Unmmer 7 kreitay. den V. Ilinnar h Jalirynnq Uene Tageszeitun -O- D>« bei den „lltue Tage»,«,»«?" er cheint ,«den Werltag. Regelmäßige Beilagen „Der Bauer au» Helsen", „Sie Kpinnkabr". Sciugoprei«: «c, den Postanftalten o,er,el,aqr„ä| am. ~i.: 7 ( tn Agenten monatlieb 50 Pia. Mntu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Zl», eigen: Stand,eile 20 Pjg., lokale 15 Plg„ An,eigen va„ auswärts werden oar.1, varnachiiahme er,od. - Erfüllungsort Frieddet^ KchriNieiinng an» lierlag .friedberg sHeisen), Hanauerirraße 12. Ferrnprecher 18. Postscheck-Lonlo Rk 185». Amt Franlstirl o. AI. Rebcrsichl. — In dein Prozeß gegen den Oberst von Reuter u»& den Leutnant Schadt stellte der Anklagevertreter folgende An- trage: Gegen Oberst von Reuter Freisprechung vcn der An- klage, bah er sich die Exekutivgewalt in Zubern ungeeignet I,abe. Er habe nicht das Bewußtsein der Rcchtswidrigkeit gehabt. Wegen der Freiheitsberaubung beantragte der Anklagevertreter gegen den Oberst von Reuter sieben Tage Gefängnis. Gegen Leutnant Schabt beantragte der Anklagevertreter Freisprechung vou der Anklage der Freiheitsberaubung und des Hanssriedcnsbruches, dagegen drei Tage Gefängnis wegen Körperverletzung, da es siir erwiesen gilt, datz er einen, der Beteiligten einen Schlag aus die Barke ver- setzt hat. Tie Verkündigung des Urteils wird morgen vor- mittag um 10 Uhr erfolgen. — Wie aus Valona nach Wie, gcnieldet wird, ist der -auptanftistrr drr albanischr» Putschbrwegnug, Brkri 4lga Bei, bei feiner Ankunft aus Brindisi verhaftet worden. — Ter türkische Botschafter Hilmi Pascha in Wie» ver- sicherte gestern gegenüber den. Grasen Berchtold, daß die türkische Regierung dem Putschversuch Jzzets vollständig • it steht. — Einer der hervorragendsten Führer der epirotischeu Bewegung in Albanien, Vekir Ada, wurde von Agenten der provisorische» Regierung verhaftet und ins Gefängnis nach Valona geführt. Man glaubt, daß durch diese Verhaftung ' l-r viel zur Ruhe des Landes beitragen wird. — Man glaubt, daß Muktar Bei, zum Botschafter in Petersburg ernannt werden wird. Der ehemalige türkische Minister des auswärtigen Assim Brv, ist für den Botschas- trrpostrn in Berlin bestimmt. — Die Antwortnote des Dreibundes in der Angelegenheit der ägäijchen Insel« sollte heute in London übergeben werden. — Der Erlast Huertas über die Banknoten hat die Lage in Meriko nicht gebessert. Ter Gcldniangel veranlahte ,ahl- Tfidje Banken, die Frage in Erwägung zu ziehen, ihre Pforten zu schlichen. Einige Banken haben Papiergeld gegeben, das angenonimen wurde. Fra,»lösliche Ränke. Während früher Frankreich sich für die Dinge aus de», Balkan in verhältnismäßig geringen, Matze interessierte, se- iveit nicht finanzielle und wirtschaftliche Fragen in Betracht kamen, sondern sich damit begnügte, Rußland seine Rivalität mit Oestcrreich-llngarn aussechten zu lassen, ist während der letzten Balkanwirrcn hierin eine bedeutsame Aeudcrnng ein- getretcn weil man sehen mutzte, daß Rußland seine eigenen Wege geht, »ubeküminert um die Bemühungen des Bundesgenossen, sich jetzt gleichfalls einen angemessenen Einftutz auf die Balkanpolitik zu sickern. Bisher hat Frankreich vergeblich versucht, sich auf dem Balkan in den Vordergrund zu rücken: von der Niederlage des jetzigen Präsid"nten der Republik Voincaräs mit seinem famos?» Vorschlag der Erklärung des 'Nichtinterrssiertseins ab, haben sich die französischen Diplomaten in den Balkandingen eine Niederlage nach der anderen grholt, und cs ist begreiflich datz diese negativen Resultate an der Seine recht gemischte Enipsindungen ansgelest haben. Nicht zuletzt hieraus erklärt es sich aucb. daß von Paris auS i-i den letzten Woche» immer wieder Bestrebungen sichtbar , -rdcn, die darauf hinausliefen, der Politik der Dreibund- Mächte Fallstricke zu legen und fortwährend Mißtrauen zu sehen, ganz abgesehen von dein Gekläff, das sich mehrfach gegen Erfolge der Treibundstaatcn in der Bonlevardprcsse erhob. Man weiß, welche Intrigen sich entsponncn haben, als bekannt wurde, daß eine deiitsche Militärmission mit antzer- ordentlichcn Vollmachten nach Kanstantinopel kommen wrrde, und jetzt wiederholt sich dasselbe Spiel, wo man sich am Goldenen Horn entschlossen hat. den vielgenannte,, Enver Bei das Kriegsministciinm anzuvertraucu. Natürlich wittert nian Deutschland dabintcr und erblickt hierin ein weitere? Anwachsen unseres Einftuslcs. In seiner Wut schreist der nicht selten z» ossziiöscn Auslassungen benutzte „Tempo": In stonstantinopel entfalte man gegenwärtig die Energie der Verzweiflung. Ter Sultan habe sich ein Regime der absoluten Unbercnchbarkcit unterworfen. Als zuverlässig in dieser allgemeinen Wirrnis könne man nur einen Faktor bezeichnen: den Einfluß Deutschlands, das leit zwanzig Jahre» nicht in Konstantinopel so treue und waghalsige Vasallen belaß, wie eben jetzt. Don einem Heißsporn wie Enver Bei könne man tatsächlich im kommenden Frühjahr eine slriegs- eiklärnng wegen Chios und Mvftlcne erwarten. Auch datz ein deutscher Prinz de» neuen albanischen Fürstentbron besteigen soll, ist nicht nach dem Herzen des genannten Blattes, und es verbreitet die Näuber»achr,cht, der zuriickgetretcne Kriegsminister Jzzet Pascha habe sich mit Essad Pascha und dem Chef der provisorischen Regierung Albaniens Jsmacl ilenial ins Einvernehmen gesetzt, um eine heimliche Landung an der albanischen Küste durchtiisühren. llnd nun kommt das dicke Ende nack>: Oesterrcichische Kriegsschiffe seien nach Albanien unterwegs, um der dem Prinzen zu W-ed ergebenen Bevölkerung Waffe» zu liefern. Tie Meldung ist an sich so unsinnig, daß man darüber igchan müßte aber cs liegt eben Methode in diesen, Spiel, immer wieder sicht inan das Bestrebe», dem Dreibund etwas am Zeuge zu flicken. Diese Politik der Nadclstick>e mutz am letzten Ende dock, cinnial eine Reaktion Hervorrufen und es wäre sehr gut. wenn gelegni- lich einmal von Bcrliu aus ein recht starker Wasserstrahl nach Westen geschickt würde. (Obrrft a. Bfiitrr m dkm Krikysgkricht. S. & f). ettajjburg, 8. Iaimar Zu Beginn des heutigen vierten Prrhandlungstagcs machte der Verhandlungsleitei dovn Mitteilung, daß dem Ge. licht fortdauernd Telegramme zugehcn, tn denen sich die Absender zur freiwilligen Zcugenschast erbiete». Das Gericht lehnt zwei derartige Anträge ab. Zeuge Major U h d e hielt die Maßnahmen der Zaberner Polizei fttr unzulänglich, der Wachtmeister Echnitdt habe ihm erzählt, sie hätten Besehl gehabt, nicht zu schar, vorzugehen. Wachtmeister Schmidt glaubt, daß diese A:ußerung später gesallen sei. In dein Promenieren der Osftziere durch die Straßen habe er nichts Auffälliges erblickt, dagegen habe sich die Bevölkerung darüber aufgeregt. Nach weiterer unwesent. l,ch:r Zeugenvernehmung wird die Beweisaufnahme für g e - I ch l o s I en erklärt. Der Vertreter der Anklage Kriegsgerichtsrat Olsian- der ging in seinem Plaidoyer zunächst die Ergebnisse der Be. weisousnahme durch und konstatierte die verschiedenen Belästigungen und Beschimpfungen, denen die Osjiziere ausgesetzt gewesen seien. Der Kreisdtrekior habe hierzu geäußert, daß er feine »olle Pslicht getan habe. Das Verhalten der Polizer- bamten genügte, w:nn sie scharf kontrolliert wurden, (bogen die Vorlommntsft in Zabern schritt ernstlich erst Oberst von Reuter ein. Pflicht und Ehre geboten ihm. de» Osftzlersstand zu schützen. Er ging aus Grund des Paragraphen 3 a der Vorschriften über den Waffengebrauch des Militärs vor, wie es eigentlich angesichts der unerhörten Vorgänge in Zabern schon längst hätte geschehen müffe». Dem Obersten skhlte das Bc- wußtsetn der Rechlswidrigkeit je ine r Handlungen vollkommen, sodaß auch die Anklage wegen Anmaßung der Exekutivgewalt fallen muß. Etwas anderes, so sührte der Anllagevertrerer weiter aus, sei es beziigl ch der Anklage wegen Verletzung des Paragraphen 239 des Neichsstrafgejetzbuches, der Freiheitsberaubung unter Strafe stellt. Der Oberst durste dt« Festgenom, menen unter keinen Umständen eingcsperrt halten, sondern mußte sie der Zivilbchörde überliefern. Hierin hat sich der Oberst also schuldig gemacht und er ist deshalb zu oerurtcrlen. Der Anklagcv:rlreter beantragte eine Gefängnis st rase von sieben Tagen. — Bezüglich des Leutnants Schadt ließ der Anklagevertreter die Anklage wegen Hausfriedensbruches sollen, beantragte jedoch wegen Körperverletzung, begangen durch Einschlagen eines Zahnes, eine Gefängnis, strafe von 3 Tagen, weil kein Anlaß vorhanden sei, den Zeugen Korman» für unglaubwürdig zu halten. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Grossart nahm zunächst Stellung gegen die Behandlung der de d n Angetloglen durch die Parteien tm deutschen Reichstag. Schon noch dem gewöhnlichen Gesetz sei je» rmann berechtigt, seine Ehre zu schützen. Mohr noch wie der Bürger sei der Offiz er berechtigt und ver- xslichtet, dies zu tun. Sich aus der Straß« herumzuschlagen, entspreche nicht der Stellung des preußisch n Offiziers. Zn Zabern mußten die Offiziere lange Zeit hindurch Beschimpfungen schlucken, ja sich förmlich verkriechen. W.nn der Oberst erkannte, baß die Zivilbchörde zur Aujrechicrhaltung der Ordnung nicht genügte, knnt« er aus Grund der gesetzlich n Unter, lagen selbständig ciugrciscn. Der Oberst befand stch ,m besten Glauben, das werde ihm niemand abiprech n können. Der Verteidiger versuchte dann, die Festhnltung der Verhafteten im Pandurenleller als nicht ftraflar hrnzustcllen und wies darauf h n, daß der Vater der Obersten v. Reuter im Jahre 1870 bei Spich r» den Heldentod gestorben sei und daß der Oberst die Traditionen seiner Familie hinsichtlich der Wahrung feiner Familienehre soitfetzcn wolle. Es fei daher Freisprechung am Platze. — Auch bezüglich des Leutnants Schadt reich!«» die Schuldbewise für «ine Deruiteilung nicht aus, fodaß auch dieser Angeklagte sreigespr'ch«n werten müsie. Die Urteilspeikündigung wurde aus Samsiag vormittag 10 Uhr festgesetzt. Preustilcher Fanding. Preußisches Abgeordnetenhaus. 1. Sitzung Donnerstag, den 8. Januar. Am Ministertische Finanzminister Dr. Lcntze, Minister des Innern v. Dallwitz, Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach Graf v Schwerin.Läwitz, der Präsid:nt der vorigen Tagung, eröffnet« die Sitzung mit einem Kaiserhcch Uno erteilt gleich daraus das Wort dem Finanzminister Dr. L - n tz e : Die Erwartung, den Etat im Gleichgewicht zu Hallen, habe stch in diesem Jahre ersüllt. Dr Etat schließe ohne einen Fehlbetrag ab. Die Situation im vergangenen Jahre war glän. zend, jetzt aber nicht mehr jo glänzend, doch aber durchaus be. sriedigend. Die dauernden Ausgaben find ständig im Steigen begriffen, während die Einnahmen teils den Konjunktur- Ichwonkungon unterlieoen teils dur-t wahrscheinlich nicht möglich den Etat im Gleichgewicht zu halten, ohne di- Mittel des Ausgleichssonds der Etscubahnrn in Anspruck, Jt intimen. Infolgedessen wird der Wunsch, die Steuer,uichiä.n i» Wegsoll kommen zu lass.» oder »u ermäßige», sich „ich, ermöglichen lasten, lUnruh« und Lacken links). Troß der Bol, tonlrifc und der kririschen äußeren politischen Lage haben sich die wirtichastlichc» Berhältniste so glänzend esttwickelt, daß die Eisenbahnen mit einer Ukberweisung von 133 Millionen abgc. schlossen haben, und daß bei dem Staatshaushali stch ei» Ein nohmeüberschuß von >01 Million ergeben, Hai. Diese Iiohen Ueberschüssc entstammen Mehreinnahmen der Bergwcrke, For sten und direkten Steuern. Die indirekten Steuern dagegen haben einen Mindrrertrag gegeben. U. a. auch durch das völ. lige Darnicdcrliegen des Gruudstiicksmarkts. Auch das lau. ,'ai»e Wirtschaftsjahr entwickelt sich günstig, jedoch flnd die Mehreinnahmen schon so vollständig durch die Mehrausgaben vorzehrt worden, daß kaum zu erwarten ist. daß ein höherer Betrag in den Ausgleichssonds eingestellt werden kann, als in diesem Jahre. Bei der Betrachtung des neuen Etat, ist es nötig, aus die neuen Reichssinanzgesetze «inzugehen. Der Wehr, beitrag von einer Milliarde steht in drr ganzen Welt ohne Beispiel da. Es ist «in Ruhmesblatt in der Geschichte unseres Volkes, daß es, unser« Fürsten freiwillig voran, solch« Opscr bereitwillig aus sich genommen hat sLebh. Beifall), Weniger Beifall hat die Reichsvermögcnszuwachssteuer gefunden, (Sehr richtig rechts). Auch ich habe Bedenken gegen dieser Steuer gehabt und stehe auch heut« noch aus dem Standpunkt, daß den Einzelstaaten di« Einkommen, und Vermägensteuer erhalten bleiben muß. Ich würde mich daher ganz unbedingt gegen ein Gesetz aussprechen, das ein« Reichseinkommen- und B rmö- gonssteuer verlangt. Auch der Reichskanzler hat >m Reichstag keine» Zweiftl geschritten, daß wir diesen Schritt nicht mit. machen würden, Der Etat jchlicßt in Einnahme und Ausgabe mit 1810 Millionen ab, im Ertraordinortum mit 203 Millionen, das um 53 Millionen erhöht wurde, um Industrie und arbeitenden Klassen die Arbeitsgelegenheit zu erhallen. Das Bedürfnis einer Besoldungsresorm wird von uns anerkannt. Es muß jedoch hierbei unsere Finanzlage berücksichtigt worden. Ein Gesetz über die Erhöhung der geringst besoldesten Klaffen wird ihnen demnächst vorgelegt werden. Ls wird eine Mehr, ausgabe von 19,3 Millionen enthalten. Ferner haben r.! -ine erhöhte Schuldentilgung durch Heranziehung der erlpa-Icn Schuldzinsen von 8,1 Millionen gefordert. Die im Vorjahr leider nicht verabschiedete Stoucruovclle ist nicht wieder ringe bracht worden. Mr befinden uns mit dem Reinüberschuß auf alffallender Kurve. Eine Steigerung der Anleihen läßt ffch aber auch nicht ermöglichen, denn schließlich hat auch das Bargen seine Grenze. (Heiterkeit), Der Ausgleichssonds enthsllt zur Zeit 415 Millionen, die jedoch in wenigen schlechten Jahren wied:r verausgabt sein können. Der inneren Kolonisation wenden wir fortgesetzte Aufmerksamkeit zu. Unsere Finanzlage ist durchaus befriedigend, keineswegs aber so, daß unserem Etat seine bestehenden Einnahmequellen genommen werden können Die Slaatssinanz n dürsen nur Mittel zum Zweck sein. Ich bitte das Haus, die Regierung in dem Bestreben zu unterstützen, daß unser« prevß scheu Siaatsfinanzen gesund und solid« bleib:». sLebhafter Beifall). Rach der Rede des Finonzmintfters vertagt stch das Haus. Präsident Graf Schwerin beraumt die nächste Sitzung auf Dienstag 10 Uhr mit der Tagesordnung an: Wahl des Präsidiums und erste Lesung des Etats. In der ganzen nächsten Woche sollen di ö ningrn um 10 Uhr beginnen, um dis erste Lesung möglichst schnell zu beenden, Abg, Dr. W i e m e r sFortschr Pp.) beantragt, die Sitzung um 1l Uhr beginnen zu lassen. Die Schuld an der späten Einbringung des Etats lieg« nur an der Regierung, man dürft nicht üb:rhastet arbeiten. Der Antrag wird abgelehnt. Herrenhas. 1, Sitzung 8, Januar, Am M nisterttsch Herr o, Schormeler, v. Dallwitz B - s e l e r. Der bisherige Präsident eröffnet die Sitzung mit dem Hoch aus den König, Daraus wird der gesamte Vorstand durch Zuruf wiedergewöhlt. Eingegangen ist ein Antrag des Grasen Park, di« Reg elung möge dahin wirken, daß drr Stellung Preußens nicht dadurch Abbruch geschieht, daß eine Verlchic- bung der staatsrechtlichen Verhältniffe zu ungunsten der Ein» l- staaten vor stch geht. Der Antrag soll Samstag beraten wer den. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr, Vereidigung, geschäftlich! Mitteilungen. — Schluß VA Uhr. Tnlicsnberlichl. I cntiches lieick- :: Die Mackes. Wie fthr den Wackes — wir gebrauch.» absichtlich diofen Ausdruck und meinen damit nicht den flieo liebenden Eljäffer, intern die radaulustigen Fran,st>slinge. Sieben im Elsaß ihr Wesen treiben — der Kamm geichwollen >i: geht -US der Ansrage eines ihrer Oberhäupter, des So; olist r Bähle im «liaß-lolhriugischen Landtag hervor. Am Diens tag halte es der fuße Pöbel in Straßburg für gut b-is r, sich nach der Gerichlsverhandlung in Hausen zusammenzuio::-," und aewobntermonen die Off ziere zu beläftiaen. Die Nec E. fi'T Heut A«i«a», «en u. 2au»ar LSI«. rang b°t die nötigen VoKehrungen fletrorftn. dch sich ei» der- »rtiger Skandal nicht wiederholt. Vor Lintrttt in die Tagesordnung in der gestrigen Sitzung der Zweiten elffiss, Kammer stellte nun der Sozialist Höhle an die Regierung die Anfrage, oh es wahr fei, daß in der Rocht vom 6. zum 7. Zanaur eine Schwadron Husaren in der Kafirnr bereit gehalten wurde. Darauf erwiderte llntersraatssekretar Mandel, daß in der Tat nach den Belästigungen, di- einige Offiziere am ersten Vor. handlungstage in der Stadt zu erdulden hatten, eine Schwadron bereit gestellt worden sei, di« sich während der Militär- zerichtsvcrhandlung zur Verfügung zu halt:» hatte. Dies« Bereitstellung ersolgte im Einvernehmen zwischen den Zivil- und den Militärbehörden, Die Husaren sollten mit auf Verlangen der Ziviibehörden in Tätigtcit treten. Di« Aufrechterhaltung der Ordnung sei ein« Pflicht der Regierung. Besonder» aber müsse die Ordnung in der Hauptstadt ausrechterhalten werden. Wir hoffen von dem gesunden Sinne der Straßburger Bevölkerung, so schloß der llnterstaatssekretär, daß sie ihre besonnen« Haltung auch in Zukunft bewahren wird, damit ein Eingreijen des Militärs nicht notwendig wild. :: Die Aufnahme der Thronrede. Di« preust Thronrede hat keinerlei Uebcrraschungen hervorgcrufe», niemand hatte auch solche erwartet, da man im vornur wusste, daß sie sich da. raus lnschränten wurde, geschäftsmäßig di« einzelnen Vorlagen, di« zumeist ebenfalls bekannt waren, «ruf,zuzäh len. Rur gib« man in den Abendblättern, soweit man sich mit der Thronrede besaßt, der Genugtuung Avsdnul, daß die Weltlage al« eine friedliche hingestellt und lriegcrischen Treiben damit entgegrn- trelen wird. K , Spanien. :: Der Streit im Rio Tinto-Kebiet Die hetzten Rachrich. len über die Haltuiu> der Streitende» im Rio Tinto-ßnibiet liegen seit gestern abend i« Madrid vor. Danach versanimel. ten sich Zvll Streitende zirka L Km. von der Privatwohnung des Beigwerkdirettors entfernt, «m ihn bei seiner Fahrt nach den Minen zu überfallen. Di« Gendarrverie, di« benachrichtigt wurde, eilt« sofort herber nnd zerstreute die Streikenden. Eie ertlärten bei ihrer Bernehmnng, daß sie die Absicht gehabt hätten, den Direktor zu entführen, um ihn ans diese Weise zu Mirsgen, die von ihnen geforberte« Bedingungen «nzuerken- «en. e-'.dr Türkei. ’-W :: Di« Aatmort »er Drribundmächte ans den englischen s-rschla, in der Zaselsrag«. Die Antwort der Drcibundmächte »ns de» Vorschlag Sir kdwarb stireg» wir» noch heute in Sva. >on überreicht. W.m» diese Antwort, rva» amgunehmen ist, im Sinne de, Doischlag« gehalten ist, dann werde« dt« Mächte der Triploentent« «r erwa tvl» Werkstöttennrbeiter. Der Eisenbahnverkehr ist Di» jetzt nicht gestört Die Eisenbahner zöger», die Arbeit nie» derzubgen. Die Eisenbebnampestellten in Xapiand scheinen von vornherein abgclehnt zu haben, sich an dem Streik zu de. teiligen. Dar Verbalten der Ausständigen in Iohannivburg st im allgemeinen ruhig. Die Angestellten von Broamsontein' di« gestern den Streik drschlosstn hatten, erschienen gleichwohl zur Arbeit. Sie erklärte», ebenfall» in den Streik zu treten, wenn ste hierzu ans Pretoria den Besehl erhielte«. Die Vorgänge i» Albanien. Tie griechische Presse beschäftigt sich sehr lebhaft mit der albanische« Frage, umsomehr, als der Termin für die Nän- muiig des an Albanien geschlagenen nvrd-epirotrsihen Gebiete? immer näher kommt. Griechenland dürfe unter keinen lluiständcn bezüglich des Nordepirus zivar dem italienischen Druck zurückweichen. Man hebt hervor, daß Griechenland im El-irus ein vitales Interesse habe, während Italien weder in seiner Existenz, noch in seiner Großmachtstellung dadurch bedroht würde, daß Koritza und Argyrokastro an Griechenland fallen. Falsche Hoffnung inacht nian sich von der Reise des Ministerpräsidenten Denfzelos nach Rom. Man rrwar- tet. daß der griechische Ministerpräsident dort Gelegenheit bauen werde, in längeren Unterhandlungen mit de« italie- ncha.u, Staatsmännern die Motive darznlcgen, warum die Griechen unter allen Umstände» ihre epirotischen Brüder unterstützen müßten. Die vftcnlliche Meinung glaubt, daß doch immer eine friedliche Lösung der epirotischen Frage möglich sei unter der Boranssetzung, daß man in Italien mit ruhigem B,uw an d>c Beurteilung der Frage herangehe und die wirklichen Interessen Griechenlands und Italien» für die naaLte Zukunft erkenne. ^ Pascha und der albanische Thron. . .. ^ ^lomat, Mwu Keejscn in Athen verlautet, daß de dttzheitgk türkische Krn-gsminister Jzzet Pascha sich nick persoiilich nach Nlpa.uen begibt. Dagegen werden drei seine Jreuade IN Brindisi eine Zvfiunmeoknnft mrt den drei da, «Uwe, enden Vertretern Essod Paschas haben. Man ist üb, , augenblickliche Situation in Albanien in Athen k-fi beunruhigt. . ' * C^rnpraliifrlammlitna brr vcr. landwirtk Auf schon so manche stattliche Versammlung konnten .Bereinigten Landwirte- zurückblicken, aber ein derart Besi'ch, w,e die beiden gestrigen Versammlungen ausznwe fialt-m ist noch nicht dagewesen. Der Saal der „Harmvi b« der um V,-l2 Uhr beginnenden a.cherord >,..,e.! .Hauptversammlimg sehr stark besucht und olr ui , \ ordentliche tzauptversammlung eröffnet wv !" ‘ 0iU ..!'" g > da» letzte Plätzchen besetzt und nahezu 500 s n --..n »illtei, alle Raume Die erste Bersammlunn mit einzigen Punkt der Tngcsordnnog: TrebrrpreiS. Unrede durch den Borsihenden V i e h m a n n»Rumpenhein, erösfnct, der den heutigen Stand der Treberfrage knndgab. Geschäftsführer Hirsche! gab einen Ueberblick über die Vorhand- lungen. die seit der letzten Dersannnlung am 20. Dezember 1913 mit dem BraucreiverbanL stattgefnnden hätten. Er verliest ein Schreiben der Brauereien, nach dem sich dies» be- reit erklärten, den Preis der Treber auf l.05 , ■( pro Zentner für das ganze Jahr zu ermäßigen und einen dahingehenden Vertrag auf 3 Jahre zu schließen, jedoch künne dieser Vertrag von den Brauereien gekündigt werden, wenn der Gcrsten- preis über 19 steige Demgegenüber stehe das Angebot der von den Landwirte» gewählten Kommission, den Preis aus 1,60 <* fest,„setzen. Geschäftsführer Hensel - Dortel- weil befürwortet diesen Beschluß. Im übrigen warnt er davor, den Bogen zu überspaimen. Er schlägt vor, der Koni- tnission eine Frist von weiteren drei Tagen zu gewähren, um auf gütlichem Wege zum Abschluß zu konimen. Stach einer Aussprache, an der sich die Herren I a c o b i - Rodheim, Kühn- Seckbach, Lehr- Dietzenbach, Direktor T y l - mann- Hanau u. n. beteiligten, fand folgende Entsckstießung mit allen gegen 7 Stimurcn Annahme: „Die Dersamlung beschließt, dem Brauerei-Verband den Dorsclilag zu machen, den Preis der Treber auf 1.60 pro Zentner festziffetzcn nnb diesen Preis durch einen Vertrag auf drei Jahre ohne jede Einschränkimg festzn- legen. Kommt bis zum 13. Januar ein dahingehender Vertrag nicht zustande, so werden die Verhandlungen abgebrochen." ES trat darauf eine Pause ein. Um 3 Uhr wurde die X. ordentliche Hauptversamlnng durch den Vorsitzenden eröffnet, Er hieß die in sehr großer Anzahl Erschieneneb wrll- kcmimen und begrüßte als Gaste, Herrn Reichstagsabgeord- neten Strack, der in zuvorkommender Weife das Referat des heutigen Tages übernommen habe, weiter den Provinz- Vorsitzenden für sstassau des Bundes der Landwirte, Herrn H a tz m a n n - Niederneisen und den Geschäftsführer des Bundes der Landwirte, Herrn Or. Pieper- Frankfurt, Im Laufe der Verhandlungen nahm er noch Veranlassung, de» früheren Geschäftsführer, den „treuen Wolfs" zu begrüßen, der aus Densheim gekommen war, um wieder einmal einen Tag mit den alten Freunden zu verbringen. Die Präfcnz- liftc ergab, daß von 81 Ortsgruppen nur 5 nicht vertreten waren, 76 hatten Vertreter, z, T, 10 — 20 Mann, entsendet. Sodann trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Punkt 1: Geschäftsbericht, den Hirfchel- Friebberg erstattet. Er gipfelte darin, daß die Organisation ihre Schuldigkeit getan habe und daß es Pflicht der ange- fchlostenen Landwirte sei, furchtlos «nd treu zu ihr zu stehen. Punkt L: Kassenbericht. H ensei-Dortelweil erstattet ihn und stellt ein Bereinsvernwgen vor über 9700 .«fest. Punkt 3: Bericht der Revisoren. Droeser- Riederursel teilt mit, daß er mit C h r i st i a n - llnterlieder- bach die Rechnung geprüft und richfig befunden l>abr. Dir Bersaiumlimg erteilt dem Vorstand Eutlafiuug. Dunst 4: Ergänzungswahl zum Vorstand. Es scheiden satzuugsgemäß aus: Gcg. Hch. Jacob!- Rod- beini o. d. H., H. F i n k- Vilbel und I. D r a u d t ° Wachen- buchen. Der Vorsitzende teilt weiter mit, daß die Herren Bürgermeister K l i r ni - Kloppenheim und Rob. Herbert- Obererlenbach ihr Amt als Vorstandsmitglieder niedergelegt hätten. Er dankte diesen Herren für ihr seitheriges Wirken. Auf Antrag wurden durch Zurus die Allsscheidenden wieder- imd Herr Gg. C h r i st i a n - Uutcrliederbach neu- gewählt. Punkt 5: Antrag auf Uni Wandlung in einen eingetragenen Verein. Der Antragsteller Haas- Obererlenbach begründet eingehend den Antrag, der nötig sei, um der Bereinigung die innere Festigkeit, deren sic zur Durchsühramg ihrer Beschlüsse bedarf, zu geben, H c n s« l - Dvrtesweit befürwortet den Antrag und betont ausdrücklich, daß ein eingetragener Verein keinerlei Haftung der Mitglieder tu sich berge. Aus Anfragen bestätigt Landgerichtsrat Strack ausdrücklich diese Tatsache. Der Antrag wird e i n st i m ui i g angenommen. Punkt 6: Vortrag des Herrn Reichstagsabg. Landge- rirhtsrat Strack über: „Die Wehr st euer mit be- londerer Berücksichtigung der Landwirtschaft. Er führte iu starer. leichtverständlicher Weise fol- gcnde Gedanken aus: Die letzte Rcchtstagssession hat dem Vaterlande eine Verniehrung der Friedenspräsenzstärke um 120 000 Manu betvilligt. Die dafür nötigen Ausgaben werden durch dauernde und einmalige Steuer beitrüge bestritten. Es war ein gcfimdcr Gedanke, die Su'-"ne durch einen Wehrbeitrag zu decken, gesund deshalb. > sonst die Ausgaben diucki Anleihen, die wieder Amortisationen und Verzm- sungen heischten, ausgebrncht werden mußten. Darniu stellie man an des Volkes Ovfcrwilligkest besondere Anforderungen, die hier nirgends bekämpft wurde», im Auslaich aber Bewunderung erregten. Das Gesetz über den Webrbeitrag verlangt, daß jeder Deutsche vom Vermögen und Einkommen einen einmaligen Beitrag in drei Jahresraten zu zahlen hat. Der Wchrbeitrag ist zu erheben vom V e r mö g e n der Menschen und von Aktien- und Kommanditgesellschaften und voni Einkommen der Menschen, nicht aber von Ein- kommen der Gesellschaften. Das Gesetz definiert da? Vcr- mögen in Grund-, Kapital- und Betrirdsver- mögen. Zum Grundvermögen gehört der Grund ,m» Boden und gleichgestellte Rechte, die im B. G. B. als fell-ständige Rechte gelten, z. B. das Erbb. nrecht. Dagegen stclw-k das sogenannte Psadrecht nicht lnerhrr. Als K a p i - talrer,nögen gilt z. B. das selbständige Recht, wie Berg- ^rkSeigentnm. Patente, dagegen nicht polizeilich? «onzes- sionen u-d Rutznietzungsrechte des Vaters vom Vermögen <*? S»hne,, Ferner gelten als Kapit-Ivelwögen Geld und Werwavrere. Znm Betriebsvermögen nchuct das ,n land- wirtschaftl-ck en und gewerblichen Belrrehen nötige Ber- moaen, wie dai Inventar. — Abzuziehe» sind die Schulden und Laste» ls>vs'atl>ekenfi -auch das Pfadrecht. HauShaltungs- fchuldeu dürfen nicht abgezogen werden, Möbel, Kunst- und Llixnsgegeiiständc kommen auch nicht in Ansatz. Als Kapi- tallermögcn kommen weiter in Betracht LebeNsversickjerun- gen: Witwen-, Waisen- und Penfionsrcnten wieder nicht. Anders dagegen, iveiin ein Vater seincnt Sohn da? Gut übcrgwt und sich dabei ein Leibgeding anszahlen läßt. Die» ist als Vermögen zu berechnen. Beitragspflichtig ist im Allgemeinen jeder Deutsche, der im Julaudc wohnt, auch das im Auslände befindliche Kapitalvermögen ist zu versteuern, dagegen sind Grundstücke und Betriebsvermögen dort bcitragsfrci. Zu beackstcn ist, daß im Betriebsvermögen ein Kapitalvermögen steckt. Ausländer, die in Deutschland Grundbesitz und Betriebsvermögen besitzen und so!ck)c, die hier wohnen, sind beitragspflichtig. Der Bermögcnsdcitrag wird erlivbcn von einer Summe die 10 000 oU übersteigt, aber nur dann, ivenn ein Einkem men von inehr als 4000 M vorhanden ist. Die Bermöger, werden auf volle Tausende nach unten abgerundet. Die Vermögen der Ehr? fiten find zusanmicn zu reckmen. Nach dem Wehrbeit ragsgcsetz kann der Pater das, was den Kindern getwrt, als Kindesverniögen anmeiden und hat dann den Vorteil, daß d>rs den Kindern später nicht als Zuwachs angerechnet wird. Diese Frage ist aber noch strittig. Wo der Vater den Nießbrauch hat, ist der Eigentümer ,zur Entrichtung des Wehrbeitrages verpflichtet, z. B. vom Beruiögen des Kindes. Es ist als Vermögenswert der gemeine Wert der Verinögcnsbcstondtcile anzusehcn. Ausnahmen gibt es bei landwirtschafllichen, Forst- und Gärtne- rcibettieben, Wohnhäusern und gewerblickp.'n Betrieben; hier tritt die Ertragswcrtberechnimg in Astion. Sehr wichtig ist die richtige Einschätzung für die später in Kraft tretende Besitzsteuer. Bei der Veranlagung nach dem Ertragswert wird der Rohertrag der Grimdftücke zu veranlagen sein. Als Er- ttagswcrt ist das anzurcchncn, was durch die Benutzung fremder Kräfte erzielt wird: besondere Verrechnungen erheischen Nebengewerbe und überflüssiges Inventar. Wie für die Landwirtschaft, so finden dir Bssttmmungcn auch für städfische Grundstücke Anwendung. Für Wohnhäuser ist der Mietswerl bei der Berechnung maßgebend. Bei landwirtschaftlichen Grundsttickcn gilt der Erttagswert, wenn sie dauernd in Benutzung genommen werden, eine Entscheidung ist hier von Fall zu Fall zu treffen. Wertpapiere können abgeschätzt werden nach dem Börsenkurs vom 31. Dezember 1913, nack, dem Perkaufswert und nach deni Forderungswert. Die Nießnutzung und Leibgedinge sind zu kapitalisieren. Neben dem Vermögen ist das Einkommen steuerpflichtig. Es bleiben frei Einkommen bis zum Betrage von 5000 cK. Wichtig ist, daß diese Frage sich nach dem Landesgesetz regelt, wobei Hessen eine Steuerabnocmität darstellt, als hier erst da» Einkomnien von 5500 «< an beitragspflichtig ist. D« Beittag vom Vermögen ist durchgcstaffclt und nimmt anderersetts Nückfiäst auf besondere Verhältnisse. Die Veranlagimg erfolgt durch die LandeSbehorde. Deklarationspflichtig ist der, wer ein Vermögen von über 20000 ieiti>>st-lr>elt begrutzt. Et ist aber auch Me Ihh. ilc Zeit qönejen, dag sich die Trlesraphenverlvaltung ansraiile. inruut der, ol,„elitn nicht ans Rosen gebeteten Ge- ichäst-rlcutcn und Betrieben der Schaden nicht noch grober ttitd, welchen sie dnrch die Auberbetrichsetzrmg de« Fern- shrcchers erlUten hoben. ' * Friedbcrg, 9. Jan. Stiftung für dre Blin- d e i, a n fi a 11. I» der gestrigen Sitzung der Darmstirdter Stadtverordnetenversammlung teilte der Oberbürgermeister Ile. Glüsing mit, daß die verstorbene Privativ Lilli C. Hehl in ihre,n Testament ihr Vermöge», bat nicht unbeträchtlich ist. zu zwei Dritteln der Stadt Dormftadt und zu einem Drittel der Blindenanstalt in Iriedberg binterlasscn bat. Der Stadt Darmstaüt wird dabei die Verpflichtung auserlegt, den Zinsen trag des ihr zustehenden Erbteils in erster Linie dazu z» verwenden, jährlich bei Beginn der Schule für den Winter arme, kränkliche und schwächliche Kinder mit Schuhen zu beschenken, das ererbte Geld aber niemalt zu Battlen oder Denkmälern zu verwenden. * Frirdbcrg, 9. Jan. Der Hotelbesitzer (3. Zorn aus Vab-Nauheim war vom Grobh. Schösserigericht Friedberg im Oktober vorigen Jahres wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 909 Jl verurteilt worden, weil er wegen Fahrlässigkeit und zu raschen Fahren, mit seinem KraftNUfgen eine» Zusammevstoh mit dem Fuhrwerk de, Rudolf Müller vom Lutnenhtf bei Ober-Rotbach herbeiführte. Gegen dieses Urteil legte her Angeklagte Berusnng ein. Am letzten Dienstag erging Urteil, Im Gegensatz zum Schöffengericht aber glaichte die Strafkammer bei der Strafzumessung mehrere zu Gunsten des Angeklagten sprechende Umstände berücksichtigen zu müsse»: fo, daß ungünstige Umstände obgcwaltet hchbeu, und daß sich der Unfall zu früher Morgenstunde zugrtragen bat, wo gewöhnlich ein regerer Veilehr nicht stattfindet. Die Strafe de, Schöffengerichts wmbe deshalb auf S00 herabgesetzt. Ein Zivilprozeß wegen Schadeneri atz wird dem Strufverlähren folge», zumal dir Schuld des Angeklagten erwiesen ist. " Ockstadt, 9. Jan. Die Prüfgmg stu Hufbeschlog hat Herr Jolianp Adam Georg von hier bestanden. Staden, 8, Jan. Vergangene» Samstag Abend sprrrch im Kriegerverein vor einer zahlreich«, Hörerschaft Herr Lechrar Storck, Altenstädt über das Thcm», ..Deutschland mW England «us dem Weltmatttt'. Seine Aussuhennge» wurde» bei. sällig ausgenommen. Ist uns doch He» Stonf mit der Zeit ei« gerngehörter Freund geworden. * Stockheim, 9. Jan. Gutem Vernehmen muh soll die K«n- serorusabril Siockbeim wieder in eine Zuckerfabrik umgewan- delt werden. Die bereits gffchechette» Benhamdlunger, haben sich recht gittstig dafür ausgesprochen. Es bürste eine Se. sprechung in dieser Sache für die Landwirte der ttmtzvgead vielleicht «iigenechni sein. " Fruuksurt a. M„ 9 Jan. Bel der Auszahlung des Rabatts durch den Rabatt Sparverein «urdcn am letzten Zahltage von den Kontrollenren zahllose gefälschte Rabattmatten die den echten Zettelcheu täuschend ähnlich sehen entdeckt. * Frar.Isuet a. 9», 9. Jan. Die hiesige Strafkammer ver urteilte dn Lksährigen Kürschner Wilh. Schärcheyz zu zwei Jahren Zuchthaus und den Ich ähr, gen Abraham Kureck aus Ruhland zu einer Gefängnisstrafe von W Jahren Die Verurteilten hatte, besonder, :m Frankfurter Hauptbahnhos Ta. Icheitdielchähte ansgiführt Ihre Verhaftung erfolgt« im De Zug München—Köln auf der Streck« nach Matuz. * Frankfurt a. M., 9. Jan. Am Donnerstag vormittag spielte sich tm Hause Höheiistratze 40 «in Matches EifeUsuchts- brama ab. Der bei dem Kutscher Ernst Epple wohnhafte Schieldero,ell« Rudolf Kleiiischvod «rschotz die Frau Eppl«. Kleinschrod drang, während Frau Eppl« nach schlief, ia ihr Zimmer ein lind tötete sie durch zwei Schüsse ia die linse Schläfe und di« Herzgegend. Hierauf bracht» er sich selbst einen Schutz ia die rechte Schläfe bei und verletzte sich tödlich Die Hausbewohner Ich tuen von der Bluttat zunächst nichts gemerkt zu haben. Erst später, als man Frau Epple nichr sah. ging man in ihre Wohnung, und hier bot sich eia entsetzlicher Anblick. Frau Epple lag mit zwei Schußwunden tot im Bette und vo: dem Bette lag Kleinschrod in ein« grotzea Blutlache, ebenfalls tot. Alsbald wurde, Polizei und Rettungswache alarmiett. die die aätigea Feststellungen machten. Es wird »n» noch nritgeteill: Kleinschrod wohnte bei der Familie Epple tu Affi miete Diesem war vor emigen Tage, gekündigt werden Er glaubt«, die Frau der Wirt« sei Schuld da- fcn. Aue Rache darüber bracht« Kieirstchrod. «in unscheinbarer kleiner, buckliger Mann, der schon seit kurzem eine Browniug. Piftole bei sich hatte, der Frau Eppl« einen Schutz in die Schläfe bei. Dar-rus gab Kleinschrod einen Schutz aus sich selbst gegen die Schläfe ab Kleinschrod. der racher dem Hau« arbeitete, scheint der Elirstau des Wittes nochgestevt zu haben und fand anscheinend uckst das Gehör, dar er erwartet hatte. Gchtern vormittag kam d« Lrud« der Frau Eppl« «um avswättr aus Besuch und klopfte und schellte an der Wohnuagstür. di« ihm nicht geöffnet wurde. Er eilte ia die nahegeiege« Wirstchost, wo ein, Schwester der Ehefrau Epple weilte. Gemeinsam gingen sie zur Wohnung zurück und liehen sie nach einer Stunde von einem Schlosser öffnen. Im Schlafzimmer bot sich ei, fchirckl:ch-.-r Anblick Die Ehefrau lag mtt zum Teil eirttcköß tem Oberkörper in ihrem Bett mit Schuhwunden in Hey und lrops. In einer großen Blutlache lag Kleinschrod mit ent. blöhter Brust auf dem Boden. Beide waren tot. Bus einem VON Klrinlcknod hivterlasieneu Briet nebt hervor, datz Klein- schrrch dm Tat au, Eifersucht begangen hat. Er hatte sich M der Wochenkass« der Frankfurter Sparkasse sein kleine, Guthaben geholt und sich davon einen Revolver gekauft. f > Por liundert Jahren. 11. Januar bis 17. Januar 1814. (Im Hauptquartier der Berbüudcten herrschten obsck«» man nun den Krieg nach Frankreich hineingetragen batte, sehr verschiedene Anschaunngen über die weiteren Oveiatio- nen und über das zu erstrebende Endziel. Die Kricgssüh- rung Schwarzenbergs, nicht nur zögettid, sondern geradezu unwillig, deutete darauf hin, daß Oesterreich am liebsten sich von der Koalition losgelöst hatte und dies nur nicht tat. um nicht isoliert z» werden: jedenfalls aber wellte nun es nickst imt Napoleon verderben, und deshalb gabt auch am 14. Januar Metternich dem französischen Unterhändler Ecuilain- court als Ott für einen Friedenskongreß Cbatillon a». Besonders der Zar war es, der bereits die Eutbronung Napo- lrons ins Auge faßte und nun am 16. Januar unversehens rach Basel reifte, um mehr Bewegung in Sckiwarzenbergs Kttegssührung zu-bringen. Der Zar lvar es auch, der sich den Darlegungen Gneisenaus vom 1b. Januar geneigt zeigte: dieser wies auf Napoleons gänzliche Unfertigkeit, seine genügen Truppen, den Unwillen des französischen Volkes hin und bewies deutlich, daß es nur einer energischen Kraslan- sttrngung bedürfe, um Napoleon rasch zu besiegen, ober alle jrne Ratschläge scheiterten an der Schlaffheit und den diplomatischen Bedenken des Hauptguartiers. Uebrigens wurden auch von den einzelnen Heerführern der Verbündeten die Streitkräfte Napoleons einfach überschätzt.: Die Hauptarmee war nun langsam bis nach Longres vcrgerückt. Die russisch-preußische Garde war erst am 13. Jwiuar über den Rhein gegmigen. Gyulai mit den Oester- reirl>ern aber batte bereits am 14. Januar ein Gefecht mst dem französisüsen Korps Mortier, das aus Langres zurückgeworfen ward, worauf die Stadt am 17, Januar besetzt »vtrden konnte. Die Bayern u»5 Württeniberger, die keine» wesentlichen Widerstand gesunden hatten, zogen nun auch aus Langres zu. Bei Epinol hatte der Kronprinz von Wärt- temberg gegen General Rousseau ein rühmliches Gefecht zu bestehen, bei dem die Franzosen mit schweren Verlusten zu- rückgeworfen wurden. Am 17. Januar langten die Wütt- temberger in Langres au nnd auch General Wrede mit den Bayer nahte sick> um dieselbe Zeit der Hauptarmee, nachdem er den Marschall Victor aus Lnneville und Nach getrieben hatte. Blüchers Armee trieb den französischen General Mar- mtmt. der bei Noifseville am 12. Januar eine Meberlage erlitt. auf Med zn. Ain 13. Januar wurde Thionvllle em- gestlilossco und Vorposten giirgen bereits aus Metz vor, run 17. Jauuar zog Blücher selbst in Naney «in. Die drei fran- zöfiscben Marschälle Marmont, Tictor und Ney, hielten eS für bester, sich rnnner »veiter znrnckzuziehen, besürchtend, nach Med hineingeworfen und dott cingefchlvssen zu werden: auch Macdonald. der den Rhein von Remagen bis nach Halland sichern sollte, ging auf Chalcms zurück. Bei der Nordarmee batte Dülow am 11. Januar eine Anzahl Eiritzeigefechte bei Hsogstraaten, bei denen die Frcm- tzasen zwar tzurückgewarsen wurden, aber nicht von Antwerpen abgeschnitten werden konnten. Auf deutschem Boden war es die Festung Wittenberg, die sich mm mich ergeben mußte. Am 12. Januar batte eine allgenieine Bescksteßung ftattgefu-iden imd am 13. Januar erfolgte der Sturm unter General von Tauentzien: die Fron- zosen mußten sich auf Gnade und llngnade ergebe». Am 14. Januar kam es zuni Frieden von Kiel zwischen dem schwedisckstn Kranprinzen Bernadotte nnd Dänemark. Diese? mußte Norwegen an Schweden und Helgoland an England obtreten: es war die bittere Folge der kurzsichtigen danifiben Politik, die beständig zu Frankreich gebalten batl». (Napoleons Schwager Murat, der für sich seiner wackeligen Thron vo» Napoleon retten wollte, schloß am 11. Jan. einen Betrag mst Oesterreich, durch welchen er sich zur Teilnahme am Kriege gegen Napoleon verpflichtete. Dem Tren- lvsim »irtzte sein Verrat an Napoleon nichts, denn er wurde später ebenso trenlos von Oesterreich behmidelt und verlor schließlich doch sein Königreich.) Vereinigle Ltabttheoter Frankjurt a. M. Opernhavs. Toantag. den ll. Jan., nachm, halb 4 Uhr: Borsiellimg bei ermäßigten Preijem „Die RcgimeMrtochlcr". «»stet Ab — Abends 7 Ahr „Lohengrin". 11. Darstellung im Somitay- Abcmnement. Große Preise. Montag den 12. Jan., abends 8 Uhr: „SB« einst im Mai". II. Vavstelttmg im Aivirtag-Abonii. Gew. Pr. Echoesptelhaus. Sonntag, den II Jaa.. nachm, halb 4 llht: Borstellung bei ermäßigter, Preisen, „Der gestiefelt« Kater". Außer Ab. — Abend» 7 Uhr: „Wie einst im Mai". Autzer Abonn. G:w. Montag, dea 12. Jan., abtiibs halb 8 Ahr, Dolksvorftel- lnng btt ermäßigten Preisen: „D-ii Wildsihiitz". Aich. Abvnn. Siichertisch. Ich weiß einen kvftl chea Spaziergang, der sühtt ableitr von den «elbettelanen Wege» ia ein still «-ttraumtes Land. — ins Jngenbland. Wegweiser war mir bas neue Toitgersche Büchleia „Aas der Jagendzett". das «l» 7. Bändchen der „Le. bensfrepde" lm Tierlag »»n P. I. Tanger, Köln n Rh (ICO Seiten S. Oktav, hübsch in Leinen gcb. Ml 1.—) erschienen ist. Uiid Schtttt für Schtttt ging ich an Hand des Büchleins über cH<, fast vergessen« Pfade, nab immer miedet glaubte ich Nen«s za fchanea. »nb bann kam immer wieder da; Ettnnern, daß ich dos alle« schon längst geschaut, nur mit ganz anderen Augen, mit großen, anwiisende^ ver langenden Kwdeaaugen. Was alles bei falchea Steeifzigen durchs Jugendland wieder waä> wlrttt äH*s. rjyQf rnnm nie Kind »dacht, ge fühlt, ae. glaubt, erhofft ttni geliebt hat, das wird wieder lebendig ln einem, und plötzlich hält man an und besinnt sich staunend, daß das alles schon lange war. »Vas mir das Büchlein ganz besonder» tieb macht, sind «in« Reih« anscheinend ganz individuell gehaltener Gedicht« und Aussprüche über Dinge, die viel« u». bewußt deicken und empfinde», fiir di« aber vielieichi nut einer das richtige Wvrffand. Ilnd man jreut sich wahrend des Lesens immer von n-.U'm, wenn man da manches lsieschriebene sieht, was inan als sei» »reigcnstes Denken und Empsiuden btt rächt« .« Mein Wunsch ist. daß das Büchlein, das »lik ein liebet Kamerad gewviden ist, viele» ei» Beglelter und Illegweijet werbe auf den herzergnickendei» Spazirigangc» durchs Jugendland. F>ie °as Syrisch« Waisenha», >n Jeensalem, das nach dem große» Brande im Sommer 1910 feine Räum« und seine Tätigkeit bedeutend erweitert I)at, bitte ich wieder um freundliche Gaben. An, 8. März 1913 kannten von hier 3ij Matt dorthin abgesandt werde». Fricdberg, den 8. Januar 1914. Kleberger, Pfarrer. Frankfurter Wetterbericht. KoiOiissagr: Vorwiegend trüb, Regen und Schneeschancr kälter, nördliche Wind«. Beranlwvrtlich f. d. Schiistlcitnng: Otto H i r l ch e l, Fricdberg: für den AnzcigenteU: Karl S ch mi dt. Fricdberg t. H. Druck u. Verlag d. „Reuen Tageszeitung" A .G., Fricdberg i. H Statt besonderer Anzeige empsehlen wir Verlobten unsere wunderschönen NrrlvdnW-f.artkil v___ llrur (TüjiföKitinitji Bruditrri & ilrrlag A.8. trikddttg ($fflrn). _> Perpachtung. Donnerstag, den 22. Januar 1911 nachmittags 2 Uh werden im siävtychen Saal »brr den Pjerbeställen iEingang von der Haogsugtzel die nachvetiriUmeten zu Marlin, l. I«. leihsülltg werdenden Pfairgrundstücke aus wettere 12 Jahre öfsenttich meisp bietend verpachtet: «Uraarhung frttbbtrg. Flur H Nr. 111 — t*4 gm Grab galten. Kappusga ten, IV 16 — 6119 „ Acker ira Ujafeldchen, neuen bei» Weg, „ „ 17 = 6827 -VI! , 194 = 6S28 " Vlll „ 61 =a toOO " .. 179 ‘/, „ = 287 « . 179»,2643 „ .. 18o'/>- - 2264 , „ 18V°,K- 1657 .. M .. X .. : 5ci •; " xii ” 62 — 138C9 116 = 11564 163 = 3681 203 = 7115 214 = 7533 31)5 _ 27445 52 -- 21,890 53 = 4506 105 = 5071 219 - 3042 220 — 3040 22 i = 13->8 230 - 1378 250 = 1719 „ daj. neben der Oiauheimer Gre»i«, „ Acker im Grvtzwattfeid i„ 2 2tbÜ, „ Acker am Taubenrain in 3 Abt., „ A ter im Grotzwarifelb „eben den, Armenfonds jüdl. der Eisenbahn „ daselbst nvrdl. der Eisenbahn. „ Acker an der Krummgasic, hützt aus die Etratzhcimer Wiesen, südlich der Bahn, „ Acker daiclbft nördlich der Bahn, stößt ans den Sandgrube,iwea, „ Aäer im Eroßwartield IN 5 Abt „ „ „ Lach.nield in 1 Abt. „ in der Kesselgewann, „ Acker im Lachen «Id in 3 Abt. „ „ „ Etraßgewann in 2 Abt. „ Wiese indenLachenwiesc» I» 8 „ „ Acker die „ 8 „ „ „ stoßt aus de» Lache,izraben „ „ tmKleingalgcnielb i„2Abt „ Wiese un gr. Siragheimcr Grund „ „ daselbst ’’ SlAr : „ 251 = 2062 ...... XIII „ 7 — 8903 Acker !wßt au, die Psingstweid« ln 3 Abi. » .. 8 = 7116 „ Acker in der L Gewann auf die Pstugft weide in 3 Abt. 92 = 26059 „ Acker i»d.Atömusgcwannin8Abt. 83 = 1 875 „ Acker im Großgoigenland „ 7 .. xlv ” 66 -- 3331 „ „ in der 4. Gewann aus di« Töpscnlaut, » - 67 = 8160 „ 2liier zwischen dem Graden unk Haupiw g in 3 Abtt XVI . 93 = 3668 „ Acker hmier Fauerbach neben Fr. Karl Nci«1, XV,I „ 60 = 4884 „ Aaer unter dem Städter Wez, XVUI „ 82 = 24312 „ „ «big dem Dienheimer Pfad ln 10 Abt. XX „ 25 - 13274 „ klcker am Jrrgang in 5 Abt. 48 = 1-740 „ obig der Wüstunz in 7 Abt. 76 = 4782 , „ an der Wänung neuen K.Horn XXI " 11„ = 4085 , .. am Lausoügel neben G. Hch. Schmidt. XXII „ 4 = 8840 , „ Acker obig bei Rinderweid in 3 Abt. XXtil „ 57 — 4 .01 „ „ aui dem grauen Stein XXIV „ listl — 10736 Acker rcchier Hand der Dorheimei Hohl in 4 Abi. XXV 7 = 9598 „ Acker am Hirschcnrain in 3 Abt, „ . 45 - 9408 „ .. „ 3 „ XXVI _ 37 — 2377 „ „ an der Saurrbornshohl O.nnnl hnnn «lAllabl. SIui IX Nr. 123 = i.,364 qm Acker am Pfeifeniack in 7 Abl. XI „ 06 = 4900 „ „ im Ohrt.ch " xt 4 — 314! „ Wiese nnicrm Halbmond * XI 150 — 10542 m Acker am Riedweg In 4 Abt. " Xll z 212 = 13331 „ Acker rechts t«m Rauh. Weg in b Adtettmigev. «jemartmng Friedberg, früher Gckstadt. Flur VI Sir. 159 = 119 8 qm Acker Gewann B Nr. 84 in 4 Abt „ VI „ 120 = 2790 „ Acker an der Stratze vor Ode» Rosbach nach Fttetbelg m VI „ 121 = 943 „ Acker an der Slraße vo» Obe» Rosbach nach Frieoverg. Friedberg, den 8. Januar 1914. D«r Frircitenvorftaud. 7 "Sitae Tageszeitung, «jeeuag, de» ». Januar 1 » 14 . Seite .nventur-flisverkauf PM" beginnt Samstag, den 10. Januar. '^DW Das gesamte umfangreiche Warenlager ist erheblichen Preisreduzierungen unterworfen worden. Ohne Rücksicht aui den Kostenpreis, ohne Ansehen des wirklichen Wertes und nur unter dem einen Gesichtspunkte des möglichst vollständigen Ausverkaufes der Vorräte, sind die Preise testgesetzt worden. 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Januar 1014 werdeir aus dem Distrikt Unioersitäiswatd der Foiltwartei Glaub, iaht oersteiacr.i Klamme: 10 Kie ern III. Kl. — 6,46 Fstm. 8 Lärchen 111. Kl. — 5.15 Fstm. 9 Lärchen IV. Kl. — 4,88 Fstm. 61 Lärchen V. Kl. — 34,65 Fstm. 22 Lärchen bef. Kl. — 12,04 Fstm. 19 Fichten Va Kl. = 10,98 Fstm. 606 Fichten Vb Kt. = 125,74 Fstm. 1 Fichte des. Kl. -- 0,87 Fstm. perbftange»: 2rll Fichten I. Kl. — 26,07 Fstm. 13 Fichten II. Kl, => 0,66 Fnm. Kcheitrr Rm.: 32 Fichte (rund und anbrüchigst Knüppel Rm.: 3 Kieser, 5 Lärche, und 66 Fichte shieruiiier kv Rm, in 3 m langen Schichlenst Knüppelreistg Rm.: 4 Kiefer, 11 Lärche und 10 Fichte; Ktöckc Rm.: 2 Kieser. Jnlammenstnnft vormittag» 10V- Uhr aus dem Forlt- hau» Glaub,ahl. Nähere Ausrunst durch den Erosth. Förster Rumrich aus Forsthaus Elaubzahl. Kad-Katzha»|e», den 2. Januar tSI4. Erostherzogliche Oberförsterei Bad-Salzhausen. Kirchner. Lchlulsit- und MßMhallSjkllllng jii liölitTm ptijijcn Tchlkcht- und am 3 ., 4 . und 5 . April 1014 verbunden mit einer Ausstellung von Maschinen, Geräten und Produkten für Viehzucht u. Metz- gereigewcrbe, sowie einer Ausstellung von geschlachtetem Mastgeflügel, veranstaltet von der Stadt Cöln unter Mitwirkung der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz. Auskunft erteilt die Schlachthosdirektion in Cöln. Endgültiger Schluss zur Anmeldung 1. März 1914. wmmhHhbhbhhhhhhmbp Altitn-ZMsabrik 6rojj-6erail empfiehlt ihre Trelkknschilitzkl und Mlch-Mrschiiitzkl in oorzügtichster Qualität dttiigst. Preisofierten und Muster aus gefl. Ausragc. ~~4£ta Hll!z-PtriteigkN!«g. Dienstag, den 13. Jan,, vor miltagslll Uhr aniangend, kommt aus hiesigem Eemcindewald nachstehendes Holz zur Bern eigcrung: 10 S>ck. Echen-Stamme m. 4,48 Im 1,18 «14,87 V, „ „ 1,75 „ Derbftangea mit Derbflangen Mit Buchen 34 „ Fichten- II „ E chen« 21 „ Fichte» 2,414 im 10 „ Eichen - 6,62 fm Srcunholr. 193 Rm. Buchen-, cheit 7,5 „ Eichea-Scheit 174 „ Buchen-Kniippel 10 Eichen-Knüppel 284 „ Buchen-Reisig 12 „ Eichen- ., 3 „ Fichten- 55 „ Buchen-Stock 4 ,, Eichen- „ 5' „ Fich en- „ Zusamrncntunrf bei Holz Nr. I am Amtspsad. Weckesheim. den 7. Jan. 19t4. Er. Bürgermeisterei Weckesheim. Reichhold. ZjoWtrßchmiiig. Blontag. den 12. Januar vormittags 97« Uhr tommt im Ee- rnerndcwald her Kleln-Karben zur Versteigerung 171 Rm. Büche Scheiter 1> „ Elche 27 ” Buche Knüppel 6 Eiche 2180 St. Buche Wellen <0 ., Eiche „ 37 Rm. Buchen Ciöcke 7 » Eiche Zu ammentunst am Eingang des Waides. Klein-Karben, d. 7. Januar 1914. Er. Bürgermeisterei Klein-Karben N euhardt. BtkMIltllllllijllllg. In der früher Echnrfder Er- bcn'schcn Hosraile neben demEuls- hos in Utphe ollen aus Abbruch aus Terrarnhöhe tEchuIIdeseilig- uug nichl gejoiderl) verlaust werden. 1. die Scheuer (Eichen achwerk. «an Tore, Ziegeldach, 9,5u mal 13,80 Meter), 2 . der nach dem Eutshos zu gelegen» Statt (zweistöckig, unten massiv, oten Fachwelt, Ziegeldach, neugedaut, V) mal 3,80 Meter). Besichrfgang gestartet der Hosgutspachter Herr Jacodi- Uiptjc; Offeriea erdeten dis 1. Feornar an Erilsl. Aolms'schkllkntkiimmkr Laubach, i. Oberheslen. Tüchtigen SchmiedegeseUen sucht Johann Million Achmirdemeifter Friedberg. >. H. 1 ^iickcrlehrltny sosori evtl, aus Ostern gesucht. ' Bäckerei Ä. C igel, Friedderg Reue amerrk. Dampfäpfel Neue kalis. Aprilrojen ilnif Kulis. Dirnen PtlikKalis.Dslaninei« Gemischtes (Nbsi in verschiedener Preislage empsiehlt l'rieilricli fliclie! ^riedbcrg t. H. Säemaschine „Würzdurgia" u. «Jiuria" gul> bewährte Ma chine. Fedeniahn Erittivatoreii Erostes Lager in Osborne- Maichlnen. 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Jahresbericht de» Mitteldeutschen Ar- beitsnochweisoerbandes (Sitz Feantsurt», umfassend das ffiiofr hcrzogtum Hrsien. di- Provinz Hessen-Rasieru, da, Fürstentum Waldeck und di« «reise Kreuznach und Wetzlar, erschienen. Der sehr umfangreiche Bericht bietet ein« Füll« von Liaierias zu dem Problem der Arbeitsvermittlung, insbesondere der zioeck- mähigen Art der Versorgung auch de, platten Landes und der «ieinstadt mit Arbetisträsten. Da» Zusammenarbeiten von Stadt und Land in der Frag« der Arbeitsvermittlung hat sich gut bewährt und zeigt, daß di« lSegeirsätze zwischen dem städtischen und ländlichen Arbeitsmarlt durchaus nicht unüberbrückbar sind. Go wurden bezw. von den Arbeitsnachweisen in grö- sreren Städten wieder ein« groß« Anzahl von Arbeitern, in der Hauptsache Durchreisende, auf da, Land vermittelt. Im ganzen wurden an Orte außerhalb de, Sitze, der Arbeilrnach- wefe 21,977 Arbeitskräfte vermittelt. Die landwirtschasbliche Vermittlung ist von 8.111 im Jahre 1911-12 aus 9.9Ü8 rm Jahr« 1912=13 gestiegen. Auch di« Lehrsiellrirvermittlung. der sich der Verband seit 2 Jahren mrnimmt. entwickelt sich günstig. Im ganzen wurden im Berichtsjahre von den Arbeitsnachweisen de, Verbandes und den mit ihm zusammen arbeitenden Organisationen 1.188 Lehrstellen besetzt. All« Fragen de, Arbeitsnachweise, wurdrn mit den Berussvertreiungen. insbesonder« den Landwiilschastsbammern. den Handelskammern, mit Vertretern der «reise und der Städte und zwar der groben Städte sowohl wie d«r mittleren und kleinen, in Wiederkehr-»den Beratungen »us da» Eingehendst« behandelt, um di« Organisation des Arbeitsnachweises stet, im Einklang mit den besonderen Interessen der Landwirtsochsi und der einzelnen Gewerbe zu halten. Ein reiches statistisches Material, das im Statistischen Amt btt Stadt Frankfurt a. M. zusammenge- ftctXt ist. ergänzt den Bericht. sserichlsjaal. Der in die Mosel geworfene Unterossizier. Mit welchen Zustände» und Elementen das Miltär in den Reichslanden zu tun und zu rechnen hat. das wird durch eine Strafkainnierverhandlung grell beleuchtet, die am vergangenen Samstag in Metz stattfand. Am 12. Oktober 1913 hatte der Unterossizier Pfundstein als Führer einer bayerischen Jnfanteriepatrouille in einer Metzer Tanzwirtschaft den au? Metz stanimenden Landwehrmann Bilbois feststellen wollen, der sich nicht im Besitz einer Urlaubskarte befand. Das am glcickg-n Tisch wie der Landwehrmann sitzende Publikum nahm sofort Stellung gegen den Unteroffizier »»d besonder« machte ein von lothringischen Elter» stammender, aber in Paris geborener Tagelöhner namens Bäumer dem Unteroffizier in groben Worten Porbaltnngen über sei» Dor- gtben Unterdessen gelang es dem Landwehrmann Dilbois, ans die Straße zu entkommen, wohin ihm der Unteroffizier folgte. Er stellte den Mann und forderte ihn ans. ihn zur Wache zu begleiten. Bilbois ritz sich aber los und lief durch ein Gewirr von Gäßchen »ach dem Mosclufer zu. wo er sich » erstellte. Deal Unterossizier blieb nichts anderes übrig, als ihn dahin zu versolae». Inzwischen batte eine arotze Mcn- Jch lasse Dich nicht. Original-Roman von H. Coutths-Mablcr. 1 12 sForisetzungs. Souji schauerte fröstelnd zusammen und trocknete die Träneiispurcn von ihrem Antlitz. Keine Freude erfüllte ihr Herz bei dem Gedanken, datz sich die sckitichtc Sonja Roschnow in eine Fürstin Sonja Kal- „cky verwandelt hatte, datz die stolze alte Dame, die Herrin dieses Hause?, ihre Großmutter war. Was batte sic zu hoffen von all diesen stolzen, erbar- »»ingsloscn Menschen, die den eigenen Schn in den Tod ge schickt hatte»? Sic hatte kaum eine Daseinsberechtigung in il»en Auge». Ihr Pater war von ihnen zu Tode verurteilt ivordcn, — lim der Ebre des Namens willen. Sie würden sich auch von ihr wenden in kaltem Stolz, von der Tochter des Perschmten, Geächteten. „Pater, mein armer, lieber Pater", flüsterte sic innig vor sich hin. Ach. wobl hatte er gescblt wohl war da? was er getan batte eine schwere Schuld. Aber sie. sein Kind, würde ibn niemals deshalb verdammen, niemals. Und nach ihrer Meinung bätten das auch seine Eltern nicht tun dürfen. Pater und Mutter müßten doch über alle Vergeben ihres KindeS milder urteilen, als alle Welt, als Recht und Gesetz. Und kein Gesetz der Wflt Halle den Aermsten so furchtbar und crbarinimqslos strafen dürfen, wie es ssine Eltern getan hatten. Wenn der Vater schon nicht barmherzig sein wallte — tuntzle dannn wenigstens die Mutter für ihr verirrtes Kind um Gnade flehen, nintzle sic sich nicht mit allen Fasern ihres Sein? gegen einen so grausamen Urteilsspruch wehren? Nie, niemals konnte sie diese Mutter versieben, niemals konnte (io wieder an die Güte dieser Frau glauben, vor deren Obren »an nicht einmal mehr den Namen ihres unglücklichen Sohnes nennen durfte. Ec hatte >a den Stolz dieser Menschen gebeugt, batte ■'ircii Makel aus ihren fleckenlosen Namen geworfen. Nein - niemals würde sie tue Rechte ihrer Geburt gegen diese ? : ,Vi ivn verfocht'» Freitag, den i). Januar 1914. schemncnge den Unteroffizier umringt und suchte ihm unter Johlen und Beschinipfungcn den Weg zu vertreten. Es ertönten Rufe: „Schmeißt den Spinner ins Wasser" und Ntebrere der Demonstranten zogen Revolver und gaben Schüsse ab. Dennoch erreichte der Unterossizier das Versteck des widersetzlichen Ausreißers, wurde aber in diesem Augenblick von hinten gefaßt und über da? Geländer in die Mosel geschlendert. Zufälligerweise war das Wasser an dieser Stelle nicht tief, und während die Radaubrüder entflohen, gelang es dem Unteroffizier mit Hilfe eines unbeteiligten Mannes, das User wieder zu erreichen. Da festgesiellt werten konnte, daß derselbe Tagelöhner Bäumer, der sich von Anfang an in den Ausschreitungen gegen den Unteroffizier hervorgetan hatte, derjenige gewesen war, der ihn in das Wasser gestoßen hatte, so half dem Täter die törichte Ausrede, cs sei dies „unabsichtlich" gescheben, nicht viel. Die Cirnfkanimcr verurteilte den Angeklagten zu 4 Monaten Ge- fängnis, während der Staatsamvalt 9 Monate beantragt hatte. Seltsamerweise hielt es der Staatsanwalt für nötig, in seinem Plaidoycr mit besonderem Nachdruck „ösfentlich festzustellen. daß einheimische Elemente an dem Zusammenstoß nicht beteiligt gewesen seien. Es liegt uns fern, Zweifel an der Ueberzeugnng des Staatsanwalts zu äußern, aber wir kennen unser Staunen darüber nicht unterdrücken, woher im nächtlichen Metz eine große johlende und mit Revolvern schießende Menge kommt, di« ganz ausschließlich auS Nicht- lcthringcrn besteht und den lotbringilchen Landwchrmaun vor der Verhaftung durch den altdeutsckien Unterossizier zu schützen sucht. Daß das etwas seltsam klingt, wird kaum zu bestreiten sein. An» aller Welt. Der Todessprung vom Wolkenkratzer. Wie nur Newyork gemeldet wtrv, stürzte sich dieser Tag« ein junger Pole namens Johann Eowinski von einem 19 Stock hohen Wolkenkratzer in di« Tics«. Al» formlos« Masse wurde der Körper des Lebens müden forigefchafft. Sekifamorweise hatte der Selbstmörder seinen Leichnam den Hospitälern vermacht, bet der Wahl sein« Todesart aber »echt daraus Rücksicht genommen, daß sein« irdische Hüll« möglichst unverfohrt bkieb Auf dem zur obersten Etage gehörenden Balkon, von dem Eowinsk« den fürchterlichen Sprung tat. schrieb «r kurz vorher seinen letzten Willen nieder. 8«h«>mni»ooller Tod. Großes Ausjchen erregt in Parchtn der geheimnisvolle Tod «in«, Ofsizier,. In seiner Wohnung wurde d:r Dragonerlentnant Freiherr von Hointze erschossen aufgesunden Der Osfiizrr soll bereit, am Abend vorher seinen Kameraden gegenüber dunkle Andeutungen von einem g« walisamem Tod« gemacht haben. Es ist noch nicht sestgestellr. ob Selbstmord oder Verbrechen vorltegt. Kindeomord aus Pcrzweislnng. In Mannheim bat sich gestern ein trauriger Vorfall abgespielt. Der Metallarbeiter Freyler ermordete aus Verzweiflung seinen einjährigen Sohn und schoß sich dann aus dem Friedhöfe nm Grabe seiner Frau eine Kugel in den Kops. Die Frau hatte sin vergangenen Herbst ihre beiden Kinder zu ermrden versucht. Das eine erlag bald den Verletzungen, das andere wurde gerettet. Jetzt wurde es von seinem Vater ermordet. Die Frau starb kurz nach der Tat an Gehirnerweichung. Trauung aus dem Totenbett. G-iönanis zu Gelseu- So, wie sic sich von dem armen Vater abgcweudet hatten, so wollte sie. des Perschmten Tochter, ihnen stolz den Rücken kehren. Nichts, gar nichts batte sie pnit ihnen gemein, mit ihnen, die der lieben, schönen Mutter die Tür gewiesen und sic für ihre Liebe mit Geld bezahlen wollten, und die den Vater in den Tod geschickt hatten. Nein, ihres Bleibens war liier nicht, nicht einen Tag länger. Die Wände dieses Zimmers schienen drohend zusammen zn rücken, als wenn sie sie erdciicken wollten, sie. die widerrechtlich hier weilte. Die stolze Fra» da drüben hätte ja wohl glauben können, sie habe sich hier eingeschlichen, hui den Platz zu erkänipsen, der ihr eigentlich zukam. O nein, so weit erniedrigte sich die Tochter Elisa Hcl- bigs nicht, um hier um Aufnahiue und Anerkennung ihrer Rechte zu bitten. Ein lebendig Toter >var isir Vater gewesen für seine Angehörigen. Achtzehn Jahre hatte er in der Verbannung gelebt, — ein Darbender, dem nur dir selbstlose, opferfreudige Liebe ihrer herrlichen Mutier das Leben mit Licht und Sonne füllte, damit er nicht verzweifeln mußte. Ein Leben der Arbeit, des Entsagens batte er geführt. War das nicht eine bessere, edlere Sühne, als wenn er in den Tod gegangen wäre? Mit bitterem Lächeln schaute sie sich in ihrem schönen bihaglichcn Zimmer um. So wohnten im Schloß Kalnoky die Angestellten. Wie schlicht und einfach war dagegen die Umgebung gewesen, in der ihr Dgtcr. der verbannte Fiirslcn- srhn, gelebt hatte. Nein, sic wollte hier nicht bleiben, nicht eine Stunde länger als nötig war. Sofort wollte sic ihre Sachen packen und moigen früh das Haus verlassen. Nach Deutschland würde sic zurückkehrcn — das liebe Doktorhänschen stand ihr offen — treue erprobte Menschen harrten dort ihrer mit offenen Armen. Ach, sie ahnten wobl, daß Sonja Roschnow nimmermehr Fürstin Sonja Kalnoky sein würde. Der Mutter und des Vaters Wunsch wollte sie erfüllen: die Fürstin sollte alles erfahren. Sic sollte wissen, daß die Liebe ihrer Mutter gesiegt batte über Not und Tod. sie sollte ei fahren, wie ibr Sohn gelitten und gebüßt hatte und wie | 7 V Dniirnuun luiiiiic ein Gefangener so schwer verbrannt, daß er »ach kur kiiche» explodierte gestern eine Petroleumlampe. Dabe zer Zeit starb. Bevor der Tod eintrat, ließ er sich mit seine» Braut trauen. Mord und Selbstmord. In Kiel bat der Kellner Hingst seine Braut, die Schneiderin Z.. die das Verhältnis zu lösen beabsichtigte, erschossen und sich dann mit einem Rasiermeisec die Kehle durchschnitten. Dreifacher Mörder. In dem spanischen Marktflecken Berbegal bat der älteste Sohn des kürzlich verstorbener Großgrundbesitzers Falacios wegen eines Erbichrstsstreite- seine Mutter, seine beide» Schwestern und schließlich sich selbst erschossen. Das Opfer riner unsinnigen Wette. Der in Alt-Glienicke bei Berlin wohnende Kellner Becker ging mit einem Landwirt eine Wette ein, für 2000 M zwölf Stunden nur mit Unterhemd und Hose bekleidet sowie barsnß und ohne Kopr- bedcckung im Schnee zu laufen, und zwar sollte sich die Te>,r bis nachAdlershos ansdehnc». Becker machte sich aus den Weg, brach aber nach sechsstündiger Wanderung bewußtlos zusammen. Sein Zustand ist bedenklich. Einbrnchsdiebstahl. Aus dem von der Gräsin v. Heinz bewohnten Humboldschlößchen in Tegel erbeuteten Einbrecher eine größere Anzahl von silbcriikn Bestecke» und andei es silbernes Geräte, die süintlich das Bülowsche Waggen trage», ferner nenn wertvolle Elfenbeinfignren, welche die Fsrin von Kegeln haben und ei» beliebtes UnterhaltnngSspiel der Gebrüder Humboldt darstellcn. Tödlicher Unfall. Ein junger Eisenbahnangeftcllter. namens Karl Prehler, stieß beim Rangieren aus der Main- Ncckar-Bahn mit dem Kopfe gegen eine Telegrapbenstange. al Ser sich zu weit aus dem Wagen lehnte. Der Bedauernswerte war auf der Stelle tot. Hochwasser infolge Schneeschmekze. Infolge der Schnec- schmelze haben Fulda und Weser Hochwasser und sind beide Flüsse zum Teil über die User getreten. Don Die-.Stag aus Mittwoch stiegen sie um etwa einen halbe» Meter. In Ha„- nev.-Minden zeigt der Fuldapegel heute mitta gt.32 Meter. Das ist der höchste Stand seit einigen Monaten. Geständnis des Mörders Fuhrmann. Gestern vor- ir.ittag wurde der Mörder des Försters Knoche, Fulrmann, an den Tatort geführt, wo ein Augensck>einternii„ statisand. zu dem auch der Göttinger Staatsanwalt sowie der Untersuchungsrichter erschiene» ivaren. Fuhrmann hat seit diesem Termine ein Geständnis dahin abgelegt, daß er den Förster Knoche, der ihn verfolgte, aus einer Entfernung von 6 bis 8 Meter» erschossen habe. Gestern fand in Klein-Almerode in einem Wirtshause eine Reihe von Zeugenveriiehmunacn statt. Hinrichtung eines Fliegers in Mexiko. Aus Mexiko kommt die Nachricht, daß der französisch»- Aviatiker Didicr- Masson kriegsgerichtlich ecsck>osseii wurde, der mit Erfolg Bomben aus feinem Aeropla» herobschlenderte. Einmal gelang es dem im Lager der Rebellen befindlichen Flieger, durch Bombenwürfe 50 Mann der Regiernngstrnppcn zn töten. Ende August unlecnabm er bei LeS Gnemas im Staate Sonora abermals einen ErkiindigungSflug und mußte eine Notlandung vornehme». Er ergab sich dem Feinde, wurde festgcnonimcn und vor ein Kriegsgericht gestellt. Nach wenigen Minute» wurde er zum Tode verurteilt »nd auf Befehl des Kommandanten der RegicrungS- tcnvpen Geuecal Ojeda erschossen._ ihn dann doch die Liebe seiner Fra» siegreich emporgetragen hatte, zu reinen, lichten Höhen. Und ihr Anrecht aus den stolzen Nauieii, auf den Fürstentitel. wollte sie ihr zurückgeben wie etwas Wertloses, Nichtiges. Nie würde sie ein Anrecht daran geltend machen. Dann würde die stolze Fürstin wohl dem Himmel danken daß sie sich wie eine» Stein de? Anstoßes selbst ans dem Wege geräumt hatte. Zugleich würde sie aber wohl auch ei» wenig besck>äint sein, daß di« Tcchter des Verbannten noch stolzer war, als sie selbst. Sie erhob sich mit glühenden Wangen und stolz blitzenden Augen. Als könne es gar nicht schnell genug geschehen, so begann sie ihre Sachen zu packen. Leise glitt sic durch ihre Zimmer, um niemand im Schlaf zu stören. Eilig barg sie ihre Hrbseligkcite» in ihre Koffer. De» nciren Pelzmantel ließ sie zurück und auch die andere» Ge- schenke der Fürstin. Gar keinen Dank wollte sic ihr schuldia sein. Erst als sic fertig war mit Einpacke», siel sic müde »nd abgespannt ans ibren Diwan, um sich eine Weile zu ruhen. Aber sie fand nicht Ruhe, die Erregung zitierte i» ibr nack- Sic erhob sich wieder und setzte sich an ihren schreib tisch. Dort packte sie alle die Schriftstücke zusammen, die si< beute erhalten hatte, mit Ausnahme der Briefe von Taut, Käthe und den drei Kindern. Sie versiegelte das Paket »nt versah cs mit der Adresse der Fürstin. Dann schrieb sie noch einen Brief an dieselbe: „Eure Durchlaucht verzeihen, daß ich plövlicki und obnc Erlaubnis meine Stellung aufgebe und nach Tcntick- laud zurückkehre. Tie Beweggründe z» diele,» Verhalten werden Eure Durchlaucht unschwer aus den. diesem Briet beifolgenden versiegelten Schriftstücken erleben. Eure Durchlaucht werden verstehen, daß meine.- Blei bcus nicht länger sein kann und werden mit meiner Ab reise einverstanden sein. , Ich bcnierkc noch, daß ich die beifolgende» Schrillünck erst gestern morgen, an mcincni zwanzigsten Gebnrtstaae ,»geschickt bekam und erst gestern abend, nachdem Ein Seile 3. Nr. 7 ___ Ein Krnstwage» vom Eisenbahnzugr überfahren. In der Nähe von Ncunkirchen ist ein Wiener Kraftwagen von einem Eisenöahnzuge erfaßt »nd überfahren worden. Dem Besitzer des Wagens, Prokurist Voipt, gelang es, sich durch einen Sprung auS dem Wagen noch rechtzeitig zu retten. Der CUufferu wurde erheblich verletzt. Ter Kraftwagen wurde von den, Eiscnbahuzugc Sv Meter weit geschleift und voll- ständig zertrümmert. Verhafteter Desraudant. Tie Berner Polizei verhaftete den Buchhalter Johann Toujiu aus Düsseldorf, der wegen ftnterschlaguug von 170 000 .L verfolgt wurde. Tousin, der eit einiger Zeit mit seiner Familie in Bern lebte, wird aus- grliefeit. Prügelei zwischen sraiizösischcn und deutschen Arbeitern. Zivischeu französischen und deutschen Arbeitern kam eS .7 chts in einem Lokal der Stadt Le Maas zu einer Prügelei. Tie Polizei wurde von de» französischen Arbeitern beschimpft, weil sic die Angaben der Deutschen ebenso zu Protokoll nahm wie die der Franzosen. Die Franzosen verlangten, daß ihre Angaben für den Polizeikommissar ausschlaggebend seien. Antomobilbanditen. Die Paris«! Polizei verhaftete drei iina:ch:steu namens Bidemont. Kazan und Villicrs. die nachts vor einem Theater ein Automobil entjührten, dessen Chauft scur ftch für einen Augenblick entfernt hatte. Man hat Anhaltspunkte dafür gefunden, bah die Anarchisten, di« angeblich Beziehungen zu den vor Jahresfrist Hingerichteten Autoban- »iten unterhalten haben, die Absicht hatten, mit dem gestohlenen Auotmobil nach Belgien zu gelangen und dort einen Raubzng nach Art ihres Vorbildes Bonnot zu unternehmen. Das Auto konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. 75 Menschen ertrunken. Nach in London vorliegenden Meldungen ist «in Schiss auf dem Flusse Trazez in der Nähe dcs Forts Georges in Britisch-Columbia gescheitert. Ungefähr 7ä Mann ertranken und 35 wurden verletzt. Einzelheiten fehlen noch. Ecchundjaad. An der Küste der Halbinsel Hela brachten die Fischer 14 Seehund« zur Strecke, darunter Tiere von einem Gewicht bi, zu 1 « Zentnern. Ein Vatermord im goldenen Er und. Vor, Eisenbach. da, „st im Jahre 1812 -der Schanplatz eines Vcrwandtenmordes gewesen — halle doch in der Nacht vom 12. zum 13. Mai die ledige Eva Weimer in Gemeinschaft mit dem Steinbrucharbci- t.r Htinrch Karst ihren Bruder, den Invaliden Peter Weimer auf der Schultheißen Mühle bei Eisenbach mit einer Bomb« in die Luft gesprengt — kommt abermal, die Nachricht von einem Mord«. Am 8 . Januar abend» wurde nämlich der 23 Jahre «>einlich streitig mache» könnte. Ich erkläre Eurer Durchlaucht freiwillig, daß ich durchaus nicht die Absicht habe, beifolgende Dokumente u> .irgend einer Weise z» benutzen. Ich bleibe Sonja i.vschnow »nd verzichte auf jedes Anrecht an Namen, . Januar I9tf. wacher, Schneider, Sattler, Schniiede, Stellniacher, Schreiner, Schlosser, Köche, Maler, Weißbinder, Mechaniker lisw. * Bad Nauheim, 9. Jan. Im Vortragsvercin sprach an, 6 . Januar Herr Prvsessor I>. Dr. Diehl-Fricdbcrg über „Die Geschichte der ehenialigcn Kirche ans dem Johannisberg." Die interessanten Alissiihriingen, die sich auf ein gründliches Aktcnsiudiiim stützten, machten erstmalig mit ganz neuen Ergebnissen bekantn. Manches, was früher über die Kirche gesagt und geschrieben worden ist, muß ins Reich der Sage verwiesen werden. Aufregende Zeiten hate die Kirche besviidcrs während der Reformation durchznmachen: drei Reformationen gingen über sie hin. Deren letzte, die Gegenreformation, führte 1606 mit der Anfhebung der Got- teSdienste den Untergang der Kirche herbei. Aus ihren Resten steht heute der Anssichtslurm auf dein Johannisberg. Der Redner, dessen Ausführungen lebhafte» Beifall fanden, glaubt, daß Ausgrabungen in der Nähe des Turmes zu interessanten Ergebnißcn führen müßten. * Ober-Mörlen, 9. Jan. Ein schweres Unglück trug sich am 5. Januar bei den Arbeiten für di« Ueberland-Anlage Wöl- ftrsheim zu. Der bei der Firma Brown, Bov:ri u. Co. befchäf- itgt« Arbeiter Bk. Birkenstock von hier, der mit dem Legen einer Leitung in der Schulftraße beschäftigt war. stürzte von einem Hause ab und blieb mit schweren Verletzungen am Kopf Und Rücken liegen. A» seinem Aufkommen wird gezweiselt. * Frankfurt 0 . 9JI., 9. Jan. D:r in der kleinen Rittergasse wohnend« 72 Jahr« alte Invalide Demi, der vor etlichen Jahren durch einen vorzeitig losgehenden Böllerschuß beide Hände verloren hatte, glitt in seiner Wohnung aus und stiirzte so unglücklich, daß er den rechten Ellenbogen brach. Der arme Mann mußte durch die Rettungswache des Heiliggeist-Hospitals abgeholt werden. * Bergen, 9. Jan. Gegen die völlige Niederlegung der alten Festnngsmauern war von Altertuinsfreunden und Hei- matschutzvercinen Einspruch erhoben worden. Dieser hatte insofern Erkolg, als der Regierungspräsident verfügte, die Mauer in ihrem augenblicklichen Zustande zu belassen, mit Ziegel gegen die Unbilden der Witterung zu bedecken und sie später mit Efeu oder wildem Wein zu nmranken. * Hanau, 9. Jan. In das Hanauer Gerichtsgesängnis überführt wurde di« uKfl n Kindestötung in Offenbach verhaftete 20 Jahr« alt« Kvankenwäuterin Eertmann aus Haller, welche eingestandenermaßen ihr in der Entbindungsanstalt Marburg zur Well gekommenes Kind bei Hanau in den Main geworftn hat. Hessen-Nassau. * Stierstabt, 8 . Jan. Da» Heinrich Dohlersche Ehepaar feiert demnächst das golden« Hochzeitssest. Allem Brauch gemäß bewilligt« die Gemetndevettretung zu einer Ehrung des Jubelpaares durch Musik »nd Fackelzug einstimmig 30 Mark. * Ober Ursel, 9. Jan. Prinz Heinrich der Niederlande ist am Mittwoch abend im Sanatorium Hohemark einge- trossen, um sich hier, wie im Vorjahre, einer auf mehrere Monate berechneten Kur zu unterziehen. Das Gefolge nimmt in, „Hotel Bouser" Wohnung. Wie verlautet, beab- sichtig^ auch die Königin Wilhelmina, im Frühling wieder zu einein längeren Besuche ihres Gcinahls auf der Hohemark einzntrefftn. * Bad Homburg, 8 . Jan. Di« Stadtverordneten bewilligten in ihrer Geheim sitzung den städtischen Bolksschullehrern eine Ortszulage. Diese beträgt für Lehrer mit lvjähriger Dienstzeit 100 Mark, mit löjähriger Dienstzeit 200 Mark und mit 20jähiiger Dienstzeit 300 Mark für, Jahr. Man entspricht mit dieser Bewilligung einer Aufforderung der Wiesbadener Regierung, di« ihren Anttag damit begründet«, daß Homburg ein« der teuersten Städte Naffaus ist, ein« Ansicht, die allerdings vom Magistrat lebhaft bestritt«n wird und Gegenstand einer Erwiderung werden soll. * F. C. Bad Homburg v. d. H., 9. Jan. Der Landwirt Franz Joscp Hett zu Bad Homburg—Kirdorf hat vor nicht allznlanger Zeit von feinem dortigen Grundbesitz zwei Parzellen zu 3396 M bezw. 4770 M veräußert. Der Magistrat der Stadt Bad Homburg batte daraus von ihm unter Zugrundelegung des von Sachverständigen ermittelten Wertes 1136 Mark Werlznwachssteiier gefordert. Diese Veranlagung focht Hett als irrig an. seine Parzellen hätten einen bedeutend geringere» Wert. Mit seiner Klage hatte er aber ani Bezirksausschuß Wiesbaden gestern keinen Erfolg. * j. Wchrheim, 9. Jan. Dr. E Erb hier hat nach abgelegter Prüfung das Befähigungszcugni, zur Verwaltung einer Kreisarzfftelle erhalten. — Hier logiert« sich bei Schlossermeister Diehl ein angeblicher Monteur «in. Da sich d«r etwa 23 Jahr« alte Mann in Gasthäusern und bei seinem Logierwirt mit dem FeAbieten von Goldsachen verdächtig macht«, benachrichtigte man die Polizei. Durch Gcndarmeriewachtmeister Schuster aus Usingen wurden alsdann bei Durchsuchung der Wohnung des Verdüchtig-N, 4 goldene Uhren, Uhrkctt-N, Armbänder, Ringe und dergl. zu Tag« gefördert. Auf Befragen nach der Herkunft der Sachen, gab der Schwindler an, ste aus Paris erhalten zu haben. Einige Elvis ttugen jedoch den Aufdruck der Juwelierfirma Nippa in Höchst a. M. Der jug:nd- liche Spitzbube wurde sofort verhaftet und rn das Gefängnis nach Usingen gebracht. Me sich ergab, hatte «r der Höchster Firma «in Schreiben vorgelegt, in welchem ein Radfahrei- ver«in in Nied eine Auswahl von Eoldsachen wünscht«, um sie für Prämiierung von Mitgliedern anzutaufen, worauf der Juwelier dem Ueb-rbringcr Goldsachen im Wert von über 1300 Mark aushändigte. Der Bestohlene erhielt nun, nach Festnahme des Schwindlers, di« Goldiachen bis aus einige Stück« zurück, welch« der Dieb in Wehrheim verschenlt haben wollte. Ti-se Sach:n wurden unlerdesien bei dem Bürgermeisteramt vbgcliejeit, so daß die Finna Nippa keinen größeren Schaden erleidet. k. Ejchbach, 0 . Jan. Der Besitzer des weithin bekannten Gasthauses „Zur Sonne" hat den Wirtschoftsbetrieb eingestellt. * F. C. Wiesbaden, 9. Dez. Erhebungen über das Durchschnittsgewicht von Schlachttiercn werden von der Königliche» Regierung in, Laufe dieses Jahres vocgenommen werden «nd zwar aus dem Grund, weil von dem Gewirbt der Rinder. Kälber, Schafe und Schweine zum großen Teil die Güte des Fleisches abhängt und gerade aus der GewichtSfestellmig erst genau die Größe des Fleischverbrauchs ersichtlich wird. * F. C. Wiesbaden, 9. Jan. Seit dein 6 . Januar ist für von de» Provinzen Ostpreußen »nd Westprcußen eingeführ- tcs Vieh mit Ausnahme von Schlachtvieh eine achttägige Quarantäne festgesetzt. Bei der Entladung des Viehes aus der Eisenbahn ist eine anftsticrärztlichc Untersuchung der Tiere erforderlich. * Wiesbaden, 9. Jan. Auf d:,n hiesigen Haupibahnhof verstarb plötzlich an einem Schlaganfall der Vater des hier wohnhaften Splenglernieistrrs Maurer, als er beabsichtigte, in Begleitung seines Sohnes zur Beerdigung seiner Schwester nach auswärts 311 reisen. Der alte Herr war früher lange Jahr« Kutscher bei Kaiser Wilhelm I. * Grotz-Laudenbach, 8 . Jan. Ein hiesiger Schneider entwickelt« einen gesegneten Appetit. Er pcrpftichletc sich aus Grund einer Wette binnen 90 Minuten 18 Handkäie mit dem nöttgen Brot zu vertilgen. Er löste sein« Aufgabe spielend in 35 Minuten. Weil ihn aber noch „hungerte", verzehrt« er sodann in einer zweiten Wirtschaft noch ein« gehörige Portion Wurst nebst dem üblichen Salat Dann war er satt. * Diez, 9. Jan. Großes Glück hatte ein junger Mann i» Aull beim Rodeln. Er fuhr mit noch einem Mädchen ein« steile Straße herab, wobei er di« Herrschast über den Schlitten verlor und direkt in ein unten vorbcifahrcndes Pjerdcjnhrwcrk fuhr. Der Schlitten sauste zwischen dem Pserd und den Vorderrädern unter dem Fuhrwerk durch, ohne baß der jung« Mann und seine Begleiterin auch nur die geringste Verletzung erbitten. * Rotenburg a. F., 9. Jan. Bürgermeister Siming in Ersrode beging am 2. Januar den Tag der 50jährig«n Amtsführung als Bürgermeister. Am 2. Januar 1801 wurde er zum erstenmal für sein Amt verpflichtet. S. steht im 84. Lebensjahr. Ans Starkenbiirg. * Darmstadt, 9. Jan. Nachdem das Hoftheater erst im letz, icn Jahr« zahlreich- ihm srüher vom Eießener Zeughousc über- wiesenc wertvolle Rüstungen, Waffen und Harnischs unter der Hand zu billigem Preise an einen Altertumshändler verlaust hat, wird jetzt von einem ähnlichen Verkauf durch das Landes- museum berichtet. Diesmal handelt es stch um kostbare japanische Sachen, die der verstorben« Professor Scriba in Japan erwarb und dann dem Landesmuseum schenkte, wo sie jedem Kunstsreunde unter der Bezeichnung „Scribasche Stiftung" bekannt waren. Einen beträchtlichen Teil dieser Stistung hot das Museum jetzt an einen hiesigen Händler verkauft, um Mittel zur Erwerbung einer Madonna flüssig zu machen. Der Erlös au» den Sachen soll 34 000 Mark betragen haben, eine sehr gering« Summ« gegen den tatsächlichen Wert. Die geheimnisvolle Veräußerung der Ecriboschen Sammlung wird in den weitesten Kreisen als große Pietätlos,-kit gegen die Familie de» Sttfter, empfunden und dürfte i.rch den Gegenstand weiterer Erörterungen bilden. Lriirsveruht vom 8 . Januar 1914 der Mitteldeutschen Credilbanlr Altienlapitol u. Reserven SM. 70 000000 gegründet 1856. Franlsurter Bor,«. 4%Reichsanleih« 3'/. 3V, •/« Preuß. Consols 3*/. 4"/, Hessen 3'/.°,. „ 3% 4*/« Oeslerr. Goldrente 88.65 4% % „ Silbcrrente —.— ’ 4 % Ungar. Gvlorente 84.25 „ 4„ „ Kronenrrnte 82.-0 „ 3 „ Portugiesen Serie l 62 30 „ 3 „ „ III 64.50 . 4 %•/, Russen v. 1905 99.— 4% . . 1902 4 %% Japaner 4% Türken von 1903 4%Adnnnistr. Türke» Tllrkcnlovse BI. 98.20’', 85.25 . 76- . 85.50 „ 75.90 „ 96.70 . 83 45 „ 73.10 . 90.40 , 91.LO , 79.10 , 78.80 , 169.60 , 1 •/„% Griechen v. 1890 56.— 1»/.°/. Monopvl-Gricch. —.— 3"/, Buen.-Air. Pr. Anl. 67?/, 37«» Silber-Mexikaner —.— 10»'» Mex. Irrig, Anl. 66L0 1'/,'/, Chinese» 91.45 Buderus E.-W. Act. 111 .— Schuck. Elettr. Ges. „ 153.60 Eschweiler Äeigw. „ 270.40 Bochumer Gugstahl, 215 75' Ge, cnkirch.Oergw.Att. 187.25 Harpener Bergbau „ 176 — Hanrvg. Amt. Pak. „ 134.— Rordd. Lloqo „ , 1 , ■/, Berliner Iianbeis Anl 157 — Mittel». Crcbtlb. Akt 116.50 Tarmslädl. Ban! „ 116.% Deutsche Bant „ 250.75 Deutsch-Asiatßchc Banl 119.50 Diskonto llomm. Anl. 188 — Dresdner Bank Alt. 153 50 Oesr. Ereditanst. Akt. 203 % Lombarden „ -2.*/» Dtsch-Ubersee E.G. „ 163.V, Ocsterr.Slaasbahn „ 154.75 Höchst. Farbwerke „ 627 — Ehern. Fabr. Albert „ 4 0 50 Nütgerswerke „ 193 — Sleaua Jiomuna „ 149 0 Phönix Bcrgb. „ 237.50 Griesheim Elektron „ 24- »0 Zellsto» Waldhos „ .21.50 Holzvcrkvylungs-Jnd. 304.— Laurayüte „ 15 >..70 Privatdislvnr „ 3.25 Tendenz: behauptet. Berliner Bör,e. Berliner Handels Ant. —.— Deutsche Bank Akt. 250.'/» . Disk. Koinmandit Ant. 188 — „ Dresdner Ban! Atl. 153 % , Pet.Jut.Handelsb.Akt. 204.'/, „ Russ.Bank s. a. Hand. A. 160?/, „ Schanlung E. B. Alt. 128.25 „ Baltimore u. Ohio 89?/, „ Canada Pacific Akt. 2152/5 „ Prince Henri E. B.Alt. 157.75 „ Türtenloose AI. 17e>2/5 „ Londoner Atchiwn Topei« Doll. 9..— Southern Pacifi! „ 93.% Chicago Rock Ist. „ 13.75 MtssZiam.u.Tez.Si. „ 1 .75 Unwn Pacific. 162.50 U. S. Steel Common,, 60.31 Hohenlohewerke Akt. 134 50 , Dculich-Luxeulb.B.Alt. 134?/, „ Laurahütle Akt. 154 75 ., Ober,chle,,er E. Akt. —.— Phönix Bergbau Akt. 237.50 „ Rombachei zgütte „ 1o3.— „ Gelseukircheu Bergw. A. 187.50 „ Harpener Bergbau Ltt. 175.75 „ AUg.Clek.GeseUjch.Att. 239?'. .. Sicnlcas u. HalsieAtt. 224 75 „ Tendenz: behauptet. Bör,e. Amalgainated Copp. Doll. 74.31 Cyarrereo Cowsiany Lstr. 0.90 Cagrano Proptieiary „ 1.96 Golbfields „ 2.— Rano Armes „ 5.81 De Beer, Cowolid „ 17.81 Die Deposttenkasie Friedderg i. H. empfiehlt sich zur Vermittlung aller kankuiässigen ffm'liäftf An- und Bcikaui von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung tausender Rechnungen und provisionsjretrr Scheck-Conlt Umwcchsiung von Coupons und Sollen. 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