MkWschc BilkSztitmig Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrhesscn und der Nachbargebiete. «. «.»»„um,. rndWRi ww. Elrrttag Bb*n» tn i Ör “ at --ch-tU« 15 Wo. manoilxij ® rtn(4LS5ttn*erf*hi Durch dir Voll dezopen d>rrteljäbrl.I«>Mt Neboklt»» »»d tkrvedilto» Oltht*. Caintontrakc *3. iidt «»»fntafii. Xrlreb.a 2000. Onlctalc teftm dir »mal ottPalL JlolonflatUt odrr drrrn Kaum 15 Us». S« arötzeren iluflrägrn t'Ial-ow Lnzeigcn wolle man di« atxnd« 7 »de süi die tolornSe Nummer in der Expedition ouioede» Nr. 302 (Siefen,, Mittwoch, Den 30. Tczcmlicr 1014 9. Jaljksiaug ?if srlllljöslsshtll Jojifllitfn über den Krieg. Nie telegraphisch gemeldet ivird, veriisscnllichtc die C'itmanite in (uns im Wortlaut noch nicht voriicgcndcSj Manifest der ranzüsischeii Sozialisten »uni Htiffl. Ec- wird darin bestätigt, das, üi französische Sozialdemokratie in der Kammcrsitz»»g vom •3. Dezember keine besondere Erklärung crlaffen habe, um die dlszlpllit »nd Einigkeit der Ration nicht zu stiiren, Tie sranzösische iraktion ist also noch um einen Schritt weiter gegangen als die eutlchc, die wie am 4. August so auch am 2. Dezember, die Grunde, I iarnm sie von ihrem besonderen Ttandpnnkt ans einig mit de» nderii Partei! gleichfalls für die Sache des Reiches eintriit, aus I ihrlich knndgcgcbcn hat. Zwischen der Erklärung der denlschc» Reichstagssraklio» und I em Manifest der französischen Soziaidemokratic besteht auch in- I rserii ein greifbarer Unterschied, als die deutsche jede E r - I b e r ii n g s p o l i t i k deutlich a b I e h n t, während die sran- I isischc Wicdcreroberung Elsab-LothringenS zu Frank- leich als Ziel des Krieges bezeichnet. Allerdings wird »och in | cmlclben Sah gesagt, Frankreich kämpse dafür, dass das Recht, über ch selber zu verfügen. jedem Bolle zuerkaiint werde. Dieses Selbst crsügnugsrccht wird daher auch dem deutschen Volke und jenen eilen des deutschen Volkes. die in Elsab-Lolhrinqen wohnen, nicht bgesprochcn werden können. Tic sranzösischen Sozialisten scheinen er Meinung zu sein, dasi der Wunsch der Eisäsicr, wieder Fran- > sfert zu werden, über aüen Zweifel erhaben sei. aber selbst in iesem »alle würden wir vom sozialistischen Liandpimlie ans nicht i us die Forderung verzichten können, das, dieser Wunsch vor der Icabsichiigicn Annerioii durch eine freie Volksabstimmung uch a i, s b r ii lk I i ch k n n d g e t a n werde. Davon sprechen sie der kein Wort. I't£u wenig wir glauben, das, dieses Problem praktische leteulung gewinnen könnte, so ist es doch thcorelllch inter« ffani, um eine Heine RuSeinanderschiing zu lohnen. Duk fran- Affche Raniscst spricht den Wunsch ans, den wir teilen, daß künftig 'in FmpcrialismuS die freie Entwicklung der Rationen hemme» löge und das, dieser Krieg der letzte sein möge. Glauben die sron- jsischcn Sozialisten, das, dieser Wunsch erfüllt werden könnte, wenn entschc Gebietsteile gegen den Wunsch ihrer Bevölkerung dem tkich gewaltsam entrissen würden? Sie können da« so «iig glauben, wie wir glauben, das, ein dauernder Friede hcrgc- ellt werden könnte, wenn ans der andern Seite in ähnlicher Weise urgegaiigeii würde! Tie sranzösischen Sozialisten wissen selbst, neu wie schweren Kamps sic gegen den Rcvanchcpatriotismiis zu ihren hatten, der durch die Aiiiicxio» EIi'asi-Loihriiigciis vor 44 ahrcn cntslaiidcii war. üe wissen sogar, das, sic diesen Kampf vcr- :blich gesührt habe», denn die Kräuluiig um die verlorenen Pro- inze» führte Frankreich in die Arme Rußlands und schließlich in :n Weltkrieg. Könnte das Crcmpcl von 1871 diesmal in nmge- hrier Richtung wiederholt werde», so würde cd voraussichtlich in rutschland zu denselben Erscheinungen sühren, wie inerzeit in Frankreich. Ter kaum hcrgcstellte Frieden würde ich! gesichert, sondern aufs neue gefährdet werden. Richts liegt uns ferner, als gegenüber der sranzösischen Partei !» Splitterrichtcr spiele» z» wollen. Wie schwer die richtige Ttcl- ingnahme einer sozialistischen Partei in diese» Welthandel» zu »den is», wie leicht cs aber ist, gegen sie Vorwürfe zu erheben, iS wisse» wir aus eigener Erfahrung. Kein deutscher Sozial- .'mokrat nimmt cs den Franzose» übel, das, sie sür ihr Vaterland ntreten, obgleich es als Boiirgeoisrepublit von de» sozialistischen dealen weit entfernt bleibt. Umgekehrt sollte jeder französische ozialdcmokral aber auch verstehe», daß die dcuische» Sozialdcmo- aien ihr eigenes Land und Volk nicht preisgeben nne», so wenig Ursache auch sie habe», die daheim bestehenden inrichtungcn für vollkommen zu halten. Soweit cs sich um die Abwendung der Niederlage d eigenen Volkes handelt, sind die Ausgaben der Sozialisten alle» zivilisierte» Länder» völlig klar. Schwierigkeiten e»t- 'bru erst bei der Beantwortung der Fragen, wie dieser Bei idiguiigskamps politisch zu führen und was als das positive Ziel 'S Krieges z„ betrachten ist. ?l»s der eine» Leite soll ein Mari um nationaler Kraft ansgcbrachi. ans der andern Seite aber soll e Völkerverhctzling und dauernde Vcrbillcrnng. die jeder Krieg it sich bring», ans ei» Minimum herabgedrückt werden. So gehen e sozialistische» Parteien überall ans schmale» Wege», ans denen n gelegentlicher Fehltritt unvermeidlich ist. Wen» aber einmal jeder die Zeit der gemeinsamen Arbeit ackommc» sein wird, erden sie bcsieres ',» tu» haben, als sich ihre Fehler gegenseitig 'rzurcchncn, und der Welt wird das üble Schauspiel erspart eiben, das, die Sozialisten sich gar noch »ntcreinander befehden, cnn die Diplomaten schon Frieden geschloffen haben! 'escheitcrte russische Angriffe in ven Karpathen. Budapest, 28. Tez. (Ctr. Frkft.) Nach Meldungen aus ioraniaros Sziget liabcn die Russen in der SBeifjnntMsnocfit 'd an beiden Weihnachtstagcn heftige Angriffe gegen unsere tellung nördlich von Oekörmezö aus der Linie Lozanska richtet. Alle Angriffe sinu unter schweren Verlusten fiu die ussen zusammengebrochcn. Ain gestrigen Tage iben die Russen ihre Angriffe nicht erneuert. Der Krieg im Orient. Tie Kämpfe im Kaukasus. Äonsiaiitinopel, 28. Dez. (Ctr. Frkft.) Ter Dänin faßt e bisherigen Operationen auf dein kaukasischen KriegssclxZU- atz zusammen. TaS leitende Blatt hebt hervor, das; die otto- onischc Armee ihr Hauptgewicht gegen den russischen rechten lugcl einsetzte. Bei ihrem Vormarsch im Tale des Id, clches die einzige Passage zwischen dem Arar und dem Ge- Uom Weltkrieg. birge von Lasistan bildet, stieg sie auf den Feind zwisffien Id und Oldi. ES kam zu einem hartnäckigen Kampf, der mit der Niederlage der Russen abschloß. Der Tanin liebt doS äußerst schwierige Terrain sowie die Ungunst der Jahreszeit hervor, waS den türkischen Tieg doppelt einschätzen läßt. Die türkische Flankenbewegung l»at sofort die Gcsamtlagc des rnssisckien rechten Flügels beeinfluszt, der seine iin Tale des Arax besetzten Stellungen räumte. Ter Tanin glaubt sicher annchmen zu können, daß die russische Armee auch daS Tal des Murad Tschai ausgebcn muß und damit der letzte kleine Rest ottomanischen Gebietes, der von den Russen besetzt ist, gesäubert wird. Tas Blatt meint, die Stadt Olti werde in de» nächsten Tagen durch die türkischen Ttreitkräfte besetzt werden können. Tie türkische«« <isch-sra«;ösisl1ic Flotte vor de» Tardauclleu. Tie in Athen erscheinende Neon Asth meldet, das? daS sciiidliche Geschwader vor den Tardaiikllcn ans 40 Wimpel verstärkt, jetzt lü Schlachtschiffe nmsasse. (*in Sl,«schlaff fftffe»« die N»fse>« in Täbris. Petersburg, 27. Dez. (Etr. Frist.« Rnffkoie Slow» meldet aus Tiflis die mysteriöse Entdeckung einer deutschen Sprcngmiiic unter dem russischen Arsenal i» Täbris. Ttnrmfjeneu im japanischen Parlament. Basel, 28. Tez. (YY. J{.) Nichtamtlich.) Nach einer Meldung aus Tokio ist es im japanischen Parlament vor der Auslösung zu stürmische» Szenen gekonime». Tie Per- tcidiger der Jnselpolitik gerieten sogar in ein Handgemenge mit den Konlineiitpolitikern. Ter Teputerte Schilbawa, ein srüherer Minister, wurde so zwischen die Bänke gepresit, da>, er schwere innere Verletzungen erlitt. <^„ffla««d und Japan. Lviidvii, 28. Tcz. (Etr. Frkst.) Ter Manchester Guardian veröffentlicht folgende bemerkenswerte Zuschrift: Obgleiä- die Antwort des japanischen Ministers des Aeuszern auf di: Frage, welches das Geschick jtiaiitschous sein werde, in den Zeitungen am 10. Tezember veröffentlicht worden ist. wurde diese Antwort nur wenig oder gar nicht kommentiert, »nd dennoch interessiert sie »ns als Verbündeter Jcipans ganz besonders. Auf die Frage, ob das ttltiniatuni Japans an Tentfchland bezüglich der endgültigen Z » r ü ck g a b : K iaiitfchoi, S a n China nicht die .Handlungen Japans binde, gab Baron Kalo eine Antwort, die ziemlich aus- weichend aussiebt, nämlich, daß die Rückgabe nach einem Feldzug nicht in Betracht gezogen iei, und dciß sie i» dem llltimatuin nicht vorgesehen sei. Wenn diese Worte richtig imd. io könnte inan denken, daß die R ü ck g a b c allein vertagt worden ist, bis der Krieg zu einem iirfjcrcn Ende ge- führt worden ist. oder daß nach einem Feldzug da-s sei er- liche Versprechen der Rückgabe sür Japan nicht niehr ori stiert. Sicherlich kann man annehmen, daß die crüere Auslegung die wal,rslt>einlickere ist. Sonst würde die Erkläiung den Bruch eines feierlichen V e r s p r e ch e n s bedeuten, wie es allgemein in England und in der ganzen Welt verstanden worden ist. Tie b r i t i • schc Ehre ist doppelt an die strenge Erfüllung dcS Geistes und des Buchstabens des VeripreaienS gebunden, umsomehr als Großbritannien d-azn hals, den von Deutschland zu Un- recht befestigten und von China gepachteten Gebietsteil zurückznhole». Jniolgedessen l>at die Nation ein Rech-r, zu missen, was eigentlich Baron Kato genieint habe. Tic (Herüchtc über J-»iede„svers)lN,dlunffe„. Luxemburg, 28, Tez. (Ctr. Frkst.) Auf die Berner Meldung des Petit Parijien, der luxemburgische Staats- minister E y scheu habe den, schweizer Bundesrat vorge- schlagen, die Initiative zur Vermittlung und Einleitung von Friede nsver Handlungen zwisckxn Deutichland »nd Frankreich z» ergreifen »nd ähnliche Schritte bei dee niederländischen Regierung unternommen, erklärt Epfäien keinerlei Vorschläge gemacht zu haben. Er mußte wegen luremburgischer Angelegenlieiten »ach Holland und der Schweiz und bemerkte dort gesprächslveise, aus die Tauer läheu sich wohl die Regieningen neutraler Staate» zu eineui ähnlichen Schritt gedrängt, der aber jetzt »och verfrüht sei. Nach ausdrücklicher Bestimniuug bei der Hciager Konix-utiou könne das Anerbieten einer Friedensvermittlung von keiner kriegführenden Partei als unfreundlicher 'Akt (ne!,- pon uioical) betrackitct werden: auch solle man eveutuell nicht z» lange warten, damit nicht, wie 1870, der definitive Siegev sich jede Eininischung verbitte. (Hu russisches Dementi. Kristiania, 28, Dcz, Das osfizicllc russische Delegraph«»- 2«ureau dementiert eine von der japanische» 2Zoischasi in Washina- iv» ansgeaanacne Mcidnna, die desagi, das! Rnhland a» Fapau die Häisie von Sachalin aeae» einige schwere japanische Geschiitze abgcireien habe Die ?Reld»»g, so wird von Pciersvnrg ans er- tlär», enihalte kein wahres Wort, .Hollands „Kriegskoften". Amsterdam, 28, Dcz. (TU.) Rach einer osstzietieii Tweitit! kostet der Kriegssusiaed in Europa das »«»träte (»Hand sei« dom I. August zirka 500 Million«» GnÜieii. Die Koste» der sAohtllsattoi! sind dalxi in dieser Sunune mir teilweise etnvegriften. ebenso der Sckiadcn, dcn Handel und Fndivsiri« durch d« veränderte» Verhältnisse ans dein F-estiandc eriitien leiben. Die Regiermip wied erhöhte Kredite für 700 000 ias. des ^belfersheljers der litaniichrn Bourgeoisie", der behauptete, Oft Meinung der litauische» Voiles zum Ausdruck zu bringen. »er Protesterklärung heißt es: „Auf Grund der bei uns ciugegaiigem» Ritieilungen au » Litauen können wir erklären, das, die soz,a!de,»okrr,ei Litauens auch während dieser barten Ptttsimg den Grunchatzen e , liitenioHoitÄlen proletarische» Sozmldenivkratl« treu geblieben ist. Sie bei rächten diesen Krieg nicht als einen Mt der Verteidigung unterdrttckter Völker. sondern als Prvbutt der lmpcrialisti- sck>en B eine düngen der internationalen Bourgeoisie. Sie entlarvt die Heuchelei der zarisck»ci, Politik, die angeblich dt« Befreiung der slavischen Völker von, österreichischen „Foch" mistrebl und tn derselben Zeit andere Völker weit mehr unterdrückt, di« di« gesamte Arbeiterpresse erstickt, di« GesätiHN-iffe mit unseren Genossen bevölkert und jeden Akt der Selbständigkeit der Arbeiterklasse in der heftigsten Weise vcrsolgt. Tic Partei iveist aus Lskgalizien hin, das schon jetzt die Herrlichkeiten der russischen „Befreiung" am eigenen Leibe vcrspiirt und protestiert um so en«rgii'ck>«r gegen die reaktionären Bestrebungen der Nomanoivschc» Patrioten, die auf eine Angliederung Ostpreutzeirs an Rustland anzielen. Sie protestiert auch gegen die Denunziationen der litauischen bürgerlichen Presse gegen die in Litauen lebende» Tentschen, wie gegen die abscheuliche Teutschenhetze überhaupt. Ti« sozialdemokratisch« Partei Litauens steht nach wie vor aus altem, erprobten« Standpunkt und vertritt di« Anschauung, dass di« unterdrückten Völkerschaften RnstlandS nur im Kamps« «ege» den Zarismus, nicht aber durch Liebedienerei m«d „diplomatische" Deklarationen, Freiheit und Recht« erringen können. Ebenso envarlet aber di« sozialdemokratische Partei Litauens auch nickst die Errettung des Proletariats Litauens durch die Eroberungspolitik des deutschen FmpcrialiSmuS. Deshalb kämpst sie riach «vie vor in der energischsten Weise gegen den Krieg. Aach ivi« vor detrcchlet sie die Organisierung der Arbeiterniassen als ihr Ausgabe und koninit ihnen in dieser schivcren Zeit noch Kräften zu Hilfe. Sie propagiert in den Masse,, ein« imvcrsöhniiche Haltung zum Kriege und tritt sür den Kampf um seine Einstellung ein. Unerschütterlich aus den« Klassenstandpunkt des Proletariats verharrend, sainmelt sie um sich das Proletariat Litauens zum cndgiltige» Kampse gegen den Zarismus und zum eudgiltlgen Triumph des Sozialismus." Von« Treiben der Kriegsspckttlanteii. Die Preise fiir ftofoopiilöcr sind seit Ausbruch des Krieges ausserordentlich gestiegen. In einer Sitzung der Aachener Lcbensmittelkonuuission wurde nun mitgeteilt, daß sich die gegenwärtige Situation gewinnsüchtige Finnen zunutze machen und ein Wcmcnnfcl als Kakao auf den Markt bringen, das größtenteils aus Kakaoschalen und Sägemehl besteht. Wer in Fricdcnszeitcn Kakao verkauft, der mehr als drei Prozent Sckzalen enthielt, wurde bestraft. Heute werden Stadtverwaltungen und Lazaretten ein Gemisch als Kakao angeboten, dem 90 und mehr Prozent Schalen und Sägemehl bcigcmischt sind. Grosse Mengen dieses „Nahrungsmittels" sollen in der Zollniederlage Nachen lagern. Agrarische Prosiisrrcht. Die Deutsche Tageszeitung bemüht sich unausgesetzt, zu bestreiten, das; von Landwirten Getrcidevorrätc aus Spekulation auf höhere Preise vom Markte ferngehaltcn werden. Demgegenüber können wir aber auf eine Bestätigung Hinweisen, die au? Bundeskreisen selbst hcrrührt: Der Toniäncnrat Rettich-Rostock, früherer Rcichstags- abgcordneter, macht nämlich im Fachorgan der niealcn- burgischcn Großgrundbesitzer den Landwirten eine Rechnung dahin auf, das; sie bei noch längeren« Zurückbalten des HaferS sich ins eigene Fleisch schneiden werden. In den Landwirt- ä'chaftlichen Annalen schreibt Rettich: „Nach Mitteilung der Heeresverwaltung stösjt die Beschaffung der sür die Vcrp,oviaiiiicr»ng der Feldarmee unbedingt erforderliche» Menge» Hafer neuerdings ans gcivissc Schwierig- keilen, und eö scheint auch, als ob sich bei der Bcschasfnng ai« derer Gegenstände solche ergeben «vlirbeii. Der Grund lieg! zweifellos ci«icrsc!ts darin, dast die Landwirte mit dem Dresche» in Rtickstand gekommen sind, andcrcrselts aber auch in einer »»- verkennbaren Zurückhaltung der Bcsistcr Überhaupt. Sowohl Landwirte «vie Händler sind z»m Teil «oeiiig geneigt, vorhandene Vorräte abzngebe», «veil sie anscheinend mit einem Steige» der Preise, vielleicht sogar mit einer Aushebung der Höchstpreise rechnen. Es kan» ans das Bestimmteste versichert iverde», dast diese Hossnungc» nicht erfüllt iverde», dast vtcltcicht eher das Gegenteil cintritt und mit einer Verschärfung der Gesetze gerechnet iverde«« kann. Fm Augenblick handelt es sich darum, in möglschst >»r;cr Zeit eine grostc Menge Hafer sür die Armee z» kaufen. Das« die angcsorbcrle Menge vorhanden ist, steht f c st. Es geht daher an alle Besitzer -- Landivtrtc «vle Händler — das dringende Ersuchen, ihre Vorräte umgehend der Marine- Beschasfungssteüc oder einem Pruvianlaint anzubicten. Sic sind Asraja. Ein nordischer Roman von Thcvdor Müggc. 148 Ans der Bank, der schwarzen Grotte gegenüber, in welcher die zerstäubten Wasser sich sammelten, »m dann kaskadenartig ihren letzten Sprung zu machen, sag er und hörte Gula reden und erzählen. Hier hatten die Götter ihres Volkes gctvohnt, hierher hatte Jubinals Hand fein: Geliebte gerettet, als die Riesen und der böse Pekel ihren Kampf begannen, und dort oben in geheimen, tief verborgenen Gärten lebte der Allvater noch mit seligen Geistern, die im feinen Mondliclit nächtlich niedcrstiegcn und durch das Tal schwebten. Träumerisch lächelnd hörte er zu, sah zu den versteinerten Gebilden hinauf, denen Gula Gestalt und Deutung gab, und blickte in ihr belebtes Gesicht, das so voll von Frieden und voll Glück war. Es kam ihm vor, als könnte er immer lo sitzen und sic anschanen, als könnte er allein entsagen, was außcrhalb dieser Welt lag, als müßte Jubinals Götterarm und Wille diese Felsen plötzlich überall unersteiglich glatt verschließen, daß er dies Tal niemals wieder verlassen könnte. Er atmete ans und blickte umher, ob cs nicht schon geschehen sei, und legte seinen Arin »in das geschmeidige Kind, das sich an ihn schmiegte. Ein sanftes Wehen ging über sie hin. Tic Bäume wiegten sich leise, cs flüsterten Stimmen darin, und vom Wasserfall erhob sich eine funkelnde Wolke und schwebte bis zu ihnen her. Gula deutete aus de» Regenbogen, der über ihnen stand „Gott spricht zu uns," sagte sie, „das ist sein Zeichen." „llnd >vaS sagt er dir?" „Daß ich dich nie und nimmer verlassen soll." „Soll ich bei dir wohnen?" fuhr er läckzelnd fort, „unter den Birken sitzen, deine Hände halten und vor aller Welt verborgen dich mit Blumen schmücken?" „Tie Blumen verwelken," antwortete Gula, „der Back erstarrt, das Tal füllt sich mit Schnee und Nsraja zieht fort an die Seen der Tana. Ich gehe, wohin du willst." „Ach! arnie kleine GulaI" ries er aus, „weih ich doch zur Abgabe zum Höchstpreise gesetzlich verpflichtet und müsien damit rechnen, dast bei einem weiteren Zurückhaltc» zur Bc- lchlagnatzine und Enteignung geschritten «vird. Dast in solchen Fällen der H ö ch st p r c i 6 erzielt wird, must bezweifelt iv e r b c n." Herr Rettich fügt dem schließlich noch hinzu: „Vorstcstciidc Ausssihriingen (über die falsche Ncchming beim «veitercn Zurück!,alten des Hafers) beruhen aus zuverlässigen Benachrichtigunge n." Vorsicht in» Gespräch. Den Eiscnbahiiangcstclltcn «st eine Verfügung zugcgangch«, in der dringend zu größter Vorsicht in Prtvatgcsprächen gemahnt wird. In dieser Verfügung heistt es: „Zn den Tagcszcitungcn ist bereits ivariicnd darauf hinge- «vicsen worden, welche unabsehbaren Folgen unbedachte Gespräche über Vorgänge auf den, Kriegsschauplatz, etwaige Absichten der Heeresleitung, Trnppcnbeivegungcn us«v. haben löimen. Diese Warnung wird aber nicht tiberall beachtet. ES werden immer noch Unterhaltungen gestihrt, die srcindcn Ohren erivünschtc Gelegenheit gebe», Nachrichten zu saiiimeli!, die stir unsere Feinde von Fntcr- esie find. Möchte doch ein icder sich ininicr vergegcnivärtigen, dast das Leben unserer Väter. Brüder und Söhne ans dein Spiele steht, »nd dast derartige leichtfertige Mitteilsamkeit Tausenden braver Soldaten bas Leben kosten kann." * . • Tic Kämpfe im Westen. Der Kampf an der Äser ist übereinstimmenden Berichten des Berliner Tageblattes und der Vossischen Zeitung zufolge zur Zeit heftiger als in der ganzen Kricgszeit. Ein Offizier der Verbündeten sagte einem Korrespondenten, tvir müssen jetzt vorrücken, koste cs, was es wolle. Die Verluste auf Seiten der Verbündeten feien ungeheuer ft r o ß. Hurückgehcn der Franzos«» im Elsas;. Zürich, 29. Dez. (T. U.) Der Tagesanzeiger meldet von der eljassischcn Grenze: Die Räumung der elfässischen Gebiete von« Feinde schreitet fort. Oberhalb Markirch ans der Höhe von St. Di6 wurden die Franzosen gegen Geradmcr zurückgcdrängt. Der Bahnhof von St. Leonhardt, ein wichtiger Stützpunkt für die Franzosen, ist von den Deutschen besetzt «vorden. Um diese Stellung wurde sehr gekämpft. St. Leonhardt liegt auf französischem Boden »nd man be- herrscht von hier anS die ganzen Vogesen »ach der deutschen wie nach der französischen Seite hin. Tie Kämpfe in Polcrr. Rotterdam, 20. Dez. (TU.) Ter Nie,«me Rotterdamjche kouraiit beurteilt die Kampftage tu Polen «vie folgt: Der Kriegsschauplatz liegt zwischen dem Pilicaflusse und der unteren Weichsel. Die russische«« Streitkräfte, die nördlich der Pilica stehen, haben mit denen südlich der Pilica nur einen lockere» Zusammenhang. Ans die nördlich stehenden Streitkräste üben die Deutsche» von z >«> c i Seiten Druck aus. F» seiner vorletzten Meldung gab der russische Generalstab zu, das; die russische,« Truppe» in einige» Gegenden Orte geräumt hatten, ohne zu sagen, um welche Gegenden cs sich handelte. Die letzte amtliche Petersburger Meldung besagt, dast die Kämpfe 1» Werst nördlich von Nowomiazga svrt- danern. Der linke Flügel der russischen Kräfte nördlich de, Pilica ist etivas „ach Osten «ungebogeii. Bon größter Bedeutung «vird es jetzt sein, ob die Verbündeten die eingcleitetc Umsasftings- bewegnng Iveitcr sortsetzen könne». Mit der Niederlage des russischen Heeres nördlich der Pilica «väre übrigens das Los der übrigen russischen Heere besiegelt. Rumänien und Bul^arierr. Wie», 29. Dez. (T. TJ.) Das Acht-Uhr Abendblatt nicldct aus Bukarest: Rach Meldungen mchrcrer Morgen- blättcr finden zwischen Bukarest und Sofia diploinatischc Ver- handluugen statt, die die Begegnung der Herrscher beider Länder aus rumänischem Gebiete bezwecke». Paris, 20. De: (SpeziaOelegrwimn der DO.) Fn hiesige» diplomatischen Kreisen erhält sich ans Grund von Tcpcschrn aus Bukarest und Sofia ntit Hartnäckigkeit das Gerücht von einem be- deutendcn Erstarken der ürcibiinösrenndtiche» Elemente in Ruinänicu »nd Bulgarien. Das Thema beschäftigt di« hiesige ufsencklichc Meinung ungemein, da mat Di« Presse «vidmet täglich der zukünftigen Politik der beiden Balkanländcr anSsührlichc Leit- nittkct, die von n„tc» Ratschlägen und ivoblivollciiden Ermahnungen a» die Adressen der rumänischen iiiid bulgarische» Regie- selbst nicht, wo meines Bleibens sein wird. Du hast gehört, wie es mit mir steht." Sie neigte sich zu ihin, legte ihre beiden Hände auf seine Brust und sah ihn mit den glänzenden Augen mutig an. „Mußt du denn am Balsfjord «vohnen?" fragte sie. „Mußt dn in diesem rauhen Lande unter so harten Männern leben?" Tie Mahnung kam ihm unerlvartet. „Wohin sollte ich gehen? fragte er überrascht. „In dein Vaterland," erwiderte sie. „Ist es wahr, was ick« einst von Paul Petcrsen hörte, daß »ieinand mich dort verachten und verspotten wird, wenn ich Geld mitbringe?" „Geld!" rief Marstrand, „gibt überall Ansehen und Glanz." „So ist alles gut," sagte sie zuversichtlich. „Asrasa wird dir geben, so viel du «villst. Wir steigen in ein Schiss und fahren nach Süden. T» l>ast mir so viel von Kopenhagen erzählt, nun werde ich es sehen." Sic klatschte in ihre kleinen Hände »nd ihre Augen verklärten sich bei den Oiedanken, die ihren Kopf füllten. — „Alles will ick« lernen," rief sie, „du lollst sehen, daß ich kann, waS ich will. Sage nur, was ick' tun soll, befiehl nur, wie es recht iff. Gott segne dich! O, Gott segne dich, du lieber guter Johann!" „Tu wirst niich nimmer verlassen «nd verstoßen," rief sie im Tone des uncrichütterlichsten Vertrauens. „Heute, als ich dich wiedersah, fiel der Gedanke mich an «vie ein wildes Tier, »nd eine entsetzliche Angst mischte sich in meine Freude. Jetzt «vciß ick« gewiß, daß er kindisch und töricht ist. Ich könnte cs auch nicht ertragen," fügte sic leise lächelnd hinzu. „Aber WaS wird dein Vater sagen, «venn du ihn verlassen willst? Wird er darein willigen?" „Er wird, er muß!" antlvortete sie, lebhaft aufspringend. „Dort steht er und erwartet uns. Sprich «nit ihm auf der Stelle, er wird dich gern hören." Marstrand sah bald, daß sic von ihres Vaterö Plänen nichts wußte, aber er beruhigte sie leicht mit der Dcrsichcrnnq, daß er au« nächsten Tage über alle Tinge mit ihm reden würde, da Asraja selbst ihn ersucht habe, erst morgen über seine Angelegenheiten z» sprechen. rung llberflicßei, Angesichts der erfolgreichen Versuche der Drei- bunddtplomarie, die Haltung der Ncntralitätspvlittk dieser Balkan, staaten zu ändern, wechselt jedoch der diploinatischc Mitarbeiter der Tcinps die Tonart und gebt von Schmeichelcici« zu ossenc» Trost» nge» über, besonders Bulgarien gegenüber. Ta>, Blatt schreibt: Tie Gcdanlcnrichtiing der Regierung in Sofia stat «» der letzten Zeit zu stäusig den Wiener Einflüsse,, iiechgcgebc» Bisher ist allerdings ei» all.:,, vssener Bruch der Neutralität noch nicht erfolgt. Die feste Tpiachc des Fürsten Trubctzki «vird stosfcntlich auch etivas dazu beitragen, daß Bi'lgaricu den Sin» sift die Wirklichkeit der Tinge behält. Sperrung der Donau? Wien, 29. Dez. (W. R. Nichtamtlich.) Das Acht Uhr- Blatt iiiclbct aus Sofia: Tic serbische Anlivortnotc, loonach iu der Donau zwischen Prahova und Rosoba Minen ge. legt seien, sodaß die bulgarische» Dampfer nicht passieren könnten, ries iu hiesige» diplomatischen Kreise» und im Publikunl große Erregung und U n z«. f r i e d e n h e i t hervor. Tie bulgarische Presse p r o t c st i e r t gegen das Lege» von Minen im internationalen Donaustron, und fordert die Regierung aus, als Antwort ans die serbiä s ch e Herausforderung die freie Fahrt auf der Donau zu schließen und zu diesem Zwecke die Tonainifer bis zum Morawafluß militärisch zu besetzen. Opfer der Minen. Mailand, 20. Dez. (TU.) Der Eorricre dcüa Sera meldet ans London: Ein iioriucgischcr Dampscr, der dritte in dieser Woche, lief vorgestern drei Meilen von Scarborough entfernt au« eine Mine und sank. Tic Mannschaft «vnrdc von einem englischen Torpcdojäger gerettet. Einige Minuten später sant ein englischer Dampfer an derselbe» Stelle. Tic Bcniannnng rettete sich in die Boote. Auch ein holländischer Dampfer ging dort mitcr. Von seiner Besatzung fanden zwei Mann de«, Tod. Schlicstlich fttest ein dänischer Dampfer ans eine Mine. Tic Mannschaft tonnte nur unter grostc» Schwierigkeiten gerettet iverde,,. Englische Schiffe versuchen nun, die Minen aufzufischrn. Hierbei sind bereits zivei Schisse untergegangen. Verbotene Getreideznfiihruna. Rom, 29. Dez. (9'. r.) Gestern wurden ei» hiesiger Arzt und ein Unternehmer verlostet, weil sie versucht haben sollen, einen Zollbeamten mit 150 (XX) Lire zu bestechen, einen Passagierscheii« auszustellen, um den krieg-! sührendeil Mächten (der dreiverbändlcrischc Messagero deutet natürlich sofort aus Deutschland) trotz des Ausfuhrverbots Getreide zuzuführen. DaS Eiserne Kreuz an Zlvilbeamte. Berlin, 20. Dez. Dazu, dast der Kaiser dem Stoatsmiiiister v. Brcitcnbach und den« Präsidenten des Reichsbankdirck- toriunis H a v e » st e t n das Eiserne K r e u * an« «veistc» ! Bande mit schwarzer Umfassung verlieben hat, schreibt die Börsen- zettung: Diese Kriegsauszeichnung für die beide«, genannten Persönlichkeiten ist eine i» hohem Grade verdiente. Hat der Elsen bahnminister durch die Organisatton einer Verkehrs ohne gleichen! da,» belgetragcn. dast die cnorincn Truppcnbewcguiige» glatt von l stattet, gingen, so hat der Präsident des Reichsbankdircktorinm.- durch «veit aiisblickendc Mastregcl» Sorge gctraacn für die sinan zielte Sliherstettung des Reiches. Dieses sind Tate» von höchste, Bedeutung für die zuverlässige Durchführung der Kricgvplänc nach I beiden Fronten. Neue Ausgrabungen in Pompeji. Berlin, 20. Dez. lieber neue AiiSgrabnngen I«n Pompes «vird dem Bcrl. Tagebl. geincldct: Mehrere »nvcrglclchlich schön, Villen mit lovhlcrhallcncin Oberstock und Truppe» feien gesunde, i ,vorden. Die Gemächer hätten herrlich dekorierte Marino,wände Mosaikböden, Marmortische, bemalte Decken und Schränke, ferne, vollständig erhaltene Betten. Ein neuer Türkensitz. W. B «onstantiiiapel. 20. Dez. Amtlich wftd bekannt ge geben: llnscrc Truppe» lieferten de», Feinde eine Schlacht im Tal,, des Muraisinsics „nd brachte» ihm eine völlige Niederlage bei! Wir eroberten 2 Kanone,, mit Zubehör, 1 Maschinengewehr, : Artilleric-Munitionswage», 26 Maultiere ,,»d 115 Pferde „„! nahmen 2 höhere. 7 Snbailcrn-Ossizierc „nd 06 Mai», gefangen! Die russische amtliche Meldung vom 26. Dezember besagt, dast di Russen bei Sarliram und bei Sartikapigsch die Offensive ergriffe,! haben. Nu» liegen diele Orte im KauiasuS, so dast hier zugegebe, ^mrs^dlft^^^ftkce^iä^ms^ttftsischcn^Bodcn^bcstndcn^^E^I „Er will dich froh sehen," sagte Gula, „und ich kan:! nichts denken, als dich allein. Was du tust, ist gut. das «s alles, was ich weih." , I Hand in Hand unter frohein Geplauder führte sie «h« zu der Hütte, vor welcher der greise Mann im Sonnen s schein saß und mit den beiden Hunden, die vor ihni standeis und mit gespitzten Ohren zu ihm aufsahen, Zwiegespräche z,s halten schien. I „Es sind kluge Tiere, Herr Marstrand," sagte er, „st t nagen niich eben, warum kein Feuer auf dem Herdstein z«l sehen ist, da doch die Sonne schon lange Schatten wirft, »n I ich antwortete ihnen, es ist nicht gut sein da, wo es Menzche I gibt, die von Worten sattPverden." — In seiner Art lacknml streichelte er dabei seiner Tochter weiches Haar und in seine, l kantigen Gesicht leuchtete etwas, was wie zärtliches, väte, I Ii cIkS Wohlgefallen aussah. „Blumen leben vom Tau, i fuhr er dann fort, „Fische von Wasser »nd Mädchen vo I Liebe, aber bei alledem bleibt cs wahr, daß jeder Wesen amt Speise haben will, die den Magen in Ordnung hält, ohne de I nichts in der Welt bestehen kann." Gula lies in das HauS und Marstrand setzte sich z i Asraja. der ihin vieles von seinen Wanderungen erzählt'« die sich auf niehr ass hundert Meilen nördlich und ins June, des Landes erstreckten. Er schilderte die Familieneinrick tungcn, das häusliche Leben »nd die Arbeiten »nd spra, mit einem gewissen Stolze davon, daß in diesem Land ohn Gesetz, ohne Beamten und Häscher doch fast nie ein Ben breck)en begangen werde. „Sie schelten unö Diebe, Räuber und Betrüger," iag> er, „und doch weiß ich niemals, daß ein Diebstahl oder Rau begangen wurde, es sei denn von den Küstenlcutcn. D gibt cs armes, schlechtes Volk, gedrückt und geplagt. Knecht- die mit Not armselig ihr Leben fristen. Hier findest du nu freie Männer, die keine» Herrn über sich haben als den Al erholter, und niemanden unter sich, denn alle sind »leick Wir leben in einer Ganune, essen aus einem Kessel, kleide uns mit deuiselbcn Kleide; wir sind Brüder, die alles teile I und nie von ihrer Freiheit lassen mögen." (Fortsetzung folgt.) Hessen und Nachbargebiete. «ietzen und Umgebung. Arbeiten — und nicht verzweifeln! Tie Weihnacht des Jahres 18,4 wird denen die sie erleb,ev Lump, brüll,.» an den o rcnzen des Reiches die Kanonen. -eod »nd Verderben jpien idre ederiiki- Mäuler. „euer, und Pulverrauch wallte über den Gei,Iden der Schlacht. Mi. verdoppelter Wucht versuchte^!!. Fe.n de an vielen Stellen durch,ubrechen m der törichten Hossnung. d,e Teuischen werden ^'">>n-»»sstimmuns «ein und darüber ihre barte Z-U-atenpflicht vergeiien. In ohnmächtigem Grimme gegen da. Walten der Zerftöruna verliehen wohl gerade in der Weihenacht viele Bewohner der Kampfplätze ihre berstende» HLuser. die krachend, umloht von zünflelnden Vernichtung-flainmen, in ? fr n? iS®* En ihre Zeufzer um de vernichtete (»e«ma: gellte^die allbekannte Fricdensbotschasi der heiligen Weihnacht' — Tobeswund mögen iu der Heiligen Rächt hinter entblätterten Baumen und Strauchern. in Graben und Ackerfurchen die Ber. letzten ge egen haben. Ter Brand ungestillten Turstes zcrrlst schm^zhast ihr Eingeweide. Schwer und irocken klebte die Junge am Gaumen — und nur schwersällig lallte sie den Ruf nach Er- lösung von ,eder Qual. Ernste, reise Männer mögen nach Weib und Kind im Fieberlampsc gerusen haben — „nd .Mutter" ^Mutter" — und .Wasser", .Wasser" und „Hilfe", „Hilse" — hat» wohl oft durch die schweigende Rächt gezittert. Grausige Fanale, brennende Dörfer »nd Städte erhellten die Finsternis — und vom unversehrten Turme einer nicdcrgebrannten »trchc wimmerte ein In Feuersgluten heiser gewordenes Glöcklein die fröhliche Friede».- botschast ins Hand: Friede de» Menschen aus Erden! In den Ticscn fcuchtkalter Kellerräiime aber drängten sich hungrige Kinder- scharen um verzweifelte Miitler »nd flehten weinend um Brot. . . . TaS ist der Krieg! In unserer Heimat, der zum grösiten Teile dank unseren tapferen Soldaten die Schreiten des Völkerriiigcn» erspart blieben, stand das Wcihnachtsscst unter dem Zeichen de» ttrieges. Ernst, Wehmut, Trauer, aber auch die Entschlossenheit, durchznhalten, sic waren die Leitmotive der hinter und liegenden «riegdweihnachl. Väter, Söhne »nd Brüder, Verwandte und Freunde stehen im Felde — und viele von ihnen kehre» nimmer heim aus dem Kriegssturm! Rie wieder erstrahlen ihre Rügen im Widerscheine menschlichen Glückes. . . . lind verwaiste Kinder trauern um ihre Väter, unzählige Frauen weinen ihren irgendwo in fremder Erde ruhenden Gatten Tränen der Verzweiflung nach, unzählige Eltern bewegt der dumpfe Schmerz um die gefallenen Söhne. Das Schliminste blieb ihnen nicht erspart: ihr Liebstes fern von der Heimat auf immer verlieren zu müssen! . . . Tic Trauer hatte sich ungebeten an gar vielen Weihnachtstischen nikdergelaffcn — und keine Festesstimmung wie sonst mochte sich einstellen. Der stumme, unwillkommene Gast schreckte sie von dannen. Ter Tag der wiedcrkchrcnden Tonne war diesmal sehn, süchtigstem, schmerzlichstem Gedenken an die Opfer geweiht, die der grause Krieg uns raubte. . . . Aber nicht ungcniibt darf ihr Blut qeslosien sein! TaS sei »ns festester Wille und Entschluss! I» den furchtbarsten Taten, die er je verrichtet, hat uns der Krieg aufs neue bewiesen, welch fchrcckenvolles Widerjpiel zu aller Kultur und MenschheitSentwick- lung er ist. lind uiisere Ausgabe sei es, nicht zu erlahmen in der Arbeit, diese Erkenntnis zum selbstverständlichen Allgemeingnte zu mache»! Alle, die liebe Menschen im Felde verloren, mögen sich des WillenSspruches des grosien schottische» Moralisten und Ethikers Thomas Earlylc erinnern: Arbeiten — und nicht verzweifeln! Arbeite» zunächst, um durchhalten zu könne», bis zum guten, er- folgreichen Frieden! Arbeiten aber auch an der geistigen Erziehung der Volkes, arbeiten an seinem sozialen Aufschwung, arbeiten im Friedens- und Kulturdicnst des Sozialismus, der gleichinäsiig allen Völkern helfe» will und nur das eine Ziel kennt, sie zur Freiheit »nd Freude zu erziehen! Ten Willen und die Kraft zu dieser Arbeit, die ihren be» glückenden Lohn in sich trägt — mögen wir sic als köstlichste Gabe der SrlcgSwcihnacht 1814 uns alle Zeit bewahren. Eine Krieqsarbcitsflcineinschaft für das BaiMwcrbc Eine Versammlung von Arbeitgeber- und Arbeitnehinerver. kreier» das Bangcivcrbcs »nd der Baunebengewerbe der Provinz Brandenburg fand kürzlich i» der Handwerkskammer zu Berlin statt. Ter Vorsitzende des Brandenbiirgischc» llntcrnehmcrvcr. bandcs wies daraus hi», das, am IS. Oktober do. Js. die Berliner Zentralvcrbändc eine Arbcitsgcnietnschast gebildet haben, die danach streben soll, zur Erhastung der Volkskraft während des Krieges die barntederlienciibc Bautätigkeit zu heben. Dieser Ar- beitSgcmcinschaft gehören rund 00 000 Unternehmer und rund eine Million organisierter Arbeiter des Baugewerbes an. Tie Versammlung sei einbcruscn, ui» einen Bczirksausschusi für die Pro- vinz zu bilden. Zur Zeit sei zwar ln der Provinz Brandenburg von einer grosien ArbcitSlosigteit nicht zu sprechen, cs bestehe sogar Arbcitcrmangel für die meisten Handwerksbetriebe. Sobald aber die Barackenbauten und Schanzarbeiten fertig sei» werden, werde sich auch die Arbeitslosigkeit bemerkbar machen. Ta gelte cs, vor- zubcugen! Tie Behörden würden sich, wie anderwärts auch, in der Provinz Brandenburg bei genauer Darlegung der Gründe und Berhälinisic den berechtigten Wünsche» de. gesamten Bauhand, werks sicherlich »ich, vcrschliesie». Ten Aussiihrungcn de» Referenten wurde von allen Vcr- tretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beigestimmt und die Bildung der Arbciisgcnicinschafl siir die Provinz Brandenburg beschlösse», der die verfchiedcnc» Ilulcrnclniicrgruppcn und Gewerkschaften der verschiedenen Richtungen angehSren. Ter Ansschuh soll Eingaben an sämtliche bauende Beliörden der Provinz Brande»- bürg, Handels- und Handwcrkskaiiimcr »sw. ausarbeiten, um die schon beschlosicncn Bauten möglichst sosort aussübren zu lasten und unigchcnd Mittel sür weitere Bauten bereit zu stellen. Auf kapitalkräftige» Stelle» soll aus Erleichterung der Kapitalbeschaffuiig hin- gewirkt werden, insbesvndcrc soll die Errichtung von öfsenilichc» Hupvtbekciibcleibungs-Aiistaltcn angcstrcbt werden, um hierdurch auch die private Bautätigkeit ;u beben. Ebenfalls soll an die Haus» besivcrorganisation mit der Bitte herangetretc» werden, Ausbesie- rungs- und Renovierungsarbeiteu schon möglichst jetzt vornehmen zu lasten. Aus den Verlustlisten. Rejervc-Jnfanterie-Regiment Rr. 222, Giesien Beaucamps vom 80. 10. bis 2. 11., Le Maisnil von, 8. bis 2»., Pont de Pierre am 8. und 8.. Froniclles am 10. und 11. und Ruders vom 11. bis 17. 11. 11. Musk. Wilh. Schneider (1. Komps, Ricdcrramstadt, Sr Tarm- >dt, gefallen — - Musk. Ctto Jo. Rahrgang (2. Komp.', iederklein, Sr. sirchha: i. gefallen. — Musk. Gustav Schaust . Komp.), Wetzlar, gefallen. 3. Kompagnie Utsfz. Hans Silbingcr. Gicsic», schwer rwundet, inzwischen gestorben. — Musk. Andreas Schmidt 1 >., lordt, Sr. Lautcrbach low — Musk. Fritz Reinhardt, Gontcrs- rchcn, Sr. Schotten lvw — Musk. Sari Lov, Volpcrtshau,cn, .ui. ssujotten, lvw. — -yilltM. .'tan vüo, Betzlar, lvw. — Kefr. Heinrich Hämisch, Neuwied, ichwvw 1. Kompagnie Musk. Max Grünewald, Giesien, lviv. — usk. Friedrich Hendrich Giesien, lvw. — MuSk. Heinrich Jung l , auscnbcrg, lvw. — Musk Reinhardt Tröller, Lauter, Kr. Giesien, ~ ^usk. Ehriftian Tchmidl, Vilbel, loir. ^°n'pa«nie. Musk. Peter Zewe. Geniesweiler, lvw. — ^ . Ml- Grieser. Bensheiu, an der Bergstraße, Ichwvw. — s.-Res. Ernst Wchrhein, Cronberg, schwvw. — Er,-Res. Jo,e, Götzinger, SieSbach, Sr. bitweiser, fvw. — Ers.-Res. Anton F-bbe l6. Sonip.I, L-Mar»b«rg, Kr. Brilon, lvw. 7. Kompagnie. Erl.-Res. Johann Adaml, Münchwald, Kr. Kreuznach, lvw. — Ers.-Res. Johann Hauplmann, Re»nl,rche„, low. — Ers.-Res. Otto Weber, Knsel, Pfalz, lvw — Ers.-Rrs. Jacob «iitermüller, Reunkirchen, lvw. — SraSfr. Walter itzrube <8. Komp. 1, Reudorf. Auba!». lvw. — Erl Rel Herm. Althofj (8. Komps, Lenhausen. Kr. Meschede, gefallen. — Lohndrückern. Obwohl die Preise der notwendigster: 2 c b e n S n> i t t e l ganz gewaltig in die Höhe getrieben worden sind »nd eine Familie beute bedeutend mebr für den Lebensunterhalt braucht, als vor drin Ausruch der .Krieges, werden die Arbeitslöhne eber nocb berabgedrückt. Verfchie- öenc Nahrungsmittel sind auf daS Toppcile de« vorherigen Preises gestiegen, andere uni 20, 10. 00 Prozent. Ebenso andere Bcdar'Sartikel, so Leise, Wolle. Lchuhwerk und vieles rudere. Lclbswcrskändlick wird dadurch di« Lebenshaltung der arbciicndcn Bevölkerung ganz rmpfindlich heradgedrückk. ihre ohnehin nicht beneidenswerte Lage noch verschlechtert. Dazu wird von vcrschiedeiten Unternehmern ganz unerhörte Lobndrückerei geübt. Trotz aller Aufforderungen von Behörden und Mahnungen der Presse suchen die Herren noch mehr Profite alS früher aus den ArbeitSknochcn hcrauSzuichlagen. Und leider sind die Arbeiter gegenwärtig soläwm Treiben gegenüber wehrlos, weil ihre Organi- ialioncn wahrend des Krieges nur in den äußersten Fällen Lohn kämpfe unternehmen. Tie Bauarbeiter, die jetzt ohnehin schlechte Konjunktur hoben, leiden am meiste» unter der Lohndrückerei. Man sollte die Namen der betreffenden Unlcrncsiiner veröffentlichen. — Gefallene au« Oberhesten und Nachbarjscbiete«: Freiwilliger Otto Lang auS Giesien. Jnf.-Regt. Skr. 222. — Freiwilliger Hermann Z u g e h ö r auS Giesien, Jnf.-Regt, Nr. 222. — Freiwilliger Heinrich Koch aus Friedberg, Jnf.- Ncgt. Nr. 108. — Freiwilliger Adolf Linden st ruth auS Giesien, Fns.-Ncgt. Nr. 222. — Untcrofs. Hch. Pfeiffer Mainzlar, Jnf.-Regt. Skr. 168. — Vorsicht beim Verbrennen der Weihnachtsbäume! Nun der WeihnochtSbaum seine Lchuldigkeit getan und seinen Zweck erfüllt hat, wird er bald den Weg allen HolzeS gehen und in den Ofen wandern. Hierbei muh einige Vorsicht beobachtet werden, da sich beim Verbrennen der Nadeln starke Gase entwickeln, die im Lfen oder Herd leicht eine Erplosion Hervorrufen können, wenn zuviel auf einnial hineingestopft wird. Auch sonst ist Vorsicht mit den Bäumen geboten, wenn sie längere Zeit gestanden haben und in der Zimmerwärme trocken, geworden sind. Wenn die Kerzen zu weit l>crunterbrenneu, kann der Baum leicht Feuer fangen und Unglück cnksiehen. Man stelle den Baum auch nickt zu nahe an die Fenstergardine, weil diese am leichtesten aufslackert — Ter heftige Sturm in der gestrigen Nacht bat im Walde Schaden angerichtet, auch in den Anlagen wurden vcr- schicdenilich Bäume beschädigt, wenn auch nicht sehr stark. Ter Neujahrsbriesverkehr. Mit Rücksicht auf die grosie Uebcrlastung der Feldpost musi dringend empfohlen werden, den Nenjahrsbriefverkchr an die Truppen im Felde nach Möglichkeit cinzusckränken, jedenfalls aber auf die Abscndung von inhaltslosen Lcherzkarten unter allen Umständen zu verzichten. Seitens des Kriegsministeriums ist im Anneever- ordnungsblatt ein entsprechender Hinweis erlassen worden, der auch in der Heimat überall beachtet werden sollte, — Ter Felspostdienst. Postamtlich mirö geschrieben: Bei der Versendung von Paleten an mobile Truppe» lianbcit cs sich um eine militärische Einrlchtung. Tic Versendung ist zulässig entweder über die E r s a tz - T r » p p t n 1 1 11 1 der im Felde stehenden mobilen Truppcnkörper oder über Paketdepots. Tic Beteiligung der Post beschränkt sich in beiden Fällen daraus, die Pakete aiiziiuchme» und den i» der Heimat befindlichen Erlatz-Truppc»- leiic» oder Pakcidcpois aus,»händigen. Pakete durch Vermittelung der Ersatz-Truppenteile sind jederzeit zu gelassen und nicht an eine Gewichtsgrenze von tz Kilogramm gebunden. TaS Porto für sie ist dasselbe wie für Soldaicnpakcte im Frieden. Tie Pakeic mllsien an den Ersatz-Truppenteil adresstert werden. Tie werden ohne Mitwirkung der Post noch der Front als Frachtgut der Heeresverwaltung befördert und den Empfängern im Felde durch die Heeresverwaltung, nicht also durch die Feldpost, zu- g e st c l l I. Sind solche Pakete im Felde unbestellbar, so sollen sic nach den von der Heeresverwaltung erlasienen Bestimmungeii an de» Absender zurückbesörbert werden. Pakete durch Vermittelung der Pakctdcpol» werden nur sür destimmie Friste» und nur bi» zum Gewichte von tz Kilogramm durch die Heeresverwaltung zuge- lasicn. Hierüber ergeht jedesmal eine Bekanntmachung, worin die Frist genau bezeichnet ist. Wenn die Paket« bei der Post eingc- liehet werden, erhebt diese ein Porto von 25 Psg Auch bei dieser Palelbesördcrung hat die Post mit der Weiterleitung der Pakete von de» Pakctdepots »ach dem Felde und der Zustellung an die Truppen nichts z» tun, die» liegt vielmehr ebcnsalls in den Händen der Heeresverwaltung. Hiernach ist cs unrichtig, für das Ausbleibc» der a» Hecresangehörigc im Felde abgrlandtc» Pakete stets die Postverwaltung verantwortlich zu machen. Diese hat nur die Besürberung von der Ausgabepost-nftal, in dem einen Falle zum Ersatz-rruppenteil. in dem andern Falle zum Militär-Pakeibepot zu vcrireien, wobei Verluste ober grosie Vcrzogerunoen nahezu ausgcschlosicn sind. Tie Schwierigkeit liegt in der Besördcruiia der Feldpaketc in Feindesland, namentlich wenn militärische Operationen stattsinden. Anch die dem Truppenteil obliegende Zustellung der Pakete an den Empsänger ist keineswegs so leicht aussührbar, wie das Publikum vielsach annimmt Viele Beschwerden der Absender von Feldpaketen darüber, dasi diese nicht angekommen seien, erweisen sich als nicht ziitrefsend, weil sic zu sriih erhoben waren. In anderen Fällen läßt das Publikum unberücksichtigt, dah die über die Militär-Paketdepot« gegangenen Pakeie bcstimmungsaeuiäs, nicht an den Absender zuruckgesandt. sondern zum Beste» des Truppeiileils verwandt werden, wenn sich der Empsänger nicht mehr bei diesem besindet. Ebenso wirb im Felde mit Paleten dieser Art versahren, die wegen falscher oder ungenügender Anfschrlst nickt bestellt werben können. Auster de» vorstebcnö erwäbuieii Feldpaketen an mobile Truppen kommen noch Pakete a» Hecresangchörige in Garnisonen des Tentschen Reiches in Bclracht die mi, Ausnahme der Standorte in den elsäksischen Kreisen Alikirck. Rülbausen. Gcbwciler. Tbann und Eolmar — jederzeit zugelasicn sind und den Vorschriften und Taren des Fricdensdicnstcs unterliegen. Ter „Rationalslifinng sür die Sinierbliebene» der im Srie^ Gesollenen" Hai die Rciä'--Postverwaltun« ihre Mitwirkung dadurch geliehen, dasi sie sämtliche Poslanstalten deS Reichs-Post- gcbicis in dankenswerter Weise zur Annahme von Spenden sür die Stiitung ermächtigte. Bisl>er sind durch die Postanstalicn rund >08 000 Mk. an den Schatzmeister der Slisinng^abgeführt worden. Einen weiteren erfreulichen Zuwachs haben die StistungSmittel vor kurzem erfahren, indem der Nationalstiftung von dem ^AnSschusi der Sriegsspendc von Angehörigen der Reichs-Post- und Tele- graphenverwaltung" a»s de» von de» BerufSgcnosicn gespendete» Beiträgen die Summe von 188 000 Mk. überwiesen worden ist. Mit Rücksicht aus den guten Zweck der Stiftung — Versorgung der Hinterbliebenen unserer lapseren Krieger — ist zu wünschen, dasi ihr die Teilnahme weilkr Kreise der Bevölkerung auch scruerhiu erhallen blelbt. E„,e günsiige Gelegcnheik zu solcher Bcläliguug dürste dar bevorstehende Reujahrssest blete», indcm die für die Ablösung von Reujahrsglückwüiischen und Geschenken bestimmten Geldbciräge diesmal in möglichst ausgedehnteiii Umsaiige der Rationalftistung zii,ztivtiidei iverdeu Zur Eiiizablung der Beträge lst überall begurme Gelege,iheil vorhanben. da nicht nur alle Post- anstailcn kinschliksillch der Postagriiiuren und PosthllsssteUrn, ja sogar auch die Laiidbrleslrägcr aus den Bestcllgäiigen Bcilrägc sür dte Ralionalftislung vom Publikum eulgegennehmen. Eine wichtige gerichlliche Enischeidung sür kausmännische Ange- strllie Al» eine gröbliche Ausnutzung des wirlschasilich Schwächere» bczcichneie das Landgericht zu Stade den Aiislclluiigsverlrag, nach welchen, dieFilialleileriiine» der Firma Bernhard Sccstäd« zu Hamburg, die i» Hamburg, Aliona, Harburg und »mgegciid eine ganze Aniahl Brolnicderlasiungen betreibt, beschäsiigi werde». Eine solche Kilialleilcriii war. weil sich bei ihr angeblich ei» Manko von 431,88 Mk herausgeslellr hatte, ohne Einhaltung der venraglichcn Kündigungssrlst sosort entlasicn worden Ta» Gehalt sür den Rest de» lausende» Monats, wie anch die von der Angcstellicn hinlcricgie Kaulion im Betrage von >80 Mark wurden von der Firma cinbchalle». Hiergegen erhob die Filialleiterin Klckge beim Kaufmannsgericht in Hamburg, wo sie begründend aussührle. dasi der Anstelluiigsverlrag gegen die gulen Lille» verslosie, well sie zu dem unerhört nledrigr» Gehalt von <10 Mk. monaillch, von welchei» nvch jedesmal 10 Mk. zur BestrelUing der Kaution tu Höhe von 'lüli Mk abgezogen ivurdcn, aiigestevl fel. Tleses Gehalt stehe in absolut keinen, Verhältnis zu der Veraiilworlniig, die den Angestellte» von der Firma aiifgebUrdcl werde. Ader auch für da» Manko a» sich könne sie ldie Angeslclllel keineswegs haftbar gemach, werde», da es ihr nicht möglich geweien sei, bei de» In» vrniurausnahmen. die von anöeren Angestellten während der Ge» schäslszei» porgeiiominen worden sind, infolge Bedienen» der K»»d- lchasl von Anfang bis zu Ende mitzuwirke». Auster Brol werbe» in den Riederlasiungeii der Fiima noch eine ganze Anzahl anderer Artikel, wie Schmalz, Butter, Zucker, Eiswassel» usw. gesllhrt. Wiederholt hatte die Klägerin de» Geschästsinhaber ersucht, ihr doch sür die angclicicrlen letzteren Artikel, um diele »achiviegen zu können, eine Tezimalwagc zur Bersügung »! steUcn, wrlchrm Ersuche» dieser aber trotz Zusage »ichl nachgekomine» lst. A»ch wurde sür Schwund der Ware» beim Abwiegen, infolge Eintrocknen», wie c« z. B. in den Koiiiumvcreinc» der Fall ist, keinerlei Mankover- glltuiia gewährt. Das Kausmannsgerichl Harburg verurleillc denn auch bie Firma, sie gleichzeitig mit ihrer Widerkiagc ans Ersetzimg de» Mankos abweisend, an die Angestellte NNi Mark, welcher Betrag sich aus dem restlichen Gehalt von .'»> Mark und der Kaulion in Höhe von 100 MaN zusammenlktzte, zu zahlen, wohct es begründend aussührle: Das, die Firma vripflichlcl sei, zu heiveiien, dast di« AngkstkUle da» Manko Ichuldhaslerweisc verbraucht habe. Diesen Beweis habe bie Firma in keiner Weise erbracht. Jus- hcsoiidere kann sich die Beklagte hierbei nicht darauf berufen, dast die Klägerin die AusstcNnng sJnventurliftel vom 18. Mai d. I. an- erkannt habe, denn hieraus ergebe sich nur, bast die Klägerin Ein» Wendungen gegen die Richiigkeil der Anistcllnug nicht erhoben habe, nicht aber, dast sie zur Zahluiig drs Mankos bereit sei Ter Inhal« de» Vertrage», der insbesondere der Klägerin auch die Haftung sür die Fehlbcträae ihrer Vertrelcrin, die sic nicht z» überiehe» in der Lage ist, auferleat. lei derart, dah ei» Angestellter, der wirt- ichasllich unabhängig ist. bei vernünftiger Prüsiing der Sachlage ihn ninimerinchr als Vertragsinhalt annehmen ivirb. Rur der wirtschaftlich abhängige Angestcllte, der eine Stellung auch »»tcr harten Bedingungen annehmen must, um sich sein Brot »» verdienen, könne sich zu einer iolchcn Abrede verstehe». Eine solche Abrede könnte des unsittlichen Eharakler» «nlbehrcu, wenn dir übrigen Bedingungen de» Ansiellungsverlrag» so giänzcnd wären, dast sie ein Akguivalent für da» in ihm iiegeiidr Risiko bildete». Davon kann aber im vorliegenden Falle keine 8!edc fein. Ei» Monatsgehalt von 00 Mk. sei bei den in Harburg herrschenden tcuren- Lcbcnsvcrhällnisien eine so geringe Enllohnnng, dast die Klägerin überhaupt davon kann, leben könne. Tie Abrede der Haflung der Santion, bezw. die Mankobaslung überhaupt bei gleichzeitiger Gewährung eine« solchen Gehalte kennzeichne« sich al» eine nicht zu billigende «usnutziing de» schwachen Rngkstellte», der um jede» Preis eine Stellung annrhnien m»sz, verstostc daher gegen bie guten Sitten im Sinne de» si 188 des Bürgerlichen Gejetzbuches und sei deshalb nichtig" Gegen diese» durchaus vernünftige und Ircsseiidc Urteil des Harburgcr KauimannsgerichlS legte die Firma Teesiädl beim Landgericht in Stade Berufung ein. Dagegen, dast da» «aus- mannsgericht die Höhe des Gehalt« von 00 MI. al» gegen die guten Sitten vcrstostcnd bezeichiict halle, wurde von der Firma an- aesührt, dast ein grober Teil ihrer Filiallciterinnen zu den gleichen Bedingungen angestell« sei. Wenn die Klägerin glaube, eine besicrc Bezahlung ihrer Arbeiten und Fähigkeiten al» 2 Mk. pro Tag erhallen zu können. Io möge sie ihre Tätigkeit anderwcll ansiilltzk». Tos Landgericht zu Stade hat die Berusung der Firma aber unter Auferlegung der Kosten abgewtesen, wobei es stch im welenUiche» der Aussasiung des Vorderrichter» anichlost. Ter Zenlralverband der Handlungsgehilse» al» die gewerkschaftliche Organlsation der kaufmännischen Angcstclllen, der die betreffende Filialleiterin in ihrem Vorgehen gegen die Firma auf da« tatkrästigste u»terstützt hat, wird nunmehr alle« tun, um zu erreichen, dast auch die übrige» in Frage kommende» Angestellten der Firma nicht mehr unter „so mastloS harten Bedingungen" zu arbeiten brauchen, wie c» vom Landgericht Stabte bezeichnet worden ist. — Holzverfteigerung im Giestener Siodtwald Von nächst«! Montag, 4 Jo„>-or, . Kreistag de» Kreise» Wetzlar. Tic letzte Litzung des Kreistages brockte für die Oesseirtlickkeit wenig neues. Tie Wahlen der im November neu- oder wiedergcwählten Kreis- tagsmitglicder wurden für giltig erklärt: die Namen der liiewählten jedoch nickt bekannt gegeben. — Für die Kreis- sparkasse, Rechnungsjahr 1913 , wurde die Einnahme auf 10911 093,04 Mk.. die Ausgabe auf 10 837 582.48 Mk. und der Bestand auf 73 510,56 Mk. festgestellt. die einzieh- baren Einnahmcrestc auf 72 288,52 Mk. Ter HauS- haltsplan der KreiLsparkassc für 1915 soll in Einnahme und Ausgabe 38 000 Mk. betrogen. ii. Militärlieserungen. Tie Handwerkskammer zu Arnsberg hat 3ll 000 L'affenröckc. Hosen und Mantel von der Mililärverwoltung im Auftrag übernommen und vergibt die Anfertigung an Schneider-Jnnungen und Liefer- ungsgemeinschaften, aber nicht an Einzelpersonen des .Kam- merbczirks. Bei solchem Versabren ist es ausgeschlossen, daß si B. Konfektionäre groste Lieferungen von — Cbokalade und Zigarrenhandler Sticfellieferungen übernehmen, wie r* anderwärts schon vorgekommen ist. Von Nah und ^ern. Feidpoftpokel-RLnber. Von der Berliner 8. Straltanuuer Landgevichis II ivnrde der Posdousheiser Aiernnderv. Macz» r w i c z ans Schöniebevg zu 2 Jahren Gefängnis und 5 J-chven Ehrverlust verurteilt, werl er zu verschiedenen Malen Liebesgaben- Pakede gestvhlen iKittc. — flu Leipi nd«n. Ter Angeklagte, ein junger Mensch von 18 Jahren, war erst im April dieses Jahres als Posthelscr eingestellt worden, X Zwölstägiger Schlaf eines Verwundeten-Im Marburger Kvanteichausc befindet sich ein vom nördlichen Kriegsschauplatz hierher gebrachter Soldat, der seit zwölf Tage» schläft, Ten Aerzteu ist es bisher nicht möglich gewesen, den Schlafenden zu iveckeii. Während dieser Zeit Hai der Kcrwumdcte «ine Lun,g«nentziindung ttberstandcn. Ter Fall erregt ln ärztlichen ,st reisen begreiflicherweise grosses Jntcrefle, Telegramme. Tagesbericht bcs Wrojca HaaptgaartierS. Erfolglose französische Offensive. Abgeschlagener Vorstosi der Russen. ' W. B. Großes Hauptquartier, 29. Dez., vorm. (Amtlich.) W c st l i ch c r 5k r i e g s s ch a u p l a tz : Bei Nicnport und südlich Upern gewannen wir in kleineren Gefechten einige» Boden. Mehrfache starke französische Angriffe nordwestlich St.-M c n e h o n l d wurden unter schweren Verlusten für die Franzosen znrnckgcschlagen. Dabei machten wir einige hundert Gefangene. Gin Vorstoß ans Bois Br n l ü , westlich A P r e - «tont führte unter Erbentnng von 3 Maschinengewehren zur Fortnahme eines französischen Schützengrabens. Französische Angriffe westlich S c n n h c i m wurden abgcwixscn. O e st l i ch c r Kriegsschauplatz: In O st P r c u ß'c n und Polen rechts der Weichsel keine Veränderung. Am Bzura- »nd Raloka-Abschnitte schritten unsere Angriffe fort. In der Gegend südlich I n o w I o d z wurde» starke russische Angriffe znrückge- schlagcn. Tic oberste Heeresleitung. Der französische Tagesbericht. W. B. Paris, 29. Dez. Gestern nachmittag 3 Uhr chmrde folgender amtliche Bericht herausgegcben: In Belgien ruckten wir fortgesetzt vor. (?) Westlich Lombartzyze sind wir augenblicklich vor den Dünen, auf denen der Feind seine Verteidigungslinien errichtete. Südlich Ipern verloren wir bei Hollcbeeke einen Schützengraben. In der Gegend von Lens räumte vor unseren Angriffen der Feind einen 800 .Meter langen Schützengraben der vordersten Linie. Im Aisnetal und in der Champagne bekämpften sich die Artillerien mit Unterbrechungen besonders heftig bei Reims und Perthes. Ter Feind beschoß nainentlich die Stellungen westlich Perthes, die wir gestern eroberten. Ans den Maashöhen rückten wir ans der ganzen Front vor. In den Vogesen beschoß der Feind den Bahnhof von St. Tiö. Der Verkehr ist aber nicht tinterbrochen. In Ober-Elsaß wurde nordöstlich Steinbach ein deutscher Ctegenangriff znrückge- kviesen. Wie lange dauert der Krieg? Die schwarffeljen-e Times. Kopenhagen, 40. Dez. (Etr. Frkst.) Ter militärische Mitarbeiter der Times veröffentlicht eine» längeren Aufsatz über die Kriegsdaiicr, in dem nusgcsührt wird, datz die von Frankreich i» der KampsUnic verwendeten Truppenstärken in keinem rechten Verhältnis zu der Anzahl der ausgebildcten Mannschaften ständen, über die Frankreich wirklich verfüge. Das hänge damit zusammen, das, Frankreich aus de» Tagen des Friedens nicht über solche gewaltige Vorräte an Waffen und Munition sowie Ansrlistungs- gkgknständcn urrsiige, die Tcutfchland in bewnnderswertcr Weife., angchäuft habe. Frankreich nillstc solche Vorräte erst schassen, bevor es daran denken könne, mit den Engländern »nd Belgier» zusammen die Deutschen ans dem französischen »»» belgische» Gebiet z» vertreiben. Tag Rußland Polen nicht von den Feinden habe säubern können, sei aus das Fehle» eines der militärischen Situation entsprechenden Eisenbahnnetzes zurückznsühre». Tas sei um so fühlbarer, als Deutschland »nd Oesterreich-Ungarn unmittelbar westlich Polens ein vorzügliches strategisches Eisenbahnnetz voll- ans auaniitzen könnten. Tic Times rät Rußland zum Bauen von ftratcgilchcn Bahnen in Pole». Tas sei zwar zeitraubend, aber notwendig, da die Russen jetzt hinsichtlich der Truppcnvcrschic- bungcn in Pole» äußerst ungünstig gestellt seien und ein glücklicher Ausfall der kriegerischen Operationen »ngchcner erschwert werde, obwohl die Rufle» in Polen das »umerischc Ucbcrgewicht über die Teutschen und Ocstcrreichcr hätten. Neue euglischc .Hilfst» uppcn. Rotterdam, 29. Tez. (TU.) Ter Rieuwc Rotterdamschc Eon rant meldet ans Havre, daß in öcii letzten Tagen wieder«»t Truppen aus England »ach Frankreich iibcrgefiihrt wurden. In Havre allein wurden schätznngsweilc 40 000 Mann gelandet. Tic Mami- schaste» waren gut für den Winter ausgerüstet. Japanische Hilfe für Belgien? London, 29. Dez. (Ctr. Frkst.l Dir hier erscheinende Iudöpciidancc Bclge erklärt, die belgische Regierniig höbe die .Hilfe Japans zur Befreiung Belgiens nngcrufen. Deutsche Flieger über Naney. Paris, 20. Dez. (W. 0. Nichtamtlich.) Tas Journal meldet aus Nancy: Tie Beschießung der Stadt durch einen Zeppelin verursachte besonders im Bahnhossviertel großen Schaden. Mehrere Soldaten wurde,, verletzt. Tic Bevölkerung blieb ruhig. Ter Zeppelin wurde heftig aber erfolglos beschossen. Russische Parole: Rückwärts! London, 29. Tcz. (T. U.) Spezialtelcgrmum. Eine Tc- bejche der Morning Post ans Petersburg besagt, daß der russische Oöerkomuiandiercnde, Großfürst Nikolaus, sich abermals gezwungen gesehen habe, die ioeitcre Verfolgrmg seiner strategischen Pläne neuerdings a u s z u g c b e n und eine R ü ck w ä r t s b e w c g n n g der ganzen Armee anzu- beschlen, um seine Frontstellung zu stärken. Diese strategische Rückwürtsbelvegnng werde ihm gestatten, die innere Verteidigungslinie gegen den Feind zu halten und seine Heere vor Wa rschan zu konzentrieren. Tie Luge Warschaus. Ter Petersburger Korrespondent der Times meldet: Tie Lage Warschaus sei nicht kritisch, die Stadt gelte nicht als unmittelbar bedroht. Als der russische Rückzug au der Bzura bekannt wurde, sei große Niedergeschlagenheit eingetreten, die neueren Nachrichten über die Festigkeit der russischen Stellungen hätten bas Vertrauen wiederhergestellt. Deutsche Flieger erkundeten die Verteidigungswerke Warschaus, Ei» französisches Urteil. Paris, 29. Tcz. (T. U.) lieber die Schlacht in Polen schreibt im Petit Journal der Militärkritiker Oberst Fehler: Diese Schlacht in Polen gleicht einer wundervollen Schachpartie. Ihr genaues Studium muß späteren Zeiten überlassen bleiben.und nervösen Leuten kann nian unterdessen nur dringend anrateu, sich nicht allzusehr damit zu befassen, denn die Partie macht augenblicklich eine für d i e russischen Waffen sehr zweifclhaftePeriodc d u r ch. Trotz aller zuversichtlichen Depeschen aus Petersburg muß unseren westeuropäischen Augen diese allgemeine R ü ck z u g s b e w e g n n g sehr unbehaglich erscheinen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht Wien, 20. Tcz. (XV. B.) Amtlich wird verlautbart: 29. Dezember, mittags. Die russische 8. Armee, die vor etwa einer Woche die Offensive gegen unsere über die Knrpathcn vorgerückten Kräfte ergriff, hat sich durch Ergänzung von frischen Divisionen derart verstärkt, daß cs geboten schien, unsere Truppen auf die Paßhöhcn und in den Raum von Garlicc zursickzunch- m c n. Die sonstige Lage im Norde» ist hierdurch nicht berührt. Auf dem Balkan-Kriegs scha» platz entfalten die Montenegriner eine lebhaftere, aber erfolglose Tätigkeit. Bei Trebinjc wurde ein schwacher Angriff ans unsere Vorseldstcl- lnngcn mühelos a b g e w i c s e » und die feindliche Artillerie zum Schweigen gebracht. Gegen ein starkes Grenzsort bei Krioosije hatten die montenegrinischen Geschütze naturgemäß nicht den geringsten Erfolg. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: o. S ö f e r, Feldmarschalicutnant. Die russische Knute. Ter Avanti in Rom vernimmt aus Rußland, datz dort und besonders in Polen eine außerordentlich strenge Reaktion gegen die freiheitlichen Elemente herrscht. Eine Sozia- l ist in sei zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil man bei ihr einen 2 Jahre alten Aufruf fand, der sich mit der polnischen Autonomie befaßte. Außerordentlich streng wurde in Polen gegen die deutschfreundlichen jüdischen Elemente verfahren. Eine große Zahl von Inden wurde hingerichtet oder sonst schwer bestraft. Die jüdische Bevölkerung in den Bezirken Grodzik,'Skierniewice, Lowicz und Kalwaria wurde innerhalb 24 Stunden ansgewiesen und ihr Besitztum zerstört. Tausende von^ Frauen, Greisen und Kindern mußten wochenlang bei schlechtestem Wetter zu Fuß wandern, viele sind unterwegs verdorben und gestorben. Auch in von den Russen besetzten Teilen Galiziens wird gegen die Juden in derselben Weise verfahren. Der Krieg im Orient. Nene türkische Erfolge. Kvnstaniinopel, 29. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Xai Hauptquartier teilt mit: Heute von der Kaukasus-Armee an- gelangte Nachrichten besagen: Wir verfolgten den Feind. ES wurde eine beträchtliche Anzahl Gefangener gemacht und Kriegsmaterial erbeutet. Ein französisches Torpedoboot feuerte einige Granaten auf die Küstenwache bei Kikili gegenüber Tenedos ab, aber erfolglos. — Tie Engländer versuchten neuerdings eine Landung bei Akaba. Zwei feindliche Boote versuchten sich der Küste zu nähern, kehrten aber unter dem Feuer des Gen- darmeriepostens um; sie hatten vier Tote. Bulgariens Forderungen. Athen, 29. Dez. (W. I! Nichtamtlich.) Dein Neon Ast« zufolge verlangt Bulgarien von Serbien auch jenen Teil Mazedoniens, der an Griechenland nngrenzt, so daß Bulgarien sich zwischen Serbien und Griechenland schieben lvürde. Partei-Nachrichten. ' Strascrlaß. Den, Genossen Schubert, dem veimituiortliche» Redakteur unseres H a r b u r q c r Parte iblottes, ging folgendes Schriftstück zu, „Ter Erste Staatsanwalt, Stade, den 10, Dezember 1014. Durch Urteil der I. Strafkammer des Königlichen Landgerichts Stadc vom 17. April 1014 ist gegen Sie wegen Majestälsbcleidi- gung ans zwei Monate Gefängnis und Tragung der Kosten erkannt Es wird Ihnen nun hierdurch mitgettiit, daß Ihnen auf Grund Allerhöchster Ermächtigung Seiner Majestät das Kaisers und Königs durch Erlaß des Staätsmmtsteriums vom 8. Dezember 1014 auf meinen Antrag die Strafe und Kosten in Gnaden erlassen sind. Im Aufträge: Kannapkc." Ter Bries Wcills ist in der Humanste vom 20. Dezember aögcdruckt. Es kann danach nicht mehr daran gezweifen werden, daß Weilt als Kkriegssrei- williger in die sranzvs ischc Arniec cinge tteten ist. _ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Vertag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Verlag Ofsenbachcr Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. R. Bekanntmachung. Dem Einiqungsamt für Mietsstrcitigkcjten liegt fortan auchj», Aufgabe ob, zum Zwecke eines billigen Ausgleichs in Augel«g«„, heüen der Hypotheiengkäubiger und Hypothökonfchuldner zu wr. Mitteln. ltzroßhcrzagliches Mmiiftcrinm des Innern hat ungeordnet, daß die 88 2 uuid 4 der Bekanntmachung des Reichskanzlers, Einigung». Sinter betr., vom 15. Dezember 1014, für das hiesige ErnigitngSaml Geltung haben. Tausch sind die Beteiligten bei Meldung voik Ordnungsstrafe verpflichtet, ans Erfordern vor dem Einigungsamt ,» erscheinen und über die für die Vermittelung erheblichen Tatsach,» Auskunft zu erteilen. Gissten, den 28, Dezember 1014. Ter Oberbürgermeister: _ K c I i c t ._ ' Bekanntmachung. Das Rasterungs- »nd Aushcbnngsgeschäst für 1915 für die j^iiitärpflichtiMti der Stadt Gießen findet am 7. und 8. in der Turnhalle der Stadtknabenschnlc lNordantage 8) statt. Es haben sich zu stellen: Am Donnerstag, den 7. Januar 1915, vormittags 7ftz Uhr die im Jahre 1894 »nd früher geborenen Militärpflichtigen: am Freitag, den 8. Januar, vormittags 7% Uhr die im Jahre 1895, geborenen Militärpflichtigen. In den oben genannten Terminen haben pünktlich zu erscheinen: 1. Alle Mitiiävpstichttgcn, die sich überhaupt noch nicht zur Musterung gestellt haben. 2. All« Militärpflichtigen', dt« beim Kriegsevsatzgeschäft Zlurnckgeftetlt worden sind. Zn den Militarpslrchtigen gehör«,» auch diejenigen Personell, die im Besitze des BercchttgtiyglÄfchoines zum cinjahrig-srciwillfgen Dienst sind. Tie wegen Uittauglichkcit von Truppenteilen, zur Verfügung der Ersatzbehörden «ntlafsene» Maimfchaftön haben siel) in den, genannten Lokale am 9., II. und 12. Januar 1915, vormittags 7.4» Uhr zu stellen; hierzu gehe,» ihnen besondere Lädimgen durch das Lstzirkskommando Gießen, zu. Tie zur Verfügung der Ersatzdc Hörden «ittlasseueu Mannschaften haben die Pflicht, sich beim gci«unrtki» UezlrtskvmmEdo anzti- »irlüen; ivcr die Anmeldung nntcrtafsen kzat, nmtz sic sofort nach- hclen. Mtittärpslichtige, die in den obengenannten Terminen, nicht pünktlich erscheinen, werden mit Geldstrafe bis zu 40 Mark oder Hast bis zu drei Tagen bestraft. Ist die Nichkgestellung absichtlich erfolgt, so können die Betreffenden als unsichere Hoerespslichtige behandelt und sofort eingestellt werden. Wer sich nicht zur Stammrolle aygemeldct hat, ist trotzdem ver psltchttt, sich zur Musterung zu stellen. Tie Mifitärpflichtigem lxibcir ihre Musteruiigsaiiswcisc oder Berechtigungsscheine mitzubringe». Gesuche auf Zurückstellnng oder Befreiung vom Milrtärdi>snst sind nicht zulässig. Die Mititärpstichügen habe» reinlich an Köipcr und in ordent- lichcm Anznge zu erscheine». * Diese Bekanntmachung gilt für die Militärpflichtige,, a!S Ladung; besondere Ladungen ergehen nicht. Ter Oberbürgermeister: ___,V B. : E ni m clin S._ Vcrstorbenr. Frau Katharina Dreht Asttive i« Gießen, 07' Jahre alt.__ Giessen Bahnhotstrasse 34 Telephon 2077 GG Grösstes, elegantestes und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze. Jeden Mittwoch u.Samstag Programmwechsel. Spezialmarke freunder 10.50 12 50 14.50 16.50 18.50 20.50 ScholilinnH Friedrich Magnus Inhaber: Ebr. Maanns Gtehen, SetterSweg 81 Telephon 810. Braver Schnljungc als Laufbursche gesucht. KaiseLmaga;i,l ScltcrSwea 2. Tircktion: Herma»» Stcinaoctter ssrcitao, de» 1. Januar 1915, »ackuu. Usi-Ubr: Kinder-BorftellUliz. "W! Aschenbrödel WeihnachtSkomüdie mit Gesang und Tanz in 0Bildern von 10.21.Gurncc. Ende (i Uhr. — Voitsprcise. Abends 7 'ij Uhr: Mit rinft ii» Mai Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Rudolf Bcrnauer und Rad. Schanzcr. Musil von Walter Kollo »nd Willy Bredschneidcr. Ende I»'.. Uhr. Kleine Preise. Sonulag. den 3. Januar tSl5 »achuiittags S'lt Uhr: Die ScHerlipchH. Komödie in 4 Allen von Hermann Sudcrmann. Ende nach 0 Uhr. Voilrprcye. Bbcnds V [t Uhr: Neuheit! Ncnhcit! VolkSlusispiel in 4 Akten bo» Heinrich Lee. Ende gegen 10*/» Uhr. Kl. Preise. Neujahrskarten Oberhessische Volkszeiiung^ Oiessen in enormer Auswahl und allen Preislagen Balmhof- strasse 23