtete große Verheerungen an den Lstfeeküjten Wir bringen verschiedene Bilder, welche die Katastrophe zeigen. Größe der landet. TaS Schleppseil des Ballons verfing sich in der elektrischen Hochspannung und es entstand Kurzschluß. Während die Ueberlondzentrale telephonisch ersucht wurde, den Strom auszuschaltcn, ließen die Lnstschifser das Gas langsam ans dem Ballon entweichen. Schließlich gelangte die Gondel glücklich zur Erde, während die Ballonhülle aus den Drähten hängen blieb. Ein geheimnisvoller Mensch. An einem Rewyorker Krankenhaus« starb ein Bettler Smith, von dem nach seinem Tod« sestgestellt wurde, daß er kein anderer als der Millionär Jar- d i>« war. Smith-Aardin« belaß wohl ein« hijmiü» «ingerich- letc Villa aber auch ein« ärmliche Bettlerwohnung, sllr die er ein paar Mark den Monat bezahlte. Sein« lsiäste, die er als eleganter Mann empsang, wußten nicht, daß di« zerlumpte Fommergestalt, die sie tags daraus um einen Cent anbettelt«, ihr Gastgeber war. Ein« eigenartige Geistesstörung zwang den Millionär zu diesem sonderbaren Doppelleben. Ei» Wüstling. Eines schändlichen Dertrauensbruckxs macht« sich der verheiratete Bahnarbciter Reinhold Keil aus Döllstädt bei Erfurt sein«m Freunde, einem in Witterda wohnenden Kollege», gegenüber insofern schuldig, als er sich in bellen Abwesenheit an dessen 13 Jahr« alten Tochter sittlich schwer verging. Keil, der noch nicht vorbeltrast war. wurde von der Erfurter Strafkammer zu einem Jahr Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt und sosort verhastct. Ein Millionenprozeß. Jo wenigen Tagen wird in Rewpork ein Riesenprozeß beginnen, der mit Niicksickit auf die Persönlichkeiten, und die Riesensrimme, die in Frage kommt, äußerst interessant ist. Tie Klage wird von den Erben des Ehepaares Fair, das bekanntlich im vorigen Jahre bei einem Autounglück ums Leben kam, gegen Fron W. K. Vanderbilt um die Summe von 40 Millionen Mark geführt. Frau Vanderbilt, die eine Erbin des Herrn Fair ist. erklärte beim Tode des Ehepaares — fie ließ den Beweis durch Zeugenaussagen erbringen — daß Fair seine Gattin um einige Sekunden überlebt habe und daß infolge dessen lbr die Erbschaft zusallen müsse. Die Erben der Frau Fair glauben sich in ihren Ansprüchen benachteiligt und erklären beute, daß Frau Vanderbilt die damaligen Zeugen zum Meineid und zu salschen Aussagen verleitet habe. In Wirklichkeit sei nicht Frau Fair zuerst gestorben. Sie babe ibren Mann noch utn einige Sekunden überlebt. Die Gerichte haben eine erneute Untersuchung einaeleitet. um festzustellen, inwieweit die Anklagen begründe! sind. 150 000 Krone» unterschlage». Der Verwalter der kürst- iich erzbiichöilichcn Gnterdircktion Rudolf Sckwrnbordt in Wien, ist gestern verbaitet worden, weil er im Lause der levteu 16 Jahre lütt 660 Kronen veruntreut bat. Bon der rcruntreuten (Summe sollen nllein 100 000 Kronen im Heilen Lotto verloren gegongen fein Von einem Automobil überfahren. In Binningen bei Basel, geriet ein mit 8 Knaben besetzter Schlitten unter rin Automobil. Vier Knaben wurde» von dem Krnttwagen überfahren und in schwer verletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Verhaftung russischer Mädchens,Sudler. Auf den, Bahnhof in Sosnowize bei Kattowitz, wurde russischen Mädchen- Händlern ein Transport junger Mädchen abgenommen, die ins Ausland geführt werden sollten. Den drei Händlern und einer Kupplerin gelang es, über die Grenze nach Katto- Witz zu entsliehen. wo ste ihr Gelckuck ereilte. Sic wurden auf Veranlassung der russischen Polizei verhaftet, um den russischen Behörden ausgeliesert zu werden. Großfeuer. Ein großes Schadenfeuer brach am Montag abend in der Mannheimer Jsolierwerke- und Korkstcm- sabrik in Rheinau aus. Der angerichtete Schoden ist ziem- sich beträchtlich. Eine Unterbrechung des Betriebes hat das Feuer nicht verursacht, da es glücklicherweise auf feinen Herd beschränkt werden konnte. Unter Anklage des Verbrechens gegen d»S keimende Leben. Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben hatten sich gestern vor der Strafkammer in Berlin das Dienstmäd- ckicn Elsriede Dummer aus Berlin, di: Schneiderin Ella Axel aus Nen-Kölln, der Weinhändler Ferdinand Ritter aus Treptow und die Portierskran Hagenow ans Charlottenburg zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oessentlichkeit statt, und endete mit der Verurteilung der Dummer zu 6 Wochen, Axels zu einem Jahre, Ritters zu drei Wochen und Hagenows zu 8 Wochen Gefängnis. Selbstmord eines Liebespaares. Auf schreckliche Weise beging gestern abend gegen 6 Uhr ein Liebespaar in Paris Selbstmord. Ein junger Mann im Alter von 25 Jahren und ein junges Mädchen im Alter von 24, beide dem Arbeiterstande angehörig, warfen sich auf der Station Odron der Untergrundbahn, vor einen einfahrenden Zug. Die Räder des Zuges gingen über die Körper der Unalücklichen hinweg, die vollständig zermalmt wurden. Der Grund zur Tat liegt darin, daß die Eltern die Einwilligung zur Heirat nicht geben wollten. Kassenersolge des „Parsifal" in Paris. Der „Exeelsior" veiöffentlicht eine interessante Statistik, nach der die Pariser Große Over für die ersten Parsifalaufsührungen nicht weniger als 222 876 Franken eingenommen bat. Damit hat „Par- sisal" den Rekord sür alle Einnahmezifsern bei Opern in Paris bei weitem geschlagen. Ans der Heimat * Ostheim, 22. Jon. Sonntag, den 25. Januar, nachmittags 3 Uhr, findet hier in, Gasthause von P. Schneider IV. ein Vortrag über: „Rationelle Jungviehaufzucht und Fütterung" statt. Referent: Oekonomierat Spieß-Fried- berg. Da der Dortrag ein sehr belehrender sein wird, kann ein Besuch nur bestens angeraten werden. * Frankfurt o. M., 22. Jan. Hopf bleibt auch nach sei- ncr Verurteilung trotz oller Ermahnungen beim Leugnen. Gestern hat er auf Grund einer Unterredung mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Sinzheimer. vorläufig auf Einlegung der Revision gegen sein Todesurleil verzichtet. Tie endgiltige Frist ist am SamStag abgelaulen. Selbst di? Einlegung d>r Revision, dir aber recht geringe Aussicht auf Erfolg hat. dürste da? Leben Hopfs nur um wenige Wochen verlängern. Denn nach der neueren Praris des Reichsgerichts erfahren derartige Anträge eine beschleunigte Erledi- gung. So verwarf z. B. das Reichsgericht gestern die Revision gegen ein am 16. Dezember verkündigtes Todesurteil. * Frankfurt a. M., 22. Jan. Der ehemalige Arzt Wcis- brod, der kürzlich wegen schwerer Kurpfuscherei und Kuppelei verhaftet wurde, mußte gestern der Irrenanstalt zugejührt werden, ____Seite 5 * Frankfurt n. M., 22. Jan. Gelter» sand Hierselbst ei" Zusammenkunft der GencralstabSchels aller der Arimekew statt, die keine GrenzkorpS sind. An der Konferenz d>e töi technische Angelegenheit znm Gegenstand ihrer B gen hatte, nahmen auch Abgeordnete der preußischen K’v rischen, sächsischen und württembergischen Kriegsministerien teil. Hellen Nassau. * F. C. Wiesbaden, 22, Jan. Dem tOiäbriaeu r« -i-tn. . Jakob Kistinger aus Ginnhcim und dem Taglöbner Aua,»'« Scheidt ans Weilburg war selbst der Kirchlich nicht bw>ig genug, um dort einen Tiebstabl auszukübren. Am iS Ro- »ember, dem Tage vor Buß- »nd Beltag. lür den sie käeld benötigten. begaben sie sich ans den alten Friedbok in W laden und entwendeten an bellichtem Tage einen Zin'd if I von einem Grabe, den sie sich znrechi leaten um ilm abend? zu holen. Bei der Ausführung der Tat am Abend wurden sie aber ertavvt. Kistinger erbielt gestern nun 3 Monate. Schleidt, der nur Schmiere gestanden, 1 Woche G>kännnis. * Falken stein, 22. Jan. Aus dem Wege nach Eronberg wurde der Lehrer Reinhardt von einem Rodelichlitten nmae- rannt. Er erlitt eine schwere Gehirnerschülternna und winde in bewußtlosem Zustande seiner Wohnung zugefsilirt. Die rücksichtslosen Rodler entkomm unerkannt. * Neustadt, 20. Jan. Beim Passieren der Eiienbabn- billcke der Main-Welerbahn scheuten die Pferde des Land- Wirts Schäfer ans BernSbnrg vor einem Zuge »nd gingen durch. Schäfer wurde überfahren und gelötet. Sein Sohn brach si->(w Ac-e»urz von dem Wagen beide Beine. Aus Rheinhessin Muinz, Ul. Jan. Ein schwerer »nsall ereignete sich am Mittwoch nachmittag auf dem Bahnsteig der Station Mainz» Mombach. Ein aus der Station beschäftigter Streckenarbeiter aus Frauenstein wollte unmittelbar vor einem Schnellzuge das Geleis überspringen, wurde aber von der Malchin? er- saßt und aus der Stelle getötet * HeideSheim, 19. Jan. Tie im vertlcijcnen Jahre in fast allen Gemarkungen mit Spargelba» bemerkte Svarael- krankheit, „Rost" genannt, war auch hier ziemlich heltig in den schwereren und leuchten Böden ausgetreten, wogegen in dem eigentlichen Spargelgelände mit gut durchlässigem Sandboden nichts wahrgenommen wurde und das Spargcl- gras bis zum Spätherbst grün blieb. Zur Bekämpfung der Krankheit, welche sich durch rotbraune Färbung der auScin- ondergewachsenen Stengel zu erkennen gibt, wurden schon verschiedene Mittel, jedoch ohne wesentlichen Erfolg, angewandt. Aus der letzten landwirtfchattlichen Bezirksversanmi- lung in Ober-Ingelheim wurde von Mitglied Peter Heiser der Antrag gestellt. Versuche zur Erlangung eines wiik- famcn, zur allgemeinen Anwendung geeigneten Bekam- pfungsmittels anzuftellen. i/.ReichianIeih» zuirsvcritln vom 21. Januar 1914 Bet Mitteldeutschen Creditbanir «Menlapital u. R«i«roen SOI. 70 000000 gegründet 1806. gtantiuner tOotie. Eschmeiier Ütrcjro. „ 221/0 Bocqumer Äujgrahi, 220.25 telel eniirch. Bergrv.Akt. 191.50 /• •/. Preuß. Confol» 8S Hetzen 97.60 66 60 „ 76 45 „ 85.50 . 7620 „ 86 60 . 83 30 „ „ ‘ 355 „ vesterr. Golvrente 88.— „ •/, „ Silberreate 86 70 . . Ungar. OlolBcente 84.06 . „ Jhoiiement« 82.70 , Portugiesen Serie t 61 85 , . . Iti 64.10 . Russen ». 1905 1 9.- „ , „ . 1902 90.65 . 1 % Japaner 91.50 . , Türken von 1903 77.50 „ Adnnnisrr. Türken 79.90 „ rleniovje Al. 169.,0 „ .♦/, Griechen v. 1890 56.— „ •/, Alonopot-Griech. —.— „ , Buen.-Air. Pr. Anl. 67 25 , i* Silber-Mexikaner 42.90 „ ,/. Mer. Irrig, Aal. 64.— , ,•/. Chinesen 90.65 . derus E.-W. «et. 112.80 . mck. Eteltr. wej. . 165.75 . rliner Handels Ant. 158.'/, Nische Bank Alt. 252.50 st. Kominandit Ant. 1'8//, m esinier Ban! Akt. 153 ’/, „ tJnI.Handelsb.Akt. 205.75 „ >ss.Banks. a.Hand.A. 162.50 . ranlang E. B. Akt. 12 .25 . ülimore u. Ohio 90.62 „ nada Pariser Akt. 219.— „ ine« Henri E. B.Att. 156.50 „ rleniovje Al. 168^50 Berliner Sou«. Harpener Bergbau „ 184 • 0 Hambg. Am!. Pak. „ 136.. 5 Rordd. lUogb „ 11/ */. Berliner Hanücts Am l->:> — Mitleid. CredUb. Alt i 15.— ^ Darmstädt. Bant m 119.50 Deutiche Ban, „ 252/,« Leuisch-AsiavlcheBanl 1 18 50 Disloniv Ban»». Ani. >95'/» Dresdner Bam Uli. 151 >/, Oest. Creditanst. sikt. 203'/, vombarden m 2.'/, Ltsch-UbeileeE.G., 165 65 ^ Oejtcrr.Slaasbahn „ 154 25 Höchst. Farbwerke „ 626 — Chem. Fabr. Albert, 450 — Rütgerswertc , 185 — Steaua uevmana „ 148 50 Phönix Aeigb. „ 2r>9/-, Gr,eShc,mGteItrvn„ 253.— ^jeUstog Blaibho, „ 124.— Hotzverlohtungs-Jnd. 815.— paurahüte „ liNi.50 ' Privatdislont , 3.— Tendenz: ichwarh. Londoner Bari«. Hohenlohewerke Akt. 1:5— . Teulich-üuxenrb.B.Akt. 135//, , Uaucahültc Akt. —.— , Odelichteper o. Akk. 88.'/, , Phönix Bergbau Akt. 235.— , Aon,buchet Hülle „ 1-6//» Gelsenkirchen Bergir. A. 191.75 Harpcnel Bergbau 2fi- 1 4 .'5 AUg.Eie!.Ge,eUsch.Akt. 239.75 Siemen» u. HaistcAkr. 235 25 Tendenz: ich wach. Doll. 105.62 97.75 15//. 23/,, 163.50 65.62 Amatgamateü Copp. Doll. Ehurtered üonipany Lstr. Sa>ita»d Pioprieiarh „ Eotölietbs „ Rand Aünes „ De Beers Conioltd „ 77.76 0.91 2.12 2 . 1 * 5.0* 16/* Die tchiirm Topeka ouchern Paetfik hicago Rock Bst. „ liss.Kan>.u.Tez.R. . nron Pacific. . ö. Steel Common. De-ofttenka»e Friedderg i. H. enipsi-HU sicher r eriuittlan^ aller bankinassigen trcsctmitfi n- und Verlaus von Vierlpapreren an allen Börsen, rrichtung tausender Rechnungen und proorftonssreter Echeck-Contt mwechslung von Coupons und Lorten, nnnhme von offenen und ver,chlofjenen Depots, ntgegraimhmc ver^nslrcher Spar-Lralagr».