©flstöläfffcecfraü Wöchentliche Geilage der Gberkesfifchen GolkLAeitung I I Nummer ll Siesien, ffceitcg Sen 20 . März 1914. 6. Jahrgang 55R SK SÄ 2^5? 55EC SIS 3j| Die Arauenemanzipalion zur Zeit der französischen Devolution. -7. Z. Die große französische Revolution verursacht noch heute dem bürgerlich-ideologischen Schriftsteller am Hellen Tage blutrote Träume. Er sieht in der ganzen Erhebung überhaupt nichts weiter als eine große Enthauptungsorgie und die geschichtlichen Zusammenhänge erschöpfen sich im Mitleid mit dem unglücklichen, heroischen Königspnar. Aehn- liche geschichtliche Vergewaltigungen müssen sich die Frauen, die sich an der Erkämpfung der bürgerlichen und Menschheits- Würde beteiligten, gefallen lassen. Daß aber gerade ine Frauencrhebuug jener Zeit, mit den Worten Schillers: „da werden Weiber zu Hyänen" sich nicht umschreiben läßt, weiß jeder, der die Geschichte der französischen Revolution nichl nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen und dem Verstände gelesen hat. Eine frisch lebendige Widerspiegelung des großen Dramas ersteht nun wieder vor unseren Augen in der Sammlung Eb. Büchners: „Das Neueste von Gestern", kulturgeschichtlich-interessante Dokumente aus alten deutschen Zeitungen (bei Albert Langen-Münchcn), dessen 4. und 8. Band die Zeit der französischen Revolution umfassen. Die Zeitungsnotizen und -Berichte entstammen vorwiegend der Vossischen Zeitung und geben, trotzdem die Distanz, die zwischen dem Reporter und den Ereignissen-so groß ist, wie überhaupt der Unterschied zwischen damaligen preußischen und französischen Freiheitsempfindungen, doch noch einen unmittelbaren Eindruck wieder. Für den Geschichtskenner nicht neu, aber doch nicht zu alt, um immer wieder sestgestellr zu werden, sind die Nachrichten über die ersten Regungen zur Befreiung der Frau. Diese ersten, impulsiven Auflehnungen gegen die Versklavung eines Naturrechts, die sich schon damals auch über die Grenzen Frankreichs reckten, finden eine gute Widerspiegelung in Pressenotizen der Buchnerschcn Saminlung. Darnach waren die Emanzi- pationsforderungen bei den Französinnen am politisch zielklarsten. Während z. B. 1788 man in Wien „dem weiblichen Geschlechts bürgerliche Freiheiten zum Schuhmachen, zur Schneiderei und anderen ihm anständigen Handwerken, um ledige Personen von Ausschweifungen abzuhalten", erteilen fvollte, erhob im Jahre 1790 in Paris in der Nationalvcr- sammlung eine Vertreterin des weiblichen Geschlechtes selbst die Forderung, die Frauen möchten auch zur Ableistung des Bürgcreidcs zugelassen werden. Im gleichen Jahre faßten mehrere Londoner Damen einen Beschluß, der ebensogut von den gegenwärtigen Suffragetten gefaßt sein könnte. Sie beabsichtigten nämlich 'ein Kaffeehaus zu etablieren, in dem schlechterdings keine Mannspersonen gelitten werden sollten. Eine konsequente Forderung stellten die französischen Frauen wiederum in der Nationalversammlung vom 1. April 1792. Vier ihres Geschlechtes beantragten dort: „daß dieses nicht mehr in Sklaverei gehalten, sondern ebenfalls zu öffentlichen Geschäften gebraucht werden möchte; ferner, daß man den Mädchen im 21. Jahre die Majorennität und den Frauen die Ehescheidung bewilligen möchte." Ebenso galant, wie rücksichtsvoll in der Sorge, die Frauen vor diesem Neuen, Ungewohnten zu bewahren oder davor, daß sie sich nach ihrer Kette zuriicksehnen würden, antwortete der Präsident: „Meine Damen, die Franzosen werden in ihren Gesetzen die interessanten Gehilfinnen ihrer Arbeiten und ihres Patriotismus nicht vergessen, sie werden aber alles vermeiden, was ihnen Reue und Tränen verursachen könnte." Ein gleich konsequenter Wille spricht aus einer Bittschrift, die niehrece Frauen und Mütter der Nationalversammlung unterbreiteten, in welcher sie ein Gesetz forderten, das die Macht der Ehemänner und der väterlichen Gewalt begrenzen sollte. „Als Bürgerin", so lautete die Zeitungsnotiz, „fordern sie, ein Band zerreißen zu können, das zu einem unerträglichen Joche geworden sey. Zum Besten der Moralität verlangen sie die Vernichtung des ehelichen Despotismus, der die Treue mühsam mache, indem durch ihn eine Pslicht der Empfindung zu einem Gesetze der Sklaverei werde. Als Mütter fordern sie die Abschaffung der römischen Gesetze, denen zufolge ein tugendhafter Bürger, dessen Talente und Mut das Vaterland gerettet hatten, noch immer unter der Gewalt seines Vaters bliebe. Die Nationalversammlung hat diese Bittschrift an den Gesetzgebungsausschuß verwiesen." Daß das überschäumende Jahr 1793 neben der Tapferkeit der Frauen auch manche Uebcrtreibungen gebar, liegt schließlich in der Natur der Sache. So wurde in Metz von einem jakobinischen „Wciberklub" der Antrag gestellt, alle sechzigjährigen und unfruchtbaren Frauen als unnütze Lasten der Erde kurzerhand zu guillotinieren. In der Sitzung deS Pariser Gemeinderates vom 19. November erschien eine Deputation von Weibern in roten Mützen. Diese an sich ungeAhrliche Tracht veranlaßte den Gemeindeprokurator zu folgender eheherrlichen Epistel. Er sagte: „Es ist schändlich, daß Weiber sich zu Männern umformen wollen. Soviel Ehrfurcht mau der Hausmutter, die ihre Pflichten erfüllt, schuldig ist: soviel Verachtung verdienen diese weiblichen Mißgeburten, welche die Volksgesellschaften durch das unanständige Schauspiel einer Tracht, die ihrem Geschlcchte nicht geziemt, stören. Wenn ich hierher komme" — setzte er hinzu —, so lasse ich meine Gattin zu Hause, die sich beschäftigt, meine Strümpfe und Hemden auszubessern; und wann ich wieder nach Hause komme, so sage ich: du hast soviel Hemden ausgeöessert und ich, ich habe soviel Requisitoria verfertigt." Ter Deputation wurde daraufhin das Wort nicht gegeben. — Aber nicht allein allgemeine politische Rechte forderten die Frauen und sie gaben sich keinesfalls mit der Nationalkokarde zufrieden. Auch soziale Forderungen, die allerdings für uns heute nicht mehr die Wichtigkeit besitzen, wie für die damalige wirtschaftlich ganz anders geschichtete Zeit. Und so nimmt sich für den Gegenwartsmenschen die Forderung der Pariser: „Die Hausbcdienten männlichen Geschlechts sollen abgeschafft werden, weil sie eigentlich nur Müßiggänger sind, die bei dem Ackerbau gute Dienste leisten könnten," fremder aus, als folgende Nachricht des gleichen Jahres aus London: „Seit einiger Zeit hat sich hier eine Gesellschaft vereinigt, um gute Dienstboten zu bilden, die hier immer selte- ncr werden, weil es der niedrigen Klasse an guter Erziehung fehlt und der Luxus sie häufig zu schlechten Handlungen verleitet. Jedes Mitglied zahlt jährlich eine Guinee, und hat das Recht, einen Dienstboten, welcher 3 Jahre einer Herrschaft treu und redlich gedient hat, der Gesellschaft zu einer Annuität zu empfehlen, welche mit den Jahren steigt, it£ Kelcher tf mit gleicher Treue dient. Heiratet ein Dienstmädchen, oder fängt ein Bedienter dieser Art ein Gewerbe an, so bekommen sie eine Summe zur ersten Einrichtung. Alte, abgelebte Dienstboten werden zeitlebens versorgt." Nach dem letzten Satze zu schließen, handelt es sich also um eine Art privater Pensionsversicherung. Und diese Einrichtung hat sich auf allgemein staatlicher Grundlage trotzdeni erst 100 Jahre später richtig Geltung verschafft. Beschließen wir nun den Aufsatz mit einer bedeutungs- dollen Tatsache und registrieren, daß ini März vor 115 Jahren in Rom die weiblichen Biihnenrollcn, die vordem von verkleideten jungen Kastraten gespielt, zum ersten Maie vom weiblichen Geschlecht selbst dargestellt wurden. Ein Jahrhundert ist seitdem vergangen. Die Frau ist Berufsmensch geworden. Ihre Arbeitskraft darf die proletarische Fran auch heute noch der Nation opfern. Ihre Liebe aber soll immer noch Sklavenliebe, und ihre Treue Sklaventreue sein. Und ihr Schrei nach Gerechtigkeit findet die biblische Antwort: „Wir sollen euere Herren sein!" Aber wenn die Frauen erwachen und sich stark neben die Männer in die Front stellen, dann wird die Vergangenheit, die Zukunst nicht Lügen strafen und der Brotschrei nach Versailles, diese erste große Frauentat, wird von späteren Geschlechtern in tausendfachem Widerhall gedankt werden. Aber dies ist mehr als Dank! I)as Kiildesnrord-cheleh. Be» Georg Davidsohn. III. Erschütternd wirkt es, bah wir auch in so traurige» Regionen Jugendliche fin&tn müsse». Aber so verkonnnen sind die unglückseligen Jugendlichen, die bereits mit diese» Partie» des Strafgesetzbuches Bekanntschaft »lachen, wenigstens nicht, das, eins von ihnen gegen Entgelt Beihilfe zur Tötung der Leibesfrucht geleistet hatte. Es sind im Jahre 1911 mit Gefängnis bestraft worden: Wegen 1: 10 Jugendliche, wegen 2: 79, wegen 4: 1 und wegen 8: ebenfalls nur 1. Die Strafen dieser Jugendlichen liegen zwischen weniger als 2 Jahren und weniger als 4 Tagen Gefängnis. Obwohl es nun gar keinem Zweifel unterliegen kann, daß gerade bei Delikten wie Abtreibung und dergleichen nur ein geringer Bruchteil der Manipulanten gefaßt und der Bestrafung zu- gcfiihrt wird, so lohnt es sich doch wohl der Mühe, schlichlich auch noch die Verteilung der Bestrafungen nach den einzelnen Provinzen, Lanbesteilcn usw. zusammenzustcllen. Denn da diese Dinge in Stadt und Land, in allen Berufen und Gassen getrieben werben und allenthalben aus einen Fall der Ermittelung 1000 Fäll« der Nichtermittelung kommen dürften, so gleicht sich bas, was die amtliche Statistik hier „bieten" kann, übers ganze Reich hin dermaßen aus, daß der Vcrgleichszweck doch wohl erreicht wird. Im Jahre 1911 wurden rechtskrästig verurteilt: Kindesmörderinne» Abtreibende Wegen Kindesausschnn, Siadt Berlin — 1< 2 — V> ruhen 87 (Marienwerder) 696 (Düsseidork) 20 (Posen) Bayern 18 (Schwaben) 56 (Oberbayern) 1 (Oberb.) Sachsen (Könige.) 9 iDresdcn, Leipzig) 53 (Bnutzen) 3 (Chemnitz Württemberg 8(Ncckar>u.Tonankr.)K8(Neckarkreis) — Baren Hessen Mccklbg.-Schweri» 3 Oldenbitrg lHzgt) 1 Brannfchweig 2 Sachfen-Altenb. —- Sachsen-Mcining. 1 Sachf.-Cob.-Gotha l Anhalt Schwarzb -Nudelst.— Reuh, j. Linie — 10 (Freibnrg) 40 (flarUm&ci 20 (Pr. Stärkend.) — 10 — 2 — 13 — 11 — Lübeck — Bremen — Han,bürg — Elsaß-Lothringen_1 Deutsche» bleich 141 2 6 14 30 (Lothringen) 1026 1 26 In den Klammern sittd die Regierungsbezirke, Kreise usw. der betreffenden Provinz »sw. angegeben, in denen die absolute Höchst- snmtnc der Verurteilungen erfolgt ist. Ans die 29 Oberlandesgerichtsbezirke verleilctt sich die rechtskräftigen Verurteilungen des Jahres 1911 in folgender Weise: (Es bedeutet: I: Kinbesmord, II: Tötung der Leibesfrucht durch die Schtvangcrc oder mit Einwilligung der Schwangeren durch Dritte, 111: Beihilfe zur Tötung der Leibesfrucht gegett Entgelt, IV: Tötung der Leibesfrucht ohne Wissen und Willen der Schwangere» tjirch Drifte, V: Aussetzung.) Obeilandesgerichtrbezirk. Verueteilnngen zu I II III IV V Augsburg 5 13 1 __ Bamberg 6 1 — — 1 Berlin 7 190 0 •_ 1 Braunschweig 2 11 — — _ Breslau 17 47 1 — 2 Celle b 40 1 — 2 Colmar 1 29 1 _ 1 Tarmstadt 20 — — *_ Dresden 9 49 2 1 2 Düsseldorf 1 100 11 — 2 Frankfurt a, M. — 16 3 — — Hamburg — 22 — — — Hamm 2 68 4 — 2 Jena 2 18 1 — 1 Karlsreihe i. Bad 10 39 1 — — Kassel 2 14 — — Kiel 2 32 — — 1 Köln a. Rh. 1 37 1 — 1 Königsberg !. Pr. 15 80 1 — — Marienwerder 11 9 — — München 2 27 8 — 1 Naumburg 7 51 1 — 1 Nürnberg 3 4 — 1 — Oldenburg 1 2 — — — Posen 18 21 1 — 5 Rostock i. M. 3 10 — — — Stettin 4 7 1 — •— Stuttgart 8 64 1 — Zwcibrücken 9 8 — — — Sunime: 141 985 41 2 22 IV. Wer Augen und Ohren hat zu sehen und zu hören, der sehe und höre! Wem aber sei» Pharisäertum lieber ist als der Mut zur Wahrheit, der gehe weiter blind und taub vorbei am Leben mit all seiner Rot und an jenen Erscheinungen, in deren Gefolge Tötnnaen der Leibesfrucht und Kindermord so ivenig schien können, wie der Schatten beim Licht. Dem deutschen Volke fehlt ein Mann wie Zola, der in seinem Roman „Fruchtbarkeit" alle Kreuel zeigte, die das kindermordende Jahrtausend des Kapitalismus dem französischen Reiche gebracht hat. -- Eins aber wissen wir auch ohne deutschen Zola und holten eS fest zur Einpräguna für alle Terualauacksalber und scheinheiligen Mustermenschen: Wer mit blöder Gemalt, mit plumpen Gesetzes- und Polizcimastregcln wider die Konzcptionsverhiituna anstsirmt, dabei aber unscre wirtschaftlichen, sozialen und politische» Verhältnisse »»angetastet läßt, der tut eine Arbeit, die noch aussichtsloser sein must, als die des Snsiphus. Und ivas das Allcrschlin,niste ist: Wenn diese Arbeit mit Gewalt vornbcraehcndc Erfolge erzwingen könnte, so doch nur auf Kosten eines nnachcuren Anstiegs der Rate von Nervcn-Erkranknngrn — infolge des coitus intcrr»,>t»s — und Kindermordcni tzill bürgerlicher Protest gegin den Gevärzwang. Allmählich wagt sich auch im bürgerlichen Jrauenlager ein leiser Widerspruch gegen das Verbot der gebnrtenvei- hinderuden Mittel und den Gebürztvatig hervor. So beschloß z. B. die Berliner Ortsgruppe des Bundes für Mntterschntz am Dienstag abend folgende Resolution: „Der Deutsche Bund für Mutterschutz, Ortsgruppe Berlin, spricht seine lebhafte Entrüstung darüber aus, daß durch den beabsichtigten Gesetzentwurf, der den Verkehr mit Schutzmitteln verbieten will, der Versuch gemacht werden soll, in die privatesten Entschließungen der Eltern mit Polizci- mitteln cinzitgreifcn. Er sieht darin ein ebenso untaugliches wie unmoralisches Mittel, das die freie sittliche, verantwort- lichkeitsbewußtc Entschließung zur Elternschaft beeinträchtigt und einen staatlichen Gebärzwang durch Polizeimittel herbeiführt. Nicht Aufstieg, sondern Niedergang der Nasse, Vnmchrung der Geschlechtskranken und Prostitution sind die Folgen einer wahllosen Volksvermehrnng, während ini Gegenteil Kranke, geistig, sittlich und körperlich Minderwertige im Interesse der Gesellschaft von der Fortpflanzung ausgeschlossen lverden mußten I Der Bund für Mutterschutz konstatiert, daß dieselben Kreise, die jetzt durch Polizeimittel einen Gebärzwang her- vcifllhren lvollen, seinerzeit einen weitgehenden Mutterschutz abgelchnt haben. Der Bund für Mutterschutz fordert daher: Hebung von Volkskraft und Geburtenzahl durch Förderung des Mutterschutzes, unter anderem durch Ausbau der Mutterschaftsver- sicherung zu einer Kinderrente, Besserstellung der Unehelichen, Gesundheitsatteste vor der Eheschließung, Hebung des Heb- ammenwesens, freie ärztliche und Geburtshilfe, Aufhebung des Zölibats der Beamtinnen, Wohnungsreform, Aufhebung der Schutzzölle und Verbilligung der Lebensmittel zur Unterstützung aller derjenigen Richtungen und Bestrebungen in unserem Volksleben, welche mit uns gegen staatlichen Gebärzwang, aber für staatlichen Mutterschutz kämpfen." Aus den Verhandlungen fei hervorgehoben: Der Referent Dr. Heinz Potthoff bestritt, daß man überhaupt von einem Geburtenrückgang sprechen könne. Mindestens ebenso stark sei der Rückgang der Kindersterblichkeit. Nicht die Zeugungskraft des deutschen Volkes sei gesunken, sondern der Zeugungswille; da helfe kein Pfuschen an den Symptomen, sondern nur eine Erleichterung der Kindererhaltung. Die Bundesvorsitzende, Dr. Helene Stöcker, griff Friedrich Naumann heftig an, weil er sich den Dunkelmännern in dieser Frage vollkommen angeschlossen hat. Der Arzt Dr. Caro bezeichnete eine Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten als unvermeidliche Folge des geplanten Gesetzes. Grethe Meysel-Heß wies darauf hin, daß der Gesetzentwurf eigentlich nur die Proletarierkreise treffen würde, bei denen eine vernünftige Einschränkung der Geburtenziffer eme Forderung der Notwendigkeit ist. Die begüterten Schichten, die aus bloßer Genußsucht die Kinderzahl ein- schränken, könnten sich auch nachher, wenn auch zu höheren Preisen oder aus dem Ausland, die Antikonzeptionsmittel verschaffen. Der Landtagsabgeordnete Pfarrer Traub suchte das reaktionäre Verhalten Naumanns zu entschuldigen. Er sowohl wie Pfarrer a. D. Kötschke wandten sich besonders gegen die häßliche Art der Reklame für empfängnisverhütende Mittel. Sie mußten sich aber dahin belehren lassen, daß die Ankündigung solcher Mittel schon längst gesetzlich verboten ist. Helene Riechers, die Vorsitzende des Frauenkomitees der BUhuengenossenschaft, wies auf den Widerspruch hin, der darin liegt, daß dieselben Kreise sich als warme Freunde der Mutterschaft hinstellen, die beim Reichstheatergesetz eine Bestimmung schaffen wollten, wonach die unverheiratete Schauspielerin beim Eintritt der Schwangerschaft sofort ohne Kündigung auf die Straße gesetzt werden kann. Wer dem Geburtenrückgang entgegentreten will, der sollte sich zunächst einmal der unehelichen Mütter mehr als bisher annehmen. Frau Sachse-Pleßner schilderte das Elend in den Proletarierfamilien, das die Einschränkung der Kinderzahl zu einer gebieterischen Notwendigkeit mache. Wenn die Unterzeichner des Gesetzentwurfs einen Gebärzwang aussprechen wollen, daun müßten sie zugleich auch dafür sorgen, daß die geborenen Kinder ausreichend ernährt und erhalten werden können. Die Verurteilung der bürgerlichen Gesetzesmacherei im Reichstage war auch in diesem bürgerlichen Kreise allgemein. Eine Stimme für das Verbot der empfängnisverhütenden Mittel erhob sich mcht. Auftrieb. Cs war ei» Sonnt«» des Vorfrühlings, «Is sich die Arbeite- rinnett Grau." Die Mädchen standen beim Zaun und schauten in den leuchten» den Morgen hinein. Die alte Frau wiederum betrachtete die Jugend. In deren Haaren lag die Sonne verklärend und macht« auch die Züge weich, die oft an Werktagen müde und abgearbeitet entstell» waren. Und sie schüttelte den Kopf: „Nein, was es heute alles, gibt. Da laufen sie herum und mein Kind mit ihnen, und bringst den Leuten neue Anschauungen ins Haus. Zu unserer Zeit, k«! durfte man sich nicht rühren, mir Weibsleute schon gar nicht. Jetzt darf man nur hören," „Ach, wenn's mir bas Hören wäre, Mutter," sagte Minna, „Aber man mutz sich Mühe geben und lernen wollen," „Ich begleite Euch bis an die Ecke," meinte die Frau, und fic folgte de» Mädchen, die schon voranschritlen. Bald begannen die Häuser der Borstadt, Die Stratzenbahn kam pfeifend in ihrem Geleise daher. Bevor sie einstiegen, sahen sie nochmals zurück und atmeten tief. Die Tannengipfel grissen in das tiefe Blau des Himmels hinein, als wollten sie dieses Glück seschalten. Die Laub- bänme wuchsen einzeln vor den Tannen zerstreut. Zwischen ihreit nackten Armen span» sich ein morgendlicher Hauch, durch den die Sonne zitterte und lief. In der Ferne sah es aus, als schwängen sich die Laubbäume wie Girlanden an den Stämmen der Tanneir hin und zierten mit ihren frohen Farben das ernste Dunkel der Stämme, Tie Mädchen stiegen in die Stratzenbahn ein und fuhren nach den Vierteln, die sie besuchen wollten. Nur Minna hatte sich die Häuser der Vorstadt vorgenommen, „Wie es in der Stadt noch trüb und dunstig ist," sagte Minna, „Dort hinten steht noch eine schwarze Schmutz- und Rauchwand wie eine Mauer," „Minna," sagte da die Mutter, „ich hätte nie geglaubt, bah sich das überwinden lietze. Als wir damals unser Hab und Gut verloren, meinte ich, es wäre alles aus. Heute ist mir das Alte ganz tot, ich bin jung geworden in Eurem Glauben. Und nun, auf gut Glück!" Tie Mutter ging zurück und Minna betrat bald eine Mietskaserne aus roten Ziegelsteinen, die wie ein Riesenhaufen gleichmätzig aufeinandergelegt waren und Fensterlöcher hatten, Kinder spielten auf der Strotze und Im Hausslur, Die meisten waren sauber gekleidet, nur ein paar ganz arme hatten zerrissene Sachen an. Da kam ein Mädelchen ans sie zu und sagte: „Guten Tag, Tante Minna," „Ist die Mittler oben?" fragte Minna, „Ja," erwiderte die Kleine und hing sich an ihren Arm, Vor der Türe sprang sie wieder zu den Kindern zurück, Minna lächelte, als die junge Frau öffnete, „Ich bringe Ihne» ein FIngblatt," Die Frau erwiderte zögernd: „Ich will von so etwas nichts wissen," Minna folgte ihr in die Küche. „Aber bas ist doch schön und interessant," „Ich lese nur, was für mich nützlich ist," erwiderte die Frau, „Ich habe die Modezeituna, die brauche ich zum Schneidern für mich und mein Kind, Mein Mann freilich hält sich sein Blatt," Minna war von dieser Antwort überrascht. Sie fragte erstaunt: „Ja genügt Ihnen den das? So ei» bitzchen praktische An- leitting. Das kann doch nicht Ihr Denken allein ausmachen," Die Frau rührte im Snvpentopf und gab keine Antwort, „Sagen Sie ruhig den Grund," munterte sie Minna auf, „wir stehen Frau aege» Frau," „Ich will mein ruhiges Leben nicht zerstören —" meinte endlich die Frau, „Wir haben gerade knapp zu leben und da Haushalte ich so datz alles seinen ordentlichen Gang geht. Wir haben bis jetzt keine Schulden, mein Kind soll etwas lernen können, . . Und ivemc ich da etwas zwischen mein Leben eindringen lasse, dann geht alles auseinander." Minna erwiderte: „Im Gegenteil, Das Zusammenleben von Mann und Frau und die pünktliche Instandhaltung des Haushaltes, die Pflege des Kindes machen doch noch nicht die Ehe aus. Das ist ja nur das Aeutzerliche, Ihr Mann ist dach organisiert, Hab«» Sie noch nie daran gedacht, datz ihn sein Glaube an den Sozialismus durchaus nicht von seiner Arbeit ablenkt? Sehen Sie ander« Männer an, wie sie sttimpf dahinleben und leben müssen, weil sie nichts haben, was sie erhebt. Keine Freude, keine Hoffnung, gar- nichts. Und Sie haben bas Glück, einen heiteren Mann zu haben," Die Frau nickte: „Das habe ich" Minna fuhr fort: „Wenn er oft vollen Herzens aus einer Versammlung heimkommt oder wenn er irgendwo aus einer Zeitung oder bei Bekannten eine neu« fröhlich Botschaft erhalten hak, möchte er sich da nicht zu seinem Weib« aussprechu?" „Ja jo," erwiderte die Frau hastig, „das hat er am Anfang versucht. Ich habe aber nicht so recht hingehört, weil ichS nicht verstanden habe. Es war auch schwer," „Dann lernen gie'g noch. Es gibt kein besseres Mittel für die Frau, ihren Mann zu Hallen, als wenn ste ihn versteht. Wenn sie weitz, was ihm nahesteht und wofür er strebt, Ordnung und alle Hausfrauentngend — die ja selbstverständlich sein sollten — sinh noch nichts für sei» Herz und für seinen Verstand," „Wie soll ich mich dahinfinden?" seufzte bi« Frau, „Wir helfen Ihnen," sagte Minna. „Außerdem befinden Sie sich als Arbeiterfrau schon mitten drin, ES ist wisscnSiverl, die Ursachen z» vernehmen, warum daS Leben immer teurer wird. Warum die einen Menschenklasse entbehre» mutz, warum sie sich lediglich um bas nackte Dasein guäleu, während andere sich im Ueberflutz befinden. Warum die Kinder der eine» in den höchsten Schulen auf bas Lebe» vorbereitet werde», und die Kinder der Armen das spärlichste Wissen erhallen, So gibt es hnndert nnd iberhundcrt Fragen des Lebens. Man steh! nicht mehr unwissend oa und läßt das alles geduckt über sich hinglciteu, Man erhebt sich, schaut umher, kümmert sich mit allen Sinnen um dies Durcheinander, Und da finden wir uns plötzlich zurecht, wir sehen, daß viele lauschen, bah sie sich die Hände reichen, jeder trägt eine lieue Offenbarung herzu und sie alle arbeiten angestrengt, sich auf eine freie Ebene hinauszuarbeiten" „Was machen sie dann dort?" „Da beginne,, sie zn bauen, ohne die alten Fehler, Lücken und Liederlichkeiten," „Ja, ivenn das so wäre," sagte die Frau, „Und dabei," fuhr Minna fort, „soll man uns Frauen nicht unvorbereitet sinken " „Wenn man uns aber doch im Stiche läßt?" warf die Frau ein, „Das kann garnicht sein. Diese Partei ist für alle Menschen, ohne Unterschied der Rane und des Geschlechts, Es bleibt uns nur übrig, diese freiheitliche Gesinnung nicht zu beschämen, indem wir gar keinen Gebrauch davon machen," Minna zeigte der Frau die Arbcitcrinnen-Zcitung, „Heute abend kommen Sie in unsere Versammlung, da wird eine Frau von unseren Bestrebungen reden." Tie Frau blätterte in der Zeitung, „Kür die Hausfrau", las sie, „sür unsere Kinder", Da waren auch Ratschläge für die Gesundheit, Rezepte sür die Küche und zu allerletzt fand sie noch einen Mantclschnitt, Da sah sie auf, „Das beruhigt mich, daß trotz alledem diese Seiten des Haussraucndascins nicht vergessen sind," „Dabei sind sie anders behandelt wie in den gewöhnlichen Modezcitungen, Dort findet sich irgend ein alter Komteßchen- Roman, Was hat wohl eine Arbeiterfrau mit den Backfischcrlcb- riisien eines Komteßchens zu tun. Dann Handarbeiten und Schnitte für die reiche Frau und für die Modedame, Was haben wir daniit zu schaffe»? Kochrezepte für Hcrrschaftsküchen! In unserer Ar- bciterinnen-Zeitnng finde» Sic anher der politischen Aufklärung über die Ereignisse des Tages Fcststellnngcn ans allen Gebieten des menschlichen Daseins und der Erwerbstätigkeit. Die Ratschläge für die Gesundheit sind von Aerztcn und Fachmännern, die Geschichten ^rrin sind eindringlich von Dichtern gestaltet, Tie Rezepte sind für die Arbeitcrküche erprobt und zuletzt sind die Schnitte nach den Geboten der Vernunft für den menschlichen Körper entworfen. Zu guter Letzt finden Sic immer ein« ersrculiche Feststellung iiber die Errungenschaften, die die Frauen aller Länder und Erdteile auf öffentliche» und wissenschaftlichen Gebiete» erreicht haben, Daniit man auch hier sieht, da« es vorwärts geht," Tic Frau hatte ihre Modczcitung aus dem Nähtisch geholt, „Das kann ich jetzt freilich nicht mehr halten," sagte sie und zerrih das Blatt. Ihr Mann, der durch den Flur hereinkam, sah sie gerade bei dieser Beschäftigung, „Das ist brav von Dir," sagte er. Er bcgrühtc Minna und sie slllsterten eine kleine Weile, „Tu Frau," sagte er, „unsere Freundin hat sich bet dieser schweren Arbeit mit Dir allzulange aufgchalten. Weiht Du was, ich gehe heute mittag niit der Kleinen spazieren und Du hilfst Minna die Flugblätter austragen," „Ja," meinte die Frau, „hole mir die Klein« herauf. Minna kann sich dann auch noch ein bihchcn bei uns satt essen," Als sie so zusammen sahen, schlug der Mann plötzlich auf den Tisch und sagte: „Weiberl, setzt weht dann eine andere Lust, Wenn man so allmählich in die Jahre kommt, ist cs gut, wenn man sich aus seinen enge» Räumen hinaus in die weite Welt interessiert." Als die Frau mit Minna das Geschirr sauber wusch, öffneten sie das Fenster, Der Mann stand an der Türschwelle und sagte: „Seht nur da hinaus," Man sah die Dachspitze von Minnas Häuschen und darüber den Wald, dessen Tannenspitze» immer noch das Himmelsblau an sich klaminerten. Der Mann hob sein Kind in die Höhe: „Sich, dort hinaus, wo Himmel und Erde zufammenlaufcn, dahin gehen wir setzt," Die Frauen liefen mit ihren Flugblättern treppauf, treppab, ln Höfe und Hinterhäuser. „Heute merke ich es," sagte die Frau, „wie öd es zwischen den Steinen ist, Ta dringt ia eher die Sonne aus den Menschen heraus als bas Licht von draußen hier hinein," Speranza. Aus Wett und Leöen. Westsälifchc Zenirumsbaucrn und christliche Nächstenliebe, Der Westjälische Bauer ist das Organ der im Westfälische» Bauernverein organisierten Zentrunisbaucrn Westfalens. Der Zcntrums- abgcordnete Herold hat eine führende Rolle in bieseni Bauernverein, Das Vereinsorgan, der genannte Westfälische Bauer, erteilt auch Rechtsauskunft und so stellt in der Nummer vom 15. Februar 1U14 ein Mitglied folgende intcresfante Frage: „Ich habe ei» Dienstmädchen, welches ein Kind hat. Das Dienstmädchen möchte ich gern in Dienst behalten. Die Gemeinde befürchtet aber, daß das Mädchen den llntcrstütznngswvhnsitz cr- ivtrbt. Um dies zu verhüten, möchte ich das Mädchen jedes Jahr einige Zeit sorlschicken. Wie ist die Rechtslage?" Das Mädchen hat ei» Kind, wohl als Folge der so gepriesene» sittlichen Verhältnisse aus dem Lande, Das Mädchen ist gut und tüchtig, wohl ein richtiges Arbeitspferd, sonst würbe der srage- stellenbc Bauer cs sicher nicht gern behalten. Aber die Gemeinde! Tie Gemeinde fürchtet, das Mädchen könnt« de» Unterstützungs, Wohnsitz erwerben und der Fragesteller hat, wie man sieht, Verständnis sür die Besorgniffe der wahrscheinlich von Zentrums- bauern beherrschten Gemeinde und will durch einen Trick — näm- lich dadurch, daß er das Mädchen jedes Jahr einige Zeit wcgschickt — verhüten, daß bas Mädchen wohnsitzbercchttgt wird und bann eventuell der Gemeinde zur Last fallen könnte. Der Westfälische Bauer gibt dem Fragesteller (wahrscheinlich durch eine» Rechtsanwalt) die Auskunft, daß aus Grund der 88 10, 21 des Gesetzes vom 7. Juni 1908 das Mädchen den Unter* slützungswohnsitz erwirbt, wenn es ein Jahr ununterbrochen im Orlsarmcnvcrband seinen gewöhnlichen Aufenthalt gehabt hat. Das uneheliche Kind teile de» Ilntcrstützungswohnsih der Mutter. Im Falle der Erkrankung müsse der Dienstherr für die Kosten aufkommen; falls er nicht haste, müsse der Ortsarmenverband eintreten. ES wirb dann weiter aus 8 13 des Gesetzes angeführt;' „Als Unterbrechung des Aufenthalts wird eine freiwillige Entfernung nicht angesehen, wenn aus den Umständen, unter welchen sie erfolgt, die Absicht erhellt, den Aufenthalt bcizubehaltcn." Daraus ergebe sich, daß der Fragesteller dadurch, baß er das Mädchen jedes Jahr kurze Zeit fortschickt, um so den Erwerb des Untcrstützungswohnsitzes zn verhüten, sein Ziel wohl nicht erreiche. Die kalte, geschäftsmäßige Art, wie hier ein dem Zentrum nahestehendes, sür Zentrumsbanern geschriebenes Organ über die Geschicke eines armen unglücklichen Mädchens entscheidet, zeugt von ebenso großer christlicher Nächstenliebe, wie sie dem Fragesteller und den Gemeindegewaltige» innewohnen muß. Was mag nun aus dem Mädchen werden? Vermutlich wird nun die Gemeinde aus gänzliche Entlassung dringen, um zu verhindern, baß das Mädchen nnterstützungswohnsitzberechtigt wird. Dann wird es mit seinem Kinde aus die Straße gesetzt, in die Welt hinausgejagt. Und wenn das Mädchen in seiner Not eine Verzweiflungstat beginge, dann würden die christlichen Blätter die ersten sein, die sich heuchlerisch entrüste». OelllildüeilspN'ege. Wie heilen ansteckende Krankheiten? Jedermann weiß, daß ansteckende Krankheiten, Masern, Scharlach, Tuberkulose, Typhus, ja auch die Cholera und Pest „von selbst" heilen können, ohne daß ein Arzt zur Heilung beigetragen hat. Also ninß sich der Körper selbst niit seinen eigenen Kräften und Mitteln geholsen haben. Wie er das .zustande bringt, darüber schreibt uns der bekamitc Mediziner und beliebte Schriftsteller Dr, Dckker: Die Bakterien sind die Ursache, die „Erreger" der ansteckenden Krankheiten, Gegen sie hat sich der Körper zu wehren: er läßt sie nicht hinein in das Innere, oder wenn sic eingedrungen sind, ivirst er sie wieder hinaus (Husten, Niesen). Verschluckte Bakterien werden im Magen- und Darmsast abgetötet oder schließlich, ohne daß sic Schaden anstisten, aus natürliche Weise wieder ausgeschiedcn, sogar die schlimmsten, wie die Mordversuche des Giftmörders Hopf mit Cholera- und Tnphnsbazillen beweisen. Sind Bakterien in den Körper cingcdrnngen, daß sie in den Geweben und Organen von den Säften zehren und sich baktcricnhast in die Millionen vermehren können, so sucht sie der Körper z» »>er- nichten. Das Fieber ist ein solcher Versuch, durch Erhöhung der Körperwärme dem Gesindel den Aufenthalt »»behaglich zu machen, es an Wachstum und Vermehrung zu hindern oder wenigstens die Entwicklung zu hemmen. Entzündung ist ein anderer Versuch, niit Hilfe der stets bereiten weißen Blutkörperchen die Bakterien zu vernicht«». Die Eiterung ist ei» heroisches Mittel, durch Opferung vom eigenen Gewebe di« Bakterien mitsamt der Eiter- masse hinauszustoßen, Das gelingt aber nur, wenn die Bakterien im Gewebe stecken, hier aus kleineren Herd abzugrcuzc» und einzu- schließen sind Wenn sie tm Blutstrom kreisen, so sind sie nicht zu fassen. Hier könne» Entzündung und Eiterung nicht helfen. Dafür erfindet der Körper «inen neuen genialen Kniss: er sondert Sasie ab, die die Bakterien klebrig inachen, Ilnd nun ereilt sie das Verhängnis. Sie kleben aneinander zu zierlichen Rillen und derben Strähnen, ballen sich endlich zusammen zu dicken Klumpen, die schwcrsällig tm Blut weiter treiben, irgendwo im Adernetz stecken bleiben; und nn» wird diese ivchrlose Masse von den weißen Blutkörperchen vollends vernichtet. So wird der Körper bakteriensrer und — gesundet von schwerer Krankheit. Aür Kaus itub Köf. Die Konditorei in jedem Haushalt. 80 billige erprobte Rezepte zur Iclbstherstellung von Torten, Kuchen und Teegebäck, 4, Auslage (t>,—8. Tausend), Preis 25 Pfg, Zimmcrniaunfcher Verlag. Chemnitz, Annenstraße 19, Wieviele Freundinnen sich das wohlfeile Büchlein erworben hat, beweist die binnen kurzer Zeit notwendig gewordene 4, Auslage, Tie Rezepte sind leicht verständlich gefaßt, lo daß auch die unerfahrene Köchin alles Backwcrk Herstellen kann.