rinmmer 5 Willwom. den 7 . Januar 1914 . 7 . Jatjr^any L,c „elruc Lag«»,»'-:»«»- crichcint ,eden Werltag. Regelmätztge Beilagen „Der Hauer au, Helsen", „Die Spinnkol,»". Heiugoprei»: Bei den Postanstalle» vicrleliahrUch L(t. 1,'J5 bei den Agenten monailich 50 Pi'- f>in,u tritt Postgebühr oder TrSgertohn. Au,eigen : Grund,eile 20 Psg. totale 15 Pig, An,eigen von auswaris werde» durch Po lnachnahine erhoben Erfüll,mgsorl ssriedberg. Zchriftieitnng und Verlag Friedberg (Hessen), hanauerstratze 12. Fernsprecher 48. Postscheck>i5onto Nr. 4859. Amt Frontsurt a. AI. Dcbersicht. — Infolge der lehte» Niederschlage und der starken Schneeschmelze führen alle pommerschen Flüsie Hochwasser und treten vielfach über die User. Die Stadt Lauenburg ist |i,m Teil überschwemmt. — In den letzten Tagen wurden in der Umgebung von kissa drei Männer, darunter zwei Landwirte, erfroren auf- »efnnden. - Gestern sind der Fischer Unruh und seine beiden erwachsenen Söhne, als sie bei Zimmerbude das Eis de? KeckanalS mit Schlitten überschreiten wollten, durch das norsche Eis gebrochen und ertrunken. — In dem Petrolkumdepot der Firma Potthos brach in Lberhause» ein gewaltiges Feuer aus, das großen Schaden anrichtete. Mehrere Feuerwehrleute wurden schwer verlebt. — Die Meldungen von einem im lausenden Jahre bevorstehenden Besuch des Präsidenten Poinrari? werden in Vct--rSb»rg bestätigt. Es gilt für nicht ausgeschlossen- daß der Besuch des Präsidenten mit der Anwesenheit der eng- liulk'ii Königsfamilie zusammenfallen wird, die im Laufe dieses Sommers die Höfe der Grobmächte aufzusuchen ge- denkt. — In Lido» wurde ein russischer Stndent unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. Man fand bei ihm 50 Ausnahmen von den Festungen des Wilnaer Militärbezirks. — In türkischen diplomatischen Kreisen wird versichert, oasi die Vollmachten der deutschen iMitlärmission nicht beschränkt werden und daß die heutige Stellung der deutschen Instrukteure bestehen bleibt. Gustav Rrchland -j-. In dem bäuerische» Bade Tölz ist an, Montag morgen Biofelsor 1>r. Gustav Ruhland nach schwerem Leiden aus dem Leben geschieden. Seit langem wußten seine Freunde, datz die tüikische Krankheit, an tvelcher er hinsicchte, Unheil- bar, dnb scde Hoffnung auf Wiederherstellung ausgeschlossen war: ein so frühe? Ende war aber doch kainn zu erwarten. Mit tiefer Erschütterung steh-n wir an der Bahre des hochbegabten Mannes, vor dem endgültigen, den, viel zu frühen Abschlüsse eines in rastloser Arbeit aufgebauten Lebens- Werkes, dessen einziges Ziel es war, die deutsche Landwirtschaft. als die Grundlage unserer gesamten Volkswirtschaft, zu dauernder Sicherheit, Gesundheit und Blüte zu führen. Dir behalten uns eine ausführlich« Würdigung des Lebens und der Gedanken des Dahingeschiedenen vor: an dieser Stelle können wir nur mit kurzen Worten auf sein Wirken und seine Bedeutung eingeben. Gustav Ruhland wurde am 11 . Juni 1860 in Hessental im bayerischen Spessart als Sohn eines Landwirts und Post- balterS geboren. Er absolvierte die Realschule in Mainz, Füchte nach Beendigung des Militärdienstes kürzere Zeit V- Technikum Langensalza und betätigte sich dann als Volontär ans verschiedenen größeren Gütern Norddeutschlands, bis dir Tod seine? Vaters, den noch kaum Zwanzigjährigen ar die Aiisgabe stellte, selber die Bewirtschaftrnig des elter. 6’ ,ii Gutes zu übernehmen. Schon die Erbteilung mochte ihn aus schillere Männek und Fehler in den herrschenden An» schgliungen über ländliche Dinge aufmerksam. Ilnd alsbald verkitte der früh gereifte, reichbegabte Mann, sowohl auf dem Wege der praktischen Politik wie der theoretischen Arbeit richtigeren agrarischen Anschauungen zum Siegen zu verhelfen: dort als Mitkämpfer des Freiherr» von Tbünaen- Roßbach. hier unter der Anleitung des großen Volkswirt- schaftssehrcrs Albert Schacffle. Bereits in den Jobren 1882 bis 1881 erschienen, recht eigentlich hinter dem Pilug und der Sense entstanden, seine ersten agrarwissenschaftlichen -iten. Von der Generalversammlung der bayerischen L ->-dwirte in Töl, ivurde er zuin Referenten über das land- ■ irtich'stliche Kreditwesen und dann zum Mitglieds einer Kommission zur weitere» tlntersnchung dieser Frage bestellt: fsifi- Tätigkeit nab ihm Gelegenheit, in München und später in Tühinge» seine theoretischen Kenntnisse auf volkswirt- lil östlichen, Gehlste zu vervollständigen. Im Aultrage d"4 Isi'iten Bismarch unternahm er dann in den Jahren 1888 hi" lf<¥) eine ousaedebnte Studienreise durch Rußland. Eng- land, Indien. Australien, Nordamerika und die Donaiilön- der, ans welcher er die hauptsächlichsten Getreideproduktions- !änd-i- der Erde auf das Genaneste kennen lernte. Als er d'e'en Reisen -nrüchkehrte. war Fürst Bismarch bereits - ,. . r , jrinle gplchieden und der wirtichostlicbe Ca"rivi--- ,-ln.z yolli-ji, Anzüge. Unter diesen Uinständen wandt' sich "vu-ii-s '»nächst wieder der praktischen Landwirtschaft zu! ‘ • 'l'.'nschgstlichirn Ertrag seiner Studienreise legte er in : Vn:» S -> sste» nieder. Nach wenigen Jahren kehrte - z„r Wilienschakt zurück, indem er sich an der llni- Zürich als Dezent für Nationalökonomie habilitierte. ~ ■ .g--r t, 1 1 mnrde Ruhland auf Rat und Empsebsung .'"egne'? vom Bunde der Landwirte als volkwirtschast- ' nach B -lin berufen. ' n d>i Wende seines Lebens und sein weiteres wil'sen- ? Wirken bat sich bekanntlich eine Reibe schwerer i - ' sie gegen den Verstorbene» anocschlollen. an denen auch hier nicht völlig vorübergegangen werden kann. Wie haltlos die Behauptung war, daß Ruhland mit dieser Aenderung seiner äußeren Lcbensverhältnisse auch einen Wechsel in seinen agrarpolitischen Ansichten vollzogen habe, hätten seine Gegner schon daraus ersehen müssen, daß eine volkswirt- schastlichc Autorität von dem Range Adolf WaanerS doch ge. rade auf Grund der bis dahin veröffentlichten Arbeiten Ruh- lands, die die Angreifer als im Widerspruche mit seinen beim Bunde der Landwirte vertretenen Anschamingen stehend erklärten, ihn dem Bunde der Landwirte als den einzigen Gelehrten empfohlen batte, dessen Grundanschanuilgen damals mit denen des Bundes im wesentliche» übereinstimmten. Jeder, der Rnhlands erste Arbeiten wirklich kannte und seine wisscnschgstliche Entwickelung unbefangen verfolgte, mußte sehen, daß Ruhland zwar eine dane.-ndc Gesundung der deutschen Landwirtschaft nur von grundlegenden Aenderungen unserer Landwirtschafts- wie unserer gesamten Volkswirtschaftspolitik erwartete, und deshalb auch Mitteln von der Bedeutung des Schutzzolles, als nicht „organischen" Maßnahmen, nur einen bedinaten Wert beiinaß, daß er sich aber nicht im geringsten in Widerspruch mit seinen vorher vertretenen Auffassunaen setzte, wenn er zugleich für die Mittel eintrat, die zum Schuhe der Landwirtschaft notwendig er- schienen, so lange an eine völlige Neuordnung unserer Volks- wirtschast, wie sie ihm vorschwebte, tatsächlich nicht zu denken war. Jeder »»befangene Beurteiler mußt« auch erkennen, daß da? Verhältnis zwischen Rnbland und dem Bunde der Landwirte in einer gegenseitigen Anregung und Befruchtung bestgnd, bei welcher beide Teile ihre Anschamingen und Erkenntnisse erweiterten und vertieften. Er mußte schließlich auch sehen, dnß ein Mann von dem Temperament und dem praktischen Willen Rnhlands, dessen ganze wissenschaftliche Arbeit darauf eingestellt war, der Landwirtschaft so schnell als möglich vraktilch« Hisse zu bringen, in besonderem Maße aus der BrariS, ans der tatsächlickien Entwickelung der Dinge lernen mußte. Und wer die Angrisse gegen Ruhlonds wissenschaftliche Persönlichkeit unter diesen einfachen und ksoren Gesichtspunkten betrachtet, der kann nur zu dein Schlüsse kommen, daß jene Angrisse einem tief bedauerlichen Mangel an wissenschaftlichem Verständnisse wie an Ge- wissenbastigkeit entsprangen, und daß sie ebenso bedauerlich wie haltlos gewesen sind. Ans di« zahlreichen Arbeiten und die uni'ungreickle praktisch-wissenschaftliche Tätigkeit Ruhlands kann hier und heute nicht naher cingegangen werde». Wer seine Leistungen unbefangen würdigt, wird dem Dahingeschiedenen das Zeugnis nicht persaaen können, daß kne Wi>-tfchastSwilseiiilhait in ihm einen Gelehrten von nngewöhnsicher Energie de? Denkens, von besonderen! praktischen Sckiarfblick und von einer kan- su llktiven Schöpferkraft verloren hat, wie sie nur einer genialen Anlage verliehen zu sein vkl-.gt. Noch mehr aber liegt uns am Herzen, an seiner Bahre von anderem zu zeugen: Van seinem warinkerziaen Idealismus und seiner unbestechlichen Ueherzeugiinastr.'lle, die sich auch dann nicht beirren li-'ß. wenn sein? Freunde nick't in allen Konsegnenzen seine» Theorien folgen konnten: einer Ueberzeugunastreue, die ihn zugleich trieb, für da?, was er als wahr erkenlstc, Ulster Einsetzung seiner tollen Perlönlichreit zu kämpfen. Wie v'ii wenigen gilt von ihm das Warst , O.-ra ich hin ein Mensch gewesen, >»id das heißt ein Kämpfer lein." Kannst und Arbeit waren der Inhalt diele? so triaisib abgeschlossenen Lebens, das unter dem Uebermaß an Arbeiten und Kämpfen viel zu früh ziisainnien- brach. Wer es heule riickülicke.ch »beiüd ut, der empfindet, daß noch ein anderes Dichtertvoet über u n gestanden und gewaltet hat: „Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann, es komnlt die Nacht, da.e niemand wirken kann!" Einer der besten Sestne d s denE-k Bauer,,l> >ns, tut G»stav Rn lila nd gezeigt, was deutsche Bai ernkräli »e> mag. Wir werden mit der gesamten deutschen Landwirlschast das 5sngedenken des verdienten, iiberze>ignngstrcue», tapferen Mannes in i hren hgltenl Sri! Lniow ii»h die Honaldkmkrlltik. In der Münchener „Allgemeinen Zeitung" bespricht der lnkannte konservative Schriftsteller Wolsgang Eisenhart davon »ns mehrfach erwähnte Buch Hermann Hofmanns über den Fürsten Bismarck 1890—1S::S. Dabei ccwähnlc er einige Aussprüche des Fürsten, die zwar bekannt sind, aber immer wieder in den Mittelpunkt der Erörterung gestellt zu werden verdienen. So sagte Fürst Bismarck einmal zu dein Herausgeber des Buches Hermann Hofmann: „Keine Regierung ist für das Land lintercfse so sei >d- lich wie eine scklwache. Eine Regierung muh vor allen Dingen fest und energisch sein, nötigenfalls sogar mit Härte Vorgehen. TaS ist zur Erhaltung des Staates nach außen wie nach innen nötig. Eine Regierung, die an de, Neigung krankt, ttonflikten auS, »weichen, notwendig« Kämpfe zu unterlassen »nd sogar ausländischen Wünschen immerfort nachzugcben, verfällt unrettbar dem Unter- gang. Sie gelangt sehr bald dahin, sich überhaupt nur noch durch Zugeständniise erhalten zu können, von denen das eine das andere nach sich zieht, bis von der Staatsgewalt überhaupt nichts mehr übrig ist." Daß diese Bemerk,ingen für alle Zeiten passen, bedarf wohl jetzt gerade besonderer Hervorhebung nicht, lieber die Sozialdemokratie äußerte sich Fürst DiSinarck gelegentlich folgendermaßen: „Die Sozialdemakratic rüstet sich im stillen so lange, bis sie die Kraft in sich fühlt, dem Staat »nd der bürgerlichen Gescllsck>aft den Hals abznschneiden, >vas sie sosos tun wird, sobald sie es kann, Sache des Staate? ist es sie nicht dazu die Macht erlangen zu lassen. Dies? Aufgabe kann nicht im Wege des Paktiere»? und durch Kompromisse mit der Sozialdemokratie gelöst werden, sondern nur durch Kampf. Je eher dieser Kamps gufgenommen wird, um so größer sind die Chance» eines baldigen und nicht zu teuer erkauften Sieges," — „Die Sozialdems kratic stellt sich überhaupt außerhalb der staatlichen Oid- nung und der Gesetze, Deshalb ist es nur logisch »nd bc. rechtigt, daß man zu ihrer Bekämpsinig Ausnahmegesetze anwendet, die nicht für alle Staatsbürger gültig sind, die ihrerseits die StaatSgesetze respektieren. In einer solchen Spezialgesetzgebung besteht die „Repression", die nach der kaiserlichen Botschaft vom November 1881 gleichzeitig mit der sozialen Fürsorge zu ersolgen hat. Wenn man die eine Hälfte der Botschaft ausführt, die andere aber ignoriert, so muß da« zum Unheil stihren." Irgend welcher erklärenden Znsatzbemerknng bedürfen diese treffenden und schlagenden Worte nicht. Der Gipfel. Daß die meisten Margarinchändler Meister der Reklame sind, ist wohl bekannt. Den Gipfel aber hat ein Herr Wa!d- hcim in Hildesheim erreicht. Er läßt Briese »mhertragen, die genau so gefaltet sind wie amtliche Schriftstücke, Die Briefe sind mit einem blauen Siegel geschlossen, daS den preußischen Adler und die Umschrift: „Kanzlei für Erbau- gclegnheiten" trägt. Auf der Vorderseite des Schreibens befindet sich die Herkiinftsbezeichnung: „Zentral-Kanzlei lür Erbangelegenheiten". Ocstnct inan dar Schreiben, so findet man eine Aufmachung, wie sie amtlichen Schriftstücken eigen ist, so daß der nicht besonders vorsichtige Leser tatsächlich in den Glauben versetzt wird, ein amtliches Schriftstück vor sich zu haben. In dem Schriftstücke beißt es nun, dnß der Empfänger als alleiniger Erbe des Vermögens eines vor zwanzig Jahren ans Deutschland nach Porto Santa Maria ansgewanderten Mannes in Betracht komme: er werde da- her aufgcfordert, eine Erklärung abzugeben, ob er gewillt sei, die Erbschaft anzutreten. Er müsse aber weiter z» Protokoll geben, daß er bereit sei, die einzige im Testament enthaltene Bedingung des Verstorbenen zu erfüllen, Daniit ist die erste Seite beendet. Ans der zweiten Seite befindet sich nun die Bedingung, Der Empfänger soll sich verpslichten, inir gewisse Margarinemarken statt der teueren Netnrhlltter zn verwciidcn. Ans der dritten Seite liest man dann die weiter Mittelung, daß besonders „große AnSnnlinietagc" iu Margarine lei Herrn Waldheim stattsinden sollen und daß jeder, der ein Pfund Margarine für 80 oder 00 Pfennig kauft, außer den wertvollen Gutscheinen, nach denen er sich beliebige Zugabe- gegenstände aus dem Zugabevcrzeichnisse wählen kann, noch außerdem ein ff, Bilderbuch und einen ff. Bierbecher „vollständig gratis" erhält. Ob diese einerseits gerissene, andererseits doch unendlich plumpe Reklame unter da? Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sällt, mögen die zuständigen Stellen prüfen, 11,12 interessiert vor allen Dingen, daß der Käufer von einem Pfunde Margarine für 80 Pfennig außer sonstige^ wertvollen Zugaben auch noch ein Bilderbuch und einen'Bier- beckier erhält. War muß doch diese Margarine für ein kostbares Zeug sein, wenn man ihren Käufern derartiges Bieter kann! (Oiifrlt p. l’r.itfr «or iw« KmMmchl. S,»» die i'vil»en alinng m s die Kn* darmcrie zu cnergiiä m !l cgi '» '» r-ra i 11 übrigen sei er bei dcu Borsiillen - an er - O-" >:n> - gewesen und hätte letzten Endes allein c den, w, tu» war. Zeuge Staatsanwalt Krause l ,! t-on m- i>r n . Leuten gehört, daß lick Offiziere und -> -> ' tfr. 5 Obersten wegen zu anstrengenden Dienstes beschwert hatten. Darauf habe man auch zwei Selbstniorde von Unteroffizieren znriickgefiihrt. Die Bevölkerung von Zabern habe es unangenehm empfimdcn, daß der Oberst sie mit „Leute" an- acredet habe. Es habe auch eine Aniniosität gegen den Obersten und den Leutnant v. Forstner bestanden, sonst batte das Wort „Wackes" nicht eine solche Empörung ausgelöst. Ter Zeuge dcbauptet, daß an, 28. November, den, Haupttagc, als die Verhaftungen vorgenonimcn wurden, eine fast gespenster- haste Ruhe auf den Straße» hcrrickte. Leutnant v, fror stirer bestätigt als Zeuge die Be- schimvsungen der Offiziere. Unter den Tumultuanten auf eu Straße befanden sich zwar auch Kinder, aber in der Hauptsache junge Burschen von 20 Jahren. — Auf Befragen bestätigt der Zeuge noch, daß er zirka 1100 anonyme Briese und Karten erhalten habe. Am zweiten Verhandlungstage bekundete ein Leutnant B e ck e r , daß er nach der Turnstunde einen jungen Meirichen verhaftete, der ibm absichtlich den Weg vertrat. In der Pan- durennacht führte der Zeuge eine Abteilung und ließ eine Anzahl Verhaftungen von Demonstranten vornehmen, die nmherstanden, zrischauten oder lachten. Als ein Tluchtver- such vorgenommen wurde, gab er Befehl, von der Waffe Gebrauch zu machen, zunächst von der kalten Waffe. Ein Mirs- ketier habe ibm am nächsten Morgen seine zerkratzten .Hände gezeigt. Bei den Tumulten zeigten sich kolossale Meirschen- r-' ssen auf der Straße. Polizeiorgane waren wenig zu sehen. Die Zeugin Fra«, E v e r s will wiederholt Besrhimpfun- gen der Offiziere gehört haben: Gelächter und Drohungen aegen sie waren an der Tagesordnung. Die Svitznamen des Obersten „Silberkaninchen". „Blutsauger", „Sauvreuß" und „Schloßgeist" waren in Zabern gang und gäbe. An den Be- leidigungen der Offiziere beteiligten sich Zaberner Bürger und Auswärtige. Einzelne boten 10 J(, wenn tüchtig Bebau gemacht würde. Fabrikarbeiter hatten vereinbart, Miilhäuscr Genossen zum Brovozieren eines Krawalls bcr- ar,zuziehen. Es wurde auch davon gesprochen, einen Offizier ins Wasser zu werfen. Ta die Zeugin diese Beleidigungen der Offiziere verurteilte, sei ihr mit dem Bovkott gedroht worden, lim in ihrem Geschäft — die Zeugin betreibt einen Zigarrenhandrl — nicht geschädigt oder ruiniert zu werden, unterschrieb sie schließlich beim Bürgermeister eine Erklärung zu den Vorfällen, die ibr vollständig gegen den Strich ging. Auf ihre Klagen beim Bürgermeister soll dieser gesagt haben, die Zaberner leien nicht so schlimm, wenn sie gegen den Leutnant v. Forstner Stellung nähmen, dann wollten sie ihn nicht gleich umbringen. Tie Zeugin erzählt noch, daß kür den Obersten sie al? echten deutschen Mann geschwärmt bade, von dem man manchen hübschen Zug weiter erzählte und der besonders einmal ihr gegenüber mit seinem Lab der Elsässer und der Schönheiten des Landes nicht zurüikgehalten habe. Es folgte die Vernehmung einer langen Reihe von Osfizieren und Unteroffizieren, die übereinstimmend die Bekundungen über Ausschreitungen des Publikums bestätigten. Zwischendurch wurde eine Reihe von Insassen des Pandurenkellers vernommen, und den Soldaten gegenllberge- stellt. Sie erklären, nicht zu wissen, weshalb sie verhaftet wurden, denn sie hätten weder gerufen noch gehöhnt, noch gcpsiffen. Die Schreier seien Kinder von sechs bis sieben Jahren gewesen. Die Begleitmannschaften des Leutnants v. Forstner, die diesen auf seinen Besichtigungsgängen mit Gcwehr beschützen mußten, bestätigten die schweren Beleidigungen und Zurufe, weshalb sie zu den Verhaftungen schritten, die durchaus gerechtfertigt gewesen seien. Zeuge Hauptmann Brunswig erzählte ein Erlebnis Im „Karpfen". Als er sich dort aufhielt, kamen 7 Arbeiter herein, die sich in auffälliger Weise benahmen. Sic hätten sich verabredet, abends in den „Karpfen" zu kommen, die Gasleitung abzureißen und die Offiziere anzugreifcn. Dann würden die draußen den Lärm Horen und es würde los- gchen. Als er sich im oberen Saale des „Karpfen" befand, sei ein Herr auf ihn zngetreten, der sich als Redakteur der Straßburger Zeitung vorstellte. Ter Herr nieinte, die Tumulte auf der Straße ständen mit der angeblichen Beleidigung der Zaberner in keinem Zusainmenhang. Die Tu- wumianien seien alles Radaubrüder, gegen welche der Kreis- direktor und der Bürgermeister polizeilich einschreiten sollten. Vor allen« mühten die Eltern aufgesordert werden, ihre Kinder zu Hause zu lassen, damit d'-e Beleidigungen der Offiziere aushNk^n. Tie Erzählungen von Zivilzeugen siihrten mitunter zu erregten Aenßerungen über das Vorgehen des Militärs. Man habe dabei einen Begriff bekommen, wie es in« Kriege zugehcn müsse. Bewegung ries die Aussage hervor, daß die Einge- spcrrten tut Keller ihre Notdurst verrichten mußten.— Ter Schreiner Levy, gegen den sich das Militär des HmiSsriedenSbrucheS schuldig gemacht haben soll, bekundete, daß er nicht gerufen und geschrien habe, und sich auf der Halste der steinernen Treppe vor dem Hause befand, als ihn« seine Hauswirtin zuricf: Gehen Sie weg, sonst werden Sie auch noch gefaßt! Er batte gerade noch Zeit, die Haustürc zuzuschlagen, als die Soldaten auch schon eindrangen. Cr flüchtete zwei Treppen hoch, von wo ihn die Soldaten her- nnterhollen und ihn in den Pandurcnkeller brachten. Zeuge Rechtsanwalt Mayer fungierte an dem Kra- walltagc als Verteidiger in Zabern. Er hat während seines viertägigen Aufenthaltes dort keine Aufregung in der Bevölkerung beinerkt. Der Zeuge Schall bekundete, daß Oberst v. Reuter ihm das Wort „Lump!" entgegengerufen habe. Der Oberst gibt das zu: der junge Mensch sei ihm ihn flegelhafter Weise mit den Händen in den Hosentaschen entgegengetreten. Zeuge D e n k e I beschwerte sich scharf über die Art und Weise, wie er in den Keller transportiert worden sei. So eine Behandlung werde keinem Hunde zuteil. Noch eine Reibe weiterer Beschwerden brachten die Insassen des Pandurenkellers über ihre Bebandlnna vor. So beschwerten sie 7 «teur Lageszeitung. Mittwoiy- ven 7. Januar 1914. sich, daß ihnen zum Kaffe „Kaiserkuchen" gereicht «vorder« sei — damit ist Komißbrot gemeint. Lebhafte Klagen wurden auch darüber geführt, daß beim Transport der Festgenonnric- neu nach dem Aintsgericht die Soldaten drohten: Wenn Sie nicht bei mir bleiben, renne ich Ihne das Bajonett durch den Leib! Sechs Zeuger« blieben nnvereidigt. Alle übrigen, auch die Frau Evers, der ihren Aussage noch einmal vorgehalten wurden, «vurden vereidigt. Die Verhandlung Ivurde darauf auf morgen vormittag 9 Uhr vertagt. Als sich Leutnant v. Forstner «nit zwei Kaineraden zum Babuhof begab, folgte ihnen eine größere Mensihenmenge, so daß die Offiziere schließlich die elektrische Bahn bestiegen. In diese,» Augenblick wnrden Hohn- und Pfuirufe laut. Die Polizeibeamten tvaren nickt imstande, die Offiziere vor dieser peinliche,« Szene zu schützen. Cagesnkers«cht. Deutsches Aeich. :: Der Kronprinz und die Affäre von Zabern. Di« Behauptung der „Fianlfurter Zeitung", die «vir gestern gebracht haben, der deutsche Kronprinz habe schon vor den Ereignissen von Zabern an den kommandierenden General v. Deimling ein Telegramm geschickt, welches die Aufforderung zu einem schaffen Vorgehen enthielt, wird der „Telegraphen-Umion" von bfftunterrichtetcr Feite als durchaus unrichtig bezeichnet. Richtig ist einzig und allein, wie wir wiederholen, l>aß der Kronprinz dem Oberst v. Reuter für sein Eintreten für die Ehre und das Ansehen der Armee seine Anerkennung ausgesprochen hat. Demgegenüber fyäii di« „Franks. Ztg." heute ausdrücklich ihre Behauptung aufrecht, der Kronprinz Hab« an den General v. Deimling zwei Telegramm« geschickt. :: Polizeipräsident von Iagow und die kommandierenden Generäle. Bon verschiedenen Seiten war berichtet worden, die kommandierenden Generäl«, die am Reujahrstog« wie all. jährlich in Berlin versammelt waren, hätten dem Polizeipräsidenten von Iagow als Ehrengast zu ihrem Neujahrsdiner «ingeladen. Wie das „Berl. Tagebl." hört, verhält cs sich damit folgendermaßen: Das alljährliche Festesten der kommandierenden Generäle ist eine private Veranstaltung. Es steht den einzelnen Teilnehmern frei, Gäste zu dem Diner anzumel. den. So soll auch Herr von Iagow als East eines Festteilnehmers und nicht als Gast der Gesamtheit der kommandierenden Generäl« an dem Diner teilgenommen haben. Bier Matrosen wegen Aufruhr verurteilt. Wegen militärischen Aufruhr, verurteilt« gestern das Marinekricgsgericht die Marineartilleristen Koebk« zu 3 Jahren 4 Monaten. W-ber 2 Jahren g Monaten, Langenwcg und Lickcseld zu je 2 Jahren 8 Monaten Gefängnis. Es handelt sich um eine Krawalljzene, die die Angeklagten mit «nehreren nicht zu ermittelnden Kameraden in dem Forts Stffrn herbeiführten, indem sie einem Feuerwerker, der an diesem Tage den Offizier im Dienst vertrat, den Gehorsam veriveigerten. :: Rätselhaftes Verschwinden eines Generalkonsuls. Der Eroßh. hest, Generalkonsul W. Kempff, ein bekanntes Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, wird, wie «ne „Hamb. Rachr." seit einigen Tagen vermißt. Sein Dcffchwinden wird mit Uebertretungen gegen den 8 178 des 2. E. B. in Zusammenhang gebraiht. England. :: Unwetter in England und Schottland. Uebcr den Norden Englands und Schottlands ist aufs Neue schweres Winterwetter hereingebrochen und ans verschiedenen Teilen des Landes werden hfftig« Schneestürme gemeldet. In Derbyshire sind die Flüste Wlyc und Derwent über die Ufer getreten und über Lothlans und DerwiSshir« ging ein Blizzard nieder, der in kurzer Zeit den Boden mit 8 Zoll Schnee bedeckte. Am Kanal wurde die Ost- und Südküst« von schweren Stürmen heim- gesucht. Der deutsch: Dreimaster „Ludwig Reidermann", der am Sontag im Shorehamhasen sestlief und gfftern frei gemacht wurde, Ivurde von einem scharfen Südlvestwind gefaßt und von den Wellen auf den Strand gewoffen. Alle Anstrengung, das schiff mit Hilfe von zioei Schleppern bei der Flut flott zu machen, waren ergebnislos. Rußland, :: Dis Gärung in Sibirien. Die revolutionär« Gärung in Westsibirien und anderen Landesstrichen Sibiriens hat «inen sehr ernsten Charakter angenommen. In Tschita wurde MM. tär konsignicrt. Fast allnächtlich finden Haussuchungen statt und zahlreich« Berhafdungen werden vorgenommen. Bisher dürsten etwa 288 Personen verhaftet worden sein. Die Leitung der Bewegung effolgt, wie di« Behörden sestgestellt haben, von den russischen R-.voluiionszentien aus. Türkei. :: Die Veränderungen in der türkischen Diplomat««. Der Korrespondent der „Franks. Ztg." meldet feinem Blatt« aus Konstantinopel, daß die Abberusung d:s tückischen Botschafters in Berlin, Mahmud Mukhdar Pascha, in der türkischen Hauptstadt große Beachtung gefunden hat. Die plötzliche Abberufung Mukhtars, der am Berliner Hose als persona grata galt, wird aus polittsche, mehr aber noch auf persönlich: Beweggründe zurückgeführt. Man glaubt nicht, daß Mukhtar Pascha den ihm angebotcnen Posten eines Armeeinspektors onnimmt, sondern, daß er es vorziehen wird, in das Privatleben zurückzukehren. lieber seinen Nachfolger hat die Pforte noch keinerlei Beschlüße gefaßt. Man hält es indesten für wahrscheinlich, daß bet Botschafter Rifaat in Patts nach Berlin versetzt und der Pariser Posten für eine andere Persönlichkeit srei gemacht wird. China. :: Die inneren Schmierigkeit!«. Der „Daily Telegraph" meldet as Peking, daß die Kommission der Berwallungskon- fcrenz di« Auflösung des Parlaments und die Einberufung «i. nes neuen im Sommer oder Herbst «mpsohlen hat. Dieser Beschluß bedarf allerdings noch der Bestätigung durch die Konferenz selbst. Es wird versucht «oerden, so viel als möglich aut Seit» 2 bürokratischen, Wege zu reoigonisieren, bevor das neue Parlament eingreifen kann. Besonders denkt man bei dies«!. Re. formen an den Staatsschatz, der an der größten Knappheit leidet trotz aller Versuche, Gelder aus der Provinz zu erhalten. Bereinigte Staate». :: Untergang d» »Oklahoma". Die Hamburg Amerika- Linie erhielt ein drahtloses Telegramm des Kapitäns Eraals vom Hapagdampfer „Bcoaria", das Einzelheiten über die Ka- tasttophe des Petroleumdampfers „Otlahoina" enthält. Kapi. tän Eraals berichtet, daß in der Sonntagsruhe die „Oklahoma" plötzlich gerade vor der Koinmandobrücke in zwei Teil« barst, ohne daß vorher an Bord «ine Explosion stattgefunden hätte und überhaupt irgendivelche Gründe hierfür anzugebe» wäre». Das Hintere Stück des Schisfes sank innerhalb zweier Minuttn mit sämtlichen auf ihm bffindlichen Heizern, während der vorder« Teil durch die wasserdichten Schotten über Waster gehalten wurde. Kapitän Eraalf setzte sofort Rettu«:gsboate aus und mit Hilfe eines am Vorderdeck festgcmachtur Seiles gelang es den Rettungsmamischaften, die meisten der aus Vorderdeck befindlichen Personen zu retten. Der Kapitän erklärt weiter >» seinem Telegramm, daß die amerikanisck-en Schiffe zwar die Hilferufe der „Oklahoma" wertergaben, aber selbst nich« zur Unfallstelle eilten. Di« „Bavaria" sei als erst« an dem Schau, platz der Katasttophe augelangt. Bereinigte Landwirte. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die ani Donnerstag, den 8. ds. Mts., zu Frankfurt a. M. iin Saale der „H a r m o n i e" (Sachsenhauscn) stattfindende Hauptversammlung aufmerksam. Um Vfc2 Uhr beginnen die Borbrindluo^en über den Treberpreis, da bis dahin die endgiltige Antwort der Brauereien eingetrofsen sein wird. Die jährliche Hauptversammlung beginnt um 3 Uhr. Neben der durch die Satzungen vorgeschricbenen Tagesordnung machen wir besonders auf den Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordncten Strack, Landgcrichtsrat zu Gießen, aufmerksam, der über den Wehrbeitrag mit bcsow derer Berücksichtigung der Landwirtschaft sprechen wird. Da dieses Thenia gerade in der gegenwärtigen Zeit von größtem Interesse ist, so hoffen wir auf einen starken Besuch. Die Kikßenkr elektrilchk Abkrliuld-Zelili-alc- Als unser Oberbürgermeister kürzlich, nachdem erst feir Gehalt um 2000 erhöht war. plötzlich so leidend wurde, daß er nach ärztliche,n Gutachten nicht mehr im Stande war. fein Amt weiter zu führen und sich pensionieren ließ, da koiinte man sich schon denken, daß nach seinem Weggange einige heiße Kohlen für seinen Nachfolger liegen bleiben würden. Eine kürzlich abgehaltene Geheimsitzung der Stadtverordneten hat nun diese Vermutung vollauf bestätigt und dargetan, daß unser Elektrizitätswerk resp. die damit verbundene Ueberlandzentrale wohl die gliihendste dieser Kohlen darstellt. Um zirka 600 000 M ist der Voranschlag der Uebcr- landzentrale überschritten, für diese Summe ist keine Deckung da und jedenfalls wird sich auch keine nur annähernde Ncn- tabilität der Anlage erzielen lassen. Ursprünglich war das Elektrizitätswerk klein angcfan- gen. Es sollte später vergrößert werden, aber in der Hnupt- so che dazu dienen, außer der Beleuchtung der Stadt vor allen Dingen es zu ermöglichen, vermittelst elektrischer Straßenbahnlinien den Verkehr, der durch veffchicdene Nebenbahnen in den letzten Jahrzehnten ganz von Gießen abgelenkt war, wieder für die Stadt zurückzugewinneu. Nun hielt es aber schwer, den Oberbürgermeister nur dazu zu bewegen, die beiden jetzt bestehenden Straßenbahnlinien in der Stadt zu befürworten, dagegen legte sich mit feiner ganzen Autorität für die Ueberlandzentrale — „das Steckenpferd des Herrn Oberbürgermeisters", — wie es einmal offiziell genannl wiirde, ins Zeug. Das Schlimme bei der ganzen Sache ist nun, daß nur mit einer Gemeinde (Krofdorfs ein Vertrag besteht, der dieselbe zur Abnahine eines bestimmten Ouan- tums Stroin, oder zur Zahlung einer bestimmten Mindest- snmme verpflichtet, welche der Stadt ine Zinsen ihres ausge- wanden Kapitals garantiert. Alle anderen Gemeinden sind an keine derartige Bcsttmmung gebunden und brauchen nur ?'.« bezahlen, was sie an Strom beziehen. Man hat s. Zt. ans Antrag des Oberbürgermeisters und Befürwortung de? Stadtverordneten Grünewald die Kommission des Elektrizitätswerkes bevollmächtigt, selbständig, ohne die Stadiver- ordnetensitzung zu befragen, die Verträge mit den Genieinden abzuschließen. Die Kommission hat sich nun von dem Gedanken leiten lassen, daß durch den Anschluß von Motoren au! dem Land dem Werke namentlich bei Tage, während die Beleuchtung ruht, der Strombedarf entnommen wiirde. Diese Hoffnung hat sich insofern nicht erfüllt, als nur das eine gioße Chamottewerk bei Mainzlar tagsüber ständiger Ab- nchmer ist, während die sonst, wenn glich in größerer Anznht nufgestellten Motore z. B. bei Metzgern und Bäckern auf dem Lande nur ganz kurze Zeit, täglich vielleicht Vz—1 Stunde im Betrieb sind. Ein weiterer llebelstand bei der lleberlaiidzentrolc besteht darin, daß die Rechnung derselben nicht für sich, wie bei der Straßenbahn, geführt wird, sondern, daß sie «nil dem Betrieb des ganzen Werkes verknüpft ist. Es ist dadurch gar nicht möglich, herauszufinden. waS die lleberlandzen- trale einbringt und es kann somit alles, was die Stromabnehmer in der Stadt gut niachen, bei der Belenchtung der Ortschaften des Ebsdorfer Grundes wieder drauf gehen, ohne daß es jemand merkt. Zirka Y* der gesainten Schulden bei Stadt sind in dem Elektrizitätswerk und der Ileberlandzen trale investiert und deshalb können auch die Stenerzahlel mit Recht verlangen, daß ihnen wenigstens einmal über dek Monat Dezember öffentlich der Nachweis geliefert wird, si!« welchen Betrag a» jedes einzelne angcschlossene Dorf Stromabnahme stattgcfunden hat. lieber die erwähnte Gchcimsihuna bat der Leibjonrnalist Nr. 5 Wie xaflesjettung. wittBoä, t*n 7 . aonaat 1314, Efiff I des Oberbürgermeisters, von dem der verstorbene Professor Biermer einmal öffentlich behauptet hat, dah ec sich als aufdringlicher Berichterstatter täglich mit der brennenden Zigarre iin Rathaus lästig mache, wahrscheinlich auf höhere Weisung in einem Gießencr Blatte und in der „Frankfurter Zeitung" einen Bericht erstattet, der die Sache zu beschönigen sucht und nur die Ausführungen eines sozialdemokratische» Stadtverordneten wiedergicbt, der bedanert, dah ('ließen nicht schon früher eine Ueberlandzcntrale errichtet hat. weil die Stadt jetzt durch die Konkurrenzzwecke das Netz nicht mehr weiter ausdchnen könne, Es reimt sich dies nicht mit dem weiteren Inhalt des Berichtes zusanimen, der be- l ruptct, das; die Stadt den Strom billiger produziere, als die andere» Werke. Wenn, wie es scheint, die Stadtverordneten keine klare Uebcrstcht über die ganze Sache erhalten haben, dann sollte man die verantwortlichen Beamten und eventl, die Kommission sur den Schaden verantwortlich machen. Ans der Heimat. * Friedberg, 7. Fan, lSchöffengerichts, Ein Fahrbursche von ffsscnheim erhielt wegen Körperverletzung 20 Mark Geldstrafe, Tr hat mit seinem Fuhrwerk die Leiter, worauf ein Monteur ilcnd und arbeitete, umgesahren, so dah dieser heruntersiel und sich verletzte. — Ein Fuhrmann von Friedberg und ein Milch- fuhrmani, von Dorheim sind wegen Diebstahl, bczw. Hehlerei angellagt, wurden aber frcigeiprochen, — Ein Fuhrmann von Echzell erhielt 15 Mark Ecldstras«, weil er einem anderen Kutscher mehrmals mit der Peitsche aus den Kops geschlagen rat. — Wegen Tierquälerei — weil «r einen Hund getreten ratt« — erhielt ein Schweizer von Frii^berg einen Etrasbe- ehl. Auf seinen Einspruch wurde er freigesprochen, — Ein t7- jährges Dienstmädchen von Bruch: »brücken hat einem Instrumentenmacher in Friedbcrg 50 Mark «nlwendet, wofür sie sich Kleidungsstücke anschasttc. Wegen Diebstahls angeklagt er. hielt sie eine Woche Gefängnis; sie fall jedoch der bedingten Begnadigung vorgeschlagrn werden, — Ein Chauffeur von Frankfurt a, M, hatte «inen Strafbefehl über 15 Mark erholen, weil er auf der Kreisstraße Bad-Nauheim—Friedberg mit einer Geschwindigkeit von über 15 Km, gefahren ist. Sein hier, gegen erhobener Einspruch wurde verworfen, * Friedberg, 7. Jan. Im hiesigen Zentraltheater kommen vom 7.—0. Januar ab die beiden Dramen „Die Ganklerin und der Gefangene" zur Aufführung, Herrliche koloriert« Natur, aufnahmcn, insbesondere Normannisch« Derglandschasten, wechseln mit den neuesten Tagesereignissen, di« „Path« Journal 210 b" zeigt, ab, * Ucbcr den Winter W» Jahre» 1740 schreibt ein Chronist folgendes: „Der Winter dieses Jahres war sehr hart und lneng, besonders hart war die Kälte am S„ 10, und 11. Jan,, !o dah dos Thermometer viel tiefer stand, als in vorhergehen- t-en Wintirn. Es find vielen Menfchn Hände, Füg«, Nase und Zehen erfroren, namentlich Soldaten, die Schildwache ficilden. B!eles Vieh ist erfroren, tn einem Stall« sogar 40 Schaf«, Ein« Zeitungsnotiz au, Mainz vom 22, Februar 1710 fagt wörtlich folgendes: Der Rhein ist so fest und tief -ugesroren, dah bei Mainz verlchiedene junge Leut«, mit Bändern artig geziert, einen Tanz hielten, Milten aus dem Rhein waren Weiber mit Obst, Bäckertifche mit Brot und Wecken im Ucberslussc anzutresfen. Di« Bindermeister in Mainz fchlugen ein grohes Fah »IN l!1, Februar auf dem Rheine auf, >0 ihrer Aussage nach 6 Fuder halten soll, wobei die Meistcrföhne mrt loten und weißen Bändern auf den Hüten geziert waren. Die Küfer schlugen zum End« Hütten und Zelt« auf, um darinnen die Zuschauer mit rotem und weißem Wein zu bedienen. Am 20 . Februar wurde noch ein« lang« Keg: Ibahn und verlchiedene Spiellifche aufgerichiet. Mit Kutschen und Wagen wurde aus tun Rheine spazieren gefahren. In Frankfurt und Hanau hoben di« Bindermrister aus dem Maine auch Fässer aufge- fchlagen. Dieser Winter hot sehr früh« angefangen und feh: lange gedauert, nämlich vom 1. November bis nach Ostern. Es entstand darum auch großer Mangel an Nahrungsmitteln für Menschen und Bich, Der Zentner Heu loste!« 1 Gulden 20 Albus und der Fuder Ncggenftroh S Gulden." * Ober Rosbach, 7, Jan. Der E-senbahndamm zwischen hier und Rodhoinr ist gestern bei der Wasserstation sehr stark gl intscht und ist sofort mit den notwendigen Arbeiten be- gcnnen und die ganze Nacht durchgcarbeitet Warden. Trotz- dem folgten während der Nacht noch weitere Rntschnngen. Ter Fahrdienst zwischen hier und Nodheiln kann nur ein- glcisig bclriebcn werden, so daß die meisten Zuge etwas Dcr- spätimg erleiden. * Fraulsurt a. M., 7, Jan. Das Proviantamt Frank- snrt a. M. — Station Frankfurt a. M-Wcst — kaust noch lei «gesetzt Roggen, Hafer, Heu und Roggenstroh und nimnit Angebote entgegen. Alles Nähere durch das Proviantanit. • Frankfurt «. SW, 7. Fan, Aus einer Stiftung de, Kom- mifsionsratr Jurcit lauste die Cchneider-Zwangsinnung für 150 000 Marl «in Haus in der Bleickfftraße an; in diesem sollen «in Innungsheim und Räume für bi« Schneiderorganisa. treuen geschaffen werden. Das Hans erhält durch einen Anbau einen Festsaal; außerdem wird in den Parlerreräuman ein Restaurant eingerichtet. • Frankfurt a. 9)1., 7. Jan. Ein unerwartet rasches Ende nahm g: stein die für drei Sitzungen vorgesehen« Seneral- keboti« zum Haushaltsplan. Nachdem der Redner der Fort- jchrilller. Dr. Heilbrunn, seine rztstündig« Etatsied« beendet Hali«, stellten di« Rationalliberalen und Sazialdemokraten den Antrcg aus Vertagung der Debatte, wahrend die Fortschr tt- >«r c-rgegn waren. Schließlich wurde der Lertozungsantrag mit knapper Mehrheit abgelehnt. Hierauf verzichtelen die ätatsredner der Ralianalliberalen und Sozialdemokraten auss War», worauf der Borfitzend« Eeheimrat Dr. Friedleben die Generaldebatte aus Mangel an — Rednern für geschlossen «r- siärte. Darob großer Lärm und erstaunte Gesichter iw ganzen Hause. Sv«i an der Tatsache war nichts mehr zu ändern. Ja alle- Elle wurden noch einige Vorlagen, die erst für di« dritte Sitzuna am Donnerstag vorg:feh.n waren, erlcdiot. und dann ging man vergnügt zu einem ftöhlichen Trunk in den Ratskeller. Roch nie aber ist die sonst drei Sitzungen währende Generaldebatte zum Etat tm Haus« Limpurg so rasch be. endet worden als im Jahre 191-1 — zur größten Freud« der Prcffevertreter. di« an diejen Sitzung,lagen die allerineifte Arbeit im Jahr hatten! Heffkn-Noffarr. " Bad Homburg, 7. Jan. Nach Mitteilungen des Stodt- »erorbnetenvorsteher, Dr. Rüdiger dn der letzten Stadtverord- netensitzung war die Kur. and Badezeit des letzten Jahres «ine ganz ausgezeichnete, di« dt« Erwartungen erheblich über, stieg und der Kurverwaltung f ehr gute Einnahmen brachte, und zwar mehr als der Haushaltsplan vorsah. Der gute Er- solg ist in erster Linie aus den längeren Aufenthalt des Kai- serpaores tm Hamburger Schlosse zurückzusühren. Ein« wei- tere Steigerung des Verkehr, für 1914 und di« weitere Zukunst erhofft man von der Fertigstellung der Mineralwasser- Sammelbecken. — Im verflossenen Jahr wurden in 30 Stadtverordneten. unb 37 Ausschußsttzungen 300 Vorlagen erledigt. Rach der Einführung der neugewählten Stadtverordneten Scheller, Ebert, Weishaar und Dippel erfolgte die Wahl des Borstandes. Es wurden gewählt als Boisteher Dr. Rüdiger mst 25 von 26 Stimmen, als zweiter Vorsitzender Professor Dr. Spranck mit 24 von 26 Stimmen und als Schriftführer Hotelbesitzer Konrad Ritter mit 25 von 26 Stimmen, Die Wahl der Ausschüsse wurde verschoben, da man sich efft über die für die einzelnen Gruppen geeigneten Personen einigen will. Ein« Geheimsitzung schloß die Tagung. " t- Oberstedten, 7. Jan. Am Reujahrstog brach in der Wohnung des Gastwirts Fritz Herzberger Feuer aus. Durch das schnelle Eingreifen der Pslichffeuerwehr konnte ein weite, res Umsichgreifen des Feuers verhütet werde». Die Entstehungsursache ist unbekannt. * 4 . Oberursel, 7. Jan. Bet eingehender Prüfung der durch den Schneesturm in den hiesigen Fernsprechanlagen angerichte- ien Schäden hat sich ergeben, daß di« anwesende Tclegrapheru- baukolonn« nicht ausreichte, um die Jnftandsetzungsarbeiien in absehbarcr Zeit zu beenden. Eine weitere Baukolonne ist insolgedessen hierher überwirsen worden, di« hauplsächlich die umgerissenen oder in erheblichem Maße beschädigten Fern, sprechgestönge wieder Herstellen wird. Es ist nunmehr zu erwarten, daß im Lause der Woche alle Betriebsstörungen In den Fernsprechanlagen beseitigt werden können, vorausgesetzt daß weitere Schäden nicht mehr entstehen. — Die Silvesternacht ist hier ziemlich ruhig verlaufen. Zwar wurde um Mitternacht, als di« Glocken seierlich das nc> e Jahr einläuteten, de Knall-,r«i ist den S'rohen etwas stärker, aber um 1 Uhr herrschte last völlige Ruhe, die Polizei hatte nirgends Anlaß zum Einschreiten. — Der hiesige Taunusklub wird nächsten Sonntag den 11 . Januar die erst« diesjährige Wanderung auf den Feldbcrg unternehmen. " f. Usingen, 7 . Jan. Die Vieh- und Obsibaumzählung am 1. Dezember 1013 hat für d:n Kreis Usingen folgnrden Bestand ergeben: Pferde 1042; Rindvieh 13,294; Schase 2573; Schweine 15,264; Ziegen 3034; Obstbäum« 159.373; also mehr 23 Pserde; 736 Stück Rindvieh; 1538 Schweine; 92 Ziegen; 30,044 Obstbäum«; weniger 12 Schafe. — Die ehemaligen Angehörigen aus dem Kreise Usingen des Fußartillerie.Regi- ment» „Eeneralseldzeugmeister in Mainz", welches im Sommer das 50jährige Bestehen feiert, beabsichtigen an dieser Jubelfeier teilzunehmen. " z Eräoenwiesbach, 7. Jan. Am 1. Januar konnte Herr E. Hosmonn dahier auf eine 25jährige Täiigleit als Ecschiifts- führer der Korbflechtschule zurückblicken. Mit der größten Treue, mit Fleiß und Gewissenhaftigkeit bllerdet Herr Hof. mann , sein Amt. und die Anstalt hat sich unter seiner segensreichen Mrffamkeit zur jetzigen Höhe entwickelt. Von einer Feierlichkit wurde in Anbetracht der großen Trauer, welche die Familie Hofmonn betroffen, abgefeh n. * Griesheim a. BI., 7. Jan. Wenn Männer ihren Frauen „schlagende" Beweis« ihrer Lieb« geben, so ist das eine Erich«!, nung, die leider oft g:nug vorkommt. Daß aber ein Akann von seiner Ehehälfte derart verprügelt wird, doß er die heilig« Hermandad zu seinem Beistand heranholen muß. dieser Fall trug sich vorgestern Abend in einem Hause der Kaiserstroß« zu. Hoffentlich findet dieser sehr seltene Fall nicht allgemeine Nachahmung unter dem schönen Geschlecht Griesheims. " Idstein, 7. Jan. Das Christian Nenmannsch« Ehepaar im nahen Riederauroff begeht am Donnerstag, den 8. Januar das Fest der diamantenen Hochzeit. Die greisen im 84. b zw. 83. Lebensjahr stehenden Ehegatten erfreuen sich noch einer guten Rüstigkeit. * Biedenkopf, 7. Jan. Rach dem Tode des Kreis-Kommu- nalkassenrendonten Philipp Jäger wurde kürzlich In der v-n diesem verwalteten Kasse «'N Fehlbetrag von 6000 Mark sest- geskllt, die, wie Jäger auf dem Sterbebelt seinen Anaehäri--en mitgcteikt hat, von dem Verstorbenen veruntrent find. Auf Beschluß der Behörde wird der Kassenschlbetrag zur Konkurs- moss« Jägers angemeldet. Ans Starkenhirra. * Groß-Steinheim, 6. Jan. Der l7jährigen Tochter des Borarbeiters Kaiser wurde b:im Rodeln an der Hellenhülie der klein« Finger der linken Hand buch'täbl ch ansgerissen. Dos Mädchen hat« sich mit dem Finger in das Rodelseil verwickelt, als der Schlitten losfuhr. * Tarmstadt, 7. Jan. ilebor 300 Landwirte waren gittern zu den von der Hessischen Landwirftchaftsknmmer veranstalteten Vortragsknrs, der auf vier Tage berechnet ist, in den städtischen Saalbau gekommen. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Landwirtschafts^ammer Oekono- niierat Walter, hielt den ersten Dortrag der Direktor des landwirtschaftlichen Institutes der Universität Jena, Geh. Hofrat Prof. vr. Edler, über einige wichtige betriebswirt- schaftliche Fragen, der etwa eine Stunde dauerte. Nach kurzer Pause sprach dann Prof. Dr. Kraemer-Hohenheim über: Ziel in der Rindviebzucht. Tie Ausführungen der beiden Redner wurden dankbar ausgenommen. Bon Seiten der Re- gicrnng wohnten Ministerialrat Schliepho.ke, Regierungsrat Spamer und Landesökonomierat Müller den Derhandlunaen bei. Auch eine Reihe Abgeordneter hatte sich eingcfundcn I» der nachmitiags stattgehabten Aussprache gaben die Dortragenden auf die vrrgelegtcn Fragen eingehend An.kunst, Heute Mittwoch werden die Dorträge fortgesetzt. * Darmstadt, 7. Ja». DaS Oberlandesgcricht in Darm- stadt hat in einem Urteil nunmehr entschieden, daß Geickiästs- niitoniobile, soweit sie als solche steuerfrei sind, zu Privat- zwecken nicht verwendet werden dürfe». Ein Nähmaschine»- nnd Fahrradhändlcr, der z» geschäftlichen Zwecken ei» steuerfreies Automobil benützte, war wegen Stcncrhinter- I Ziehung zur Anzeige gebracht worden, weil seine Frau und sein Sohn an einem Sonntag aus einer Autofahrt, die angensck>einlich nur Privatzlvecke» diente, aus der Landstiaße betroffen worden waren. Er verfolgte gegen seine Besirasimg Berufung und erfolgte vor der Strafkammer Freisprechung, da dieses Gericht von der Ansicht ausging, daß das Automobil in der Hauptsache gejchäftlichen Zwecken diene und jcdc»- solls nur ausnabnisweise zu einer privaten Fahrt benntzl worden sei. Ans die Berufung des Staatsanwalt« hatte sich dos Obcrlandcsgericht mit der Frage zu besassen. ist aber der Auffassung, daß derartige steuerfreie Automobile nur rein geschäftlichen Zwecken z» dienen hätten. andernfalls sie der Steuer unterliegen. Außer der Geldstrafe bat der Angeklagte auch noch die Kosten der bisherigen Instanzen. * Tarmstadt, 7. Jan. Ter aus Weihnachten verschwundene Kolonialwarcnhändler H. dahier, über dessen Verniögen nunmehr der Konkurs erkannt ist, hat sich nun von Berlin aus, »vo er anscheinend sich bisher ai>fgehalten hat. telegraphisch hierher an den Konkursverwalter gewendet und um Einstellung des Konkursversaliren ersucht, da er seine Dcr- pslickftungen erfüllen weede. Anscheinend haben auch familiäre Angelegenheiten bei seiner Abreise eine Rolle gespielt. * Darmstadt, 7. Jan. Der Viehstand hat im letzten Jahre auch in der Provinz Starkenburg, älmlich wie in Rheinhcssen, sehr zugenomnien und ist der R'ndviehbestand allein in dem Jahre 1913 um nahezu 8000 Stück gewachsen. Tie Znhl der Schweine hat sich um etwa 31 000. die Zahl der Kaninchen uni etwa 27 000 vermehrt. Ob nun die Fleijch- pieise bei den Metzgern bald sinken? * Aus Rheinhessen * Worms, 7. Jan. In den letzicn 3—4 Wochen sind einer Anzahl Frauen, während sie dt« Schaufenster besichtigten oder sich tn den Warenhäusern aufliielten, di« Geldbörsen aus den Taschen gestohlen worden. Inzwischen sind drei 16—17jiihnge Jungen ermittelt worden, die die Taschcndiebstähl« verübt haben. Das Geld haben di« Bürschchen verjubelt. zn»rst>cruiu vom 0. Januar l9l4 der Mitteldeutschen Creditlniuk SHticiitapital u. iKejeroeu M. 70 0 UU 0 U 0 gegründet 1850 . Frankfurter Börse. 4°/, NeichSanleihe 98 20''» 8'/,'/. „ bö.25 , 8V» „ -6 IO „ 3'/,*/» Preuß. ConsolS 85.40 * 3 # /. .. , 76.— „ 4°/. Hessen 90 53 * 3V, 0 /. , 83 50 „ 3°/, » <3.4> , 4*/ 0 Oefterr. Wolbrente 88.70 , 4*/*•/• h Silberrente 86 30 , 4% Ungar. iÄoldrente 84.25 m 4 m „ Kronenrente 8-.70 „ 3 „ Portugiesen Serie i 62.— „ 3,, „ w lllti4.10„ 4 V//. Russen v. 1905 99.10, 4"/. „ , 1902 90.40 „ 4 V»^« Japaner 90.90, i*/ 9 Türken von 1903 78 25 , 4°/,Adininistr. Türken 78.70 , Türkenloose ÜJi. 171.— „ 1V,**/. (Griechen v. 1890 5i.— , l*/* 0 / 0 Monopol-Griech. 5370 „ 3 # / 0 Bucn.-Air.Pr. Unl. 6. .25 , 3 u° Silber-Mexikaner —, 4'/,/. Liter, ^irrig, AnU 65.99 „ 4 l h 9 U Chinesen 91.10 „ iöuöcrus -W. Act. 111.50 „ Schuck. Elektr. O-ej. „ lot.— „ tLschiveiler Bergw. , 21 V50 ^ Äochumerl^usjstahl, 21?.V« | 0)et eiUirch. Sergio.Akt. 187.— ^ Harpener Bergbau „ 1747/, j 4-ambg. Amk. Pak. „ 134?/, ] 9tordd. UIoijö , 110 50 ‘ Berliner Handels Ant 15, — Mitteld. Creditb. Akt 116.50 ' Darmstädt. Bank „ 116.'/, Teutiche Bant , 250.'/, Teutsai-AsiariicheBani 1 iu ö < Tiijlonlo Homm. Am. 18, 75 Dresdner Bank Akt. 153 — ' Oe st. ^.reditanit. Akt. 203 V, ^ Lombarden , .2.^/» ' Dt sch- U beri ee lL.G. , 103 50 ^ Oeiterr.Staasbahn „ 155.25 -höchst. Farbwerte , 62? — tL.hem.Fabr. Alben „ 441— " Ltütgerslverke „ 193 55 Steuua iKomaaa , 149 50 " Phönix Bergb. „ 29 > 50 tvrieSheinNLlektroN" 24, .50 Peünois Bjaldhvf „ 19..0 ^ 4 -olzvetkohlungs-^nd. 304.25 ^aurahüte PrioaldlSkont Tendenz: 3.V» f Berliner Gor,e. Berliner Handels ^lnt. 15ij.25 , Deutsche Bant All. 2oO.-5 , Disk, itommandil Ant. 187 50 . Dresdner Bank Akt. 152 75 , Pet.^ntHandelsb.Att. 20..?/, . Liuss.Bank f. a.Hand. A. 159 62 . Schantung B. Akt. 128.-/, , Baltimore u. Ohio —.— . Canada Pacific Akt. 215?/, , Prince Henrr 1L. B.Alt. 150.V, „ Türkenloose Llk. 17-j.^O „ Hohenlohewerke ^lkt. 135— , Deuti ch-2uxeinb. B.ALt. 1..4.— , !2aurahütte AN. 1^3'/. , Oberichleiier i£. Akt. 91.75 , Phönix Bergbau Akt. 230 50 , Liombachei .^>ütte , 1--1.25 , i^elieuura/en Bergw. A. 18?.— , Harpeuer ^»ergbau 2N. 1,4.50, AUg.^lek.^eseUich.AN. 23?.V, , Siemens u. ^alsteAkt. 222.— m Tendenz: Loasaner Bor e. Atchi on Topeta Souchem Panfik „ ti.htcago Iltoct Üsl. .. Mijj^an .u.Tez.Lr. „ Union Pacific. U. v. Steel Common„ Doll. 90. 7 2.63 14.- 1 .75 61.25 60.75 Amalgamated (£opp. Doll. 75.'/, Chanerev ^.omnany Vstr. 2 a,irano Propneiarq , ü-oiogekos , Jiant> Annes , De Beers Con olis 0.92 2. 4 2.'i(J 5.71 17./1 Die Depofitenkaste Lricdtierg i. H. empnehli sich zur V«i-,nitllr-iij; :»>!«>- baDkmrMsigen Cieschüfte An- und Beilam von Wer-.papiere» an allen Bor/en. Errichtung iau!enderReckinunge» uns prooisi»ns>re>er Scheck-Lvnti. Umwechslung von Coupons und —oi:en. Annahme von offenen und ver chlosienen Depots Fronliurier We»ierber>ckt. Voraussage: Meist trüb, strichweise Schneesälle, kälter, nordwestliche Winde. Berantworllich s. d Schristleitung: c»o Hirsche l.Fi cdberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmi dt. Friedberg I. S Druck u. Verlag d. „Reuen Tageszeitung" A .S, Friedberg >. H. ! , ii Neue Tageszeitung. MMwoch, den Januar 1814 <=fi’ LZ y öj w m ’i '^ v s, tu & Auf nach Frankfurt am 8 . Januar! Am Donnerstag, den 8. Januar 1914, nachmittags V-2 Uhr außerordentliche Haupt-Versammlung. F'- Frankfurt a. M. (Saal der Harmonie, Sachsenhausen.) Einziger Punkt der Tagesordnung Der Treberprris und das Angebot der Kranerer. E p i e l p l a n von Mittwoch, den 7. Januar bis Freitag, den S. Januar. Pause. Nachmittags 3 Uhr X. ordentliche Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Ergänzungswahl zum Vorstand. 3. Antrag auf Umwandlung in einen eingetr. Verein se. V.) 9. Vortrag des Herrn Neichstagsabg. Landgerichtsrat Strack über. Die Wehrsteuer mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft' Mitglieder sorgt für zahlreichen Besuch! Kommt Alle nach ^ Frankfurt a. M. Anträge sind mindestens 3 Tage zuvor bei dem Vorsitzenden Ed. Biehmann in Rnmpenheim a. M. zu richten. Der Vorstand. erhält Kat, Zeichnungen und Koste ii voran sc ii läge von Anton Neubauer, Architekt SÄYÄ Billige, solide, zweckentsprechende Bauweise. i WSßm jiila BO Rannen lassend, billig Zu verlaufe». • Mayer, Weckest,eim. pptn-L. jä jeder Nollenzahl ä ßaunend billig ' ] ffflj’flfii un’J fiaclfnmljnB0 | Zean Kögier. Landaner Iagdmagen Hallrverdeck mit abnehmbarem Bock Kelvstfaßrer gut erhalten, billig abzuge.en. Vlilh. Hiüssr Fricdlicrg, Telef. 76, |)fltt)f=iournatJlr. 24 {iB Das orrrätfritdif Dkinkltid Komisch. Ztt- u. Zükllialjttfilljik WissenschaftUch ÄiUi gedenkt;u heiraten Komisch. K Cliiitleriil Drama in 2 Sitten. Uormnniiche Kerglandschasten Herr!, tolorierte Naturaufnahme. lind, Kkdarf divtkjk kinlagm: Der Gefangene Drama. Killis Armband Komisch Das Theater «ft geösfnetr Lamotag» u. Mittwochs v. 4 Uhr, «onntagd von li Uhr, die übrigen Wochentage von Abends 7 Uhr ab. IHc Direktion. Freitag, den 6. Februar l. Js., nachmittags 1 Uhr. wird in der Wirtschaft „Zur Linde" dahier, die hiesige grösstenteils an den Waid grenzende GemeiudeIagd aus weitere 6 Jahre verpachtet. Eichelsachsen, 5. Januar 1914. «ressh. $it|tn»tilrrri Sichelsechse». Mettenheimer. 1 Käckrrlehrling sofort evtl, auf Ostern gesucht. Bäckerei K. Gagel, Frieddeeg. M\\m Iv«gslhmti> sofort gesucht. Wiitielm Häuser, Friedberg i. i). Tüchtiger Schweizer aus der Schweiz gclommen sucht sosort Stelle zu 15—20 Kühen. Beste Zeugnisse vorhanden. Joh. Laibacher, Schweizer, bei Kiilsch, Metzger. Friedberg. Wohnung zu vermieten 4 oder ö Zimmer II. Stock per t. April. [ Hugo Engel, Friedberg Kaiserstrabe 28. Ich habe mich als Spezialarzt für Seburtshiife g.l eentz'L.. ;;v in (dessen, Keslsnlase SÄ niedergelassen. Sprechstunden: Vormittags ‘/Al—1 Uhr, nachm. 2—5 Uhr. Giessen, 1. Januar 1914. Dr. Kurt Koch. Früherer Assistensarzt der Uuiversitäts-Frauenklinik. V__ J Verein ehern. Hess. LkilgarlOjitn, giieDlJcrß u. UmifgruD. Generalversammlung Freitag, den 0 . Ja>»uar 1014 , abends t> ?-I,r bei Kamerad Zoll (Ratskellers. T. O. Aufnahme neuer Mitglieder. — Annahme der Satzungen. Der Vorstand. nur einige Mal gebraucht, | Wa-Llhrotinilhlc für Kraftbetrieb in gutem Zustande billig abzugeben M. Btosentiia!, Gassen Landw. Aiaschinc». Fernsprecher 77. _ WchcWMWni wird jederzeit angenommen. Fr'.edb-r g-Faue rba ch, O uerstr. b. I Kisril 2ahre alt, weil > Psktp überzuhlig, sowie eine Pa > e Apeeu preiswert arzugeb. bei Ado ii Bausch. Rer.-Wöditadt. Donnerstag frisch eintreflend; Brat- ^ nd pig. Cabliau mittei Pig. im Ausschnitt Pfd. S'i Pf. Von jetzt ab treffen frische Seefische wieder regelmäßig jede Woche ein Schade & FylljjrabB ■ Friedberg, Scfcirngasse 4 . Achtvttder-Uortrag am Freitag, den 8. 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Neuen Tageszeitung, J Krtzjiri leinen unti pniicln in Kistcln W. Madre Friedberg >. H. :: Lelejon Bismarcksiratze 8. täglich frisch empfiehlt Käckcrri Stöhinger _ Fricdberg i. H. Aechle Eoth. Gerveiatwnrst Acchle Braunschw. Mettwürstchen Aechte Franksurter Würstchen empfiehlt Friedrich Micliol Frtedberg i. H. HKSe^SESBKäH^-jaSHM Prima Wnrstßcislh per Psund 80 Pfg. Kart Groninger, Metsger Fried berg, Unzstssk 38. 2 Werve unter aller Garantie zu veitausen. Hermann Eriestmer, lan'univL. Staden. Beilage zur „Neuen Tageszeitung." ;;r. 5 Gedenktage. 7. Januar. 1783 Fabeldichter Lichtwer t. — 1808 Fr, 6b. MSHerhemi. Maler, geb. — 1831 Gcneralpostmcister %>. v. Stephan geb. — 1830 Deutsche Kaiserin Augusta f. — 1801 W. Taubert f. .Unr brmMtr folr babrn <6rwinnanlprudj.“ Pint juristische Plauderei. Bon Or. Hans Lieske, Leipzig. Mitunter ist's gar nicht so leicht, uns glücklich zu machen. Davon können die Menschheitsbcglucker von Berusswegen ein Klagelied singen. Die Fülle der getauschten Hoffnungen hat den Geist des Zweifels in unsere arme Herzen gesät, und wenn man bittet: „hier, schlagen Sie ein, es ist Ihr Glück", so gehn wir doch ungläubig und kopfschütteln an der uns ffekotcnen Hand vorüber. Wer nur einmal durch unsere Ban-AnSstellung gewandert ist, hatte das zu beobachten, reiche Gelegenheit. Verführerisch lächelnd versprachen uns aller zehn Schritte Sirenen mittleren Alters einen Haupttreffer für einen einzigen Loskauf und schalten uns nach fruchtloser Rede einen, der sein Glück mit Füßen tritt. Aber der Fuß trat schon auf so viele von geneppten Provinzlern ärgerlich zur Erde geworfenen Nieten, daß unsere Leichtgläubigkeit daran zu schänden ging. Ja, wenn man einige Gewißheit hätte, wie schnell wäre alsdann der Obolus, das Hliitf ohne ein Risiko am Schopfe zu fassen. Beim Lotterie- »viel gerade bestaunen wir immer wieder derlei Proben. Jedoch das Glück ist ein aalglattes Ding: wenn wir es greifen wollen, entgleitet es meist unserer Hand. Allen Spielern aber seien als Rezept gegen »nnlltzlichc Enttäuschungen bei solchen Versuchen einige die Rechtslage klärende Worte mit auf den Weg gegeben. Ein .Kollekteur schickt uns unaufgefordert »in Los ins Ha»?. Darin liegt die Bitte, mit ihm eine» Lotterievertrag ai schließen. Wollen wir uns die Gewinnchancen sichern, so müssen wir das Dertraucnsangebot annehmen: schweigen wir, dann haben wir verspielt, schon vor der Ziehung. llnS olle Mühe zu ersparen, liegt den Losen gewöhnlich ein gedruckter Zettel bei: „ich spiele das mir übersandte Zehntel". Unterzeichne» wir das Schriftstück, dann haben wir eine Offerte angenommen, den Vertrag perfekt gemacht, und der Treffer kann koimnen. Jndeß, die Erfahrung hat die Kollekteure gewitzigt. Erwies sich da? Los als Niete, so fällt es schwer, binterher den Preis von dem Verlierer zu kriegen. Dem Hebel beugt gewöhnlich folgender Vermerk vor: „Den Betrag wollen Sie mir recht bald auf einliegender Postan- iveisung zukommen lassen. Sollten Sie oder Ihre Freunde die Lose nicht spielen wollen, bitte mir solche baldigst in beiliegendem Frankokuvert zuriickzusenden. Nur bezahlte Lose haben Anspruch aus Gewinn." Der Empfänger solcher Zeilen muß jetzt vor der Ziehung zahlen, sonst kommt kein Vertrag zuswnde und keine Glücksgöttin ins Haus. Mit bloßer Annahme des Loses ist's hier nicht getan, sic will der Absender ja ausdrücklich nicht als ge- uügeude Gegenleistung zur Sicherung des Gewinnes gelten lassen. Zuweilen greifen die Loshändler zu noch stärkereni Geschütz, um fbre Lose an den Mann zu bringen. Das er- fuhr unlängst ein Förster, der schließlich um den auf das ihm übersandte Los entfallenen Gewinn des Reichsgerichts Hilfe anrief. Ihm hatte ein Kollekteur fünf Lose der Elsaß- Lctltlüigisck^u Geldlotterie geschickt: sie kosteten zusammen 1 .SO Mark und sollten nach der Bitte des Absenders auf bei- Ulitlwoch, den 7. Januar 1iN4. gefügte Postanweisung bezahlt oder wiedergeschickt werden. Die Gewinnchancen wurden dem Förster ausdrücklich von vorheriger Bezahlung abhängig geniacht. Der Förster aber rührte sich nicht: er sandte weder Lose noch Geld. Jndeß vermochte das den rührigen Kollekteur nicht zu entmutigen. Zwar bat er schließlich um seine Lose, schrieb jedoch an den Rand die Mahnung: „Sollte in den nächsten Tagen der Betrag oder die Lose nicht eingehen, so werde ich mir erlauben, ihn per Nachnahme zu erheben." Der Förster tat auf dieses Schreiben ebenfalls nichts. Da sandte der Kollekteur am 2. November dem Förster die angekündigtc Postnachnahnie- karte, um den Betrag der Lose zu erheben. Tags darauf fand die Ziehung statt, die einem der Lose 500 M Gewinn eintrug. Kaum ober erfuhr das der Kollekteur, da erwirkte er vom Postamt telegraphisch die sofortige Rücksendung der noch nickst ausgctragenen Karte. Nun war die Trauer im Forsthause natürlich groß. Man schalt des Kollekteurs Verhalten arglistig und wollte ihm daraus den Prozeß machen. Die Richter zogen jedock» einen dicken Strich durch dies Bemühen. Nach ihren Meinungen war ein Lottcrievcrtrag gar nicht zustande gekommen, weil der Verkäufer ja von Anfang an Bezahlung von der Ziehung gefordert hatte. Ebenso- wcnig erblickt das Reichsgericht einen Verstoß gegen die guten Sitten darin, daß der Kollekteur, um Schaden von sich abzuwcnden, die Bestellung der Nachnahmekarte im letzten Augenblick verhinderte. Ans aller Vielt. Ein Rodelrczcpt grgnc kalte Füße. Das. Rodeln wäre der idealste Wintersport — wenn die kalten Füße nicht wären. Eine „Rodlerin" gibt uns — und damit allen Frendens- nnd Leideusgenossen einen guten Rat, nämlich diesen: Beim Rodeln schlitzt nian den Fuß ausgezeichnet, wenn man ihn über dem Strunipf »üt ZcitungSpapier umwickelt. „Salz- trocken" ist er beim Stiefelausziehen. Totenknochen als Düngemittel. Daß menschliche Knochen ein gutes Düngemittel bilden, ist ein alter Ersahrungssatz: auf alten Schlachtfeldern stehen die Saaten besonders gut. Die absichtliche Verwendung von zufällig ausgegrabencn menschlichen Gebeinen widerstrebt aber dein natürlichem Empfinden. Aus diesem Gefühl heraus nahm der vcrant- wörtliche Redakteur der Wochenbeilage die „Heimat" folgende Notiz in sein Blatt auf:,. Der Pfarrer Müblbauer in Strinbach läßt auf einem ausgelassenen Friedhöfe einen neuen Pfarrbof erbauen. Bei der Grnndaushebnnp wurden eine Menge Totengebcine und Sck'ädel ansgegraben. Einige Fuhren Benie hat der Pfarrer als Dünger auf sein Feld fahren lassen. 60—60 Schädel wurden aber im jetzigen Friedhof in eine Ecke geworfen, wo sie seit Wochen hcrumliegen. Die Bevölkerung ist empört über diese Pietätlosigkeit und erwartet, daß die Totenschädel im jetzigen Friedhof wieder der Erde übergeben werden." — Pfarrer Mühlbauer fühlte sich durch diese Notiz beleidigt und stellte gegen den verantwortlichen Redakteur der „Heimat" Strafantrag. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht wurde festgestellt, daß das Terrain, auf welchem der neue Pfarrhof erbaut werden sollte, bis vor 160 Jahren als Friedhof gedient hat. Die bei den Ausschachtnngsarbciten aufgefundenen Knochen ließ der Geistliche aus seinen Acker fahren, während die Schädel in einer Ecke des neuen Kirchhofes gesammelt wurden. Als man in der Gemeinde darüber zu reden ansing, ließ der Geistlick»e die Sckiädel wieder eingraben. In der Beweisaufnahme be- 7> )a!fryunst kündeten mehrere Zeugen, daß inan in der Gemeinde über die Art, wie mit dein Totengebei» nmgegangcn worden |\\ Entrüstung herrschte Ter Gerichtshof kam jedoch aus fi. - malen Gründen zu einer Verurteilung des angeklogle:? Redalteucs, der eine Geldstrafe von 20 .V eventl. zwei Tage Gefängnis erhielt. In der Begründung des Urteils wurde ansgcsnhrt, daß eine Pietätlosigkeit, wie in dem Artikel ans- gesührt werde, nickst »achgewicsen sei: immerhin bätte der Pfarrer etwas vorsichtiger mit den K»ock>en umgehen können. Ein Denkmal für den llnrichtigen. Vor einiger Zeit fand in Gegenwart des Kaisers die Einweihnng eines Denkmals für den „Jäger aus Kurpfalz" statt, als der, nomentlich auf Grund von Fan ilieiiforschiingen der knrpfälzische Förster Friedrich Wilhelm lltsch zu Entenpsubl im Soonlvalde in Anspruch genomnien wurde. Ein Nachkomme des lltsch hatte ein Büchlein geschrieben und darin zu beiveiscn versucht, daß sein Ahn der berühmte Jäger gewesen sei und daß als Dickster des vielgesungenen Liedes nur der Karmeliterpater Maiti- nianiis Klein in Frage kommen könnte. Die Gründe waren anscheinend auch überzeugend, u»d so kam der selige Herr lltsch zu seinem Denkmal. Die ganze Theorie hat aber letzt einen schweren Stoß bekonnnen, sodaß man sagen kann, da: Denkmal ist einem llnrichtigen gesetzt worden. In der IcU- tcn Sitzung des historisckien Vereins der Pfalz in Speyer hielt Forstrat Kciper-Spcyer einen eingehenden Bartrag über den berühmten Inger aus Kurpsalz. Aus Grund sorgsam gc- samnieltcn Materials kain er zu dem Schluß, daß der Jäger aus .Kurpfalz niemand anders sein könne, als der langjährige Kurverwesei Psalzgraf Johann Kasimir oo» Pfalz-Lautern Wie der Redner mitteiltc, stammt daS Lied vom Jäger an: Kurpfalz aus dem 16. Jahrhundert, ist allerdings aber erf im 18. Jahrhundert allgemeiner bekannt güpoibcn. De, selige Herr lltsch wird wegen dieser Feststellung nicht vast leinem Postainent herabzusteigen brauchen. Wenn alle Denkmäler, die einem unrichtigen erbaut worden sind, ge- ändert werden niüßten, Hütten die Bildhauer und Steinmetze goldene Tage. Russische Volksjustiz. Aus Jekaterinoslaw läßt sich di< „Petersburgskaja Gaseta" berichten, daß es bei der Bahnstation Jemkijcwo in einem Eisenbahnwagen dritter Klasse zu einem rohen und blutigen Akt der Volksjustiz kam. Es gelang den Passagieren, einen Taschendieb in flagranti zu ertappen, wie er einein Reisenden sein Geld aus der Tasche zog. Die empörten Abteilgenossen hielte» sofort (Sericht über den Dieb ab. und eine grausige Strafe wurde an ihm vollstreckt. Man schnitt ihm Nase, Lippen und Finger ab und prügelte ihn schließlich so durch, daß er seinen Verletzungen erlag. Ein schwerer Raubansall, an dem sich mehr als dreifns Personen beteiligten, ist in Berlin verübt worden. Der M», schinist Paul Reßter hatte mit seiner Frau «in Brgnügcn besucht, und in spater Nachtstunde trat das Ehepaar den Heim, weg an. Wenige Schritt« von dem Wohnhaus« entfernt fielen plötzlich vier halbwüchsige Burschen über das Ehepaar her Mit streckten st« durch wuchtige Schläge mit Stöcken zu Dod:n. Im Laufe der nächsten Minuten gesellten sich zu den Tätern imnici Rßmerbmnneti Hervorragendes Tafelwasser. Ich lasse D.ch nicht. Original-Roman von H. Courths-Mahier. 110 (Fortsetzung). Sie lachte fröhlich auf, als ihr zueist drei geheimnisvoll versiegelte Briese in die Hände sielen. Die waren van den drei Doktorrangen. Himmel, — eine ganze Stange Siegellack hatten die wohl verbraucht, damit ihre Episteln recht gewichtig ausschauten. Dann kam ein Brief mit Großtantcs wunderlichen, lieben Sckmörkcln, einer mit Onkel Ernstes steiler, schwer leserlicher Doktorschrist und einer mit Tante Käthes klaren, festen Zügen. Außerdem befand sich noch ein kleines, init Siegel» versehenes Päckchen in dein Knvcrt. Sonja legte cs vorläufig beiseite. Da hatten ihr die Doktorrangcn sicher irgend eine scherzhafte llcbcrraschung eingepackt. Zuerst las sie, immer wieder in sich hineinlachcnd, die drolligen Ergüsse der Kinder. Sic sah dabei die drei Flaclis- köpfe vor sich, wie sie am Tische saßen und diese Briefe fabrizierte». Bei ihrer bekannten Abneigung gegen alle Beschäftigungen. die mit Stillsiyen verbunden waren, rechnete cö ihnen Sonja hoch an, daß sie so ehrlich alle vier Seiten vollgcschrieben hatten. Und diese drei ungekünstelten, durchaus nicht fehlerfreien Briefe, versetzten Sonja direkt in das liebe, kleine Doktorhaus. Sie sah alles vor sich, all diese lieben Menschen und das ganze lebende und tote Inventar. In recht froher Stimmung griff sie dann nach Tante Käihcs Brief. Diese faßte ihre herzliche» Wünsche für Sonja in warme, schlichte Worte. Auch dieses Schreiben charakterisierte die schlichte. wnrmlierzige Persönlichkeit der Schreibcrin. Nun ösfnetc Sonja des Onkels Brief. Dieser lautete: „Meine liebe Sonja! Dieser. Tein zwanzigster Geburtstag soll Dir eine große Ucberraschung bringen. Meine liebe Mutter bat Dir alles darauf Bezügliche ausführlich mitgeteilt. Ich dein nickst? weiter binzuzusüaen. mein liebes Kind. als die Versichcrung, daß wir genau nach Wunsch und Willen Deiner lieben, unvergeßlichen Mutter bandeln. Was Du heilte erfahren wirst, wird einen tiefen Eindruck auf Dich machen. Vielleicht wird Dein Leben da- durch in ganz andere Bahnen gelenkt. D» mußt ganz allein darüber entscheiden, was Du mit diesen Entbül- Inngen beginnen willst. Nur eins will ich Dir mit meinen herzinnigen Wünschen zu Deinei» Geburtstag sagen: Was auch kommen mag, — im Toktorhausc wird immer Deine Heimat sei», wo Tn jederzeit mit offenen Armen alisgciiommen wirst, wenn Du eine Zuflucht brauchst. Das vergiß nie. In Liebe Dein Onkel Ernst." Sonja sah eine Weile sinnend auf diesen Brief herab, als sie ihn zu Ende gelesen halte. Des Onkels Worte klangen so feierlich, so bedeutungsvoll. Was sollte sie denn da erfahren? Sie richtete sich entschlossen ans und öffnete den Brief der Großtante. Der sollte ihr ja Aiifjchliiß bringen. Die alte Dame schrieb ihr: „Mein liebes Kind, meine Sonja! Heute habe ich mit der Uebcrscndung meiner herzlichen Glückwünsche an Dich zugleich eine Pflicht z» ersüllen, die ich übernommen habe, und zwar von Deiner lieben Mutter. Kurz vor ihrem Tode übergab sie mir und Onkel Ernst das diesen Briefen beiliegende Päckchen mit der Bitte, es Dir an Deinem zwanzigsten Geburtstage zu übergeben, oder, falls Du Dich früher verlobtest, an Deinem Vcrlobungs- tage. Was dieses Päckchen enthält, das weiß außer Onkel Ernst und mir kein Mensch mehr. Wir haben Deiner Mutter einst geschworen, dies Geheimnis z» hüten: und das haben wir getreulich getan und werden es auch ferner tun. Nun wird auch Dir dieses Geheimnis offenbart werden, und wenn Du alles »veißt, wirst Du gleich »ns erkennen, wie wunderbar Gottes Wege sind. Ob Dir diese Eröffnung Glück biingen wird? Wir wünschen es Dir von Herzen, mein liebes Kind. Du mußt selbst entscheiden, in welcher Weise Du von der Eröffnung Gebrauch machen, und ob Du die Rechte Deiner Geburt verfechten willst. Wie cs auch sei, meine herzliebe Sonja — komme zu uns, wenn Dein Platz ferner nicht nicbr im Hause der Fürssin Kalnoky sein kann. Wir nehmen Dich mit offenen Arme» aus. Mit tausend Küssen Deine Großtante Johanna." Sanas hatte sich eine große Erregung bemächtigt. WaS war das? Welch' ein Geheimnis stieg da einpvr, gleichsam aus den: Grabe der geliebten Eltern? Mit zitternden Fingern löste sie die Siegel von dem Päckchen. Es enthielt wieder ei» Kuvert, mit Schriftstücken gefüllt, und darauf stand: „Meiner inniggelicbtcn Tochter Sonja von ihrer treuer Mutter." Sonjas Augen füllten sich mit Tränen. Sie küßte dies« Worte inbrünstig und öffnete das Kuvert. Es enthielt einen Brief und eine Anzahl Schriftstücke und Aiifzeichnungen. Sonja las zuerst den Brief. „Mein heißgeliebtes Kind! Lange habe ich niit mir gerungen, ob ich Dir Mitteilung machen soll über das, was vergangen ist vor allen Dingen über die Vergniigen- heit Deines Vaters. Aber er hat mir einst de» Wnnsck ausgesprochen, daß sein Kind nach seinem Tode allcr wissen soll, was ihn betrifft. T:cki bätte Dir gern sei»: Schuld verschwiegen, die er so neincnlos schwer gebüßt hat. Aber ich halte es doch für meine Pflicht, Dir Deinen wahren Namen, Deine wehre Abstainmimg nicht vorzn- enthalten. Beiliegend lindest Tn eine Auszeichnung von mir Darin habe ich Dir getreulich geichildert, was Deine Eltern erlebt, erlitten haben, wie glücklich und nngliicklick sie gewesen sind, seit sie sich zum erste» Male gelelie-.' haben. Nicht das Kleinste habe ich wcggelanen, damit T: Dir ein Urteil bilden kannst. Mit heißem Bemühen habe ich Dir von Kind ank ein- znprägen gesucht, daß alles verstehen auch alles verzeihen heißt. Ich lehrte Dich ein mildes 11-tcil libcc »ie»sck:l: Sünde lind Fehler, alles in dem heißen .chiaiwe, de' Dn dcrluel"nist auch >iber Deine:- Taters — ^ Dir. 5 ______ mehr junge Burschen, di« sich an dem Ueherfall beketligteir Schließlich schlugen mehr als dreißig Menschen cnis dos weh-- lr- am Loden liegende Paul ein, das bereits ums zahlreichen Kunden blutete. Die rohen Gesellen rissen dem R, auch das Poitemonnai« aus der Tasche heraus und raubten chm 59 M, bares Geld, auch die Taschenuhr wurde chm gestohlen. Passanten, di' hinzukamen, vermochten gegen die große Anzahl der Täter nichts auszurichten. Erst als mehrere Polizeibeamte erschienen, liehen die Räuber von chren Opfern ab und ergrif- seil die Flucht, Einige der gcsährtichen Burschen konnten noch scstgenemm.n werden. Das Ehepaar muhte in ärztliche Behandlung genommen werden. Die Pscrde zweier Maschinengcwehrabtcilunge» durihge- angen. Wegen eines Wagens, der im Schnee ins Rutschen gririet, wurden die Pserde zweier Maschinengewehrattcilungen des 9, Jnfantcrieregiments in Würzburg scheu und gingen durch. Die beiden führenden Leutnants wurden abgeworfen und schwer verletzt. Die Pferd« überrannten «ine alte Frau, di« gleichfalls schwer« Vcrletzmige» davontrug, Schneesturm. Insalg« furchtbarer Schneewehen auf der Streck« Moskau-Petersburg wurden 4 Soldaten des verstärkten Sicherheilsdienstes, als der kaiserl Hofzug di« Strecke pasfierte, durch den Zug überfahren und sofort getütet. Es wird angenommen, dah die Soldaten infolge des Orkans das Nahen des Zuges überhörten. Rodlerei. In den Rhein gerodelt ist der Sohn des Friseurs Kremp: r in Kamp. Der Rodel Ichoh bis ans Ufer und der Zunge slog kopsüber in di« hohen Fluten des Rheins. Ein Herr Anton Fuchs, der in der Näh« zufällig stand, sprang ohne weiteres in das eislalte Wasser und rettete unter groher L«. hensgefahr den Zungen. Reue Schandtaten der Wahlrechtsweiber, Zm Olympia- theater zu London wurden vier wertvolle Pferde der Hagen- bcck.Mcnagerie und ein drelsierter Hund vergiftet. Zwei Pferd« können anscheinend gerettet werden. Da verdächtige Frauen- gestalten von dem Stallpersonok in der Näh« der Tiere bemerkt wurden, so nimmt man an, dah Frauenrechtlerinnen die abscheuliche Tat begingen. Wie fich ein mexikanischer General seine Frau holt. Aus Kewyork wird gemeldet, wie der mexikanische Rebellenfühler Seneral Billa ein amerikanisches Mädchen zu seiner Fra« machte. Als der General au der Spitze seiner Truppen in Tor. iron, einem mexikanischen Städtch-n, einzog, sah er, in einem amerikanischen Ladengeschäft ein« sehr hübsch« jung« Dame, Amerikanerin, die d«rt al» Kassiererin angestellt war, Billa machte ihre Bekanntschast und ' bat sie bald darauf um ihre Han», Da» Mädchen lehnt« jedoch ad. Kurz entjchlossen lieh General Billa das Haus von feinen Soldaten umzingeln, und nach einigem Unterhandeln liefert« der Ladcnbesitzcr da, Mädchen an den Rebellenführer aus, der sie unverzüglich vor Priester und Zivilbehörden heiratete. Die junge Frau wernte zwar zuerst, ergab stch aber später tn ihr Schicksal. Mord und Selbstmord. Zn Borbeck erschoß in einer Wirtschaft in einer der letzten Nächte der Dachdecker Zyller aus Eifersucht das dort beschäftigte Busfetftäuiein Sountag und lötete sich dann selbst. Eine liebende Gattin, Unter dieser Spitzmarke erzählt das „Buch für Alle" (Union, Deutsche Berlogsgcseüschaft in Stuttgart) folgend« echt amerilairische Anekdote. Der berühmte amerikanische Kanzelredner Bcechcr, der Bruder von Frau Beecher.Slow«, deren weltcherühmt« Erzählung „Onkel Toms Hütte" den Anstoß gab zur Abschaffung der Sklaverei in Amerika, befand sich einmal wartend im Bureau eines Rewyoiker Rechtsanwalts, als ein« seingckleidete Dame in ersichtlicher Aufregung das Zimmer betrat. Voll ängstlicher Hast wendet« sie stch an den eben eintretenden Rechtsanwalt mit der Frag«: „Haben Sie das Ehescheidungsvcrfahren gegen meinen Mann schon anhängig gemacht?" „Bedaure, war noch nicht möglich, Sic sollten mich nicht so sehr damit drängen. Wenn es geht, w«rd« ich aber heute noch di« Geschichte in Gang zu bringen suchen," „Tun Sie das nicht", rief sie dringend, stecken Sie auf der Stell« meine Eingabe und all« Echuldbeweise, die gegen niildes Urteil fällst. Deshalb habe ich Dir auch alles ganz genau geschildert, damit Tu verstehen kannst, daß nur ein mnziger, schwacher, unbeherrschter Angenblirk über das Schicksal Deines armen Vaters, meines bis über den Tod hinaus heihgeliebten Gatten entschied. Ich weih, auch Tn wirst ihm nicht weniger Liebe über das Grab hinaus schenken, weil er einst gestrauchelt ist auf seinem Lebensweg, Du wirst ihn nickst grausam verurteilen, wie es sein eigener Vater tat. Er hat namenlos um seine Schuld ge- litten. Daß ich ihn, trotzden, ein schönes, stilles Glück bere!- ten durste, wirst Du selbst aus den Tagen in unserem lieben, kleinen Hans am Meeresstrandc wissen. Wir haben einander namenlos acliebt, so daß wir in Not imd Tod nickst von einander lassen konnten. Und nun er mir genommen ist, süble ich, daß nieine Lebenskraft ge- brochen ist. Mein Herz ist krank — cs brach, als er mir starb. Und ich muß Dich, mein armes Kind, nun bald verlassen. Wenn Du nun alles gelesen hast, was ich Dir schrieb, wirst Tn auch wisse», ans welchen Namen Tn ein Anrecht hast. Und ich Icae Dir alle Papiere bei, die Dir dies Anrecht beweisen. Ob D» Gebrauch davon machen willst, sei Dir Überlassen. Vielleicht fügt cs sich, das-, Tein Lebensglück davon abbängcn kann, daß Tu diese Papiere besitzest. . Tue damit, was Du willst. Ich will Dir nur noch lagen, daß es Deines Vater? Wunsch war, dah seine Ellern, vor allem seine Mutter, nach seinem wirklichen Tode erfahren sollen, wo, wie und wie lange er noch gelebt bat. ä:o lange er lebte, dursten sie es nicht erfahren, jetzt dürfen^ sie es. --ch habe mich nicht dazu enttchließen können, co ihnen mitzuteilen. Sie hätten ja glauben können, ich wollte aus dieser Mitteilung ein Recht für mich ableiten. Aber Tu, meine Sonja, D» bist Deines Vaters Tochter und seine Reckstsnachfolgcrin. Du kannst, wenn Tu Neue Tages,i«nung. Mittwoch. k»«n 7. Januar meinen Mcnm sprechen, ins Feuer! Ich danke ja dem Himmel, daß ich noch nicht *n spät gekommen bin " Ersteut sagte der Rechtsanwalt: „o, haben Sie sich also mit Ihrem Gatten ausgrsöhnt?" Ich gratuliere Ihnen vor Herzen dazu. Eine Ghescheibung ist immer ein« sehr häßliche Sache", „Sie irren", nierbrach sie ihn, „Es «st eine besser« glücklich« Lösung eingetreten. Mein Mann ist heute von einem Wagen überfahren und getötet worden, und ich will mm den Besitzer auf Schadenersatz verklagen." Ein Familiendrama hat sich in der Frühe des 1. Januar in der Altstadt Wiedenbrück zugetragen. Dort erschallten in der vierten Morgenstunde aus der Wohnung dos Kreiswege, baumersters a. D. Schauerte Hilferufe. Den hinzueilenden Harrsbewohnern bot sich ein schauerliches Bild, Völlig a-nge- kleidet lag die Ehefrau Schauerte mit durchschnittener Kehle tot in der Küche, während man di« siebenjährige Tochter des Ehepaares mit schweren Schnittwunden am Hals« aus der zu ihrem Schlafzimmer führenden Treppe fand. Das Kind ist nach einigen Stnden feinen Verletzungen erlegen. Ein I7jäh° riger Sohn lag mit mehreren Schnittwunden im Gatten. Der Vater, der erst durch die Hilferuf« der Ueberfallenen erwacht fein will und dann die Hausbeivohner herbeigerrrstn hat, wurde in Hast genommen. Als Tater ist dttngcnd verdächtig der älteste 25jähr, Sohn der Familie, der früher in Berlin ein Auskunftei, und Jnkasiogeschäst betrieb und sich zuletzt in Zürich aufgehalten hat. Dieser war Sylvesterabend gegen 8 Uhr zu Besuch nach Haus« gekommen u»d sollte früh um » Uhr wieder abreisen. Jedenfalls «st er feit dieser Stund« verschwunden und sein Verbleib unbekannt. Bebels Rachlah. Di« Erben August Bebels haben nun. mehr die schweizerische Erbschastssteuer bezahlt. Dabei hat sich zur allgemeinen lleherraschung herousgestellt, dah das von Bebel hinterloffene Vermögen wett größer ist, als man bisher angenommen hatte, 995 099 Atk, hat Bebel hinterlasien, während bisher mir von etwa 309 999 Mark gesprochen wurde, 39 909 Mark hat bekanntlich die sozialdemokratisch« Partei bekommen. Ein wackerer deutscher Jung« in Bosnien. Die Nachrichten des Vereins der Deutschen in Bosnien feiern einen jungen deutschen Mittelschüler, der soeben in Sarajewo das Abrin, rientenexamen bestanden hat, wegen der Treue, mit der er an seinem deutschen Volkstum festhielt. Wenn man zunächst geneigt sein mag, zu stagen: Ist es denn etwas so Besonderes, daß ein deutscher junger Mann in einem österreichischen Lande an seinem angestammten Volkstum festhült, daß er als „Held" gefeiert werden muh, so wird das verständlich, wenn man den Werdegang einer solchen jungen Deutschen, wie er sich hier davbietet, näher verfolgt, Der Fall wirst außerordentlich l«hrr«ick>e Streiflichter ans di« Entwicklung, di« die Dinge in Bosnien nehmen. Di« kulturelle und wittschastlichs Entwick. lung, die da» Land seit der österreichischen Besitzergreifung ge. nommen hat, ist eine Erohtat gemeinsamer Arbeit des deutsch- österreichischen Beamtentums und der österreichischen Armee, Zum Dank werden die Deutschen seit der endgültigen Besitzer- grersung durch das landiässige Scrbokroatrntum planmäßig verdrängt, Di« Folge ist leider auch, daß manch« dieser Be. amten, daß vor allem seßhaft gewordene deutsch« Geschäftsleute ui«d Handwerker um ihrer sicheren Lebensstellung willen mit der herrschenden Rattonolität paktteren und zu ihr übergehen. So traten seinerzeit 29 deutsche Knaben in dir Unterklasse des Sarvjewoer Gymnasiums «tu, Bon ihnen schieden 19 vorzeitig wieder aus, von den bleibenden 19 wandten sich 8 Im Laufe ihrer Schulzeit dem Slawentum zu und traten nunmehr als jung« „Kroaten" ihr« wettere Laufbahn an! Nationale Schwäche des Elternhauses und ständige Drangsalierung durch die kroatische Klassenmehrheit, dt« weder Hohn und Spott noch körperliche Mißhandlungen sparte, di« Verlockungen des eifrig slawisierenden Echulvewinswesens wirkten zusammen, um die ungefesteten jungen Seelen ihrem Volkstum abwendig zu machen, Rur 2 blieben tteu, der «ine unter dem Schutz eines stramm deutschen Elternhauses, der andere im Kampf selbst gegen die zu Abtrünnigen gewordenen Eltern! Uns dünkt. willst, Deine Ansprüche geltend machen. Du kannst aber nnch stolz auf alles verzichten. Nun sorge, daß Deines Vaters Ellern erfahren, daß er mit einem Leben voll Arbeit und Entsagung gebüßt, und daß er seine Eltern geliebt und sich namenlos nach ihnen gesehnt hat, bis zu seinem Tode, Vielleicht kannst Du einst selbst mit ihnen sprechen, lind wenn sie es wünschen, erzähle ihnen alles, was Du selbst weißt. lind nun lebe Wohl, mein liebes, teures Kind, Nur der Gedanke an Dich macht mir das Sterben schwer. Aber Du bist eine starke, gefestigte Persönlichkeit und wirst Deinen Lebensweg getrost geben. In Onkel Ernst und seiner sieben Mutter bast D» treue Freunde, Ich weiß was diese beiden edlen Menschen gelten, llnd Wa8 sie für Deine Eltern getan baden, wirst Du aus meinen Aufzeichnungen ersehen. Alles Glück der Welt erflehe ich auf Dein junges Haupt, mein süßes, liebes Kind. Bewnbre Deinem lieben Vater ein gutes Andenken und vergiß nicht Deine treue Mutter." Wie gelähnst saß Sonsa in ihrem Sessel. Mit einein heimlichen Grauen sah sie ans die Schriftstücke, die nach vor ibr lagen. Eine Weile zögerte sie noch, den letzten Schleier zu heben von diesem Geheimnis, Bange und fragend blickte sie nochmals auf den Brief der Mutter herab. Einen anderen Namen sollten ihr diese Dokumente nun geben? So b!eß sie also nicht Sonja Roschnow? Aber wie war das niöglich? Hatte sie nicht diesen Namen immer ge- tingen, bieß ibr Vater nicht Alexander Roschnow, ihre Mutter Elisa Roschnow? Langsam stteckte sie die Hand aus nnch einem der Dokumente, Es war der Trauschein ibrer Ettern, (Fortsetzung folgt) _ Seite 2 baß dieser wackere deutsch« Junge in 8 langen Jahren einen Heldcnkampf gejochten hat! Ein lustiger Maulwurfskrieg. Ein lustiger Krieg wird hier gegen den Maulwurf geführt. Im Jahre 1913 wurde» in hiesiger Gemarkung 923 Stück dieses lichtscheuen Wühlers gefangen und zur Kontrolle abgeliefert. Als Fauggeld wer- den für das Exemplar 16 Pfennig bezahlt. Durch Schnecmassen schwer verletzt. Durch Schnee. Massen, die von dem Dache eines Hauses in der Frankfurtei Straße in Berlin fielen, wurden am Samstag die Pscrde eines Oiimibusses scheu. Sie schleuderten den Wagen gegen einen Sttaßcnbahnwagen. Drei Perjoncn fielen von der Plattform des Omnibusses herab. Der Schaffner erlitt da- bei schwere Verletzungen. Bermächtnis. Ein Unbekannter hat der Stadt Eharlotten. burg «ine Million vermacht, lleber di« Vcrwendungsart der Summ« veilauiet vorläufig nichts, Vernichtung von Dörser» im Edcrthal. Dir großen Sprcn gungen der noch ftehengebliebenen Häuser, Brücken, Ruinen im Edertalfperrengebiet in den drei Dörfern Brllghauien, Berich und Asel, loelche dem Untergänge geweiht sind, durch «ine größere Abteilung Pionier« und in Gegenwart der Artillerieprü- sungskommisfion aus Berlin usw, haben insofern «inen unerwarteten Zwischenfall zu verzeichnen, als Freitag das Dorj B rüg Hausen plötzlich in Flammen stand. Der Brand soll durch die Leute des Unternehmens verschuldet worden sein, welcher di« Häuser usw. aus Abbruch übernommen hatte. Jedenfalls kommt er nunmehr rascher zum Ziel, Das Ganze bildet ein Bild schrecklicher Veiwüstungew Im übrigen sind die Spren, gungen des Militärs recht erfolgreich gewesen: die Dörfer Berich und Asel sind bis aus Reste vollständig vom Erdboden verschwunden. Schwerer Unfall eine» Oberleutnants, In Berlin wurdc in der Bernbnrger Sttaße der Oberleutnant Vogt aus der Hcrmannstraße in Eüdend« von einem schweren Unfall betroffen, Als der Offizier aus dem Bürgersteig ging, stürzt« vom Dache eines Hauses eine größer« Schneelast ah und fiel dem Oberleutnant aus den Kopf. Der Verunglückte trug ein« anscheinend schwere Gehirnerschütterung davon und wurde in sein« Wohnung gebracht. Erlicher Finder, Unweit der Station Brühl bei Köln fand «in Schaffner der Kleinbahn am Samstag in einem Cou, pcc zweiter Klasse ein Handtäschchen mit 5 Tausendmarkschei- neu, das von einer Dam« im Zug« liegen gelasien worden wa> Letztere ist bisher noch nicht ermittelt worden. Mord in der Kirche. Am 3, Januar abends wurde der zweite Geistliche der Kirchengemeinde Reepholt (Regierungsbezirk Aurtch), Pastor Loetr, von einem Mann, den er bei einem Einbruch in der Kirche überraschte, ermordet, Di« Leicht wurde später von den Söhnen des Ermordeten in der Kirche ausgesunden. Der Schisfbruch he» „Oklahoma." Der „Daily Tele- graph" veröffentlicht über den Schisfbruch des Dampfers „Oklahoma" folgende Einzelheiten: In den furchtbaren Sturm, der vergangene Woche wütete, geriet der „Oklahoma" am Nachmittag 165 Meilen nördlich von Sandy Hook ans ein Riff. Der spanische Dampfer „Manuel Calvo", der als erster zur Hilfe eilte, versuchte zwei Stunden lang, Rettungsboote ins Wasser zu lassen. Als endlich gelungen war, ein Boot ins Wasser zu lassen, wurde es mit furchtbarer Gewalt gegen den Dampfer geschleudert und zertrümmert. Nur mit größter Mühe gelang cs, die Mannschaften zu retten, Mitt lerweile war es Nacht geworden, so daß man die RettungS» arbeiten einstellen mußte. Beim Morgengrauen erschienen drei Schiffe, der „Caridean", der „Georgic" und die „Bavaria." Alle drei Schisse legten sich dicht nebeneinander, um Durchgreifende Kuren bei HA n. LllllgeMtn ist der Titel eines in unierem Berlage erschienenen Büchleins in welchem eine neue kombinierte Milch- und Pflanzen-Kur beschrieben wird, Dieies Büchlein wirb gratis an jeden Krantcn vecsanot, der es verlangt. Jeder Hals- und Lungenlranle lallte es sofort verlangen, selbst wenn sein Leiden hrrmlostr Art zu sein scheint Denn >ede schwere Erlranlung der Lunge vor allem die »löidertiä e Lungencchwindiucht, beginnt mit dem „bißchen Husten" mit dem „kleinen Katarrh" und vernichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Menichenleben. Da» Mittel selbst besteht aus giftfreien, von alters her berühmten und auch von dem verstorbenen Pfarrer Kneip empfohlenen Heilpflanzen, Die gute Wirlung liegt in der geschickten Zusammenstellung, die daraus berechnet ist, das übel von mehreren Seiten zugleich zu packen. Es wird auch bei größter Körperichwäche gut vertragen und ist io billig, daß auch der Minderbemittelte seine segeitbringeudc Wirlung sich zu Nutzen machen tann. Kein Arzt dürtte gegen ieine Anwendung etwas etnzuwenden haben, wenn man ihn da. rum fragt, da es sich nicht etwa um eines der teuren und dabei oft schädlichen Eeheimmittel, sondern um eine wisicnschajtlick einwandsteie Sache handelt. Damit jeder, der cs benutzen will, es erst »eriuchen kann, ehe er Geld dafür ausgibt, senden wir eine Probe völlig kostet los zugleich mit dem Büchlein. Nur 20 Pf. für Poito usw. sind in diesem Falle in Briefmarken beizufügen. Mittellosen Kranken senden wir das ganze, zu ihrer Wiederherstellung nötige Quantum kostenlos und portorer wenn sie uns eine Bescheinigung i res Pfarrers oder der Orts-Polrzeidehörde über ihre Mittellosigkei und ihre Krankheiten ein>enden. Deutsche Gesell chast für Dflanzenheilliundt Keelin-Nalrusre 3. Nr. » einen Wall gegen die anstiiemenden Welle» zum Schutze für dn§ gescheiterte Schiff zu bilden. I» dem Augenblick, als die „Bavaria" ein Rettungsboot herabgelassen hatte, trieb eine »nichtige Woge den „Ltloyania" vom Riff herunter, so- daß daZ Schiff sofort mit dem Steuer nach vorn sank. 32 Mann der Besatzung sprangen in der Verwirrung über Bord und ertrunken. Allst Mann, die sich au der vollkormneu vereisten Takelage festgeklammert hatten, konnten gerettete werde». Schifssunsall. Ei» vor Washington liegender Zollkutter hat noch weitere drahtlose Tepeschen von den ankeren in Seenot besindlichen Schiffen erhalten. Eines von ihnen, der „Diiisnwre", ist in der Nähe des Kaps Lookout gescheitert »nd hat bereits Hilfe erhalten, sodah er gerettet werden durste. Schlepper sind mit Bolldanrps den beiden anderen Schiffen, die in der Nähe von Nantucket gescheitert find, zur Hilfe geeilt. Außer ihnen soll an der Küste von Newyersey 60 Meilen nördlich vom Kap May ein weiterer Dampfer geicheitert sein. Das Drama van Wiedenbrück. Der Kaufmann Josef Schauerte, der in Wiede nbrück feine Mutter und seine siebenjährige Schwester ernwrdete, und feinen Brei der schwer der- lebte, ist noch immer nicht verhaftet worden. Es steht jetzt fest, das; er i» der benachbartere Bahnstatioee Gütersloh am frühen Morgen der Morduackrt einen Zug bestiegen hat und nach einem vorläufig nicket ereeeittelten Ort gefahren ist. Die Besichtigung des Mordhanses hat übrigens jetzt verschiedene Aeihaltspunkte dafür ergeben, hast Josef Schauerte aeich die Absicht gebubt habe, seinen Vater zu erschießen. um dadurch den Anschein zu erwecken, als habe sein Vater seine Familie ermordet und sich dann selbst erschossen. Grvsffener im Schwarzwalde. Aus dem Dobel, einem bekannten Wintersportplatze im württembergischen Sckrwarz- lr.ckde, entstand gestern Großsener. Der Sturm und das Schueegeilöber begünstigten seine Ausdehnung. Das Rat- bans und das Schulgebäude wurden ein Raub der Flammen. Einbruch. Im Schlosse Dakowymokre des Grafen Stiel, c.ynsli wurde nachts ein Einbruch verübt. Au, den Gemächern '-r erschossenen Gräfin wurden zahlreiche Wertgegenstände und Papiere gestohlen. Räuber, scher Uebeefall. In einer der letzten Rächte iibcr- sül ein Unbekannter in Bannbeck bei Hamburg den Rangier- sührer Vogel, warf ihm Psester in die Augen und raubte ihm Vie Handtasche mit 14 700 Mark, worauf et ihn za Boden schlug. Auf die Hilferufe des Uebeftallenen eitlen Beamt« herbei, die den Räuber verfolgten, der jedoch entkam. Die Tasche mit dem Geld hatte er vorher weggeworfen. Zwei Rinder von Ratten getötet. In Spitzenhevg lOber- östeireichs legte die Häuslersfrau Hofer ihre beiden Kinder, nen 2 Jahre alten Knaben und «in I Jahr altes Mädchen, zum Nachmittagsschlaf nieder, worauf sie ihrer Arbeit nochging. Als sie zurückkam. sand sie ihre beiden Kinder, zerbissen an Gesicht. Hals und Brust, tot vor Vier große Ratten so rangen. als sic das Zimmer betrat, vom Bette herab und flohen in de« Siass. Als die Frau Hilfe bei Nachbarn holte, spran. gen inzwischen die Ratten wieder zu de« Kinderleichen in das Beit und benagten sie. Eisersuchtsdrama. Aus Minsk (Bayern) wird gemeldet: Wegen vermeintlicher Untreue seiner Frau zerrte der Landwirt Karaszun sein Weib in einen Speicher und zündeie diesen an. Die Frau verbrannte. Daraus erschoß der Bauer alles Bäh und stellte sich dann steiwillig der Polizei, nachdem er vorder nach sein Eehäst in Flammen hatte aufgehen lassen. Ans der fjrimnt. * Frankfurt o. BI., 7. Jan. In ein großes Geschäft auf der 3ci| kam ein Mann, der sich als stellungsloser Handlungsge- jilfe ausgab und um eine Unterstützung bat. Ein« solche vurbo ihm auch gewährt, aber von ihm schlecht gelohnt. Denn als er das Bureau verlassen hatte, entdeckte man, daß er zum Dank einen eleganien neuen Ueberzieher halte mitgehen Helgen. Die sofort vorgenommene Verfolgung durch die Polizei satte bisher keinen Erfolg. Hessen-Nassau. * Höchst a. M., 7. Jan. Dieser Tage wurde ein junger Monn aus Mainz ins hiesige Krankenhaus eingeliefert. Er war mit mehreren Freunden auf einer Skifahrt in den Taunus begriffe» und batte sich. Wohl zur Abwehr der hier l ausende» blutdürstigen Räuberhorden und wilden Tiere, ein haarscharfes, dvlchartiges Messer beigesteckt, dessen Klinge ihm während der Fahrt nach Königsteii, im Eisenbahnwagen so tief in den Oberschenkel drang, daß er infolge des starken Blutverlustes bewußtlos Wrwde. In Kelkheim wurde der Verunglückte ausgeladen und, nachdem ihm der dortige Arzt einen Notverband angelegt, nach Höchst iliS Krankenhaus .'erbracht. * Langenselbold, 7. Jan. Für den hiesigen Bürgermcister- .'oite;, sind 74 Bewerbungen eingelaufen, di« den zuständigen Körperschaften die Auswahl des geeigneten Mann s recht schwierig machen werden. Unter de» 74 Bewerbern find acht Bürgermeister und Gemeind:Vorsteher, 10 Assessoren, 2 Rechts, anwälte, 20 Referendare, Amtsanwälte und Dr.jur., 18 stadrin: d Gememdefekretäre, s Berwaltungssekietäre aus dem Regierungsfache, 4 Unterbeamle, 2 Pastoren und 4 aus sonstigen Berufsarten. Der jüngste der Bewerber ist 26 Jahre, der älteste 56 Jahre alt. * F. C. Wiesbaden, 7. Jan. Scho» seit Monaten schwebt am hiesigen Schöffengericht ein Verfahren gegen eine Frau Fluhr, weil sie der Kellnerin Marie Reger, früher in Wiesbaden. darauf in Mainz, jetzt in Frankenthal wohnhaft, verschiedene Kleidungsstücke unterschlagen haben soll. Wenigstens ein halbes Dutzend Termine waren berefts in dieser Sache angesetzt, nie konnten die Termine stattffnden, denn fei'Ite die Angeklagte nicht, dann fehlte die Zeugin und umgekehrt. Beide Teile sind deswegen auch schon in Strafe verfallen. die Zeugin n. A. kürzlich wegen ihres Ausbleibens mit 30 gestrige» Termin war Iran Fluhr erschienen. Frälikein Reaer glänzte aber durch Abwesenheit. Um tftexe Tageszeitung. Liittwvch, h«u r. Januar 1814. die Sache endlich einmal zu Ende zn bringen, nahm dos Ge- richt die trotz ordnnngsmähiger Ladung »nenffchuldigt aus- gebliebene Zeugin in 50 nn von 100 Mark, und als Sch. trotz der Aufforderung, ffim den Romen de? betr. Rrchtsonwost? zu neunen, keine Auskunft erbielt. reiste er selbst dieser Taae nack, London ab: dart wird er wobl erkennen. daß er einer Schwindelkirma zum Ovker aefollen ist, denn ieM wird in Zeitunaen vor d-m Schn-i»b"f.. Heirals- uud Erk-schaftsinstiftit .Horten in London gewarnt. * Holbeim i. 3t., 7. Ja». In, September 1013 kam der Ortspolizei in .ft-kb-i,,, i T, ,,, Sbren. d-'b ein iunger Mann in der letzten Zeit bafb Golheim mit Fabrrädern versorgt babe Er aab an. di" Räder im Aufträge einer Firma in Höchst a. M. zu veri-bleiße». Biele.«-.Metmer ko>»en da zu b'lliaen Rädern. Leider wurde» die Vebi'es „ach etniaen Wachen von der Pnsizer wieder abaebott. Mg» batte näm- lirb Verdacht oeschöpff. daß es sich um gestablenk työber bandelte. »nd fand den Porho-sif durch ei»e einfache Avlraae bei der .Höchster Firma bestäftat. deren A»'k,,„s, dal,!,, lautete, t-nß sie nicht? van dem Derkchleitzer wisie. Als der „Fabr- radbändler". dm so gifte Ware u"d lg bill-oe Beeile bafte. wurde der LOsäbriae Ebaukkeur Johann liebser ernutkeft. In 13 Fällen kannten die B-Itableue,,. durGmeq G-lchäftr- leute und Arbeiter in Franktnrt. und die Käufer festgestellt werden, deshalb war in diesen Fätstn Anklaae "'eaen Fab-- raddiebstabl erboben worden. Wie aber der StaatLrmvalt g» der Sftaftammer onsftibrte. kommen etwa 50 Fobrrod- diebstähle auf das Konto des Uebler. Er bat sie alle im Arianst und September ansgeftikrt. Natürsich sind d>e ae- steblenen Räder nicht alle nach.Hofbeim gekommen, llebler bat auch anderweitig Geschäfte gemocht. Da eine fortgesetzte .Handlung an»unebmen war, so kam es nift't darauf an. auch dir anderen Fälle, die nach nicht alle peuüaend geftärt sind, zur Verbandlung zu stellen. Uebler leugnete nun gestern Stein und Bern, er babe keine Fahrräder aeswhlen und keine verkauft. Dabei blieb er auch, als ein Zeuge nach dem on- deien aufmarschierte und imter Eid bekundete, daß Uebler »nd kein anderer ibm die Räder verkauft habe. Beim Diebstahl selbst war er in keinem Falle beobachtet worden Tos Ge richt erkannte auf vier Jahre Gefängnis. Der Angeklagte erklärte er nebme die Strafe nicht an. da er un>chuld!g lei * F. E. Lanaengiibach. 7. Jan. Unser 780 Einwohner ___Seite I zählendes Dorf hat bis auf den heutigen Tag »ock, keine Gemeindesteuer» von seinen Insassen erhoben, da es 500 Hektar Wold besitzt, die jährlich 50 000 M aus Holzmitzuug einbringeii. Außerdem ist die Gemeinde im Besitz von Kalksteinbrüche,,, die eine gute Rente abwersen und vorfügt über ein Borvermögen von 200 000 ie Braut von Messina". Außer Abonn. Samstag, den 10. Jan., abend» halb 8 Uhr: „Königstin- der". 11. Bofttellung im Samstog.Abonn. Gew. Piers«. Schousptelhau». Donnerstag, den 8. Jan., ohends 8 Uhr: Vofttellung bei ermäßigten Preisen: .Othello". Außer Abonn. Freitag den 0. Jan., abend» 8 llhr: „Pygmalion". Außer Abonn. Gew. Preise. Samstag den 10. Jan , nachm, halb 4 Uhr: Dorftellun, bei ermäßigten Preisen: „Der gestieselre Kater". Außer Ad. — Abends 8 Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung". 11. Bofttel lung im Eamstag-Abonn. Gew. Preise. Spielplan des Stadttheoters in Gießen. Donnerstag den 8. Jan., abends 8 Uhr in Marburg: „Die Zarin". 10. Abonnemcntsvarstellung. Freitag den 0. Jan., abends 8 llhr: „Eine Frau ohne De. deutung". 12. Freitag-Abannementsvorstzllung. Gew. Pr. Sonntag, den 11. Jan., nachm, halb 4 Uhr: „De spanilch« Fliege". Kl. Pr. — Abends halb 8 Ubr: „Das Musiland«»- mädrl". Gew. Preise. verlerlit eio ziries reines Gesicht, rosiges jugendfrischci Aus^«. a and ein blendend schöner T int. — Alles dies erzeugt die echte S teckervpfercE-Seife fdie best« Lllienmilchseiie), von Bergmann L Cc., Radebrui & Stück 50 Pfg. Ferner macht der Cream „Dads" (Lilien~ CxesunJ rote und spröde Haut weiß und sammetweich, Tube £0 . ^ Scftr 4 Sir. »___ ______ Hjslscher GefangenIchaft. (Schlich.) Cs war in der Nacht zmn 10. Dezember, als sich die Divi- i'on auf dem Napoleonsplatz versammelt«; sie bestand aus 9 Bataillonen, die zusammen kaum 3909 Mann ausmach:n von Artillerie und Kavallerie war keine Spur mehr. Di« Kosaken , alten sich schon mehrmals in der Stadt gezeigt, dach immer wieder bei Annäherung von Infanterie zurückgezogsi; die gange Kegend wimmelte von ihnen; deshalb gingen Detache. ments an die Tore, während die Division aus dem Platz biwakiert«. Morgens den 10. Dezember um 8 Uhr fingen wir an, uns aus der Stadt zu ziehen und auf den Höhen in der Vorstadt Polonta zu formieren; sämtliche Kranke, Offiziere und Soldaten wurden in der Stadt ihrem Schicksal überlassen. Mit einem Pelgschuh aus meinem kranken Fuhr hinkte ich mit fort und übernahm meine Kompagnie, di« nur noch aus 50 Mann bestand. Uns gegenüber war die uns verfolgende russische Ka. rallerie aufmarfchiert; sie bestand au» mehreren Tausend Mann Dragoner und Kosaken, welche sechs Geschütz« reitender Artillerie mit sich führten. Ein« Kosakenreihe hatte uns schon seit einer Stund« in unserer linken Flank« tourrnert und hielt di« Höhen links an der Straße, di« nach Kowno führt, besetzt. Nachdem in der Vorstadt noch einige Wagen des Kaiserlichen Schatzes von den Traineurs geplündert worden waren und di« ganze Schar der Flüchtigen auf der Straße fortzog. singen wir an, uns in einer geschlossenen Kolonne zu bewegen und dem Zuge zu folgen. Sogleich gab die russische Artillerie uns das Geleit durch einen Hagel von Kartätschen, di« uns mehrere Leute wegrasftcn. Di« Kavallerie bewegte sich nun hinter uns, ohne je in unsere Schußlinie zu kommen, obfchon ich überzeugt bin, daß ein einziger kühner Angriff unser geschwächtes, zum Teil mutloses Häuschen vernichtet hätte. Etwa drei Stunden mochte sich der Züg von Wilna entfernt haben, als di« Schrecknisse der Gefangenschaft über mich und dar zweit« Bataillon, hei dem ich stand, hereinbrachcn. Das Vataillon wurde durch unseren weisen Herrn Obersten in einer Vertiefung unter dem nichtigen Vorwände, vor der Artillerie geschützt zu sein, aufgestellt. Auf einmal brach «in feindliches Dragoner-Regiment, dessen Annäherung wir gegen der Höhe nicht hatten sehen können, auf uns ein. Der gui« Bataillons-Kommandeur. auf einen solchen nicht gefaßt, ver. !or den Kopf und kommandierte, anstatt das Bataillon in Karre« zu formieren, den Fiankenmarfch, und bracht« dadurch Verwirrung und Bestürzung unter bi« Leut«. Sogleich hatte ans di« Kavallerie umzingelt und hieb mft Nachdruck von allen Seiten «in, während di« übrigen Bataillon« der Arriere- Garde in großer Geschwindigkeit sorteilten und uns unserem Schicksal überliehen. Das Gemetzel war umso größer, als wir den Dragonern nur ein höOt unwirksames Feuer entgegenstellen konnten, denn durch den starken Schnee waren unsere Gewehr« so verrostet, daß di« wenigsten losgingen; auch konnten di« Leute wegen der Kälte und der erfrorenen Finger nicht einmal wieder laden. Wir wurden säst all« verwundet und gefangen; dasselbe Schicksal teilte uns zuliebe «in Bataillon des 29. französischen Regiments. Nachdem wft von den Dragonern geplündert und gemißhandeft waren, fielen wir den hinten nachztehendrn Kosaken in di« Hände. Palirons bei der geringsten Gegenwehr, sind sie desto grausamer im Rauben und Qualen, Diese feigen Unmenschen nahmen uns nun noch den Rest unserer Kleidung, einigen sogar di« Hemden und Irie- ten un» unter den fürchterlichsten Kantschuhiedin in einem Haufen zurück, General Platow, welcher die Russen komman. vierte, ging kalt an UNS vorüber, ohne di« geringste Verfügung »nscreiwegen zu treffen, und wir blieben, vor Kälte klappernd, Jfeu« Tageszeitung. Mittwoch, den 7. Jaguar 1914« in den Händen unserer Peiniger, welche uns in «in feitwäris liegendes, zerstörter Dorf führten, wo der Anführer ein Haus in Brand stecken und uns um dieses Feuer lagern ließ. An unsere Verpflegung, an ein Verbinden der Wunden oder Bedecken der Blößen dachte keiner der abscheulichen Kosaken; ruhig fütterten sie ihre Pferd«, wühlten in unseren Lumpen herum, ob noch etwas von Wert versteckt wäre und gaben uns unter taufend Flüchen und Hieben eine magere halb verwitterte Pferdekeule, die wir an langen Stöcken in den Flammen des Gebäudes briete« und gierig verschlangen. Die fürchterlichste Nacht, die ich je durchjammeri«, brach nun an und mft ihr wuchs die Kälte zu einem außerordentlichem Grade. Unser« Leiden schildert keine Sprache. Da; Mnumern der Verwundeten, die Seufzer der Sterbenden drangen zum Himmel, Beistand vom Allgüttgen er. flehend. Endlich nach zwölf durchwachten langen Stunden verkündete das matte Flimmern der Stern« den herannahenden Morgen des 1. Dezember. Die Kälte ließ etwas nach, denn wir empfanden die Wohltätigkeit unseres brennenden Hauses in weit höherem Grade. Die Kosaken kamen allmählich auch heran und fingen ihr gestriges Geschäft wieder an, uns durch Tritte und Stöße zu mißhandeln. Der Hunger stellte sich mit gräßlicher Stärke bei uns ein, und ich will es nt« vergessen, wie ein Füsilier meiner Kompagnie, Bonneberger hieß er, «in erhaltenes Stück Brot mit mir teilte; dankend versprach ich, es in glücklicheren Zeiten diesem braven Jungen zu vergelten, doch er starb einige Wochen darauf in Wilna den scheußlichen Hungertod so vieler Tausende. Es war 2 Uhr nachmittags geworden, als unser Wächter, ein Kosaken-Offizier, den Kantschu zum Zeichen des Aufbruches schwang. Wir mußten uns in Reihen stellen, wurden, mit echt russischer Unbehokfcnheit zu wiederholten Malen gezählt und hieiaus gegen Wilna transportiert. Man führte uns über «inen Platz, wo unser« sämtlichen Equipagewagen zerstreut herumstanden. Die herumgestreuten Trümmer der Koffer und Mantelsäcke gaben uns di« traurige Gewißheit von dem Ver. lüfte unsere; Eigentums, der mich leider sehr cmpsindlich traf, denn nebst mehreren hundert Talern in Geld verlor ich cin« mir unersetzliche Korrespondenz mit vielen mir teuren Menschen der Heimat, mehrere nnschätzbacc Andenken und mein sorgfältig geführtes Tagebuch. Mit schmerzlichen Empfindungen wandt« ich nochmals meinen Blick nach meiner mühselig ersparten, jetzt vernichteten Habe und zog niedergeschlagen über di« Leichensaat der Felder dem gestern verlassenen Wilna entgegen. Abends langten wir in der Darstadt Polanka an und mußten «in« grausam lang« Zeit tm Freien stehen, so daß meh. reve Soldaten hier schon vor Kalt« und Entkräftung starben. Hierauf wurden die Offizier« abgesondert und unserer 40 in «ine kleine erbärmliche Stube eingekerkert, wo niemand sitzen oder liegen konnte; die Gemeinen kamen in ein leeres Kloster. An Lebensmittel war nicht zu denken; gefrorene Ebereschbee- ren, deren ein Trog voll in unserer Stube stand, muhten unseren wütenden Hunger stillen; fo durchwachten wir die zweite qualvoll« Nacht, gedrückt und getreten von der für den Raum unverhältnismäßig großen Mcnfchenmasse. Den 12. nachmittags wurden wir endlich hervorgeholt uns nach Wilna hereingebracht. Aber, gütiger Himmel. in welchem Zustande sahen mir diese vor drei Tagen noch so blühende Stadt wieder! Verwandelt in «ine Pestgrube, ein Tummelplatz der viehischen, gottlosen Leidenschaft! — Da, scheußlichste Opfer der Rache hatte wohl die Bewohnerschaft borge, brachte 8909 Unglückliche, größtenteils Franzosen, lagen gewürgt von den Händen der Bewohner umher. Wenige Stun- den, nachdem sich die Arriere-Earde aus der Stadt gezogen hatte, fielen die wütenden Bewohner mcuchelmördeiisch über di« zurückgebliebenen Verwundeten und Kranken her, stürzten sie aus den Fenstern und erschlugen sie auf den Straßen, indem sie sich zu allen Schandtaten fortrcihen ließen, deren nur ent- m«nicht« W.sen fähig sind. Teuflisches Hohngelöchtcr schollt! uns seitens dieser feigen Henker entgegen, als wir durch die Straßen zogen und auf di« Hauptwachc gebracht wurden, fr.:; erhielten wir zum Aufenthalt zwei mit steinernen Fußböden versehene Gemächer, die man vor kurzem nur den groben Der. trechrrn anwies, und «ine Wall)« von russischer Infanterien Feuerung und Stroh blieb uns vorenthalten. Es waren gcgei 8» Offiziere, di« hier eingesperrt wurden. Die Wache uuterzo,' uns ebenfalls den gröbsten Mißhandlungen. An diesem Abend wurde etwas Brot und Branntwein verteilt, aber kaum hin reichend, um unser elendes Dasein zu fristen. Hier lagen tu,, sechs Tage, ohne daß sich irgend jemand um uns bekümmerte, außer dem schon erwähnten Röhr; dieser besuchte uns, bedauerte unser Schicksal und erlangte von dem General Kutu- sow die Erlaubnis, uns des Mittags etwas Eisen schicken zu dürfen. Röhr war der erste uns einzig« Tröster unseres Zain, mers. Distribuftonen von Seiten des Gouvernements blieben entweder ganz aus oder wurden von der Wache «inbehalten und unterschlagen, die überdies im Instinkt ihrer National roheit alles tat. was unsere Lage noch unerträglicher machen konnte. Nach einigen Tagen fing nun auch bei uns der Tot an, einzukehren und viel« wurden ein Raub desselben. Die oft noch warmen Leichname wurden entblößt entweder zum Fensirr hinaus auf die- Straße oder in den Hof geworfen, wo sie verwcfend noch Wochen lang liegen blichen. Die eigene Not und Hilflosigkeit verdrängte fast jede Teilnahme an den Qualen des besten Freundes. Dumpf und fühllos sah man dic nächsten Bekannten dahinsterben, ohne im geringsten durch de ren Leiden ergriffen zu werden. Di« Prüfung ging über Ve, mögen selbst des glaubensstärksten Mannes unv manche, fromm« und ergebene Christ verzweifelte an der ewigen Liehe; meine anspruchslose Schilderung, die nur ein schwaches Abbild des Erlebten bietet, würde auch bei Benutzung grellerer For. ben darauf verzichten müssen, das ganze Elend jener Zeit erschöpfend vorzuführen. Die Marke „Scott" Da mein Töchterche» Dina mit einem halben Jahre kann sechs Pfund wog, so ließ ich es eine Zeitlang Scotts Lebertran, Emulsion nehmen. Ich griff zur Marke „Scott", weil die Klei,» die erste Flasche einer billigeren Emulsion nicht gerne zu nehmer schien. Scotts Emulsion schluck!« sie sofort mit Behagen und der Erfolg blieb nicht aus: Denn nach 4 Flaschen hafte Dina schon 5H', Pfund zugenommcn und nach weiterem Gebrauch sich zu einem festen, dickrunden Madelche» entwickelt, das mit IE Monaten allein lies und über dcffen prächtiges Aussehen uni munteres Wesen sich jedermann freut. Bad Münster a. Stein, 14. Juli 1912. (gez.) PH. Mehl Mit dem Einnehmen von Scotts Emulsion geht die Gewichtserhöhung Hand in Hand und damit eine Stärkung des Körpers. Der Appetit und die Verdauung werden angeregt, ebenso die Lebensfreudigkeit. Dabei nehmen die Kleinen Scotts Emulsion gewöhnlich mit Wonne, kein Zwang und Schrecken, wie dein gewöhnlichen Lebertran. Freilich die Marke Scott. Schutzmarke Fischer mit Dorsch, muh es fein, denn das Kaufen von billigeren Nachahmungen ist eine nutzlose Eeldausgabe. Stets nur Scotts Emulsion! 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