Ilttmuuv 3 Moalnp. den 5. Januar 7 , Jahrgang Xu „«nie tagMuiiang* cildjeint ,ed«n Werttag. Regelmäßige Beilagen „?rr tfnoer an» ieir*»", „Ai, KpinnSul-e". <5r.u 9 oprri»: »ci den P-stanstalten vuruIiahiUch '.Dil. i ,'5 bei den Agenten monatlich SO Psg. hin,» tritt Postgebühr oder Irägerlohn. A»,eigen! «rund, eile AI Psg^ lokale 15 Psg, An,eigen oc», auswärts werden durtz po.lnachnahme erhoben Erftillmigratt H riedberg. KcherNleitnag und perlag Jriedberg (Hellen), Hanauer strotze lL. Fernlprecher 45. Postlchick-L-nto Ne. 48.',9, Amt Franljurt -. «. Aeb erficht. — In Ttrahburg wird gegen dieienigen Aaberner Rekrvte», die die angeblich beleidigende Aeußernng des Leutnant« v. Äotftwer über die französische Fahne gehört habe» wollen, bei der Vernehmung wider die Wahrheit befindet hatte», das Militärgerichtsverfahren eingeleitet werden. — Beim Eisläufen in Hamborn ertranken zwei Schüler. Drei konnten gerettet werden. — Prinz Wilhelm zu Wied wird heute das Schloß in Neuwied verlassen und nach Potsdamni reisen, wo er in den nächste» Tagen die albanische Deputation empfangen wird, die ihm den Fürstenhut Albaniens anznbieten beauftragt sind. — Der Dampfer Wolgast", in Stettin beheimatet, aus der Reise von Königsberg nach Tebin, strandete 5 Kilometer westlich vom Lstseebad Rügerwaldermünde. Die Mannschaft wurde durch den Raketenapparat der Rettungsstation Rügen- waldermunde gerettet. — Im französische » Grenzort Homocourt wurden zwei Arbeiter durch .Kohlenschlacke verschüttet. — Nach dem „Popolo Romano" ist die Note, in der Griechenland angeblich droht, ohne gleichzeitige Erledigung der Jnselsrage Albanien nicht räumen zu wollen, in Rom nicht übergeben worden. — König Peter hat den bisherigen Ministerpräsidenten Paschitsch mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut, in da8 olle bisherigen Minister mit Ausnahme des Kriegsmini» sterS Bojanowitsch eintreten. — Bei Rabat in Nordwestmarokko sind durch eine von einem Felsen hrrabsturzende Steinwasir 22 Arbeiter getötet und niedrere andere verletzt worden. — Im Hafen von Rewpork sind die Kohlenschifser in den Aurftand getreten. Es wird befürchtet, daß der regel- mätzige Verkehr der Ozeandampfer unter dein Streik leiden könnte. — Die Mannschaft des englischen Dampfers „Baron Dalmani," hat am 1. Feiertag gemeutert. Der Kapitän des Schisses schüchterte schlietzlich die Meuterer dadurch ein, daß er einen Revolver zog und mehrere derselben verwundete. — Die Kämpfe bei Citnega dauern fort. Tie Regie- rungstrnppen machten einen Ausfall, wurden aber zurück- getrieben. Zahresrückjchau. B. Ausland. Auf dem Weltheater haben sich im Jahre 1913 recht bewegte Szenen abgespielt, für die Beteiligten meist wenig erfreulich. In der Hanptfache drehte sich die Handlung uni dn Balkan, wo ivesentliche Verschiebungen zu verzeichnen sind. An der Sckstvelle des Jahres schien der Krieg auf dem Balkan seinem Ende entgegenzugehen, da brach er mit erneuter tstewatt los, nur mit dem Unterschiede, daß Bulgarien sich von seinen bisherigen Verbündeten trennte und den Kamps gegen sie anfnahm. Mit welchem Erfolge, ist noch '■» aller Erinnerung, das mit fckstveren Opfern eroberte Adr.L'.zrpeb wnrds rgteder von den Türken besetzt, die auch weiterhin dort verbleiben, und auch von den sonstigen errungenen Gebieten ging vieles verloren. Serbien und Grie- clienland erzielten ziemlich mühelos große Vorteile, und Bnl- gorien mußte schließlich einlenken, da auch Rnmänien auf arm Plane erschien und die Gelegenheit benutzte, eine Grenz- regnlierung zu seinen Gunsten durchzndrücken. Das ganze Auftreten RnmänienS während der Bukarester Verhandlun- gen zeigte, daß dieses Land alS Vormacht auf dem Balkan sich betrachtet, ein Faktum, mit dem die Mächte, nainentlich Rußland, künftig gar sehr zu rechnen haben werden. Tie Türkei selbst hat zwar schwere Einbuße an Macht und Land erlitten es macht aber doch den Anschein, als ob die OSmanen ndlich aus den letzten trüben Erfahrungen lernen wollen. Hitf wirtschaftlichem Gebiete sucht man eine Verständigung mit d-n Mächten namentlich über Kleinasien und in militärischer Hinsicht will nian gleichfalls gründlich Wandel chaffen, indem man eine Militärmisjion ans Deutschland mit General Lima» an der Spitze nach Konstantiuopel berief. Diese Maßnahme war aber nicht nach dem Herzen der Tripleentente, ein großes Ränkespicl setzte ein und die Bot- Ichaster Frankreichs und Rußlands versuchten, Einsvruch zu erbeben, aber vergeblich, die Türkei blieb fest. Indessen ist die Angelegenheit noch, immer nicht zur Ruhe gekommen, und jetzt an der Jahreswende dauern die Verhandlungen noch iznmer an. An den Balkanwirren waren die Großmächte samt und anders mehr oder minder interessiert, von den Angehörigen Dreibundes ganz besonders Oesterreich-Ungarn und Italien. ES bat dabei nickst an Differenzen gefehlt, die erneute K.Implikationen heraiilbraclsten, bis es ersreulicher- i iv gelang, durch gegenseitiges Entgegenkommen doch die ufährlichen Klippen zu umschiffen. Freilich läßt sich nicht leugnen, daß die östereicknsche Diplomatie nicht immer sehr glücklich operierte, was sogar zu einer Keinen vorübergehenden Perltiaununa zwischen Berlin und Wien führte. lieber- Haupt hat die Donaumonarchie kein sehr freudenreiche? Jahr hinter sich, denn auch die Lage ini Inneren war keine sonderlich gute, und nur mit Mühe gelang es, das Parlament arbeitsfähig zu erhalten. Wenigstens aber war es möglich, die Wehrvorlage durchzubringen, nachdem sich die Regierung infolge der Ereignisse auf dem Balkan genötigt gesehen batte, beträchtliche Kredite für die Heeresverstärkung zu verlangen. — Besser war Italien daran, wo die Neuwahlen trotz Ausdehnung de? Wahlrechts der Regierung eine ganz beträchtliche Mehrheit brachten, sodaß sie gefestigter dasteht, denn jo. Man ist im Apenninenreiche infolge des Mackstzuwachses durch de» Türkenkrieg recht selbstbewußt geworden und for- dert energisch seinen Anteil an der Mittelmeersonne. In mehreren Reden haben die leitenden Staatsmänner mit dent- sicher Adresse durchblicken lassen, daß sie keinerlei Vorherrschaft irgend einer Macht im Mittelländischen Meere zulassen würden, und diesem Grundsätze entsprechen soll auch die Wehrkraft zu Wasser und zu Lande verstärkt werden. Gleichzeitig hat man mehrfach auf das nachdrücklichste das Festhalten am Dreibünde betont und das Liebeslverben von gewisser Seite zurückgewiesen. In Frankreich hat das verschiedentlich böses Blut gemacht und das Echo von der Seine klang darum nicht gerade sehr freundlich. Nun zum Dreiverband. Diese einst so gepriesene Konstellation scheint doch nicht mehr so halten zu wollen, waS sich ihre Teilnehiner anfänglich versprachen. Gewiß besteht sie noch und sie ist tut Laufe des letzten Jahres genug in Aktion getreten, andererseits aber niachte sich mehr und niehr eine Lauheit Englands geltend, weil man jenseits des Kanals eingesehen hatte, daß von einer innigen Verbrüderung mit Frankreich und Rußland nicht alle? Heil komnie. Vor allem suchte Grey eS zn vermeiden, in Abenteuer auf dem Balkan verwickelt zu werden, und seine Haltung hat wohl nicht zuletzt dazu beigetragen, daß Frankreich und Rußland in wichsigen Fragen, die schwere Konflikte heranf- zubringen drohten, schließlich einlenkle». Dazu kani. daß sich eine ersichtliche Annäherung Englands an Deutschland vollzog, der schließlich auch Rußland Rechnung getragen hat, indem bei den bereits erwähnten Besuchen Ssasonows und Kokowzews in Berlin über wichtige Angelegenheiten, nan-ent- lich die kleinasiatischen Fragen, eine Verständigung erzwlt tvorden ist. In Frankreich war nian von alledem nicht sehr erbaut und die Stimmung jenseits der Vogesen war daher im letzten Jahre meist eine recht gereizte und nicht nur Deutschgegenüber. Außer von Italien hatte man auch von Spanien einen zierlich geflochtenen Korb erhalten, als man gelegentlich des Madrider Besuches Poincarcks versuchte, Spanien an den Dreiverband zn ketten. Die spanischen Machthaber sagten sich jedoch, daß ein solcher Anschluß für das Land keinen Nutzen bringe, sondern nur Verpflichtungen nuferlegen würde und daß es besser sei, allein zu bleiben, weil man dadurch mehr für sich herausschlagen könnte. Im übrigen halte Frankreich im Innern Sorgen genug. Der neue Präsident Voincarck hat iin abgelaukenen Jahre nicht allzu viel gl ick- siche Tage gesehn. Die Militärvorlage ging zwar mit Hängen und Würgen durch, bei der Kostendeckung kam es aber zum Krach und das Ministerium Barthon inußte in der Der- srnkiiilg verschwinden, um einem Ministerium Doumecguc, dessen Seele Caillanx ist, Platz zu machen. Die Stellung dos Kabinett? ist eine keineswegs gesicherte und die 'vnere Lage in Frankreich ist daher keineswegs geklärt. Auch in England bat es an schweren inneren Verl-.-gen- heiton nicht gefehlt, während die äußere Politik in Erfolgen reich war und England gerade in den Balkanwirr.m unter dcn Mächten die führende Stellung einnahm. In Rußland bat die Lage im Innern keine wesentliche Aonderung erfahren: die Duma fristet nach wie vor ein Scheindasein. Nur die Pansfavisto» haben während des Balkankrieges den verantwortlicheil Stelle» das Leben recht schwer gemacht, »nd sie baden wobl ai'ch durch mächtige Hintermännern es tx-rstanden, der Anßenvolitik jene Richtung zn geben, die Rußland zu den anderen Mächten int Gegensätze brachte und Verwickelungen berberfiibrle. In den übrigen europäuchen Staaten waren Ereignisse von außerordentlicher B -deiitung kainn zu verzeichnen. Dagegen hat man in der neuen Welt ein reckst ereignisreiches Jahr hinter sich. Hier war es Mexiko, das llnruhe i» die politische Lage brachte und den Gegenlatz zn de» Vereinigten Staaten in das hellste Licht rückte. Am liebsten hätte man in Washington wohl gesehen, wenn es zu einein offenen Bruche gekommen wäre, aber mehrer Enropamächle haben in Mexiko große Interessen zu vertreten und derem Einflüsse in Washington ist es wobl zuznschreiben. wenn man sich dort ziirückliielt, zumal der schlaue Huerta olle? mögliche tat, um einen Anlaß z» einer bewaffneten Intervention Nordamerikas zu verineiden. Tie Eipansionoliist der Dreeinigten Staate» stößt auch sonst anf Widerstand, wenigstens würde Japan alles in Beivegung setzen, um eine Ausbreitung der Mackst Nordcmicrikas zu verhindern. Eine Zeitlang hatten die Dilferenzen gelegentlich der Einwanderungsbill einen rccht scharfen Grad angenommen, jedoch gehört keine große Sehergabe dazu, uni anznkünden, daß es um die Herrschaft im Stillen Ozean doch noch einmal z» einem gewaltige» Ringen konnnen wird. i’ungfriftijif I» H'r Fteischmarktenguetekommission hat der Vor- sitzende, Staatssekretär IIr, Delbrück osse» zugegeben, daß die Einfuhr ansländischon Fleisches, von der die Rogiornngo», Ircmi auch nicht Wnndorwirknngo», so doch ein merkliches Herabdriicken der Fleischprcise erwarteten, zn einer P>-'is- clinäßignng int allgemeinen überhaupt nickst geftilnt hot Daß er den städtische» Fleischbezng immerhin als eine Vor sorgung der minderbomitlelten Kreise mit etwas billigereui Fleisch gelten lassen möchte, ist vom Standpunkt des Vizekanzlers, der die Politik der verbündeten Regierungen nickst gut als völlig wirkungslos preisgeben kann, wohl ohne weiteres verständlich. Seine Erinnerung an den Nnistand, daß Berlin, als es im April wegen ungenügender Zus.ibr russischer Sckstveine der Fleischhalle den Ankauf inländischer Schweine gestattete, dieses angeblich »»erschwinglich teure einheimische Schweinefleisch z »in gleichen Preise wie das russische verkaufe» koiinte, besagen I ja genug und lehren, daß es zur Versorgung der Bevölke. iinig mit preiswertem Fleisch, der langen Farhten ins Ausland überhaupt nicht bedarf. Nötig ist gllein eine An- nähernng der Fleischverzehrer an die Vieherzeuger, sei es dlirch Vermitelnng der Stadtverwaltungen, sei es durch im» initlelbare Verbindungen zwischen Fleischer- und Landwirts- genossenschciflen. Ans dem Kampsseide der Fleischversorgnng ist der Abschluß langfristiger Lieferungiverträge die For- dernng des Tages. Der bloßen Worten abholde, für eine Politik entschlosse- nen Zugreisens, in mancher Beziehung vorbildliche Ulmer Oberbürgermeister v. Wagiier hat in der Kommissioii die verständigeii Forderungen ausgestellt, daß 1) auf gewisse Zeitränine der Bevölkerung gleich- bleibende Fleischprcise gesichert sind, 2) die inländische Vieherzeugung gehoben und die Fleischversorgnng dos deutschen Volkes vom Ausland unabhängig wird, 3) bei der städtischen Bevölkerung das Verständnis sür landwirtschaftliche Fragen wächst »nd 4) die innere Entfremdung zwischen der industrieller und landwirtschasttreibenden Bevölkerung bekämpst wird. Das sind gewiß vernünftige Forderiingen. An ihrer Verwirklichung arbeitet man in Ulm durch Taten, lind aiich anderwärts verkennt man nicht länger, daß weder die schönsten, der Parteischablone angepaßten Worte, noch das verlegene Suchen im Auslände nach unerschöpflichen Queller billigen Fleisches zu befriedigendem Ziele ftihren kann. Spricht es etwa nickst Bände, daß neuerdings der Berliner Aiifkänfer niis Rußland, aus dem ihn die hohen Schweine- Preise verscheiichten, nach Serbien geflüchtet ist? Erfreu- sicherweise haben bereits einige Großsladtmonarchen, w>< die Oberbürgermeister Wallras-Köln und Rive-Halle, sich gleichfalls zu langfristigen Lieferungsverträgen bekannt, iinli ist auch der entsprechende Versuch in Ulm bereits gemacht und als gelungen z» bezeichnen, so fehlt doch vorlänlig noch der praktische Versuch auf breiterer Basia Was in der Koinmissio» die Vertreter des Schlöchtergewei >- : dagegen eingewendet haben, kann als ausschlaggebend >i" möglich anerkannt werde>> lind wird wahrscheinlich an-/ keineswegs von allen Fleischern als zutreffend gewertet. To- einzig wirkliche durckjfchlagende große Mittel — so hot Iw Giaf Schwerin-Löwitz in der Konimission die langen Erörterungen mit Fng znsainmengesaßt — sind langfristige V r. träge, denn wenn auch die Produktion bis z» einem gewissen Grade durch andere Mittel gesteigert werden kann so wird man doch die Schwankiinge» durch ein Verhüten doi Kolberschlachtimgen, durch innere Kolonisation oder der gleichen niemals ans der Welt schcissen. So drängt denn hier die ganze Entwickelung gebieterisch auf praktische Versuche im großen »nd man darf einigermaßen gespannt sein io welchem Teinpo sich der Zwang zniii Schaffen hier gegen Eigensinn, biireaukrntilck>e Schwerfälligkeit und behäbigen, die goldigen Reize der Konjunktur preisenden Eigennnf durch setzen wird. Ans dem hell. Landtag. Zivritk Kammer. Tie Zweite Kammer des hessischen Landtages ilt f Dienstag, den 13. Januar d. I., einbernfen worden.' - i« Tagung dürste nur kurze Zeit danerii. Ans der Tage-: i > nung steht die Besprechung einer Reihe von Anträgen :-»! Vorstellungen, darunter eine Anzahl, d-e di- neue V, ?- Versicherungsordnung betreisen, ein Antrag d?S Abba !f Stadecken, die Erbaiiung einer Nebenbahn von Und-- nach Arnsheim, der Antrag Auler, den Ban der Red- br Densheim- Linde,ifels, dann desgl. Anfrage d"? A' '.- >d- neten Brauer, die Notariatsgebühren und die Beurl-i l-mg von Jmmobilienveränßerungen betr. die dc---gl. t- tr. i! des Abgeordneten Woll-Stadecken, die Tätigkeit - m- merzienrats Ihrig bei der Land». Genossenlckiat- - ' '.et' u. s. w Seite 2 «' » __ _ _ _ Lageoüberstcht. Deullchra Ueick. . :: Schars« Schüff« in Zabern. Das Generalkonrniando des K. Atin^eiorps teilt dem Wolfichen Telegraphenbureau mit: Di« Molduug, de« auf den AAchtposten des Infanterieregiments Nr. 195 im Schloßgacten in Zabern am 26, Dezember 1913 zwei scharfe Schüsse abgegeben warben seien, Hot zur troU litärzerichUiche» Feststellung des Tatbestandes geführt. Di« Aussagen des Postens und zweier Zivilpersonen hach« zwei, selssrei ergeben, datz zwei scharse Schüsse aus nicht zu grotzer Entfernung vom Posten gefallen sind. Beide Erschoss« sind über dem Bereiche des Postens weggeslogen, dos eine und erst« so nahe, datz der Posten überzeugt war, es werdc auf ihn geschossen. Di« Annahme verschiedener Zeitungen, es handle sich um einen Unfug unter Verwendung einer Schreckpistole, ist nach den ongestellten Versuchen und den Aussagen der Zersägen vollständig haltlos geworden. — Diese amtliche Feststellung ist darum wesentlich, weil sich mrlitärfeindliche Blätter vom Schlage der ,Franks. Ztg" und des „Berliner Tageblatts" alle nur erdenkliche Mühe gegeben haben, um darzutun, daß cs sich nur um ein« harmlos« Schießerei mit Kinder- prstolen oder gar nur um das Werfe» von „Fröschen" gehan. delt habe. :: Graf Hertling. Der bayerische Ministerpräsident Frhr. ». Hertling ist vom König in den erblichen Grafensdand erhoben worben. Das Mitglied des Reichsrats, Graf v. Fugger. DIvctt ist zum Fürsten ernannt worden. :: Die diesjährigen Kaljermanöver. Di« diesjährigen Kaisermanöver finden, wie die „Franks, Ztg." erfährt, !m Bereiche des lt. Armeekorps statt. Der Kaiser wird wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des September di« Parade über das 1. Ar- mockrps auf dem großen Exerzierplätze bei Waldau in der Nähe von Kassel abgehalten. Dan« wird sich das Kaiserin«»«, ver durch den ganzen Regierungsbezirk Kassel hinziehen. :: Die Eisenbahnkatastrophe bei Woippq. Di« Zahl der bei dem Eisenbahnunglück bei Woippy verletztem Personen beträgt nach den letzten Feststellungen 15, von denen die meisten jedoch mit leichteren Wundem davongekommen sind. Militär- und Bahnärzte sorgten sofort für die llcberfllhrung der Ver. letzten in das Hospital. Di« Ursache des Unglücks ist, wie jetzt fesigestellt wurde, auf eine Unachtsamkeit des Lokomotivführers zurückzuführem, her den Militärzug auf einen Prellbock auffah- ren lieh, «l» «r seinem Zug auf «im Rebengeleir brachte, um der Vorschrift gemäh «imen Eilzrrg vornberzulasiem. Der Anprall war so heftig, dah der Postwagen der Militärzuges in den ersten Personenwagen hineinranirt« und denselben völlig zertrümmert«. Die Rettrmgs- und Ausräumungsarbeiien wurden sofort in Angrift genornmen und bald waren sämtliche verunglückten geborgen. Eine Eerichtskommisfion erschien bald nach dem Unfall und beschäftigt« sich zunächst mit dem verhör des Zugführers und beteiligten Bahnperfonals. Frankreich. :: Der deutsch-russische Zwischenfall. Der Berliner Korre- spende,ri des „Tcmps" will aus deutsch:« gutinformierter Quelle die Versicherung erhalten haben, dag inan an ein« sehr baldig« Löf ung der beutfch.russijchon Schwierigkeiten heil. d«r Militärmiffion glaubt. Diese Lösung wird der Eigenliebe beider Teil« vollkommen Rcchnung tragen. Eine aus Konftan- tlnopel in Paris vorliegende Depesche meldet dagegen, dah di« Lösung des deutsch-russischen Zwischenfalles verschoben worden ist, und man hat den Eindruck, als ob General Linian v. Sanders noch nicht definitiv Besitz von seiner» Posten ergrif. fen hätte, da er außer einige» Konferenzen mit dem türkischen Eeneralstabe nur Kasernen inspiziert hat. Rußland. :: Eine russische Nordpol-Expedition. Gleich nach dem rus- sisäzen Sveihnochtsfeste begibt sich eine Expedition nach dem hohen Norden, nm auf der Marschroute der Expedition Sedows nach dem Nordpol zu gelangen. An der Spitze der Expedition steht Dr. Uruffow, der bekannt« Polarsorlcher. Ein besoivders Interesse erregt diese Expedition dadurch, dah sich an ihr drei gelehrten Frauen, zwei Doktoren her Ravrrwiffenschaft und eine Medizinerin b-teillgen. Auch zwei Missionar« gehören zu den Rordpolfabrern, die während ihrer Reise inissionarisch tätig zu sein beabsichtigen. Rumänien :: Eine ösierreich freundliche Rede Majoresku». Am Schluffe der vorgestrigen Adrctzdebatt« in der Kammer hielt Ministerpräsident Majoieskus ein« Rehe, dt« durch ihren österwichsreundlichen Ton größte Aufmerksamkeit in politischen Kreisen erregt. Er protestierte wider di« gegen Oesterreich gerichteten Angriffe und erklärte, OesterreichUngarns Haltung Rumänien gegenüber fot immer sehr loyal und aufrichtig g«. wcsen. Auch das Grünhuch beweise das. Er habe noch im Juni 1912 Kenntnis erlangt von dem gegen Oesterreich und Rumänien gerichteten bulgarisch-serbischen Vertrag. Oesterreich und Rumänien hätten daher aus derselben Seite gestanden. Der Kaiser von Oesterreich habe seitdem immer für di« Ver. ffänb’igun.ß mit ^Rumänien gewirkt. Es sei zu erwarten, bäft hn Falle eines rumänisch-bulgarischen Krieges Oesterreich tiumänien unterstützen werde. Vom Balkan. :: Kriegsminister Enver Pascha. Gestern nachmittag wurde das Jrade, dnrch das Enver Bei zum Kriegsminister ernannt wird, veröffentlicht. Der Erlaß des Sultan» besör- drrt ihn gleichzeitig zum Brigadcgeneral mit dem Titel Paick>a. Der Sultan empfing Enver Bei in besonderer Audienz, in der dieser den Amtscid leistete. Der bisherige Kriegsministcr Jzzet Pascha, wurde verabschiedet. Ebenso wie Enver Bei wurde auch der Oberst Dschemal Bei. der mit irr Führung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten betraut ist, zum Brigadegeneral befördert. Der neue Kriegs- tninister Enver Bei wechselte gestern gleich nach der Ucber- rwbme seiner Dienstgeschäste mit dem Chef der deuffchen Militärmission General von Liman Pascha sehr freundschaftliche Besuche. Dabei wurde vereinbart, daß gleich nach der Älückkebr des Generals van Liman von feiner kurzen Orien- »e,e TageszeNung. »»mag, »en S. Januar llli tierungsreise, die er heute nach Kirkkillisse antritt, zwischen beiden Generalen eine eingehende Besprechung über die Reorganisation der türkischen Armee« stattsinden soll. :: Tod eines berühmten Bandensührers. In Belgrad vorliegende Blättermeldungcn aus Tirana besagen, daß am 3Q. Dezember der berühmte albanesische Bandcnfühcer Risa Bei verstorben ist. Risa Bei war einer der wütendste» Gegner Serbiens: sein plötzlicher Tod wird viel zur Beruhigung des Landes beitragen. :: Die Flottenrüstmigen Gricchrnlands und drr Türkei. Der Ankauf des brasilianischen Kriegsschiffes dnrch die Tür- kei bat in Athen große Bestürzung verursacht und auch die bcschwichttgenden Erklärungen des Minffterpräsidenten Beni- zelos in der Kammer-, daß Griechenland trotzdem infolge der aiialitattven Ileberlegenheit seiner Marine für die nächste Zeit dns Uebergewi-G in der AegäiS behaupte» werde, haben die Aufregung nicht wesentlich verringert. Die Meinung ist vorherrschend, daß der Premierminister sich von seinem Op- timiSinns täuschen läßt. Die Presse verlangt schnelles und tatkräftiges Handeln der Regierung, um einem.eventuellen Borfprilna der Türkei vorznbeugen. Wetter-Pachrichten. Taiiwcttcr und Schnecstürmr. Berlin, 4. Jan, Aus vielen Teilen Deutschlands wird Tauwetter gemeldet, so ans Görlitz, ferner aus Leipzig, wo das Tbermonieter 3 Grad, ans Kassel, wo cs 8 Grad Warme zeigt, desgleichen ans Köln. Am Mittelrhein trat gestern abend, nachdem es noch »m 12 Uhr mittags stark geschneit hatte, heftiges Tmiwetter ein,, sodaß Hochwassergefahr vorhanden ist. Auch Stuttgart meldet Regen und Tauwettcr. Dagegen herrscht in ganz Oberschlesien seit gestern abend bis heute mittag ununterbrochen Schneefall. Kassel, 4. Jan. lieber Narbt ist hier ein heftiger Wettersturz eingetreten. Dns Thermometer ist von 8—10 Grad Kälte auf 3 Grad über Null gestiegen. Es hat daher ein äußerst heftiges Tanwettcr eingesetzt, und die Schnec- schmelze geht überaus rasch vor sich, so daß die Fulda und ihre Nebenflüsse in starkem Steigen begriffen sind. Bei Hersfeld wurde durch das Treibeis der Fulda die elektrische Lichtleitung gestört. iw Dirk MalkMMch. Bei der Stichwahl im vierten Landtagswahlkreis der Provinz Starkenburg (Waldmichelbach) erhielt der national- libcrale Kandidat Amtsrichter Wünzer-Darmstadt 1042 Stimmen, der sozialdemokratische Kandidat, Rcichstagsabge- orbncter Hascnzahl, 1748 Stimmen, Wünzer ist somit gewählt. Bei der Hauptwahl erhielt Wünzer (natl.) 808. der Forffchrittler Rcckrtsanwalt Carnier 434, der Zentrumskandidat Hofmann 888 und der Sozialdemokrat Hasenzohl 945 Stimmen. Aus diesen Zahlen ist zit erleben, daß das Zentrum Mann für Mann fiir den nationalliberalen Kandidaten eingetreten ist und daß der sog, Forffchritt dahin gegangen ist, wohin er gehört, nämlich zur ertremen Linken, zu der So- zialdeniokratte. Außerdem ist es beiden Parteien gelungen, ncch Reserven heranzuziehen. Das Verhalten des ssrekstnn? nimmt Niemanden Wunder, es wirft aber ein grelles Licht auf die vielgepriesene Einigkeit der bürgerlichen Linken. An« der Heimat. * Fricdberg, 5. Jan, Seit Samstag macht sich ein Witterungswechsel bemerkbar. Der Schnee sängt überall an zu schmelzen. Heute morgen setzte sogar ein feiner Regen ein. Auch von auswärts wird von Tauwetter gemeldet. Hoffen wir, daß da? nur eine vorübergehende Erscheinung und uns die schöne Winterlandschaft noch erhalten bleibt. * Friedberg, 5. Jan, Wegen einer abscheuliche» Schandtat stand am Freitag der im nahen Assenheim gebürtige Hausierer Wilhelm Stipp in Frankfurt a. M. vor Gericht. In seinem Hausiererbernse hatte er die Gelegenheit benutzt, sich an ein blutjunges Mädchen heranzumachen. Der Unhold verging sich an ihr mit dem recht traurigen Resultate, daß das noch nicht 14 Jahre alte Kind — Mutter wurde. Hier wäre eine mehrjährige Zuchthaussttafe am Platze gewesen, aber der Verbrecher kam mit der gelinden Sttafe von zwei Jahren Gefängnis davon. * Lichtbiider-Abend. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf den am Freitag, den 9. Januar, abends Yß Uhr, int Saale des Hotels Trapp stattfindenden Lichtbilder-Vor- trag aufmerksam. Herr Pastor Weigelt aus Wandersleben wird über seine Reise in Palästtna sprechen und durch Vor- führung von Bildern, die er bei dieser Gelegenheit selbst aufgenomnten hat, ergänzen. Der Besuch des Vortrages ist umso mehr zu empfehlen, als der Reinertrag dem Soldaten- heim zu Ohrdruff zugute koinmt, * Friedberg. 5. Jan. (Landw. Raftno.) Das zweite Wintervergnüge» des Landw. Kasinos war si> zahlreich besucht, daß «s wirklich für di« Spätgekommenen schwer hielt, ei. iten Platz zu bekommen. Der erst« Teil des Festes wurde ausgefüllt durch Musikvotträg« der Hanauer Ulanenkapell«, auch einig« Beremsmitglieder sorgten in liebenswürdiger Weist für di« Unterhaltung der Feftgäfie. Ganz besondere Anerkennung aber verdienen die Gcsangsvorträge des ersten Fritdberger Doppelquartett» unter Leitung ihres Herrn Se- mmarlehrers Kuhn. Es waren einfache, schlicht« Lieder, dt- gesungen wurden, der Bortrag war sa hindurch dacht und künstlerisch vollendet, daß er ein Geinch war, ihnen zu lauschen. Im zweiten Teil kam die Jugend zur Geltung und der Tanz trat in sein« Recht«, Gewohnterw-ise wurde es Morgen, bis man zum Aufbruch rüstete. * Friedberg. 5. Jan. Der Fischerverctn Ofteirhach hat bei dem Fffchereiveretn de, Großherzogtum, Hessen dem Antrag gestellt, ein« gesehliche Bestimmung herbeizuführen, wonach tn her Frühjahrsschonzett der IHM* di« Ausnahmetage an dem die Fischerei ausgeübt werden darf, beseitigt werden svl. leir, weil durch das Wegfangen der Fische an den Laichplätze während der Arichgeit (April, Mai und Juni) her Fischbestaiid der Flüsse erheblich geschädigt werde. Der Antrag wurde von der Haupwersammlung des Fffchcivereins für das Trotz!;:' zogtum Hessen angenommen und dem Vorstand der > Veranlassung überwiesen. Der Hessische Anglcrbund hat !v reits im Herbst 1912 einen gleichlautenden Antrag de: Regie rung und den beiden Kammern überreicht. * Deutsch« Turnkrschast, 1. Gau Hessen. Den Dereinen sind die Unterlagen für di« Vesiandserhebung frühzeitig zugegangen. Dieselben sind gewissenhaft ausgefüllt, dem Gauvertreter vor dem 10. Januar einzusenden. Sollten Vereinsvorstände besonders von kleinen Landvereinen, über manche Fragen im Unklaren sein, dann sind gewiß Lhrer oder ander« kundige Personen bereit, ihnen zu helfen. * Ossenheim, 5. Jan. Bei der cim Samstag hier abge haltenen Treibjagd wurdet! 278 Hasen zur Strecke gebracht. * Dorheim, 5. Jan. Bei der gerichtlichen Leichenschau des jüngst aus dem Leben geschiedenen Georg Westpbal sau, man einen Zettel in der Kleidung des Inhalt: „Scheid« wegen E. E und 58. S. (die Namen waren ausgefüllt D. N.s freiwillig aus dem Leben und wünsche ihnen ein Lebewohl Georg." Das Gericht hat den Zettel beschlagnahmt. Dir Beerdigung Westphals fand gestern Sonntag nachmitlac statt. Die Beteiligung war sehr stark. Den Leichenzug begleiteten der Pfarrer, der Kriegerdcrein, eine Musikkapelle und viele Leidtragende. * Schotten, 5. Jan. Die Schweincpreise sind wieder gestis- gen. In der Woche vor Weihnachten zahlten di« hiesigen Metz per 61 Pjg. per Pfurch Schlachtgewicht, jetzt zahlen sie Tf. Psg — Die gewaltigen Schneemaffen, welche am 28. auf 29. Dezbr. ntrdrrgtngen, haben an den Obstbäumen hier und in der Umgegend grotzen Schaden angerichtet.. All« Birnbäume sind gänzlich aus der Erd« gehoben, dl« Kronen der Zwrtschen- bäume sind auseinanderyedrnckt. Es sieht in den Gärten aus, als wenn di« Artillerie scharf hineingefeuert hätte. Im Ober- waldc liegt der Schnee durchschnittlich 89—199 Zeniimeter hoch. Rooeln und Schneeschuhlcmfen werden effrig bettiebne. Während der Wcihnaisfeiertage herrschte auf dem Hoherods- kopf starker Betrieb. Di« beiden Klubhäuser und di« Gafthöfe in Breungeshain waren von Fremden überfüllt. * Butzbach, 5. Jan. Bon iner eigenartigen Verwendung wirklich verwundeter Personen weiß die Frankfftrter „Volks- sttmme" zu berichten. Bei einer Theaterausführnng des Jungdeutschland-BnndeS hatten auch Verwundete mitzn-- spielen. Um das Stückmöglichst realisttsch darznstellen, nahm inan als Verwundeten einen jungen Arbeiter, der sich wenige Tag« vorher den Arm gebrock^n hatte und diesen deshalb in der Binde tragen mußte. Der Arzt soll dem jungen Manne die Mitwirkung bei der Aufführung gestattet haben. * Watzenborn, 5. Jan. Von einem tragischen Mißgeschick wurde der Landwirt Ullnrann betroffen. Kurz nach Ablauf des Feuerversicherungsvertrages äsckzerte ein Großfeuer seine gesamte Besitzung bis auf die Fundamente ein. * Gießen, 8. Jan. Der Gouverneur von Metz, General der Infanterie v. Oven, hat — wie militärische Zeitungen berichten — sein Abschiedsgesuch eingercicht, dem binnen kurzem entsprochen werden wird. Die Neubesetzung des wichtigen Grenzposten? erfolgt ,u KaiferSgeburtstag. Es ist dafür seit längerer Zeit der Kommandeur der 16. Division in Trier, Generalleutnant v, Lindenau, in Aussicht genommen. General v, Lindenau hat lange dem Generalstabe der Armee angehört, war Chef der 1. Abteilung des Großen General- stabs und später Kommandeur des Großherzoglich hessischen Kaiserregiments in Gießen. * Gießen, 5. Jan. Die Strafkammer verurteilte dett verheirateten Lehrer E. Schmidt von Lardenbach, Kreis Alsfeld, einen Mann Mitte der 40er, wegen sittlicher Verfehlungen, begangen an ihm anvertranten Schulkindern zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte war geständig, seit sechs bis sieben Jahren in dem kleinen Dorfe sich itnsittlich an Kindern vergangen zu haben. Es standen sieben Fälle unter Anklage. Ilnter den Zeugen waren teilweise siebzehn bis achtzehn Jahre alte Mädchen, welche den Angeklagten belasteten. Der Gerichtshof erklärte bei der schweren sittlichen Schädigiina, welche Schmidt bei der Jugend in der Gemeinde angerichtet, habe man mildernde llmstände versagen müssen. Man hat schon seit Jahren in Lardenbach über das Treiben des Lebrrers gemnnkelt, eS hatte aber niemand den Mut, gegen denselben vorzngeben. Zuletzt aber wurde dem Manne doch der Boden z» heiß, er ging ins Ausland und erst dadurch kam der Stein ins Rollen. * Wieseck. 5. Jan. Ein 2 Jahre altes Kind fiel in einen Topf heißen Waffeis und zog sich schwer« Brandwunden an den Beinen und am Oberkörper zu. * Frankfurt a, M., 8. Jan. Ein folgenschwerer Zusammenstoß ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr auf der oberen Efchersbeiiner Landstraße zwischen Ganghofer- und Körberstraße. Ein von Eschersheim kommender, mit zivet Pferden bespannter Wagen des Fuhrwerksbesitzers May wollte einem hinter ihm berkommcnden Wagen der Linie 24 nusweichcn. Infolge des an den Straßenseiten anfgc- schichteten Schnees war der Fuhrmann gezwmigen, auf das andere Geleis zu fahren und stieß hierbei mit einem von Frankfurt kommenden Zuge der Linie 23 so heftig zusammen, daß das eine Pferd aus der Stelle getötet wurde, während das zweite Pferd heute nacht verendete. Auch der Wagen wurde vollständig zertrümmert, der Lenker des Fuhrwerks kam mit dem Schrecken davon. Die Wagen der Elektrischen wurden mehr oder weniger beschädigt. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, wird erst die Untersuchung ergeben. Hrffeu-Raffau. * Bad Hamburg. 5 . Jan. Der Landvat des Obertaunlvs- kreists hat sämtliche Verein«, ble am Geburtstag« d«s Kaisers öffentliche Lustbarkeiten veranstalt», von der Zahlung «iner Lnstbarteitssteuer Heft eit. * Oberstedten, 5. Jan. In der Gastwirtschaft von Herz- »eroer brach ei» Brand aus. der zwar bald gelöscht wurde. w». * Mtat XMeWlr»*«- W« , ?an»ar »,»«. Cfitf 3 aber an ben Möbeln immerhin beträchtlichen Schaden an- richtete. Neustadt (Hessen), 5. Jan Dem Schneefeurm der lebten Sbeche sind in ber „Stzut" ungezöhlt« Slai« zru» Opfte gefal. len Die Vögel hatten sich in den, als „Schlofftätte der Et««- t .'kannten T-.ichr nied.-rge losten, wurden aber vom St»m tberrsfcht und gingen sämtlichzu Grund« *_S- Ci. Hcrborn, 2. Jan. Wahrend der Verhandlungen K- 17. Kommiinnllairdtages im IKpril 1913 über die A»s- fi'iiuitiia des Wandernrbeitlstättrngesede» im Regierung»- I 'irf W. -dbaden wie» der Berichterstatter Aba. Daniel- ! denkops darauf bi», d.'ß ebne eine Donderarbeitsslätti in >Vib»rn mrlit ansziikommen sei. .Herborn aber bis dato N! . l' Einnaiigs'tntrgn in Betracht komme, wie Weilburg. ,n. Änfinttrn. sitiiderheim, Hachenburg »nd alloö.nir. Bo» den Abgeordneten der Kreise Dill und 4 i.denke! i wurde doraufliin der Antrag gestellt, der Koni, »nuallaudtag wolle in Abänderung des Beschlüsse» des 46. iiouununallaudtagcs öeichlicße», das; mich der Dillkreis wie i ie .»reise Frankfurt a. M.. Wiesbaden—Stobt und Limburg iv i iliditvl werde, eine Arbeitsstätte rinzuiichteu, zu untikM halten iiiid zu verwalten, zumal in Herborn eine Der- ptlegungsstation bestehe, die sich leicht zu einer Wandcr- r.rbeitSstätte ausbaucn lassen. Ohne die Herborncr Stätte bleibe aukcrdem das ganze Wanderarbeitsstättenshsteni ein Torso. Der Antrag fand Annahme. Nunmehr sind die Vorarbeiten so tveit gediehe», das; in Kürze die Errichtung einer Wanderarbeitsslätte in Herbor» erfolgen wild. Au» Starkriiburg. * Darmstadt, 5. Jan. Der in der Neujahrsnacht In so be. bäuerlicher Welse in seiner Wohming uin sein Leben gekommen, Buchhalter P Dörsam wurde am Samstag nachmittag in der Leichenhalle des hiesigen Friedhofes unter sehr großer Sleteiligung eingesegnet und dann nach Bensheim verbracht, um aus dem dortigen Friedhof beigesrtzt zu weiden. - F. E. Darmstadt, 3. Jan. Zum Wechsel im Kommando der Großherzoglich Hessischen (28.) Tivsion erfahren wir iolgcndes: Der mit der Führung des 11. Armeekorps in llasscl beauftragte bisherige Konimandeur der Division, llleiierallcutnant v. Plüskow, war der 17. Kommandeur der seit nunmehr 71 Jahren bestehenden hessischen Division. Dieselbe wurde am 26. Dezember 1870 als Infanterie-Division ;cschasse„. Die Kommandeure der Divsion Ware» die (llenc- mle Prinz August zu Sahn-Wittgenstcin-Berleburg (1812 •i» 1818), Freiherr Schusser v. Bernstein (bis 1858). v. WeiterAhaufe» (bis 1861). Kliiigelhöfser (bi» 1866), Freiherr , Bergler v. Pcrlgla» (während de» Fklbznge» 1866), Prinz Liidwig von Hessen und bei Rhein, der spätere Großhcrzog Liidwig IV. (bi» Juni 1877), die dleuerallentnants v. Wich- | manu (bis 1879), Prinz Heinrich v. Hessen und bei Rhein, der Onkel des jetzige» Großlierzogs und Bruder de» Oirofe- Herzog» IV. (bis 1887). v. Witzmaiin (bi» 1890), v. Bülow !bi* 18!»). v. Goßler (bi» 1896), v. Müller (bis 1898). Frei- »crr Schilling v. C5a»statt (bis 1900), v. Perbandt (bi» 1902), Freiherr v. (lall (bis 1906). v. Strantz (bis 1911). v. PlüS- kow. (vom 23. April 1911 bis 1. Januar 1914). Sein Nach, folger ist Generalmajor Freiherr v. Lützwitz, seither Obcr- guartierurcistcr im Ctzencralsl rbc in Berlin. - Brnshkim, 5. Jan. Di« Ferkelm ritr. di« s«ith«r mir alle 14 Tage Dvnslags sta«fanden, sind«» inumiehr wöchtentttch »nd zwar !n der Regel Montag» statt. einige Markt« müsicii jedch Dienstags abgehaltcn werden, so am Oster- und Pfingst. dirnstag und an den auf Dienstag fallenden Jahrmärkten. — Seither waren zum Markte nur Züchter zugelasien) von 1814 ab ist auch den Händlern der Auftrieb von Ferkeln gestattet. Di« Zulassung wurde von de» Schweinezüchtern gefordert, da durch dies« Maßnahme eine stärkere Frequenz der Markt« und rin flotteres Marktgefchrft erwartet wird. Au» Rheinbesirn. * F.C5. Mainz, 5. Jan. Am 1. Januar tvaren 70 Jahre vergangen, bajj da» Kloster der Frauen vom Ointen Hirten hi Mainz, eine Gründung des großen, sozialen Bischof» Wilhelm Cmmanuel v. Kettclcr unter der besonderen Mithilfe der Gräsin Jda Hahn-Halm eröffnet worden. In der Für- sorgeanstalt. die mit drei Schwellern und einem Zögling ins Leben trat und sich fortgesetzt weiter entwickelt hat. nacktem ihre Entwickelung eine Zeitlang durch die hessische Orden»- zesetzgebiing von 1875 unterbunden war, sind gegenwärtig 126 Zöglinge untergebracht. Im (lianzen haben in den 70 Jabren 1200 Zöglinge ihre Erziehung in der Anstalt genossen, »ach Verlassen derselben passende Stellungen gefnn- den. dock) hat die Anstalt ihnen nnch noch nach dem Ansschei- den aus der Anstalt mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Tie Einrichtungen der Anstalt werden auch allseitig anerkannt. und die Sck>asi»ng der Möglichkeit einer Ansdeh- nung der Tätigkeit der Schwestern vom Guten Hirten durch Aenderiiiig der gesetzlichen Bestimmungen in Aussicht gestellt. Zollte dieser Fall eintreten, dann würde es notwendig, in iiuem der Vororte von Mainz einen großen, dem Bedürfnis der Anstalt enftl'rechenden Neubau zu errichten. - Mainz, 5. Jan. Es wurde kürzlich berichtek, daß di« Silendahndirektion Mainz den Bahnangestellten Heinrich auf. gcsorbrrt hatte, hin« in einer Versammlung der hiesigen Ort»- zruvp« der Eisenbahnarbeiter und -Handwerker, deren Dorrender er ist. gemachten Enthüllungen über di« llandalösen B<*>i(ciieit, die den genannten An^stelltengruppen hier Mg«, ügt werden, öfsenklich zu widerrufen. Di« G führten Hein, ichs aber gaben ihm das Be«rauen und er widerrief nicht, «nnmehr hat ihm die Eifenbahntirektion die Kündigung zuge- schickt und zwar mit einer nur »ierzehntögigen Frist. Man betont«, daß er unter Vorauszahlung der noch fälligen Löhne iosort geh n tonn«. Heinrich. wurde in den letzten Tagen in den Ausschuß der hiesigen Fortjchri tUnchen Bolkspartei gewählt. Das unerhört« Vorgehen der Eisenoahndiretkio» wird oobl noch den hessischen und den preußischen Landtag beschäs- igen, zumal Lcurdtagsabgrordneter Flefch de» Vorgängen seine tiusrnerksamkeit zurvendet und auch in jene, Versammlung zugegen war. in der Heinrich seine» Kaurvt um Besserung der Lage seiner Arbeitskollvgen begann. Uenestr und Pralftnachrichten. > Gräßlicher Fund. ■ r * Graz (Steiermark). 5. Jan. Ji» Bahnhöfe von Allessio übergab ein elegant gekleideter Fremder einem Hoteldiener eine Reisetasche mit dem Bemerken, er werde bald in das Hotel kommen. Da der Fremde sich jedoch nicht wieder erblicken ließ, wurde die Tasck>e geöffnet und darin ei» in Verwesung übeegegangener, abgeschnittener Mäuuer- kopf, sowie eine Franenband, die zwei wertvolle Brillantringe trug, gefundeu. Bisher ist es noch nicht zu ermitteln gewesen, wer der unbekannte Abgeber w>ir. Man gibt der Ansicht Ausdruck daß es sich hier Wohl um ein Eifersuchtsdrama handelt. Lichlbilder-Ilortrag am Freitag, den v. Januar pünttttch um */• 8 Ul>r im Saale de» äaotel Trapp, Friedverg über WtiSF" Palästina durch Herrn Pastor Weigel! aus Wandersleben. Der Erwog ist zum tieften de» Sotdatenheims in Ohrdrusi beirimml. Karlen zu 1.— Marl und 7ö Pfg.. Schülertarten 30 Pjg. sind im Dorverlaus zu habe» in der Buchdandlung Varl Bindernagel und in der Rene» TagtSzeitung. MtiW zum Srmitjiirtfr ^ruditmarft Montag, den 5. Januar 1914. Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. „ auf dem Lande abgeholt „ R oggen, hiesiger und Wetterauer „ aus dem Lande abgeholt „ Gerste, neue „ Ö a f e r, hiesiger und Wetterauer . .. .. kurhessischer...... Trockentreber Tendenz ruhig. 19.00- 19.15 18.69—19.90 15.88—16.15 15.50- 15.85 17.00- 17.5(1 15.50— 17.00 00.00—00.00 Mk.-.- Uurlirridit ;nm jfrankfartrr Uirlniiarht. tvlontag, den 5 Januar 1914. Austrieb: 292 Ochsen, 70 Bulle», 785 Färsen, Kübe u- 315 Kälber, 188 Schafe, 2424 Schweine. Fraukiurter Wetterbericht. Poraudsage: Voruüegend trübe, zeitweise Regensiille mild, frische westliche Winde. Verantwortlich s. d. Schrislleitung: Otto H i r I ch e l. Friedberg für den Anzeigenteil: Karl 2 ch mi dt. Friedberg t. H Druck u Verlag d. „Reuen Tageszeitung" A -G, Fricdberg I. 5, Virtlnüt! LmOirlt. Auf nach Frankfurt am 8. Jannar! Am Donnerstag, den 8. Januar 1914, nachmittags '/«2 Uhr außerordentliche Haupt-Versammlung. Frankfurt a. M. (Saal der Harmonie, Sachsenhausen.) Einziger Punkt der Tagesordnung: per Trrbrrprris und das Angebot der Krauerei. Pan je. ^ - Nachmittags 3 Uhr X. ordentliche KWtUkrjmmlMS Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Ergänzungswahl zum Vorstand. 5. Antrag auf Umwandlung in einen eingetr. Verein le. D.) 6. Vortrag des Herrn Reichstagsabg. Landgerichtsrat Strack Lbn- Die Wehrsteuer mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft Mitglieder sorgt für zahlreichen Besuch! Kommt Alle nach Frankfurt a. M. dlnträge sind mindestens 3 Tage zuvor bei dem Vorsitzenden Ed. Biehinann in Rumpenheim a. M. zu richten. Der Vorstand. tägllih srijch empfiehlt Pückerei Stöstinger V U......... Dieustmadchrn in II. Haushalt gesucht. S«rfoU, Frieddcro. Katlerste.IX I Ä!>lllii»i>iiti> zirka 60 Kannen saftend, billig zu vertausen. Wilh. Aiaiier, Weckeoheim Zllhll-Ültelltl petrr JHrhlrr frirbbrra i.q., f ärbrrimllf .‘J «ilrU HttMi Dem 'Jotldtnl.- h. ♦* i rB llvrrrtn X Hliitiilti nn Cil|gl|il. wm~ XtUfoll 9tr. 2>J«. "W! JlljOllfllMlf (ifliailDIllUlJ ruiliyk JJrrilf._7iij ! Achlunj, vor 9iachahmuni,! Apothelee Dotter's .Nrampfmittel. Wtiliamstc, Mittel gegen Stcisbetntg- teit u. Freß- unlust der Schweine. 2üjähr. Erfolg. Flasche nur echt, wenn der patci». gesch. Name Dotier rtngeorannt. Zu haben & 75 Pfennig in der s osauotheke ]»m Engel in 1 «> de friöcii iiiid pattrlii in Nisteln W. Madro Friedberg i. H. :: Telefon 837. 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Die Frankfurter Parsisal-Aufführung bedeutete jedenfalls «in künstlerisches Ereignis allerersten Ranges. Heven-Nasiau * Vom Feldberg, 5. Jan. Eine willkommene Abwechslung im ewigen Einerlei des Earnisondicnstes wurde am Samstag einer Kompagnie des 81. Infanterieregiments aus Frankiurt geboten. Die Soldaten wurden nämlich zum Rodeln auf dem Feldberg „kommandiert", einrm Dienst, dem sie mehrere Stunden auf fclbstgefertigten Zweisitzern mit großem Bergnügen oblagen. * F. C. Wiesbaden, 5. Jan. Der in den letzten Tagen einsetzende starke Rodclsport hat auf der Bahnlinie Wiesbaden — Chausseehaus einen enormen Massenverkehr gebracht. Etwa die Hälfte der sich auch aus Mainz und dem Rbeingau rekrutierenden Wintersportler fährt vom Hauptbahnbose Wiesbaden, während der andere Teil mit der Elektrischen nach Bahnhof Dotzheim, von da nach Chaujseehans fahrt. In den letzten Tagen wurden Pcrsonenfahrkarten von Station Cbausseehaus nach Wiesbaden abgegeben: an, 30. Dezember 600, am 31. Dezember M0. am l. Januar 1600. Am Ncujahrstage wurden am Babnbof Dotzbcim rund 750 Fahrkarten nach Station Chausseehaus gelöst. — Der in Wiesbaden noch in seinen Anfängen stehende Rodclsport macht jetzt doch bereits die Schaffung längerer Rodelbahnen erforderlich. Dieses Bedürfnis hat auch der Magistrat der Stadt Wiesbaden erkannt. Es werden in ihm. wie wir hören, Erwägungen laut über Schaffung einer längeren Bahn. Als solche kommen vielleicht in Frage, eine in der Nähe der Hehre. SEtsc&K Richtung »ach Lhnuksee'imies, Schäserskops nach Chausseehaus oder Bleidenstedter Kopf dann aber auch von f>en Höhen seitlich des Adamtals. * Limburg, 5. Jan. Der Metzgermeister Karl Lind in Dhern wund« im Schlachthause von einem Schlagansall betrof. sen. an dem er bald darauf vefftarb. Als feine Frau von dem Tode des Gatten hörte, erlitt sie ebenfalls einen Schlaganfall und starb sofort. * Dietz «. L., 5. Jan. Die Kälte erreichte am 1. Januar mit 18 Grad Cels. ihren Höhepunkt. Im Laus« des Tages herrscht« ständig 10 Grad Kälte. Am anderen Tage srtzte bei etwa 7 Grad leichter Schneesall ein. * Maehurg, 5, Jan. Beim Rodeln verunglückte ein junges Dienstmädchen, das einen sehr steilen Berg herabsuhr und mii dem Kopf gegon eine Tclegrophenstange rannte. Es wurde in d!« Klinik gebracht, wo es hoffnungslos darniederliegt. ■i nventur-Jliisverkaiif m Montag, den S5. Januar. Das gesamte Warenlager ohne Ausnahme ist bedeutend im Preise reduziert. 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