Dlonrny. den ltf. Aanunr ii>M 7. Zal,rgn„ft ttttmuter 15 **• «."»>>»" " ch«u>» >e»en Werltag. Regelmäßig, Beilagen „ver Daser as» »essen". ,,yi« Kplu»»»>>»". Deiuaeprei«: Bei den Postanstallcn oieneljährltch UN. t.'S GH »« Agenten moiioilltf) 60 Tra. fiiiun tTill boilgcdühr odri Trägerwyn, An-eigeu: s>rund,eile 20 Psg„ lokale 15 Plg, An, eigen von ouiwär», »erden durch Poänachnahnu erhob»» __Eekrlllungooe, »eleddeech KchriNleilun, NN» Derla, Friedber» lh-üenl. San-uerilr-ße 12. Fernlprecher 18. B«iti»eg-L«nt» Ne. «8ä«, «Mi Feanlluel ». »I. zreorrftcht. — Der Statthalter Wt«f Wedel wurde, wir dos „Ber- Hfter Tageblatt" hört, am Samstag vormittag um Moijfr besohlen. Sr verließ das Hotel Bristol, wo er abgestiegen ist, »m 1> Uhr und fuhr zum Schlosse, Gegen 2 Uhr kehrte er in das Hotel zurück, wo in seiner Abwesenheit der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg seine Karte abgegeben hatte. — Sin gewaltiges Schadenfeuer brach gestern aus dem nelalische» Gelände in der Lehrterstrasir zu Berlin aus. Cs brannte die Eiienbahnwerkstätte des Lehrter Bahnhofs in großer Ausdehnung. Bei den Löschungsarbeiten wurde der Werkmeister Grabow so schwer verletzt, daß er nach dem Angusta Krankenhaus gebracht werde» »rußte, — Von den bei dem Eisenbahnunglück bei Borbeck verletzten Personen befinden sich noch fünf in, Krankenhaus. Tie anderen konnten bereits entlasse» werden, Lebensgefahr besteht bei keinem der Verletzten mehr. — Die Beratung der ncuen Zabrrn-Jnterpellatione» wird, wie die „Post" mittcilt, erst am koinmenden Donnerstag oder Freitag stattsinden, da der Reichskanzler sich gesund- hcitlich nicht ganz wohl fühlt. — Eine in Odessa tagende Versammlung des Kosaken- kricgsrats beschloß, für 7 Millionen Rubel Privatgüter an armr Kosaken zu erwerben. — Der „Excelsior" meldet, daß tattächlich die Gläubiger der Prinzessin von Belgien eine» Vertrag unterzeichnet haben, demzufolge sie sich unter bestimmten Bedingungen i» eine Summe von 4'/ß MiNione Franke» trilen werden, die der Pranzessin a»S der letzten Erbschaft zugesallen sind, — Tie geplanten direkten Vcrhandlunge, der Pforte mit Griechenland nnterbleibcn, da Dcniselos einen etwaigen Auslnuscki der 12 Inseln gegen die von Griechenland jetzt besetzten Inseln Myttlene und Chios entschieden ablehnt. — Mit der Räumung der den Albaniern zugcsprochenen Gebiete ii» Süden Albanien« ist griechischerseits bereits begonnen worden, Evlonia, Boskopia und Kaza Koriza sind schon von den griechischen Truppen verlassen. — Tic Verhandlungen zwischen der türkischen und der italienischen Regierung über den Ankauf eines Panzerkreu- -,er« sind zum Abschluß gelangt. Die italienische Regierung ha« sich einverstanden erklärt, den Panzerkreuzer „Drama" an die Türkei herauszugeben. — Wie von Tokio gemeldet wird, soll der Vulkan aus der Insel Sakurachma erneut in Tätigkeit getreten sein und große Massen Lava ausgespien haben. Die Bevölkerung soll panikartig die Flucht ergrifsen haben. — Ter bekannte amerikananischc Aviatiker Harrh At, mood beabsichtigt im Somnicr dieses Jahres aus einem Vrighr-Aeroplan von Amerika nach Europa zu fliegen. El illc in den letzten Tagen verschiedentlich längere Konsercn- n mit Orville Wright in Dayton, in denen beide Aviatiker den besten Weg über den Ozean sestzustellen suchten. Was Südafrika uns Icljrt. Was sich jetzt in Südasrika abspielt, ist in ungemein ciiidl mglicher Weise lehrreich sür unsere eigen« Kolonial- poliiil. TaS Tohuwabohu der jüdasrilanischen Arbeilcrve- ooikcruug ist von allen Kennern Asrilas vorauLgesagt als ,ae unausi>leibftct>e Folge des angeblichen „Weitblickes" der .llndiuagnatcn und Jinperialisten. Wahrend die Buren in hei» Eingeborenen das gesehen, was er ist und ihn n»t a.eilichcr Milde, zugleich aber auch mit uncrsck>üttcrliä>cc isllgicit iiincrl)ald der sozialen Sck>ra»ke» gehalten hatten, >.ic lhui als einen Gesckpps GotteS, aber einem für den Wett- i .lüctb mit der ka»kasijä>en Rasse ungeeigneten Wesen ge» aren, ist cs nach dem Kriege die erste Sorge der Engländer .wese», diesen Eingeborenen ein weitgehende« Wahlrecht i erteilen, um mit dessen Hilse die Buren zu majorisieren. , rrilich wurde dies Wahlrecht eingcsch.änkt gegenüber den iegcrischen Zulu, die dann aber dock, wieder als Truppen rwendet wurde». Nicht genug an diesem Auscinander- eren. D>e englische Politik schwankte auch in der Behänd- , der Indier, deren Einwanderung sie zeitweilig sreigab, ;c dann doch wieder durch hohe Kopssleuern zu beschrän- Taeven aber wurde um des Stimnirechts willen die anderung weißer Arbeiter begünstigt, die schon aus kli- i> Grundcn gar nicht an den Rand gehören. Es war i. wichen, daß diese hauptsächlich aus Australien her- genen Arbeiter versuche» würden, ei» „Weißen- ^and" zu machen und rs verstand sich geradezu von - . sie sich dazu nach dem Vorbilde der austtalische» , eilten organisieren würden. Die Burensührer i und De Wct sind nach den besten Kräften bcinüht ,.>, das alles hintan zu halten und den Gegensatz zu dern, Aber weder sind sie durckigcdrungen mit ihrer For- >ung einer vernünftigen Beschränkung der Jndereinwan- ^ernng noch mit ihrer Mahnung zu einer vernünftigen Be- i.dliing der weißen Arbeiter, Vielmehr hat Botha, der auch ui diesem Punkte der weitblickender zu sein glaubte, sich aus die Seite der Londoner und Johann eoburger Imperialisten prstellt »nd es iss ihm den letzte» Nachrichten zulolgc augenscheinlich gelungen, den Widerstand der Streikenden »ieder- znfchlage». Taö Anssahrc» eine« Geschützes vor der tse- wcrksck-astshaUe hat den darin Versanimelten znm Bewußtsein gebracht, daß Nachgiebigkeit gerate» sei. Unter den Verhafteten befinden sich die Streiksührer Bciin, Erawsord und Mason, deren Wort beim letzten Streik der Minenarbciter Befehl »vor, ferner noch acht andere hervorragende Arbeiterführer, Es hat jetzt den Anschein, daß der Eiienbalmerstreik am Znsainmeiibrcchen ist. In Braau: sontein baten 250 Man» um Wiederetnstellnng, Auch der Minenstrcik scheint ein Fiasko z» sein. Die meiste» Minenarbeiter traten die Arbeit an. Ans Kapstadt wird grmeldct, daß der Sekretär und die gesamte Exekutive der Eisenbahner »nd Arbeiter-Gesellschaft in der Standard-Arkade im Mittelpunkt der Stadt verhaftet wurden. Jni Oransefreistaat verkündigte dciS Vertcidigniigsdepartenient die Verbaftnng der dortigen Streiksührer Campbell Elslock »nd Eruikshank. Celbswerständlich wird dieser Erfolg ein bcbiiiguiigswriseL Abtlanen des Streikes bewirken, aber wenig ist daiiiit ge Wonnen sür die Friedignng der afrikanische» Rossenkämpse. die nun schon seit langer Feit nicht niehr ohi>e Revolver und Dynamit verlaufen. Als besonders linersrenliche Folge der englischen Fehler stellt sich dabei das üble Verhältnis der far- bigen Dienstboten heraus. Während diese zur Burcnzeit lnsolge ihrer vernünftige» Behandlung in geradezu ichwar- nierilchcr Liebe an ihren .Herren hingen, geboren Widersetzlichkeit. Diebstahl, Einbruch, Notzucht. Mord und Totschlag zu de» alltäglichen Dingen. Gleichwohl kann nian in jeder imperialistischen Zeitung in Europa und Südafrika tagtäglich lesen, daß »imi es so freilich nicht mockien dürfe, wie die Bnrengeneralc vorlck,lagen, denn die Entwickelung stebe nicht still und waS z» Oh», Krüoers Zeiten inöglich gewesen sei, sonne heute nicht mehr in Betracht komnien. Daran ist nnr soviel rickitig, dost cs z» Ohm Kriiaers Zeiten in Südasrika keine sozialistisclvn Weißen gab »nd insbesondere auch nicht die zahlreichen Armenier, rnisilckvn Inden »nd sonstigen Ab- geschobenen ans dem dunkelsten Wl>iteck>avetv'ertel von Lon- don. Aber das Glück dieler Bekanntschaft dark man dock> wirklich n!ck>t den Buren nnfS Konto sehen, llnd dies Wohlwollen wird nicht mit einer Politik verbessert, die solche Einwanderung noch wie vor besördert, anstatt ihr die gebührenden Schranken zu setzen. Aus alledem ergibt sich sür die deutschen Kolonien ziinächst die dringende Mahnung, der in- diliben Bevölkerung entgegenzntreten, unbekümmert »m die Tatsache, daß cs sich dabei nm britische tlntertanen handelt. Die Engländer hohen selbst, nachdem sie den Indiern freie Ziikosiiing in Südafrika »'gesichert batten, durch ha? Ein- wandeninaSgesetz von 1897 gezeiot, welche? die geschlichen Mittel lind, mit denen me» die Indier nm besten sich vom Leibe hält. Denn die? Gesek beschränkte nicht nur die Zn- kassiing der nlinlilckr'n Einwanderer ans eine hestiimnte Zahl, sonder» entbo't a»ch sehr notwendige Vorlchritten über Nie- derlassniig, Eigenttimserwerh. Handeksbeftionisie »nd Kin- dererzielmna derjenigen Indier, hle »ach Abkanf ibreS Ar- be!t?ve>-trones im Lende zu bleibe» wünschten. Zwar ist diele „Nosienlchranke" wieder niedeigekeot, »her nls insolae- dessen die Cib-'r der Z»mr>"d7rer auf les) 000 Köpke gestiegen ivnr, wurde eine Kev's'ener von CO Jt eingeführt, die oenngte, »m den übelsten Teil der Znwonderer scrnznhalten. Klar eroibt sich ans den sozialen Wirren die Notwendigkeit, frr Rassonkchnnde en'aoaenzutreken nah bas Auskommen Var, Mitckisinoon nach Menlchanmöglichkcit z» verhüten. Die Einwanderung ei»-? mittelloien Proletariats erfcheiaf, schon ans fl!>notifch»n Grliaben, in unseren deutichui Kolonien noch viel v>enia-r zulässig gl« am Rande, Dem mittellosen Teile der drntlchon Arbeikerschast können dagegen di? Knio- nien wertvolle Dl-"l«o seiften durch Vormebruna dar Arbelts- aeleo->n>>e!t »-'d B'lcftallung des Rohmaterials sür unsere sr,-t>»so-ie, Doron lall man llch genügen lallen vrnllchiands Ernte 1. Sell'si in dem agrarisch wohl nicht voreingenommenen „Beitiner Tageblatt" wird über die Ernte des Vorjabrcs gi-iagt, „DaS zunächst da« Brotgetreide betrifft, io steigt unter der Gunst der Zelle und Einsiihrscheine die Anbau- stäche beinahe stetig." Diese Anerkennung von einer Seite, die Zelle »nb Einfuhischcine beinahe gewohnheitsmäßig be- tLmplt. will immerhin einiges besagen. Allerdings wird sich der Freisinn durch solche gelegentliche Znacständnisie nicht d^ron hindern lallen, die alte Hah gegen Zölle und Einfuhr- scheine fortzuieben. Erst dos Partcitöpschen, dann dos Vaterland — beißt in diese» Kreisen auch weiter die Parole. Ter Paterlandsireund aber, der von dem Ruhen der Schiitz- zollvolitik löngst überzeugt ist. boftt und hat begründetes Recht aut die Erwartung, daß die Steigerung der Anba»- stäche auch weiterhin anhalten wird. Nur zu oft klong ans der Freibandclsprcsie die bis zur Gewißheit gesteigerte Befürchtung heraus, eine Vermehrung der Anbauftäche sei schlechterdings auSzeschlniien und trotz aller Schutzzollpolitik dloibe schließlich doch nichts übrig, als. erhöhte Einlubr aus- ländiiä'e» Getreides, und bei dieser u»ausblciblick>eii Ei'l- wickelung ergebe sich der Abba» der Schutzzolliiiauer ganz vou selbst. Durch alle solche geichästigei, Erwägungen niacht nuch die jüngste Erntestatistik wieder einmal einen dicken Strich, Tie Anbansläche steigt und die an die Schntzzollpoli tik gekuüpsten Erwarlimge» zeigen sich durchaus erfüllt. Hofsenllich vermag aber die Kultivierung der Moore und Oedländereien da? Emporlchnellen der Anb>z»slnchenziste> künftig noch weiter z» beschleunigen. Vergleicht man die (Hektar 1 Zahlen der A»bailslä>l>e für 1913 mit den cntspreckiendc» Angaben für 1912 und 1911, so sieht man bei Roggen, Weizen »nd Gerste, bei Haler, Kar- losseln und Klee, bei der Luzerne »»d de» Wiesen durchweg erhöhte Zahlen, und selbst die Anbauftäche des Klees, d 1912 gegen 1911 erheblich zurückgegangen war. bat im V jahr den Bestand von 1911 nahezu wieder erreicht. An ist natürlich die Größe der Anbausläckie nicht da« Enl dende. Es läßt sich sehr wohl der Fall denken, daß lur technisch rückständige Landwirtschaft einer wcscnllichen Mehrung der Anbansläche z» erfreuen hat »nd doch mit minderten Eriitemciigen nuswartet; ja, bei dem besond Maße, in dein der landwirtsckhiftlickie Beruf vom Segen . Höchste» abhängig ist, müßte in Jcihren abnormer Willr- ru»g sogar von oincr technisch ungewöhnlich vorgeschrittenen Landwiitschcift ein Mindercrtrag bei Anbanfläck>cnver»ieh. rung vorwurfslos hiiigenoinmen werden. Nu» bat »ns aber das Vorjahr mit dcr schwere» Heiinsiichling einer allgeii'ei- ncn Mißernte gottlob vcrschonl und ans der andercn Seile sind wir Deiltschen längst gewohnt, in miserer Landwirtlchcist den technisck>en Fortschritt scsi verankert z» wisse». So bietet denn die Uebcrsicht dcr 1913 erreichten Ernlemengcn ausgezeichnete Ergebnisse. Die Steigerungen sind durchweg so gewaltig, daß trotz des Anwachsens der BcvölkernngSzahl das Gespenst der Abhängigkeit vom Anslandc »och weiter als bisher verscheucht ist. Die Zunahiuc der Erntemenge bei der Kartoffel von k>0 aus 51 Millionen Tonnen spricht für sich selbst »nd wenn beiin Klee die Anbansläche den Umfang de? Jahres 1911 noch nicht wieder erreicht hat, der Erntcertrag aber von 7 auf 11 Millionen Tonncn gestiegen ist. Io kann rin derartig ersreukiches Ergebnis natürlich nnr ein» geistig regsame und technisch aus der Höhe stehende Landivirtsckiaft erziele», und da lohnt sich Wohl der Hinweis, welche Werte durch die Sck>utzlosigkcit dcr Landwirl>ck>>st in lchier nn- glaublicher Verblendung dem Verderben preiSgebe» würde Dürfte man in Anlehnung an sportliche Benenniingen das Wort Rekordernte prägen, so wäre der in früheren Jih- ren ausgestellte Rekord nunmehr bei nnr z» vielen landwirtschaftlichen Erzeugnissen geschlagen. WaS die vier Ge- t'cidearten angeht, so übectrisft der Ernteertrag des Vor jahrcs jeden dcr in den letzten zehn Jahren erzielten Höchsl- crträge. Nur beim Lnzernhen wird d>e Ernte von 1913 dnrck die von 1910 —allerdings mit um 0,03 Millionen Tonnci — übertroffen »nd in der Kleeheuernte verbleibt der Nekoi ziinächst noch dem Jahr 1910. Innerhalb der Brotgetreid ernte hat die Roggenernle besonders gut abgeschnftlen. B'' stinliiit man wie üblich den Brot'ornbedars zu Zwecken b-' menschlichen Nahrung aus 17b Kilograinm, lo wird dies- Bedarf durch die Ernte des Vorjahres um 00 Kilograini übersteigen. Leider zwingt ja die Verschiebung de« Ver branckieS, der im Brot das Roggcnmehl mehr und niehr dnrc' Weizenmehl verdrängt, dazu, de» Roggen, die für di-' meisten Gegenden Deutschlands natürlichc' Brottrncht, in steigenden Mengen zu FiitterlingSzweckcn zu verwenden und ins Ausland auszusühreii. Ob eine solche Bevorziignng des Weizens vom Standpunkt dcr Volkseriiähriing einen Fortschrfti bedeutet, wird bekanntlich von niaßgebenden Anto.itälcn be stritten. Aber der Brauch ist ei» Tyrann und die Landwirl- sckiaft kann sich iminerhin rühmen, mich den Eruteertrng an Weizen seit deni Jahrfünft 1881/85 uni 9 Kilogramm pro Kcps gesteigert z» haben. So bietet dos Ernteergebnis des Vorjahres ein erfreulich günstiger Bild »nd eine vernüns tige Politik, die Fleiß und Erfolg nicht mit Vorwürsen und Anfeindungen beantwortet, sieht reichlichen Anlaß die Land- wittschoft zu ihren Leistungen zu beglückwünschen und zc entsprecbeiiden weiteren Anstrengungc» zu erniutigen. Denllcher Peichstay. 193. Sitzung vom 17, Januar Am Bundesratslilch' l>e. Delbrück. Präsident Itr. Karmps eröffnet die Sitzung um tl Ilhi 17 Minuten. Zunächst werden die Gesuche um Erteilung der Geneh migung zur Erhebung der Anklage gegen die Abgeordneten Schisser-Borken (Zcntr.), Davidsohn (Soz.) und Behrens (Wirtsch, Vgg.) entsprechend dem KommilsionL- antragc abgelehnt, obwohl Abg, Schisser-Borken (Zentr.)bittet, aus persönlick>eii Gründen die Genehmigung für seine Anaeleacnheit zu erteilen. Es folgt die zweite Beratung des Etats Sir. iS Sri«, » Zur Gefchästsordmmg schlügt Abg. Gothein (F. Vp.) vor, um ctne Zerstückelung der i'iiitetie zu vermeiden, zunächst die sozialpolitischen Fragen Und sodann die wirtschastspolitrschen zu behandeln. Abg. Grorbrr (Zentr.) ist mit einer derartigen Tren- inuug einverstanden, bittet jedoch, zuerst die wirtschastspoli- ti Debatte vorzunehmen. Abg. Scheldemann (Soz.) schließt sich der Anregung des Abg. Gothein an. In der Abstimmung spricht sich da? Hans dafür auS, zunächst in die Erörterung sozialpolitischer Fragen einzu- tl'rten. Abg. Schmidt-Berlin (Soz.): Wir können nickt zuneben, di '; der Aufschwung in unseren wirtschaftlichen Dcrhültnisscn a' Erfolg unserer nationalen Wirtschaftspolitik zu bezeichnen ist. (Glocke.) Präsident De. Kaemps bittet den Redner, sich an die eben gefaßten Beschlüsse des Reichstages zu halten. Als der Redner seine wirtschaftSpolitischcn Ausführungen darauf fort- letzt. ermahnt ihn der Präsident wiederholt, diesen Teil seiner AiiSfübrimgcn zu unterlassen. (Heiterkeit.) Abg. Schmidt-Berlin (Soz.): Der Zentralvcrband deut- scher Industrieller bat seinen Einftuß auf die Presse verstärkt. Es steht ihm jetzt der „Berliner Lokalanzeiger" zu Dienste». Viel interessanter aber ist, daß der Reichskanzler persönlich an gioßindustrielle Kreise berangetraten ist mit dem Wunsche, man möge deni Scherlschen Verlage die crfor- derlicken 10 Millionen zur Verfügung stellen, damit der „Lokalonzctger" nicht in die Hände von Masse oder Ullstein falle. Die Arbeitsverhältnisse in der schweren Industrie sind gänzlich ungenügend. Trotzdem wird gegen die Fortführung der Sozialpolitik von den Unternehmern ständig Propaganda gemacht. Der Beirat für Arbeiterstatistik sollte auch die ungewöhnlich ausgedehnte Arbeitszeit bei der Berliner Om- nibusgefellschast beachten. Seit 1805 ist nichts mehr zum Schutz der jugendlichen Arbeiter geschoben. Die Innungen üben ans die Unternehmer 'einen bedenklichen Terrorismus an?. Leider ist die Klassenjustiz bei nn? gang und gäbe. (Vizeprüfident l>r. Paasche rügt dies als Beleidigung de? deutschen Richterstande?.) Gewiß gibt eS in Deutschland Richter. die da? verurteilen. Es wäre auch wirklich traurig, wenn es keine Richter gäbe, bei denen sich der Ekel gegen sollt °^ortrilichkeit geltend machte. (Beifall.) Abg. Doormnnn (Dp): Roch nie ist soviel lozialpoli- tischc Arbeit geleistet worden, wie m den letzten zwei Jahren, und diele Arbeit ist noch nicht abgeschlollen. In der Frage der Aushebung des 8 100g nähern sich die maßaebenden H >odwevkerkreise unsere Auffassung. Die Frage rückt ihrer Lösung imnwr näher, lieber die Krankenkassenversichernng ko au man noch kein Urteil fällen. Man muß abwarten. wie sich die Landkrankenkasien bewähren. An qewisien Stellen waren aber die LandeSbehörden nicht auf der Höhe. Der Tarifvertrag ist auf dem Siegeszuge. Der Staatssekretär wird er.Aärrn muffen, ob die Zeit zur Regelung des Tnrif- 'rcht? noch nicht gekommen ist. Von einem Stillstand auf stzialvolitischem Gebiete ist keine Rede. Eine Ueberstürzung : nrde der Sozialpolitik selbst aber nicht dienlich sein. Die Sozialpolitik ist beim Staatssekretär in besten Händen. zBeifall.) Das- Hans vertagt sich Montag 2 Uhr: Fortsetzung. Schluß 2V4 Uhr Prerrlnlcher Landtag. Abgeordnetenhaus. Das Haus begann am Samstag keine Sitzung mit der Beratung der Verordnungen zur Betämpsung der akuten spinalen Kindeilähmung in den Regirrungsbeztrten Hannover und Wiesbaden. Di« Krankheit ist 1909 zum ersten Mal« aufgetre. ien. Die Ursachm sind unbekaimt. Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten Dr. Faßbender (Ztr.). Arning (Nl.) und einer Rgeirrunzskonrmjssars wurden di« Vorschläge erledigt. Es folgte die erste und zweite Beratung eines Ersetze»», wurses betreffend die Zuständigkeit der Eertchtssckneibcr d:r Amtsgertchte für die öffentliche Beglaubiguivg einer Unter- ichrist Abg. Delbrück (Kons.) erklärt« seiner Freund« Zustim. m»ng zu dem Entwurf. Doch befürchtete er di« Schmälerung des Einkommens Lei Aktuare Abg. Bartschei (Ztr.) bemerkt«, daß dt, Entwurf dem znteresf« des Pablikums entspräche, er und die Abgg. Viereck (si-eckonf.f, Boisl, (Nl.) und Baerwald (Fortschr.) stimmten oem Entwurf zu, dcffen erste und zweite Beratung damit beuchet war. 3, dem Entwurs eines Svohnuugsgefetzes bemerkt« Ha delsminifier Dr. Sydow. das Probten,, den mtnderbcmitt, Wohnungen zu schaffen, sei ein halb Zehihxnbert alt und durch di« starke Industrialisierung entsta den. Di« Regierung habe «Zucht, den Aibeiterwohnhoust» zu sordwn. Der neue Entwurf entspräche einem alten Wunsi des Hauses, er solle die Wohnungsjrag« lösen helfen die ei Kvllursrage ersten Ranges fei. Abg. v. Hassel (kons.) vermißt« tu dem Entwurf die Berücksichtigung der unterschiedliche« B-rhättnissc aus dem platten Lande und der industriellen Städte. Daß die Wohnungsfrage aus dem Lande nicht so schlecht sei, das b:weise die «rheblich gärkere Anzahl gesunder Soldaten gegenüber d«n Städten. Bestimmungen, di« für das Land nicht paffen, müssen in Fortfall kommen. Die Konservative» seien gern zur Mitarbeit be- :ett, würden aber das Interesse de, Mittelstand:, vertreten Abg. Dr. Wllrmeling (Ztr.) wünscht« rin« Kommis, sionsberatuvg für den seinen Freunden sympathischen Entwurf. Abg. Künzer (Nl.) gab der Erwartung Ausdruck, daß der Entwurs nur «ine Abschlagszahlung bedeute »nd zur Schaffung der Regelung des Reolkredits. Abg. Liidick« (freikoni t wo nickt» daß a»<- der Kommil- den IS. Januar 131«. Ne«« Tageszeitung. Montag, ffon ein Gesetz herauownimcn möge, das den Interessen der Mieter und der Hausbesitzer gerecht weide. Ministerialdirektor Dr. Freund zerstreute di« Befürchtungen, daß das (besitz der Polizei bei Festsetzung der Baufluchtlinien zu große Rechte et,«räumen würde. Abg. Dr. F l e s ch (Fortschr.) bemerkte, daß auf dem Lande di« Wohnungsfrage ebenso brennend sei wie in den Stadien. Di« schlechten Aibeiterwohnungen seien der Grund drr Auswanderung vom Lande. Abg. Hirsch (Soz.) erklärt«, daß fei,« Freunde an der Verbesserung des Gesetzes Mitarbeiten wollen, das Endziel müsse «brr ein Rclchswohnungsgesetz fein. Ein« Lösung der Wohnungsfrage könne nur unter gleichzeitiger Lösung der Grund- und Bodenfroge erfolgen. Darauf wurde ein Schluß«,ckrag angenommen und der Entwurs einer Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Montag: Landwirtfchaftsetat. ssaftesüberüchk. Deutsches Reich. :: Ordensverleihung an Otr«ft v. Reuter. Aus Anlaß des gestrigen Ordensfeftes ist dem Kommandeur de» Infanterie, regiments Nr. 99, Oberst v. Reuter, der Rate Adleroiden dritter Klasse niit der Schleife verliehen worden. Der Kommandeur der 30. Faldairtilleriebrigade in Straßburg, Generalmajor Kühne, hat den Roten Adleroiden zweiter Klasse mit Eichenlaub erhalten. :: Ein Verbot de» Generals von Deimling. Wie verloirtet, hat General von Deimling durch Korpsbefehl feinen Offizie- rcn »nd Mannschaften verboten, Gastwirtschaften aufzusuchen, in denen französische Zeitungen austiegen. Die verbotenen französischen Blätter sind in dem Erlaß namentlich aufgefiihrt. Auch das „Journal Alsave-Lorraine" und der „Nouv lliste" befinden sich unter ihnen. Ebenso ist der Besuch politischer Versammlungen und Verein« verboten worden, in denen die französische Sprach? Unterhaltungssprache ist. :: Die rcichsgesetzlich: Regctnng de, militärischen Wossen- grbrauchs. Ucbcr die Einbringung der Initiativantrag« auf rcichsgesetzlich: Regelung des militärischen Wasfengebrouchs fanden, wie das „Berliner Tageblatt" mitteilt, am Samstag im Reichstage Besprechungen zwischen dem Zentrum und den Itb. raten Parteien statt. Zu einer endgültigen Entscheidung ist es noch nicht gekommen, da di« Formulierung der Anträge Schwierigkeiten macht. Es wird darauf hingewiefen. gemeinsam« Anträge eingubringcn. Auch di« Sozialdemokraten bereiten Anträge vor, di« sich auf di« Reform de» Militärstrafrechts beziehen. :: Die „Rardd. Bllgeni. Ztg."'zur Ueherreichung de« Ant- wortnotr de» Dreibundes. Die Rordd. Allg. Ztg." schreibt in ihr«r gestrige» üffochenrundschau zu der Ueherreichung der Antwortnote der Dreibünde« in London folgend?»: „Boa d«n Botschaftern Deutschlands, Oesterreichs und Italien» in Lon. don sind am letzt n Mittwoch dem britische« Auswärtigen Amt die Erllärungen überreicht worden, zu denen Sir Ed. Gregs Vorschläge in der Inselfrage Anlaß geben. Dies« Erklärung«» die im Inhalt übr-einstimmen, nehmen auf die Herstellung eines europäischen E-nvernehm ns zur Regelung der Insirlfrag« Bedacht und stellen sich im wesentlichen als «ine Annahme der englischen Vorschläge dar. Mit Beziehung aus die von Griechenland besetzten Inseln bekennen sich nunmehr alle Großmächte zu dem schon bei der Wiederbesetzung Adrianvpelr durch di« Türken anerkannten Grundsatz, wonach dir Mächte es mit ihrer Friedenspolitik nicht vereinbar finden, einer di,rch die Waffen gefallenen Entscheidung ihr« Sanktion zn versagen." — Für Albanien wird die in Dalona eingesetzt: internationale Kommission vorübergehend di« Ausübung der notwendigsten Berrvaltungsbefugniss« übernehmen. Don den bisherigen tab- fächlichrn Inhabern der Regierungsgewalt Ismael Kemol Bei und Essad Pastha darf erwartet weiden, daß sie in dieser Ueberzeugunaszeit der Tätigkeit d:r internationalen Kommission kein« Hindernisse in den Weg legen. England. :: Zum Untergang von „SI. 7“. In amtlichen Londoner Marinckreisen sogt man keine Hoffnung mehr, daß die Besatzung des gefunkenen Unterseebootes lebend gerettet werden könnt«. Taucher sind zwar ?u dem Wrack aus den Meeresboden hinabgestiegen: sie wollen klopfen an den Wänden gebärt haben, doch fehlt jede Bestätigung dieses Brrichtes. Zudem ist di« längste Frist, während der bei dieser Kless« von Tauchbooten das L:ben unter Wasser möglich ist t2 Stunden. Augenscheinlich sind jedoch die an Ort und Stelle befindlichen Rettungsschiffe nicht inffiande, das Fahrzeug zu heben. — Am Samstag wurde von einer Anzahl Fahrzeugen der Marin« mit Netzen »ach dem untcrgegau-genen Tauchboot „A. 7" gesucht: bisher war alles vergeblich. Der Bergungsdampser „9s" wurde am Samstag ab-nd in Plymouth erwartet. Die englisch n Blätter heben hervor, daß das Schiff gesck!eppt werden muß, während Deutschland und Franktrich sokckr Bergungedompfer für Tauch boote besäßen, di« mit hohen Eeschwindigteiten unter eigenem Dampf gehen könnten. Vom Vulkan. :: Ein D'-irs Essad Pascha» an de» Prinzen zu Wird. D:r Leibarzt des Prinzen zu Wied, Dr. Berghäuser. ist aus Du- razzo in Triest ctngetroffen. Er erklärte, daß im Laufe der nächsten Woche di« Einrtchtmngsarbeilen in dem zukünftigen Heim des Fürsten vollendet fein werden. Er bemerkte feiner, daß die Bevölkerung von Durazzo mit wahrer Spannung di« Ankunft des neuen Fürsten erwartet. Der Prinz werde sich alsbald nach Durazzo, und zwar über Triest, begeben. Dr. Berghäuser ist Uebrrbrtnger eine» Brieses von Essad Pascha an den Prinzen zn Wird, worin der Verteidiger von Sknlari versichert, daß er ihm treu ergeben sei« werde «nd ihm seine Unterstütz»,rg verspreche. Er werd« nicht di« Machenschaften IMd Pascha« unterstLtzen. wie er sie auch nie unterstützt habe. Al» Albanien türkisch war. sei er «in treuer General de» Sultan» gewesen, aber seitdem Albanien ein autonomer Staat geworden ist. wolle er sich den, Atohl« sei«» Vaterlande» wtb. :: Essad Paschas siegreicher Feldzug. Nach einem dreitägigem Kampfe haben Essad Paschas Truppen di« ganz? Umgebung zwischen Elbassan und Podhradetz in Besitz genommen. — Sämtliche Dörfer haben sich Essad Pascha unterworfen. Im Lager Essadr befinden sich zahlreiche Offizier«, di« in di« Dienste Essads getreten find: er hat, um ein Ueborgreifen der Käurpfe auf serbffches Gebiet zu vermeiden, längs der serbischen Greife klein« Grenzwachrn zurückgelassen. Mit dieser Borsichi will Essad von vornherein jede Möglichkeit einer Einmischung in die rein albanischen Kämpfe beseitigen. :: Aufdeckung eines Komplott» gegen König «e»sto-,t'.r>. Wie aus Athen nach Paris gemeldet wird, haben die Brhör den in Saloniki von einer Dame eine Anzeige erhalte», r.ii: im Ausland« ein Komitee zusanimengrtieten wäre, das i,, c: Heimen Sitzungen beschlossen hätte, König Konstantin von Giiechentand zu ermorden unb daß vier Individuen, die durch da» Los dazu bestimmt worden wären, sich bereits nach Athen t-egeben hätten. Die Polizei in Saloniki Hab« sofort eine Un terfuchung eingeleitct, die ergab, daß zwei der betreffende» Personen sich in Saloniki befanden. Einer wurde »uszewiese». der andere, der erklärte, italienischer Untertan zu fein, isurd: in Haft behalten. Die beiden anderen Mi,'.!,., lize» l'q'iai’.M sich noch immer im Auslände. :: Türkisch . bulgarisches Abkommen gegen biuiechenlaud? In Sofiaer politischen Kreisen verfolgt man mit großer Span nu,rg di« vielen Konserenzen der bulgarischen Staatsmänner mit einer Anzahl seit längerer Zeit in Soft» weilender türkischer Delegierter. Dies« Verhandlungen sollen ein geuiciti- saine» Vorgehen Bulgariens uud der Türkei gegen Griechenland bezwecken. Es soll auch bereits rin Uebcreinkommen zustande gekommen sein, das de« Durchinarsch türkischer Truppen durch Bulgarien gestailet. In Zusammenhang mit diesen Konferenzen sollen die starken Truppenzusammenziehungen stehen, die an der Südwestgrrnze Bulgariens vor sich gehen. Portugal. :: Der portugiesisch« Eiscnbahnerpreik. Der Streik der portugiesischen Eisenbahner hat aus Ausdehnung nicht weiter zugenommen, doch sind di« Verhandlungen zwischen den Streikeirden und den Eis.nbahngeselljchaften gescheitert und zwar in der Hauptsache, weil die Gesellschaften fick nicht zu den geringsten Konzessionen verstehen wollen. Immerhin erwartet man, daß «in Teil der Ausständigen am heutigen Montag di« Arbeit wieder aufnehmen werde, da di« Rotlage der Streikende» sehr groß ist. — Am Samstag inorgen wurde zum ersten Male seit Beginn des Streiks die Auslandspost nicht bestellt und es steht zu erwarten, daß in den nächsten Tagen der gesamte Post» dieiip nicht mehr regelmäßig funktionieren kann, :: D«r »ahre Umfang der Bulkankatastrophe. Wie die „Times" au» Tokio melde«, sind die Berichte über die Kata- srrophe vou Sagurachun« i» unerhörter Weif« Lbertriedea worden. Di« japanische R-gimung hat feststellen lassen, daß insgesamt in Sagurachima nur 10 Personen um gekommen und 17 verwundet worbe» sind und nicht 70. wie ursprünglich gemeldet wurde. Weiter sind auch nur 85 Häuser eingestürzt und nicht 85 000. Wertere 128 wurde» beschädigt. Auf der Insel Sagurachima betragt die Zahl der Todesopser nur 200. Di« flaschen Berichte der europäischer Korrespondenten haben in Tokio da» allergrößte Aussehen hervorgerufen. Der Kapitän einer Dampfers, der sich zurzeit der Katastrophe in der Näh« ron Sagurachdma befand, berichtete, daß ein unterirdisches Beben bemerkt worden sei und daß er geglaubt habe, sein Schiff sei ans ei» Riff geschleudert worden. Er habe erst später vop dem Du'' „ousbruch Kenntnis erhalten. vom Weiter. * Friedberg, 19. Jan. Milderes Wetter wird uns von unserer Wetterdienststelle gemeldet. Die Käli« scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Ein Tiefdruckgebiet breitet sich schon feit einigen Tagen über Nordosteuropa aus und drängt den Druck nach Südwcsten. Der Hochdrnckkern liegt seit Samstag mehr über uns. Wir weiden westliche Winde bekommen. Dies« stammen zwar immer noch vom Nordmeere, aber immerhin doch von dem Meere, wo er nicht so kalt Ist. wie ans dem Festland«. Dt« Kälte wird also langsam nachlossen. zwar nicht so stark, daß wirklicher Tauwetter «intritt, sondern sie wird von Tag zu Tag Nachlassen. Der Wiedereintritt so starker Kälte, wie wir sie in den letzten Tagen hatten, ist in der nächsten Zeit kaum zu erwarten. Die von der Weilburger Wetterwarte angesagtc milder Witterung hat bei uns bereite eingesetzt. Heute früh zeigte - das Thermometer nur noch t Grad Kälte und ein ganz leichter Schucesall, der aber alsbald wieder aussebte, trat ein Dagegen melden andere Länder noch strenge Kälte. Die Kälte i» Belgien. Brüssel, 19. Jan. In ganz Belgien herrscht anßerordent- lickie Kälte, die Temperatur ist auf —13 Grad Celsius gesunken. Auf der Maaß treiben große EiSblöcke, sodaß die Schiffahrt fast vollständig unterbunden ist. Bei Namur sind bereits weite Strecken des Flusses zugefroren. Auch bc! Antwerpen ist die Schisfahrt bereits sehr erschwert, da zahl reich« Kanäle zugcfroren sind. Im Hafen von Antwerpen liegen gegenivärtig 300 Schisse fest. Anhaltende Kälte in Spanien. Madrid, 19. Jan. Die Kälte hält mit erbitternder Heftigkeit an. Der Sckmeefall war so staik, daß in ganz Sz>anien der Verkehr teilweise lahmgelegt ist. Ans vcrjchic denen Provinzen kommen beunrubigcnde Nachrichten. Ein. Anzahl Dörfer ist durch den Schneefall vollkonimcn von de- Außenwclt abgeschnittcn. lieber das Schicksal der Devölkr rung ist man sehr beunruhigt. Auf den Feldern bat »rai- Leichen erfrorener Arbeiter gesunden. In Madrid betrug, die Temperatur 10 Grad unter Null, in Saragossa sog,,' 19 Grad 'unter Null. jtt. tyy _ Vereinigte LandwirteM ssrtdtiprtije für Lad Homburg n. Hing. Die Aktien-Bierbrauerei in Bad-Homburg hat uns mtt- getcitt, daß sie die im Anschluß an die Preisermäßigung de» Verbandes der Brauereien zu Frankfurt a. M. ebenfalls eine Ermäßigung beim Bezug von frischen Trebern eintreten tz ssen wird und zwar einen solchen von 67 Jl v aus 62 cK für den Sud. Der Borstand. » Bad-Hamburg, 19. Ja». Die am SamStag im ..Brau- flüb'l" stattgesundenc Bezirlsvcrsamnrlung war von den Ge- nieinden Bommcrsheim. Gonzenheim, Obereschbach, Ober- urscl, Petterweil, Seulberg Stierstadt und Weißkirchen beschickt. Den Vorsitz sübrtc Herr E u l e r - Bommersheim, der sofort dem Geschäftsführer H i r s ch e l - Friedberg das Wort erteilte. Dieser warf zunächst einen Rückblick auf die Verhandlungen mit dem Frankfurter Brouereiverband und teilte mit, daß die Homburgrr Aktirn-Bicrbrauerei auf eine dabingehende Anfrage geantwortet habe, der Preis des Sudes Treber werde von 67 e Bauernstand halte in Treue zn den Männern, die berufen sind, die Geschicke des Staates zn leiten, ihnen galt sein Hoch. Begeistert stimnitc >ic Vcrsamlnng in das Hoch und ernst und getragen ertönte die feierliche Weise des „Heil Dir im Siegerkranz". Aus den folgenden Nnnimern des ProgrammcS seien nur die Vorträge des Friedberger Doppelguartetts hcrvorgehobcn. Das war ein Gesang! wie da alles klappte und zuscnnmen- wirktel Besser hätte der Dirigent, Herr Seminarlcbrer Kuhn, die Kräfte wahrlich nicht zusammensinden können, wie es hier geschehen ist. Lautlose Stille, wie in einer Kirche, Herrschte jedes Mal, so oft das Doppelquartett zu einem Vor- H-.rge anliub und schier endlos war der Beifall, mit dem den Diedern gedankt wurde. Auch durch den Vortrag humoristischer Stücke unterhielt ein Mitglied de, Toppelquartetts die Gäste aus de.s beste. Rach Beendigung des Programms trat, wie selbswerftändlich. der Tanz in seine Rechte und das junge Volk tanzte bis in die späte Nacht hinein. Aber auch die Aelteren haben sich recht gut unterhalten, so daß das Wintervergnügcn wieder einmal den besten Verlauf genommen bat. * st Friedberg, 19. Jan. Im evangelischen JüngbingS- oerein „Feierabend" gab der Vortrag: „Aus alten Friedbcr» zer Chroniken" anicbanlickie und bedeutunosvolle Bilder a»s «r»e Tageszen,^. wra«, tm IV Stsaar 1»« bewegten Zeiten. Die Unruhen de« Jahre« 1830. auf Grund schriftlicher Berichte der Zeitgenossen zeigten Zustände bedauernswertester Art. „Gepndel" oder „Luinpenvolk". wie ein Brief au» damaliger Zeit, der verlesen wurde, sich derbdrastisch ouSdriickte. kam in verschiedenen Horden aus der Gegend des vorderen Vogelsberge« in die Wetterau bis vor Friedbcrg gezogen, bedrohte Leben und Eigentum und versetzte die ganze Gegend in Schrecken, bi« die Einwohner vereint mit kräftigen Fäusten sich der Unhold« erwehrten, sodatz die später eintreffenden Soldaten wenig zu ttm fanden. Zusammenstöße der Einwohnerschaft von Friedberg, Södel, Melbach, Wölfersheim, Bingenheim, Dorheim, den beiden Florstadt u. a. Orten wurden lebendig geschildert. Hieran reihten sich, großenteils an Händen der zeitgenössischen Renß- schen Ebronik erzählt, Schilderungen au« dem 1866er Krieg: die verschiedenen Truppendurchniärsche und Einquartierungen, das Lagerlcben der Ocsterrcicher aus der Srcwiese. die Erwartung der feindlichen Preutzen, die Suche nach Spionen usw. Allgemeine Ausblicke aus die politische Entwickelung nach 1866 leiteten über auf den Krieg von 1870/71 und auf die Gründung des deutschen Reiches. Einzelbilder au» FriedbergS Mauern spiegelten die Ereignisse, die sich draußen im Feindesland obspiclten, so der Ausmarsch der Fricdbcrger Feldzugsteilnehmer, wie auch der damaligen Friedberger Garnison, die Einrichtungen zur Verpflegung der Truppendurchziige, das Eintreffen der ersten gefangenen Franzosen, die Sieges- und später die Friedensfcier die Feier dos Einzuges der zurückkehrenden Truppen, die Ge- dächtnisseiern fiir die Gefallenen. Mit der eindringlichen Mahnung zum treuen Festbalten an dem unter schweren Opfern Errungenen, schloß der gebalwollc Dortrag. ' Friedberg, ,8. Jan. Di« Brödlhenmarder sind in verschiedenen Straßen. lnrbesonder« d«i Leoichardsttaße, wieder an der Arbeit. * Friedberg,Fauerbach, 19. Jan. Der Eisenbahn-Hand- Werker- und Arbeiterverein Fricdberg hielt gestern Abend im Saale der „Loreley" eine wohlgelungcne Abend-Unterhaltung mit Kaisers-Geburtstagsfeier ab. Ansprachen, Theater und Tanz sowie Konzerfftückc der Kapelle Bäckel wechselten in bunter Reihenfolge ab. Der Abend verlief in schönster Harmonie. * Stockhrim, 19. Jan. In Gegenwart de» Kreisrats Boeckmann-Büdingen fand gestern eine gut besuchte Versammlung statt, die sich mit der Wiedereröffnung der seit sechs Jahren still liegenden Zuckerfabrik beschäftigte. Nach längeren Verhandlungen wurde ein Ausschuß gebildet, der in den Interessentenkreisen der Umgegend Umfrage halten soll, wieviel Morgen Zuckerrüben nion zur Verarbeitung bauen will. Wenn mindesten 3000 Morgen angemeldct werden. soll die Fabrik zum Herbst diese» Jahres wieder in Betrieb gesetzt werden. Der Versammlung nach zu schließen, ist die Stimmung fiir die Wiederaufnahme des Bettiebes eine durchaus günstige. Hessen Nassau. * Höchst o. M., 17. Jan. Wenn Irgendwo die so oft g«. rühmte altpreußische Sparsamkeit sich betätigt, so geschieht da, gegenwärtig denn Bau de, neuen Bahnhofsgebäude», Schlicht und streng in seinen äußeren Formen zeigt da, Bauwerk auch innen di« größt« Einfachheit, womit sich jedoch in jeder Beziehung all« prakttschen Neuerungen und Bequemlichkeiten vereinen, Die Bahnsteige werden hoch gelegt und sind für die Reisenden durch Tunnels erreichbar. Durch di« Erhöhung des gesamten Bahnlorpers fallen di« vcrtchrshindernderr lleber- gängs an der Königsteinerstraße fort. Sobald das neu« Emp- sangsgebäude vollendet ist. wird mit dem Abbruch des alten begonnen. Als Termin ist hierfür der 1. Juli d. I. in Aiissicht genommen, * Wintermanövrr. Unter Beteiligung der Garnisonen Frankfurt, Homburg, Offenbach, Wiesbaden und Mainz, fand am Donnerstag in dem Hiigesgelände zwischen Taunus lind Untermoin eine kriegsmäßige Winterselddienstübung statt. Die Kriegslage war folgende: Eine von Gießcn konunende Armee batte in Höchst a, M. die Eisenbahn ver- iassen und den Befehl erhalten, die Schtvarzbacküinic bei Hof- heim gegen eine von Mainz onmarfchierend« foindlick>e Armee zu verteidigen. In der Verteidigungsstellung standen die Jnfanterieregimcntcr 80 und 81, das 63. Artillerieregl- mrnt und zwei Schwadronen Dragoner, auf feindlicher Sette die 87. und 88.. das 27. Artiilerieregiment und mehrere Schwadronen Ulanen. Nach längeren Dorpostenvlänkeleien irberschritt di« Ostarmee den Schwarzbach und schlug den Feind bei Marrheiin »nd später bei Diedenbergen. — Die Ilcbnng stellte an die Mannschaften ganz erhebliche Anforderungen. Die Frankfurter Garnison z. B. marschierte ichon »m 6.15 Ubr früh in da» Gelände ab. Trotz der ichneidcn- den Kalte kanien nirgend» ernstere Unfälle vor. Allerdings war für die Mannschaft in besonderer Weise gesorgt worden. Jeder Soldat war mit Mantel. Handschuhen und Kopffchühcr ausgerüstet. Sodann traten die fahrbaren Feldküchen in ausgiebigster Weise in Tätigkeit. Aus dem Hin» niarsch wurde z. B. den 81ern bei Höchst Kaffee verabfolgt. Noch dem Gefecht gab es an der Ehnussee zwischen Weilbach und Hattersheim Erbsen mit Speck, ein Gericht, das allen „Kriegstrilnehnicrn" ganz ausgezeichnet mundete und an dem sich auch die Offiziere wacker gütlich taten. Selbst auf dem Rückmärsche trank man bei Höchst noch einmal Kaffee, sodaß die Kälte von den Leuten säst gar nicht enrpfunden wurde. Zuschauer fand die Uebung nur wenig: ihnen war es doch etwas zu ungemütlich dort draußen. Gegen 5 Uhr kehrten die Truppe» in ihre Standorte zurück. Eine zweite für Samstag vorgesehene Felddiensinbung wurde abgesagt, sie findet später statt. - Weiskirche». 19. Jan Dem Kreisobstbaun, wäcler Cu t> wiq Steyce dahier wurde für Foidermrg de» Obstbau«, von der Larwevittschafrskammec v- Wiesbaden ein «eldprei» «nd ein Diola» cverkanni > __ SeNe » . * j. SW ui»»» heim, 19. Jan. Der Bäcker Jakob Wolf hiei bestand vor der Prüsungskommission mit der Note „Sehr gut", * ;. Obernrsel, 19. Jan. Der hiesige Schützenverein beschloß, dl« Feier seine» 150jährigen Bestehen», verbunden mit Ivvjähiigem Jahnenjubiläum in der Zeit vom 1. bi, 9, August abzuhalten. * x Friedrichsdorf, 19. an. Am 18. d, M, scicrten die Ehe leuie Landwitt Jakob Odenweller Z. da» Fest der silbernen Hochgeil. * j. Eranaberg, 19. Jan. In den Togen dc» t., 5, und 0 Juli d, I. findtt in unserem Ott da» 1. Vereinigung»: st der Taunus Tlletteraurr Radsahrervercinigung statt. Die Avoal tung diese« großzügigen Feste, ssi dem hiesigen Radfahr. orni'i „Wanderlik be" übertragen, welch'r seine Banneriveihe. si'w! Preis Korsosahren und Dnuersatncn damit verbindet, * Geisenheim, 19, Jan. Hier geriet beim Spi : ei- vierjähriges Kind in Gefahr, aus der Wieg zn fliir.v n, du Mutter wollte es ansfangen, achtete dabei ob i nicht daraus, daß sie ein Kiiche»mesi:r :n der Hand hielt, wodurch d>: Kind am Leibe gefährlich verletzt wurde. Ans Starkrnbnrg. * Diemsiadt, 19. Jan. TaS Kriegsgericht verinieilte den FestnngSgcsangenen Pani Kühn ans Granden; »>> r.°:’ Fahnenflucht, sichen Diebstählen im Rücksalle, Urkunde» fälschnng und Mißhandlung eines Vorgesetzten, dem er mi der Faust aus« Auge schlug, zu einer Gesamtstrafe von lieber Jahren Gefängnis, Versetzung in die zweite Klasse Aber kennnng der bürgerlichen Ehrenrechte und Ausstoßung'. ans dem Heere. * Heppenheim, 19. Jon, Hier fand in der letzten Gemein, deratssitzung durch den Kreisrat v, Hahn in Heppenheim die feierliche Einführung und Verpflichtung des neuen Bürger meister», de» Postmeister» und Landiagsabg. Wiegand statt, der trotz seine» hohen Alter» und der nahezu 50 Jahre, dt« er im Posidienst hinter sich hat, da» Gemcindewesen von Heppenheim wieder auf di« alt« Höh« z» bringen sucht. Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt «ln Prasixli der Vulkan-Phonolilh Bcrtriebcg sellschast m. b. H, Hamburg, Franksutt ». M,, bet. Borberiiht juin Arauksurter j?ru.Mrll. Montag, den 19. Januar 1911. Weizen, hiesiger und Weiierauer Akk. 19.25—10.40 „ auf dem Lande abgeholt „ 19.00—19.10 Roggen, hiesiger und Wetterauer „ 16.00—16.25 .. aus dem Lande abgeholt „ 15.75—15.90 Gerste, neue „ 17.00—17.50 Hafer, hiesiger und Wetterauer . 15.50—17.00 .. kurhessischer...... 00.00- 00.60 Trockentreber Mk.—.— ikrtrridjt mm frankfnrtrr ziichnarkt. Montag, den IS. Januar 1914. Austrieb: 479 Ochsen. 69 Butten, 882 Färsen, he u. 296 Kälber, 113 Schase, 2429 Schweine. Fronkstrner Wetterbericht. Voraussage. Wolkig, vereinzelt Schneesälle. etwa« wärmer, östliche Winde. Brranlworltich s. d, Schristleitung: Oliv H i r s ch e l.Frwddcrg, für den Anzeigenteil: Karl S ch mi dt. Friedberg t. H. Druck u, Verlag d. „Reuen Tageszeitung" A .E., Friedberg i.H SttflD^crportjtnng. ! Die hiesige Gemeinde Wald-l und Feld-agd mit einem Ecdiel! von zirla 19l>0 Aiorgen (oll: Donnenuag, den 29. Januar 1911 aui dem Rathaus« dahier, nachmittags um 3 Uhr auf Weilers !) Jahre verpachte! werden. Bahnstation miiten im Jagdgebiet Austunft wirdLiedhabern jederieii bereitwilligst durch die Bürgermeisterei ettciit. SNünzenberg. 19. Januar 1911. gr-hi, b,r,!i«„t„rkl Slieiettrr,. Tag, Bür-iermeistei._ Zsilfii-Atclitr ptlcr Wrkltr friröbrrg i.^., färbrrganr 3 ’ iiifkl ititi ttm 'Jitmi,- » 9t(lU«rii»1n» 3 lBimln »» Teleron Re. LLv. SrfjoTiri.bflf Lkljllüiil««; tüllihk JJffilf. -f v ^ r.y Sonntag, 8. Februar 1914 abends 6 ühr 71 Minuten Grosser Maskenball närrisch dekorierten Saale der Loreley mit allerlei Kelustigun? Husaren-Poionaise Elotrittssrelse: InUirt) Imi. Iitkt»ukierli (0 ciz Hierzu ladet erzebenjt el: Das närrische Komite?, ! Achtung vor Nachahmung! Apotheker Dotter's Krampj mittei. laOt ej indern.'^Vhert- tatirneri öebrüucJk- Kft lÄj« uch iujti xiy-üzr beöcn f.., (len HeiitTJiai Mlirrri rtvij- Uch inallco Ap^W.-nulrae nep-Pauaon^crsweer IMJ» Niedeflazen in friedberg: Hof- Apotheki. z. Eoj-el, Hol-Apothete v Mohre*. Drorerl* »""'Wer UlllU ! tl . Lchw-rn . r>jähe. Erfolg. Flasche nur e wen» der patent gesch. Rer Dotter eingr -ranitt. Au hat ,1 75 Bfennrg *n der e . «»» tkvael c» sfrieddero. 7Jr- I- Reue Tageszeitung. Montag, de» 18. Jaguar »811. Ecite 4 E 8^88k8^^»^>»s^. Büi' die vielen Beweise, herzlicher Teilnahme, anlässlich des I linscheidens unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Grossvaters, Bruders und Onkels Herrn Friedrich Reilz sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Clotz am Grabe sagen wir unseren innigsten Dank. Wölfersheim, Bad-Nauheim, den 16. Jan. 1914. Die trauernden Hinterbliebenen: Jn deren Namen: August Steif*. Sfloeitur-Risierkaal dauert nur noch bis zum S4. Januar. "HW Benutzen Sie die Gelegenheit zum Einkauf von wirklich preiswerten Speiseseryicen, Kafleseryicen, Wascbgarniturert etc. M rin litdvn - - C ft&'ruX'Ujt -39 7 (Asiotfi'it'utfw. 39 Frankfurt a. IVB. Danksagung. Für hie herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unh |pj her iöeerbiguni meiner lieben Mutter, unserer guten Giost- ^ mutter, Schwester, Schwägerin unh Tante 1 grd. Kingmrr j sagen roh innigsten Tank. Sefonhers danken wir Herrn Delan Oith non Niever-Wöllstadt für bl« trostreichen ! Worte am (8ruhe. Dortelweil im Januar 1914. M trancrukn ^intetbliebf nrtt: Familie W lhelm Kramer August Bollmar. Holzversteigerung. In dem Gemeindewald Ober.Rosbach Distrikt Johanvecheck. kllterhegwald, Dachot.an und Jungerbusch lammt folgendes Holz zur Persteigerung: Mittwoch, den LI. Januar 1814. 14 Eichen-Stämme von 32—80 cm Durchm. und 8—10 m Länge. 15 tm Inhalt. 45 Eichen-Stämme von 14-80 cm Durchm. und 5- 10 rnLänge. 14 fm Inhalt, 9 Fichlen-Siämme uon 37—46 cm Durchm. und 14-17 m Länge. 20 fm Inhalt, 21 Fichten-Stämme nun 12—20 cm Durchm. u. 6—10 m Länge. 5 fm Inhalt, S Lärchen-Stämme oon 28—45 cm Durchm. II. 11—18 m Länge 15 tm Inhalt, 26 Lärcken-Stämme von 12-25 cm Durchm. u. 7—15 m Länge. 6 tm Inhalt. 21 rm Eichen-Scheiler, 10 rm Birken-Scheiter, 82 tm Eichen- - .. Knupp l. 34 rm Btrlen-Kuuppel, 25 rm fiiefermfinuppei, X)00 Sturt Eichen-Wellen. 1000 Stück Kiesern-Wellen, t-.OO Stuck Fichien-Wevea. Freitag, den £3. Januar 1014. 302 t,n Eichen - Knüppel. 32 Mi Buchen-Knüppel, 5000 Stück Buchen-WeUen, 30 K) Stück E chen-Wellen. Die Zusammenlunsl am ersten Tag tit vormittags 9'/- Uhr vor dein Walo am Distrikt Jeh.rnnesheck. Das Stammholz kommt SW» 11 Uhr u t «ersteigerung -Oie Su'ominemunft am zweiten Tag ist vormittags 9'/, Uhr MN v euibruch hinter dem Latzberg. Ober-Rosdach. den 16. Januar 1914. lür. Bürgermeisterei Ober-Rosbach. Di essen buch. olal-Ausverkauf wegen Ausgabe des Ladens der Firma F. Schwarz Söhne 2nh. Gg. Aildrbrandt .irklstrasse. Kietzen. Ecke Wettergasse. .r bringen zum Verlaus nur ,otide L6aren zu den äusterst -n . retten und zwar: , -1'. Liiillbril-AiiMk, ü skr, Mün!e!, Pliietots, ^!>cs, ^opcn, hosln, Spi)ti=Slnjii(}e u lidje 2 rteit«, u. ^erufnlrletber. Sowie Herren-Zemden - »..tcrho.rn, Utrichjackien ui) Hwealee«, rein wollene -Utche ». engl.fche Stoffe. Lantasic-Uleff.n! Rae bis Ende Aiärz 111«. HolzversteLgcrnng der Kristichen Kdcrförsterei Lauliach. Montag, den 23. Iannae nach Zusammeutunlt 19'-, Uhr am Eingang zum Kreuzseenerüerg von Fr-ieuseen aus. 1.) aus Dick- eilt Keeuzseeucroerg lc, 3a und 4. Buchen Rm. 451, Sck-eiter 1. und 2. Klasse, 466 Prügel 1. und 2. Klasse, 7, Stocke, 237 Aft- reiier. 1,3 Kirschdaumprugel. 2i Keeuzseenerberg 3b. Prügel Rm. ,3 Buche 2. Klasse, >,4 Fichten. 25 Fichtenstäcke. 3) Weisenau Fichten Rm. 19 Rund cheit, 2 Prügel. 36 Stöcke. 4) Altenhau Prügel Rm. 5 Eich.n. 3 Fichten, 18 Fichlenstöcke. 1.1 Eichen,ops- reiierprügcl, 1,7 Eich nnutzprügei 2 Mir. lenz iGartenp osten) Los- holz und Kohlreiser flach.mvese. Das Holz unter Rr. 2—4 wird unvor ezeint beim Feuer ai-s-ieboten. Aostvcrsteigermig. in der Fürstiichen Kderförsterei Lich. Montag, den 20. Zanuar, vormittag» 97, llh* im Sihritt U/.ttlbaii): Scheiter, rm: 930 Buchen, 4 Eichen (tunftj; Knüppel, rm: -5» Buchen, 14 Eichen, 3Nadelhol,: Stöcke, rm: 2 9 Buchen. 14 Eichen, 0 Nakelhotz l Reishotz, Wellen: 86 o Buchen, 150 Eichen, 100 Weichholz, -00 Radelhol:. 11 Hnckien-AblchuMe — ll.Srg im (41 bis 61 cm Mitielcurchmesier) .0 nn.m ge en i2 Uhr zum Aus'ebot. Sie l.egen nahe dem Srragenlreuz, es sind die Rr. 150-154. 160, 161, 180—183. Dre Zu ammenkunsr ist aus der Kreisstrahe Licki-Hattenrod an der Grenze zwischen dem surglichen und rem Hatteniöoer Wald. Dienstag, den 27. Jauimr vormittag» 07. Uhr in ren Diitrilten Franienwie e, Schm rh .tte, Kolnhäujerkopi, szuchsitrauch, Kellrrsderg und Hiler tKolnhäuier Seile): Eche er, rm: 160 Buchen, 12 Eichen, 1 'Radelho-z: Knüppel, rm: 203 B ichen, 160 Elchen, 5 Hanlaubholz, 2 Nadelholz: Stöcke rm: 85 Buchen, 41 Eichen, 6 Radelhol,: Reishrl - Bellen: 44 0 Buchen, 1890 Eichen, 1500 Weichholz. 23u0 Nadel.,ol>: davon sind Forstwellen: 1400 Buchen, 100 Eiche», 100 F chten. 75 Stück Eichen-Pj»»ei,holz — 3.53 tm, 18 Kielern {lävlctec Soe e — 19,-7 Im (2- cm Durchm. und n.eh ) 15 K esern sckiwächerer Sorte — 5,89 ira; 2 Fichie-i- bauhotz — 1.24 tm (24 cm Ducchm.i: 1t Ei hen-2erbstaiizen — 9.78 im (nördlich der Bahn. Den sein u. >. w.), 64 Fichten-Deed- stangen — 2.34 tm, 50 Fichien-Reisstangen — 6.43 tm (nahe der tzauptschnei e im Haler). Zusammenlims, ist aus der Kreisstraste Lich—Butzbach nahe dem Forsthaus Famnerie.__ Bremlho!;-Bcrsteigcrm;g. Donnerstag, den 22. 1. Btts. kommt im Nieder- Weiscler Eemeindewald, Distrikt LangscheiÄ, sollendes Holz zur Vcrsteigerunts: 170 Rin. Buchen-, 180 Rm. Eichen- Schcirer. Unter bem Eichen-Lcheii befindet 30 Rm. Werk- Holz. 21 Rm. Buchen-, 21 Rm. Eichen-, 13 Rm. Birken-, 10 Rm. Hainbuchen- und Kiefern-Knuppel, 0250 Buchen-, 5880 Eichen-, 3100 Kiesern- u:.d 400 Birken-Weilen. 131 Rm. Buchen-, 247 Rm. Eichen-Slöcke. Zusammenkunsi vormiliags 107* Uhr aus der Kreuzung des Dachsbauwegs mit der Oesschneise. Rieder-Weisel, den 14. Januar 1914 Eiohh. Bfirgetmeifteret Rieder-Weisel. Kra us grill. Ho zlitrsieigeruW. Drnnerotag. den 22. Januar 1914, vormittags 10 Uhr. weiden im Grastichen Revier Wickstaot. in den Distiilten Sitsremfie, Hardt und Haien.aht ventetgert: 24 Rm. Eichen-Scheil 37 Rm. Eichen-Kniippel 32 Rm. Eichen-Slöcke 450 Wellen Eichen-Astrei'ei 1050 Wellen Etchen-Stammreiser 109 Rm. Buchen -cheir 32 Rm. Buchen-Knöppel 48 Rm. Buchen-Siöcke 2290 Wetten Buchen-Astrei!et 650 Weite» Buchen , tammret'er 3710 Wellen gemischte Stammreiser Das Holz von der Silsremise kommr zuerst -um Atisgeoot. Zusainmenknnft an der Ridda- brüae bet Wickgadt. Assenheim. den 17. Jan. 191t. tSeäsiiche Rentlammee. , Donnerstag, den 22. J,n«ar 1914, voemtt.og, 97, Uhr werden tm Revier Beinhaeis, Dtftrilt Lberwatd, ver>ieige>t: 2 Rm. Eich.-n-Scheit 36 Rm. Etchen-Knüppel 3 0 Wellen Eichen-Ajireiser 115 Rm. Buchen-Sche.t 83 Ritt. Buchen-Knäppel 42 Rm. Buckien-Stöcke 2710 Wellen Buchen-Auresier. Zuammenlunst am Forst Haus. Asienheim, den 1.. Jan. 1914. _Gräfliche Renitammer. Aus nächste Ostern wird braver kräftiger Junge der die Bückerei erlernen nnfl, bei freier Station und Vergütung gesucht. Hathäiui Maler, Vad'Nanbcim. Schnistraste 9. Urrpachtung. Donnerstag, den 22. Januar 1914 naa.mcktaqs 2 Uhr werden im s.äorischen Saat über den Pseraeställen (Eingang von der Haagstraste) die nrchuerzeichneten zu Martini I. I«. leihsällig werdenden Psairgrundstücke aus weitete 12 Jahre össemlich meistbietend verpachtet: Gemarkung Friedberg. II Rr. 111 — 94 qm Giadgarlen, Kappusga ien, Flur IV .. 16 VIl Vtll , 17 1 4 - 61 = 179‘/ 10 6119 6827 6325 8 . 00 2876 IX X Xl XII XIII 1797, 0 = 2643 18.7„= 2254 ,80»/«-- 1657 62 - 13669 116 = 11564 163 = 366 i 203 = 7115 214 = 75.,3 3 5 = 27445 53 = 2-890 53 10 - : 219 220 22 i 239 250 2ol 7 4508 5771 3042 3940 13 >8 1376 1719 2062 8993 8 - 7116 26059’ 9 i = 1 875 XiV „ 66 -- 3351 , 67 » = 8160 XVI ,. 93 = - 3668 xv.i „ 60 = 4884 , XV,II „ 82 = 24-12 . XX „ 25 = 13274 „ 48 = 1 740 . 7d = 4782 , Lxi" 11. -- 4035 , XXII „ 4 = 8840 _ xxm „ 57 = 4 01 » XXIV „ 168 = 10736 „ XXV „ 7 = £598 „ x^’vi ” 45 9498 „ 37 = 2377 .. Acker im U.afeldchen. neuen dem Weg, da-, neben der Rauheimer Grenze, Acker tm Gtostwartsew in 2 Abi., Acker am Taubenra>n in 3 Abi., A ier tm Grostwaiiseid neben dem Armensonds südl. der Eisenbahn, daielbst nördl. der Eisenbahn. Acker an der Krummgasse, floht aus die Strahheimer Wiesen, südlich ter Bahn, cker da>elost nördlich der Bahn, aus den irandg-ubenweg, aer im Grostwarl,eld IN 5 Adt. „ „ L ch n eld n 4 Adt. in der Kesielgewan ., Acker im Lachen eld in 3 Abt. ,, ,, Strastgewann in 2 Abt. Wiese in den Lachenwiesen in 8 „ dicker die „ n 8 „ floht aus den Lachengraden. „ imKIemgalgNietd in:Ab>. Wiese im gr. S>raghetmer Grund „ ., ta.etb^r ., Acker . " Acker stoht au>" die Pstngstweide in Ab.. Acker in der I. Gewann aus die Pfin'stweise in 3 Aot. „ Anerind.Aioinusgewannin8Abt. „ Acker i:3 Grohgal.en and „ < ., „ „ in der 4. Gewann a ij die Tözseniau', Acker zwi chen dem Graben UNI Hanplw g in 3 Abt. Acker h> Flur IX Nr. 123 .. XI „ 90 „ XI „ 4 „ XI „ 150 .. XII .. 212 hinter Fauerbach neben Fr. Ka:l 3ici ei, 9(uer unter dem Städter Weg, „ obig dem Dienheimer Psad in tu Abt. Acker am Jrigang in 5 Abt. „ obig der Wiisl. n > in 7 Abi. „ an der Wünun i »e en K.Horn „ am Lausdügei neben G. Hch. Schmio. Acker obig der Rindertveio in 3 Ab!. „ aus dem grauen Stein Acker -kch.er Hand der Dorheimei Ho.,l in 4 Adl. Acker am virschenra.n in 3 Abt » .. .. » . „ an der Sauerbornshohl. Ab'. 2-364 qm Äcker am Pseisen'ack in 7 4960 , „ im LhrU ch 3441 „ Wiese unterm Halbmond 10542 „ Acker am Riedweg in 4 Abi. 13333 Acker rechts rem üiauh. Weg i» 5 Abtei.ungen. Gemarkung Friedderg, sriiher G-kftadt. Flur VI tili. 159 -- 119 8 qrn Acker Gewann S Dir. 84 in 4 Abt VI „ 123 = 2793 „ Acker an der Slraste von Oben Rosdoch nach Frietberg VI .. 121 = 943 „ Acker an der Strohe von Obeo Rosdach nach Frteooerg. Friedderg, den 8. Januar 1914. Ter evang. Kirchenvorstand. Kl. Wohnung Zimmer von einzeln. Frau gesuck.t. Osierr. an die Exp. d. 'Jl. Tgszig. Gnllanfeu Jagdhund (Grision-Riide' Belo.znung ab »geben be- Zutius Philippi, Friedderg i. K. Dieffenbachxrah; 3. gegen Pianinü-Lkllitjinon sa'i neu, preiswert zu verlausen. Wo? sagt die Exped. der Reuen Tages eirung. Kigtn und Datteln in Kifiein W. Madre Feiedberg >. H. :: Teteion '337, Minninresitrn .s X i!r. 15 Beilage zur „Vie «en Wo«!«-» deu 19. )auuar 1914. Tageszeitung £4 | 7\ 3nl|r(iunit viedenktage. 19. Januar. 1576 Hans Sachs. Poet. t. — 1H08 Fran» Theodor SfUfllfr, Kunsthistoriker, geh. fjopf vor dem Schwnryericht. 3. &$■ Frankfurt «. R., 17. Jan. Sechster Verhandlungstag. Vor Beginn der heutige» Sitzung wurden die Schuld- fiagen formuliert. — Nach Eröfsnug der Verhandlung stellte der Vorsitzende die Schuldsrage auf Mord an Vater und Mutter und den beiden Kindern, die Eventnalsrage lautet auf Mordversuch an Vater und Mutter sowie an der zweiten und dritten Frau. De» Geschworenen wurden 13 Schuldfragen vorgclget. — Nach einer kurzen Paiise begannen die Plaidapers. Der erste Vertreter der Anklage. Staatsanwaltschaftsrat Blume bezcichitete den vorliegende,, Fall als den lriniinellsten, der ein deutscl>es Gericht se b-llchältiat habe: Giftinorde seien in Deutschland selten, ein Mord mit Bakterien sei noch niemals zu verzeichnen gewesen. Dein Angeklagten wird eine ganze Reibe von Giit- korden. teils vollendeter, teils versuchter, vorgeworien. Er bat allen seinen Angehörigen »ach dem Leben getrachtet und sie znni Teil auch ermordet. DaS Motiv war lediglich Hob- knch' und das Streben, sich lästiger Vervslichtungen z» ent- ledigen. Irgend ei» zu Gunst«» Hopfs sprechendes Moment konnte nicht gesunden werden. Der Anklagevertreter schildert dann in großen Ingen dc„ Lebensgang des Aiigeklaaten und wie? darauf hin daß schon in Nicdcrböchstobt Gerüchte laut wurden, das, er seine Frau durch Gilt getötet habe. In Frankfurt versuchte er seine dritte Frau ebenfalls durch Gift aus dein Leben zu schiften. Nur den> Umstand«, daß der behandelnde Arzt de,' Verdacht der Fron, daß gegen sie ein Giftmordanschsog . rUbt worden fei, nicht wie die anderen Acrzte in das Reich der Fabel verwies, bat es die Fra» z» danlen. daß sie am Leben blieb. A,,ch die Staatsanwaltschaft babe 'ich bald da- von überwnqt, daß hier rin woblbegründeter Verdacht vor- lag und lieh Hopf foiort verhaften. Bei der Haussuchung vurrde» Botterieil und Gifte der gefährlichsten Art gefunden. Durch diese Funde >oar es inöglich, »lanlches bis dabin 'erlchseiert gewesene Krankl,eitsbild deutlich zu erkennen iiid mit Entsetze» sab man. daß der Verbrecher so viele Da-itlen zur Verfügung hatte, daß er ganz Frankfurt hätte vkrseuchen können. Unter der Wucht des BeweismaterialS bat Hopf zugegeben, die Absicht gehabt zu haben, seine Fran zu töten. Trobde,» bat er am Krankenlager der Frau den treuhesoroten Gatten gcspiett. gleichzeitig aber kaltblütig die Wirkung der Bakterienvergistung beobachtet und sich dariiber Notizen gemacht. Das ist das Säzeußlichste, waS je in einer Vcrbrecherlaukbabn vorgekonimen ist, wein etwas derartiges iizutrancn ist, dem kan» inan auch alles andere zutrgnen. Der Mordverslich an der eine» Frau brachte die Ansklärnng für die übrigen Verbrechen, es liefe sich leicht feststellen, das, die beiden anderen Frauen unter ganz ähnlichen Umständen erkrankt waren, und auch deren Lebe» hatte Hopf hoch ve»sichert. In den Leill^n der ersten und zweiten Frau ist Ars-n gefunden worden, es kan» keinem Zweifel Unterliegen, daß ihnen das Gift Von Hops beigebracht worden ist. Vr Ueit. wo Ho„s M't seinen Gillen „a„. bo,vierte, sii'd auch noch andere Personen aus seiner Umgebung gestorben und bei allen diesen Leichen fand man Gift, und zwar wieder Arsen, auch in der Asche der Mutter — der notorische Giftmischer Hops hat ihnen allen Gift bcigebkvcht. Ter zweite Vertreter der AnNage Staatoantvalt Keller ging aus die Einzelheiten der AnNage näher ein und führte zur AnNage auf Mord an der ersten Frau aus, daß zweifellos Mord vorliege und der 8 329 St. G. B. nicht in Frage komnicn könne. Der Staatsanwalt beantragte sodann den AngeNagten wegen Mordes an Vater und Mutter, an den beiden Kindern und an der ersten Frau schuldig zu sprechen, desgleichen wegen Mordversuchs an der zweiten und dritten Frau. Der Angeklagte sei einer der gesabrlich- sten Verbrecher und die Geschworenen dürsten nicht die Hand dazu bieten, das; er einmal sagen könne: Ich tue, was ich will, wo bleibt da Frankfurt und der Taunus! Nach einer kurzen Pause folgte das P l a i d o y e r de? Verteidigers, Rechtsanwalt >>e. I i n z h e i ui e r - Frankfurt a. M. Derselbe betonte, das; in diesem Falle tatsächlich nicht viel zu verteidigen sei und er würde sich in Widerspruch mit der großen Oeffentlichkeit setzen, wenn er einen Mann wie Hopf hier „verteidigen" wollte. ES sei seine Ausgabe, den Geschloorenen vor Augeii zu halteii, >vas nicht im Sinne der Anklage erwiesen sei. Der Verteidiger wies dann vor allem aus die chemische» Gutachten hin und meint«, wenn auch in allen Leichen Arsenik gefunden worden sei. sei es doch schwer zu entscheiden, ob der Angeklagte daran die Schuld trage, weil ja auch in der Erde Arsen vorhanden sch. Tie Geschworenen dürften es nicht als e»t!ll>eidend brtrallv ten, daß in der Asche der in Offeubach verbrannte» Mutter des Angeklagten ebenfalls Arsenik gesunden wurde, dran das sei der erste wissenschaftlich erwiesene Fall, ruid auch hier liege irgend welche Gewißheit nicht vor. Bei den dem Angeklagten zur Last gelegten Verbreclren lassen sich drei deul- liche Gruppen unterscheiden: Tie Gruppe des Vater- und Mutterinordes, in welcher dem Angeklagten garnichts »ach- gewiesen sei: sodann die Gruppe der Kinder, >vo zivar eine »ach dem Gutachten der Sachverstäudigeu eine Arjenikver- giftung vorlicgcn könne, wo aber ebensogut andere Krant- heits- bezw. Todesursachen uiögliru wären, abgeseheu davon, daß der Angeklagte das Arsen auch erst nach dem Tode der .Kinder in deren Körper gebracht haben töune: die dritte Gruppe sei die der Frauen. Zinn Falte der dritten Frau habe er nichts anzukübre», auch nicht bezüglich der zweiten Fia». als liier büchslenS de» Wuitsiü. daß die Menschen, die dar» beteiligt sind, die innere Kraft gewinnen mögen, dis waS hier geschehen ist. .dein Angeklagte» zu verzeihen. Bei der ersten Fran sei es möglich, daß das Darmgeschwür selbst- siändig entstanden sei, sicher sei. daß Hops seiner Frau Arsenik gegeben habe, »lid es wäre sohin nur die Frage ans Mordversuch zu bejahen. Der Verteidiger beantragt sodann die Fragen auf Vater- Mutter- und zweisachen Kin- deSinordes zu verneinen, die Frage nach Mordversuch bei den drei Frauen 311 bejahen, und eventuell bei der eiste» Frau die Frage aus Griuid des 8 329 Abs. 2 zu bejahen, Ter Angeklagte ertlärt, ans wiederholte Frage des Vorsitzenden in festem Tone, daß er nicht» weiter zu sagen habe. Nach andertbalbstündiger Beratung wurde der Waürivrulh der Gkichnvrenen verkündet, welche die Schnldsragc nach Mord und Mordverslich an den Eltern sowie di- Frage nach Mord an den Kj». dir» verneinten, dagegen die Schnldsrage »ach -Mord an der cisien Frau, den Mordversuch an der zweiten und drillen Fran und den beiden Kindern bejahten. Ter Angeklagte blieb bei Verkündigung des Wabr- sprnches der Geschworenen ganz ruhig, nur sein htzcsicht wurde »», eine Rüance blässer. Ter Antrag de« Staatsanwalt» lautete hieraus wegen Mordes an der ersten Fran ans Todesstrase, wegen vier Mordversuclwn an den anderen Personen für jeden Fall aus die Höchststrafe von lä Jahren Zuchthau,' ziisanniicnzuziehen in eine- Gesaintzuchlbausstrase von 12 Jahren. Nach kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende, Land- gerichtsdirektor Hoffman n folgende» Urteil: Der Angeklagte ist schuldig de« Mord,» a» seiner ersten Frau und wird d.-halb zum Tode vrrnrtrill. Ferner ist er schuldig des Mordversuches an den beiden Kindern, sowie an seiner zweiten und drillen Fran und wird deshalb zu einer Ge sa „1 t fl ra se von fünfzehn Jahren Zuchthaus, dauernden Verlust der bürgerlichen Eören- rechle und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt Pir Krupp-Wirt vor )rm Obkrkrikgsmicht. S u V Berlin, IN Januar. Die vielbesprochen« Kriipp-Asfäre, bi« im Spätsommer v. I weit über die deulsch:» (sir-iiz-n hinaus riesige» Aufsehen erlegt bat und deie» gerilhclicl,« Eröeteiung Nicht NU, Ni Ber lin fast dm ausschließlich:» T,:jpiächsst°si bildete. geta„gi> heul« vor dem Ober?rl«g»gerlch, der Derllncr Kommando»!., zur cinrilte» Verhandlung. Am !>. August v. I. waren vor dem Krlcgsgerich: nach z- tiiglg:r Veidanblung b«r Zeugleutnant Adolf Ttllan von der Munlltoaesoirik in Spandau, der Z ugleulnoiit Schleuder von dem Aiiillericdepot in Tolllenz, per Z-urleutnan, Emil ftlnst rai, der Munitionsfabrik in Spandau, d«r Feucriveikel Schmidt vam Artillericdepol der Feldzeugmciftriei, der früher« Zeugfeldwcbel und jetzige Deaml« der Firma Krupp Richard Diäse, der Zeugleutnanl Artur siege vo» d«i Munitlonsfabilt in Spandau und der Obcrintendantursckretär Pseisscr von dem preußischen Kriegsmlnislerium wegen passiver Bestechung. Verrat» militärische, (tzeheimnisie und milttäriichen Ilngehorlom» teil» mil Eesäiigmsstrase» und Dienstentlassung, «eil» mit Festungshaft und Degradation bestraft wurden. Tiegen das Urteil hat sowohl der G-richtsh rr al» kenntliche klein« ltzeldzuwendungcn nicht dl« B-deulung »an Bcstechungogeldern besitzen, sondern lediglich «ine Entschädig Ui'.g fü: aufgewandl« Zeit b beule». Des weiteren beilreilea die Angellagien, durch ihr« Mitteilungen an den srüh.-cen Bürovorsteher der Firma Krupp i» Berlin Maximilian Rr„.,ü> d!« Gefahr hervorgerufen zu haben, daß da, Dculsch R:l I durch Preiserböbun-aen Gr Krleasntakerlvl mateeleN » lllllld- Znm 9fluyeisen. Roman von M. P r i g g e - B r 0 0 k. „Zum Pflugeisen", hatte der Erbauer, Jobst Heiinich Sobald da§ al'e Hau? geuannt, das mit seiner stattlichen Fiont unb der breiten Freitreppe, die zu beiden Seiten in einen Beischlag endete, den Marktplatz der sächsischen Hin- delsstat bederrschte. Ein in Stein gemeißeltes Pllnaeiwn, da» Wabe,eichen des Geschlechts, prang!« über der Haustür. „Znm Pflnaeiien" Ins man ans dein großen weisicn F'n",o„. kchisd. dos die Jahrhunderte überdauert. Z» beiden Seite» des Schildes war die Jahreszahl sechzehnbundertzweitiud. fünfzig einaemeißelt. Zuzeiten hotten sell'ante Gewürze, herrliche Seidenst'lse eln kostbares Ra»ll>wer' die Gewölbe gesüllt, in den -Kellern sggert-n Füller edlen Weines. Ans dem Hole trieb sich die Schar der Aullader und Guechte vmder. die die bochl-ekadenen Frechtwageu weit in M« Lande süb-t-u. Vom Vllugeise» aus ging der Ge- kchof'-abetrieb über zwei Erdteile. OltmalS im Lause der Zeiten Wells eite das alle Hans keiuen Besitzer. Immer solote der Sohn deni Vater, ein Jchsk Heinrich Sebald dem anderen. Dann kam die teuer Zeit über die Lande. Navoseon? L-and lastete schtver ans dem deutschen Volk, Handel und Wandel stellten. Im Pflugellen verstand man die Zeit und wußte sich z» schicken. An Stelle der tenren Scidenstofte und seltenen Gewürze, für die niemand Geld ansgab, nabm Lebst Heinrich Sebalb die notwendigsten Lebensmittel zum ! . Kauf: ober als viele Jahre später die Eisenbahn das Land Zirll'.zgg, waren die Seba'd Besitzer des schwnngballesten k-assce- und Teeimpordaeschälles a»f 2>keilen in der Runde. KNircn sie vorher wohlhabend zu nennen, so gelangten sie Eztzt ->i siwschtiimern. Der Firmcniubabcr gina den Duellen des Handels nach, detriste Südamerika »nd schloß günstige Verträge mit den lpe: llren Dkankaaenbelltzern ab. die ibm deren lernte auf Jahre sicherten. Er batte nach seiner Heimkehr das cr- h.bende Gefühl, de» Tee- und .tcasfeetiandel monopolisiert zu haben. Der Fünkundvierzigjährige b-iratille nach seiner Wie- der-ebr, sonst hätte ec wobl auch seine» Plan, nach Cbina zu rtisen, nach zur Ausllibrung aedracht. Sa hielt isiu die snuae ktzattin, und als »all, J-zbreslrist ein l^rbe eintraf, da hätte [■.fr r»^ f^rto ’lnnlit. Er fünfte sich glück'-ch b-ü den Seinen t,»d nur fein Freund und Arbcilcgenofle. Esi'eis, wußte, d-ß die imtcr- hliebene Reife ein Herzenswunim J ''st S-.ha'ds gewesen. Noch seinem Ebet war EsilerS d-e Hauptperlan in deni Pllugeifeii. Ikebrigens ein Sonderling, mehr Freund als Untergebener. Als Junge batte er die Vol'slchu!» niit Jobst Heinrich besucht und war ihm slüst-r aus die D'-mlchuIe und v'ch fl-utcr in die Lebte i»> vat"r!ich-n Geschäft getolgt. A's Sebald seine Reise antrat, arbeiteten die Freunde unter den Augen des alten Herrn. Leider starb dieser, l ibeevd 5-.- ^asi» t--'b«u war. Der kebrte Heini :»id war froh, de» Fce-vd zu lii d-n, der treulich alle Laste» und Sorgen >:üi ibm trug. Eblers hatte nicht geheiratet. Seine unasückliche Figur ker war etwas verwachsen) hielt ihn ab. Daliir war er den Sebildllchen Kindern der nachsichtigste Onkc! »nd t- - au'-'cht> ' V-resirer der Fran. die ihn mit zur Farnil' - zäsille. Oie Sebalds lebten musterhaft. Man fühlte sich wobl in tf) r ciu Kreise, zu dem Eblers fraglos gezählt wurde. T -- große Haus, dessen untere Räume vvni Gc-chält völlig in Anspruch geuvuimen wurden, war oben höchst behaglich, Heber die breite, vom Alter nachgedunkelte Eichentrcppe. deren geschnitztes Geländer seltsame Ticrsignreu zeigte, gelangte man auf die mit ungeheurer Raumverschwendung angelegte Diele. Urvätcrbausrat stand dort umber. geschnitzte Truhen, ebensolche Banke mit plumpen Füßen, ein Tisch, den zwei Männer kaum von der Stelle beweaten. Riesige Geweihe von Elch, Hirsch mid Reh zierten die Wände, die faibige» Feustc-rscheibe» versairdien niattes Lcht: sämtliche Türen de:- Lbersiockes mündeten aus die Diele. Tie Mitte der Front nahm der Prunklaal, ein Viersen- fteriges Gemach mit Seidentapete» und Rokakomöbelu ein. Hier hingen die Bisdnisse der Ahnen der Sebalds an der Wand, — ernste Männer mit klugem Gesillit, anmutige Finnen in seidenen Gewändern. Alles in ollem eine stattliche Zahl. Tie Sebalds waren stolz auf ihre Familie und hotte» Grund dazu. Seine» kleine» Sahn an der Hand, durchschritt Jobst Heinrich Sebald Sonntags den raten Saul lind erzählte dem Kleinen die Geschichte seiner Abneu. Da lvor der erste Jobst Heinrich: er hatte da? Ptlug- eisen gebaut. Ein stolz blickender Herr in der Tracht seiner Zeit. Im Hintergrund des Bilde? halte der stllaler das Pfliigeisen angebracht, das Wahrzeichen des Geschlechts. Reben ifim ding Jobst der Zweite, der in Venedig gewesen. Von ihm stammte der kostbare Kconsimchter und die bnnt- farbigen Gläser in der Vitrine. Der Tritte trug die Tracht und Amts'cttc der regierenden Bürgermeister Jobst Heinrich der Vierte halte die Schrecken der sranzöiisllvn Revclln- tion erlebt: er war gerade in Paris, als man die erste» Adligen ansknsipstc. T"n Eindruck habe er nie verwunden, erzählte Jobst seinem Sohn. Ihm folgte i» der Reibe des jetzigen Besitzers Vater. Sein gütiges lkelicht fab citf den Enkel herab. „Wenn er Dich nach erlebt i olle", pflegte Jobst Sebald zu fugen. „Wie glücklich halle ihn das gemacht'" Nächst diese» Sonnlags- crzäblunae,, l-örte der junge Jobst Heinrich nichts lieber, als wtnn sein V'ter von seinen Reifen sprach. Er konule IierrT : ' erzählen. Tie Pracht des Südens ging dem .unzb-n an' Aber mehr noch als das, was der Valor wirklich erleb-' ! gischen, interessierte den Sohn, wns ibm versagt geblieben Das Zanbcrland Ebina nahm in de.- Junge» »to -c - in großen Raum ein. Vorstellungen von ungisieucRc-ll' tümern und iinbelchiuiiklcr Macht stiegen ui itziu c■ Rr. IS rocrbe. Außerdem erachten dl« Angeklagten «ln« Verletzung des Spionageg-efetzes nicht für notwendig, weil fl« nicht an- nahmeck, datz di« Mitteib/.ngen, die sie ihrem früheren Kameraden Brandt machten, irgendwie Mt Kenntnis einer dritten Macht gelangen würden, Di« Verhandlungen wurden unter Ausschluß der Oeffenb- lichkeit geführt. In der Beweisaufnahme stellte der Oberintendantursekretär Pfeiffer entschieden in Abrede, dem Brandt jemals Nachrichten aus dem Kriogsministermm übermittelt zu haben, Brandt habe für ihn einigemal« geringfügige Zechen von 1—2 Mark b.zahlt und als er einmal davon sprach, daß er infolge mißlicher Familienverhältniffe ein« Unterstutzungskoffe in Anspruch nehmen nrüsi«, ihm zu Weihnachten 1988 hundett Matt für feine Kinder geschickt, Brandt habe ihm auf seine Frage ausdrücklich gesagt, er wolle von ihm keinen Gegendienst, auch keine Nachrichten, denn der Ehrenschild der Firma Krupp muff: rein bheiben. Der Gedanke, daß Brandt iregndwelche geheime Zweck« verfolgen könne, fei ihm nicht gttommen, auch nicht, als solche Einladungen, dt, übrigen» auf offenen Post karten erfolgten, häufiger wurden. Brandt habe das Geschenk von 100 Mark int übrigen damit motiviert, daß er selbst „eine Bombengratifikation erhalten habe", an der sein Freund nnd ehemaliger Kamerad Pfeiffer auch Teil haben soll«. Pseifser behauptet entschieden, er habe den Eindruck gehabt, als wenn Brande auf arlillettstifchem Gebiet viel mehl beschlagen sei als cr selber und schon aus diesem Grund« habe er dem Brandt nichts erzählt, was mit dienstlichen Dingen zusammenhing, und auch keinerlei solch« Andeutungen gemacht, E, sei gänzlich ausgeschlosien, daß cr di« sog, „einzige unterirdische Quelle des Kriegsministeriums gewesen sei. Auch Etatsauszüge habe er dem Brandt niemals geliefert. Der zweite Angeklagte Zeugleutnant Hog« erzählt zunächst, wie er mit Brandt bekannt wurde. Aus seinen Gesprächen mit ihm habe er entnommen, dah Brandt eine ausgedehnte Kenntnis von verschiedenen die Landesverteidigung betreffenden Fragen besitze, und das habe ihn verleitet, aus seiner Reserve herauszugehen und seinerseits dem Brandt einige Mitteilungen zu machen, allerdings nur aus Freundschaft, denn erhalten Hab« er toftir garnichts. Das Darlehen von 1000 Mark, das ihm Brandt einmal gegeben Hab«, habe er demselben baldigst wieder znrückbizahlt, Aus den Gesprächen habe er entnommen, daß Brandt elgenltich mehr wisse als er selber. Der Zeuge jagt, er sei der Meinung gewesen, daß hinsichtlich der Mattne e, für Krupp gar kein« Geheimnisse gebe. Im ähnlichen Sinne spricht sich der Angeklagte Schmidt aus. Die Verhandlung dauert sott. Zu der Verhandlung gegen den Zeirgleuinant Tilran und Genossen vor dem Oberkriegsgettcht am Samstag ist auch die Frau des früheren Kruppschen Bürovorstehers Brandt geladen und erschienen, T i l i a n bekundet, datz «r sich »ach wiederholten Zusam- menlünsten mit Brandt Hab« verleiten lasten, diesem Mittei. lungen über die Preise der Konkurrenz zu machen, Bargeld Hab« er, entgegen der Versicherung des Brandt, von diesem niemals erhalten. Landesverrat sei in seinen Mitteilungen nicht zu erblicken »nd das Reich habe von denselben keinen Schaden gehabt, Zeuzleutnant Schleuder glbt zu, Brandt ab und zu einige Mitteilungen, die aber nichts Neues bettoffen hätten, gemacht zu haben; Brandt habe ihm in 3 bi; 1 Monaten Be. träge von Ist oder 28 Matt gegeben, Frau Brandt erklärt, ihr Mann habe Pfeiffer ab und zu cingeladen, ihm auch wohl einmal Karten für ein Theater gegeben und ihm für seine Kinder zu Weihnachten aus ihren Vorschlag Geld gegeben; Bestechungen seien aber nie vorgekommen, Die Zeugin ettlätt es für ausgeschlosien, daß ihr Mann beeinflußt worden sei, für die Zeugin erklärt günstig auszu. sage», eit seine« Anfall leide ihr Mann a» Gedächtnis, schwäch«. Polizeirat Koch gibt AuffWuß über die Maßnahmen, die zur Ueb-rwachung des Berliner Büros der Firma Krupp getroffen wurden, sowie Über die Veranlastnng hierzu. Di« Verhandaug geht am Montag weiter. (TntfiüSunnrn aus der fjonipbuflnf. €. u. §. «erden (Aller), 15. Ja*. Ti« wetteren Verhandlungen in dem großen Honigproz ß, der die erste Slraskammer des hiesigen Landgerichts feit Man- poiin Oheim EsilerS vor den gelben Teufeln warnte, die alle Fremden wie Sünde Haffen, schsitteltte der Kleine zweifelnd den Kopf. Lein Vater wäre doch zu ihnen gegangen, wenn er nur gekonnt hätte, lind wen» er, der Knabe, erst groß wäre, würde er cs tun, Jahre vergingen. Aus dem kleinen Jobst wurde ein großer, der die Toinfchnle nnd sogar ein Universitätsjahr ltinicr sich hatte. Dann trat er in ein befreundetes Geschäft in Hamburg ein, erlernte die Handlung und kehrte 2-tjährig -ns Pslugeisen zurück. Seine einzige Schivester heiratet den regierenden Bür- zermeistcr der Stadt. Die Hochzeit wurde mit großen. Ge- prange gefeiert, da die Harts wie die Sebalds zu den Patri- >iern gehörten. Noch imnier waren die Hochzintsglocken nicht verhallt, als schon die Toteng'ocken sie ablösten. Der Würger Tod zog in die Stadt, ihm voraus seine Helferin, die Cholera, Wer fliehen konnte, floh, Ter Magistrat schloß die Tore und ließ niemanden ein noch ans. Die Seuche verbreitete sich. Unter den Opfern, die sie forderte, befand sich Jobst Sebalds der von Flucht nichts halte wissen wollen. Er stellte in, Gegenteil seine Kraft in den Dienst der Vaterstadt, pflegte die Kranken, begrub die Toten, bis er selbst erkrankte. Seine Fra,, folgte ihm nach wenigen Tagen, der Sohn blieb allein iuliicl lFoilsetzung folgt). Reue Tageszeitung. Montag, oen in. Januar iui« tag beschäftigt, brachte ein« Erörterung der Handrlsgebräi-che im Bettehr mit Honig, wobei ein« Reihe interessanten Tatsachen sestgestellt wurde, aus die wir noch z-urückkommen. Zunächst fei heivorgchoben, daß angesichts der Aufklärung, welche der Prozeh erbracht Hai, der Verteidiger des Anzeklaz- ten Redakteur Kuchenmüllei von der „Imker,zeitiu.g",• Rechtsanwalt Rof«irfeld (Berlin), sich veranlaßt sah, namens feines Mandanten zu Gunsten des als Nebenkläger austretenden Di- rettors der staatlichen Nahrungsmittelanstalt Geh, Rezttrnngs- rats Dr. Juckenack folgende Erklärung zu Protokoll zu geben: „Ich erkläre hiermit, daß ich gegen Prof, Dr. uckenack niemals Len Vorwurf oder Verdacht Hab« ausfprschen wollen, daß er seitens des Direttors Winkel,nanu Geschenk« oder Vorteil« irgendwelcher Att erhalten Hai, noch durch Geschenke oder sonst In einer Weise dahin beeinflußt wurde, im Interest« des Herrn Winkelniann Gutachten zu Gunsten des Herrn Winkelmam, in bewußter Weise abzugeben, Di« Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer hat auch ergebe», daß niemals eine folche Beetn- flustung Prof, Juckenacks in irgendeiner West« stattgefunden hat. Ich habe auch niemals in Zeitungen oder Druckschriften «inen meiner obigen Erklärung entgegensteheuden Standpunkt vertreten und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Soweit Prof, Iuckenack aus meinen Vertcidigungsschristsätzen, Brief- schrciben ufto. den Vorwurf der Bestechung oder Parteilichkeit eiitnomme» hat, sprich- ich Herrn Iuckenack gegenüber mein Bedauern aus. Ich verpfichtc mich weiterhin, diese Erklärung in der .Zmperzeitung" ohne jeden weiteren Zusatz zu veröffentlichen." Zrof, Iuckenack erklärt, Laß er zunächst die Zustimmung stilles Chefs des Polizeipräsidenten v, Iagow zu dem Vergleich, den er übrigens selbst anregen wollte, einhole» müsse. Der Gerichtshof beschließt, dem Polizeipräsidenten eine be- glaubigtt Abschrift zu schicken u-nd anzufragen, ob er Li« Erlaubnis zu dem Vergleich gebe, Zeuge Krimiiialkommlstar Forst (Hamburg): Ich habe an vielen Houigfäffchungsprozesten mitgearbeitet. Im Falle Dichmann, auch einem Fäffcherprozrß, schien mir der Ango- klagie Redakteur Kuchenmüller di« Rolle des Begünftigemrr zu spielen. Wen ich ihn damals in Hamburg gehabt hätte, würde ich keine Bedenken getragen haben, ihn «inzusteckcn. Wir haben zunächst geglaubt, daß Kuchenmüller die Interessen der Imker wahrt; nach meiner Meinung hat er aber nur die Interessen der Fälscher vertreten. Einige Arbeiter, die im Streit von Winkclmann geschieden sind, machen Mitteilungen über angebliche llnsaubrrkeiten im Bettieb« der Firma. So seien in den Zementboitichen, die d >, Kunsthonig enthielten, tote Natten gefunden worden, Winkelmann: Es läßt sich nicht vermeinen, daß Tiere in di« Bottiche fallen. Dann aber wird der Honig um die Tiere herum vernichtet. Ebenso macht man es bei einer Wurst, die angenagt ist. Man schneidet die angenagte Stelle einfach sort. Geh, Rat Dr, Iuckenack beftättgt, daß Liese Präzis nicht zu beanstanden sei, Importeur Dittmann gibt als Zeug« Auslunft über ausländische Honigpreise, Er bestätigt die Behauptung des Neben- Itägers Winkel,nann, daß die niedrigste Notierung für Havan- nahonig 18 Mark pro Zcnttier betrug, Fälschungen in Uebor- reste seien so gut wie ausgeschlesstn, da sic nicht rentabel sein würden. Der Zeuge kaust dirett in Havanna und Domingo, die dortigen Honig« seien echte Naturhoiilge, Von einem Zeugen wird betont, daß Kuchenmüller zweifellos Verdienst« um die Imkerei sich erworben habe, Oberjnsttzfttreiär Zimmermonn (FrciLurg) erklärt, sich oft gewundert zu haben, daß Kuchenmüller solche Opfer bringe, Lehrer Knocke (Hannover), der Geschäftsführer des Bie- nenwirtfachftlichcn Zcntralvereins, erklärt, daß d!« Honigge- winnung im Betrieb des NebcnNögers im allgemeinen der Methode üt Imker entspricht, E; komme allerdings vor, daß Honiggroßhandlungen Waren zum Verkauf bringen, die mit Sand, toten Bienen, Chitinhäutti, »sw .verunreinigt fei. Ein« Erwärmung des Zuckers auf 78 Grad hält der Sachverständige für unangebracht, weil dadurch der Zucker in Caramel übergeführt werde und der Honig nach Caramel schmecke. Sachverständiger Zimmerman» (Freiburg) meint, daß d«r ausländische Honig, bei dem fede Kontrolle fehlt, nur als Schmelz- oder Prrßhcnig angefvroch«,, werden darf. Solche Ware ist und bleibt minderwertig i:r& darf nicht als Naturhonig in den Verkehr gebracht werden. Die Schlußoerhondlung wurde auf Montag, den 18, d M, vertag,-. Ans Äeiinat * Ober Secmcii, 1!>, Jan, Als abends der 2t,Ycfuuu- beiter Hofmaim, von hier, nm Geleise entlang ging, um die Sigiiallaternc anznbringen, tan, plötzlich der Schneepflug angebraust, dein Hosniai», durch den zu beide» Seiten auf- geschichteten Schnee nicht auswrichen konnte. Nur dein wach, fanicn Auge des Maschinenfübrers ist es zu verdanken, daß Hpfman dem sicheren ochde entging, * Frankfurt n. 31!., ID. Jan. Großes Aussehen erregt in der ganzen Gegend von Alzenau die erfolgte Verhaftung des in guten Verhäliuissc» lebende» Spengler»,eisters Peter Tboma von Alzenau. Tboma stellt im Verdacht, mit einer Diebesbande, die umfangreiche Brillantdiebst.ähle in Frankfurt a. M, auSgcführt bat. in Verbindung z» stehen. Auch soll bereits verschiedenes belastendes Material gefunden worden sein. Ueber den Diebstahl selbst berichteten wir bereits schon am Samstag. Aus Siarkcnburn. * Offenbach a. M., 18. Jan, Im hi jigei, Krankenhaus« ist der 23 Jahre alte Ra,Vierer Karl Koch gestorben, den am Donnerstag beide Beine überfahren wurden, fodaß eines der. selben ampnticrt werden muhte, * Kelsterbach, 13. Ja». Di« Staaisan waltschaft Darmftadt «Näht zu dem Leichenfund in Kelsterbach vom 18 , d, M, «in erneutes Aiisschreiben, noch welchem die Leiche fchon einige Wochen im Waste: gelegen hat, sodaß sie unkenntlich ist, da sie sehr -"tliellt ist Sic war 1.85 Meier aroß, korvulent, etwa 28—38 und war bekleidet mit grouwollenem Costiimrock, weiße Sttcke- reiblufe, sch,varzen fast neuen Ledcifiiefeln mit hohen Absätzen, schwarzwollenen Strümpfen, blauem Halsbändchen mit goldener Vorstecknadel und blauen, Stein, sowie langer Blusennadel, i» den Ohren hatte sie: Ohrschräubchen mit runden weiß:,, unechten Perlen. Die bett, Person dürste dem Kellnerinnen- oder einem ähnlichen Beruf« angehört haben. Die Reite der Kleidungsstücke liegen bei der Gr, Bürgermeisterei in Kktsterbach. die Schmucksachen und das Halsbindche» bei der Staatsanwaltschaft in Darmsiabi zur Einsicht bereit. Die Siaatsauwait- ktjaft nimmt Mitteilung, w lche zur Sache irgend etwas von Bedeutung und Auftlärung über die Person oder die Todes- ursachc Mitteilen können, entgegen, * Aus bcm Nodgau, 19. Jan. In einigen Gemeinden des Rodgaucs lritt die Tiphterie immer häufiger ans ,-nd hat auch schon mehrere Opfer gefordert. * Heppenheim, 19 . Ion, Als im Oktober v, I, die Stiftung des Oberlandesgerichtsralcs H ß. eines geborene» Heo- penheimers, der seiner Vaterstadt zu Schulzwecken etwa 45 WO Matt vermacht hatte, «ine neue Nechnsrin crhi.lt, welche anstelle des Bürgermeisters die Verwaltung übernehmen lallte, stellt« sich alsbald ein namhafter Fehlbetrag heraus und als es im September an die Revision ging, bei welcher ein Soch-ver- ständigcr den Staatsonwalt unterstützen sollte, war der Bürgermeister Kohl aus Heppenheim, den man allgemein fiir einen gutsituierten Mann hielt, der erst im Jahr« 191 1 mit grrtz.r Mehrheit gewählt worden war, oerichwunden. Man kam nun rasch dahinter, daß er viele Verpflichtungen hatte und war K, rasch „ach London gereist, um sich von einem vermögenden Heg- penheimer den Fehtbetrag in b.r Heß-Stiftung zu beschaffe» Dies gelang ihm aber „ich! und kam er daher nach einigen Togen wieder zurück, wohnte einig« Tage bei einem gute,- Be- kane.ten, der Polizeibeamter ist und wurde dann eines Tages von der Polizei festgenommen, als er angeblich beabsichtig;», sich frlbst zu stellen. Es stellt« sich dann heraus, daß er zunächst etwa zirla Alk, 2888 aus der Heß tiftung genommen hatte, um den schon einige Jahre in der von ihm verwalteten Weile, Stiftung cuiwendelettn Betrag von Mt. 2886 zu decken, El hat dann w-iter bis zu Mk, 25 888 nach und nach aus der Heß- Stiftung entnommen und für sich verwende!. Weiter hat ei eine» für «ine BerficherungsentjchSdigung gelegentlich eine, Brandes für die Gemeinde eingenommen« Summ» von Mott 488 für sich verbraucht. Es stellte sich dann heraus, daß K zwar selbst f-hr solid gelebt, aber durch Aufwendungen für ei nen erwachsenen Sohn, fowi« für Bürgschafirn für Verwandtt usw, große Verlu-st« erlitten halte, K. ist vor der Strafkani. wer in Darmstadt in vollem Umfange geständig, was ihn! mildernd angerechnet wird, dagegen muß der grctze Vertrauens, nnßbruch, den er als Bear-Iler begangen hat, straferhöhend in Betracht gezogen werden und wird er zu 3 Jahren Gelang»,« verurteilt, wovon ihm 2 Monate und 2 Wochen Untersuchungshaft angerechnet werden. zriirs bericht vom >7. Januar 1914 der Mitteldeutschen Crcditlianlr Aktienkapital u. Reserve» M. 78 888888 gegründet 1856. Franisurter Vors«. 4"/« Reichs ailkeihe 37-7. 3'/. 3*/» Preuß. CousolS 4% Hessen 3h,*/, „ 37. 4°/, Oesterr. Goldrente 88.49 . 4 „ Sttberrente-- 4 7, Ungar. Goidrenle 84.— 3 „ „ Krvneurente 82.10 3 „ Portugiesen Serie I 62 — 98.—' 85 49 75 70 85.50 75.M 97 75 8319 7 3.25 4 '/>•/• Russen D. 4°/„ . „ 4'/,% Japaner 4 J / 0 Türken von 4 /.Administr. Türke» Türkenloofe M. til 64.— 1905 98.70 1902 39.70 90.— 1903 85 50 77.50 170.— 1Grieche» v. !890 —.— 17.7» Monopol-blriech. —.— 8% Aucu.-Aie.Pr. «nl.--- 3°/,» Silber-M«;iioner 39.89 4>,,<- Mex. Irrig, Anl. 4>/,»,„ Chinese» Buderus E.-W. 2ict. Schmi. Ekeilr. E-s. „ 65.— „ 99.80 . 119.— „ 1,4.90 „ Cschweiler Bergw. Bochum« Guststaht „ 221.75 21825 Gei euIlrch.-Bcrgw.7lkt. 191. 5 ..... *—„r—.. ,7 i\ " 177.0 13.2. ns .5; 156 25 ns.’/,; 117.75 250.50 250 .5 I 825 15 > 7. Berliner Handets Bnt. Deutsche Baut 'Akt. Disk. Koumiattdit Ant. Dreodne, 'Baut Akt. Pei.Int.Handelsd.Akt. 263 50 Russ.'Banl s. a.Hond.A. 160.25 Echaumng E. B. Akt. 128 . 0 , Baltin,ore u. Ohio 92 58 Canadn Pacisic 2,kt. 2167 5 Priuce.Henri E. ckl.lttt. 156 Türkeniooso M. 16 5 Harpe,>cr Bergbau Hnnibg. Amt. Pak. „ Rorbd. Ltoqo „ Berliner NandetS Aut Aittteld. Ereditb. Akt Taruistädt. Bank „ Deutsch« Bant „ Deutsch.AjiatischeBanI 1l .50 Dislouto liomm. Ant. 188 Dresdner Bank Akt. 153 25 Lest. Creditanst. Akt. ttoinbarden „ Dtsch-Uberiee C.G., Oesterr.Sluasbahn, Höchst. Faid,verte „ Che,». Fadr. Albert „ Rütgersiverte „ Steana Utoinana „ Phönix Bergb. Griesheim Clektton „ ZeUstotz Waldhvf „ Holzverkohtiings-Jnd. 311.75 Laura hüte „ 150215 Privatdiskont „ 3.25 Lende,hj: behauptet. Berliner Bör,e. Hohenlohewcrke Ak:. 131 7, Deulsch-Luxemb. -a.Akt. 135.75 Laurahülte Alt. 1u4 7, Obcrich,c,,cr 's. Akr. 88.'/, Phönix Bergbau 'Akt. 238 .,2 Aomöachci Hülle „ 1-6.7» Geilenkirchen Bergw. Ä. 192.— Hurpener Bergbau Lkt. 17 50 Allg.Eiek.Geseüjch. AN. 238.25 Siemens u. Ha,skeAlr. 21t »0 Tendenz; behauptet. 203 - 168.— 153.>„ 629 — 4 0 — 194 40 148 — 2.SHA, 251 — .24.— Atchilon Topcka Southern Pacifik Ehicago Roa Bsl. Misi.Kam. u.Tez.R. Union Pacific. U. S. Steel Common Lou-sner Bär,c. Doli. 99.'/, 86.'/. 15.— 22 .- 102.50 64.75 Amnigamatcd Copp. Toll. ChariercS Company Lstr. Ca,,ranü Propl,c,ary „ Goiosleids Rand Atines De Bsers Con oiid 76.'/, t-.liu 2 . , 2.0 16 ?/, Die Depofilettkalle Friedberg i. f), empfieht, sich zur Terinlttluni; aller bankiniisslfjen Sesol, An- und Veriau, von Wertpapieren an alle» Vöron. Errichtung lauienderRechnungen und vro»>fi«ns,reicc Umwechslung von Coupons und Sötte». Annahme von offenen und ver chlofisnen Depots Entgegennahme oeriinslichcr Epar-Cin ,.aen