7. 3nl)rrtittiß £litmi«cr *J Wonrng. den 12. Januar I?»14. i>« *aji) »I cheinl itotn ibttllag. Regelmaßrge Beilagen „Per Däner au» Hellen", „Pie Spinnllubc". ür-ngaprei»: «e> den Poitansiallen vicrielwqrnq -_u(t. 1 , 1.15 de, den Agenten monatlich SO Pio. ' m,u intt poiigebühr »der Trägerlohn. ^aieigen: türundreile 20 Big., lokale 15 Big, An,eigen oon auawäns werben durch ,>o rnachnahnie erhoben Eriüllunosori Friedderg. KchriNlcttuug und Verlag .Inedberg lHestenl, Hanaueritraße 12. Fern prechcr 18. Postscheck-Conlo Nr. «8.1S, «int Franst»«, a. M. Ilebrrsicht. — Beim Schlittschuhlaufen brache,, gestern auf dem öütze» Teiche vier junge Leute ein, von denen drei ertranken. Zwei Leichen konnten bereits geborgen werden. — Gestern nachmittag brachen im Stadtgraben in krossen a. d. Oder die beiden II und 13 Jahre alten Söhne des Wasserbautechnikers Schulz beim Schlittschnhlausen rin und ertranken. — Tie Erben Bebels haben nunmehr chei de» Schweizer Behörden die Nachlahstener aus das den Bebel hinterlasieue vermögen gezahlt. Tie Nachlasscnschas, belief sich ans genau I Million Mark. 30 000 Mark hatte der Führer der dcut- scheu Sozialdemokraten der sozialistischen Partei vermacht. — Bei Eschene geriet ein mit 10 Tone» geladener Kohlenwagen aus eine abschüssige Strecke, wo er mit einem Eisen- bahnzug« zusammenstieh. Fünf Wagen des Zuges wurden zertrümmert. Vier Personen wurden getötet und 11 schwer «crlrtzt. — Em Motor Omnibus stürzte gestern, als er einem »idcren in London ausweickum wollte, um. 15 Männer und o Frauen mutzten ins Hospital gebracht werden. Mehrere von ihnen sind sckovcr verletzt. — In informierten Kreisen Konstantinopels verlautet, das; die türkisch serbischen Frirdenkverhandlungen so gut nüc abgebrockien seien. Man schließt dies aus dem Umstande, das: die beiderseitigen Tclegierten seit über 1t Tagen keinerlei Zusanunenkunst mehr hatten. — lieber das Befinden des Königs von Rumänien wurde folgendes amtliche Bulletin ausgegcbcn: Der König leidet seit drei Tagen an einer Grippe »nd an Nasen-, Kehl- kaps. und Luftrührenlatarrh. Temperatur 30,2: Picks 8s Allgemeinbefinden gut. Vorsichtigerweise hütet der König da« Bett. — Die Meldungen ft«? End?OriT« kanten andauernd bomruhigend. Wie an? Pretoria geineldct w'rd, wurde gestern nachmittag in Pretoria der Belagerungszustand erklärt. — Bei einerRevolvrrschlacht in Rewbork »wischen zwei --indischen Verbrrck,erhandln ans dem belebten Sankt Marks- Platz wurde der 65jährige Eierick ttzsekretär Friedrich Straus«, rinrr der bekanntesten Teutschen NewtzorkS, zufällig von einer "ugel gctroslen »nd ans der Stelle getötet. Der Ulrhrlieilrag. Befreit vom Wchrbeitrag sind: a. Einkommen (Verdienst, Zinsen) unter 5000 A. b. Vermögen 1) unter 10000 2) bis 30 000 A, wenn daS Einkommen 4000 A nicht über- schreitet. . 3) bi? 50000 A, wenn das Einkommen 2000 A nicht überschreitet. Was ist wehrbeitragSpslichtig? Wie a»S de,» obigen hervorgeht: Das Vermögen and das E i n k o n, n, e n. Das Vermögen wird ersaßt. ob eS nun in Grundstücken, im (tzeuuubebclricb sestgelegt ist oder in sonstigem Knpital- ociinögen besteht. Be> Letzterem ist eS gleichgiltig, ob cs verzinslich oder unverzinslich ist. ES sollen darunter auch die Geschäftsanteile bei Genossenschasten, Bargeld und der Geldwert von Nutzungen „nd Rechten, noch nicht fällige An- sprückie aus Lebens-, Kapital- und Rentenversicherungen. Bezüglich des Vermögens, das in Grundstücken, iin land- wirtschaltlichem Betriebe steckt, siehe weiter unten Tas Vermögen von Ehegatten wird znsammengerechnet, wenn sie nicht dauernd von einander getrennt leben. Wann ist einer wehrbeitragSpslichtig? Dom Vermögen: Wenn das Derniögen über 10 000 A beträgt, bei einen, Einkommen von über 4000 A. über 30 000 A bei einen, Einkommen von über 2000— 4000 M, über 50000 A bei einem Einkommen von unter 2000 - Bom Bermöeen: bis zu 50,000 Mk. 0.15 Proz. von den nächsten l 50,000 „ 0,35 M anqefannenen I 100,000 0,5 ff oder vollen l 300.000 „ 0.7 ft 500.0,-0 0.85 „ 1.000.000 1.1 - 3,0C0,0OO „ 1,3 Prozent 5,000,000 „ 1,4 von de» höheren Beträgen „ 1,5 „ Das Permögen wird auf volle Tausende »ach unten abgerundet. Vom Einkommen bis zu 10,000 Mk. 1 Proz. von mehr als 10,000-15,000 „ 1,2 ,. ,. ,. 15,000 - 20.000 ,. 1,4 „ „ ,. 20,000-25,000 „ 1,6 „ .. .. 25,000-30,000 ., 1,8 ., „ ,. 30,000—35,000 „ 2 „ „ „ 35,000-40,000 ,. 2.5 ,. „ „ 40/ 00—50,000 ,. 3 „ ,. ,. 50.000-60 000 „ 3.5 ,. ,. „ 60,000-70,000 „ 4 „ „ ,. 70,000—80,000 „ 4,5 „ „ „ 80,000-100,000 „ 5 . „ „ 100, 00—200,000 6 „ „ „ 200,000 - 500,000 „ 7 „ ,. „ 500,000 Mail 8 Voni festgestellten Einkom in e n werden 5 Prozent des abgabepflichtigen VerinögenS ab- aus 100 000 A Vermögen ist 250 A Wchrbeitrag, aus 6000 A Einkommen 5000 A 5 Prozent vom Vermögen als Abziig. 1000 A Rest 1 Prozent = 10 A Wehrbeitrag. Der Landwirt hatte also im ganzen 260 A Wehrbei- trag zu zahlen. Nun wird mancher fragen: ja oben heißt's doch, daß Einkonimen unter 5000 A frei sind? Antwort: Das Einkommen ist ja auch über 5000 A nämlich 6000 A. Ter Abzug von 5 Prozent vom Vermögen <5000 A) ist nur zum Zwecke der Berechnung des Beitrages vom Einkommen. Wenn nach Abzug der 5 Prozent das Einkommen nur 000 A bezissern würde, wäre es beitragssrei, denii derartige Restbeträge unter 1000 A sind frei. Abzüge von, Vermögen. Dom Vermögen dürfen abgezogen werden. Tie Schulden des Beitragspflichtigen, sowie der Wert von L e i st u n g e n , die er aus Grund Vertrages, oder auf Grund letztwilliger Versügung zu geben hat, wie z. B. Austräge und dergleickien. Der abziehbare Wert von solchen Leistungen berechnet sich verschieden. Eine aussiihrliche Besprechung hierüber würde z» weit führen. Hier nur das e;.ie, bezüglich der Austrüge. Ausnahmen. Ter Wert derselben bemißt sich nach den, Lebensalter des Einpsängcrs (Uebergebers.) Er ist belspiclsweisc bei einem Alter von 55 bis 65 Jahren das 8y 2 - sache des jährlichen Anschlages, bei 65—75 das 5sache, Nicht abzugssähig sind Haushaltungsschnlden. dann Schulden »nd Lasten aus Tinge, die nicht beitrogs- psiichtig sind, z. B, Möbelschiiiden. Watz zählt nicht znm Vermögen? Al? Vermögen gilt nicht: Möbel, Hausrat. Klcidungs- stücke. Schniucksachcn, Kuuslgegenstände, (Gemälde und der- gleichen), Bücher, LnruSpserde, Hunde. Sammlungen (Brief- marken), Jnslrimientc der Musiker und Aerzte, Automobile von Beaniten und Aerzte» usw. Diese Ausnahme gilt n cht, wenn diese Gegenstände Betriebsmittel eines (Gewerbes sind, wie Lastautomobile, oder wenn sic HandeiSgcgenstände sind, wie Luxuspserde bei einem Pferdehändler usw. Steuer-Ermäßigungen. Wen» das scstgestellle Vermögen 100000 A oder das Einkoimue» den Betrag von 10 000 A nicht übersteigt »nd der Pslichlige muh minderjährigen Kindern Unterhalt gewähren, io ermäßigt sich der Beitrag sur das dritte und jedes folgende Kind um 5 Prozent des Betrages, Bei der Einkommensteuer wird nur iur Kinder unter 15 ' n Ermäßigung gewährt, beim Wchv- beitrag aber fiit Kümer unter 21 Jahren, wenn sie sich noch m Unterhalt der Eltern befinden. Wer Söhne beim Militär hatte und noch hat. r bält auch Ermäbignng, wenn das Vermögen unter 200 0 ist M, oder das Einkommen unter 20 000 A ist und zwar sur >en dritten und jeden weiteren Sohn um 10 P r. d Um'beim Beispiel de? Landwirks mit 100 000 A Der- möge,, und «i000 A Einkommen z» bleiben, nebmcn wir an, er hat 5 minderjährige Kinder. Von icincn voll- jährigen Kindern haben 3 ihre Militärdienstzeit hinter sich, einer dient noch bei der Marine. Ter Wchrbeitrag zu 260 A ermäßigt sich bann wie folgt: Für das dritte, vierte »nd sünstc zu unterhaltende minderjährige Kind zu 5 Prozent, zusammen o io o Prozent Abzug. Für den dritten und vierten -ob« beim Militär je 10 Prozent, ist 20 Prozent. Vo» den 200 A jo daß nur 135 A zu zablcn sind ISchlub solatl Die ilotlnnf !>rr klrinrn Öraurrrini. Es ist bekannt, daß die kleinen und mittleren Braue- reien sich feit geraumer Zeit in einer überaus bedenklicktzn, und bedrohlichen Notlage befinde'». Seit 1303 sind viele Hunderte solcher Brauereien gezwungen worden, ihren Be- tlicb eiiizujielleu. Von den iioch weiter bestehenden haben die meisten zu einer erhebt irlien Einschränkung des Betrie- vcs übergehen miissen. Es ist deshalb erklärlich, daß ans den Kreisen der kleinere» »nd mittleren Brauereien immer wieder der Wunsch laut wird, die Brausteuergesetzgcbung möge in der Richtung geändert werden, daß die kleinen und mittlere» Brauereien vor dem Untergänge gerettet werden können. Man verlangt ein sogenanntes Notgesetz, „nd wer die Verhältnisse einigermaßen kennt, wird nicht bestreiten kennen, daß ein iolches Notgesetz erforderlich cricheint. Im vorigen Jahre fand im RcichSamte des Inner» eine Beiprechiing statt, an der außer Beamten deS Amtes Vertreter kleiner und mittlere Brauereien und auch der bürgerlichen Parteien deS Reichstages »eilnahnien. Bei dieser Be- sprechiing wurde die Notlage der kleine» Brauereien lebendig und überzeugend geschildert. Die Vertreter des Reichs- ainlcs des Innern konnten das Vorhandensein einer Notlage nicht bestreiten. Sie crkiäitc» allerdings, daß eine Abänderung der Branstcnergesetze außerordentlich schwierig sein würde und in nächster Zeit kaum dlirchzilkühre» sei: anderer- siils aber gaben sie die Bereitwilligkeit der maßgebeiiden «teilen zu erkennen ans Mittel und Wege zu sinnen, wie die bedrobliche Entwickelung hintanzuhalten oder doch zu „ijl- dcrn sei. Seitdem ist ungefähr ein Jahr ins Land gegangen: ge- ichehen ist noch nichts. Man hat auch keine Ansätze irgend- N eicher helfenden Tätigkeit erkennen können. Daß der Unmut in den betroffenen Kreisen angesichts dieser Enttvicke- lung und dieser Erfahrungen wächst, kann nicht wunder- nehmen. Mit dem bloße» Hinweise daruf, daß gegen die Enttoickekung, die de» Großbetrieb nun einmal fördere, n'chts Turchgreisendes getan werden könne, vermehrt man niir die tief Verstiminnng. Unseres Erachtens mns; etwa: gesilicheii. Gerade die Brauerei und die Müllerei sind die Gebiete, ans denen eine kräftige, wahrende und obwebrende Mittelstandspolitik ziinäckist platzgreisen miih. Erklärt sich der Staat hier ohuniächtig, so mindert er leine Siellung und sein Ansehen. Läßt sich iuirklich in nächster Zeit eine Aenderung der Brausteiiergeietzgebnng nicht herbeiführen und nicht dnrchsiihren. io müssen kleine Mittel gesucht »nd angewendet werden. Wir sind aber der Ueberzeugung, daß eine verständige Abäudernng des Gesetzes im Reichstage ohne Schwierigkeit eine Mehrheit finden würde. Die Parteien, die den Mittelstandsschutz ans ihre Fahn, geschrieben haben, kennen sich unmöglich dieser Ausgabe entziehen. Geht die Regierung nicht vor, so werden sie erwägen müssen, ob sie nicht den Weg eines gemeinsamen Antrages wählen soll--», uin der Not dieser Teile des Mittelstandes zu steuern. Prenftilchrr Herrenhaus. 3. Sitzung, lg. Januar, II Uhr. Am Ministcrtiiche: o. Bethmoun Hollweg, v Falke n h a y n, Dr. B e se l e r Präsident Graf Wedel-Pte sdors: Ich Hatz« drin Hause die traurige Mitteilung zu.machen von dem Ableben de» Abg. Rosalia von Bieberstein. — Da» Hau» erhebt sich zu Ehren de» Berktarbcnen von den Plätzen. Nach Erledigung geschäftlicher Eingänge erteilt der Prä-i- denl zu dem Antrag: über die Wahrung de, Sicklung Preußens im Reiche das Wort dem Berichierstatter der Kommiistou. Erof von Behr. Behrenhass: Ich kann mich kurz sollen, da ich die Begründung dem Antragsteller überlasten will. Es ist nicht nur das Siecht des Herrenhaules, londcru die Pflicht, di« Wahrung der Siellung Preußens >m Reiche z» fordern. Graf Porck o Warten bürg: Tie Annahni«, daß das Jubiläum-j-hr 1913 di« naiianale Begcisterung neu -mf-chen werbe, hat sich leider nur zum Teil erfüllt. Ti« Art, in der der Wchrbeitrag zustande kam, dt« wid rwärtigen Debatten, waren nicht erfreulich Die im Reichtsage herrschend« Demo, trat« ha« kein Mitstl unversucht gclosteu, das Militär und di« Monarchie herabzufetzen, Demokraten und Krypto-Repu, blikaner lachen den monarchiichen Staat zu schwächen duich da» Brrlangen noch Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrecht» in Preußen, Dantensrwrkrweiic habe» sich die Konservativen dem «ntgogengestrllt, Dcr größt« unserer Staat-män- ner hat zwar nicht dte Dcrfastung als unabänderlich bestach- kt, aber Fürst Bismarck Hai sich stets gegen eine unilaristisch, Aenberung ausg sprachen. Preußen lann nicht dem Reiche si wie verlangt wird unterstellt werben, dos hat Bismarck ni« gc-wollt. Der Reichstag hat kein Recht dem Rcichslanzler ein Mißtrauensvotum zu erteilen. lBravol) Die Hegemonie Pr ußens bars nicht «richüttert werden. Es ist ein Unding, daß di« Stimmen Ellab-Lothiingcns im Bundesrat nur »äh. len, wenn st« gegen Preußen abgegeben werben. andalare« 91 tut lofl^eilanj. an.»!««, t» lzrSoMat 1914. w»: 9 ____ . - _ ■ «uv f'it Me Tagt gezahlt, 100 sie solche nicht in Preußen erhol, tcn. Der Einfluß Preußens inv Bund errat wird gegen das deiuokralisch-parl-amentsrir L erlangen gestärkt werten müssen Der König von 4 wird immer verlieren, selbst wenn der Deutsche Kaiser gewinnt. (Sehr richtig!) Da aber der König von Preußen wahrhaft souverän ist, der Deutsche Kaiser aber n-icht, so verliert letzten Endes die Monarchie, Rach der Gesetzgebung hat der Reichstag nur das Recht der parlamentarischen Kontrolle, also das Recht nachzuprüfen, wie die Organe der Negierung tätig gewesen sind. Er hat sich aber das Recht angeeignet, in die Exekutive «inugreifen. Bei den kleinen Anfragen, dafür sind wir d:m Reichskanzler dankbar, hat er sich das Recht Vorbehalten, zu antworten, wenn es die Rechte der Negierung nicht verletzt. Das scheint aber bisher immer der Fall gewesen zu sein, denn Antwort ist immer er. folgt, (Heiterkeit). Das ist geschehen in Fällen, wo di« Anfragen in di« Obergewalt des Heeres eingriffen Man hat bei allen diesen Anfragen wohlwollend geantwortet, (Leider), Auch die Rüftungstommisston, die Anfragen über Zabern gehören hierher. Es ist dabei zu befürchten, daß die Kubardina- tir»r im Heere gänzlich in die Brüche geht. (Sehr richtig!) Die Aiannschaften, die sich beschwert fühlen, brauchen sich ja mit an die Parlamentarier zu wenden, Im Jahre 1913 sch.tat man di« kaiserliche Kovnmandogewalt nicht in der genügenden Weise geschützt zu haben. Sehr richtig). Auf den Full Zabern mag ich nicht eingehen, um nicht in den Fehler des Reichstages zu verfall««, in «in schwebender Berfahrcn eiuzugrelfen. Ru: betonen will ich, daß man sich in Zabern prilpoziert fühlt über das Lied „Ich bin sin Preuße" und selbst die Marseillaise singt, daß man sich zusammenrottrt und nicht l«tde» mag, wenn Offiziersdamen spazieren gehen, (Sehr rich. tig). Wir sind dem Herrn Reichskanzler dankbar für fein mannhafte» Eintreten fiir da, Heer, das sehr erschwert wurde durch dar miwürdige Toben der Demokratie, Solche Ströme und Larmszenen gemahnen an romanisch« Länder, Die Demokratie üb-rsieht, baß von einer'Herrschaft der Parlaments nicht di« Rede sei» kann, daß es dem hauptstädtischen Pöbel ,ücht gelingen darf, daß der preußische Staat sein Eigenleben ops«it. Ich schließe mit den Worten König Friedrich Wilhelm L: Meine Minister besitzen inein Vertrauen, ich weiß ihnen Dank, wein, sie dem verfassungswidrigen Streben des Abgeordnetenhauses entgeg-ntreten, (Lebhafter Beifall und anhaltendes Händeklatschen), Richskanzler v. Bet h mann-Hollweg wie» auf di« unausgesetzten Bemühungen Bismarcks hin. die Stellung Pren. ßen» im Reich» unverändert zu erhalten, Di« Grundlagen dazu leie« auch unverändert geblieben. Auch «c (». Bethmann) wer« nteinain Gesetz« «Inbringen, di« nicht der Zustimmung de» preußischen Staatsministerium» sicher wären. Das Schwinden der Autorität der Reichogriinder müsi« zugestand«» werde, i, aber auch der Geisteszustand fei ein anderer geworden. Damals stand da», was das Reich Preußen verdanke, feder- nrv nn tiar vor Augen, Heute jedoch leien die Parteien oft nur die Vertreter materieller Inter-ssen. Dte innere Struktur P'uißens werde von der dos Reiches immer verschieden sein. D Verfassung Elsaß-Lothringens berühre bas Verhältnis der Einzelstnaten zum Reiche nicht. Auch rm Zaberner Fall« wer« Recht auch Recht bleiben. Das preußische Volk sehe in sein«« Ihm« dt: Förderung seiner Macht und Stärke, Er (Redner) «he c» als sein« Hauptaufgabe an, die Unversehrtheit dies«» troilshreres, unt«r Königlicher Führung aufrecht zu erhalten ;egcn jeden Ansturm, Das Preußentum müsse unter allen ilmsiänden anfrcht erhalten werden, nicht gegen, sondern fiir das Reich (Beifall), Damit schloß di« Erörterung. Da» Hans nahm den Antrag mit 18t gegen 20 Stimmen an u. ver- ti'iite sich bis Februar, Dagegen stimmten u, a, sämtliche großstädtische Oberbürgermeister. (Wir wrrden morgen di« Red« des Reichskanzlers ausführlich bringen, D, Schrift!,). Taycsüberüchk. peutlche» Reich. :: Die Zioilbehörde von Zabern aus der Anklagebank. Der Liiaßburger Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" meldet lauem Blatte: „Ueber die Frage, ob die scharfe Kritik, di« da» Kriegsgcrichtsurteil an dem Verhalten der Zivilbehörden übt, berechtigt ist oder nicht, wird erst das gegen den Kreisdirckior son Zaber» auf seinen eigenen Antrag cinge1ei!«t« Diszipli- ra,verfahren Klarheit bringe». Erst dann dürste «» sich ent- Heiden, ob die durch das Urteil neugeschaffen« Lage «ine Statthalter- und Minist«rkrisis herbeisührt. :: General o. Bronsart stellvertretender Eeneralstabschef in der Türlei. Es vrlautet, daß General v. Bronsart der Kommandeur der 3. Division des 1. Korps, dessen Beförderung zum Generalleutnant bevorsteht, infolge der starken Verjüngung de» türkischen Ojsizierlorps aus dieser Stellung scheidet, General » Bronsart ist für den Posten dir stellvertretenden Chess de» Großen Eencralstabcs ausersehcn, den ftüher jahrelang Exzellenz v, d, Eoitz bekleidete, Frankreich. :: Deleasse, Nachfolger. Wie da» „Echo d Paris" meldet, ieht fest, daß der Staatsrat und Direktor der politischen Ange- lrzecheUen im Ministerium des Auswärtige» Paleologue zum ?ir>chjolger Dclcasses für den Boijchafterposten in Petersburg auserjel)«» se i. Di« Ernennung wird in den nächsten Tagen offiziell bekannt gegeben wer«», Paleologue steht anfangs ter 50et und seit 1880 in diplomatischen Diensten Frankreichs. Fünf Jahre lang belleidete er den Eesandtenposten in Sosur u,ü> arbeit te in letzter Zeit im Auswärtigen Amt. El besaß dort ei« Stellung, dir ungefähr der des deutschen Unterstaats- seirciors entspricht. Er gilt als intimer Freund Poincarcs. Es ist in ei,'geweihten »reifen bekannt, baß Paleologue sich bereit» seit langem um einen Auslandsposten bewarb. Wreder- holt soll er den Wunjch -usgedrückt haben, ihn als Botschafter »ach Rom zu senden. - Portugal, " Schwer« Anklage, gegen »in »outuglesijche« Ministe«. Präsidenten. Ministerpräsident Huerta ist leider in der letzten ,Scnatssitzu,rg der Gegenstand heftiger Angriff» leltenr des S«. natvr, Ioao Freita, geworden. Der Senator erhob gegen den Ministerpräsidenten di« Beschuldigung, seine Stellung im jetzt- gen und im vorhergehenden Kabinett zugunsten seiner Private tattgkert al» Anwalt gebraucht zu haben. Sein« Klienten e» hielten gesetzwidrig« Vorbeile und in einem Fall soll für «i«n gewissen Regterungserloß sogar Barzahlung erfolgt s«>». Di« Sitzung gestaltete sich derartig tumiittuös, daß di« Galerien geräumt werden mußten. Die Regierungspartei verließ schließlich unter Kundgebungen den Saal und di« Sitzung wurde abgebrochen, :: Auch Leutnant v. Forstner sreigesprochen. Im Prozeß gegen den Leutnant v, Forstner vor dem Oberkriegsgericht wegen de» Vorfalles in Lettweiler wurde am 10. Januar um 2 Uhr mittags da» Urteil verkündet, Leutnant v. Forstner wurde freigesproch«n, y ; Bom Balkan. :: Erfolg dcr russischen Intrigu«». Rach einem halbamtlichen Communique beabsichtigt der Kriegsminister, in der Erwägung. daß das Komnlando des ersten Armeekorps «inen großen Teil der Tätigkeit des Generals Lima« von Sanders in Anspruch nehmen würde, zu,» Schaden seiner hohen Mission al» Eenerabinspekteur, von welcher der Kriegsminister die glücklichsten Ergebnisse für die schnell« Reorganisation des Heeres erwartet, mit dem Kommando des ersten Armeekorps «inen türkischen General zu betrauen, welcher dabei von einem beut, scheu Eenevalstachsoffizier unterstützt werden soll, :: Rene Kämpfe i» Albanien. Zn Belgrad sind alarmierende Nachrichten cingelaufen, denen zufolge es am der griechisch-albanischen Grenz» zu ernsten Kämpfen zwischen griechische, , Freischärlen und albanischen Truppen gekommen sein soll. Die Verluste auf beide» Seile» an Toten und Verwunde, te» sind sehr bedeutend. — Aus Kruschewo wird gemeldet, daß dort in den letzten Tagen blutige Kämpfe zwischrn Albanern und Serben stattgefunden haben. In zahlreichen Dörfern der Distriktes wurden alle Männer von serbischen Banden verhaftet und geniartevt. Eine Anzahl der Verhafteten wurde »ach Monastrer gebracht. Auch in anderen Distrikten sollen serbische Banden wieder zn Massen »uftreten und ihr Unwesen daselbst treibeu, :: Albaniens Sehnsucht nach seinem Herrscher. AusBalona wird gemeldet, daß ln El-Dasiair, Djakowa und de« meisten anderen Ortschaften Albaniens in den letzten Tagen stark besuchte Versammlungen stattgefunden haben. In diese» Versammlungen wurde für di« sofortige Thronbesteigung de» Prinzen zu Mied «gittert Und gleichzeitig Delegiert« gewählt, die dem Prinzen entgegenfahren und ihn begrüßen sollen. Eüdasrika. " Kriegszustand im Etreikgebiet. Der aurfsthrende Ausschuß de» Arbeiterverband«, macht die Erklärung des allgemeinen Ausstandes von der Abstinrmung sämtlicher Zweigver- bänd« abhängig. Nachmittags fand eine Verjamnriung statt, die infolge Mangel» an Verbrhrsmitteln nur schrvach besucht war. Die Straßenbahneir stellten absichtlich den Verkehr ein. Die Burenkommandos nrobilisteren allenthalben unter Anfüh- rnng alter Burengeneral«, Di« Zahl der unter Waffen Stehenden wird auf 80 000 geschätzt. Di« Bevölkerung steht oollstän. dkg aus Seiten der Regierung. — Di« Stadt Johannesburg gewinnt das Aussehen einer Stadt im Belagerungszustand. Kavallerie. Znsanterie und Polizei sind überall ju sehen. Di« Truppenkontingente sind an den strategischen Punkten aufgestellt. Dte Behöben sind vollkommen Herren der Lage, Ostasien. :: Drohend« Hungersnot in Japan. Eine in London vorliegende Depesche aus Tokio meldet, daß in den nordöstlichen Provinzen Japan» infolge großer Ueberfchwemmnngen die Ge. fahr einer Hungersnot besteht. Ganz besonders bedroht ist die Provinz Hokaido: für die gesamte, etwa 9 Millionen Menschen betragend« Bevölkerung der Provinz ist die Loge verzweifelt. Mexiko. :: Reue Erfolg« der Rebellen. Ein« Depesche ans Presidio meldet, daß di« mexikanischen Rebellen bei Sonnenuntergang Ojrnaga. das die Bundestruppen besetzten, angriffen. Da diese nur 50 Schutz für den Mann besaßen, so war «ine Riederlage unausbleiblich. Sie räumten den Platz, der Höchstkommandierende General Mercado überschritt den Rio Grande und ergab sich dem Befehlshaber der Vereinigten Stoaten-Truppen, Alle Bundestruppen versuchten dasselbe zu tun, sie hatten aber in der Dunkelheit Schwierigkeiten. sodaß Über den Verbleib des größten Teils nichts bekannt ist. Rach diesem Erfolg« sollen die Rebellen Herren des ganzen Nordens Mexikos fein. WellcrAachrichten. Sturmflut und Hochwasser. Von der gesamten Ostjeeküfte liegen Meldungen vor, die zu Besorgnissen über die Lage der dortigen Ortschaften und deren Bevölkerung Beranlaßung geben. So wird noch zu dem Dnmmbrnch bei Köslin gemeldet, daß im Laufe der Nacht auch di« Ortschaft Lase überschwemmt wurde. Von Köslin aus konnte man das Steigen der Fluten beobachten. Der Regierungspräsident wandte sich an die Miltärbehörde um Hilfeleistung, und es wurden auch sofort Hilfsmannschas- tcn entsandt. Auch in dem Fischerdorfe Nest stehen sämtliche Häuser unter Wasser. Stolpemünd« und das Oertchen Leba sind schwer gefährdet. Der Schaden, der in der Danziger Bucht angerichtet wurde, beläuft sich auf mehrere Millionen, Tie Halbinsel Hcla ist an sechs Stellen überflutet. Die Flut drang über di« Dünen in das Dorf. Mehrere Häuser mußten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Viele Bewohner haben sich aus die Dächer geflüchtet. Die Rettungsstationen bei Grotzendorf und Kappeln sind zerstört, die Rettungsge- räte fortgeschwemmt worden. Im Hafen von Neufabrwasser werden groß» Wertobiekte vernichtel, da die Lagerhäuser inr Freihafensbezirk unter Wasser stehen. Der in Zeproz ange- richtetr Schaden wird auf 30 000 -M geschätzt. In Villau hat die See die Mole durchbrochen. Das Militär arbeitet angestrengt. »m weitere Durchbrüche zu verhüten. Im Inland« gab cs Schneeverwehungen. Diele ostprenßische Kleinbahnen blieben im Schnee stecken. — Auch aus dem Rbeinlande und Seite 2, auS Bagern kommen Hochivosiermeldnngen. Die Nahe und die Aar sind stark gestiegen, letztere hat bereit- weite Strecke» überflutet. Dcr Ober- und Miltelrhcin, wie auch der Neckar und der Main sind ebenfalls stark gestiegen. In Bayer» hat der Schnee schwere Stockungen im Eisenbahnverkehr znr Folge. „ Hochwassernirglück an der Ostsee. Köslin, ll. Jan. In der vergangenen Nacht hat die Ostsee den schnialen Landweg zwischen der See und dem Bukower See an drei Stellen zerrissen. Der Bukower See steigt rapide. Der ganze Ort Damkerort sieht völlig unter Wasser. Aus den Fluten ragen höchstens noch zwei bi? drei Dächer hervor. Von der ungefähr 100 Köpfe zählenden Bevölkerung ist noch nichts bekannt. Zwischen dem Jamimder und dem Bukower See ist ebenfalls ein großes Stück Land von den Fluten fortgerissen worden. Von Köslin ist Militär zur Hilfeleistung abgegangen. Das Bauerndorf Wnffecken und da? Fischerdorf Pnd- demsdorf stehen unter Wasser. Letzteres ist rings von den tosenden Fluten eingeschlosse», so dnß eS von jeglichem Verkehr abgcfchnitten ist. Das Dorf Labus. das ebenfalls am Jamunder See liegt, ist zum Teil überschwemmt, Das Wasser auf der Landstraße nach Neuenhagen reicht teilweise bis zur Brusthöhe, namentlich am sogenannten Scheitel- graben. , Schneeverwehungen in Westprenßen. Elbing, 12. Jan. Seit Freitag Abend wird ganz West- vreußen durch einen starken Schneesturni, der zahlreiche Verkehrsstörungen zur Folge hat, hcnugesncht. Tie Zuge erleiden große Verspätungen. Mehrere Züge auf Nebenbahnen lind im Sckmee stecken geblieben oder haben den Verkehr aufgeben müsse». Telephon und Telegraph sind zum Teil unterbrochen. An den Küsten der See und des Haffs ist erneut Hochwasser ausgetreten. Die durch das letzte Hochwasser an- gerichteteu Schäden werden neu aufgerissen. Das Hochwasser steht so hoch, wie bisher noch nicht. In der Nacht ging über Elbing ein heftiges Wintergewitter mit zahlreichen Blitzschlägen nieder. Das Hoch,nasser stebt in Elbing 1,15 Meter über den Mittelstand und ist noch in stetem Steigen begriffen. Die tiefer gelegenen Straßen Elbings sind bereits über- schwennnt. Hochwasser rm Neckartale. Stuttgart, 12. Jan. Der Neckar ist iufvkge der starken Regen- mrd Schneefäll« nr raschem Steigen begriffen. Bei Ccmnstadt, Berg, Tübingen, Eßlingen und Heilbconn ist der Fluß schon über keine Ufer gelrctcn. Auch die Rems hat bei Weidlingen das ganze Tal überflutet. Ebenso führen alle Schworzwaldffüffe Hochwasser. Auch die Donau und dte Iller ünd stark angrschwollen. Es ist bei weiteren Schnee- und Regenfällen zu befürchten, daß eine Ueberschwemmun> im Umfange derfemgen von 1882 eintreten wird. Der Schneestnrm in Rußland. Petersburg, 12, Jan, Der ffirckitbare Schneefbrrm, der teil 2 Tilgen über Petersburg wütcl. drobt sich für die Stadt zu einer Katastrophe ansznwacbü-n, Es ist während der letz- ten Tage nicht mehr möglich gewesen, die Leichen Verstorbener zu beerdigen, da die Kirchhöfe unter einer Schneelast liegen, deren Beseitigimg durch Menschenhand fast nmnög- l,ch ist, Ueber 40 080 Soldaten sind damit beschäftigt, wenigstens die Hauptstraßen der Stadt für den absolut notwendigen Passanten- und Wagenverkehr frei z„ machen. In dcr Provinz hat das Schneetreiben bereits SO Opfer an Men- schenleben gefordert. Das Drtkil im Zalikratt Pmeß. Straßbnrg, 12. Jan. Ueber die Verkündigung des Urteils wird noch gemeldet: Als um 10 Uhr der Gerichtshof eintrat, wurde es mäuschenstill im Saale, Alle Aufmerksam, keit war auf den Vorsitzenden gerichtet, der mit fester Stimme önS Urteil vortrug, zunächst nur die Begründung und am Schlüsse den Urteilssprnch, Die Verkündigung des Freispruches verursachte im Saale tiefe Bewegung und steigerte die Erregung, die sich gleich auf die Straße fortpflanzie. Im Saale nehmen der Oberst und der Verteidiger die Glück- wünsche dcr Generalität entgegen. Der Vorsitzende des Gerichtshöfe? soll sofort an Herrn v. Oldenburg-Januschau und an den Polizeipräsidenten v. Jagow ein Telegramm gerichtet haben. In der Reichshaiiptstadt wurde das Urteil in, Prozeß Reuter durch Ertrnblätter in der Stadt bekannt gemacht, Uebeeall wurde die Nachricht eifrig besprochen. Vielfach kamen die Svmpathien für Oberst v, Reuter zum Ausdruck. Mehrfach sab man freudig bewegte Gruppen von Offizieren, in denen die Extrablätter von einer Hand in die andere wunderten. Ans dem Ministeriums »nd Reichsümtern kamen Boten, die Extrablätter holten, um sie den Beaniten zu Überbein- gen. Selten ist ein so großes Interesse für ein Urteil zu beobachten gewesen, wie in diesem Falle. Auch sonst im Reiche herrschte in allen nationalgesinnten Kreisen die größte Freude über den AuSgang des Prozesses Unzählig muß die Anzahl der Depeschen gewesen sein, die Oberst v. Reuter anläßlich seiner Freisprechung erhalten hat. Allein aus Fricdberg sollen gegen 40 Telegramme an ihn gegangen sein. Auch wir sahen uns veranlaßt, an den Obersten eine Depesche des Inhaltes zu senden: „Dem deutschen Manne die herzlichsten Glücklvünsche. Neue Tageszeitung und einige Vorstandsmitglieder," Die „Vereinigten Landwirte", die sich am Nachmittag in Frankfuet trafen, depeschierten ihm: „Glückwünsche! S>« vertreten deutschen Bauerngeistl Vereinigte Landwirte Umgebung Frankfurtmain," Von den Zustimmungskundgebungen ist folgende Depesche des Reichsragsabgeordneten Freiherr v. H c y l - Worms bemerkenswert: „Von zahlreichen treudeutschen Mämrern und vom Vorsitzenden der nationalliberalen Vereine meines Wahlkreises bin ich beauftragt. Ihnen, Herr Oberst, fiir den ritterlichen Mannesmul zu danken, mit dem Sie in kritischen Tagen die Ehre der Armee »nd des Vaterlandes , vor aller Welk vertreten und aeven »nberechtiats An- £)'** us**J*U"*t*'***■*<* griff« geschützt haben. Freiherr v. Hehl zu Herrnsheiin, Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Worin»- Keppenheim-Wimpsen." Bon den Pretzstimmen heben wir folgend« hervor: r-™ \ Die „Deutsche Tageszeitung" äußert sich: „Wir glairben. daß heute unzählige Patrioten, daß vor allein da? gesamte deuffche Offizierskorps die freige- sprochenen Ko ecaden von ganzem Herzen und mit dem Gefühle einer freudigen Befriedigung beglückwünscht. Die Bedeutung dieses Freispruches geht aber über daS Moment, daß hier preußische Offiziere, die in schwerer Lage mit Mut und Entschlossenheit ihre Pflicht taten, weit hinaus: Durch ihn wird festgestellt, daß euch die Armee in Deutschland «' i Oraau der öffentlichen Gelvatt, einer Obrigkeit ist. die das Schwert nicht umsonst trägt. Durch ihn wird unseren Offizieren und Soldaten die so leidenschastlich in der Oeffentlichkeit bestrittene Sicherheit wiedergegeben, daß sie in ihrem Rechte handeln, wenn sie Beleidigungen und Angriffe gegen des Königs Rock unter allen tlinständen und, wenn es sein muß, auch mit ' allen Mitteln zurückweisen." Die »Tägliche Rundschau" schreibtt 1 '' ' ' ‘ : „Der Freispruch des Straßburger Gericht? kam zustande uäinlich ohne Berücksichtigung der politischen Verhältnisse. auf nüchterner rechtlicher Grundlage nach rein rechtlichen, gesehlichen Gesichtspunkten, aber er ist auch politisch zu begrüßen, denn er klärt die Lage, schafft Befreiung für viele Mißstimmungen und entzieht der Hetze den Bode». Die Straßburger Verhandlungen haben die elsässische» Verhältnisse in so eigenartiger Weise beleuchtet. daß ihr Ergebnis nicht in der Stunde nach der Verhandlung ausg.'schäpst werden kann. Wichtiger als die Betrachtung des Vergangenen ist die Frage, wgs ge- jätcheii kan», um solchen Skandalen in Zukunft vorzii- beugea." Die „Kreuzzeitung" sagt: „Das Urteil in dem Prozeß gegen den Oberst v. Reuter und den Leutuaut Schab liegt nunmehr vor. Es lautet a»f volle Freisprechung der beiden Angeklagten. Man wird dic^ Urteil als ebenso erfreulich wie gerecht begrüßen. Es ist geeignet, die Beunruhigung die durch das Urteil gegen den Leutnant v. Forstncr in weiten national7» Kreisen entjtauden war, zu dämpfe»." Ahenlich meint auch die »Post": „Rach dem Urteil des Straßburger Kriegsgericht» gehen die beide» cmgeklagten Offiziere rein und in jeder sücrje gerechtfertigt aus einer an sich sehr schwierigen und gewiß »übt alltäglichen Lage hervor. Moralisch verurteilt aber ist d,e ZivilverwaUung von Zabern und darüber hinaus. Erhobenen Hmptes kann Oberst v. Reuter und sein Leutnant de» Gerichtshof verlassen. Die Zivilgewalt bleibt ans der Anklagebank, und wir erwarten nunmehr, daß hier mit derselben Energie eingrschritten werden inöge. wie es nnlitärischerseitS geschehen ist.' Die ^Homdnrger Nachrichten" urteUen: „Gerächt bat lcch alle-, was seit langen Zeiten im Piteirlwland gegen das Reich gesündigt war. Der Prozeß gegen den Oberst von Reuter ist zur Nemesis für die Schuld,gcn. vorm!,,Irlich s»r die Bersödnungspolitikrr ge- worden. Wir Ivollen nicht heulen über die jetzt erkannten Zustände, aber wir wollen Ordnung geschaffen wissen, und das muß von oben beginnen." Die „Kölnische Volkszeitung" betont angesichts der vorhandenen Differenzen, angesiwts der Zurückdrängung der Zivikgewc ü durch die militärische Gewalt, daß Elsaß-Lothringen cI;. sic- ; eine Verfassung erhalten müsse, die der obersten Sp:'v IM Lande die nöfige Autorität verleihe, UM nnab- häng g v Berlin im Einzelsall selbst die nötigen Errlschei- dnngrn 'ressen. Di? setzt geschädigte Autorität des Statthalter' i . a der ganzen Regierung könne nur durch Einrichtung der Arttoi-emre des Landes einigermaßen wieder getürkt w. den. Die drmokre.iische „Franksurler Zeitung" schreibt: „Mit der Fceäerechung des Obersten d. Reuter und d 'S LentnantS Sämdt hat der Kamps des Militär» gegen PV.-i.-Sj md 2; int, der im November in Zobern eröffnet worden ist. auch auf die Militärgerichtsbarkeit überge- grffien. und de.-r.ilb wird dieses Urteil, wenn es nicht in den f ,! rsten Ji-sranze» korrigiert werden sollte, von weit- trae :r Felge für unser politisches Leben sein. Nicht gleich»-Itig 's: es. ob jetzt von den Stellen, denen die un- bedingte nng der Autorität deS Rechtes selbst obliegt. der Nechtsbrrich von Zabern eine scheingesetzliche Sank» a er? -lt. bei d r sich die Bevölkerung unmöglich der::' :en kann. Für die Militärgerickste bedeutet die bei.uee lirteilsverkündigung eine kritische Stunde. Im Wn: de geuon n, n. ist ja die ganze Militärgerichtsbarkeit n: einem modernen Dersassur.gsstaatr eine Anonalie." D : ttrlei! der sc'ialdemokrati'chen Hehpresse werden ne* die P-'fr schenken. Aber wir möchten unsere Lelr nicht ' ' :n , l ue die „Ttrcöburger Re» Zeitung", das führende r ' ■ t-'- sinnig-n Partei in Elsaß z» erwähnen. Das .» " "'"kt verkteigt sich zu folgender Aeußernng: ' ch dem Urteil stellt das Militär eine dauernde Gefahr für den inneren Frieden und die Bürgerschaft dar. Tie deutiä-e Frage, zu der der Fall Zabern sich ausgewackren f ' w irdo z.im Ebreir-age aller deutschen Bürger. Tn» e!>-ß-kolk'riugische Volk vertraut daraus, daß in schwerer Stunde der deutsche Reichstag ,n ibm balte. Am Danke ß-Loth.ürge» wird es nicht fehlen." Eine ««tio'ndige Klä-nng. Unter dief:r lleberschrift lese» it.ii in t:m Organ t-cs nattovalliberalen Boaernbundes: Herr Reichste.;«''«ordnet«! Hesterman» hatte, wie unser« Freund« n-sisen. rjr We baachten in einem Artikel die bisher mir i» agra.lon^crvatrr-cn Lager üblichen Schlagwori« über dem Deut- Eerte 2. scheu Bauernbund sich trrlwesse zu eigen gemacht. Da« Prüft. vimn ha« darauf Herrn Hrsterrnaa mitgetrill. daß solche Au» rtnandersetzungen in Zukunft tun er halt he, Boxeenbunbe, vorzunehmen seien oder, fall» er grundsätzlich zu anderen Anschauungen gelangt fei, es seinem Takte überlasse» sein müsse, au» dem Bauernbund auszuscheiden. Herr Hefter man n bat jetzt I«inta Austritt o»gezeigt, ^ Aua der Heimat " Oberhessischee Obgbauoerei». Am Sonntag den 18. d. M. findet in Gießen nachmrttogs 3X Uhr pünktlich tm Saale de, Lenz'sihen Folfenkeller» ein« außerordentlich« Hauptver- sammlung statt. Dir Tagesordnung hat nur zwei wichtige Punkte: l> Präfideirteinvahi und 2) Zeilschriftensivge. Zu letzterem Punkt haben di« Herren Oekoiwmiero« Spieß-Friedberg und Gr. Rcgierungsrat Langermann . Gießen da» Referat übernommen. All« Mitglieder des Vereins loerden dringend eingeladen. Besonder» wird von den Ödst- und Gartenbauveretnen, den Obmännern usw. ein starker Besuch erwartet. Di« Versammlung richtet sich noch de» eingehenden Zügen. * Obst- und Gartenbau»»«!» Feledberg-Fauerdach. Am Donnerstag Abend verauftaltet« der Verein ein« Festsitzung, w«lche von der Beliebtheit de» Benins Zeugnis gab lleber 300 Personen hatten sich in dem festlich geschmückten Saal de, Hotel, Trapp versammelt. Eingrlellet wurde di« Sitzung durch oin Weihnachtspotpourri. vorgetmgcn oon einem Ouar. tett der Militärnrusilschul«. Darauf sprach Fräulein Glitsch einen Prolog. Herr Lehrer Wilhelm hielt dann ftinen w. stdurchdachtcn Bortrag: »Weihnachten im Garten". Bon dem Weihnachtsgedanken ausgehend, zeigt: «r, wie auch im Garten Weihnachtsstimmung sein könne. Er besprach die in dcr Natur zur Weihnachtszeit blühe,wen Pflanzen, um dann noch di« Arbeiten zu beleuchten, welche zur Weihnachtszeit der Garten erfordert. Zuletzt kam Redner auf den Vogelschutz z, sprechen, Reicher Beifall lohnt« die Ausführungen de» Herr» Wilhelm sowie auch der Vortrag de» Frl. Gliisch. Der Vor- fitzcnd« hielt hierauf eine Ansprache an di» durch Ehrendiplome »usgezetchneien Freunde des Blumenschmuck-:r und überreichte die Diplome Desgleichen mnpfing Frl. Naumann als Ber, treterin der Schierschule da, Ehcendiplom für di« best« Gesamtleistung in der Blumenpslege durch Schulkinder. Da» »or. züglich, Konzert der Äiilttärmrrsilschrrl« trug wesentlich zur Erhöhung der F«i«r bei. - Eine große Blumen- und Gerär«««- lofung schloß di« schöne Bersammlung. * Friedberg, 12. Jan. lleber da, Dienstag den 13. d. Vt. im Saalbau gastierende »Liliputaner-Ensembl«" schreibt «in« Gasseler Tageszeitung über da» erfolgreiche Gastspiel in ben dortig.-» Stadtsäl«: Di« vorherg. zavgcn« Reklame «nlfprach strrng den Tatsachen und Ille Versprechungen wurden im »ollen Interesse de, Publikum, erfüllt. Di« Heiterteft und fröhlich« Stimmung de, oom besten Publikum besetzt«» Saale«, hielt bi, zur letzten Szene ungeschwächt an und oftmals tosender veisall lohnt» die ganz vorzüglichen Leistung«» der intclligen. ten Nein«» Damen und Herren. — Nicht nur dar exakte Spiel sulme Souffleur) und die virtuose Mimik, auch der tadellos« Wuchs berühr«, höchst angenehm, was dies« Liliputaner vor- trilhast van stch ähnlich nennenden prüsentablen Zwergen unterscheidet. Ergötzlich und von höchst drastischer Wirkung sind di« Szenen, wenn Mein« u groß g-wachfen-e Mitglieder zufam. men spielen. Ein ganz prächtrxer Komiker von verblüsfcnder Natürlichkeit ist der S7jährig« Herr Ursel (ein Rumäne von Geburt), der wahr« Lachsalven erw ckt«. An erster Stell« strht auch Frl. Marian. Dieses Persönchen in seiner erhabenen Größe von 9S Zentimeter bringt ein« Figur auf die Bühne, die besonders in der Darstellung von flotten Herren-Rollen ganz fomo» ist. Eine rouffniert« Eck--»j$t das 42 Fahre alte Frl. Meister (von der Warertanrz von der Größe von 98 Zentimeter, die die Iugendfec von oer Hects- armee brillant virküixevte. Frl. Morena ist eine tempera- mentvoll« Liebhaberin, hi« in diesem Fache erstaunlich« Rou- tine zu hoben scheint: Herr Erichsen «in urtcmischer Ratur. bursche. Der ganz klein« Herr Salvator (ein gemütlicher Bayer) kst «in allerliebste» Kerlchen, der «in« Grüße von 8s Zenlimet-crn erreichte Kurz alle Mitwsilenden (auch di« Großen) trugen z»m Erlinxen des Ganze» bei. Am 1. Januar d. I. spielt« die Gesellschaft ln Büdingen vor Ihrer Durchl. der Fürsten Mutter mit F. I. D. D. d:n Prinzessinnen, sowie Ee. Durchl Prinz Alfred nrit hoher Familie und ernlere große» Beijall und Anerkennung. * Feie^öerg, 12. Jan. Am Mittwoch den 21. Januar wird dl« Eoang. Dereinigung im Saalba» ihren „Deutschen Abend" feiern. Der Evang. Kcrcheng sangverein hat wieder in freund, lut,er Weise den muflkalrfchen Teil der Fcier übernomme». Genauere Mitteilungen über den Abend erfolgen noch. * Ans brr Wetlerau, 12. Jan. Ein« seltene Feier ist heute dem Hause Alles in Riederflor- st a d t zuteil geworden. Herr Ork»nomierat Alles und seine Ehegattin begehen beute das Fest ihrer silbernenHoch- z c i t: zu gleicher Zeit schließt deren Tochter Anna den Bund für s Leben mit Herrn Landwirt Fritz Dittincr. Es ist uns eine Freude, deni Jubelpaare zu diesem, ihr-m Ehrentage, alles Glück und Segen wünschen zu lönnen. Wie Herr Alles allezeit sich als liebenswürdiger, aufrichtiger und achter deutscher Mann erwiese» hat, bei dem Erde schwört der Druck der Hand, so ist feine Ehegattin ein Muster einer deutschen Hausfrau, die ffeißig waltet im bäuslrcheu Kreise. Wir können dem jungen Paar nichts besseres wünschen, als daß es allezeit bestrebt sein möge, dem Jubelpaare uachzueifern in allen Stücken. * Obr-R-obech, 12 Jan. Der Bahndamm zwischen dc» Stationen Rosbach and Rodheim ist soweit wieder hergefdellt. nachdem Rächt« hindurch an der bes^ädcgten Stell« georhetb-t worden war. Wie »», mitgeteil« wir», ist nun hei Frt»rich>- dars ei» neuer Dammrutsch vargekommen. - Stamm heim. 12. Jan. Am verslossenen Sam»»», hielt Herr Lehrer Stuck wu« Altenstädt al, Dortragsrcdner der Hasstaverbande» in der Wirtschaft Musch dahier einen Bortrag über „1813 UN» di» Mem'chen vo» heule". De« G.iano—I „Germania" war tu lobenswerter Weif« auch zu dieser Becan- staltun, cingeladen und erfreut« di« Bersammlung durch einige Lieder. Wie überall, verstand es der Redner auch hier, seine Zuhörer für den Bortvag durch packend« und wohlg«. wähl!« Wort« zu fesseln. Hat man auch in diesem Jahre schon viel von „1813" gehört und gelesen, so war doch da, Borgeiragen» manchem au» der Versammlung neu und danken wir an dieser Stell« nochmals dem Redner für dieses zcigen-äß« Thema. » Münzenherg, 12. Jam Auf die am 14. b M. auf hiesigen Hofgul stattffitdende Berstcigenmg von zirka IDO Zuchttieren des großen weißen englisch?» Edelschweine» wird nochmal» htttgewiejen. * Gieße», 12. Fan. Gegen di« im November stvttgefundene Stadtverordneienwahl war von verschiedenen Sälen Einspruch erhoben worden. Der Kreiransschuß hat darauf entschieden. daß für di« » Letztbesttmmten «ine Neuwahl siattznsinden hat. Gegen diesen B>sch«id haben nun zwei Reklamanten, welche die ganze Wahl umstoße» wollen, Rekurs beim Provinzialaus. schuß vcrsolgt, so daß ivohl vor Fastnacht nickst an «ine Reu. wähl zu deicken ist. — Am Mittwoch nachmittag 4 Ulst sind.-t geheim» Stadtverordnetensitzung statt, die sich mit der Neuwahl de, Oberbiirgernieisk-r» und Regelung seiner G lmiis- stala befaßt. Ein Frankfurter Blatt berichtete kürzlich, daß der seitherige Beigeordnete Bürgermeister Keller von der Kom miMon voigoschlagc» würde, während hier auch Iusiiziat Reh vo» Alsfeld genannt wurde. Bürgermeister Keller erfreu» sich allgemeiner Beliebtheit und wild wohl, auch wenn ein Gegenkandidat in Frage läme, di« ineislen Stimmen auk sich ver einigen. Auö Rhkinhkssen. " Mainz, 12. Jan. Der Oberselundaner Johann Kausmann, der am 8. November v. I. unier der Anklage ein Revolvcraiten- t«t auf seine» Lehrer, den Lehramtsalsiftertte» Wittich. verübt zu haben verhaftet wrrrde, stand vor der Strafkammer des hiesigen Lmrdgerichl». Die Beweisaufnahme »erlief so günstig für den ju,rg.m Monn, daß der Staatsanwalt hie Anklage auf Mordversuch sollen ließ und »ur wegen Berletzung de, Paragraphen 377 Abs. 8 20. K. B. (unerlaublen Waffentroge,>,) Verurteilung bcantrogt«. Der Antlogevertreier beontrogte eine Wache Hast uned ha» Gericht «rkanse auch in diefem Sinne und enrpjohl aber den, ju,rg«n Monn de, bedingten Begnadig nng und ließ von der Woche Hast noch drei Tage der erlitte» nen Uniecsuihnng-chast abgehe». Ans aller Welt. Ilebetschlvcmmuugcn tu Belgien. I» der Umgebung Po» Lüttich ist di« Maas über ihre Ufer getreten. Di ' in eiiigetretene Schn ««sch» »«fi« bat hie ls-fuhr außerord gesteigert. Die ganze Gegend von Lüttich und Ben, von Wafferschäden bedroht. Eine große Anzahl Dör- überschwemmt. Die Straßenbahnen, di« zwischen der, »«>, Straß -u verkehren, mußten ihren Betrieb gestern mittag «instellen. Mehrere Vororte der größeren mußten geräumt wei-den. Di« Leute an den Usern de- sind in großer Besorgnis, zunrak es unmgölich ersa-n Wagen und Kalme zum Forischnffe.i der Möbeln »n erhol!,, In Desdiodes ist das Wasser in sämtliche Kellerrämne >> drungen und hat besonders unter der ärnreren Bevölkor»», großen Schestn-n nngerichtet. Die Behörden treffen nlle nur erdenktichc-» Borsichtsmaßnahme», mit ein weiteres Umsichgreifen der Uebersä'ivemm,ingen zu verbnten. Das eigene .)Uud verknust. Wie ans Valcnzia gemldet wird, wurde hier ein Elrepaar namens Martinez vo» der Polizei verhaftet, »veil cs einem Amerikaner für liOOOO Pesetas ihr üjähriges Töchiercku-n verkauft hatte». Der !ch>r„d- Iicl>e Handel kam dadurch zur Kenntnis der Polizei, daß die kleine bei der Abfahrt de? Schiffes sich weigerte, den, freni- den Mann gir folgen, und sich gegen die Entsübrrmg laut schreiend wehrte. Eür aufmcrks-im oewordener Polizist stellte sofort Ermittelungen an und ließ schließlich die Eltern des Kindes verhaften. Zwei Arbkilrr verunglückt. Freitag vormitlag verunglückten zwei Arbeiter, die am König-W:lhel„i-Viadiiti bei Eannstadt beschäftigt waren. Die Arbeitcc haben sich an- scheinend in ihren Seilen vcr'oickelt, sodaß sie sich nich! befreien konnten und in den Neckar stürzte». Srlbsimvrd. lsroßes Aiifselren erregte in Eisenach der Selbstmord des Mühlenbesitzers Wrincmami. Er erschoß sich am Freitag, nachdem vor wenigen Togen liber seinen fticb der Konkurs verhängt war. Fronk-iirler Wetieeberickil Boraussage: Ziemlich heiter und trocken, zunehwebder Frost, östlich: Winde. Vttbtliiht jirüi rtMufiurtfr Montag, ben 12. Januar 1914. Weizen, hiestger und Wetterauer Mk. 10.00—19.15 „ aus dem Lande nbgeholt „ 18.60 19.00 N o g g e n, ßieirgcr unb Wetlerauer 15.85—Ifi.lsi „ aus Sem Lande abgeholt „ 15„50 -15.05 Gerste, neue „ 17.00—17.50 Hajer, hiesiger und Westerauer . „ 15.50—17.00 „ kurhessischer..... 00.00— 00.l 0 Trockentreber Wt. —.— Geschäft langsam mit Slvr ahm- von Futt-iartlkeln. die fester find. Nortkricht nui« iraH-fartrr Üür^aatkt. D «»!aq. Den 12 Januar 1914. Auftrieb: 436 Ochsen, 79 Bu ev. 977 Färsen, Kühr u. 342 Kälber. 133 Scha r, 2747 Schweine._ Verantwortlich s. d Schrijtleitung: Otto H r r i ch e >. sir ebderg. für den Anzeigrnteil: Karl S ch mi dt, Friedderg i. H Druck «. Verlag d. „R:uen Tageszeitung" » .<5, Fr-cdbrrg >. H Nr- 9 Viene Tageszeitung. »umtos. oen 12. Ja„»a« Sri« 4 Tode§*Aiixei^e. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Morgen 6 Uhr unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herrn Friedrich Rei nach langem Leiden im 69. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Wölfersheim und Bad-Nauheim, den 11. Januar 1914. Die trauernden Hinterbliebenen: Jn deren Namen: August Helix. Die Beerdigung findet statt, Dienstag den 13. Januar 1914, nachmittags 2‘/ 2 Ulir. Theater in Friedberg. äaalbau (ßotlj) Dienstag, den 13. Zamtar 1914 Gastspiel der Liliputaner die beiühm.en 8 Zwergbüi/Nenlllnstler (3 Damen, 3 Serien) mit eigenem »sniiMibU ohen-is »9, Uhr mit prachiroicr Ausstattung I*SF* Ltuvcntenlicvchcn Operettcnposse in 4 Alten von V-. 2Jfm o >. chowertau'-villers j r alle Plätze Buch.andlnng iiot. Bindeenagel ii j i.i arr«, ..andinng Ed. Oppenheimer, nur für i. un U. Platz - ,. a .lanurung O w. Türl. cperrsitz 1.00 >Ult, L Platz o.tO, u. >ioy u.Un. iubeiulajje: Lpettsitz lülih I hlatz 1.10, II. Platz 0.73. lüal.e.ie 0.4», Sdjuter i. Platz U.60, IL Platz Ü.4LL Lieuütag Nachmittag 5 Uhr Jugeiid-Borstellung. Dcr gestiefelte «ater. Kinderbillel, L Platz SO Psg., II. Platz 30 Psg, Stehplatz 20 Pfg. wuuait) ene 1 j Pfg. meyr LiUetoerlauf ab n Uhr nur im . __Theateriaal. 1 liiibmPliltl. lojiiio. Zur Aufführung eines Tanzes zum nächsten Lasino werden diejenigen Damen und Herren, welche sich daran beteiligen wollen, gebeten ihre Mitwirkung unter genauer Üvreffenangale bis längstens 14. Januar an Herrn Wilhelm tlruck itttit Dortelweil £bt. SU. B. mittels Postkarle betann.geben. ,_ Der Vorstand. Bängipinei'- Scherm aschinen für Herde, Rinder, Schale etc. Biegsame Spiralweile. Geräuschloser Gang. Seit 25 Jahres praktisch bewahrt. Reparaturen an Schermaschinen aller Systeme schnell und billig. Fordern Sie Liste No. 213 kostenircL H, Hauptner M Berlin M.W. 6 . KönigL Filiale: München. Königinstiasse 41. Hoflieferant Filiale: Hannover. Marler,Strasse 61. 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Tenf?ch-Täz,ischen Krieges. — tW , Pioß IUI mann f. — 1»T1 3tWacf)ten- bei Le Mn» 18W, Wräfin l>. Hnbn-.Habn Mainz. — 196Ti SIho., Prinz oon Württemberg. f. _ Provokation n. 5„, „'Tan" bcfinat Wottlieb dir H' «»■'' -Proüofatio- it.Mj" ioln Iid-ennoßen „©fr sich so abflninMfef verliert. Daß er bei Tag nnifoTmivri. Durch Zabems Straßennetz inar>ci|i- -f 2er provoziert. ©er Zigaretten ungeniert Als Leutnant zum Munde fübrt Und sich im Wirtshaus restauriert Ter provoziert W",in eine Dame, isoliert, iiiach aude rn Ossiziersftan'n giert. fPUt ihnen über Land spaziert — Ter provoziert. Wenn vrenßh'che Jugend, kaserniert. Nachdem die .fteblen gut gesckrmiert. „Ich bin ein Preuße!" intoniert Der provoziert Wer sich die Suppe eingeriihrl Pseist. brüllt tobt, sohlt nnd re»> >!!>e- - Bis ihn die Wache arretiert — Terselbige wirb provoziert. Wer rasenden Nada» vollsübrt lind dann wenn er Gefahr verspürt, R- ick, hinter Kinder retiriert — Wird provoziert. Wer nach der Trikolore stiert. Sich gern als FLranzmann etabliert Und keinen Sanpreiiß estimiert, Wird, wenn so einer existiert. Natürlich schon wuscht provoziert.' Das 5icr im Winter. Plauderei von Dr. Fritz Stowronnet. lSchluß.l f>and in Hand mit dieser Fürsorge mutz die Vertilgung der »ierdktnige» Raubzeuges gehen. Das gilt auch für die Gärten rer «iroßsiävte, in denen nach diestr Richtung fast gar nichts geschieht. Von meinem Schreibt sch sehe ich in einen großen Garten, in dem drei Katzen tagaus tagein den Amseln rrach- stellen. Sie haben noch keine envischi. aber sie stören sie in toer segensreichen Tätigkeit. Und roas stch nachts in den hausgärt.n - auch in den Städten — hcrumtreibt, davon ».acht man sich meistens keine rechte Vorstellung. Da kommt )ltl, und Wiesel und nlckt selten auch der Steinrnarder. der ^a im Walter sich in Scheunen oder Schuppen «inquartierl. Es ist »ieiie'chi nock) wiliqi cc. den klauen Vogel gegen d e Gefah- Ich lasse D.ch nicht. Orig!na!-No»wn von $. Eourths-Mablrr. 114 lFontetzung). Wie ganz ander ? sab sie nun da» alles vor sicku Al>» ailreilcte, ihn stützte »ird ermutigte. Für rUrcii Salm hatte erliste das Weib abgehoben, für Tiren [raufen 2ob„ hatte sie es dann lächelnd bis zrrm letzten tzsenrurg auögeged,u, und iäclrelnd batte sie ihm das Sterzen Kickt gemaer.l, um bann gebrachtn über seiner Leiche z„- wr nenzustürzen. Ach. wnstrlick,. Diese Fra» war wert ge- wese», eine Fürstin Kat nein fein. Und 3 onja. Die F, lirstiii drück! e die HmlLc nuj : das zuckende Herz „vd streckte sie dann sek n sticht •5i>oU iiu Sonja — ihres 3, »bncs Trctttci i Ja — ach. taufend- „al ja. ha! le sie es tv., iher g efiiliQ, -2 dieses helfe, schone > .schöpf an ihr Herz g estörte . Cfi , sie nickst zu ihr ge- • ofleit, iono er wieder n> »f seit fottL mit rr 1« ärtickx Weise? War ihr »tck't »o in ersten Al „! -,t OR lie de.stolze lstesicht ver- traut Off ei men? Stolz ja — itol i Wie eine cu »K* ikalnokn war dieses liebe, trohi •e Kind. 2 ;ie wa if ibr ei ü„ einen siirsilicheii f anien, ein lürstliche? " llerniö :cb- ;»nr ' Füße, wollte nichts z it ihr ge- nein habe»,. weil s«e U* t st. s: sie ihre Groß- mutter, de, , g.liest n jater r t,l - in den Tod geben lasse» Sv-. . [ sie glaubte . die ( habe in das TodeS- urteil gew. u--'t. das ist r Gei in ftr , -eier Währung der Ehre über d i aclieo e n Sol m rerh Ino t batte. „Liehe kleine Sor.j a. ftol ;e Sons \ 1 > >ßes liebe? Kind — irff könnt - t du Itim c:: Mi- ticrOcr* i-rfenncr?" M-.-e N -.wna i rcinte ftnltföS tu d lchn, -rzlich. Zer- ren der Rocht zu schütz:,e. als goge» den Hunger, der ihn am Tage plagt „Licht", so schreibt der Franzos« Zules Michelet in seiner lebhasten Art, „ist für alle Wesen gleichbedeutend mit Sicherheit: «s ist di« Bürgschaft für das Leben bei Mensch und Tier; es ist gleichsam da» beruhigende harter« Lächeln, die Zutraulichkeit der Natur. Das andere ist die Nacht, der Schlaf, dle Stunden der Finsternis und der Nachstellung, in denen dem Vogel die Krast des Flügels fehlt, in Herren er dem Feind« ivehrlo, überliefert ist . . . Für ihn sind in der Dunkelheit unendlich viel Verfrlger und Nachstellungen verborgen. Sein« Feinde haben noch das Gemeinsame. Hatz si« ahn« Geräusch sich anschleichen. Die Eule fliegt mit schweigsamen Flügeln, das schmale Wiesel windet sich zum Nest hinan, ohne daß ein Zweig sich regt, der nach Blut dürstende Marder geht so schnell zu Werk, daß in einem Augenblick di« ganze Vogelsamtl!« erwürgt ist." Dies« Schilderung gilt nicht nur für den Sommer, sonbrii noch mehr für den Winter, wenn der Vogel, vor Kälte erstarrt in finsterer Nacht aus einem Zweiglcin sitzt. Und wie leicht kann man sie von ihren Feinden befreien! Einig« Schlingen aus dünnem Draht vor den Zaunlücken ausgehängt, «in« Ka. stenfalle zwischen dichtem Strauchwerk ausgestellt, genügen, um sie imchtlichen Räuber roegzufangen. Wie viel» das sind, wird jeder zu seinem Staunen oder Schrecken erfahren, der die klein« Mühe des Fallenstellens nicht jch-ui. Das vierbeinige Raubgesindel. Fuck>s. Edelmarder. Steinmarder: Iltis und Wiesel leidet im Winter «slien Not. Der Edelmarder erjagt im Winter das Eichhörnchen, »Kr «r geht i„ die Baue der wilden Kaninchen, wo er sich an dem Blut seiner Opfer berauscht und manchmal mehrere Tag« verschläft. Der Steinmarder schlägt in einer Scheune sein Lager aus und macht sich durch Bertitgen der Mause nützlich. Man sollte >h» deswegen dulden und ihm sein« ander« Freveltaten Nachsehen. Iltis und Wiestl suchen ebenfalls die Kaninchenbau« heim, aber sie bringen auch in schlecht verwahrt« hühnerställe und Taubenschläge ein und morden alis reiner Blutgier all« Z,v lassen. Nicht selten berauschen si« sich an dem Blut ihrer Opser s» sehr, daß sie tn einen tiefen Schlaf verfallen, au» dem man sie durch einen wohlgezlelten hieh direkt ln dt« ewigen Zagdgründe befördern kann, Der schlau« Rotrock. Herr Reineke, streift Tag und Nacht durch Wald und Feld und raubt alles, was er bezwingen kan». Am Strohschober belauert er säst immer soviel Mäuse, daß er den schlimmsten Hunger stillen kann. Dann sucht er das Feld ab nach einem Halen, dtn Hunger und Kälte ermattet haben. Er jagt auch, meistens mit einem Spießgesellen bas Reh und fetzt es durch andauernd« Verfolgung so in Angst, daß «, schließlich auf einer Stelle wie sinnlos hin- und herspringt und den Räubern zur Beut« wird. Seit Jahrzehnten haben die Jäger dem ganzen Raubge findet den Vernichtungskrieg «rftärt und mit fo großem Erfolg geführt, daß Fuchs, Marder und Zltls in vielen Revieren nur noch als zugereist« Eiist.- Vorkommen. Znfolgedesien hat sich d-as klein« Nutzwild: Hofe, Rebhuhn und Fasan allenthalben bedeutend vermehrt, was nicht nur die Jäger, sondern «nch all« Freund« eines schmackhaften Wildprels mit Freuden begrüßen können. Aber unter d'mselben Schutz hat sich leider auch das wilde Kaninchen, besten Fruchtbarkeit ja fprichwörtlich geworden ist, so stark vermehrt, daß es an vielen Orten zur Landplage geworden ist. Früher freuten sich die Jäger wenn sie sich mit Beg-un der Schonzeit an den Karnickeln schadlos brothon unter der Last der auf sie einstürmenden Erregung lag sie wie gelähmt und nur die Träne» rannen ohne Zahl über ihr zuckende? Antlitz. Ihr armes Herz wurde von den widerstreitendsten Empfindungen hin- und hergeworfen. Aber endlich rangen fick, au? diesem Estnos doch tröstlich? Gedanken. Sie hatte dach mm da? Grab ihres Sohnes, das sie schmücken konnte, er lag doch in geiveihter Eide und nichts als Selbstmörder aus de», Gründe jenes Sees. llad da»,, — dann hatte sie sein Kind. sein liebes, so schönes, stolzes Kind. Ach, wenn Sonja horte, wie furchtbar die Mutter um den Sohn gelitten hatte, wenn sie wußte, daß sie nie, niemals in seinen Tod gewilligt hätte, dann nriißte sie ja den trotzigen Stolz von sich Wersen und in die sehnsuchtsvoll ausgest, eckten Arme ihrer sie zärtlich liebenden Großmutter eilen. lind Maria Petrowna richtete sich plötzlich mit ne» er- wachender Energie auf. Vielleicht — ach, vielleicht war ja Sonja „och gar nicht fort, vielleicht konnte sie noch zurück» fcbaUe» werden. Die Klingel schrillte heftig durch das Haans. Eiligst kam die Kammerftau herein. „Fräulein Sonja — sehen Sie mich, ob Fräulein Son» sa noch aus ihrem Zimmer ist. Sie soll sofort zu mir her kommen, sofort, ich nruß sie sprechen", rief ihr die Fürstin erregt entgegen. !>„- ohne auf die Rückkehr der Kammerfrau zu Warle», be'nrn, sich die Fürstin hastig selbst anzukleiden. Erst aber ictfte sie die Papiere wie einen köstlichen Schah zusammen >n,d barg sje in einer Schatulle. Die Kammerfrau kam mit betroftenei» ttlesickste zurück nnb meldete, daß Fräulein Sonja nicht auf ihrem Zimmer sei, daß aber anscheinend all ihre Sachen eingepackt seien in ihren beiden Koffern. Die Fürstin strich sich zitternd das Haar aus der Stirn, Also fort, wirklich fort im trotzigen Ungestüm — und allein, ganz allein. Die weite Reise wollte sie allein zurücklegen, sicher in einem furchtbar erregten Zustande. „Schnell, schnell — ankleideu!" befallt die Fürstin. halten tonnten. Und wo tein« vorhanden ivaren, si deltc map sie an. Da» bat lange ausgehört, den» die Kaninchen haben » manchen Gegenden so überhand genommen, daß sie Roggen» schhtzz: vernichten und starke Buch.-,,bestände du-ch Entrinden zum Absterben bringen. Aus beirr Gut Basedow in Meck len» bürg werden jetzt, acht Jahr« noch ihrem ersten Elntrefsen jährlich 20 000 Kaninchen durch Flektieren und Schießen erlegt aber noch immer wächst ihre Zahl. Das Nutzwild, das sich von vegetarische, Ko!t nährt, leidet im milden Muter keine Not. Auf der Roggen, und Weizen faat findet cs reichlich Aesung. Selbst ein« leichte Schneedecke schnetdet es nicht von der Nnbrung ab Erst wenn ber Schnee fußhoch liegt, beginnt das Will, zu darben und in seiner Rol di« Triebe der RadelbSumc zu äsen oder ga- die Rinde des Laubholzes anzujchnciden. Am schlimmsten aber wird es, wenn nach lauwetter der ftijch cinsetzcnbe Frost den Schn.« mit einer Eiskruste überzieht. Dann Ichireldet sich das Wild die L„f« da ran wund, es kann sich nicht mehr von der Stell, bewegen unl zum Hunger kommen noch die Schmerzen. Glücklicherweise haben die Jäger eine Ehr.npslichi daran» gemacht, ihre Wildbahn im Winter gegen Hunger zu schützen Das muß aber auch rechtzeitig gosch heu ehe das Wild durch Hunger und Krankheit geschwächt ist. . An abgelegenen ruh, gen Stellen im Skalde sind überdachte Nausen auigcit Ilt un tcr denen Hirsch und Reh Heu und Hasergarben findet. Auch Karwsftln. Rüben und Kastanien werd-n gern genomen Don Hasen legt man Heu und Haftrstrah unter die dichtstehenden Beste einer Fichte, den Rebhühnern und Fasan n errichlet mor am Waldrand« niedrig« Hütten von Zweigen und streut ilme» darin das sogenannt« Hinter getreide. Ist das ein herzerfteuender Anblick, wenn der Grünrock mit dem Futterschlilen durch den Ichrveigcnden Wold sähri und von überall au» dem Dickicht die scheuen Waldtiere treten, vm ihm zur FuttersKll« zu solgen! Und unter den ..gerechten" Eigenschaften der deutschen Waidwerks ist wohl keine böher «inzuschätzen. al»d i« opferwillig« Fürsorge für das Wild in Wintersnot. Vas ürtfil im Projtß v. pruttr. In dein Prozeß gegen den Oberst v. R e u t e r und den Leutnant Schadt wegen der bekannte» Zabenrer Vorgänge wurde am Samstag vormittag vom Kriegsgericht der 30. Division das Urteil gefällt. Beide Angeklagte wurden in subjektiver u»d objektiver Beziehung in de» ihnen zur Last gelegte» Auklagepimk- ten f r e i g e s p r o ch e n. — In der Urteilsbegründung führte Kriegsgerichtsrat Jahn einleitend n»4, daß Leutnant v. Forstner Ende Oftober die bekannte Aeußerung über die „WackeS" getan hat. Die Beweisaufnahme hat bestätigt, daß infolge der Verössentlichung von Aeußernugen in der betreffende» Jnstruktionsstniide Menschenansammlungen in demonstrativer Absicht sich er dem Leutnant und vor seiner Wohnung bildeten, wobei mehrfach Beleidigungen ousge- stoßen wurde». Es ist festgestellt. daß Steine und Flasck>e» hinter den Offizieren, und zwar nicht hinter Leutnant v. Forstner allein, hergeworfen wurden. Die Polizei hatte nicht die Macht, die Ansammlungen zu zerstreue», bis endlich Gendarmen z» Pferde stiegen. Die Jurückdrängung der Menge erwid-rte diese mit Steinn-irien Ruhe trat ein, als Die Kainiiiersra» wunderte sich nicht wenig über bas erregte Wesen ihrer Herrin. „Eure Durchlaucht werden wieder Schmerzen befom- nun", wagte sie zu bemerken. Die Schmerze» waren schon w, der da. Maria Petrow- »o biß die Zähne zusammen. Gleichviel — sie mußte jmr Bnhnhof. mußte versuchen, ob Sonja nicht »och zuriickzubal- ten sei. Sie durfte in dieser Siimmung nicht allein in die Welt hinaus. Trotz vieler Schmerzen beendete die Fürstin ihre Toilette »nd ließ sich dann in das Nebenzimmer führen, Sv vermochte sich kaum so weit z» schleppe». Acchzend in den Sessel vor dem Kamin fallend, ließ sie sich ein Kursbuch bringen. Gegen acht Uhr ging ei» Zug. und dann einer um zwo!' tthr. Jetzt war es halb zwölf tthr. Wen» Sonja früh den ersten Zug nicht erreicht hätte, daun mußte sie mit de,» »„ zwölf Uhr fahren, dann war es noch möglich.si e zu erreichen ehe sie abreiste. „Meinen Wagen, schnell." „Eure Durchlaucht wollen doch nicht —" „Vorwärts, meinen Wage»", winkte die Fürstin hastig und ungeduldig. Sie erhob sich mit Muhe, es ging seh, schlecht. Mit einem Schmerzenslaiit sank sie wieder in de» Sessel zurück. In diesem Augenblick »vnrde ihr Nikita Arganosf gemeldet. Maria Petrowna atmete erlöst ans. Das war Hilfe in der Not. Als er eiiitrat, streckte sie ihm flehend die .Hände entgegen. „Sie sendet mir der Himmel, Nikita." „Wa? ist geschehe», durchlauchtigste Tante?" fragte Ar- ganoss ganz betrosfen. „Fragen Sie jetzt nicht — später, Nikita. Unten steht mein Wagen, bitte, fahren Sie sofort zum Bahnhof. Und um zwölf Uhr geht ein Zug nach Berlin. Vielleicht finden Sie dort — Fräulein Roschnow. — Eilen Sie, sie darf nicht abreisen. Bringen Sie mir da? Kind wieder, sagen Sie ibr. M* 3_____ ______ Oberst v. Reuter in Urlaub war; die Beleidigungen der Offi- zicre wurden aber in der Zwischenzeit fortgesetzt und erstreckten sich auch aus de» Obersten, als dieser aus seinem Urlaub zurückkehrte. Was sich später ereignete, darüber gehen die Ansill>ien wr:i auseinander. Nach der einen Ansicht >var das Einschreiten des Militärs berechtigt, nach dem anderen jedoch nicht. Das Gericht nimmt an, dah sich die Bevölkerung über der kurz zuvor wegen der Beleidigungen der Ossiziere er- folgte Festnahme von jungen Burschen sich ausgeregt hat, so dasi cs nach dem Einschreiten des sckM, vorgchenden Militärs zu Ausschreitungen kam. — I» rechtlicher Beziehung führte tiriegsgerichtsrat Jahn aus, es bestehe ein erhebliches staat- liches Interesse daran, die Träger der Staatshoheit zu schütze». Schon wenn Schutzleute angegrisfen würden, er- lolgc die Ofsiziolklage. In Zaber» sind die^Ossizwre tatsächlich angegrisfen und beleidigt worden. Schon an! Ick. November hatte Oberst v. Reuter der Zivilbehörde mttge- teilt, daß sie für Abhilfe sorgen möge, widrigenfalls der Be- lagerungszustand verhängt würde. Selbstverständlich war diese Verhängung des. Belagerungszustandes eine uiigcjetz- lick/e Maßnahme, aber die Polizei konnte wissen, daß das Militär sich in einer Notlage befinde. Wer wahrend der Zaberner Vorgänge die Polizcigewalt in Zobern ausubte, darüber sei keine Klarheit geschaffen worden. Es ist nichts geschehen, um der Belästigung der Offiziere Einhalt zu tun. TaS Gericht ist der Ansicht, daß, wenn die Zivilbchörde auch nur mit einiger Energie cingeschritten wäre, die Vorgänge lätten verinieden werden können. Am 22. November erst cr- olgte der Aufruf, in wclcheni die Bevölkerung ersucht wurde, jo Ossiziere in Ruhe zu lassen. Daraus trat etwas Ruhe m, aber am 26. wurden hinter den Offizieren wieder Rufe aut, so daß einzelne Festnahmen erfolgen mußten. Was Las borgchen des Oberste» v. Reuter am 28. November anlangt, o hielt sich der. Oberst an die noch in Kraft befindliche oreußische Kabinettsordre. Es ist kein Zweifel, daß die preußischen Truppen sich an ihre Instruktionen zu halten haben, gleichviel, wo sie sich befinden. Tic Offiziere haben nur ihren Pflichteifer in der Ausführung ihrer Instruktionen zu bestätigen »nd baben die strafrechtliche Seite ihrer Instruktionen nicht nachzuprüfen. Der Soldat trägt seine Instruktion im Tornister mit und befolgt sie auch im Auslände. Die im Reichslaud garnisonicrenden sächsischen Truppen haben die sächsische Instruktion, die preiißischen Truppen die preußisch« Instruktion ausziiführen. Es ist zweifellos, daß der Offizier nichts weiter zu tun Hot, als sich an feine Dienstvorschrift zu halten. Das Gericht stellte sich im wesentlichen auf den Standpunkt des Vertreters der Anklage imd des Verteidigers, daß dem Obersten v. Reuter bei seinem Vorgehen das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt habe und er sich für berechtigt hielt, einzuschreiten. Die Zivilgewalt ln Zobern Hot vollkommen versagt. Das Zeugnis der Offiziere sei als glaubwürdig anzuschen. Die Zivilbehörde hat sich nur auf die Verhinderung tatsächlicher Angriffe auf die Offiziere beschränkt, aber nichts zur Aiifrechterhaltung der allgemeinen Ordnung getan. Der Oberst v. Reuter war berechtigt, die Verhafteten und im Pandurenkeller llnterge- brachten dort zuiäickzubehalten, weil die Uebersührung derselben nach dem Zivilgericht wahrend der Nacht zweifellos zu Zusammenstößen geführt hätte, wag zu verhüten eine Pflicht des Obersten war. Daß Oberst v. Reuter mit der Verhängung des Belagerungszustandes gedroht hat, war sichtlich nicht zulässig. Aber es war als ernste Mahnung an die Bevölkerung zur Wahrung der Ruhe gemeint. T\t ntut Wandlung grgkn Sfn'muit v. Forßntt. Vor dem Oberkriegsgericht des 1b. Armeekorps fand ani Samstag die Berufungsverhaiidlnng gegen den Leutnant Freiherr» v. F o r st u e r vom Jnsantcric-Regimcnts Nr. 99 ich flehe sie an, zu mir zurückzukommen. Verhindern Sie um jeden Preis ihre Abreise, wenn sie nicht schon erfolgt ist, Nikita." Nikita Arganokf starrte die Fürst!» erblassend an. „Was ist mit Sonja?" stieß er fassungslos hervor, nicht darauf achtend, daß er sich verriet. Sie bemerkte es in der Erregung gar nicht. „Später — alles später — eilen Sie, sonst ist cs z» spät!" rief sie beschwörend. Nikita verstand und begriff nur eins: Sonja wollte fort: es mußte ibr etwas aeschehen sein. Mit blassem Gesicht stürmte er zur Türe hinaus und warf sich unten in den eben vorfo^renden Wagen. Auf dem Bahnhof angekommen, suchte er den ganzen zur Abfahrt bereitstehcnden Zug ab; von Sonja war aber keine Spur zu finden. Diese batte den Frübzng bereits benutzt und war schon weit von Petersburg entternt. Nikita ninßte den Zug nbfahren sehen und wußte nun. daß sich Sonja nicht darinnen befunden hatte. Er trat an einen Beamten hcra'i, beschrieb ihm Sonja und fragte, ihm ein Geldstück in die Kand drückend, ob er eine Dame von diesem Aussehen auf dem Bahnhofe heute bemerkt hätte. Als Nikita das goldene Haar beschrieb, nickte der Be- amte hastig: und Sonjas Signalement vervollständigend, behauptete er bestimmt und der Wahrheit gemäß, daß diese jiinge Dame mit den, Frühzuge in einem Abteil zweiter Klasse abgereist sei. Das Herz voll Unruhe, jagte Arganoff nach dem Palais zuruck. Dort wartete Maria Petrowna voll Sorge auf ihn. Als rr ihr dann meldete, was er in Erfahrung gebracht hatte, ia weinte sie. Das brachte Arganoff vollends um den Rest seiner Ruhe. „Was ist mit Sonja; ich muh wissen, was mit ihr ge- schehen ist? Bitte, sagen Sie es mir, durchlauchtigste Tante. Ich muß es wülenl" rief er außer sich 9I«a« Tageszerrung. «»„rag. den 12. Sannar 1911. in Zabern statt, der am 19. Dezember voin Kriegsgericht der 30 , Division wegen Waffenmißbrauchs und vorsätzlicher Kör- Perverletzung zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt worden war. Es handelt sich bekanntlich um die Vorgänge bei Dettweiler, wo Leutnant v. Forstner den Schuhmacher Blank, der ihn durch Zurufe usw. beleidigt haben soll, durch einen Säbelhieb über den Kopf verletzt hatte. Die eBrhandlung begann mit einer Ueberraschung insofern, als nicht, wie erst bestimmt, Oberkriegsgerichtsrat f)r. Medicus, sondern Oberkriegsgerichtsrat Stud die Der- Handlung leitete. Diese Aeiiderung wird darauf zurückgc- führt, daß Oberkriegsgerichtsrat I>>'. Medirus die Aeußcrung getan haben soll, er werde Leutnant v. Forstner freisprechen. Diese Acußerung wurde nicht dementiert, jedoch erfolgte eine Beurlaubung des Lberkriegsgcrichtsrats Medicus, wie ver- lautet, in Privatangelegenheiten, und die llebertragung der Vcrhandlungsleitung an einen anderen Offizier. Den Vorsitz führt Oberst Mengcldir, die Anklage vertritt Oberst Johns. In Anbetracht der jüngsten Vor- günge auch in Straßburg sind verschiedene umfassende Sichcrheitsmaßnahnien getroffen worden. Das Interesse, das die Person des Leutnants v. Forstner in weiten Kreisen erregt, dokumentiert sich auch durch die Anwesenheit zahlreicher Taincn. — Tie Verteidigung des Angeklaglcn hat Tragonerrittmeiste- Köhler übernommen. Der Tatbestand, der schließlich zu der Erhebung der Anklage gegen Leutnant v. Forstner und zu dessen Verurteilung führte, ist noch erinnerlich. Am Morgen des 2. Dezember passierte die vierte Kompagnie des 99. Jnfanterie-RegimentS bei welcher Leutnant v. Forstner Dienst tat, den Ort Dett- lveiler. Der Offizier wurde von vorübergehenden Arbeitern usw. erkannt und durch höhnische Zurufe beleidigt. Leutnant v. Forstner ließ darauf die Kompagnie Halt machen und schickte Patrouillen au?, welche die Beleidiger festnehmen sollten. Dem Fahnenjunker Wieß gelang es auch, einen derselben zn fassen, und zwar den lahmen Schuhmacher Blank, der feiner Verhaftung energisch Widerstand entgegensetzte, indem er behauptete, er gehöre nicht zu den Beleidigern und habe sich völlig ruhig verhalten. Bei dem nun entstehenden Handgemenge zog Leutnant v. Forstner den Säbel und schlug damit dem Blank über den Kopf, der eine fünf Zentimeter lange Wunde davontrug. Der Offizier begab sich dann mit Blank und seinen Zeugen zn dem Bürgermeister, um vor diesem ein Protokoll ansnehmen zn lassen. Ter Offizier erklärte hier, er habe den Säbel gezogen, weil er sich in der Notwehr befand. Der verletzte Blank behauptete, daß er keineswegs zu den Rufern gehört habe und er wurde auch, da ihm vorerst eine Beteiligung an den Beleidigungen nicht nachgewiesen werden könnt", wieder entlassen. Ans Anzeige des Bürgermeisters wurde dann gegen Leutnant Freiherrn v. F o r st n e r die weitere Untersuchung in die Wege geleitet, die zur Erchebung der Anklage und zu der Verurteilung der Offiziers führte, gegen die dieser Berufung beini Oberkriegsgericht eingelegt hat. Leutnant v. F o r st n c r hat sich, wie er nach der Schilderung der Sachlage betonte, zu seinem Vorgeben gegen den Schuhmacher Blank dadurch veranlaßt gesehen, daß er glaubte, einen Angriff befürchten zu müssen, und für den Fall, daß er diesen Angriff nicht energisch genug abweisen wurde, ein ehrengerichtliches Verfahren zu gewärtigen hatte. Die Vernehmung des Angeklagten v. Forstner brachte hierbei erstmals zur Kenntnis, daß Leutnant v. Forstner für den Gebrauch des Wortes ..Wackes" gegenüber den Rekruten mit sechs Tagen Stubenarrest bestraft worden ist. — -Oberst v. Reuter hat es bekanntlich stet? abgelebnt, über eine Bestrafung des Leutnants wegen des Gebrar,che? dieses Wortes Auskunft zu geben. — Leutnant v. Forstner fiiTirtc weiter aus. daß er bäufig Bedrobungen ausgesetzt war Da hob sich die Fürstin mit einem betroffen forschenden Blick das Gesicht zu ihm empor. „Nikita, was ist mit Ihnen, was erreat Sie so sehr? Sie sind außer sich por Unruhe und Angst. Was ist Ihnen denn Sonsa?" Er zuckte zusammen. Erst jetzt wurde ihm bewußt, daß er sich verrohen hatte. Aber mit einem stolzen, offenen Blick hob er den Kopf. „Was sie mir ist? Ach — eiaentlich dürste sie mir nickrts sein. Aber das Herzt tragt nicht danach. Sie ist mir alles. In, durchlauchtigste Tante — da ich mich in meiner Aufreaung um sie verraten babe, will ich nichts leugnen. Ich brauche mich dieses Gestihls nicht zu schämen, denn es ist lauter und rein, wie Sonja selbst. Kein Wort her Liebe ist über meine Livven gekommen, trotzdem ich weiß, daß auch sic niich liebt. Wir wußten Heide, ohne daß es ausgclprocheii wurde, daß wir enttnaen mußten. Es wäre auch jetzt nichts vcn mir getagt worden, aber die Erregung riß mich bin. l'nd wenn Sonja Roschnow auch niemals die Meine werden kann, weil ich zu arm bin. eine arme Frau zu heiraten, lo berechtigt mich meine Liebe dach, ihr bcizustehen. wenn sie meiner Hilfe bedarf. Und nun lästern Sie mich nicht länger; lagen Sie mir, was geschehen ist." lieber Maria Petrawnn? Gesicht fkoa bei feinen Worten rin freudiger Schein. Sir faßte seine Hände. „Nikita — ist es wahr — Sie lieben Sonja und Weeden wiedergeliebt?" „Ja — ich glaube, ich kann mich für ihr Herz verbürgen, wie für das nieine." „Oh. dann kommt sie mir zurück, dann halte ich sie mit ihren, Herzen hier lest! Kommen Sie, Nikita, setzen Sie sich zu mir und beruhigen Sic sich erst. Kein Unglück ist Sonja widerfahren. Mich beunrubigt nur, dah sie allein die weite Reise unternommen hat. Aber sie ist nun einmal fort und wir niüffen sie Gottes Schutz auvertrauen." ^Fortsetzung fo!_, > Seite L und glaubte, daß er angegriffen werden würde. Er legte dem Gerichtshof eine hohe Helmschachtel mit Briefen und Karten vor, die ihm zugcsaudt wurden und die sämtlich mehr oder minder versteckte Drohungen enthalten. Da ein Teil des Personals des Gerichtshofes gleichzeitig im Prozeß gegen den Obersten v. Reuter tätig sein mußte wurde die Verhandlung gegen v. Forstner aus eine Stunde ougesctzt. — Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wurde Oberst v. Reuter nur kurz vernommen. Seine Aussagen waren knapp und betrafen die Androhung eines ehrengcricht- lichen Verfahrens gegen Offiziere, welche bei Bedrohungen nicht energisch genug vorgingen. — Tie Vernehmung der Zeugen ergab dieselben Feststellungen und Widersprüche, wie im ersten Prozeß. Neben der Darstellung Blanks, daß er ohne Berechtigung von dem Leutnant mit dem Säbel geschlagen worden sei, wurde von anderer Seite bekundet, daß gegen die cinschreitenden Soldaten mehrfach Trobrnfe auS- gcstoßen wurden. Auch der festgenonnnene Blank bade wiederholt den Soldaten zugernfen, er haue ihnen eine au» den Schnippe!. Auch ein Ruf wurde laut: Junge, jetzt wirst D>- gewetzt! Letzteren Ruf will der Fähnrich Wieß von dem Schuhmacher Blank gehört haben, der gleichzeitig in die Tasche griff, in der man später ein Messer fand. Der Fäbn- rich niachte von dem Rufe sowohl wie von dein Griff nach der Tasche soiort dem Leutnant Mitteilung. — Ein Teil der nnltärischen Zeugen bekundet, daß sie so nahe bei Forstner bczw. Blank standen, daß sie jederzeit den Leutnant hätten schützen können. Andere erklären. Blank sei wie ein Stück Vieh behandelt worden. Nach dem Plädoyer des Rittmeisters Köhler beantragte die Verteidigung Freisprechung. Die Aussage Forst- ucrs im ersten Prozeß, daß er nicht in Bestürzung gehand.-lt habe, mllsie heute ganz anders bewertet weiden als damals. Forstner toar damals zweifellos der Meinung, er würde sich nnt dieser Aussage den Vorwurf der Feigheit zugezcgen haben, was er naturgeniäß vermeiden mußte. Tie ganze Sachlage deutet aber darauf hin, daß v. Forstner viel zu erregt war, als daß er die Sachlage noch hätte ruhig überblicken können. — Die Anklage wegen Körperverletzung enffällt da durch, daß Leutnant v. Forstner einfach die Befeble seine, Vorgesetzten ausffihrte. Nachdem der Vertreter der Anklage selbst die Freisprechung des Angeklagten beantragt habe, beschloß das Obcr- kriigsgericht in diesem Sinn und sprach den Angeklagten Leutnant Freiherrn v. Forstner frei. Für das Syrische Waisenhaus in Jerusalem, das nach dem großen Brand« im Sommer 1910 seine Raume und sein« Tätigkeit bedeutend erweitert hat, bitte ich wieder um freundliche Gaben. Am 3. März 1918 tonnten von hier 56 Mark dorthin abgesandt werden. Friedberg, den 8. Januar 1914. Klebergei, Pfarrer. ttiirät’mrin vom 10. Januar 1914 der Mitteldeutschen Creditbank Aktienkapital ». Reirruen ML 70 00000U gegründet 1856. ^ Fraatiurier Bor,«. 08.20 865» 7010 86.40 76.10 87.76 73 »5 4"/» Reichsanleih« 3 •/. 8'/,•/* Prcuß. Consol» »'/. i-l, Hetzen »■V/. „ 3% „ 4•/, Oesterr. Goldrente 89.— „ 4'/,•;, „ Eiiberrente 87 30 „ 4“/, Ungar. (SolDrente 84.50 „ 4 „ „ Kronenrente 8-.90 „ 3 „ Portugiesen Serie i 6260 „ 3 „ .. . Ul 64.60 . 4 ’/,'/, Nutzen 0 . 1906 98.90 „ 4% „ „ 1902 4 */«“'• Japaner 4'/ 0 Türken von 1903 4"/«Ad>ni„isrr. Türken Türkenloosc M. 1 °/„°/, Griechen v. 1890 66.— 1 */.»/. Monopol-Griech. —.— 3«,, Bucn.-Air.Pr. Ani. —.— 3 /«• Silber-Mexikaner 48.— 4’/,), Alex. Irrig, Ant. ,6.— 4*/t*6 Chinesen 91.60 BuderuS E. - W. Act. Schult. Cleltr. Geh „ Berliner Handels Ant. 157.— Deutsche Bant Alt. 250.50 Dtsk. Ikonnnandit Ant. 1 - 8 % Dresdner Bank Akt. 153 25 Pet.Jnt.Handclsb.Akt. 204.'/, Rutz.Banlj.a.Hand.A. 161.°/, Echantung C. B. Akt. 127.°/, Bailiinorc u. Ohio 89.',> Eonada Pacific Akt. 214.25 Pri nee Henri C. B.Akt. 157.— iürkeniooje !!)!. 170.— Cschrveiler Aerqw. „ 221.— Bochmner Gutzstah, „ 218 50 Gei entirch.Bergio.Akt. 187.60 Harpener Bergbau „ pambg. Amt. Pak. „ Rordd. Lloyd „ Berliner Hanbcks Ant Ptittekd. Creditb. Alt Darmstädt. Bank „ Deutsche Bani „ Deutsch-Asiatiichc Bani 118 8 , Diskonto Moinm. Anr, 188 >/, Dresdner Bank Akt. 153 60 Oest. Creditamt. Akt. Lombarden „ Dtsch-uber>eeC.G. „ Oestcrr.Staasbah» „ Höchst. Faromerte „ Chein. Fabr. Albert „ Rülgersrverke „ Steaua bivinana „ Phönix Bergb. „ Griesheim Eleltron „ ZcUfto,, Aialdho, „ HoizverkolitungS-Jnd. Laura hüte „ PrivaidiSIonl , Tendenz: schwach. Berliner Lorie. Hoyenlohewerte Att. Deutsch-Lnxemb.B.Att. 166.26 „ Laurahlltle Akt. 165'/, „ Obetichieper C. Akt. 91.— „ Phönix Bergbau Akt. 239.25 ,. Nombachci Hütte „ 1.,5.— „ Gelsenkirchen Bergw. A. 187.75 Harpener Bergbau Lkt. 178.'/, „ AUg.Clek. Ges-Usch. Akt. 240.— . SieinenS u. HaiskeAtl, 215.'/, „ Tendenz: schwach 90. 0 91.50 85 60 78.— 170.— 112.80 . 146.50 „ 177.’/, . 185.’/, . US’/, . 15, 51) " 117.75 117.V, ' 26,.- M ’/. 2.52 , 169 */. 15 ).-/, 02 — 4 0- 194 — 238.’/, 25.i — .21.75 30 ...0 166.— 1 3.25 1 134 50 . Atchi on Topela Southern Paclfit Chicago Rock BsI. Mitz.Kan. u.Tez.R, Union Pacific. U. S. Steel Common Londoner Bar,«. Doll. 97.— 9 V/. 13.50 1 .5 161.25 60.50 Amalgamated uovv. Doll. 73.% Cyarlcred Company Ljtr. 0.!> Caprano Propneiary „ 1.1 Gotopeibs Rano Annes De Peers Con otid 1.9» 5.5? 17.4» Die DepofttenKaNe Friedberg i. H. empjiehli sich zn, Vermittlung aller bankmässigen Geschäfte Ao° und Vertan! von Wertpapieren a» allen Börsen. 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