OlUiUlut S Kamstag, sen TO. Zannar 1014 7. JarjrslNtty iic „fccnc k kl chcin» leve» Werilag. Regelmäßige Beilage» „vertaner all» Hessen", „klic Spinnssal-e". Heiugaprk!!»: Be, oe» Pal, .»stallen vierieliayillch Ml. I US >ei den Agenten monailich Lll Pia. »im» tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Ln»eigen: Lrondzeile 2» Pfg., lokale l5> P,g, Anzeigen von answäris werden durch Po.lnachnahms erhoben Lffüssimgsoit Friedberg. Schrilllettung und Verlag Fricdberg (Hessen», hanauerstrage IL. Fern precher 4R. Pos! scher-Conto '.'lr. 48äf, ltinit Feonksurt a. M. pic htlltige Itnmmrr unifafit 12 Seiten. |!rbcriiri)t. — Mit großer Spannung sieht »in« in Straßburg der kerküudigung deS Urteil» gegen den Obersten von Rentter entgegen. Die Polizei trisst umfassende VorsichtSmaß- rahmen. Husaren und berittene Gendarmen werden bereit geholten. Tos Gerichtsgebüude selbst ist im weiten Umkreis nbgesperrt worden. — Bei der Reichvtagsersatzwahl tin Wahlkreise Oppeln 9 erhielten von insgesamt 7956 abgegebenen Stimmen Pfarrer N-sthan-Branitz (Zentr.) 7591, Landrat Fßmar-Leobschütz (Up.) 180, Verbandssekretär 1>r. Fleischer-Berlin (Partei- stelluiiss unbekannt) 46, Gewerkschastssekretär Trappe- Beuthen (Soz.) 33, Bauerngutsbesitzer Stassig-Poßnitz lZentr.) 27 Stimmen. Zersplittert waren 78 Stimmen, tiathan lZentr.) ist somit gewählt. — Ter braunschweigische Staatsminister Exzellenz Hart- lvirg ist in der vergangenen Nacht gegen 2s ,'• Uhr gestorben. — Zu der Stellunanahme des Polizeipräsidenten von Fagow in der Zabcrn-Afsäre erfährt der „Lokal-Anzeiger" zuverlässig, daß die i» einem anderen Blatte ausgestellte Be- hauptimg, Herr von Fagow habe der Forni wegen seine Tc- mission eingereicht, diese sei abgekehnt worden, jeder Bogrün- dnng entbehrt. Ter Polizeipräsident hat überhaupt seine Demission nicht angeboten. — In Innsbruck kam es zwischen arbeitswilligen Buchdruckern die mit dein bekannten Berliner Arbeitswilligen- Aaenten Hoch vom Bahnhof kamen, und Streikenden zu h:s- tigrn Znsammensiößen. Dabei gab Koch mehrer Rcoolver- schnsle ab, ohne jedoch jemanden zu teefsen. Koch und ein Streikender erlitten erhebliche Verletzungen durch Stockhiebe. — Ciner Meldung des ..Vesti Hirlap" an? Bukarest zn- krklie, ist König Karol von Rumänien plötzlich schiver er- erkrankt. Tie Leibärzte des Königs Haben sich veranlatzt ge- sehen, zwei weitere Professoren hinziiznziehen und das Aeretekosslium hat nach einem heute morgen veröffentlichten Bullet,» eine hochgradige Lnnoenentzündiing konstatiert. — Ter österreichische Botschafter hatte gestern eine ein- stil-diae Unterredung mit dem Grosiwrsir, die viel belvrochen wird. Tie Unterredung betraf die Borgänae in Albanien. — Durch einen Erlas, der provisorischen Negierung wurde ollen Schissen, die die aricchilck»» Flagge führen, dns rinlausen in sämtlichen albanischen Häsen verboten. Auster- wni wurdn in Dalonn, Turazzo, Alessio und San Giovanni bi Medna umlanareiche Vorkehrungen getroffen, um die Ausschiffung türkischer Vcrschworertruppen gänzlich nnmög- lich zu machen. Pie Schmach van Sadcra. Wohl selten ist die öffentliche Meinung mehr umge- .chlagen als wie dies in dem Falle Zabern geschehen ist. Als -die radikale Presse zuerst mit ihrer Hebtätigkeit einsebte, da lies, sich selbst mancher Gutgesinnte verleite» und glaubte, den ' -.-danken an ein Säbelregiment nicht ganz abweisen zu -annen. Aoe: schon als im Neicl»Stage die Sozialdemokraten iore Schimpforgien abhielten, wurde der deutschen Nation klar, was für Elemente eigentlich die Hintermänner und die Drahtzieher bei dieser ganzen äüodic gewesen sind. Dieses Mal haben die Herrschaften die Rechnung ohne den Wirt gemacht. wenn sie geglaubt haben, mit ihrem Mihbillignngs- l-eschlntz die Volksseele wieder einmal znm Kochen zu bringen. Gewiß ist sie bei deutschen Männern ins Kochen aekonimen. aber nicht aus dem Grunde, den die Mehrheit 'es Reickistages so gerne gesehen hätte, sondern vor Ent- 'üstung darüber, daß deutsche Behörde» denlschfeiudlickzem, velschem Gesindel einen solchen Einslust in deutsckzen Landen gewähren konnten. Wer noch über die jammervollen Zu- stände, die in den ReichSlanden herrschen, in. Unklaren war, dem mnstlr der Prozeh gegen den Oberst Rentter die Augen geöffnet haben und man must dem Verteidiger deS Angetlagten Recht gebe», wenn er in seiner Rede gesagt hat: „Jeder ordentliche Bürger wird sich sagen, wenn ich ge- wnstt hätte, was ich beute weist, dann wäre ich anderer Ans- fasjnng gewesen " AIS die Gerichteten und die Blamierten aus den ganzen Verhandlungen gehen die Zivilbehörden der Reichslande hervor. Wir würden noch hinzusügen und der deutsche Reichstag: aber der ist seit den Tagen der Bebelwohl im Reichstage so tief gesunken, dast er sich nicht n, e h r blamieren kann. Wo man gestern und heute hinhören konnte, selbst in Kreisen, die sicherlich bei den Reichstagswahlen rot gewählt haben —- die Berns-Hetzer natürlich ausgenommen, — da konnte nian Horen: „Tie werden doch den Oberst Rentier nicht verurteilen!" Sie gedachten es bös zu machen, da? Geschick hat es ober gewollt, dast der Mann, den sie verderben wollten, geehrt und geachtet aus dem Kampfe hervorgegangen ist. möge das Urteil anssallen, wie es wolle. Ein Teilnehmer an den Verhandlungen schreibt der „Süddeutschen Eonservativen Korrespondenz: „Seit den 15 oder 1-3 Fahren, in denen in dem stattlichen SchNnirgerichtssaale unseres Landgerichis «a-eichis litnuigen statttinden, hat man noch keinen loleb illuitren Angeklagten auf der Anklagebank sitze» sehen wie heute de» Kommandeur des 99. Infanterieregiments. Das ist ein ganzer, voller, aufrechter Mau», dieser Angeklagte, vom Scheitel bis zur Fußsohle Soldat, Die hagere «Gestalt deS Weißhaarige» reckt sich ordentlich, als er redet. Sein scharsgeschuilteneS strnsfcs Gesicht ist ganz Geist und Leben und als er zu reden beginnt, wird es stille wie im Grabe in dein Saale. Sein? Worte sind kraftvoll, eindringlich, markig, lind doch hat die Art, wie er redet — und versteht zu reden wie wohl wenige — wieder etwas Gewinnendes für sich. Auch da, wo er anklagt, ver- lästt ihn die eiserne Ruhe nicht. Er redet markig, kraftvoll, seine Stimme schwillt mächtig cn. Und doch trotz alle,» ist nichts Thoatralisä»es an diesem Manne, die eiserne Selbstzucht, die er sei» ganzes Leben geübt, spiegelt sich auch in seiner Rede wider, die trotz aller Einfachheit ein rhetorisches Meisterstück ist. von den, man nur wünschen möchte, dast unsere Parlanientarier sie gehört, beherzigt, sich in ihren Reden diesen nicht gewöhnlichen Mann zunl Vorbild nehmen könnten." Oberst v. Rentier ist auch kein Gaiiiaschenknopf, der außer dem Dienst keine Interessen kennt. Er schätzt die Schriften Lienhardt's, des edlen Elsässerdichters und fühlte sich hingezogen zu dem Volke in den Vogesenborgen. Er wünscht mit ihm in Freundschaft und Liebe zu leben, aber berufsmästige Hetzer und Zeilenknlis haben dies nicht gewollt und den Oberst mit ihrem Weiter zu beflecken versucht. Vertreter der Zivilbehörden ans. Da ist der Kreis- d i r e f t o r. Ter innere Mensch must knirschen, wenn er diesen banniwollenen NikeleeS seine Ansichten entwickeln hört. Tast nian deutsche Offiziere ans der Straße verhöhnte und anspnckte, dast man „Treckschwob" »nd „Sanpreuste" ge- lchrien, dast man die „Dive la Franee", „Merde la Prusse" tPreußen ist Sch.....1) gerufen und die Marseillaise ge- psisseli hat, bringt ihn nicht ans seinem seelischen Gleiebae- »vicht: „Die Bevölkerung Zabern's ist die ruhig st ederWelt!" Er muß bestätige», daß der Verhaftete Kahn die Offiziere ansgelacht hat. „Jawohl I aber was ist dabei?" lagt dieser Vertreter der kaiserlichen Gewalt in Elsaß. Wenn aber ein Leutnant gestolpert ist, das fällt deni Herrn miliebsani auf, so dost sich selbst der unpartei- ifrho Verhandlungsleiter zu dem AnSrufe veranlaßt sah: „Es i st nierkwürdig, Inenn e i n O f s i ä i e r (folgert, erfahre» Sie dies sofort, wenn aber Offiziere belästigt werden, dann nicht l" Und welche Seelenruhe hat der Herr Kreisdirektor an dem Tage der Unruhen in Zabern bewiesen. Er saß gerade beim Diner bei Exzellenz Mandel, Man soll den Menschen in seinen heiligsten Gefühlen nicht stören, das bot auch Herr Mahl gedacht. Er erhielt ein Telegramm: „Anf- rnhr in Zabern!" Erzellenz von Mandel, auch ein gutes Kind, entgegnet »ift deni Gleichmut, der eines Stoikers Ivürdig gewesen ist: „Sie komnien doch schon zu spät, jetzt ist alles passiert." Und der Kreisdirektor bleibt. Er wi-d antelefoniert. „Wir waren schon bei der Suppe, da wurde ick> -um zweiten Male ans Zabern an- tclefoniert." Fronilch stößt der General v. Deimling mit ihm an: „Auf den Frieden in Zabern, Herr Kreisdirektorl" Er merkt nichts und faßt seine ganze Auffassung in die Worte znsomnien: „Wenn niein Vorgesetzter es nicht kür nötig hält, dann brauche ich nicht zu fahren. F-si kennte ansterdem in dem Moment nickst fort- kohr-n. denn ick, fnf: beim Tiner und meine Fron faß auch dabei." Ter Meistchbeit ganzer Jammer faßt einem an. Wenn wir noch hinznfngen. daß dieser Vertreter der Zivil- k-ebörden am Sonntag vor dem Prozeß die Gensdarmen einzeln zu sich bestellt und ihnen Anweisungen gegeben bat darüber, wi» sie at-eckagon sollen, so dient dies zur Vervollständigung deS Bildes. Und dgan der Herr Vürgermeisterl Wenn er nicht gerade krank ist,.sorgt er ans seine Art für den Frieden, Eine Fra» hat allerlei für die Heber sehr Ungünstiges gehört und auch weiter erzählt: da hat der Herr Bürgermeister sie mit freundlichem Naisidnick- darauf hingewieken, daß ihr Verhalten in der Zeit,mg belprockten werden könnte, und sie dadurch so eingeschüchtert, daß sie ihre Aeußernngen widerrief. Konnte der h^rr Bürgermeister auch nicht den Unfrieden atoiäf?» Militär und Zivil nbstellen, so bat er also doch nach Kräften dafür gewirkt, daß wenigstens dns Zivil einig blieb, — bis der gerichtliche Eid der eingeschüchtcrtcn Frau die Zunge wieder löste! Frau Fustitia hat bekanntlich eine Binde um die Augen. Sie kann also ihre Vertreter in Zabern nicht sehen und das ist gut so, denn Staat kann sie mit solchen Vertretern gewiß nicht machen. Ter Bürokratendllnkel spricht aus ihnen und deshalb blasen sie alle, Landgerichlsrat, Staatsanwalt »nd Rechtsanwalt in ein Horn: Das Militär hat provoziert, sie haben weder pfeifen noch rufen gehört, e? herrschte Grabesstille in Zabern, die nur durch die rauhen Komman- doworte deutscher Offiziere gestört wurde. Sonderbar, höchst sonderbar! Alle Offiziere und Mannschaften Lestäiigen ohne Ausnahme den Skandal. Ein Haupffnann, der in seiner Wohnung saß. wurde durch den Lärm ans Fenster gerufen. Oberlehrer B ook hatte das Gefühl der Genugtuung, als da? Militär dnn Unftige ein Ende machte. Ter Lehrer Töffle bestätigt unterin Zengeneide das Fohlen uiid die Schimpfworte. Eine Erzieherin sab. wie eine Horde, so drückte sie sich au«, hinter einem Offizier herlärmte, sodoß sie vor Gericht mic-rief, sie batte nicht gelaubt, daß in einer deutschen Stadt dentscki« Offiziere so behandelt werden dürste». Selbst ein Angeklagter, der seinerseits natürlich jede Schuld leugnete, antwortete ans die Frage, was die Menge getan hätte: „Sic brülltet" Aber die Herren vom Gericht habe» nicht! gesehen »nd nichts gehört. Tie Verhetzung in Zabern ist so tveit gediehen, daß lich auch Beamte der Post zu grober Psticht- »nd Gesetzeover- leyiiiig hineeißen ließe». Tein Obersten Rentter wurde, Postkarten deS »»slätigsten Inhalts, deren Besördening di« Post nicht besorgen diirste, ausgehändigt, es wurden abei Karten znrückgehalten, die ihm Zustinimung ansgedrückt haben. Selbst die „Frankfnrter Zeitung", der Rufer in der Znberner Hetze, muß tatsächlich niit der „Möglichkeit rechnen, daß die in Zabern herrsck»eiide Stiuiniung zu Pftichwcr- lenungen geführt hat, die ini deuffchen Postdienste für »»erhört gelten." Fürwahr! cS muffen herrliche Zustande bei den „deutschen" Behörden im Elsaß sein und ein reinigendes Donnerwetter wäre am Platze. Das Bild wäre unvollendet, es würde ihm was fehlen, wenn nicht der Tintenkuli dabei wäre: der Redaklenr de-: „Zaberner Anzeigers". Dieser Herr, der als Vertrete, des ElsässertnmS in die Schranken ritt, führt den »relsäisi scheu Nainen „Wiebecke" und stammt ans Sachse». Er l n sein möglichstes, uni den glimmenden Funken zur lodernd« : Flamme aiizusacheii. Bei de» Krawatten selbst hat er de, bessern Teil der Tapferkeit erwählt und hielt sich borfichti, im Hintergründe. Nur ein Zeuge stellt fest, daß er auch in der Menge, die brüllte, gewesen sei. „S i e st a n d en b i,, - ton und hetzten", mit diesen Worten hat der Ober- wachtnieister richtig »nd zntresfend die Tätigkeit de, Rädelsführer gekennzeichnet. DaS ist von Alters der i Aufgabe der Demagogen gewesen: Erst das Volk in d , Kampf hetzen und sich dann feige im Hintergrinide balte Wir stehen der Elsässer Bevölkerung ohne Voreine noiiiuienhoit gegenüber. Fm Gegenteil, wir waren begeistert, als die alten de»tscl>en Lande wieder dem Nein gewoiinen wurden. Wir sind auch heute noch überzeugt das: der besonnene Teil des Volkes jener Gesellschaft, die in Zabern ihr Wesen getrieben haben, sern steht. Aber d Städte und selbst Mittelstädte, die Industrie beherberge», werden immer mehr der Sitz von allerlei internationalem Gesindel, das sich bei Straßenanslänsen und Revolten in ihrem Lebenselement füblt. Komint noch dazu, baß sie von Geistern, wie dem „Elsässer Wiebecke" onfgewiegelt werden, so ist der Teufel los. Aber Pflicht der Behörden ist eS, z» lo gen, daß der Pöbel nicht die Straße erobert. D i e © t r n f; e istallenruhigenBürgern fre : und deshalb ist r--* hochbedanerlich, daß die Vertreter der Zivilbehörden vor l» n Liimpenzeng ziiriickgewiche» sind. In Zaborn kam es soweit dah selbst die Mannsckiasten, lebensfrohe Rheinländer, n der Anksage des Obersten, es vorzogen, abends in den Man«, schaftsziminern zu bleiben, weil sie sich nicht d?r Gefahr r,,*- gesetzt wissen wollten, von dor Bevölkerung belästigt zu »,erden, zumal sie i» Streitfällen vor den Gorichten da«l> nie ihr Recht bekänien. Wie unsagbar traurig nuitet es »n, daß es -chlbst die Behörden als Provokation nussasson. wenn die vre>ißisck»en Offiziere es überhauvt wagen, sich ans ! er Straße zu zeigen, obwohl dor süße Pöbel ihnen üoch nahe» gelegt hat, daß er „animos" gegen die Uniform ist! ü Polizeiverwaltung aber trägt, als berufene Hüterin der Autorität, dieser „Animosität" Rechnung, indem sie die O>- ziere bitten läßt, sich doch möglichst wenig ans der Straße zu zeigen! Kein Ausdruck ist auch tvohl nur annähernd schart Cemift, um diese Auffassungen, sowohl der Bevölkerung »ü< der Polizei, richtig z» kennzeichnen! Noch mehr: Nicht ein e nur der Mob, sondern auch der Herr Kreisdirektor felhe, ficht eine „Provokation" darin, daß Leutnant v. Forstm- als er draußen Unruhe wahrnimmt, für einige Minuten vor seine Wohnung mif die Straße tritt »nd dabei sogar, horri- bile dietu, eine Zigarette raucht! Er „tat ein übriges" mit dieser unerhörten Handlungsweise, so drückt der Her- Kreisdirektor sich als Zeuge vor dein Kriegsgericht aus. Aber noch immer nicht genug: Ein Mann, dem der Oberst v Rentter in, allgemeinen das Zeugnis eines durchaus besonnenen und ruhigen Staatsbürgers gibt, hält es fiir eine bei» werfliche Provokation, daß preußisches Militär in eine, reichsländische,, Kaserne das Lied: „Ich bin ein Preuße" HU spielt und singt. Es muß wirklich weit gekonmien sein mt! ! dem gegenwärtigen Regime in den Reichslander, wenn se,bü Personen, die nicht einmal des Nationalismus perdäck»i- sind, zu dorartigen Auffassungen gelangen! DaS hübscheii aber: Ein Staatsanwalt betrachtet es als Provokation, da: die Dame» der 99er Offiziere in der Zeit, wo sie wegen der Verlegung des Regiments nach dem Truppenuonngsvlan ohne männlichen Schutz find, bei Spaziergängen außerh äo der Stadt lieber zu mehreren als allein gehen...... Haben darum deutsche Soldaten ihr Blut vergossen und den töpferen Feind in offener Feldschlacht besiegt, damit sie nun vor feigem Elesindel sich verstecken sollten! Doch genug hiervon! Gott lei Tank! dns, was sich ergeben hat, ist ein Schlag I ins Gesicht derer, die den Zwist heransbeschtvoren haben. w*7i „eue Las«»ze,rung. eamfMfc Mn IV. Onntuw 1814. Mit diese» Worten konnzeichnete der Verteidiger die Lage. Der.Hetzpresse ist es nicht mehr reckt wohl bei der Sacke: ..Die ick ries, die Geister, tt>crb' ich nun nicht los", »»in „Wer Ändern eine Grribe gräbt, feint öfters selbst hinein. Als Beispiel diene die „Frankfurter Zeitung", sie bringt eine Betrachtung, i» der keine Spur mehr oon Siegessreude zu bemerken ist. Zeternd, giftend und geifernd zischt sie ihr« Worte heraus. Ein kurzer Hetzversuch noch: „Unauslöschlich sollte es der Oesfentlichkeit tut Gedächtnis bleiben, wie in den letzten Novembertagen ein bb.fjeS Stchenbleiben auf der Straße, ein bloßes Lachen, ja der Verdacht eines Lachen hinreichtcn, um den Urheber - den: Pandiircnkellcr der Kaserne in Zaber» zu iiberlic- fern." Dan» schimpft das Blatt weiter: „Es ist eine Hysterie des Ehrgefühls, wenn die Mitglieder des Ossizierkorps so sehr Nervenbündel werden, das: sie jede spöttilche Miene als einen Schimpf enrpfin- dcn, der strenge Sühne erheischt, und es dokumentiert sich eine schranl'enlose Ueberhcbung in dem Anspruch, daß die Straße von ihren natürlichen Passanten gesäubert werde, damit ei» unreifer junger Mann von zwanzig Jahren, der die Leuiuantsuniform tragt, auf ihr nngeieitct spazieren gehen könne." Wer schinipft, hat Unrecht! Möge die „Frankfurter Zeitung" ihre Beschimpfungen bergehoch hänfen, sie kann das Mas: der Verachtung nicht erreichen, dos ihr nationaldenkende Männer entgegenbringen. Die inneren Gründe der nichtsnutzigen Hetze haben tiefer gelegen. Unser Heer ist noch eine der wenigen Mächte, di« sich dem unheilvollen Einfluß der goldenen Internationale und des in ihren: Solde stehenden, roten Proletariats noch nicht unterworfen haben. Deshalb erfolgte der Ansturm auf dieses Bollwerk. Wir haben unsere Siege errungen, nickt nur weil unsere Offiziere voranstiirmten, sondern auch weil der Soldat Vertrauen zu ihnen hatte. Das haben auch heute noch die Millionen Deutscher, die gedient hoben und sich mit Freuden dieser Zeit erinnern. „Wenn der Purpur fällt, muß auch der Herzog nach", so hat der alte Republikaner Verrinn zum JÜcSfo gesagt. Ist erst das Vertrauen zum Offizier erschüttert, dann ist auch in der Armee der Keim zum Verderb gelegt. Der frevle Versuch ist mißlungen. Unerschüttert siebt das Ansehen unseres Offizierskorps da. Mit Stolz können lvir sagen, daß es keine andere Gr »reinich?,ft der Weit gibt, die überall000 Mitglieder zählt und in ihrer Gesamtheit und im Einzelnen so makellos dasteht. Diese Tatsache muß jede» Deutschen mit Genugtuung erfüllen. Gerichtet sind die Zivilbehörden: Verwaltung und Rechtspflege, in den Reichslanden. Unmut und Trauer muh uns erfüllen, wenn wir wieder einmal erblicken müssen, wie Fcderfnchser die Arbeit, di- deutsch; Helden mit dein Schwert errungen haben, zu Nichte mallen. Schwachmut und gekränkte Eitelkeit nrachcn abermals, wie vor bimdert Jahren, den Vers wahr: Cs haben wohl gerungen Die Helden dieser Frist. Und min der Sieg gelungen Uebt Satan neue List. Freilprechendes Urteil. Oberst von Rentier und Leutnant Schad freigesprochenl DaS llrkeil des Kriegsgerichts der 30. Division kantete, Mr nicht ander? zu erwarten war, sowohl gegen den Oberst von Rentter als a»ch gegen den Leutnant Schad auf Freisprechung. Bravol Der lselftsche Mat. Ter Hauvtvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ans- zabcn ist heute den Abgeordneten zugegangen. Wir werden , j,,« nötig sein sollte, vorzunehmen, ans den Inhalt nnd die wichtigsten Posten noch eingehender ju sprechen kommen. Für beute sei nur gesagt, daß er im ganzen günstig abschlicßt. Der Ueberschnß betragt 2 716 000 , K - also 642 000 M mehr, wie im Vorjahre. Dieser Ueberschnß kommt allerdings nicht dem Etat zugute, denn die ganze Summe und noch 300 000 M dazu, werden nötig, um dis Mehrkosten für die jüngste Beamteavorlage z» decken. Günstig ist die Eutwick-lung der Staats st euer», deren Einnahmen »m ctlva 900 000 dl gestiegen sind. Dagegen sind d-e Aussichten siir die E i s e n b a h n - E i n » nahmen weniger erfreulich. Die neuerlich eingetretene ungünstige Wendung im Erwerbsleben lallen gesteigerte lcberschiilsc froalich erscheinen: auch die jüngsten Reichs- teuer» haben nicht günstig ans den Etat gewirkt, Ter s, Z, vorgesehene Ausgleichs- nnd Tilgungsfonds bat die gesetzliche Höhe von 6 Millionen Mark erreicht. Es soll daher ein neuer RestesondS gebildet werden, dem bis Ende 1SM weitere 3 Millionen zufließen sollen. r-'ayesnbers'chk. Britische« Und?. :: Der Abschied des Kronprinzen non den Schwarzen Humen. Im Regimentsbefehl, den der Kronprinz anläßlich sei. *» SeMtwns von Danzig an de Schwarzen Husaren erlösten Hot, fr ßt «s u, a,: Sein« Majestät hat mir einen anderen Mikiinirskrer» angewiesen. Ich muß gehorchen. Es wird mir oeilluch! schwer, daß ich nicht mehr an Eurer Seite reiten soll. Dt« zwei glücklichsten Jahre meines Lebens Hab« ich in Euren Reihen verlebt. Mein« Jugend trage ich zu Grabe, Das seste innige Band, das Euch, mein« Kinder vom Regiment, mit mir verknüpft, ist erst zerrissen, wenn mir die Stunde zum Ab. marsch zur großen Armee schlägt, :: Sitzung de» Rüftungskommissi«», Doigestern hielt die Kommission für Rüstungslieferuugen «ine Sitzung ab u, zwar unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück, der u. a, Und rwm Olrlnaln >wc fwl.jL rÜL im Verdi,«zungswefen auf sehr vielen Gebiet«, nicht mehr durchge- führt werden kömr«. Es sei Aufgabe der Kommission zu untersuchen, inwieweit von einer Abhängigkeit des staatlichen Rüst, ungswefen» von privaten Unternehmungen gesprochen werde» kam, und der Ausbau des reiner, Staatsbetrieb» für Riiftungs- liefe einigen wünschenswert sei, wobei auch di« Fragen de» Schmiergelderunwesens, de, kaufm, Bestechungswefen» und der kaufm, Spionagr erörtert werden könne. Rach dem Anträge des gefchSftsfühienden Ausschusses werden für dt« einzelnen Rüstungsliefeiungen Rcfeie.rteu ernannt, deren Referat« vor Ostern vorliegen sollen. Die Kommission trat hierauf in die Erörterung der Beschaffung der Gewehre einschließlich der Maschinengewehre, Freitag nachmittag soll die Debatte fortgesetzt werden, :: Sin Alt der Großmut. Die „Süddeutsche Zeitung" meldet aus Straßburg: Wie aus Offizierskieisen bekannt wird, roar bei den Straßenkundgebungen am Dienstag ein 18jiihrt- ger Bursche verhaftet worden, der sich besonder» pöbelhaft gegen den Offizier benommen hatte. Einige Stunden später erschien der Baker des Verhafteten im Hotel, in dem Leutnant von Forstner abgestiegeu war, und bat ihn, von einem Strafantrag gegen seinen Sohn Abstand zu nehmen. Es wird betont, daß Leutnant v, Forstner trotz der üblen Erfahrungen, die er Hai machen müssen, dieser Bitte ohne weiteres entspro. chen hat, :: Lin Werber der Fremdenlegion zu 10 Mannten Gefängnis verurteilt. Als Werber für di« Fremdenlegion hatte sich gestern vor der Easieler Strafkammer der Schreiber Rhein zu verantworten, Rhein, der mehrere Jahr« in Frankreich lebte, hatte auf Veranlassung frarrzäsischer Werber mehrere jung« Easieler Arbeiter überredet, mit ihm nach Nancy zu reife» und sich in die Fremdenlegion «iirreiheir zu lasten. Die deutschen Behörden bekamen jedoch von seinem Vorhaben Kenntnis und verhafteten Rhein in dem Augenblick, als er mit seinen Opfern abreisen wollte. Der Angeklagte wurde zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, :: Ein gutes Beispiel für Ausländsdeutsche. Von einem unbekannten Deutsch-Amerikaner sind als Beitrag zu den Koste» cer Verstärkung des deutschen Heeres 3080 Mark einge. sandt worden. Der Einsender hat dabei gebeten, den Empfang des Geldes im „Deutschen Reichsanzeiger" zu bestätige», was ,.m Donnerstag geschehen ist, Boi» Balkan. :: Kriegerische Plan: in Konstantipopel. Die Pariser Zeitungen veröfentlichen Telegramme über besorgniserregend« Stimmung, die in Konstantinop«. vorherrseye» ,oll, Die Kld- binettomitglilder geben friedlich« Erklärungen ab, füge» jedoch hinzu, daß sie Ehios und Myttlen« den Griechen nicht überlasten, Mi« verlautet, soll in jungtürlisihen Kreisen de/ Plan gereift sein, di« Inseln durch einen kühnen Streich zurück, zugewinnen, und den günstigen Augenblick der Abwesenheit der griechischen Flotte hierzu zu h: nutzen, Izz«t Pascha und di« Türke». Da» Regierungsorga» .Jeune Turatt stellt be-i der Besprechung der jüngsten Bor. gange In Albanien fest daß di- türkische Regierung dnrchau» kein Interest daran habe, sich i» die inneren albanischen Angelegenheiten einzumischen. Aus diesem Gnrnd« sei e» unsinnig anzunehme», daß Izzet Pascha, der Mitglied der Regierung war und alle Schwierigkeiten der Lage kennt, sich gegen di« Beschlüsse Europas hätte auflehnen können, da» de» Prinz er zu Wied designiert hat. Auch sollte man nicht vergessen, daß seinerzeit die Kandidatur eines muselmanischen Prinzen, wie die des Prinzen Abdul Medsrhid, schon in der Türkei kein« gute Aufnahme gefunden hat. Sibirien. :: Mastenhaussuchungen uud Verhastungen in Irkutsk, In Irkutsk wie auch in anderen Städten fanden in den letzte» Tagen Mastenhaussuchungen und Verhaftungen statt, Di« Verhafteten sind meistens Arbeiter nd politisch« Verbannte, Wie verlautet, haben di« Polizeiämter in dem ganzen zivilisietten Teil Sibiriens Anweisung erhalten, auf unruhig« Bevölker- ungskres« acht zu geben und Untersuchungen sowie Verhaftun- Südasrita. :: Der Eisenbahnerstreik in Transvaal. Dz» Loge in Trans. vaal hat sich zu ungunsten der Eisenbahugesellsthasten gewandt. Während der für vorgestern früh angekündigte Streik ansäng, lich noch versagt«, ist nunmehr der ganze Bahnbetrieb von Transvaal gestört, Don Pretoria ging gestern nur ein Zug ab. Der ganze Bahnverkehr ruht, m Orarrie-Freistaat ist di« Loge dieselbe. Der Gcwerkschaftsbund im Verein m i den Streitfüh- icrr, beherrscht anscheinend die Situation vollständig. Bereinigte Landwirte. Kerirksversammlnng am Sonntag, den 11. Januar, nachmittags 3 Uhr, zu Hochstadt im Gasthaus „Z u m Tiger." Tagesordnung: -Organisationsfragen. Die Mitglieder der Ortsgruppen Hochstadt, BischofS- heim, Bergen, Wachenbuchen, Dörnigheim, Rumpenheim, Mittelbrrchen, Ober- und Niederdorfelden werden um zahlreiches Erscheinen ersucht. Ans der Hermat * Frledhcrg, 10. Jan. Der Erseirbahn-Arbeiter- »nd Handwerkcr-Berein feiert am Sonntag, den 18. Januar im Saale „Zur Loreley" im Stadtteil Fauerbach, sein 2. Stiftungsfest, verbunden mit Kaisers-Geburtstagsfeier. Die Vorarbeiten zu dieser Veranstaltung sind schon im Gange »nd verspricht dieser Abend ein schöner zu werden. Allen Tcilnebmern stehen wiederum, wie im vorigen Jabre, genußreiche Stunden bevor und ist der Besuch dieser Festlichkeit sehr zu empfehlen, * Fechenheim, 10. Jan, In der Anilinfarbenfabrik von G.-eOeOrt onf her Mairrkur wurde acsicrri der Arbeit» Ar. _______ _ Sr,tr 1 noli> von hier von de», abspringendcu eVrschliißstück "ines Kessels getötet. Arnold hintcrläßt eine Witwe mit drei Kindern. «' Hessen-Nassau. * k Usingen, 10. Jan, Unter großem ?, drang, sowohl our- Usingen, wie auch aus den nächsten Ortschaften, fand bet vom hiesigen Kriegerverein veranstaltet- Vortragsabend statt Dieser wurde eröffnet durch den Vorsitzenden des Kriezervcreius, Bürgermeister Schüring-Usingen, Alsdann erteilt« er Herrn Meißner aus Eoblenz, der als Feldwebel in der niederlnndi. fchen Eolonialarmc« stand, das Wort, der das aktuell« Thema über die französisch« Fremdenlegion, den Schandfleck der französischen Arm««, behandelte und außerdem im allgemeinen über das Thema: Deutsche Söhne als Sklaven fremder Völler" sprach. Der Reimer, der sich die'Bekämpfung des deutschen Zu stromes zu d«n fremden Eolonialtrrrppen zur Lebensaufgabe gemacht hat, spricht schlicht und ohne rcthoriichen Aufwand, Seine Vorträge sind für die breite Maste des Volkes berechnet und bleiben nicht ohne Eindruck, Di« lebhaft« Schilderung der Vortragenden fand großen Beifall, Den Dank des Kiiegerver. eins an den Vortragende,» sprach der zweit« Vorsitzende, Psr, Schneider aus, welcher an di« Derfammeltcn unter der Dcois« „Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an", mahnende Worte richtet« zu rechter Vaterlandsliebe. * j. MerMusen, 10. Jan, Am 1. Februar sind es Ai Jahre daß Lehrer Preis an unserer Schule wirkt. * j. Obcrlauke», 10. Jan, Nachdem, der seitherig« Gemein- dercchner Heinrich Dach ein« Wiederwahl abgelehuk hat, ist der Landwirt und Schöffe Philipp Peter Herr zum Eemeindeiech- ner ans di« Dauer von 6 Jahren ernannt worden. * Schlüchtern, 10. Jan. In dem Dorfe Ulmbach wurde der 51 Jahre alte Schreiner Heinrich Hohmann durch die Unvorsichtigkeit eines nach Spatzen schießenden Knaben ins Auge getroffen. Das Auge ist vollständig zerstört. * Wiesbaden, 10. Jan, Einen Selbstmordversuch durch Erschießen verübte «in Offiziersbursch. des Infanterieregiment» 80, Er liegt hoffnungslos im Gairiisonlazarrtt. — Auch heut« wieder ist von der Sonarnbeigerstratz« ein frecher Raubanfall zu melden, Abends wurde einer Dame am „Hotel Imperial di« Handtasche mit 20 Biark vo» zwei jungen Burschen ent rissen, Ein dort in der Nähe bediensteter Schutzmann könnt« siä an dar Verfolgung nicht beteiligen, da sein Polizeihund, de« er bei sich führte, wie er sagt«, „noch zu jung sei." * Au» dem goldenen Grund 10, Jan. Zu der schrecklichen Mordtat in Erfenbach wird un« mitgeteilt, daß «ine üben laschende Wendung «ingetret-n sei. Nicht nur der Sohn Hai jetzt ein Geständnis abgelegt, sondern auch di« Frau des Ermordete« ist überfuhrt und geständig, an der Bluttat beteiligt zu fein. Am 8, Januar fand di« gerichtsärztliche Obduktion de« ermordeten Peter Seck 4, statt, destea Leiche zu diesem Zweck von dem Friedhof in die Wohnung zurückgeschafft wurde. Der verhaftete Sohn trug erst «in ruhiges Wese« zur Schau, legte aber dann, al» «r der Leiche seines Vaters gegenüberg«. stellt wurde, ein völliger Geständnis ab; er Hab« seinen Vater durch zwei Schuss« vo» der Wohnung aus getötet. Lr will di« Tat tu der Aufregung vuigefllhrt haben. Siachher Hab« er den Vater, um da» Verbrechen zu verschleiern, auf den Hos g«. brach, um den Anschi» zu erwecke», als f«t dem Mann« «in Unglück zugeftoßen. Dt« Mutter, dt« schon vorher verdächtig »>ar Und infolge der Aufregung ertrankt ist, gestand ebenfalls rin, daß sie um di« Tat ihr«, Sohn«, gewußt habe. Noch der Tat habe sie mit dem Sohn« sich bemüht, di« Spuren des Ver. brechen, zu beseitigen. Von ihrer Verhaftung wurde vorläufig Abstand genommen. Der jung« Vatermörder brach nack dem Geständnis zusammen und wurde dann In das Eefängnit nach Eambng zurückgeführt. Dt« Beiden haben den Mann be. feittgt. weil er ein Trunkenbold gewesen sei. Aus Sturkenburg. * Darmstadt, 10. Jan. Ein frecher Einbruch wurde in der Donnerstag Nacht in dem Wciffeirgeschäst von H. in der Ernst-Ludwigstmße dahier verübt. Die Diebe, deren es tvahrsck»cinlich zwei sind, ließe» sich anscheinend am Abend in das Haus einschließen, versteckten sich dort und drangen von oer Rückseite in den Laden ein, wo sie Waffen aller Art, wie Pistolen, Brownings. Jagdmesser Rucksäcke, Jagduteiisilien aller Art, auch Munition entwendeten im Werte von zusammen etwa 1000 dl bis 1200 M und nach Beseitigung der Schlösser die Türen öffneten und verschwanden. Man hat bis jetzt die Täter nicht entdecken können. * Darmstadt, 9. Jan. Am gestrigen, dem dritten Tage des diesjährigen Lehrkufu» für praktische Landwirte sprach zunächst Herr G:h, Hosral Pros, Dr, P. Wagner-Darmstadt über das Thema: „Die Kalidüngung der loudw, Kulturpflanzen". Der Redner begründete zunächst di« Düngung unserer Kulturboden mit leicht aufnehmbaren Kalisalzen und stellt« hierbei dev llnterschiek» zwischen den letzteren und den schwer aufnehmba. ren Kaliverbindungen des Boden fest. Hieran anschließend b«. sprach er di« Wirkungen destelbeu aus di« Ernte und verglich dieselben mit dem in letzter Zeit vielfach angepriesenen Pha- nolithmehl. Er kam hierbei zu dem Resultate, daß diese, Dün. gemittel den Landwirten wicht zu empfehlen sei, Di« demselben zugelegten Eigerisachften hielte» bei dem mit ihm gemach, tcn Versuckzen nicht stand. Er rate von deste» Anwendung aus da. Entschiedenste ab, Redner besprach dann weiterhin di« Düngung d«r Wiese», Futterfelder und Aecker mit Palidünge- mitteln und resultierte fein« Ausführungen dahin, daß die Aufwendungen der deutschen Landwirtschaft für Kunstdünger seit 25 Jahren von 100 aus 500 Millionen Mark gestiegen, daß aber damit, bei gleichzeitiger Anwendung der Dcrbesierung der anderen Meliorationsmaßnahmen, «ine Steigerung im Wert, der Ernleprodultr um 2,7 Milliarden Mark erzielt worden sei. Ein« wettere Steigerung könne aber mit Sicherheit erwartet rverden. An zweiter Stelle sprach hierauf Herr Prof. Dr, Pohle.Frankfutt über: „Di« neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb in der Landwirtsachst" Gestutzt auf statistisches Material wurde zunächst die Verteilung der landw, Belrieb« aus die verschiedenen Vettiebsgrößenklasien in den Hauptstaaten Europas, Amerikas ujw geschildert. Für Deutschland wurde festgestellt, daß der bäuerliche Betrieb im ölige- Stil« X Nr. 9 i - — mein«» zngenomme« hob«, sowohl de« Zahl w« dar bevnrt. schasteten Fläch« »ach, Redner besprach sodann die vor, und Rachteile, di« sich für den Großbetrieb gegenüber den Kleinbetrieb ergeben »nd kam zu d:m Resultat, bah unse« Besitzoer. t«il»ng als «ine gesund« tu betrachten ist, Trotze und klein« Betrieb« mochten sich in der LandwiNschast auch nicht gegenseitig Konkurrenz wie in der Jadusirr, sondern förderten sich Die Erhaltung ein«; leistung-sähigen Bauernstand«» sei in wirtschostrpolitiicher Beziehung «in« der vornehmsten ru-'gaben dr» taalea. Die beiden Vorträge rourdcn van der Deisamm- lung mit lebhaststmn Beifall au lg« nammen. Der grosie Saal de» Saalbaues war heute vollständig gesüllt. * Darmstadt, 10, 3an. t'iächtliche Klopfgrijter ii'-ten in »,-r Nacht dev k>, November v, I, ihre unheimliche Tälucheit >!, der lliekrutcusirche der 5. Schwadron des Leib-Dragoner- Regiments Rr. S1 nutz. ?!ach voranSgegangencm Streite hci welchem der Rekrut Elöser nrit cinein Schemel im Riick- kreuz verletzt wurde, drangen verschiedene der „alten" Mann- prüften in da» Zimmer ein und schlugen auf die „Hammel" lü-, wobei de!» Rekrut Arahert beinahe ein Auge blind ge- stltl'age» lourde. Br? jcdi bat er die halbe Sehkraft verirr,,. Die Aussagen find jedoch so widersprechend, wie bei ,e» Beniehiüiingc» betr, Zabern, jetzt in Strutzburg statt- fiiidend uird gilt der Beweis für die genreinschaftliche Kör- p.rt'erletziiirg nicht erbracht, dock, erhält der vorbestrafte Dragoner Lürrell. ein Eljäesjer, der sowohl den Eloser wie auch st ratz verletzt batte, wegen gefäbrlicher Kvrpcivcrlehniig zu »icc Wochen (siejängnis. * Darmstodt, 10. Jan, Der Urheber de, bedauerlichen Uri* ,Iüedanken. atz auch der Tod Dörjams durch «in solches Geschoß herbei, gciührt worden sein Isinne, zudem der Gefangenenaufseher zu- gibl, von cin-r «Unfall, Im zweite» Steck gelegen«, Wohnung geschosse» zu hoben. W-stere Ermirtelnngen ergaben, datz das Geschoß ans denselben Mrtallterken besteht, di: auch den Tod d->- unglücklichen Dörsam herbeigesührt hoben und dotz di« Tragkrast de; Gewehres es sehr wohs ermöglicht«, dotz das tödlich« Blei bi» z» der 200 Meter entsernten Wohnung des Er-> sckmssenen gedrungen sei» konnte. * Heusenstomm, 10. Jan. Di« Familie I. Brückmann stellt« I Söhne beim Militär, die in verschiedenen Garnisonen wie Gießen, Thionville. Bitjch usw. tage, und noch jetzt dienen 2 Löhne. Diese» wurden behördticherseit» der Betrag von 300 Mart zugesprochen, Da di« Ehegatten inzwischen verstorben, sott der Betrag sür einen guten Zweck in der Familie sein« Verrverroung fin&ea. * Lcrch, 10. Jan. Hier hat sich in einem Ansall geistiger Stirung dir Käser Beum, der in durchaus geordneten Verhältnissen lebte, erhängt. tfln« Mieinbksskir. * Siierstein, 10. Jan. Hier starb di« älteste hiesige Einwohnerin Frau Kath, Buhl, gb, Möbius, nn Atter vom »8 Jahren, * Alsheim, IC. Jan. In dem Stall eines hiesigen Landwirts wnrde an einer Kuh der gejahrliche Milzbrand fett, stellt. * Budenheim, 10. Jan. Um einer Ueberhandnohm« des Wildschadens in unqervr Gsinorkung vorzubeugen, haben sich neehrcre hiesig« Landwirt« zu einer Jagdgesellschaft znsammen- geschlostcn, und an den Gemeinderak da. Ersuch.» gerichtet, der Gesells-Hast die Jagd der Feldgemarkung ohne ösfentliche vripachlung auf I Jahr« aus der Hand zu vergeben. * Bingen, 10. Ja». Der am Erweiterungsbau der Eisen, hahnkrücke Bin'-»—Bingerbrück beschiitigt« 22 Jahr« alt« Neue lagf«|«tt«ng.' «erm-raz, »«» J«. 3ttiw«r tlll A«beiter Karl Götze am »u^erbeä« stürz!« UI «i«r Höh« von 9 Bietern ab. Er erlitt schwer« Verletzungen am Kopf und mutzte in dar Binger Hospital gebracht werden, NeneHe und Prah1»lachrichtrn. Schwer Blrrttnt eine» Schuumannr». Hamburg, Ist. Jon. Der Scknitzmairn Richard Schmidt, Schumannstraße wohnend, hak seinen drei Tächtern im Alter van zwei, vier nnd sieben Jahren die Kehle durch- geschnittrn and sich dann selbst mrfgehärigt. Die Frau de? Schutzmanne? war bei der Begehung der schrecklichen Tat nicht in der Wohnung irrch bei Aufdeckung des Dramas auch noch nicht zuriickgekehrt, so datz als» von ihr über die eventuellen Beweagriinde. die Schmidt zu dem Bludclikt veran- latzten, keinerlei Auskrinft eingebolt werden konnte. Fanrilientragödie in Soldau. Soldau, 10, Jan. Ucber die Bluttat wird gemeldet! Di« Tot muh in den ersten Morgenstunden auSgefübrt wor- dcn sein. Hg>i?bewohner wollen gegen 1 Uhr morgens (Ke- rausche in der Bratzschen Wohnung gehört haben. Die Aus- Wartefrau fand in der Frühe die Tür verschlossen und die Klingel abgestellt. Auf ihre Mntmahung, daß hier ein Unheil passiert sei, wurde die Wohnung geöffnet. Hier fand man die Kinder entkleidet im Bette vor. Dem jüngsten Sohn Horst tvar der Kopf vollständig vom Rumple getrennt, Bratz selbst sah auf dem Sofa, die Browningpistole, mit der er seine Frau und sich selbst erschossen hatte, hatte e« noch in der Hand. DaS Dienstmädchen war gestern Nachmittag nach Danzig geschickt worden, woher die ebenfalls getötete Schtvester des Braß erst uiorgenS hier angekouunen tvar. In drni luntersnfsenen Briefe gibt Brah eine Anfstrllimg seiner Schulden und teilt mit, dich er seine Lieblinge nicht allein zur ü lassen wollte. Brah ist 50 Jahre alt und hatte seit drei Jahren ein Bangeschäft ilbernomuien, in d. ni er früher selbst als Architekt tätig war. lteber dieses ltz-'schäft war der Konkurs »erhängt worden. Brah sollte wegen verschiedener ktze schäftsmaiiipulatione» au? den (tzeschästsbü»cra Rechenschaft ablcgen, was er jedoch verweigerte. Durch seine bevor- strbende Verhaftung sollte er dazu gezwimgen werden. Dic? mag Wohl »eben den zerrüteten Fainilienverbältiiiisen d,w Hauptgrund der grausigen Tot gewesen sein. Die acht Leichen tvurden sofort beschlagnahmt, Uni 5 Uhr fand im Beisein des Ersten StaatSantvaltS ans Allensiein, der zu- fällig zu rnner Revision hier weilte, an Ort und Stelle rin Lokaltermin statt. Darauf wurden die Leichen sreigegcbe». Die anderen Sachen de? Bratz sind jedoch noch beschkagnahmt. Für ä». Syrische WaisenhNu, ly Jerusatem, bas nach dem grotzen Vrorrd« im Sommer 1910 sein« Räume »Nb seine Tätigk-it bedeutend «rwsitert hat, bitte ich wieder »m freundliche Gabe», Am 3. Mär, 1913 tonnten von hier öS Mark dorthin abgesandt werden. Friedberg.den 8. Januar 1914. Klebergei, Pfarrer, Bereinigt» Stadttheaier Frankkurt a. M. Opernhav». Sonntag, den 11. Jan-, nachm, halb 4 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Die Regimenlstochter". Autzer Ab, — Abends 7 Uhr! „Lohengrin", 11 . Vorstellung im Sonntag» Abonnement. Eroh« Preis«. Montag den 12. Jan,, nbends 8 Uhr: „Wie einst im Mat". 11. Vorstellung im Montoz-Abonn. Gew, Pr, Schaufpielhaur. Sonntag, den 11 Jan,, nachm, halb 4 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: ^ver gesiiesell« Kater". Autzer Ab, — Abends 7 Uhr: „Me einst im Mai". Ar-tzer Abonn, G,w, Preis«. Montag, den 12, Jan,, ad.ndz halb 8 Uhr: Boltsvorftel- luug bei ermäßigten Preisen: „Der Wildschütz". Antz. Abonn. Der heutige» Nimmer unseres Blattes liegt eine Sonder- beilage bei, sllr di« wol>t ln weiten Kreis:» Interesse «oraos- gesetzt werdcn t>arf. Gibt «S doch mehr Bruchlerdrnde als g>. nr-inhln anzcnomiiien wird. Das Bruchheilvirfahren des Dr, r-rd. Eolcma» ist sät Jahren erprobt nud hat sich wohl in allen Fällen bewährt, wir zahlreiche Anerkennungen beweisen Di« gvsamten De. »ed, Evleman'sch«, Pruchheilansialten stehen irntee Leitung praktischer Aerzt« und verbürgen darum eiwr sachkundige und sorgsältig, Behandlung, Uereinigle ^nudmirtr. Di« Geschäftsstunben finde» am Montag »achm »on 3 b 3 Uh. statt. «■J'SüSS»« 4 ü Bestellungen auf Neuelaisszeilüft für das 1. Vierteljahr UN - werden bei allen Postgnstalten sowie bei nnicin ^«ii ungs-Agenturen entgegengenoinnien. KmaaHKg BB aJKBWIiWlfeM ilnifrfü öcrcltrl. ^nfrrrntcn zur Nachlicht, dajj Immw läilBkiih vorWtlGS 9 |l|r in unserem Besitze sein inüssen- Später eiutreffende \ werdcn sür den nächste« Tag zurllckgestellt. t Kkä szere ttlnzrigen für di« Samstags tzttr. sind unssväiestensF reit aa-Bormittanszuübermittclnu. kann nur de: rechtzeitiger Znstcllung derselben «in« I wiriuriqsvotle Plazierung gewährleistet werden. Expedition der Neuen Tageszeitung. | Frankfurter Wetterbericht, voran»!»-,«: Wattig, zeitweis« h«rter, trocken, kälter; Nachl,rost,' nördlich« bis nordöstliche Winde. Verantwortlich j. d, Schristleitung: Otto H i r I ch c l. Jriedberg; für den Slnzeigenteil: Karl Schm! dt, Friedberg t. H. Druck u, Verlag d, „N<»en Tageszeitung" A -G, Frtcdbcrg t. H. Theater in Friedsters, Saalbau (Loth) Dienstag, den 13. Januar 1911 0 Gastspiel der Liliputaner dir berühmten tj Zwcrgbühnenkunstler f3 Damen, 3 Herren) mit eigenem Ensemble abends 87. Uhr mit prachtvoller Ausstattung, Ttudrntenliebchcn Operctlenposie in 4 Akten vo» Dr. Marion. Vorperlauksrirllets fn alle Plätze vochpandtung Earl Liudcrnaget »nd EigarrcrisianLIang Eo. Oppenhrimrr, uur sür I. un > II. Platz Cigarrenhandiuyg O m. Türk. Sperrsitz 1.00 Mk., I, Platz 0,80, U. rptatz 0,00. Abendkasie: Sperrsitz 1.20, I Platz 1.00, II. Platz 0.70. Eallrire 0.40, Schaler I. Platz 0.00, II. Platz 0.40. Dienstag Nachmittag 5 Uhr Jugend Vorstellung. Dcr gestiefelte »iatcr. Kinderbilleis L Platz 50 Pfg., II. Platz 50 Psg., Stehplatz 20 Psg. Erwachjene l-< Psg. mehr LiUetnerlarrs ab 11 Uhr nur im Thraleriaat, be 8 te!i 6 nd »us circa 3000 Piecen nur neuester Damen- u. Kinder=Confektion sowie Pelzwaren hat begonnen u. bietet etwas außergewöhnliches I lurter Blusenhaus Kaiserstrasse 77. Frlcilberff (llcsseu) Fernsprecher 225, ?lr. » yt«uc irugrozetiung. vamerag, den 1 ». Januar 1914 . Tr>:r i üronei iä m W 1 nventur lusverkauf Beginn: Samstag, den 10. Januap. ' In allen Abteilungen kommen herabgesetzte firtikel, Resibestänüe und andere Gelegenheitsposten ganz enorm billig zum Verkauf Wir führen hier nur einige Artikel an: grosser Posten coul. Damen Paletots und Mäntel Stück 8.75, «.50, 4.75 £g. 75 Grosse Posten Kostüm-Recke Stück 6.75, 5.25, 3.75, 2.50 l. 85 Grosse Posten Kinder-Kleidchen Stück 1.75, 1.35, 95, 78, SN Pfg. Stück 1.75, 1.25, 95, 75, TN Pfg. Grosse Posten Damen=BIusen, Unterröcke, Normal-Wäsche, Tisch-Wäsche, Wollwaren etc. jetzt bedeutend unter Preis. 1 grosser Posten trübgewordene und etwas im Fenster gelittene WäSCfrß, ScIlÜfZCn 8 tC. ßilflfSI ÖllÜj. Sämtliche Artikel sind mit den Ausverkauiispreisen versehen und auf Extra-Tischen ausgelegt. Foslon m Damen-Hemden Stück 1.75, 1.60, 1.25 Pfg. (irosse Posten Oamesi-Jacken u. 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Christus, sintemal er ist d:r Glanz seiner Hrrrl chkeit Und da» Ebenbild seines Wesens, und trüg! alle Diuge mit seinem Irästigen Wart, und Hai g:macht die Rlinsguug unserer Zünden durch fich selbst, hat er sich gesetzt zu de. Rechten d:r Majestät in der Hache. Ebrä«! 1. 3. Unser Ten erinnert an Philipper 2. 'Wie dort wird das tanz: graste Wer! Christi samt dem. was seinem Eintritt in rnsere Welt voran »ging und was seinem irdischen Leben nach, felgte, mi, Einem Blicke ousg.sastt. Dort heißt es: er war in gött! ck.cr Gestalt, aber er cntäntzerte sich selbst, er ward gehorsam bi» zur» Tod am Kreuz; darum hat ihn Gott erhöhet und chm einen Namen über alle Namen gegeben. Hier steht: er ist der Glanz »-r Herrlichteit Gottes, der 'Abdruck seines Wesens. er trägt alle Dinge mit dem Woite seiner Macht, so datz d e Welt ohne ihn in ihr Nichts zerfiele, er hat unser« Reinig, ung von der Zünden vollbracht; nun sitzt er zur Rechtcn de: Majestät in der Höhe. Es ist ein erhabener, erhebender und trostreicher Geranie, dast das ganze große Werk Gottes zusam- n cnhöngt und nur eins ist. dast di« Natur durch denselben Willen und Geist im Innersten zusammengehalten wird, der euch unserer Erlösung zu Grunde liegt, daß deiselbe, der, «in Nbdruck des Wesens Gotte», durch das Wort seiner Macht all« Dinge trägt, uns von unseren Sünden gereinigt hat und nlle Zukunft allmächtig gestaltet. Untere Erlösung wie die Person rnsercs Erlösers reicht rückwärts und vorwärts in di« Tiefen der Ew gleit. Gelobt sei Gott! Herr Jesu, der du alle Dinge trägst mit dem Wort: deiner Mach:, und dach unser Bril-cr bist, du unser König uns unser Hohenpriester, neige dich gnädig zu uns und den Unsrig n und zu keinem goreen grasten Dolle nu» gib nur deinen Frieden und deinen Geist. Nimm u»» bei Tag und Nacht in dein« Führung. Unter dir ist gut wachen und schlosen, gut leben und st.'kben. Wir sind dein; hüte »ein« Srhoje. Amen. Ans der Primat. * Friedberg, in. I Mit dkl Zusemmcust.-tluug des r cn Programms Hot di- D.reition des hiesige,: Central Theurers wieder eine glückt-che H.rud bewrefrn. Das Paiyc-Journal iästl uns die neueste:, Tagesereignisse erblicke». Der Film ..Schickungen" und die „B»,sck;aj!«iln" bringen spannende Dra. men, dast Alt und Inn; interessiert den wirluugsvoNen Handlung.!, jolgen. W r geben nachstehend einen kurzen Auszug aus dem Drama „Die Dotschasterin": Der sei „auische Ge- jan.dic Mirko Febor hat eine htz-iche Pariserin zur Frau, rie ihm m.t Rar und Tai getreulich zur Zeit« sieht. Der Minister gilt Fcdor den Anstieg einen sür Tormanien günstigen Han. delsaertrag mit dem König Hcttor ö. von RutNelie» zur llnter- jchrift vargulegen. Bei günstigem Abschluß cihält Jedor de» Grafcnlitcl und den Eesani-lschastszosten Paris. Die Frau Frdors ist von diesem Lorschlag entzückt, da sie wieder gern nach Paris möchte und sie l.gleiiet ihre» Gatten noch Rumc- licn. Der König ist von der Anmut der Botschajlerin beglückt nnd will die Angelegenheit prllsen. Seit er Nclly Feder ge. sehen, will er von einer Standcsh-eirat mit der Prinzeiflu Helen« nichts mehr wißen. Ans einem Ballsest gesteht er R.tly seine Liebe, jedoch diese tu;.ft ihn ab. Der König ist hierdurch erbost und ncrwazert die Handelsvertragsunterschrift. Di« Prinzessin glaubt nun in dem Ertasten der Neigung des Königs die Ursache in der Lotschastenn zu erblicken. Nelly erbit. iel eines Tage» eine Audienz und beide beschlichen, den König zu überlisten. Ans -inem Maskensest wird der König van einem schwarzen Domino Kr einer Dame gesühri. welche i» den König angeblich leidenschasilich verliebt ist Der König wird in ein halbdunkles Boudoir gesührt und sicht sich einer vcr- scheierndcn D>rme gegenüber, weche er für Nclly hält und er. goß sich ihr gegenüber in leidenschaftlich:» Zärtlichkeiten. Die Maske verhält sich reserviert und hält den Handelsvertrag vor. welcher der König unterschreibt. Plötzlich wird es hell und es erscheint Nelly Fedor. Die andere Maske gibt sich als Prinzessin Helene zu erkennen. Der König ist empört nnd wirst Nelly Betrug vor. Er wird jedoch eines anderen belehrt nnd macht schließlich gute Miene z»m bösen Spiel und überweist dem hinzutictenden Fedor den unterschriebene» Handelsoer. trag. So hat Nclly ihrem Galten zum Grasentrtei veiholsen nnd der Prinzessin die Neigung des Königs gesichert. Allerliebst wirlt der Film „Verheiratung einer Negerprinzcssin in Westasri'a" nnd die „Geschichte eines Esels" ist urkomisch und zwingt den ärgsten Griesgram sich den Bauch zu halten. Auch b.e Musik le» Piaa.st-n zu ckiranucu. t : Stimm»:., und G-lnhs in die Töne seines Instrumentes ;u ir-.p.-r, N-. st Wie inuit sieot, ein vornehmes nnd re i .s Prozirrru rr. t .irren Besuch verdient. * F>»tt»rg, 10. Jan. lieber l » Mrlrrardlenst schrei:-! der P-iragrapt, 2U des Reichsrnilitärstrejgejetz.s v.r. dost, wenn ron zw.r arbcitssiihrgerr Ernährern hilfloser Familien, er. wrrdsunfähiger Eilen,. Großeltern oder Geschwister beide richt gleichzeitig entbehrt werden können, einer von innen zutickzu- stcllen ist. di» der andere entlasse» wird Damit die E.satz- beichrde in b.r Lage ist. di. Bestiinmnng.'n bei d.r Mnstrrung !» i-erücksichrige». liegt er rm Jnleresie der Bctrrlrgten. die Oie eekte §eotts ^.niulsion riachzmnachcn, wird vielfach versucht. Mlk w.lchrm Erfolg, zeigt ein Vergleich dck Orig, puls mit irgend einem der Ersatzpräpara:' Schale wid äußeres Gewand trifft man wohl, aber den Kmi, das, worauf r« ankvimnt, nir- malS. Dazu gehört eine Erfahrung von fast 40 Jahren, auf tvclchc du Hersteller vvn $Dco tt® <£mu IJion zirrückblicken, dazu gehört vor allrin das nur Ihneir bekmmtc Scottsche Dcrfahrm. Soinit auch hier von Nsetial/Mtiogen wi?ü getviiprit! 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Das alte Präsidium wird »am Landgericht übernommen. • Ziantfnrt a. 9 ) 1 « 10. JUwi. Der Srhiaster Georg Hurtig stahl eines T>»gcs ikk cirrem Anfz, z einen Ballen Stoff. Der Zwölf jährige Schäler Wilhelm Dill mar hierbei anwesend. Hariig brockst« bar. Tnch ZU d.r Mliiicc Dölks, die sich ein Stück oavo n abjcharit und es in ihrer Mgsstarde anfheunrhrie. Die ff ran ,di: aä)t Kinder zu «rmchrcn hat. von denen bas älteste erst 10 Jahr« ist. hundelir in der Rot. Der Diebstahl führte den Schlosser und Maller und Sohn vor die Strafkammer. Hariig wurde noch zn»ier sfnhrrasdiebitohl« beschuldigt. Auch von diesen Toren soll der junge Döll Kenrirris gehabt haben. m'rde darüber bei der Kriminalpolizrr von dem Krimi- Metz vernommen. der ihm mehre« Ohrsergen gao. Wie die Ehesrau Döll in der Verhandlung behauptete, soll der Jung» auch seitens des Beamte» nnt den Fügen ge- rreten worden sein. Das l-.abe sich nolli an den brjchmutzien Die Doi^verstrrgernng. Rin Stück Volkstum stellen heule noch die irn Winter Tfoti i iiibcnbcn Holzveisteigernngeil dar, sofern sie irn Walde und nicht irr irgend einem Lokale abgehalten werden. Ans den verschiedensten Orion der näheren nnd weiteren lim- gebnng treffen hier die Leute zusammen. Sie kennen sich durch den öftere« Besuch der Bcisteigernngen fast alle per- fön Tief) oder es weist doch der eine vom anderen, welcher Gemeinde er angehört, wo? er für .Handwerk betreibt u. s. w. Obwohl dos Aliber gebracht« in de« Städte» am ersten verschwindet, macht die Stadt Gießen bezüglich der Holzver- steigeriing» eine rühmliche Ausnahme. Sie besitzt große schöne Waldungen nnd im Winter finden regelnrästig Montag? nnd Donnerstags, also zweimal in der Woche Derstei- gernngen statt, bei denen in der Regel je 000 bis 700 Raummeter Brennholz, einige tausend Dellen Reisig, sowie auch Stangeiii Reis- und Werkbolz zum Ausgebot komnien. Das S! rurnholz wird auch schon aus alle« Distrikten zusammen am Schlüsse aus einer Versteigerung irn Lenz'schen Festen - Mler verkauf! Sehen wir «ns nun den Gang der Sache cinrnal etwas näher an. An einevr scheinen Montan Morgen um norm Uhr gibt es auf den Straßen und Schneisen in der Nähe de? Forst- bauseS Hochwart überall Bewegung. Einzeln und in kleinen Trupps kommen da die Leute von Steinbach die Ehaulsee lerab, Iväbrend die Bewolnrer von Rödgen und Annerod links und die von Hansen w-chls durch die verschiedenen Waldwege dern Sannnelpimkte. Licher Straße an der achten S.ln,eise, znwandcrn. Allmählich kommen auch die Straße tonGresten heraus inrmer n . a sich heute alle? bewegt. Ter eine Stadtverordnete ist Seiler der Versteigerung, der nnderc der Kontrolleur und uv d stk? Protokoll führt der Forstwart. Es ist dies tu •tili, f) hei schlechtem Weiter nicht immer eine angenehme 4-'»Hrtrgirng. denn manchmal gibts beim schreiben Finger n„ . Eir-v>vstn und nach nngnaenebnier wird die Sache bei r Regen Es fehlt daun, wenn die eine Hand d- ? Buch bält »nd die ander bse Bleifeder führt, an nnrr dr-iien Hand, die den Regenschirm trägt, und nrgnchmal ve> den die einzelnen bestl-riehenen Blätter so «iß. daß sie ,»wir,men klcber, nnd später am Ofen getrocknet werde» miulr'u. Das schlimmste Amt aber hat der Ansrnter. der ftnridenlong mit kräftiger Stimm.' immer die einzelnen G-- bote und dl),in sein „znm ersten, zwei'-n und letzten,„al" arw- rustn muß. . Nachdem nun die „Herrn" van allen Seiten begrüßt gnd. ist es halb zehn Uhr geworden und dir Versteigerung mnu beginnen. Zuerst werden ans dern Sammelplatz die Verstergernngsbedingungen. die Bedingnisse, wie die Leute sagen verlesen. Sie sind bis ans den Abfuhrterniin izurner dieselben, und die VersieigernngSbetircher kennen sie aus- «»endig' Jetzt heißt's, durch die achte Schneise link? ab- marfchreren, aber da gibts schon den ersten kleinen Aufenthalt. denn oben erscheint mit seinem Pritschenwagen, ans dein sich ernrg« kleine Fäßchen Bier und eine ganze Batterie van Flaschen befinden der Marketender auf der Bildfliche. Job. Mllteuleen beißt er. er wird von de« Dersteiaerunosteilncb- «jeue Tageozeitnng. Samstag- den |0. Januar 1914. SWttöcrn de, 3«ngrt »rk«"»-n lasten. Krimimrlschatzm«« Metz, dein von dam Verteidiger eindrii^liche Vorhaltungen gemacht wurden, bekundete, daß er dem Schüler bei der Vernehmung drei oder vier Ohrfeigen gab. Das sei aber nicht zur Erpressung eines Geständnisses gj-lzchen. sondern weil der Zunge log. Tritt« habe er dem Schüler nicht versetzt. Der Sachverständige Prof. Dr. Raeck« hält den Schüler für schwachsinnig. Das Verhalten des Beamten gab dem Verteidiger An. laß zu einer scharfen Kritik. Er bezeichn«te das Verhalten als in schroffem Gegensatz z» dem Verhalten der Behörden gegenüber Jugendlichen im allgemeinen stehend. Der Zunge habe sein Geständnis übrigens widerrufen. Das Gericht verurteilte Horl'g zu ju>:i Zähren Gefängnis, di« Ehesrau wegen Hehl«, rei zu IN Tagen Gefängnis. Der Schüler wurde freigefprochen. — Wegen eines Eelegenhciisdiebstahls halt« sich die aus der Stisfanftatt Preungesheim vorgeftihrt« Ehefrau Marie Reu. ier zu verantworten. Die sehr aufgeregte Angeklagte wurde " i Monaten Gefängnis verurteilt. Rach der Urteilsver- , '.'-uug begann sie zu schreien und z» loben und gebährdete sich derart, daß man sie in einen Raum im Erdgeschoß mrter- bringen und die Rettrinüsaejellsch-ist alarmieren mußte. Als man sie abholte, stieß die Verurteilte, die sich schon einmal in der Zrrenanstalt befunden haben soll, mork«rschütt«r>wendete 890 Akark, Der Fabrikarbeiier Ad. Senn spielle draußen den Aufpasser und bekam von der Beut« die mein aber kurzweg nur mit dem jedem Deutschen geläufige- ren Namen Daldersec bezeichnet. Don ihm läßt sich min schnell der eine und der arrder zur Stärkung nnd als bewährtes Mittel gegen die Kälte einen kleinen Kognak, Kümmel oder Rum verabreiche,!, dann gibl der Forstroart dem Marketender die Stell« an, wo fiir beute das Feuer ist, an dem sich später alle zu einem kräftigen Imbiß zusammensinden. Während er sich mit seinen Vorräten dorthin begibt, gebt nun die Dersteigeenng stundenlang bergauf und bergab bin und her durch den Wald ihren Gang, Vornweg marschiert der Holzselzer de? betreffenden Distrikts, Er rust Nummer und Holzart aus z. B, Nummero 14b, vier Meter Nadelknüppel. Nnmwero 110, drei Meter Eichenscheit. Nun fallen die Gebote hageldicht und die „.Herrn" baben ihre Last, so schnell nachzuschreiben, wie ausaerufen und zugrschlagen wird, was alles während des Marschierens geschehen muß. Wenn so einige Stunden verstrichen find, dann sehnt sich mancher nach dem Rendez-vous-Platz und allgemeine Freud« zeigt sich auf den Gesichtern, wenn man auf einmal in einer nahen Schneise Rauch auffteigen >md ein Feuer brennen siebt, an dem man sich behaglich niederlaffen kann. Das Feuer wird von eineru Waldarbeiter schon morgens früh her- gerickstet. Es ist in der Regel auf der Mitte der Schneise an einem Kreuzungspnukt. Hier hat der Marketender nun inzwischen für beißen Kaffe und warme Würstchen gesorgt. Ein Füßchen Bier ist angesteckt, auch Kognak und verschiedene andere Liköre stehen zur Verfiigung. Dicht an dem Feuer steht eine von dem Wirte mitgcbrachte Bank, Auf sie hat der Waldarbeiter, der jetzt auch als Kc'llner tätig ist, einige Säcke und einen Pferdeleppich gelegt, ebenso liegt vor dieser Dank ein langer Holzkuüppel zum Draufstellen der Füße, denn auf dieser Bank nehmen nur die „Herrn" Platz, während sich alle anderen Tcilnelnner in einzelnen Gruppen entweder auf herbeigcschleiste Reisigwellen niederlaffen oder auch in größerer Anzahl um da? Feuer hcrumstehen und sich wärmen. Die Landlcule haben nur diese Zeit meistens schon geschlachtet. Ein jeder pack! nun ein kräftiges Frühstück aus und oft wird dann diescru oder jenem ein Stück zum Versuchen der Schlacht gegeben, oder gegenseitig ein Stück Wurst ausgetauscht. Besonderes Lob erhält der Waldwärtcr, wenn er in seinem Feuer sck»n tüchtig für glühende Kohlen gesorgt hat. Viele Gäste pflegen näinlich ihr mitgebrachtes Stück Fleisch oder Wurst zu brate». Diese? wird auf folgende Weise bewerkstelligt: In den Haufen glühende Kohlen wird ein Loch gescharrt und die einzelnen Stücke Fleisch oder Wurst, welche mit mindestens 1 Lagen Papier fest umwickelt sind, hineingelegt und wieder mit glühenden Kohlen zugedeckt. Der Nichtkenuer muß jetzt die. Uhr zur Hand nehmen, denn acht Minuten gilt als die rechte Zeit, aber das Forstpersonal kennt sich schon aus und der Aushilfskellner sorgt schon, daß all«? zur rechten Zeit ans der Glut herauskomml und kein Stück Durst in den äflarnrnen umkommt. Es erinnert dies an die Kartoftelseirer im Herbst und an das dabei ühsirbe Kartosfelbraten, Dic also gebratenen Stricke, aus denen das Fett tropft, schinccken ganz vorzüglich und besser, wie die V, in Süddeutschland üblichen, auf dem Rost gebratenen Würstchen. Wenn nun jetz! der Hunger gestillt und ein kräftiger Schluck dazu g -trunken ist, beginnt der gemätlickn: Teil der Versteigerung, Wie beim Militär jede Kompagnie ihren Spaßmacher hak, so stellt hier fast jedes Dorf seinen Hunio- listen, der oft als sogenannter Trockenbrotshannjer seine sar- b'ftischen aber harmlosen Witze zum bestm gibt oder aber als lustiger SangeSbrnder in belle Töne ausbricht. — Jetzt wird es lebendig. „Fort, stimmt einmal ein? an", riift’S irgen- wo au? dem krobe» Krei'e und alsbald ertönt cs erst nur lon einigen, dann von mehreren und hernach von allen Teil- mhu-ern gefangen mit kräftrgem Klang durch dic alien, dem Frost teotzenden Eichen: Der Jäger in den, grünen Wald. Wollt suchzen seinen Aufenthalt, lind wenn dann alle Strophen vor, dem Hündlein, Hirschlcin. Rchlein, Mägdelein und dem Walde hin und her doppelt dnrchgesungen sind, dann ist Feststimmung in der i'wsellschaft nnd nun wird lustig weiter gesungen. Jetzt hie- tet sich de», Freunde von Volkssitten und Gebräuchen Ge- legcnheit ,» beobachten, wie jede Gegend, ja fast jedes hier vertretene Dorf keine besonderen Lieder hat. die wiederum Hälft« at. Die Tat wurde durch einen Taglöhner Lo: r : Polizei verrate», der u«m Senn die Details Homilet« T-J; 1 der! erhielt, ja Serin plaudert« noch nu.hr aus der 3ri>i:!?. d >r «r sihwatzie. daß er in der Rach! znm 11. Zul, in do> Bö:a einer Erergroßhandlrrng drang, wo er für 107 Mark V.i.j. e: len und 114 Mark bar erbrütete. B i einen, w.Ueren Ein bruch. der in der Nacht zum 21. Juli in die Räume der $h::v Villeroy u. Boch erfolgt«, gir>g Senn mit leer«,: Händ „ aus Holzmann sollte am 7. Februar nochmals dem Büro de, Si E ffi. einen Besuch abgesiattet und hierbei 100 Mark erzal-«,! hoben. Doch bestritt «r sowohl diese Tat. als auch den Ern bnrch bei Villeroy u. Boch. Dir Strajlomn.er lonnie il?» »irr de» einen Bürocinbruchrs am 29. September 1912 überiühcen und verurteilte ihn zu drei Jahre« Zuchthaus, während S.'nn sein« Taten mit drei Zähren Gefängnis zu büßen hat. Der 42jährige, Lindenstraße 12 wohnende Aketzger Hern:«Nn Pjeij- fer liefert« vorgestern Wurst in der Kantine des dritte» Ba. taillons de» 81. Znfanterieregimeirts ab. Als er auf der Rüll kehr über den Kaserneichof ging, fiel er plötzlich tot hin. Ein Schlaganfall hott« seinem Lebe» ei» End« bereitet. Der am Montag bei der 2. Kompagnie des Jnfanierielegim.',,!» Nr. 108 entwichen« Soldat stellte sich am Dienstag „ochrnittag von feibst bei der Polizei und wurde wieder in seine Garnison verbracht. ' * j. Wehrheim, 10. Za». Unser Turnverein „Voiwätis". welcher ein Konzert abhielt, hat wiederum einen glänzenden Erfolg M verzeichnen. Aue diesmal war der Saal bis aus den letzten Platz ausverkaust. " ;. Arnoldshain, 10. Zan. Am 5. Januar konnte unser Gemeinveiechner Eafga auf eine öbsöhrige Dienstzeit zurück, blicken. auch von den anderen gekannt und mitgesuiigen werden. Da steht auf einmal der Volk von Hörnsheini, der Zörb von Lützellinden und der Schuster von „Linnes" zusammen und stimmen fröhlich ein im ganzen Kreis- Wetzlar bekanntes alte? Volkslied an: Einst war ich so glücklich, ernst war ich so froh. Da fand ich mein Liebchen in einem Hüftche» von Stroh. Auch hier helfen alle anderen kräftig den Refrain mit- singen »mb nachdem so alle Phasen des LiebeslebenS durch- gefungen und der Schluß: .......das Fenster ist leer, Jetzt bin ich nicht mehr glücklich, froh bin ich i'ichi mehr in einer mächtigen Schleife auSgeklungcn ist, dann sieben auch schon der Wagner, der Baffer und der Siein von Rödgen (Annerod ist nicht besonder» sangesftvh) zusammen und nun Ningt vielleicht: Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten oder sonst eine bekannte Dolksntelodie durch den winterlich stillen Wald, Manchmal finden sich auch einige stimmbegabie Mitglieder verschiedener Gesangvereine zusammen und dann wird auch wohl einmal als vierstimmiger Männerchor: Es liegt ein Weiler fern im Grund Da blüt ein Röslein jung und schön oder gar: Fern im Sud das schöne Spanien Spanien ist mein Heimatland gesungen. Ab und' zu findet sich auch ein ftemder Gast ein, manilv mal van weit her. Derselbe wird a»ss fteundlichsie begrüßt und mit einem grünen Tanncnrei? geschmückt. Zum Danke spendet er dann wohf ein Fäßchen Bier, So war vor Jahren ein in Gießen Forstwissenschaft studierender Perser mit schwarzem Fez ganz entzückt über dieses Treiben. Er erzählte, daß er nach beendetem Studium einen Waldkampler in seiner Heimat unterstellt bekomme, der größer sei, als das ganze Großherzogtum Helsen und erklärte weiter, daß in Persien bei iedem zum Verkauf kommenden Quantum Holz eine kleine Kerze angezündet wird, die nur wenige Minuten brennt. Sobald sie entzündet wird, beginnt das Bieten und dauert so lanae. bis die Kerze erlöscht. Wer vor ihrem Er- löfchen da? letzte Gebot abgegeben hat. bekommt den Zuschlag. — Wie überall die Dornen bei den Rolen, so siebt auch hier die nackte Wirklichkeit dicht bei der Poesie und wenn jetzt die srobe Stinimung ibren höchsten Gipfel erreicht hat. dann heißt es ans einmal: Rufi Es wird weiter versteiaert. Dach kaum hat sich alles zum Aufbruck, gerüstet, da gibt'? noch einen kleinen Haft. Es wird nämlich aemeldet, daß der Wirt kurz varber noch ein Fäßchen angesteckt bat. das erst leer getrunken werden soll, „sonst kommt das Bier um oder c? wird sauer." Nun soll der Wirt dock, keinen Schaden leiden imd lckmell bat irgend einer aus der Runde den Hut in der Hand und sammelt. Bei den „Herrn" fängt er an, jeder wirkt einen Nickel oder zwei hinein .auch von allen anderen «oeiten wird aeapfert und la ünd schnell einige Mark zusammen. Diese bekonimte der Marketender überreicht. Damit inird das angebrochene Fäsickren Gemeingut und demenffw'e- ckend auch sein Inhalt in Gläsern bernmaereicht und gemein- schalistch aelrunken. Alsdann aebi die Versteigerung wieder vreiicr. Oft wird nach der Raute bester und schneller aeboien. manchmal aber bat sich auch schon ein Teil der Käufer ent- lernt nnd die Gebote lasten nach. Sobald der letzte Stosi Holz zirgeschlanen ist, ruft der Ausrufer seinen Kunden, von denen er fast alle die Vornamen weiß oder soweit sie in den Preußischen Dörfern wohnen, die Hausnummern kennt, ein kläffiaes Verzehrt? gesund" zu, worauf sich der Schivarni sa wie er sich am niorgen zusammcngefundcn hat, wieder nach allen Richtungen der Windrose verläuft. F-ir die „Herrn" gibt'S jetzt noch eine weitere Arbeit denn, wenn sie nach längerer Wanderung ins Forsibar-Z kammen. müssen noch die drei Vortokolle abgclcse» und Per- glichen werden, damit keine Fehler Vorkommen und alles schön stinimt. - ,,* 7 ?"^ Rare cs, wenn diese Versteigerungen im Freie, vielleicht aus Ersparungsrücksichten oder sonstigen Gründe',, eingingen. ES würde damit geradezu wieder ein alter Volk?- brauch verschwinden. 91*. • fteat -iMMitttaat. eimMtg, ata 10. 3aaaar lau. Seite 3 Ach lasse Dich nicht. Original Roman vo» H. Eourths-Mahler. 113 (Karttetzan,). Um jedes Aufsehen zu vermeiden, werde ick es unterlassen. der Dienerjcknist meine Abreise mitzuteile». Eure Durchlaucht mögen meinem Bersästvindrii selbst die gc- Uu Nichte Deutung geben. Die Geschenke. die ich unter salscken Voraussetzungen von Eurer Durchlaucht erhielt, lasse uh zurück. Eure Durchlaucht werben versieben. daf> die Tocüter Alezander Koschlwws der Frau keinen Dank schuldig sein möckfte, die in feinen Tod gewilligt hat. Ich liebe und verehre meinen Vater beute noch so innig, als zuvor, sein liebe« Bits ist mir mag tictu.fi dadurch, daß er nicuschlich fehlte. Er u»rr e- trouoem wert, geliebt zu werden: meine Herr- liche Mutter, der das Herz brach bei feinem Tode. l»at e« bewiesen. — und d>w will ich durch mein Verhalten auch tun. Ich wende mich von den Menschen, die chn um kalter Ehrbegriffe willen in den Tod schickten. — ich habe nicht« mit ihnen gemein. Sonja Roschnow." Befriedigt legte Sou,a die Feder nieder, als sie diesen Brief adressiert batte. Tie versiegelte auch ihn sorgfältig und legte ihn zu den Dokumenten-Sachen. Eine Weile sah sie sinnend vor sich hin. Sie fab da - Bild der Großmutter vor sich, da« oft so schmerzvolle, traurige Gesicht. Ein weiches, zärtliches Ge- fühl wollte in ihr auftvallen, aber sie erstickte es in sich »nd rihob sich mit einem seltsam starren, bewegungslosen Gesicht. Und in diesem Augenblick glich sie ihrem Großvater Iwan Kalnokq. Denselben ehernen Ausdruck halte dieser im Gesicht, wenn er etwas für Recht erkannt hatte und nicht um die Well davon abgewicheu wäre. Gewappnet mit Stolz und Bitterkeit traf sic ihre Reise- vorbereitnngra. Sie wollte gleich früh den ersten Zug be. nutzen. Il,r Reisepaß war noch in Ordnung, die Jahresfrist dafür toar nock nicht abgclaufen; sie konnte ihn also noch benutzen. In einen Lehnstuhl geschiniegt. erwartet« sie die Stund«, wo sic sich entfernen konnte. Im Gedanken durchlebt« sie noch einmal das Schicksal ihrer Eltern. Trotz allem Hw» sie glücklich gewesen. — glücklicher al» ibre Sonja, die ihr Herz in Rußland zurück- lösten mußte — bei Nikita Arganoff. Sie schauerte zusammen. Kalt und leer lag das Lebem nun vor ihn. Nie würde sie den Geliebten Wiedersehen. Ob er si-br traurig sein würde, wenn er hörte, daß sie fort war? , Sie drückte die Hände ans Herz. Ja tausendmal ja — er würde ihr Fortgehen schmerz- lich empfinden, denn er liebte sie, wie st« ihn liebte, das wußte sie. Aber vielleicht vergaß er sie mit der Zeit. Sie bis, die Zähne zusammen. Nicht aa ihn denken, nicht an ihn denken. Endlich hörte sie das erwachende Leben im Palais ttal- noky. Die Dienersckiast wurde hörbar. Ihre Koffer standen g< packt im Schlafzimmer. Reben ihr auf einem Sessel stand r siel sic mit einem Stöhnen halb ohnmächtig in die Kisten zurück. Aber ihre Augen blicklen starr und ivcit, als sähen si< alles an sich vorüberziehen, was Elisa da getreulich berichtet hatte. Und ini» schlug die arme Mutter die Hände vors Gesicht und rang mit furchtbaren Schmerzen. „Mein Sasäsr — mein Sohn — mein geliebter Sohn — achtzehn Jahre achtzehn Jahre lebtest dn noch, tvährend ich dich al» tot betrauerte. Ach — hattest dn gar kein Ver- tnnifn zu deiner Mutter, wußtest du nicht, daß sie su Not und Tod zu dir gehalten hätte, lvie deine Elisa. Ack — gesegnet, tausendfach gesegnet soll sie sein, für alle Liebe, die sie dir erwiesen hat, — mein Svbn — mein Sohn — du mein geliebtes, »»glückliches Kind." Erschüttert bis in die Tiefe ihrer Seele, rang sie mit all diesen Gefühlen, di? auf sie einstürmten Alles, uv., sic i» diese» schrecklichen Jahre» gelitten batte, stand wieder aus und zugleich litt sie all diese Schmerzen mit, die ihr Sohn gelitten hatte. (Fortl.tzung solgt). Kirchlichc Anzeige». Evangrlischr Gcineiiidc. kotte.dicnst in der Stndlkirch«. l. Sonntag nach Epiphanias. 11. Januar. Landesniistionalftt. Vormittags !U, Uhr: Herr Pfarrer Kleb erg er Rach»». 2 Uhr: Herr Kandidat Bornschcuer. Gottesdienst i„ der Burgkirche Rachni. 5% Uhr: Herr Direktor Schoeltz Kollett« für die Hetdenmrssion. «,ütie»die„ft im Slariieik Fauerbach Darm. IN Uhr: Herr Pfarrer Zah mann. Nachm. 1 Uhr: Jugendgoltesdienst. Kalhol'schr Gemeind«. Sonntag, de» 1t. Januar. Rachseier de» Feste, Srjcheinnng de« H.-kkN. ltzelogenhetl zum Beichten Samstag nachmittag oen > !lhe Saniilag früh van N6 Uhr an. X7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Militärgotlesdirnst. K10 Uhr: Feierliche« Hochamt mit Bcrl.'si'ng eine» gr meinsamen Hirtenbriefe» der dculscha» Bischof«. Nachm. ty, Uhr: Fcstaiid-acht (Kindheit Jein Vereins. Feierabend Friedberg. Eingang von der haagllraße. Jeden Sanntag L«lc. und Spielabend Sonntag, de« 11. Jan Vortrag über. „Andreas Hofer". „Feierabend" im Stadtteil Fauerbach, Jeden Sonntag: Spiel- und Lcseobend Brautausstattungen in allen Preislage“ Friedrich Wissenbach, Ffältällirls. 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Doch ruhig Herr Mandel: „Das bißchen Gcschre»! Ich bitte zu Tisch!" Und die Frau ist dabcu Tein Präses der Reichsbahn fcheint's doch prekär- . „Direktor, ich richt' eine» Ertrazug her." „Wozu? Vorbei ist bald der Rada»: Sie bleiben und speisen — mit Ihrer Fraul' Das Telephon läutet: 'i ist höchste Zeit! Belagerungszustand I Der Pöbel schreit!" „Was soll ich denn bei der Balgerei ^ Die Suppe kommt; und die Frau ist dabei." Das Telephon läutet znm zweitenmal. Noch einmal fühlt Mahl die Oual der Wahl: „Nun ist die Sache ja doch sckw» passiert. I y suis, j'q refte; auch ist schon serviert!" Der S ol d a t hat in Zabern die Straße geräumt; Herr Mahl hat wirklich gar nichts versäumt. Ob er kam, ob blieb, ’i war ganz einerlei: Das Diner war brillant, und die Frau war babet1 1 ein alter Offizier, (in der „D. Lgsztg.). kl. Ob dunkler stets und versteckter^. Da» Ziel aus der stürmischen Fahr» — Hauptlache, daß der Direkter Im Kreis die Ruhe bewahrtl Rechthabern wie Unrcchthabern Tut er dann niemals Weh. Der Aufruhr tobt in Zabern, Er aber siht beim Diner. Ob zwischen Zivil und Truppe Die dollsten Dinger geschch'n — Man lässt doch die Schildkrötensuppe Und die Forelle nicht stehn . . . Sie kriegen einander beim Wickel, Schon knattert Schuh auf Schuh, - Erst noch ein Stück Pumpernickel Mit Roquefort zum Magenschluh! Unruhiges Schrein und Getue Löscht keine Feuersbrunst: * „Nur immer mit die Ruhe!" Ist wahre Negicrungskunst Wer höchst verdriehlichen Pslichten Ausweicht so bieder und schlicht Versäumt einst bei guten Gerichten Fidel selbst das jüngste Gericht. Taliban (im Tag.) Ans aller Welt. llnglücksfoll. Der 1t Jahre alte Landwirt Jakob Bau. manu in Schaucrnhcim kam unter di« Räder seines mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerkes urw wurde etwa 200 Meter weit geschleift. Di« Pferde scheuten und rasten durch das Dorf. Baumann erlitt so schwere Verletzungen, dah er kaum mit dem Leben davonkonnnen wird. • Feuer aus einem Bahnhof. Auf dem Bahnhof Oberhausen ‘ brach «in Feuer au», bei dem ein« grohe Anzahl von Güter, wagen, di« mit Teer und Petroleum beladen waren, verbrannten. Er folgten mehrere heftig« Explosionen. Bier Feuerwehrleute wurden verletzt. Der Schaden ist groh Erschaffen. Zn Sterkrad« lauerte der Bergmann Schmitz seinem Nachbar Jansen auf. mit dem er wegen einer Kleinig. kett prozessierte, und tötete ihn durch Revolverfchüffe. Der Mörder wurde verhaftet. Ein ungesehener Kost. Eine unangenchm« lleberraschung erlebte dieser Tage ein Bäckermeister aus Mundheim bei Ludwigshasen. Es wurtst ihm in seiner Wohnung ein in der Lotterie zugesallener Gewinn von 1700 Mark im Aufträge eine, alten Gläubigers durch den Gerichtsvollzieher beschlagnahmt. Der neueste Frauenberuf. Di« erst« angcstellt« Briefträge- rin in Deutschland hat die Gemeinde Martinroda bei Ilmenau im Thüringer Walde auszuweiscn. Als Vorsteher von Poft. ageMuren fungieren bereits seit Jahren vielfach Damen. Marainroda blieb cs vorbeholttn, di« Frauenwelt auf einen neuen Beruf hinzuweisen und zum Abttagen der Postsendungen im örtlichen Bezirk ein« junge Dam« anzustellen. Da» Reujahrsesfen der pensioniertrn Pserde. ^Zn England haben auch di« Pferde Neujahr gcseiert: allerdings nicht samt- liche Gäule des Jnfelreichs. sondrrn nur di« allen ansrangierten Plepper, die in dem 1880 in Cricklrwood eigen» für st« ge- gründeten Ruhehaus« in angenehmer Pension leben. Sie feierten das Fest mit einem, vom Pferdestandpunkt au» gefehen, geradezu üppigen Mahl«, da» ihnen von einem freigebigen Spender bezahlt wurde. Hier dt« Speisenfolge: Heu, ftartof. feln au» der Normandie, frische Karotten, Brot. Zwieback und Zucker. Dieses, wie man zugeben wird, rein v«getarifche Diner hatte «inen großartigen Erfolg, zumal es nicht durch Trdnksprüche grstött wurde. Einer der interesiantesten Festgäste war Max. ein altes Zugpferd, da, seit zehn Jahren in dem Ruhehause mit großer Gewisienhasttgkeit seines Glöckner- amte, waltet. Max läutet jeden Tag zur Esienrzeit di« Glocke, indem er kunstgerecht die Glockenschnur zieht. Außer Max sielen noch ein paar andere Pferd«, sozusagen die Aristokrati« de» Hauses, auf. Da war ein Veteran aus dem Burenkriege. fee- ner ein anderes Pferd. das di« Ehr« hatte, den Feldmarschall Lord Wolfe leg zu tragen, und ein andere», da» der Krönung König Eduards und König Georgs beiwohnt«. Heuschreckenplage. In der Nähe von Assuan sind in den letzten Tagen ungeheure Heuschreckenschwärme beobachtet worden, die sich dem Nilbecken zu bewegen. Di« Behörden treffen alle Vorbereitungen, damit nicht wieder Verwüstungen wie im Jahre 1901 eintreten können. Sturm. Aus Wismar wird gemeldet: Seit gestern nachmittag 4 Uhr herrscht bei starkem Siidweststurme Hoch- ivasser. Die am Hafen gelegenen Straßen sind überflutet und das Wasser ist in die Häuser eingedrungen. — Infolge von Südwcststürmen ist die Warnow al>ermals im Steigen begriffen. Die Flut hat, wie ans Rostock gemeldet wird, am Gerberbruch und an den angrenzenden Straßen die Keller überschwemmt. Tie Kindsleiche im Sack. In einem Kanal in der Nähe von Abbeville fischte man einen Sack auf. der den Leichnam eines 8jährigen Mädchens namens Martha Halattrc ent- lstelt. Die Obduktion der Leiche ergab, daß das Kind zu »n- zllchtigen Zwecken benutzt worden war. Das Verbrechen ist in völliges Dunkel gehüllt. Ein „Toter- in de, Eijenbahn. In dkm von Marburg lsteicrmatt) noch Triest fahrenden P-.rfonenzug bemerkien kürzlich einig« Fahrgäste einen Mann, der mit geschloffenen Augen ganz regungslos aus seinem Platze saß. E.n licrbstg. rusener Schaffner trat zu dem Mann heran und konstatiert« dessen Tod. Aus der folgenden Station St. G.orgin wurde di« Leiche herousgrtragen und sogleich in die Totenkammer de» dortigen Friedhof«» gebracht. In der Nacht klopfte «g nun plötzlich an di« Tür eine, Hauser, da, in der Nähe de» Fried. Hose» log. Die Bäuerin stand aus. um zu össnen. und ließ den Draußcnstrhenden eintreten. da e» ihn. wie er sagte, sehr friere. Wie erschrak sie aber, al» sie den „Toten" erkannt«, den sie am vorhergehenden Tag aus dem Friedhof gesehen hatte. Sir flüchtet« sich eiligst in di« Stube zurück, um ihren Mann zu ru sen. der den Totgeglaubten in» warme Zimmer führte. Ein Herzkrampf hatte diesen auf der Fahrt befallen, der «tt't in de, Totenkammer geschwunden war. Der Mann war nicht wenig erstaunt, als «r sein« Todesgeschicht« hätte. Beim Schlittschuhlaufen rrtrunke». Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Teiche des in der Nähe von Ben- then befindlichen Versuchsschachles. Als sich eine Anzabl Schulkinder mit Schlitttchuhlanfen auf ihm vergnügte, brach plötzlich die dünne Eisdecke »nd mehrere Kinder stürzten ins Wasser. Ein 13jähriger Knabe ertrank, während die anderen gerettet werden konnten. Vater »nd Kind erfroren. Der Ztjährige Vesitzer Reicher aus Neuenberg bei Marienberg (Oberbahern), ist beim Holzsahron im Wald mit seinem Fuhrwerk in eine Schnee- Halde geraten und dort mit Kind »nd zwei Pserden ersrorcn. Der Mann hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Für 90 000 Schmucksachea »nd Uhren erbeutet. Dieben, die das Geschäft des Uhrmacher? Gikhert in her Schön- hauser Allee 126» in Berlin heimsuchtcn, sielen Uhren, Ketten, Ringe und ander Schmucksachen im Gesaintwerle von etwa 90000 M zur Beute. Bisher konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Die Inhaberin, eine Witwe, erleidet da sic nicht versichert ist, eine» empfindlichen Schaden. Selbststellung de» flüchtigen VersicheriiiigodirektorS Seeger. Der anfangs Dezember v. I. flüchtig gegangene Direktor l>r. phil. Alfr. Seeger von der eBrlinischen Lehensversicherungsgesellschaft hat sich jetzt, laut „B. T.", selbst ge- stellt und befindet sich bereits in dem Untersuchungsgefängnis Moabit. Tödlicher Absturz eine» Arbeiter«. Auf der Sckialkor- gnibe stürzte ein Arbeiter aus 39 Meter Höhe ab und blieb mit zerschnietterten Gliedern tot liegen. Verhaftung eine» Bücherdirbr». Die Hanauer Polizei verhaftet den Kaufmann Paul Rummler n»? Eheninitz, der in einem Schuhgeschäfte zu Hanau als Gehilfe beschäftigt war, wegen umfangreicher Bückier-Diebstähle. Runiinler hat für 7000—8000 M Bücher zusammengestohlen. In seiner Wohnung wurden an die 600 Bände der teuersten Werke beschlagnahmt. Nach dem Genuß eine» Schlafmittel» gestorben. An Echkafpiilter ist in Schneverdingen die Wwe. des am 2. Jan. in Johannistwal tödlich verunglückten Fliegers Brooks ge- storben. In der Apotheke soll beim Verkauf des Schlafpulvers ein Versehen unterlaufen sein. Automobilbanden. Die Polizei in Paris verhaftete drei Anarchisten Namens Videmont. Kazan ,md VlllierS, die vorgestern Nacht vor einem Theater ein Aniomobil entführten, dessen Ehauffeur sich für einen Augenblick entfernt hat. Man hat Anhaltspunkte dasllr gesunden, daß die Anarchisten, die angeblich zu den vor Jahresfrist Hingerichteten Antomobil- banditen Beziehungen nnterhalten haben, die Absicht hatten, mit dem neswbtenen Automobil nach Belgien zu nolgnaon. fmitütsiriliijaltl. (fu|ino. Zur Aufführung eines Tanzes zum nächsten Casino werden diejenigen Damen und Herren, welche sich daran beteiligen wollen, gebeten ihre Mitwirkung unter genauer Adreffenangasie bis längstens 14. Januar an Herm ivilhei», tlriiikiu ann Dortelweil Bi. SU. B. mittels Postkarte bekannlgeben. Äer Vorstand. ZUittag- und Alicndlisch öinüh: Rippchen, Solbcr, Haspel und frische Wurst. , Prima: Repielwcin, hübsches Kolleg mit Klavier. ."3T Piano s f ‘ , *SK2Su.‘ m “ Mod. 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Im November des Jahres 1913 be- schloß er bei der Witwe Schönmeyer einzubrechcn, bei der er i'leld vermutete. Während ein Komplize von ihm vor der Türe aufpaßte, stieg er in die Wohnung der alten Frau und sing an, verschiedene Behälter zu erbrechen. Die Frau erwachte von dem Geräusch und schrie um Hilfe. Sofort v'arf sich der Angeklagte aus sie, suchte sie mit dem Bett zu ersticken und brachte ihr mit einem Hammer 'chwcre Ver- Ehlingen am Kopfe bei. Der Uebersallenen gelang es noch einmal, sich frei zu machen und einen gellenden Schrei aus- zustoßen, der von ihrem Dienstmädchen gehört wurde. Dieses alarmierte die Hausbewohner, die in die Wohnung ein- diangen. Als der Angeklagte die Leute kommen hörte, da sprang er aus dein Fenster und entkam mit seinen, Komplizen, dessen Namen noch nicht ermittelt worden ist. Bei der eiligen Flucht hatte er seine Mühe verloren, die an ihm -um Verräter werden sollte. Es wurde bald ermittelt, daß die Mütze dem Angeklagten gehörte, der darauf festgenommen wurde. In der Verhandlung verlegte er sich aufs Leugnen. Er wurde aber in der Beweisaufnahme überführt. Seine „Braut" bestätigte, daß die Mütze dem Angeklagten gehört habe. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten einschließlich einer noch zu verbüßenden Strafe zu insgesamt 12 Jahren Gefängnis. Urteil gegen de» Hotelbesitzer Muchlan. DaS Schwurgericht des Landgerichts Berlin I verurteilte gestern nach dreitägiger Verhandlung den Hotelbesitzer I. Muehlan, der vor seinem Hotel in der Koppenstraße in der Nacht vom 22. zum 23, August v. I. den Schlächtermeister Fl"dz erschossen hatte, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödlichem Ausgange unter Zubilligung mildernder Umstände, zu acht Jahren Gefängnis, wovon 3 Monate auf die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet werden. Bei einem Begräbnis unter Mordverdacht verhaftet. Bei einer Beerdigung in Schortens wurde vorgestern mittag ein Landwirt aus Heidmiihle unter dem Verdacht verhaftet, den Plärrer Loets in Neepsbolt ermordet zu haben. Die Vernehmung ergab äußerst belastende Momente. Bei dem Ver- hafteten fand man einen Revolver, in den die in der Kirche zu Reepsholt gefundenen Patronen genau paffen. Der Verhaftet war früher Gastwirt in Reepsholt. Wieder eine unsinnige Schnapswette. Ter Lnndarbei- ter Johannes Wroblewski aus Schönefließ bäte mit zwei anderen gemeinsam einen und einen halben Liter Schnaps getrunken, und obwohl er berits angetrunken war, wettete er »m zehn Mark, daß er noch einen halben Liter Schnaps vertilgen kene, W, trank den Schnaps und brach unmitel- bar darauf bewußtlos zusammen. Er starb kurz darauf „n- 1er furchtbaren Qualen. Eine Statsbah», die die Privattihren ihrer Angestellten prüft. In Cleveland in den Vereinigten Staaten herrscht an der Staatsbahn ein seltsam anmutender Brauch, Im Hauptbahnhof befindet sich nämlich ein Zentralbureau zur Prüsnnq der Privatuhren der Angestellten, Zu Beginn und Das Tier im Winter. Plauderei von Dr. Fritz Skowronnek. Fast alle Kindertieder, di« den Mnter schildern, sind auf den Ton gestimmt, den Hoffmann von Fallersleben in feiner „Sehnsucht noch dem Frühling" wnschlägt. Sie schildern den Allntcr als einen harten, gefühllosen Man», der erbarmungslos allrs Leben vernichtet. Viel poetischer und außerdem rich- pger ist die Anschauung, die den Schnee nicht als das Leichentuch der Natur, sondern als «ine roarmhaltend« Decke ansieht, unter der zahllos« Keim« schlummern, bis sie der warme Früh, lingshauch weckt. Dann zerrinnt die Schneedecke und wandelt sich in belebend«, nährende Flüssigteft .... Bei dieser Art der Betrachtung können wir uns der klaren Wintertage freuen, deren frisch«, rein« Luft unser« Lebens- sreudigk.it steigert. Was uns an der kalten Jahreszeit miß- N'llt, was -ns niederdrückt, das sind di« trüben Tage, an de. ncn sich das Simmelsgestirn hinter dicksten Wolken verbirgt, Sbir gehen wohl nicht fehl, wenn wir ähnlich- Empfindungen be, den Tieren vorau-s.tzen, An klaren Frosttagcn spaziert die Saubenlcrche munter den Dachfirst entlang und singt mit Heller Stimme ihre kurze Strophe, die Kräh« fliegt hin und her, von einem Hof zum andern und zankt sich mit den Genossen um ein Kartostelstückchen. Wenn es aber bis Mittag nicht recht Tag werden will, wenn es schon in d«r dritten Rachmittags- stunde wieder Nacht wird, dann fitzen die Krähen, di« bekanntlich zu den Singvögeln gehören, ausgeplustert in den Wipfeln der kahlen Bäume und krächzen verdrießlich An solchen Ta- auf ' imnat *** * roifl ***** Zaunkönig seinen Schna. Man braucht wirklich nicht wehleidig dl« Tiere bedauern, ® ilrtct über bei uns aus harren, Ihr Federkleid od«r >hr Pelz schützt sie hinreichend gegen den Frost, und wenn auch manchmal Schmalhans Küchenmeister bei ihnen ist, so sind sie doch gegen den äußeren Hunger geschützt. In der schlimmsten Not erinnern sich nianch. Vogelartcn der Kraft ihrer Flügel und wandern so weit süd- oder westwälts, bis sie milderes '-Letter antreffen. Manche verschmähen auch diesen Auswea aus der Not, Sie bleiben und frieren und darben, Elück- licherweise sind di« harten Winter jur Seltenheit geworden, ® ra k „ tf) ! c!kn allen Tieren übersieht der Dachs den hinter. Rechizeiig Im Herbst scharrt er trockenes Laub und -Koos zu kleinen Hausen zusammen, die er mit den Vorderkanten umfaß: und vor sich her in den Bau schiebt, um sein uagrr, „den K siel", wc ch und warm zu polstern, Fr früher er damit beainnr, desto friiffr iit nach der AnllLt d>-, -xäoer Ntiit Tageszcrning. Earnsrag, Mn 10. Eanuar 131* um Mitte beS Monats muß jeder Eisenbahnbeamte seine Taschenuhr dem Zentralbureau aushändigen, damit sie kontrolliert, repariert und ihr Gang geregelt wird, Einmal im Jahre wird auch die Uhr auf Kosten des Staates gereinigt. Dieses Zentralbureau hat nun merkwürdige Feststellungen gemacht über die verschiedenen Fehler der einzelnen Uhren und Uhrwerkes so gehen die Uhren der Lokomotivführer, die die durchgehenden Züge fahren und daher einen mehr ge- regelten Tagesdienst haben, bedeutend besser, als die der Führer, die lediglich kurze Strecken auf den Nabzügen besah- reu, deren Dienst infolgedessen weniger gleichmäßig verläuft. Auch zeigten sich die Ul>ren außerordentlich empfindlich für das Wechseln der Taschen. Mit welcher Strenge übrigens diese Uhrenkontrolle durchgeführt wird, zeigt der Umstand, daß es in den Angestclltenverträgen als außerordentlicher KündigungSgrund vorgesehen ist, wenn ei» Beamter die Pflicht der Vorlage seiner Uhr in grobfahrlässiger Weise verabsäumt. Wie zweckmäßig eine solche Uhrenkontrolle ist, das braucht nicht erst betont zu werden: denn wie viele Zugver- spätungen werden nicht auf falsch oder ungenau gehende Taschenuhren zurückgeführt. Explosion im Gefängnis. Im Gefängnis zu Eclfenkiichen explodierte eine Petroleumlampe. Dabei erlitt ein Gefangener so schwere Brandwunden, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Bevor der Tod einttat, lieh er sich mit seiner Braut trauen. Unglückssall. Im Korridor seines Hauses fand man den Friseur Wilh. llebe in Bad Wildungcn tot auf. Infolge Aus- gleitens war er so hart gefallen, daß sein Tod aus der Stelle eintrat. Tob am Berlobungstage. Der etwa 30jährige Joh, Osch- mann in Bad Wildungen begab sich nach dem nahen Bergsiei. heit, wo er sich vttloben wollt«. Nach Ankunft dort wurde er krank und starb noch an demselben Tage. Scharlachepidemie in Baden, In Weinheim ist von neuem dir Scharlachrpidemie ausgebrochen, die vor einiger Zeit meh. rcre Opfer forderte. Erfroren, Der Besitzer Necher von Neueuberg (Ober- baqernj ist beim Holzfahren mit seinem Fuhrwett in eine Schittemulde geraten und mit seinen, Kind« sowie den zwei Pferden erfroren. Im Schneesturm verirrt. Die Blätter melde» ans Genf: Eine aus sechs Personen bestehende Touristengesellschast, die bei schlechtem Weiter auf Schneeschuhen die Besteigung der Dole unternommen hatte, kehrte nicht wieder zurück. Zwei Hilfskolonnen wurden ansgeschickt. Es kam aber nur ein« zurück, ohne di« verunglückten Bergsteiger gefunden zu habe»: die ander« mußte infolge heftigen Echneesturmes eine Cchutz- hütte aufsuchen. Das Rettungswerk wurde fortgesetzt. Samt, liche Touristen wurden am nördlichsten Punkte der Dole in einer selbsterbauton Schn:«Hütte halb tot aufgefunden. Man hofft sic am Leb:» zü erholten. 15 Jahre in einer Hundehütte angekettet. Aus Orleans wird dem „Matin" gemeldet, daß in dem sieben Kilometer von der Stadt entfernten Dorfe Oftvet ein schweres Verbrechen entdeckt wurd«. Dort ist in einem Bauernhöfe ein älteres Mädchen aufgefunben worden, bas feit 15 Jahren von seiner Stiefmutter und seinem Stiefbruder in einer Art Hundehütte eingekerkert und an Ketten angeschlossen war. Als Nahrung bekam es nur Küchenabfälle und gegen die Unbilden der Witterung hatte es nichts als eine Decke. Sonst war es nackt. Die entmenschten Verwandten sperrten das arine Mädchen ein, w'il dieses von seinem Vater 15 mg Francs geerbt hatte, in der Eintritt der Kälte zu erwarten. Nach einem uralten Volksglauben zehrt der Dachs den Winter über von seinem Fett. So ganz falsch ist diese Anschauung nicht. Er saugt es aber nicht aus einer Drüse, die sich an der Kehrseite seiner Körpers befindet,^ sondern er verbraucht die im Sommer an- gemästet« Fettschicht innerlich, so daß er im Frühjahr schlank und mager den Bau rurläßt. Ja die Dächsin wirst sogar im Februar Junge und nährt st« wochenlang, ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Dann find zwei Dogelarten zu nennen, die den Winter verhältnismäßig leicht iibcrstehcn, weil sic cs gelernt haben, dis Brosamen zu sammeln, die von des Menschen Tisch fall:». Das sind Sperling und Krähe. Der Spatz betrachtet sich ohne Zweifel selbst als Haustier. Selbst im Somimr, wenn Nahrung aller Art im Uebcrsluß vorhanden ist, mischt er sich keck unter die Hühner und Tauben, denen die Magd das Futter streut, und stiehlt sich seinen Anteil, Im Herbst sitzt er mit vielen seineszlcich n auf dem Querbalken des Scheunentores und achtet sorgsam auf jedes Körnchen, das von der Tenne springt. Im Winter übersteigt seine Dreistigtcft all: Grenzen, Da hüpft er in die Krippe und stiehlt dem gutmütigen Gaul die Hasertörner vor der Nase wig. Durch das Eulenloch schlüpft er in die Scheune, durch die geöffnete Luke in den Speicher und raubt, was er findet, D e Krähe nähert sich erst im Minier den Wohnungen der Menschen, aber ohne ihre mißtrauische Scheu völlig abzulegen. Sie macht jedoch ein.» Unterschied zwischen Mann und Frau, Vor der Magd, die über den Hof geht, hüpft sie kaum ein paar Schritt zur Seite, Den Männern traut sie nicht, Di« werfen manchmal mit einem Stock oder Stein nach der frechen Bande oder stecken sogar den Schießprügel durch den Türspalt, wenn sie lange, schmale Federn zum Reinigen zu der Pfiffe brauchen. Und am meisten fürchtet sie die halbwüchsigen Jungen, die immer etwas Böses im Schild« führen. Am wohlsten fühlt sie sich in den Fischerdörfern. Dort spielt di« Kräh« vollständig die Roll« des Sperlings, Sie nistet auf Bäumen, die mitten im Dorfe stehen, Di« Jungen, kaum flügge geworden, tummeln sich mit den Alien auf"den Höfen oder am Sttande zwischen den Booten und Netzen, Und überall finden st« reichliche Nahrung, Di« toten Köderfische, die der Fischr von den Angeln nimmt, das kleine Getier, das mit den Nctzm herausgeschlexpt wird, alles verschwindet ’i» ihrem un. crsättliche» Magen, In den Gegenden, wo die Jäger den Fuchs nahezu ausge- rottct haben, besorgen di- Krähen die Auslese unter dem Niederwild Es iit an- natürlich dost unchr dem prost-», deren Besitz sich Stiefmutter und Siefbrud«r setzen wolllen. Zufällig hört« «in Geschäftsreisender, der in Anwesenheit der bei. den den Bauernhof betrat, das Wimmern der Unglücklichen und eiiidecktc sie in der Hundehütte, worauf er dem Semeindewäch- ter davon Mitteilung machte. Der legte sich in der nächsten Nacht auf die Lauer und machte die gleiche Beobachtung, Er verhaftete dann Mutter und Sohn und befreite das Mädchen, das sich in einem erbarmungswürdigen Zustand befand, aus seinem Kerker, Die Vcrhastcten legten bereits ein Geständnis ab mit d:r Erklärung, sic hätten gehofft, daß das Mädchen in der elende» Behausung bei der kümmerlichen Nahrung und der ungenügenden Betleidung eines natürlichen Todes sterben werde. Ans der Heimat. * Friedberg 10. Jan, Aus der Staatsstraße Fttedberg- Bad-Nauh-im hat man ein Eiäbcrseld aus der Bronze, zeit gefunden, in dem sich Urnen befanden, die dem Fricdbcrger Museum übergeben wurden, * Warnung vor einem Schwindler. Wie wir hören, ist in Bad-Nauheim eine Logis-Vermieterin von einem stellenlosen Arbeiter um den Baibetrag von 6 «Ä betrogen worden. Der Arbeiter hat sich absichtlich unrichtig als Tele- grophcnarbctcr ausgegeben, von welchen zur Zeit hier und in Bad-Nauheim eine größer Zahl beschäftigt ist. Derselbe hat der Wirtin, nachdem er eine Wohnung geinietet hatte, vorgeschwindelt, er müsse seine Handwcrkstasche bei der Bahn einlösen und brauche hierzu 5 Jl. Nach Erhalt des Geldbetrages ist der Schwindler spurlos verschwunden. Das Publikuni wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Tcle- graphenarbeitcr sämtlich mit Answeiskarten verleben sind. * Butzbach, 10. Jan. Hier wurden zwei Soldaten des 87, Infanterieregiments (zurzeit bei der Arbeiterabteilung in Mainz) wegen Brandstiftung zur Verbüßung einer Zucksthaur- strafe durch Transpotteure in das Lanbeszuchthans Nockenberg cingeliesert. * Gießen, 10. Jan, Heute feiert Pfarrer Gustav Baist, jetzt in Westheim bei Eunzenhauscn, bis 1877 zu Ulfa bei Nidda, seinen 90. Geburtstag, Batst ist 1821 in Elünbcrg, wo se>n Vater Laubwitt war, geboren und ein Bruder des vor zwei Jahren verstorbenen Seniors der hessischen Anwaltschaft, G:h, Justiziat Batst in Gießen, Aus der älteren Generation werden sich wohl manche an sein« kräftige Persönlichkeit erinnern auch an seine schriftstellerffche Tätigkeit auf kirchlichem unl wirisachfklichem Gebiet. In Bayern hat er sich besonders um das Dattehcnskaffenwescn verdient g-machi, in einer Anzahl unter dem Namen Friedrich Trangoit von ihm verüsfenilichien Bottserzählungen findet man anschauliche Schilderung,-» von Menschen und Zuständen althessischer Zeit, Noch bis vor we. n-gen Monaten konnte er «inen Teil dir Amtsgeschäfte versehen, * Gießen 10. Jan Der morgige Sonntag bringt 2 Schla, ger !m hiesigen Staditheater und zwar nachmittags den neuen Schwant „Die spanisch« Fliege" und am Abend die neue Operette „Das Mnsikanlen-mädel". Beide Neuheiten sind in dei anerkannten Darstellung unserer Bühne unter außerordentlichem Beifall b:re!tr öfter gegeben worden, so doß dieser kurze Hinweis genügen dürft«, Jntereffenten zum Besuch zu veranlassen, * Gießen, 10. Jon. Unser eben viel genanntes Elik- trizitälswerk hot auch noch die III, rnaenehiiie GincnfdinG, Wildbestand, der auf wohlgepflegten Revieren vorhanden ist, viel Kräpelzeug zur Welt kommt, da, nicht leben und nicht sterben kann. Und bringt der Herbst und Witter naßlalies Wetter oder tiefen.Schnee mit starkem Frost, dann fallen auch die Schwächling« den Krähen zur Beute. Die Großstädte werden von den Krähen selten besucht. De, rege Verkehr auf den Straßen, die Reinlichkeit, di« aus der Höfen herrscht, wo alle Abfälle in verdeckte Kasten geschüttet werden, sagen ihr nicht zu. Und sfihl man mal in Berlin eine Krähe, dann ist es gewiß eine junge, die bald, um einige Erfahrungen reicher, der ungastlichen Stadt den Rucken kehrt Das Gegenstück zu diesen Freibeutern sind die kleinen Insektenfresser, vor allem die Meisen und die Amseln, die in allen Gärten der Großstädte ständige Gäste sind. Sie haben im Winter kttn« Zeit, müßig herumzulungern: sie müsien von früh bis spät unermüdlich tätig sein, um das bißchen Nahrung auf. zuf »den, Und der Mensch muß dir Vorsehung dankbar sein daß sic gerade diese fleißigen, flinken Gesellen zum Wintei nicht sortschrckt, sonst würden die Insekten in wenigen Sommer» all: menschliche Arbeit in Garten und Feld unmöglich malhen. So hoch man auch die Tätigkeit d:r Singvögel im Frühjahr und Cammer veranschlagen mag — den wichtigsten fiompf führen Me wenigen Arten, die im Winter hier weil n, tenn sie vertilgen diejenigen Formen der Insekten, die von der Natur zur Fortpflanzung bestimmt sind. In tausend Schlupfwinkeln in den Riffen der Borke, im Zaunspall, unter trockenem Laub und Moos, überall liegen Me Larven, Puppen und Eier der Insekten, vom Auge des Menschen schwer zu finden, Desto sicherer findet sic der geslügelt« Jäger, Es ist ein Vergnügen, den Meisen zu.zvschaucn, wenn sie einen Obstgarten absuchen. Da flitzen sie scheinbar ziellos umher, aber trotzdem bleibt kein Riß in der Bork«, keine Astgabel ungeprüft Ebenso fle ß>,g und sorgsam suchen di« Amseln den Beden ab. Also nicht nur aus Mitleid sollten wir im Winter den wertvollen Bundesgenoffen Futter spenden, sondern um sic bel Kräften zu erhalten. Den Meisen gibt man geschmolzenes Talg, das man auf die Aeste einer kleinen Fichte — gewöhnlich Tann« genannt — träufelt, di« man an den Ast eines größeren Obstbaumes hängt. Auch alle Knochen, di« man sonst in den Müllkasten wirsk, soll man den Meisen geben, sie finden noch immer etwas daran zu knabbern. Trotz der Fütterung bleiben di« kleinen Gäste Nicht müßig und vor allem: üe ziehen nicht fort, sondern nisten mit Vorliebe da, wo sic Wohltaten empfangen haben, (Schluß folgt). »Ir. H mit (einem Ranch einen ungeheure Menge Ruh auszuspeien, der imrtfi die meistens herrschenden Westwinde der Stadt zugeführt wird und cs in den nahe gelegenen Hausgarten den Fraon gar nicht mehr ermöglicht, ihre Wäsche zu trocknen. Hat die Technik hiergegen kein Mittel? * Wieselt, 10. Jan. In unserer Gemeinde tritt unter den Kindern Scharlach »nd Diphterie auf. Einige vnihten schon zur Operation nach Gietze» gebracht werden. * Mtofbotf, 10. Jan. Am Ticustag wurde unter großer t^eteiligung Schultheis Joh. Gg. Leib zur letzten Ruhe ge- ictte. Ter Verstorbene stand im 80. Lebensjahre und war Inhaber des »ronenordens -I. Klasse ind des Allgemeinen Ehrenzeichens. Sein Andenken wird in hiesiger Gemeinde und Bürgermeisterei, deren kräftige Entwieckelung er eifrig bat fördern helfen, in gutem Andenken bleiben. • Bilge», Kr. Hanau, 10. Jan. Don hier wird uns ge chrieben: Was Sie jüngst übet den „Praltifchen Landwirt" berichteten, davon kann auch ich einen Fall angeben, der mir persönlich passiert ist und den ich zur Warnung eines jeden Berusstollegen hierdurch mttteile. Ich war Abonnonent des „Prakt schon Landwirts" zn Halle a. s. feit den, l. März 1013. Mir wurde die Police und die Abonnementsquittung vom 1. Januar ab zugefchiitt, die ich mit 2 50 Mart bezahlte. Vier Wochen später, als» am 1. April, kam dann schon das zweite D erteljahr. Run wollte das Unglück, daß im Juli eine Kuh im Wert von 650 Mart das Eisbein gebrochen hat Run heißt er in der Police, daß man ein verunglücktes Tier, das nicht geheilt werden kann, bestmöglichst verwerten solle, ehe es wo. möglich verendlt. Ich benachrichtigte die Derflcherung. diese aber l eß mich einige Wochen ohne Antwort. Ich verlauste inzwischen die Kuh noch sür Ad Mark, sodaß die Versicherung bei der höchsten Auszahlung noch 17b zulegen hätte müsien. Endlich bekam ich den Bescheid, die Kommission hätte die Sache geprüft. könnte aber keinen Unfall seststellen und wies mich somit ab. W. S., Landwirt. A»S Starkenburg. • Darmstadt, 10. Jan. Der 9. Januar als letzter Tag des tandw Vortragskurses vereinigte wiederum zirka 100 Landwirte in den Räumen des Saaldaue, zu Darmstadt, Der erste Redner, der Direktor der Rheinischen Pserdezentrale in Köln, Herr Schumacher, sprach in außerordentlich sachkundiger und gemeinverständlicher Weise über die Zucht des kaltblüt. Pier- tes Er führte bobei ». a. solgendes aus: Maßgeblich für die Cnlwicklung und Gestaltung de» Pserde» lst in letzter Linie die He lle. Ente Zuchtwahl und rattanelle Aufzucht sind dagegen > »ng, um da» letzt, und beste, wa» die Scholle zu bieten ver- inag, au» ihr für da, künftige Pferd herauszuholen. Für di, 6." rteilung der Zuchttiere ist es in erster Linie maßgebend, ton d:r Hengst einen durchaus männlichen Tnp aufweilt, wäh. r.nd die Stule ein durchaus weibliches Aeußrre hoben müsse. Schlechte» Heu ist für die Zuchttiere das verderblichste Futter, las junge Fohlen gehört nach den ersten Lebenslagen mit der Mutter auf die Wide. Bei den Fohlenkrankheiien soll man nicht selber quacksalbern, sondern wenn Hilfe nötig, sofort einen erfahrenen Tierarzt zu Rate ziehen. Für die weitere Aufzucht des Fohlens ist die Weide unbedingt erforderlich. Bei der riefig n Entwicklungsmöglichkeit des Fohlens im ersten Lebensjahr fei eine besonder» reichliche Ernährung gerade im ersten Jahre erforderlich. Will man auf den Weiden auch im Spätherbst noch ein gutes nährstoffreiches Futter erhalten, fa sind mehrmalige Chilifalpetergaben im Laufe des Sommers außrrordentluh am Platze. Durch zahlreiche Lichtbilder wurden die interessanten Ausführungen des Redners unterstützt und reicher Beifall belohnte den Vortragenden. Sodann sprach als zweiter Redner Herr Prosesior Dr. Muth-Oppenheim über: .Welche Ursachen haben die lSI3ee Mißernte im Weinbau de. wirtt. und wie ist denselben zu begegnen." Redner schilderte »ie verschiedenen Ursachen der schlechten Tvaubenherbste in den setzten Jahren, darunter das Auftreten von Peronofpora, fo- wie Aricherich und Bothrylir, anschließend daran die empfeh. lenswertesten Bekämpfungsmethoden. Uedergehend auf die Traubenwickler wurden zunächst die mechanischen und dann die ch mischen Vekämpsungsmittel besprochen. Das Rilvtin wurde als beste», weitere Zusätze hierzu wie Echweselkohlenftoff. Schmierseife in ihrer Bedeutung gewürdigt, letztere namentlich msolge ihrer Eigenschaften nachzuwirten und mehr in da. Innere der Gespinste einzudrtngen. Referent erläuterte weiter seine Erfahrungen und Versuchsergebnisie in der Wurmbe. lämpfung, zeigte an Hand von Tabellen Einzelheiten be, Entwicklung dieser Tiere un» ihrer Auftretens am Stocke, besprach die wichtigsten Momente zue Belämpsung und die Anforderungen, die wir an die Spritzen ufw. stellen müsien. Mit einem Hinweis aus die jedenfalls bestehende Schwächung der Koirstt- tulion der R be und einer Besprechung, deren Ursachen, lam Redner zum Schluß noch mit einer Empfehlung bewährter Maßnahmen in der eigentlichen Redtuliur. Die zahlreich erschienenen Weinbauern und sonstigen Teilnehmer zollten dem Vortragenden reiche» Beifall, i» der anschließenden Dislusfion »ae Gelegenheit, noch einige interessante Erläuterungen zu leben. • «ernshei», 10. Jan. Die diesjährige Rübenkampagne in »er hiesigen Zuckersabrik ist bis lammenden Samstag beendet. Im Ganzen wurden diejesmal 1K Millionen Zentner Rüben verarbeitet. Beschäftigt waren 100 Arbeiter, hiervon 150 pol. nischer Rationalität. Diese treten am Samstag ihre Reise in die Heima an. Der Bistmordproretz Hopf. S. & H. Frankfurt ». M, 10. Jan. Am kommenden Montag wird vor dem hiesigen Schwurgericht die Hauptverhandlung gegen den Drogisten und Fechtlehrer Karl Hops beginnen, dem nicht weniger als 8 Gift, morde bezw. Giftmordoerfuche zur Last gelegt werden, während in einem siebenden Fall begründeter Verdacht gegen H. besteht. — Der Lcbensgang des heute SOjährigen Mannes ist ein nicht alltäglicher. Hops stammt aus einer guten Frankfurter Bürgerfamilte und ttat, nachdem er sein E.nfährigenjahr bet der Infanterie abgedient hatte, als Lehrling in ein Dro- zergefchäst ein. Rack» beendiater Lcbweit war er in Drozenae. »teue 4.aqe»,eiiui.g. wamstog. Din iu. 3anuar l»n schäften in London und Easablancq tätig. Nach einigen Jahren kehrte er nach Hessen zurück, wo er ein Jultermittelgeschäft gründete, dos jedoch nicht sonderlich gut ging. Hopf ries dann eine Hundezuchtanstalt ins Leben, die in Ziichtertieisen sich eines ziemlichen Ansehens erfreute. So war ei» von ihm ge züchteter L.rhardinerhund auf einer kinologischen Ausstellung mit einem Preise von 10 000 Mark ousgestelll. Nachdem sich aber bald ergel>en hatte, daß für Hopf weniger Sport. und wisienfchafiliche J>rter:sie», als vielmehr Gewinnsucht maß. geben waren, zogen sich die besseren Kreise wieder zurück und Hopf gab seine Hundezüchtcrei aus. Er wandte sich dann der Fechtkunst zu und trat in einer Reihe von Varietes ujw. als Kunstfechter mit verschiedene» überraschenden Tricks out. wobei der muskulös gebaute Man», dessen Brust mit verschobenen Medaillen geschmückt war. aus das Publilum eine große Anziehungskraft ausübt-'. Trotzdem er als Fechter »nd Variete- ILnstler im allgemeinen ganz befriedigte Einnahmen erzielte, soll er sich andauernd in Geldverlegenheit befunden haben und der Hunger nach Geld scheint auch die Triebfeder zu allen seinen B:idrech:n gewesen zu sein. — Als bei dem Tode seiner erste» Frau — Hops war im ganzen dreimal verheiratet — Gerücht« austauchten, daß seine Frau nicht eines natürlichen Todes gestorben fei. zog Hopj die Verbreiter des Gerüchts, darunter auch eine Zeitung, di-: den fraglichen Vermutungen Raum gegeben hatte, zur Rechenschaft und erzielte auch veeschiedent- !>ch eine Verurteilung. Inzwischen ist aber mit Sicherheit stst- gestellt worden, mid zwar durch Untersuchung der Leichenteil:, daß Hopfs erste Frau tatsächlich anArscnikvergijiunggeftorbn ist. Nach dom Tode der Frau erhielt er die Ledensvorsichcr. ungssumme in Höhe von 15 000 Mail au »gezahlt und dieser Umstand in Verbindung mit den Erfolgen, welche die erwähnten Beleidigungsklagen gegen Zeitungen u-jw. hatten, mag den Verbrecher kühn gemacht haben. Seine zw nie Frau, deren Leben er ebensalls hoch versichert hatte, und die bald nach der Eheschließung zu kränkeln anjing, ohne daß die Aerzte einen eigentlichen Ernud hiersür zu entdecken vermochten, trennte sich nach wenige» Monaten von ihrem Mann, starb aber schon noch lurzer eit ebenso wie das in der Ehe geborene Kind, wie man «»nimmt, an den Folgen des ihr von Hopf beigobrachtcn Giftes. — Seine dritte Frau, die Hops bald nach der Hochzeit mit 80 000 Mark in eine Lebensversicherung «ingekauft hatte, erkrankte ebenfalls nach kurzer Dauer der Ehe unter unerklärlichen Erscheinungen, sucht« aber alsbald ein Krankenhaus auf und konnte auf diese Weise noch gerettet werden, da die Aerzte sofort erkannten, daß eine schwere Vergiftung »orlag. Von Setten der Anstoltsleitung wurde, da die Fra» aus dem Krankenlager selbst der Vermutung Ausdruck gab, daß ihr gleich ihren Vorgängerinnen in der Ehe mit Hopf von ihrem Manne Gift beigebracht worden sein könnte, Anzeige bet der Polizei erstattet. Die Polizeibehörde, welche schon seit dem Tode der ersten Frau Hopfs gegen letzteren Verdacht schöpft«, ttat sofort in Tätigkeit, um Hopf sestnehmen zu lassen. Die Verhaftung erfolgte aus der Straße, al» Hopf sich eben auf dem Wege zum Krankenhaus befand, um seine dort befindliche Frau zu besuchen. Da die Polizei vier Mann entsandt hatte, um Hopf, der über erstaunliche Körperkräsie verfügt, festzunehmen, gelang die Verhaftung ohn« besondere Gegenwehr. Bei der sofort nach der Einliejerung de» Verhafteten in das Gefängnis oorgenommenen körperlichen Durchsuchung fand man in der Tasche Hopfs einen Vorrat von Zyankali. Die Haussuchung ergab in der Wohnung des Verhafteten ein gan. ze, Lager von Giften, jodaß Hops angesichts des erdrückenden Beweismaterials sich zu dem Deständnts herbeilieh, daß er seine dritte Frau habe vergiften wollen. Weiler wurde in seiner Wohnung in einem Geheimkabinett eine Menge von Instrumenten und Photographien aufgesunden, die erkennen ließen, daß Hopf in sexueller Hinsicht perversen Neigungen ge. frönt habe. Letztere Ansicht wurde noch dadurch gestützt, daß Hops eine Zeit lang als Schaubudendesitzer in Deutschland herumreiste und „baltische Frauenschönheiten" ausstellte, hi» diese Ausstellungen öffentliches Aergeini» erregten und von der Polizei verboten wurden. In dem Laboratorium Hopf» fand man neben vegetabilischen Giften verschiedener Att, wie Arsenik und Zyankali auch solche animalischer Natur, und zwar äuerst virulente Typhus- und Ehalerabazillenkulturen. Diese Kulturen hatte sich Hopf aus einem medizinischen Mus-um in Wien, das in medizinischen und bakteriologischen Kreisen großen Ansehens erfreut und das zahlreich« klinische Jnstttute mit Bozillenkulturen zu wissenschasllichen Forschungszwecken oer» sorgt. Um sich diese Bazillenklturen verschaffen zu lönnen, hatte sich Hops Briefbogen drucken lassen, aus welchen er sich als Inhaber eines Wissenschaftlichen Laboratottums in Frank, furt a. M. bezeichnet«. Da Hopf bei feinen Bestellungen sich durchaus in wissenschaftlichen Ausdrücken bewegte, nahm der Inhaber des Museums keinen Anstand, seine Bestellunegn auszuführen, zumal Hops ad und zu, wenn die gelirferte Ware ihm nicht ganz entsprach, dieselbe unter eingehender durchaus fach- wissenschaftlichei Begründung zurücksandte und vollwertigen Ersatz dafür verlangt«. So bestellte «r auch einmal bei dem Wiener Jnstttut Eholerabazillen, deren Keim« auf den Schlachtfeldern des Ballons gesammelt worden sein müßten. Die Untersuchung der Leichenreste der »erstorbenen Angehörigen Hops» hat in sämtlichen Fällen das Vorhandensein von Gistspure» mit Sicherheit ergeben. Trotzdem gehen die Sachverständigengutachten in verschiedenen Punkten wesentlich auseinander. Während von der einen Seit« unter Bezugnahme auf die Ergebnisse de» Leichenbefunves und die Aussagen der Personen, die mit Hops ständig in Berührung waren, der Beweis de» Giftmordes al» erbracht angesehen wird, äußern andere Sachverständig« Zweifel darüber, ob die d e- obachleten Symptome für den Nachweis einer Vergiftung genügen. Nachdem Hopf selbst dos Vorhandensein von Eistresten in den Leichen teil, aus di« Benützung von Schönheitsmitteln durch di« betreffenden Personen während ihre« Leben», teils auf die Anwendung von Arfenilpräparaten seinerseits zur Lei. chenkoirservierung zurüikführt, wird «in großer Teil der Vrr. hondlung der wissenschaftlichen Ausetnonverfetzung poilchen den Sachoerftäichige» »ach dieser Richtung hin Vorbehalten bleiben. ______ Seite Sl Die Anklage gegen Hops hat i„ der Zeit s:it seiner Verhaftung noch eine Erweiterung erfahre». Die polizeilichen Er Mittelungen habe» nämlich hinreichende V rdochtsgrün!« er. gebe», l«ß auch der Vater Hopss einer verbrecherischen Handlung seiner Sohnes zum Opfer gesalle» ist. sodaß di: Anklage sich jetzt aus vierfachen Mord und dreifache» Mordverluch erstreckt. Ei» umfassendes Geständnis bat Hopj bis zum heutig.» Tage nicht abgelegt. — Die VeUeidigung hat Rechtsanwalt Dr. Einzhrimer (Frankfurt) übernommen. Wir werden über die Verhandlung berichten. Spirtplan des Sladtthratrro in ttzirßr». Sonntag, den ll. Jan., nachm, halb 1 Uhr: „Die Ipanisckst Fliege". Kl. Pr. — Aden,» halb 8 Uhr: „Das Musikanten, mädet". Gew. Preise. Dienstag, den 1.1. Jan, abends 8 Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung". 11 . Dienstag . AdonuemenlsoorjteNung Gew Preise. Kms verum vom 9. Januar 1911 der $ttittrlbrutrri|rn (Trrbitbnitlt Aktieiilapital u. Reserven ‘DI. 70 000000 gegründet 1856. Stanijurtci Börse. 47» Reichsanleihe 98—% 8'/,'/, „ 85.55 „ 3*/. „ 78— . 3% % Preuß. Consois 85.05 „ 3*/. . . 7b. 10 . 47. Hessen 96 70 „ 17.7. . 8115 . 3*/, „ 73.10 . 47. Oeslerr. Kolbrente 88.85 „ l 1 /,*/, „ Silberrrntr 83— „ 4 % Ungar. Ulolonnte 84.40 „ 4 „ „ Itioiicmcnte 8.770 „ 1 „ Portugiesen Serie l 62.10 „ 3 „ „ „III 64.— „ 4 •/,•/. Russe» 1905 99.30 . 4% . „ 1902 90. 0 , 4 7,'<» Japaner 91.20 „ 4'/, Lürlen mm 1903 79.10 „ 47»Administu TUrlrn 78.80 „ Tllrkenloose Di. 179.60 „ 1 •/„•/, Griechen v. 1800 —„ 1 •/,*/, Monopol-Griech. —.— „ 3°/, Bueiu-Air-Pr. An!. 67.*/, „ SV.* Silbrr-Mrxikaner 46.— „ 4-/,/. Dt er. Irrig, Anl. 66.25 . 4*/,*/. Chinesen 91.75 „ Buderu» E.-W. Act. 111.— . Schuck. Eleltr. Grs. . 154.'/, . Berliner Berliner Handel» «nt. 157.50 . Deutsche Bank «kt. 250.'/, . Disk. Itommandit AnU 188 50 „ Dresdner Bant AU. 153'/» „ PeUZnt-HandeiSb.Att. 2047 5 , Russ.Äank f.a.Hand.A. 100.-/, . Echantung te. B. «kt. 128.25 , Baltimore u. Ohio 89.— „ Lanada Pacific Alt. 215.25 „ eince Henri C. B.Akt. —.— „ ürlrntoojr Dt. 170.25 „ Londoner Atchiion lopeka Doll. 96.'/, Southern Pactfik . 93.8- Chicago Rock Ist. . 13.30 Miültam. u.Tez.R. . IV/» Union Pacific. „ 181.— U. S. Steel Common. 60.'/, tischnieiler Bergw. . 220.25 Bochum« Grijssrahl, 215 75 n 0)el «»riech./'ergiv.Akt. 167.% " Harpenrr Bergbau „ 1,0 — " Hambg. '«ml. Pal. „ 134.— Rordd. Lloyd . il. 7. “ Berliner vaudel» Aal 15/ — Mitleid. Credrlb. AI, 117.15 " Darmirädu Want . 116.'/, Deutsche Banl . 251.7, ’ Tentich-AsralrlcheBa». 11:1 5 > Tislonro ltDinm. «nt. 188 — Dresdner Banl uli. 1517, Oesl. Crrdilanil. '«kl. 201 7, ^ üombatbe» , 2.7» Dlsch-Ubersee C.0>. . 16951 " Oesterr.Sraasbaü» , >04 7, Höchst, starbrverle . 625 — Chem.Fabi. Alber l. 4 0—" Rulgerswerle . 11W — Steaua Bomana . 149 — Phönix Beigü. „ 218 50 GrresheimCleltion. 249 80 " Bellstoh Aialdüoj , .21.50 " Holzoeikohlungs-Jnd. 30 .— Lauraüüte . 15'.. 0 * PrioatdiSlonl . 3.25 ' Tendenz: dehaupleu Borre. Hohentoheiverle Alu 114 — , Deulich-Luxemb.B.Akt. 126.50 „ Laurahütle Att. Io6 — „ Obetschlesrer rr. Alt. 91.50 , Phönix Bergbau Atu 21/.50 , Rombachrr Hütte „ 151.— „ Gelseiilrrche» Bergw. A. 187.'/, „ Harpenei Bergbau Lkt. 178.— „ Allg.Clrk.Grreltsch.Att. 21./.7, . Siemen» u. HalsteAtU 225 — Tendenz: behauptet. Börre. Amalgamated Copp. Doll. 71.7, Chaitered Company Lsiu 0.90 Cagrano Propirerary m 2.10 Coldsteids „ 2.01 Rand Dime» „ 5.81 De Beer» Con olrü s 17.7& Die Depofitendalle Friedberg i. fj. empsiehli sich zur V«rnii(tliiDf{ aller baakmiisKlgcn 4>e9cliiirio An- und Deikaus von Wettpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und proorsionosrerer Scheit-Eonli Umwechslung von Coupons und Sorten. Annahme von osienen und oer chlosjeiie» Depot». Entgegennahme verzinslicher Spar-Cinlagc». Bin mit einem größeren Transport erstklaisiger likl-ilchkr angekommen und lade Kaufliebhaber zu einer Besichtigung in meinen Stallungen erg. ein. Simon Kaufmann, Pferdehandlung ÄrÄ. 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