Dasßlattitectfcau Wöchentliche Geilage der Gderkessischen Golkszeitung % r v r Nummer 26 Sieften, Freitag den Z. Juli 1914. 6. öakrgang S!RS!RS)RS]RRROTRS5R3JRSfl8533ROTRS3R55RSiRS!RSiRS!RS!R StR Witlesnlterliche Aevölkerungspotitik. Dcr dreißigjährige Krieg, der in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts in Deutschland getobt hat, brachlc in seinem Gefolge Unsumnien von Not und Elend über das Reich. Weite Gebiete verödeten, blühende Städte und Dörfer verfielen in Trümmer, Handel und Wandel kamen vollständig zum Stillstand. Die Bevölkerung war um rund dreivicrtel ihres ursprünglichen Bestandes vermindert worden — von etwa 17 Millionen um 1618 auf knapp 4 Millionen im Jahre 1648. Nicht allein die immerwährenden Schlachten und Kämpfe, das» rohe Treiben einer entarteten Soldateska hatten diese entsetzliche Masscnvcrnichtung von Menschenleben ver- ursacht, vielmehr noch die schrecklichen Seuchen und Pestilenzen, welche'von den Schlachtfeldern durch die Lande strichen. Als nun nach der Beendigung des Krieges allmählich wieder geordnete Zustände zurückkehrtcn. als die Handwerker und Kausleute ihre Arbeit wieder aufnahmen, machte sich in diesen Zeiten der Herrschaft der Handarbeit natürlich auf das empfindlichste der Menschenmangel bemerkbar. Ueberall wurden Arbeitskräfte benötigt und nirgends waren welche aufzutreiben. Hatten doch zumal die Männer, in deren Händen damals fast die gesamte Warenproduktion lag, unter dem Kriege am meisten gelitten. 2*6 Millionen Frauen standen um 1650 nur rund 1*6 Millionen Männer gcgenüberl Es galt also unbedingt, auf eine ganz intensive Vermehrung der Bevölkerung hinzuarbeiten, die sich um diese Zeit, als durchaus seßhaft, kaum nennenswert durch Zuzug aus fremden Ländern verstärken ließ. Das ökonomische Erfordernis machte daher das Kinderzeugcn und zwar das Zeugen möglichst vieler Kinder zur Pflicht, dcr jedes Individuum im Allgemeininteresse zu gehorchen hatte. Und um es zur Erfüllung dieser feiner höchsten ökonomischen und sozialen Pflicht anzntrciben. machten sie die Behörden gewissermaßen auch noch zur sittlichen, indem sie ihm nicht nur die umfangreichste geschlecht- liche Betätigung erlaubten, sondern ihr direkt Vorschub leisteten. Eduard Fuchs zitiert in seiner Illustrierten Sittengeschichte verschiedene Belege zu dieser gewiß eigentümlichen Art behördlicher Arbeit. So veröffentlichte der N ü r n - b e r g e r K r e i s t a g am 14. Februar 1650 folgenden Erlaß: „. . . Demnach auch die unumgängliche des heyl. Römischen Reichs Notthürst erfordert, die in diesem 30- jerigen blutigen Krieg ganz abgenommcn, durch das Schwert.Krankheit uind Hunger verzehrteMannschaft wieder zu ersehen . . . auf alle Mitl, Weeg und Weiß zu gedenken, als seinds aufs Deliboration und Beratschlagung folgende 3 Mittel vor die bequembste und beyträglichste erachtet und allerseits beliebt worden. 1. Sollen hinfüro innerhalb den nechsten 10 Jahren von Junger Mannschaft oder Manns- Personen, so noch unter 60 Jahren sein, in die Klöster nsf- zunehmen verbotten, vor das 2te denen Jenigen Priestern. Pfarrherrn, so nicht ordersleuth (Ordensleute), oder auf den Stifftern Canonicaten sich Ehelich zu verheiyraten; 3. Jedem Mantz Personen 2 Weiber zu hey - raten erlaubt sein; dabcy doch alle und Jede Mannß- person ernstlich erinnert, auch auf den Kanzeln öffters er- manth werden sollen, sich dergestaltcn hierinnen zu ver- halten und borzusehen, daß er sich völlig und gebärender Discretion und versorg befleiße, damit Er als ein ehelicher Mann, der ihm 2 Weyber zu ncmmen getraut, beede Ehefrauen nich allein nothwendig versorge, sondern auch undex Ihnen allen Unwillen verhüette... Bigamie, die bis dahin als das fluchwürdigste Vergehen unter der Sonne galt und noch heute gilt — in einigen Staaten Nordamerikas steht bekanntlich die Todesstrafe, in den meisten europäischen Ländern schwere Zuchthausstrafe darauf —, sie wurde also zum Zwecke der Volksvermchrung, zur Hebung des Handwerkes, Handels und Wandels, zuk Stärkung der kommunalen und staatlichen Verbände von der Obrigkeit ausdrücklich erlaubt, ja geboten I Besser kann in der Tat nicht illustriert werden, wie sehr selbst die Gestaltung der intimsten menschlichen Betätigung, die doch für gewöhn- lich zu allen Zeiten mit den allerundnrchdringlichsten Schutz- niauern umbaut wurden, von der Gestaltung des Wirtschaft- lichen Lebens abhängig ist. Nicht sittliche Erwägungen sind cs, welche die geschlechtliche Moral der Menschen bestimmen, sondern lediglich ökonomische Interessen. Das galt nicht nur für die traurige Zeit nach dem 30jährigen Kriege, wie das bürgerliche Ideologen wissen wollen, vielmehr gilt es für alle Zeiten und gesellschaftlichen Zustände, wie sie auch gestaltet sein mögen. Zum Beweise hierfür braucht man sich bloß die bäuerlichen Moral- und Sittenanschauungen, zumal die des Mittelalters, zu vergegenwärtigen. Für den Bauer sind Kinder das wertvollste Kapital, weil sie ihm die billigsten Arbeitskräfte abgeben. Ter mittelalterliche Landmann zog aus seiner Scholle gerade soviel, als er und seine Familie zum Leben bedurften. Fremde Arbeitskräfte in seiner Wirtschaft konnte er sich nicht leisten, weil ihr Ertrag kaum ihren Lohn bestritten hätte. Die eigenen Kinder dagegen arbeiteten umsonst auf dem elterlichen Acker und kosteten nur, was sie verzehrten. Kleider usw. wurden ja für sie in der Familie selbst hergestellt, zumeist sogar mit ihrer Hilfe. Es leuchtet ein, daß unter solchen Verhältnissen Kinder ein wahrer Glückssegen für den Bauern waren. Je mehr er besaß, um so reicher war er. Tie katholische Kirche, mit ihrem feinen Instinkt für das sie und ihre Interessen am meisten Fördernde, tat ein übriges, indem sie Kinder als Gottesgaben proklamierte und es ihren Schäflein zur Pflicht machte, möglichst viele zu erzeugen. Blieb nun einem Bauern dcr erhoffte Kindersegen aus, so mußte er eben einem Nachbarn sür eine zcitlang seine Gattenrechte übertragen, bis das Ziel erreicht war. So bestimmt z. B. das bäuerliche Bockumer Landrecht — eines der wichtigsten Dokumente zur mittelalterlichen Sittengeschichte; .. Item ein Mann, der ein ächtes Weib hat und ihr an ihren fraulichen Rechten nicht genug helfen kann, der soll sie seinem Nachbar bringen, und könnte derselbe ihr dann nicht genug helfen, soll er sie sachte und sanft aufheben und thun ihr nit wehe und tragen sie über neun erbtüne und setzen sie sanft nieder und thun ihr nit wehe und halten sie daselbst fünf uhren lang un rufen wagenl daß ihm die Leute zu Hülfe komnien: und kann man ihr dennoch nichts helffen, so soll er sie sachte und sanft aufnemmcn und setzen sie sachte darnieder und thun ihr nit wehe und geben ihr ein neu Kleid und einen Beutel mit Zehrgeld und senden sie auf einen Jahrmarkt, und kann man ihr alsdann noch nit genug helffen. so heisse ibr tausend Teufel. . Äuf Hochdeutsch Reifet das eben: der Bauer, dem die Ehefrau keine Kinder gebärt, soll sie jedem Nachbar überlassen, der sie zu befruchten imstande ist. Eben, weil der Bauer zur Durchführung seines Betriebes durchaus auf Kinder ange- wiesen war, mußte ihm seine Frau Nachkommen schenken, ganz gleichgültig, ob er sie zeugte oder ein anderer! E. Fuchs schreibt noch weiter zu diesem Punkt: „AuS der Wichtigkeit, die die Kinder bis in unsere Zeit für die bäuerliche Wirtschaft haben, resultiert auch im letzten Grunde die ständig mildere Anschauung, die beim Bauern über den Ehebruch herrscht. Der Bauer drückt heute noch in ungleich zahlreicheren Fällen, als dies bei jedem anderen Stand vorkomnit, beide Augen zu, wenn die Bänerin einen Ersatzmann kürt und ihrem Manne so zu dem unentbehrlichen Familienzuwachs verhilft." Auch der gegenwärtige tobende Kampf der herrschenden Klassen gegen die künstliche Geburtenbeschränkung, der sogar in die ungeheuerliche Vorlage eines Gesetzentwurfes gegen den Vertrieb konzeptionshinderndcr Mittel ausartete, resultiert nicht aus sittlichen, sondern lediglich rein ökonomischen Betrachtungen. Die Junker und Kapitalisten fürchten, ihre Ausbentungsgelüste beschnitten zu sehen, wenn daS Proletariat sich in der Kinderzeugung Beschränkungen aus- crlegt. Wir haben das ja schon zur Genüge erörtert und brauchen an dieser Stelle nicht noch einmal darauf zurückzukommen. Nur soviel noch: unsere Forderung, der Geburtenbeschränkung mit dem einzig wirksamen Mittel sozialer Reformen, der Verbesserung der Lebensbcdingungen der breiten Masse zu Leibe zu gehen, findet ihre Berechtigung und Stütze hauptsächlich in den zwischen wirtschaftlichen und sexuellen Zuständen bestehenden Zusammenhängen. Daß diese unstreitig vorhanden, geht ja wohl zur Genüge aus dem eben Mitgeteilten hervor. Es enthält nur wenige Belege für tausende! Ein artegyptisches „Wodejournat". EI bedeutete eine Revolution in der Geschichte der Mode, als »m die Mitte des 18. Jahrhunderts die erste Modellpuppe von Paris nach England kam: der Siegeszug des Pariser Toilettenstils, der noch heute nicht aufgehört hat, wurde dadurch angebahnt, den» diese Figuren, mit allen Neuheiten verführerisch ausgestattet, trugen den gallischen Geschmack durch di« ganze Welt. Aber auch diese Erfindung, wie wir jetzt zu unserem Staunen gewahren, hatten die Alten bereits vorweggenommen: schon säst 2000 Jahre vorher stellten sie ganze „Modejouruale" au? keinen Terrakotten zusammen, durch die die Damen des römischen Weltreiches crsuhrcn, wie sich tm kaiserlichen Rom die vornehmsten Frauen kleideten, frisierten und schmückten. Diese lustigen Tonfigiirchen, die nun zahlreich durch die Ausgrabungen wieder ans Licht getreten sind, vermitteln uns «ine überraschend genaue Vorstellung von der antiken Mode und ergänzen damit in willkommener Weise alle früheren Nachrichten, die nur unzusammenhängend und dürftig waren. Aus den interessanten Werken der Kleinplastik können wir noch heute mit der gleichen Freude all die Modeneuheiten ablesen, niit der vor fast 2000 Jahren die Augen der elegante» Danieu in den fernsten Provinzen des Weltreiches aus diesem ihrem Modc- journal ruhten. Solch neue Erkenntnis bildet nur einen bescheidenen Teil der Bereicherung unserer Anschauungen vom antiken Leben, die durch di« wissenschaftliche Noarbeittlng dieser kleinen Tonfiguren überhaupt gewonnen wird Lange ist die Forschung achtlos oder gar mit Mißachtung an diesen Terrakotten voriibergegange», di« der Epoche der griechisch-römischen Herrschaft und der ersten christlichen Zeit Egyptens entstammen. lind doch sind gerade diese Erzeugnisse einer späteren egpptisch-griechischen Volkskunst für di« Kenntnis der ganzen Kultur so überaus wichtig. Daher ist es ein Verdienst der Berliner Museen, ihre umfangreiche Sammlung solcher Terrakotten, die über öOO Dtiick. ctiva ein Zehntel des ganzen bisher bekannten Bestandes, umfaßt, durch «in« groß« Publikation der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Im Berlage von Karl Curtius in Berlin erscheint in den nächste» Tagen als Beiträge zur Rcligions- und Kulturgeschichte des griechisch-römischen Egyptens ein Abbildungsuierk mit ausführlichem Teil dck> Groniuger Professors Wilhelm Weber, das einen umfassende» Ucberblick über Wesen und Inhalt di«s«r Terrakottcnkunst gewährt. Wi« sich hier eine ganz« Rcligionsgeschichtc in den zahlreichen Götterfiguren auf- tut, die als Zimmerschmuck dienten, so entfaltet sich zugleich das farbige Leben des Alltags. Tie Typen der Straß« und des Marktes, Tänzer und Schauspieler, Akrobaten und Jockeys, Kinder und Ti«rc, Möbel und Hausgerät finden wir hier dargcstellt. In bunter Reihe drängt sich Heiliges und Profanes mit der verwirrenden Fülle des Lebens durcheinander, lind unter diesen Gruppen fällt nun auch eine auf, die zierlich« Frauengestalten »ich sorgfältig frisierte Frauenköpschen uinsaßt und die der gelehrt« Verfasser selbst als „Modcjournale" in Ton bezeichnet. Diese „Puppen kö»n«n nichts anderes sein als Mustervorlagen, die sllr di« Tracht der Damen jn Egypten hergestcllt wurden Die Eitelkeit und Schmucklust der Frauen war damals nicht minder groß als heute; ja die Egytertnnen nahmen sogar für di« Erfüllung ihrer Modelaunen einen gewissen religiösen Zwang in Anspruch, Apulejus erzählt uns, daß im Festzug der Jsisvcrehrer von Kenchrcä sich eine Gruppe Frauen befand, die der „herrlichen Göttin" Isis dadurch huldigten, daß sic ihr die neuest« Mode der kaiserlichen Prinzessinnen in Rom vorführtcn. Die Hofdamen der Kaiferstabt, sie waren di« hohen Vorbilder der Tracht, bi« die Damen der Provinzen eifrig nachahmten. Die mächtigen und komplizierten Frisuren der eleganten Tcrrakottadamen finden ihr einzig« Parallel« iit der kolossalen Haartracht der römischen Kaiserinnenporträts. Diese Masscnwaren aus Ton, die man jetzt wieder ausgegraben hat, waren also nichts anderes als Modelle der rgyptischen Fabriken, die die Musterbeispiele der Toilette, wi« sie von Rom in die Welt hinausgingen, in leichter Jiidividnaiisicrung endlos vervielfältigten und den Schönen im letzten Winkel des Reiches den neuesten „Schick", den dernier ori der Mod«, vermittelten. Da sehen wir Modellpuppen mit laugen, reichbesetzten Mänteln, mtt langärm«lig«n Peplos, mit fein gcsältete» Chitonen, die kurze Aermel haben. Der Halsausschnitt ist bald rund und bald eckig: die Rocke zeigen eine seitliche Raffung, eine schärpcnartige Draperie und dann wieder flatternd« Bänder. Hier ist ein reicher Besatz von breiten Borten angedcutet, dort eine Verzierung mit großen runden Knöpfen. Tie eine trägt rote hohe Schuhe, di« andere leichgeschnürte Sandalen: selbst Fnßringe sind modern, und niit Ohrringen, langen Hals- ketten und dicken Brustkettcn wird ein verschwenderischer LuruS getrieben. Der Schal ist über den, Rücken lose verknotet, daS »m- schlagetuch wirb fickgiartig gelegt; «ine elegante Dame, di« in ihrem Sessel sitzt und die letzte Hand an ihre Toilette legt, streichelt ihr Schoßhüudchen: eine andere im anschnnegcnden Gewand hebt in herausfordernder Positur den runden Klappfächer. Gar manche Parallel« zur Mode von heute könnt« man sinden in den trichterförmigen Röcken oder der hohen Gürtting. Wahlpflicht dcr Iran. Der gewaltige Fortschritt der Naturwissenschaft, im be- sondern die Erkenntnis von der Entwicklung alles Seins ist von grundlegender Bedeutung sllr die Auffassung vom Rechte der Frau. Sie beweist uns init unwiderleglicher Logik die Nichtigkeit der sozialistischen Anschauung. Jn gewissem Umfang erkennt man ja auch in bürgerlichen Kreisen der Frau Rechte zu. Man sieht, daß sic in so vielen Berufen ebenso wie der Mann tätig ist, und hält cs deshalb für recht und billig, daß sie auch dasselbe Recht auf Besserung der Lebensbedingungcn hat wie der Mann. Und diese Besserung bringt vor allem das politische Recht, das politische Wahlrecht. Dieses Wahlrecht bedeutet also für jene Kreise nichts weiter als ein gewisses Entgegcnkomnie» gegenüber der Frau, sozusagen ein kleines Aeguivalcnt für ihre wirtschaftliche Arbeit, Man erkennt der Frau in diesen — übrigens auch schwach genug vertretenen — bürgerlichen Kreisen das Wahlrecht in des Wortes leerstem, trivalstem Sinne zu und weiß nicht, daß cs mit der Möglichkeit eines egoistischen Eintretens für diese oder jene Besserung der Lebensgestaltung nicht getan ist, daß vom Standpunkt der Wissenschaft aus vielmehr eine ganze Weltanschauung hinter diesen, Wahlrecht steckt. Das Prinzip, das die erste Triebfeder für das Entwicklungsgesetz der Welt darstellt, ist das Prinzip der Differenzierung, Wie primitiv war einstmals die Welt. Aber das Entwicklungsgesetz der Natur, das in all diesem einfachen Sein wirkte, differenzierte sich, teilte und teilte, bis schließlich ein immer komplizierteres Ganzes wurde, bei dem die verschiedensten Tochterkräfte, jede für sich, im Sinne jener Mutterkraft Entwicklungstrieb wirkten, so stark, wie es die schlichte Welt ohne Differenzierung nie vermocht hätte. Und immer weiter und weiter ging's so, und auch heute noch herrscht das Prinzip der Differenzierung, wie es in der nie dagcwcsenen Arbeitsteilung des modernen LebcnS am charakteristischste» zum Ausdruck kommt. Soll die Entwicklung weiter vor sich gehen, so niuß diese Differenzierung weiter zunehmen. Nur wer die Differenzierung im Vorwärtsstrcben berücksichtigt, leistet wahre Fortschrittsarbeit. Aber da werden so viele Kräfte und Werte von der Natur geschaffen, die dann von den Menschen brach liegen gelassen werden. Natürlich wäre es, diese von der Natur gewollte Differenzierung dem Fortschrittstrieb dienstbar zu machen. Und da sittlich das ist. was natürlich ist, so ist diese Beachtung der von der Natur geschaffenen Kräfte sittliche Pflicht. Zu den wertvollsten Kräften, die von,der. Natur geschaffen sind, aber von den Menschen nicht benutzt werden, gehören all die Kräfte, die in der Frau schlummern. Sie dem Ganzen dienstbar zu machen, ist darum eine der ersten Aufgaben differenzierender Fortschrittsarbeit, und da diese Kräfte vor allem bei der politischen Wahl nutzbar gemacht werden, s o i st die politische Wahl der Frau sittliche Pflicht. Wenn man mit gröberem Ernst und tieferem Denken das Leben betrachtet, so findet man also, daß cs nur eine Halbheit darstellt, die dem Fehlen eines tieferen natürlichen und sittlichen Empfindens entspringt. Unser Leben ist nichts als einseitige Männerarbeit. Der Schutz der Kinder, der arbeitenden Frauen, der Mütter, der Kranken, der Alten und Schwachen, das ganze soziale Leben würde besser sein, wenn auch die Frau ein entscheidendes Wort zu sprechen hätte. Nich: nur der Verstand des Mannes, auch das Gefühlsleben der Frau hat im Leben zu herrschen. Alle von der Natur geschaffenen Kräfte müssen benutzt werden, wenn das Lebert harmonisch sein soll, benutzt werden vor allem im politischen Leben, da ohne politische Arbeit durchgreifende Reformen nicht möglich sind. Mit dem Erstreben eines Wahlrechts aus reiner bürgerlicher Rechthaberei ist's also wahrlich nicht getan. Es gehört der ganze grobe Ernst natürlicher, tief sittlicher Lebensauffassung, die ganze Weite und Tiefe sozialistischen Fuhlens und Denkens dazu, die grobe Wahrheit zu erfassen von dcni Wahlrecht der Frau als Wahl Pflicht und sie zu erkämpfen mit aller Energie. Mrabeau und Sopyie*). Graf Gabriel Honore Riquett« r>o» Mirabcau kam am 9. März 17-19 in Bignon zur Welt. Sein Kiefer wies bereits bei feiner Weburi zwei anögebildetc Zähne auf. ES war ein Kind von ungewöhnlicher Stärke, groß und dick. Mit drei Jahren rauste und balgte er sich mit feinen Aufsichisleulcn. Als kleines Kind bekam er die Blattern und war bas Opfer einer unvorsichtig angewendcten BclsandlungSweise seiner Mutter, durch dt« lein Gesicht für immer entstellt, von Blatternarben bedeckt blieb. Seine Häßlichkeit stand in, Gegensatz zu der Schönheit seiner Raffe. Sein Vater war über diese Etttstclltheit wütend und sie ivar «in Hauptgrund der ungerechten Strenge gegen seinen Sohn. Tic Erziehung des Kindes wurde einem klugen und gebildeten Mann« namens Poiffon an- vertraut. Gabriel las viel und ivar ein unerintidlicher Fragesteller Schon mit fünf Fahren hatte er erstaunliche Keinttniffc, al>er er war sehr überiniitig und lärmend, wenig diszipliniert und dazu grohniäulig, von einer Lebhaftigkeit des Geistes, die eine erstaunliche Frlihreise bekundet«. Strafen regneten hageldicht auf ihn nieder. Er schrieb spater einmal an seinen Vater, da er jener Fugendsahr« gedachte, folgendes: „Fch könnte behaupten, das; Ti« mir von Kindheit an, von meinen ersten Schritten, wenig Zeichen Ihres Wohlwollens gegeben haben, dasi Tie mich mit Strenge behandelten, da ich sie von Fhnen noch nicht verdiente. Sie hätter indeffc» von Anfang an bemerken muffen, dasi diese Behandlung meine angeborene Wildheit erregte, statt sic einzudämmen: dasi es gieicherwciic leicht war. mich z» rühren wie mich ausznreizen. dasi der erste Weg mich den; gewünschte» Ziele näher brachte und der andere mich davon entscrnlc" Tiefer Sohn enttäuschte ihn augenscheinlich, er fand ihn phantastisch, leidcnszhastlick'. unbequem, znn, Leichtsinn geneigt und oberflächlich: al>er gleichzeitig konnte er nicht umhin, seine Talente, seinen Eleist, sein hochgemutes Herz, das unter seinen; Kinderjäckchen schlug, anzuerkennen; er fand ei am sestsamen Fnstinkt vornehmen Stolze? in ihm, dabei «in ausgezeichnetes Gedächtnis, aber eine abschreckende Lebhaftigkeit, die er nicht vertrug Bald schien ihm sein Kind viclocriprechend, bald glaubte er das Gegenteil. Mit fünfzehn Fahren war Gabriel der Führung Poissons entwachsen und wurde der Familie eines ehemaligen Offiziers zur »»eiteren Erziehung übergeb«» Ter cbrlicho und romantische Offizier Sigrais war von Gabriels Eleist. Gedächtnis und seinen, guten Herzen entzückt, aber sein Vater fand, dasi er nicht genug streng sei, und nahm ihn kurze Zeit später fort, um ihn in ein« MilitärcrziehuugSonstaft in Paris zu geben, die von einem Abbe nanienS Eboquard geleitet wurde. Sein hervorragender Geist und feine Begabung erwiesen sich dort glänzend, er lernte in dieser Erziehungsanstalt alles, was man dort leimen konnte, alte und moderne Sprach»-,i. Mathematik, für di« er eine besondere Vorliebe hatte. Ruch Musik trieb er fleissig, er hatte eine herrliche Stinime, im Zeichnen brachte er cs zu einer gewiffen Fertigkeit: diese beiden Künste diente ihn, später in seinen Gesängnisien zur Zerstreuung. Nach Beendigung dieser Schule fand ihn sein Vater noch immer zu feurig und unbeherrscht. Er gab ihn nach SainteS zu einem Kavallerieregiment, das ein Maranis von Laml>ert befehligte, dessen Streng« bekannt war. TaS pasite Mirabeau anfänglich sehr gut, denn er glaubte sich zum Kriege geschaffen. Aber kaum war ein * Wir entnehmen dteses Feuilleton dem höchst interessanten Buche von Louis Barthou: dlirabcau, ffixures kunst raubte ihm alle Besinnung: er liess sich z» Erzessen hinreissen, wobei er nicht einmal seine Frau schonte und sich Gervalttätigkeiten zu Schulden kommen liess. Tic Lage wurde immer ernster, die Schuldenlast wuchs Ins Un- acheuerliche, dieser Knäuel wuchs mit riesiger Schnelligkeit, so dass Mirabcau es ausgab, auch nur de» Versuch zu machen, ihn abzue wickeln. Er kaufte immer mehr Diamanten für seine Frau, zwang sie, die elegantesten Toiletten zu tragen, baute das Schloss um,' sichtete es neu ein. bielt offen« Tafel und verdoppelte und verdrei» sachte seine freigebigen Unterstützungen: er wollte nichts sehen, was über den gegenwärtigen Augenblick ging, er wollte sein Gewissen ersticken, seinen Blick von der Zuknirst abwcnden, das war fein eigenes Geständnis: sein Benehmen glich dem eines Wahnsinnigen Vergebens suchte er seine Lage vor seinem Vater zu verbergen, dieser wußte keinen andere» Ausweg, seinen Sohn von den drängenden Wucherern zu befreie», als durch den Herzog von Brilliere einen geheimen Vcrhastsbefehl für seinen Sohn als Gnade zu erbitten und zu erlangen. Am 16, Dezember 1773 bekam Mirabea» de» Befehl des Königs, das Schloß nicht zu verlaßen. Zu gleicher Zeit war seine Frau in ihrem Elternhausc mit einem Sohne niedergekommen, kam aber nach ihrer Genesung wieder zu ihrem Manne zurück. Das neue Jahr brachte Mirabeau die grausamsten Ucber- raschungen. Seine Schuldenlast wurde auf 180 600 bis 260 000 Livres geschätzt. Sein Vater griff nun zu zwei Maßregeln. In, März 1774 zwang er ihn, sein Exil vom Schloße Mirabeau nach der kleinen Stadt Monosaue zu verlegen, und nach einem Familienrat wurde die Kuratel über ihn verhängt. Dieser Beschluß war ein harter, beleidigender Schlag für Mirabeau. Zur selben Zeit machte er auch die Entdeckung, daß ihm seine Frau untreu sei. Er zivang sie, de» Berkehr mit dem jungen Mann abzubrechen, er selbst schrieb ihm einen theatralisch aufgeregten, empörten Brief, In Wirklichkeit war ihm die ganze Sache gar nicht nahe gegangen, er selbst nahm sich alle Freiheiten, die ihn, beliebten. Sein Borgehen glich mehr einer Komödie, über di« sich zu belustigen Mirabeau der erste war! Er bemüht« ßch sogar in der Folge, den Liebhaber seiner Frau mit der Tochter seines Freundes zu verheiraten. Mirabea» besaß das Talent, immer wieder in unvorhergesehene neue Schwierigkeiten verwickelt zu werden. Seine Schwester lebte in Graße, Ein Skandal regte eben den ganze» Ort auf. Grobe, unanständige Plakate, die an die Damen von Graße gerichtet waren, wurden an alle in die Augen fallenden Haustorc geklebt und in großer Menge umhergeftreut. Man schrieb diesen Einfall Mirabcaus Schwester und deren Mann zu. Frau v, Eabris war sehr schön, hinreißend, feurig, redegewandt und leidenschaftlich. Sie war an einen kranken, dem Wahnsinn nahen Mann verheiratet und unterhielt ganz offen und ungeniert «in Verhältnis mit einem Major v, Janßcrandy: Ein Verwandter von Mirabeau, Herr v, Villencuve, hatte sich zum Sprachrohr des Skandals über die Plakate und die beschimpfende Verdächtigung gegen seine Schwester hergegcbc». Zufällig traf ihn Mirabea», als er mit seiner Schwester und dem unvermeidlichen Jansscrandy einen Spazierritt unternahm. Die Anseinandersetzung war kurz; Mirabcan, von einer reichen Mahlzeit übcrerregt. riß Villencuve seinen Schirm aus der Hand und zerbrach ihn auf deßc» Rücken mit Gewalt, dann begann ein Ringkampf zwischen beiden, es war ein ungleicher Kampf: Mirabcan n>ar fünfundzwanzig, Herr v, Villencuve fünfzig Jahre alt, Villencuve verklagte ihn wegen Mordversuches: am 22, August sollte Mirabeau in Graße verhaftet werden, war aber bereits aus und davon, Jndeßen konnte diese Rauferei nicht ohne gerichtliches Nachspiel enden. Dennoch fand Mirabeaus Vater Mittel und Wege, das gerichtliche Verfahren zu umgehen, er tat dies nur seiner Schwiegertochter zuliebe, die ihm sehr nahestand und die ihn um diesen Gefallen gebeten hatte, Er erbat vom Minister einen geheimen Vcr-- hastsbcschl und erlangte diesen leicht. Mirabeau wurde wie ein Beutelschneiber verhaftet und in die Zitadelle von Jf abgeschobe». Wieder geschah ein neues Wunder — das ihn aus dicscr neuerlichen Prüfung erlöste. Seine Frau weigerte sich, ihm nach Jf zu folgen. Sein Vater erfuhr, daß cs Mirabeau zu gut ging, er veranlaßt« deshalb seine Uebcrführung in die Zitadelle von Joux, die von einem sehr strengen Kommandanten befehligt imirdc, Mirabcau schrieb von dort an seine Frau, daß er inmitten von Wölfen und Eulen verbannt sei, als einzige Begünstigung sei ihm zu jage» gestattet, in einem Lande, wo es kein« Jagd gab: auch würde ihn die Waßcrsucht, die er in seinen Füßen habe, daran verhindern. Keine Stadt in der Nähe, ohne Gesellschaft und Bücher, er bcsindc sich in dem kältesten Ländcrstrich Europas: man hätte ihn aus der anderen Gesangenfchaft entfernt, in der er durch menschliche Rücksichten sein Schicksal leichter getragen habe und sich besänftigt gefühlt hätte. Nicht lange — war auch der streng«, eisige Kommandant von Mirabeau behext worden: er ließ ihm Bücher geben, alle möglichen Erleichterungen wurden ihm zugestandcn, zum Schluß bekam er sogar Einladungen zu den Gastmahlen des Kommandanten, sSchluß folgt,> Alls Wett und Leben. Wie die Norwegerin ihr Wahlrecht benutzt. In diesen Tagen ber Erörterungen um bas Wahlrecht der Frau scheint es angebracht, die Arbeit zu betrachten, die die Frau in einem Lande vollbringt, das ihr das Wahlrecht eingeräumt hat. Seit sieben Jahren besitzt die norwegische Frau das Recht zum Wählen; damals war es ein beschränktes Wahlrecht, das von der Höhe der Steuersumme abhing, aber die mit der Gewährung der Stimmrechts gemachten Ersahrun- gen waren so günstig, daß man im vergangenen Jahre die unbeschränkte Erweiterung des Stimmrechtes auf alle Frauen im Alter von mehr als 25 Jahren beschloß, Leon Conscll hat eine Führerin der norwegischen Frauenbewegung, die Journalistin Frau Ella Anker, ausgesucht und über die Wirkungen des Frauenwahlrcchtcs befragt. „Ja, ich bin stolz, einem Volke anzugehören, das der Frau das Stimmrecht bewilligt hat", erzählte Frau Anker. „Die norwegischen Frauen habe» ihre neuen Rechte mit Freuden ergriffen; in manchen Städten war ihre Wahlbeteiligung sogar größer als die der Männer, 73 Prozent der wahlberechtigten Frauen gegenüber 72 Prozent der Männer. In den ländlichen Gegenden sind wir freilich noch nicht so weit, aber hier wird Unterricht und Erziehung frucht. bar wirken," Wozu haben nun die norwegischen Frauen ihr Wahl- recht benutzt? „Unser Wirken galt zunächst der Verminderung der Säuglingssterblichkeit: wir haben durchgesetzt, daß alle in Fabriken arbeitende Mütter sechs Wochen lang nach der Geburt eines Kindes zwei Drittel ihres gewöhnlichen Lohnes weiter beziehen. Wir habe» für die ärmeren Volksschichten eine Mntterschaftsvcrsicherung; vom Tage der Niederkunst an bezieht die Mutter acht Wochen lang täglich ungefähr eine Mark, bleibt zu Hause und pflegt ihr Kind, Die Rechte unehelicher Kinder sollen erweitert iverden, die Verantwortung des Vaters wird erhöht, das uneheliche Kind kann den Namen des Vaters annehmen und ist auch erbberechtigt, Ju der Ehe haben die Frauen das gleiche Bestimmungsrecht über die Kinder wie der Vater und die Bestimmungen über die Ehescheidungen sind erleichtert, In dieser Richtung arbeite» wir tapfer weiter, gemeinsam mit den Männern und in völliger Harmonie mit ihnen." Ein 40 000-Mark-Preis für das Drama einer Frau. Die in literarische» Kreisen Amerikas mit lebhafter Spannung erwartet« Entscheidung der Preisrichter über die Erteilung des von dem Newyvrker Theatcrdirektor Winthrop AmcS ausgesetzten großen Preises für das beste amerikanische Drama ist nun gefallen, Ter Preis besteht in einem festen Tantiemevorschub in Höhe von 40 000 Mark und weiterhin in 8 Prozent von den Bnlttocinnahmcn des Werkes. Die Preisrichter haben nach lOmvnatiger Arbeit unter den 1600 anonym cingcrcichtcn Manuskripten ihre Entscheidung getroffen und das Drama „Kinder der Erde" preisgekrönt. Das Werk spielt in einem ländlichen neuenglischen Milieu. Es ergab sich, daß der Autor dieses Dramas die 57jährige Miß Alice Brown auS Boston ist, die bisher noch niemals ein Theaterstück geschrieben hat und nur durch kleine Novellen und Aufsätze hcrvorgctrcten war. Unter den Bewerbern um den 40 066-Mark-PrciS, den nun eine Frau erobert hat, besand sich eine Anzahl der bekanntesten und mcistgespielten amerikanischen Dramatiker. chesundl-eilspsseqe. Der nervöse Säugling, Daß die Nervosität bereits schon im Säuglingsalter in die Erscheinung treten kann, dürste nur wenigen bekannt sein. Wie Tr, Fürstcnheini-Michclstadt im Arzt als Erzieher ausführt, läßt sich der nervöse Säugling an seiner gesteigerten Reizbarkeit, seiner großen Ungeduld, feinem unstillbaren Heulen aus kleinen Anläßen hin, seiner vorwiegenden Verdroßcnheit und Zappeligkeit bei einiger Uebung recht wohl vom gesunden Säugling unterscheiden. Bei dieser Zappeligkeit handelt es sich teilweise um „Bcwcgungsbrang", die ewig«, Unruhe nervöser Kinder, die deren Pflege außerordentlich erschwert: auch das auffällig viele Schreien nervöser Säuglinge gehört hierher. Die nervöse Regsamkeit zeigt sich auch oftmals an den Aeußernngen des Tricblebcns, das sich bis zu vorzeitigen und krankhastcn Erregungen steigeru kann, der ewig begehrliche Säugling, der teils nach Nahrung, »ach Zärtlichkeit oder wenigstens »ach Unterhaltung verlangt, ist ja keine unbekannte Erscheinung, Die Nervosität kann angeboren sein, aus erbliche Be- lastting beruhen. In weitaus der Mehrzahl aller Fälle entwickelt sich das Bild einer ausgesprochenen Nervosität beim Zusammentreffen einer angeborenen nervösen Veranlagung des Kindes mit niehr oder weniger schweren Erzichungssehlern, Auch Ernährungsfehler können gcwißcrniaßen Nervosität erzeugen. Bei der Ernährung wird häufig das Maß überschritten, vor allem auch die Mahlzeiten nicht regelmäßig verteilt. Sehr häufig bekommen die Kinder viel Nahrung im Ganzen, dadurch häuft sich im Darm die Menge unverdauter Bestandteile. Aus dem Darm gelangen wahrscheinlich saure Zcrsetzungsstosse, zum Teil auch Giftstoffe in die Blutbahn, vergiften di« feinsten Nervenfasern und lockern sie auf, wodurch deren Reizbarkeit gesteigert wird, Tie Ernährungs- und Tchlasstörungen des nervösen <Ä>ugIings sind überaus schwer zu vertreiben, wenn sie sich einmal eingenistet haben. Kür Kaus und Kof. Schutz den Tieren. Wen» man jetzt nach dem Erwache» ber Natur durch Wald und Feld streift, sicht man recht häufig, daß nichts bloß Kinder, sondern leider auch Ertvachscnc arme unschuldige Tiere mit Steinwürfen und Slockschlogc» verfolgen und töten, weil man sic für giftig oder schädlich hält, oder well sie ln ihrer Art, sich sort» zubewcgen, etwas Unheimliches, etwas für manche Menschen unangenehmes haben. Aber gerade solche Tiere, wie Kröten, Eidechsen, Blindschleichen. Manlwürfc, Igel und andcrs Getier, sind für dl« Forst- und Landwirtschaft von außerordentlichem Nutzen, weil sie große Mengen vo„ Unaciieker vertilgen, um ihr Lebe» zu fristen.