Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Ucrlag der Buchhandlung der Pilgermission Giessen. Redakteur: Stadtmissionar Hecrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber - Cassel. Pfarrer Strauß-Leipzig und die Prediger der Pilgermission. Druck von Otto Meyer, Gießen. Nr. 49. Sonntag, den 6. Dezember 1914. 7. Jahrg. eine deleride Mutter. Er ging mit leichtem, fröhlichen Schritt Das öemehr im Firm in den felbzug mit, Das Eiferne Kreuz sich zu holen. Mit soviel Kraft und sieghaftem Sinn, Da gibt man sich nicht erst dem türübein lang hin-, Ein Mutterherz meinet verstohlen.— Oft Kniete sie nieder bei lag und bei Nacht Nnd hat seine Seele dem höchsten gebracht, So fest noch in Unglaubens Ketten, er mar ja ihr einziger, herzlieber Bub,- Und roenn man ihm draußen das 6rab auch schon grub,- öott muß seine Seele erst retten. Und dann kam die Nachricht, so schlicht und so groß: ..Dein Sohn ist gefallen, auch ihn traf das tos. NIs held auf dem Schlachtfeld zu sterben." Still nimmt sie die Sachen, die man ihr gesandt. Sie öffnend mit zitternder, liebender fjanb, Die letzten Srüße zu erben. Ein Brief fällt heraus, mit Blut zroar bedeckt. Doch schon als ein teures Vermächtnis entdeckt, fieft sie ihn, die fjänbe gefaltet: ,,0 Mutter, nun meiß ich. es gibt einen Sott, Der gnädig errettet aus jeglicher Not. Der über mein Heben auch maltet. Cr hat mir vergeben des Unglaubens Schuld, Cr roirb mich auch krönen mit emiger fjulb, 1dl lernte hier draußen das Beten. — “ hier endet der Brief,- es kam roohl die Schlacht: Doch Engel, sie haben die Nntmort gebracht, Die Mutterlippen erflehten. Ch. F. iUuttrrgcbrtr. VTIQeun nicht über manchen unserer Name- t\ W raden in Heer und Flotte die Glaubens- gebetc ihrer Mutter wären, so mürbe Sünde, Gottentfremdung und Gewissenlosigkeit mit einem noch viel breiteren Strome die Jugend unseres Volkes dahinreißen, als es schon jetzt Fiber der Fall ist. Die Gebete einer gläubigen Mutter bauen Mauern des Segens und der Beivahrung. Wahr ist es, daß mancher unserer Kameraden mit frevelhaftem Mute diese Mauer durchbricht. .Ein solcher niuß besondere Nn- strengtlngen der Geivissenlosigkeit inachen, nur das Bild seiner betenden Aiutter aus seinem Gewissen jn verdrängen. Er löscht ihre flehenden Worte ans seinem Gedächtnis ans, damit er mit leichtsinnigeit Freunden die Lust der Well lind den Dienst der Sünde genieße. Dennoch, ivcn» t :r Glaube seiner Aiutter ailhält, daß ihr Herzensflehen nicht ermüdet; lvenn sie Gottes rettende Gilade ergreift, iveil Er es verheißen hat, so ivird ihr Vertrauen nicht beschämt iverden. Freilich muß sie ihrem leichtfertigeii, irregegailgeneir Sohne die Wahrheit Gottes in treuer Liebe bezeugen, seine Sünden bei den, rechten Namen nennen. Möchten alle gläubigen Mütter, welche in Sorge sind um das irdische Heil und die ewige Errettung ihrer Söhne, mit Glaubensvertrauen ausharren! Sie werden erleben, was der HErr auf der Hochzeit zu Kana lat; da sprach er zuerst: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen". Aber nachher verwandelte Er Wasser in Wein, Sorge in Freude. Auch das bittere Wasser, das au§ Mutteraugen fließt — könnte man nicht mit den Tränen deutscher Mütter mehr als sechs steinerne Wasserkrüge füllen? —, soll in Freudenwein verwandelt werden für solche Mütter, welche im Glaubensvertralien ausharren, bis des HErrn Stllnde gekommen ist. Ich kanllte einen treuen Bekenner Jesu, welcher seine Elteril in der ersteil Kindheit verloren hatte. Seiile beiden gläubigen Schivestcrn über- nahmen die Pstege unb Erziehung des jungen Brilders; sie erflehten nur eins, daß er den HErrn siiide, daß sein Leben Jesu diene! Aber siehe da, er ging in die Welt, er wilrde ein leichtfertiger Sünder vor andern. Er war hochbegabt, vornehm, reich, alles stand ihin offen. Doch die Schwestern hielteil fest im Glaubeii. Es dauerte lange ilach meiischlicher Zeitrechnung, bis des HErrn Stunde kam. 48 Jahre beteten die beiden Schwestern um beit geliebten Bruder, sie ließeii sich llicht dadurch entmutigen, daß er immer leichtfertiger uiid feindlicher zu werden schien, daß er nichts höreii wollte von Gottes Wort. Da, eines Tages ivurde er wider feinen Willen, wie die Menschen sagen zlifällig, in eine Versammlung geführt, wo ein treuer Bote Gottes Buße und Gnade verkündigte. All dcni Tage bekehrte sich dieser Gottesfeind, und zwar so, daß er sagte: „Ich habe 48 Jahre der Welt itnb der Sünde gelebt; was ich nun noch zu leben habe, gehört dem HErrn!" Und so geschah es; es war eine völlige Verwaiidlung des Lebens, ein herrliches, für viele gesegnetes Zeugnis für Jesum. Du aber, dem das große Vorrecht, das unermeßlich kostbare, versagt wurde, daß ein gläubiges Kind Gottes mit ilnermüdlicher Gebetstreue über deinem Leben wacht, ailch für dich redet dies Blatt voii der Liebe, die mehr vermag-und treuer ist als Mutterliebe. Es redet voii Jesu, der Sich, ehe dli warst und dachtest, in den Tod des Kreuzes gegeben hat, um dich zu erretteii. Er trug beitte Schuld und Strafe, weil Er dich mit Seinem Bliite versöhiien und zu einem Kinde Gottes machen will. Jeslls, der gegenwärtige Heiland, geht dir mit göttlicher Geduld nach. Er wartet der Stunde, wann endlich dein hartes Herz unter dem Sonnenstrahl Seiner Gnade zerschmelzen wird. Wann wird die Stunde schlagen? v. V. Ihr seid das Licht der Welt. In der Welt ilt's dunkel Leuchten müssen wir Sn in deiner Eche, Ich in meiner ffier. Kein angenehmer Posten! möchte man sagen, und doch so wichtig! Gerade hier ist das Licht nötig, hier hat es ganz besondere Bedeutung, und wenn es noch so klein wäre. Das Hausflurlämpchen könnte sagen: ach hier ist es gar einsam im Hausflur, der beständige Durchzug läßt mich nicht einmal recht leuchten. Es ist nur ein beständiger Kampf, daß ich nicht ausgehe. Ich bin zu klein und zu schwach; ich will lieber hineingehen zu dem großen Lichte in der Stube. Aber was da? Da verschwindet es erst recht. Wozu bist du hier? könnte die Hausfrau sagen; da draußen fallen die Leute die Treppe hinunter, weil es stockfinster ist. Und sie nimmt das Lämp- lein und stellt es wieder an seinen Ort: so, hier ist dein Platz. So macht cs Gott oft. wenn Seine Kinder nicht auf ihrem Posten bleiben wollen. Versteht du den Vergleich? Du hattest vielleicht auch als Christ oder Christin den Eindruck, der Posten in der Familie, im Geschäft rc. wäre dir nicht passend, da könntest du nicht leuchten. Warum nicht? Ja, weil es nicht so geht, wie du es wünschest. In weltlichen Dingen sind wir meistens entbehrlich. Wenn wir die Arbeiten nicht tun, dann tun sie andere für uns. Nicht so ist es im Reiche Gottes. Wenn du an deinem Posten nicht leuchtest als eiu Licht zum ewigen Leben, dann leuchtet niemand anders für dich, und an dem betreffenden Ort bleibt cs dunkel. Sei treu in den kleinen Dingen, treu in einem heiligen Wandel zu.n gottseligen Leben. Viele Christeil scheinen bloß zu leuchten, wenn sie in der Kirche, in der Versammlung oder einem christlichen Verein sind, aber da- Heini und im Geschäft steht ihr Licht unter dem Scheffel. Leuchte da, wo dein Gott dich hingestellt hat, und achte darauf, daß keine Dochtputzen dein Leuchten schwächen. Im obigeil Bild soll, wenn ich den Maler recht verstehe, noch etwas anderes dargestellt iverden. Die Trauerpalmen am Boden deuten darauf hin, daß diese Jungfrau, die hier leuchtet, gestorben ist, lind das Gewölbe scheiilt die Grabkammer vorzustellen. Dort in dem dunkeln Eingang steht die Mutter voll Trauer. Die Tochter aber hält ihr das Licht eiikgegen um ihr zu leuchteil für die Ewigkeit. Ihr Sterben öffnete der Mutter die Augen für beit Himmel. Die, welche auf dieser Erde ein Glaubcnsleben führte», werden auch inl Tode noch eine Leuchte sein für die, welche sie liebten. Jg. RkichWlttSPlilik. / 2 9 Uhr. In der Woche jeden Abend Gebetstunde uni '/ 2 9 Uhr. (außer Mittwoch.) Sonntag, den 6. Dezember Versammlung in Lißberg und Nidda nachm. 3 Uhr, in Ranstadt abends 8 Uhr, 8. Dez. Nidda,'9. Ranstad', 10. Lißberg. Bezirk Erohenlinden. Evangelisation in Großenlinden von Sonntag, den 29. November bis Sonntag, den 6. Dezember jeden Abend 8'/ 2 Uhr mit Ausnahme von Mittwoch Abend. Redner: A. Klein Herborn. Bezirk Sellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag, >2 llhr: Svnntagsschule, abends 8 Uhr: Versammlung. Während des /Krieges jeden Abend Gebclstunde. Bezirk Alsfeld. Stadtmissio» Alsfeld lani Kreuz). Jeden Sonntag um 1l llhr: Svnntagsschule; abends 8'/, Uhr Versammlung. Kriegsgebelftunben in HlsfelD: Jeden Dienstag. Donnerstag und Samstag Abend 8'/ 2 Uhr. Lauterbach: Jeden Sonntag nachm.^/,5 Uhr Versammlung in der Papiermühle. Bezirk Friedkcrg. Friedberg, Vorstadt zum Garten Nr. 8: Jeden Sonntag Abend 8" 2 Uhr Versammlung. während de; Kriege; jeden Montag, Dien;tag und Donner;tag Übend Sebetstunde.