„J; Wissen istsnach Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung 9 Nummer 4 Dienstag, den 2 7. Januar 1914 3. Jahrgang Mißbrauchte und befreiende Technik. Von Eberhard Zschimmer. 5(Schluß.) Allen Pessimisten zum Trotz behaupte ich nun: Unser techuisches Zeitalter wird in einer genialen Periode gipfeln, herrlicher und großzügiger, kühner und tiefgründiger, als jemals eine auf der Erde dagewesen ist! Die Technik schafft, das gilt es vorerst zu sehen, eine un⸗ geheuer breite Basis des Kulturlebens, einen Maßstab der Verhältnisse, der sich ähnlich abhebt von allem bisher Dage⸗ wesenen, wie die Ereignisse in der großen Welt von den Vor— gängen in den kleinen Städten und ihren engen Gäßchen. beit herzugeben, in der potenzierten Verbesserung der Me— thoden und Instrumente der Arbeit, darin besteht der Reich— tum, der jetzt vollbringen kann, was bisher kein Erlöser ver⸗ mocht hat.... Die Menschheit, die sich lebend untereinander und mit den toten Dingen dieser Welt zu ergänzen versteht, sie ist es, welche das höchste Wesen göttlicher Vollkommenheit leibhaftig darstellt.“ Das ist der große, starke Lebensglaube eines wahrhaft begeisterten Technikers, der echte, tatenfrohe Idealismus, auf den sich alle Kultur als auf ihren Grundpfeilern stützen muß.— Aber wer kennt ihn nicht, den stumpfen Blick aus den entgeistigten Augen ideenloser Tatsachenesel, wenn sie etwas von Philosophie und Idealismus der Technik hören? Denn wir stehen vor den goldenen Toren eines Riesen⸗ baues, an den Stu⸗ Ihr dummsironisches Lächeln hat ihnen schon allzuviele Tor— heitsfältchen um die fen einer neuen Kul- tur, die so riesen⸗ haft ist, daß nur wenige imstand sind, von hier aus das Mundwinkel gezeich⸗ net, als daß lohnte, mit solchen Leuten über große Dinge zu reden. Die 3 28 künftige dieses Le— Geschite hat sie nie bens sich im Geiste gefragt, wann es zu vergegenwärti⸗ galt, eine neue Zu— ge; weiß man doch kunft zu schaffen. am Fuße eines Und jene ande— Bergriesen niemals, ren, jene erklärten wen man eigentlich Feinde der Technik, vor sich hat.— unsere Kulturpessi— Und die Techniker misten?— O die sind es, die das hören wir mit der Fundament dieses größten Gelassenheit Bauwerkes erschaf⸗ an, Ist es doch ge— fen, von deren Ar- rade das Unbegreif— beit wir doch nur erst die schüchternen „Stammt die Menschheit vom Go⸗ rilla ab“, sagt Sal⸗ tus,„dann werden aus Menschen Götter werden*Die Geschichte vom Olymp ist nur eine Erzählung von dem, was hätte kommen können. Was damals hätte kommen können, das kann noch kommen.“ Und Wells bringt von Amerika denselben Glauben in das müde Europa mit:„Noch nie hat es ein Zeitalter gegeben, das auf geistigem Gebiet so frucht⸗ bar gewesen wäre wie unseres. Zwar haben wir gegenwär⸗ tig Schreibenden und Denkenden und Forschenden nichts, was sich mit den großartigen Ruhmestiteln und höchst indi⸗ vidualisierten Leistungen der großen Persönlichkeiten der Vergangenheit auf eine Linie stellen könnte. Und doch ist es wahr, daß wir, alles in allem genommen, unendlich viel mehr bedeuten.“ Auch unser alter Dietzgen sieht schon die große kul⸗ turelle Befreiung durch die Technik vor Augen:„Was das Volk berechtigt, an die Erlösung von tausendjähriger Qual nicht nur zu glauben, sondern sie zu sehen, sie tatkräftig zu erstreben, das ist die feenhafte produktive Kraft, die wunder⸗ bare Ergiebigkeit seiner Arbeit. In den Geheimnissen, welche wir der Natur abgelauscht, in den entdeckten Zauber ⸗ formeln, mittels der wir sie zwingen, unseren Wünschen zu willfahren, ihre Spenden nunmehr fast ohne Mühe und Ar- 5 . — 7— Anfänge sehen.——. turhecric Lebigt. Hari æum llufunousbruds ous cler Huel. Sluruufimol lib liche, was sie so schreckt— uns zur größten Genugtu⸗ ung. Die armen Liebhaber der Ver— gangenheit und der gealterten Musen, sie tun uns leid. Doch mehr als Mitleid können wir ihnen nicht gewähern; mögen sie unseren Bau verachten und soviel sie wollen, nur stören lassen wir uns nicht! Das Gespenst der Gleichheit, was auf diese schönen Seelen in dem Riesengange der eben erst begonnenen technischen Kultur einen so schreckhaften Eindruck macht. Wo früher kostbare Kleinigkeiten, engbegrenzte, für nahe Winkel berechnete Kulturwerke geschaffen wurden, in deren handwerklich-intime Form der Geist eines Einzelnen gebannt erschien, da treten jetzt Massen auf, geformt und in Be⸗ wegung gesetzt nach einem das Denken von Tausenden in sich schließenden Plan. Wir sind über Nacht dazu berufen worden, ein Tita⸗ nengeschlecht zu werden. Uns reizt es jetzt, mit Göttern Händel zu haben, uns am Größten, Gewaltigsten zu ver- suchen, wir schrecken vor nichts mehr zurück. Denn wir fühlen eine Macht in uns wachsen, die Macht einer überpersönlichen, fast unausdenkbaren Intelligenz, die sich ihrer selbst in un⸗ seren Gedanken bewußt wird als der von der Beschränktheit des individualistischen, intuitiven Erlebnismenschen der früheren Perioden emanzipierte objektive Sinn einer Jurch ruluomucie Hiubrubhe Keuen Kultur, in den wir uns jetzt stellen. Der Geist der Technik bereitet sich vor zur Eroberung der Welt, zur Schöpfung einer neuen Zeit, die alle bisherigen Begriffe übersteigt. Eine ungeheure Resonanz im ganzen Menschengeschlechte, eine alles ergreifende Gemeinschaft, Vertausendfachung des Inhaltlichen, der Kulturmaterie prägt dieser für uns noch namenlosen Umgestaltung der Wirklichkeit ihren Stil auf. Um in dieser unüberwältigenden Großzügigkeit des Lebens persönlich zu wirken, werden mächtige Schöpfer, vielleicht in den tiefsten Schichten des Volkes, die den objektiven Geist gleichwie ihren eigenen natürlichen Besitz mit übermenschlich scheinender Energie ausstrahlen: Die Genies der Zukunft, die berufen sind, dies kümmerliche Zwergengeschlecht der Tradition zu entsetzen. Und diese werden die Furcht vor dem Gespenst der Gleichheit zu bannen wissen. Sie werden es dienstbar machen ihrer grandiosen, die Wucht einer Vertausendfältigung ver⸗ tragenden Schöpfung neuer individueller, aber riesen⸗ hafter, monumentaler Formen der Kultur. Sehen wir den Kulturpessimismus unserer Zeit bei Lichte an, so ist er in letzter Hinsicht weiter nichts als das Bekenntxis der gräßlichsten Angst vor den Wirkungen des Quantitätsfaktors des modernen, auf Hervor⸗ bringung des unendlichmal Gleichen, des Massenhaf⸗ ten gerichteten technischen Schaffens. Wie gesagt: Die Furcht vor dem Gespenst der Gleichheit. Die Technik demokratisiert uns zum größten Schrecken einer beschränkten Eitelkeit, die jetzt ihre Mittelchen verloren gehen sieht, einige wenige Menschen, die in der Wahl ihrer Eltern vorsichtig genug waren, als etwas ganz Besonderes und Bewundernswertes erscheinen zu lassen. Diese probaten Mittelchen sind: Gute Erbschaft und Standesprivilegien bei im übrigen nur mäßiger Intelligenz, um sie schlau und sinnig zu benutzen. Gar schrecklich ist es nun, daß die heran⸗ nahende Zeit das Verdienst, hohe Eltern zu haben, nicht mehr gestatten will, auf Kosten der Hunderttausende, die zur Gleichwertigkeit verdammt sind, ein individuelles Eigenleben zu führen. Es droht also jetzt die Bankerotterklärung eines Rechts— systems, in dem nicht mehr das Blut, sondern der Intellekt, die Leistungsfähigkeit, das Verdienst um die menschliche Ge— samtheit als Recht begründende Momente gelten— es marschiert die Demokratie. Und kein Zweifel— Freund und Feind erkennen es mit gleicher Schärfe—: Das wird das Werk der Technik! Kann nicht jeder berufene Schöpfer von neuen, indi- diduellen Formen gerade die ungeheure Resonanz der Vertausendfältigung benutzen, um mit einer Macht zu wirken, die noch ganz unbeschreiblich ist? Kann er mit dieser„jedem dienenden Waffe“ der Gleichheit nicht ebenso stark das ihm Widerstrebende in der Kulturentwicklung aus dem Felde schlagen? ö Die künftigen großen Geister werden so schaffen und kämpfen. Sie werden den Schwung von Millionen in ihren Arm legen und mit Kraftstreichen einhauen, wenn sie etwas zu sagen haben. Ihre Wirkung wird ein Spiel mit Massen sein, und eine Sprache werden sie führen, ein Strich wird ihnen eigen sein, der in der Kraft der Wiederholung erst feine volle Stärke gegen die Stärke des andern im Kampf⸗ spiel der Titanen zeigt. Ihre Siege werden durch Millionen beben: Die Gleichheit wird ihre Wucht ver⸗ körpern!— Der Individualismus stirbt an der Technik? Nein, er rlistet sich zur stärksten Form seines Ausbruchs. Er beschränkt sich von neuem auf ein kleines Geschlecht, klein an Zahl, weil von übermenschlicher Kraft: Das kommende Geschlecht der mächtigen, aus der Masse des Volkes ausgewählten Geister. Die Technik bereitet ihnen den Boden. Sie reicht ihnen das gewaltige Werkzeug ihres Schaffens: Das Werkzeug der Weltbezwingung! Aber sie fordert eben auch wirkliche, ge⸗ borene Weltbezwinger— Weltbezwinger„von „Gottesgnaden“. a N 5 2 N Kircheuaustrittsbewegung und Sozialdemokratie. (Fortsetzung) 3 Schließlich ist noch ein drittes Moment von ungeheurer Wuc bei alledem nicht zu übersehen. Es besteht darin, daß unserer 5 und damit auch unseren Parteigenossen immer klarer wird, d die von den Herren der Kirche durch die Jahrhunderte bis heute einmütig und eifersüchtig verkündigte Lehre, seder Mensch müsse auch ein religtöser Mensch sein, eine Fiktion ist. Mehr noch rein instinktiv und ganz empirisch, als infolge wissenschastlicher Forschung gilt es heute auch unseren Parteigenossen als selbstverständlich, daß ernstes religiöses Interesse stets nur der Ausdruck einer besonderen religiösen Veranlagung und Begabung sein kann, und daß unge⸗ heuer vielen, vielleicht der Mehrzahl aller Menschen, dlese eigent⸗ liche Begabung fehlt. Die Schlußfolgerung daraus liegt nahe, daß alle religiös Unbegabten geradezu ein Recht und eine Pflicht haben, die Kirchengemeinschaften von ihrer Zugehörigkeit zu befreien. Und da endlich die heute immerhin leichter mögliche soziale, recht⸗ liche und politische Bewegungsfreiheit auch die Gelegenheit von Jahr zu Jahr reichlicher bietet, die praktische Konsequenz daraus zu ziehen, so ist aus alledem nur zu verständlich, daß die Kirchen⸗ austrittsbewegung in den Reihen der Parteigenossen rasch wuchs, und daß die allergrößte Wahrscheinlichkeit besteht, daß sie auch in Zukunft nicht nur nicht zum Stillstand kommt, sondern, freilich mehr ruckweise als im gleichmäßigen Fluß, noch viel stärker zunehmen und dabei Dimensionen erreichen wird, die heute kaum noch zu er⸗ kennen und zu übersehen sind. Diese Zukunftswahrscheinlichkeits⸗ rechnung gründet sich darauf, daß die Ursachen, die die Austritts⸗ bewegung bisher veranlaßten, auch künftig nicht verschwinden, sondern vielmehr noch zunehmen werden.. Angesichts dieser wahrscheinlichen Zukunftsentwicklung liegt nun, wie ich glauben möchte, in der Tat für die Partei der erusteste Anlaß vor, den veränderten Tatsachen gegenüber auch eine ver⸗ änderte Haltung zu suchen. Die absolute, rein passive Neutralität erscheint nicht mehr ausreichend, eine Revision derselben irgend⸗ wieweit ist notwendig. Wird sie nicht gefunden, so läuft die Partek Gefahr, in einer sehr wichtigen, geistigen und kulturellen Angelegen⸗ heit für ihre Anhänger als Führerin zu versagen und die Führung an Leute abzugeben, die schlechterdings nicht berufen sind, Partei⸗ genossen ins Schlepptau zu nehmen: ich meine das vorwiegend aus Bürgerlichen zusammengesetzte Komitee Konsessionslos. Auch in bezug auf das kirchliche und religiöse Problem muß allein die Partek für die Parteigenossen richtunggebend bleiben. Allerdings halte ich es nun für ausgeschlossen, daß im Verlauf dieser Revision die Partei auf den Boden einer der von mir vorhin cha rakterisierten Gruppen treten könnte. Sie kann den Freidenkern nicht folgen, weil diese Religion und Weltanschauung miteinander verwechseln und der Religlon über⸗ haupt jede Daseinsberechtigung absprechen. Das aber ist blutigster Diletantismus, mit dem sich eine Partei, die eine Kulturpartei sein will, nie kompromittieren darf. Religion ist ein ganz 3 Produkt menschlichen Geisteslebens als Weltanschauung. Sie ist der Ausdruck einer durch die Jahrtausende menschlicher Kulturentwick⸗ lung erworbenen Eigenschaft, deren Aeußerungsformen sich zwar je nach den gesellschaftlichen Verhältnissen ändern, die selbst aber der Menschheit auch in Zukunft schwerlich verloren gehen wird. Die neue religiöse Welle, die sich in unseren Tagen sichtlich erhebt und die keineswegs eine bloße Zusammenbruchserscheinung der heutigen kapitalistischen Gesellschaft ist, beweist das für jeden, der Augen hat zu sehen, von neuem. Die Partei kann aber auch den Forderungen und Gedanken⸗ gängen der Gruppe Liebknecht nicht folgen. Denn diese ignoriert zwar nicht völlig die religiöse Seite des Kirchenaustritts⸗ problems, schätzt sie aber viel zu gering, geradezu als eine Bagatelle ein. Liebknecht, Oehme, Vogtherr meinen zwar, daß es jedem Parteigenossen, den man von Klassenkampfgesichtspunkten aus zu ist weder eine Landes- noch ei 5 1 Klassenstaat, der sie freilich seterlich anerkennt, 3 1 rechtliches wie praktisches Verhältnis als d was sich dann auch in der dem preußischen Oberkirchenrat in Berlin unkerstellt sind, ist in; leder Beziehung viel schärfer ausgeprägt als derjenige der einzelnen auch organisatorisch ganz selbständigen Kirchen der neuen preußischen Provinzen. Die Landeskirche des Königreichs Sachsen sucht heute schon in sehr auffällsger Weise einen immer mehr entgegen⸗ kommenden Modus vivendi mit der so sehr erstarkten sozialdemo⸗ Tratichen Masse und arbeitet in vielen ihrer Geistlichen immer ernst⸗ licher an einer Abstreifung ihrer früheren der Arbeiterklasse feind⸗ lichen Taktik. In Sachsen⸗Meiningen ist unter dem Drucke des modernen Geistes die Trennung von Kirche und Schule bereits durchgeführt worden. Die kirchliche Verfassung Hamburgs und Bremens ist im Vergleich mit anderswo in Deutschland überaus demokratisch; und die süddeutschen protestantischen Kirchen haben wieder einen anderen Geist und Zuschnitt als alle bisher genannten. Das alles verhindert also, daß man diese einzelnen Landeskirchen schablonenhaft gleich behandelt. Wollte sich die Partel auf eine pPolitische Bekämpfung derselben einlassen, so müßte sie mindestens, um Erfolg zu haben, in dieser Bekämpfung stark individualisieren. Noch unmöglicher aber ist es für die Partei, sich, wie das fein 9— Professor Ostwald offenbar heiß ersehnt, dem Komitee onsessionslos anzuschließen und unter dessen Fahnen den Kirchen⸗ austritt zu betreiben. Das würde die Auslieferung der Partei an eine noch dazu überaus verschwommene und aller Wahrscheinlichkeit nach auch rasch vergängliche bürgerliche Kulturbewegung bedeuten. also eine Selbstenthauptung, die unter uns überhaupt nicht diskutabel ist. . So notwendig also eine Revision der bisherigen Taktik der Partei dem religiösen Problem gegenüber auch erscheint, sie kann nicht darin bestehen, daß die Partei den Forde⸗ rungen der Freidenker oder den Schlagworten Liebknechtsoder garden Ansprüchen des Komitees Konfessionslos folgt.(Schluß folgt.) 4 Kalk und Körperentwicklung. 8 Von Prof. R. Emmerich und Dr. O. Loew. . Kallarmut und Kalkreichtum prägen sich im Gesund— heitsgrade der Menschen und Tiere aus. Am auffallendsten tritt dieses Naturgesetz uns entgegen, wenn zwei benachbarte 1 Gebiete mit einander verglichen werden, von denen das eine kalkarmen, der andere kalkreichen Boden besitzt. Solche Distrikte sind z. B. die von Forbach und von Spichern, wo⸗ rüber Geh. Rat Dr. G. Feist, der in jenen Gegenden früher als Arzt tätig war, sehr wertvolle Mitteilungen gemacht hat. . Forbach, das am Fuße eines Ausläufers der Vogesen liegt, hat in seiner Umgebung lediglich Sandstein, während Kalk nur auf den entfernten höheren Gipfeln anzutreffen ist. In jenen Gegenden sind nun Knochenbrüche bei hochträch⸗ tigen Kühen ungemein häufig, ferner leiden schwangere Frauen oft an Knochenerweichung, so daß sie an Krücken herumgehen müssen. Kinder werden rachitisch, sodaß sie selbst im Alter von 3 bis 4 Jahren noch kaum laufen können und krumme Beine bekommen. Die Ferkel laufen nicht fröhlich umher, sondern liegen meist apatisch am Boden. Nur 4 bis 5 Kilometer von Forbach entfernt liegen die Dörfer Gaubibingen, Thetingen, Tentlingen und Spichern, umgeben von einer Kalkformation. Der Unterschied, det sich hier dem aufmerksamen Beobachter darbietet, ist gerade⸗ zu überraschend. Die Leute sind kräftige und gesunde Ge— stalten und bei den Tieren sind keinerlei schwache Knochen mit ihren traurigen Folgen zu beobachten. In neuester Zeit wird Mehl aus Ungarn in diesem Kalkdistrikt importiert, w il es backfähiger ist als das Mehl aus einheimischem Ge— treide. Das ungarische Mehl aber soll kalkärmer sein und man fürchtet, daß nach längerem Gebrauch eines kalkarmen Brotes auch bei diesen Einwohnern allmählich gewisse schãd⸗ liche Folgen sich zeigen könnten. . Aus dem Buntsandsteindistrikt des Schwarzwaldes be⸗ richtete uns Tierarzt und Schlachthofdirektor Dr. Zeeb: Da in der hiesigen Gegend(Freudenstadt) mit seinem Buntsand⸗ steinboden sich die allgemeine Kalkarmut bemerkbar macht und darunter sowohl Menschen wie Tiere viel zu leiden haben, so möchte ich an mir selbst und auch an meiner Familie das Chlorcalcium versuchen. Bei den Tieren tritt die Osteomalazie hier oft geradezu seuchenartig auf, Ich glaube, daß man bei Behandlung dieser Krankheit mit Chlorcalcium weit bessere Erfolge hätte als mit dem gewöhnlich verabreichten Futter⸗ alk, dessen Wirkung oft zu wünschen übrig läßt. Dr. 5traumer weist darauf hin, daß das weiche, kalkarme Wasser, as die meisten großstädtischen Wasserleitungen liefern, der eit gar nicht forderlich ist Früher hat man bei Beurteilung des Nährwerte mensch⸗ licher Nahrungsmittel die Mineralstoffe fast ganz vernach⸗ lässigt, obgleich unter diesen der so nötig Kalk oft in auf⸗ fallend geringer Menge vorhanden ist; diese Vernachlässigung wurde vor einigen Jahren im Archiv für Rassenhygiene ge— ziemend getadelt.„Die Kalk essenden Kinder und schwangeren Frauen, heißt es dort, vermochten in dieser Wissenschaft, die bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts in der Hauptsache auf den Eßgewohnheiten von ein paar Arbeitern beruhte, keinen Eindruck zu machen.“ Auf jenem veralteten Stand— punkt stehen heute noch die, die behaupten, sämtliche Mineral nährstoffe seien in der menschlichen Nahrung in genügender Menge vorhanden. Je eher diese Meinung aufgegeben wird, desto besser ist es für das körperliche Wohl unseres Volkes. Es ist garnicht zu leugnen, daß kalkhaltige Nahrungs- mittel, wie z. B. Calciumbrot, eine wichtige gesundheitliche Mission erfüllen. So rasch als möglich sollten sie besonders in jenen Gegenden eingeführt werden, in denen Granit- und Sandstein vorherrscht, und wo nur weiches Wasser zur Ver— fügung steht. Sie würden sich hier bald als ein wahrer Segen erweisen. Die Wiege des Jukareiches. Dem amerikanischen Professor Bingham, der schon in den Jahren 19061911 sehr ergebnisreiche Forschungen im Jnkareiche unternommen hatte, ist es auf einer im Jahre 1912 vorgenommenen, von der Nationalen Geographischen Gesellschaft in Washington und der Nale⸗Universität durch reiche Mittel unterstützten Expedition in die Hochanden gelungen, dort auf dem Gipfel eines Berges die sagenhafte Wiege des Inkareiches zu entdecken. Als die Spanier im 10. Jahrhundert erobernd im Amerika vordrangen, da stießen sie auf ein großes Reich, das sich von Ecuador bis Chile erstreckte und dessen Bevölkerung im Gegensatz zu den übrigen wilden Horden des neuen Erdteiles eine hohe Kultur aufwiesen. Die regierende Kaste des Landes waren die Inkas, die sich allmählich die rohen Volksstämme unterjocht hatten und diese in freilich durchaus aristokratischer, aber friedlicher und gütiger Herrschaft hielten. Obgleich dem Volke eiserne Werkzeuge unbekannt waren, wurden viele Handwerke mit Erfolg geübt. Der Ackerbau blühte und mächtige Bauwerke legten Zeugnis von der hohen Zivilisation des eigenartigen Reiches ab. Die Spanier als die Vertreter der alten „Kultur“ durchzogen das Land raubend und mordend, machten den letzten Inkaherrscher Atahualpa nieder und stürzten die Bevölkerung in Elend und Verwilderung. 5 Gleichzeitig brachten sie nach Hause Kunde von einer Art heiliger Stadt, der Inkas Tam pu Tocco genannt. Diese Stadt sollte von den Inkas als Zufluchtsort gebaut worden sein, nachdem sie Jahrhunderte früher aus ihren ursprünglichen Wohnsitzen durch wilde Horden vertrieben worden waren. Nachdem sie dann in dem in einer der unzulänglichsten Gegenden der Anden gelegenen Tampu Tocco ihre kriegerische Kraft wieder gewonnen hakten, zogen sie in langer Wanderung nach Cuzko, wo sie das berühmte Inkareich gründeten. Doch blieb Tampu Tocco ihr„Mekka“, dessen Geheimnis sie ängstlich vor den Spaniern hüteten. Bis jetzt war alles Suchen nach der sagenhaften Wiege des Inkareiches vergeblich. Eine auf die Aussage von Indianern sich stützende Vermutung, daß das kleine Dorf Pacarikampu identisch mit jener Stadt sei, erwies sich als hinfällig, da die Gegend nichts, was an eine Höhle erinnerte, d. h. nichts Geschütztes hatte und ebenso wenig etwas zu entdecken war, was den Namen„Fenster“ gerechtfertigt hätte. Tampu heißt näm⸗ lich Höhle und Tocco: Fenster. Dagegen treffen beide Merkmale auf die von Prösessor Bingham entdeckte Stadt zu, wie auch schon die Großartigkeit der aufgefundenen Bauten darauf hindeutet, daß es sich hier um einen Mittelpunkt der Inkakultur gehandelt haben muß. Einen sehr interessanten, mit Abbildungen geschmückten Bericht bringt die Zeit⸗ schrift Umschau in ihrer Nr. 3 aus der Feder von Dr. Th. Arldt Der Ort, den Bingham im Jahre 1911 zum ersten Male erblickte, liegt auf dem schmalen Rücken eines Berges der Hochanden im Ge⸗ biet des reißenden Urubamba, 750 Meter über dem seinen Fuß umspülenden Fluß im heutigen Peru. Die Gegend ist so unzu⸗ gänglich, daß nicht einmal Maulesel dahin gelangen konnten, son⸗ dern daß man sich unter unendlichen Mühen einen Fußpfad schafsen mußte, den die indiauischen Träger benutzen konnten. Tampu Toccd oder Machu Piechu, wie der Ort jetzt heißt, lag ganz unter üppig wucherndem tropischen Urwald verborgen. Nach den viele Wochen dauernden Aufräumungsarbeiten zeigte sich das Bild einer terasseuy⸗ förmig gebauten Stadt. Die Häuser sind fast alle andert Stockwerk hoch und sind aus unregelmäßig mit Steinhämmern be⸗ hauenen Steinblöcken aufgebaut. Die 8 ebenso herge⸗ 'stellte, aber an Großartigkelt alle seither in Amerika entdeckten Ruinen übertreffende Bauwerke. Der bedeutendste unter ihnest hat drei große Feuster, von denen also vermutlich der alte Nause der Stadt herrührt. Auffallend ist die große. von Treppesß⸗ wegen, von denen einige bis zu 150 Stufen haben. Dabei sind gehauen, was bei den unzulänglichen Werkzen gen al ganze Stnsenreihen aus einem einzigen Block 10 mühevolle Arbeit erfordert haben muß. Ueberhaupt steckt in der Stadt eine Arbeit, die sich sicher über Jahrhunderte erstreckt haben mag. Häuser und Tempel lassen einen nicht gering entwickelten Kunstsinn der Bewohner erkennen. Eine besondere Sorgfalt 7 die Bevölkerung auf eine starke Verteidigung gelegt zu haben. Die ganze Stadt ist in Gruppen von 6 bis 10 Häusern einge⸗ teilt und jede solche Gruppe hat nur einen einzigen Torweg, der im Innern noch besonders befestigt ist. Obgleich die Stadt selbst schon durch ihre eigenartige Lage nahezu vollkommen gegen jeden An⸗ griff gedeckt ist, ist sie doch von zwei großen Steilnwällen umgeben. Der äußere Wall zieht sich nach einem der zunächst gelegenen Berge über einen schmalen Grat, dann folgt eine ausgedehnte Reihe von Ackerbauterrassen, die von Steinen eingefaßt waren, dahinter ein steiler trockener Wallgraben und hinter diesem der 4½ bis 6 Meter hohe innere Wall, der aus den größten Steinblöcken aufgetürmt war. Außerdem befand sich noch auf dem benachbarten Gipfel eine Signalstation. Für die damalige Technik der Kriegsführung muß die Stadt infolgedessen tatsächlich uneinnehmbar gewesen sein. Da die Stadt bis jetzt also noch völlig unberührt war, so ist die Ausbeute an Gerätschaften, Schmuck, Gefäßen usw. eine außer- ordentlich große und wertvolle. Man darf von ihr wichtige etymologische Aufschlüsse erwarten. Für die Paläontologie, die Knochenlehre, sind besonders wertvoll die in den 52 bis jetzt ent⸗ deckten Grabstätten aufgefundenen Skelettreste. So verspricht die weitere Untersuchung der interessanten Stadt der Wissenschaft eine reiche Ausbeute. Nach den Vermutungen Binghams ist die Stadt vor zirka 2000 Jahren erbaut worden. Bingham hat auf seiner Expedition auch noch eine Reihe anderer Inkastädte besucht und überall ein reiches wissenschaftliches Material gesammelt. Er hat ferner ausführliche Karten der von ihm besuchten Gegenden aufgenommen, so daß seine Reise einen großartigen Erfolg zielbewußter wissenschaftlicher Arbeit darstellt. Aus unserer Sammelmappe. Der Vorgang beim„Gedankenlesen“. Wie genaue wissenschaft⸗ liche Analysen durch Geh. Rat Prof. Dr. Sommer in Gießen zeigen, liegt der„Gedankenübertragung“ oder dem„Gedankenlesen“ folgender psychologischer Vorgang zugrunde: Der Experimentator Hat ein besonders feines Gefühl für die unbewußten Ausdrucks⸗ bewegungen der Versuchspersonen und des übrigen Publikums. Solche Ausdrucksbewegungen, die alle seelische Vorgänge, wie Wahr⸗ nehmen eines Gegenstandes, sich etwas vorstellen usw. begleiten, sind willkürliche oder unwillkürliche Veränderungen des Mienen⸗ spiels, unbewußtes Flüstern oder Bewegen der Lippen, leichte Be— wegungen, Zuckungen oder Spannungen der Hände, Veränderungen des Pulses, der Gesichtsfarbe, der Pupillenweite und dergleichen. Alle diese Bewegungen verstärken sich, wenn auch nur geringe Affekte, wie Erwartung, Neugier oder Spannung auf die Versuchs⸗ person und die übrigen Zuschauer wirken und können dann leichter wahrgenommen werden. Der Experimentator nimmt sie wahr ver⸗ mittelst seiner Sinnesorgane, also durch die Augen, das Gehör, vor allem aber durch das Gefühl bei näherem Zusammensein, durch Anfassen oder Berühren der Versuchsperson. Der Erperimentator ist für diese verfeinerte Wahrnehmung besonders geeignet, weil er gewöhnlich von Hause aus eine übersensible Persönlichkeit(häufig ein Neurastheniker) ist, zweitens weil er diese Fähigkeit durch Uebung verschärst hat und drittens, weil er im Moment des Experimentes im Zustand hochgradiger geistiger Konzentration sich befindet. So läßt z. B. der Gedankenleser sich von 5 Personen je ein Taschenmesser geben. Er gab nun einer Person auf, eines der Messer zu nehmen, sich nach einer der anwesenden Personen zu be⸗ geben und andeutungsweise dieser entweder in den Kopf, in die Kehle oder in das Herz zu stechen. Während der Beauftragte eines der Messer nahm und bei einer in der Mitte des Saales sitzenden Person einen Stich nach dem Kopfe andeutete, war der Gedanken⸗ leser außerhalb des Saales. Zurückgekehrt gab der Gedankenleser richtig an, welches Messer benützt worden war, welche Person und in welche Körpergegend gestochen wurde. Die Anwesenden ersuchte er dabei immer an die Sache zu denken. Nach einmaligem Versagen gelang es, den richtigen Mann zu finden, auch konnte er angeben, daß der Stich von oben nach dem Kopfe erfolgt war. Daß das richtige Messer gefunden wurde, läßt sich wohl so erklären, daß dies Messer wärmer war wie die anderen. Vermittelst seiner über die Norm scharfen Sinnesorgane merkte er an dem Verhalten der Ver⸗ suchsperson oder einzelner Zuschauer, bei wem der Stich angedeutet war, weil die Ausdrucksbewegungen der Versuchsperson stärker und lebhafter wurden, wenn er sich der richtigen Stelle näherte. Die führende Versuchsperson führte ihn, ohne daß er es wollte, zu der Stelle hin oder hielt ihn zurück, wenn er auf elne falsche Stelle zuging. 7 Die naturwissenschaftliche und lechnische Bildung ber bresten Massen, wozu auch ein großer Teil der gebildeten Kreise zu rechnen ist, liegt leider noch sehr im argen, obwohl das deutsche Volk selt dem großen Kriege allgemach vom Ackerbauvolk zum Industrievolk geworden ist. Der gewiß schönen Aufgabe, hier Wandel zu schaffen, will sich eine neue Zeitschrift„zur Verbreitung naturkundlichen und technischen Wissens“ unterziehen, die den Titel„Der Stein der Weisen“ trägt. Die bis jetzt vorliegenden zwei ersten Hefte lassen erkennen, daß die Leitung des Unternehmens es trefflich versteht, das Juteresse für das Walten der Natur und die moderne Technik, durch die der Mensch sich die Kräfte der Natur dienstbar gemacht hat, zu wecken und zu vertiefen. In einem einleitenden Aufsatz wird der geschichtliche Begriff des„Steins der Weisen“ und daraus logisch der Zweck der Zeitschrift entwickelt: g „Bildung ist die„Quintessenz“ für den Weg der immer höherer Kultur zustrebenden Menschheit,„Wissen ist Macht“. Darum haben wir unserer Zeitschrift den Namen„Der Stein der Weisen“ ge⸗ geben. Sie will ihren Lesern das Walten der Natur in allen ihren Erscheinungen, namentlich auch in ihren Einflüssen auf die Ent⸗ wicklung des vielgestaltigen und oft so seltsamen Völkerlebens zeigen, und sie lehren, wie der Mensch sich diese Natur zu seinenr Fortschritt dienstbar macht. Sie will ihnen aber auch die Augen öffnen für die Schönheiten der Natur und ihnen helfen, nicht nur materiellen Gewinn zu sammeln, Schätze,„welche die Motten und der Rost fressen“, sondern auch Schätze fürs Gemüt. Kurz und gut, sie will mit ihnen den wahren Stein der Weisen suchen.“ Der weitere, reich mit Bildern geschmlickte Inhalt der ersten Hefte hält, was dieses Programm verspricht. Wir finden darin u. a. folgende unterhaltend geschriebene Aufsätze angesehener Fach⸗ leute: Der Segen des Bergbaues— Unser Nachbar, der Mond— Unser täglich Brot! Das Brot im Wandel der Zeiten— Die Er⸗ oberung der Luft— Die Eisenindustrie der Afrikaner— Von Galvani bis Telefunken— Vom Urwaldbaum zum Autoreifen— Tiere als Verstellungskünstler— Die Reklame im Pflanzenreich— Eisen und Stahl— Wenn der Urwald erwacht— Europäische Er⸗ sindungen in den Augen von Wilden— Die Matadoren der Metallindustrie der Erde— Wie alt werden die Tiere usw. usw. Daneben einen spannenden Roman, der uns näher in den Begriff des„Steins der Weisen“ einführt:„Das Geheimnis des Magisters Leonardus, die Geschichte eines Goldmachers“. Da das 24 Seiten starke, mit über 50 Bildern geschmückte Heft der im Atlasverlag G. m. b. H., Berlin S. 42 erscheinenden Zeitschrift nur 15 Pfennige kostet, so ist diese jedermann zugänglich und namentlich der Familie als Quelle der Unterhaltung und Belehrung zu empfehlen. Pflanzenwachstum. Es ist bekannt, daß Bor das Pflanzen⸗ wachstum beeinträchtigt, neu ist aber, daß schon die Anwesenheit von einer Spur von 1 Milligramm Bor in einem Liter der Pflanzen⸗ nährlösung schädlich ist. Anscheinend greift die Borsäure bei Halm⸗ pflanzen nur das Stroh an und nicht die Körner. In den Blättern der anderen Gewächse treten durch Bor Fleckenbildungen auf.— Für das Pflanzenwachstum soll auch die Saatweite von Bedeu⸗ tung sein. Daran ist ohne Zweifel etwas Richtiges, freilich wird auch hier, wie so oft, weit über das Ziel gegangen, denn der Ein⸗ fluß der Saatweite auf den Ertrag ist unter gewöhnlichen Ver⸗ hältnissen sehr geringfügig. Versuche mit Mais zeigten, daß der weitreihig gesäte Mals einen etwas höheren Protein- und Rohfett⸗ gehalt aufwies, als eng gepflanzter. Der Ertrag selbst aber richtete sich lediglich nach der Witterung. Unter normalen Verhältnissen gibt der dicht gepflanzte Mais einen besseren Ertrag und nur in trockenen Jahren ist es umgekehrt. Die weite Saat hat also nur Berechtigung in Gegenden, in denen Dürre eine regelmäßige Er⸗ scheinung ist. 4 Eleltrische Erscheinungen des Wüstenwindes. Die Luftelek⸗ trizität bildet ein wichtiges Kapitel der umfangreichen Wissenschaft von der Elektrizität. In ägyptischen Reiseberichten finden wir, nach 5 Angabe der Mußestunden(Stuttgart), häufig Mitteilungen über die elektrische Eigenschaft des Wüstenwindes. So beschreibt der als Elektrotechniker berühmt gewordene Werner v. Siemens in seinen „Lebenserinnerungen“ folgendes:„Gelegentlich einer Besteigung der Cheopspyramide, während der sturmartige Chamsin, ein trockener, heißer Wüstenwind darüber fegte, machte mich einer der l Araber darauf aufmerksam, daß beim Aufheben seines ausgestreck⸗ ten Fingers Über seinem Kopfe ein scharser, singender Ton entstand, der aufhörte, sobald er die Hand senkte. Ich fand dies bestätigt, als ich selbst einen Finger über meinen Kopf erhob, zugleich spürte ich im Finger eine prickelnde Empfindung. Daß es sich hier bei um eine elektrische Erscheinung handelte, ergab sich daraus, d man einen gelindeu elektrischen Schlag bekam, wenn man aus ein, Weinflasche zu trinken versuchte. Durch Umhüllung mit feuchte Papier verwandelte ich eine solche noch gefüllte Flasche mit ein metallisch belegten Kopf in eine Leidener Flasche, stark gele wurde, wenn man sie hoch über den Kopf hielt. ihr klatschende Funken von 1 Zentimeter Schlagweite ziehen.“ .. ˙·¹¹m ˙ FV T