2 MM ä88Z MM Mäß S6K StiiS M6S *' V a5 Glatt derFrau Möchentißcke SeNage der Oberkeffjscken NoMszerttmg a» 1h, flummcc 6 Lrefien, Freitag den !Z. Februar 1914. 6. Sakcgang ^395 99S5 M Jugendkttttur und Krolik. In der bayerischen Abgeordnetenkammer unternahni kürzlich ein klerikaler Gymnasiallehrer eilten Ueberfnll auf die Jugendbewegung, die sich an die idealistischen Bestrebungen Dr. Wynckcns und der Freien Schulgemeinden angcschlossen hat uild deren Ahnherr Pestalozzi nnd Fichte ist. Der schwarze Parlamentarier stützte sich auf eine Broschüre „Jugendliteratur", in der nach München-Gladbacher Methode Tatsachen verwirrt, Zitate verstümmelt nild gefälscht sind. Ter kleri- kale Abgeordnete denunzierte diese angeblich geheime Gym- nafiastenvcrschwörnng der Regierung zur gewaltsanien Ausrottung. tlnd liberale Schulmeister blamierten sich, indem sie sofort, ohne jede Kenntnis der wirklichen Erscheinungen, diese „Ilbertinistische", „grüne" Revolte „blasierter Bengel" preisgab. Das Material hatte eine Schülerzeitschrift Der Anfang geliefert, in der sich die Jugend selbst über ihr Leben auSspricht, und Urkunden sammelt, die hoffnungsvoll zeigen, daß sich hier ein neuer, freier und idealistischer Geist regt. Für das Proletariat existieren zunächst diese Fragen nicht: die proletarischen Knaben und Mädchen lverdcn mit Ich selbst schon mit 13 Jahren in das brutale Erwerbsleben hinansgc- stostcn, ehe sie zur Besinnung über sich selbst kommen und ohne jene stürmischen Jahre beginnender Geschlechtsreife frei und geborgen auf die Pflege ihrer inneren Kultlir verwenden zu können. Aber die Sozialdemokratie hat Sym- pathie für alles, was die Menschheit eniporsührt, sie bekämpfl jeden geistigen Zwang, und darum fühlt selbst sie mit den edleren Sprossen der Bourgeoisie, von denen sie doch weist, dast sie andere Wege gehen werden, als die Massenkämpser sozialer Erlösung. Srhließlich ist es auch nicht ganz gleichgültig, ob die bürgerliche Jugend auch künftig jenen ver- ruchten Typ des kalten Strebers, rohen Gewaltmenschen und Hüsten Genüstlings (um dann fromm nnd sittlich zu heucheln!) darstellcn wird, der dann als Herrscher des Klassenstaates über das Proletariat amtliche Macht gewinnt. Tann aber ist cs in der Tat ein menschlich ernsthaftes Problem, dast die ans sozialen Gründen immer mehr steigende lleberalterung der Mittelschüler sic noch in den Jahren der dumpfen Schnlzncht auSliefert, da frühere Generationen längst sich frei, selbst zügellos auf den Universitäten tummelten. So prallen gerade die ersten Wildzeiten der Erotik noch mit dieser die natürlichen Tatsachen feig übersehenden oder brutal mißhandelnden Schnlmeisterei zusammen. Jeder Erfahrene weiß, wie dadurch daS Triebleben entartet und beschmutzt wird. Die Zeitschrift, die der Verein zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hcrausgibt, hat darüber ein furchtbares Material gesammelt. Darum ist cs ein Verdienst, dast gerade auch aus diesem Gebiet in jener verleumdeten Schüler- zcitschrist sich die jungen Leute bekennen, nnd statt in eklen Winkel» das Größte der menschlichen Natur geissig nnd körperlich zu besudeln, um eine Reinigung des Trieblebens, um einen freieren und zugleich die Menschenwürde achtenden, sittlich und sozial veredelten Verkehr der Geschlechter zu ringen. Durch infame Fälschungen, indem man nur die Zn- standsschildernngcn über die Betätigung des Trieblebens abdrnckte, aber jene idealistischen Mahnungen unterschlug, die doch erst den Willen und die Richtung dieser jugendlichen Bekenntnisse offenbarten, hat man einen verheißungsvollen Gesundheitsprozeß schmählich verleumdet. Dr. Wyneke» selbst, der im Mittelpunkt der klerikal- liberalen Parlamentshetze steht, veröffentlicht eben einen Vortrag „Was ist Jugendbewegung" (München bei Georg C. Steinicke) und in einem Nachtrag setzt er sich auch kurz mit seinen neuesten Angreifern auseinander. Die ernsten Worte, die er hier über die Erotik der Jugend spricht, sollte jeder beherzigen, der ans die Jugend Einfluß zu üben berufen ist: Haben wir wirklich ein so gutes Gewissen angesichts der Lebensführung, die wir unserer jungen Generation auf- crlegen? Welches sind die Erfolge unserer pädagogischen Diktatur? Mit besonderer Heftigkeit hat man sich gegen den neuen Willen der Jugend ans dein Gebiete der Erotik gewandt, einen Willen, der doch schließlich nur auf eine höhere Natürlichkeit, Reinheit und Schönheit des Verhältnisses der Geschlechter hinausläuft. Haben wir nun wirklich das gute Gewissen, das uns befähigt, die Stimme der Jugend zu überhören, wenn sic mit unserer eigene» Meinung nicht übercin- stimmt? Was sagen uns die Aerzte über die Verbreitung der Onanie oder der Geschlechtskrankheiten bei Jugendlichen? Nnd schlimmer noch ist, worüber die Aerzte nichts zu sagen wissen, die Verwüstung des Liebeslebens in den Seelen. Alle diese Zustände kominen doch schließlich auf unser Konto, in das Schuldbnch der ästeren Generation, und fürwahr, als eine Blutschuld stehen sie dort verzeichnet. Ich meine, angesichts dieser Dinge sollte» auch die trägsten Herzen erzittern. Unsere Unfähigkeit, die Jugend zu leiten, ja nur zu retten, ist nachgerade wirklich erwiesen, und ich weiß nicht, woher wir den Mut aufbringcn wollen, einer Jugend den Mund zu verbieten, die ihre Rettung und Erziehung jetzt, so weit cs in ihren Kräften steht, selbst in die Hand nehmen möchte, und die sich gegen ein System auflehnt, das ihr tiefe nnd unheilbare Wunden geschlagen hat oder zu schlagen droht. Wus wollen einzelne, was wollen selbst viele Entgleisungen der protestierenden Jugend besagen angesichts der Dinge, gegen die sie protestiert? . . . Wollt ihr unfähig sein, eine Generation zu verstehen, die ihr erzeugt habt?" Das teuerste Land Kmopas. Ii,S Proletariat leidet überall, wo in der Welt sich die kapitalistische Betriebssorm der Gesellschaft entkalket hat, unter den gleiche» Zwangs beding« »gen des Systems, deren notwendige Wirkung crst beseitigt werden könne», wen» das kapitalistische System selbst beendigt ist. Aber innerhalb der gleichen kapitalistische» Ordnung, innerhalb ihrer Bedingungen und Schranken entfaltet sich mehr und mehr eine große Mannigfaltigkeit des proletarischen Daseins, der Lebcnsvcrhältnisic der Lohnarbeitcrschasi. Innerhalb desselben Landes klafjcii auch !m Proletariat selbst große llnterschiede der geistige» und ivirtschastliche» Kultur. Iu den verschiedene» Ländern aber der zivilisierten Erde gestaltet sich das Los des Proletariers durchaus verschiedenartig. Nicht nur ist das Maß politischer Freiheit, wirtschastlicher Abhängigkeit gesellschaftlicher Achtring ungleich, je „achde», der Arbeiter in einer radikalen Demokratie oder in einer halbfeudalen Militärmonarchie lebt, sonder» auch die unmittelbare wirtschaftliche Lage, Arbeitszeit »nd Arbeitsbedingunge», Lebenskosten, Lohnhöhe zeigen wcitauselnander führende Richtung?, litücn. Das Maß des kapitalistische» Druckes ist anders siir de» Proletarier i» England, in den Bereinigte» Staaten, in Australien oder in Neuseeland, anders i» Ben Osisiaale» Europas oder in Dciiischkand. Dieser Grad der Teilnahme an der allgemeinen Kultur such für da? Proletariat wird bestimmt einmal durch die organisterte wirtschaftliche Selbsthilfe der Arbeiter, die unmittelbar den Kampf gegen daS Unternehmertum führen und ihm Zugeständnisse ab- zwingen, bann aber durch die politische Verfassung des Landes, in dem der Proletarier sein« Arbeit verrichtet. Der stärkst« Beweis, dast In der Tat der Kanrps der Arbeiterschaft letzten Endes ein politischer Kampf sein muß, wirb durch den Vergleich erbracht, der zwischen der Lebenshaltung derselben Proletarier in de» einzelnen LSudern gezogen wird. Es läßt sich von Hauö aus vermuten, daß die Lage der Arbeiter ,imso ungünstiger ist, je rechtloser er ist, fe unfreier in der politischen und wirtschaftlichen Beeinflussung seines eigenen Schirksals, Das krasseste Mißverhältnis zwischen den machtvollen Bestrebungen des organisierten Proletariats und seiner Lebenshaltung muß sich in einem Lande zeigen, wo gleichzeitig sich die Industrie ungeheuer rasch entfaltet und «ine geradezu vorgeschichtlich wirkende Politik einer feudal-agrarischen herrschenden Klasse die Macht hat, Deutschland ist das klassische Land dieses Widerspruchs, Auch ohne Einzel- Untersuchungen kann man vermuten: die gewaltige der proletarischen Organisationen wird sich beweisen in Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen, Di« agrarische Politik aber wird die Lebenshaltung wieder so stark belasten, daß der Arbeiter wieder als Konsument verliert, was er als Produzent gewonnen hat. Nasche industrielle Entwicklung bei starker Bevöikerungszunahrne bedeutet ricsiegc Steigerung des Bedarfs an Lebensmittel» und an Behausungen in den konzentrierten Siedelungen der großen Städte, Ein Ausgleich kann nur gesunden werden, wenn die Erzeugnisse des Weltniarktes zur Versorgung des Jndustrieproletariats zu Hilse genommen werde». Sperrt sich aber das Industrieland agrarisch ab. so entsteht notivendigerweise ein« immer unerträglicher werdende Spannung zwischen dem erarbeitete» Lohn und den Kosten der Erzeugnisse, sür die man ihn auswcndet. Die Teuerung der Gegenwart ist allerdings «in« internationale Erscheinung, wesekitlich dadurch bedingt, baß überall auf der Erde sich Industrie entfaltet. Aber innerhalb dieser allgemeinen Erscheinung verschärft sich die Teuerung dort, wo ein Industrieland nach den Interessen einer agrarischen Kaste regiert, d, h, ausgebeutet wird. So wird — das läßt sich, ohne eindringlich« Sonderuntersuchungen als wahrscheinlich rinsehen — Deutschland vielleicht das Land sein, in dem der Industriekapitalisnms in der raschesten Zeit die unermeßlichsten Ncichtümer aufgehäuft hat, in dem — dank den Arbeiterverbändeu — die Löhn« rasch und erheblich gestiegen sind, wo aber zugleich auch, infolge des verhängnisvollen Dreibundes des Junkertums, des mit ihm versippten Klerikalisuuis und der schweren Industrie di« Lebenshaltung am meisten verteuert und erschwert ist. Diese Mutmaßung wird durch jede genaue vergleichende Darstellung der proletarischen Lebensbedingungen in den einzelnen Länder» erhäriet, Denischland ist in der Tat i» einem ganz kurzen Zeitraum aus einem sehr wohlfeilen Lande bas teuerste Gebiet Europas geworden, und es drohen katastrophale Ereignisse, wenn die bisherig« Wirtschaftspolitik einer kleinen Gruppe von agrarischen und schwcrindustriellcn Interessenten sortgesührt wird, Diez ist bas warnende Ergebnis einer Schrift, die soeben der Verein für Sozialpolitik an seine Mitglieder versendet: L ö h n « u n d Lebenskosten i » Westeuropa i nt 19. Jahrhundert, Von D r. Karl von Tqszka, Der Verfasser, der im Statistische» Amt der Stadt Leipzig tätig ist, hat in dieser sorgsältigen Untersuchung die Löhne und Lebcnskoste» der Proleiarser in Frankreich, England, Spanien und Belgien vergleichnid dargestellt und sie in einem Anhang nnt der gegenwärtigen Lage des deutschen Proletariats kontrastiert. Das entscheidende Ergebnis ist, daß in dem freihändicriichen England die Entwicklung genau umgekehrt verlaust, wie in dem hochschutzzöllnerischen Deutschland, Innerhalb Deutschlands selbst zeigt sich ein ausfälliger Unterschied zwischen Preußen, tuo die Steigerung des Unterhalts ganz ungeheuerlich ist und zwischen den, Süden, wo bis i» die letzte Zeit hinein di« Zunahme der Lebenskosten »och geringer war, allerdings in der unmittelbaren Gegenwart di« Anspannung umso schärfer sich vollzogen hat. Tie englische Entwicklung zeigt vom Ende des 18, Jahrhunderts bis zum Anfang des 29, Jahrhunderts ein unablässiges Fallen der Haushalts- und der Lebenskosten; in den letztere» ist außer den Ausgaben sür Nahrung auch Miete, Heizung, Beleuchtung, Kleidung und Wohnung einbegriffen. Auch im 29, Jahrhundert bleibt die Steigerung der Haushalts- und Lebenskoste» in England gering. Am furchtbarsten war die Teuerung in Engiand in der Zeit des Weltkriegs mit Frankreich, Setzt man di« Zeit von 1898 bis 1999 hinsichtlich der Unierhaliskosicn gleich 199, so waren die englischen Haushaltskosten in den Jahren 1811 und 1815 bis auf 275,9 gestiegen. Sie waren also fast dreimal so hoch wie am Ausgang des 19, Jahrhunderts, und sie erhoben sich im 29, Jahrhundert nur bis 111,7 sHaushaltskosten), 198,9 sLebcnskoste»), Daß sich in England die ailgemeineu Lebcnskoste« ln letzter Zeit noch günstiger entwickelt haben als der Auswand für die Ernährung, ist durch bas Sinken der Mieten veranlaßt worden, Ten umgekehrten Weg nimmt die Entwicklung in Prenßen- Dculschlaiid, Setzt man auch hier die Hanshaltskosten der Jahre 1896—1999 gleich 199, so finden wir seit den: Beginn zuverlässiger statistischer Auszeichnungen ein ununterbrochenes und im 29, Jahrhundert stürmisches Ansteigen der Teuerung, 1821 bis 1825 betrugen bi« Lebeuskvstcn 18,1, »0 Jahre später 86,1, »ach den, dentsch- sranzvsische» Kriege steigt di« Kurve bereits auf 111, sinkt bann vorübergehend ein ivenig und erreicht 1996—1912 die Höhe von 127, Innerhalb elneS Jahrhunderts Ist also die Lebenshaltung In Deutschland fast dreifach verteuert, wie In England aus fast ei» Drittel verbilligt worden. Viel günstiger stellt sich die Entwicklung der Lebenkkoste» in Frankreich und Spanien, Freilich ist aiich in allerletzter Zeit seit 1911 die Teuerung in Frankreich empfindlich gestiegen. In Belgien ist heute die Lebenshaltung billiger als zwischen 1866 und 1889, gegen den Ausgang des 19, Jahrhunderts aber Ist auch hier die Teuerungskurve steil ansteigend. Nun sind in Deutschland onf der andern Seile die Nominal- löhne auch am raschesten gesticaen. Diese Steigerung beweist aber noch nichts für di« Kaufkraft der Löhne, die erst die Real'öhn« dar- stcllt. Setzt man den Reallohn, d, h, den wirklichen Wert des Lohnes 1999 gleich 199, so sank der Ncallohn 1919 in Großbritannien auf 92,2, in Preußen dagegen ohne Mieisanfwendungen auf 82,9, mit Miete sogar aus 79,6, Tie Schlußbelrachtungen des Versassers sind hinsichtlich der deutschen Entwicklung denn auch sehr düster gefärbt: Ein Ende der Teuerung ist bei Beibehaltung der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik in Deutschland gar nicht abzusehen. Man wird im Gegenteil damit z» rechnen haben, daß die Verteuerung der notwendigsten Lebcns- bediirfnisse eine immer größere und schwerer« wirb, solang«, bis es der Industrie, und zwar zunächst dem wichtigsten Zweige, der Erportindustrie, unter dom Drucke der günstiger arbeitende» Auslandskonkurrenz nicht mehr möglich sein wird, durch fortgesetzte Lohnerhöhungen die Verschlechterung der Lebensbedingungen aus- zugleichen. Dann freilich wird, unter furchtbaren Arbeiiokämpicn, die Nachfrage nach Agrarprodnktcn allmählich zurückgehcn; zunächst infolge Einschränkung des Mehrbedarfs pro Kopf, da den, Emporsteigen der unteren Schichten die Verschlochterung des Lebensstandards sehr bald Einhalt gebietet. Dann aber wird auch jene von allen Staatsmännern bisher gciiirchtetc Erscheinung, die schon heute ihren Schatten vorauswirst, Stockung der Bcvölkernngszunahme infolge Rückganges der Gcbnrtenziifer, nicht nur bei den oberen Klassen, sondern auch bei dom grosien Kräitereservoir de? Volkes, den unteren Schichten eintreten, und die Nachfrage »och Lebensmitteln auch ans diesem Grunde und zivar nun cndaiiltig und siir die Dauer zurückgehen. Das sind die Aussichten sür die deutsche Zukunst, Aber schon heute steht über Deutschland, durch die Absperrung der LcbenLmittel- zusuhr vom Weltmarkt, das Verhängnis, da? der Verfasser, auf Grund seiner staiistischen Nachweise, in dem Satze ausdrückt: „Deutschland ist heute vielleicht das teuerst« Land in Europa," Di« Lohnaufbesserungen halten nicht mehr Schritt mit der Verteuerung. Hier liegt die Uriache, warum Dcnlichiand auch politisch im Rat« der Völker cntwnrzeit wird, während England, wie Tnszka hervor, hebt, gerade durch seine kluge Wirtschaftspolitik die Führerrolle in Europa inne hat. Ast das Kind schulftriig? „Du hast doch nichts vergessen?" ist die Frage, die die sorgende Mutter fast täglich dem zur Schule gehenden kleineren wie größeren Kinde nachruft. Gewiß meint cs die Mutter wohwollend;; doch ganz streng geurteilt ist die Frage recht überflüssig, nämlich dann, wenn die Kinder an peinliche Ordnung gewöhnt sind. — Doch leider möchte in vielen Familien die Mutter genau die Bücher kennen, die an den einzelnen Tagen von jedem einzelnen Kinde in der Schule gebraucht werden. — In manchen Familien gibt es früh eine richtige Jagd nach den Büchern. „Wo ist den mein Federhalter, mein Bleistift?" sind Tagessragen, Den Halter brauchte am Abend der Vater, und die Mutter hat den Bleistift im Küchentischkasten liegen. Des Jungen Rechenbuch mußte gelegentlich als Lampenuntersetzer dienen, daher die großen Petroleumflecken iin Papier. Im Lesebuch fehlen einige Blätter, die hat das dreijährige Schwesterchen'heraus- gerissen, als man ihm das Buch zum Spielen gab. Der Abc- Schütze Karl hat die Bilder darin nach seiner Ansicht »nd nach seinem künstlerischen Erinessen mit Buntstift ausgemalt, da er das in der Schule Gelernte praktisch verwerten wollte, — Einen Buchumschlag und eine Brottasche in irgendwelcher Form kennt man nicht: direkt auf die Bücher die Fettbemme gelegt, so trollen die Kinder oft zur Schule, Glücklich sind sie angekommen. Natürlich ein gründliches Waschen, ordentliches Haarkämmen und Schuhputzen gibt es nicht. Wie könnte man dann wohl ans den ganzen Haushalt, speziell natürlich auf die Mutter schließen? Ein Lach, größer oder kleiner, im Strumpf oder im Kleid sind nichts Besonderes, Recht treffend lassen sich die Fingernägel vieler Kinder mit Drcckschippen vergleichen. Den Ersatz für das Taschentuch bietet der Rockärmel. Am Mantel sind die Knöpfe durch Stecknadeln markiert, Mütze und Haube liegen in irgendeiner Ecke und konnten, da nur noch fünf Minuten fehlten, früh nicht ausfindig gemacht syerden. Nicht einmal Zeit zum ruhigen Kafseetrinken blieb übrig. Hungrig, mit leerem Magen geht's ab. Kein Wunder, wenn die Kinder völlig interesselos im Unterricht sitzen. Wo soll auch die Aufmerksamkeit Herkommen, wenn der Magen knurrtI Nun noch das größte Unglück, nämlich für das Kind, die Glocke verkündet Len Beginn der Viertelstundenpause. „Ach", durchzuckt es das Kind, „jetzt habe ich in der Küche meine Bemme liegen lassen!" Doch der Schaden ist geheilt, denn die Mutter hat sich pünktlich mit dem Frühstück eingefunden. Echte, treue Mutterliebe, nicht wahr? Nein! — Macht die Mutter in diesem Sinne öfters den Laufjungen, stärkt sie nur des Kindes Liederlichkeit. Freilich auch der Herr Professor vergißt öfters etwas. Doch wenn das Kind seine Gedanken zusammennimmt, ist öfteres Vergessen direkt ausgeschlossen. Natürlich müssen es die Eltern zur Ordnung anhalten, doch mehr wie alles Reden erreichen sie auch hier durch ein gutes Beispiel. Leben die Eltern selbst mit der Ordnung nicht auf Kriegsfuß, halten sic auch die Kinder für etwas ganz Selbstverständliches. Eigenartigerweise findet man verhältnismäßig selten, daß die Mutter des Kindes Tagebuch nachträgt, das sie beim Wischen vielleicht unter dem Schrank gefunden hat. — Wir müssen unsere Kinder streng anhalten, bald nach der Schule die Schularbeiten, möglichst noch bei Tageslicht, und die Bücher am Abend schulfertig zu machen. Auch die Schuhe und Kleider sind vor dem Schlafengehen gründlich zu säubern. Dann werden unsere Kinder auch mehr Interesse an der Schule haben aus einfach psychologischen Gründen. Die Kere. In Berchtesgadener Klosterland Vor Zeiten ein einsames Hüttlein stand Im Waldesdunkel verborgen. Dort lebte mit ihren zwei Enkeln klein Ei» altes ehrsames Mütterlein Ein Leben voll Arbeit und Sorgen. Von ihrer Sippe, nach langem Leid, Tic Treie i» ihrer Einsamkeit Sind übrig geblieben von allen. Die Mutter längst untcr dem Rasen lag, Ter Vater war ferne am Schladingcr Tag Für der Bauern Sache gefallen. So hausten sie still in der Hütte klein, Im Bolksmnnd hiest es „Ain Hangenden Stein", In Demut und Gottvcrtrauen. Sie sammelten Kräuter und Wurzeln ans. Die Grostmnlter trug sie dann zum Verkauf Ins Dorf zu den Klosterfrauen. Doch bald kam das Unglück an einem Tag, Ter jüngere Bub hatte brausten im Hag Einen Strauch voller Beeren gefunden. Er pflückte von ihnen und ast sic geschwind, Genäschig wie Kinder nun einmal sind; Tic schienen gar trefflich zu munden, Am Abend schon klagt er der Grostniutter leis: „Ach Mutter, mir ist heut so brennend Heist, Ich will mich gleich schlafen legen," Die Grostniutter nahm ihn auf ihren Arm, Sie streichelt sein Köpfchen, sic bettet ihn warn. Und sprach einen frommen Segen. Des Nachts schrie der Knabe in Ficbcrglnt: „Ach Mütterchen hilf, ach Mutter sei gut, Ich kann mir nicht helfen vor Schmerzen." Sie zündete schnell auf dem Herd« das Licht; Und alz sie dem Buben sah i,t’6 Gesicht Fuhr jäh ihr der Schrecken zun, Herzen, In ihren Adern fast stockte das Blut, Sie muhte die Zeichen nur gar zu gut Von seinen Lippen zu lesen. Da gab g keine Hilfe, da nutzte kein Fleh», Ihr Bübchen mustt sicher zugrunde geh',,. Es konnte ja »immer genesen. Sie nah»! ihn von seinen, Lager mit Hast, Sie herzte und küstte die süst« Last In Liebe und hcistem Erbarmen, Doch plötzlich schos, es ihr durch den Sinn, Sic legt« eilend den Buben hin Mit heimlich zitternden Armen. So war es. bi« Blätter beim Mondschein gepflückt. Vielleicht mag «S helfen, vielleicht hast e» glückt; Welch seliger Hoffnungsschimmer, _ ,i ;•, Es hat st« ein frohes Erregen «rfastk. Sie nahm ihre Kleider in eilender Hast Und rief bann Kletn-Aennchen tn8 Zimmer, „Komm Acimchen, bleib hier bei dem Brüderlein, Ich eile indest nach dem Tenfelsstein Di« heilsamen Kräuter zu suche». Nun sei mir recht artig, verhallte dich still, Ich back auch am Sonntag, wenn Gott es will, Einen trefflichen Klosterknchen." „Ach Mütterchen, bleib« doch nicht so lang, Di« Nacht ist so einsam und mir ist so bang". Begann Klein-Aennchen zu weinen. „Sei ruhig mein Mädchen und fasse nur Mut, Wir stehen ja alle in Gottes Hut Und »immer veriästt er die Seinen," „Ich suche die Kräuter zum heilenden Trank, Dann ist ja mein Bübchen nicht länger niehr krank, Tan» wird's ihm bald besser ergehen." Sie suchet »och eilend ihr Kopftuch hervllr, Klein-Aennchen begleitet sie bis au bi« Tür Und bleibt an der Schwelle dann stehen. Es späht in das Dilnke! mit suchendem Blick, Kehrt eilend zu seinem Buben zurück; Sinkt weinend am Strohlager nieder. Es faltet die Hände mit kindlichem Sinn, ES blickt »ach deni Mntter-Marienbitb hin: „O, send unser Mütterchen wieder!" Es ritt der Junker von Uhlenhorst Vor Tagcsgrauen wohl in den Forst, Den grimmigen Eber zu jage». Ihm folgte der Jäger buntes Heer, Ein Knappe aber schritt nebenher Ihm Spiest und Armbrust zn tragen. In nächtlichem Schweigen noch lag der Wald, Es trieb von den Höhe» der Herbstwind kalt Die dampfenden Nebel zusammen. Es schnoben die Rosse-und drängten sich dicht, Es spielte der Fackeln qualmendes Licht - Mit geisterhaft zuckenden Flammen. Der Junker wandte da? Haupt zurück, „Wohlan ihr Herren mit Waidmamisglilck, Schon heimlich beginnt es zu tagen. Dort schimmert schon ferne der Ebersteg Und läuft uns kein «lies Weib übern Weg, Tann gibt cs ein fröhliches Jagen," „Man weist schon!" rief hinten ein Jäger her, „Ein minniglich Mägdlein Euch lieber war." Und streckt- sich lachend im Biigcl, — Doch plötzlich am Ebersteg stockte der Zug, Dem Junker entfuhr ein gar grimmiger Fluch, Er ballt« die Fäuste am Zügel, Denn grad übern Weg, mit gebengteni Leib, In eilendem Schritt lief wirklich ein Weib Mit ängstlich spähenden Blicken, Sie war schon auf wenige Schritte nah, Und wollte, als es die Reiter sah Sich hastig vorüber drücken. Der Junker sctzie die Sporen ei», Er drängte das Weiblein an einen Stein Und rief mit zornigem Fluchen: „Was- treibt Dich, triefende Hexengestalt, Was hast Du hier draußen in meinem Wald In nächtttchcr Stunde zu suchen?" Das Weiblein sank zitternd nieder in's Moos, Es rafft« die Kräuter mis seinem Schost Und hielt sie dem Junker entgegen, „Ich Hab' in der Hütte «in totkrankeö Kind, Seid gnädia o Herr, laßt mich eilen geschwind, Es bringt Euch den himmlischen Segen," Die Fäuste des Innkörs zuckten vor Wut „Man sollte der widerspenstigen Brnt Ten Herren gelegentlich weisen." Er rist seinen Rappen z» Boden schier, Erschrocken bäumte das edle Tier Und schlug mit den blitzenden Eise». Schnell sprangen die Jägerknechte herzu, Sie brachten den tobenden Rappen zur Ruh Und hielten ihn sicher gebunden. Das Weiblcin aber lag ausgestreckt Am Bode», das wehrlose Haupt bedeckt Mit tödlich klassende» Wun'de». Die Knappen zogen sich scheuend zurück, Sie streiften de» Herren mit ängstlichem Blick Und slllsterten heimlich und lelse. Die Herren drängten die Rosse heran. Sie schauten di« blutende Leiche an Und hielten verlegeti ijn streike Da trat aus den Reihen ein Jägerknechk, „Der SICten, Ihr Herren, geschah zu Recht, Mög sic in der Hölle genesen ." Er stieß sie zur Seite mit seinem Fuß, „Seht hier aus der Stirne des Teufels Gruß, Es ist ein« Hexe gewesen. Ich möcht es beschwören, sic hat noch die Nacht Am Tcufelsstcin bei ihren. Buhlen verbracht Und just ist sie von ihm gekommen. Es werden zu Zeiten in Kaisers Land Wohl sieben auf eine» Tag verbrannt, Zu Heil und Ruhen der Frommen." „So möa sie denn", lachte der Junker laut, „Zum Teufel fahren, als seilte Braut Wird er sie würdig empfangen." Drauf wendet er eilig sein schnaubendes Roß Und iveitcr jagte der lärmende Troß, Den kläffend die Hund« umsprangen. I» einsamer Hütte „Am hangendcn Stein" Klein-Aennchen macht bei dem Brüderlein, Kniet weinend am Strohlager nieder. Es faltet die Hände mit kindlichem Sinn, Es blickt nach dem Mutter-Marienbild hin: „O, send unser Mütterchen wieder!" Jakob Beck -Dietesheim. Aus Weltbund Leöen. Frauen- und Kinderarbeit in der Industrie im Jahre 1812. Im letzterschicnenen Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiches werden die Ziffern über die Beschäftigung von Frauen und jugendlichen Arbeitern i» den der Gemerbeanfstcht unterstellten Betrieben und den der Aussicht der Bergbehörden unterstehenden Anlage» im Jahre 1912 verösscntlicht. Tic Zahl der Betriebe, die erwachsene weibliche Arbeiter beschäftigen, ist demnach gegenüber dem Vorjahr von 97512 auf 101 933, die der jugendliche Arbciier und Kinder beschäftigenden von 110 21» auf 117 002 hinansgegangen. Insgesamt wurden in der Industrie und im Bergbau im Jahre 1912 1 379 540 erwachsene (über 16 Jahr« alte) weibliche Arbeiter beschäftigt (gegen 1 317 682 im Jahre vorher). Davon waren 846 147 (863 997) über 21 und 533 399 (513 685) 16—21 Jahre alt. Junge Lcute von 14—16 Jahren wurden 358 327 (332 882) männliche und 178 964 (172 535) weibliche beschäftigt. Ein bedenkliches Zeichen ist die Zunahme der Zahl der in de» Fabriken »sw beschäftigten Kinder unter 14 Jahren. Trotz des Kinderschutzgesetzes hat hier seit 1969 eine ständige Vermehrung stattgefnnde». Tie Zahl der beschäftigten Knaben stieg in den letzten drei Jahren von 7014 ans 7434 und 7780, die der Mädchen von 5350 auf 5976 und 6133. Tie meisten Kinder — 30,3 Prozent aller — waren in der Textilindustrie deschäsiigt. An zweiter Stelle steht die Metallverarbeitung mit 12,3 Prozent und nahezu mit derselbe» Ziffer die Bekleidungsindustrie <12,1 Prozent), während in der Industrie der Steine und Erde» 9,6 Prozent aller beschäftigten Kinder tätig waren. Zähne und Geschlecht. Nach H. ElliS weist das weibliche Geschlecht verhältnismäßig größere Zahnsormen auf, als das „starke Geschlecht", während der Unterkiefer wieder kleiner ist, als bei Männern. In Manchester wurde durch eine Untersuchung an 200 Kinder» sestgestellt, daß die Zahnentwicklnng bei den Mädchen größere Fortschritte zeigt, als bei den Knaben. Eulippc beobachtete eine stärkere Jahnstruitur beim männlichett Geschlecht, während Zahn- fraß, ohne Bevorzugung des Geschlechtes, bei Männern und Frauen im gleiche» Verhältnis vorkani. Nach Schaafhausen sind di« beiden mittleren Schneidezähne bei Frauen und Mädchen verhältnismäßig größer als bei gleichaltrigen Männern und Knaben. Was de» unteren Gesichtsteil anlangt, so ist derselbe bei Männer» viel stärker entwickelt und mit kräftigen Musketn versehen, sowie der Sitz einer starken Haarproduktio». Bei Frauen ist die untere GesichtShälste in der Regel zarter, mehr abgerundet, kleiner und im ganzen schwächer entwickelt, während die Zähne in allen Größen Vorkommen. Die Schöpserin der italienischen Kinderheime. Eine neu« eigenartige Verbindung von sozialer und pädagogischer Arbeit hat die iiaiicnische Aerzti» Dr. Maria Montessori in ihre» Kinderheimen geschaffen, die sie zunächst in Rom ciurichtete und die dann überall in der Welt, in Frankreich, in England, in den Vereinigten Staaten, ja sogar in Indien und Ehina Nachahmung fanden, lieber die Entstehung dieser „Hansschnlen" nnd die besondere Methode, nach der Maria Montessori die Kinder in: Aller von 3—6 Jahren unterrichtet, hat sie in einem Buch Auskunft gegeben, das in ihrer Heimat »»d weit über die Wett hin einen »»gewöhnlichen Erfolg hatte nnd nun auch deutsch unter dem Titel: Selbsttätige Erziehung jm frühen Kindcsalter, bei Julius Hofsma»» in Stuttgart erscheint. Tie Ber- fnfferin widmete sich zunächst der Erziehung schwachsinniger Kinder »nd gelang!« aus den Erfahrungen mit diesen anormalen Wesen heraus zu einer Methode, durch die sie den Kindern orthographisches und kalligraphisches Schreiben beibrachi«. Ta ihre Resultate allgemeine Anerkennung fanden, kam sie auf de» Gedanken, die besondere Art von Erziehung, die bei den schwachsinnigen Kindern so erfolgreich war, könne auch bei den normalen im srithzeiligen Alter angewcndet werden. Hatte sie eine Entwicklung der geistigen Persönlichkeit bei den Anormalen durch möglichste Freiheit »ich An- rcgung zur Selbsttätigkeit, zur Sclbsterziehung erreicht, so baute sie mm diese Methode so aus, daß sie auch für normale Kinder von größten, Segen wurde. So gelang cs ihr, Kindern von 5 und 6 Jahre» in wenige» Monaten ohne fühlbare Anstrengung der Kleinen, ohne aufreibende Mühe des Lehrers, Lesen, Schreibe» und Rechnen so beiznbringcu, wie «S sonst erst in der dritten Klasse unserer Volksschulen erreicht wird. Die physischen und psychischen Anlagen des Kindes werden so beschäftigt, daß sie sich von selbst ordnen und das Lernen schließlich als eine »oiivcndige Frucht aus der Entwicklung des Kindes herauswächst. Jeder Zwang, jede Strafe nnd jeder Tadel sind verbannt, und Freiheit, Liebe und Freude machen die Schalstube zu dem Kinderparadies, bas sie stets hätte sein sollen nnd seit langen, nicht mehr ist. Diese glückliche Er- zichungsmethode wendete Maria Montessori zuerst in großem Maßstabe in den Kinderheimen an, die die Römische Gesellschaft für zweckmäßiges Bauwesen in jedcm der von ihr als „Heime für die Armen" errichieten Häuserkvmplexe schuf. Diese nienschenfrcnnd- liche und gemeinnützig« Gesellschaft, die in Jialie» eine großartige Wohiiungsrefori» angcbahnt hat, ivollie in ihren Wohngebäuden auch für die nicht schulpflichiigen Kinder eine Stätte schaffe», wo sic unter günstigen Bedingungen aufwachsen könnten, wenn die Eltern den Tag über zur Arbeit gehen. So entstanden die Schulen im Hause, Case bei Bambini, d. h. Kinderheime genannt, in denen alle Kinder des betreffenden Hauses von drei bis siebe» Jahren Aufnahme sind«» und zu deren Erhaltung die Eltern ginrcnischasl- lich beitragen. Eine Lehrerin, ein Arzt nnd eine Wärterin sorgen hier für die körperliche und sittliche Entwicklung der Kinder; Sprachfehler werde» durch systematische Hebung beseitigt; auf Geist und Körper wird gleich sorgsam geachtet. Mit dieser tresslichen sozialen Einrichtung, die in anderen italienischen Städte» und. anderen Ländern Nachahmung gefunden habe», geht nun die pädagogische Reform Hand in Hand, die i» der neuen Methode Maria Mon- tcssoris sich darstcllt und die die Kinder in „spielender" Weise zu rechten Menschen erziehen. chesuttdkeitspsscge. Tic Beruhigung schreiender Säuglinge. Gegen die Beruhigung schreiender Säuglinge durch Anblasen wendet pch Pros. Salge in Straßburg, indeni er darauf hinweist, daß cs sich hier nicht un, eine neue Entdeckung handelt, ,'ondcn, uni eine alte Unart der Kinderfrauen, die zu bekämpfen die Hygiene alle» Grund hat. Diese Methode ist gesährlich, weil es kaum ei» besseres Mittel gibt als sie, um die siir Säuglinge außerordentlich gcsähriichc» katarrhalische» Infektionen zu übertragen, zweitens weil eine derartige Störung im AtmungsmechnniSmus bei Kindern mit Neigung zu Krämpfen leicht zum Stimmritzcnkrampf führt und daher lebensgefährlich werden kau». Prof. Salge empfiehlt, wenn andere Beschwichtigungsversuche, wie leichtwiegcnbc Beilegungen des Kopfes und Oberkörpers versagen, lieber den Gebrauch innerlicher Mittel. Kür Kaus und Kof. „Tie lchmackhafie Küche ohne Fleisch". Preis 35 Psg. 4. Auslage (6.-8. Tausend). Zimmermannschcr Verlag. Chcninitz. Anne», siraße 19. — Das vorliegende Büchlein dürste allen Hausfrauen willkommen sein. In i reicher Abwchsclung bringt cS erprobte Rezepte von Gerichte», die sich durch Wohlgeschmack »nd hohen Nährwert auszcichncn. Tie Vielseitigkeit der angcslihrten -Speisenfolge bringt den Beweis, daß man des teuere» Fleisches cniraicn kann, ohne ans Schmackhaftigkeit verzichten zu mlisicn.