ufiuiivtö! Gemeinschaftsblatt für Hessen. Erscheint wöchentlich cinma l. Einzelne Exemplare bestelle inan bei der Pvst vierteljährlich. Uerlag der Bucbbandiuns der Pllaermission öiessen. Redakteur: Stadtinissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber - Cassel. Pfarrer Strauß-Leipzig und die Prediger der Pilgcrinission. Druck von Otlo Aicycr, Gießen. Nr. 30. wnntag, den 20. Juli 1914. 7. x \rtl)i|V Der Gekreuzigte. Ihr, die ihr gleichgültig oder achselzuckend bisher an dem Gekreuzigten vorübergegangcn seid, steht still und blickt die Leiden dessen an, der für euch starb! Blicke Ihn an! „O Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, deiil Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren lässt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und grossem Spott." Er ist nm deiner Misse tat willen verivnndel; die Strafe liegt ans Ihm, ans das; dn Frieden hallest. Das Leiden Christi ist etivas Wirkliches. Seine Hände und Füs;c sind durchgraben, Seine Seite isl durchstochen. Schau ans Sein Todcsleidcn am Kreuz mit allen Schrecken und Qualen, die jeden Nerv Seines Körpers dnrchbebten. Verlassen von Seinen Freunden, gemartert von den Kricgs- knechten, verhöhnt von den Priestern, verschmachtet vor Durst in glühender Mittags- Hitze nackt und bloß, — und aus Seiner Seele lastet das Gewicht der Sünden der Welt, deine inid meine Sünden. „Gott hat Seines eingeborenen Sohnes nicht verschonet, sondern hat Ihn für uns alle dahin- qegeben," dahingegeben in den Fluch für die Fluchbeladenen, in die Goltverlassenheil für die, die Gott verlassen; Er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht. Da zeigt sich der furchtbare Ernst der Sünde. Wer angesichts dieses Gerichtes über die Sünde nicht den Abgrund seiner eignen Sünde erkennt, dem ist nicht zu Helsen. „Mein ganzes Herz bebt, wenn mir Sein Ernst vor Angen schwebt." Tie Vergebung der Sünde», so teuer erivorben, ist das höchste Gut anf Erden; denn ioo Vergebung der Sünden ist, da ist Leben und Seligkeit. Nun kann der heilige Gott die Sünde erlassen, wegnchmcn, bedecken, hinter Sich werfen, ihrer nicht mehr gedenken. Christi Blut ist vergossen zur Vergebung der Sünde. 9hiii ist Vergebung zu haben für jeden reumütigen Sünder und für alle Sünden. „Ach, mein HErr Jesu, wenn ich Dich nicht hätte, und wenn Dein Blut nicht für die Sünder red'le, wo sollt' ich Aermster unter den Elenden mich sonst hinwenden ?" „Darum preiset Gott Seine Liebe gegen uns, daß Christus für 11113 gestorben ist, da wir. nach Sünder waren." Wir können es nie begreifen, warum Gott elende Geschöpfe wie uns so liebt, aber wir müssen es glauben, da Gott uns solchen Bnvcis gegeben hat. Ist dein Herz so hart, daß es solcher Liebe widersteht? Wenn du verloren gehst, ist es allein darum, weil du nicht zum Kreuz gekommen bist und dort Vergebung der Sünden und Leben dir hast schenken lassen. Cs ist pollbracfit! „Cs ist vollbracht!" so ruft der fielt), Die Felfen selbst erbeben, vollbracht Erlösung nun der weit, Crroorben fieil und Feben. [Das öottes Fiebesrat bedacht, [Das er den Zündern kund gemacht Zcfion längst durch Zeine Knechte, Das fiat in dunkler Feidensnacht Der große öottessofin vollbracht. Der bei ge und gerechte. Cs ist vollbracht! Der Zünde Fluch Frug sesus uns zugute. Cr fiat die Scfiulb aus öottes Budi Öetilgt mit seinem Blute. Cr trug in Fiebe und öeduld Bis öottes Famm der Menschen Zchuld, Cr fiat sie vollbezafilet. weil sesus rief: „Cs ist vollbracht!" Zo bell in alle Zündennacht Die önadensorme ftrafilet. Cs ist vollbracht! was zagest du? Faß Furcht und Zweifel schwinden. Du kannst ja Frieden, fieil und Rufi In Jefu wunden finden. Zchau gläubig an Zein Kreuzesbild, Cr locht so ernst und doch so mild: „Komm, komm mit deinen Zchmerzen! was quälst du dich mit eitlem Fun? Komm. komm, du darfst ja selig rufin FIn meinem fieilanbsfierzen!" Das alle Bild n einem alten Hause war einst ein Mädchen ermordet worden, und die Angehörigen hatten das Bild der Ermordeten auf die Wand des Hausflurs malen lassen. Das Halts kam in andre Hand; denl neuen Besitzer ivar das Bild unheimlich. Er ließ es überstreichen und ein anderes darüber malen. Aber einige Zeit darnach kanl das alte Bild iviedcr zum Vorschein, inlmer klarer, immer deutlicher; die aufgetragenen Farben konnten es nicht zudccken. Man versuchte es noch einmal zu übermalen — aber vergebens, die alte Gestalt kam iviedcr hervor. So geht es unzähligen Leuten mit der Erinnerung an ihre Sünden. Sie möchten etwas andres darüber malen, aber es dauert nicht lange, so kommt die Erinnerung an das, was in dem Hailse ihres Lebens einst gescheheil ist, wieder hervor. Du kannst mit Trinken oder Zerstreuung, mit Bücherlesen oder Arbeiten, mit Reisen oder Geschäfteil deine vergangcncn Sündeil — überstreichen — du schaffst sie nicht fort, sie Fommeu iviedcr hervor. Es gibt nur eiu Mittel, beine Sünden weg- zuschafsen lind dein Geivissen zur Rlihe ju bringen: du mußt zll Jesll kominen, deine Sünden vor Gott lind Menschen ehrlich zu bekennen, deiii gekreuzigten Sohne Gottes hlildigen, die Versöhnung dlirch Sein Blut glaubend ergreifen! — Dann aber, auch nlir dann, wird beine Schuld dir abgenommen, die Last komiilt von deiilcm Geivissen, dein Leben ivird heil von dem Flliche der Sünde. Mache es nicht, ivie so viele Leute, ivclchc ihre Sünden verschiveigen oder mit den arinscligen Lumpen ihrer Tugend zu- deckeu ivollen! Am Railde der Ewigkeit falleil solche Täiischungeil in nichts zusammen. Aus den Nebeln der Vergangenheit tallchcil Gestalten und Tateii auf, die immer klarer hervortreteil; sie rücken immer näher an das Bett des Sterbeiidcl,. Wo ist bann der Ruhm guter Werke? Der Tciifel, der die Menschen so lange belogen hat, übergibt sie danil der Trostlosigkeit nnb Verzweiflung. Wie arm ist ein Mensch, dem erst im Sterben die Augen allfgehen über alle seine Süilde, der keinen Glauben hat an Ten, der die Sünden getilgt hat dlirch Sein Blut! Er muß hinüber iils Jenseits, um vor dem lliibestcchlicheil Richter zu erschciilcu. Wie viele solche arme Menschen müssen, schoil ehe sie das Urteil eivigen Verder- beils empfangen, ben Vorschmack des Feuers der Hölle vor denen klindtun, die ihr Sterbelager umsteheil! Höre Freund, du bist geivarnt worden, aber cs kommt die Zeit, da ivirst bn nicht mehr gewarnt werden. Die Lippen, die einft sagten : „Kommet her zu Mir alle, die ihr mühselig und beloben seid, Ich will euch erquicken," werden sich mm auftun zu den Worten: „Gehet hin, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Telifel lind seinen Engeln!" Dabei sagt dem schuldigen Sünder sein Gewissen: Gott ist gerecht ; ich wußte, daß ich zur Bliße gerufen ivar, aber ich verhärtete mein Herz gegen Gott, ivollte meiile Sünde nicht aufgcben, kehrte dem Kreuze den Rücken, unl in vergilügter Gesellschaft auf dem Wege zur Hölle zu bleiben. silihkrs fjmipIflrlilifL *11 n den von Luther verfaßten sogenannten „Schmalkaldischen Artikeln" <1538) steht folgender „erster und Hauptartikel" von den Artikeln, „so das Amt und'Werk Jesu Christi und unsere Erlösung betreffen": »Daß Jesus Christus, unser Gott und Herr, sei um unserer Sünde willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen ankerst and cn (Röm. 4, 25). lind er allein das Lamm Gottes ist, das der Welt Sünde trägt (Joh. 1, 29). Und Gott unser aller Sünde au) ihn gelegt hat (Jcs. 53, 6). Sic sind allzumal Sünder und iverden ohne Verdienst gerecht ans seiner Gnade durch die Erlösung Jesu Christi in seinem Blut (Röm. 3, 23 f). Dieivcil nun solches muß geglaubt wer- dcn und sonst mit keinem Werk, Gesetze noch Verdienst mag erlanget oder gefaßt werden, so ist es klar und gewiß, daß allei n s ol ch er G la u 1' c uns gerecht mache, ivie Röm. 3, 28 St. Paulus spricht: Wir halten, daß der Mensch gerecht werde ohne Werk des Gesetzes durch den Glauben. Item V, 26: Ans daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jcsnm. Von diesem Artikel kann inan nichts weichen oder nachgeben, cs falle Hiinmcl und Erde, od e r w as n i ch t b le i be n iv ill. Tenn es ist kein anderer Raine den Menschen gegeben, dadurch ivir können selig iverden, spricht Petrus (Apg. 4, 12). Und' durch seine Wunden siiid wir geheilt. Uiid auf diesem Artikel steht alles, ivas ivir ivider den Papst, Teufel i»>d Welt lehren und leben, darum müssen wir des gar geiviß sein und nicht zweifeln, sonst ist alles verloren ii u d behält Papst und Teufel u u b alles wider uns den Sieg und Recht." Wieviel lauter möchte man gerade dies herrliche Zeugnis Liithers in unsere glaubenslose und christusfeindliche Zeit hineinrusen, ganz besonders aber denen ins Gewissen hinein, die sich immer auf den „wahren" Luther berufen und doch die Gottessohnschaft Jesu und die Existenz des „Fürsten dieser Welt" mit aller Entschiedenheit leugnen. Luther mar im wahrsten Sinn des Wortes ein bibelgläubiger Alaun und würde, wenn er heute lebte, ebenso energisch gegen das ungläubige Christentum unsrer Tage zu Felde ziehen wie es dem Papsttum und Wiedertäufer tum mit weltüberwindender Glaubenskraft ent- qegengetreten ist. Es ist ein Widersinn und eine Ironie auf das Christenleben Luthers, sein Re- formationslied „Ein feste Burg ist unser Gott" — aus vollem Brustton ju singen und die darin enthaltene» Glaubenstalsachen wegznlengncn oder wenigstens umzubiegen. Rein, es bleibt dabei: Christus - so ivie er in der heiligen Schrift zu uns redet — ist der Weg, die Wahrheit und das Leben — für >cden Menschen, auch für dich! Kennst du ihn, hast du ihn, willst du ihn? Nur wenn du ihn hast, „den ersten und Hauptartikel" des Lebens, bist du glücklich und immer zufrieden. Sehnst du dich nicht darnach? P. Slrauß-Leipzig. nur desto herrllcber. Wenn ich eine Hand voll Eisenseilspäne über eine gut brennende Kerze schütte, so mag cs dem Unbekannten dünken, die Kerze müsse notwendi- gerwcise ansgehcn, aber siehe ans deni Bild, welch ein herrlicher Slernregen dadurch entsteht, daß man seine Helle Freude daran haben muß. Wir wollen als Christen hell leuchtende Lichter sein. Sind wir es, dann haben wir es auch zur Genüge erfahren, daß Satan nicht ruht. Ans alle mögliche Weise sucht er uns zu dämpfen. Am allerliebsten streut er durch Verleumdung Staub auf uns. Darf es uns schaden? Rein! Nicht einmal flackern wollen wir darüber. Jedes Stäubchen muß als Funke wieder weiter leuchten. Desto Heller iverden wir strahlen. Nur die Sünde, der Kleinglanbe und der Hochmut oder die Verzagtheit können das Licht in uns dämpfen. Jg. Dir Errettung riitre Kergmanus. Ein Bergmann ging durch ein weites, gefährliches Bergwerk, eine dieser dunklen uuterir- dischen Stätten. Einige Tropfen Wasser, die von dein Gewölbe kamen, löschten plötzlich die Lampe aus, die er in der Hand hatte. Er irrte lange umher auf der Suche nach einem Ausgang, um diesem schrecklichen Gefängnis zu entfliehen, bis er endlich entkräftigl und hoflnungslos glaubte verloren zu sein lind sich hinlegte, um zu sterben. Nach einigen Stunden glaubte er in einer Ent- scrnuug eili schwaches Licht zu bemerken. War das Einbildung oder Wahrheit? Das Licht näherte sich, und endlich sah er das Gesicht seines Bruders, der ihn mit Augst suchte. Er war gerettet. Genau so wird es dir gehen, wenn du be- leunst, das; du auf dem Weg durch dieses Erdenleben, voll Dunkelheit und Sünde ohne Hilfe bisl, und ohne Hoffnung dem kommenden Zorn zu cnlflieheu, tot in lleberlretungen und Sünden. Christus, der wacht, um zu suchen und selig ’> machen, was verloren ist, kommt dann zu dir, ein das Licht in deinem verlorenen Leben zu sein. Er, der das Licht der Welt ist, das Licht i'C‘3 Lebens, der Weg, die Wahrheit und das Leben, sucht dich jetzt. Höre! Er sagt jedem sorg- K! Ourammlungranreigen (Bersammlungen innerhalb der Landeskirche!. iJcjlrlt Meisen. Sliibtmiffion Messen, föberftralje 14. Jeden Sonn tag 1'/- Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Junafrauenvcrein; 8’/a Uhr: Versammlung, v i Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 8'/a Uhr: Bibelstunde. Sonntag, den 26. Juli nnchi». l‘/a Uhr: Sonntagschulausflug in den Schifsenbcrger Wald, abends 8*/» Uhr: Beuern und Wißmar, nachm. Nordeck, 28. AUenbnseck, Wieseck-Fraucnstunde, 80. Klcinlinden. Gründe rg (Frankfurterstr. 23.): Jeden Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung. Äerirb Sellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag 12 Uhr: Sonntagsschule, abends 8'/z Uhr: Versammlung, Mittwoch Gebelstnnde. - onntag, den 26. Juli nachm. 2 l /s Uhr: Grofl-Eichen Gemeinschaftsfest. abends 8‘/a Uhr: Lber-Seibertenrod und Groß-Eichen. -- rnntng, den 2. August nachm. 2ha Uhr: Unter-Seibertenrod, Helpershain und Wohnfeld. Sciirb Schotten. , onntag, den 26 . Juli: Vers, in Schotten abends l /?9 Uhr, in S ber-Mockstadt um 3 Uhr, in Nidda und Selters abends 8 llhr. losen Sünder, der die Tür zu seiner Seele fest verschlossen hält: „Siehe, Ich stehe vor^ der Tür und klopfe an, wenn jemand meine Stimme hört, und Mir anftul, zu dem ivcrde Ich ciugchcn und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit Mir." Seit wieviel Jahren hast du Ihn warten und klopfen lassen? Ihn, der vom Himmel kam, dich zu erkaufen und zu befreien vom Druck des Salans, und dich zum Herzen Gottes zu bringen. Ihn, der starb, damit deine sündige tote Seele leben kann! O öffne Ihm ohne zu zögern! Nimm das wunderbare Heil, das Er dir bietet, an, und dann fange ein glückliches Leben an im Glauben an den Sohn Gottes! Es kann sein, daß dieser Gnadenruf an deiner Tür der letzte ist, und daß du, der du das Anerbieten dieser wunderbaren Vergebung nicht annimmst, die Schrecken des ewigen Todes schmecken mußt, anstatt der unaussprechlichen Freuden und der Herrlichkeiten des ewigen Lebens. * * 4° CD blicke, wenn den 5>inn Dir will die ItMt verwirren, Zum ew'gen Fimmel auf Mo nie die Sterne irren! Scztrk Kich. L i ch, Butzbacherstr. 17. Jede» Sonntag 12'/« Uhr Sonntagsschnle. 4 Uhr: Jungsrauenstunde, 8 llhr: allgemeine Versammlung. Sonntag, den 26 Juli: Vcrsamnilungen in Dorfgill, Ettingshausen. Villingen, Langsdorf und Wohnbach. Dienstag, den 28 Juli: Dorfgill, 29. Watzenborn 30. Langsdorf, 31. Lich, Bibelstunde. tllesirb !1irdcrmeilc>. Sonntag, den 26. Juli nachm.: Kirch- und Pohlgons, 30. Niederweisel, 3t. Butzbach. Versammlungen für Frauen und Jungfrauen von Schwester Anna Eigenbrodt: Sonntag, den 26. Juli nachm. 3 Uhr: Niederweisel, abends 8 1 / 2 Uhr: Fauerbach. Besirll Großen Finden. Sonntag, den 26. Juli Vers, in Großenlinden, Avendorf, Hörnsheim, Leihgestern, Kinzenbach, Münchholzhausen. Srsirll Alsfeld. Stadt Mission Alsfeld (am Krenz). Jeder Sonntag um 1l Uhr: Sonntagsschnle; abends 8'/a llhr Versammlung. Dienstag Abend 'Ii9 Uhr Missionsarbeits- stunde. Donnerstag Abend 9 Uhr Bibel- und Gebetstunde. Sesirk Friedberg. Friedberg, Vorstadt zum Garten Nr. 8: Jeden Sonntag Abend 8"a Uhr Versammlung.