ii« ,,->eue u djrint i»öcn älscrltag. Regelmäßige »eilagtu „Skr Sauer au« firlTrn", „Cif Kpiiinllup« bei Cfrt üigcntfii BionoiUd) 50 Pla. ftiwu tritt toft gebühr «6« Trägerlohn. Juifiuru: tfirunbtcilc ‘JO iamcrikanisck)en Handelsvertrag, Wahrung der deutschen kommerziellen Interessen bei Durch, sühung der Zollvertvaltnngsbcstiininimgen. — Die Slnatsanwaltschast iu Mcscritz hat dein Reichs- taae durch Dermittclung des Reichskanzlers initgeteilt, dah er die Hast des Grasen Mielzynoki rinsiwcile» verlängrrc. — Anstelle des zurückgctretcnen Ministers Tluganz ist Heirat Moraweki mit der provisorifchrn Führiiiig des Mini- stcriums für Galizien betraut worden. — Das neue russische Teeminenschiss strandete in der Rahe dev Lrtro Arnager bei der Insel Bornholni. Die aus 6 Engländern und einem russischen Ossizier bestehende Besatzung kenterte mit dein Rettungsboot. Ter russische Lfti- zier und ein Maschincninoat konnten sich retten, während die iibrigcn ertranken. Vier Leichen wurden geborgen. — Ter Prinz Giovanni Berghasc stürzte gestern, als er sich auf einer Fuchsjagd befand, vom Pferde und zog sich schwere Berletinngen ,u. Wenn diese auch nicht gerade l leiisgcsnhrlich sind, so dürste der Prinz doch aus längere Zeit ans Krankenlager gefesselt sein. — Ter König von Spanien hat gestern den Erlast über bei Auflösung der Kanimrr unterzeichnet. Die Nenwahlcn sollen in de» ersten Tagen des März stattsinden. — Die Wiener „Neue Freie Presse" meldet an? Kon- pautinopel, dah die türkischen diplomatischen Kreise vollkom- »irn damit einverstanden sind, dah die Lösung der ägäischca Jnselsrage hinausgeschoben wird. — Einem Telegramm zufolge hat der türkische Minister rat beschlossen, der Pariser Finanzgruppc unter der Führung Pcrriers, die bekanntlich der Türkei einen Vorschub von 10(1 Millionen Franken gcivahrie, die Konzession zum Bau der isisenbahnlinie, die von de» Dardanellen nach Smyrna suhrcn soll, zu erteilen. — Nach anscheinend stark übertriebenen Meldungen von der mexikanischen Grenze, sollen bei Ajinaj, BUO und bei Nusvo 800 Soldaten getötet und 1000 verwundet worden hui Kulissen waren von Erfolg und auch die heikle Frage der Zivilliste siuid eine befriedigende Erledigung. Auch außerhalb der blau-weihen Grenzpfähle freut man sich dieses Resultates, dii hierdurch einem auf die Dauer „„haltbaren Zustande, der die Entwickelung des Bayernlandes schließlich kommen musste, ein Ende gemacht worden ist. Günstiger stellt sich der Rückblick auf unsere auswärtig« Politik dar. Zwar hat cs an änherlich sichtbaren (5rsolgea gefehlt und ebenso hat man mehrfach Gelegenheit gehabt, zu beobachten, das: man uns nach Möglichkeit bald hier bald dort ein Bein zn stellen suchte, aber es sind doch verschied.mc Momente z» verzeichnen, die darauf hiudenlen, dah die Re- llclung wichtiger Fragen internationalen Charakters in die Wege geleitet ist, und zwar in einer Weise, dah für Tcnljch- laud keine Nachteile zu befürchte» sind. Auch war es deutsch, land mehrere Male beschieden, seine Macht in die Wagschale zn werfen und zur Erhaltung des Weltfriedens beizutragcn. Ticsc Tätigkeit kam natürlich in erster Linie den anderen Treibnndmächten zu gute, mit dem Resultat, dah das Bündnis noch weiter gefestigt wurde, und dah man namentlich in Italien den Wert der Beziehungen zu Deutschland höher ein- zuschähen lernte. Eine Reihe von Aeußcrungcn der italienischen Staatsmänner haben der Welt gezeigt, wie fest Italien zu Deutschland und Lestereich-Ungar» steht, Erklärungen, die de» Herrschaften an der Seine nicht sehr lieblich in die Ohren klingen, nachdem nian dort gehofft hatte, Italien auf die Seite der Triple-Entente hinüberlocken zu können. Persönliche Aussprachen der Staatsmänner, und vor allem die mehrfachen Monarchenzusamnicnkünfte, waren nicht niihznverstehcndc Tenionstrationcn gegenüber gewissen Kreisen, die sich stets und ständig bemühten, der deutschen Außenpolitik Schlvierigkeiten in den Weg zu legen. Als besonders erfreuliches Moment ist die Annäherung an England zn verzeichnen, die für die Gesamtkonstellatio» der Mächte von großer Bedeutung ist. da sie vor ollem auch ans die Verhältnisse icn Dreiverband Mlstluh ansübcn mutz. Abgesehen von den Bcniühunge» einslutzreicher Pcrlönlicl)- kciten hüben und drüben, eine Bcssernng der Beziehungen herbeizusühre», habe» wohl auch die Balkanwirren das Ihrige dazu beigetragen, um den Machthaber» jenseits dcS Kanals darzntiin, dah die deutsche Politik eine offene und loyale und ohne jede» Hintergedanken ist, und daß wir keineswegs die Absichten habe», England irgendwo in die Arme zu sollen. Grcy hat in seiner Betätigung in> letzten Jahre des mehrfachen Deutschland an seiner Seite gehabt, während Frankreich und Rußland einen gegenteiligen Standpunkt einnahmen. So kam eine Einigung über die klein- asiatischen Fragen zu Stande und nian spricht auch davon, daß über den afrikanischen Besitz Vereinbarungen abgeschlossen worden sind. Auch zwischen Berlin und Petersburg ist wieder eine Brücke geschlagen worden, und trotz alle» panslawistischen Geschreis hat die anitlich? Politik einen deutschfrennd- sicheren Kurs eingeschlagcn, weshalb man auch die Differenzen wegen der Militärmission nicht so tragisch zu nehmen braucht, weil hierbei wobl Herr von Giers sich durch seinen französischen Kollegen Bompard hat ins Schlepptau nehmen lasten. Sowohl Herr Sossanow wie der Ministerprösident Kokowzew nahmen Gelegenheit ans ihren Auslandsreisen in Berlin Station zu mackien und sich mit den maßgebenden Stellen eingehend zu beraten. Wenn Deutschland von jemand aber Schwierigkeiten zu erwarten hat so ist es Frankreich, wo ehrgeizige Politiker olles dransetzen, Tentsck'land nicht hoch kommen zu lasten. In der Frage der Militärmission hat Frankreich den Anstoß gegeben, und die bereits eingeleitetrn Verhandlungen wegen der kleinasiatischcn Bahnen sind plötzlich, wohl infolge gewisser Ränke, ins Stocken geraten, Aeußerlich sind die Beziehungen zwar durchaus korrekt, aber die ganze Situation und die große französische Heeresrüstung lassen es angezcigt erscheinen, daß wir nach wie vor gegenüber unserem westlichen Nachbar auf der Wacht bleiben. Uenrnodische Tänze! Fast täglich konnte man in der letzten Zeit von dem Verbot gewisser Tänze lesen. Den Anfang machte der deutsche Kaiser, der den Ofsizieren nahegelegt hat, den Tango in Uniform zu unterlasse». Es folgte eine daher. Kabinetordrc desselben Inhalt?, dann das Tangovcrbot stir die österreichischen Offiziere und Einjährig-Freiwilligen und selbst der Bischof Von Verdun bat in einem Hirtenbrief die Geistlichen ousgefordcrt, mit aller Entschiedenheit diese Tänze zu bekämpfen. Was ist der Tango? Ein Tanz, der irgendwoher ans Südamerika kommt, von Niggern oder Spaniolen. Nach einer anderen Lesart soll er von vagabondierenden Zigeunern aus Indien nach Spanien gebracht worden sein. In den niedrigsten Kaschemmen mit Verve ausgeführt, durchaus gcstinmit ans eine Lebcnsaiisfastnng. die weder Europas übertüncbte Hö'Iichkeit. noch jene Rücksichten kennt, die doch lchsießl'cki eine fortgcschritctne Kultur der öffentlichen Bekundung erotischer Bedürfnisse anlerlegt. Aber die Neigung, Niggergesänge ,n bereu »nd selbst z» gröblen. oder auch nach der naturwüchsigen Metbodc unterer lckvvnrzcn Mentchenbrüder die Körper :>> Verrenken, scheint mit dem heutigen Geschlecht »nauflös sich verwachsen, »nd gerade in Teutichland, dessen Bc-geisie rang für alles Erotische so weit geht, des: nian Nigger z> Vorgesetzten von Weißen mack't, und jeden kleiuen Japane wie eine» Heros bcwuudclt, stürzt mg» jiüi mit heißer Lei deuschast auf alles was von drairß » loiumt. Ist unserr nationale Phantasie zu arm, um uns selbst fähig zu niache» >irne, dem eigenen Wesen angepotzte Spiele und Tanze, Lie der und Gesänge zu finden? Wer in den Balljaal schaut »nt dort nur Orre srep und Two step, Tango imb Ma> ixe sieht wer dazu die Melodien vernimmt, die mit dentselier Musil »iä'is »lehr gemein haben, und wer dann den Bervegiingev ielgt, deren letzten geheimen Sinn dock» auch das stunipi Auge erkenul, über den wird eine leise Sel,»sucht nach je Zeiten koimncn, Ni nian nach Mozarts Melodie» zierlich Menuett tanzte und die Liebessiciidc irr Konire Luadrille erschöpfte. Jüngst bat der Lertretec einer Pariser Zeitung „Opinion", den argentinische» Gesandten in Paris. Eiivieo Laretto, ansgefragt, wic es sich mit der» Tango halte, der doch ans Argentinien stamme. Der Gesa meinte: „Bei uns tanzt man den Tango zwar nicht in de» Panipas, wohl aber in einigen großen Städten, „anient- sich in Buenos Aires: er ist ein Tanz, der a u S schk i c tz - l i ch den Tingeltangels der schlechtesten S o r t e v o r h e h a I l c n und a»3 ihnen nun heransge- kominen ist, »in Europa zu erobern. Der Tarigo bei uns ist . . . wie soll ich daS nur sagen ... er komirit etwa deiri Tanz d.w Pariser Apack>en gleich oder dein Cbancan der Vororte, und wenn ich »och genauer sein will ... ich suche nach einem anschaulichen Bilde, »ach einer bezeichnenden Redewendung ... er ist n'ehr eine Art sinnliches Reizmittel als ein Tanz, Verstehen Sie mich?" Ter Gesandte äußerte sich danu darüber, daß dieser Tanz i» die Pariser Geseltschast übcrgegauge» sei und sagte am Schlüsse mit nicht verkennbareni Spott: „Goit sei Dank gibt cs weuigenstS «inen Salon, Ivo man den argentinischen Tango nicht tanzt, »nd dcis ist dci der argentinische» Gesandtschaft , . Nickst andcrs oerhält es sich mit de» Schiebetänzen, den One- »nd Two-Step, dein Mnrire nsw. Es sind Niggertänzc. die heiinatberechtigt in den Verachtesten Volkskreisen Nordamerikas sind. Daneben gibt es Tänze, ivie der Turkey. Tanz (Triithnhn-Tanz), dessen Bewegungen den, Tierreiche entnommen sind und cs ist nickst z» perwundern, wem, amerikanische Blätter ans folgende Anekdote gekommen sind: „Mister Spleen, warrini beobachten <^ie den» lo a»f- nierssam alle Bewegungen de? KängenihS? — Neil ich »ist erfinden einen neuen Tanz!" Aber einerlei, feien die Beweqnngen der neuen Tä»ze noch so stiimpfsiniiig, mögen sie der Hefe der verachlestcn Völker oder dem Tierreich entstamme», sie finden ihre Liebhaber und die deutsche Jugend scheut sich »ich!, b'cfe Tänze mitzumachen und glaubt Wunder was für ein« Kultur zn verbreiten, wenn sie darin Meister ist Als den „modernsten" der modernen Tänze snckii nian ' den Salon? der französischen Hanplstadt den „Crawlin einzuführen. Bei diesem „Tanze" werfen sich die Daare n den ersten Schritten plötzlich und gleichzeitig z» Boden, ahn während einiger Takte kriechende Schlangenbcwcgimg, nach, erheben sich dann wieder und beginne,! das cbenia „geistvolle" wie „ästhetisch schöne" Spiel vo» neuem. Die Dome zieht für den Tanz über ihre Ballrobe einen eng anschließenden Ueberwnrf und legt auch gepolsterte Handschuhe an. »m bei den Schlangenbewegungen am Boden weniger geniert zu sein. Die Frisur schützt eine kokette Seidenniütze: ob diese auch das Gcbirn vor Schaden bewahrt, ist zu bezweifeln. AVer das steht fest, daß auch dieser Tanz, wenn er in Deutschland eingesührt ist, ebenfalls feine Liebhaber finden wird. Wir sind wahrhaftig keine Freunde ubelangcbracbter Prüderie und können auch verstehen, wen» diese exotischen Töuze in den Tingeltangels, Nachtbars und Cabarets der Städte aufgeführi werden. Wer dahin geht, weiß, waS er z» finden hat und die Paare, die ihn tanzen, wissen sie auch so zu geben, daß die Besucher ans ibre Rechnung konimen. Geradezu ekelerregend und abstoßend wirkt es aber, wenn die Scknebe- und Wackcltänzc aus dem Lande aetanzt werden, ES kann nichts stumpssinnigeres geben, als die Paare in gleichförmigem Blödsinn einherschieben z» sehen. Es ist ja bezeichnend, daß es gerade die „besseren GesellschastSkreile" der Großstädte cs sind, die mit Vorliebe diese Tänze bei ihren Veranstaltungen pflegen: das größere Publiknni hat die Sache erst nack^eniacht. Man kann daraus ersehen, was sich beniz»tage „bessere Gesc-lltchalt" nennt. Großstädtische Dienstmädchen »nd Kirchweihgäste tragen diese Tänze b-s in die kleinsten Dörfer. In Bayern haben die Baiiernbnrschen den betreffenden Knlturliimmeln schon in handgrcislicher Meise klar gemacht, daß sie für diese Sorte Kultnr aller- lcbönstens danken und es wäre z» cmpsehle», wenn alle an. ständigen Tänzer sofort energisck, Verwahrung einlegten. wen» der Derfnch geinacht w-rd, die Schiebetänze auf deui Lande einznschmiiagcln. Bereits hat das LandratSamt von Homburg v. d. H. diele Tänze behördlich unlerfaot und auch fein. Ia!jresrnckjchau. A. Dculfchtand. DaS Jahr 1013 lieg! nun hinler »ns. Es war im großen and ganzen tcin sehr srcudcnreiches, »nd abergläubische Leute, die in der 13 eine UngliickSzahl erblickten, können mcinen. daß ihre Ansicht wieder einmal Bestätigung gesun- den hat. Gewiß hat cs auch an erhebenden Momenten nicht g,fehlt, eS läßt sich aber nicht leugne», daß bei uns i» Teutichland eine gewisse gedrückte Stimmung vorwaltete, die keine rechte Freude auskommen lassen wollte, »nd recht mißmutig schaute man der Entwickelung der Dinge in der inneren wie äußeren Politik z», und der Pessimismus be- bouplete seine Herrschest. Es zeigt sich iminer mehr, daß wir zwar i» Deutschland an innerem Reichtum und äußerer Machtstellung gewonnen haben, unsere geistigen und nationalen Güter nicht vermehren konnten. Untröstlich sieht cs im Partcigetriebc aus. Feindlich in,d »uverjöhntich stehen sich nock> immer Rechts und Links gegenüber. Die Annahine der Wehrvorlagc, die Jahrhun- dcrlseier, die die burgerlicken Parteien zusammengcsührt mid wieder einnial den Beweis geliefert hat, mit welchem Haß die Sozialdemokratie dem Nationalstand gegcnübcr- i'tcljt, konnte feilte Wandlung schassen. Tie Führung der nationalliberalen Fraktion hängt immer noch an dem Traum der liberalen Einigung und vergißt mehr und mehr der Be- zeichnnng „national" in ihrem Parteinaincn. Daß sie dabei am Ende nur die Geschäfte des Radikalismus besorgt, wird sie zu ihrcin Leidwesen dann erfahren, wenn es zu spät ist. Tie Nachfolge in Braunschweig hat ihre Erledigung gesunden, der Regent Johann Albrecht. der sich während feiner Amtsführung in hohem Maße um das Land verdient gemacht hat, ist von seinem Posten geschieden und Herzog Ernst August hat an der Seite der kaiserlichen Tochter seinen Einzug gehalten. Tie Art der Lösung der braunsck»lvrigischen Fi agc ist aber nicht zuletzt in nationalen Kreisen verschicdcnt- iich aus lebhaften Widerspruch gestoßen, indem man unbedingt einen vollen ausgesprochenen Verzicht aus Hannover forderte, während die Regierung sich mit den, bekannten Briefe des Thronbewerbers an de» Reiä-skanzler begnügen wollte, indem unter Hinweis aus den geleisteten Fahneneid crllärt wurde, »ichls gegen den Bestand der preußischen Monarchie »nteronmicn und gegenteilige Bestrcbimgcii nicht unterstützen zu wollen. Das so lange verwaiste Bayern hat im Jahre 1913 endlich einen König wieder erhalten. Prinzregent Ludwig ist zum Herrscher des Landes proklamiert worden, nachdem die Bcmühungen, ohne sofort nach Antritt der Regentschaft die Königokrone anszusctzen, am Widerstande des hohen Adels und eines Teiles der zweiten Kammer gescheitert waren. Inzwischen trat aber allcnthalbcn ein Uinschgvung »in. die von Herrn von Hertling geführten Dcibandlungcn bintcr Rr. z in den Kreisen Höchst und Hanau werden die Schiebe- und Wackeltänze vielfach auf den Dörfern nicht gestattet und den Wirten mit Entziehung der Tanzerlaubnis gedroht, wenn sie d>igegen handeln. Aus diesem Eirunde ist auch das Vorgehen des Kaisers pn begrüßen. Weil wir unser Offizierskorps hochgestellt wissen wollen, widerstrebt es uns, sie in Uniform zum Erzögen eines lüsternen Publikums sich in diesen Tanzen produzieren zu sehen. Indem der Kaiser hier eingreift, weckt er wohl auch in anderen Kreisen, dort, wo man bisher gedankenlos sich der Lockung des Neuen hingab, das Bedenken und die Erkenntnis, und erzielt so eine Wirkung hoffentlich allgemeinster Art. Man wird seht, wo der Kaiser selbst einen Wink gab. wenigstens nicht mehr die Uniform deutscher Offiziere bei jenen Gliedertänzen sehen, deren Rhythmus wohl kaum die Männer, die einst unser Volk zum Siege führten, durch ihr ernsthaftes und arbeitsvolles. tapferes Dasein geleitet hat. Fürst ßiilon) imd die SoiißlkmoliraHr. Ter chemnlige Reichskanzler Fürst Bülow hat ein t'mfan,-reiches und jedenfalls sehr interessantes Werk über „Die deutsche Politik in de» lebte» fünfundzwanzig Jahre»" herausgegeben. Beachtenswert ist u. a., was Fürst Bülow über die Sozialdemokratie sagt. Fürst Bülow ist der Meinung, daß man gegen die Sozialdemokratie Gewalt nicht anwendcn könne. Die Anwendung von Gewaltmitteln sei nur das Aeutzcrste »nd iglich dann in Betracht zu ziehen, wenn alle friedlichen tcl versagt hätten. Dagegen wird sich nichts cinwcndcn m. Besonders wertvoll ist aber die weitere Bemerkung Fürsten, daß cs nicht angängig, sondern bedenklich sei, Sozialdemokratie auf derselben Linie zu behandeln mit Parteien, die auf dem Boden der bestehenden Staats- onung stünden. Unsere Leser werden wissen, daß die Deutsche Tageszeitung" diesen Gedanken unendlich oft nach jeder Richtung hin vertreten hat. Eine Partei, die sich selbst außerhalb der Verfassung stellt, weil sie die monarchische Grundlage der Verfassung nicht anerkennt, hat keinen An- sprach darauf, als gleichberechtigt behandelt zu werden. Ob Fürst Blilow selbst und die ihm Nachgeordneten Stellen während feiner Amtsführung immer nach diesem Grundsätze verfahren seien, soll in diesem Zusammenhänge nicht untersucht werden. Mit voller Entschiedenheit betont der Fürst, daß eS »n- möglich fei, die Sozialdemokratie mit dem bestehenden Staate anszusöhnen. Sie habe sich selbst außerhalb des nationalen Lebens (wir möchten hinzusüqen: und außerhalb der Versassung) gestellt. Sie sei eine „Antchesis" de» preußischen Staates! und weil sie das sei, sei ihre Versöhnung mit diesem Staate ausgeschlossen und auch im Interesse des Reiches unmöglich. Wenn Preußen eine Verständigung wirNlch wünschte, dann würden nicht nur die preußischen Be- amten, sonder» anch der Mittelstand, das Landvolk und schließlich auch bas Heer irre werden. Die sogenannte Verständigung würde zu einer Kapitulation vor der Revolution werde»! denn die Sozialdemokratie bleibe „revolutionär saus Phrase". Wenn aber Preußen so kapituliere, dann sei auch das Reich verloren, denn mit Preußen werde das Rückgrat Deutschlands gebrochen. Das sind treffende Worte, die wir besonders den Mausermigsträumcin und den Vcrsöhnungs- schwänner» ins Staiiimbuch schreiben möchten. Gerade aus dem Munde des Fürsten Bülöw, dem man vielfach einen gewissen Hang zur Versöhnung nachgesagt hat, sind so scharfe und so imbcdingte Bemerkungen besonders wertvoll. Eine Verständigung hält Fürst Bülow nur unter der einen Bedingung für möglich, daß die Sozialdemokratie ihren Frieden mit der Monarchie mache. Das ist aber undenkbar. Sollte sie diese» Frieden wirklich zu machen gedenken, so ürde sie aushören, Sozialdemokratie zu sein. Noch in einem anderen Punkte stimmen die AuLfüh- rgen Bülows vollkommen mit unseren Anschauungen rein. Auch er ist der Meinung, daß innerahlb der Partrotz scheinbarerer Siege des Revisionismus die radikalen emeicke sich immer kräftiger entwickeln und immer der arte! die Richtung angeben werden. Der Zustrom von Ge- -ifbetcn zur Sozialdemokratie sei nicht etwa für die proletarischen Massen eine Brücke zur Ordnung, sondern eine ernste Gefahr deshalb, weil die gebildeten Kreise innerhalb der bürgerliche» Parteien sich auf diesem Wege mit den Ge- oonkeiwängen der Sozialdemokratie vertraut machen können. Sr meint, daß feer Liberalismus von der Sozialdemokratie nur getrennt werden könne durch praktische Politik. Das ist eine Begründung des Blockgedankens. Ganz »»richtig ist Kr Gedanke nicht; wir vermuten aber, daß Fürst Bülow durch die Erfahrung»» der letzten Johre anderer Meinunq geworden sei. Nachdem die Fortschrittliche Dolkspartei mit der Sozialdemokratie sich so auf Gedeih und Verderb verbunden hat, wie es jetzt geschehen ist. wird auch die beste praktische Politik eine Trennung zwischen dieser Art des bürgerlichen Liberalismus und zwisck>crr der Sozialdemokratie nicht bewirken tonne». Z»m Schlüsse glaubt der Fürst, daß nur durch eine mutige, großzügige Politik, die die Freude an der Gegenwart und an dem nationalen Leben z» erhalten verstehe, der Sozialdemokratie das Wasser abgegraben werden könne. Leider hat er versäumt, etwas näheres 5er die Art und die Eigentümlichkeit dieser „großzügigen Psritit" z» sage». Nur rine Rebenbemerkung deutet darauf hin, und in diesem Punkte sind wir wieder mit ihm einer Mt - Er bebt besonders hervor, daß diese großzügige . v'vemübt sein müsse, den Miteistand heranzuziehen. zu<»8>alten . und zu stärken. Auch das ist Misere alte Fordern»--jund unsere Grnndan- schouimg. Die -Sozialdemokratie kann wirksam nur bekämpft werden durch eine kraswolle. klare und, n>enn es sein muß, rücksichtslose Mittelstandspolitik: und »veil das die einzige Möglichkeit der wirksamen Bekämpfung ist. so muß diese Politik im Mittelpunkte der Gesetzgebung sieben. Böllia Neu« Togeszenu«-. Snmsiag. »en 3. 2a»uar lau. Seit, r recht hat Fürst Bülow, weit» er unumwunden sagt, die Regierung dürfe den Kampf gegen die Sozialdemokratie nicht den Parteien überlassen, sondern sie müsse die feste Führung in diesem Kampfe selbst in die Hand »ehnle» und in der Hand behalten. Es tväre interessant, hier zu untersuchen, ob Fürst Bülow selbst immer die feste Führung in der Hand gehabt hat, und es wäre nicht minder interessant, die Frage zu erörtern, ob mit dieser Bemerkung eine gewisse leise Kritik an der Politik seines Nachfolgers ausgesprochen sein soll. Jedenfalls gilt diese seine Mahnung für alle Zeit, sonderlich aber süc unsere, die den Kampf mit der Sozialdemokratie unbedingt ausnehmen und durchführen muß. Cnyes Übersicht. Deutlches Aeick. :: Deutsch fravzüflichcr Zwijch »soll. Me aus L« Maus gemeldet wird, tmn cs in einem Restaurant von Le Mans zu einem Zwischenfall zwischen Deutschen und Französin. Etwa lg deutsche Arbeiter saßen bei einer Feier, als einer von ihnen während ein patriotisches Lied gesungen wurde, zu pseisen begann. Als die Marseilleije gespielt wurde. standen die Deutschen von ihren Plätzen nicht auf. Sie wurden daraus van den Franzosen wörtlich und tätlich beleidigt. Eine allgmrelne Rauferei entstand, sodaß schließlich di« Polizei eiuschreiten mußte. Die Deutschen mußten schließlich unter polizeilicher Bedeckung nach Haus« begleitet werden. Mehrer« Verhaftungen wurden voigenrmmen. Portugal. :: Interessante Enthüllung » über die letzte Verschwörung in Portugal. Ein ehemaliger Beamter dar portugiesischen Republik namens Lancastrs hat einem Radar in Digo sensationelle Enthüllungen geacht, tnde er erklärt«, daß di« letzte Verschwörung in Oporto von hem Generalkommiffar dcr Poll- z«i, Scevola. selbst angezettelt worden sei. Die Geldmittel hierfür habe die portugiesische Regierung zur Verfügung gestellt. Die gekauften Wafsen wurden durch Zwischenhändler Monarchisten in di« Hände gespielt. Diese aufseheneiregenden Mitteilungen werden van verschiedenen spanischen Mitarbeitern Laneastres bestätigt. Vom Balka„. :: Die Demission des Kabinetts Radoslawow. Minister. Präsident Radoslawow wurde gestern Mittag vom König in Audienz empfangen um. wie kompetenter Sei«' versichert wird, einem parlamentarischen Brauch entsprechend, die Demission zu überreiche». Man hält die Mederbetvauung Radoslawow» mit der Kabinettsbildung für gewiß. :: Dl« Kabinettskrise soll heute ihre Lösung find », Die Tob,«,,,« hot den Stambulvwisien Mataki« und den Anhänger Tontschews. Sawa Jwantsihrw zu Vizepräsidenten gewählt. Die Sozialisten haben in der Kammer «inen Protest wegen verspäteter Einberufung der Sobranj« «'»«gereicht. :: Die Räumung Südalbanieno, Die „Reue Frei« Presse" erfährt von Informierter Sorte, es fe! anzunehmen, daß bk Großmächte demnächst der griechischen Regierung die Verlängerung der Näummrgsfrist bis zum 18. Januar bekannt g den und ihr gleichfalls nahe legen werden, innerhalb dieser Frist dafür Sorge zu tragen, daß aus den von den Griechen besetzte» Gebiete» jedwede Agitation unterbleibt. Man hasst, daß Griechenland dem Wunsch der Mächte nach geben wird. r: Dersuste Gricchrnlnnds im Balkenkrieg. Eins ausführliche und interessante Statistik über die griechischen Verluste und die griechische Kriegsbeule in den Kriegen gegen die Türkei und Bulgarien veröffentlicht der „Messegar d' Alhcn.es." Danach wurden im Kriege gegen die Türkei 13t Offiziere getötet und 189 verwundet, während 5031 tote Soldaten und 33 313 verwundete oder kranke Soldaten, insgesamt 28 671 Tele und Verwundete gezählt wurden. Ter zweite Krieg kostete die Griechen 166 tote und 423 verwundete Offiziere, wahrend 2397 Soldaten sielen und 13 878 verwundet wurden oder erkrankte». Die Gesamtversuste in den beiden Kriegen betrugen an Toten und Verwundeten 50 431 Mann. — Die Zahl der gefangenen Türken belief sich auf 50 348 Mann, darunter 1501 Offiziere, von denen 6 Generäle und I >9 Sanitätsoffiziere waren. Die Zabl der bulgarischen Gefangenen betrug ohne die Komitatschis 4330. Die von den Türken gemacht« Kriegsbeute bestand ans 325 Kanonen jeden Kalibers, 455 Proviant- und Munitions- wagcn, 83 Mitraillentcn. 100 000 Mauser-Martinigelvchre. 46 367 Granaten, 34657 000 Patronen, 89000 Ladungen rauchlosen Pulvers, 600 Faß Pulver, 104 Kachmaschinen, 8 Pumpen, 2 vollständige Ausrüstungen zum Brückenschlnaen, 2 Stationen für drahtlose Telegraphie und 2 Aeroplane. Don den Bulgare» wurden erbeutet: 84 Geschütze jeden Kalibers. 215 Proviant- »nd Mnnitionswagen, 9 Mitrailleusen, 709 Rcputiergewebre, eine Anzahl Mausergcwchre, deren Zahl noch nicht feststeht, 7910 Granaten, 12 Millionen Patronen, 1 Aeroplan, 2 Automobile 7 große Ambulanzzelte. Außerdem siel den Grieck>en auch der Luruszug in die Hände, den der Sultan seinerzeit von der Kaiserin Eugenie zum (beschenk e,halte» hatte, ferner zahlreich« Uniformen und Lebens- mittell Ab-sfinie«. :: Ab-ssini«» unter englischem Protektor«». Di« Rachircht von einer Expedition bei enzläschen Regierung nach Abessinien, bl« bezweckt. in Abessinien das englisch« Protektorat zu gewin^ von, erhält allmählich fest- Gestalt, Dt« in Fvagen der auswärtigen Politik gewöhnlich recht gut informierte „Evening News" jagt, daß die Regierung im Monat Mär, bi« Abjr». dur.z einer englisch»» Expedition in das Inner« des Somali. Lanb-r in Erioägunq zieh«, was nult der Entsendmig einer Ex- »editionstarpr «, pirschäggptilcher Truppen r.yS, Ab-isinkn m 9SerfciwW*g sveht. :: 3-pa»ichr nt^. i„ - ~ Kraasanckeien p 2-^" °» Kornern, di« n» '» politischer V-rgehr J" 1 »e-iiL. «mfeen. werden von a» landrich-u Miiüouaien berichtet, Di« Gchangene» «erden d. nach boi bitterster Kälte mit kaltem Waffe« begaffen, mit glühendem Eisen gebrannt und solange aufgehängt, bis sie ohnmächtig werden. Diese Tatsachen w:idon durch die Ostasiatische Presse bestätigt, di« augenblicklich eine heslige Kampagne gegen di« japanische Regierung in Korea führt Kchneejtiirm «nd?knm0ttrr. Schncrverwehnngkn in Rnßland. Petersburg, 3, Jan, Ein heftiger Schneesturm, der zwei Tatze und zwei Nächte dauerte, hat den Eisenbalmver kehr im ganzen Reiche lahmgelegt. Auf der Taschkeuler Strecke finfe die Telegraphenleitungcn vollständig zerstört, während auf der Nord-Südbalm zwei nach Warschau gehende Züge im Schnee stecken blieben. Der Schaden, der durch die Verkehrsstockungen verursacht ist, ist sehr groß. Der Schnee in Spanien. Madrid, 3, Jan. Die äuerßst heftigen Schneefälle der letzten Tage dauern an. In der Umgebung von Sevilla mußte eine ganze Anzahl von Bergwerken die Arbeit ein- stellen, da die Eingänge zu den Bergwerksgalerien vollkommen versperrt sind. Aehnliche Meldungen kommen ans Barcelona. Der Eisenbahnverkehr in ganz Spanien ist durch die starken Schneefälle sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Züge kommen gar nicht oder mit riesigen Verspätungen an Unwetterschäde» an der Küste. Stralsnnd, 3. Jan. Allmählig kehren in den von der Sturmflut heimgesuchten Gebieten wieder normale Verhältnisse ein. Der Zugverkehr, Telefon- und Telegrafenleitungen sind zum Teil wieder hergestellt. Der Sachschaden dürfte 2 bis 3 Millionen Mark betragen. Die Fischer und Kleinbauern haben großen Schaden zu verzeichnen. Hilfe ist dringend erforderlich, »nd man hofft von der Regierung, daß sie die nöftgen Uferschutzbauten ausführen läßt. Ans der Seiinal * Friedberg, 3. Jan, Für den Kreis Friedberg ist Oberlehre Dreher in Friedberg als Kreis-Urkundenpsleget ernannt worden. Die Tätigkeit der seitherigen Bczirks- Urkundenpfleger ist mit Erlaß der Bestimmungen über die Urkundenpflege vom 4. August 1913 beendet. * Friedberg, 3. Jan. Im Eafck Trapp sindet morget Sonntag wieder eines der beliebten Nachmittag- »nb Abend- Konzerte statt. * Friedberg, 3. Jan. Gestern konnte man auf de« Kaiserstraße zum ersten Male einen Motorschlitten sehen. * Vilbel, 3. Jan. Ein Dienstmädchen, das in seinem Leben noch keine Schußwaffe in Händen gehabt hatte, schoß gestern mit einem Gewebr auf Sperlinge. Schon der erste Schuß traf, leider aber einen Arbeiter, dem die Schrotladung in den Hinterkopf ging. Das Mädchen wurde zur Anzeige gebracht. Butzbach, Z. Jan, Di« Versteigerung der Maffengrunfestück« beginnt erst am 9, Januar l. I», Zusammenkunft hierzu vor. mittags 9 ilhr am Ausgang der Stadt auf der Straße nach Rieder-Weisel, woselbst oi»ch di« Berfteigerungsbebinaunge, bekannt gegeben werden. * Gießen, 3, Jan, Schon wieder tritt die Obnmächtig- keit der Biebertal-Bahn in vollem Glanze ans Tageslicht. In herrlichem lag unser mütterliches Land; einen Tag ha es mw geschneit gber trotzdem versagte schon der Betrieb uns der ganzen Linie. DaS „Biberlieschen" vermochte die geringe Steigung von Stntion Heuchelheim nach dem Windhof nickst zn erschwingen, alle Mitreisenden hatten noch obendrein feen Spott der Zuschauer zu ertragen. Dazu mußten Montag früh alle Arbeiter, die in Gießen beschäftigt find, die Reise aufs Schusters Rappen zuräcklegcn. Wann wird der Ruf nach einer Dollbahn von Gießen nach dem Hinterland berücksichtigt werden? * Münster bei Lich, 3, Jan. Schweren Schaden bat der Schneesturm an der Bahnstrecke Grünberg—Lich—Butzbach angerichtet. Fast die ganze Tclegraphcnleitnng ist zerstört. Vielfach lagen die Telegraphenstangen über die Geleise. Am Steinbruck, bei Münster geriet sogar ein Eisenbahnzug in Gefahr, denn er fuhr über eine umgestürzte Telegraphcn- stange. * Aus dem Kreist Büdingen, 3. Jan. Bei den Ersatzwahlen zum Kreistag wurden gewählt: Bezirk 10: Großh. Bürgermeister NoS-Wolf, Bezirk 8: Heinrich Tobias Lehr k.- Altenstädt, Bezirk 5: Großh. Bürgermeister Schmidt-Echzell, Bezirk 9: Großh. Bürgermeister Lchr-Eckartshausen, Bezirk 7: Großh. Bürgermeister Birkenstock-Ranstadt, Bezirk 1: Kaustnann Ludwig Hanner-Büdingen. Höchstbesteuerte: 1. Forstmeister Oe. Weber-Konradsdorf. 2. Großh. Bürger- Meister Wolf-Berstadt, 3. Fürstl. Kammerdirektor l>r. Weimer-Büdingen. * Benamcs, 3. Jan. Schuhmachermeister Jakob Rehseld leierte gestern mit seiner Gattin das goldene Hochzeitsfest Dem Jubelpaar wurde die Ehejubiläumsmedaille verliehen. * Rödelheim, 3. Jan. Zwei hiesige Metzgermeister haben eine sogenannte „Fleischzentrale" eröftnet, in der si» Fleisch von vorzüglicher Güte zu sehr billigem Preise verkaufen; u. a. kostet das Pfund besten Schweinefleische" mir 85 Pfennige. Der große Umsatz, den die beiden Meister haben, bringt diesen trotz der niedrigen Preise guten Gewinn, Hessen Nassau. * Obrrstedte», 3. Jair. Der Taunus-Sängerbund hält in den Tage» vom 11.—13. Juli dahier einen Gesangsweltstreit ab. * Anspach i. 3. Jan. Infolge schlechten Geschäfts- ganges haebn die Taunus-Ouarzitwerke ihren Betrieb bis auf weiteres eingestellt. Bo» den 70 entlassenen Arbeitern konnten die meisten Beschäftigung als Waldarbeiter finden, * llnterliedcrbach, 3. Jan. Auf eine Gruppe von jungen Leuten und Kindern wurde am Silvesterabend ein Revolver- schuß abgegeben, der den elfjährigen Schulknaben Rebni in de» Oberschenkel traf. Der schwerverletzte Junge musile >»- «t. r Sfite 1 fort dem Höchster Krankenhaus« zugeführt werden. Ter gewissenlose Schütze, der aus einem Fenster des nahen Tau- vuSgasthoses schoß, wurde noch nicht ermittelt. * Höchst o. M., 3. Jan. Mit der Vollendung des Bahn- hcssumbaues, die noch in diesem Jahr» erwartet wird, cr- iohrt die Bahnverbindung der Linie Frankfurt—Königstrin eine beträchtliche Verbesserung, indcin zunächst durch den Fortfall der bislang nötige» Vorschubbcwegungen der Zug- insenlhalt aus der hiesige» Station erheblich vc> kürzt wird. Sedan» erbos,'t man die Genehmigung zur Durchführung der »eisten Züge von Frankfurt nach Köuigstein und umgekehrt ohne den bisher zeitraubenden Maschinenwechsel auf dem hiesigen Bahnhöfe zu erl>allen. » Salmünster, 3. Jan. Der Kg machest Wolf von hier »ii it* in der Sylvesternacht plötzlich irrsinnig, er zog «men Revolver und schoß aus sein« Angehörigen, Di« Mutter, der sine Kugel in den Kops eindran«. brach bewußtlos zusammen. >bens, schwer verletzt wurde ein« Tante. Der Bruder, der dem ruderen den Revolver entleihen wollte, trug «inen Streifschuß kti dem Hals davon. Der Wahnsinnige verfolgte feine Schw«. ter, di« sich durch di« Fluch« rettet«: er lief unter furchtbarem Schreien durch di« Straßen und drang schließlich in di« Kirche, »o er anscheinend vollständig wahnsinnig fesigenommen werden konnte. * Esch bei Idstein, 3. Jan. Am Silvesterabend schoß sich der 20jährige Landwirtssohn Ries mehrere Finger ab. Kurz« Zeit darauf in achte er dann seinem Leben durch Erhängen ein Ende. * Kirchh-in, 2. Dez. Di sei Tage gab ein Handelsmann a» frin« Frau daheim folgende Depesche hier ans: „Da der stug lein« Ochsen mitnrmmt, lonun« ich mit dem nächsten Zug." Kommrntar überflüssig. Kastrl, 3. Jan. Der Wilderer Fuhrmann ans Hungen- rodc. der am Wcihnachtstage den Förster Knoche im Kau- funger Walt.« erschoß und am Sylvestertagr auf einen Gen» darnicn, der rhu im Wald« bei Trubenhausen verhaften wollte ebenfalls einen Schuh abfeuert«, bat sich gestern früh um 3 llbr in Wichenhausen gestellt. Die sehr große Kälte (15 Grad) trieb ihn dazu, ans dem Walde heraus zu kommen und sich in dem Gasthofc zur Krane als Fuhrmann erkenne» zu geben. Während er mit dem Wirte sprach, veraulaßte dieser, daß die Gendarmerie benachrichtigt wurde, die Fubr- maiin verhaftete. Dieser äußerte im Gasthaus, daß er den Förster erschossen habe, weil er in Notwehr gewesen sei, der Förster habe zuerst auf ihn geschossen. Aus Starkenburg. ‘ * F. C. Darm stabt, 3. Jan. Einer der markantesten und verd'ienstvoNsten Ossiziere des dcutschen Heeres ist der seitherige Kommandeur der Großh. Hessischen 25. Division. Ofenern rfetihwmt t*. Pliisfnw, der tu der großen Wilhelm!- Nischen Zeit unter der, Augen des großen Kaisers seine Ausbildung genossen und bereits von den siegreichen Führern der l. hten Feldzüge nls einer ihrer besten Schüler und als vor- ziiglich'r Ostizicr anerkannt worden ist. Ihn beauftragte gestern der Oberste Kriegsherr an Stelle des bisherigen Kommandeurs des 11. ArineekorpS. v. Schefsrr-Boyadel mit der Führung dieses Korps in Cassel. Erzellenz v. Plüskow lrat im Jobre 1373 alz Leutnant in das t. Garde-Regiment zu Fuß ein. in dem er bis zum 22. März 1002 stand, an N'klchrui Tage er vom Kaiser an die Spitze der Schloßaarde- Kompaguie gestellt wurde unter Beförderung zum Oberst- 'eutnant mit gleichzeitiger Ernennung zum diensttuenden Flügelnd iilanten In dieser Stellung batte v. Vlüskow vielfach schon die Aufmerksamkeit des Auslandes auf sich gelenkt, bi er bei besonderen Missionen stets verwendet wurde, ko in Konstautiuovel, St. Petersburg, Poris und Madrid. Sciue umsassendcn Sprachkenntnisse hoben hier sein Ansehen noch welenllich vermehrt und seine riesige Erscheinung — ist CncQni v, Vlüskow doch mit 2,05 Meter der größte Offizier des deutschen Heeres — zog bei diesen Anlässen die Augen der Menge auf sich. Im Mai 1008 erfolgte seine Er- »cnnnna. nackidein er als Oberst und Regimentskommandeur das Kaiser Aleraiider-Garde-Grenadier-Regimeut geführt, »um Konimaudeur der 1. Garde-Gcnadier-Brigade und Kommandanten von Potsdam und Ende April 1911 seine stcförderuna zum Geueral-Lentnant und Kommandeur der Großberzaglich Hesstscknn 25. Division in Darmltadt. Am 1. Mai 10,1 übernahm er das Kommando der Division, nachdem er bei eine:» Li besniahl im Kasino des Leibgarde-Jnkante- lie Regiments 9!e. 115 willkommen geheißen. In dieser Stellung bat v. Plüskow die Division planniäßig in allen Dienstzweigen auSgebildet, dabei den gewichtigen Grundsatz nicht außer Acht gclollen, daß eine Hauvtstärke der Truppen in ihrer steten V er ii ßl cha ft beruht, und sich als Truppen- sübrer besonders öcwäbrt, so gelgcntlich der .Herbstübimgcn hei Limburg im J>il,re 1011, luo er keinen geringeren Gegner als Erzellenz Lima» von Sanders, der damals mit den Truppen der 21. Tivisiou ihm den Austritt aus den Taunus- lcrgen nach der Lab» bin verwehren sollte, gegenüberstand, den zu schlagen er allen Scharfsinn anzustrengen halte. Und er schlug ibn. Auch bei den letzten Herbstübnngen war, er mit seine» Hessen in der Sackacht bei Ulmboch die 21. Division. — Die nunmebr erfolgte Ernennung v. Vlüskows zum "übrer des 11. Armeekorps in Cassel ist der äußere Beweis ,iir d-s <>» 7 , 7 ..; Urfcir über ihn. * Darmstadt. 2. Ja». Zu dem Verschwinden des Kolo- »ialwarenhändlerS Gustav Hebermebl dahier wird gemeldet, daß H. schon längere Zeit in Zahlungsschwierigkeiten ivar und o.ui Tage »ach den Weihnachtsfeiertagen ein« Pfändung '»genommen wurde. Voraussichtlich werden die von ihm länserlatsenen Peevslicktungeii nicht unbedeutende sein, zu- dein er schon seit August nickt mehr reguliert habe» soll. Da er die Einnahmen ans alle» seinen Geschäften (Hauptgeschäft und vier Filialen), die bis zum heiligen Abend ernginge«, mitgenommen haben soll, kann der Betrag schon ziemlich hoch n. Die nmI hört, kcmnnen als Gläubiger hauptsäcklich nswärtige Firmen in Frage, darunter ein Kafseegeschcift »nt etwa 17 000 Vorerst wird das Hauptgeschäft durch lUiie -Familie die Filialen durck die Filialleiter Wetter oe- *««« Tage»z«ttB,tz. e«io*U*. |«k , 3ni« r*if füljrt. Aus der Kasse hat er alles Geld mitgenommen, dagegen einen Zettel zurückgelasien nnt den Worten: „Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, ums man hat. muß scheiden." Bi» jetzt hat man keinen Anhaltspunkt über seinen Aufenthalt. • Land- unb forin»irtjd)aftlt$e B«r«s»»»ostenschaft füt da» Großherzogtn» Hesse». Di« diesjährig« Senostcnschaftsocr. samnrlung der land- und foastwirtschaftliche» B,ufs»rpossen. sthast für da, Srohhcrzogtum Hesse« fand unter dem Borsitz de, Eeh Rsgierungsrvls Bichaxrnn am 29. Dezember im Hotel „Prinz Karl" in Darmstadt statt. Dir Versammlung nahm den zum 25. Jahrestag des Beshhen, der Berussgenostenschast herauszegebenen Beruxdlttmgs bericht, d»r sich «ingehend über di« bisherige Organisation und Tätigkeit äußert u eine ganze Reche statistischen Materials und graphischer Darstellungen enthält, entgegen. Zugleich stattete der Vorsitzende de. Dank de. Genost«,ischastsvorstande, an die noch lebenden Mitglieder der Genostenschaftsversammlung von 1889 ab, ebenso an Groß- herzogliches Ministerium des Inner» und der Finanzen sjir das der Dciufsgenostenschast gegenüb.r jederzeit betätigte Wohlwollen, den Borsttzenden de« früheren Landesoersicher- I'ngsamte» und der Schiedsgericht« für di« unparteiische, die Interessen der Be^ufsgenossenschoft mit, der Versicherten «ah- rcnd« Geschüstssührung und Rechtspreckying, Rach dem Richen» schaftsbelicht für 19l2 betrug die Zahl der anz0 Uhr niit einer Automobilspritze ankanien. Doch war es in der Zwischenzeit mit acht Schlauchleitungen ge- lungen, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken und die Mälzerei zu retten, von der allerdings das Dach schwer beschädigt ist. Da eine Kälte von 13 Grad Reaumur war. wurde das Löschungswesen sehr erschwert, doch gebührt den Wehren, die so uneigennützig einsprangen, alles Lob. Hoffentlich werden die Wehrmmmer keinen gesundheitlichen Schaden erleiden. da diese trotz des große» Feuers, mehr Eismänner, als Feuerwehrmänner waren. * Worms, 3. Jan. Nachdein vorübergehend der Verdacht aufgetaucht war, der junge Betz, von dessen Verschwinden wir neulich berichtet haben, sei Werbern der Fremdenlegion in die Hände gefallen, verdichtet sich jetzt die Vernm- tung, daß Betz sich Vati der Ernst-Ludwigs-Brücke in den Rhein gestürzt hat. Nach dem übereinstimmenden Bericht des Brückenwärters Antony und eines Schmeides ist in der fraglichen Nacht gegen 3 Uhr ein junger Mann auf das Geländer der Brücke gcklctlert und bat sich von da in den Rhein gestürzt, ehe es den beiden möglich war, so nahe zu kommen, daß sie näbercs zn erkennen vermachten. — Gestern meldete sich noch ein Gymnasiast aus Bürstadt, der mitteilte, daß er am Montag, den 22. Dezember, also unmittelbar nach dem Vcrsckwinden des Betz, auf den» mittleren Pfeiler der Straßenbrücke einen Abreißkalender gefttnde» babe, auf dem it. 0 . die Worte standen: „Das Leben ist nicht mehr zum Leben. Albert Betz." Hiernach unterliegt es wohl keinem Zweifel mehr, daß der junge Mann den Tod im Rhein gesucht und gefunden bat. * Kempten b. Bingen, 3. Jan. Ein trauriges Unglück bat sich vorgestern abend um 5.30 Uhr hier ereignet. Ter Hilfswärter Heimen aus Gaulsheim hatte dis Signallichter augezündet und wollte feststcllc», ob diese richtig hängen. Er wandte zu diesem Zweck dcni Gleis den Rücken zu. In diesem Augenblick erfaßte ihn eine Leermasckine. Es wurde ihm der Kopf und beide Beine abgefahren. Der Verunglückte hinterläßt Frau und fünf Kinder. Er war 32 Jahre alt. * Bingen, 3. Jan. Ein bedauernswerter UnglückSsall hat sich in der hiesigen Metzgerei Brum ereignet. Der 15 Jahre alte Sohn des Reister», dir als Lehrling im elterlichen Geschäft tätig war, geriet mit der linken Hand so tief in die Maschine eines sogenannten „Wolfes", daß ihm dies« im Hospital, wohin man ihn brachte, ganz abgenoniinen werden mußte. 8 Aus aller Welt. Schüttrer Uns » «ntt, Kläranlage. «» 30. I*je »btt abend» 9 Uhl m..jt bi« Fexrwach, nach der Baustelle hoc städlckchr» KtaranEW» glucke, vnb her Sattüitseoagen mit Mb SaatiUffoft« •*4«it«ct Ste Mub M gBE W *tt >— 544f«. Mannschaft mit. daß ln dem Über 300 Met«, längen Stollen 10 bi» 15 Man» bewußllo» liegen. Rach Zorücklcgung »ine, Wege» von etwa 200 Meter im Stollen wurden die crsttn Bewußtlosen ausgeftuidca. L, waien fünf Arlxiter. die auf her Sohl« umherlogen. Da di« Lust im Slollen bereits mit gisIlgen Gasen geschwängert war und auch für di« Reilungmuannschasl Lebensgefahr bestand, wurden drei Bewußtlos« aus die zum Absohren de» ttzeröll, best mmb.» lieinen Rollwagen geladen und di« beiden anderen »an den Hilj«nannsthosl«n getragen. Dl« Träger wurden aber selbst bewußtlos uud mußten samt den Gclragencn van ihren Kameraden geborgen Iverden. Ebensc erging <» einigen zu Hilf« eilenden Arbeiter». Draußen vor dem Stollen Kat der Sauerstosfkoffer alsbald ln Tätigkeit. Da Hoffnnuz bestand, di« Opser am Leben zu erhallen, wurhc» zunächst vier im Automobil und zwei im Sapiiätswagen ine Eannstädier Bczittstrankenlmus geschasst. E, war nun klar, daß die Retter mir noch mtt Hilf« des miigebrachien Berg, wirksopparats Vordringen toimten, denn es galt nunmehr die an di« Spitze des Stollens. M der Bohrstelle zu gelangen. D'k Benzinmoschin«, die ha» Geröll aus sogenannicu Hunden zu enisernen hatte, mußte überklettert werden. An der Bohrstelle logen zwei Arbeiter mit ihren Werkzeugen. Sie wurden über die Maschine gehoben und dau» auf den Hunde» dem A«»zaii>t zugerollt. Bei dieser Arbeit entdeckt 1 man neben der Malchin« einen weiteren Veninglückten, der beieits tot war lim sicher zu sein, daß kein Berunglückler im Stollen liegrn blieb, unler- nahm der diensttuend« Fsidwcbei mit einem Feuerwehrmann noch einen Erkundigungsgang, aus dem »och ein zehnte» Opfer gefunden wurde, Al» die Rette« den Rückweg anlraicn, merk len sie, daß Ihnen selbst das Bewußtsein zu schwinden begann. Sie gaben Rotzelchen, worauf die Kameraden vom Stolleneiu- gang nochrückten und di« Retter samt dem Ops«, bargen. Sänit- licht Opser befinden sich wayibechrOicn ttn Rrrrckknicheri!», Uebersall. In der Kolonleslraße ln Berlin wurde da» Ehepaar Reßler auf dem Heimweg von 30 jungen Burschen überfallen, ber,rubt und dabei schwer mißhndelt. Die Täler komrten noch nicht ermittelt werden. 385 00» Marl „Verdienst" in vier Jahren. Di« „Flevr-bur. g«r Rachtttchen" schreiben in Rr. 198: „Bramselb, den 22, Aug. Vor irngefahr vier Jahren kauf« ein hiesigen Maller «ine Kop. pel tn Größe von 12 bis 13 Hetta« für den Preis von 1200 M, pro Hcttcrr. Er zahlte also im gang n etwa 15 000 Mark sül di« ganze Koppel, Bei den in letzer Zeit erfolgten große" Hamburger Eelöndecrnküus« für Friedhofzwcck« wurde dem Be sttzer für dies« Koppel ein Preis von 32 000 Mart pro Hektä! geboten. Der Grfamtpreis beträgt mithin etwa 400 880 Ml l Mord und Selbstmord »u» Eisersucht. Au» Bottrop im Kreis« Recklinghausen (Wests.) wird gemeldet: Ein furchtbares Draeaa hat sich i» der Rächt zum Mittwoch in der Esten«! Straße abgespielt D:r Zigarrenhöndler Wetzel drang in später Stund« tn das Schlafzimmer feiner dort wohnenden Braut ein und gab aus das im Bett liegend« Mädchen drei Revolver, schüst« ab. di« es svfott töteleu. Ein« weitel« Kugel war bei Schwester seiner Braut .zn gedacht. Die Kugel verfehlt« aber ihr Ziol. Daraus tötet« sich der Mörder selbst durch einen Schilf tn den Kopf. Di« Beranlassung zu der Bluttat ist Eifersucht. Gedenket bcr Böget. Das Anlegen von Futterplätzen für unser« Bögrl ist jetzt bei dem eingetrttenen Sch,teefall Pflicht aller Tierfreunde. Den Vögeln ist nunmehr fast sehe Rahp ungsquelle genommen, deshalb müst:n mitleidig« Mensche, helfen. Beim Anlegen der Futerplähe ist daraus zu achten, daß sie vor Katzen gesichert sind. Am besten stellt man Futter- häuschen auf, die so eingerichtet werden müstcn, daß sie nicht verschneitn können, F r i t k 1 11 n, 3. In». Der große Jnvrnlur Ausvrr- kauf im Frankfurtcr Blusenhaus bcginnt am Montag, drn 5. Januar und möchten wir alle Dninen von Frirdberg »nt llmgczcnd aus den günstigen Ciiikniif von Dnincii. 5lonsrltion während drösclbci, aufmerksam machen. Franksurier Wetterbericht. Borauosage: Vorwiegend trübe, zeitweise Schneefällr, keine Temperaturäuderung. Nachtfrost, nordwcstlicki« Wind», Berantwortlich s. d. Schristleitung: Oliv H i r I ch e l, Frieblierg: für den Anzeigenteil: Karl S ch ml bk. Friedberg I. H Druck u. Derlag d. „Rruen lagcszeikung" A -G., Fricbberg i. H, Bekr : Das Betrelen zugesrore- ner Flüste, Teiche und Bäche. Kckanlit»illl!»ling. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß das Betreten des Ei.es aus den Eisieichea in der Secwiel« und den Teichen der Zncker abrik aus der Pstngstwcide, sowie an den ttefen Stellen in der ll'a in der iüemarkung Fned- berg mit Faue.bach bi» aus Weiteres unterlagt ist. Zuwiderhandlungen werden zur Bestrafung angezeigt. Friedberg, den Jft De, 1913. Ter S ü gerMeister SlBhl. verloren gegangen ist aus dem W.-ge von Fnedderg über Fauerbach nach Dorheim eine silbknlk§ai>!kii!ihrlnitfirttk. G«>en Belohnung abzugeber Teiedberg, stslkerlirafie 165. ] MchiüiWil zirka 60 Kannen fastend, billig zu «erkausen. Aüilß. May««, Weckrshrim. Persteigerung. Dirnsta», drn 6. Januar, nachmittag» 2 Uhr ' 'l aus drm Bürg«rmeistrrr,ou.o eü, schwrrrr Eemrindr-Faselebn meistbi«tend "gls oer- fteigrrt werde.. >lriu.»«rd' Gr. tz»r,rr»ttlcrr Neuhaidt. trdr.. , .. / ‘ » . 2 . utlmi l Ordenilich«, Dieuftmädchen in kl. H«wsbalt ge'ncht. Maiktkr 116 I per Pfund 80 Pfg. frarl Gröningrr. Metzger Friedbrrg, iisagaffk 28 , Frischmrldki-Iit dkrische ^ 'i) mit äÜHttfwIÄ u. aufen, R. Tchaubach, Nieder-AlokftaSr. Dir. 2 9icuc Tageszeitung. Samoirr», de»r 3. Januar 1914. Seile 4. rs*i «^Taajr ’J^r »U«ri , t > Slkonoie alt bei -'tiiflnii 1 i.'iti, Ober-Ros b an'', lyinen irtjünen Iptunnfähigen " «ulten tcimmentalet Slniie) !•> iiKona.c att bei Heinrich Me.ee, Ober-Ros', 7- Cis teste Sctrrct* BackmeMraßhlt liefert jede Feinheit für Göpel- und Motorbetricb. Prospekte gratis. ■ ■ - SruswerHe Du ri n / en •?. SliJBin» ^ SiiliHC grösste Spczialtabrik für ütcinsclirotmühlf Las Theater >» gesnuei: Taiuslags Mittwochs v. 4 Uhr, Souurags von 3 Uhr. Sie übrigen Wochentage von rtdeuss 7 Uyr »>-. E9se < Uli«»,,. HoizvttßülserMg. Slior.tan, Sen 5. Canuar, »or- wUteja 8' 1 1: r ommt aus Le». Frhrl. ,i. Franrte.hiein'lchen Wald, ^iitiitt an der Viehunter, zur Versteigerung: 4. }'> Rm. Vuchen-Scheiter 730 „ Buchen-Knuppei 1 0 ., Eichen-Kn! p, et 12 „ Srn.eVSnüppet 73 Vuchen-Stääe 3(1 „ Eichen-Sröüe C7(iO „ Lt eiten, Luch«n-R«ifig 2300 ., Wetten, Ei hen-Rersig 134 Sri:kl Echen-Slämme, 20 bis 47 cm Durchm., 5—14 m laug — 75 Fgm. 32 S'.iiä Vuchen-Stimm« mit 52 F:im. 10 6iiii lliefern-Stämme mit 5 Fstm. Das Stammholz kommt von 12% Uhr ao zur Verweigerung. Zusammenkunst an der Alt- langschneise. Oastadt. den 1. Jan. 1914. jihr. r» xrarru tsBria’fifrr WfcrrfärBrr. Numpi. Todes Anzeige. Gott dem Allmächtige» hat es gesnllcn, unsere innigst- | geliebte Mutter und Erozmutter MitfOfliiisp ßliffiiftftf Lchmd geb. Bindiug | in ein besserer Jenseits abzurufe». Reichelsheim, den 2. Januar 1914. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Kinder nnd Enkelin: Krau Marie Wolf geb. Schwab Glifabethc Schwab und Marie Wolf. Die Beerdigung findet am 4. Jan., nachm, um IV, Uhr statt. Statt Karten. Bernhard Reitz Elise Reitz geb. Frings Ve rm äh Ite Gulpen (Holland, Prov. Limb.) 5. Januar 1914. dlrtsgemerdevereirr Echzell. Sonntag, den 4. Januar, nachmittags 3 Uhr findet im Saale es Herrn Gastwirt Jung dahrer ein Vdiiräg des Herrn Rechtsanwalt Kausmann-Eie'ea statt nber t „Was maß tüi Kandivkkkkr iikiw. Mitgiird einer Gens Ichast über seine lirtfifru and Wichten mit nnlit!chräni>cr «der iieschräallikr Hastnng wissen." Da dieser Vortrag ron gan, be'oitderem Interesse ist, io werden alle Mitglieder und Interessenl«» hösttchst eingeladen, auch Nichtmttgiieder sind willtommen. _ Der Vorhand. Mein diesmaliger besinnt am ^Eondag;, dsn 5 . Ift Mayer 1 lirsdi ^rietlSter^ 5. SS., dem RachaiS geg nübe r . SchlMerigclrinte abzugeben Fr:edlerp,Malnzertp:-Arrtage58. DcKnmrkMttchnny Die aus Montag, den 5 . Jan. 1614 in Lein Fauer- bacher Ecineindcmald anfie- raumte Holzversteigerung wird nicht abgehaiten. ssginrdach v.d.s,., I. Za». IM. Möckel, Burgenncistei. rr?^ Auf sämtliche Pelzwaren -3r: ■w "IW gewähren wir jetzt einen Extra-Nabait von I pamrn= und giübev^onffktion | wegen vorgerückter Laison jetzt beventcitv unter Preis. iUnmdmtis Gklchmistkr Msm f lg Friedbrrg r. H. 44 5 !r. 2 Beilage zur „Neuen Tageszeitung. \ Snmswg, den < 5 . Januar 1914 . | 7 . )ai,ryunq Krdruktagr. C. Januar. 178G I. liljr. 8> Schneider geb. — 1817 LH. Harnack, Kjcolofl, flc6. — 1871 Schlacht bei Bapaume. — 1890 l>r. Karl v. Haje geft. 4. Januar. 1785 Jak. Lud. Grimm geb. zu Hanau. — 1786 Moses Mendelssohn. Pbil.. liest. — 18-19 F. S. Kabels- bergcr gcst. — 1-980 Anselm r>. Feuerbach gest., Historien, nialer. Für Zeit und Ewigkeit. Wir haben hi« keine bleibende Stabt, sondern di« zukünftig« juchen wir. Ebräer 13, 14. Beim Jahreswechsel wird es von allen empfunden und btllegt. tost es aus Erden nicht« Bleibende« gibt und das, euch wir auf Erden nicht unsere« Bleibens haben. Einem Teil der Menschen geht er wörtlich noch unserem Spruche, sie haben während ihre« Erbenleben» kein« Stadt und kein« Stätte, wo sie sich daheim suhlen dürfen. Andere finden rin« solche Heimat. Aber Wanderer sind auch sie, auch ihnen rückt di« Stunde näher und näher, wo sie für immer von vannen müssen. Um so dankbarer müssen wir Christen es anertennen, taß wrr aus dieser weiten Erd« doch «in« Stadt gesunden ha- b>n. wo unsere Seele Ruhe und Frieden hat. Das ist die hei. ii£< Stad! Solle«, die christliche Kirche. Wohl dem, der sie kennt, der ihr angrhört, der in ihr lebt und ihr« Segnungen genießt! Diese h.-ilige Stadt stust> sind gewiß, bast wir sie erreichen werden. Und io können wir Christen es xairz mikeinpfinb:». w.« unsere Brüder schwer daran tragen, dast er hiei unten nichts Bleibender ftbl, auch unser Herz zillert manchmal vor Wehmut und Schmerz, bas, alle» Irdische vergcht. Aber wir richte» uns nieder auf, di« zukünftige Stadt erscheint vor unserem Blicke, elfte schön wird e« sein in dieser Stadt des Frieden« und der Freude! Davon haben wir schon seht «in« Vorahnung, und oarum suche» wir dies« zukünftige Stadt. Dort werden wir bleiben für immer. Herr Ko», himmlischer Bater! Wir haben heute wieder ei. nen Schrill aus der Zeit in die Ewigkeit vorwä»s getan. Vergib uns, was wir gesündigt haben, reinig« uns von allem irdischen und simdlichen Verlangen, laß uns immer bester eilen, nen, daß wir hier unsere» Bleibens nicht habe», und h.ilige uns. daß wir uns in Ewigkeit unserer Heilandes erfreuen und seiner Seligkeit teilhaftig sein werden durch deinen Sohn, un- sern Herrn, Amen. Por hundert Jahren. 4. Januar bi« II. J»»nir 1814. Wie bekannt, war da« Ziel der Hauptarmec der Verbündeten da» Plateau von Langre«. Roch diesem zagen denn die einzelnen Teil« der Arnie« aus verschiedenen Wegen und am lü. Januar kamen di« Oeftrrreicher unter Enulai und die Württenrbergcr unter deren Kronprinzen am Fuße der bescheidenen Bcrgerhöhung an. Hier aber wurden die Verbündeten von den Franzosen unter Mor»er erwartet und wenn dieser auch nur «ine sehr geringe Truppenzahl zur Verfügung hatte, so leistet« er doch immerhin Widerstand. Auch die Bayern unter Fcldmarscholl Wied« hatten am 10. Jamiai bei St. Die an der Meurlh« mit den Franzosen bes Korps Viktor einen Kampf zu bestehen gehabt, sie waren aber siegreich geblieb:», lodaß sie ihren Maisch nach Langre» sorlfttzen konnten. Blücher, zielbowußt wie immer, wußte sehr wohl, dost er e» nach seinem llebergang über den Rhein niit bei französischen Haupmacht unter Marmont zu tun haben weide, welcher letzter« zunächst di« Saarlinie zu schützen suchte. Blücher aber mit seinem Korps Sacken und Katze!.r rückt« ihm rasch aus den Leib und so zog es Marino»! vor, am 0 Januar die Saarlini« auszugeben und sich auf St. Aoold zurürkzvziehen. Blücher war aber jetzt orientiert und «r hielt an jcin.-m Plan fest, dieser lautete, über Metz aus Paris! (Am mt. zulätslgen Cringtiif i» das Koalitionsrecht, und nach drin „Borvurls" trat die Gencralkomniissio» der in ten Gewerk lch.-sten mit der Direktion der Dcntschen Bank i» Befpn on». gen, „uni von ihr die Znsicbkrnng zu erhalte», last ie da. Kealitionsrccht der Angestellten in jeder Fora, i ain?' Der „Borns rts" wartete dahci noch mit folge, der -'oaft>tt-a- drohnng auf: „Wenn die Dentschc Bank ausreichende Gar, vier, säe das Koalitionsrecht der Angestellten nicht gib!, -o .ft fein woi/esebeinlich, hast die Geschästsbeziehungc» zwisllien den (tzewerkschastsverbänden und ihr ansgehoben werden. Diele Gewerkschastcn sieben mit der Deutschen Buk in Grschäiisverbindnnge» und habe» bei ihr nicht unerhebliche Kapitalien hinterlegt. Die Kündigung dieser Depositen würde nach insofern nicht ohne Belang sein, als nicht allein die Gelder der Zentralvrrstände, sondern auch die der Lolalknsse» in verschiedenen Orten zrirückge- zogen würden, und da ferner sich auch eine gröstere Anzahl privater Personen, die bei der Deutschen Bank ihrc Gelder hinterlegt bgbcii, dem Vorgehen der Gewerlschas- tc» nnsrhliesten würden." Tic sozialdemokratischen Drohnngen haben bei dr> Denlschen Bank nicht völlig zmn Ziel geführt. Wohl wollte sie volles Konlitionsrecht znsillrern. Aber die Generottom Mission verlangte daneben noch die schriftliche Ansage das Streitigkeiten zwischen der Banklcitnng »iid den Ang sie!! ten von dein Allgemeinen denlschen Bankverein oder vor. der Generalkonimission der roten Gcwerftchasten gescl-.lichtel werden sollen. Unter dieses Joch wollte sich die Bank dem, -doch nicht beugen. Die Bonkottandrohnng bitte g'eirl w -bl einen nngcabntcn Erfolg, denn zur Freude aller Geaolien begann niminelir der Tanz der Grostbnnk'N ln» die ir'c V • mit strotzendetn — Geldbeutel. Verschiedene Banft'n : cizäblt dnrchans glanbhast der „Vorwärts" -- beniiidten v! »in die Knndsclvst der roten (tzewerklckxisien und gaben au- sprechende Erklärungen znni Konlitionsrecht ol>. Daraufhin werden jetzt folgende Banken der sozialdemokratt»,--.'» Empfehlung gewürdigt: Berliner Handel, a.ejellr, -i11: Mitteldeutsche Kreditbank, Schaasshansen'scher Bankverein. Ans diese mnsterhaft Aufrechten wird sortan die Knndsrliast der roten Gewcrkfct>asten ihren Goldregen träufeln lassen. Eine weit rühmlichere Liste aber stellten wohl diejenigen Banken dar, die entsprechende Erklärungen bisher noch nicht abgegeben haben: Dresdner Bank, Commerz- uiid Disronlo- bank, Discontogcsellschast. Brautausstattu ngen in ullen Preislagen Friedrich Wiss< nhacli, ffäP'illlIf!?. H. Trierischegasse 14 V__ Gegründet 1848 Alcflcn Slufflttie des Betriebs ■>” 1 Inglinnb, I P!i>ck,tzarreu, t »Utlchliühler >500 Liier sti ndl.) »"wie ea. 60 gebrauchte u. neue jtlilihliaune« zu vcrkausen bei , Betz,«, ho st«:» t. X. Atzt» lttid pnitfln in öiisfeln W.Madre Feiedbrrg >- H. u Telefon »itr. Lrsmarckjlratze stllchl iirs , grofr« nifi^ra körlschlLkivs Lchweiue;ucht-Äerein Lanq-Göns (Hessen.) Ersttlaft. Zuchttiere von vor- z.rql. Ütbstamninng stets vorrätig. Vollkommenheit für alle Wirt8cha;t.9bctr:eb3 liefert als 23jährige Spezialität: FRANZ HÜTTENRAUCH, APOLDA •« Sp?ti*i.’abri'. i3r SUIk.;r,r3oV.urqtii. Projooki Jr.tcro c ' " Tapeicri Linoleum Linkrusta Ätachstnche Linoicuniwachö billigst kepelre »»> sim!,«»(>,» Jen» ttöglcr, XrifS'.rrg i. h. («ilrftti'f. (i. M.Renss, Friedborg — ASle Post Milchtransport- % KennenI für Dahnversanü mit Pa- ' tentvcrscli-uü u. 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Ter liebe Karl Marr hätte seine Berclendungs- theorie Wohl nicht aufgesteNt, hätte er voraussehen können, das; die Sozialdemokraten schon nach wenigen Jahrzehnten ■ als kapitolstärlste aller Parteien aufmarschieren und selbst Großbanken Gesetze diktieren werden. Vergegenwärtigt man sich zugleich, welche nette Kette von Millionen die Gewerkschaften der „Darbenden" bei den Großbanken deponiert iaben, so kann nur der unverbesserliche Nörgler noch daran iweikeln, das; die Sozialdeniokratie den Kampf gegen den Kapitalismus in der denkbar schärssten Weise zu siihren weiß: sie „kämpft" gegen den Kapitalismus, indem sie ihm einen fetten Bissen nach dem anderen, je nach Gefügigkeit, in den Mund schiebt! Was andererseits die Großbanken bc- trifst, so haben die peinlichen Vorkonininisse auf ihr Soli- daritätsgefühl das gleich ungünstige Licht geworfen wie auf ihre schon durch die Geschäftsbcziehungen zu polnischen Agrarbanken gut beleuchtete nationale Gesinnung; die übliche und üble Entschuldigung, daß das Geschäftchen alle anderen Rücksichten zum Schweige» bringen müsse, klingt gar zu hörbar heraus. Und blickt man endlich noch auf die Bc- ziehungen zwischen Sozialdemokratie und Großbanken, so würdigt sich von selbst die Tatsache, daß die meisten Groß- baiifherron dem mit der Sozialdemokratie verbündeten Freisinn zugehören und daß so letzten Endes ein treuer Verbündeter den andcreii boykottiert. Im übrigen waren die beteiligten Großbanken Niitznicßer des sprichwörtlichen Glücksumstandes, daß da, wo gesündigt wird, nur zu oft kein Schutzmann zu finden ist. Der „wachsame" Hansabund verhaftet angeblich ohne Ansehung der Person und der Partei- slellung jeden Politiker, der mit dem Mittel des Boykotts arbeitet und schreitet mit besonderer Rücksichtslosigkeit gegen diejenigen ein, die solchermaßen gegen seine zohlungsfähig- sicn Mitglieder Vorgehen. Nur hier, wo der liebe Sozi — kein Kind, kein Engel ist so rein — zum Boykott schritt, bettete er sich zu festem Schluinnier. Ans dev Heimat. • Frankfurt a. 27!, 3. Jan. Der Frankfurter Fruchtmarkt, kur sich aus kleinen Anfängen zu einem der bedeutendsten Märkte im Reichsgebiet entwickelt hat, zählte am ZI. Dezember 1813 727 Besucher bezw. Mitglieder, dis aus dcm Gebiete, das bsgrenzt wird von der Linie Racken. Creselb, Duisburg, Eie, gen. Marburg; Kassel, Güttingen, Witzenhausen, Esthweg«; Er. furt; Schweinfurt; Nürnberg; Tauberbisihofsheim; Heidelberg; Mannheim; Ludwigshasen: Kirchheimbolanden, Saarbrücken, Kreuznach, Koblenz, Andernach; Mühlheim a. Rh., zu dem Ziranlsuiier Fruchmarlt erscheinen, der das bedeuiendste Efsek- tivzeschäft wie kein Platz sonst in Deutschland, auch nicht Hamburg und Dkannheim, woselbst wobl größere Quantitäten ge. handelt werden, besitzt. Auch die Berliner Frnchibörs«, an der nur zirka 599 Mitglieder verkehren, wird durch die Frankftir- 1er in den Schatten gestellt. Der seit zirka zwei Jahren cin- geführie zweit« offiziell« Markttag, der jeweils Mittwochs mit Rücksicht aus die süddautschen Händler und Mühlen stattfindet, die srhller den offiziellen Montagsniarkt in Franksurt wegen des gleichzeitig statifindenden Fruchtmaikts in Mannheim nicht besuchen konnten, hat sich lebensfähig erwiesen. Das am 1. Januar 1903 vi »geführt« Schiedsgericht, das für alle Mitglieder obligatorisch ist und bei allen Streitigkeiten, die aus dem Fruchtgeschäft entstehen, unter Ausschluß des ordentlichen lnechkswcgs nngcrufen wild, hat sich auch hinsichtlich der Kostenfrage völlig bewährt. Di« meisten Besucher des Marktes wohnen außer in Frankfurt a. M. und Vororten in den Orten der getreidetelchen Wetterau. in Frledbcrg und ilmgegend, Dann folgen die Städte Aschafsenburg, Kassel, Darmstadt, Fulda, Gelnhausen; Gießen; Hanau; Homburg; Höcht; Kirchhain; Mainz; Limburg und di« Orle des goldenen Grunds, Mannheim, Marburg, Ob-rursel, Offenbnch M.; Wiesbaden und die Ort« des Ländchrns, Worms und WLrzburg. Heffen-Naffau. » Seulberg, 2. Jan. Das Kgl. Landra'tscinit hat die Wahl des Johann Karl Hardt zmn besoldeten Bürgermeister der hiesigen Gemeinde bestätigt. Der Gewählte übernimmt die Ee- schäste der Bürgermeifterci und des Standesbeamten vom 1. Januar 1914 ad. - Homburg v. d. H„ 2. Jan. Wie mitgeteilt wird, ist die Rodelbahn auf der Saalburg-Chauffee und auf dem Hammel- hansweg fahrbar. Rodelsreunde mögen also die Gelegenheit sich diefem schönen Winteroergnügen hinzugeben, nicht unbenutzt vorübcrgehcn lassen. * Wetzlar, 2. Jan. Ungeheure Schneemasscn sind am 28. Dezember im Lahn- und Westerwaldgebiete niedergozangen. Der Schnee liegt geschlossen fast ein:» halben Meter hoch. Viele Obstbäum« sind unter der Schneelast zusammengebrochcn. Auch in den Wäldern ist durch den Zusammenbruch großer Schaden angerichlet worden. Die Lahn und ihre Nebenflüsse führen Hochwass.r und sind über die User getreten. * Wiesbaden, 3. Jan. Ein ganz gewaltiger Betrieb herrschte am 1. Januar auf der Rodelbahn am Chausseehaus, die in Unterhaltung der Biebricher Gemarkung steht. Von der Polizeioerwaltung Biebrich wurden am 1. Januar rund 709 Ausweislarten zu 19 und 29 Pfg. für Rodelfportler ver. ausgabt. Roch viel größer war aber di« Zahl der keine Gebühren entrichteten Zuschauer. Zu verwundern ist b i einem derartigen Betrieb, daß während des Massenandranges abgesehen von kleinen „Rutschern" kein: einsthafiere» Unfälle zu verzeichnen waren. Auch bei der Eisenbahn, die vollauf zu tun hatte, um Herr der Wintersportler Zu werden, v.rlics der große Rodeltag zur vollste» Zufriedenheit der Bahnvcrival. tung sowohl als der Rodler. * Wiesbaden, 3. Jan. „Kälte und lein Geld" unter diesem Zeichen sdand die diesjährige Sylvcsternacht in der Weltkur- ftadt. Deshalb traten, ohne durch Höllenlärm und dem sonstigen ohrenbetäubenden Feuerwerken anf dcn Straßen gestört zu werden, Wiesbadens Bewohner in das neue Jahr. Selbst in den eleganten Lokalitäten an der Wilhelmstraße, vor allem war der Verkehr nicht so gewaltig wie in früheren Sylvester, nächten. Bei 5 Grad Celsius uni« Rull blieb Ali und Jung bei den heimischen Penaten. Auch der Janhagel, der sonst die Hauptrolle bei dem Jahreswcchjelrummel spielt«, war daheim geblieben, denn gerade ihn hatte weniger Kälte als die Geldknappheit und allgemeine Teuerung — auch der Feuerw-crks- artifel — mrtgespicli. Er konnte cs deshalb auch nicht wie sonst in den Gaffen krachen laffen. Di-, Polizei, di« den Stand der Aktien zu kennen schien, und kerne besonderen Vorbereitungen getroffen hatte kein Ernnd zum Einschreiten, es kam keinerlei Verhaftung vor. Auch die Sanitäiswache trat nicht in Aktion, 4 ins verbrannten Finger wurden ihr gemeldet. Rur die Feuerwehr, das Mädchen für alles, wurde vom Reujahrs- punfch hinweggeholt und mutzte kurz bevor die Glocken der Markikirchs das neue Jahr verkündeten, ansriicken, um einen Kaminbrand in der Schwalbacherstraße im Keime zu erstick.». Den alten Leuten in Wiesbaden ist ein so ruhiger Abtrift des alten und Antritt des neuen Jahres nicht im Gedächtnis haf. ten geblieben. Trotz der schlechten Sylvesterkonjunltur und der teueren Zeiten, aber im Hinblick auf ihr« Bcfferunq wünschen sich Alt und Jung, Arm urid Reich bei duftendem Punsch „Prosit Neujahr!" * Wiesbaden, S. Dez. Der Bericht der Handwerkskanrmer für dcn Regierungsbezirk Wiesbaden über die wirtschaftliche Lage des Handwcrls, der di« letzten drei Jahre umfaßt, klagt über den Rückgang vieler Gewerbe. Am stärksten fühlbar ist er bei allen vom Bauhandwerk obhängendcn Bcrusen. Der Westerwald macht ein« Ausnahm«, von da berichtet man über guten Geschäftsgang. Auch in der Bäckerei ist der Geschäftsgang schlechter geworden, eine Ausnahme macht nur Frankfurt a. M. Die Buchbinderei leidet sehr unter der Konkurrenz der Warenhäuser. In der Metzgerei mußten vielfach einige Geschäfte schließen. Auch Friseure. Glas r und Konditoren Nagen über einen starken Geschäftsrückgang. Das Küferhandw-'k ist durch schlechte Wcinjahre fast gänzlich zurückgegangen Ber den Wagnern dagegen war der Geschäftsgang ein guter, ieil- Ivitse sogar befferer. Bei den Schncidergeschäften macht sich ein kleiner Rückgang bemerkbar, der selbMirdia« Schubmocher lebt saft mir noch von Reparaturen. Das Verhältnis zwischen Meistern und Gehilfen wird in beinahe allen Handwerker' als gut bezw. befriedigend bezeichnet. Spiclplan des Stadtthcaters in Gieße». Sonntag, den 4. Jan., nachm, halb 4 Uhr: „Filmzauber" Kl. Pr. — Abends halb 8 Uhr: „Die spanische Flieg.". Gew. P Montag, den 5. Jan., abends 8 Uhl in Marburg: „Des Meeres und der Lieb« Wellen". Volkspreifr. Dienstag, den 8. Jan., abends 8 Uhr: „Di« spanische Flieg«". 12. Dieristag-Abonneinenlsvorstelluug. Gew. Pr. Mittwoch, den 7. Jan., abends 7 Uhr: „Di« Zarin". 1t Miitwoch-Abonncmentsporstellung. Gew. Pr. & msvcrmri vom 2. Januar 1914 der Mitir'deutsche» Creditbauir Aktienkapital >!. Reserven AI. 79 999999 gegründet 1836. Frantiurler Loric. 4°/»ReichsanIerhe 3-/- ’/. 3 •/. 98.-’', 85.25 75 90 „ 30,’/, Preuß. Consols 85.55 3’/» „ „ 75.90 47, Hetzen 97.— 30.0. . 83 20 , | 3’/, „ .330 „ 4% Oesterr. Goldrente 88..5 „ 40,% „ Silberrente 86 30 „ 4 % Ungar. Goldrente 84.25 „ 4 „ „ lironenrente 83.30 „ 3 „ Portugiesen Serie I 62.— „ 3 „ „ „ lll 64.25 „ 4 •/,’/, Ruffen o. 1905 99. 0 „ 4°/» „ „ 1902 90.10 „ 40»’/» Japaner 90.10 „ 40» Türken von 1903 78 40 „ 4%Administr. Türken 78.80 „ TUrkentoose 'UL 171.— 10., ’/, Griechen v. 1890 —.— „ 10*0, Morropoi-Griech. 54.— 3% Bucn.-Air. Pr. 21nL 66 50 „ 3 /,’ Silber-Ukexikaner —.— „ 4 1 /,/, 'JJier. Irrig, Anl. 66.— „ 4>/,’/, Chinesen 90 55 „ Buderus C. »W. AeL 110.40 „ Schuck. Eleltr. Ges. „ 149.70 „ Cschweiler Bergw. Bochumer Gußstahl, 218 — 210 50 Gel enkirch. Bcrgw.AkL 184.75 1,5 — 134.— 15 0, > 5.20 115 — 116.0, 24 .50 lij Berliner Börse. Harvener Bergbau Hamkig. Arni. Pak. „ Rordd. ployd „ Berliner ziandels An! Mitleid. Creditb. 'litt Darmirädt. Bant „ Deutsche Bant „ Deutsch-Apatit che Ban Diskonto komm. Aut. 180 75 Dresbner Bank Akt. 150 0 Oest. Credilanir. AkL vombardeu „ Dtsch-llberiee C.G. „ Oesterr.Staasbahn „ Höchst, ^arbtverkc „ Chem. Fabr. Albert „ RütgerSioerke „ Stemm Utomana „ Phönix Bergb. Griesheim Elektron „ Zellstoy Waldhor „ HotzverkohiungS-Zud. 200.50 vaurahüte „ 151.— Prioatdistont „ Tendenz: dehauplet. 203 0. 2.25 183.0 154 ’/, 60,’ — 43,— 191 70 14 50 230.— 244 - 1 Berliner Handels Ant. 154.'/, „ Deutsche Bank Akt. 249..5 „ Disk. Kommandit Ant. 186.’/, „ Dresdner Bank Akt. —— „ Pet.Jnt.HandeIsb.Akt. 201.'/, „ Russ.Bankf.a.Hand.A. 156 — „ Schantung G. B. AkL —.— „ Bailiinore ». Ohio —.— „ Canada Pacisic Akt. 214.'/» „ Prince Henri G. B.AkL 156.0, „ Türkenloose UL —.— ,. Londoner Bor,e. Hoheniohewerle Akt. 124 50 Deulich-L'uxeinb.B.AkL 134,25 Vaurahulte'Akr. 15150 Obeischlesier E. Akt. —.— Phönix Bergbau Alt. 222.0, Rombachei Hülte „ 14-.’/, Gelsenkirchen Bergw. A. Iso.,5 Harpenei Bergbau vkr. 1,1.— Aüg.Clet. GeieUsch. AkL 235.50 Siemens u. HalsteAtt. 216.0 Tendenz: behauptet. Atchiion Topeka Doll. 96.75 Soulhein Pacistl „ 91.25 Chicago Rock osL „ 13.’-, MiffZian-.u.TezM. . 2 .5 > Uivon Pacific. „ 159. .0 U. S. Steel Common, 60.62 Amalgamated Copp. Toll. 73.56 Ghartered Compairy Lstr. Ga>llano Proprieiarq Goloyeids Rand Mine» “ De Bcers Gon olid " 0.92 2.93 2.96 5.7.' 17.7 5 Die Depofttenkalle Friedberg i. S. empsiehil sich zur Vermittlung aller bankmässi^esi GeacisüTts An- und Bertaui von Wertpapieren an allen Böoen. Errichtung iausenderRechnungen und proulsionsireiee Scheck-Contt Umwechstung von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und veiichtoffenen Depots. Entgegennahme verzinslicher Spar-Einlagen. Grchts mriffö niolildjcs €klfd|nidn (?)oikfliire) Englische Neinzucht. I Versteigerung | von ca. 100 Zuchttieren Z Mittwoch, den 14. Januar 1914, vormittags £ 10% Uhr. Zur Versteigerung kommen: 8 ra. 43 Eber (bouott 18 nbtr 8 Mtzlllile alt) | „ 30 tragende Erstlingssauen t ,» 2? Sauen 3—8 Monate ult. ? , sämtliche Tiere stammen von importierten Eltern t ab, sind gesund und wüchsig und durch Aufenthalt iin l-o «. Fr«» geb. de Maredo Coita. 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An dem sch. üblichsten Wetter, wie es mrt die lagt de, Spätherbst«» bringen, marschierten wir iiber Lobst« noch Tilsit: hier ward« uns di« Auflösung der grasten Armee bestätigt, jedoch erhielten wir Befehl, un» durch Eilmärsche mit ihr zu verbinden. Nach einer werteren zweiwöchigen Raft in Wilna brach am 8. Dezember, morgen, 8 Uhr unsere Division auf. Strenge» Winteiwetter begleitete »nr: auf ungebahnten üvegen, »fr bis zum Knie im Schm« watend, schleppte sich di« Kolonne mühsam fort und gelangte, als es schon ftnftcr war, ganz erstarrt in ein zcrftlirtcs Dorf, w«!m tollsten Aufzuge durcheinander. Kavallerie ohne Pferd«, Infanterie ohn« Waffen, Leut« mrt erfrorenen Gliedern, vom Biwakieren geschwärzten Gesichtern, in Weibrrkleider alte Pelze und Lumpen gehüllt, Tornisterselle um Kopf uud Fühe gewickelt; niemand uirterfchied General und Füsiber mehr. Seit Jahrhunderten sah wohl dt« Welt kein Bild so gräß- kicher Berinckstu-ng. Seit Wochen nur noch von Pferdefleisch genährt, fielen die Unglücklichen über alles her, was ihnen genietzbar dünkt«. Di lle waren so entkräftet, datz st« bei den Feuern Hinsielen, hineinkrochen und halbrerbrannt ihren Geist *) Di« Abhandlung entnehmen wir dem soeben erschienenen Werk: „In russischer Gefangenschaft", Erlebnist« während des W.nlerfelbzuges 1812 umd seiner einjährigen Gefangenschaft nach d:n überlieferten Aufzeichnungen des Herzoglich Sachsen- Meiningenschen Obersten Frhr, W'lhclm von Wargenheim. Da, Buch ist zum Preise von SO Psg, durch alle Buchhandlungen ot«r direkt vom Phönix.Derlag Siwrnna, Kalowitz zu l-ezicben. Ich lasse D.ch nicht. Original-Roman von H, Eomths-Mahler. 1V7 (Forftetzvngj, „Wenn Durchlaucht nur wüßten, wie interessant mit mein Leben cjtzt erscheinl. Tas ist doch alles ne» für mich. Schon wenn ich hier oder im Palais Kalnokn durch die Räume gehe, — das ist wie in einem wundervollen Museum, lind jedes kleinste Ding redet da eine Sprache von jahrhundertelangen Ueberlieserungcn. Allein schon die Ahnen- galcriel So sprechend sind alle diese stolzen Männer und Frauen. Ich kann mir zu jedem dieser Bilder eine herrliche Geschichte ausdenken." Maria Pctrowna sah lächelnd in Sonjas erregtes Gesicht hinein. . „Ei, ich möchte wohl wissen, wie in Ihrem Köpfchen die Chronik des Hauses Kalnoky aussiele." Sonja lachte. „Lh, vielleicht würde sie der Wirklichkeit ni^t entsprechen: ich glaub«, ich würde zuviel Romantik hinein- mischen", erwiderte sie. Eine Weile schwiegen sic beide. Tie Fürstin sah sinnend in das flackernde Feuer des Kamins. Sic dachte an das letzte Kapitel der Kalnoktzschen Familienchronik, — ein Kapitel, dos ungeschrieben bleiben würde, weil es den alten, fleckenlosen Namen mit Schmach bedecken muhte. Sie seufzte tief auf und hob das Haupt. Ihre Augen blieben eine Weile aus Sonjas Haar ruben. Welch einen eigenartigen Zauber doch solch goldiges .Haar haben konntcl Wie die Kominglut Goldfunken darauf streute! Und solches goldene Haar hatte einst ibrcn Sascha so entzückt, doh er lein oairres Herz daran bängte. Reue rugeszeituag. va«»rag, »en 2. Januar 1811 ansgaben. Anderen hatte dt« Kälte den Beistand geraubt, sie benagren sich selbst ihr« e rf rorene n Glieder. Das alles mutzte man sichen. um da» Gräßliche der Loge, in der sich die Armee besanb, i» fernem ganzen Umfang zu fühlen: keine menschliche Feder vernrag es zu beschreiben. Der Zug der Fliehende» dauerte den ganzen Tag in gr- deängtester Unordnung Hort: alle» durcheinander: je dir der noch Kraft hatte, versucht« Wilna zu erreichen. Einige Peloton« Garden abgerechnet, sah man kein« Wafsen mehr, Di« Meng« der Marjchälle und Generale, welche all« hier Quartier nahmen, trieb uns ans den Häusern in, Biwak. Durch ein« Lift behielt ich mit meiner Kompagnie das meirflgc. Ich Netz nämlich sämtlich« Gewehre vor der Türe ausfttllen und durch einen Posten bewocheir: hierdurch getäuscht, glaubten die an- kommenden Militär», es fei diese» Hau, das corps de gardc und ich blieb im Warmen. Spohhast war es, die sonst so arroganten, stolzen Herren bittend wir Bettler her«inkricck>en und stch mit einem Stückchen erhaltenen Brotes kleinlaut am Ofen niederlege« zu sehen. So kamen in mein Haus Ob rsten der Gardc, Adjutanten von Maeschällcn und andere höhere Offt- ziere, di« mich in den herzbrechendsten Ausdrücken um Brot und Obdach baten. Kurz, aller Stolz der cinfftgen Größe war versch w unden. Das Geld hatte allen Wert verloren, m:il man stch dafür doch kein« Bedürftriste zum llnterholt vcrlchafse» konnte. Wer tausend Louisdor in der Tasche hatte, war eben so arm, als der. welcher nickst einen Pfennig besotz: ich sah die Hälfte eines Brotes mit zwei Napoleons bezahlen. Es war den 7. Dezeniber, morgens 1 Ahr, als wir von Oszmiana unsrnen Rückmarsch nach Wilna antraten: die Rocht war ein« der kältesten des ganzen Winters. Bloß durch stetes Lausen war man >m Stande, stch vor dem Erfrieren zu schützen. Den Weg, welchen di« ausgelöste Arme« genommen hatte, be. zeichneten «ns die zahlreich:n Opfer der Vernichtung: man konnte fast kernen Schrftt tun, ohn« an einen erfrorenen Menschen zu flohen, der im Wege ausgestvckt sein elendes Leben ausgehaucht hatte. Als der Tag angebrochen war, kamen wir in «in Dorf, wo wir aus unserem Marsche nach Oszmiana zum ersten Mal übernachtet hatten. Hier wurde ein zweistündiger Halt gemacht, und mit Schrecken sah n wir, ivelche Verwüstungen die Kälte während der kurzen Zeit in der Dwifion ange- richtet hatte. Da war ein Gejammer über erfrorene Rasen, Hand? und Fütz«, und überdies fehlte deui Regiment« eine dc- ttächtliche Anzahl Leute, di« auf dem Rachimarfchc umgefallen und zu Grunde gegangen waren. Durch den Aufenthalt bei diesem Dorfe wurden die Leute, welche stch gleich um die großen angezünheten Feuer, deren Ma. terinl dir Häuser zum Teil selbst waren, looerlen und dort ein- schliefen, noch entkräfteter und wir legten hierdurch den Grund zu der fast gänzlichen Auflösung des Regimentes, Rur ein kleiner Teil der Truppen erreichte abends gegen 11 Uhr Wilna. Ewa ein« Meile vor der Staht war dos Regiment so auseinander, datz jeder ging, wie er wollt«. Ich hatte der Auf- opfcrrtng meines treuen Burschen Fritz mem Leben zu danken, denn entkräftet, wie ich wrr, wollte ich mich zu verschiedenen Malen eine Stunde vor Wilna etwas hinsetzen, um onszu- ruhen und unfehlbar wäre ich ein Raub des Todes geworden. Doch Fritz, uneingehenk der eigenen Schwäche, bevackt mit ei. nem Teil meiner Bagz.ix«, zwang mich jedes Mal, sogleich wieder aufzustehcn und trug mch soft aus seinen Schultern bis zur Stadt, wo ich bei einem deutsch» Goldarbeiiei und Ease- tier, namens Röhr, bei dem wir schon früher zusammen gekommen waren und viel! Geld verzehrt hatten, einlehr!:. Hier fand ich chon einen großen Teil unserer Offizier«, die stch mit der Teetoste in hör Hand am Ofen austauten. Ich war nur kurze Zeit im Zimmer, als ich bemerkte. daß mein rechter Futz erfroren war, und ttotzdem ch gleich di« üblichen M-ttel an- wandie, wurde ch doch die ganze Nacht hindurch von den emp. finblichsten Schmerzen gepeinigt, Tags darauf, den 8., sahen wir erst die Zerstörungen im Regiment« in ihrem ganzen Umsange, Kaum sechs bis acht Offiziere waren dienstfähig mit höchstens 499 Soldaten: alle übrigen litten mehr oder weniger an erfrorenen Gliedern, Napoleon hatte seinen Weg ohne Aufenthalt fortgesetzt und durch eine Proklamation dem König von Neapel das interimistische Kommando der Armee übertragen. Doch auch dieser war nebst Wilnas sr-hördcn schon aus s inen Ruckzuo bedacht aemesen rnb nicke mehr zu sehen. Sie hatte es nie sa reckst begreif"» können. Aber in dieser Stunde offenbarie sich ihr plötzlich selbst dieser Zauber. Zärtlich wallte es zu ihrem Herzen. Wie hold und lieb sah dieses schlick te Mädchenaus! Es säst io anmistig vor ibr, trotz seiner bescheidenen Haltung in liebliche Grazie ausgelöst. Der bobe Lebnsstilst bildete eine wirksame Folie kür das schöne Geschöpf. And die großen, dunklen Augen blickten so eigen vor sich bin, Tatjana- Augen waren da? wobl in Form und Schnitt. Aber jetzt lag noch ein anderer Ausdruck darinnen, etwas Keistes, Verlangendes, Lebensdurstiges und zugleich zärtlich Auflcnckstendes, Und plötzlich erschauerlc die Fürstin und preßte ihre Hand in kramvibastem Druck, „Saschas Augen — das sind Sascha? Augen, nicht die Tatjanas", dachte sie erschüttert. Ja, so hatte Sascha geblickt in den Tagen, da ihm die goldhaarige Elisa Herz und Sinne in Bann geschlagen: so batten die Sonnenfunkcn in seinen Angen gelenchlet, wenn er. nachdem ©lifo das Haus verlosten, in Träumerei versunken vor ihr saß, während seine Gedanken imd seine Seele wobl bei der fernen Geliebten weilten. Und das war es, die Erinnerung an ^alchn. die sie von Anlanq an dieses fremde Mädchen gescstelt batte, Ihres Saschas Augen arüßlen sie ans dickem schöne Mödchcnoestcht. Ein felttames Naturfpiel hatte dieselben Augen noch einmal aeschaffen. Auch Sascha bäte die eigenartigen Brauen und dos Lächeln seiner Schwester gebäht, wie sich die Geschwister ja überhaupt sehr geglichen batten. Aber etwas in Tatjanas Augen seblte, imd gerade das fand sich tn Sonjas Auae» wieder, dieser «reiane. leben?. Betthier und Neq waren hier und versammclien sämtlich« Stabsoffiziere zu einem Besehl«, der dahin lautete, datz di, Division Loison, zu der unser Regiment gehörte, sich so laug« hier zu Hallen hätte, bis di« gaizzc Armee durch di« Stadi gegen Kown«, passiert sei, datz sic dann aber, unter den Besehl he» von Königsberg ange'ommenen Generals Loison gestellt, die Arriorogrrde bilden sollte. Der Zug der Retirierenden ging diesen und den folgenden Tag ununterbrochen fort. In Wilna war bald für Geld nicht mehr das geringste zu hoben und Er- zrst«, bei denen namentlich den Juden arg mitgejpielt wurde nahmen überhand: niemand lonnt« ihnen steuern, denn di, Soldattn, schon lange aller Subordination entwöhnt, kein« Oberen mehr anerkennend, taten alles, um ihren Hunger zu stillen, und so kam es. datz die Magazine bald geplündert wa. ren und jeher zulangtr. wo er etwas Brauchbares finden lonnt«. Jeder Unbefangen« dachte mit Dang.n an die Zukuuk!' Rettung schien fast nickst mehr möglich. lSchlutz solgl). Kirchliche Anzeige». Evangelische Gemeinde Gottesdienst in de, Stadtkieihe Sonntag nach Neujahr, 4. Januar. Bormittags 9 r, Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Nachm. 2 Uhr: fällt aus. Gottesdienst in der Burpkirche. Vormittags II Uhr: Kindergottesdienst: Herr Psarrcr Ritter. Nachm. 5X Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vorm. 19 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. Nachm. 1 Uhr: Iugendgottesdienst. Katbolilckie tü-meind- Tonntag noch Neujahr, 4. Januar. Beichtgelegenheit Samstag nachmittag von 4 Uhr, Sonn, tag früh von ?ä6 Uhr an. Rachm. 2% Uhr: Monatsandacht der Rosenkranzbruderschaft. Dienstag, den 8 Januar, am Dreiköntgrtag, ist früh 7'-i Uhr ein feierlicher Hochamt, wobt noch einmal die Ehrist- bäume an der Krippe beleuchtet weiden, Feierabend Friedbcrg. Eingang von der Haagstratze. Jeden Sonntag Lese, und Spielabend Sonntag, den 4, Januar, „Lese- und Spiclabrnd". „Feierabend" im Stadtteil Fauerbach. Jeden Sonntag: Spiel, und Leseabend Bereinigte Sladttheatee Fransturt a. M. Opernhaus Sonntag, den 4, Jan,, nachm, halb 4 Uhr: Vorstellung hei ermäßigten Preisen: „Der liebe Augustin". Außer Abonn. — Abends 7 Uhr: „Der Troubadour". 19. Vosttellung im Sann- tag-Abonn. Groß« Preise. Montag, den 5. Jan., »benid, 8 Uhr: .Parstfak». Außer Abonnement. Erhöhte Preis«. Dienstag, den 8. Jan. abends halb 8 Uhr: „Falstaff". 19 Vorstellung im D cnstag-Abonn. Gew. Preis«, Mittwoch, b-n 7. Jan , abends halb 8 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Rigoletto". Außer Abonn. Schaulptelhaus Sonntag, den 4. Jan., nachm, halb 4 Uhr: Dorktellung bei ermäßigten Preisen: „Der gestiefllie Kater". Außer Abonn. — Abends 7 Uhr: „Der Herr Minister". Außer Abonn. Gew. Preise. Montag, den 5, Jan,, abends 8 Uhr: .Der H:rr Minister" 19, Vorstellung im Montag-Abonn, Gew. Preise. Dienstag, den 8, Jan., abends 8 Uhr: „Me einst im Mai". 9. Vorstellung im Ti.ustag-Abann. Gcw. Prrise. Mittwoch, den 7, Jan,, nachm, halb 4 Uhr: Darstellung bei ermäßigten Presen: „Der aelttelelte Kater" Außer Abonn durstige Ausdruck, der auch Sascha eigen gewes.-n war. Wie eine Flut von Erinnerungen strömte es über das arine Mutterhcrz. So lange, lange Jahre lwtte sie sich keine lebendiae Dorstclliing mehr von ihrem Sohne machen können. Immer verschwamm ihr sein Bild in unNaren Zügen, so daß sie es nicht festzuhalten verntochte. Jetzt aber stand es wie hergezanbert vor ihrer Serie durch die Augen dieses fremden Mädchens stand ihr Sohn vor ihr in seiner ganzen, lebenssrischen Persönlichkeit. Sicg- lmst bekämpfte diese Vorstellung alle anderen schreckbalten Bilder, die sie sich von ihm hatte niachen müssen. Sie Iah ihn nickst mehr bleich und starr a»s dem Grunde des Sees liegen. Wie zum Leben erwacht stand er vor ihr und lächelte ibr zu, — genau wie Sonja Roschnow. Knisternd siel im Kamin ein Holzscheit zusammen. Da schreckte die Fürstin auf und sah wirr um sich. „Was ist das?" sagte sic hastig und laut. „Ich glaube. Eure Tu'chlauchi waren ein ivenig cinge- schlunmiert: ich verhielt mich ruhig, um nicht zu stören", antwortete Sonja und breitete besorgt die Pelzdeckc höher über die Gestalt der Fürstin. „Ja. ja — so wird es sein — ich habe geträumt", er- widerte die Fürstin seufzend. „Bitte, schalten Sie da? Licht ein, Fräickein Sonja, es ist dunkel geworden," Sonja erhob sich und tat, wie ibr aebeißen wurde, l!nd als sie dann im hellen Lichte auf die Fürstin zukam, sckrüttelte diese über sich selbst den Kopf. „Ich habe wirklich recht törickst geträumt", dachte fi» dabei. (Fortsetzung solgtj. stilf 4 W».» _________ ______ Ans aller Welt. „Gold Nack««". Das elsässischr Wort „WockeS" hat durch dic Vorgänge in Zabcrn in ganz Deutschland eine recht »»- ■ >wünschte Berühmtheit erlangt. Es dürfte daher von ^n- .., cffc sein, daß sich eine in Elsaß ansässige Taoalfabrik d.w ».sott „Gold Walkes" vo: einiger Zeit als Warcnzeichen schiigcn ließ. Das Zeichen ist laut WarcnzcichenbK.lt am l. lhtai v. I. angenieldet und am 30. September eingetragen worden. Diese Eintragung zeigt die Bedeutung des vielge- nannten Wortes denn doch in einem anderen Lichte. Denn ,venn ein elsässischer Fabrikant das Wort als Warenzeichen wählt, so können ihm nicht nur verächtliche Begriffe anhaftcn. Fünf Millionen-Geschenl für eine Waldschule Der Stadt Berlin sind von einem Einwohner fünf Millionen geschenkt worden, die zur Anlegung und Unterhaltung einer Waldschule für Knaben dienen sollen, die gesund und namentlich nicht mit erblichen Fehlern belastet sind. Die Schule soll in einer waldreichen Gegend in der Näh.- von Lanke errichtet werden. Der Stifter ist, wie wir hören, eine in Groß Berlin lebend« Persönlichkeit. die bisher in der Oefsentlichkert noch gar nicht her- vorgetreten ist. sich aber wiederholt an wohltätigen Veionstal- lungm beteiligt hat. Dem Wunsche der Stifters gemäß wird dessen Name vorläusig nicht bekannt gegeben, doch dürft« er in einiger Zeit bekannt werden, da Vi« Stiftung seinen Namen tragen soll. Brandstiftung aus R>iche. Die Strafkammer d:s Königl. Landgerichts in Dresden verurteilte den 16 Fahre alten Dienstknecht, gebürtig aus Stadt Wehlen, wegen vorsätzlicher Brandstistiing zu drei Monaten Gefängnis. Er hatte in seiner Stellung bei einem Gutsbesitzer aus Rache wagen seiner erfolgten Entlassung ein« Scheune in Brand gesteckt und hierdurch einen Schaden von 11000 Mark verursacht. Er will die Tat aus „Dummheit" begangen hoben. Das Recht des Geistlichen. Der Redner der freireligiösen Gemeinde zu Nürnberg, der bei einer Beerdigung auf denn Friedhöfe in Schopfloch ein« Rede in freireligiösem Sinne geölten hatte, verklagte, wie gemeldet wird, den protestantischen llsarrer jenes Dorfes wegen einer Aeußerung. dl« dieser >m li.liglonsnnterricht« gemacht haben sollte. Der Angeklagte gab zu, daß er gesagt haben könne: „Loute. di« das Jenseits leugnen, nenne die Schrift Lügcnpropheten", belonie aber, daß er sich von niemanden wehren lass«, derartigen Angriffen auf di» Lehr« der christlichen Kirche gegenüber diese Tatsache auszusprechen. Er habe nicht nur das Recht, sondern auch di« Psl'cht, der Jugend klar zu mach.n, was von solchen Lehren zu halten frf. Das Gericht erkannte an, daß der Pfarrer in "Vahrung berechtigter Interessen gohandelt habe, und sprach ihn frei. Die Kosten wurden dam Kläger auferlegt. Tragödie eines Handwcrtsburfchen. In Werne an der ?ippe wurde «in äüjährlger unbekannter Handwerksburiche er. raren aufgefun.de». Zn seinen Taschen fand man «in Schrist- ,t!ick über eine ihm zugesallene Erbschaft von 20 000 Mark. Rohelunsall. Zn Düren suhlen mehrere Kinder, die die Diamarckstratz« hinunterrodclten, in einen aus einer Nebenstraße in di« Bismarckstraße «inbiegenden Sandkarren. Zwei Kinder im Alter von 8 und 7 Zähren wurden getötet, zwei ander« schwer verletzt. Familiendrala. Zn Böblingen ln Schwaben schnitt der stiiher« Fabilkarbeiter Steppich seinem 3 Jahr« alten Sähu- chrn im Bett« den Hals durch und «rhäitgi« sich darauf. Sein '.ljähriger Sohn war noch rechtzeitig aufguvacht und so der Ermordung entgangen. Steppich war seit einem halben Zahlt Witwer. D«r Backenbart der Damen — das ist das Neueste aus Paris. Das Haupthaar wird so angeordnet, daß vor dem Ohr eine große Strähn« di« Backe entlang herunterhängt. Es handelt sich nicht etwa um di« berühmten ^erlich gedrehten .Schillerlocken-, die unsere Mütter in den fünfziger und sech- :lg:e Zähren des vorigen Zechehundeitr mit Vorliebe trugen, dl« neue Pariser Mode macht den fatalen, den Spoilern sehr Willkommens» Eindrl'.ck eines Kotleltenbarle» an der zarten iveibllchrn Wange. Setzerstreik. Znsolge d:s Sctzerstreilcs haben die Druckereien in Lemberg ihren Betrieb eingestellt. Sechs polnische Zeitungen veranstalteten «ine gemeinsam: Ausgabe im U,n- lange von vier Seiten, welche in dieser Form während der Dauer des Streikes «inmal täglich erscheinen wird. Di« >u- lhenischen Blätter dürsten vorläusdz auch nicht erscheinen. Iln. prfähr 000 streikende Seher. Maschinenmeister und Druck.-! hielten < rt« Versammlung ab. Gino ungeheure Feucrsbrnnst hat das Theater, den Zirkus Palhee und einige Häuser in San Sebastian zerstört. Infolge des herrschenden Sturmes mar cs unmöglich, die anderen be drchte» Gebäude zu schützen. Di« Truppen haben die den, Feuerherd benachbarlen Kasernen geräumt. Die Einwohner sind von einer Panik ergriffen worden. Tragisches Ende eines Ehepaares. Die Ehefrau bc-3 Drechslers Morenga in Lyck (Ostprcnßcn) wurde gestern fräh in der Räucherkannncr tot ausgefunden. Als der Ehemann die Lcich>e die Treppe hinabtragen wollte, wnrde er vorn Herzschlage getroffen und starb ebenfalls. Vor, Wilderern erschossen. Bei der Verfolgung von Wildb'.'bcn irr der Nähe von Pirschen wurde der Gutsmann Koslar-» l, l'O'i Wilderern durch zwei Schüsse irr die Brust und Hals tödlich verletzt. Die Täter wrirden verhaftet. D -la ch:r Mordversuch in Eharlottenburg. In der i: ' !'-«.ß? lottenburg gab gestern naehnrittag n: '■■ ■ •« alle H . ::r Paul Iawronski auf seir e .i a >e Delmhardt und auf deren •• a : l- e.ster im-u.-r. ' Schüsse ab, durch welche alle »l-ckl.N. .ich ' '.letzt N urden. Ter Täter ' k> > so'bst eine f .were Schnßverletznng bei. Üe des Motiv-- >r Tat sein. lrnsu ocrwalter »ns Gerresheim ver, l. Vf >> iursninverlualtcr der lüerresheimer Glas- ' ue Wilüöl», Wasscrrschmidt, dc>- in der verflossenen ' - >e wach Vrrnlmng erheblicher Unterschlagungen flüchtig oiwrs. >.t >n der Schweiz verhaftet worden. GleichzeHia i» fjjeuc Tageszeirung. Samsiag, oen 3. Januar 1914. die mit ihm geflüchtete Bürogehilfin Magda Witte von der .Kriminalpolizei festgenommen worden. Nach den bisherigen Feststellungen beträgt die unterschlagene Summe erheblich mehr als die anfangs angenommene Summe von 30000 M. Der Tod in den Wellen. Nach einer aus Rochefort vorliegenden Meldung, schlug infolge des hohen Seeganges eine Schaluppe des Kreuzers „Cosmoro" um. Von der Besatzung die inS Meer geschleudert wurde, sind drei Matrosen ertrunken. Frecher Diebstahl. Ein unerhört frecher Diebstahl hat sich gestern nachmittag in einer großen Gasometecfabrik auf dem Boulevard Vaugirard ereignet. Ein ehemaliger Nachtwächter der Fabrik Dupleix, der die Räumlichkeiten der Fabrik ganz genau kannte, drang gestern nachmittag in die Bureanräume ein. In dem Zimmer eines Direktors bemächtigte er sich einer Smmne von 60 000 Francs in Bargeld und verschwand, nachdem er noch einen Ueberzieher des Direktors angezogen hatte. Freundlich nach allen Seiten grüßend und verschiedenen Angestellten die Hände schüttelnd, verließ er ungehindert das Fabrikgebäude. Der Direktor, der sich für wenige Minuten aus dein Bureau entfernt hatte, machte mit Entsetzen die Entdeckung, daß aus seinem wohl- verschlossenen Schreibtische das gesamte, für die Auszahlung der Arbeiter am Ultimo bestimnite Geld verschwunden war. Dublcix wurde von der Polizei bisher vergeblich gesucht. Es ist kein Anhaltspunkt vorhanden, wo er sich hingewandt haben könnte. Zur Erniordung Harrst Fragsons. Die polizeiliche Untersuchung über die Beweggründe, die den Vater des bekannten Sängers und Variötökünstlers Fragsons zur Ermordung seines Sohnes veranlaßten, hat ergeben, daß der 33jährige Mann offenbar an Verfolgungswahnsinn leidet, Der Greis war von der fixen Idee befallen, daß sein Sohn ihn verstoßen wolle und litt an einer krankhaften Eifersucht gegen die Freundin seines Sohnes, Ans Vorgefundenen Aufzeichnungen, die der alte Mann hintcrlnssen hat, gebt hervor, dnß er auch beabsichtigt, die Freundin seines Sohnes zu erschießen und sich dann selbst das Leben zu nchnlen. Liebcsdrama. In Bottrop drang der Zigarrenhändler Wentzel in der Nacht in das Schlafzimmer seiner Braut ein und tötete sie durch drei Revolverschüsse. Dann schoß er auf deren Schwester. Hier verfehlte aber die Kugel ihr Ziel und schließlich jagte er sich eine Kugel in die Schläfe, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. Zu dem Selbstmord eine» Obersekundaner» wird weiter aus Berlin gemeldet: Die Annahme, daß der Obersekundaner Zeß Selbstmord verübt hat, wird durch dir angestellt«» Ermittelungen bestätigt. Es ist b:r«fts gelungen. Uhr und «inen Ring wieder zur Stelle zu schaffen, während das Sparkassen, buch und ein zweiter Ring noch fehlen. Nach allen jetzt bekannt gewordenen Umständen ist mit Sicherheit zu sagen, baß Jeß aus Scham über ei um Fehltritt in den Tod gegangen ist. Irgendwelche Vorgänge Ort der Schule, sowie der Ausfall der Zensur haben mit der ganzen Afsäre nichts zu tun, denn die Zensuren wurden erst am Dientag verteilt, während J»ß be. vcits am Montagabend sich von feinen Eltern «ntfernt hat. Es liegt hier wohl der Fall vor, daß ein geistig über fein« Jahre entwickelter 17jähriger junger Menfch, dessen Gefühlsleben vollkommen seinem Alter entsprach und der in der elterlichen Familie streng gehalten wurde, bei einem Schritt vom Weg« gestrauchelt ist, und daß dann die Ernüchterung so mächtig auf den jungen Menschen einwirkte, daß er in seiner Scham den Weg zum elterlichen Haufe nicht mehr zurückfand, sondern nach verzweifeltem Herumtieiben sich da« Leben nahm. Der öfter zttierte Freund, der Sohn eines füdamerikanischen Offiziers, der früher in deutschen Dienste» gestanden hat, hat sich an dem Abend des Abenteuers bald entfernt und kehrte am Dienstag in die Schul« zurück. Zeß, der feinen Weg allein gtag, hat auch die Tat allein ausgefuhrt. Ans der Heimat * Kitten, 3. Jan. Stuf die beiden Vorstellungen des morgigen Sonntags im hiesigen Sladttheater sei besonders Hinz«, wiesen, da sie zwei „Schlager" des gegenwärtigen Reporloiers bringen, nämlich nachmittags dir G fangsposie „Fiimzar-ber" und abends den Schwank „Die spanische Fliege". Di« sortwäh- rendcn Wrederl-olun.jen dieser beiden Stücke sprech'n im über- zeugenostrn sür den Erfolg und Zugkraft. Aus Starkenbnrg. * Darmstadt, 3. Je». Der Urheber d-s tätlichen Unglücks- fall.s in der Liebf-aueistraß« hier, welchem der 26 Jahre all« Buchhalter Peter Dör.am zum Opfer si.l, ist noch nicht ermittelt. Gestern vormittag sar.d eine gerichtliche Augenschein, nähme statt, der auch der Oberstaatsanwalt Dr. Schrvarz bei- . wohnte. ' Weiter« Anhalts» :!!:- für einen bestimmten Täler haben sich hierbei »ich! erg bei,. Schon feit Jahren ist der N-ujahrstrubel gerade in der fragt ch:n Gegend besonders stark. Aus de» meisten Fenstern erschallte,, N-ujahrsruf« d.r Nachbarn. Ueberall war Feuerwerk, j„ allen Ecke» und Enden kracht: cs. Das den Tod Dötsirms verursach',rde Geschoß muß aus einer alten Rciterpistole oder einem anderen Vorderlader abgegeben worden sein, denn in dem Zimmer an desf.n Fenster sich der tätliche Voisall ereignet,, fand man drei ziemlich große Bleibrecken, die jedenfalls in dem Sacj der iotbrirgcnden Was,'« fest e-luzestcßen wai.-n, jede „füll: . um einen starten Knall hervorzubringen. Die gestern r.sfir.it kj siattschabte g:eicht- t'. ch- £ ieichrufchau -g'.b, daß der Tod i M ,ch eines der Geschasie, w: l.l»:. - an der Siirnsttte ,» d -» Ko-. , g:sru„,jrn ist und am Sink. toiif wieder kr.auskai». veii -.sr: ward.'. Au de» drei G-fchos Kücken fanden sich starte B ulse doch l an,, Pies auch c arwus zmückzusührcu sein, daß ! d.-r starte Blutverlust große Blutlachen im Ziiv.n-er verursach !e, in welchem di; Blei. stücke 1 Eigen. An einem der Bleisiüäe i t.fa.r-en sich auch Haare. Bo» r :.r Fensterbank aus, auf welcher Dar,am n.ed:rsauk, br- finden sich der ganzen Wand cnilaug bis zum Fußsteig stark« Blubsp uren. In der halben Höhe der Fensters auf der linlen Seit« von der Straße aus gesehen, bst durch eines der Geschosse die Ecke etwa 6 Zontimeier stark h: rau-gebrochen und ' >, man an, dag der Schnst van der-linke» östlichen Seit« kann Das Geschoß fanii nur wagrecht geflogen sein. Dadurch lam der schief östlich gegenüber in Liebsrauenstraßc 1l2 wohnende Schneider P. Heß in Verdacht, der mit seinem Ressen, dom Hilfsschaffner Heiß, in seiner Wohnung in gleicher Stoäw..:-' höhe Sylvester feierte. Da beide am vorige-,, Reüjah. -- ' geschossen haben, fiel auf sie der erste V-rdachi und erfolg:- durch ihre Festnahin«. Au- , dem bei Heiß varg:!»»d-n. voioer, der vorgestern »achter»,iiielt wurde, ist aber an:: „enh in der fraglichen Nacht kein Schuß abgegeben worbe: auch sein Neffe besaß in dieser Nacht keinen Revolver : . streiken beide entschieden geschossen z» haben. Da sich weitere Verdachtsmoment« gegen beide acht eigar»', , : sie gestern abend nach ihrer Borsllhriuig und Vcrnehluaz >" dem Amtsgericht wieder auf freien Fuß gesetzt. D:.> Ermil- lungen werden mit Eisei sorigesctzt, Rülselsheim o. M. 3. Jan. Wegen Verletzung de? geheimnisies wurde die Ehefrau Schneider g b Arndt vo:. :. vom Schöffengericht Groß-Gerau in ein« Geldstrafe ro» genommen. Die Frau hatte ihrer Neugierde hie Zstx. ;>1 Ron lasten und einen von dem Kreisamt Groß-Geran o : Bürgermeisterei Dornhrfm gerichi-ten Brief erbreche» ,,'d - ' lesen. Aufruf. Wie mir von einem früheren Partcifrern'd gesch:!ebe» wird, ist Dr. Böcke! krank und arm gclvcrden. Ei beschäftigt sich mit schriftstellerischer Arbeit und hat manches gute Buch: „Die Napdleancr", jb« deutsche Wald im dent scheu Lied" »nd andere inehr IjerauSßcgctien alle getragen von vaterländischem Geiste. Das letzte Werk bekitclt sieb „Seele,rland" und ich kann allen Bücherfreunden war,:: enipfehlcn, sich da? Buch sende» zu lassen, znnial I>r. Dock. , dadurch unterstützt wird. Ich habe die Sache ander? ange- ' saßt, indem ich bei Parteifreunden eine Sammlung veran- staitet habe, die den Betrag von 32,10 J( ergab. Es ist doä- Tatsache, daß >>r. Böcke! es war, der in unserem Hessenland die Bauern aufrütteltc ans ihrer Gleichgültigkeit auf pol, tische,» Gebiete und ihm ist c§ vor allem zu verdanken, daß nnt den Bauernstimmen nicht mehr alle Parteien Fangball spielen können. Wenn er sogar seinen cigcntliären Berns a!-i Bibliothekar an der »niversität Marburg anfgeben mußt-, so niiissen wir dies umso inehr würdigen, da seine ganze Arbeit den Bauern, dem Volke, gegolten hat! Nun ist er krank und arm geworden, hinter ihm steht keine Pension. Vermögen konnte er nicht erwerben. Es wäre doch beschämend, wenn wir Bauern die Leute hungern und verkommen ließen, die uns die besten Jahre ihres Lebens geopfert, die sich in den Dienst des Baiicrntnms gestellt und in, Kampfe unverdient Schiffbrnch erlitten haben. Soll die alte Hessentrcue einem Manne gegenüber zu Sckfanden werden, der wie kein Anderer, es verstand, das Gefühl der Znsanimengehörigkeit auch in unserem Berufe zu wecken: niemalsI Soviel müssen wir können, dnß wir einem Mann der sein Leid nicht an die große Glocke hängt, eine klein» Weihnachlsfreude bereiten können. W ö l f e r s h e i m , 20. Dez. 1013. Wilhelm Dorsch, LandtagSabgeordneter. Nachschrift. Der Verlag der „Neuen Tageszeit»,m" tf. kiern bereit, Spenden zu diesem Zwecke anznnchmen. Wer direkt senden will, der richte seine Sendung an Dr. Otto Böckel in Michendorf Mark) Potsdamerstraße 6. Ich sage es Ihnen immer wieder: Sie müssen genau auf das geschlossene Pa-et mit Bild und Namenszug des Pfarr-'vs Kneipp achten. Nur dann erhalten Oc echten Kathreiners Malzkaffee. S- Sie vorsichtig: Es gibt täuschend äh, • Packunaen