Alt ,,s.«tic , kl chklnr ,eden Weitlag. Regelmäßig« Beilagen „9(r |au(r an» Helle»", „Hie Kp-nnltotie". tleiugaprei»: «e> den Polln,platten oier-elmorua, unt. 1,85 bei den Agenten monailich SO Pia. f-iniu tritt tzoslgeduhr oder Träger,ohn. An,eigen: Lruntneile 20 Psg„ iolale 15 Ptg, Aineig'n von aurwäns werden durh t>o,Nachnahme erhoben ttifiiUungsott Friedberg. SchrMIeitoag und Herlag Fricdberg (hesieni, Hanaueritraße 12. Fern precher 48. Posticheck.Lonlo Nr 4859, 91ml Frankfurt a. Ul. Hfbcrftdit. — Fürstbischof Kardinal l>r. v. Kopp, der an einer bluten Magenverstimmung erkrankt war, ist fast völlig wieder genesen. — Ten Angehörigen des Infanterie-Regiment» Rr. 99 tu« Zaber,, wurde» aus allen Teilen Deutschlands Liebesgabe» in (iielb und anderen Geschenken übermittelt. Tie Geldgeschenke belaufen sich aus über 3000 M, die unter die Zoldate» verteilt werden. — Wie die „Daily Mail" nietbet, wird König Christian von Dänemark von Kopenhagen aus mit der Königin, wohr- idKinlicf) auf dem nenerbautcn Riejenpassagierdampscr König Friedrich VIII. eine Reife nach den dänisch-westindischen Inseln antrelen. — Tie „Mona Lisa" ist gestern wieder glücklich in Pari« kingrtrossen. Sie traf um 3 Uhr 15 Minuten Berliner Zeit morgens aus Mailand rin. Das Bild wurde von amt» I ch-r Seite als mit dein der geraubten „Mona Lisa" identisch erklärt. — Tie Testa,nentcasiäre dcö verstorbene» Kardinals Rampolla ist seht i» eine Phase getreten. Die Polizei hat die Angelegenheit deS verschwundenen oder entwendeten Testamentes der Slaatsanwaltschast übergeben. — Amtlichen Mitteilungen zu folge ist nunmehr den Handrlsschjssen die Einfahrt durch die Dardanellen bis nach Tschndalscha frei gcgcbrn, doch wird der 'Jlat erteilt, mit der Linfahrt nock, einige Tage zu Ivarlen, weil noch nicht alle Creminen beseitigt sind. — Die bulgarische Sobranja ist gestern Vormittag durch den König niit einer Thronrede eröffnet worden. — Im Prozess gegen den Pfarrer Schmidt in Rewhork, der bekanntlich seine Braut Anna Anmüller ermordet hat, sonnte kern endgültiges Ergebnis erzielt werben. Die Eie. tmrtfn ftft ©TTlrtfJPTT, oljltc T)nf5 ctni* CTTTTIVfüiiU über den Geisteszustand des Angeklagten erzielt worden wäre. Ter Prozeß werde infolge dessen annulliert werden und ein neues Verfahren gegen Schmidt beginnen. — Die mexikanische Polizei verhaftete zwei Personen, die verdächtig sind, ein Komplott gegen Huerta angczettelt zu haben, das am Nenjahrstage zur Aussllhrung gebracht werden sollte. — Mexikanische Revolutionäre sprengten ans der Jntercosanibahn, 170 Meilen östlich von der Stadt Meriko, einen Zug mit Truppen in die Lust und schnitten die Tele- graphcn Verbindungen mit der Stadt Mexiko ab. Einzelbeiten sind unbekannt. Eine Jlchr!'»» »drr1-Erir»i»er»iilfl. Im Verlag von Gg. Wigand z» Leipzig ist eine Reihe den Büchern erschienen, die sich „Aus vergilbten Perganien- tui" betitelt. Die Bücher behandeln ohne Ausnahme Erinnerungen ans der Franznsenzeit und von Deutschlands Er- , chung vor hundert Jahren. Beim Lesen des „Tagebuches nes Freiwilligen", in dem alle Kriegserlebnisse aus deut- , ein und französischem Boden bis zur Einnahme von Paris ' schildert sind, wurden wir unwillkürlich an die Vorgänge in Zobern gemahnt. Ter Freiwillige, ein junger Pfarrer, ee'logt bitter die übergroße Rücksichtnahme, die man bei der - l oberung von Paris, aus die verwöhnten Bewohner der e-auptstadt Frankreickfs genommen und die zur Folge batte, daß die deutschen Soldaten unter allerlei Spott der Pariser zu leiden hatten. Doch geben wir dem einstigen Freiheitskämpfer selbst das Wort: „Dabei sollte der Soldat mit den Franzosen böslich und manierlich umgehen, LebenL- irl zeigen und den bösen Ruf zn Schanden macken, als seien die Deutschen Klötze. Er sollte Edelmut da beweisen, wo ihm das Laster nnd eine empörende Selbstsucht entgegentrat, und um Verzeihung bitten, daß er es wage, sie zu belästigen. Man sah uns recht deutlich an, daß uns das Gefühl des Siegers noch ganz ne» war und uns daher preßte und schnürte. Wir konnten uns in das neue Verhältnis zn Fiankrcich noch gar nicht finden, von dem wir Befehle anzu- „rhmen gewohnt waren. . . . Anders muß der Franzolc genommen werden, als es von uns geschah. Mit Ernst und Bestimmtheit, Kraft und Festigkeit richtet man viel bei ihn, aus, mit halben Maßregeln, Schüchternheit und Blödigkeit ni i erbebt sich ein tobendes Gelächter. Der Soldot springt auf nnd rennt den einen dieser Spötter annenblicklich mit dem Bajonett nieder und alle find soateick' still und niemand ver- zieht eine Miene. So will der Pariser behandelt sein. Soweit der Freiwillige von 1813. Es scheint, ols verstäuben sich die Teutleben uaA 100 Fahren immer noch nicht in der Rolle de? Siegers. Linslilche A,raciidiicks"o!i1ik. Die rnssischc Politik befifM sich wieder einmal, trotzdem unverkennbare panllawistische Sfröinungen nach wie vor andauern, im Stadinni einer gewissen Konzentration, die fast einen allgemeinen El-arokt-r hat. Dazu träat b"i. daß die Zersplitterung d"r L>"irob!sten. die ans die Rcichsdnnig eine starke vermittelnde Einwirkung hatten, auch dos B!>d der inneren Zerrissenheit beeinträchtiote. Man versucht zwar die Neuaestaltuna d»r Derbästnisse der Reichsduma zn überwachen, o^er man hält es nicht für geboten, mit einiger Reserve dem Kommenden entgegen zn seben. So Hot man znm Beilviel für den polnischen Anteil Rnßlonds eine gewisse Selbstverwglfung nnd das Recht einer polnischen Amtssprache innerhalb derselben durchsetzen wollen, ein Plan, der ziemlich ungeschickt war und auch bald endgültig erledigt sein dürste. Während es in Finntend nach wie nar unrnbig ist und eine weit verzweigte volitische Errealheit sich >» Livland und Kurland z-'-t. während in der Mongetei die van Rußland mit vieler Miibe ae'aperten Monaolenstirsten anls neue sich zu einem laten .stiisammenaebe,, mit Gbina cinrich. ten. während schließlich die ganze Bolton- nnd die russische Kteingii-nvalitir sich nach dem Dreibund bin ar!»nl!ert. macht sich die vaslavistiich- Tend-nz doch nach wie vor in dem Ginndoedonken 8er russisch"» Augenbsickspoliiik kweit. Dazu aeßert vor ov",n die nach wie vor mis großer Ilgaeniers. beit betriebene Sviau.age Ruk-'ands an seinen Grenzen, wie si" ans den großen österreichisch"» Affären so z»r Ge»-"oo bekennt ist s"rn»r die verzweifele Arbeit, überall wo slawische Zunae kl-not, zuote-cki russavbite Eerrschasto-aenen zu schatten, wann ist Rußland stets bew'ibt. sich selbst van an- deren Mächte» streng ohz»sondern. während es andererseits Es ist klar, daß eine derartige Pelitjk g»f eine R"!be van Erlolge», ja g»i Eriolge ilberhai-vt, nickt rechnen kann. In Hilten Tga-n schweben nun ouch zwischen De--ischl»»d »nd Rußland Verbandlnngen. die unter Metern Gesichtswjgfes s-llen hg N-e-lond „nabsgsüg für die Erlaubnis des Fluaes Massiiiews über Deutschland arbeiles. gbue daß es den hent- sck"n Flieger» und Lustlabrzeuge» ähnlich» Bergünstiaunaen ncstgsien w-ll: es wird ans deutsche Luitiahrzeuge nach wie Var von den Grenzfolock-n scharf geschallen. Gleichzeitig wird mit mehr interner Zähigkeit die Auseinandersetzung der fseinastgsischen Frage betrieben. Rußkand ließ geae» die Wirksamkeit der deutschen Milttörmsssion in Stemb-l olle Minen snringe» und sucht nun offenbar, hg ihm Me L-ll-mg dcs türkisch-n Problems nicht van statten ai»a D""tichland i» eine versteckte scheinbare Aiilleilungsvolitik hin"!uzu- z-'ehen. um he» Einkreisu»gsgedausen miss ne-e >» beteben. Dies dürste schwerlich gelingen wnn inan grade im aeae». wnrttgen Auaenblick !» Teuttchland gegen Souderwünsche Mp-M. Avkrlki trhmiches von -kr |Ifild)yrfi5fnqurtf. Tie liberale Fleischnotpresie gesollt sich im allgemeinen in der falichen Torstellunq, als ob die langen Beratungen der Fleisck>enouete.Kommis!ion ausgcgangen wären wie das Hornberger Schießen, trotzdem ober veriuckt man einzeln- für Händler- und städtische Interessen verwendbare Rosinen aus dem angeblich mißratene» Kuchen herauSzu'laiibrii. So berichtet z. B. die „Freisinnige Zeitung", der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Freiherr von Wangenheim, habe in der Konimission erklären müssen: „Was aber ferner aus der Sack>e hervorgeht, ist doch ganz klar das, daß der Viehhändler mit außerordentlich großen und riskanten Schwantnngc» z» rechnen hat, und daß er deshalb gezwungen sein wird mit einer starken Risikoprämie zu rechnen, um nicht, wie es diese Aus. stellung zeigt, stets zusetzen z» müssen." TnS Fortschrittsblatt meint nun weiter, dieses notge- drungene Zugeständnis „des obersten BündlerS" werde der agrarischen Presse sehr uiiaiigcnehm sein, da sie nun nicht mehr, wie bisher, den Zwischenhandel für die Fgleischteue- rung verantwortlich machen dürste. Daß die „regulären Viehhändler" mit großen Preis- schwankunge» aus den Märkten und häufigen Verlusten zu rechnen halten, daS ist nie von einem Agrarier bestritten worden. Es >var »nS nur zu wohl bekannt, daß diese Hand- lei bestrebt sein mußten, mit einer starken Risikoprämie jii rechnen, »nd deshalb bei günstiger Marktlage entsprechend bohe Gewinne einznkassieren, wenn sie im Durchschnitt sü> ihre zurzeit unentbehrliche Vermittelungstätigkeit einen an- gemessene» Lohii cinheimscn tvolllen. DaS muß ihnen im ollgenieineii dach Wohl gelungeii sei», denn ohne Pralil. nur mit Verlusten, raucht nicht nur kein Schornstein, sondern hon- delt mich kein Händler. Diese bei den zurzeit so unsicheren, schwankende» Absatzverhältnissen aus den großen V'."hmäikten notwendige hohe Risilopräniie war es eben, die ohne Verschulden der „regulären Händler" verteuernd auf die Fleilch- Preise einwirken mußte. Deshalb sind von agiaritcher Seite ja auch schon Versuckre gemacht, durch bessere, gleichmäßigere Verteilung des DichangebotS aus die verschiedenen Märkte lLichzentrale) diese für alle Beteiligten schiidlicken großen Preisschwankungen von einem Markttage zum andere» ber- al>zuminder», um so ohne Sckraden kür den legitiiiien Zwisck>enhandel eine Ermäßigung der hohen Risikovrnm'e zn ermöglichen. Wenn diese agrarischen Bestrebiingen iioch keinen größeren Erfolg gehabt haben. Io liegt dos besonders a» dem geringen Entgegenkoinmen von der anderen Seite Sehr verick>ärtt wurde übrigens da« kostspielige Risikc der Viehhändler noch durch die übermäßig hohen Unkosten für überständiges Vieh aus den städtischen Viebhösen. die weit mehr preisverteuernd wirkten als die Schlachtholge- bllhren. Gegen diese „regulären" Viehhändler haben die Agrarier den Vorwiirf übermäßiger Preisverteuerung nicht erhoben, foubern nur gegen den irregulären, überflüssigen Zwischenhandel, der so viele Stück Vieh schon durch zwei oder drei Hände gehen läßt, ehe sie in Besitz dcS regulären Händlers gelangen. Ausfallend war eS, daß man in den absprechenden Kritiken der Linkenpresse über die Fleilchenquete-Kommission die interessanten Mitteilungen des Herrn Stadtrats Berndl über die Erfahrungen mit der ausländischen Fleischeinsuhr te wenig berücksichtigt. Freilich sehr erfreulich niag es diesen lauten Rutern nach Auslandssleisch nickt geklnnaen haben, wenn ihr Stadtrat etwa folgendes berichten mußte: „Sicher ist aber, daß keine allgemeine und leine nachhaltige Wirkung überhaupt erzielt worden ist. Ter Großhandel in Berlin ist durch diese Einfuhr nur unwesentlich beeinflußt, der Kleinhandel erheblicher nur in unmittelbarer Nähe der Verkaufsstellen (des Auslands- sleischesl, sür alle übrigen Teile der Stadt ist die Einfuhr ohne jeden Einfluß auf die Preisaestaltung geblieben. Sämtliche diesbezüglichcn optimistisck>en Erwartungen haben sich nicht erfüllt." Noch lehrreicher war die Erklärung des Vertreters von Berlin-Wilmersdorf: „Als Berlin im April ds. Js. nicht genügend russische Schweine erhalten konnte, Hot man in Wilmersdorf der Fleischhalle den Ankauf inländischer Schweine gestattet, dieses inländisckie Schweinesleisch konnte zu denselben Preisen verkauft werden, wie das russische." Gleichzeitig ist jetzt die Kostenrechnung für das dema- kratisch-sreinnnige Experiment mit der Einfuhr ausländischen Fleisches zur Ausschaltung der deutschen Produzenten bekannt geworden. Sie beläuft sich aus 150 000 Mark, den die Großberliner dafür zuzablen müssen, daß sie Gelegenheit hatten, russisches Fleisch zu Preisen zu erproben, für die -fl in Wilmersdorf auch solches deutsches Ursprungs erhalten konnten. Nun, die reichen Großberliner Steuerzahler können ja schon so eine Bagatelle von 150 000 Mark daran wenden, um ihrer Mißgunst den deutschen Viehzüchtern — (das sind doch aber überwiegend Bamrn!) gegenüber einmal tatsäch- lichen Eindruck zu geben. An allzu häufiger Wiederku lung solcher Erperimente wird ihnen aber doch wohl nichts ae legen sein. TagesülrerNcht. Dentlches Ueläk- :: Zuritckzichimg »« d'»tsch«n Besatznngstenpp-!, •*> Norbchina. Aus Diioater fluelle erfährt tez Korreloondcnl bcs j. fl«. 1 ,3>eiUp Telegraph". dah Deutschland und dl« Bereinigten Staaten dem russischen Beispiel folgen und die Truppen aus Nordchina zurückziehen würden, mit Ausnahme der Konsular- wachen. Was die übrigen Mächte betrifft, so werden Frankreich und Japan ihre Kontingent« zurückziehen. wenn England nttt gutem Beispiel vorangeht. Zn britischen militärischen Kreisen in Tientsin glaubt man. dah ein britisches Regiment und die kleinen internaiionalen Eisenbrhngarnisonen auf der Strecke Peking Schanhaikuan in den nächsten Monaten zurückgezogen werden dürsten. :: Die Einigung zwischen Berzte» und Krankenkassen. Der Durchführung der zwischen den Aerzten und den Krankenkassen getroffenen Abkommens waren, soweit die Ortskiankenkassen in Betracht kommen, b-zügl. dr Handhabung der u-bergangr- bestimmungen Schwierigkeiten erwachsen, die den Staatssekretär des Innern. Staatsminister Dr. Delbrück, veranlaßt haben, sich vorgestern zur Verhandlung mit den Beteiligten gemeinschaftlich mit dem Dekan der Berliner Medizinischen Fakultät, Geh. Mcdizinalrat Dr. Pasiow nach Leipzig begebrn. Das Ergebnis ist. daß nunmehr auf der Grundlage des Berliner Ab- die Eruwdzüg« der Verständigung endgültig fest, stehen Di« näheren Vereinbarungen werden schon in den nach st«n Tag-N durch weitere Verhandlungen angebahnt werden, ZU "rren Vertreter der beteiligten Verbände wi«der in Berlin zu- sammentroetn werden. Eine Verzögerung in der Durchführung tritt nicht ein, da seitens der Aerzteorganisationen die erfor- derlickvn Weisungen an ihr« örtlichen Organisationen gegeben werben. :: Keine Truft-Zioaretten. Da; bayerische Kriegsministe- simn hat angeordnet, daß in den ihm unterstehenden Osfiziers- kastnos. Kantinen usw. kein« Trust-Zigaretten (Batschari, asmatzi. Josettt. Adler, Sulina usw.) geführt werden dürfen. >offen wir, daß das königlich preußische Ministerium recht bald .iefem Beginne» Nachfolgen werde. Frankreich. r: Ein Sylocsterscherz de; Main". Einen guten Syl- »kftersch.'iz hat sich der M„atin" mit dem Magistrat« der Stadt Pari» erlabt. Das Budget der Stadt Pari» war bi» vor. gestern noch nicht angenommen. Das Gesetz verlangt aber, baß es mindestens bis zum 31. Dezember nachts 12 Uhr vom Magistrat genehmigt sein muh. Es fand infolgedessen vor- gestern ein« Nachtsitzung des Pariser Magistrat, statt. Da jedoch »orauszuf«h«n war, dah dir Debatte sich sehr in die Länge ziehe» würde, so hat der «Matin" einm Gerichtsvollzieher de- ruftragt, brr Sitzung beizuwohnen und festzuftellen. wann di« Abstimmung über das Budget «rfolg«,, würde. Tatsächlich erfolgt« di« Abstimmung «rst 10 Minuten nach ir Uhr. «lso I« Minuten nach der «orgeschrsebenen Zeit. Der Gerichtsvollzieher nahm darüber «in Protokoll auf. und es hängt jetzt von dem guten Willen de» „Matin" ab, vi« Abstimmung de» Magist. rat» für ungesetzlich und mithin sür ungültig zu erklären. Der ..Matin" versichert jedoch, dah er von feinem Rechte keinen Gebrauch machen werde, um sich nicht gleich am 1. Januar mit der Stadl Part» zu Überwerfen. Rumänl r: Eine Stiftung de» König» Earost Wie das Blatt ..Szara" meldet, hat der kürzlich verstorbene Verwalter der Kran-Domänen. Kalind-ru. während seiner ganzen Berwal- .'erzeit. nämlich durch volle 3V Zahre, di« Annahme seines Gehaltes verweigert. Der König Hot daher verfügt, dah dieses Geld, welches samt d:n Zinsen und Zinfeszinfen nunmehr 3 Millionen beträgt, zu einer Ststtung für Studenten der Uni. verfität Jassy verwendet wird. Diese Stiftung wird den Ra- nrM «Johann Kalinderu-Stistung" tragen Vom Balkan. t: Die Krisi» In Belgrad. In Belgrader politischen Kreisen erklärt man. dah sich ein« ernste politische Krise vorbereite, fall» es nicht gelingt die beiden radikalen Palleten zu einem Ausgleich zu bringen, wofür sich Ministerpräsident Paschitfch energtsch einstzt. Pafchitsch selbst wird aus keinen Fall in ein reue, Ministerium eintreten. Am 30. Dezember fand unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Pafchitsch ein Ministerrat statt; sie Mehrheit der Minister vertrat die Anschauung, dah neuer, nngs «in Kabinett aus Mitgliedern d:r altradikalen Partei mit Ausschlph der Jungraditrlen gebidet werden müsse. Da» neu« Ministerium hält« di« Aufgabe, nach Auflösung der Skupt- schina Neuwahlen auszuschreiben. :: Die Beilegung der Streit» um die Milftärmission. Es wird jetzt auch in Petersburg zugegeben, dah Rußland in der Frag« der deutschen Militärmission keinen Schritt mehr unternimmt. der Fall also erledigt ist. Die ..Rowoj« Wremja" erklärt die Nachgiebigkeit d:r russischen Deplomati« durch den Wunsch Sasonows. dem Reichskanzler v. Bethmann.Hollweg. besten Stellung hier für erschüttert gilt, kein» weiteren Schwierigkeiten zu bereiten. Die russische Diplomatie besüicht«. dah »er Rücktritt de» Herrn v. Botlnnann-HoNw:g leicht einen abenteuerlustigen Kanzler an» Ruder bringen könne, durch welchen den gutnachbarlichen freundschaftlichen Beziehungen zwi. schen Rußland und Deutschland Gefahr droh«. t: Italienisch« Zurückweisung des griechischen Protestes. Di« Drohung Griechenlands, es werd« die Räumung von Ept- rus bis Mr Lösung der Jnselsroge hinausschieben, wird von der Abendpreste in Rom mehr oder minder temperamentvoll kommentiert. Es wird durchweg der Staichpunkt vertreten, dah Griechenland hierdurch die Beschlüsse der Londoner Kon-- sirenz verletzen würde, auf denen der Drervonb unbedingt beharren werbe. Er würbe die Ber.uickung der Jnjeljrage mir der Räumung von Epirus keinesfalls zulasi, Japan. :: Berurteilung japanischer Berschwörer. Wir die „Daily Marl" aus Tokio meldet, haben die japanischen Gerichte wei. ler« 13 Personen zmn Tod« verurteilt, die unter der Anklage standen, ein« Verschwörung gegen die japanische Herrschaft aus Formosa angezettelt zu haben. Die Untersuchung ergab, dah chinrsische Revolutionär« di« Hand im Spiele hatten mit der Absicht, während d«r allgemeine» Anarchie auf Formosa zu rauben uud zu plündern. «ezik.. t: John Sirt verlieh Beoa Cruz an Bord de» Bui>d«skreu- 51«»« Tageszeitung. Freitag. »«" !. Januar 1911. zerr ..Ehester", um mit dem Prästdenen Wilson eine Konferenz abzubalten. Es fleht ziemlich fest, daß auch Bryan an dieser Konferenz teilnehmen wird. Von derselben erwartet man wichtige Entscheidungen. Auch der Martneminister Daniel erklärte. dah diese Konferenz von großer Wichtigkeit sei, Schnerstinm ,md Unwetter. ' Dem Schneefall ist am letzten Tage des alten Jahres eine strenge Kälte gefolgt, die sich in der Sylvesternacht bis auf 10 Grad in unserer Heimat gesteigert hat. Aus anderen Gegenden werden noch strengere Frostgrade gemldet. So wird aus Kassel und aus dem Lahntal ein Frost von 15 Grad gemeldet. In de» Vogesen und dem Schwarzwald ist das Thermometer sogar bis ans 16 Grad gefallen. Am ersten Tage des neuen Jahres herrschte bei starkem Frost das schönste Winterwetter. Hell schien die Sonne auf die von einem weihen Tuch bedeckte Landschaft, überall glitzerte und funkelte cs wie von Millionen Krystalle. Lange Jahre hatten wir so einen prächtigen Wintertag nicht gehabt. In der Nacht aber wich die Kälte wieder etwas und heute früh schneit es von neuem. Im Schnecsturm nmgekommen Bingen, 2. Jan. Der Lehrer Aron von Hottenbach ist !m Schneestnrni umgekommen. Er hatte am Sonntag einen Gang nach Schnuren unterironnnen und war auf dem Nachhausewege in hohen Schnee gekommen. Infolge von Erschöpfung erfror er. Seine Leiche win de gestern gefunden. Ein'Zug im Schnee stecken geblieben. Halle n. S., 2. Jan. Der Personenzng, der um 12 Uhr nachts in Ouerfurt cintreffen soll, ist in der Nähe von Quer- surt im Schnee stecken geblieben. Die Fahrgäste muhten die Nacht im Zuge verbringen und konnten erst gestern früh im Schlitten nach Ouerfurt befördert werden. Ebenso er- ging es den Fahrgästen der fahrplanmähig nachts um 2 Uhr und 7y 2 Uhr morgens eintreffende» Personenzüge. Die Strecke Ouerfurt—Obcr-Röblingen ist für den Verkehr teilweise, die Strecke Ouerfurt—Mücheln völlig gestört. Das Unwetter in Pommern. Stettin, 2. Jan. Infolge des Hochwassers in den Stettiner Odervororten, das einen enorinen Umfang angenommen, muhte die Feuerwehr vielfach helfend elngreifen. Auf dem Petrolemnhof im Freihafen wurde eine männliche Leiche angeschwemmt. Es steht noch nicht fest, ob eS sich um rin Verbrechen oder um ein Opfer des Hochwassers bandelt. Im Stettiner Hafen sind grohe Znckervorräte durch das in die Lagerkeller eindringendr Wasser vernichtet worden. — Der Telegraphen, und Telephonverkehr mit den pommerschen fotoie Cf tfoa&aE>ntoor?ofjr auf iv»r ^nfoT WiflPrt lind von und nach Rügen, ruht noch immer. Aus Hiddensee wird Hochwasser gemeldet und aus Pntbu? konimt die Nachricht. dah fast alle Badeorte der Insel Rügen Schäden an Promenaden und Wegcanlagen erlitten haben. Der Trajekt- verkehr von Saßnitz nach Trclleborg konnte aufrecht erhalten werden. Schneesturm in Neapsst Rom, 2. Jan. Wie ans Neapel gemeldet wird, sind äußerst heftige Schnecstlli'ine über die Stadt Neapel hinweggegangen. Auch die Umgegend von Neapel hat hart unter di-in Schneefall zu leiden. Der Desuv bildet das seltene und einzigartige Schauspiel eines Berges. Ueber den Gluten, die aus dem Berge sprühen, ist eine dicke Schneewolke gebreitet. Eine große Anzahl von Fremden hat sich nach Neapel begeben, um sich das herrliche und zugleich furchtbar an- mutende Naturschaiispicl anzusehen. Wettersturz in Spanien. Madrid, 2. Jan. Ein ganz plötzlicher und ungewöhnlicher Wettersturz hat sich in Spanien unliebsam bemerkbar gemacht. Ans ganz Spanien kommen Nachrichten über eine nnherordentlich strenge Kalte und andauernden Schneefall. In der Provinz Asturien ist der Eisenbahnverkehr dnrch den dichten Schnee fast vollständig unterbrochen. In Oviedo wurde ein prächtiges Naturschauspiel beobachtet. Dort ging während des wilden Schneetreibens ein starkes, ziemlich lang anhaltendes Gewitter nieder. Der Blitz schlug in eine Fabrik rin und brachte sie zum Einstürze. Unter den Trümmern deS in sich znsammenstürzend'n Gebäudes wurden einige Arbeiter begraben. Ob Verluste an Menschenleben z» beklagen, »nd wie groß die Anzahl der hierbei Verletzten ist. konnte bisher noch nicht fcstgestellt werden. In Madrid selbst sank die Temperatur bis aus 6 Grad unter Null. Die Bevölkerung, die in Wohnungen befindlich sind, wclck>e wegen des sonst in Spanien herrschenden Klimas sehr leicht gebaut sind, und sür die Külte gänzlich ungeeignet erscheinen, bat sehr unter der Kälte zu leiden. Die traditionellen Neujahrsfestlichkeiten, die auf der Pucrta del Sol, einem Karneval ähnlich demjenigen in Nizza, nbgebalten werden, konnten größtenteils nicht stattjindcn. Der Verkehr nach diesem Ort ist fast vollständig unterbrochen. Unwetter auf Eorsica. Marseille, 2. Jan. Wie von Eorsica gemeldet wird, berrscht dort seit zwei Tagen ein furchtbares Schneetreiben. Der Zugverkehr auf der Insel ist zun» Stocken gebracht und alle Verbindungen sind unterbrochen. In Ajaccio und auf der Bahnstrecke nach Berlin liegt durchschnittlich eine Schneedecke von 42 Zentimeter. Ans der fichimt. * Obst- und Gartriibnuvercin Friebberg>Fa»erbnch. Die Monatsverfammlung sür den Januar wird eine in cin- tcckx-m Rahmen gehaltene F e st i i b u n g werden. Dieselbe findet am Donnerstag, den 8. Jannar, abends 8s/> Uhr im Saale des Hotel Trapp statt. Durch besondere Unytände nnlhte die Versammlung aus den Donnerstag gelegt werden. Zur Erhöhung der feierlichen Stimmung wird Musik beitrogen. Den Vortrag bat ein Friedberger Herr über- »ommen, derselbe wird über das Thema- „Weihnachten im Garten" sprechen. Im Laufe der Sitzung findet die Ueber- reichuna der Ebreahtvlome an di« Freunde des Btumen- — __ Seite i schmuckes statt. Eine grohe Blumen-, Pflanzen- und Geräte- Verlosung, welche für die Mitglieder des Vereins gratis ist. wird die Versammlung schlichen. Alle unsere Freunde, Mit- glieder ftcs Vereins und solche, die es werden wollen sind ccngeladen. Kinder unter 15 Jahren haben keinen Zutritt Es wird noch bemerkt, dah Glas-Bier, wie auf allen Ver- summlungen, ausgeschenkt wird. * Friedberg, 2. Jan. (Eingesandt.) Die Neujahr s n a ch t ist dieses Mal äußerst ruhig verlaufen In den äußeren Straßen der Stadt werkte nian kaum, daß das neu Jahr eingetreten war, kann, dah hier und da ein benga- lijches Feuer aufflammte oder ein harmloser Frosch losge- lassen wurde. Auch in der inneren Stadt war es dieses Mal merkwürdig ruhig und kaum ein besonderes Leben zu verspüren. Zu begrühen ist es jedenfalls, daß dieses Jahr von der Neujahrsichieherei nichts zu bemerken war. Eine Ucbrr- rafchung hat Herr Schutzmann Kaiser den Sylvesterseiernden gebracht. Wenn Jeniand nämlich des Glaubens war. dah die Polizeistunde, auf deren Einhaltung im Gegensatz zu allen Dörfern des Kreises in der Kreishauptstadt seitens der Polizei streng gesehen wurde, seit dem Einzug unserer Garnison weitherziger gchandhabt werde, so wurde il,m dieser Glaube in der Sylvesternacht durch Herrn Schutzmann Kaiser jähe zerstört, der in einer Reihe von Wirtschaften die gemiit- lich Feiernden dar» erinnte, dah wir in Friedberg nur so lange beisammen bleiben dürfen, bis es die hohe Polizei diildet. Es wäre wirklich an der Zeit, dah mit dieser Bevor- inundung und dem veralteten Zopf ein Ende gemacht würde, mit dem übrigens gerade das Gegenteil erreicht wird. Die Erfahrung hat nämlich gelehrt, daß dort, wo die Polizeistunde aufgehoben wurde, die Gäste früher heimgehen, als es früher der Fall gewesen war. * Vortragslursus für praktische Landwirt« in Darmstadt. Di« hessische tandw. Zeitschrift macht darauf aufmerksam. dah in d:m Stundenplan für den fraglichen Kursus insofern ein« Aenderung eingetreten ist. dah Here Prosessor Dr. Krämer in Hohenheim seinen Vortrag über „die Ziele in der Rindvieh- zucht" schön Dienstag, den 6. Januar von 11.40 bis 1 Uhr hält, während Herr Prosessor Dr. Pohl« in Frankfurt das Thema: „Die neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb in der Landwirtschaft" am Donnerstag, den 8. Januar von 11.30 bis 1 Uhr behandelt. Der Kursus dürft« recht zahlreich besucht werden. * Niedkr-Rosbach, 2. Jan. Am Mittwoch Morgen machte der etwa 40 Johre alte Maurer Heinrich Dieter seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Derselbe war ein völlig unbescholtener, fleißiger Mann und lebte schon über 10 Jahre als Wittwer. Wnbrlckx-inlich bat Lebensüberdruß den Bedauerns» vierten zu dieser unglückseligen Tat veranlaßt. — Die neue Gemeinderatswahl wird am Freitag, den 9. Januar, statt- finden. * Bildest 2. Jan. Im nahen Harheim trat gestern der 91f. rtg« Genielndeschafhirt Kaspar Schäfer in den Ruhestand. — Nahezu 80 Jahre, seit seinem letzten Schuljahr, hat der greift Hirt sein«, Amtes gewaltet, bi» ihn jetzt das hohe Alte« zun Niederlegen des Hirtenftabes zwang. * Echzell, 2. Jan. Ein schöiies Weihnachtsgeschenk »nachte das Reichspostamt unserer Bevölkerung und zwar hauptsächlich der gewerbetreibende» dadurch, dah es die Absicht, unser Postamt in eine Agentur zu verwandeln ansgab »nd uns unser Postaint läßt. Nächst dem einmütigen Zusammenstehen der diesigen Einwohnerschaft, haben wir das gute Resultat den Bemühungen unseres hochverehrten Reichstagsabgeordneten L>r. Werner zu verdanken. * Inheiden, 2. Jan. In unserer Nr. 304 des vergangenen Jahres brachten wir eine Mitteilung bctr.: Die Epar» nnd Darlehnskasse zu Inheiden. Der Vorstand der Kasse bitten uns, zu berichtigen, daß der Verlust von 7000 M nicht durch eine Revision festgestellt wurde, denn der Vorstand uni AufsichtSrat sind über die Zustande innerhalb ihrer geschäftlichen Angelegenheiten so gut orientiert, dah sie nicht erst durch einen Revisor auf die Vermögenslage der Kasse hingewiesen werden müssen. Der Verlust ergibt sich daraus, dah die Leitung der Sparkasse die Forderung an die G« riossenschastsabnk in Darmstadt bis auf eine Mark abg« schrieben hat, um nicht unsichere Werte in die Bilanz ein- stellen zu müssen. Durch die GesckMsanteile der Genossen und die vorhandenen Reserven wird der Verlust völlig ge- deckt. Es ist daher unrichtig, dah pro Mitglied 30 Jl abzuschreiben seien, oder „sofort bezahlt werden" mühten, denn es ist bis jetzt über die Höhe der Abschreibung noch keine Eingabe gemacht worden. * Gießen, 2. Jan. Dieser Tage brach!« eia Dauer au. Roh. heim an der Bieber auf seinem mir 2 Kühen bespannten Wagen ein fettes Schwein in den städtischen Schlachthos, wo wegen der Essenszeit gerade kein Beamter bereit war. Es reg. nete. dem Bauer» dauerten ftine Kühe, kurz entschlossen öff- nele er ein?» zusiillig leeren Stall, bracht« jetn« Schwein« da» rin unter, spannte sein« beiden Vogelsbeiger au» und zog sie ebenfalls unter Dach und Fach Z» der nächsten Wirtschaft traf der Bauer den Metzger, der da» Schwein erhandelt hatte und beide begaben sich nach dem Schlachthos, wo im Stall dir Uebergab« de, selten Tiere, statffand. Darrms schickte fich de Bauer an. sein« Kühe wieder «inzusponnen. um heimzusahren Da erjchi n aber »er Hallenmetster auf der Viidsloche und et klärte dem erschreckt dreinschauenden Rodheimer, dah nach der hessischen Bestilnnnungen zur Abwehr der Seuchengesah, Klauenvieh. welche» einen hessischen Schlachthos betritt, dieser lebend nicht wieder verlassen dürfe, es seien noch diesen Bo stimmungen di« beiden wertvollen Kühe dem Tod« durch da, Schlachtbeil versallen. Dem Bauer traten di« Tränen in di« Augen, «r jammert« uud wehklagte, dah es »inen Stein er. weichen konnte. Der Beamte des Schlachthos«, veffprach. nichts unoersucht zu lassen, was di« Tiere vom Tod« rette« könne, er erklärte, er müsse nach dem Buchstaben d«» Gesetzes handeln. Da, telegrophsich angeruftne Kreisoeterinäranrt verfügt«, daj «ine Fuhwajchung mit Lysol an den Kühe» oorzunehmen sei. Dann tonne der Bauer mit de« Kühen «jede, beiwsahren. stt»»e Sagetjmni**. gTttttf, »<»>. 3«m« l»l£ Seit. • ** : t ____ Mit großer Eil« IroHn W« KSHe Wd^rirn ja. «l, ob sk uafcten, welche! uonatlichen Lehrgang erwachsen« Frauen durch theo- reische und praktische Unterweisung ZN tüchtig geschult-:» und gereisten Arbeitskräften für den sozialen D «njt irn Staat, der ürmeinde und der privaten Körperschaften h.rongebildet werden. — Di« ursprüngliche Annahme, bah der Soldat Bernhard vchwalbach au, Furcht vor einem zu späten Eintressen in For- »ach seine! Leben ein Ende macht«, trifft nach einem später »ingegangenen Brise de» Unglüliche» an sein« Eltern nicht za. Zn dem Briese schildert der jung« Mann di« Mißhandlungen, die «r beim Militär, dem 17«. Infanterie-Regimen« in For- bach. rrtttten hat. Man habe ihn g.gen den Leib getreten, daß er in, Lazarett mußte; aber an, Furcht vor Straf« habe er nicht, gemeldet. Sern« Kameraden müßten dt« ihm angetane» Mißhandlungen beschwören können. Ern Mensch von Charakter könne sich dergleich-n nicht bieten lassen, da sei doch dar Zuchthau, noch desser. Hoffentlich nimmt dt« Miliiäibelüjrd« ouf Grund dieftr schweren Beschuldigungen «in« streng« Untersuchung de» Falle, vor. • Frankfurt «. M„ r. Jan. In der vorvergongenen Nacht wurde im Evlvestertrubel einem jungen Mann« di« link« Hand durch einen Schutz total zerschmettert. — Beim Rodeln zog sich «in 15jährige» Mädchen auf der Enckenheinrerftrah« einen Beinbruch zu; ferner erlitt am Mainkat «in Schlosser beim Rodeln eln« schwere Kehirnerschütterung. * Rödelheim, 2. Jan. Sehr wenig dankbar erwies sich dieser Tage eine Franksurter Herrschaft gegen einen Bahnwärter der Cronbcraer D.ibn Di» Se-rüboiten ««rieten »>>» ihrem Automobil in einen Straßengraben, aus dem der Wagen erst nach zlveistündiger Arbeit seitens de» Bahnwärter» gezogen werden konnte. Dafür erhielt der wackere Mann, nachdem er auch noch das Petroleum für die Auto- lampen geliefert hatte, bare 50 — fünfzig — Pfennige in di« Hand gedrückt. Hrsten-Rostaa. * Die Obsternte an» de, an deu Bezirksstratzen i» Rasta, stehenden Obstbäumen >» Jahr« 1913. Schon vor über hundert Jahren — man schrieb da, Jahr 181! — trat dle Herzogltch. -astautsch- Regierung für di« Bepflanzung der Bizinalwog« Mil Obstbäumen «in und nach kurzer Zeit konnte sie ihr besondere, Wohlgefallen über di« sehr befriedigenden Resultat« deu einzelnen Aemtern und Gmemden aussprechen. Die Be- zirksoerwaltung. die Nachfolgerin der einstigen nastauischen Regierung, ist in di« Fußstapsen derselben getreten und hat ihr blonderes Augenerk aus di« sachgemäß« und sachnersiän. dlge Behandlung dieser Anpflanzungen gerichtet. Daß st« die» lat. bew-ls! vor allem der diesjährige Ertrag dieser Plantagen, denn di« 28380 Obstbäume, die an den Bezrrksstraßen de, Regierungsbezirk, Wiesbaden gepflanzt sind und deren weitaus größte Zahl erst in den ersten Jahren ihrer Ertrag,lähcgleit steht, t rächt, n, trotzdem 1913 sür den Obstbau ein Fehljahr war, wie der amtliche Bericht der Landwirtschastslanuncr aus« drücll ch betont, ein« Einnahme von 18 498.03 Mark, gegen 13 606 Mark de» Borjahres. Im einzelnen zeigt »ie Ernle sotgcnd«, Bild. Im Bezirk de» Landcsbauami, Wiesbaden be. lrugen die Einnahmen 21.60 Mark. Im Landesbauamisbezirk Jdsirin wurden 8920^8 Mark erlöst. Hier fiehi an der Spitze di« Wegen,« stieret Riederbrcchen mit 3318.10 Mark; ihr folgen Camberg mit 1949,10 Mark urr» Schmitten mit 263.(10 li(. Der Erlös im Landesdauomtsbezirt Diez stellte sich aus Marl 4898.50, davon «ntsallen aus die Wogemeisterei Limburg MI. 1712,90, auf die in Weilmünster Mt. 1897,40, auf di« in Katzenelnbogen 860 Mark. Der Londesbauamtsbeizrk Dillen, burg konnte 3120 Marl aus dem Obst der Straßen vereinnahmen. Hiervon kamen ei» in der Wegemeisteret Gladenbach M. I314st!0 in Biedenkopf 1011 Sif., in Hertorn 891.70 Mark. Da» Obst an den Clraßen im Landesbauamisbezirk Frantjurt brach:« 882210 Marl Erlös, davon entfallen auf die W gemei- sterei Bad Homburg allein 409 Mark, während Höchst 143,10 Mart erlöste. Da, Landcsbauamt Oberlahnftetn hat!« 1388.10 Marl Erlös. 836.40 Mark entsallen davon aus die Wegemei sterei Ems, 340.60 Mart auf die in 2t. Eoarshauftn und MI. 267.90 auf di« in Holzhausen. Der Erlös aus dem Obst im Landesbauamt Marrenberg konnte mit 22.80 Mark verbucht verdrn. Der Erlös wurde in der Hauplfach« au, dem Ertrag »er Acpfcl, Birnen und Kirschen «rziett. Letzter« sind jedoch rur ln den Landesbauamlsbezrrke, Wiesbaden, Idstein, Diez, killenburg, Frankfurt a M und Oberlohnslein avgepslauzt. Man ght nunmehr auch daran, «n geeigneten Eiellen Rutz- däum« anzupsanzen. Borlüusig konnten im Jahr« 1913 au» dics r Frucht nur 1 Mark erlöst loerden und zwar tan Rüsten, di« in d«r Wegemeisteret Cronberg t. T. gewachsen stnh. Wei. ter sind bei dies«, Statistik Zwetschen berücksichtig«, bi« ta den Landesdauamtsbezirke» Diez, Dillenburg. Oberlahnstei» un» Marirnbcrg. insgesamt 80.40 Mark Erlös brachte«. Hinzutritt «in Erlös von 27.20 Mark «IS dem Berkas von süßen Ebev- eschen. di« an Straßen der Landesbauämter Idstein. Mont« baur und Oberlahnstein »nzntresfen sind. * t- Hunseu. 2. Jan In Fotge ber schweren Schneemosten stürzten im hiesigen Wald an der Chaussee von Usingen nach Merzhausen mehre« Baute durch die Las« um und versperrtem den Fahrweg. Di« zwischen Usingen und Reh a. W. verkeh- «nd« Post konnte die Stelle nicht passieren. * Usingen, 2. Jan. In dem Konkursverfahren über das Vermögen de» Hermann Botz stehen 50.34 .* zwecks Per- tcilung zur Verfügung. Beriicksickstigt werden 8033 ,H gleichberechtigter Forderungen. * jr. Rirderlnuke» 2. Jan. In diesen Tagen wird unser hochoerehrtrr Herr lic. lheol. Peter aus ein« Amtswirksamleil von 10 Jahren in unserem Kirchspiel zurückschauea. Zum Zeichen ihrer Verehrung und Dankbarkeit überreicht«, die Frauen Niederlaulens tut« tastbar« Altardecke mit Kaichet bette,duug Hit di« Kirche — Im Distrikt „Kammerforst" erfolgt« dir Einweihung de» Wandervogel Landheims. Bon all.n Seiten zogen sie heran, die Wandervögel; von Werlburg. Frankfurt, Wiesbaden, Darmstabt, (stieße, sand man die Buden und Made!» in bunten Scharen in dem gemütlichen Heim. Etwa 70 Wandervögel wann bei ber Feier zugegen * %. Brandobernhoes, 2. Jan. Di« Stell« ein«, Kreiswcge. Wärter», mit dem Sitz Brondaberndorf, Ist in Folge Ablebens des seitherigen Inhabers zu besetzen. Tagelohn 3 Mark, Mel. düng an Landrot Dr Beckmann Usingen. * Au, dem Taunus, 2. Jan. Di« Bemühungen der Behörden und der Obstbauverein«. die Obstdaumzucht zu einem Se- meingut der Bevölkerung zu machen, haben seit der letzte« Obstbaumzählurvz 1900 überraschende Erfolg« gehabt Es zcigt sich dies am deutlichsten in den Ergebniston »US den Krei. sen Oberlar,rrus und Höchst Im Kreise Obertaunus stieg die Zahl der Obstbäum« feit 1910 von 248 262 um 84 082 aus 330 314 Stück, also um 33 X Prozent; il Kreis« Höchst von 143 620 Stück auf 203 878, b. I. eine Zunahme um rund 80 Prozent. Auffallend ist beim Kreise Höchst, daß in der Stadt Höchst selbst sich di« Zahl der Obstbäum« von 9738 auf 7493 verringert. Berschi«den« Gemeinden, wie Hattersheim, Kriftel und Soden, haben die Anzahl ihrer Obstbäum« um mehr als >00 Prozent vermehrt. Zwelsellos reichen di« amtlich ermittelten Ziffern nicht an die wiikllchen Zahlen heran, da zahlreiche Züchter Infolge der unausrottbaren Steuarfurcht meistens niedrigere Am- gaben inachten. Vom Feldberg, 2 Jan. Ein« hohe überall gleichmäßige Schneedecke, die bis in das Vorland des Taunus relcht«. ein klarer kalter Frosttag und eine wundervolle Fernsicht schufen für gestern tue Vorbedingungen zu einem Winlersporttag allerersten Ranger im Gebirge. Schon am frühen Morgen setzt« an den Endstationen aller noch dem Taunus führenden Bahnen eine wahre DSlkerwanderung ein, di« um Mittag einen nnivaT^m, 30 OOO TtODKl, Schne:fchuhläufer und Fußgänger dürsten nach Schätzungen gestern mindesten, im Hochtaunus g«wefen fein. Bus dem Feldberg war ein Berkehr wir er selbst an Sommertagen nicht beobachtet wurde, sodaß d>« drei Gasthäuser oft außer Stand« waren, der Risenandranges Herr zu werden. Aus dem Gipfel von dem sich den ganz»« Tag über eine wunderbare Fernsicht ' bol. herrschte «in« durchschnittliche Temperatur von acht Trab Kälte. 2B:i*n auch di« Berghänge und Wog« den üblichen Mas. senbetrieb von Rodlern und Schneefchuläusrrn aufwiesen, so kamen >«ur zwei nennenswerte Unfälle vor. Aus der Rodel, bahn von Falkenstein nach Cronberg stürzten in einer Kurv« mehrere zusamm- noekoppelte Schlitten um. Hierbei trugen «in junges Mädchen und ein Schüler aus Frankfurt schwere Beinbrüche davon. Beiden Verunglückten wurde im Falkensteiner Offiziersgenefu ngrhoim die erste Hilfe zuteil. Di« Cronberger Dahn bcsörderte am Abend dl« Heimkehrend n unter den bclanntrn t chnischen Schwierigkeiten zurück, wobei auch am Cronberger Bahnhof di« üblichen „Si-urnrszooen" auf die Züge nicht fohlten. * Reuen Hain i. L., 2 Jan. Durch drn zunehmenden Tou. ristenverkohr in ter hiesigen lstemartung hat di« Jagd völlig an Wort verloren. Bei der letzten Treibjagd wurden nur 23 Hasen und 2 Rehe erlegt. Infolgedessen haben die bisherigen Jagdpächter die Jagd gekündigt. 8 Bieber, 2. Jan. Der durch sein« wertvollen Mineraliensammlungen weithin bclannte Steiger Johann Eisler feiert« mit sein-r Gattin das goldene Hochzeiks'.'ft. Dem Jubelpaar wurde di« Ehejubiläumsmedaillr verliehe». Aus Etarkcnburg. * Osfcnbach, 2. Jan. An? einem eigenartigcn (strundr derübto eia lOjähriger Lehrling einen Selbstrnordl'ersrrch. Er brachte sich in dar sttähe der Kaserne der Maschineagewel>r- asiteilung einen Schutz in die rechte Schläfe bei. Er wurde bald auf.zefuudon und in des Krankenheu» eingcliefert. All Motiv gab er an. er habe — furchtbare Zahnschmerzen gehabt und sich darum töten wolle». * Dudenhofen, 31. Dez. Eine wüste Messerstecherei tpicltc sich hier nach einer Ehristbaiimvcrlosung ab. Mehrere Burschen gerieten eines Mädären-- wegcn auf der Straße in Streit, und nach berühmten Mustern, griff inan kurzerhand zum Messer. Ei» Arzt mutzte die Verletzten in Behandlung nehmen. * Oberrodcu, 2. Jan. Hier verunglückte der Landwirt Ph. Beckmann beim Ordnen seiner Futtervorräte. Er war gerade damit beschäftigt, de» nötigen Henvorrat auf seinem Boden zurecht zu legen, wobei er das Uebergewicht bekam und nur mit einem Arme sich noch halten konnte. Dabei verletzte er sich derart, dah er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. * Darmstadt, 2. Jan. In Kreisen vmi Kunstliebhabern erregt die Taffacke Auffehen, daß einzelne kstegenltänbe der srhr werwolle» japonisclien Sammlung, seine ächte Elseu- keinschnitzercin usw., die s. Zt. Professor Scriba au» Tokio dem Landesinuseum scheute, nunmehr wieder in Privatbesitz ausgetaucht sind. Man hört allerdings, daß die bei verschiedenen Händlern befindlichen Schnitzereien usw. von Seiten de» Lavdesmuseiun» gegen «ine sehr gute und wertvoll« Madonna eingetauscht worden sei» soll, immerhin steht aber zu befürchten, daß andere Kunstfreunde, weiche ihre Kunst- schätze in der Absicht deren daurender Erhaltung dem Lan- - - » ... - - — ;---: v i j — dekmnsenm übergeben, ängstlich und vorsichtig werden, im Falle sie befürchten müsien, datz ihre Stiftungen auf dies« Art wieder sorlgegcben werden. * Darmstadt, 2. Jan. Ein bedauerliches Opfer de» Neujabrschictzen» wurde gestern Nacht kurz nach 12 Uhr. nach Eintritt des neuen Jahres, der 26 Jahr« alte, bci der bekannten Firma E. Merck dahier beschäftigte Buchhalter Peter Dörsam dahier. Er war am Abend vergnügt mit seiner Fra» und deren Schwester in seiner Wohnung Liebsrauenslrasie zusammen und batte man fröhlich Sylvester gefeiert. Po» Zeit zu Zeit sah man aus dem Fenster der zwei Trepven hoch gelegene» Wohnung auf die Straße, um da» dort tosende lebhafte Treiben, Knallen der Fenerwerkskörpcr niw. zu beobachten. Auch nach dem lstlockenlliuten war der Trubel wieder lebhafter geworden und Dörsam begab sich wieder nach dem Fenster, sein» Frau neben ihm, als plötzlich nach einem lauten Knall Dörsam »eben seiner Fra» zusamme»- sank. AI» man ihn aufhob. fand man eine blutende Wunde an der Stirn und er konute iiur noch röcheln. Ein Schuß von außen inutzte ihn getroffen haben. Man brachte deu schwer Verletzten sofort in das städtische Kronkenhau». wo er nach etwa 2Vat lveiter« Belastungspunkte vorerst nicht. Der Gelötete hintcrlätzt Frau und ein Kind von zwei Jahren. Aus Rheinhestru. * Mainz. 2. Jan. Einen ganz neuen Gaunertrik ver- suchte ein fremder Mensch während der Weihnachtsseiertage in unserer Gegend. Der Gauner zog von Wirtschaft zu Wirtschaft, wo er sich als „Wellreisender zu Fuß" ausgnb. dec nur von milden Gaben lebe und so die Welt ohne Geld durch wandern wolle. Er veranstaltete denn auch allenthalbc« Sammlungen, die leider oft reckst erairbig ausgefallen sind. Wie sich jetzt herausgeslcllt hat. handelt es sich bei der ganze» Sache um einen groben Sckstvindel. Der Gauner, für dessen Ergreifung eine Belohnung von 300 -stk ausgesetzt ist, bat namentiich auch die Gemeinde Flörsheim gründlich abge- klopst. (Vor dem Unfug ist polizeilicherseits bereits des öfteren gewarnt worden.) Aufruf. Wie mir von einem früheren Parteifreund geschrieben wird, ist vr. Bocket krank und arm gcwoiden. Er beschäftigt sich mit schriftstellerischer Arbeit und hat manche» gute Buch: „Die Napolcaner", „Der deutsche Wald im deutschen Lied" und andere mehr berausgegeben alle getragen von vaterländischem Geiste. Da» letzte Werk betitelt sich „Scclenland" und ich kann allen Bücherfreunden warm empfehsen, sich da? Buch senden zu lasten, zumal k>r. Böckel dadurch unterstützt wird. Ich habe die Sache ander» ange- satzt, indem ich bei Parteifreunden eine Sammlung veranstaltet habe, die deu Betrag von 32.10 JC ergab. Es ist doch Tatsack,«, datz Nr. Böckel es war. der in unserem Hesscnlaud die Bauern aufrüttelte an» ihrer Gleichgültigkeit auf politischem Gebiete und ihm ist es vor allein zu verdanken, daß mit den Bauernstimmen nicht mehr alle Parteien Fangball spielen können. Wenn er sogar seinen cigentliche» Beruf als Bibliothekar an der Universität Marburg ausoeben mutzte, jo müssen wir dies umso mehr würdigen, da seine ganze Arbeit den Bauern, dem Volke, gegolten batl Nun ist er krank und arm geworden, hinter ihm steht keine Penfinn. Vermögen konnte er nicht erwerben. Es wäre doch beschämend, wenn wir Bauern die Leute hungern und verkomme» liehen, die uns die besten Jahr« ihres Lebens geopfert, die sich in den Dienst des Bauerntun,s gestellt und im Kampfe unverdient Schisfbruch erlitten haben. Soll die alte tzessentreue einem Manne gegenüber zu Schande» werden, der wie kein Anderer, es verstand, das Gcsübl bei Zusammengehörigkeit auch in unserem Berufe zu wecken: niemals! Soviel müssen wir können, daß wir einem Mann, dcr sein Leid nicht an die große Glocke hängt, eine kleine Weihnackstssreude bereiten können. W ö l f e r » h e i m . 20. Dez. 1913. Wilhelm Dorsch, LandtagSabgeordneter. Nachschrift. Der Verlag der „Neuen Tageszeitung" ist gern bereit, Spenden zu diesem Zwecke anzunehmen. Wer direkt senden will, der richte seine Sendung an l>r. Otto Böckel in Michendorf Mark) Potsdomerstroße 6. Penestr nnd vralilnachrichlcn. Znsammeustißr auf dem Balkan. Athen, 2 Jan. Zusammenstöße zwischen Griechen und Albanesen gaben nach Meldungen aus Janina in den letzten Tagen i» Nord-Epirn» stattgefundcu. Eine zahlreiche Bande .»tamedanischer Albanesen aus Argnrokastro und Drlvino versuchten einen Angriff aus Tcpileui. Tic Angreifer wurden nach dreislündigeni hcsiigen Kancpse von dcr sogenannten heilige» Schar zurückgeschlagen. Franksurter Wrlterberickst. veraussaz«: Meist trüb, zeitweise Tchn-efälle, Nachtfrost. t» 9 »über milder; westlich- iJBnfce. Verantwortlich s. d Cchrlftleftunp: Otto H i r l ch e l. Fnkdl-erg: für den Anzeigenteil: Karl Schmi dt. Friedbecg l. H Druck Berta, ». „Reue» T-g-s^itun»" A NS , Fiiedbei, > H Nr- » Neue Tageszeitung, yeettag, Ben 2. Januar 1914 Seite 1 lehlnn^I Achtung! = Mein Räumungsverkaui = beginnt morgen den 3. Januar Heinrich. Drehes, Friedberg, Kaiserstrasse. BV Während den Ausverkaufs ist mein Geschäft Sonntags von 11—L Uhr geöffnet, "m Holzverstrigermig. SHontog, Len 5. Januar 1914, vormittags 10 Uhr anfon-enb, fommi im ßouetbadict Cemeindcwald Distr. Fiizhard, Obernberg und Eichberg zur Versteigerung: ^ 12 Kiesern-Stämme 6,95 Jsttn., davon 9 Stück von 29 - 38 cm Durchmesser, zu Schnittholz geeignet. 16? Fichten-Siämme 30,00 Fstm. von 12—33 cm Durchmesser und 10 — 22 Meter Länge. 2598 Fichten-Dcibstangen 141,65 Fstm. ,u Sparren, Schalter- und Leiterbäume geeignet. 985 Fichten-Reisstangen 16,54 Fstm. meistens zu Leiteibäumen geeignet. Zusammenkunft am Disttilt Obernberg an der Lehmgrube. Berner» wird noch, das, die Stämme und Siangen ■'« Stunde von Ziegenberz entsernt liege» una auch nach Ziegenberg adgesahrcn veiden tonnen. Faueruach o. d. H., den 29. Dez. 1913. Er. Lürgermeisterei Fauerbach v. d Höhe. __fflödd._ Ortsgemerdeverein CchreU. Sonntag, Len 4. Januar, nachmittags 3 Uhr findet im Saale es Herrn Eastwirt Jung dahier ein Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Kaufmann Eie en statt ädert tnali tin fioiibrortkfr bkiw. Witsfllkb ritirr KkiiosskN- |r!,a|t iibrr ftinc ilrdjlrn tinb Wihlrn mit nnkr|djränhlrr ob» öcjchräliliikr fiefiung wiisen." Da dieser Vortrag von ganz be'onderem Jnterefie ist. Io werden alle MttgUeder und Jntcressen.en höflichst eingeladen, auch Nichttnilgtieder find wiütommeu. _ 3er PorKaud. Ein Vergnügen ist's sagt Jungser Iosesme, Zu putzen die Lchuh mit Mm. Fabrikant: Rud. Starcke in Melle. Jafctlschulie, garantiert wasserdicht nälitärsticfcJ, genau nach Vorschrift Arhcitcrscliulic in allen Preislagen ^asHascEicn, grösste Auswahl B.auac «i< iot $clial'tstiefel Schuhhaus Heinrich Hess Telefon 420. Friedltcrjä; Knisersir. 40. illtitllrt’ä eigener Aroc» I»,t JpUilU» V Earantie. 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Missei, Wagenbauer Frie brrg i. f). sstjegen Ansgaoe des Veliicbs > Zughund, 1 yiilchliarren, 1 Wild,kühler (500 Liter sti nsl.) sowie ca. 60 gebrauchte u. neue Milchkannen zu v ilausen bei 2. I. Betzel, Hoffe m i. T. Ein guies Arbeitspferd unter zwei d e Wahl, wegen Au°- gode des Ichwcicn Fuhrwerks pieiswcrt zu verlausen? Gg. Ludw. Jak. Zeipp, Rieder- osdach. irifdjinrlhrubc bcniL.f Ztnh mit Slintiftidiuifi!: zu verlaufen. R. Schattbach, Nieder-Floi'ctadr. Beilage zur „Neuen Tageszeitung. 44 Nr. 1 Freitag, den 2. Januar 1914. 7. Iaifrgung Gedenktage. 2. Januar. 1740 Muth. Slaudius geb. — 1777 Ehr. Dav. Rauch. Bildhauer flcb. — 1861 König Friedr. Wilhelm IV gest. — Wilhelm l. Thronbesteigung. — 1871 Kapitulation von Meijedre». — 1905 Uebergab« von Port Arthur. SanrrnregeUt. I a n it a t. ■ oaiiuat warm, daß Gott erbarm Biel Schnee, viel Heu, aber tvenia Kor», Ist der Jänner nah. Bleibt leer dar Faß. Strahlt Neujahr im Souneusche!». Wird dar Jahr wohl fruchtbar lein, Ist Dreikönig hell und klar. Gib» viel Wein im Jahr. Bringt St. Vinzenz Sonnenschein. Bringt er auch viel Korn und Wein. Friedliche Nederrednng. Ein Melodrama in einem Akt - -* , Einer englisihe» Zeitung entnehmen wir den nachfolgen- d. II, in Nkbcischung wiedergegebenen Artikel, der sich mit der l-ekäitiften, iill englischen Trade IlitloN-Geseh erlaubten „liiedlichen lleberredung" lvaeeetul Persuasion) bei Arbeit?- srieitigkeitcn besaht und zeigen soll, wie derartige friedliche liebe, redungeu meist aussallen, wenn der Arbeitswillige sich weigert, die Arbeit zu verlassen. Der Artikel dürfte gerade >l t. wo der vermehrte Schutz der Arbeitswilligen von allen enen gefordert wird, die im praktischen Leben sieben und nicht gewohnt sind, alle? durch die Brille de? Katbedersozia- li?rm>? zu betrachten, des Interesse? sicher sein ) Ttriont rt : Ein Arbeiterführer: 14 Gewerkschaftler, ein WltiifewiHifli-r ober, »«>!<- sie US» t>en a>en>eeksastöf>ihrkr, begleitet von den Gewerk- sclxisilcrn.) Gewerkschaftsführer: „Dies" — zeigt mit dem Finger aus eine Tür — „ist da? Hans. Jungen?," D i e G c w e r k I ch a s t l e r (im Ebor): „Gut." Gewerkschaftsführer: „Also wobl verstanden. Immens. bah mir keine Klage» kommen, Sprecht euch mit unserem Freunde aus. so lange ihr wollt, aber haltet cur» Händc i» Ruhe und ebenso eure Filße, Schmidt, der hier wohnt, hat in eiiieni seliwacl>en Augenblick die Musterrolle eine» Dampfers zu 80 .V monatlich gezeichnet, >i-ahrend die Gewerkschaft in de» Streik getreten ist, um 00 durchzudrücken. Ueberzcugt ihn von der Niederträchtigkeit seine» Borgehen» und »rrliert nicht zu viel Zeit dabei, denn das Schill toll heute nbelid noch abgeben. Aber vergebt nicht, dasi wein ledtr? Warf gewesen ft)- keine Geivalllättokeit _ — D i e Gewerkschaftler (init einem verständnisinnigen Augcnblinzeln): „Ja, ja, wir verstehen schon." (Der Gcwerkschastssiihrer verläßt die Szene. Der kräftigste Gewerkschaftler nähert sich der Tür und schlägt mit geballten Fausten dagegen. Die Tür wird von der Frau des Arbeitswilligen geöffnet.) Erster Gewerkschaftler (verbindlich):. ..Guten Tag. Madam. Ist Ichr Mann zu Hause?" Frau (blickt mißtrauisch von einem zmn andern)': „Ja, er ist zu Hause, aber Sie können ihn nicht sprechen, denn —" E, G, (unterbrechend): „Aber, Madam. Sie brauchen doch keine Furcht zu haben. Es sind nur ein paar Freund« von ihm, die ihm Lebewohl sagen wollen," Frau (versucht die Tür zu schließen): „Er hat jetzt keine Zeit, er —" E, G, (steckt seinen Fuß zwischen di« Tür): „Unsinn, Madam! Wir werden ihn nicht länger aufhalten als vielleicht eine Minute oder zwei. Schicken Sie ihn nur heraus, Madam: es wurde Ihnen doch jedenfalls nicht recht sein, wenn wir alle hineinkommen wollten," (Die Frau verschwindet, und wenige Sekunden später tritt der Arbeitswillige aus dem Hause, Er wird sofort von den Gewerkschaftlern umringt, die ihn mit einen, mehr oder weniger freundschaftlichen Grinsen betrachten.) E, G.: „Seht ihr wobl, Jnngens, da ist unser alter Freund Schmidt endlich. Nun, Scklmidt, alter Junge, wie gcht's Dir denn?" Arbeitswilliger: „Was wollt Ihr von mir?" E, G: „Nur ein paar Minute» Plauderei in aller Freiiudschaft, alter Freund. Wir haben gehört, daß Du diesen Morgen für die „Jeuny" z» Al , ff augemustert hast." A,: „Nun, und wenn schon?" E, G. (sreundschaftsich): .Aber bast Du denn nicht gewußt. das, die Gewerkschaft 00 ,¥ verlangt?" A.: „Was habe ich damit z» tun? Ich gehöre nicht z» der Gewerkschaft." E, G: „Da? ist eben Dein llnglück, Freundchen, Aber trotzdem. Tu wirst doch nicht »ns arilien Seeleuten da? Brot vom Munde wegnehmen, nicht wahr?" A : „Ich bin selbst Seemann, und wir baben in den letzten fünf Wochen infolge dlesrs verdaimnten Streik? wenig gcnllg Brot im Hause gehabt. jiun bin irfi's oder iihw • e. rn.: „xu »ältest eben sckson früher in die Gewerkschaft eintreten nliisien. dann hättest Du jetzt die Unterstützung." A,: „Ich bin'» itu aber iiirfrt, und ich laerde deswegen auch beute abclld an Bord gehen." E, G, ibiickt ihn bedeutungsvoll au): „Tu niachst Dir U-ol,l mir einen Scherz mit uns?" A,: „Nein, gewiß nicht." E. G. (siebt ihm drohend in die Augen): „Sicher tirst D» das." A.: „Berdalliiut noch mal: gewiß gehe ich heute abend an Bord. Wen» es E>-ch »iclit paßt, dann kann ich es nicht ändern." E. G. (über die Schultern zu de,, übrige» Gewertichift- leru): „Kommt näher. Junge» -." (Zu dem Arbeit willigen): „Laß sehen, Sckiundi, oller Fremid, ich bei-fo doch, tx'ß Tu in, Jrrtiuu bist. Du wirst heule abend jedenfalls nicht au Bcrd gehe». Ich will einen Taler dagegen wetten," A, (spöttisch): „So, willst Du wirklich?" (!. W. (stößt ilm mit der Schulter an): „Ja. da? will ich," Zlocilcr G, (gibt ihm eine» Stoß von der anderen Seite): „Ich auch," _ _ A,: „Laßt das nach, sonst rufe ich einen Schutzmann." Dritter G. (tritt ihm aus die Hacken): „Hör mal. Schmidt, warum, zmn Teufel, trittst Du mir den» mij Jiie Füße? Kannst Du Dich denn nicht norsehcn?" Vierter G. (tritt ihm aus die Zehen): „Abe, Schmidt, Du Tölpel, warum stolperst Tu den» gegen mich? A. (blickt verzweifelt im Kreise bcnini): „Unterlaßt da- oder ich zeuge Euch bei Gericht an." E. G. (überredend): „Hast Tu denn noch iuinier niä» Deine Meinung geändert, daß Du heute abei-d in See gebe-, willst?" A. (hitzig): „Nein, das habe ich nicht. Ich will nicht ve>- bungern, bloß Euch zu Gefallen. Laßt mich jetzt geben oder ich rufe um Hilfe." lEr stolpert über ei» ausgestrecktes Bein lind fällt auf die Erde.) E. G. (tritt ihm versehentlich in die Rippen): „Tut jbm nichts, Jungeus, tut ihm nichts. Vergebt nickst, daß wir ilui nur freundschaftlich überreden wollen." Zweiter G. (stößt unabsichtlich mit de,» Fuß gege, den Kopf des Liegenden): „Ja, ja, John, wir haben da» nicht vergessen." Dritter G. (stolpert und fallt mit de» Knien aus Schmidt): „Um Gottes willen, ich hoffe, ich habe dem armen Kerl keinen Schaden getan!" E. G.: „Laßt doch mal sehen, wie cs unserem Freunde Schmidt nm, geht. Ich hoffe, er ist jetzt vernünftig gewor- den." (Er beugt sich zu den. Bewußtlosen herunter.) „Weiß der Teufcl, er rührt sich ja überhaupt nicht. Er scheint in Okmmacht gefallen zu sein, ans Aergcr darüber, daß er mm doch nicht zur See gehen konnte. Das Beste ist jedenfalls, >vir lassen ihn ruhig liegen. Seine Frau wird ihn schon bereinholen. Wir brauchen dann wenigstens auf unnütze Fragen nicht zu antworten." lAlle ab. mit Ausuabme von Schmidt, der halb tot auf dem Boden liege» bleibt.) Ilnzttrcchtnsfiiljifle llebeltiiler. Von Dr. Hans Liest«. Leipzig Vor Monaten hört« ich einen Vortrag über Irrenpfleg«. Der Professor schilderte dl« einzelnen Krankheiisbilder und iöh-s- d»»o der Zuhörerschaft verschieden« ihm zu Brobach, tungszivecken überwiesen« Kranke vor Teilweise schienen c» Derslelbungrkllnstler. di« ihr« Untaten ossenbor lieber in vorübergehendem Ansialtsaaifenthall. -lr hinter Zuchthaus, mauern verbüßen wollten. Ander« wieder verrieien weder durch ihr Aussehen noch auch bei der mit ihnen begonnenen Unterhaltung irgend welche Spuren gesiürter läeistestätigbit. Unter d-osen sie-I mir besonders rin Slraßenbahnlschasfner auf. der mit vollkommener Ruhe und »sonnenhell Rede und Antwort stand. Und doch halte er die Tat, derentwegen er hier war und von der er behauptet«, sie unter dem zwingenden Einfluß höherer Mächte vollsührt zu haken, sonder Zweifel lediglich zufolge geistiger Trübung v-rübt. Davon zeugt« schon ihr« Zweck, und §innlosigk«it. Alz Straßenbahnivagen- führ«r war «r nämlich unerwartet und ohne jedweden «rtenn- baren Anlaß mitten auf der Fahrstrecke stehen geblieben, hatte ben Kurbelgriff in der Hand, wutschnaubend einig« große Spiegestcheiben Kümmert und ivar dann »nter heftig:, ibegonwehr auf die Wache gebracht worden, Don dort tonnt« er, schnell beruhigt, wenig« Stunden daraus erlassen werden, Sein- r Erzählung nach ging er dann ruhig nach Haus« zu sei. ne, Mutier, schlies vom frühen Abend bis zum anderen Mor Ich lasse Dich nicht. ^ Original-Roman von H. Conitbs-Maliler, 100 (Forlletznng), Nikita A-giiNoft bitte Sonja noch n'ulü wiedergefelu-n. Aber als dam, im Juni Fürst Sogaresf mit seiner Familie für einige Woche» in Sä-loß Kalnoky eintraf, !>>i kam auch Gras Arganoss einige Male zu Besuch. Wäbrcnd der Anwes.-nheit der Familie Sogaresf wurde es sebr lebhaft im Schlosse Kalnoky, Ti« juiiien Söhn« des fürstlichen Paares sülltcn das stille Haus mit jugendlichem Frobsiun und hellem Lache». Mit ihrem von der Mutter geerbten Uebermut strllten sie alles auf den Kops, und selbst Maria Petrowuas stilles Gesicht zeigte einen Widerjänin der jugendlichen Lust. Es stellten sich auch, trotzdem man mit der Mutter ganz zuriickgezogen leben wollte, ob und zu Gäste ein. Von allen diese» war für Sonja nur einer von Bedcutniig: Nikita Arganojf. Seine ernsten Augen sahen sic an, als wollten sie fragen: „Wie trägst du dein Geschick?" Sie blickte ibn stolz und klar a». und ibre Blicke sagte,> nun: „Sei r»I-ig um mich,— ich habe das Leben trotz allem lieb." Nie sprachen sie ein Wort allein, und selten tauschten sie d-Inwlo- :>! d ii i» Oli-,; ivait der andcre» T-'tjaiia war sehr fee!, daß Sonja ihrer Matter eine so , ße dankte es ihr mit „r,ßr Freudigkeit und ge:.-gci-.tln!,-n i'usmer.jamkeitem -^- ,»1 >» .!!«, daß i l oittviLt Mid Ivrrt gel alien wurde, sind Ivar von dem Wunsche beseelt, sich des Vertrauens, das > -■» in sie fetzte, würdig zu zeigen, Auch tliitneud de-, Anwe- „heit ii rer Kinder und Enkel - a Petkvwiia das durch ihre aiigegrissenc (sc- »ni> neit gebotene stille Leb, n, und Sonja-teilte es mit ihr. x -ii .na len'.r i„ ihrer Lebhatnolei! gar nicht imstande, „nndenlona rubra bri der Mi-te.-r fii•>„ Betvegung und Unruhe gewöhnt und fühlte sich nur Wohl im Strome eines stark pulsierenden Lebens, Sie ritt auch liier mit ihr n (Sennif;l und ibren beiden Söhnen täglich au», spielte mit ihnen Tennis und fubr i» dir Nachbarschaft zu Besuchen War Gras Aiganoss zugegen, begleitet er das fürstliche Ehepaar iinmcr, Sic schienen sehr große Stiicke auf ihn z-i halten, trotz seiner Armut, lind Sonja freute sich, wenn »lau ihn so anszeirynete, ab: habe man ihr selbst eine Ehre erwiesen. Al-:- dann die snriiiia-,- Familie ivi.-der ahrcrste, vcr.-b- ichiedete sich auch Gras Araanvss wieder längere Zeit von Maria Pelrowna - m-d mit .-im»i stille» Blicke von Sonja. Er schützte angestrengte Tiitigkeit vor, die ilnn keine freie Zeit ließ. Aber Sonja w»ßi->, obne daß er es ihr sagte, daß er nicht so oft koinuien ii-oltte, um ihre Rnl-e nicht zu gcsähr- dcn. Sonja war dieser Sonnner aus drni herrlichen Land sitze ein sehr genußreicher. Sellen war es ihr veraönut a,-- wesen, die Natur so unb->>brü»kt z-i genießen nls hier. Begeisterte Briefe schrieb sie a» ihre Angetzürme». d.-ien sie nach wie vor alles aus ibreni Leben bernbteie. Nur von ztvci Dingen sprach sie nicht in diesen Briese» - von Nikfta Arganoss und von ihrer Entdeckung, daß der Sohn der Fürstin jedeusalls identisch nw mit dem i n cv: 'S . . . er- tninkenen Färstensoßn. Von Arganoss sprach sie »ich«, :iH! es ihr Herzensbedürfnis war, und von den, Fürsieuio! u> nicht, weil e? ihr widerstrebte, über so traurig,- B--v'inisic ans der Dergon- aenbeit ihrer Herrin niüßig zu pla-id -rn. Sic verlangte von sich selbst in dieser Bez-es :-g d?» gießt-- Diskretion, Sehr gern faß Sonja in der „>ok---ischen Schlsßkaprllc, durch deren tunte Fenster d> s Licht io iarbig und dämmernd hercinfiel. Das Heiligenbild über dem Altar war wieder völlig in leinen alten Zustand vrii.-tzl >vo:don Tie Strine laßen alle wieder an dem-clben Platze, und nicht das kleinste Zeichen verriet, daß sic einst entfernt worden waren. Und über das Gesicht des Heiligen flog noch immer das alte Lächeln. Wenn Maria Pelrowna ihre junge ltzeselljchiasterin fragte, ob ihr das Leben iin Schloß Kalnoly nicht zu einiani sei dann strahlten Sonjas dunkle Augen o»f: und sic versicherte begeistert, noch nie einen so herrlichen Sommer »erlebt zu haben, als diesen. Aber schon ging dieser Sommer zu Ende. I» den letz- te» Tagen des Sepieulbcr setzte der Herbst plötzlich sehr un- ongenchm ein, und Maria PetrownaS Knielciden machte sich gleich unangenehm bcnierküar. Sic ließ beizen und saß in ihrem pelzgefütterten Hausgewand, mit Pelzdecken zugedrckl, nm Kamin. Die nusznckenden Floinmen warfen rötlich.- Lichter aus den schwarze» Samt ihres Gewandes und ihr weißes Haar. Ans ihren Wunsch hatte sich Sonja an den Flügel ge- sttzt und musizierte. Sie spielte und sang auch einige von ihien hübschen, anspruchslose» Liedern. ?f 15 sie geendet, sagte Maria Vetrowna freundlich: „Tie babe» ein sel-en feines »nisikaliscktes Enipsinden Fräulein Sonja. Blendendere und brillantere Leistungen I b, ich schon gehört, aber selten welckie von so tiefer Empsindimq biseclt. Ta? ist tvohl der dentsckie Einschlag in Ibre,» B!-,I>-, Von wem beben Sie d:e »nisikalische Begabung geerbt, vom Vater oder der Mutter?" „Bon nieiuer Mutter, Durchlaucht. Me-n Dal^r > -> nur wenig umsikalisch. Soll ich jetzt weiter spielen?" „Nein, Kind, setzen Sie sich zu mir, wir wollen ein w-.ine plaudern. Ter Herbst liegt mir schon srbr in den Glieder», ich glaube, wir müssen bald »ach Petersburg zur, ck. Dan» loird es freilich für Sic wieder z» Ende sein 1141 t dem uuge- bundenen Ilmhersireisen im Freien." „Im Winter l-ält man es schon leichter iin Zimmer m-s. Durchlaucht." Maria Pelrowna sah sic forschend an. „Seien Tie einmal ganz ehrlich, Kind: i-> es Jsi, nicht zuweilen recht langweilig, immer nur ans •' - > schast einer alten Frau angewiesen zu sein?" Sonja sch.-llelte den Kops. (Forlictzung solgi). -ik. 1____ • H und wurde dabei ständig von dem bösen Traum gequält, ein schachte, Geist triebe ihn mit unentrinnbarer Gewalt zu weiterem Zcrstörungsweik. Daß »ach allcdein das Zertrümmern der Scheiben da« Werk eines zur Zeit der Tat wicht zurechnungsfähigen Vien- ich:» grw-s:«. werden wir nicht bezweifeln. Aus der Fülle der daran knüpfboren interessanten Erörterungen mag liir uns lediglich einmal die Frag« laut w«rden: bezahlt die Fenstirlcheibcn?" Oder aber, allgemeiner auszedrückt: „Wer trägt den Schaden, den bewußtlos« oder geisteskranke Mensche» uns anbun?" Zum Erempel: Wir rl-rn gestützt ü. i einen schönen neuen Stock mit wertvoller Llfenbeinkrück.', unsere gewohnte Strecke, die Glieder zu be. wegen. Da torkelt «in sinnlos Betrunkener auf uns zu und tritt hinterrücks mit seinem Fuße aus de» Stock, der darob zu Boden schlagt und entzwei geht. Oder «ine Dam« sollt in Ohnmacht und siigt UNS dabei Irgend welchen Schaden zu, Kat der Schuldig« für solches von ihm ungerichtete Unheil aus- >ukomm n? Grundsätzlich nicht. Wer bei seinem Handeln infolge von Bewußtlosigkeit oder geistiger Störung unsrei ist, kann nämlich für de» Anderen zugesiigten Schaden nicht zur Verantwortung gezogen werden. Das ist die Regel. Davon, ob der Täter entmündigt war, hängt also beim Entscheide aus di« Frage nach der Haftung gar nichts ab 7 es kann ein Entmündigter, w nn etwa seine Entmündigung nicht zu rechter Zeit avsgehobeu wurde, oder wenn er sich in logen, lichtem Mo. menten verging, rocht wohl verantwortlich sein und aus der anderen Seit« kann ein Richtentmündigter, wenn er seine Taten im Zustand geistiger Trübung vollbracht«, jehw der Hast- xslich-t ledig gesprochen werden. Also, nur wer tatsächlich bewußtlos oder gestört gewesen, hot eine Vcrantwortlichk.it nicht mehr zu sürchten. Dies führt uns notgedrungen zu dem Enderg bnis, daß di« geschädigt« Firma die Fonsterscheiben aus ihrer Tasche wieder einsetzen lassen mutz: weder dir kraute Schaffner, noch auch d e Gesellschaft, die bei der Wahl des Schasiner« kein kerschulten tros, haben ihr gegenüb:r irgend welche Pflichten. Natürlich kann solch« Regel sur jeden, den sie trisst, zu einer rcchien Härte werden. Ist der Krank« «in schwer reicher Mann gewesen, der in seiner geistigen Umnachtung einem ar. men Teufel da» letzt« bisch n Gut zuschanden schlug, so will's uns sicher nicht gefallen, toß sich der Reiche dem Armen gegenüber durch Hinweis auf feine geistige Versassung zur Zelt dir Tot rücksichtslos aus der Schlinge ziehen kann. Das Gesetz schlägt uns deshalb hier ein« Brücke, die di« Rücksicht aus tote der Armut unerlaubt geschlagenen Wunden mit der aus geistige Umnachtung verbinden möchte. Zunächst iverd-n ja Geisteskrank« häufig entsprechender Aufsicht Konnte da da, Malheur bloß geschehen, weil der Aussichtssüh. rer (also etwa der Jrrenhousleiter) nicht gehörig achtgab, so muß sich der GeschüdiO« mit seinen Hastonsprüchen an diesen halten. Wo dies Rezept ober nicht rnfchlägt, muß schließlich unter Umständen auch der kranke Missetäter für sein Tun bluten. Er hot nämlich den Schaden dann zu bezahlen, wenn das di« Billigkeit mit Rücksicht ans die Bermögenslage der Beteiligten empfiehlt und — wenn dem Kranken dadurch nicht d>« Mittel zu eigenem standesgemäßen Unterhalt «ntzagen werden. Der Betrunken« aber verpflichtet uns endlich zu einem kurzen Nachtrag, Sinnlos« Trunkenheit ist nämlich nicht immer, sondern nur selten «in Rettungsanker in der Not des Hastpftichtprozcsses. Wer sich durch geistige Getränke oder ähnliche Mittel in einen vorübergehenden Zustand der Bewußtlastgleit versetzte, gilt nämlich als fahrlässiger Sünvr und muß al« solcher hasten. Jedwede Verantwortlichkeit «ntsällt nur dann, wenn es nicht sein« Schuld war, daß er in solchen Zustand gerlet. Nehmen wir da z, B, einmal an, ein Freund lädt einen anderen, dessen Enthaltsamkeit ihm bekannt Ist, zum Ab nd- brot und versichert ihm, das dargrbotene Getränk sei alkohol. freier Pomril; in Wahrheit ist es aber Pommery gew sen. Hier wäre also der betrogen« Freund ob seiner im Zom- ineryransch begangenen Freueltaten nicht haftbar zu machen, weil er ohne Verschulden p dem schlimmen Rausche gekommen ist. Das gleiche Bild der Unschuld stellt ak« weiteres Ex mpel der, den ärztlich« Verordnung zum Einnehmen der berauschenden Mittel zwingt: auch er ist dann nicht verantwortlich Ans aller Welt. Eine» Mordversuch in Elberfeld. In Elberfeld machte gestern Abend der Anstreicher Fritz Tatsch ans seinen Schwa- (Uv, den Maurer Hilpisch, nachdem er der 1?jährigen Tochter de-:- Hilpisch nnsittlichc Anträge gemacht lind diescrhalb zur iiede gestesit worden war. Er kaufte einen scharfgeladenen ssevolner, drang damit in die Wohnung des H. ein und schoß bin eine Kugel in den Hals. H, ist lebenSgcsährlich verletzt, Ter Täter stellte sich der Polizei freiwillig. Einrr Urbrrschrritung des Füchtignngsrrchts machten sich Ebelentc in einen. Orte bei Erfurt ihrem Dienstmädchen gegenüber schuldig. Angeblich weil dieses, eines geringen WeibnachiSgcschcnks halber maulte, prügelten sie init Stöcken aus den entblößten Körper des Mädchens derartig, daß er blutuntcrlansene Striemen zeigte. Die Mißhandelte ließ sich an einer Waschteine znm Fenster herunter und lief zur Mutter in Erfurt, Strafantrag ist gestellt. Gefasster Ausreißer. In Cassel wurde ein Soldat de? biesigen t. Regiment festgenommen, der sich ohne Urlaub von le,n un Truppenteil entfernt hat und in sickzerer Begleitung rach Eisenach znrücktransportiert wurde. Ans dem Sterbebette gestanden. In der Strafanstalt u, Cassel starb der Sckpchtmeistcr Friedrich Müller ans Rudolstadt, der an, 15. Oktober vom hiesigen Schwurgericht wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Versicherungsbetrugs Zu. uwr Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verur- teilt worden war. Müller leugnete in der Verhandlung hartnäckig, hat aber jetzt aus dem Sterbebette die Brandstiftung zugestanden. Amerikanische Nünrode. Ein Chicaaoer Blatt, das Sta- Ncue Tageszeitung. Freitag, o«n r. Januar 1914 . tiftifen zu seiner Spezialität macht, berichtet, in der soeben beendeten Jagdsaison seien in Amerika durch die Unvorsichtigkeit der Jäger 135 Menjcheu getötet und 140 verletzt worden. Der den Bauern am Viehstand zugesiigte Schaden ist schier unberechenbar. Ei» Farmer in Lee, Massachusetts, hing, jo illustriert das Blatt nicht unwitzig die Uebelstände als letztes Mittel, sein Vieh vor den Weidmännern zu bewahren, jeder Kuh ein weißes Laken um, aus welchem in großen Buchstaben geschrieben war: „Schießt mich nicht, ich bin eine Kuh!" Ein Scheintoter, in einem Vorort der Stadt Zaryzin wurde auf dem Friedhof ein vor zwei Togen plötzlich verstorbener Kosak beeidigt. Al« man den Sarg in« Grab hrnabgelassen hatte, ertönte plötzlich ein verzweifeltes Pochen von innen gegen den Sargdeckel und ein schreckliches Slöhnen. Cm Teil der ver. sammelten Lridtnrgcnden ergriff vor Schrecken die Flucht, einige Mutige stiegen aber ins Grab hinab und nahmen den Sargdeckel ab. Der Tote erhob sich aus dem Sarge und k!et- trrte wie «in Rasender aus dem Grab« hinaus. Er erzählte, er habe sich in e'trm entsetzlichen Zustand« befunden: er habe sich nicht bewegen können, aber mit Entsetzen altes gesehen, und begriffen, was mit ihm geschah. Im Grabe habe er «nd. lich die Bcwegungssrciheit wiedereilangt. Ein bestohlener Tanger. Dem eRkoid.Parsisal-Sängei Henfel aus Hamburg wurde auf der Weihnachtsre f« von Brüs. sek noch Köln im Luxuszug« die gesamte Garderobe für die Parsifal-Auffiihrung gestohlen. Besonders schwer trifft Hensel ober der B rlust eines Klavier-Auszuges des Paisifal. den er bei der Einstudierung der Rolle in Bayreuth benutzt hatte. Der Auszug enthielt viele darsteller. sch« und musikalische Randbemerkungen, die Honfel wahrend des monokelanxen Studiums der Roll« mit Siegfried Wagner eingetragen hatte und es ist höchstwahrfcheinftch das einzige Exemplar, in dem die traditionelle Auffassung der größten Wagnerrolle verzeichnet stand. Ecldschrankräuber. In Mar se drangen Räuber in dos Amtszimmer des kleinen Bahnhofs ei» und schleppten den 7 Zentner schweren Gcldschrank fort, den si« auf «inen bereit- stchenden Wagen luden und ins freie Feld fuhren, wo sie ihn erbrachen. Die Diebe erbeuteten 6000 Mark in Gold und S l- ber. die Wertpapiere in einem ansehnlichen Betrag« ließen sie jedoch zurück. E genartig ist. daß vor 7 Jahren aus demselben Bahnhöfe ein ganz gleichartiger Diebstahl verübt wurde. Die Löwenjagd vor Gericht. Di« so wenig romantische Leipziger Löwenjagd in der Nacht vom 19. zum 20. Ollober beschäftigte das Leipziger Schöffengericht. Der Direktor des Zirkus Barnum. Arthur Kreis r, war von der Polizei mit einem Stroftnandat von 100 Mark bedacht worden, während der Kutscher Schmelzer ein zoieyes «»er »o D.» Strafmandat von 100 Mark gegen Kreiser wurde vom Schös- sengericht bestätigt, die Strafe gegen den Kutscher Schmelzer auf 25, Mark erhöht. Im Atelier crftaren. In seinem Pariser Atelier wurde der 30jährige Kunstmaler Pclzynsli, Milglied des Salan-Ko. mitees. erfroren mifg fanden. — In mehreren Pariser Bezirken sielen Männer und Frauen der Kälte zum Opser. Unglückssall. In Köln hat sich in dem Geschäftshaus des Barmer Bankvereins «in schweres Fahrstuhlunglück zugetra. gen. Rechsanwalt Dr Strauß, der im Gebäude des Bank- vrein ssein Bureau hat. stürzte in den Fahrstuhlschacht und wurde lebrnsgesährlich verletzt insBürgerhospital gebracht. An seinem Auftommen wird gezweiftlt Die „Mcna Lisa" aus der Reise nach Paris. Die „Mona Lisa" wurde im Automobil unter starker Polizeibnvachung nach dem Bahnhose gebracht. Ilm 9 llhr verließ der Zug Mailand und fthr über Turin n-ach Pari«. Die U bergab« des Bildes an di« französische Behörde fand nachts 3 Uhr aus dem Bahnhof« in Modena statt. In Mailand war das Gemälde an den beiden Tagen der Ausstellung von 60 000 Schaulustigen besucht worden und weitere 40 000 mußten weg:» Ueberfüllung des Raumes zurückgew efcn werden. Selbstmord. Hinter den Kulissen einer Merseburger Ba. riete-Bühne hat sich während der Vorstellung ein trauriges Drama abgespielt. Der Komiker Emil Römer, der früher lang« Jahre den Leipziger Seidl-Sängern angehäite, erhängte sich in M iscburg während der Vorstellung in einem Voiraum, als seil,« Couplets vom Publikum noch lebhaft applaudiert wurden. Das Motiv zur Tat soll in zunehmender Schwerhö. rigkeit zu suchen sein. Eine gr>,selige Geschichte erzählt der Londoner „Daily Expreß". Ein Geistlicher hatte eben Gottesdienst gehalten und bffand sich aus dem Weg« von der Kirche nach seiner Wohnung. Plötzlich kam eine Ichwarz verlchleierte Dam« auf ihn zu und bot ihn, doch so schnell als möglich mit Ihr zu kommen, da «in Sterbender nach ihm verlang«. D-r Eeistlche bestieg ohne Zögern den Wagen der Dame und befand sich in wenigen Minuten vor einem prächtigen Prioathaus. Während er noch vor dem Portale stand und aus Einlaß wartet«, bemerkte er, daß stinr Begleiterin veischwun-drn war. Der Diener aber, der öffnete, erklärte dem Priester, daß sein Herr sich äußerst' wohl befinde. Trotzdem verblieb der Geistliche aus Wunsch der Hausherrn und differ beichtete bei der Gelegenheit. Er versprach auch dem Geistlichen, am nächsien Tage in di« Kirche zu kommen. Da er ncht kam, erkundigte sich diestr in seiner Wohnung noch ihm. Wie vom Blitze getroffen war er. als er da erfuhr. daß der Herr plötzlich gestorb.n stj. Als der Geistliche dann das Sterbrzinrmer betrat, und ein Porträt auf dem Tische stehen sah, da» die vor Jahren verstorben« Gemahlin de« Dahingesch'edenen darstellte, da erkannte er in dem Bild« di« Dame, die ihn gestern aus de, Straße aufgesoidert hatte, den Verstorbenen zu besuchen. — Da« Geschichtchen ist nicht übel, es hat nur den einen Fehler, daß es schon sehr alt ist und unter den verschiedensten Variationen immer wieder austaucht. Sie Verunreinigung der Großstadtluft. Ein« Methode, die Staubteilchen in der Lust zahlenmäßig zu bestimmen, be. ruht auf der Eigenschaft des Wasserdampfes, sich in der Luft an diesen Stäubchen niederzuschlacgn. Ist di« Sättigung der Luft mit Wasierdomps iebr groß, dann wäcküt der Niederschlag Seite 2 »u einzelnen Tröpfchen an. und da jedes dieser Tröpfchen die Umhüllung eines Etauilcilchens bildet, ist ihre Zahl gleich, groß der Zahl des Slaubes. Die Verunreinigung der Luft ist naturgemäß im Zenlrum einer Großstadt am bedeutendsten. Man zählt« in London in einem Kubilzentimet-r 2 Million Staubteilchen. wahrend di« Verunreinigung in den Borstä'-t-r. auf 40—60 Taufend herunterging. Die Eigenschaft des Wos- serdampfes, sich an Strubieilchen niederzufchlagen. ist die Ur. lache des Nebels. Di« größt« Berunrciniaung deri L„ft findet durch Ruß und Schornstein aase statt. D'c G-sährlickteit der Rußstäubchen für die Gesundheit des Menschen hat man lanae Zeit sehr überschätzt, denn cs werden von 100 elngeotnieten Partikelchen zwei Drittel wieder ausgeatmet. Das refticrende Drittel setzt sich aus den Sch'eimhäuten der Luftröhre und der Lunge fest, charakteristisch dafür ist di« bekannte Sibmärzung der Lunge jedes Eroßstadtbcwohners, Je mehr Feuerltellen eine Gi^end b sitzt. desto größer ist d'e Sättiouwz der L--ft mit Unreinigkeiten und daraus erklärt sich daß in GrofssGtoen und Jndustriebezirlen im Herbst und Frühjahr Nebeltage vorherrschen. Wie können Schinken und Speck konserviert werden? Wie der „Bauernsrennd" einer Fachzeitichmst kür H-i»Swirt. schüft entnimnit. können Schinken und Sv^ck -ins selaende Art leicht konserviert werden: Man streut in einen Kasten, der auf einem trockenen nnd luftigen Orte stob?» muß, etwas tiockcne, dnrchgcsiebte Buchenasche auf den Boden, leat da rein geräuchertes Fleisch oder Sveck, überstreut es wi-d-r mit Asche und so fort, bis de" Kasten doll ist: hierbei ist ,>> beachten, daß die Fleisch- oder Spcckitücke genügend mit Asch« belegt sind, damit kein Insekt seine Eier an das Fleitch leoeu kann. Vor dem Gebrauch kann man das ans diele Art ein gelegte Fleisch mit einer trockenen Bürste von dein Schimmel der sich angesctzt hat. aber dem Wohlgeschmack d"sftlben gar nichts schadet, reinigen. Ans diese Weise trieft kein Fett ans dem geräucherten Fleisch und es bleibt ein ganzes Jabr b-n. dnrch nnd noch länger, laft'g. Der Neinlichftit halber »'"iftn manche Hausfrauen jedes Stück vor dem Einlegen in Papier gut ein. Kursbericht vom 31. Dezember >913 der Mitteldeutschen Ceeditbanlr Bktienlapital u. Reserven Bi. 70 090000 gegründet 18'»6. Frankfurter Börse. 4°/,NeichSanleihe 99.°0% 3V.*/. „ k5. c 0 „ 3*/# * 75 7 » „ Ai;. 6 20 „ 4°/« Ungar. ItfolDrente 84.25 4 „ „ Kronenrente 82.30 „ J Portugiesen Serie l 62 50 3 n „ w 1U 64.- „ 4 */,*/• Russen v. 1905 99. 0 „ 4% » . 1902 90.40 . 4 Japaner 90.10 „ 4*/o Türken von 1903 85 80 „ 4o,,Mnl»nistr. Türken 78.20 „ Türkenioose iLtt. 170.(0 „ 1 •/„•/, Griechen v. 1890 55., o m l 9 /« u /o Rionopoi-Äriech. 53.60 * 3°/« Buen.-Air. Pr. Anl. — m 3 /,» Silber-Mexikaner 45.— m 4'/,/. 3)icr. ;Urig, ttnl. 7> .80 „ 4*/» # /. Chinesen SO — w Buderus C. - W. Act. 109.80 ^ Schuct. Clektr. wes. „ 151.25 „ Cschweiler Bergw. * 219.40 Bochumer Guüstahl „ 20 .25 Gei entirch.Berstw.Akt. 183.7>> >9ergbtr,i ^ 175. 5 Hainvg. Amt. Pak. „ 133.— Äordd. ÜIoijö „ 1 1 , 3 /, Berliner Handels Ant 156 0 Milteld. Creditb. Akt 114 50 Darnlstädt. Bant „ 116 35 | Deutsche Bant „ 24 .50 ^ Deutsch-AsiatischeBanl 118 5 • Diskonto Komm. Anr. 1S7 3 /« Dresdiler Bant Akt. 15' — | Oe st. (Lreditanst. A kt. 203 Vs ^ Lombarden „ Dtsch» Übersee (L.G. ^ 166 25 Oesterr.Staasbahn ^ 156 % Höchst, (yarouierte m 611_ lihem. Fabr. Albert » 4-.iso Rütiierswerke w 190 (1 Steaua 'Jiomana „ 14 25 Phönix Beigb. „ 235.25 | (Griesheim Elektron ^ 243 — ^ellftoiT Waidhoi H il .50 | Holzoerkohlungs-^nd. 296 — üauraitüte „ 150. 5 ' Privatdiskont „ 4.— ' Tendenz: behaup'et. Berliner Bör»e. Berliner Handels Ant. 156?/, „ Deutsche Bant Akt. 249.50 „ Disk.KommanditAnt. 1>6<5 „ Dresdner Bank Akt. 151 6 / g „ Pet. 3 Nt.Handelsb.Akt. 201.»/, w Russ.Bank s. a.Hand. A. 156"/, m Schantung (L. B. Akt. 1 8.°/, „ Baltinwre u. Ohio 92.50 „ Canada Pacific Akt. 215.— „ Prince Henri (§. B.Att. 1 58?/, „ Türkenloose M. 172.50 „ Hoaenlohewerte Akt. 132?/, ^ Deutich-^uxenlb.B.Akt. 1..125 „ kaurahütte Akt. 1.0 50 ^ Oberichlejier Akt.--„ Phönix Bergbau Akt. 235.— .. bionrbachel Hütte „ 145. 5 .. GelsentirchenBergm.A. 18i.25 .. Harpener Bergbau ^kr. 173?/, , AUg.tLtek. Gesell,ch. Alt. 235.'/, . Siemens u. HakskeAkr. 219 b / 8 Tendenz: behauptet. Xkonroner Bör.e. Atchi on Topeka Doiz. 96?/- Southem Paclfit m 91.. 0 Chicago i)iod 5st „ 13.75 Mijj^ian.u.Tez.R. m 19.75 Union Pacific. „ 159.25 U. o. Steel Common. 60?/, Amargamateo tz9opp. Doll. Chartered Company ^jtr. Ca.irano Propueiary „ Coiopelds Rano 2 > 0 nes De Lieers u.on olid 75.'/« 2.'.8 2 .' 8 5.68 17. <8 Die Depostlenkasie Friedderg i. H. empsiehu sich aiu Vermittlung aller bankmässigen Geschäfte An- und Berlau, von Wertpapieren an allen Bör en.^ Errichtung laujenderRechnungen und proolfionssreter Scheck-Conti Umwechsiung von Coupons und Sorten. Annahme von ofienen und ver chlossenen Depots. Entqeqennahme verzinslicher Spar-Linlagen. Bestellungen auf die NeueTageszeilung für das 1; Vicrlrljalsr 191- werden bei allen Postanstalten sowie bei un'ern Zcit- unsis-Agenturen entgegengenommen. _