Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Verlag der Buchhandluna der Pilgermission Giessen. Redakteur: Stadtmissionar Hetrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber - Cassel. Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. u. die Prediger der Pilgermission. Druck v. O. Meyer. Gießen. Nr. 17. Sonntag, den 26. April 1914. (Eine lifillmnpiif Revolution. Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen. Jer. 4. 3. or vielen Jahren war ein Tyrann in der Schweiz, ein Fronvogt, mit Namen Geßler, der die freien Schweizer ivie Sklaveit behandelte. Nicht nur, daß sie vor ihm, dem brutalcit Fronvogt ihre Ehrenbezeugungen machen mußten, er ließ sogar seinen Hut auf eilte Stange hängen lind zwang die Bewohner der schöneit Berge, vor dem Geßlerhtite ihre Verbeugungen zu machen. Unter dem tapferen Bogeitschützen Teil tat sich enblid) das geknechtete, gequälte Volk zusammeit. Geßler wurde in der berühmten hohlen Gasse niedergcstreckt, die brutale Tyrannei wurde abgeschafft. Wir köniten tlitd wollen unserm Gott danken, daß wir in uitseriit Lande eine Obrigkeit haben, die Recht uitd Gerechtigkeit übt, so daß ivir als freie Menschen, nicht als Sklaven leben dürfen. Und dennoch müssen ivir heute auf einige Blutsauger uitd Froitvögte aufmerksam machen, ivir müssen vorden Tyrannen die Sturmglocke läuten und unser Volk anfrufcn zum Freiheitskampfe, zur Revoltitioit gegen die Bedrücker, die uns das Höchste und Beste rauben ivolleit. Pflüget gründlich, mahnt Gottes Wort. Säet doch nicht unter das Dorngestrüpp, laßt doch erst den Pflug seine tiefe, gründliche Arbeit tun, daß die Wurzeln der Distelil und Doriren herauskommen, damit ihr den tenern Sameil nicht nutzlos verschweildet. Der größte Tyrann und Blutsauger ist die alte wilde Adamsilatur in uns, das Herz, das trotzig und verzagt immer den Irrweg will. Da sitzt ein jähzorniger Trinker in der Versaminlnng. Der Prediger zeugt gegen die Laster der Unzucht und Trunksucht uild schildert solch ein Leben der Sünde. Dem Triilker geht das Wort wie ein Pflug durch die Seele. Wütend fällt er daheim seine ahnungslose Frau an mit den Worten: „Weshalb hast du dem Mann alles von mir erzählt." Wütend schlug er, vom Pfeil Gottes getroffen, um sich. Doch als er fand, daß seine Frau den Prediger nie gesehen, noch weniger gesprochen, schlug er in sich, da pflügte er den Dornen- und Distelacker seines Herzens um. Seht, das ist Revolution im eigenen Herzen, wenn man dem Teufel den Rücken und dem Lichte Jesu das Angesicht zuwendet. Das ist heilbringende Revolution, wenn man sich an die törichte Stirne schlägt mit dem Rufe: „Was mache ich doch, ich will doch nicht ewig des Teufels Handlanger sein und seine traurigen Ketten tragen." Eine solche Revolution erlebte jener Vater, dem seine Kinder, wenn er heim kam, immer scheu aus dem Wege gingen und der, von Gott erweckt, daheim in der elenden Wohnung auf die Knie fiel mit dem Rufe: Jesus, errette mich aus den Klauen Satans. Die Kinder sehen von fern mit Staunen ihren knieenden Vater. Mutter komm, Vater betet, Vater betet! riefen sie tief ergriffen. In der Geschichte dieser Familie trat ein Wendepunkt ein, jene heilbringende Revolution hatte den Vater der Familie wiedergegeben. Wer bewirkt aber solche Umwandlung in uns ? Wer kann so erleuchten, daß ein Sklave der Sünde seine verborgenen Ketten sieht, den verschmitzten, verbogenen Tyrannen und Blutsauger erkennt und durchschaut? Wenn der Föhn, der warme Wind, in den Alpentälern weht, dann schmilzt Schnee und Eis, der Frühling kommt gezogen, und wenn der heilige Gottcsgeist durch eine Menschenbrust weht, wenn Gottes.Winde wehen vom Thron der Herrlichkeit,^dann wachen in Haß erstarrte Herzen auf. Der Winter kalter Selbst- sucht muß weichen, der harte Frost neidischer Bosheit schwindet vor den Strahlen der Liebe Jesu. „Sagen Sie nur einmal, was das in mir ist, seit ich Ihre Borträge diese Woche besuche, dreht sich da in meinem Herzen alles herum," so kam ein Gymnasiast in meine Sprechstunde. „Sie stehen am Wendepunkt ihrer Geschichte, bei Ihnen will es Frühling werden." Nun steht er als ein Streiter Jesu in der Front für Jesus und sein Reich. Wie kostbar ist es doch, daß der heilige Geist Menschen so erleuchten, beleben, befreien kann! Lieber Leser widerstrebe dieser zarten Geistesstimme nicht. Hörst Du's in Deiner Seele, dies geheimnisvolle Mahnen und Ahnen, fühlst Du, wie diese linden Frühlingslüfte durch deine Seele gehen, empfindest Du nicht diese taufrische Morgenluft eines höheren Lebens ? O tue die Tore weit auf, laß ihn ein, den Geist, der Dein Herz zum Tempelhause Gottes machen will. Soll ich dir noch sagen, was Dir widerfährt, wenn Du den heiligen Geist ab- weisest? Ja, ich muß es Dir sagen. Satan wird frohlocken, die alte Schlange wird sich desto fester in Dir einmisten, alle Gebiete in Dir umschlingen und durchdringen. Du wirst statt ein Tempel Gotttes zu sein immer mehr eine Behausung der unreinen Geister werden. Da steht jenes ergreifende Bild vor mir: Eine Menschenseele steht unentschlossen zwischen Himmel und Erde. Aus der Tiefe der Erde strecken sich zwanzig Arme und Krallen böser Geister dem Menschen entgegen, ihn zu sich in die Tiefe zu ziehen. Doch von oben her, vom Himmel her strecken sich die berühmten, durchbohrten Jesushände dem Armen entgegen. Und, o wie schrecklich, der Tor weiß nicht, zu wem er sich wenden, wenn er seine Hände entgegenstrecken soll! Weißt du es denn, o Leser? Bist bu in der Hand, die dich gesucht hat. O laß Dich durch den König Jesus Christus 311 einem freien, fröhlichen Konigs- kinde machen. Er rechnet auf uns. hat sich jemand ausgemalt, wie es wohl gewesen sein mag, als Jesus in Seine Himmelsheimat zurückkehrte. Waschie Erde zuletzt von Ihm gesehen, war die Wolke — keine Regenwolke, nein, eine Wolke der Herrlichkeit, die Ihn aufnahm und den irdischen Blicken entzog. Seither hat ihn kein Menschenauge mehr geschaut. Wohl aber verheißt uns unser kostbares Bibelbuch, und es sind nicht wenige, die fest auf diese Verheißung bauen, daß Er einst wiederkommen werde, wie Er gen Himmel gefahren ist. Stelle dir aber nun einmal vor, was jenseils der Wolke vor sich ging. Bor 33 Jahren war Er zur Erde hinabgestiegen — eine geraume Spanne Zeit. Und längst sehnen sie sich darnach, das geliebte Antlitz wiederzusehen. Ob sie Ihm nicht in großen Scharen eutgegengeeilt sind, um Ihn so bald wie möglich zu erblicken? Ob nicht der Vater allen vorangeeilt ist, ob Er nicht Seine Lippen auf die Wundenmale gedrückt hat, auf das narbenbedeckte Antlitz, die Hände und Füße? Ob es so war, ich iveiß es ja nicht; meine Phantasie malt inir's so vor, es entspräche ja auch gauz den: Wesen uuseres Gottes. Was nun, nachdem der erste Ausdruck der Gefühle gestillt ivar? Eine liebliche, sehr sinnreiche Legende erzählt: eines Tages sei der Meister Arm in Arm mit Gabriel in ernstem Gespräch die goldenen Gassen hinabgeschritten. „Meister", hebt Gabriel an, „nicht wahr, Du bist für die ganze Welt dort unten gestorben?" .Ja'" „Du hast gewiß viel gelitten?" und ein ernster Blick gleitet über das hohe, narbenvolle Antlitz. „Ja", tönt die ruhige, von tiefer Bewegung erfüllte Antwort. „Wissen sie es alle?" „Nein, vorläufig nur einige Juden in Palästina." „Meister, was hast du vor? wie willst Du auf der ganzen Welt kund machen, daß du für sie gestorben bist? Darf ich es nicht wissen?" Darauf antwortete der Meister: „Dem Petrus, dem Jakobus und Johannes, noch einigen Jüngern und etlichen Frauen habe ich gesagt, sie sollten es als ihre Lebensaufgabe betrachten, es weiter zu sagen, und die es hören, sollen es wieder andern sagen, und so immer fort, bis der letzte Mensch im fernsten Erdenwinkel es gehört und die herzerschütternde Wahrheit des Berichtes an sich selbst erfahren hat." Aber Gabriel weiß, wie es um uus Vienscheukinder bestellt ist. Er hat oft genug auf der Erde zu tun gehabt und weiß, was für ein Gemächte wir sind. Darum entgegnet er ein wenig zögernd, als ob er sich ein Scheitern dieses Planes vorstellen könnte: „Jawohl, gewiß! Aber — wenn Petrus dich nun im Stich läßt, wenn Johannes es einfach nicht iveiter sagt, wenn ihre Kinder und Kindeskinder — sagen wir im Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts — soviel anderes zu tun haben, manches wichtige und sehr viel unwichtiges, daß sie es nicht weitcrsagen, was dann?" llnd seine Augen blitzten bei deni Gedanken an die Leiden des Vkeisters und an das traurige Geschick derer, die es nicht erfahren werden, „ja, was dann?" Doch wieder erklingt die ruhige, wunderbar wohltönende Stimme: „Gabriel — ich habe nichts anderes vor — ich rechne auf sie!" — Also, teurer Aufwärtsleser, hast du's gehört? Er rechnet, Er zählt auf dich, daß jeder von uns in seinem Kreise, auf seine Weise es wcitersagt, ungezwungen, ruhig, ernst, taktvoll, weiter nichts — aber das auch voll und ganz. Und wenn ivir Ihn im Stiche lassen, so ist Jesus vergeblich gestorben, wenigstens so weil die in Frage kommen, mit denen wir zu tun haben. Den heiligen Geist hat Er zu uns herabgc- sandt, auf daß er in uns lebe und herrsche unv uns erfülle mit Seiner glühenden Liebe 511 den Menschenkindern. Menschenfischer sein, Seelen gewinnen, nicht ziehen oder treiben oder stoßen, nicht überreden noch zwingen, sondern um sic werben, in zarter, herzgewinnender Weise, daß schenke der HErr uns allen. Der Würfel fiel, ich traf die Wahl, ein Streiter will ich sein, An jedem Ort, zu jeder Stund, und könnt ich nicht mit meinem Mund Verkünden stets die frahe Kund, — ein Streiter will ich sein, Ich folge Dir, mein Heiland, du läßt mich nie allein. Ich folge Dir, mein Heiland, durch Schwierigkeit und Pein, Ja rechnen. HErr, kannst Du auf mich Dein Streiter ivill ich sein. Schiocster Anna. Ernste Porte jil stillem Muken. Der liebe Heiland hat zu allen Zeiten allerlei Bcwtmderer in großer Zahl gehabt, aber ivenig treue Nachfolger. Auch der Dienst seiner Liebe ivird viel gepriesen, ruft man aber jemand zur Arbeit in diesem Dienst, dann heißt es noch immer: ich bitte dich, eittschuldige mich. Ä lüas eine Invalidin tat. Fräulein Johnson war seit 17 Jahren nicht mehr imstande, ihr Haupt von den Kissen zu erheben. Aber ihr Herz schlug warm für das Werk des Herrn, tind sie suchte etwas daz>i beizutragen. ■ Sie machte eine schölte Bettdecke und hoffte, dafür 200 Alk. zu erhalten. Als sie fertig >var, fand sich zu ihrem Leidwescn kein Käufer, der soviel zahlen ivollte. Als Bischof Warren von den Methodisten davon hörte, schrieb er an Fräulein Johnson und bat, ihm die Decke zuzuschicken, er 'volle einen Käufer suchen. Dies geschah. Als der Bischof bei einer großen Missionsversammlung die hübsche Decke zeigte lind die Umstände erzählte, unter welchen sie hergestellt ivorden sei, erhielt er dafür 2400 Mk. Die Kranke hat weiter gearbeitet und bis heute die Summe von 66000 Alk. für Gottes Werk erarbeitet. Was tust bu für die Sache des Hernl? Aus einem Ceichnhaufen gerettet 0 Gott die Gläubigen findet, zeigt folgende ergreifende Geschichte. — In der Schlacht bei Ligny am l 6 . Juili 1815 war der Hauptmann Bellmer mit der 10 . Kompagnie des 29. Infanterie-Regiments in das Dorf Ligny eiilgedrnngen ; er wurde inmitten des Dorfes am Bache durch einen französischen Voltigeur niedergeschossen; ein erbitterter Kampf entbrannte um feine Leiche. Der Leutnant von Schmcling stellte sich quer über den Leichnam und verteidigte ihil mit dem Säbel, bis derselbe van einigen seiner Leute beiseite geschafft wurde. Zwei Fran- zosen drailgen dabei heftig auf den Leutnailt von Schmcling ein, er empfing einen Bajonettstich und einen Schuß in den linken Oberarm, blieb jedoch im Gefecht. Bald darauf wurden die prellßischen Trllppen durch französische Übermacht aus dem Dorfe verdrängt und kamen im Rückzüge in heftiges Fcller; hier wurde dem Leutnailt von Schmcling der liilke Oberschenkel durch eineil Schuß zerschmettert, zugleich enlpfing er einen Schuß in den Unterleib. Von seinen Leuten zurückgetragen, wurde er bewußtlos auf die Protze eines Geschützes geblinden unb so aus dem Gefechte gebracht. Da er kein Lebcnszcicheil mehr von sich gab, legte man ihn am Abeild in einem Hause 311 einem Haufen Leichen. Am nächsten Morgen entdeckte eine Marketenderin in ihm noch Lebcilszcicheil. Er kam nun in ärztliche Behandlung und luurbe völlig wiederhergestellt, obwohl im Laufe der Heiluirg die Arzte 60 Knochcilsplitter aus seinem Körper entfernten, darunter einen von der Größe eines Daumens. Sein Name steht in der Kirche zu Lüttich unter den Gefalleilen der Schlacht bei Lignp, er ist aber völlig geslllld geivorden, ivar später Kompagnie- Chef im Regiment lind ist im Alter von 78 Jahreil aiil 11. Jlnii 1870 im Jilvalidenhause zu Berlin gestorben. Dieser tapfere Offizier mürbe also aus einem Leicheilhaufcn herallsgerettet, um iloch 55 Jahre zu leben. Er ivar beinahe tot, aber die Tatsache bestand: er lebte. Es fehlte sehr ivenig, so iväre er mit den Toten begraben ivorden, die Um umgaben — so aber kehrte er zu dcn Lebenden zurück. Alich viele Glälibige lagen cinft blutend am Wege, beinahe verloren. Sie befanden sich schon in der Totenkammer, aber die sllcheudc Liebe hatte sich aufgemacht, um sie zu retten unb zog sie heraus. friede mit Sott. tl ur c * n§ einem Menschen Frieden, I ^ ^ ct "ul einer Last auf dem Gewissen 2/ dem Tod etrlgeqensieht. Das, was Gott getan hat. Gott ist selbst herabgestiegen. Der ewige Sohn ist eingegangen in die Gestalt des Sündenfleisches, vom Weib geboren und unter das Gesetz getan. Er hat sich selbst hineingestellt in das verzehrende Feuer des Gesetzflnchs. Er hat seine heilige Seele zermalmen lassen von der Zentnerlast, die auf uns liegt. Christus ist ein Fluch geivordeu für uns. Denn verflucht ist jeder, der- am Holze hängt. Fürivahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten. Nicht daß Menschen ihn schlugen, ist das Befreiende für uns. Daß er dem Hohn der Juden, dem Spott der Römer, der Roheit der Soldaten preisgcgeben war, daß er ein Märtyrer wurde ohnegleichen, das würde unser Gewissen nicht stillen, wenn ivir mit einer Schuld auf der Seele dem Tod entgegengehen. Was uns hilft, ist, daß er von Gott geschlagen und gemartert ward. Wir sehen, wie Gott sein Kiird schlug, wie Abraham das Messer gegen den eigenen Sohn zückte. Der Gott, den wir als verzehrendes Feuer im Gewissen spüren, schlug ihn, den Reinen, mit schweren Streichen. Vom Anfang seines Wirkens au war O-rrammtungzairreigen (Versammlungen innerhalb der Landeskirche). Bezirk Alsfeld. S t a d t m i s s i o n Alsfeld (am Kreuz). Jeden Sonntag uni 11 Uhr r Sonntagsschule; abends 8'/, Uhr: Versammlung.. Dienstag Abend '/?9 Uhr Missionsarbeitsstunde. Donnerstag Abend 9 Uhr Bibelstunde. Sonntag, den 26. April: 3 Uhr: Maar, 4% Lauterbach. Kich L> ch, Butzbacherstr. 17. Jeden Sonntag 12'/« Uhr: Sonntagsschule. , 4 Uhr: Jungfrauenstunde. 8 Uhr: allgemeine Versammlung. Sonntag, den 26. April nachm. Watzenborn, abends Lich, 28. Villingen, 29. Wohnbach, 30. ^Burkhardsfelden, I. Mal Lich, Bibelstunde. Sonntag, den 3. Mai: Oerneinschaltstest in Holzheim. Alle Geschwister sind herzlich hierzu eingeladen. Bezirk Grohen-Kinden. Sonntag, den 26. April Versammlung in Allendorf, Kinzenbach, Münchholzhausen. Sonntag, den 26. April nachm. 3'^ Uhr: Jatjresfeft in Grofienlinben. er zum Op>.. amm geweiht. Er schlug ihn wieder und wieder, bis seine Seele langsam zermalmt wurde unter den Hammerschlägen Gottes, und sich der Schrei von ihr losrang: Mein Gott, warum hast du mich verlassen! Niemand, der nicht schon einmal dem Tod ins Auge gesehen oder auf irgend eine andere Weise hinuntergeblickt hat in den tiefsten Abgrund des Daseins, vermag zu begreifen, ivas hier geschah. Es muß mit uns bis zum Aeußersten gekommen sein, ivenn wir auch nur de» Gedaitkcn au diese Lösung des Lebensrätsels sollen ertragen können. Unser Verstand, der einen harmonischen Abschluß will, bäumt sich gegen diese Dissonanz. Unser ästhetisches Empfinden will es nicht aushalten. Alles, was jung und ungebrochen in uns ist, sträubt sich mit Händen und Füßen dagegen, daß das tiefste Geheimnis des Daseiirs so ausseheu soll, so grauenerregend und von ewiger Nacht umhüllt. Nur unser Gewissen gibt Gott recht und sieht mit trauriger Klarheit, daß nur etwas so Furchtbares dem verzehrenden Feuer der göttlichen Forderung entspricht, das wir fühlen, wenn unser Gewissen erwacht ist. Aber wenn es so mit uns steht, daun treten ivir im Glauben auf den Weg, den Gott seinem Volk gebahnt hat, bergen uns im Versöhnungsopfer Christi, setzen unsere Hoffnung ganz auf die Gnade und finden Frieden. _ Lic. Dr. Heim. Bezirk Gieheri. Stabtmiffion 6ießen, Eöberftrafje 14. Jeden Sonntag 1'/, Uc>r: Sonntagsschute; 4 Uhr- Jungsrauenvercin; 8st« Uhr: Versammlung. 4'/, Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch, abends 8'/j Uhr: Bibelslunde. Jeden Donnerstag, abends l /S Uhr: Versammlung in Wieseck. Sonntag, tun 29. April: Altenbuseck und Beuern. Grünberg (Frankfurterstr. 23.): Jeden Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung. Bezirk Schotten. Sonntag, den 26. April abends 8 Uhr: Oesanggottes- dienst: „Naemann der Feldhauptmann von Syrien", Versammlung in Betzenrod und Ober-Mockstadt um 3 Uhr, in Selters um 8 Uhr, 28. Nidda, 29. Schotten, Bibelstunde, 1. Mai Betzenrod. Bezirk Sellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag, 12 Uhr: Sonntagsschule, • abends 8 llhr: Versammlung. Bezirk Friedkerg. Vorstadt zum Garten No. 8: Jeden Sonntag Abend 8 Uhr Versammlung.