llbinmrr 4 Dienstag. den 6. Januar 7. Jahrgang L'ie ,,-eue i' .. " ri.fint irten Skrftag. Regelmäßige Beilagen „Cer Sauer an» Helsen", „Pie Zpiil-iftude". Senigoprei«: Bei den Postanstalten Dtcrtvl-J«. i,; 5 be, »ei: .lernten ironaliid) 50 V -iniu ttitt Zollgebühr oder Trägerlohn. An,eigen: Grund,eile 20 Pig„ lokale 15 Ptg, An,eigen von aurwäns werden durch Boitn, hnnhmc erhöbe» Eriiillungror! Friedbere. Schr-iktleituna und Verlag Fnedbeig (Hessen), Hanauerstraß« 12. Fernlprecher 48. Postscheck-Eonto Nr. 48.,g. Amt granlsurt a. AI. E-rdrnKtnxe. 6 Jannrr. 1776 Major v. Schill gcb. (FrerheUSkäinpfer.) — I V2 H. Schliemann, AltertninSsorscher, gcb, — 1833 .Vf.irl Heinrich r>. Bötticher,' Stnalsminisler, geb. ÄebrrKcht. — Am Montag, den 12. d Mts. beginnt vor dem Frank- - er Sä'wuigerichl die Verhandlung gegen den Gsttmördee .-.. -l Hop>, für die vier Tage i» Aussicht genommen sinh. 18 -c. noerständige sind geladen, ferner nahezu 58 Zeuge». — An Ouid.rsbach bei Landftuhl wurde der Lehrer Wes- ■r auf dem Nnchhauseaeg« in der Nähe feiner Wohnung von ,,v:i Nkännern hinterrücks erfchosien. Wesner war 45 Jahr« .!! und Vatsr von fechs Kindern. — An Tlchitau nahm hie staatliche Polizei fiO Perfonen caen drs verdacht« politisiher Umtriebe in Haft; außerdem . nd n Masienhnussuchirngen statt. — Aus Sofia wird gemeldet, Das Ministerium des Aeu. f..'rn wird wnterhrn von Nadoslawow geleitet, der mit der gegenwärtigen Sobranjc arbeiten zu können hofft, vorausge- - 8t, daß dl« verschiedenen Parteien tn patriotischer Weif« hier- u geneigt siitd. — Ministerpräsident Benizel« tritt heut« sein: Europareife a« und wird sich voreff« nach Rom und Paris begeben. Es ist ' lcht ausgeschlossen, daß er eventuell auch Berlin einen Besuch e dünnen wird. — An Eli« im Peloponnes sind vorgestern Erdstöße verirrt worden, di« längere Zeit andauerten. — Zwlsechn d.n Brrgleuten i» Natal und den Srubenb«. ädern ist über alte Punkte außer dem Tagelohn ein« Einigung l zielt worden Die Arbeiter erwägen jetzt da» Angebot der Grubenbesitzer von 17 Schilling täglich. Der Zweidnnd. Der Adrüstnngsvorschlag Lloyd Georges bat in Fra»s- reick, recht iiniiabsoiiieS Aussehen Hervorgerufe», und nicht nur die nationalistisch«: Presse äußert ihre Entrüstung, son- deru auch sonst recht gemäßigte Blätter fallen über den cng- iischen Stnatsnicmn her. Der „Teinps" schreibt, daß Lloyd tüeorgc sich nicht genügend Reckymschast darüber gebe, weicher Nachteil für England aus einem Stillstand in den fron- zoosche» Marincrüstungcn erwachsen könnte. Der Schah- kat-zler hätte daran denken sollen, daß Frankreich fortan eruscn ist, den Hauptonstiirm im Mittelmeer zu bestehen.. An dieser Ausgabe Frankreichs erblicke doch England sein l. lscntiichstes Jiitcressc und den Fortbestand der Entente cor- twle. Ein anderes Blatt führt gegen England eine Sprache, wie m.i» sie seit de» Tagen von Faschoda hier nicht vernommen hat. Das Blatt verlangt u. a. die Auspeitschung und Braiidiii.irkung des Schahkanzlers im osstncn Parlaments o» anderen Falle wäre die Entente cardialc tot und begraben n»d der alte, gesunde Haß gegen Albion wurde wieder guter doli in Frankreich werden. Man ersieht daraus, daß im kiviveibande keineswegs alles so klappt, wie man es namentlich in Frankreich wünscht, das diese Mächiekonstel- latwn ganz und gar vor seinen Wagen spannen möchte. Man 'I iV in London lind Petersburg wohl einige Zeitlang . !a». bis man aber wichrcnd der letzten Ereignisse ans dem ■i -iclo der Weltpolitik genugsam ersehen mußte, daß die :.reffen der Angehörigen der Tprile-Entcnte sich keines- > ,'t? völlig dickten und z»m Teil direkt gegcneinandcrliefen. T-. <-egensähe plahteti zum Teil so scharf aufeinander, daß , : müglnli nlar, sie vor aller Welt zu verschleiern, wobei r .n'here eine Absonderung Eitglands von seinen bis- i. >i Freniideii z» beobachte» war. Nicht bloß aits dem e etk,»i sondern auch in Kleinasien gehen die Mächte des Ti nvecdnndes ziemlich getrennt ihre Wege und slichen sich n e-bef-'.derk w't Tkiiffcdlgnd zu verständigen. Mit Eng- .' > 11118 die Sachen schon verhältnismäßig weit gediehen r > i, ’.a ifi-.'ti Nitßland und Deutschland ist durch die ü! », -/»»gen der leitenden Staasn,-inner gelegentlich ihres . r-in- r Besiichez eine Verständigung angebahnt worden. An ju.n r Situation kommt wohl nicht ohne Absicht die '■ « !i1't Yen einet für den Sommer geplanten Stnatsvifite > - Nil. Petersburg. Es ist bezeichnend, daß diese '.'v i. g ihre Duelle in Paris hat, und »ickit i» Petersburg, ■ ’l ! - Mn- diUttich hervcrleuchlct. daß man an der Seine .! h, i.,gi-,.den Wnnlch bat, diesen Besuch zn inf»e«>eren, um .'.i>e die Intimität der franzöfisch-riifsifchen Bc- - darziilnn. Man fühlt die Notwendigkeit einer >7 niaiistration namentlich angesichts der dentsch- ?!nnl>,eriiiig und erbotst von einer Reise des 7 der Republik nach der Newa eine Stär- ! . : • 7 .mdnisses. Cb diese Hoffnung in Erfüllung <.. .-n - - ist freilich eine andere Sache, zu einer Zeit, wo . i nnden der realen Politik sich auch um die besten d: nicht kümmert, wenn cs die eigenen Interessen gilt. Adcz-dtichWgung m fifüsntf». Cin Beamter schrieb dem Taniistüdtcr „Täglichen An- e~- ist wohl anzunehmen, daß die Besold nngSresrcm ' 'iiltig zustande kommt. Tnrch sic tvcrden die Wünsche der Beamten wohl alle in zufriedenstellender Weife gelöst. Sie erhalten jetzt ein Gehalt, der ein standesgemäßes Lebe» ermöglicht. Es wäre jetzt angebracht, ein Verbot der Nebenbeschäftigung, soweit dadurch cin finanzieller Vorteil verbunden ist, zu erlassen und auch in geeigneter Weise durchzu- sühren. Diese ?kcbenbcsck)äfiigungeii erwecken den Neid, die Mißgunst und Unkollegialität auf der einen Seite und schädigen das Ansehen des Beamtcnstandes auss schwerste. Mit Recht wird bchaiiptet, daß die Unparteilichkeit bei den Behörden infolge der Ncbenbeschästignnge» der Beaniten erschüttert wird, ist cS doch ein allzu natürlicher Trieb, denjenigen Leuten, die einen pekuniäre» Vorteil bieten, in besonderer Weise erkenntlich zu sein. Natnentlich auf dem Gebiete der silcchtspflegc und der Verwaltung müßte mit Rücksicht auf die Unabhängigkeit jeder Nebenverdienst durch Nebenbcsck>äf- ligvng strengstens untersagt werden. Diese Beinerkungen dürsten auch für Friedbcrg zutreffend sein. Olittl! o. üfiitrr vor bfm f»rifnwrid|t. S. & H. Straßburg i. Els., 5. Ja». Vor deni Kriegsgericht der 30. Division begann am heutigen Montag kurz nach 9 Uhr vormittags die aus mehrere Tage berechnete Verhandlung in dem Prozeß gegen den Oberst des 99. Jnsantcrie-Regimcnts Ernst v. Reutter und den Leutnant im selben Regiment Schabt, die sich beide wegen der bekannten Zabcrner Zwischenfälle im November v. I. linier der AnNage der »»befugten Anmaßung eines össcntliche» Amtes, der Nötigung und der Freiheitsberaubung bezw. der Mißhandlung und des Hausfriedensbruches zu verantworten haben. Die Verhandlung findet des großen Umfange? der Sache wegen im Schwurgerichtssaale des Landgerichts statt. Den Vorsitz im Gerichtshöfe führt Kriegszierichtsrat v. Jan, die Anklage vertritt Kriegsgerichtsrat O s s i a n d e r, während die Verteidigung der beide» Angeklagten Rechtsanwalt Dr. Gr o ß a rt (Schrltig- beitn) übernommen hat. Das Richterkollegium fetzt sich unter dem Vorsitz eines Generalleutnants aus lauter StabS- efstzieren zusamiuen, entsprechend deiii Range des Angeklagten v. Neuster. Mehrere höhere Offiziere aus dem preußischen Kriegsministerium wodnen der Derbandlung bei. Es sind zirka ISO Zivil- und Militärzeugen geladen. Bei der Vernehmung des Angeklagten Oberst v. Neuster erklärt dieser allgemein, daß alles, was seine Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften getan hätten, auf feine» Befehl und unter seiner Begntachtiing geschehen sei. Der Oberst schildert dann, wie er mit Lust und Liebe nach dem Elsaß ge- kcnmien sei, und daß zunächst cin gutes Verhältnis zwisihe» dem Militär uiib der Zivilbevölkerung bestand. Er habe die beiden Zabcrner Blätter, das Wochenblatt und den Anzeiger gebeten, mit ihm zu arbeiten, daß das gute Einvernehmen auficcht erhalten bleibe. Beide Blätter hätten das versprockien. Das Versprcckpn sei vom Wockienblatt auch in loyaler Weise gebalten worden, der Anzeiger habe aber zu seiner Verwunderung Schmähartikel gegen Offiziere gebracht, Auch habe er die Erfahrung gemacht, daß die Mili- tärbevölkerung Schlägereien bezw. bei der gerichtlichen Ans- tragung nicht immer den genügenden Schub fand. Die Militärpersonen wurde» regelmäßig bcfttast, die Zivilpersonen fieigesprachcn, w-nn überhaupt gegen sie Anklage erhoben wurde. Als die Aeußerung des Leutnants v. Forstner ihm durch die Zeitung bekannt wurde, habe er sofort eine Untersuchung angestcllt. Eine Bestrafung habe er nicht ein- treten lassen, da er sich von der Schuld des Leutnants nicht überzeugt hatte und dieser bestritt, die Aeußerung in einem beleidigenden Sinne getan zu haben. Am 17, November kam eS dann zn den ersten linruhen. Der Oberst behauptet, daß aufhctzende Artikel des Anzeigers die Unruhen verstärkt hätten: die Polizei habe versagt und dem Militär nicht den genügenden Schuh zu verschaffen gewußt. Er uiid seine Offiziere hätten eine Unmenge von unflätigen Briefen bekommen. In einem solchen wurde dem Schwobegesindcl der allgemeine Erodus anempfohlen, da die glorreiche französische Arnicc schon aus dem Anmarsche sei. Als die Belästigungen seiner Offiziere nicht ausbörten und die Ortspolizei sich nirgends blicken ließ, bade er sich gesagt: Was tun? Er mußte seine Offiziere schützen und dafür sorgen, daß die Stadt endlich zur Rübe kam. Er prüfte darauf seine Dienstvoischlis- ten und fand Rückhalt an einer Kabinetsordre vom Jahre 1820 über den Waffengebrauch. Er als preußistber Soldat batte nicht danach zu fragen, welche Bedclitung und Kilttgkett tiefe Kabinetsordre habe, für ihn war sie eben maßgebend. Daher befahl er dem Leutnant Schabt, mit seitiem Zuge an- zuireten nnd gemäß den Vorschriften sich z» ve:hal''-n: Trommelwirbel, Aufwrdcrn auScinanderzttä-hen. Wasfen- grbranch androben, Laden lassen, um der Dienge den Etznst der Situation klar zu machen. Erfolgte dem Leutnant^und traf auf dem Schauplätze ein, als die Aufforderung zum iw ■ cinandergehcn zum zweiten Male erfolgte, Leutnant Schobt säuberte den Platz und meldete, daß die Leute anr-einai 8 cr gingen, noch etwa 50 Mensechn fein da. Er habe ihm be- fehlen, ganze Arbeit zu machen und die Leute zu i erlitten, „ enn sic sich nicht von der Straße entfernten. Als sich der Oberst tclcvhonüch an den Kreirdirektor w.'nt>te erhielt er die Auskunft, daß dieser sich zu einem Diner nach Straßburg I-egben habe. Der Bürger,neister lag im Bett, nirgends wo, et» Vertreter zu erreichen. Inzwischen ging die Einliesc- Hing der verlwstetcn Demonstranten vor sich. Tic Richter- Persönlichkeiten, die von der Verhaftling betroffen wnrdeit. habe er entlassen. Die übrigen Fest niwinmeiien wi,rde» nicht an die Ortspolizei abgeliefert, weil man befürchten mußte, daß diese die Verhafteten einfach wieder entlassen bätt.e Rur durch Festhalten der Demonstranten während der Nacht war Schlimmeres zn verhüten. Der Aufforderung de« Assessors Großmann, des Vertreters des Kreisdircktors. die Verhafteten nach dem Bezirksgefängnis zu überführe», habe er nicht Folge geleistet, weil er neu Unruhenumd Bcsreiung-: versuche befürchtete und weil er der Ansicht war, daß er, nach deni er laut den Bestiinmiingcn der für ihn maßgebende« Kabinetsordre die Generalgewalt überncmniei hatte, auch alle Entscheidungen in der Hand behalte» mußte. Er wcllte schließlich auch vor den schwerste», vor dein Wasfengebranch nicht zurückschrecken wenn die Silnation es crsgrderte. Ucbngens sei er während des Eingreifens der Soldaten mit scharfgeladenem Gewehr immer bei der Truppe gewesen, da- mit der nnge Offizier die Entschciduiig nicht allein zu treffen hatte. Die Einspcrrung der Demonstranten erfolgte in, Keller, weil kein anderer Raum vorhanden war. Er sei sich nicht bewußt, rechtswidrig gehandelt zn haben. Er se! dem Kaiser verantwortlich getvesen, daß nicht nach SchiinmiereS passiere. Heute noch habe er das Empfinden, nach Recht und Gesetz gehandelt z» haben und würde im Wiederholungsfälle genau so handeln. Es folgte die Vernchmung deS Mitangeklagten Lciit- nants Schabt, der die Vorgänge im wcsciitlichen genau so darstellt wie Oberst v. Renttcr. Er habe seiner Instruktion gemäß gehandelt, die er auf der Wache durchgclesc» habe und die ihm befahl, bei Ergreifung auf frischer Tat die Verhaftungen mit allen Mitteln zu betreibeti. Hierauf wird in die B e w e i S a i> s n a h in e einge- treten und als erster Zeuge Kreisdireltar Mahl (Zabcrns vernommen. Er bekundet, daß nach de» ersten Vorfällen aut der Straße von ihm die Anweisung ergangen sei, daß dns Militär unter allen llmständen durch die Zivilbehörden vor Aclästigunge» geschützt werden müsse, damit es nicht etwa selbst zum Eingreifen veranlaßt würde, Ter Zeuge gab dann eine eingehende Schilderung von den, Eingreifen der Zivil- bc-hörden gegen die Ausschreitungen des Publikums. In einem Briefe drohte der Oberst dem Zeiigcn, er würde über Zaber» den Belagerungszustand verhängen, wenn die Belästigungen seiner Offiziere nicht anfhörten. Der Zeiwe hat dem Obersten erwidert, daß der Belagernngsznst-ind nur vom Kaiser verhängt werden dürfe und hat den Obersten auch nicht besucht, als dieser ihn darin» ersuchte. Als dann der Zeuge zusammen mit dem Obersten am Bahnhöfe den Statt- Halter erwartete, machte ihm der Oberst eine Szene. Er fuhr ihn im Kasernentone an, war»,» er ihn nicht besucht hätte und machte ihn darauf ausnierksam, daß er Rat zweiter Klasse 4111 b ein Kreisdircktor aber n>,r Rat vierter Klasse sei. (Ter Oberst v. Renlter bestritt die siffchtigkeit dieser Darstellung.) Ter Oberst habe kein Recht gehabt, de» Besuch zii verlangen, denn sie beide hätten völlig gleichberechtigte Behörden z» vertreten. Der Zeuge resümiert in, allgemeinen, daß die ZivUbehörden völlig ihre Schuldigkeit getan hätten. Die Verhandlung dauert fort. Tagesübersrchk. Äeutichro :: Zwei Telegramm« des Kranprinze». Wie nunmehr sest. steht, hat der Kronprinz während und nach den helannlen Ereignissen in Zabcrn zwei Telcgrainm« an den General van Deimling — nicht an den Obersten v. Reuter! — gerichtet. Das erste datiett schon vor dcn Ercignisien vom 28. November und lautet: „Amnrer fest« draus! Friedrich Wilhelm, Kronprinz!" Das zwei!« datiert vom 28. November und lautet lurz: „Bravo! Friedrich Wilhelm, Kronprinz." — Sämtliche Bieiphil.ster im Reiche silw ob diesem Beginnen stumm, star' und sprachlos. :: Zum Eisenbahnunglück in Lothringen. Di: Stootsan- waltschaft hat gegen den LokoriwUvsührer Reinert aus Kurt. Haus bei Trier und den Fahrdienftbaemten Vogel von der Station Woippy Boruntersuch-ung beantragt. Dem Lolomo- tivführer wird zur Last gelegt, daß er drei Signale überfahren hat. Zuerst das dreiarmige Haltesignal an der Statian Woippy, dann die mit der Laterne gegebenen Signale de, Fahrdrenstbcamten auf der Station und schließlich das aus Halt fkhent« S gnal aus der Abzweigung des Nebengeleises, auf dem sich der Unfall ereignet hat. Der Fahrdienstbeo .!« Vogel soll sich des Berstohcs gegen die Fahrdienstorbn -nz schuldig gemacht haben, indem er den Zug Nicht vo: der S:w tion zum Stehen gebracht hat, was bei diescir mit mcl,c als 15 kllon.eter GeschwindiKkett Dorschrist ist, we'.nr sic ans ern ->e. bcnc^leis geleitet werdcn soll-'.n. Gestern nechmitlez san-d eine erneute Ortsbesichtigr-ng statt unter Betel' :» Kom fers des Reichseisenbahnamtes und d:s ll:::. > nngs:./, cs in Metz, Der Zustand d« V - ict «rlctzie» Muslrtiers Kr.. er ist lebensgefährlich. Den übrigen Bcilctj!:» g ht es re» 4!m> fränden nach gut. Trt Norwegen. :: S^'ffsimieto.ang an der norwegisch«» Küste Der norwegisch? Dampfer „Espana" noch Bergen unterwegs, ist vorgestern abcnd an der norwegischen Küste untcrgegnngen, wobei acht L-ann der Besatzung ertranken. Der KaiptLn nnd der erste S-cn«rmäiin wurden gerettet. Zwei Leichen sind bereits an Land gespült worden. — Ein Motorboot aus Aalesund ist in der Nähe von Christianstmd untergegangen- Don der Besatzung konnten sich 5 Mann retten, 6 sind ertrunken. Bom Balkan. :: Htlmi über die ägäisch« Insclsragc. Der Wiener t-iiv- tische Botschafter Hilmi Pascha äußert« sich über die ägäische Inselsrage ungefähr wie folgt: Die Türkei beharre auf ihrem wiederholt kundgcgebenen Standpunki. 8i« kann weher auf d e besonders den Dardanellen vorgelagerten Inseln, noch auf diejenigen verzichten, die vor dem asiatischen Festlände liege». Die Inseln in der Nähe des asiatischen Festlandes seien sozusagen als Festungen angusehe», die dem türkischen Besitz Konstant inopels wirkliche Sicherheit geben. :: Griechische Mahnahmen gegen das Bandenunwesen. Eine lebhafte Bandenbewegung beginnt neeurdings sich an der griechisch-bulgarischen Grenze bemerkbar zu machen. Es treffen sortgesetzt Truppen von Komitatschis aus Bulgarien ein. die unter dem Kommando des bekannten Bandenfllhrers San- donski stehen. Di« griechische Regierung beabsichtigt, energische Mahnahmen gegen das Unwesen zu ergreifen. Es wird di« Schaffung eines Gesetzes geplant, das energisch« Mahnahmen gegen alle an der Bandenbewegung Beteiligten vorsieht. :: Die Borbereitungcn für den cplrotischen Ausstand. Aus Saloniki wird der Politischen Korrespondenz gemeldet: Die Borbereitungcn für den Kampf in Epirus, der mit der Zurückziehung der griechischen Truppen beginnen soll, werden immer csjener und lebhafter betriebe. Der Umstand, doh sich in allen mazedonischen Städten zahlreiche mazedonische Flüchtlinge befinden, erleichtert den Werbern außerordentlich ihre Tätig, leit. Ucberall nehmen di« Anmeldungen der Freiwilligen einen flotten Fortgang. Man Hot eine genügende Anzahl von Offizieren und Unieroffizicrcn für die Leitung der Freiwilligen gewonnen nnd hat auch das Sanftätswefen noch Kräften roibcieltet. Das griechische Rate Kreuz von Saloniki hat für Viesen Zweck 35 000 Francs zur Verfügung gestellt. Mexiko. :: Neue Angriff« der Rebellen. Nach den letzten Meldungen aus Beracruz stehen neue Angriffe der Rebellen auf Tampico zu erwarten. Der deutsche Konsul in Beracruz hat den Kapitän des deutschen Dampfers „Bremen" gebeten, sich in aller Eile nach Tampico zu begeben. Der Kapitän des eng. lifchen Kreuzer» „Hermicne" hat alle englischen Untertanen aufgefordeit, an Bord des deutschen Kreuzers zu gehen, wenn sie sich bedroht fühlen sollten. Bereinigte Landwirte. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die am Donnerstag, den 8. ds. Mts., zu Frankfurt a. M. km Saale der „H a r m o n i e" (Sachscnhausen) stattftndende Hauptversammlung aufmerksam. Um Vß Uhr beginnen die Verhandlungen über den Treberpreis, da bis dahin die endgiltige Antwort der Brauereien eingctrossen sein wird. Die jährliche Hauptversammlung beginnt um 3 Uhr. Neben der durch die Satzungen vorgcschriebenen Tagesordnung machen wir besonders auf den Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordneten Strack, Landgerichtsrat zu Gießen, aufmerksam, der über den Wehrbeitrag mit befandet er Berücksichtigung der Landwirtschaft spreche» wird. Da dieses Thenia gerade in der gegenwärtigen Zeit von größtem Interesse ist, so hoffe« wir aus einen starken Besuch. Ans der Heinrat. * Fricdberg, 6. Jan. Wie wir hören, sind zur Zeit 4 Tclegraphcnbankolonnen mit rund 40 Mann in Friedbcrg und Umgebung zwecks schleunigster Wiederherstellung der gestörten Telegraphen- und Fernsprechanlagen tätig. Es ist somit zu erwarten, daß in kurzer Zeit die beschädigten Anschlußleitungen wiederhergcstellt und die gestörten Anschlüsse wieder betriebsfähig sein werden. * F C. Friedbcrg, 6. Jan. Eine neue Zeitrechnung scheint d>e Kaiserliche Post cingeführt zu haben, denn sie arbeitet jetzt mit 13 Monaten. So liegt aus unserem Redak- tionstisch ein Brief aus Berlin W., der an einen Herrn nach Wiesbaden gcrichte war mit dem deutlichen Poststempel: „31. 13. 13. 1—2 N." Taschenbuch für 1914. Ein hübsche? Neusahrsgeschcnk hat die rnhnilichst bekannte Milchkannenhandlung H ch. O h I zu Frankfurt a. M. ihren Kunden zugchen lassen. Ein geschmackvolles Taschenbuch, enthaltend ein Kalendarium, Notiz. und Vlockblätter, weiterhin allerlei Wissenswerles, wie der Einkommensteuertarif, Einwohnerzahl der deutschen Städte, Maß-, Münz- nnd Gewichtktnbellen und vieles An- dere. Das Büchlein ist wirklich hübsch und praktisch einge- rrchtet nnd Dielen eine willkommene Gabe. Echzrll, 6. Jan. Gestern wurden die beiden neugewählten Gcmeinderäte Konrad Haub nnd Heinrich Philipp Bindung in ihr neues Amt eingeführt. Für den wiederge- wählt-n im Dezember verstorbenen Heinrich Wagner I. findet keine Ersatzwahl statt, da derselbe nur auf drei Jahre gewählt war. * Echzell, 6. Jan. Am letzten Sonntag abend gab der bnfige Mnsikvcrein unter Leitung seines Dirigenten. Herrn Wilh. Väckcl-Fricdberg-Fauerbach im Saale des Gastwirts Jung seine erste diesjährige Veranstaltung, welche nach jeder Richtung hin die Note „Sehr gut" zu verzeichnen hat. Die von den jungen Mitgliedern frisch und keck gespielten komi- t*cn Vorträge fanden reichen Beifall, nicht minder die must- kalischen Leistungen des Vereins, der seit Weihnachten im Desibe vollständig neuer Instrumente ist. Man merkte bei den Darbietungen sofort den Unterschied zwischen früher und jetzt. Die Instrumente selbst sind Zirm Teil durch freiwilliac 7>leu« wageszenunz. LirustaS- den k. ^lanuar!S!4. Gaben, zum größten Teil durch den Verein selbst erworben worden. Der Rest des Abends wurde durch ein gemütliches Tänzchen ausgefüllt. * Rockenberg, 6. Jan. Erfreulich ist der Aufschwung, den die Rockenberger Steinindustrie genommen hat. In den Steinbrüchcn der Firma Scheidhauer & Giessing und Mllisch & Co. waren zuletzt über 150 Arbeiter beschäftigt. Dazu hat »och eine weitere Kölner Finna einen Steinbruch erworben, in dem die bekannten Rockenberger Ouarzitsandsteine zum Bruch kommne sollen. Die Steine werden zunieist mit der Bahn bis Frankfurt gebracht und von dort ans Schiffen Nach den, rheinischen Industriegebiet versrackstet, wo sie zu industriellen Zwecken Verwendung finden. — Vor kurzem wurden in der Rockcnberger Gemarkung in der Nähe der Wetter Ticfbohrungen vorgenommen. Man vermutet, daß hier Kohlensäure in erheblichen Mengen vorhanden sei. * Hoch-Weiscl, 6. Jan. Ein hiesiger Mann und dessen Tochter gingen in die hiesige Baumanlage und fällten einen Birnbaum. Als die Arbeit fertig war, und das Holz zuni Heimfahren bereit log, stellte sich heraus-, daß dieser Bauni einem anderen Besitzer gehörte und es mußte der fleißige Mann seine Arbeit noch mit 50 Jl bezahlen. * Klein-Linden, 6. Jan. Verunglückt ist am Neujahrstage der Postschlitten, welcher von Gießen nach Klein-Linden, Allendorf und Lützellinden fährt. Als der Postillon Friedrich die Lützellinderstraße herunter kam, scheute sein Pferd und ging durch. Der Schlitten schlug um nnd brach auseinander. Das Pferd rannte mit dem vorderen Teile des Schlittens durch die belebten Ortsstraßen. Am Ortsausgang konnte es eingefangen werden. Das Tier hat sich erheblich verletzt. Die Verletzungen des Postillons sind nicht nnbedcu- tcnd. Er mußte nach Hause gefahren werden. * Steinbach a. T., 8. Jan. Der Gemeind« fiel ein« großer« Stiftung zur Bildung eines Pfarrfvnds zu. Infolgedessen beschloß man den Bau eines Pfarrhauses. — Di« Rechnung der Ecmeindekaffe schließt für das letzte Geschäftsjahr mit eine'» llebcrjchuß von 5.25 Mark ah. * Frankfurt a. M.. 5. Jan. Im Stadtteil Bvckenheim erlitt ein sechsjähriges Mädchen, das mit Streichhölzern fpielle und dabei feine Kleider in Brand setzte, lebensgefähr- liche Brandwunden am ganzen Körper. * Frankfurt a. M., 5.' Jan. Der Grundstock für das geplante Volkshaus ist durch neuere Stiftungen in Höhe von 75 000 cM bereits auf 515 000 iK:i zu bestimmen, daß alle Abwasser, die in den -- und icf' i Nebenflüsse eingelassen , unverzüglich an - - n!>.isnug g-bindcrt werden, dah die in Frage kommen- . .1 o 'flrioii, Klaranlagen zu bauen, eventuell Bestrafung -d H ftKarniachung siir den entstandenen Schaden einttitt, .ne ^.chenreviere an Wehr- und Tchleusenanlagen aufge- ' eben und entsprechende Mittel zur Hebung der Fischerei im Main bereit gestellt werden. * Limburg o. ii., 5. Ja,,. Die 14. Londesversommlung des ' . 0:7 ins Nassau des Allgemeinen deutschen Jagdschuh- 5 fand vorgestern im „Preußischen Hos" in Limburg a. I mr Leitung des Vorsitzenden. Oberforstmeister a. D. von li.Wiestaden statt. Sie war. wie der Vorsitzende de- d e am stärkst n besuchte Versammlung seit Bestehen rntesvercin», der zur Zeit in 18 Dezirksnereinen 828 ' d-r gegen 788 Mitglieder im Vorjahr« ausweist, wo- 7, "OS Mitglieder der Bczirksverein Frantsurt a. M, 194 in Mesbad.n als di« stärksten Bezirksverernc zählen. Die mmling hatte sich insbesondere mit Einführung einer tücst-.stsoidnung zu dtsasscu. v. Miquel W esbaden bemerkte azu cinteitend, dah ein: am 4. Juki 1913 statt gesunden« Versammlung des Wiesbadener Bezirksvereins sich dahin sihlüssig gemacht habe, ein« Geschäftsordnung für den Lantxsverein tfniitm und seine Bezirksaerein« auszuarbeiien, ähnlich der der Landesoeiein« Rheinprovinz und Baden, und vor allem ten Milglievern nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte ein- '-eüumen, die Verrinstätigkeit zu heben und neu« Mitglieder 1 .Irinnen. Kein Punkt der Gcfchästsordnung vezstohc , d e Satzungen des Allgemeinen deutschen Jagdschutzver- Ein hierauf von Forstmeister Schilling-Dillenburg g«. '..-.et Antrag gegen die Einführung der Geschäftsordnung .ourde mit großer Majorität gegen 13 Stimmen abgrlehnt. — Vfun • :f)t wurde di« Gefchästsordnung beraten. Zu einer leb- :-0 f; etr Debatte kam es, als der vom Landesvorstand bereits ob. gelehnt« Passus in der Geschäftsordnung, dah der Bezitksvor- stand nunmehr von der Bezirksversammlung gewählt, aber vom Landesvorstand bestätigt werde, nicht wie seither vom Lanbcsvorstand ernant wird, durch Rittmeister a. D. Roth in Wiesbaden nochmals als Antrag eingebracht mucke. Der An. tvagfieller wie, darauf hin. daß dieser Punkt den Kardinol- punkt der neuen Geschäftsordnung darsielle, um der Bezirks- vereinslätigkeit neuer Leben ebnzuflöße«. Für dir Macht des Lanbesvoiftandes werbe di« Annahme de» Antrag, nicht g«. fährkich. Oberforstmeister TLrnckebmernn . Wiesbaden erNärt« hi« Annahme des Antrages aus verwalttmgstechnejchen Erügten für unmöglich, ebenso Oberförster Hecking.Wallmero», während Raglo Wiesbaden, Bürgermeister Dr. Schubert.Bad Ems. Steffeichagen.Wiesbaden und 0 . Miguel Wiesbaden für ihn eintraten. Der Antrag Roth wurde schließlich mit großer Majorität angenommen. Hierauf ciMrte der Vorsitzende, Obeisorstmeistrr a. D. v. Ul-rici, daß es sich mit feiner Würde nicht mehr vertrage, den Vorsitz weiter zu führen und legte ihn nieder, lehnte auch die Uebernahme des Vorsitzes kurz ab. als ei» Antrag einstimmig Annahme fand, der v. Iklrict ersuchte, !>cn Vorsitz Im Landesverband beizubehalten. Der stellvertre. ende Vorsitzende. Reichs, und Landtogsabg. Geh Konnnerziew- rat Bartling-Wiesbaden übernahm darauf di« Derhandlungs- leitung. Di« Geschäftsordnung wurde zu Ende beraten und hierbei her wesentliche Antrag v. Miguel, der vorsah, 1 Mark »der 1.50 Mark vom jährlichen Mitglredsbeitrag von 8 Mark der Bezirksvereinskasie zu überlassen, abgelehnt, da sonst noch Ausführungen de» Oberarzt Dr. Schütz-Wiesbaden, bi« Jahresrechnung des Londesvereins trotz seines zirka 21500 Mark betragenden Vermögens mit Rütksicht auf di« Belohnungen an Gendarmen. Jagdpächter ufw.. Unterstützungen und dergl. mit Untrrbilanz arbeiten werde. Tk* goiuze Beitrag ist demgemäß an den Lanbesvorstand abniliesern. Ein Antrag de, Bezirksvereins Wiesbaden, ihm di« Kosten, die infolge dir Dorberer- tungen der beschlossenen Geschäftsordnung erwachfen sind. M erstatten, wurde einstimmig gutgehisien. Zum Schlüsse bean. tragt: Bartling Wiesbaden nunmehr die Wahl des Vorsitzenden vorzunehmen. Dir Bcifommsting beschloß demgemäß. Roth.Wicsbaden schlag vor. die Wahl auf den hochverdienten seitherigen Vorsitzenden v. Ulrici fallen zu lassen und bemerkte, daß ln der Annahme seiues obige» Antrags kein Mißtrauens. Votum gegen v. Ulrici zu erblicken fei. Di« Versammln,^; kam zur Wahl v. Ulrici. Der Gewählt« erklärte jedoch, sich nicht entschließen zu können, das Amt wieder anzunebmen. wolle indessen bis zur nächsten Generalversammlung die Geschösi« des Laiidesvereins wciterführen. Au» Starkenburg. * Offenba» a. 5. Jan. In einem Stallgebäude des Fuhrunternehmers Karl Reubert in der Glock i^asse 14 eni. nand ein Schadenfeuer dadurch, daß eine Etallaterne umfiel, wodurch die umliegenden Stroh- und Heumassen in Brand ge. riete». Das Feuer konnte jedoch oh,« nennenswerten Schaden anzurichten, von den Hausbewohnern bald unterdrückt werden, io daß dir alarmierte Feuerwehl nicht mehr «inzuschretten 7aucht«. * Darmftadt, 6. Jan. Das Kriegsgericht der 25. Division -handelte znäckst gegen den zurzeit als' unsicheren Heeres- ' gen eingestellten Dragoner Ziegler, einen Elsässer. Er schwand am 5. August o. I plötzlich aus der Garnison und de da-ür wegen Fahnenflucht, d.c über 5 Monate bauen«, 7 Monaten Gesängnt» verurteilt. — Ein frecher Duische ist 7 ebenfalls als Unsicherer eingestellte Gardist Ta'chtc aus n-.-n l--j Plancnwerder. Er hat schon zahlreiche ericht. i il'.i.äsen, hatte sich aber bi« vor kurzem b m Militär h.t. Er erhielt wogen Beleidigung eines Lor-c'ctzten rinr.d.-n mit A-.izt--ngsverl:tzung und Ungehorsam 2 Monate -säi gnis. W:gen Fluchtverdacht wurde T. sofort verhaftet. * D irmgadt, 6 . Jan. Tic Jahrhundert-Ausstellung zur Erinnerung an die Hessischen Freiwilligen Jager ini uublitGkii Tiu euni sollte eigentlich an dem Jahrestag des Erlasses des Ausrufes am 28. Tcz'iuber v. I. eröffnet wer- de». Sie ist jedoch aus äußeren ltzründeir verschoben worden. Es ün;\ta deshalb jetzt noch Anmeldunaen oerichtet werden »Irue Tageszcltrmg. Lienstag, »en v. Januar isi« an Stadtbidiliotbekar Roack, Orangeriestraße 13, von Ausstellungsgegenständen: Bilder von Freiwilligen, Uniform- stücke und Waffen, Tagebücher, Briefe usw. Der Erösfnungs- tag im Jamrar wird noch bekannt gegeben werden. Aus Rhrinhessen. * Wöllstein, 6, Jan. Ein unterschämter Bettler gab hier eine Gasttolle. Er kam in die Wohnung eines Lehrers und verlangte ein Paar Schuhe, Der Lehrer, dem das freche Auf- treten nicht gefiel, gab nichts. Aus Rache schlug nun der Fremde in der Wohnung des Lehrers drei Fensterscheiben ein. Der Täter wurde verhaftet. Es handelt sich um de» Schreiner Anton Meurer aus Köln. Ans aller Welt. Zur Eisenbahnkatastrophe. Nach den letzten Meldungen be. läuft sich di« Zahl der bei dem Eisenbahnunglück in Woippy Gelöteten auf sieden und die der Verletzten auf zirka 15. Di« meisten Verletzungen sind leichterer Art. Di« Ursache de, Unglücks ist Uiwchtfamkoil des Lokomotivführers. Die Ueberfüh- rung des Zuges aus das Nebengeleise mußt« erfolgen, weil ein Eilzug den Urlaudszug überholen wollt.-. Dabei ft,hr der Zug auf einen Prellbock. Der Packwagen fuhr in den ersten Perso. nemvagen hinein und zerttümmerte ihn. Bahn- und Militärärzte waren schnell zur Stelle und sorgten für dir Unterbring, ung der Vorletzten ins Hospital. Blutrache in Südrußland. Auf der Station Petrawsk der Wladikowkasbahn wurde der viersache Millionär und Schiffsreeder Tagt llsseinow aus Baku beim Borlassen des E sen- bahnwagcns aus Blutrache ermordet, weil sein Sohn, der in. zwischen der Malaria erlegen ist, während eines Gelages einen Grusinier mederstoch. Der Bruder de, Erinordtten vollführte den Akt der Blutrache. Rodelnnfälle. Beim Rodeln auf der Harburger Haake hat sich ein schwerer Unfall zugrtragen. Dort rannt« ein Schlitten auf d:m zwei 15jährige Mädchen saßen, gegen einen Baum. Der Schlitten wurde zertrümmmert. Ein starker Splitter drang einem der Mädchen, dos aus Lübeck zu Besuch nach Harburg gekommen war, in den Unterleib. Bei der Operation im Krankenhaus ist die Bedauernswerte gestorben. — Ein schwerer Rodel-imfall ereignete sich in dir Klopstockstraße in Stuttgart. Ein Taxameter bog von der Schwabstroße in die Klop. stockftratze ein, wo gerade Kinder rodelten. Einer der mit Kindern besetzten Schlitten fuhr direkt in den Taxameter hineis. Bon den Kindern wurde ein lljähriger Knabe sofort getötet, rin anderer Knabe und ein Mädchen schwer erletzt. — In Brötzing.n fuhren drei 17jährige Goldarbeiter den Ersinger Steig im Rodelschlitten herab. Der Schlitten rannt« dabei gegen «inen Baum. Einer der jungen Leute, namens Sautter war sofort tot, ein anderer, Friedrich Bürck, erlitt einen Schcn- kelbruch, der dritte blieb unverletzt. — Im Hinteren Kulmbachtal unternahmen sieben Personen, lauter Mrtschaftsbe. sitzer, mit ihren Gattinnen und Töchtern «ine Hörnerfchlitten- fahrt. Bei der zweiten Fahtt geriet der Schlitten an eine eisige Stelle. Der Lenker verlor die Führung und in sausender Fahrt stürzte der Schlitten über einen Felsabhang hinab. Die Tolhewohner vernäh,neu mailersthütternde Htlserufe der den lodesgewethten und eilten herbei. Eie fanden aber nur noch alle sieben als zerschmetterte Leichen vor. Der Tod beim Skilausen. Ans einer Skitour Iber bi« Teichalpe zum Hochlanlfch ist der Grazer Mediziner Ehrlich abgestürzt. Er wurde bot aufgesuniden. Eine bestialische Tochter. Bei Kramentschug im Gouverne. ment Poltawa wurde ein wohlhabender Bauer namens Rod- jago von seiner verheirateten Tochter, wo er pch zu Besuch auf- hielt, betrunken gemacht und ermordet. Hieraus raubte sie ihm 500 Rubel. Z uge der Mordtat war der 3jährige Sohn der Mörderin, der die Bluttat den Nachbarn erzählte, woraus die Berbrecherin den Knaben lebendig in einen Brunnen war- Das Kind wurde von »orüberfahrenden Bauern gcretttt, die Mörderin aber veihaftet. E>» llnteroffizier in d'e Mosel geworseu. Am 10. Oktober vorigen Jahres hatte der Unteroffizier Pftmldstein gelegentlich einer Kontrolle in Metz dom Landwehrmann Vinbois feine Urlaubskarte abverlangt, als er diesen in einem Tanzlokal antraf. Vinbois lief jedoch sott. Bet her Vcrsolgung wurde Pfundftein von Passanten aufgehatten, die ihn nach der Mosel drängten. Schließlich warf man den Unteroffizier auch tat. sächlich in die Mosel. Ein Barbiergehilfe half ihm heraus. Als der Hauptschuldige wurde »er Arbeiter Baumer ermittelt, der von der Metzer Strafkammer zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Raubmord. In Belgrad wurde in einem einsamen Hause ein sehr wohlhabender Tischler und seine Mutter tot aufgesunden. Es wird Raubmord angenommen, da viel Geld und kostbare Wertsachen vermitzr werden. Listtsuchtsdrama. Ein blutiges Eifeffuchi-drama spielte sich in der Kottbusserftvaß« im Südosten Berlins ab. Dort verletzte der 28jährige Schneider Otto Borrmann aus d«r Sanderstraß« 9 in Neukölln die 25 Jahre alt« Frau Hedwig Zeppenfeld durch «inen Schuß in di« Ettrn und jagte sich dann selbst eine Kugel in den Kops. Beider Berketzungen find lebensgefährlich. Ein Eemeiadevorfteher überfallen. In Schlanow überfie. Ich zwei 20jährige Burschen von gutem Herkommen den Gemeindevorsteher Sartorius, fesselten ihn und verletzten ihn stl>wei. Den Berbrechern fielen etwa 30 Ma-rl in die Hände. Sie find bereits verhaftet. Tat eines Wahnsinnigen. In dem Dorfe Liebenou hat der 28jährige Gustav Horn in einem Wahnsinnsanfall seinen Vater, den Viehhändler Horn, mit einer eisernen Brochitan « erschlagen, woraus er sein« Mutter schwer verletzte. Roch großen Anstr-ugungen fft es schließlich gelungen, den Wahnsin. uigen zu bcwälttgcn. elfteres. Der Führer eines Pettoleumwagens in Reu- brandenburg, der sich auf dem Wege nach Feldberg in Mecklenburg befand, geriet in einen Schneefturm und crftor. Auch eines der Pferde fiel dem Froste zum Opser. Die Eekdtalche des Kutübers. di« etwa 500 Mark entlnelt. St verscküvunden. __Seile 3 fofcoB der Erfrorene wahrscheinlich durch .inen Unbekannter beraubt morden fft. An nnsrre Lkser! Infolge eines Defektes an der Roi.iiionSinaschine, nmß heute unsere Zeitung in ettvas verringertem Umfang« er- scheinen. Ta der Schade» hoffentlich bald behoben sei» wird, so wird die Zeitung morgen wieder in gewohntem Umfang herauskommen. |lcitepc und Prnlffimsffridffnt. Professor Gustav Ruhland t. 2l»s dem bayerischen Bade Tölz kommt die Trauer- künde, daß dort gestern früh Professor Gustgv Ruhland ge- starben ist. Ais Sohn eines Landwirts wurde er in, Jahre 1860 zu Hessenthal geboren. Rach längerer Tätigkeit aus verschjedenei, größeren Gütern widmete er sich hauptsächlich unter Schaffte ngra- wissenschaftlichen Studie» und wurde Professor an der schweizerischen Universität Freibnrg. 189 , wurde er auf Empfehlung Adolf Wagners volkslvirtschaftlicher Beirat des Bundes der Landwirte, in dessen geistigen Rüstkammer er als Vorkämpfer koiiservatio.wirtscktaftspoiiiischer Weltan- schauung „nermüdlich tättg war. In Hessen wurde er beson- drrS durch seinen und des Reichsiagsabgeordnetei, Köhler« Prozeß gegen den inzwislhen ebenfalls verstorbenen Prof. Biermer bekannt. Ankauf eines Dreadnoughts durch Griechenland? Wien, 6. Jan. Die griechische Regierung verhandelt wegen des Ankaufs eines der beiden chilenisckh-n Trend- noughts, die in England gebaut werde,-.. Das betreffende Schlackstschiss wird im Mai dieses Jahres fertig sein. Ter Kaufpreis wird mit 70 Millionen angegeben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Türkei dem Beispiel Griechenlands folgen und den anderen Dreadnought ankausen wird. Verein für Unterstützung armer Kinder Friedbcrg». Wir bejchrinigen hiermiit den Empfang folgender Weihnachtsgaben: von P. Q. 10 SHotl; von Gastwirt Schweinsberg 3 Mark: von R. R. 20 Mark: von Ungenannt 5 Mark,- von Prostssor R. 2 Mark: von Pfarrer Kleberger 1 Mark: von X. P- 10 Mark: von Ungenannt 15 Mark; von Reichsbankoorstand Fromm« 5 Mark: von Pfarrer Supper 2 Mark: von Hanpt- lehrer Philipps 2 Mark: von Seininarletzter Thieroff 1 Mk.; von Rechtsanwalt Dr. Ludwig Seyd 5 Mark: von Frau Hilb- recht 3 Mark: von A. Huth 2 Mark; von Ungenannt 1 Mart: von Ungenannt 5 Mark: von Hosapothcker Fiedler 3 Mark: von F. W. Neuß, Dewsbury (England), ein geborener Fried- beiger, 10 Mark: von Prof. L. 2 Mark,- von Prof. R. 3 Mark Feiner wurde die Sammelbüchse in dem Kasino auf Wunsch i> diesen Jahr nochmals entleert und hatte einen Inhalt von M. 15.07. Weiler wurden dem Verein 200 Mark als Dcrmächin!» des verstorbenen Herrn Groß überwiesen. Für all« Gaben sa- gen wir herzlichen Dank. An Weihnachten konnten 09 bedürftige Kinder mit Stiefeln bedacht werden. Frledberg, den 31. Dezember 1913. Für de» Vorstand: Jean Dörr, Vorsitzender. Professor Walz, Rcchner. Marktbericht. Frnnffsrter Getreilemsett. Montag den I. Januar 1914. Weizen, hiesiger und Wrtterarer Mart 19,00 —19,25, aus dem Lande adgeholl All. 18,50—1\80. rnrhe, sicher MI. 19,25-19,35. Manitoba Mt. 21,81-22,25 Amerilaner Redwintei Mt. 00,00—0-1,0 1 . Kan as Ml. 21,75,-22,15 russiicher Ritala,eff SJtt 21,-5 —22,25, Saronsta Uli 22,00-22,50, Uita Mt. 21,75—22,25 Azima Mt. 21,s5—22,_5, La Plala MI, 21.75—22,50. rumaniicher Mt. 21,90-22,25. Walla Walla iHl 1)0,00—00,00 Roggen: hiesiger Mt, 15,85—16,00, au, 0 . Land abgehol, Mt. 15.50—15,60, ru|f. Ml 00,00-00,00, Amerikaner Mt. 15.50-15,60, rumänischer 03,00-00,00. »er t: hiesige. Mt. 17,i0-I7,25, Pfäl,er Ml. 17,»)-l?,50, ,ränki,che Ml. 17.00— 17,25, Riedgeräe Mt. 17,00 —17,50. ungarische Mt. 00.00—00,00, Fnttergerste MI. 00.0 —00,00. Ha .-r diesiger u. Wetterauer Mt. 15.50—16..0, kurhessi scher MI. 15,75—16,75 bayerischer Mt. 15,50-16,50, La Piala Mt. 15,75—16.25, ru!- sischer«!!. 16.50—17ch0. Mai, Mired DU. 00,00—00,00, Donaumals Ml. 14,75— 5,01, La Plala Ml. >4,50-15,00. Odeiia Mt. > 0.00- 00,00 ru,stsch. M. 00,00—00,00, Emcandin Mt. 18,01—19,25. Weizenmehi: hiesiges Rr. 0 Ml, 31,50-31.7.5, üd- deuisches Mt. 00,00 -M.00, Rr. i Mt. 29,51-29,75, lüddeutlche, Mt. 00,90-00,00, Rr. UI Mt. 26.50—26,75, lüddeulsches Ml 00.00—00,00, Rr. IV MI. 22.50—22,75, süddeutiches Mk. 00,0)- 00 . 00 . Roqgenmehl: hiesiges Rr.0MI.24,50— 25,00, Rr.01 Mt 23.50— 24 00, Rr. I Mk. 22,50-23,00. Futlerattite, .-6e,ze»-chalen 10,25-10^0, We^entlete Mk. 9.75 10.00, Rogaenlleie MI. 9.75 —10,00 Wetze,»Futtermehl Mk. 14,00-14,25, Sterne0er gelrockn Mk 13,00-13,25 Mal,keime ltltt. 12,00-12,25, Raoskuchen Mk. 12.50- 13.00 Palmkuchen Mk. 15,00-15^5, Fat,er.,erste Mk. 13.03 —13.75 Tendenz: Bei schwachem Mehlabsoh war Land- weizen wenig beachtet und konnte nur schwierig Käufer linde». Roggen etwas besser gefragt. Gerste und Haser ruhig. franirfurtkr llikhnuirktbkricht oom 5. Jan. 1914. Aufgetrieben: 392 Lchsen, 70 Bullen, 785 Färsen und Kühe, 318 Kälber. 188 Schafe. 242-1 Schweine. Marktlage. Bei Bullen, Färsen und Kühen, sowie Kälber und Schafen die Preislage des vorigen Marttes, bei Schweinen Vi Pfennig niedriger. Marktverlauf. Der Rindermarkt hinterläßt bei belebtem Handel etwas Ucberstand. In Kälbern gedrückte, und in Schafen ruhiger Geschäftsgang, wird ausverkaust. Am Schweinemarkt in leickster Ware lebhaftes, in fetten un» schweren Schweinen, die Ucberstand »eigen, flaues Geschäft, Frankfurter Wetlerberickil. Voraussage: Vorwiegend trüb«, Schneesälle, kälter, nord- weslliche Winde. , Veranlwartlich s. d. Schristleitung: Otto H i r ich e l. Friedberg für den Anzeigenteil: Karl S ch mi dt. Friedberg i. H. Druck u. Verla- d. .Reuen Taaeszeitung" A .E^ Friedbera i.L - ft' v;r 9 4 _____ "Ach lafie D.ch nicht. - ^ >:(Ti;: ! 31ojkoii von H. C'oi:rt')C 1 o Ij Ie v . lForksetzmizs. : : • v/d !' im j,>. Ziunuer und probierte den i-i g!-„ M, war Lar ein wunderbcrrlicheS Gefühl. , P.'-, so weick uni ihre Kttedcr schmiegte. Sie f .,;i Spiegel auf und ab und lachte sich a». > i ,, ; ■; • .ijj Sonja, so ein Pelzmantel hat dir ge- um dich zu machen. Pompös schaust - ' ■ ans: man könnte dich beinahe selbst für eine Fürstin halten. . X : J . war eine so drollige Gewohnheit von ihr, sich selbst ui! ihrem Spiegrlbilde zu unterhalten und sich dabei ein wenig r» verspotten. Sorgsam breitete sie dann den Mantel ans und strich kosend darüber hin. „An meinem Geburtstage will ich ihn das erste Mal itagen, dann ist mir doppelt festlich zu Mute.' Etwas früher als sonst erhob sich Sonsa am Morgen ihres Geburtstages. Sie liebte diese ersten Morgenstunden sehr, da sie ihr allein gehörten. Die Fürstin wurde vor zehn Uhr nie sichtbar. Als sie sich angekleidet hatte, klingelte sie nach ilwem Frühstück, das sic stets aus ihrem Zimmer nahm. Sie hoffte, schon auf der Frühstücksplatte, wie sonst immer, die Briefe aus dem Doktorhause zu finden, aber diese Hoffnung wurde ihr nicht erfüllt. Ein wenig enttäuscht, nahm sie ihr Frühstück ein. Onkel Ernst war doch sonst so pünktlich. Und gerade heute, wo sie sich so besonders darauf gefreut hatte, blieb die Sendung auS! Wenn man zwanzig Jahre ist, erscheint einem der Geburtstag noch als besonderer Tag, an dem man Anwartschaft auf erfüllte Wünsche zu haben glaubt. Sic fühlte sich mit einem Male recht traurig und vereinsamt. Aber dann fchalt sie sich selbst aus, ob ihrer Ungeduld. „Es wird mit der nächsten Post kommen, du törichte Sonja. Mußt du deshalb den Kopf hänge» lassen? Gleich list du wieder vernünftig." Sie setzte sich mit einer Stickerei, die ei» Weihnachtsgeschenk für Tante Käthe werden sollte, ans Fenster und arbeitete eifrig daran, bis es Zeit war, zur Fürstin hinüber» zngehen. Neue Tageszeitung, snenoraa, oen e. zrannur iai4 Gerade, als sie ihre Arbeit znsammcnlcgte, kam eine j eingeschriebene Sendung für sie, ein schwerer, dicker Brief. Nun lachte sie in sich hinein, als sie das gewichtige Bricfpaket auf der Hand wog. „Da haben sic mir wohl jeder einen ganzen Noman geschrieben", dachte sie und bedauerte jetzt, keine Zeit mehr zu haben, um die umfangreichen Episteln durchzulesen. Sie schloß das Paket in ihren Schreibtisch, um es später zu öffnen. Daun ging sie zur Fürstin. Diese hatte eine sehr schlechte Nacht gehabt. Ihr Nhcuina hatte sic gequält, und sie fast nun mit steisem Knie in Pelze gehüllt am Kamin. Sonja hörte es schon vor ihrem Eintritt von der Kammerfrau und näherte sich nun mit besorgtem Gesicht ihrer Herrin. „Eure Durchlaucht haben wieder Schmerzen?" fragte sie teilnab nisvoll. ' Maria Petrowna nickte. „Ja, Fräulein Sonja; ich kann mich wieder cknmal kaum rühren. Doch reden wir nicht davon, eS ist nicht zu ändern; und man gewöhnt sich auch daran." „Soll nicht zum Arzt geschickt werden, Durchlaucht?" frug Sonja. „Nein, nein; helfen kann er mir ja doch nicht. Das hat feine Zeit." „Aber er könnte doch die Schmerzen lindern.* „Da? eben kann er nicht, Kind. Wärme ist alle?, wa? mir hilft." „Darf ich Eurer Durchlaucht noch eine Pelzdecke über- brertcn?" „Das kann nichts schaden", antwortete die alte Dame. Sonja breitet noch eine von den leichten, warnren Pelz- dccken über den Schoß ihrer Herrin. Dann holte sie die auf einer silbernen Platte liegenden Briefe herbei, die ein Diener soeben gebracht hatte. Es war ihr Slmt, diese Briefe zu öffnen und'der Fürstin vorzulesen. Dabei niachte sie sich gleich Notizen, falls sie iin Namen der Fürstin etwas darauf zu erwidern hatte. Es waren meist Bittgesuche, Briefe von Lieferanten und ähnliche Schreiben. Nur die Briefe ihrer AngeWrigen pflegte die Fürstin selbst zu lesen und zu beantworten. Auch heute war ein Brief ihrer Tochter dabei. Während ihn Maria Petrowna studierte, sah Sonja betrübt zu dem Fenster hinaus. Draußen war da? herrlichste, klarste Winterwetter. Es hatte sich schon zeitig Frost eingestellt. Und heute hatte Seite 4 Sonja ihren neuen Pelzmantel zum ersten Male tragen wollen. Nun wurde es nichts mit der täglichen klusfahrt. Einzig die Aussicht ans ihr umfangreiches Brielvak. t tröstete sic. Wenn Durchlaucht nach Tisch ruhte, wollie sie die Briefe lesen. So recht behaglich wollte sie sich daun in ihrem tzE.w'er cinspinnen. Aber auch dieser Wunsch sollte Sonja beute nie i in Erfüllung gehen. Die Fürstin hatte so heftige Snun uzcn daß sie ans eine Mittagsruhe verzichten mnßtc und Soisi t bat, ihr Gesellschaft zu leisten. Nun mußte diese ihre Lektüre bi? ziun Abend berschst bcn. Wohl hätte sie die Fürstin bitten können, ihr Urlaub zu gewähren, bis sie die Briefe gelesen hatte. Aber das wollte sie nicht. So im Fluge mochte sie die Briese nicht lesen: und außerdenl kam eS selten genug vor. daß ihre Herrin ein besonderes Verlange» an sie stellte, daß sie nichl eigennützig sein wollte. So blieb sie den ganzen Tag tim die Fürstin, la? li-.t vor, musizierte, plauderte mit ihr und pflegte, sie. Sie kam auf den Gedanken, daß beiße Umschläge dic Schmerzen im Knie lindern müßten und bat um die Erlaubnis, das probieren zu dürfen, Maria Petrowna willig!e ein und wirklich taten ihr diese Umschsäge so gut, daß dir Schmerzen nachgelassen haben, Maria Petrowna atmete erlöst ans. „Das war ein sehr guter Gedanke von Ihnen. dies einfache und so wirkungsvolle Rezept will ich mir arö merken. Und nun bin ich so müde, daß ich mich wob! gl.no zur Ruhe begeben werde. Jetzt werde ich schlafen können, d . die Schmerzen nachgelassen haben", sagte sie. Zusammen mit der Kammerfrau sühne Sorga ilv Herrin in ihr Schlafzimmer, Und dann war sie entlasten und für heute ihres Dienstes enthoben. Froh, daß die Fürstin nicht niehr so arge Schmerzen zu leiden hatte, und daß sie nun endlich ihre Briefe lesen konnte, suchte sie ihr Zimmer auf. Sie ließ sich ihr Abendessen bringe», da sie nicht wi sonst mit der Fürstin gespeist hatte, und setzte sich so rech behaglich an den Tisch. Schnell aß sie etwas und ließ da? Geschirr wieder fortholen. Dann erst öffnete sie mit einem erwartungsvollen Lächeln das große feste Kuvert. (Fortsetzung folgt). Mein Räumungs-Ausverkauf beginnt MIttWO©tl, 7® <1 8IIU ÄF IJersclSic fielet ganz ausses'gewöümlit'li günstigen Kinlsanf. Fricdbei 1 *§• i. Kaiserstrasse 53. üiöiiae! Nnhholzversteigernnq. Tliniatno. de» IN. ?an»ar d. 3o. werden versteigert out| den Distrikten Klosterwald 5a lBellmuther-Fichlen) und Kloster- rcalb 9: Slawin»: «ich» III. Kl 1 Eick. mit 1.32 Fm.. IV. Kl. 1 Stck. 0.32 Fm. richte III. Kl. 4 Stet = 7.01 Fm . IV. ftl. 26 Stet, j = 20,78 Fm.. Va Kl. 121 Sick. = 81.90 Fm., Vb Kl. 4061 Sick. — 128.16 Fm. Derblianqen: Fichte 24 Stck mit 2.63 Fm. Ferner Hrenntzol?: Irnüppel: Fichte 13 im Knüppclreistg: Fichte 12 rm htöcher Fichte 56 rm Zu'ammenlunjt »ormMog« 10 Rhr auf der Straße Kon radsdors-Bieberbcrg am Waldeingang von konradsdorf her. Das Eichenstammhotz kommt bei Beginn der Versteigerung zum Aus-! gebot. Sämtliches Nadelholz ist entrindet und an chausirrie Wege.k geruckt. Auszüge können soweit Vorrat reicht, von de: Ui.lerzeich I nclen Obersörsterci bezogen werden. I Nähere Auskunft eiteilt der Eroßh. Forstwart Simon zu ■ Konradsdors. s Kunradvdorj, den 3. Januar 1914. ___Eroßh. Oberförster«! Konradsdorl. I i-MMWjl!»!! MI-UIMW lif Ml[M. - Hauptsitz: Ilcriin. - a Müllen in - Braunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Danzig, ! u < Illlilt.ll III. Erfurt, Frankfurt a. M., Königsberg i. Pr., Lud- * 1 “ wigsliaien a. Rh., Nürnberg und Strallburg I. Eis. n « tängcxaliltes Artic n-Kaaital u. Reserven: ° 12,000,000 Mark, 2 !| rfiliaSe?ranMurta.M. i ^ I ostscheck-Conto Schillerstrassc 25, L Fernsprech-Anschluß S it N ’■ 3:9 Eingang rechts. Amt I 892 u. 893. £ Annahme von Spareinlagen von Jedermann mit * Auf sämtliche § Pelzrrmren gewähren wir jetzt einen Ertra-Nabatt von 3O°| 0 DttMli- ßiiidtt-ssoMjjsn wegen vorgerückter Saison jetzt bc-eutend unter Preis. WilMlZMS GtjtzmstnMijn Friedberg i. H. 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