Redakteur: StadtmMonar Herrmann-Gietzen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel Pfarrer Mockect-Frankfurt a. M.. m# WrtMaer h»r «RNa-rniiMnn Ve^laa bei' Rn^bbandluna d«^ Ms gen versuchte» Totschlags mußte er dafür drei Jahre ins Zuchthaus wandern und ist nach diesem ersten Lall mehr und mehr verkommen. Lin junger, fleißiger Mensch von 25 Jahren, die ein- zige Stütze seiner verwitweten Mutter, mit der er zu. sammen lebte, wohnte mit Freunden einer sogenannten Kirchweihfeier bei und geriet wegen eines Mädchens mit den Dorfburschen in Streit. Ls kommt zu einer Sch ägerei, an der sich schließlich alle beteiligen und die zu einer förnilichen Schlacht ausartet, hatten werden abgerissen und als Waffen gebraucht, der Frieden gebietende Bürgermeister wird samt den Polizisten tätlich angegriffen, und das Lude ist ein großer pro- zeß wegen tandfriedensbruch, der dem hoffnungsvollen jungen Menschen als Rädelsführer drei Jahre Zucht- Haus einbringt, worüber sich seine Mutter so grämt, daß sie kränkelt und stirbt. Zahlreiche andere Beispiele könnte ich noch an- führen, die den direkten Zusammenhang zwischen Alkoholgenuß und verbrechen in wahrhaft furchtbarer weise demonstriere», namentlich aus der Kategorie der Sittlichkeitsverbrecher, von denen, wie schon vorher erwähnt, mindestens 75 Prozent ihre schamlosen Untaten in der Trunkenheit oder den Rachwirkungen derselben begehen, wenn man dabei erwägt, daß die verbrechen gegen die Sittlichkeit von Jahr zu Jahr in wahrhaft erschreckender weise zunehmen, so gewinnen die auf eine Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs gerichteten Bestrebungen doppelt an Bedeutung. — wenn man diesen Zahlen und Beispielen nachdenkt, muß man dann nicht den Rauschtrank, heiße er nun Bier, wein oder Schnaps, als einen Räuber oder Totschläger brandmarken und ihm alle und jede Tischgemeinschaft kündigen? Drr gröftc ilritimtifr. ?iii Mann, der in glücklicher Ehe lebte und ein zwei Jahre altes Rind besaß, an dem er mit ^ großer Lüebe hing, hatte mit Bekannten eine sogenannte Bierreise gemacht und im taufe weniger Stunden in ihrer Gesellschaft für zwei Mark Branntwein und zehn Glas Bi r getrunken. Tr war infolgedessen im höchsten Grade aufgeregt. Zufällig wurde er Zeuge, als Schutzleute einen lange gesuchten Dieb arretierten, und mischte sich in seinem Dusel als- bald in die Angelegenheit, die ihn persönlich durchaus nichts anging. Tr ergriff die Partei des verhafteten, schlug sinnlos auf die Schutzleute ein und brachte sie beinahe ums teben. Lin Tumult entstand, er wurde verhaftet und bekam unter Anre i nung mildernder Umstände ein Jahr und zehn Monate Zuchthaus, wodurch sein Lamilienglück und seine bürgerliche Lzi stenz total vernichtet wurden. Lin anderer ebenfalls bisher unbescholtener Mann geht, nachdem er vierzehn Glas Bier getrunken hat, nach Hause. Lr rempelt cii ige friedlich dastehende Men'chen an, die sich das natürlich verbitten und ge- Was ein Poli?eibean»ter erzählte. Es war für mich eine der schwersten Aufgaben, die ich je zu erfüllen gehabt habe, als ich einen jungen Postbeamten zu einer Scheune führen mußte, in welcher er eine Anzahl von Briefen versteckt hatte, die von ihm unterschlagen waren. Wir mußten dabei an dem Zimmer der Eltern vorbei, die von dem schweren Vergehen des Sohnes noch nichts wußten. Als wir die Briefe unter dem Heu hervorgezogen hatten, war es meine Aufgabe, mit dem Sohne vor die Eltern hinzutreten, um ihnen die Nachricht von seiner Verschuldung und seiner Verhaftung zu nber- bringen. Als ich eben anklopfen wollte, hörte ich. wie der Vater drinnen gerade betete. Ich blieb stehen; denn ich wollte das Gebet nicht stören. Der junge Mensch stand neben mir, und ich merkte, wie er zusammenzuckte und einen Seufzer unterdrückte. Wir hörten nun, wie der Vater inbrünstig auch für den Sohn, das einzige Kind, betete; wie er flehte, der HErr möchte ihn doch nicht verloren gehen lassen, sondern ihn in den Versuchungen der bösen Welt bewahren. Der Sohn zitterte, itiib ein Strom von Tränen ergoß sich ans seinen Augen. Auch ich war aufs tiefste erschüttert. (Tötung durch Alkohol. In Friedenshütte in Schlesien bereitete sich ein Oberhäuer regelmäßig den Likör selbst und gab Ende November vorigen Jahres auch seinem vierjährigen Töchterchen einmal davon. Das Kind fand Geschmack daran (enthielt doch der Schnaps auch etwas Himbeersaft), trank am nächsten Tage unbemerkt so viel davon, daß es bewußtlos wurde, und starb trotz ärztlicher Bemühungen am andern Morgen an schwerer Alkoholvergiftung. Wie viele Eltern gefährden durch ihr Beispiel ihre Kinder in ähnlicher Weise, wenn auch die tragische Wirkung nicht so schnell erfolgt! Wer seine Kinder lieb hat, lehrt sie durch Wort und Beispiel alle alkoholischen Getränke meiden. Du suchst noch Vergnügen, die Lust dieser Welt, Schau um dich, rings stehn deine Garben im Feld! Geh, tanz nur zum Reigen, den Satan dir pfeift, Bald ist deiner Ernte Verderben gereift. Die Eimcbuldiaunatn des trinkers und die Antworten des Arztes. Trinker: Ein wenig Wein ist mir ein Bedürfnis; denn ich bin blutarm. Arzt: Ter Alkohol schwächt das Blut. Tri liker: Ich kann mein Gläschen Schiiaps nach der Mahlzeit nicht eiitbehren, weil, ich aii Verdauungsträgheit leide. Arzt: Der Alkohol verzögert die Verdailnng. Er macht für gastrische Störungen empfänglich, indem er die Magenschleimhaut reizt. Trinker: ltm weine heftig auftretendcn Kopfschmerzen zu vertreibeii, benötige ich des Alkohols, der mir auch das Entiverfeil meiner literarischen Artikel erleichtert. Arzt: Tie Kopfarbeit ivird durch beit Alkohol beeinträchtigt. Er erzeugt Blutandrang nach dem Gehirn und ist die Ursache heftiger Migränen. Seinem Einfluß ist die Abnahme der Intelligenz und das Abstumpfen des Geistes zuzuschreiben. Der Mensch vertiert allmählig. Trinker: Ich bin nervös, ein wenig Alkohol beruhigt mich, ivenn ich überreizt bin. Arzt: Er beruhigt allerdings, bis Sie vom Zittern der Alkoholiker heimgesucht werden. Ihm verdanken Sie die wüsten, schivercii Träume nachts; er martert Sie tagsüber iinaiifhörlich durch Halluzinationen. Die nervösen Alkoholiker bevölkern unsere Jrrenaiistalten; sie verfallen dem Delirium tremens. (Säuferwahnsinn). Trinker: Ta ich leberleidend bin, trinke ich dann und wann ein Gläschen Likör. Arzt: Ter Alkohol stört die Funktionen der Leber, indem er dies Organ kongestionicrt und entzündet. Entweder bringt er fettige Entartungen zum Entstehen, oder sein verderblicher Einfluß ist die Ursache von Schrumpfungen, Verhärtungen und warzenförmigen Gebilden aus der Leber. Ter Kranke wird von der Leberzirrhose (Bindgewebe Durchwachsungen) der Trinker befallen. Trinker: Wenn mich Nierenschmerzcn quälen, beruhigt mich ein Gläschen geistigen Getränks. Arzt: Der Alkohol beivirkt Nierenschund. Trinker: Ich bin schwach und brauche ein Slärkungsmittel. Arzt: Es ist Tatsache, daß der Alkohol dem ganzen Organismus gleichsam einen Peitschenhieb gibt. Aber diese Wirkung ist nur vorübergehend, die Gegenwirkung daher dauernd. Trinker: Ist der Morgen ncbelfcucht, so vertreibt Branntwein den Nebel und erwärmt mich. Arzt: Der Alkohol treibt das Blut ins Gesicht, daher dies Wärmegefühl. Aber das Blut, das sonst im Innern des Körpers geblieben wäre, tritt an die Oberfläche und erkaltet, so laß, weit entfernt, Sie zu erwärmen, der Alkohol ein Wärmeei itzieher ist. Trinker: Da ich arm bin, kann ich mir nur geringwertige Speisen gönnen. Ich brauche also Branntwein zu meiner Ernährung. Arzt: Der Alkohol kann nicht als ein Nahrungsmittel gewertet werden; denn er enthält weder Eiweiß, noch Kohlenstoff, noch Phosphor, noch Eisen. „Der Wein macht lose Leute, und stark Getränke macht ivild; wer dazu Lust hat, wird nimmer iveise." (Sprüche 20, 1). G. Barbant. €in alter Abstinent- Prediger in Köl i machte in dieser Stabt eine interessante Bekanntschaft. Er schreibt darüber: Bor kurzem kam ich mit einem 70jährigen vand- werker in Unterredung. Ich interessierte mich besonders für dieses noch so rüstige, gewandte und aufgeheiterte Männchen. „Nun, Sie sind ja noch recht rüstig und munter für Ihr "Alter, Herr "Nachbar/' redete ich ihn an. „Ja, dao iuiü ich Ihnen sagen, wo das herkommt, ich habe nämlich in meinem ganzen Leben noch keinen Tropfen Alkohol getrunken." Attf mein Erstaunen und weiteres Befragen teilte er mir noch etwa folgendes mit: „Mein Großvater, ein Belgier, der noch die meisten Feldzüge Napoleons » itmachtc, ist l(i3 Jahre all geworden, und mein Pater erreichte ein Alter von 97 Jahren. Beide haben ebenfalls in ihrem Leben nie geistige Getränke ge- trunken. Ich bin sechs Jahre in England gewesen, längere Zeit in Italien und Frankreich, habe aber nie ein Glas mit Alkohol berührt. Ich bin daher auch in meinem Leben nie krank gewesen. „Junge, Junge, wenn du gesund bleiben und alt werden willst, dann trint' keinen Alkohol," hat mein Vater oft gesagt. So habe ich's nun bisher gehalten, und meine Frau und meine Tochter sind mit mir vollständig eins in dieser Sache und befinden sich dabei ebenfalls recht wohl." Ccute die nie Schuld haben. findet oft Leute, die es zu nichts bringen, i$yij| trotzdem die besten Vorbedingungen für allerlei Erfolge vorhanden sind. Fragt man sie, warum das so ist, so sind sie selbst nie schuld daran. Haben sie eine gute Stellung, so halten sie es dort nicht lange aus. Selbstverständlich sind die Verhältnisse schuld daran, oder die Kollegen sind zanksüchtig, falsch und eingebildet, oder der Chef nutzt sie zu sehr aus. Wagt man vorsichtig zu fragen, ob es vielleicht an ihrem Fleiß, an ihrer Verträglichkeit, an ihrer Ausdauer liegen könnte, so weisen sie das kräftig zurück. Selbst wenn sie sich grobe Vergehen zuschulden kommen ließen, so sind doch andre Leute schuld daran. Diese haben sie schlecht beeinflußt, verführt und dergleichen mehr. Daß kein Mensch sie schlecht Pstegt die kleine reine Hansgemeinde. Ein junger Japanese schrieb aus Neuyork nach Hause: „Was meint ihr, daß das größte Wunder sei, das ich in Amerika gesehen habe? Das Palasthotel, dies größte Gasthaus der Welt, oder die Pazifikbahn? Das Felsengebirge oder die großartige Brücke über den Eastfluß? Die Reichtum der Reuyorker Kaufherren oder der Massen Zeitungen, die täglich erscheinen? Das Bibelhaus? Nein, nein, nein! Nun, was denn? Das christliche Familienleben!" Es kam ein Enget und stärkte ihn. In einer Religionsstunde fragte ein Lehrer, als er von Gethsemane erzählte, womit wohl der Engel Jesum gestärkt hätte. Da sagte ein kleines Mädchen: „Der Engel wird dem Heiland die Seelen aller derer gezeigt haben, die durch seinen Tod erlöst wurden." Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten, und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie oft habe Ich Deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; aber ihr habt nicht gewollt. Matth. 23, 37. Versammlungsanzeigen rc. bis zum 15. 1. 14 erbeten. beeinflussen noch verführen kann, wenn sie nicht daraus eingehen, kommt ihnen nicht in den Sinn. Schließlich gehören sie zu denen, die ewig stellenlos sind und werden sich selbst und ihren Mitmenschen immer mehr eine Last. Wenn sie Unfrieden in der Familie haben, so liegt das selbstverständlich an Vater nnd Mutter und den Geschwistern. Selberkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, da es aber an der Selbsterkenntnis fehlt und sie dieselbe gar nicht aufkommen lassen wollen, so komnien sie nie zu diesem Schritt und gehen, wenn nicht äußerlich, so doch innerlich immer weiter bergab. „Man verliert doch zu viel, wenn man mit der Bibel ernst macht und wirklich sich bekehrt oder zu Jesu kommt, wie ihr immer sagt." „Ich will dir sagen," so ungefähr antwortete ein Arbeiter, der es wissen konnte, „was ich dadurch oer- loren habe, daß ich mich bekehrte. Ich habe zuerst Zank und Tränen in der Familie verloren; ich habe den wackligen Tisch und die schmutzigen Stühle, auf die sich kein anständiger Mensch mehr setzen mochte, verloren und nach und nach neue anschaffen könne», ebenso habe ich meine sonst immer zerrissenen, dreckigen Kleider und Schuhe verloren; ich habe die alten unordentlichen Freunde, die in Wahrheit meine ver- derber waren, verloren. Und vor allem habe ich das alte, befleckte Gewissen verloren und Freude und Frieden in den Wunden meines Heilandes gefunden!" Umammlungsaitzeigen H (Versammlungen innerhalb der Landeskirche) Bezirk «letzen. 5tadtmission 6iefjen, föberftralje 14. Jeden Sonntag 1'/, Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8'/ t Uhr: Versammlung. 4*/* Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch, abends 8'/, Uhr: Vibelstundc. Bezirk «rotzen-Kinden. 18. Januar Vers, in Großen-Linden, Leihgestern, Aliendorf, Hörnsheim, Münchholzhausen, Kinzenbach. Bezirk Sellnrod. Sellnrod: Jeden Sonntag, 12 Uhr: Sonntagsschule, abends 8 Uhr: Versammlung. Bezirk Alsfeld. Stadt Mission Alsfeld (am Kreuz). Jeden Sonntag um 11 Uhr» Sonntagsschule; abends 8'/, Uhr: Versammlung. Freitags: Bibelstunde. Bezirk Weder Weisel. Sonntag, den 18 Januar verlegte Brüderratssitzung und Männer- und Jünglings-Konferenz; abends Fauerbach, 21. Münster, 22. Nieder-Weisel, 23. Butzbach. Vom 18.—25. Jan. kvangellratlon In Klrcbflön*. Bezirk Friedkerg Vorstadt zum Garten Nr. 8: Jeden Sonntag Abend und Donnerstag Abend 8'/, Uhr Versammlung.