MrheWe BsIkszeitiiW Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrhcssen und der Nachbargebiete. Dt« c*«tb«raiitt volttiettun, «rldjont Ikden Werktag BbfnÄ tn Bufcov. Der HbonnnBtnUDret» brttäal wöchentlich 15 ®fo, monatlich D Ptg. «tnltblBniioctlalm Durch 6« Post b«*oocn vierteliäbrl.lboMI m. 303 n«feaftt«n asb X;$rk(tten rUftien. Vaiuajiritülir 23. >Sdt Icl.-»b*r. 200*. Snlrratf fottm biedmal atfpalL JtolonfUfür ober bcirn Ulauin 15 Ml», etöhtrrn Huhräocn Stal-alt Biiänncn wolle man bi* ahcnM7 *bt fiit die toiambf Kummet >n brt (flbcbthan autotbm Donnerstag, ocn 31. Tczcml'cr li»14 9. Ialirgang Engländer über Deutsche. Bus London wird geschrieben: In der Westminster Gazette befinde» sich zwei Briefe vo» ous eutschIand zuriickgekehrten Engländerinnen, denen sie ihre Landsleute über die in Deutschland herrschende limmung aiisklären. Die Briese, die wir mit unwesentlichen ürzungen folgen lassen, sprechen für sich. Sic sind vo» der flb- ht getragen, de» dicke» Slebel, den iibcrhivic Leidcnschast nnd mstlich erregter Hass zwischen die beiden Böller gewoben habe», was zu Nisten, nnd die Möglichkeit zu schassen, das; Engländer id Deutsche trotz dcö Kriegszustandes wie zivilisierte Europäer >er einander denken, sprechen und schreibe». Der erste Brief stanimt von der englischen Schauspielerin edda Fader. Sie schreibt: „Bor gerade einer Woche kam ich auS Deutschland, wo ich die letzten l> Monate verlebte, in England an. Fch bin Engländerin und Tchanspielerin und spielte im Niinstlerthcater in Miinchrn, als der Krieg ausbrach, Fn dieser Stadt ivaren alle Theater gegen Ende August geschlossen, und ich kehrte am 21. jenes Monats nach dem LchauspielhauS in Diisieldors zuruck, 100 ich zuletzt am 5, November spielte, Während der letzten 3 Monate habe ich den deutschen Stand- vunlt gegenüber dem Mijene ziemlich klar begriffen: seit meiner Rückkehr habe ich versucht, de» englischen zu verstehen, .Ich habe viele gllickliche Fahre in Deutschland verlebt nnd dort viele Freundschaften angckniipst, nnd darum hat diese Katastrophe in meinen Bugen alle Schrecken des Bürger- Iricgs. Dennoch bete ich nni de» Erfolg der Verbündete» »nd ich glaube, dag er schlicsilich errungen werden wird. . . . Fch appelliere an -aS englische Bolk, nicht an die absolute Degeneration dcS deutschen Charakters zu g lau b e n . ein Gedanke, der sich, wie mir scheint, in diesem Sande festgesetzt hat. ES bletltt noch vieles im deutschen Volke, ivaS bewundernswert ist. Ich könnte vom persönlichen Gesichtspunkte warm sprechen, denn niemand könnte in den letzten Monaten srcund- llchcr behandelt worden sein, als eS mir in amtlichen, beruflichen und gcsellschastlichcn Kreisen widerfahren ist. Bber ich ziehe cS vor, die unpersönlichen Dinge zu betonen. ... ES mag nicht populär sein, eS zu sagen, aber ich habe bisher in England keine grötzeren Beweise des Opfer- muteS gesehen, als in Deutschland, nnd der Mut der deutschen Soldaten, den ich in englischen Zciiungen angczwcisell gesehen habe, findet nur seinesgleichen in der prächtigen BuSdaner und Tapferkeit der Verbündeten. lind der gewöhnliche Deutsche, dem gegenwärtig nur wenige eine einzige Tugend zubilligcn möchten'? Fch glaube, er wird als Ehcniann, als Vater, als slcisiigcr Brbcilcr den Vergleich mit dem gewöhnlichen Manne jeder andern Nation auShaltc». Denkt an die gewaltigen ProduktionSintcresicn der unvergleichlichen Fabriken Deutschlands, an den Unternehmungsgeist, die Organisation, den Erfolg: sie sind das Wert gründlich ansgcbildelcr Meister des Handels, Sollen wir all: Achtung für sic verlieren'? Studiert die Entwicklung der Literatur und K n n st : gibt es in der Arbeit des Künstlers nichts zu bewundern? Fch verstehe etwas von meinem eigenen Beruf »nd erinnere mich der Berichte liibcr deutsche Schauspielkunst), die Herr Granville Barker erst im letzten Frühjahr ans Berlin und München geschrieben hat. Hat sich seit dem schicksalsschweren -i. August in Deutschland alles vollständig verändert? Fch kann cs nicht glaube». Es mag denen, die Verwandte oder Freunde am Kriegsschauplatz haben, ein Trost sein, wenn ich ihnen von mellten geringen Erfahrungen von britischen Verwundeten in Düsseldorf erzähle. Der Polizcihauptmann kannte mich als eine der wenigen Engländerinnen, die in der Stadt geblieben waren, und als unsere verwundeten Soldaten ankamen, bat er mich, sic zu besuchen, „um sie zu erheitern". Fch fand sic ausicr- ordcntlich gut versorgt vor, iras mir auch von ihnen selbst gesagt wurde. Ei» armer Kerl, der seinen halben Unterkiefer verloren hotte, sollte einen silbernen Ersatz bekommen, sobald die Wunde verheilt wäre: er war ein Patient dcS bekannten Professors BruhnS. ... Ich lebte i» Diisieldors bei einer liebenswürdigen Familie und gewann die Tochter des Hanfes sehr lieb: ihr einziger Bruder kämpstc siir sein Vaterland in Flandern Fch habe die Briefe gesehen, die er nach Hanse schrieb: darin stand nichts von Nietzsche nnd Trciiichke. nur derselbe Geist des Patriotismus und des Vertrauens in die Vorsehung sprach aus ihnen, den britische Eltern in den Briefen ihrer eigenen Söhne finden. Fch bete für den Erfolg der Verbündeten, ober ich bete auch siir den Frieden, dasi die Nationen einander bester verstehen mögen, dah die „Entente cordialc" zwischen uns und Frankreich gestärkt werde, dasi die R n s s c n , von denen w i r Engländer so wenig wissen, unsere Freunde werden mögen — aber ich bete auch für Deutschland." Der zweite Brief ist von einer Frau Marion Chadwick und cht sich speziell für eine Würdigung der Haltung der kutschen Sozialdemokratie ein. Sie schreibt: »Fnsolgc der strengen Zensur in beiden Länder» ist dem englische» Volke die Haltung der deutschen Sozialdemokratie icit dem Kriegsausbruch nicht klar geworden. Mögen sie auch einen »«hlcr darin begangen haben, dasi sie ihre Aufmerksamkeit zu ausschliesilich auf die russische Gefahr konzentrierten und deshalb den Krieg billigten, so mnsi doch billiacrwcise gesagt werden, dasi 'hrc Führer von Ansana an unermüdlich dahin 0 k w i r k t haben, den Geist der Agressivität nnd der Nache. den der Krieg i», Gefolge hat, zu bekämpseli, -tu Vorwärts' har durchweg unier grosien Schwierigkeiten die von der Prege verbreiteten falschen Nachrichten über vom Feinde begangene Greneltaten nach gründlichen Nachforschungen blosigcstcllt, Tie sozialdeniolratischc» Führer haben Belgien bc sucht »nd einen Bericht vo» ihre» Beobachtnngen geliefert, der durch die Einfachheit nnd Mäsiigung seiner Sprache einen „„aus löschlichcn Eindruck aus den Leser machen »>»«. Vor einige» Wochen vcrössentlichten sie eine» Ausruf a» die Fugend des Landes, der von so erhabener Menschlichkeit durchdrungen ist, dasi er in jeder Kirche verkündet iverden könnte. Sic rnsen die her- onwachleiidk Generation ans, sich der Selbitglorisizicrnng und der Hcrabsctznng ihrer Feinde zu enthaltc», die gemeinsame Brüder schast der gegeneinander Kämpsenden im Gedächtnis z» behalie» »nd in Wort und lat gerecht u n d ritterlich z» sein. Sie bringen FrcundschaftSottc der Konibattantcn gegeneinander ans Licht »nd bekämpfen »iiitig jede Gewalttat gegen die 11»- schuldige» »»d Hilflosen Diese Haltung haben sic trotz der Zensur eingenomme», und nach den Beobachtungen, die ich während nieine» 2 Monate langt» nnsreiwilligen Aufenthalts in Deutschland gesainmelt habe, ist daS Ergebnis, dasi die Arbeiter und Arbeitciiunen in grosic», Masic von dem Icidenschastlichen Hasse frei sind, der den Blick der niitlleren und obere» Klasie» verdunkelt. Es gibt uns dir beste Hossnung siir die Zukunst, zu ivisik-.i, dasi die tatsächliche Mehrheit der Nation diesci, Geist pslegt. . . ." ES wäre heisi zu wünsche», dasi sich auch recht viele Deutsche finden, die auch i» dieser Üsezichung nicht hinter den besten Engländern Zurückbleiben wollen »nd in Icutschland dasselbe Kultnrwerk aus sich nehmen, ivie diese Engländerinnen in ihrer Heimat. Die Zukunsi der Völker kann nicht i» dauerndkin Hasi erfüllt werde», sondern nur im gegenseitige» Erkenne» >md Verstehen. Wenn der Krieg beendet ist, wird man auch in Dciiijch- land wünschen, recht bald wieder zu normaleni Verkehr der Völker nnterelnander zniucktehrc» z» können. Dann wird man einsehcn. dasi jene ihrem Vaterland die besten Dienste enviesen, die auch im Augenblick der hesttgsicn Erregung sich nicht den klaren Blick haben trüben lasten. Frankreich will keinen Friede«»! Nach einem Telegramm der Franks. Ztg. kommt der TcmpS, daS französische Regiernngsorga». auf die Zcitungs- insormationcn zu sprechen, nach denen der l»remb»rgisch.' Minister Eyschen schritte »nternommen haben soll, um die Niederlande und die Schweiz auf die günstige Gelegenheit aufmcrksani zu machen, die sich den neutralen Staaten biete, ihre guten Dienste zur Anbahnung von FticdcnSporverhand- limgen anzubiete». Ter TempS schließt, dasi. wenn wirklick in berschsedenen Kreisen dieser Gedanke habe entstehen können und Ey'ckzcn den Boden in Bern und im Haag sondiert habe, so müsse man doch vorlwr die Ileberzengung ge- Wonnen haben, das: derartige Schritte im Prinzip Tentscki- land nicht misisallcn würden. ES gehe daraus auch hervor, daß die leitenden Männer in Deutschland die Gewißheit er- langt hätten, dasi der Sieg den deutschen Waffen entgehen werde. Das aber inüjjc den Verbündeten genügen, alle derartigen Gefälligkeiten auszusa,lagen, damit sic den Kamp? mit grösitcr Energie fortsctzrn könnten. Die Schritte, die gegenwärtig die neutralen Staaten unternehmen könnte,'-, würden nicht mehr Erfolg haben, als das schüchterne Ent- gegenkomnten gewisser deutscher sozialistischer Organe, welche die Schließung eines ehrbaren Friedens mit Frankreich im Jtiiflc hätten. Keiner der verbündeten Nationen, und Frankreich weniger als jede andere, werde sich durch solche Manöver anführcn lassen. Man möge sich endlich mit den, Gedanken abfinden, dasi die Wiederherstellung de-Z Friedens nickst eher möglich sei, als bis die Entscheidung ans den Tchlacht- jelocrn gefallen sei. Die Franks. Zig. stellt seit, dasi die Geschichte nicht von deutscher Seite, sondern von dem französischen Blatt Petit Parisien in die Oeffentlichkeit gebrackst wurde. Tie Neuiralen an« Iahresschluü. Von besonderer Seile ivird der Münchener Post geschrieben: Fn der Lage in der sich Deutschland »nb Oesterreich .urzeii be- sii.dcn. ist es von höchstem Fnictcste. siä, über hie vorm- sichtlich- ivilrnng der Ncnlraien n, der nächsten Zeit völlig klar zu sein W:r dürfen uns mich darüber nicht täs-chcn dasi wir, dank der iernt- langen Hebarbeit der Entente, keine allmguten Frennde »me» den am Krnicq nicht beteiligten ^Rächten besitzen. ^ Trotzdem ii>CTt»cii luci'rr ScifiiHflku 2iae drei ikandinav,. scheu Tiaaien fest gewillt sird, a-ch in Zukunft atneits vom Krieg ,» stehen. Sers endlich Span-«» aichctriiit. so ist es der cinzige Staat, aus dem imc sehr herzliche Snmpachwbeweise erreichen. Ganz anders ist Misere Lag«, weim wir Flaiien und Rlimännm betrachten. Von beiden Sktmten wutztrn wir vo» Begmn da-, Krieges an genau, sic würden unter allen Umständen beim Friedens- schluft arn ihre und -war scdr erheblich« Reckining kcnnnan wollen. Freilich ivar Fzalicii. oder „ist" cs noch. Treibnvdegenone. mrd Nu- inämen ivar drrrch gewisie Abmachung«!, dein Dreibund gegrniiixr bis 1810 verpflichtet. Aber in nuferen Tag«n. fcheint'S. habe» Verträge nnd Abmachung-- ! nur ein« sehr bedingt« Geltung. Wer Salandr»:- Splnurreden sich vergegenwärtigt, der wrrd, falls er überhaupt her-rn und lesen kaini. ehr« weiteres cstrfeben. das: in Ftakten sich «rwa» vorbereitet. Ter italieniiche ienrnde StaalEann hat in feinen Reden da-s Wort „Dreibund" nicht in den Mund gemratmtn: das ist höchst ausfällig, trm so inehr, da er sehr deutlich durcktblickc» >:ef>, unter den, ileisall van Kai»»«, und Senat. >oic er aus starke Kontpcnsationeit Mm Friedensschüift zahle. Vielleicht ivrll er sie ai>ei fckftNi vor Up» eiistaisieren. ialt» iern Land loeiter neutral bleiMn soll. Herr Salandra bann nun nach Heiden Seile» Fordermijteii anmelden Nach der einen Seite — »nd zivar nach unserer — scheint er e» schon gebt» .z» baden, ntora»,' nachtväg» !>ch dciitenrirrtr Aitikel eines rst-rliner und eines rheinischen in. spirierten Blaitrs h!rz»ivcif«it schienen Weng Ftalie» a» so graste Fcrderungen wirklich denkt, so musi es sich darüber klar sei», dasi «.ik Neiiiralilälterkiärung kein Aeguivalent bieiklir ist, iondern. dasi, wenn überhanpt über derartig« Konzessionsn e>„stl»afr ge» fproche» werden tan-n. seizie aktive Teil »ahnte am Krieg voraiiG- gesetzt iverden n,»si. ?luch soll di« rtalienische Regierung sich d-irüber klar sein, dasi die Mehrzahl der Sezzialistcn, wie auch die kalhoiisch gcsiiititeii Fialiener. von einer Etimiiichniig Fialiens in den Krieg nichts willen nwllen Deutschland wir Hesterreicki sind fest ent- schlostcn, FtaUcns Machtstellung l>eini F r iede» o schl«s> >» ge- eignetet Weise zu vermcliren, das sollte man in Ron, wissen nnd ebenso sich darüber klar- sei», nickbc Konsequenzen es» Nkfsisckxitg» lisch-sranzösisekier Krieg sür Ftalie» in, Gefolge >>aMi müsst«. Mit FtalienS Politik hangt die Rumäniens iiuiig zitse»»-- ineii, nnd wenn Ftrrlicn ans dieser oder aus jener Seit« i» den Krieg eiutrcien ivill, toird diesem Orest sei» Pniades Rnnuittie» ge- wift solgen. Auch Riuiianieiis Wmisckte sind beratt. dasi sie nach beiden Seiten der kämpsenden Parteien sich erstrecken. Sein Künlg und sein leilendcr Sia-ilruimi» find für strikt« Neutralität, aber eni grober Teil der Preste hetzt gegen »ns. ,voran Herr Blondei, der fvanzöststhe Gesandte, nirlit genn iinfckiitldsg ist. Ganz gewisi hat auch die gcfliffrmÄich in Riiniansen fd»r !il>erlri«benr Schlappe der Lesterrrichcr in Serbien dazu beigetragcn, ej„« erregte Skinut«» imtcr der 2levö>berung dieses Landes kiiitstlich zu wecken. Aber auch Rumänien »luzi sich über zrovierlei klar sein: die schlir-stlichen Folgen eine» russischen Sieges ivävrn siir es seltr gefährlickte. es würde zwischen den Mühlsteinen der flav,schon Rächte erharmnng»I»S zer. rieben iverden! lind dann nrnsi es dm-au denken, dasi Bulizarien schwerlich den Frieden >vai>re» wird, falls Rumänien auf der „anderen" Seite zu fiii-de» k'o» sollte. Dentschland hat einen liicksttgen Vcrtretcr in Bukarest: lwssentlich geilngi es diesem, die gzile Stmi» mirng nir uns in den regiere»den »reisen zu scstige». im Volke zu begründen. Fm übrigeii wird dir Halumg FtalienS ivie Rmnänlgng sehr ivcscntluli davmi abltängen, wie diegrosie Schlacht in Polen au »geht, nnd voiiänfig lm-be» wir gar keinen Grund, >>»» vor deren A»-.',zang allzusehr zu bangen. Gelvmattstel itr Pari». Zürich, 28. Dez. (WB. Nichtamtlich) Der Pariser Dt-zemdcr- bricf der ?!aicu Zirrcher Zeitung schildert n. a. folgendes: Ans Schritt »nd Tritt wird an di« p ri v a t c W o hl iä i i g k« i t opprllicri, aber aus den magere» Siibskriptionsliften in den Zeituii- gtii ist zu erbcikne», wie gro» in dein sou-st so grbesrcudigen Pari» der Geldniangel geworden ist Die reichen Klastcn vo» einst iniissen sich ebenso wie die miitlevc» »nd imtere» einschranke». Die II i! io ii c des seliiiiies de France erlies, deispielsiveise 'ein Rundicheeiden. in dem erklärt wtrd, «isvlge tKeldmangelo mäste dcwinichstein Tel chrcrSp i tä le r siir itterivundete geschlossen ivcrdc»: ihr« Zahl betrug bisher W, mit 80 000 Beiten. Der Bits- rns bittet dringend um Nanrralgaben, aber gerade daran fehlt «S. Dic Hilssspitäler des Roten Kreuzes l">de» eine wertvolle Ergän- zung b:r Miiitäripitäler. Letztere allem würde» ihrer Aufgabe nicht ggiva-i/e,, sein Selbst rrtiige grosic Hotels, wie das Einsec und das Palace Hotel, sind zu sdlchen Hilsslpitälern imigewan- delt worden, di: überall eingerichtet iverden, wo irgend Play vorhanden ist. rrivianis Slusträsie sür die Landesverräter. Paris, Ist. Dez. (\Y. II. Nichtamtlich.) DaS Journal mciöet: Ministerpräsident Bi viani hat WetterlS, Weilt, Langel. Helmer und B l u m e n t h a l damit beaustragt, f c st z u st e l l e n , welckte von den in Frankreich öcfindiichcn Elsaß-Lothringern echte Elsasz-Loth- ringer und welche ReicktSdeutsche sind. Wir beneiden Herrn Weill wirklich niast um die saubere Arbeit, die er jetzt z» leisten lzat. Born schweizerischen XZandek. Bern, 28. Dez. m Hasen von Genua fühlbar inachen. Um diescni Zustande rm Ende zu bereiten, ist man nun cnrschiosten. dem Bund ein Monopol ,vü erteilen snr dic Einfuhr von Ge- lieide, Haser. tKerst« und ?Ra-s. Der Bmidesrat wird in der nächsten Ze:1 di«., xziizl'ckicn Bclchlusi sastci», Ivebei n cht auSgeschlostcn ist, das; später dir gleich: Mast.iahme sttr erderc Fmpott-irtik«! getr osten werden, namentlich siir Petroleum, besten Enrstihr mehrere Wochen lang gän.'-Iich stockte. Der teonterbanSehandel in Genua. Rom» 28. Tez. ICtr. Fickst.) Di; vunr Ministerium des Funern eingeleitete Unterstichimg wegen des Kon-terbandchandelS von Genua aus ist boondct 2 c ergab yoiitibc Resultate .Um sriihcrcn Andeutungen der Blätter l>aiidrl! cS sich um ein« Aussuhr nach Frankreich: tagcgen wird di« Verhaltung Zweier römische: Agerrten angebl-ch mit der Ain-stchr nach Deutschland in Verbindiug gebracht. Eine türkische Gesandtschaft beim Vatikan. Wie», L9. Dez. (Etr. Frkst.) Tie Südslawische Kor- icspondenz meldet ans üonslantinopcl: Tie Pforte hat die ersten Schritte eingeleitet, die zur Errichtung einer türkischen Gesandtschaft beim Vatikan führen. Bereits in nächster Zeit soll die neue diplomatische Vertretung der Türkei am Vatikan ins Leben treten, womit das bisher ansgcübte Protektorat Frankreichs über die Katholiken im Orient sein Ende findet. Ein englischer Prügelerlas; gegen plündernde Indier. Tie Berichte deutscher Truppen wie auch aufgefundene Aufzeichnungen des Feindes haben fcstgestellt, welchen Plünderungen bisweilen französische Ortschaften durch Angehörige der verbündeten Armeen ausgeseht waren. Daß daS französische Heer selbst daran nicht schuldlos war, ist durch mehr als ein Aktenstück dargetan worden. Auch die Engländer haben es nicht verstanden, sich in dieser Hinsicht die Hände rein zu halten. Am schwersten mögen sie durch die Ausschreitungen ihrer indischen Truppen belastet sein. Daß Fälle von Raub und Plünderung vorgckommcn sind, ja, daß Posten und Wachmannschaften daran beteiligt waren, läßt sich aus dem folgenden Meinorandum für die Offiziere des indischen Armeekorps schließen: (Itf&rtftfcimfl.) Vertraulich. Nr. 3/3 (A) Hauptquartier, si-irdisches Armeekorps. Datiert. 22. Oktober 1314. Memorandum für das Verhalte» der Offiziere des Indischen Armeekorps. 1. Nach den Bestimmungen des Indischen Armee ge setze s 8 45a kann auf körperlich« Züchtigung wn einem Kriegsgericht zu Recht erkannt werden bei jedem Verstoß, der von einer diesem G)cf«Ö unterstehenden M-ilitärpcrson vom Fcldwcbelleutnant abwärts im aktiven Dienst verübt worden ist. Ans Grund der BefehlSsammlnng d«s Indischen Armeekorps dürfen jedoch solche Urteile nur gegen jolche Personen gefällt werden, die schuldig befunden wurden: a) Grober Verstöße gegen Person oder Eigentum von Bewohnern des Landes, ntch 8 41 des Indischen Armee-Gesetzes. b) Einbruch in ein Haus zwecks Plünderung, oder Pliindern, sei es nach (a) öder nach § 25 (j) desselben Gesetzes, c) Plündern als Posten oder ans Wache »sw., »ach 8 26 (c) des Indischen Armee-Gesetzes. d) Unehrenhaftes Betragen, nach 8 31 des Indischen Avinec- Gcsetzes. 2. Ossizicre, die ein snnnnarischeS Generalkriegsgerichl berufen. sollen stets dasllr sorgen nach 8 W (1) (c), daß, wen» der Urteilsspruch ans körperliche Züchtigung lautet, die Prozeßakten ihnen zur Bestätigung zngesandt werden. Mit Ausnahme der Fälle, im denen die Ueberweisung in berechtigter Berücksichtigung der Erfordernisse des Dienstes nicht ansflihrbar ist, sollen alle solche Fälle deni Gencralanditeilr des Indischen ArmeekorpS unterbreitet werden, zwecks Vortrag vor der Bestätigung. 3. Körperliche Züchtigung, ans Grund des 8 24 (2) d-eS Indischen Armee-Gesetzes, >oll ans die Fälle beschränkt bleibe», in ivelchein sich Personen Vergehen lant oben erwähnten Absatz (1) z» schulde» kommen ließen. 4. Körperliche Züchtigung darf nicht in Gegenwart von britischen oder anderen europäischen Truppen oder Zivilisten vollzogen werden. 5. Nack, der Ansicht des Armeekolpskoimnaiidante» sollte Rand i-„ diesem Lande sehr streng bestraft werden: die verhängte Strafe sollte deshalb nick,» unter der Höchststrafe bleiben. 6. Ein Ereniplnr dieses Befehls soll im Besitz jed-es britischen Offiziers der Artillerie und der Indifchcn Formationen im Indischen Armeekorps sein. Ein Ercmplar soll bei scdem Kriegsgericht. das unter Indischen, Militärgesctz in dem Armeekorps abgehalten wird, vorhanden sein. SS. E O'L«ir„, Oberst. Stellvertretender Generaladjntant, Indisches Armeekorps. Die Ausschreitungen der indischen Truppen müssen schwer gewesen sein, sollen sie die hier getroffenen Maßnahmen einigermaßen begreiflich erscheinen lassen. Tenn es handelt sich uin nichts geringeres, als daß England de» indischen Truppen gegenüber die Prügelstrafe i» Anwendung bringt. Es ist auch bezeichnend an diesem Memorandum, daß die Anordnung getroffen wird: in Gegenwart britischer oder europäischer Truppen und Zivilisten darf die Prügelstrafe nicht vollzogen werden! Was im Verborgenen geschieht, belastet das Gewissen dieser Kulturträger nicht. Ein Todesurteil. Das Berliner Obcrkriegsgericht hat dein englischen Kriegsgefangenen Lonsdalc, laut Bericht Berliner Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. "3 Er konnte so sprechen. Hatte doch selbst Hclgestad diele Unzähmbare Freiheitsliebe anerkannt, »nd daß kein Lapp, um alles Wohlleben und alle Gaben eines Königs seine Alpen, seine Herde und seine Gamnlc vertauschen möchte. Und dieser alte Mann wollte davon ablasscn, wollte die Feinde seines Volkes vertreiben, um deren Plätze am Rechen- buchc und im Kraniladcn cinzunehmcn. Wie sonderbar war cs, das zu denken, wie unmöglich, das zn glauben. Afraja selbst, der ein langes Hirtcnleben gelebt, konnte sich unmöglich in einen Fischhändler oder Seefahrer umwandeln, und wer konnte es sonst? Wie viele Jahrhunderte brauchte ein kräftiges, begünstigtes Volk, um aus Jägern und Hirten zu Ackerbauern zu werden, wie konnte dieser entwürdigte Stamm einen Platz unter den Völkcrsamilien cinnchmen? Was würde König Christian gegeben haben, wenn er einen einzigen Wassersall, wie jenen dort, einen einzigen Felsen, wie der majestätische Kilpis, in seinen Park verpflanzen könnte? DaS zu vollbringen, stand in keines Men- scheu Macht, doch Gula konnte verpflanzt werden. Giila konnte ihre reichen Haare in Locken kräuseln, ihren zierlichen Wuchs in Atlas und Purpur hüllen, ihre kleinen Füße in Schuhe mit roten Hacken stecken. War denn überhaupt der Unterschied zwischen einem wilden und einem zahmen König, zwilchen einer Prinzessin hinter Spiegelwänden und dieser hinter dem Herdstein so unermeßlich groß? Legt ihr Juwelen an, durchflechtct ihr schimmerndes, schwarzes Haar mit weißen Perlenschnüren und laßt uns sehen, wer sein Rolle besser spielt. Bekleidet diesen Greis mit Hermelin, seht auf seine breite Stirn eine Krone, wie werden bi- 5 Junker und alles Volk ihn onstauncn. Und er hat Geld, trotz seiner Lumpen, was läßt sich nicht mit Geld machen? Wer fragt noch nach mir? Wo ist die Hand, die mich sucht? Was hält mich noch? — He, Jlda! Blätter, wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten vor versammelter Mannsck)aft im Dienst und im Feld zun, Tode verurteilt, nachdcni der Gcrichtshcrr gegen das vor- gerichtliche Urteil, daS den von ihm angenonimenen „minder schweren Fall" mit zehn Jahren Gefängnis sühnen wollte, Berufung eingelegt hatte. Es handelt sich um einen Vorfall, der sich ain 9. November im Töberitzer Gefangenenlager abspiclte. Der Angeklagte hatte eineni Landsturm- mann einen Stoß gegen die Brust verseht, und wurde, ehe ein zweiter gegen das Gesicht geführte Fanstschlag sein Ziel erreichte, durch Säbelhiebe kampfunfähig gemacht. An rascher Abwehr her verübten Disziplinwidrigkeit hat es also nicht gefehlt, und ebenso würde schon da^ erstrichterliche Urteil für die Gefangenen eine scharfe Warnung gewesen sein, den überwachenden Militärpersoncn ihr Amt nicht weiter zu erschweren. Es besieht kein Zweifel, daß das Oberkriegsgericht, da es die crstzrichtcrliche Strafe von zehn Jahren Gefängnis für zu mild erachtetet?, nach bestem Gewissen im Sinne des harten KriegSgcsctzes gehandelt hat. Trotzdem legt sich einem dieser Urteil. daS die Vernichtung eines Lebens ansspricht, schwer auf die Brust. Der Verurteilte hat wahrscheinlich keine Ahnung gehabt, welchen Folgen er sich durch sein unbedackit rasches und strafbares Handeln aussetzte. Es ist auch zi» bedenken, daß sich die Kriegsgefangenen jeder Nation — die deutschen nicht ausgeschlossen — infolge ihrer Erlebnisse »nd der ungewohnten Lebensverhältnisse des Gefangenenlagers -- oft in einem Zustand nervöser Reizbarkeit befinden mögen, das für allerhand Disziplinwidrigkeiten einen ge- eigneten Nährboden bildet. Wir erinnern nur an die traurigen Vorfälle aus der Insel Man »nd die begreiflichen Gefühle, die sie im deutschen Volke anslösten. Der Fall von Döberitz mag anders liegen als der auf der Insel Man, daß er aber von der englischen öffentlichen Meinung anders o c u r t s i 11 werden könnte, ist nicht zn er- wartcn. Auch in jenem Teil des englischen Volkes, der dem Krieg unwillig gegeuübcrsteht. wird man für den zum Tode ecrurteiltcn Landsmann lebhafte Teilnahme liegen, und die Kriegshetzer, die den Kampf bis zum Weißbluten führen wollen, werden nicht verfehlen, diesen Umstand für ihre Zwecke auszunutzcn. Auch die gegenwärtigen außerordentlichen Umstände können uns nicht hindern, unseren Schmerz über das ober- kriegsgerichtliche Urteil anszusprechen und die Hoffnung, daß schließlich doch noch eine Lösung gefunden werden möge, das die äußersten n i c w i e d c r g u t z» in a ch e n - den Konsequenzen des Kriegsrechts v e r in e i d e t I, Ein vernünftiger' Erlaß. Der preußische Minister des Innern hat an die Regierungspräsidenten und den Oberpräsidenten in Potsdam einen Erlaß zugunsten der Beschäftigung stellenloser Handlungsgehilfen bei Staatsbehörden gerichtet. ES heißt darin' „Insoivcit es nickst ncliiiflen sollte, diejenige» Arbeitgeber, detien ihre wirtschastliche Lage die Beibehaltung der Gehilfen auch i-n de» Zeiten geschäftlichen Ntedergamges gestaltet, durch einen Appell an i-hre Opferst eu-digtrit und ihr« sittliche Pflicht von der Ausübung der KUndignn-gtdesnguiS ziirtkkzuhalten. muß jedenfalls der Versuch gemacht iverden, die sttllcnlaicm nicht zum Heeresdienste eingezogenen Haiidln-ngSgehi-ifen bei der Vergebung geeigneter Arbeite» zu berücksichtige». Ihre Verwendung wird beispielsweise im Kanzleidienste in Betracht kommen. Es geht in diesen kritische» Zeiten nicht an, daß Kommune» oder staatliche Behörden diejenigen Krckit« bevorzugen. die die billigsten sind. Freiwillig« Heiser, pensionierte 'Beamte und ähnliche in ihrem Nahrmigsstav-d gesicherte Personen müssen auS dem Wettbewerb zugmisten der Bedürftigeren e her. Gula war unermüdlich in ihrer emsigen Sorgsamkeit für den lieben Gast und voller Genugtuung, daß cs ihm schmeckte. Bon Afraja hörte dieser, daß überhaupt die Waldlappen von nichts weiter lebten als von dem Fleisch und der Milch, dem I Blut und den Eingeweide» ihrer Tiere, und wenn er dam» das jammervolle Leben dcr arnien Fischer verglich, schienen ihm diese Söhne der Wildnis lukullische Mahlzeiten i u halten. Er dachte auch dabei an die Bauern und armen Leute in Dänemark »nd in anderen Ländern, die von Zivim! sation und Kultur kaum etwas weiteres hatten als da - Glück, von Fürsten, adeligen Herren und Beamten so au-' gepreßt zu werden,-daß kaum das armseligste übrig Mf®: Danials war noch überall das Landvolk in LeibeigensckM > und Hörigkeit, jeder Mensch inußtc wie eine Sache sein-» Herren haben, und der unerträgliche Kastengeist und Kasst"' I zwang zog seine eisernen Schranken zwischen jeden St»" k und jedes Geschlecht. . Waren denn also diese freien Hirten nicht vielfach MI neidenswcrt, die auf ihrem unermeßlichen Jagd- und Mm' 1 gebiet nichts von den Plagen zivilisierter Völker wuß>e>WI Marstrand sprach dies lebhaft ans. und die ScksildernnM, I welche er von den Vorzügen des Adels und der fürftl'd» I Allgeivalt und Allmacht entwarf, schienen Afraja wohl zu Hagen. (Fortsetzung folg" j i l t s i r : 3 f f g Y b J i t i 3 5 S i b, SB Ii T hl z° «I IK 8 W dl 6i r toi foi lio ru Se ist on toi st, «i III: «i »I To verulkt, Line Kompagnie von uns bat längere Zeit aus einen französischen Doppelposten gefeuert, der nicht totzulriegen war, sondern immer noch lustig umhersprang, Schließlich wird eine Patrouille vorgeschickt und die stellt fest, Last dort zwei zer- schössen« Strohpuppen in kompletter Uniform an einem Setle tanzten. So frozzclt man sich gegenseitig und vertreibt sich die Zeit.» Die gescheitere Offensive im Westen. 20 Dörfer und 150 000 Mann verloren! Nach der Teutschc» Tageszeitung stellt sich holländischen, Blättermittcilungen zufolge da» Ergebnis der achttägigen englisch.französischen Ofsrnsivversuche aus der flandrischen Front als w e n i g g ü n st i g für die Bcr- bündeten dar. Etwa 20 von den Verbündeten besetzte Törfer seien bei den zwecklosen Versuchen und Vorstößen wieder an die Deutschen v e r l o r e n g e g a n g e n. Tie V e r l u st r der Bcrbüusrten werden als enorm bezeichnet. Ter Rottrrdamcr Eourant spricht von 150 000 bis 200 000 Mann imb sagt: Tic grosie Lssensive, die von Jossre am 17. Dezember angekündigt wurde und durch die die Trutschen ver- nichtet werden sollte», ist ohne Erfolg geblieben, Ta» schlechte Wetter ist schuld. Berlin, 30. Dez. (T. U.) AuS Genf wird gemeldet: Die Ungunst der Witterung bezeichnet der Jofftesche Tagesbericht als die Ursache der Geringfügigkeit der gestriger Aktionen. Tatsächlich ist ein auffälliges Nachlassen der französischen Spannkraft namentlich in Flandern, im Aisnetal und in der Champagne wahrzunehmen. Ter Tagesbericht gesteht die franzöfisch-belgische Schlappe bei Hclleboke zu und erkennt an, dag die deutsche Artillerie in der Umgebung von Reim? und PcrtheS besonders kräftig sich betätigte. Die Offensive im Ober elsaff gescheitert! Basel, 30. Dez. (T. U.) Stach harten Kämpfen ist die französische Offensive im Ober-Elsaß wenn auch nicht end- gültig, so doch vorläufig zum Stehen gebracht. Tic Ortschaft Sennhcim, 8 Kilometer von Mülhausen entfernt, wurde bis zuletzt unaufhörlich von französischer Artillerie be- schossen, ist jedoch nicht in Flammen aufgegangen. Wie Schweizer Blätter berichte», sind die D c r l u st e der Fran- zosen, die sich in die Richtung auf Thann zurückgezogen haben, sehr groß. Auf der See. Telegramme. Wsbmcht des (irop -MptWilim. «iurni und Wolk,nbrüvar. Die Ocstcrreicher und Ungarn leisten auf dem rechten Nida- uscr den größten Widerstand. Deutsche Flieger im Osten. Aus Petersburg wird dein Berl, Lok.-Anz. über Rotterdam gemeldet, daß flink deuftch« Flugzeuge aus dl« Stadt Sochatschew im Gouvernement Marschau Bomben abivarfen. Zahlreiche Mohn- Häuser imb eiu« Markthalle sollen zerstdrt sein. Ter gefangene ffleneralgonverneur. Wie die Post erfährt, hat di« deutsche Regierung daö Ansuchen der Micderentlassung d«S in Kriegsgesangenschaft geratenen Gouverneur» von Warschau, v, Korn, abgelehnt. PortttstalS.siriegserklörunst. Rom, 30. Tez. (T. U.) Tie Italia meldet o«S Lissabon: Die ossiziclle Kriegserklärung Portugals an Deutschland wird am 15. Jnupar rrsolgen. — Spät komm' ich, doch ich komme! Englands Kricqskosten. Die täglichen Kricgskostcn Englands sollen jetzt 42 Millionen Francs betragen. Anfang August betrugen sie nur 25 Millionen. Tie englische Regierung mahnt die Blätter, einen Ausruf vorzubercitcn, durch welchen der LuxuS etwas eingeschränkt werde. Wo ist die „Dreöden"? Slach einer Pariser Meldung der Teiitichen Tageszeitung ist nach der Seeschlacht bei den Folklandsinscln die „Dresden" an der Südspitze Chiles in Punta Arena? angckommen, habe dort Kohlen eingcnominen »nd sei dann wieder in See gestochen. «»glattS gegen die neutrale Schiffahrt. 0>t Kopenhagen herrscht über bi« AiEbrrngung zweier Dampi«: der Vereinigten DamptichtsfohrlSgcicllschast groß« Auslegung Di Schiife kamen direkt von ZSignb mit iSIändtläzen Produkten und Pferden. Letztere wurden aus Beschl der engiiicheu Behörden, zurücki-chaltcii Dieses Vorgehen erreg: wie der Voisiichen Zeitung gemeldet wird, um so größeres Ausschcii. als in Dänemark eiu Psei-deausiuhrvcrbot besteht und bic Pserd« also nicht nach Deuftch- land iveitergeiandt werdet können. Ter Heilige Krieg. ftonftaiilinopcl, 80. Tez. (T.U.) Von Ncdschoi und Kertuö e»S hat sich eine Anzahl neuer Aroderstämme gegen die in Mcjopoiamien oordringenden lir.glander in Bewegung gesetzt. _ A» ein deutsches Haus gehört m vieler Zeit kein Küche»! Amsterdam, 30. Tez. (XX'. II. Nichtamtlich.) Ter Nieuwe Notterdamjche Courant meldet aus Le Hävre: In den letzten Tagen sind große Mengen englischer Truppen nach Frankreich transportiert worden. In Le Havre sind allein schätzungsweise -10 000 Mann gelandet worden. Englische Schiffe auf englische Minen gefahren. London, 30. Dez. (XV. 8. Nichtamtlich ) Tie Dimes meldet vom 29. Dezember: Gestern find vier englische Schisse durch einen Zusammenstost mit Minen verloren gegangen, nämlich der Dampser „Limaria", der kleine Dampfer „Grm" und zwei Fischdampfer. Seit den WeihnachtStagcn sind in der Nordsee acht Schiffe infolge der Minen zu Grunde gegangen. Ein gemeinsamer Krieqsplan gegen Deutschland. .Kopenhagen, 30. Tez. (Ctr. Frkst.) Wie National tidciidc auS London erfährt, wird der Vorschlag der Times, die Alliierte» sollen ge m c i n s g m operieren, von der ganze» russischen Presse fr endigst begrüßt. Mehrere russische Prcßorganc schlagen vor, die Kriegs- und M a r i n e m i n i st e r aller gegen Tentschland kämpfenden Mächte mögen eine Konferenz in London abhalte», um einen gemeinsamen Kriegsplan zu entwkrsen, der von den Lberstkommandierenden der Alliierten gulge- heißen werden solle. Londons Zeppeli,taugst. London, 90. De,. (XV. B. Nichtamtlich.) Die Marine- und Militärbehörden machen die S t r a b e n p a s s a » t c n auf die Gefahr durch Geschoßteile »nb Kugeln aufmerksam, die von den Kanonen, welche man gegen feindliche Luftschiffe verwendet, beim Versuche eines Luslanarifs» auf London, abge- schoffcn werben würden. Die Zivilbevölkerung wird ausgeforder«. womöglich in Kellern Zuflucht ,U suchen, sobald sie Schüsse höre. Searborougy im Tuukel. London, 30. Dez. sXV. B. Nichtamtlich.) Dailq Telegraph meldet aus Scarborouad vom 28. Dezember: Der Kommaiibavt des Bezirkes bat angcordnet. daß zwischen halb 5 Uhr nachmittags und Haid 8 Uhr morgen» innerhalb vier Meilen von der Küste zwischen Saltbonrn und Spurnhead von keinem Fahrzeuge Acetylen-, elektrische oder andere starke Lampen benutzt werden dürfen. Alle Lichter in den Häusern, die aus Sec sichtbar sind, sind auSzu löschen oder a b z u b I e n. den. Niemand darf ohne Lrmächtigung Licht und Feuerwerk ab- brennen. Federmaun, der aus osfcncr Straße aus Anruf nicht stehen bleibt, läus, Gefahr, erschossen zu werden. Der östcrreichiscli-ttiigarisäie Tagesbericht Wien, 80. Dez. sXVB.) Amtlich wird verlautbart: 39 Dez., mittags. In den Karpathen griften unsere Truppen nördlich des Uzfoker Passe» an «nd nahmen mehrere Höhen. Nördlich des L n p k o w e r Passes brachie ein Geaenangrift die Vorrückung der Russe» zum Stehen. Weiter westlich ging der Feind mit schwächeren Kräften an einzelne Uedergächge heran. Nördlich Gorlice, nordöstlich Z-tliczqn und an der «nicren Nida brachen die russischen Angrisse unter schweren Verlusten zusammen. Im Raume östlich und südöstlich Z o - maSzow machten die Verbündeten Fortschritte. Auf dem Balkankrsegsscha » platz herrscht an der ser. dischrn Grenze Ruhe. Nächtliche Angrisse der Montenegriner -ns Gat bei Autowatsch und aus Lastoa bei Tredinje wurden abgewiesen. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. väscr, Frldinartchalleuinant. Tie neue ru!si:che Offensive in (Oalizieu. Wien, 30. Tez. (Ctr. Frkft.) Tie Neue Freie Prcsic er- hält von ihrem Vertreter im Kriegspreftcquartier einen Kommentar zur Lage, wonach der Vorstoß der russischen achten Armee gegen die .Karpathen die ichon stark drohende Umklammerung des russischen Südflügcls und die notgedrungen« Aufhebung der! Belagerung Przemysls verhindern soll. Der Nachteil dieser Offensive aber tei die Fernhaltung starker Kruste vom Hauptkampf in Polen. Nach dein Frcmdenblatt hält sich die ursprüngliche Auffassung fest, daß die Lssensive den russischen Siidslügel i» wachsende Ge- tobr der Flankierung bringe. TaS Blatt ironisiert die Bulletins der Triple-Entente, die eiminder die El,re der Entscheidungsschlacht überlassen möchten. Tic Neue Freie Presse erörtert einalbernes Gerücht, daß die Monarchie Serbien den Frieden an- ö i e t e. Kein Mensch denke an einen anderen als den dauernd gegen Rußland und Serbien gesicherten Frieden. Friedens ' ünsche in Rnffiand? Ta» Moskauer Blatt Rußkoje Slowo sührt, der Kölm- scheu Zeitung zufolge, in einem längeren Auffatze ans. daß Rußland eigentlich wenig Interesse an einem Angriffskrieg gegen Deutschland und Oesterre,ck>Ungarn stabe, jedenfalls nicht genug, um einen solchen Krieg bi» zum Ende durchzuführcn. Rußland solle wie auch Frankreich und Serbien im günstigen Augenblick einen cbrrn vollen Separatfrieden adschließen. Die Seitersühriing de» Krieges bis zum Ende sei nur eine Lebensfrage für England. Mit Lobgesüngen und er-! munternden Zurufen sparten Frankreich »nd Eng- la»d nickt. Damit sei aber wenig geholsen, wenn! die Taschen wie bisher zugeknöpft blieben. In Petersburg sollen Vorträge über die Bedeute ung der deutschen Kultur für Rußland von nam- basten Rednern bei großem Andrang der Zuhörer abge^ halten und fortgesetzt werden. Dabei sollen jetzt auch ge ft rechtere »nd freundlichere Ansichten zu Worte kontmen. Tic Kreuzzeitung benierkt treffend zu dem obigen Ar- tikel, daß er in erster Linie den Zweck verfolge, einen Druck aus England auszuüben, damit endlich die jetzt' sparsam fließenden englischen Geldquellen reich- l i ch e r st r ö m c n. „Trotzdem", so fährt das Blatt fort, „ist die Tatsache, daß man in Rußland offen dir Möglichkeit eines Sonderfriedens erörtert, nickt zu untersckxitzen. Der Gedanke konnte nur der starken Ernüchterung entspringen, die Rußlands öffentliche Meinung überkam, alS Hindeichurg den russischen Osfensivplan zerriß und die -Heere de» Zaren, in die Verteidigung zurückzwang- Vorlänsig ist er ein Ke i m, der erst wenige Blätter getrieben hat, aber eS ist nicht unmöglich, daß daS Wackistum sich in unvorhcrgesabener Weise beschleunigt lind fort setzt, wenn die Ereignisse aus dem östlichen Kriegsschauplätze ihm die nötige Nahrung geben." Japan und der Krieg in (»»ropa. Betrachtungen römischer Blätter über eine Beteiligung Japans ani Kriege in Europa kommen zu den: Schluß, daß Japans Interessen sich schwerlich mit denen England«. Rußlands und Frankreichs in Ostasten in Einklang bringen lassen. Wahrscheinlich würde sich Japan ans eine Untersiiisinng Englands und Rußlands durch eine bloße Aktion an Material- liescrungen beschränken. , Amerika gegen Englands Leerändcrei. Tie amerikanische ^inspruckksnole. Walhtngtan, 80. Dez. lMeldung de« Reutersthen Bure«»».) Tie Regierung hat England eine Rate gesandt, in der sie ans baldige Verbesserung der Brhaudlung des ameri- lanischrn Handel» durch die britischr Flotte hrstrht und warnen» daraus hinwetft, daß eine große Empfindlichkeit durch „das ungerechtfertigte Etngreisen" in den legittme» amerttanische, Handel erzrngt worden sei. Die Regierung sehe fit), genötigt, endgültige Mitteilungen über Cngland» Hat- tnng zu erbitten, um Maßregeln zum Schutze des Rech»» der amerilanikchen Bürger zu ergretfeu. Die Note sührt zahlretchr besondere Fälle o,n Anhaltung und Beschlagnahme der Ladungen an und erklärt, die Vorstellungen seien in lreuiidschastlichem Geiste gemach«, aber die Vtrcinigten Staaten erachteten e» für da» hrste, eine offene Sprache zu führen Die Note Ist für a 1 1 t V n I « n 1 1 • machte bestimmt Fn btt Rate wird gesagt, daß. obwohl die Erportrure stch nach den Wünschen der britischen Regierung richteten, keine Verbesserung der Lage der neutrale» S ch i s s a h r t im Vergleich mit dem Beginn de« Kriege« einge- treien sei. Die Note Iprtcht die vassnun« au», »aß England ein- sehen werde, welche ernste Bedeutung die fortdauernde Einmischung für die neutrale Schissahrt habe. Die Note legt Wert daraus, daß Nahrungsmittel bedingte tlonterbande leien, da ste sowohl sür die bürgerliche Beoölkzrung wie für die Armee, bestimmt seien, lieber da» An hat ton von Schissen aus Tee sagt die Regierung, daß ste da» Durchsuchungsrecht krieg- ILHrender Staaten anerkenne, ober der BrwriS sür die Bestimmung der Ladung sür eine seindtiche Nation müste während der Durchsuchung geführt werden. Die Regierung protestiert gegrn daS Ans- bringen neutraler Schiss« nur aus den Verdacht hin Die Note betont, daß es die Pflicht der Irirgführrndrn Mächte sei, den neu- traten Handel ',u beschützen, und beschuldigt England, die skandinavischen Kupserladungen ander» zu behandeln at« die amerikanischen. Dir amerikanischen X'adungen nach Ftalien würden ange- halleu, während die sür Zkandinaolcn destimmien undelöstiqt blieben. Der holländisch« Gesandte besuchte dar Staatsdepartement und empfang dort eine Abschrisl drr omrrikanischcn Note an England. Der Gesandte sagte, Holland habe Eugland dasselbe erklärt. Die Vorstellungen Hollands erhielten durch die Forderung her Vereinigten Stnaten mehr Gewicht Nttckpisi der Franzosen aus Marokko? Wien, 30. Tez. (IV.) Eine hierher gelangte Meldung der Agcncc Havas vom 23. Dezember besagt, daß die sranzö- fische Regierung den Befehlshaber der franzöjisckß-n Truppen in Marokko ermächtigt habe, ganz Südmarokko bis Mekinez zu räumen. »nde ves Aufstand» in Siidafrika? Kapstadt, 30. Tez. (WB. Nichtamtlich.) Meldung deS Neuterschen Bureaus. Ter Führer der Aufständischen. Mar- tin Slabbcrt, ist am 26. Tezcmber nordwestlich von Blocmsontein gefangen genommen worden, -seine An- Hänger hatten sich vorher ergeben. Tie Ueberreste des letzte» Kommandos der Aufsländisck>cn im Distrikt Hcilbronn haben sich ebe nfalls ergeben.______ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetter», Gießen. Verlag von Krumm & Cie. Gießen. Truck: Verlag Lsfenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Lssenbach a. vt beschränktem Maße. Der Kapitalmacht ber Großbetriebe gegenüber haben sie einen schweren Stand. Reklame, Preisunterbietungen und die Ausdehnung der Maschinenarbeit der Großbetriebe auf die bessern Zigaretten erschweren ihnen das Dasein. Der andauernde Kampf zwischen dem englisch-amerikanischen Zigarettentrust und dem Antitrust soll große Summen verschlungen und den Reingewinn der beteiligten Firmen empfindlich geschmälert haben. Unter dem scharfen Wettbewerb — Preisunterbietungen, Zugaben, lange Kreditgewährung usw. — lohnte die Herstellung der billigen Zigaretten mit Handarbeit noch weniger als bisher, sobatz im Zigarcttcngcwerbc die Heimarbeit von Jahr zu Fahr an Bedeutung verliert. Der Absatz von Zigaretten im Einzelvcrkaufe hat auch im Jahre 1913 bei den billigcrn Sorten weiter zugcnommen, woran leider die Jugend großen Anteil hat. Es wäre zu wünschen, ivenn alle, die a» der Erziehung der Jugend arbeiten, dahin strebten, daß sic mindestens jetzt das Zigarettenrauchcn läßt und, wenn stc durchaus llbersliissiges Geld hat, den Truppen im Felde Tabak schickt. Den Soldaten, die im Schützengraben liege», wird die Zigarette weniger schaden als den Stubenhockern. Kricys-Lchundliteratur. Eine Unmenge Literatur, die sich mit dem Kriege befaßt, ist in den letzten Wochen und Monaten auf den Markt geworfen worden. Nur ganz vereinzeltes davon ist gut, nur weniges erträglich, das allermeiste ist verderblicher' Schund. Vor alleni gilt das von den vielen mit Bildern geschmückten Heften, die zum Verkauf gelangen. Als Massenartikel kommen da die sogenannten „Kriegschroniken" in Betracht. Ein Heer von Agenten hetzt treppauf, treppab, um mit dem ganzen Aufgebot seiner Ueberredungskunst die Ware an den Mann, oder besser gesagt, an die Frau zu bringen. Denn in erster Linie sind es die Frauen, ans die cingercdet wird und die gewöhnlich auch hereinfallenl Wir sagen hcreinsallcn, weil nicht immer das Gute gewählt wird. Da ist vor allem maßgebend ein recht grellfarbiges Titelbild, dann kommen die schönen Bilder im Heft selbst. Tie meisten Besteller bedenken nicht, daß der größte Teil der Abbildungen Phantasiegebilde irgend eines Menschen sind, der voin Schlachtfeldc so wenig gesehen hat, wie der Leser selbst. Bei ein klein wenig Nachdenken müßte auch der Beschränkteste das Unwahre, ja direkt Uninöglichc dieser Malereien einsehen. Ein weiteres ausschlaggebendes Moment ist die Größe und Dicke des Heftes; die Qualität ist Nebensache. Wenn man im gewöhnlichen Leben z. B. zwei Säcke voll Kartoffeln nebeneinander stellen würde: einen großen Sack voll fauler, einen kleinen Sack voll guter Ware, welchen würde man wählen? Jede Hausfrau würde den für dumm erklären, der ihr zumuten würde, den großen Sack mit den faulen Kartoffeln nach Hanse zu schleppen, selbst wenn sic ihn geschenkt bekäme. Das sieht gewiß jeder ein. Genau so ist es mit der geistigen Kost, mit der Literatur. Da darf nicht die Dicke des Buches maßgebend sein, sondern nur der Inhalt. Deshalb reiflich prüfen, ehe nian bestellt. Gewöhn- lich muß ein Bestellschein ausgefüllt werden, der zur Abnahme sämtlicher Hefte verpflichtet. Diese Verpflichtung wird denn auch streng dnrchgcfllhrt. Schon laufen Briese auf die Zeitungsredaktionen ein, die beklagen, daß man sich auf die Bestellung solcher Hefte eingelassen hat. Da hilft eben nichts anderes, als vorher auf- zupasscn und ans die Anpreisungen der Agenten, denen an sich ja der Verdienst zu gönnen wäre, nicht hereinzufallen. Auch au§ Mitleid mit armen Verkäufern braucht man sich lund seinen Kindern nicht geistiges Gist zu verordnen. Besonders abstoßend ist das Kolportagegeschäft, wo cs sich als den Wohltäter gibt. Da gibt es beispielsweise ein auf schlechtesten! Papier gedrucktes Heftchen „Weltkrieg". Wert ist das Ding so gut wie nichts, aber cs wird zu 15 Psg. das Heft verkauft, und, wie uns versichert wird, geht es gut ab. Es trägt nämlich mit fettem Druck den Vermerk: „Ein Teil des Reinertrages wird der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zur Verfügung gestellt." Wer das nicht glaubt, kann bei dem Verlage H. Coenen die Quittungen einsehen. Er weiß freilich dann immer noch nicht, wie groß der „Teil" ist, der den Hinterbliebenen zufällt und welchen „Teil" der wohltätige Geschäftsmann für seine Taschen reserviert. Recht irreführend ist auf dem Heftchen folgender Stcmpel- aufdruck: „Mit Genehmigung des Generalkommandos . . . . (oder „des Gouvernements . . .") zuni Verkauf erlaubt". Harmlosen Gemütern kann so von gerissenen Agenten ein- geredet werden, diese wertlosen Hefte seien militärisch empfohlen, und als handle eS sich um ein halbamtliches Unter- nehmen. Es ist aber nur ein privates Geschäft, und zwar ein recht gutes. Also: Augen auf — Taschen zu! Unsere Dichter'. Außergewöhnliche Ereignisse iitxsii auf den Gvmiitszustand recht vieler Menschen einen eigentümlichen Einfluß aus. Sie können sich von den sic belastenden Eindrücken für eine Spanne Zeit nur dadurch befreien, daß sie ihre Slümnung in Form eines Gedichtes ausdrücken. Versuchen in normalen Zeiten schon mehr Menschen als wünschenswert zu dichten, so schvillt diese Zahl zu Lftern, Pfingsten und Weihnachten besonders an, in kritischen Zeiten übersteigt sic sogar aller- Maß. Ein Berliner Kritiker berechnete die Zahl der Gedichte, die in de» ersten KriegSwochen gemocht nnirden, auf täglich mindestens 80 006 Stuck. Auch jetzt noch hat der Krieg eine Hochflut aus diesen! Gebiete hervuvgerufcn, und nich nur im Lande, von den am Krieg« nur passiv Beteiligten, sondern auch draußen ini Felde von unser«! Soldaten wird fleißig gedichtet, und mancher poetisch Erguß flattert ans unseren Redaktionstisch mit dem Wunsch, ihn gedruckt zu sehe». Rur in den seltensten Fällen ist c* einmal möglich, solche eingesandten Gedichte abzudrucken, denn der Mängel sind gar viel« vorhanden. Es bleibt uns in d«r Regel nichts übrig, als dem Einsender das Werk seines Gedankenfluges «nt einigen Worten zurllckzusendcn und ihn darüber onfzukiären. daß zu einem guten Gedicht mehr gehört, als der gute Wille, nämlich außer den, Beherrschn der äußeren Form auch die Fähigkeit. Enipfundenes iz, ansprechender Weise wiederzugeben. Wir sind aber dabei nicht in den Fehler verfalle», wie es jüngst noch ein fächstschs und badisches Partciblatt getan hachn, die Zusendung von Etedichten aus dem Leserkreis« als eine persönlich Beleidigung zu betrachten, als einen beabsichtigten Streich oder ein Aiieniai au! den zuständigen Redakteur. Es erscheint uns das ein« sehr begneme und oberflächliche Anschauung zu sein, die von psychologischen Kenntnissen keineswegs beschwert ist. All dies« Dichter dichte» sa nicht, weil sie de» ihnen gleichgültigen Redakteur ärgern wollen, auch nicht, weil sie Honorar für das Gedicht haben wollen, sondern ganz einfach, weil :r ~. Gemütszustand ihnen dir Aussprache tu Form eines Gedichtes nodwendig macht, uni wieder in-s Gleichgewicht zu kommen. 0!ang folgerichtig ergibt sich auch der Wunsch, das Gedicht gedruckt zu sehen, d h. sich andern mitzutei-leii. Auch das ist begreiflich. Eine andere Frage ist frentich, ob ein solches Gedicht volüom- lmn genug ist, um zur Kenntnis eines größeres Kreises gebracht zu werden. Das ist aber in der Regel zu verneinen. Zu einem guten Gedicht gehört die Fähigkeit, seine Gefühle in solch anschaulicher Form in Worte zu kleiden, daß der Leser sie in gleicher Weise mit- cmpsindet. Hier liegt gewöhnlich der Mangel, und zwar nicht nur bei den Auchdichtern, sondern auch bei den „richtigen" Dichtern. Hinzu kommt, daß das Gedicht in seiner ganzen Gliederung, in Versmaß und Reim Anforderungen entspreä-ci, muß. die man zwar bis zu einem gewissen Grade lernen kann, aber doch nicht schassen kann, wenn mau die Bcranlagung nicht dazu besitzt. Nach alledem muß sich dcrscmgc sogen, der nun einmal den göttlichen Drang zum Dichten m sich spürt, daß es allein damit nicht getan, sondern daß auch hier das Wort wahr ist, daß zum Genie auch unermüdlicher Fleiß gehört, d. h. um Dichter zu sein oder zu werden muß man neben der dichterischen Veranlagung auch ein tüchtiges Stück Arbeit leisten in der Kenntnis und Beherrschung dichterischer Formen. Wer also sein« Schublade mit Gedichten vollgepackt hat oder besonders jetzt in der Kriegszelt zu dichten begannen hat, denke daran, daß nur die wenigsten zu den Anserrvähiten ffelstiren und namentlich, daß in eine Zeitung nur das Beste vvm Besten gehört. Rechnet er sein Gedicht nicht zu dieser Gattung, so behalte er es zuhause. Er erspart sich und anderen Aevgcr und Enttänschnng. Umschmikn und hlmdeln - die kommunale Kriegspflicht. Tie Nahrungsmittelfürsorge ist heute das wichtigste aller komniunalen Gebiete und es ist erfreulich, daß, während cs in unseren Komniunen früher immer recht lange währte von der ersten Anregung bis zur praktischen Durchführung, man jetzt von jenem Schneckentempo ein wenig abgekonimen ist und sich statt dessen oft sogar durch eine besondere Rührigkeit auszcichnet. Mehr wie je ist es jetzt darum für unsere Kommunen von Wichtigkeit, um sich zu blicken nach jenen Gemeinden, die aus dem Wege der Entwicklung in irgend einer Weise am meisten vorgeschritten sind, und ihr Beispiel zu beachten ilnd nachznahmen. Wie die Franks. Zeitung berichtet, sucht nian in Frankfurt wie in wenigen anderen Städten der Kartoffelnot dadurch Herr zu werden, daß man die Kartoffel-Produzenten und -Händler zwingt, ihren Vorrat zum Verkauf zu stellen und um der Teuerung des Fettes als wichtigen Volksnah- rnngsinittcls entgegenzntretcn, hat der Oberbürgermeister von Aachen den Höchstpreis für das Pfund Schweineschmalz auf 1,10 Mk. festgesetzt. Das sind gewiß Maßnahmen, die manche Not lindern helfen. Doch ist noch mehr erforderlich und diesen Schritt hat man in Zweibrücken getan. Dort werden der Städte-Zcitung zufolge von der Stadt jeden Monat an Familien, deren Ernährer im Felde stehen, Kartoffeln abgegeben, und zwar je nach der Kinderzahl y 2 bis 1/2 Zentner. Die Stadt verkauft auch Kartoffeln, und zwar zu 8,50 Mk. den Zentner und in Höchstmengen von 50 Kg. Auch findet allwöchentlich Kohlenabgabe statt; bei der ersten Abgabe nahmen rund 300 Personen je 1 Zentner umsonst in Empfang. Das stellt wahrlich eine ganz erhebliche Für- sorgcinaßnahine dar, die überall eingeführt werden sollte. Denn cs ist doch nur zu natürlich, daß den armen Verlassenen einmal geholfen werden muß und daß andererseits sowohl Kartoffeln wie Koblcn bedeutend teurer sein würden, wenn die einzelnen Frauen sich die Sachen vom Nnter- stütznngsgelde selbst in kleinen Mengen kaufen müßten. Aber auch ans dem Gebiete der Nahrungsmittel Produktion verniag die Kommune Großes zu leisten. Wie führen bekanntlich große Mengen Gemüse ans dem Anslande ein und haben daher die Pflicht, jetzt dieses wichtige Volksnahrungsmittel im eigenen Lande herznstellen. Da können uns, worauf wir bereits hinwiescn, die städtischen Baulandslächen gutö Dienste leisten. Die erste Stadt, die hierin Praktisch vorgegangen ist, ist das Städtchen Sebnis in Sachsen, das, wie erinnerlich, s. Z. als erste deutsche Stadt die kommunale Mutterschaftsversichcrung cinführte. Im dortigen Grenzblatt veröffentlicht der Stadtrat von Sebnitz eine Aufforderung an die Besitzer von Baulandslächen zur Kultivierung mit Gemüse. Ter Stadtrat nimmt darin auf eine staatliche Verordnung bezug, die gewiß auch in den anderen Staaten ergangen ist. ohne daß man allerdings auch nur etwas davon gehört hätte. t Gewiß würde eine allgemeine Nachahmung des Seb- nitzcr Beispiels von Bedeutung sein, denn gar mancher würde hoffen, so nebenbei ein Geschäft machen zu können. Wenn man aber eine Bewirtschaftung in sozialein Geiste erstrebt, dann sollte man noch einen Schritt weiter gehen und eine kommunale Bewirtschaftung durchführen. Durch eine solche Konzentrierung sind natürlich die Unkosten geringer und zugleich wird so nachher der leidige Wucher durch selbstsüchtige „Patrioten" vermieden. Von großer Bedeutung ist es auch, daß jetzt neben der Nahrungsmittelzuführung endlich auch einmal die Verwertung der Abfälle von den Kommunen in die Hand genommen wird. Wie der Hamburger General-An- zeiger nicldet, hat sich in Hamburg jetzt bereits eine private Gesellschaft gebildet, die das systematische Sammeln der Ab- fälle in den Häusern vornehmen lassen will. Das Abholen soll durch Milchhändler erfolgen. 76 Landwirte haben sich schon zur Abnahme bereit erklärt und jeder will für daS Liter 214 Psg. zahlen. Wie komnit es, daß trotz der allgemeinen Mahnung zur K 0 m m u n a l i s i c r u n g des Abfallverwertungswcsens solche privatkapitalistische Gründung niöglich ist? Weil man in der Kommune zögerte und zögerte und nicht die Energie hatte, nun einmal den entscheidenden Schritt zu tun. Wo- hin nian nur blickt, bietet sich also den Kommunen Gelegenheit zu lernen, dazu aber heißt cs zugleich mehr wie je zuvor: nun auch schnell handeln! Kriegshysterie. Das bcnlschc Volk erträgt mit bewundernswerter Ruhe den aufgezwungencn Krieg i-nd seine Folgen, von denen auch keiner zu Hause verschont bleib! Leiber gib! cs aber einzelne Aufgeregte, die mit Wichtigtuerei "nd Ausgcblaicnhcit die Allgemeinheit belästigen. Der gesunde Sinn des Volkes hindert diese zwar, Unheil zu stiften, aber sie falle» unangenehm ans, was sie leider selber nicht merken. Dazu gehören vor allem die, die eine Siegeknach. richt dazu benützen, um die Bcflaggung der Stadt anzuordnen, ob- wohl sie am wenigsten berufen sind, anderen vorzuschrclben, wie sie ihre Anerkennung und ihre Freude über den Erfolg unserer brave» Truppen zum Ausdruck bringen wollen. Und nicht weniger aus die Nerven gehen die Tuschler und Besserwisser, die „aus absolut sicherer" Quelle die Nachricht schöpfen, daß ihr Hindenburg — sie haben ihn schon ganz für sich beschlagnahmt — in den lebten Tage» wieder cinma! so und so viel hunderttausend Russen gefangen hat. Mit ihrem Tratsch erreichen diese Leute natürlich nur, daß bei jenen, die ihnen Glauben schenken, eine Enttäuschung csntritt, wen» der amtliche Tagesbericht nicht bestätigt, was ihnen die Kriegs- schwäyer vorgemacht haben. Wenn ein Münchener Blatt in einer Zuschrift aus Berlin jetzt zur Würde und Ruhe mahnt, so richi« sich die Aufforderung in erster Linie an derartige Helden hinter der Front, die die ernste Zeit dazu benützen wollen, um ihrer herzlich gleichgültige» Persönlichkeit etwas Gewicht zu vcrschafscn. Ta» deutsche Volk, das seit Kriegsausbruch durch sein Handel» bewieie» hat, wie reis und wie fähig cs ist, auch die schwerste Belastung», probe zu ertragen, bedarf keiner Reklamescxcrei, um sich von ihnen die Pose einstudieren zu lassen, in der es die Ereignisse ans dem Kriegsschauplabc hinzunehinen hat. Sinnlos, aber auch gefährlich ist cs, einen von uns allen begrüßten Waffenerfolg mit fettet Lettern als endgültige Entscheidung anszuposaunen, gefährlich deshalb, weil sehr viele nicht erkennen, daß die endgültrgr Entscheidung nur als Spitzmarke gewählt wurde, um der fällige, Zeitungsnummer erhöhten Absatz im Eiiizclvcrkauf zu verschösse,, Das wäre doch ei» ganz merkwürdiger Patriotismus, der sich da. durch äußerte, daß wir bei einer Siegesnachricht außer Rand und Band geraten. Worauf es ankommt, ist, daß wir die Gesamtiage des Krieges richtig erfassen und mit imgcbcngtcm Willen burch- haiten. Mit diesem Willen waren wir bisher eine Stütze unsere« tapferen Heeres und so wollen wir cS auch weiter halten, lind darum: Kaltes Wasser für die „männlichen" Hysteriker de« Krieges. Was sollen unsere Kinder jetzt lesen? Mit dieser Frage werden sie selber schnell fertig sein. Selbstverständlich wollen sie von dem lesen, was jetzt aller Gedanken beschäftigt, aller Herzen bewegt: vom Kriege. Es wäre unnatürlich, wollten Eltern und Erzieher darin etwas zuwider haben. Aber ein bißchen der Ueberlegnng bedarf die Frage für sie doch. Es gibt jetzt schon reckst viel über den Krieg zu lesen, was unsere Kinder nicht lesen sollten. Denn auch die Schundliteraten sind schon eifrig an der Arbeit, den „aktuellen" Stoff für ihre Zwecke auSzuschlackstcn. Schund aber sollen unsere Kinder nickst lesen, auch wenn er vom Kriege handelt. Bon dieser Art Lesestosf gibt es bekanntlich zwei Sorten, die inan als grobtzn und feinen Schund bezeichnen kann. Zum ersten rechnen die Schriften, deren Verfasser vor allem darauf ausgehen, die Einbildungskraft durch Häufung und Ausmalnng von Grcuel^enen aus- znpeitschen, Mord und Brand niehr oder weniger unverblümt als Heldentaten erscheinen zu lassen, und die so das sittliche Urteil der jugendlichen Leser verwirren. Die Tate, der Franktireurs, der Hyänen des Seblachtseldes, der Angehörigen wilder Volksstämme in den feindlichen Heeren bieten ihnen dankbare Stoffe, deren grausige Wirklichkeit sie ab« noch zu überbieten trachten. Diese Art Schund ist verhält- niSmäßig leicht zu erkennen. Sie kennzeichnet sich Mw» äußerlich durch das grobe Papier, den schlechten Druck, ir. grcllbunten Bilder aus dem Umschlag. Der seit Jahren gWn führte Kanipf gegen die Sckmndschriften hat doch schon den Erfolg gehabt, daß Eltern, die sich überhaupt um ihre Kind« kümmern, ihnen diese Art Lesestoff unter allen Umständen fernhalten. Nicht ganz so einfach ist die Sache mit dem feinen Schund. Tie Bücher, die dazu gehören, stellen sich äußerlich recht achtbar dar — kosten übrigens auch meist ein hübsches Geld — und geben sich inhaltlich so, daß sie direkt unsittliche Anreize vermeiden. Was sie aber mit dem groben Schund gemeinsam haben, ist, daß sic ebenso wie dieser der inneren Wahrhaftigkeiten entbehren. Gewöhnlich tritt da ein junger Held auf, je näher dem Knaben, desto besser, der die wunderbarsten Heldentaten vollbringt, die nnglaublichstcn Gefahren übersieht und eigentlich ganz allein schuld daran ist, daß unser Heer diese oder jene Schlacht gewann, diese oder jene Festung eroberte. Wie gesagt, ganz so schlinini wie der grobe Schund mag dieser feine nicht sei»- Abcr auch er richtet Schaden an, indem er den gesunde, Wirklichkeitssinn unserer Jugend aus Abwege führt, ihr ei, falsches Bild vom Wesen des Krieges und seinen Erfordernissen vorführt und sic dadurch gegen wirkliches Heldentum stumpf und unempfindlich macht. Man sollte gegen all« „Dichtungen" ans deni jetzigen Kriege mißtrauisch sein und sich sagen, daß die Zeit noch viel zu kurz ist, als daß wirklich! Kunstwerke schon hätten reifen können. Verlangt die Jugend nach Dichtungen, in denen Kriegs'! stimmung weht, so braucht der Stoff doch nicht den jetzigen Kriegsbegcbenhciten entnommen zu sein. Sie möge dann ruhig Bücher lesen, in denen echte Dichter Heldenkämpi« früherer Zeiten dargestellt haben. Ueber den jetzigen Krieg aber soll sie Berichte lesen, die der Wirklichkeit entsprechen: die knappen sachlichen Kriegsberichte unsere, Heeresleitung, die ausführlicheren Darstellungen milita- rischer Fachleute, nicht zuletzt aber die Feldpostbriefe unser-, wackeren Krieger, die erst das- rechte Bild geben von do^ was der einzelne Mann in diesein Kriege zu leisten hat, niw- sowohl in kühnem Draufgehen — obwohl es daran wahrste nicht fehlt — als in standhaftem Ertragen von Hunger und Kälte, im Ucbcrwinden von Müdigkeit und Trübsinn, ^ geduldigen Ansharren, bis endlich der Befehl zum Vergeh«" kommt. Bücher, in denen sich dergleichen findet, gibt " j natürlich jetzt noch kaum. Darum, ihr Eltern, laßt cs e»r- Kinder ruhig aus der Zeitung lesen. Wenn ihr sic gut f r ‘ zogen habt, werden sic sich begnügen, das zu lesen, was >» als für sie passend ansgewählt habt. Die Niujahisschietzerei, die sehr oft zu grobem Unfug ausartete, wird dieses Jaln js" Prüfstein des sittlichen Ernstes werden, der jeden in Kriegszeit beseelen sollte. In einer Zuschrift des Niirniu n Jugciidfürsorgcvcrbandcs wird die strafrechtliche Seite des jaßrschicßenS besonders hcrvorgckchrt, weshalb sowohl die 0«ö wie die Erziclningtbercchtigtcn die nachstctzcndcn Zeilen sollten: Die Verhütung strafbarer Hanbiungen insbesondere stigcndiiche» Personen ist ungleich wichtiger, als die Bestrasu», selben. Es werden Eltern und Erzieher daraus ausmerksam I ui bi fc it vi A Di hc hc 01 -fc :iij •io tr P sie -Bö £ T it •It, : ¥ {jtn & % fiel ti, Kr un ist An Po toii ton sie iie Wi iie Sr Jii St Ko 5h In Sii Bi 35 Lb uni Kr Sn frpi ft» k «in Bei he i t . 06 Bl 3, h di * 8 ti macht, Laß die Führung von Waffen durch jugendliche Perione» bisher unter Strafe ncftcHt war. daß aber nunmehr aus «rund de» Artikels 4 Zisser 2 btä Gesetzes über den Kriegszustand d,c Führung von Schußwasscn mit Gefängnis bi» ,u einem Fahr de- straft wird, wenn nicht die Gesetze eine schwerere 2,rase androben Diele Bestimmung richtet sich gegen jugendliche und gegen nicht- jugendliche Personen. Es wurde» bereits eine große Anzahl Per- Ionen zur Anzeige gebracht, welche sich gegen diese Bestimmung verfehlt hatte». Jung und Alt könne» darnach nicht genug ge' warnt werden, Schußwaffen zu führen, »isbesondere ist dieie Warnung im Hinblick aus das bevorstehende Re»,ahr angcbrack, deffen Beginn in Stadt und Land vielfach durch vermeintlich Harm-' lose Freiidenschlissc gefeiert werden soll. Ter Arbeit Neujahrstaq. Ter Zeitbaum hat sich jung belaubt: Ein neue» Fohr erhebt sein Haupt! Ihr. die Ihr kämpsi um Brot und Licht, Erhebt nun auch das Angesicht! Führt auch der Weg im neuen Fahr Durch Qual, durch Röte, durch Gefahr, Und schlägt der Kamps auch Wunden viel. Hell blinkt entgegen uns das Ziel. Fhm folgen wir durch Pacht und Kn,,; Empor zum Licht, hinaus zum Sie,! Der Arbeit nur, die sie erhalt. Gehört der Segen auch der Welt! Wir sind die Arbeit! Unsre Hand Streut Lebensglück ins Erdenland! Bon diesem Glück reich Tu uns dar Auch unser Anteil, neue« Fahr! L. L. In den schweren Zritrn, welche wir bis jetzt durchleben und die aus dem ganzen Volke lasten, hat auch unsere Partei- bcwcgung keinen leichten Stand. Wohl baden wir jetzt keinen Partcikaiupf, allein jeder Parteigenosse ist sich wohl darüber klar, daß unsere Arbeit auch jetzt nicht ruhen darf, vielmehr nach dem Kriege mit größerer Kraft rinsetzen mutz. Würde das nickst geschehen, so wäre ein großer Teil unserer bisher geleisteten Arbeit vergeblich gewesen, tßroße Lücken hat der unl>eilvolle Krieg in unsere Reihen gerissen, wir haben dafür zu sorgen, daß diese sobald als möglich wieder aukgesüllt werden. Weiter bat uns aber der Krieg ernennen lassen, wie notwendig die Turchsührung der sozia- Mischen Forderungen für Nation und Volk sind, es müssen daher immer weitere Dolkskreise damit bekannt rind vertraut gemacht werden. Dazu ist die weiteste Verbreitung des Parteiblattcs notwendig. Daran mitzuarbeiten muß -jeder für seine unerläßliche Pflicht halten, der sich zur Partei .zählt: jeder muß in seinen Bekanntenkreisen Leser für die Oberhessischc Volkszeitung zu gewinnen suchen. Tiefe Arbeit ist auch jetzt nicht vergebens! — Mt Neujahr tritt die Oberhessische VolkSzeitung in ihren zehnten Jahrgang. Sie ist jederzeit für die Interessen des arbeitenden lind minderbemittelten Volkes cingetreten, cs muß deshalb heilige Pflicht der Arbeiter sein, auch jetzt ihr Blatt zu Antcrstützen! Znm neuen Jahre ist es althergebrachte Sitte, daß Freunde und Bekannte sich beglückwünschen, ein „Fröhliches Neujahr" zurusen. Letzterer Wunsch dürste beute wenig angebracht sein, wo so viele den Verlust ihrer Männer, Söhne und Brüder betrauern, die in der Blüte ihres Lebens dem Kriege zuin Opfer fielen. Möge uns das neue Jahr endlich und recht bald das Ende des Völkermordens bringen, das äst sicher der erste Wunsch, in dem sich alle — mit wenigen Ausnahmen — am Neujohrstage zusammcnfinden. Unsere Partei hat stets auf diese grauenhafte Katastrophe hinge- wiesen, die durch da? Wettrüsten der Mächte herbeigeführt wurde: von unserer Seite ist auch das Möglichste geschehen, sic zu verhüten. (Gelang dies den Sozialisten aller Länder diesmal noch nickst, so werden sie trotzdein fernerhin nickst müde werden, für den Weltfrieden zu arbeiten. Sie werden dies noch mehr und eifriger als bisher tun müssen. Im Sinne dieses TtrebcnS allen Gleichgesinnten ein glückliches Neujahr! — Gefallene aus Dberhesien und Nachbargcbieten: Wchrniann Adolf Pitz. Briefträger aus Gießen: Wcbr- n.ann Heinrich Kehr an? Treis a. d. Lumda: Gefr. der Res. Josef Rotschild als Alsfeld, sämtlich Jnf.-Regt. Nr. l 16. — Heinrich Bodcnbender aus Treis a. d. L, Jnf.-Regt. Nr. 115.— Freiw. Heinrich Walter au? Gießen; Freiw. Aug. Gorr aus Gießen: Freiw. Heinrich Biedenkopf aus Garbenteich: Untcrosf. der L. Konrad Weil auS Langgöns, sämtlich Jnf.-Regt. Nr. 222. — Oberleutnant Earl Weber aus Lich, Jnf.-Regt. Nr. 111. — Dchrmann Heinrich Krender, Jnf.-Regt. Nr. 116 und Sccsoldat Lorenz K r c u d e r, beide aus Gonterskirchen Kr. Alsfeld. — Res. Heinrich Wa gn er aus Naunheim. Jnf.-Regt. Nr. 167. — Franz Dacbel aus Wetzlar. — Rascher Tod. Gestern nachmittag wurde die Ehefrau des Kaufmanns M. Strauß in der Schanzenstraße au: einem Ausgange in der Löwengasic von einem Herz- schlage betrosten, der ihren sofortigen Tod zur Folge batte Als Frau St. merkte, daß es ibr schlecht wurde, schleppte sie sich in die Wirtschaft zur „Rcichskronc". Tort sank sic a»' einen Stulst und kouni haste ibr d:e Dirtsfrau ein Glas Wasser gebracht, stat der Tod ein. den e:n sofort berbci- gcrufcner Arzt scsistelltc. Den Angehörigen >var de: traurige Fall umso sc^.uerzlicher. als sowohl der Ehemann der so plötzlich Verstorbenen, als auch ihr Sohn aus Ressen abwesend waren. — Verjährung von Forderungen Rach den Vorschriften kr. Bürgerlichen Gesetzbuches verjähren die Schulden des ton!i^'CM Lebens in 2 oder 4 Fahre». Dieie Fristen laufen regelmagig ma dem Jahrcsjchluß ab. Für die Gläubiger ergibt si» darauf vielfach die Notwendigkeit, die Verjährung durch gerichtliche Gelieno- niachung des Anspruches zu unterbrechen. Um in der gegenwortwen Zeit daraus entsteh enden Schäden vorznbeii-ien. hat der Bunoc.- rai eine Verordnung erlassen, wonach die bctr. bczcichnetc» Ansprüche, die zurzeit noch nicht verjährt sind, nicht vor Ende 1815 verjähren. Eine weitere Verordnung bciriitt »>c Bewilligung von Zahlungsfristen bei Hypotheken- und Grnndsckf.cn. »ür die Ansprüche aus Rückzahlung des Kapital» von Hupoiheken usw. war die am 7. August ermöglichte dreimonatige Fristerstreckung nicht ausreichend. Desbalb wird jetzt das Prozeßgericht ermächiigt, die Zahlungsfrist für Hapotdeten und Grundjchulden- kapiialien auf eine Zeit bi» zu kl Monaten zu bemcsicu. Gehaliskürzungeu der Augeftellleu sind au» Anlaß de» Krieges von vielen Firmen vorgenommen worden, obwohl die Behörden sich öfter» dagegen wendeten Doch sind die Fälle nicht in dem lim fange »achwci»lich. wie e» im Fnteresie der Rot de» Personal» wünschenswert wäre Man kann hier den Angestellten diesen Borwnrs der Gleichgültigkeit nicht ersparen, bemerkt ein Frankfurter Blatt, denn deren berufenen Vertreter, die kaus- mäiiniscktcn Verbände, haben zn ihrem Seil die volle Schuldigkeit getan. Die Gehaltskürzungen, soweit solche den Verbände» bekannt wurden, find genau geprüft worden und überall säst sind die versprochenen Verbesserungen eingetreten. Es muh betont werden, daß auch solche Firmen zu Kürzungen geschritten find, die hierzu schon traft ihrer Finanzverhältnisie nicht ü» entferntesten genötigt waren, und dadurch grohe Verstimmung in weite Kreise getragen haben. Während die guten Zeiten stets spurlos auf da» Gehalt ivirkien. bat man diese Zeit zu unglaublichen Kürzungen weidlich ausgcnüyi. De»halb erscheint e» angezeigl. an alle solche Firmen, die durch Kricgslieserungen enorme Mehrgewinne erzielen. die Bille z„ richien, wenigsten» doch im gleiche» Perhältiiisie zur Gewinnsteigeriing ihrem Personal die KricgSzulage bewilligen zu wollen, — Dir Schrecken de« Kriege«. Die Voll. Zlg. bringt au» dem Briese eine» russischen Artillerieossizier» der bei Lodz stand, svlgen- de» zum Abdruck: »Um Lodz brachen wir gegen die Deutschen vor und nahmen eine Position rin; da» war am 4. November. Die Position war ideal, aber e» zeigte sich, daß auch da» Fdeal von dem Wahre» noch weit entfernt sein kann. Die Deutschen erössnetc» aus un» ein höllische» „euer. Die Hauptsache war, dah sie un» nicht bloh von der^Front, sondern auch von der Flanke au» beschallen. Man sah die Tchlllle rechts von uns aufblitze», wir konnten nicht einmal antworle», da er nicht möglich war, den Kops au» den Schanze» herauszustreckcn. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren irgendwo Spione — ich Hobe Dir schon geschrieben, wie ich einen Telephon- draht, der irgendwohin führte, abgeschnitcn habe. — Fn der Nack» kamen wir ziemlich glimpflich aus dieser Position hcrau», am 5. besetzten wir eine neue, am ll. und 7. standen wir wohlbehalten darin, dafilr aber erössneten die Deuischen am 8. ein solche» Feuer auf un», dah mein sechste» Geschütz nahezu in Splitter zerschlagen wurde. Der Abend brachte uns eine Ueberroichung »nd einen Schreck: Wir laben in unserem Rücken Feuer ausblitzen, Ka- nonenschiille und Gewehrseucr. und obendrein wurde »n» noch amtlich mit ge teilt, dah unsere Lage hossiiungKlo» sei. Fn der Rächt nahmen wir von einander Abschied, tranten unseren Tee und ginge» in die Schanze. Natürlich verging die Nacht ohne Schlaf. Am Morgen, etwa itm 0 Uhr, wird un» eilig initge- teilt, dah wir standholten sollte» bl» aus» äußerste, da eine neue Armee un» zu Hisse komme. E» war schrecklich. Es verging die zweite vollkommen schlaflose Nacht. Kein Brot, keine Fou- rage, Panik in der Siadi und schreckcnsvolle Erwartung bei uns. Der Kampf geht weiter, schon zwei Wochen sind wir ununierbrochen im Gefecht. Tag und Rächt. Gestern beschossen sie unsere Hütte, wo wir un» einlogiert hatten: wir muhten un» davon »,achr» in die Schanzen. Obgleich in den Schanzen auch Lesen sind, so ist e» doch außerordentlich unangenehm dort, kalt, seucht und schmutzig. Die Nerven versagen ihre Arbeit. Jetzt zuckt man zusammen, nicht bloh bei jeder deutsche» Granate, sondern auch bei dem eigenen Schuh. Klappert ein Soldat mit der Teekanne, backt mau Holz für den Lfen, so ist e» »»erträglich. Geht c» so weiter, so sind wir Kandidaten für da» gelbe Hau». Begreife, ohne Schlaf säst ganze fünfzehn Tage! Keine Zeitungen, keine Briese: die Post bekommen wir seit dem 26 Oktober nicht mehr. Krankheitshalber wcgzusahren, daran ist nicht zu denken. Lffizier« gib! es wenige, und da» Gewisser erlaubt e» nicht. In der Infanterie sind in den Regimentern fünf biß sechs Offiziere statt sechzig." Verbreitung fallcher Siegesnachrichten ist strosbae. Das Generalkommando des 10. Armoekorvo teilt dem Hann. Courier mit: Verschiedene Vorgang« in letzter Zell machen e» notwendig. auSbrück- lich daraus hinzuweisen. dah auch AuSstreumrgen und Verbreitungen nicht erweisbar inatzrtr Siege» nach richten unter die Strasbesiim- mung der Bekanntmachung von, 15. November 1814 fallen. Sie sind m hohem Grade geeignet, bi« Bevölkerung zu beunruhigru und da» Vertrauen in die oberst« beersleitung zu «richnnern Gegen bi« Urheber solcher salschen Rachrichicn wird unnachsichtlich vorgogongon werden: si« werden. wenn bk Gesetz« nicht ein« höhere Freiheitsstrafe beftumnen. mit Gelängt,«» bi» zn einem Fahre bestreit. Tie Verhängung einer Geldstrafe ist ausgcschlosien. Fn mehreren Fällen ist ein Strafversahven bereit» eingeleltet. Stadltheater. .Der S ch I a g b a u m" betitelt sich ein „Volksstück". da» am Dienitag die erste Ausführung an der Giehencr Bühne erlebte. E» spielt in den 30cr Fahren de» vorigen Jahrhunderts in Berlin und soll un» die Röte vor Augen führen, welche die Geschäftswelt unter der damaligen deutschen Kleinstaaterei durchzumachen hatte. sRebenbei: auch der heutige Reichs- bürger hat noch genug darunter zu leiden!) Am lästigsten waren für den Kaufmann die Zollschranken sder Schlagbaum) der verschiedenen 36 deuischen Vaterländer, wodurch der Warenverkehr fürchterlich erschwert wurde. Von vielen Seiten wurde daraus hin- gearbcitet. dem Handel freie Bahn za schassen: es kostete aber viel Mühe, bis diese Bestrebungen Ersola batlen. Fn dem Stück hat sich ausgerechnet ein Münchener Fabrikant — Tutzinger wirb er genannt — in den Dienst der Frcihandelsbcstrcbungen gestellt, kommt aber dicferltalb mit seinem zntünstigen Schwiegervater, dem Garnsabrikantcn Lüdccke in Berlin, derart tn KutifMl. dah die Ver lobuiig mit seiner Tochter Luise wieder in die^Briiche ging. Am Silvester des Fahre» 1833 sollen aber ein großer Teil der Schlag, bäuiue in Deutschland und mit den neuen Zuständen Hot sich auch der variitulariftiiche Liidecke ousaesödnt. Er schämt sich sogar, dah er früher eine Petition um Aufiechlerhaltung der Zölle untcr- lckrieben hat. Dieie» Schriftstück hat aber der zukünftige Schwieger- lohn in der Tasche behallen und nicht abgelchickl. wa» er übernommen baue und sich doch zweisellv» einer llnterschlagung schuldig gemacht Das nimmt ihm aber Lübeck« nicht übel. Ircut sich vielmehr so darüber, dah er dem freihändlerischen Bauer aus» neue die Tochter — nun endgültig — gibt. Den so lebhaft für ein einige» Deutschland »lädierenden Bauern lin Wirklichkeit waren bekannt- lich die Bauern die fteisnackigften Partiknlarisien) gab Herr G r o s s c r - B r a u n in lebhafter und natlirlicher Weise, seine Partnerin Maria Schild wußte das «uterzonene Fabrikantcn- tkchterchcn recht empsiiidiam nnd liebevoll darznstellen. Den Liidecke mit seiner klein, und splehbürgerlichen Verrannnlheil suchte Herr Golk mit gutem Er-olae zu verkörpern und die Rolle seine» etiva» überspannten und dicktuerischen Ebeoemastl» war durch Frl. Frcnzel bestens besetzt. Als nickt -u» der Ruhe zu bringender alter Buchhalter erzielte Herr v. Rogaenhaulen viel Heiterkeit, noch mebr lein tänzelnder, stutzerbofter Kolleae Menke, ale welcker Herr Ludwig Glasier da» Publikum belustiaten. Frl Martini fand sich mit der Rolle eine» Dienstmädckens im Hauic Lüdccke. da» nicht aus den Mund gefallen ist. wie immer Iresslich ab: Herr Stichel und Bochum gaben Berliner Tupcn, Eckensteher und Markthelfer, die mit Berliner — Weisheit nicht sparten. — Stadttheater. E» konnte bisher etwa 2200 Verwundeten freier Eintritt zn den Vorstellungen gewährt werden. — Die Vorstellungen des Rcujahrstoec» bringen eine Wiederholung des Programme» de» dritten Feiertag», nämlick für Nachmittag» eine Wiederholung de? Kindcrmärcken» „Aschenbrödel" nnd für Abend» „W i e einst im Mai", letztere Aufführung bei kleinen Preisen. v. Alienbnseck. linier VolkSvercin rcranstgitctc am ersten Aeib- vacklsfeiertoae eine Kinderbcicheruna, dm aus da» beste verlausen ist und den Kleinen viel Freude gemacht bat. Jedes erhielt irgend einen GcbrauckSaeacustand, sowie etwoS Gebäck. Aepsel und Rüste. Der dasür anfgcwcndctc immerhin erhebliche Betrag wurde durch freiwillige Sammlung ausgebracht: den Gebern sei auch an dieser Stelle gedankt. Etwa 30 Kinder nahmen an der Bescherung teil. Kreil -vekslar. X krsahgesiizäst im Kreise Wetzlar. Die Musterung der Militärpflichtigen NN K reize Wetzlar i,lüdet vom 7. di» 11 Jginigr int Schutenggrien tn Wetzlar n>.< folgt statt: Donnerstag, de» 7. Januar 1815. Rusterzrag der Militärpfltch- t:gcn iaaulicher Jahrgang, aus den Bi.rgermeistereicii Aßlar, Atzbach und Loun » dach Freitag, den 8. Januar t8t5. Musterung der MiUturpi'lntitzqen sämtlicher Jahrgänge au» den Bürgermeistereien Brauns« i» Stadl un-d Land. G r« i s« n st c > n und H o h« » f p I nt». Samstag, den S. Januar 191«. Mustern».: der M-Iiisirpfl-itch- tigen iamtticher Jahrgänge aus den Bnrgenneistcreten Rochtendach und Gchöiiengnmd, sowie der Jahrgang« 1013 int» 1014 aus der Stabt Wetzlar. Montag, den 1t. Januar 1815. Musterung der MUitärpfliete ligen de» ,ig» 1015 at» der Stadt Wetzlar. Da» Gesebüsl l-eginnt um 0 Uhr motgen». h. Kriegsopier Auf dom bluvzzen Schlschtseide u> Ruhlatid satid unser Genoss« Franz Dacbel de» Tod Erst 3« F»hre alt. d.nlrrläht unser braver Freund Frau und Kinde,, nnt denen er glücklich gelebt. t Bon Nah m»d Z^ern. X »in lchlcchtk» Andenken hat der SladtiMI Karl P i e r k r in Alten bürg, der seit 1808 in städtischen Diensten ft-an» tuK als lxntptmanu tm Felde ge lallen «ft. Der Büngervoriland hall« ihm deslnUd einen ehrenvollen Rachrui gcivtdmei W«c iüh ietzl derans- stellt, hat sich Pirrer während feiner Amtssiihruug Unterschlagungen tn Höh« von etwa 8000 0 Mark zuichtilden komm«,, lallen._ _ Kenn wir Weihdrot und Kuchen, sowie wir es b,stwr gnvobnt waren, weiter esin^ wird unser Vorrat an Weizen höchstens »och di» zum Aprrl roichcn. Frichrr imirde insier deutscher Weizenvorrat durch eene Ztrsuhr von etwa 40 Mivionc» Zentner au» dem Auslände ergänzt, von dieser Zusiihr sind wir jetzi abge'-chnillen E» heiht also, sich bei Zeiieit daran zu «etvöhnen, nur Roz-renbrol zu essen. Die» ist für goluiedk und kräsii-gen Miii'-Hei» nicht schwer, fiir lchwache und kranke al>er um so scknvcrcr Darum ist o» di: Pflicht jede» gefunden Menschen, schon jetzt ans Wiihbrot und Kuchen zu oerzichtl». damit dos Weizcnmclsi für die. die cs nur slhr schwer entbehren könnrn, lünaer reicht E» gbzicmi sich auch «ich«, daß wir uns Heer in Foftfuchwu. Stollen, Pi.:crnekuch.n. siüien ir>>ck,varm uiw. gütlich dun, ivahrrnd di« Blül« unseror R.itio.i draußen im blutigen Rmget» steht uitd den gröhtrn Eirtdichrunge» unsg-.setzt ist Wlr mühten un» schämen., wenn wir nicht eimnal ein so kleine» und unbedeutendes Lzncr zu bringen oomnöcklcn. Weihnachten >st vorüber und <« find grwalt«ge Mengen von Weite,.mehl zu Kutten verwendet worden. Damit sei e» aber genug Bon je«! ab gehört kein Kuchen inchr in ein deutsches Hau». 2iotäl,gt dies« itesiinruiig auch schon zu Rens ahr!________ vereinokalckndcr. Sonntag, 3. Januar. Launsbach Wahlverein Rachmiltag» 3'ä Uhr Mit- gliederwerhrmmlurg te, Win Friedrich Piafs Alle» «rscheitieu! Etande-nmt s^iesten. Geborene. Dez. 8, Dem landivirlschastlichcii Arbeiter Stcplton Fanik ein« Tochter. Leokadia. — 20. Dem Ktnifuwmt Ernst Merlan cm Los»,. — 22. Den, Postiitsprktor Karl von Büstzingtzsoewr» cm Sohn. Kork Kurt Gerhard Siegfried. -- 23, De.» Registrator Karl Mar Erich khrjstian Wirdnieiier ein« Tochter, Kächr, — 24. Dem Bäcker Johann August Renz ein Schn, August Heinrich, — 27 Dem Weicheu- steller I, Klaffe Stidtnig Sann ein« Tochter, August« Marie, Eheschließungen Dez, 24, Karl Heinrich Arnold, Dreher, Oterhci.-or der See« wet>>. mit Luise Fol»anit«tte Wisheimin« Enilcr. beide n> Giehen, - 30, Valentin Anton Ktnips. Anwalisgchilse, mit Mari« Morgarei« Nonnewitz, beide in Giehen Sierbeiille Dez, 23, Juda Katz. ohne Berus. i>0 Ja1>te alt. Fr,«drick»trahe 10. — Margarete Brsistl, gab Leng, 7t Jahre alt, Ederstrahe 18, — 25. Heinrich Feebel, o4>ne Itorus, 67 Jahre all. Krosdorfr, Straß: 10, — 2S. Katharine Diedl. Herrntaii». 86 Jahre alt, Schlohggsie 10. Im Feld« gelalleu Okt 2i, Friedrich Oswald Riedel. Oberkellu.-r. Reservist. 28 Jalzr« alt, Ercbe-nerstrohc 86. bei L« Quednoy gefaUen. Tlnndesüml Lollar. Geborene, Dez, 13, Dom Lchteuier Laü Sc vp II. ein« Tochter. Ottilie, — Dem Tchloffor Earl Toitz etu: Tochttr. Anna Margarethe, — 15. Dem Hüttenarbeiter Wilhelm Augnst Ruh» ein Sohn. Wishelm August, — 18, Tein Former Wenqtl Zait« «ine Tochter, Marie. — Dem Hliitti-airbeiter He nrich Läuiee ein Sohn. Ernst Ludwig. — 24 Dem Scknnied ,)ofi Schöck ein Lohn. Heinrich und eine Tochter, Amta. Eheschließung«« Dez. 15. Schlosicr Brut« Gerl« nut Eiisabcch Btusiu«, beide in Lollar. — 23. Landw: ri Earl Herman.i Friedrich Tohrmann, in itzrünberg mit EnriNe Thitlmam,, in Lollar — 24 Fei leitsauer E Lückhoff. in Lollar mit Kedl>artra Hi^>ert»h,i,tsen, ln Siausenderg. Sierbelälle, Sepl, 28, 8«,hbmder Heinrich KaSgar Römer, ltzesrelter de» Ros -Ins,-Reg. Nr, 118 6 Komp, bei Eondve tn Fragte ich geiallcn. — Okt. 25, Landwirt Earl Geißler 1ll_ Rrst-rvist de» Rts -Jns ^»eg. Rr, 116 6, Komp., bei La Qucsn« in Frankrcich g«sallo.i, — Dez, 25. Erich Lünk. 5 Monate oft. __ Verstorbene Ebristavh Wagner IX, i„ «rohen-Buleck. 72 Jahr« all, — Ich». Keil, Landwirt, in Lmdenstruth. — Frau B, Strauß, in Gtehezi. _ Tie Marktpreise für Vieh un» Rm*« nnd die Gieß euer Fleisch- und Broipreike am 28. Dezember 1811 Schlachlviedvieise in Fra ii(f int a. M. Fleischpreijc üt Gießen Ockjen 'lillbcr Schweine 50k* Schlachtgewicht 91—104 tUiL . 70-6 . Mk . . "-73 . >1, kg 60-06 Psg. •/. . 6-J-64 . >/, . 80—86 Getreidepreise in Mannheim. Brotpreii« in Gießen Weizen Roggen 100 kg —.----- Mk. Wettzbeot 2 leg 68 Psg Schwatzbrot 2 , 64 , Betanntmachunq. Dem Einigungeami sür Mieisstrciiigkeiie« liegt sortan «ich di« ob, Zwecke fiiicö irt teilen der Htzpothekcngläubiger ui* Hypottekenchuldner zu ver- Mitteln. . . „ „ . . . . Grohherzogliche» M.nisürinm de» Innern hat angeordnot, «8 di« SL 2 und 3 der BokaiutMiochmig dos Neich»tan»l«r». En»«u>ig»- ämter betr. vom 15 Tezember 1814, ftir da» hiesig« Eimgungsamt «»eltunq haben. Danach sind die Beteiligten bei Metintig von Orv- nungsstrase verpilchlrt. ans Erfordern vor dem Eimguugs-ml>zu erscheinen und über die sür die Vermittelung erheblichen Tatsache« Auskunft zu erteilen. Allgemeines | iinberg's Feen Seife Ist die Beste erhältlichi. d . Kolonialw. Geschäft. Göbei & Appel Alicestr. 25 Tel. 736 Adler-Autos u. Fahrräder Kontrollkassen, Reptwkst. Bade- Einrichtun g en Chr. Zimmer Bahnhofstraße 12 Spez.: Kupferkessel. jBaugeschäftel (Jean Dern & Lle.,Gießen ! gegr 1883 Westanlage 31 j Baumaterialien-Großhandlg. Zementwarmfabr. m. 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Meiner werten Kundschaft, sowie allen Freunden und Bekannten Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Lac! Lust und Frau 1!lustbuttec-Lentcale,Gi'esten Zum Jahreswechsel allen Eästen, Freunden und Bekannten ein kräftiges Prosit Neujahr! Familie HeinrichZiegler.liilieledi Allen Freunden und Bekannten, sowie unseren werten Eästen Die besten Wünsche zum Neuen Jahre! Wilhelm Will II., Wieseck „Zum Schwanen" I Allen Freunden und Bekannten, I sowie meinen werten Gästen Die besten Wünsche zum neuen Äabre! Wilhelm Bierau, Wieseck Kastwirtschast ■ Nationaler Fraucudienst Mg. Deutscher Franenverein Ortsgruppe Äieticil. Das Verpackcn, Schreiben und Adressieren von Fclopostsendmlgen besorgt bereitwilligst und unentgeltlich Ronlags, Mittwochs und- Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags Frau Professor Kalbfleisch Lüdanlage Nr. 4 , 2 . et. 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