i. Zalir.ril»,A Ilnmmer 1U Lrertag. sen 1<>. Januar 1914. Zit ,3!»U« tiiniMM* «d)«iiu |«D« Fr-nksiir« «. SW. r cocr|l<1|t. — Die !Hcui|i#u Le» vom unterfrmtfiiifKn Sägourgencht -lim 2cbt wegen Ermordung seiner Geliebten verurteilten Postillons Weihensee in AeUinge» ist von Reichsgericht der. worsen worden. — In Len Täler» des Rirsengebirges wird gegemviirtig die sost unerhörte Temperatur von 23 Wrob registriert, Ehrend ans den, Kamm nur 12 Grad zu verzeichnen find. Cio jüngsten Schneestürm.' und der Eisanjatz haben sehr :irlr Tklrvhonlritungen zerstört oder unbrauchbar gemacht. — Tie parloinrntaiische Lage in Wir» wird immer ver worrener. Tie tschechische Lvvosition belebte gestern Rach mittag um 2 1thr das Lokal des Biidgriausschusirs und ver linderte mit Brochialorwalt die Abhaltung der Sitzung. — Ter llntcrsnchungSrichtcr von Rom hat in dem palaste drS verstorbenen Kardinals Rampella die Hans- s»chnngen weiter sortseben lassen. Die drei gestern unterrichten Zimmer boten einen traurigen Anblick dar. Alles N-ar ln llnardnung und verschmutzt und verstaubt. Weder 7VN d-in Testament deS Verstorbenen noch van dem beriihm- te„ schwarzen Kästchen RampollaS entdeckte man irgend eine Cv"r D — Astern früh wurden in Livorno zwei hestige Erd- e'äbe wosirgenommen, die unter der Bevölkerung eine Panik fn-rnnreiese». Wie cS scheint, ist aber niemand dabei verseht norden. — König von Onanien bat gestern ein Dekret noterze'chn't, hgs die Begnodigring deS Artillcrirsianpt Losirgb-r aobtnricht. skr war vom Kriegsgericht zu a >!v„„won Festnngsbast verurteskt worben, weil er fich ge» r-uoert eine Melle anzuhöien. — v-rd He'danr ert'ärte in einer Rehe dos, ein Löoh. eg in '-'-„einender Absicht seine Rüsstmgen ein- -i-ö-,re. eg nachher v-el mebr anSgehen miill». nur andere r-' . s»r r„i -8»» einroholen. Tart'ni sei die l'berole Partei e—rtch'osson. von den! öllentlich-'n int Parlgntent r-''n»t-- r-n swahttade der Rüstungen nicht abzngeben. — »Nie gem-'det wird ist General Razis Pekcha, der se'-r-r makelsasen Gelinnnng »nd ?'-teriand^''ebe o''- -l--" Ach'»ng gonloßt. voraestern vrrl-aftrt worden. Er -r Tot.^e mutjtärattnchä in Berlin. — wer Begründer d-r Militnrliga, Sadik, »nd der - »"-.-eardnete Hotzscha Sabri sind nnt"r dem w-edachf. !n-r>'chn-Arnng zur Ermordung tzvghmnd Sch-wk"ts — ,,, s.jo, vor rin KrirgSgrricht in Konstantinoprl »az --rdrn. — D— »nm rrsirn lsntrrchrs de« türkischen GeNkrasstob'S ,e-.o„os, s"!-rst Bronsgrt v. Schrllrndorf hat sein Amt bereits gna">re'e». — Infolge verschiedener bei der kriegsgerichts'-b"» z-„oe getretenen Umstände bot der Präfi. „t d'r provisorischen Regirrnng in Albnnirn JSmacl -»-es e'-n sei,,, Trmilfion grgrb-n. «n!> llnrr rrnlKfa ans Mm. Ersrenlich ist die Ossenheit, mit der gm Dienstag der IN : nalliberole Abgeordnete Pr. Röchling die Zoberner arage behandelt bat. Was er über Zabern saote, bedeutet.' • -ne» völlig»'» Ilinschwung der Anfichten, die die Ratianal- ' beralen im Reichstage entwickelten, gl? fie für ein Mß- Iro„ens»atum gegen den Reichskanzler stimmten, und bedeu- teten i» der Art. wie Herr Pr. Röchling an der Zivilverwal- lnng i» den ReichSlnnden und besonders in slabern Kiitik i die. und wie er das Bargcheu de? Oberste» Reuter nner- st>„n!e. gleichzeitig ein" scharte Kritik an dem Verhalten lei- iTcr politischen Freunde im Reichstage. Er beklagte b'tter die Bclchimpfunge», denen die preutzitchen Ossiziere und Soldat'n dort unten anSgetetzt sind. Aber hiermit nicht genüge selbst daS Leben derel, die dort unten des Königs Rock tragen -il.ioebe in ständiger Gefahr, wie zahllose nächtliche llcber- iolle der lebte» Jahre beweisen. Wenn die Oessentlichkeit den Zabcrncr Fall kritisterr. Io dürste sie sich hierbei nicht nur von juristische» Gesichtspunkten leiten lallen, sonder» niülse vor allem die nationale» Momente in den Vordergrund rücken. DaS twllige Verlagen der Zivilverwaltung sei ans da« Fehlen des preubischc» Elementes in der clsüssischen Benmtensch-.st zurückzuführen. Diese müsse daher von oll^i Lrilandteilen gcsäubcn werden, welche ihren Amtspslichien nickil in der Weise rntivrerlicii, wie wir es bei uns i» Preuhcn lewobnt find. Hieriuit vertrat der nationallibernle Redner :»e gleiitvn Anschauungen, denen die recküsstchendc nationale öresse io o't und »xhdriicklich Ausdruck gegrben h>it. Diese >.i>ere Einsicht des vreusiischen Abgeordneten Pr. Röchling ..iü'ridii sicherlich besser der Siinmiung der Parteigenossen ">l Lande als die in Suttgart gehalten" Rede des Herrn . ..■>.• 111 , 011 », der erklärte, die Politik des Herrn RciclsSlanz- ere bewege sich in der Richtimg der nationalljberalrn Pro- „ramme». Tos ..Prngr>i»un" d-'r nationolliberalen Reichö tagssnhrung, das von dem der Nalionalliberalen int Lende scharf zu scheiden ist, bestand bei dein Mißtrauensvotum in Programmlosigkcit. E r s r e u l I ch ist auch die Tatsache, daß >» Siiddeuijch land eine vernünftige Auffgssung über dieselbe Frage hoch konmit. So lesen wir in der „Ba>>erisäsen Londeszcitung": „Wen beschleicht nicht ei» katzenjämincrliches Gefühl bei Betraästung des bisherigen Verlaufes der Jaterncr Angelegenheit? Deutscher Michl, sei ehrlich und gib zu, daß du dich wieder einvial mächtig blamiert hast! In deinem NachiihmungStrieb hieltst du es nicht für ge- nügend, wenn unsere Frauen die Schlihröcke der Pariser Kokotten nachmachen', du glaubtest selbst ein übriges tmr und dich einmal in recht gallisäsem Te,npergn>ent ver^ such-?» zn mnssenl Dieser Entrüstungsrummel im Novkml-er und Dezember war so »ndentsch wie nur niöglich. Der Deutsche ist im Ausland dafür berühmt, daß er in seinen Kesäxis- te» systcinatisch zu Werke geht und nicht zur Unzeit da? Gefühl den Verstand beherrschen läßt. Der Straßburger Prozeß hat allen, die noch ungetrübt zn denken verniögcn, geossenbart, dnß sich ein großer Teil der Bolksvertrclung und die Mehrheit der deiitschcn Presse in kritiklosem lleboreiser und voreiliger NrteilS- bildung ans einseitig ausgebauschte Tcndcnzmeldungen hin zum Anwalt der Zaberner Vorstadtrowdies. der cl- sässischen Französlinge, ..vive la France"- und „werde la Prusse"-Rufer, der Kat und Steine werfender Gasseu- buben. der sich hinter Frauen und Kindern versteckenden Feiglinge gemacht hat. Dir Masse de? Volkes erklärte sich, irregeleitet von nudeutschen Elemente» und gntimilitaristischen Hebern, kolidarisch mit den Buben. d>e inrsere Soldaten und Olsiziere zur Zielscheibe ihrer Treckbouiben mache», Disn' rin unbedachtes .besser »nausgesvrochen gebliebenes Wort klammert man sich und verurteilt ohne vcrnunftmäßige lleb^-leguiig. Man möchte das Gebühren der ValkSvertretung in den vergangenen Wochen dein eines unsäbjgen Er>iehsrS vergleichen der sich beim Strafen von blindem Jähzorn übcrmnnne» läßt und bli'tige Striemen sch'ägt. Die ungeheure Erreanng des Reichstages muß nls eine Erscheinung von Mollen Psychose bez-i-bnet werden. Ein g-oßer Teil der Volksvertretung siel Im Moment »r- teilSunsähiger Erregung Uber angeblich beleidigte Bürgerehre dem Vestbanch der mörderischsten Kranklwit der menschlichen Geselllä>Kt z„m OvKr. daS ist daS B"bsen »m die Massengiinst. daS Besriediaenwall"» der Mass'n» instinkte, denen eS notnrgemäß schmeichelt, wenn der Kemvs gegen staatliche Einrichtungen oebt. die mit starker .v>and nick Z»ch' und Ordnung b->"en " Und zwei Toge lvälkr schreibt dasselbe B'"tl, „Am meist.» b'—niert st'ht ab»r der R"ichst"g dg. der mit den o''en Sch'.ogwär'ern .McchlSstgat". „Pelizei- s'-'i". ..Mil'i.odiAatirr". „So'd'tenwirtschost" ». s. w. overicrte und den, niimst-ßen Reirb'ron.ker. dem rr >•'-.» erst drei, »t M°llis,i'n liir die Derstärlung d - Armee b-willi'K hotte, d'n Rb 'aenri'l und Lons- peß geben wollte. Wie kri-^erlich st-bt jelll diel'r Reich?» tag v?" d-,n d-nll'-n V-lK und d'r ganzen W'lt da?I Sein übereiltes traueusvo",,n ist auch ein s-b'ooen- der B.'sneiS da'iir. d li unl -e P.irleinel'tiker noch in d-,i p"'iti>ch"n K-nderlchnb"» st'".'d immer wieder auf d"n Leim d"r internnliogolen Bo-l"Nvresse und ihrer blinden Rachs"t»r bcreinl-'len. Angesichts einer solchen tranri""» Erscheinung »nd ,'nde'stlchen Gesinnung diir'en die Iin'!steb-od"n Reichsboten lbren allen Aiilpruch ans parlamentarische Regierung vorlänsig o»f- stecken. DaS hätte eine schöne Regierung gegeben wenn der Kalter gezwungen werden kennte. anS din R"ihen der Opposition den d"n K.iegsminister und d-e Staatssekretäre zu wählen. T'" hä't"n ims einen schönen Schmarrn zusgmmengewnrst'lt. Rein, unter solchen Umstünden ist uns doch ei» L""e a»S gute,,, Hause lieber als zweihundert Rasten, die die Sympathic» der Wockes haben." Das sck»önste aber ist, d"ß die Zeitung, die dieses schreibt, ans dem Boden des deutschen Bauernbundes steht, deren Syndikus selbst für das Mißtraucnsvotiim gestininit hat und daß die „Bayerische Londeszcitung" bei den Wahlen nur für die Wahl von ausgesprochenen Linksern eingctretcn ist. Reben diesen erfreu sichen En'cheinungen, soll auch die unerfreuliche nicht vergessen werden. Ta ist vor allein das Vorgehen des elsaß-lothringischen Landtages und seine verschiedenen Parteien. Herr Bürgermeister Knöpfte von Zobern, der während der Tumulte in seiner Residenz „krank" war, stetst sich hin und behauptet, es bestehe in Teullchlnnd eine allnrächtiae Militärpiirtei. die mit allen Mistel» eine sriedlicksc und ruhige Entwickeluna in Eliah- Lothringeu zu verhiuder» siiäze. Diese M>litärpnagte dieser Herr zu behauvtcn gngelichts der er- wiese»,» Ucbcrsälle auf Soldaten, die auch der uatianak» liberale Abgeordnete Pe. Röchling dargrlegt hat. In dieser Tonart gina's dann weiter. Bon der Zaberner Bevölkerung bchauvlete Herr Knöptl«, sie habe „in dieser schweren Zeit eine würdiae und rubiae Haltuna an den Taa gelegt, wie sie unter ühllliche» Umstände» keine andere Stadt gezeigt hätte. Wenn in Zabern kein Blut grslollen H so Hobe m in dies nur der dorligen Bevölkerung zu verdanken. Die Polizei habe erreicht, daß koineni Ostiiiee ein Haar geKUnnnt wlirde." Po» der Gerichtsverbondlnng laote H"rr Knöpkle. alle Begriffe von R"cht und G-sek seien über ben .Baissen gelvorsen worden. Es seien ja Hachstebende gewesen, die vor Gericht standen. Wie ganz ander? lei d-e Verbaud'nnk gegen die drei R"Kntcn verlausenl Die Militärvortei boh, gesiegt. Dieser Sieg bedenke aber eine kaum sibersi-bhare Ri"d"rtoge des de""ck'esi Doterland"?. Tie M'l'to-"ortei hgbe eben sieoe» müsse», und wenn dnbel das ganze Bater- sg.nd »lgrilnde a'ng. Zn», Sch'"lle brachte der w.-dner sotoend--n B"tchlnsi des Zaberner ttl,>m"ind"rots zur Kelintnls, ' T '< % r Genieind --.st in winer gsch,-rordgnttiche,i S>t,nng vom 12 J'nnor 1211 snrisbs d"Nl Krglsdsrektgr Mabs den wn, r 8er w-'-oGernng für sein enstchlossenes, nsosivoll"? rn-d den R"rb-'ttl>,ill"n e„s- s>nech"nd-s Verb„iw^ »,-/! (fr st,»t ausdrückltch fest, d-'ß d>e berechfsote Erroonno d-r Bev"'r.-g»n>, g-e,»,,-8e d-dnrch. dosi e>->e binreichende reiche S'-bno lnr d'- Be'el- digsniven. sn-e sie ""»Inont y. Fgrtt„er t'ch hor>e »i lchntde,, Können solsine. vsM e-oeb-n wi,"de. TiS W-nore-t-n d"s M'tssörs t''OH- „nooeechtkortiot „nd unberechtigt. Bordt's» habe N',kr„„s stottgeknnben. .gt"r,es gebt? schon nl'NM"rl Ein d"r,lesio"s l'.'N ri„r,„„s,„y^^^ nän,rl^w„ Boiseltetsb', b„no d-r w''-rtick,"r Tatsachen, wie es sich dt" .gierren r"'ch^lstndirch"„ Abo"ord- N"'"„ get"!st"t sioben. h""t„ i„o„ wabs selbst di.''—- nicht «"getraut. Z»r V-rn.>ll»„^,n,nung d-s B>'d-s. da» mag sich noch oN"'n von d"ss Z,'t'önd"„ „nd d"r ^ti'n,n''no l» d"N R",ch»kand"-> u,"ch"N muß. di"n" n"r noch, daß sich 8-,- K-rr Unter st gotSsekretär Pr Retri mit d"M 8""trchse'"8rs^„ Land'""" s-'-8oeisch ersifärt Hot unb '"-ck-r b"s 8"r Alt.-,e„ geoen 8ns M's'tgr Nlitaerits"» ist. Tos sst si, chsi„8o„erklch. Hong die d"ntschl"lndrsch"„ V-y'-'-sinnoon s'"- o-n doch nur »ii fön „itooe. gs? dos, eine noch ko »"oest-'e 8^>-gsier h>n-- „töi't-fcg, könnte, und es 2^-1 w"'-I 0 ' ch «n ern-or'og doß endsich nun neso-oz ysird d'r 8-s ,1 n 8i"s"r si"drobten G-en>e. w!„ wnt- r-r.^sh.'no 8o">ib"- st-sif 8-m c»-is"'- gbae hin Ms'sntch" 8"r oo-'--r—,8sr,-e""8^ we-d"» s-ch-n-r-ch euch OM Tbrone Be- r'"ck"ch'io,,ng finben nnh d'"ke Wünsch" h"we""n sich „"t esi-denckE"'nw'"ti.o""it in d-r wjchs,'„„^ hsn g„ch her nn«i"n""""rofx Redner im prenßisckse» Abgeordnetenhanse Sf! , 'Pfrk' , H” f n’!) ist l>rr fr(?f?'(f»rtt m?k"rr in. TaS „Berliner Tageblatt" sch-eibt in einer Erörterung de' Zab"»er Anaelegenbeit wörtlich: „T"r Oberst ». R-nter selbst ist dnrchauS ein E'",», i",,n i>, seiner Art. ein einbeilsich"r und gan-er Easiork- rr Ab"r j,>, mcdernen hnroerlick. demokratstch'» Ver- folln»osstog«e ist seine Agslollimg unerträglich." A'w: die Anssallniig ein's Ebrenmannes. eine eind st- liche» ,ind ganz"» Ebarakte-S ist im iliodernen bürgert'b- demokratisch'ii Versesiiingsstgote nech dein .öierzen >i „B"'lin"e T"g"bfntteo" imerträglich. Eine hübschere Soll >t kritik läßt sich kaum denken. ^cntlckcr ireicholna. Ans h,r Tagce-orbnuiig der Sitzung vem Tonnerr-tng stand kiiuächst die fozialdemokiatilckic Jnlervellntion über die Dorsünge i„ Zabern Etagtssekretär Pr. Trlbrück crktärte nuf Befragen, das der Reichr-kan-lrr dicie Jntervellotio» sowie die linzwifchen cingegangene) der Fortschrittler bea»t" ort"n werde, sebald das gegen d e beteiliotei, Ossizierc schwebende Dersahren rechtskrästig abgelchlollen lei. Tomit svaren beide Interpellationen znnächlt erledigt und das Haus wandte tiä> der erste» Lesung des Gele' ent- wurscS über die Regelung der Svuutagsruhe ini Hand-Isge werbe zu. Ministcrialdirestor Pr. Ea'par stihrte zur Begründ'mg aus, doß die Vorlage eine Anzabt Bestimniungen ,nsami.-"'n. fassend regeln und sur die Wünsche der Angestellte» »nd G" sckiäslsii'hnber einen Ausgleich schassen lalle. Abg. Bruder ISor.j nannte den Entwurf kün-"'"' Seift L Rr 13_______ und „„zulänglich und meinte, die Regicrimg arbeite nur im Interesse der Besitzenden. Abg. Erzderger (Zontr.): Wir waren schon immer wahre Freunde der Sontagsruhe gewesen, und zwar schon zu einer ZeH, als noch alle anderen Parteien dagegen waren. Tie Sonntagsruhe in der Industrie müßte schon am Samstag um 0 Uhr abends beginnen, dainit statt der jetzigen 2-Istünd. ein,- »bstündige Ruhezeit eintritt. Leider beschränkt sich das besetz nur ans das Handelsgewerbe. Einen ungünstigeren Zeitpunkt zur Einbringung des Gesetzes konnte sich die Regierung toohl nicht aussucl-en. (Sehr gut!) Der Grund- se'ilcc der Vorlage ist, daß sie alles nach der Schablone regelt. Das ist wieder die große Dampfwalze, die über alle Gaue des Vaterlandes rollt und alles glatt machen will. Im Heere,ihause furchtet man ja schon das parlamenfanscye Iiegiuie. Aber wenn jemand aus diesem Hause einmal Minister wird, dann muß er zu der kleinen aber mächtigen Partei auf her äußersten Rechten gehören. (Sehr richtig!) Aber > c m ich Staatssekretär wäre, dann ließe ich nicht einen Ge- kcuurat au jo einer Vorlage hier in Berlin heeumdoktorn, >rudern dann schickte ich ihn hinaus aus das platte Land zu den Bomln und kleinen Geiverbetrcibenden, dainit :r dort ! ie praktischen Veibältnisle kennen lernt. Tann wäre die -. 0 erläge bcsicr, klüger und niehr den Verhältnissen angepaßt. .'Sehr richtig!) Das Gesetz würde sehr bittere Folgen haben, - ie wir uns wohl überlegen .müssen. Die sozialdemokratische Forderung der völligen Sonntagsruhe wurde den glatten -,Jm„ zahlreicher Familie» des kaufinäunischeu Mittelstandes - ,r Folge haben. (Zuruf der Soz.: Unsinn!) Das ist unge- l.crig, ober bei Ihnen nimmt man das nicht so genau! (Bei- -ill.) Tie Einnahmen am Sonntag machen für viele Gewerbetreibende nicht den siebenten, sondern den vierten Teil der Wochcneiilnahnie aus, in manchen Gegenden sogar 80 Prozent. Mit der völligen Sonntagsruhe würde man nnr die großkapitalistischen Unternehmer stärken; der Hausier- I e.udcl würde gewaltig zunehmen. Darum ist ein völliges Verbot der Sonntagsarbeit für uns nicht annehmbar. (Lärm der Soz. und Zurufe: Das christliche Zentruui!) Darauf autivortc ich Ihnen init den Worten des Stifters des Ehri- siiiitnnis: Ach, ihr Heuchler! (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Der Mitclstand erwartet jetzt tatkräftige Hilfe, und mit Recht. Und da koinmt man mit einer Vorlage, die die Einnahme des Mittelstandes.vermindern muß. Wir I offen, daß der Hansabund uns unterstützt. (Lachen rechts.) Die Regicrungsvorschläge sind nicht zweckmäßig. Die Ar- bcitszeit sollte nach der Einwobnerzabl der Gemeinden festgesetzt werden. Die Veschästignng fabbatttrener Juden an dea Sonntagen müßte gestattet sein, allein schon, um den Eliristen in demselben Geschäfte ihre Sontogsruhe zu ermöglichen. Die bctrcfsende Bestimmung des Gesetzes ist übrigens in einem Deutsch verfaßt, daß man glauben sollte, sie sei aus dem Hebräischen übersetzt. (Heiterkeit.) Die Vorlage muß in der Weise nmgestaltct w»rden, daß die Sonntagsruhe möglichst ausgedehnt wird. kDeifall.) Abg. Graf Enrmcr Ziscrwitz (kons.): Es ist erfreulich, daß die ganze Materie der Sonntagsruhe »nd Sonntagsarbeit jetzt in einem Gesetz einheitlich geregelt wird. Sechzig Städte haben bereits die volle Sonntagsruhe eingeführt, z. B Königsberg i. Pr^ Mannheim, München, Osscnbach. All-rdiiigS werden damit uiivcrhältnisniäßige Ansprüche an die Wochenarbeit gestellt. In den Landstädten ist der Kauf- mann ober hauptsächlich auf die Laudkundlchatt. d. b. auf den SoniitagSverkauf angewiesen. Die Konkurrenz der Waren- iiud Kaufhäuser, die jetzt sogar in Automobilen aus die Wanderschaft gehen, schädigt ihn cbcnfnlls sehr schwer. Eir, Verbot der SontagSarbeit würde die Bevölkerung dem schädlichen Hausierhandel in der Arme treiben. Tie Kirchen- zeit ist unter allen Umständen frcizuhalten. Dem sogcnann- ten Judcnparagraphen stehen wir sympathisch gegenüber. Tie Opfer, die das orthodore Judentum seinem Bekenntnis bringt, sind durchaus achtungswert. Wir hoffen, daß die Vorlage in der Kommission eine annehmbare AnSgsstaltnng erfährt. (Beifall rechts.) Auch die Abgeordneten Guns,er (fortschr.), Dombek lPole), Warmnth (Rp.) und Mumm (w. Vgg.) fpradten sich iHßCi eine völlige Sonntagsruhe aus und erhofften von der Kcuunissionsberatrmg ein brauchbares Gesetz. Abg. Liz. Mumm bemängelte, daß dies Gesetz nicht einen SchriU vorwärts bringe. Er wandte sich dann besonders gc:.en die Sonderstellung der jüdischen Gcschästsiuhaber. v3U einem christlichen Staate sollten die christlichen Einrich- tui-c. n grundlegend sein. Da? Haus vertagt sich auf Vorschlag des Präsidenten. Freitag: Kleine Anfragen, Fortsetzung. Prcnsnlchcr Landtag. Abgeordnetenhaus. 4 . Sitzung. 15. Januar. 10 Uhr. Am Ministertisch: v. Dallwitz. Dr. Lentze, o. Trott zu Soli. O’j S 0H). Präsident Graf Schwertn-Löwitz eröffnet dl« Sitzes und stellt den Antrag, den sarlschrittllchen Antrag zur Be. '°»,ng. ein gegen den Abg. Ernst (Fortschr.) -nhLngtg ge. fro^Ses Strasveffahren wahrend der Dauer der Session au »zu HIFN Das hau, stimmt dem Antrag« ju. Es folgt die Fortsetzung der Erst n Lesung des Etats. Abg. Dr, v Hcydebiand u. d. Lase: Herr Abg. Herold hat die Frage des religiölen Unterrichts in den ländlichen Fortbildungsschulen angeschnitten. Meine politischen Freunde sind der Meinung, daß man es den Gcm.inden überlassen müsse, ne -:n der staatsbürgerlichen die religiöse Unterweisung vvrzu. nehmen. In der Fraae de- Wablreoüs Neben meine Freunde 91cm xage»j«UB»g. 1914. cus ihre Sache ist. «tn Wahlrecht vorzulvgen. Besondere Eile hat das nicht. (Beifall rechts. Lärm kiicks). Mag auch das Preußische Wahlrecht verschiedentlich Verbesserungen nötig ha. ben, aber schließlich werden doch auch jetzt dt« Geschäft« d«» Landes in zufriedenstellender W«!I« erledigt. Vielleicht Mächen di« Sozialdemokraten und di« Freunde d«s Herrn Wiemer einmal bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen einen Der. such mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht. (Heiterkett und Beifall rechts). Di« Aeußerungen der Herrn v. Iagow waren rein privater Natur, wlr werden uns die Freude an diesem tüchtigen preußischen Beamten nicht verkümmern lassen. (Lebhafter Bcisall rechts). Mit dem Abg. Dr. Röchling sind wir der Meinung, daß das Kartell der schassenden Stände eine» wichtigen Fortschritt bedeutet, denn wir sind nicht so einseitig, allein landwirtschaftlicher Interessen zu vertreten. Aber die von Vertretern der Industrie gemachten Eapr irischen Handelsverträge haben die Landwirtschaft an den Rand des Abgrun. des gebracht. Wir hoffen aber, daß die kommenden wirtschaftlichen Kämpfe die brügerlichen Parteien nicht trenn:» werden. In der wölfischen Frage konnte man wohl Zweifel hegen, ob die Regierung alles getan hatte, was nötig war, aber Einzelheiten sind schwer zu entscheiden. Wir hoffen, daß uns in Zu. kunst die schwere Derontwortung, die Preußen übernommen hat, nicht in Erinnerung gebracht wird und daß uns die durch die eheliche Verbindung gewordene Freude erhalten bleibt. (Bravo bei den bürgerl. Parteien). — Die Verleihung der Verfassung an Elsaß-Lothringen wurde seinerzeit von uns als bedenklich bezeichnet, die Entwicklung der Dinge hat uns leider Recht gegeben. Wäre» tm Falle Zaber» die Zivilbehörden beizeiten auf ihrem Platze gewesen, hätte die Sache nicht fol. chen Umfang annehmen können. (Beifall rechts). Der Herr Mi- nifterpräsident hat min in der B:sitzsteuersrage an uns einige Worte gerichtet. Wir haben dem Reiche aber nichts versagt, wir haben jeden Mann und jeden Erosche» bewilligt. Selbst bei Ablehnung der Besitzsteuer wären die militärischen Forderungen gesichert gewesen. Ich erinnere an die durch die Reichs. Verfassung vorgesehenen Matrikularbeiträge. Die Ablehnung der Erbst' ftssteuer hat das große Werk der Reichsfwanzre- form erst zustande kommen lassen. (Sehr richtig rechts). So bestimmt, wie der Herr Ministerpräsident sagt, haben wir uns nicht gegen die Besteuerung des Kindererbes ausgesprochen. Wir haben der Regierng besondere Schwierigkeiten nicht breitet, si« allerding, auch nicht besonders unterstützt. Die Unter, stützung der von Herrn Bassermann g:lobten Politik des Reichskanzlers nimmt manchmal auffallende Forme» an. (Heiterkeit). Wir unterstützen gewiß gern die Politik der Regierung, doch gegen unser« Ueberzeugung gehen wir dabei nicht. So schwankend, tri- tm vorigen Jahre, war die Regierung noch nie. Dabei hatte sie die wirksamsten Waffen in der Hand, sie mußte die Stimmung im Lande kennen, die die Mehrvorlage wollte. Davor haben dt« Sozialdemutrate,, Heidenangst gebabt. (Beis. und Heiterleit). Jetzt hat man den Besitzenden alle Lasten auferlegt, aber die Stunde kann kommen, wo es ein Ende mlt dieser Belastung hat. — Unter leinen Umständen können wir dulden, daß in die Rechte der Einzelstaaten und in die Ver. fassung eingegriffen wird. Wer es gut meint mit dem Deutschen Reich, sollte alles vermeiden, was die föderalistische Grundlage aniührt. So gut wir wissen, daß wir unsere Ziele auf wirtschaftlichem Erbiete nicht anders erreichen können, als wenn wir Hand in Hand mlt den aderen erwerbenden Ständen und unter Wahrung auch ihrer Interessen gemeinschaftlich zu- sammenarbeiten, so überzeugt wir sind, daß die Reichsleitung auch auf diese,» Boden steht, so überzeugt sind wir auch, daß die Erhaltung der letzten Grundlagen unseres preußischen Staates auch die Aufgabe unserer preußischen Staatsregierung sein muß und in der Tat auch ist. Trotz alles dessen, ivas wir cruso-fprochen haben, Ist auf feiten meiner politischen Freunde die Ueberzeugung, daß, wenn und insoweit die deutsche Staats, regicrung die Wege geht, die nach jkstem und unserem Ermessen dem Segen und der Erhaltung Preußens und des Deutschen Reiches dienlich sind, sie dann die Unterstützung der Konservativen haben würde. (Lebhafter, anh. Beifall rechts). Abg. Dr. Bell (Ztr.): In dSr Wahlrechtssrage Hab.» wir unseren Standpnntt bereits erklärt. Wir weiden unter keinen Umständen für eine Verschlechterung zu haben sein. Wir stimm, len den Bcsitzsteuern zu. um die W.-Hrvorlagen nicht zu gesähr- den. Wir verlangen, daß wir in absehbarer Zelt von neuen Steuer,, verschont bleiben, dagegen muß der bewährte Kurs unserer Wiitschastspolitik beibehalten werden. Die Aufregung über den Fall Zabern ist hauptsächlich dadurch enlslanden, daß der Reichskanzler im R-.ichstag« kein Wort von den, Rechtsstandpunkt gesagt hat. Das Zentrum ist stets für Erhaltung des södeialistische» Charakters des Reichs eingerieten. M ine Partei wird stets die Verdienste Preußens würdigen und seine Vormachtstellung wahren. Mögen di: jüngste» bedauerlichen Zerwllrsnisse der bürgerlichen Parleien das Ziel nicht gefährden. daß Preußen immer voranschreiten muß. (Beifall im Zentrum und rechts). Abg. Schiffer (Ri.): Durch die Erilärnug des Minister. Präsidenten ist für uns die Welienfraze erledigt, wir hoffen, daß auch den braunschweigischen Beamten die neue Sachlage genügend klarg stellt wird. Entgegen falschen Ausstreuungen über unsere Haltung in den Stcuersragen muß ich bemerken, baß niemals ein Abkommen oder ein Bündnis von uns mlt den Sozialdemokraten geschlossen worden ist. Gegen den Dor- Ichlag die Deckung der Wehrvorlage,, hinauszuschieb:» haben sich damals die Konservativen mit aller Entschiedenheit ge. wehrt. Herr Dr. v. Heydehrand veelür.det heute das G genteil. Wenn in den Worten des Herrn Grafen Porck im Herren, hause, die Rücksicht aus das Volk den Parlamenten zu übeilaf- len, die auf Wahlen beruhen, der Borwurf liegen sollte, doß wir unsere Beschlüsse nicht selbständig und »ach bestem Eewff. se» fassen, so protestiere ich energisch dagegen. (Beifall b. den Ratl.). Wir sind der Ueberzeugung, daß in der Tat ein sdar- les Interesse an der Aendrrung des Wahlrechts vorltegt, die Leute komme» nur nicht zur Wahl, weil sie doch nichts Ändern lönnen. (Beifall b, d, Ratl. u. Soz.), Ministerpräsident von Bcthmami.Hollweg erscheint im Saale,) An der Grundlage aus dem verkündete» Standpunkt der Reateruncr daß er durch- Deutschlonds als Rechtsstaat darf nichts geändert Iverd-hg für sind wir im Fall« Zabern ei^rciefl und man sollte uns des halb mit Vorwjirfzg retrschonen. Ich mache es den Konser. vgtiveg »ysti Vorwurf, daß sie oft zu borussisch sind, aber des halb ist doch zu verlangen, daß die anderen Staaten Preußens Eigenart anerkennen, diese Eigenart sollte sich aber auch in ästhetischen und künstlerischen Dingen zeige». Die preußische Eigenart muß in die anderen Staaten hineinwachsen: Prenßi. sches Eisen ins deuffche Blut. (Lebh. Beifall). Ministerprüsident v. Bethman» - Hollwcg: Ueber mein« Anschauung über den Berus Preußens sollte doch auch bei dem Herrn Vorredner kein Zweifel best.hen. Nicht nur iw Reiche, auch in den Reichslanden nuuß der preußische Staatsge. danke Geltung haben. Ich werde meinen Beruf dauernd darin sehen, Preußens Beruf in den Staatsgeschäften und überall zum Ausdruck zu bringen. Gelingt das nicht, dann ist alle Arbeit Preußens vergeblich gewesen. In den Ausführungen de, Herrn von Heydehrand hat sich der Zug gefunden, als ob ick in der Steuergesetzgebung meine Verantwortung ans die kon. strvative Partei abgewälzt *-abe. Ich bin mir meiner Verantwortung voll bewußt. Ob ein Schritt, den ich tue, richtig oder falsch ist, zeigt sich oft erst noch einem Jahrzehnt, Manchmal kostet mich eine beabsichtigte Handlung eine schlaslos: Nacht, Man sollte doch zurückhaltender mit solchen Borwürfcr sein. Auch der Abg. Dr. Winckler hat ja reichliche Vorwürfe erhoben. Solche Borwürfe sind billig wie Brombeeren, sie liegen aus der Straße und können von jedem gesammelt wer den. Bewegung). Aus Berantwortlichkeitsgefühl werde ich an dieser Stelle handeln, solange ich das Vertrauen meines lö niglichen Herrn genieße. Wir leben in einer viel zu ernsten Zeit, meine Herren, als daß wir uns hier zanken sollten. (Bewegung und Zustmmung). Aber es war meine Psicht. die Ent. wicklung der Dinge neulich historisch darzuftellen. Wenn wir bei der Wehrvorlage dn Besitz srcigelassen hätten, dann halte der Reichstag eine Desihsteuer präsentiert, dann hätte die Regierung die Führung aus der Hand gegeben in die des Parla. menis. Herr von Heydehrand hot der Regierung schwankende Haltung vorgewors:» und den sehr verdienten Reichsschatzsekre- tär angegriffen. Ich werde diesen verdienten Mann sehr gern verteidigen und gegen Angriffe in Schutz nehmen. Die Konser. vativen hätten von vornherein der Regierung eine ganz aiidere Unterstützung geben müssen als sie cs getan haben, wenn si« soche Vorwürfe erheben. Ich will hier keine Angriffe aus die konservative Fraktion de» Reichstages erheben, da sie sich hier nicht verteidigen kann. Ich will nur richtig stellen und da muß ich zugebcn. daß mir neulich ein unrichtiges Wort unterlaufen ist, als ich davon sprach, die konservative Partei hätte die Regierungsvorlage als unannehmbar bezeichnet. Die Zei. teu sind ja allerdings vorüber, wo ein« Part«! «ine Regierungsvorlage sozusagen ln Bausch und Vog:n oneiehmen würde- Iede Partei würde glauben, ein« capitis diminutiv zu ersah, ren, wenn si« für gut erklärt, was dl« Regierung bringt. (Heiterkeit). Ich habe doch den Eindruck, daß d!« konjctvativc Partei bei den damalig:» Verhandlungen taktisch den Moment verpaßt hat. wo sie mit Ihren Beoenken gegen die Regierng». Vorlage zrücktreteu und sich stramm an die Sette der Regierunj stellen mußte. Herr von Heydehrand hat mir den Vorwurf ge> macht: Warum hast du den Reichstag nicht ausgelöst? Di< Wehrvorlage und die Deckungsvorlage waren ein viel zu ernster nationaler Gegenstand, als daß ich ihn hätte taktisch behandeln können unter dem Gesichtspunkt: ergibt sich hieraus «hie günstige Gelegenheit, durch eine Auflösung zu einem Reichsiog zu kommen, der mir angenehmer ist? Dafür war di« nalionale Bedeutung der Angelegenheit zu stark. IBeisall links). In welchem Moment sollt« ich denn auflöfen? Rach den Aeußerungen Herrn v. H:ydebraud» ln dem Moment, als sich ergab, daß die Regierungsvorlage für die Deckung nicht durchführbar wäre. Damals war die Wchrvorlage an sich ge. sichert. Fraglich waren mir noch die drei Kavallerieregimentei und um derentwillen durste man doch nicht auflösen. Da« wäre ein grober laliiichr Fehler gewesen. Ausschlaggebend <\ die taktische Situation nicht sür mich gewesen, sondern die n.r tionaie. Wenn wir damals im Juli aufgelöst hätten, fo stand fest, daß die Wehrvorlag« am f, Oktober vorigen Jahres nicht durchgesührt werden würde, daß man zum mindesten ein hol. bes. wenn nicht ein ganzes Jahr verloren gewesten wäre. Au! Grund der Beratungen mit den militärischen Stellen konnte ich die Entscheidung nicht länger hinausschieben. Bei meinen Ausführungen hat mir lediglich daran gelegen, auch de Herren von der Rechten davon z» überzeugen, daß es lediglich ein Ge- fühl der Pflicht gewesen ist. das mich geleitet hat und ich bitte daß das auch von Ihrer Seite anerkannt wird, «nd daß di« schweren Lasten, dle der ein; Ine Staatsbürger mit den neuen Steuern zu tragen hat, nicht erschwert werden dadurch, daß Sie iinnrer Vorwürfe machen: es ist ein schlapper Staatsmann, er hätte es ja anders machen können und dann hättet Ihr weilt, ger zu zahlen brauchen. (Zuruf rechts: Das hat ja niemand gesagtj. Wenn wir uns in dem Verhaltung der «inz-ln-en Parteien zur Negierung immer dessen bewußt bleiben, daß tot beiderseits lediglich im Verantwortungsgefühl das Beste d:s Landes zu fördern versuchen, dann werden wir auch bei den heftigsten sachlichen Differenzen nie in Zustände kommen, die wie in derr gegenwärtigen ernsten Tagen und Zeilen ras Va. leiland gefährden lönni:» (Beifalls, Abg. Dr. v. Woyna (frcikons.): Da die welfische Partei fortbestehen wird, müss.n die Behörden eine eiserne Ruhe de wahren. Sie können es auch, da die hannoversche Partei noch nie ben gesetzlichen Boden verlassen hat. Im Falle Zaber:, ,s! der einzig Schuldige die Presse, An den Herrn Han-.i-. --bb ft t möchte ich die Bitte richten, auch Vertreter von Handel I" dustrie und Landwirtschaft zum Reichsbankausschuß I : ziehen, das ist nötig wogen des hohen Bankdiskonts. Abg. Di. Pachnicke (Fortschr ): Wir glaul.n dem f • Ministerpräsidenten, daß et von Verantwortung- :>iihl ist und erkenne» g rn seine Besonnenheit in der Füh : auswärtigen Politik an. Es muh entschieden hervorgeh- - - werden, daß die Konservativen sich gesträubt haben, die Sc’ Vorlage» ohne Deckung zu genehmigen. Dadurch hab:n sie : Mehrheit des Reich»!-»««» aus den Standvunkt a-escheben, t : «r. 1» t«. 3km« 1111 Seite 3 sie jetzt betämpsen. Wir geben zu, daß dir Vermögenszuwachs, stener Fehler hat. aber fit kjt bi« Lasten auf die starken Schul- tarn. (Beifall links.) Di« Kreist, die noch Vermehrung der Rüstungen schreien, sind st ist gezwungen auch di« Hand ou'za- lun Indem wir Preußen von dem Ruf der Rückständigkeit de. freien, in di« «, durch «in« reakluntai« Trupp« geraten ist. rooilen wir e» h«b«n. Mornlisch« Eroberungen sind nur möglich durch die ftrngfte Gerechtigkeit. (Bravo linkst Nächst« Sitzung: Samstag II Uhr. Wohnungsgesetz. Schluß halb 8 Uhr. ?if Km>k«tschk über die MiBrge 1 lltftilt üüii Die Mfldinet&ordre ton 1S20. Berlin. 15. Jan. Ti ' Urteile des Straßburger ikricgs- .ir i icht gegen Obersten v. Reuter und Leutnant Schab. die Erkenntnis der Berufuiigsinstanz. sowie die Kabinettsordre ,rn 1S20 werden in der heutigen Abendnummer der „Nord- tzrutschcir Allgemeinen Zeitung" zum Gegenstand bcmerkens- rcrlet Ausführungen gemacht. Da? Diatt schreibt: ..Au? Straßburg wird gemeldet, daß der zuständige GerichtSherr in deni gegen den Leutnant v. Forstnrr an» liängigen Strafverfahren auf die Einlegung des Rechts- mittcls der Revision gegen dos Straßburger Urteil des ObcrfriegsgerichtS verzichtet bat. 7?iir diese Entschließung des Gcrichtshrrrn war ohne Zweifel ausschlaggebend, daß nach den tatsächlichen Feststellung«, des OberkricgSge- richtS der Angellogte einen drohenden tätlichen Angriff der auf seinen Befehl verhafteten Person nbgewebrt und sich dabei innerhalb der erlaubten Grenzen der Notwehr gehalten hat. Da eine Nachprüfung der Entscheidung de? Oberlriegsgcricht» in Bezug auf die Würdigung des Er- gebnilles der Belveisausnahni« dein Revisionsgcricht nach dem 05rfoU versagt ist, mußte das Rechtsmittel der Revision als aussichtslos erscheinen." W>c die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" weiter hart, wird auch in dem Verfahren gegen den Obersten von Reuter der Gerichtsherr auf Einlegung der Berufung gegen da? sreilvreckrende kriegsgerichtliche Urteil verzichten. Für diesen Verzicht mag gesprochen haben, daß die eingehende Beweisaufnahme vor dem Kriegsgericht cinwandsfrei de» guten Glauben des Angeklagten an eine ihn, nach seinen Tienstvorschristen znstehende Berechtigung zu dem Einschreiten des Militärs ergeben hat. und daß er deshalb nach anerkannten Nechtsgrundtäten strallos bleiben muß. Es ist richtig, daß in der Diensworschrist über den Wasfcngebrauch des Militärs von 189!) Teile der Allerhöchsten Kabincllsordre von 1829 verwertet worden sind, und zwar uni d>,s Notwebr- und Nolstandsrrcht der Militärs, sowie die Fälle, in denen die Anwendung des Mililärhoheils- rcchts in Frage koinmt, darzulcgen. Aus ihrer Verwertung die nach eingehenden Verhandlungen der beteiligten Mini- strrir» im Jahre 1851 in allen seitdem erschienenen und veröffentlichten Neudrucken der Vorschrift gleichlautend r» tdlgt ist. haben sich bis jetzt keinerlei praktische Unzuträglich- 'eilen ergeben. Nachdem sieb indessen bei den jüngsten Ereignisse» in Zaber» Zweifel daran ergeben haben, ob die Voischrist van 1899 die Besugnisse der Zivil- und Mililär- b,borden richtig abgrenze, ist von seiner Majestät dem Kaiser viib cwnig eine Nachprüfung der Diensworschrist angeordnet worden. Tayeoübcrftchk. Drutid)ro Jlrirti. :: Der Kaiser und die Blsetzung de» albanische» Thron«». Äste di« „Tägliche Rundschau" «rsährt. Hot d«r Kaiser bei Ge. lrgenheit wiedeiholicr llntcricdungen mit dem Prinzen zu Wie) dies m von dem albanischen Abenteuer tn «indrtngl'chen Worten »bgeraicn. Der Kaiser hat sich auch anderen Persönlichkerlen gegeniivrr dniaau» llepltsch über di« Anesichlen de; st'rin n ’u Wied in Albanien anpgesprochen Di» Ereignisie ocr letz!» Zeit haben dt« Ansichten ber nwßgebende! Stellen über die Thrsrikaubid-uiur de» Prinzen noch weiter pirlchäist. D-em Prinzen ist porgestellt worden, daß er sich entgegen dem .chrntendkn Urteile säst aII_■ r Kenn«! der Verhältnisse in ein sehr v:rw genes Abenteuer begebe und daß er aus eign« <5«. lahr hin Handel« . Der Prinz hat di« Warnungen de» Kaiser» I»d ander«! Ratgeber damit zu beschwichtigen versucht, daß er sich als Vollstrcclcl einer Kultnrmission fühle und daß er sich 'in berufen halt«, bas Kulturwert in Albanien zu beginnen. La» Schicksal de» Frusten zu Wied, fall» nicht ein« unerwailel« lEendunz «intritt, wird ul» wenig hossnungsvoll angesehen. :: Di« Schiisüarmachang de» Neckar». Di« Stutlgartrr Stadruerlrctung har einmütig b«sch!osi«n. ein« an die wirrt- rembergijche Regierung zu richtende Prtitlon de» Verbände» würitkinberzischer Industrieller un baldig« Schiffbarmachung de» R ckars von Mannheim nach Heilbronn nachdrücklich zu unlersrützen und außerdem in einer besonderen Deirkschrist di« baldige Forlsührung de» Kanal» bi» nach Stuttgart und Eß. llnge» zu besürworlen. :: Acrzte und Kraulrnlossen. Nachdem auf zahlreichen Plätzen, die aus Grund de» Berliner Abkomm«,», zwischen lerzren und Kronkenlosi n eingeletteten Verhandlungen g«. tzheitert sind, steht, wie dem „Berliner Lokal.Anz." au, gut- injormierlen Aerztekreisen mig, teilt wird, nunmehr zn erwarten. daß die im Rcichsamr d«s Innern gepflogen«» Verhand- lung n nicht zur Basis dr» neuen Vertragsschluss«» dienen werden. Vielleicht dürsten hierfür «rft in allernächster Zelt neue Verhandlungen eingeleitet weiden. :: Zober» im elsaß lothringische« Landtag. Die Inteepel- latlonsd.'bottc übrr die Zaberner Asiäre im «lsaß lothringl- schrn Landtag wurde zister» beendet Di« Rachmittagrfitzung begann mit einer Rede de» sozialdemokratischen Ab-vordnet«n Prirolis über di« Gesetzesübertretungen. Das Schlußwort sprach d.r Aba Drnmm. dieler Dir i-»nd »s lä- zweck>nä»>->. Reue laqeszeltuuH. gjiltn, km seine Red« im eisässische» Dtehtt j» tzaite», trotzdem die» bei früherer Gelegenheit für unzulässig erklärt worden war. Er saßt« nochmal, all« Angriffe zusammen und sprach der Regie, rung den Dank (I) de, «lsaß-lothrl«gischen Landtag, an». Da. raus wurde di« Wahlresoiuti»» unter allgemeinem Beifall de» Hause» einstimmig angenommen. Hiernach besprach man «ine sozialdemolratische Resolution über di« StreiNrawoll« in Mülhausen, wo der Pöbel reaolllert hatte und wobei zwei Menschen gelötet wurden. Di« samos« Körperschaft ist bereit» so eng Mi» der Sozialdemokratie und dem Pöbel (ilrt, daß sie ihr Bedauern Über die Vorgänge aussprach und strengste lln. tersuchnng empfahl. Holland. :: Rettung d«r Brsatzung des .Eobegnid". Trotz de» hes- tigen Schneesturm» ist «» gelungen, di« Possagier, und Mann- schalten de» gestrandeten holländischen Dampfers „Eobequid" zu retten. Wie der Küsdrndampser „Westport" au, Jarmouth telegraphiert, ist e, ihm gelungen, die 72 an Bord befindlichen Posiagirre und 24 Monn der Besatzung zu rette». Il Mann und der Kapitän sind an Bord de» „Eobequid" geblieben, da sie hofsen. sobald sich der Schneesturm gelegt hat, die Ladung de, Darnpser, bergen M können. Trotz der äußerst gefährlichen Lag« bewahrten die Pasiagirr«. insbesondere di« Frauen, vollste Kaltblütigkeit und begaben sich In bester Oldrrung nach t«n Rettungsbooten. vom Balkan. :: Die Entscheidung IN der Jnselsrage. llober die äußerst kurze Rote, welch« di« Botschafter der Dieibundmächie als Antwort aus dt« Greysche Note übergaben, verlautet n»r sehr Spärliche». Man bars aber seststellrn, daß nach Londvner Auf. fasiung von keiner fachlichen M.iriilngsvrrschiedenhert unier den Drerbunbmächt«» die Rede ist. obwohl di« drei Roten nacheinander übergeben wurde». Di« Antwortnote gilt im allgemeinen als befriedigend. Mehr »der weniger sei der englische Standpunkt vom Dreibund angenommen worden. :: Eine Erklärung in der atbanischen Verwaltung. Die „Kölnische Zeitung" ineldet an» Berlin: In der zurzeit noch unfertigen Verwaltung Albanien, scheint sich «in« Klärung vorzubereiten. Dl« Großmächte sind nicht abg:neigt. di« Befugnisse der internationalen Kontrollkommission zeitweilig da- hin zu erweitern, daß dies« Kommission statt der bloßen Ueb r- wachung die Ausübung der Verwaltung selbst ln die Hand nimmt. Diese vorübergehende Erweiterung der Vestrgmss« würde mit dem Eintrejsen de» Prtnzcn z» Wied aus albanischem Boden ihr End« erreich:». Di« international: Kommis, fron würde sich von diesem Zeitpunkte ab wieder auf die Wahrnehmung ihrer Neberwachnngsrccht, beschränken. Man wird annehmen können, daß Jsmae! Kemal Bei »nd Essad Pascha einer vorübergehenden Ausübung der Verwaltung Alboni-n» durch dle europäische Kommission sich nicht wtdersetzeu werden. Ans neuester Zeit liegen von beiden Erllä,ungen vor. wonach sie der Uebernahm« der Regierung durch de» Prinzen zu Wied kein« Schwierigkeiten bereiten wollen. Die zeitweilig« Der. waltuug Albanien» durch dt« inlernallonale Kommission soll nur den Regierungsantritt vorberciten und vielleicht beschleunigen. Südafrika. :: Ilcbcrgabe des Födrrationsgebäude« in J-ihaniies- knrg. Dir Komödie der Belagerung der Tradehall. d.'s' Sitzes der Arbeiterorganisationen, bot ein schnelles Ende gefunden. Die Rogicrirrig entschloß sich gestern z» energischem Einschreiten »»d ließ a»? dem Arsenal der Miliz einen Sikbenpsiindrr aus den Platz vor der Trabes,all aufsabren. Ein starkes Polizeiaufgebot sowie eine Abteilung BurgherS in Stärke von annähernd 1990 Mann, faßten neben dem Geschritz Posta. Dann sandte der Kommandierende der SIrcilkraft eine Aufforderung an die Arbeiterführer, dos Gebäude irinerbalb 15 Minuten zu übergebe». Miltlervreile richteten die Artilleristen da- Geschütz und mochten es schußbereit. (So isl's rechst!) Als die Arbeiterführer sahen, daß bitterer Ernst gemacht würde, rä"rnten sie unter Protest das Gebäude, da? sofort v:>n der Polizei in Besitz genornnien wurde. Das stramme Voracbcn der Negiernng hat überall den besten Eindruck geniackt. Vrrcrniqte Siooten :: Präsident Wilioris Kampf gegen Die Tr»''z. Präsident Wilson crllärle dcn Senatoren, er begünstige die Schrrssring cinir KandrlSkomruissio», welche die Anflölung der Trusts leite» soll. Ferner müsse d.rs Kettenfystem ,» den AussichtS- lätcri unmöglich gemacht und die persönliche .Haftbarkeit der Trirstqründer kestgefcgt werdcrr. Tic Jrihrcr der Teruokra- len stimmen Wilson zu. ^ Meist ko. :: Die mkrikarstschr» ZnbliinoSeinstkllnngen. Tie „Kölnische Zeitung" meldet ans Berlin: Der Eindruck der »rerikanischcn Zahlungseinstellungen in hiesigen politischen Kreisen ist der. doß es notürlich arrssollen muß. daß diese Maßregel unmittelbar nach der richtigen Bezablung deS Januarkoupgns erfolgt, während die Bezahlung des Avril- keupoiis noch einige Monnte Zeit bet. Die Gründe, die die merikanische Regierung z» ihrer Maßnahme bestimmt haben, sind im Augenblick noch nicht völlig zu übersehen. Vermutlich sind die Maßregeln geeignet, zu einem Gedankenaustausch der beteiligten Regierungen zu führen. Äny der ffrimnt. • Friedberq, lß. Jon. Di« beim letzten Zusammensein auf Montag, den IS. Januar iestgcsetzt« Eoongelilch« Männerver. sammlung muß aus Montag, den 28. Januar vrrschobe» werden. • Friedb-rg. 16. Jan. Nächsten Sonntag, den 18. Jonuar von nachmittag, 4 Uhr ab findet da» diesjährige Winterver» gnügen de» Verein» ehemaliger Landwirtschaftsschüler ln dem Festsaal de» Hotel» Trapp statt. « Friedber, Fauerbach. 16 Jan. San,»tag Aden, 8 llhr findet Generalversammlung de» hiesigen kriegenrerem» bei Gastwirt W San« kto>» * Aus drin Kreise Büdingen, 15. Ion. Wie wir lüngsi y schon berichtel baden, besteht die Absicht, die frühere Zucker- ' sobrik in Stockheim wieder irr» Lebe» zu rufen. Zn diesem Zweck ladt die Bürgermeisterei Slockheim zu einer Versammlung auf nächsten Sonlag. den 18. Januar vachmitlag» y?!) llhr in den Saal des Gastrvirts Wolllier zu Slockheim ein. * Bnrlkäge über Wehrbritrag für Landwirle. lieb - die Ausstellung der VerniögcnSerkläruirg irrr die Voran fagring zur» Wcbrbcitrag bist der Leiter de? Buchsüh'urrg.' dienftcs d«r Landwirlfchrftskairinier, k)r. Burg-Darm stadt, folgende Vorträge sür Landwirte al>. Ion.. ftnM : Sonlag. den 18. Januar, vormittags 19'/; Uhr. Malbilde»- höhsaal, Diebiirgerslraßc 29. Bor in ? : Montag, den 19. Januar, nachmittags 3^4 Uhr, Restauration z» de» zivöls Aposteln. A lzct, : Dienstag, de» 20. Januar, nachmittags 5 Uhr, Rcstauratio» 12 Apostel». Hellg. 7. Erbach i. 0.: Mitttvoch de» 21. Januar, vormittag IO 1 /- Uhr, Restauranl zum Schlltzenhof, Hauptstraße 217. Heppenheim: Donnerstag den 22. Januar, IO'/- Uhr, vormittags, Restauration W»rth-G>irrer>. B Ü d r rr g e « : Freitag, den L). Januar, vornrittagS 10hk- llhr, Hotel Fürstenhof, Neustadt 37. Louterbach : SamStog, 24. Januar, vormittags lOVs, Ubr. Felseirkcller zum Johauuisberg. Die Borträg« sind kostenfrei. * Frankfurt a. ®I., 16. Jan Durch die Dienstbolenversiche rung wurden der Ortrtrairkenkasse 2k,8gg Rruonmeldungc» zu geführt. Da dl« Versicherungen bl« zum 1. Februar nbgeschlos. serr sein müssen, hat di« Kasicnverwalttrng ein« Tag »nd ?!ochi während« Arbeitszeit, »rlt zahllos«» HUfsarbeitcrn «rngc- führt. — Ein« Glänbigerversammlung der in Konkurs gerole- nen Jinmobilren.Verlvaltting Wiesbaden und Bauer stellt« dir Verbindlichkeiten dieser Firma «Inschlleßlich der Hvpolheken ans 1 !» — 20 MN innen Mark scsi, denen Aktiven vorläufig säst gar nicht gegcnüberstehrn. An di« Konkursmasse hat die Stadl Frankfurt ein; Vorzugssorderung von etwa 40 000 Merk sür Steuern und Wähischasirgelber. Eine ganz« Serie von Airsech'' tungsllagen ist in Vorbereitung. * Frantsurt «. M-, 16. Jan. Der frühere zweite Bürger Meister Franksurl». Geheimer Regierungsrai Dr. Adol, Var. rentrapp. feiert am 18. Januar seinen 70. G.Inrrtstag Er lnit sich um di« Finanz, und Bodenpoittik der Stadt besonder« Verdienst« erworben. Am 1. Januar >S07 trat er ln den Ruhe stand. * Hanau. 18 Ja». Die hiesig« Strailammer verurtoili« die Spezereiwarenhändlerin Frieda Schmidt wegen Verkaufs total verdorbener Wurst zu UM» Mark Geldstrafe. Die Wurst war von einer auswärllgen Wurstsabrik bezog«». * Machenbuchen sKr Hanau). 18. Jan. Rachsoischungen der Lileraturhistvriker« Pros. Uhlmann aus Chemnitz haben ergeben, daß di« Vorsahren Emanuel Geilxls hi«r in Wachen, buchen bereits im Jahr« 1871 als Bauern misässig waren und bi» End« des 18. Jahrhundert» »rkurrdlich sest.zustellen sind De» Dichter» Großvater wurde 1741 in dem setzt noch vorhanden:« Stammhaus« geboren. Ein Zimmer der Hause» birgt sogar noch da» Gclbclsch« Familienrvappen. Geibel» Groß, valer wurde später Ratsdiener in Hanau, sein Vater war Pfarrer tn Lübeck, wa Emanuel am 17 . Oltober 1818 geboren wurde. Der Dichter, dessen 100. G bnrlslog rm nächsten Jahr gefeiert wird, ist als« als ein Kirrd Hesiens anzusprcch-n, wa» Geibel selbst auch ln folgenden Versen ausgedrückt hat: Und kam ich auch vom Ostseestrand Da» Licht der Welt zu suchen. Mein« Heimat Ist lm Frankenland Im Dorf zn Wachen buchen. Helleri-Aaliau. * Au» dem Kreis« Höchst. 18 Jan. Kege» das Abbrennen von Feuerwerkslörpcrn und dcn Verkauf solcher an Personen unter 18 Jahren hat das Landratsamt «in« begrüßenswe-i: kcrfügung erlassen. Insbesondere wirb da» Abbrennen sol cher Körper aus den bevorstehenden Moslenbälle». w,c übe- Haupt Tanzmusiken, b.i ganz empsürdlicher Slrase verboten Den Gastwirten wird bei Duldung de» llnsuq» die Enlzikhun. der Erlarchni, zum Abhalten von lanzucignügen augrdrohl. Auch do» ösfeniliche Feilbieien der Feuerrvertsrörper wird dev Hausierern verboten * Oberrrrsrl, 18 Jan. Di» Polizi« hat sür die hiesigen Schau.'lokal« die Palizerstndi ausgehcche». " Haiger, 18. Jan. B.-!m vorzeitigen Abspringen von ei nem Eisenbahnzug geriet der sugcndliche Bahnarbeller Alb ri Kempser aus Rodenbach unter die Räder. E, w»rd« übersah, ren und starb bereits auf dem W ge nach dem Krankenhaus« Zlcneste nnd ÄralftnachrichlLtt. Schneefall in jkatnlonir». Barzelonn, 16. Jan. In ganz Kalalonien ist gestern znm ersten Male seit 27 Jahren, ein b.-stiger Sch-icesall nic dergcgangcn. Das Tlrerinomeler zeigte 4 Grad unter Null. Todesurteile in Albanien. Valoun, 19. Jan. Das Kriegsgerrckzl in Valona sial dcn lürkilckrn Olifzier Bekir Eiiendl und seine Gcnosien. die jüngst mit deni Dampfer „„Meran" dort eingeirosieu sind, zum Tode verurleilt. Das Begnadigungsrecht stebl der internationalen Kontrollkommiision zu. H«u- und Strohmarkt. Angelabren waren 4 Wage» Heu. Preis: 3,19 bis 3,39 M. Das Geschäs! war drückend Zufuhren wie gewöhnlich. Fronklirrlrr Wetlrrberrcht Voraussage: Wolkig, meist trocken, etwas warmer, ösr- l!che Winde, noch Nachtfrost. Lerantworilich s. d Schristleitung: Otto H i r i ch e l. Friedberg: für den Bnzeigenleil: Karl S ch mi dl. Fricdbrrg i. H Druck u. Verlag d. „Neuen Tageszeiluna" A .E., Fricdberg i. H. Unser Aul Herz-Stiefel und andere reine Schuh-Fabrikate 10*|« Nachlass Kraft-Schuhe im Preise herabgesetzt Cjiittaliii grobe Dose jetzt 3* Ptg. kleine Dose jetzt i« Ptg. •ImniulIn Dose jetzt 13 Pfg. Glasdose Creme jetzt IS Ptg. I.cilerfett jetzt 8 und I» Ptg. Vsojceci jetzt li.und 3» Ptg. Sämtliche Schuhcreme» billiger. zum ersten Mal von uns veranstaltet, bedeutet für alle Käufer eine außerordentlich günstige Gelegenheit, Schüttwaren zu wesentlich herabgesetzten Preisen zu erhalten. Kein Stück, das jetzt nicht billiger ist. Wir verkanten während des Jnventur-Ausverkaufs einen großen Teil unserer Vorräte 10 0 einzelne Sorten 0 u. Artikel bis zu 50°| o billiger. Selbst auf die Artikel, die uns ohnehin nur ganz bescheidenen Nutzen bringen, gewähren wir 5% Nachlaß. 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Seit mehreren Taften wird vor der ersten Strafkammer de» hiesigen Landgrichts «in Prozeh verhandelt, der immer weiter- Kreise Zieht and voiavssickilich noch ZU lebhasten Au«, «inandcrsetzungen in der landwirischaftlichen Fachpresse und speziell in den deutschen Imlerbliittern führen wird. Auf der Anklagebank sitzt dir frühere Postassistent und sitzige verantwortlich« Redakteur der in Konstanz a. B. «rfchei »enden „Imkerzeitung" SBtaj Kuchcnmiiller au» Coswig i. An halt, der der Beleidigung des Vorsteher» der staatlichen Nahrungsmittel . Untersuchungsanstalt in Berlin. Regierungsrat» Prof. Juikenock (Berlin) und der Direktors des Norddeutschen Honig- und üüachsw.rie» in Visselhövede, Heinrich Winkel, «ann. beschuldigt ist. Der 2lrasantrag. der zur Ofsizialtlage der Verdener btaaisanwallsitast Deivirlassung gegeben hat. ist von dem Bei. liner Poli.zcipiäsiden>en Herrn v. Iogow gestillt worden. Die Angriff« des Angeklagten Kuchemnüller gegen Regi» runzsrat Iuckenock und Direktor Winkelmann dauern schon seit Jahren an. Inbezug aus Winkelmann hat Kuchemnüller dir Behauptung ausgest- llt, dass dl« von dem Norddeutschen Honig, und Wachswerk in Visselhövede in Verkehr gebrachten Honig« gefälscht seien und dass dar deutsche Publikum durch einen sowohl in Visielhövede als auch in der Zweigfabrik in Bremen hergestillten Honig fortgesetzt einem Honigschwindel tm Grossen zum Opfer falle. Diese Behauptungen verbreitet« der Angeklagte durch di, Grviisverfendung der „Imkerzeitung" durch di« ganze deutsch: Presi« nd in allen Gegenden des Rei. ch». Di« Staatsanwaltschaft Derben »nd di« Oberstaatsanroalt. schaft Cell« stellten jedoch di« völlig« Haltlosigkeit der Angaben Kuchenmüller» fest und zwar auf Grund der Gutachten d«» Re» gierungsrat» Dr. Iuckenock (Berlins, als Do ist:her der staatlichen Nahrungsmittel - Untersuchung«! «statt und de» staat. lich geprüttei Nahrungsmittrlchcmiker, Dr. phil. Reinhard in Leipzig. Nunmehr ging Kuchenmüller auf den Regierungsrat Prof. Iuckenock mit seinen schwerwiegenden Vorwürfen vor. indem er behauptete, dass dieser Beamte Winkelmann» „enor. men sensationellen Honigschwindel" durch fein Gutachten gestützt habe, das, er dem von Winkelmann verübten Betrug Vor. schuh leiste und daß durch diese» ganze Vorgehen di« reellen Imkersteis« schrver geschädigt würden. Bezeichnenderweise führte Kuchenmüller durch falsche Druikoiigaben di« Behörde über di« Herkunft der Flugblätter irre und droht« schliesslich, sie künftig in Italien Herstellen z« lasse«, um Verfolgungen in dieser Hinsicht zu entgehen. Inbezug aus den Regierungsrat Pros. Iuikenaik behauptet« Kuchenmüller in Eingaben an da» Amtsgericht Rothenburg, daß Winkelmann verschiedentlich Profesior Iuckenock Privatsendungen von Hontg gemacht hob«, »m den Sachverständigen über die Winkelmannschen Hontge brfangen zu machen. Dies habe Zur Folge gehabt, dass Prof. Iuckenock Lssentbich für den Winkelmannschen Honig sogar in Gerichtsverhandlungen «ingiireien sei. das, er aus Anregung Winkelmanns diesem behilflich gewesen sei, dessen Konkurrenten. die Finna Michels in Berlin, des unreellen Honigshon. dels .zu verdächtigen und das, scbliesslich Pros. Iuckenock trotz ihm vorgelegier Gegenbeweis« Winkelmann anlässlich einer in Dessau staiigesundeiien Gerichtsverhandlung in Schutz genommen habe. Wegen der in diesen Behauptungen liegenden Vorwürfe der Beftechiichkeit und des dienstwidrige» Verhallens Hai, wie bireiis erwähnt, Polizeiprästdni ». Iagow Sliasonirag gegen Kuchenmüller gestellt und ebenso Hai Direktor Winkelmann Strafanzeige gegen denselben rrsiatiet. In der bisherigen dreitägigen Beehandsung. Zu der vier, zig Zeugen und 11 Sachverständige au» allen Teilen de» Reiche, geladen sind und zu welcher Regierungsrat Prof. Iuikenaik und Fabrikant Winkelmonn als Nebenkläger zugrlassen sind, zog zunächst Kuchemnüller den Vorwurf der Vestechlicbkctt gegen Reoiernngsrat Iuckenock zurück. Ans aller Ivelt. Unglück. Auf Schach! 2 der Gewerkschaft Dönge» bei Dorn, borf a. W., der durch die deutsche Schachlbmigesellschast zur Zeit noch abgctäust wird, wuod« durch niedergehendes Mouer- werk «in Arbeiter getötet, zwei schwer und einer leicht verletzt Hinrichtung. Der Dienjllnechi Mari, aus Grosdorf. der die Dienstmagd Auguste Kliegebiel aus Warijcnstedi, mit der er etn Liebesverhältnis unterhalten Halle, ermordete und deswegen fitnerzeli zum Tode veurrteili wurde, ist am 10. Januar hi «gerichtet worden. * Eine freudig« Botschaft sür Eisenbahner. Ab 1. April werden bei der Preusslsch.Hessischen Siaaisverwallung folgende Siellenvermehrungen elniredin. Es werden mehr ernamii gegen 1913: 104 nicht technische Eisenbahnsekreiär«. 323 Assisten. ten. 1200 Lokomotivführer. 1200 Lokomotivheizer. 001 Zugsüh. rer. 315 Werkführei. 300 Rangiermeister, 1285 Unterassistenten: 800 Weichenst.ller 1. Klasse. 1000 Weichensteller. 2U8 «tzehilsin- nen. 300 Rongierführer, 1805 Schaffner usw. E» dürfen als« eine Menge Hilfsbeamte auf etcttsmässig« Anstellung rechnen. Zum Lustmord in Tübingen. Das Opfer der Lustmorde« ist ein 11jährige» Mädchen, die Tochter Irma des t» tnr llhland- strotz« wohnenden Kaufmann, Dessauer. Dies« hatte flch am 11 . Januar mittag, gegen 2 Uhr in da» benachbarte Hau» de» Buchdruckereibesstzer» Weil (Tübinger Chronik! begeben, um dessen befreundet« Tochter zu einer Schlittenfahrt einzuladcn. Von diesem Gange ist da» Kind nicht mehr zurückgekehrt, weshalb es noch erfolglos« Nachforschung abends der Polizei als vermisst gemeldet wurde. Gegen 12 Uhr nacht» erschien dann der 27jährige Hau^nrsche Mai«,, bedienstet tn der „Tübinger Chronik". vor der Wohnung seine« Arbeitgebers »nd gab an, er habe, at» er die Zentralheizung anseurri«. eine Leiche im Keller gefunden. Di« benachrichtigte Polizei fand doti die Leiche de« Irma Dessauer vor. Die Leich« log auf einem Koh- leichansen, wie, aber keinerlei äutzer« Verletzung!« aus, dagegen ergab der erste Befund, dass da, Mädchen geschtechilich missbraucht worden war. Di« L.äche ward« obduziett. Maler wurde tn Haft genommen. Er gibt an, am frogkichen Tage den ganzen Nachmittag autzerhakb Tübingen, geweilt zu haben und will von der ganzen Sache nichts wissen. Werbern der Fremdenlegion in. Gar» gegangen. Der Sirossnbahner Dier au» Ruhrort hatte einen Gsst-llungsbefechl für das Infanterie,egimeni Rr. 13 in Münster t. W. erhalten, wurde jedoch wenig« Tag« nach seinem Dienstantritt fohnen- flüchttg. Jetzt schreibt der Ausreiher laut „Rhettrlsch.Westf. Ztg." an seine in Ruhrort wohnenden Bnwandien. dass er auf seiner Flucht tn Köln drei Werbern »«« Fremtrenkqsten tn dt« Hönde gefallen sei. ivelcbe ibm In Frankreich eine flu»? Stell« in Aussicht gestellt hätten. Au, französij-b.m Boden lei er io fori eingekleidet und nach Algier befördert worden, wo er t; Fremdenlegionär sei. ft«um «lnndlich. ,»„ wahr! Zu 2 Monaten Gejängni» routl* in Berlin ein Schlächtergeselle und „Wurstt>indlei' Reu. peri verrieUI. der Wurst -u» Hunde und Kntz.'nsl isch i zc. stellt hatte. Der ausfällig billig, Preis von in Pi., für da, Pfund ..allerfeinster Salami, nud Leberwurfl" hatte mrichi dene Leut« veranlasst, die Pols,ei um ein: Be„chiigu->z h. Reupertfchen Werkstatt zu bitten, wobei dann i, 1 .uittju dendsten Tatsachen herauokamen. Bezeichnend ist l^ionde-o. dass Oteupert viel« Gastwirt« zu seinen Knnvn zählte. Da» Anwallsbür» in he« Kchnapsbude Der Ebrenra, o.-r Pariser Rchlsonwallskammer hat über einen Rechlso. wal, ou, eigentümlichen Gründen eine Diszipiinarslrase verfängt E» war nämlich dem Ehrenrat zu Obren gekommen, dass d-r Anwalt in einer Schnapsbude «ine Ar, Kanzle! aufgefchloaen Hai. wo er in einem Rcbenraum Sprechstunde,, geg,-« « „ G»k- geli von 3 Fr abhielt. Jeder der Klienten erhielt als Prä,nie rm Gläschen Schnap, Drei Mitglieder des Ebrenra,» h gi. ben sich in Hst Schnapsbude und wurden, nachdem sie ihre drei Fr. bezahlt nd ihr Gläschen Schnaps erholten hatttn. in den Rekenraum geführt, wo der Annmlt fast vom Schlage geqihrt wurde, als er tn den neuen diel Klient:« sein« Kollegen vom Ehienrat erkannte Einstweil.-n hat ihm der Ehrenrat di« Ausübung finer Anroaltspraxi» auf drei Wochen susvend! II. Sin geheimnisvoller Mord wurde von der Londoner P li' zei in einem Eisenbahnzug« entdeckt. In rimm Abieil 3 KI wurde uunier einem Sitz die Leiche eine, siebenjährigen Kna ben gefunden. Di« Polizei stellt« fest, dass da» Kind erwürg worden ist. Berzweiflimgstat zweier SsebzrssuitlA'steu. -w.-.. --» den Stationen Schönwalde »nd Mühwnbeck der Lieb. ,a older Kleinbahn spielte sich gestern abend um l i Wir am doui PahngleiS ein Liebesdrama ab. Ter I7j,'ihrige Buchhalter Daslak in Schzöueberg inrd das gleichaltrige Dienstmädchen Kunzig warfen sich, um gemeinsam zu sterben, vor eine,. Per- sonenzng. Pnslak wurde der Brustkorb eingedrückt und ein Bein abgefahren. Er starb balb daraus an den erlittenen Verletzungen im Reineckendorfer Krankenhaus. DaS Pfad- chen ist wunderbarerer Weise mit dem Schrecke» davouge- kommen. ES wurde nur In den Graben neben dein Bahn- gleis geschleudert. Das ErpIvsionSungück in Bochum. Zu der bereits ge meldeten Pulver-Erplosion in Bochum toerden »och folg !,!. Einzelbeiten bekannt. An der Unglücksstätte sieht mau iei; 1 nur noch ein 10 Meter tiefe« und ebenso beert, s Loch. weitem Umkreise sind sämtliche Bäume durch die Gewalt ■ Erpsosion geknickt worden. Die Dächer der umliegend,-n Au wesen sind grStztenteil« abgedeckt. Don den drei getöleten Fuhrleuten bat man bisher keine Spur finden können. Explosion einer nlten yrrusiischen Grnuote. In .tit- Benatek bei Königgrätz erplodierie eine von einem Schmied n,elfter anfgefundene preutzische Granate an? dem Fahre 1686. Die nahe dem Funborte gelegne Schiniede wurde zerstört und der k9jährige Sohn de, Schmiede« zerrissen Die Granatsplitter flogen zirka 20(1 Meter weit. Da« Spiel mit dem Leben. In dom Dora : kei Mannheim, erschoss stch nach einem Streite mit seiner U. • liebten der 25 Jahre alt, ledige Ebauffeur Johann ('f if mann. Ich lasse D.ch nicht. Original-Roman von EourthS-MahIer. MR lFvrttetzung! Diese fchüttcNe verleg-m den Kopf. ..Geweint — ach — warim, nicht gar! Ich habe Meereilig gerieben in der Kiickw: wc-itzt Du doch, dass OnGl ihn gern zum Fleisch haben will. War s schön draußen, Kind? Du hast Dir rote Wan- gen geholt und klare Angen. Das ist gut. Nun komm, ninim den Hut ab und streiche Dir da« Haar glatt. Und die Jacke ziehe au?. — so hübsch stebst Tu a„S. Warte, die Krawatte an Deiner Hemdbluse bat sich ein bisschen verrückt..' Sorglich zupste die alte Dame an Sonja herum. Diese lächelte. „Aber Grosstantchen, bin ich noch imnrer nicht 'ckwn genug? Spare Dir die Milbe, wenn die Rangen aus der Schule konimen. bleibt vor ibren wilden ZärtlichkertSaus- brüch"n dock nicht« mehr beil und gerade." Grosstantckzen bl'ckte verstoblen nach der Tür. „Dar einer Stunde konimen sie nickt beim, die Rangen, nud vorder wollen sich doch noch andere Augen an Dir freuen. ?!»» gebe mir hinein ins Wohnzimmer: ich komme gleich nach." ^?st Tante Küthe drinnen?' „Nein, die ist drüben bei Onkel Ernst, die beiden haben etwas niiicivandcr z» besprechen. Nun geh« nur, ich habe roch ein Weilchen in der Küche zu tun.' „Kann ich Dir nicht bellen?' „„Bewahre", wehrte die alte Tarne'und schob sie ener» g>fch nach der Türe de? Wohnzimmers. Sonja trat ein und die alte Dame schloss rasch dinier ibr die Türe nnd lehnte sich einen Augenblick dagegen, als wolle sie Sonja gefangen kalten. Dann schlich sie leite in Ernst'« Zimmer hinüber, der soeben dabei war. seiner Frau dat einzige Geheimnis, das er vor ibr batte, zu enthüllen. Sonja stand wie gelähmt auf der Schwelle des Wobn- "NMierS Sie war beim Eintreten jäh zutmumcnaczuckt. Bor ihr. mitten !m Zimmer, hell vom Sonnenlicht beleuchtet, stand Nikita Arganoff. Und seine Augen grüssten an di« Türe. „Graf Arganoff, — Sie hier?" stammelte Sonja da ganz fassungslos. Er streckte sehnsuchtsvoll die Arme nach ihr a»S, doa seinem bcissc» Gefühl überwältigt. „Sonja — meine Sonja!" Sie erzitetrte und starrte ihn an wie im Traum. Er trat auf sie zu. „Liebst Du mich nicht. Sonja? .Willst Du nicht mit mir kommen — als meine Braut — mein Weib?" Da Ickssuchzte sie auf, und wortlos bot sie ihm die Hände entgegen. Er riss sie in feine Arme, aber gleich bezwang er sich wieder und küsste sie still und andächtig auf den zuckenden Mund. „Meinl Meine Sons« — nun ist alles wieder gut. Ich halte Dich: nun lass ich Dich nie mehr von mir. Du bäles liebes Kind. Wie kontesi Du so von mir geben — ohne Abschied? Dachtest Du gar nicht an das. was ich bei Deiner Flucht empfinden musste?" schalt er zärtlich. Sie sab zu ibm auf. und rote Rosen blüblen auf ibren Wangen. Die Gokdfunken strahlten auf in ihren Augen. „Wie denn nur. wie kommst Du zu mir? Ach. dos kann ja nicht sein. Wenn Du alles wüsstest! Nein, lass mich — cs fann ja nicht sein." „Es kann sein, und es muh sein: jetzt gebe ich Dick nickt wieder frei. Du bist mein — mein auf ewig. Und — ich weih alles — alles, meine Sonja. Deine Grossmutter schickt niich zu Dir." Sie zuckte zusammen und blickte erschrocken zu ihm auf. „Sie — die Fürstin Kalnoky?" „Nein, nicht die Fürstin Kalnoky. sondern Deine arme Grossmutter. meine Sonja, der Tu so bitter Unrecht getan. Ja, ich muss Dich schelten. Wie sehr hast Du sie ver- kanni." Sonja atmete erregt, aber sie lieh sich halten von lei,.- i Armen und fühlte trotz oller Unruhe so wohlig, d-iss bi in Platz der schönste und auch der geborgenste war auf Gölte ' weiter Welt. „Ich verstehe das nicht - 7 - siefchickt Dich zu mir?" >re.-'te sie hastig. „Ja. Ich verriet in der Angst und Sorge »m Tein Verschwinden meine Liebe zu Dir. Und dann v>ar ick la vec- ffffssen, »» behaupten, dass nutz Dn mich liebst. Habe ich gelogen. Süsse?" Ihre Augen strahlten feucht und innia zu ihm aus „Nein, — Du hast es ja gewusst — wie ich wusste. Du mich liebst." „Und doch entflohst Du mir. obne Abschied zu 11 ! v ■ " Sie schauerte zusammen und wurde blass. „ES musste leln. Wir konnten uns nickt angel-gren und — der Abschied hätte uns nur web getan. Wi- ' t ich auch von Dir Abschied nehmen können. Ach - u. !> »:• 1 wird es doppelt schwer sein, obne Dich zu leben." „Obne mich? Dar sollst Du nie. nie mehr. De r ' Tu denn nickt, dass ich Tick nicht so halten würde, wenn in cd nicht für immer tun dürste. Mache T!r nun klar. da>'-. ich Tick nie mehr von mir lasse. Du musst mit mir komme , »ach Petersburg zurück, zu Deiner Grossmutter. die lick i' . danach lehnt. Dich in ihre Arme zu nehmen. Wüsstest wie sie sich um Tick bangt, wie sie Tick liebt. Tu >»irst >»>, mir kommen zu ihr. denn das. was Tu ihr zum Borwui 1 mackst, beruht ans einem Irrtum van Dir. Aber da? v Ta sie Dir nlle? selbst sagen, meine Sonja-, hier ist ein Brie,' l ihr an Dich." Er nahm, obne sie ganz frei zu geben, da? Schrei ' Marin PetrowneS aus seiner Tasche. Sonja nahm es mit bebenden Händen und sab d- auf nieder. „An die Fürstin Sonja Kalnoky". las sie »>ii br> ,cu- den Au-^ > »e. 13 wem Xa 9 « 6 ,)t«tung. Freitag, oen 16. janu«* 1914 Miuibcmiiurb j„ S?cnküit. Ein grausiges Verbrechen hält si;r Seit die f'k-niiiUv der britischen Hauptstadt in Aufregung, ^n einem Abteil dritter Klasse der North-London Eisenbahn sand inan die Leiche eines etwa siebenjährigen Knaben. Die Leiche des KindcS war unter einem Zit, versteckt. Ein Arzt, der sie zwanzig Minuten nach ihrer Auffindung unter- chchtc. erklärte, das; der Mard seit ungefähr einer Stunde begangen Warden, er sei durch Erwürgen erfolgt. In sväter Abendstunde gelang cs auch, die Elter» des unglücklichen bindes senznitellen. Es bandelt h>h u,n eine voclianfleseheiie Bcaintentaiirilie in .tuanpstead. d-ech weigert sich die Polizei, den Na-nen der Familie zu nennen. Das Kind fei von ihnen, io rrllareir die Eltern, zu eineni Gärtner geschickt worden, uni Blumen zu holen, jedoch nicht zurück-»-kehrt. Anscheinend lugt Lustmord vor. Bier Brüder aktive Generäle. Durch die zuni Geburts- iag König Ludwigs ltk. von Bayern criolqten Beförderungen tritt jetzt der in der Armee einzig dastehende Fall ein. kan vier Brüder zn gleicher Zeit der «rtioeii Generalität nn- gel-ören. Es betrifft dies die Brüder Gustav. Albert, Emil und Karl Bitter von Schoch. Der älteste. Oteneralleul-iant Gustav Ritter von Schoch, befehligt die 5. Division in Nürnberg. der zweite, Generalleutnant Albert Ritter von Schoch, lübrt die erste Division in München, der dritte, General- major Emil Sckioch, ist Brigadekoiuuiandciir in Augsburg und der vierte, Keuerglmojor Karl Schoch, Brigadekoiiimmi- dcur in Neu-Nlm. Selbstmord eine« Fabrikbesitzers. Gestern morgen bat i ch der Fabrikant Ferdinand Schübe. Hannover, Gneisen,,n- st, oste 15 wohnhaft, erschossen. Schütze >var Kandidat für die Bürgervarsteherwahlen im Tiergartenviertel. Er hat gestern eingestanden, dah er anonyme Schmähbriefe an seine Mi Kandidaten geichricben hat. • Klingeuderg a. St., 13. Jan, Am Freitag zahlte die hle- ,iee Siadtkasse das jogeiiannte Biirgergeld in Höhe von sc 400 Wart ml j-btn Bürger, jeden Bürgerssohn über 25 Jahre und jel* Bürgersmitioe aas. Das Bürgergeld ist bekanntlich ein Teil de» hohen tbewiniies. den di« Stadt aus ihren Bergwerken löst. Her Rei, -ertrag tst so hoch, daß Kltngeuberg daran» sämtliche Keinerndeausgoben decken und noch das genannte llürgeigeld decken kann. Glücklich«» Klingenbera. in dem Steu-rn unbekannt« begriffe find. vrrhaftung. In Hohensalza wurden drei Schüler «rhaflet, die im Lause de» Sommer» in der dortigen Kirche den Andächtigen Pompadours und Portemonnni» gestohlen hatt:n. Heiratsschwindler. Bor der Straff-numer in Mannheim »alt« stch der 44jährige Masseur Soffer au» Erbach a. Rh. we- fln Heiratsichnrindel» zu verantworten. Der Angeklagte hatte i- den letzten Jahren in mehreren Städten Süddeutfehlanti» oorunter auch in Heidelberg, gelebt und gab sich al» Nervenarzt aus Er wustte verschiedene Mädchen an sich zu locken und stch durch Schwindeleien ihr« Ersparnisse zu verschassen. In 3 Fällen hatte er stch nun wegen Heivatsschwinbel» zu «rant- worten. Da» Urteil lautet, a»s 4 Jahre Zuchthau« »nt zehn Jahre Ehrverlust. Wackere Seemannstat. Tie Rettungsstation Stolpmünde her Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert. dost in der Nacht ant den 9. Januar von hem deutschen Dampfer „Stolp", Kapitän Schelz, gestrandet östlich der Molen, mit Gütern von Stettin nach Stolpmünde bestimmt, zehn Mann durch doS Retlnngsboot ..Generalpost- neister" der Station Stotvmiinde-Ost gerettet wurden. Starke Rrrv-n. In der Folie-Bergdre in Paris sollte dieser Tage der Dompteur Richard Wiese austreten, uni in Und da warf fie plötzlich aufschluchzend die Arme um seinen.<ö,il«. ..Nikital» Er streichelte zärtlich fächelnd !lir Haar. „Sonja — kleine Fürstin Sonja — dark denn der arme Graf Argnnoff Dich stir? Leben batten? Weistt Du, was Deine Grostinntter zu mir sagte beim Abschied?» S-e stob Eggend die Avaen zu ihm empor. „Geben Sie mit Gott, Nikita — brinn-n Sie für mich die Enkelin zurück — und für sich die — Braut 1" kleberwältigt von dem antsteigenden Gtücksgefübl. barg se !br Gesicht an seiner Brust. Er slüste-te ihr zärtlicke.ZM- enhio-nde Worte in? Obr. se innig an sch drückend. Nach einer Weile löste fie sch ansntinend aus seinen ckrmen. „Last mich lesen", bat sc leite. Er führte se *ii einem Settel, und sie las d-n Brief oer G--ostinutter. Graste Tränen r--.',',-n übe. ihre Wongen und lösten die Spannung, die in ioreni W teil war. seit sie wustv- d r > ibr R-ter e-ii T-»rst et-,,. , ,, gewesen war. Er füst'e ihr die Tränen fort. „Nilstt weinen, meine SonjaI NIM ist ja alles, alle? mied— gnt. Nickt wal-r. mm wirst Du mit mir keni-nen?" Sie lehnte ihren Kopk an seine» Arin und sah mit leuchtenden Auoen zn ji-m auf. „Wie kann i,l' anders. a^S Dir I--si',-n! Lud wenn ineine Giostinnkter wir'-icki in Liebe und Sehnsucht meiner harrt. — iiieivlt Du, ich könnte tie r>er---kub warten losen? Ich habe sie doch lieb, — trotzdem ich gt,,-siie. g.> u--' - u-u-ftz von mir wis-n wolle-,. Ach — so-'e niw, ob sic H-, l-'d-t? SEVir su „neust!,-, als Du sie Perl'estest? H ittc sie wieder : f, rc schlimme» Schmer--' ini Knie?" „Tie Schme- zen im Knie waren wobt kaum so arg al? die ,,n Herzen. Tu lieber, ungestü-uer Trotzkops. Ais ich zuloll'g. kurz nachdem fie alles was in ihr sandl st gelesen halle, zn istr s.z.n fand ich s° in Zustande. Aber dann wurde fie ruhiger „ . , > Dich bevn-uiioleu." (Schlnst folgt.- der Revue, die alle Abend gegeben wird, seine Laren mit- wlrkcn z» lassen. Ta jed-ck die Tiere verspätet emtrafen. wurde das Auftreten des Doniptenrs un, einige Tage per- schoben und Wiese erhielt Erlaubnis, die Baren provisorisch in, Hofe des Lari-st-- nntcezubringen. Du- Bestien waren jedoch durch die lang.- Reise unruhig geworden und wurden durch Neckereien von Leuten, die zur Besichtigung zuge- lassen waren, noch aiehc gereizt. Als nun am Abend die Frau des Dompteurs den Bären zur Beruhigung ein grostoS Stück Brot reiche» wollte, fable ein groster Bär mit seinen Arallen die Hau» der Frau und richtete sie durch Bisse fürchterlich zu. Nur durch Schläge mit eisernen Stangen konnte das Tier veranlaßt werden, von feinem Opfer zu lassen. Tie übel zugerichtete Frau wurde jedoch nicht eine» Augenblick von ihrer Kaltblütigkeit verlassen. Trotz ihrer wahnsinnigen Schmerzen verzog sie keine Miene, sondern wandte sich noch lächelnd an da? Publikum niit der Bitte, ihr eine Säge zu geben, damit sie die verstünuuelte Hand, die sie nun doch nickt mehr gebrauchen könnte, abschneiden könnte. Selbst- vcistäiidlich gab man ihrem Ersuchen nicht statt, sondern brochto sie nach denr Hospital Lariboisiüre, wo ihr wahrscheinlich die Hand amputiert werden wird. Seid einig und .... Bei der Rückkehr auf sein bei Essenberq liegendes Schiff suchte der Schifter van Sandtee laut „Niederrheinische Lolkszeitung" seine Frau zu erstechen und über Bord zu werfen. In der Gegenwehr verletzte die Frau ihren Mann dnrch Revolverschüsse in Kopf und Arm in lebensgefährlicher Weise. :: Sin Staurermeister wegen Aloidversuchs an Frau und KtuS verhaftet. In Köttingen wurde der Maurermeister Ma gerhans unter dem dringenden Verdachte verhaftet, wiederholt versucht ju haben, seine Fra» und sein uneheliches Kind zu oer- glsten. Freilafluug eine« betrüg-rUche» Beamten. Aus Dortmund wird gemeldett Der Oberpostassistent Meyer, der im vorigen Jahre wegen Fälschung von Rennlelegraniinen zu einem Jahr acht Monaten Zuchthaus verurteilt worden war. hat nach Hi», terlegung einer Kaution mm 50 000 Mark auf fteieii Fuß ge setzt worden. Der Tesfinee vanlkrach. Der Krach der Telsiner Kreditbank ist noch betzeutender. al» man bi» jetzt angenommen hat. Mehr «l, 21 Millionen find gefährdet. Die Untersuchung ln» «r. geben, daß in den Büchern der Bank die größte Unordnung herrscht«. Der Direktor ist verhaltet morden. Bor dem Bankgebäude fand eine äußerst stürmische Kundgebung statt. Die Polizei mußte mehrmals einschrei len. Kopf vor dem Schwurgericht. ®. & H. Frankfurt a. M., 18. Jan. (4. Derhandlungstag.) Der vierte Derhandlungstag in dem Prozeß gegen de» Gistmörder Karl Hopf begann mit der Besprechung des Mordversuchs an der Mutter deS Angeklagten. Eine Zeugin Fischer bekundet, daß Frau Hops eines natürlichen Todes verstorben sei und daß niemand an das Gegenteil geglaubt habe. Die Zeugin Kohl weiß, daß Frau Hopf stch geäußert habe, sie wolle ihren Sohn Karl auf den Pflichtteil setzen; eine ander Zeugin bekundet demgegenüber, daß die alte Frau mit großer Liebe an ihrem Sohne gehangen habe. Im Mittelpunkt der Derhandlnng stand heute der Mordversuch an der dritten Frau, die heute noch lebt, von Hopf aber geschieden ist. Sie gibt zunächst an, Hopf durch eine Zeitungsannonce kennen gelernt zu haben. Hopf habe ein Testament bnld nach der Hochzeit gemacht, in welchem sie als alleinige Erbin benannt war. das Testament aber war wegen eine? Formfehlers ungiltig. Später forderte Hopf von seiner Frau eine Verfügung, wonach sie nach ihrem Tode verbrannt zu werden wünsche. Die Frau lehnte das ab, obwohl Hopf ihr sagte, in seiner Familie sei die Leichenverbren- imiig üblich. Da die Zeugin Grund z» haben glaubte, an der ehelichen Treu ihres Mannes zu zweifeln, untersuchte sie eines Tage? seinen Schreibtisch und fand dort u. a. Beweise dafür, daß er schon zweimal verheiratet war, nicht nur ein- mal, wie er ihr erzählt hatte. Sie stellte ihren Mann deshalb zur Rede und habe in der Erregung das Zimmer verlassen. um vor ihrem Mann die Träne zu verbergen. Sic habe dann eine Tasse Tee trinken wollen, bemerkte aber an demselben ciuen sonderbaren Geschmack, es wurde ihr übel und sie konnte sich nicht mehr erheben. Sie fragte ihren Mann, ob er ihr etwas in den Tee gegeben habe, was er mit der Bemerk,mg verneinte, sie wäre Wohl selbst am Gist- lchrank gewesen. Er bet ihr dann Wein an nnd trank davon, zum Beweise, daß er nichts in denselben getan habe. Später drohte er ihr mit einer Anzeige wegen Einbruchs. da sie sei- neu Schreibtisch erbrochen hätte, worauf sie erwidert habe, sie werde dann gegen ihn Anzeige wegen Mordversuchs er- statten. Sie habe dann den Rest des Tees ärztlich untersuche» lassen, doch sei nichts verdächtiges gefunden worden. Weiter erklärte Frau Hopf, sie habe Aufzeichnungen ihres Mannes gefunden, wonach sie damals Fiebergrade bis zu -10,5 aufgewicsen habe. Ans Befragen des Vorsitzenden bekannte der Angeklagte, daß er damals seiner Frau Typhusbazillc» gegeben habe. Weiter wurde fcstgestellt. daß Hopf sich mehrfach bei dein Wiener Laboratorium, bei dem er seine Kulturen bestellt k alte, belcbwert hat, weil dieselben nicht virulent genug ge- wesen leien. Gleichzeitig verlangte er frische Fnstnren von Dysenterie-, Enteritis- und Botulismusbnzillcn. Femi Hops bekundet weiter, sie habe von ihrem Mann einmal ein Glas Milch erhalten, nach dessen Genuß sie neuer- dmgs erkrankte. Ihr Mann habe versucht, eine Untersuchung der Milch zu verhindern, es sei ihr aber gelungen, Rd. Rosenbaiini eine Probe der Milch zu senden, der sie aber Seite L wegen ihrer Besorgnis vor einer Vergiftung zu beruhigen, versucht habe. Wie der Vorsitzende feststellte, hat Hers sich in 7?-vem- 6er wieder bei der Wiener Firma über die Unwirlk-n.'eit der Kulturen beklagt habe, wobei er gleichzeitig Kulture i von Cholera asiatica bestellte, die vom Kriegkschonplatz nick dem Balkan wohl frisch geliefert werden könnten. Er rä-unie dann auf eine Frage des Vorsitzenden auch ein. seiner Freu Cholerabazillen beigebracht zu haben, und zwar wiederholt. Frau Hopf erzählt dann weiter, daß sie mit ihrem Mm», einmal eine Flasche Sekt getriinien hätte, der genau so schmeckte, wie dec Inhalt eines Fläschchens, das sie r.i seiner Tasche fand, als er auf einer Chaiselongue lag; an' den« Stöpsel des Fläsckicheiis sei ein „A" gestanden, was nach Hopfs Angabe Arsenik ku'deiitete. Tie Frau ging dann ir-s Krankenhaus, Ivo sie bekanntlich gerettet werden konnte, ste wäre am 12. April eutlassen worden, ihr Mann war a0— einige Tage vorher verhaftet worden. Auf ausdrückliches Befragen durch den Vorsitzenden, bekannte der Angeklagte , daß er seiner Frau nickt nur Arsenik, sondern auch Typhi,?, und Cholcrabazillen in die Speisen gemengt habe. Die Frage des Vorsitzenden, ob er, wie eZ den Anickeu> habe, feine Frau nur geheiratet habe, um sie mnbringcn zu können, verneinte Hopf, gab aber zu, daß er sie habe töten ivollen. Ebenso, daß er, der doch die Krankheit durch du Eingeben gefährlicher Bazillen die ganze Krankheit der vor- her gesunden Frau verursacht hatte, während dar urrrnn- lung der Frau au deren Bett saß und weinte und sie. ivie die Frau selbst bekundete, in liebevoller Weise pflegte. Er recht fertigte das daniit, daß er zu jener Zeit sehr niedergeschlagen und depriiniert gewesen sei. Die Zeugin bekundet weiter noch aus eine Frage des Vorsitzenden, daß sic von Len Batterieniendungen und den wisseuschastlicheu Experimenten des Angeklagten nichts gewußt habe. Ibr Man» habe ihr einmal ein Mikrojkov ge- brnchi und sie gefragt, ob sie sich für Milzbrand interessiere Sie habe dann auf seine Veranlassung hin in das Mifrvi'nv gcseheu und auf der Platte eine Menge rote Pünktchen bemerkt. lieber seine zweite Ehe. von der sie durch die Durch- suchung seines Sckweibtisches Kenntnis erhalten hatte. IW.c ihr Mann stets sehr harinlos erzählt und gesagt, seine Este sei sehr unglücklich gewesen, obwohl er seine Frau sehr gut behandelt habe. Er stellte die Sache- so dar, als wenn M,- Frau zu einem anderen Manne imerlnnbte Beziehungen unterhalten und von diesem ein Kind gehabt hätte. Nnd um dieses Kindes willen hätte er seine zweite Frau freigeaebe». Ferner habe ihr der Angeklagte sehr häufig von seinen Eltern erzählt, die er- sehr lieb gehabt habe nnd deren Verlust ihm sehr nahe ging, sodah es ihn sehr angreife, wenn seine Frau immer von seinen Ettern zu erzählen ankauge. Der Um- stand, daß Hops alle ihre verschiedenen Vorlialtnngen, di- ziemlich lange andauerten, ruhig anhörte, habe die Zeugin auf den Gedmrkeu gebracvt. daß lein Gelvissen nicht ganz so rein war. als er sich Len Anschein gab. Der Zeuge Bankbeamte H o f m a n n von der Psälzi!a>en Bank erklärt, daß die Angabe des Angeklagten gegenüber dr,n Kriminalinspettor v. Salomon, er habe anr der B--nt ein Guthaben von 7000 Jt liegen, falsch gewesen lei. Hop'» Guthaben habe zurzett feiner Berhaftimg nur 1500 Jt he tragen. Diesen Didersprnch sucht der Angeklagte einW’ dadurch zu entschuldigen, daß er sich bezüglich der Höhe feu;-■ Guthabens geirrt habe; in dieiem Glauben habe er auch die hohe Lebensversicherung abgeschlossen. Ter Vorsitzende bemerkt ihm hierzu, daß es auch -uinf-. i- nent höchste Zeit gewesen sei für ihn, seine Frau rtnf i'i” Seite zu bringen, da er so gut wie kein G--.'d mehr gelial.t habe und gehasst habe, durch die Lebensversicherung wieder zu Bargeld zu komnien. Die Zeugin S ch l i e p er, ivelchc die Frau Wallh Hops während ihrer vierwöchentlichen Krankheit gevllegt bat bekundet. daß sie einmal gemeinsam mit Fra» Hovt eine v- n dern Angi-klogten »ritgrbrachte Ananas verzebrt baSe. Darauf sei sie scbr krank gcworden und batte mehrere Tage da? Bett hüten niüssen. Das Gleiche sei der Fall gewesen nack dena Genuß von Ptlaumenkiichen, den sie ebenfalls von Hovi erhalten babc. Dahirciid ihres Krankenlagers habe ibr Hops einen Brief g< sch.icben, in welchem er der Zeugin du? Be- tretea seiner Wohnung verbot. Tie Gründe lnerfür erfK:rt>* Hopf nicht ai'.gcben z» können. Ter Zeuge und Sachverständige praktiicher Arzt I» Stofen bannt, der Frau Hopf wäbrend ihrer nranke ! behandelte, erklärt, daß er sich aus dem .Krankheitsbilde nickN klar grwerden sei und deshalb eine bestinimte Tia-moke nutzt habe stellen können. Den Verdacht einer V"rgisti-ng. da, Fra» Hopt geäußert habe, habe er nickt geteilt, zumal tz-- chemiicken Untersuchungen der Speisen usw. negativ geentz-t hätten Es habe ihn sehr befremdet, daß Frau Hopt il'.n dueck ihren Mann telephonisch mitteilen ließ, sie wolle „i' v ins Krankenhaus, sondern lieber zu Haute bleiben, ol ; 1 sie »nd Hopf selbst am Tage zuvor mit der lleberksihrnng Krankenbaii- einverstanden gewesen sei. De- Sechverständige Chemiker T i I l m a n n , der d -- Tee und die Milch so'vie das Ansgebrochene im Falle tn Fran Hopf untersucht hat, bekundet, daß er du- Un- s-lch»ngen mit größter Genauigkeit vorgenommen habe, i ' le-en dieselben bis auf einen Fall völlig ergebnislos ge'-i-- ben, und auf diesen einen Fall habe er kein Gewicht ge'.-z- weil hier die Reaktion auch auf Mittel zurückzuführen lei. £>• Frau Hops wegen ihres Kopsleidens genommen habe. Hierauf wurde die Wciterverh.andlnng auf morgei, veitagt