Drgan für die Jntercffen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargcbiete. Dt. OberdcMI». erkchemt leben Werktag Bbcnb in •ufecn. Der Hbonnonfrttlcio» brträflt »ötbmtlut 15 *fo- monatlich B «ta. ttntdiL BnuocrUlm. Dar» die «oil deiogen »iKtfljäStUÄSR* »ckahi.B „» «turbitian 3irtfn. e.kub.iürnlir 23. (Pit» Lsivenqaltc. Xrlr»fe«n 2008. r>nlrmtr foftcn die 0 mal qrfpalL skolo»el«ile oder deren «qum 15 dt» 5*fi aräisccrn tlufträacn Rabatt ilnzetgen wolle man di» abcnM7 W» für die Io »ende Kummci m der Srpcdltion autackn Nr. 300 Gießen, Montag, ücii 28. Tezcmlicr 1014 0. ^Qlirpiui Belljuilniii-Holliveg uni) Ziviam. Krieg und Sozialdemokratie Icr bctaiiiite sozialdemotratifchc Reichstagsabqcordncte Wcnoffc Tr. Paul Lens d;, der viele Fahre lang die Leipziger Volksziq. redigierte, schreibt in der Münchener Post: Um sich vorzustcllc», welch eine snrchtdarc Gefahr ei» Sieg der ngl,scheu Bourgeoisie bedeute,, wurde, braucht man sich nur dir -konsequente» diese» Sieges siir den internationalen Sozialismus wr Augen zu führen. tziclängc e» jetzt den britischen Rentier» ivch einmal, ihre erschütterte Weltherrschaft sesr zu veranlern. und >eii gejährlichstcn ztonkurrenlen niederzuschlaqcn und zu zerstückeln, o ivärc dersiapitalismus aus abscybarc Zeit jeder crnsthastcn Er- chlltierung entrückt. Rene, unerhörte Reichtümer würde» an den Iser» der Themse znsaininenftrömen, und an der erneuten und gc- oalliq qestcigcrte» Voriiiackitstellung der enqlischen Bourgeoisie ättc auch Englands Proletariat wieder seinen Anteil. Ta» Ge- uhl internationaler Solidarität, da» in den letzten zehn fahren n der britischen Arbcilcrtlassc leise ausleimtc, wäre zerstört und in vcrticster Abgrund erhöbe sich zwischen den Arbeiterklassen Eng- rnd» und den iibriqeu kapiialistischen Staaten. Ter »amps qcqen cn Kapitalisni»» wäre vcrlaqt oder im besten Falle ein Sturm u Waflcrglase des nichlcnqlischcn Europa, da draußen, irqendwo! Und ähnlich, wie Italien in, ausgehende» Mittelalter bei all ’incm heidnischen Unglauben der Renaissance doch am Papstiuin sthielt, und zwar wegen der mit ihm verknüpften materiellen ortcile, so würde anch da» englische Proletariat ei» großes Unterst an der Auftcchterhaltnng der englischen Weltherrschaft haben, otzdcni diese Weltherrschaft nur eine seelenlose Maschine zur A»S- cutung der arbeitende» Ntenschhcil aller Länder sein würde, eben zell ei» Teil dieser Reichtümcr deu, englischen Proletariat in Mt- alt befferer Löhne und Arbeitsbedingungen zugute tonimen ivürdc. uö einer Kerntrnppe des itlasieukampses wäre Englands Prole- iriai eine Schntztruppe des ikapitalibinus geworden und damit äre der internationale Sozialismus bis aus weiteres vertagt, sie weit eS schon jetzt mir der Jnteressensolidarität geht, die cng- sche Arbeiter an der Ausrcchterhallung der englischen Bourgevis- wrschast zu haben glauben, geht ans der Ausfordernng hervor, die 2 Generalsekretär de» Verbandes der Eisen und Stahlarbeiter, ner der stärksten englische» Gewerkschaften. die nebenbei anch seit ahrcn dein internationalen Metallarbeitervcrband angehört, an e Mitglieder richtet: Die Pslicht unserer Mitglieder während de» siricacs besteht darin, bei der Ucbcrwindnng der Deutschen aus ivirtschaftlichein Gebiete zu Helsen. Die Unternehmer warsen sich schon in de» großen .Kampf, um den deutsche» Handel z» erobern. Lhne unsere Anstrengung aber wird deren Kamps nutzlos bleiben — wir müssen beide siegen! Seine ArbeitSniedcilegiing mehr, kein Weg- bleibcn von der Arbeit! Was n a ch der Vernichtung der dentschen Fiidnstric aus der utschcn Arbeiterklasse wird, ist diesem trcsflichen hinter tionale»" Generalsekretär absolut gleichgültig. Diese» typische 'kuincnt zeigt höchst anschaulich, was aus der großen Kultiirsachc > internationalen Slasienkainpscs werden würde, wenn die eng che Weltherrschaft ansrechterhalten und damit anss äusierstc ans- >chn, würde, Ihre Niederwerfung ist ein LebenSintercssc der ge> nten internationalen Arbeiterbewegung. Diese» Fnlcrcssc an der englischen Niederlage verdoppelt sich in diesem Weltkriege, da die andere Möglichkeit sär den Aus r» des Krieges die dcnischr Niederlage ist. Und hier erhebt fid» krage: äJn« bedeutet siir den internationalen Sozialismus utschland? Diese Krage aufwcrscn, hcisit sic beantworten, utschland ist da» Sern- und Stammland de» wisscnschastliche» jialismus: hier hat er die ausgedchntestc Preffc, die stärksten ganisalioncn. vier gebietet er über ein Proletariat, da» in oretischcr Erkenntnis, an praktischer Schulung, an Bildung »nd Fnielliacn, von keiner ArbcitcrIIasie der Leit iibertrossen wird. » Gcsiihl siir inlcrnationalc Solidarität ist nirgends so lebendig > nirgends so praktisch bewiesen worden wie hier. Die sozialisti- Literalur aller Länder trägt unverwischbar den deutschen mpel der inarristischen Theorie Eine Niederlage diese» Lande», >e dann „nausbkcibliche Zerstückelung und ivirlschasilichc E> sielung wäre die surchtbarste Katastrophe, die de» gejamten 'rnaiionalcn Sozialismus tresscn könnte. Sie würde der ßen Freiheitsbewegung des Proletariat» die ücrntruppc er »gen und daniit dem Emanzipationskampsc der Arbeiter aller >der einen lähmenden Schlag versetzen. ^ In diesem Weltkrieg, wo die Parole lautet: Entweder Sieg deutschen oder des englischen Kapitalismus, sichen die Inter de» internakionalcn Proletariats aus der deutsche» Seile, nso wie im Kriege 1870 zwischen Bismarck und Napoleon Karl "* dem Braunschweiger Ausschuß der deuischen Sozialdemo >e schrieb: .Mit dem deutschen Sie,,« geht da» Schwergewicht lontinentalcn Arbeiterbewegung von Frankreich aus Dcutich ' über", „nd ebenso wie damals der deutsche Sieg aus den, achtsclde den Tieg der deutschen, d. h. niarxistischen Theorie au! Schlachtseldc de» Sozialismus bedeutete, io würde ein Sieg tichlands in diesem Weltkriege den Sieg des Marxismus in gesamten Filter,laiionalc bedeuten. Erst dann würden sich die und die Stopfe de» englischen Proletariats der geistigen ilung de» sozialistische,, Gedanken» öffne,i, und mit dem ^iurz englischen Monopols würde es auch in England wieder ^ozia ins geben. Damit würde die internationale Solidarität, ohne oie moderne Arbeiterbewegung undenkbar ist, und die doch er immer noch aus recht schwachen Füßen stand, erst die solide "dlage erhalten. Die angelsächsische Flanke der internationale,: eiterbewegung wäre da»» geschlossen und damit endlich eine n incicnllichstcn Boransscbnngcn erfüllt, um nicht wieder „einen rm im (Hlafe Wasser" zu erleben. So vollzieht der deutsche k-lismus, indem er die englische Weltherrschaft erschüttert, es zu wollen, einen historischen Fortschritt -siercrstcn langes, und auch hier gelten mit leiser Acndcrnng meine Worte von, Ehen,Niger Parteitag: „Der Kapitalismus muß eben, ob er will oder nicht, an, legten Ende doch siir »»» arbeiten, selbst da. wo er anscheinend ausschließlich die Fnlcrcsicn der Menschheit z» zertreten scheint, selbst im „Weltkrieg". Llilstsbtrlchte des (skoijfit Hlilichmtitts J»a> »ösische Turchbruchsversuchc >11 der Wcihenacht. — 3000 (»ngländcr getötet. Im Osten Vorlvärts! » Ik. ftirvsics .(''.'inptqnnriier, 21. Tez. vorm. sAintüch.j Der Feind tvirderhvlie gester» in der lsieizeiid Nirnport seine Angrisfc nicht. Bei Tixschvotk machten »»sere Truppen in dem liftfechtk vom 21. Dezember 230 tsiesnngcnc. Sehr lebhaft war der Angrits de» Feindes wieder in der tsiegend des Lnfters von lrhnloii. Dem hestigen feindlichen Artillerie feucr aus der Front folgten i» der Gegend von Souain und Perthes Ansanterie Angriffe, die abgeschlagen wnrdrn. Ein vom Feinde in dauerndem Artilleriesruer gehaltener Grabe» wurde uns entrissen, aber wieder genonimen. Tic Stellung wurde »ach dein gelungenen Gcgenstost ansgegeben, da Teile de» Schützengrabens vom Feuer des Feindes fast ringeebnet waren, llrbcr UM) Gefangene blieben in unserer Hand. Unsere Truppen haben von Soldan und Reidrnbnrg her erurul die Sssensive ergrissen »nd in mehrtägigem Kampfe dir Russen zuruckgrworsr». Suwara »nd die seiadlichen Stellungen sind wieder in unserer Hand. In diesem Kampfe wurden über 100(1 Ge sangene geniacht. Am Bzura und Rawka Abschnitt kam es bei unsichtigem Wetter, bei dem die Artillerie wenig zur Geltung kam, an vielen Stellen zu heftigen Bajouett- kämpse». Tic Pcrlustc der Russen sind grosi. Auf dem rech- tcn Piliea User in der Gegend südlich Tomaszow grissrn die Russe» mehrmals an und wnrdrn mit schweren Berlnsten von den verbündeten Truppen zurückgeschlagen. Weiter südlich ist die Lage im allflemcine» unverändert. Olrosieo Hauptquartier, 25. Dez., vorm. I» Fla» der» herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Lesliich F c st u b e r t wurde den Engländern an schliksicnd an die am 20. Dezember eroberte Stellung ein weiteres Stück ihrer Bescstigungen entrisie». Bei Chivy nordöstlich Bail In Hobe» unsere Trupe» eine feindliche .Kompagnie aus, die sich vor unserer Stellung riiigcilistct hatte. 172 Franzosen wurden hierbei g e - sangen genommen. Bei dem Versuch, die TteUung uns wieder zu entreisie», hotte der Feind starke Verluste. Französische Angrisfc bei S o » a i n nnd P e r t h e » sowie kleinere Vorstönc nordwestlich Verdun und westlich Apremout wurden abgewiese». Im Osten blieb gestern die Lage unverändert. Grone» Hauptquartier, 26. Tez., m-ltag». tAmilich.s W r st l i ch e r .K r i c g s s ch a n p l a tz : Bei R i e u p o r t sind i» der Rach« vom 24. zum 25. Dezember « » griffe per Franzosen nnd Engländer abgewiese». Der Erfolg der Kämpfe bei F e st u b e r t mit F n - per» und Engländer» läsit sich erst heute übersehe». 10 Ssfizicre »nd still Farbige und Engländer wurden ge- sangen genommen, 14 Maschinengewehre, 12 Mine» loerfrr, Scheinwerfer und sonstige» .Kriegsmaterial erbeutet. Auf dem Kanipfseldc lief? der Feind über 5 0 00 Tote. Eine von den Engländern zur Bestattung der Toten erbetene Waffenruhe wurde bewilligt. Unsere Verluste sind verhältnismäßig gering. Bei tleineren Elescchtcn in der Gegend von Li ho n s, südöstlich von Amiens, und Tracp-Ie-Val, nordöstlich von Eomvil-anc, machten wir gegen 2Ott Gefangene. In den Vogesen, südlich von Diedolshausen, und im Lberclsast, westlich von Sennheim sowie südwestlich von Ältkirch. kam e» gestern zu kleineren Gefechten. Tic Lage blieb dort unverändert. Am 20. Dezember, nachmittags, warf ein franzöfi scher Flieger ans das Tors I n v r neun Bomb e n, obgleich dort nur Lazarette sind befinden, die auch für Fliegerbeobachtung ganz deutlich kenntlich gemacht »nd. Nennenswerter Schaden wurde nicht angerichtet. Zur Ant wort auf diese Tat und auf das uruliche Bombcnwcrsen aus die offene, außerhalb de» Operationsgebietes liegende Stadt F r e i b r g ttnrdrii heute morgen einige der in der Position von Raue» tilgende» t--e'vv» uns mit Bomben mittleren Kaliber» belegt. O e fl I i ck, e r K r i e g » s ch n u p I a tz : Russische A » . griffe aus die Stellungen bei Lätzen wurden allste- schlage», l 0 0 0 lst e s » » g c n c blieben in unserer Hand. In R o r d p o I e n, nördlich der Weichsel, blieb die Lage i:»5 ändert. Südlich der Weichsel schritte» unser Angriffe am Bznra Anschnitt fort. Ans dem rechte» Piliea llser, süd- östlich von Tomaszow, war unsere Ossensive von Erfolg begleitet. Weiter südlich ist dir Lage unverändert. W. I!. Große» Hauptquartier, 27. Dezember, mittags. (Amtlich.) Westlicher K r i c g s s ck, a u p I a tz : In Flandern erciguetc sich gestern nicht» Wesentliche». Eng iische Schiffe zeigte» sich heute inorge». — Nordöstlich Albert machte der Feind eine» vergeblichen Vorstoß bei La Buieellc, dem heute früh ei» erfolgreicher Vorstoß un screr Truppen folgte. Französisckic Angriffe im Meurisson« Grunde sArgonncn) und südöstlich Verdun brachen in unserem Feuer zusammen. Im L b e r - E I s a ß griffe» dir Franzose» »nserr Stel jungen östlich der Linie Thann-Tnmmerskirch an. Sämt iichc Angriffe wurden zurückgeschlagen. In de» ersten Rachtstuiiükii setzten die Franzosen sich in den Besitz einer wichtigen Höhe östlich Thann, wurde» aber durch einen trästigen Eiegenaugriss wieder geworscu. Die Höhe blieb fest in unserem Besitz. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz: In Ost- i»«d West Preußen keine Veränderung. In Pole » machten unsere Angrisse am Bznra Tanka Abschnitte langsame Fort schritte. Südöstlich Tomaszow tvnrde die Lssensive erfolgreich fortgesetzt. Russische Angrisse aus südlicher Richtung Invwlodz wurde» unter schwerem Verluste für die Russen zurückgeschlagen. Oberste Heereoleitnng. Ein Ai»oriff auf die deutsche Nordseefüste. XV. It. Berlin, 26. Dez. (Amtlich.) Am 2.5. T-czeniber. vormittags, machten leichte englische Streitkräfte einen Vorstoß in die deutsche Bnckit. Von ihnen niitgesiihrte Wasserflugzeuge gingen gegen unser FlußmimduN' gen vor »nd warfen hierbei gegen zu Anker liegend« Lcknsse und einen in der Nähr von Enrhaven befindlichen Gasbehälter Bomben ab, ohne zu treffen und Schaden anzu- richtcn. Unter Feuer genommen, zogen fid' die Flugzeuge in westlick)er Nichtimg zurück. Unsere Luftschiffe »nd Flugzeuge klärten gegen die englisckien Streitkräftc ans. Hierbei erzielten sic durch Bombenwürfe auf zwei englisch»' Zerstörer und einem Slegleitdompfcr Treffer: auf letzterem wurde Brandwirtung beobachtet. Anfkommcn- aes nebliges Wetter verhinderte sonstige Kämpfe. Ter stellvertretende (5bef des Admiralstabs: (gez.) B c h n de. Die (?rklän»riq drs Neichskanzters. Wie da» Wolfsche Bureau erfährt, hat d-w Reichskanzler an die fniferlid>cn Botschafter und Gesandte» nachstehendes Rliiidschreibrn gerichtet, das eine Antwort auf die Aussühriin- gen des französische» Ministerpräsidenten in der Kriegs- taguug der Tepntirrtenkainmcr darstellt: Großes Souptquaetiee, 24 Trv Fn der Rede, die Miirifter- präsident Biriam i« der jrznfrellen nnd in Vertzairölungeii in London ein.zu- ireien. vä.te Deutichland zuaAtimni!, so Halle der^ Fried« noch in dieser letzten Swnde erhalten werde» tonnen. Da ich diei» im französischen Parlament ausaeiprochenr ialiche Behanplung gegen- wärnq von der Tribüne des Dditschen Reichslages nicht ivider-ezken kann, so sehe ich mich veranlaßt. Eurer P P d»e nachstehenden Dar- egiingeii zuznftellcn, mit deni Erslchen, davon den weitczt-gclkenoc» «Sedranrl! zu machen Der bririichr stonierenzvorchlag. der im engtisthen Blaubvch unter Nr HO abqedruckt ist, stammt vom Full .sein Fntzw- mar, daß Vertreter von DsutichiM », Frontreich und ,Italien mii — >r Edioard Grey m London znsamn'eiitneieii sollten, um dort «ine» An»>.veq aus den Scknvxi'^'eieen, kn« in der I-eibijckpai 'ii-ir ent- ns »de» waren, zu suchen- Vo>> Aniana en hat Teuischlam. den Standpunkt vertreten, tan der »oniltki zwischen Serbien und Lester- reick>-Ungarn eine An»el«qenheit sei. die nur die uackstbelcilieiieii beiden Sr-aten berühre. D-rfe» Twndpwi-k, ha» auch «ir Edward Grcn später selbst anerkannt. Deutschland mußte den «ngl.scheu lilvnscicn.zvorschlaq adlehnen, ivc.l es »ch! zi:lasi:u tonnt«, dai, Lesterreich-llnaarn i» einer Fre-z« fc:: r iiatienakrn >:rens- inieressen. die nur Lefterrrich-Uug-rrn seibf- --:i-g'n«eu. einem ^.li-ou- nal der Großmächte unterstellt würde. Aus dem Deutschen Weiß- Pu® geht hervor, das; auch Oesterreich-Ungar» den Konserenzvor- schlag als ninmnchmbar bezeichnet«. Durch sei»« Kricgserk!ärun>g an Serbien dokumentierte cs seinen scsten Willenz die serbische Frage ohne das Dcizwischentretcu der Mächte allein zu regeln. Zugleich erklärte cs aber, um alle gerechte» Ansprüche Rußlands ;u besrie- dlgen, fein vollkommen««' territoriales Desinteressement Serbien gegenüber. Ta Rntzlaitd sich nicht mit dieser Versicherung begnügte. >var ans der serbischen Frage eine europäische geworden» die zunächst ln einer Spammng zwischen Scsterreiä^Ungarn und Rußiond ihren Ausdruck fand Um zu verhindern, das) an? dieser Spannung eine europäische Uonslagration sich entwickelt«, mußte ein neuer Boden gesucht werden, auf dem eine Vermittlungsaktion der Mächte sich anbahnen konnte. Es >var Deutschland, den, das Verdienst gebtchrt, diesen Boden zuerst betreten zu haben Staatssekretär v. Fagow wies in seinem (Gespräch mit dem britischen Botschafter am 27. Juki darauf hin. das; er in dein Wunsche Rußlands, mit Oestcrreich- Ungar» direkt zu verhandeln, ein« Entspannung der Lage und die beste Aussicht aus eine friedliche Lösung erblickte Diesen Wunsch, durch de» die engsisch« Konfcrenzidee auch nach ruififdxr Meinung vorläufig auögcschailet war. hat Deutschland von dem Tage, wo er geäußert wurde, mit aller Energie, die ihm zn Gebote stand, in Wlei, unterstützt. Kein Staat kann ehritchcr und energischer dauach gestrebt haben, de» Frieden der Welt zu erhalten, als Deutschland England selbst verzichtete imnniehr daraus, seine Konsercnzidee weiter zu verfolgen und miterstützte anch seinerseits de» Gedanken der direkten Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg sBlan- I'tich 67). Diese» begegneien jedoch Schwierigkeiten» und zwar Schwierigkeiten, die nicht von Deutschland und Oesterreich-Ungarn, sondcrn vmi den Ententcinächlen herbcigcsührt wurden. Sollten Tenischlonds Beiniihungen gelinge», so bediirstc es des guten Willens der nicht unmittelbar engagierte,i Mächte, cs bediirsic aber auch des S t i l l h a l t c » s der Hauptbetciliqtcn, den», wenn eine der beide» Mächte, zwischen denen vermitlelt werden sollte, die im Gange bcsindlichc Aktion durch militärische Rkaßnahincn störte, so war von vornhcreiii klar, daß diese'Aktion nie zum Ziele gelangen konnte. Wie stand cs nun mit dem guten Willen der Mächte? Wie Fraiikreich sich verhielt, ergibt sick> mit aller Deullichkeit ans dom frvnzöslschcn Eielbbuch. Es traute den deutschen Versichern,»;«,, nicht. Alle Schritt« des deutschen Botschafters Freiherr» v. Schve.i ivurbeii mit Mißtrauen ansgeuomnien. Sei» Wunsch aus mäßigende Einwirkung Frankreichs in Petersburg ivurde nicht beachte», denn man glaubte, aiiuehnien zu sollen, daß di« Schritt« Herrn v. Schocns nur dazu bcstiinuit waren, ä cowpremoiire la b'eauca au renarck cke la Nuisie, Aus deni sranzön'chen Gelbbuch ergibt sich, daß Frankreich keinen einzigen positiven Schritt im Interesse des Friedens getan hat. Was für «in« Haltung hat England angenvm- mcn? In den diplomatische» Gesprächen gibt es sich den Anschein, bis zur letzten Stunde zu vermitteln, aber seine äußeren Handlungen halten es auf eine Demütigung der beiden Dreibundmächlc abgesehen. England ivar di« erste Großmacht, die militärische Maßnahmen in großem Stil anordnete und dadurch eine Stimmung, insbesondere bei Rnßland und Frankreich schuf, die allen Vcrmitt- lungsaktionen in, hockistcn Grade abträglich waren. Es ergibt sich ans den, Bericht« des sranzösischen Geschäftsträgers in London vom 27. Juli sGclbbnch Nr. 66), daß schon am 24. Juli der Befehlshaber der englischen Flotte diskret seine Maßnahmen für die Znsmiimen- zichnng der Flotte bei Portland getrossen hatte. Großbritannien hat also früher m o b i I i s i e r t a l s s e l b st Serbien. Großbritannien hat sich scrner ebenso wie Frankreich geweigert, in Petersburg mäßigend und zügelnd einzuwirkcn. Auf die Meldungen des eiiglisel>eii Botschafters in Petersburg, aus denen klar hcrvor- ging, daß nur ein« Mahnung an Riihland, mit der Mobilisation einzuhalten, die Situation retten konnte, hat Sir Edward Grey nichts getan, sondern di« Tinge gehen lassen, wie sie gingen. Zu gleicher Zeit hat er aber geglaubt, daß cs nützlich sein würde, Deutschland und Oesterreich-Ungarn , wenn anch in nicht ganz klarer Weise, doch deutlich genug daraus hinzuwcisen, daß sich auch England an einem europäischen Kriege beteiligen könnie, Zn derselben Zell also, ivo England sich nach dem Falle,Nassen seiner Konsercnzibee den Anschein gab. zu wünschen, daß sich Sesterreich-Ungar» ans Temschlands Vermittlung hi» nachgiebig zeigen sollte, iveist Sir Ed- ivard ('Iren den österrcichnch-ungariiche» Botschafter in London aui di« eiiglische Flottennisbilisation hin (Bloubuch Nr. 78), gibt dem dcntschen Botschafter zu verstehen, daß sich auch Engsa.nl> an einem Kriege beteiligen könnte und initerrichtet« die Botsckiastcr des Zwci- bundcs sofort von dieser an die denlsche Adresse gerichteten Warnung, womit der Sieg der Kriegspartei in Petersburg besiegelt ivar. Es war das gerade diejenige Haltung, die nach der sachvcrständtgen Ansicht des englischen Botschafters Buckanan am ungeeignetsten war, eine gute Stimmung zwischen den Mächten hcrvorzurufc». Unter diesen Schivierigkeitcn wird man es als eine,, besonderen Erfvla betrachten diirseii. daß cs Deutschland gelang. Oesterreich-Ungarn dem Wunsche Rußlands, in Sonderverhandlunge,, einzutrete», geneigt zu machen. Hätte Rußland, ohne seinerseits militärische Maßnahmen Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 176 „Du willst dein Silber bieten, um dein Vaterland frei zu kaufen," sagte er zuletzt, „und doch gestehst du selbst ein, daß damit nur neue, gierige Gelüste aufgeweckt würden. Wenn es wahr wäre, daß, wie Paul Petersen behauptet, im Schoße dieser Gebirge reiche Silberadern verborgen liegen, die du allein kennst, so hüte dich, das Märchen glaubhafter zu mache». Um Perus Silber haben die Spanier ganze Völker geschlachtet, und geldgierig ist der Vogt von Tromsö nicht allein, er würde Genossen genug finden anch in Kopenhagen. Ganze Banden würden kommen, um diese Schätze zu entdecken, und was hülse es dir,.die Fischhändler zu vertreiben, »in weit schlimmeren NaclMgern Platz zu machen." Afraja hatte aufnierksam zugehört, und verschiedentlich schien er die Gründe seines Gastes anzuerkenncn. — „Habe Geduld," so schloß dieser seine Rede, „wie auch ich Geduld habe. Meine Lage ist wahrlich unglücklich genug, und du hast mir keinen Trost geben können, hast mir im Gegenteil gezeigt, daß ich ein verlorener Mann bin. Dennoch der- zweifle ich nicht. Ich will auszndauern suchen, tind Gott, der die Hilfe der Schwachen ist, wird mich den Weg er- .kennen lassen, den ich gehen niuß. Ich werde Hilfe finden, werde niich selbst nach Trondhjcm und Kopenhagen wenden, und sei dann überzeugt, Afraja, daß ich auch für dich meine Stimme erheben lverdc, so weit sie irgend reicht." Der alte Stammpatcr verharrte einige Minuten lang im Schweigen, dann begann er, als habe er von Marstrands Beteuerungen nichts gehört, da fortzufahren, wo er aufgehört hatte. „Wenn wir diese Vertrieben haben," sagte er, „dann ist cs Zeit, dafür zu sorgen, daß keine anderen kommen. Deine Worte sind in meinem Gedächtnis, und du hast recht, wir können dies Land nur besitzen, wenn wir selbst Handel treiben und in festen Wohnsitzen wohnen. Aber, sage mir, waruin wir es nicht könnten? Wir verstehen mit den Netzen eben so wohl umzugehen wie mit der Hirtenleine und dem Gewehr des Jägers. Wir haben unseren Verstand von dem Allvater erhalten und wissen ihn zu gebrauchen. Unsere Hände sind geschickt zu vielen Dingen. Wer näht so feine zu krosse», die Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn, bas nur stecken Serbien mobilisiert lnktte, im Gange gehalten, so hätte di« volle Aitssicht ans Erhaltung des Weltfriedens bestanden, Sta't bcffcn mobilisierte Rußland gegen Oesterreich-Ungarn. wobei Saßo- nvw sich völlig darüber klar war sBlanbuch Nr, 78), daß damit alle Verständigungen mit Oesterreich-Ungarn hinsielen. Das mühsame Resultat der deutschen Nennittlilngsvcrl-cmdlnngen nnrr damit mit einem Schlag erledigt. Was gesii>ah nun feite,«s der Ententen,ächte, um den Frieden in dieser letzten Stund« zu erhalten? Sir Edward Grc» nahm seinen Konsercnzvorschlag wieder aus. Auch nach Ansicht des Herrn Saflonow war jetzt der geeignete Momcnt aekomnicn, um unter dein Druck der russische» Mobilisation ftvste» Oesterreich- Ungarn den alten englischen Gedanken der Konversation zu Vieren wieder zu empfehlen. sDertsches Weißbuch Seite 7.) Gras Pour- talls ließ de» Minister nicht ini Zweifel darüber, daß nach seiner Anssaffuna die Ententemächte hiermit dasselbe von Oesterreich- Ungarn verlauglen. was sie Serbien nicht hatten zumute» wollen, nämlich unter militärischem Druck nach.zugcben. Unter solchen Umständen konnte Deutschland und Ocslcrreich-Ungarn der Konserciiz- stedanke unmöglich sympathisch sein. Trotzdem erklärte Deutschland in London, daß eS ini Prinzip den Vorschlag einer Intervention der vier Mächte au nähme. Ihm widerstrebe lediglich die Form einer Konferenz. Gleichzeitig drang der denlsche Botschafler in Petersburg ln Sassonow. auch seinerseits Konzessionen zu macheit, um ei» Koniproiniß zu ermöglichen. Daß diese Bemühungen fruchtlos blieben ist bekannt. Rußland selbst schien an der weiteren Vermi I tl»»gstättgkeit DentschlandS in Wien, die bis zur letzten Ttuude wcitergefiihrt wurde, nichls mehr zu liegen. Es ordnete in der Nacht vom 40. zmn 31. Juli die Mobilisation seiner gesamtrn' Strcitkrästc an, was die Mobilisation Deutschlands und dessen svälcrc Kriegserklärung zur Folge haben mußte, Angesichts dieses Ganges der Ereignisse ist es nicht verständlich, wie ein veranlwor!- licher Staatsniann den Mut finden kann, zu beliaupten, daß Tcutsch- sand, bas sich der russischen Mobilisation, den militärischen Vorbereitungen Frankreichs und der Mobilisierung der englischen Flotte gegenüber fand, noch am 31. Juli durch die Annahnn einer unter den erhobenen Waffen der Ententemächte abzuhastciiden Konferenz den Frieden hätte rcticn können. Es war nicht bas bis zur letzten Stunde in Wien vermittelnde Deutschland, das die Idee der Ver- mittlmist der vierMächte iiumöstlick, gemacht spät, es iv-iren die militärischen Maßnahme» der Ententemächte, di« Friedensworte ini Minde führten, während sie zum Kriege entschlossen waren. v. Bethmann-Hollweg. Die Kriegsiaguna des sranzösischen Parlaments geschlossen. \V. B. Paris, 21. Dez. Die Karmncr trat heute in die Debatte über die provisorischen Budgetzwölftel ein. Der Vorsitzende des Budgetausschusscs Clementel verlas eine kurze Erklärung und sagte: „Die genau Prüfung der Finanzen und des Kriegsmaterials hat in dem Ausschuß den besten Eindruck erweckt. Ich kann der Kammer versichern, daß ein ungeheures Wunder durch französische Energie unter den! feindlichen Feuer vollbracht wurde. Dieses ist zugleich ni't deni Heroismus der Soldaten ein Pfand für den desto näheren Sieg. Je mehr unsere Verbündeten gleich »ns sicher sind, die wirksaine Blockade Deutschlands und Oesterreich-Ungarns dnrchzufllhren, und dadurch die unvermeidliche Niederlage dieser beiden Staaten herbcizuführen. De: Ausschuß hat einstinmiig die geforderten Kredite angenommen. Wir sind sicher, daß die Kainmer die gleiche Einmütig- kcit beweisen wird, die von unfern Gegnern so sehr gefürchtet »nd von unseren Verbündeten als neuer Beweis erwartet wird, daß wir keine Anstrengungen scheuen, um bis zum Ende durchzuhaltcn!" Der Gencralberichterstatter Matin bat darauf die Kammer, den Gcsetzesantrag unverändert anzunehmcn, Ter Antrag wurde einstimmig mit 561 Stimmen angenommen. Der Vorsitzende des Ausschusses, General Pedoha, bat die Kammer, die Militärkredite bezüglich verschiedener Maßnahmen zu ratifizieren. Tie Dekrete wurden ratifiziert. Sodann vertagte sich die Kammer, um die Senatsabstimmung zu erwarten. — Ter Senat nahm ohne Debatte den Gesetzesantrag über die provisorischen Budgctzwölstel an, sowie ferner die vorgelcgten Gcsetzcs- anträge, darunter einen Antrag, die Scnatswahlen bis nach dem Kriege zu verlegen. Die Sitzung wurde unter den Schuhe, wer macht so bunte Gürtel, wer fertigt so schöne Taschen und Kragen? Warum sollten wir keine Schisse und Häuser bauen? Warum sollten wir nicht zum Fischfang auf die Losodcn und bis nach Bergen fahren können? Warum sollten wir nicht gedeihen und gern gesehen werden?" Marstrand blickte ihn voll Berwundcrung an. Was Afraja sagte, klang gerecht und gut, aber dennoch war es ein Traum, ein Märchen, unmöglich zur Wahrheit zu machen, '.inmöglich auszusllhrcn. Wie sollten diese halbwilden Renn- ticrhirten. diese Jäger des Gebirges, dieser tief verachtete, herabgewürdigte, seit uralten Zeiten verkümmerte Menschenstamm sich zu der Zivilisation erheben, die nötig war, um ein handeltreibendes, schassendes, ackerbauendes Volk daran? zu machen? Ein Gefühl des tiefsten Mitleides ergriff den jungen Mann, denn Afrajas Fragen hatten etwas Rührendes. Sein Gesicht hatte sich veredelt, aus seinen Angen leuchteten die Gedanken, die seinen Kops erfüllten. „O Afraja!" rief er aus, „wollte doch Gott, ich könnte glauben, daß das alles wirklich geschehen könnte, daß cs dein Volk vermöchte, sich aus der Niedrigkeit aufzurichten. Ja, wären sie alle wie du und wie Mortnno, doch sieh hin, wie die meisten sind — laß ab davon, alter Mann, cs ist zu spät!" „Zn spät!" murnicltc der Greis, indem er sein Haupt sinken ließ; dann aber sah er hinauf zu der schwarzen Kil° pisklippc und deren sonnenrotcn Mund und sagte entschlossen: „Jubinal hilft dir und mir, du darfst nicht verzagen. Du hast Gnlas Herz gewonnen, ihre Lippen sind blaß geworden, ihre Augen dunkel von Tränen, Du hast den Weg zu ihr gefunden, weil Gott es so wollte. Nimm sic als dein Weib mit allem, was ich habe, und gib mir deine Hand zum Pfände, daß du treu sein willst." — er streckte seine Hand aus, doch Johann blieb regungslos sitzen. „Höre mich an," sagte er, „und zürne nicht. Gnla ist mir lieb, ich könnte vieles für sie wagen, aber mein Weib kann sie nicht sein — niemals!", Afraja sah ihn stier an, seine rötlichen Augen erhielten einen wilden Glanz, — „Was tat sie dir?" fragte er. „Nichts! Ich ehre sie, halte sie wert wie eine Schwester und nun frage nicht mehr — ein anderes Weib hat meine Liebe und wird sie haben, bis ich tot bin." Rufen „Es wbe Frankreich!" aufgehoben und die Porig, mentssession geschlossen, — Tie Kainmer nahm die vom Senat angenommenen Gesetzesanträge an. Hierauf wurde die Session gcsckilosscn. Oesterreichisch-ttn^arische Tagesberichte. Fortschritte «nserer Berbiindete» in de» Karpaisici, W. B. Wie», 25. Dez. Amtlich wird verlantbart: Wie». 25. Dezember, mittags. Aus den, nordöstlichen Kricgsschnnpla^' wurde gestcr» an einem großen Teile der Front wciicrgekämflst Unsere Kräfte im Nagy-Ag- und Latorcza-Gcbictc wiesen mehrcr: Aiigrifse unter schweren Verlusten des Feindes ab. Nächst de; Uzsokcr Passes nahmen wir eine Grenzhöhe. — In Galizien wurde der Gegner weiter gegen Lisko zurückgcdrängt. Zwischen Wislot und Biala setzte er seine Angrissc de» ganzen Tag »nd mit bc ionderer Intensität am Weihnachtsabend und in der Heiligen Nach, fort. — Am Dunajcc »nd an unserer unveränderten Front i» Russisch-Polen sanden teils Arlillerickämpse statt, teils herrjchu Ruhe. — Auf den, Ballan-Kricgsschai,platze hat sich nichts ereigue« 1 Im Norden wie im Eiidc» gedenken unsere braven Trupp?« Z dankbar der Heimat, die sa reiche Wcihnachtsgabc» sandte. Daß M sich auch die Fürsorge des Deutsche» Reiches an dielem Werke >«i, j großen Spenden beteiligte, ivurde als neuer Beweis der innige« I Zusammengehörigkeit der verbllndctc» Scere warm empfunden. Der Stellorrtretcr drs Chefs des Generalstabes: ' v. Höser, Fcldmarschalleutnant. I i W. B. Wie», 26. Dez. Amtlich wird verlautbart: 26. Dk- I > zembcr mittags: Gestern nahmrn unsere Truppen „ach viertägige« ! heldenmütigen Kämpfen den llszoker Paß. — In Galizien führte« ( die Rußen ihre vor einigen Tagen begonnene Osscnsivc mit starle« Kräften fort »nd gelangten wieder in den Besitz des Beckens von I ! Krosno und Jasto. — Die Lage am unteren Dunajec und a» der Nida ist unverändert. Südlich Tomaszow gewann unser Angriff ostwärts Raum. Auf dem Balkan-Kriegsschauplatz herrscht feit zehn Tag?« Ruhe. Nur an der Save »nd an der Drina kommt cs zuweilen z« unbedeutenden Plänkeleien. Die Festung Bilcca wies am 24. D?- zembcr einen schwachen Angriff der Montencgriiirr ab. I l Der Stellvertreter drs Chefs des Generasstabs: v. Höser, Feldmarschallcntnant. E n neuer Türkensiesi. ,, W. B. Konstaiitinopel, 24. Dez. Das Hauptquartier ü uicldct: Auf der kaukasischen Front trnqen unsere Truppen * zwischen Olti und Id einen entscheidenden Sieg davon. Die Schlacht dauert nnt neuen Erfolaen für uns noch fort. Bis d jetzt erbeuteten wir sechs Geschütze und über 1000 Gefangene, darunter einen Obersten, und eine Menge Munition und ® Kriegsmaterial. < I j. Ein englischer Kreuzer versuchte gestern in Akaba einzudringen, wurde aber gezwungen, sich unter dem Feuer C unserer Geschütze sofort wieder zurückzuziehen. Ta^ Feuer ) des Kreuzers richtete keinen Schaden an. Die Italiener in Balona. Valona, 25. Dez. Agenzia Stefan! meldet: Seit einige» Tagn ^ hatte man Nachricht, daß sich hier Bewegungen mit nicht gan I M klaren Zielen, aber mit der Tendenz ans Umsturz jeder Autoiitö m vorbereiteten. Eine Verordnung der Ortsbchördc hatte das Waffen tragen allgemein untersagt, um einer Agitation, welche die An treibung der Flüchtlinge und ihre Rilcksendung nach Epirus bl zweckte, entgcgenzutreten. -1 Gestern in der Morgendämmerung wurde die Bevölkru« I P durch Schüße in verschiedenen Teile» der Stadt in Aufregung vek I setzt. Die italienische Kolonie flüchtete in das italienische Konsuia I ., »nd der italienische Konsul bat de» Admiral PatriS um Land»« ^ von Matrosen von de», Linienschiff „Sardegna". Tie italicniiltn Matrosen gingen ohne Zwischenfall an Land. Der Besehlshabe 3 > der Gendarmerie der Stadt und andere Persönlichkeiten besuchte den italienischen Konsul und brachten ihm ihre Dankbarkeit sit I das, was Italien für Valona tue, zum Ausdruck: sie bespräche die Mitarbeit der Bevölkerung. Die Matrosen nahmen die Sto! friedlich in Besitz. Es herrscht vollständige Ruhe. Dnrazzo, 25. Dez. Agenzia Stesani meldet: Esiab Pascha > > Iitij mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse, die in. Inner » Albaniens, besonders in Tirana und Umgebung herrschen, na „ Krosa abgcreist, wo er sich z» den dort versammelten Streitkräste or begeben wird. Weitere Streitkrästc werden mit dem Dampf) ent „Citta di Bari" a bgehen. _ öre £ 1- s0s „Tn stößt sic von dir, die dein Mund geküßt hat: * ct murmelte der alte Mann, die Hände faltend. } 1 z« „Tu verstehst mich nicht," antwortete Johann. „I a j, c will selbst mit ihr reden: sic wird mir recht geben." I „Halt!" rief Afraja, indem er ihn am Arm ergriff. ,-B ^ du ein Wolf, der seine Zähne in ihr Fleisch schlägt, oh> jj 0 ihren Jammer zu hören? Sprich nicht mit ihr, sie wür ^ davon sterben!" _ , IJ jt c j Er setzte sich nieder auf den Stein und verfiel in tief ^ Nachsinnen, aber seine Augen rollten unruhig umher u, seine Lippen flüsterten leise Worte. Marstrand unterbns j. ihn nicht; er wünschte sich weit fort von dieser unheiinüm! Stelle. Wie konnte er Gula von diesem Vater nchm'! welcher sie ihm als Belohnung für einen Verrat anbot, > i ihn für immer entehren und in diese Wüsten zu Lappen » j Rcnnticrcn stoßen niußte? Wäre eine alles vergesset I Liebe in ihm gewesen, so hätte diese ihn in Afrajas Hä» I ^ geliefert. Björnarnc hatte recht, nur die glühendste Leid-I schaft konnte einen Normann in die Lappengannne bring I Marstrand hatte nichts als Wohlwollen, Mitleid und u I k«, man Frcnndickzaft nennt. Trostlos ließ er den Kopf sinken. Afraja begann 4 ^ ihm sanftmütig zu sprechen. — „Du weißt cs," sagte er, ,1 ig,; habe nur dies eine Kind und ich bin alt. Wie lange w» es dancrn, bis Jubinal seinen Boten sendet? Auf des al I ^1 Priesters Verlangen, und weil ich glaubte, es sei gut, 'I «« sic mancherlei lerne, hatte ich Gnla Hclgestad übcriani Es war nicht wohlgetan. Du weißt, Herr, wcis gcl -1 »« Gula floh, aber ihr Herz war bei dir, und ich sah fit, 6 I werde», sah Hangir, den dunklen Todcsbotcn, über w I Haupte die weiße Blume zerpflücken und auf ihre Lw I streuen, da warf ich mich nieder, vor dem Altar und ; meine Stirn an seinen l,eiligen Stein. Er sprach zu ' > ^ mein Opferrauch stieg hoch und gerade ohne zu schw"" > seine Befehle erfüllten meinen Kopf. : Ich hatte Mortnno zu meinem Erben bestimm ■ . wußte, daß er den Tau von den Halmen küßte, die | . Fuß gebeugt. Ich sagte ihm Jubinals Gebot, reigt^'"' ^ Weg, den er gehen sollte, und ohne Klage ging er, , ihn zu dir, »m den Mann zu holen, nach welchem Augen suchten. . P I i sFortsctzung folgt.) Di- japanische Heeresvermchrunq abgelchnl' Das Parlament aufgelöst' «. LSL'Ä. I Ä VS£X ÄÄ* JStr' bildet den einzigen Grund siir die Reinungsverlä>i»»^tz?^""!" den politischen Parteien. Ta es der Äajoruä» mdt^larn ifl »abinctt durch »inen Angriif aus seine ouswäriige Poli,?„nh h SonBinrf, dass Japan sich England un.erordne WaMen bringen, wird sie -amsiag. wen» dw Armeevoilaee kommt, gegen die Regierung in OppsMio» treten 8 '' prfld)l Sollte die Regierung unterliegen, so würde da-, SiÄ-Äf»?“ UN „a ÄS« . 1,. üiiu, -0. „ez. Meldung des Reiitersckien Bureaus: a.as Parlament lckinte die Regierungsvorlage, d.c c.ne Vermehrung der Armee um zwei Divisionen ver langte, mu -l.j gegen 118 «tiuimen ab. Der .Sinifrr ordnet' darau, die Auslosung des Parlaments an. Tie Polenschlacht in russischer Darstellung. T , ei - 10 * lVrio-rel. der »J r *T. 3t fl- C.fy. »rTf?.) dl UH ^ctcrdbiirfl roitb pmc4öct' " il >> c>> 1" sra l ft a bha! kämpfen. Werden der Licbkncchtgruppe nun bald die Augen aufgeben? Ein (sirus; der englische» Sozialdemokraten an die deutsche» Brüder. London, 20. Tez. lEtr. Frkst.) Ter Lobonr Leader, das Blatt der englischen Arbeiterpartei, hat eine besondere Äeihnachtc- numnier hcrauSgegeben. Eine Sammlung von Zuschriften von Sozialisten and Oesterreich. Rußland und vor alle» Tinge» ans England steht unter der Uebcrlchrist: »Ein Manisest der Unabhängigen Arbeiterpartei gegen die Kriegserklärung". Tiefe Kundgebung beginnt mit den Worten: »Man hat uns gesagt, dast der inlernaiionale Sozialismus tot fei und dast alle unsere Hoffnungen zerschmettert seien durch das Feuer und die Pestilenz dc-s cnropä-- schcn Krieges. Tas ist nicht wahr. A»S der Tunkelbeit lind der Tiefe rusSn wir der Arbeiterklasse und unseren Kameraden icglicbe» Landes ein „Heil!" zu und unter dem Brüllen der Geschütze senden wir den deutschen Sozialisten unsere Sympathie und unsere Grüste!" — Tic deutsche» Beitrage stammen in erster Linie von Kauiski, und Bernstein: unter den Engländern sind Bcrnard Shaw, Ramsa» Macbonald und Brncc Glasier hcrvorzuheben. Deut die Vorstöße in den Arqonrren. Gens, 27. Tez. sbtr. Bin.) Rach einer Meldung des Lok.-Anz. unternahmen die Deutsch» gestern im Argonneinvaldc an fünf wichtigen Punkten Anariffe. die besonders bei Bacar.it und <-t. Hubert sehr crsolgreich waren. Tazn bcmerlt der Tagesbericht stoffrcs abschmächend: Tie Unseren behaupteten ihre ,ruhcre nront: Ortsangaben aber fehlen. , stn der Champagne wurde hauptsächlich Berry au Bac »m- stritteii. Verzweiflung in Warschau. Die Behörden verlasien die Stadt. Warschau, 27. Dez. Das Bert Tgbl. erfährt über Rom: Tag und Nacht hört man die Litaneien der Bevölkerung, die zur Madonna flehen. Warschau ist eine einzige groge Kirche ohne Kirche und Priester. Die Bevölkerung würde es vorziehen, w-nn die Deutschen endlich kämen und die ewige Rcrvossiät ein Ende naimie. — Rach der Deutschen Tageszeilung haben die Behörden mii den Alien und »affen bereits Warslgau verloffen und sich nach Wilna begeben. !-i,l flsche Ji,de»i-Berfolgunge». Das Ausland, kemitcc des russischen ,,Bnnd" jüdischer Al beiter,-das ;n Gens seinen Sitz hat, teilt mit. daß ü>e vch'len russischen Militärbehörden mit ungeheurer Rück- sick tslosigk.:t gegen die Hilden in Polen Vorgehen, denen sie ..Sympathien für die Deutschen" porwerfen. Eine sehr große Anzahl von Juden ist erschossen, erhängt, zur Zwangsarbeit für Lebenszeit verurteilt worden. Militärisck>: „nd auch oürgcrlichc Pogroms haben in Lodz »nd anderen Städte» staltgefiindcii. Tie ganze jüdische Bevölkerung von Grodzisk. SkjernjewitSj. Sochasjzow, Gora-Kalwaria »stv. wurde aus gewiesen mii einer Frist, die jedesmal nur 7 bis 2t Stunden dauerte. Tabci wurde natürlich auch alles geplündert. Viele Männer, Frauen, Kinder, auch alte Greise und Kranke, wurden aus diesen Städten vertrieben und schleppen sich setz! obdachlos im Lande umher. Besonders Frauen »nd Kinder erliegen zahlicich den Strapazen. Mehr wie 10006» Juden lind allein nach Warschau geflüchtet. Ebenso, wenn nickst noch schlimmer, sind die Znsiändc in den von de» Russc» besetzten Gebieten in Galizien. Ter von dem Dreiverbände zur „Befrcinng der kleinen Nationen" und »Für die Kultnr" geführte Krieg zeigt immer mehr sein wirkliches Gesicht. Leider erfährt die Dc- oölkeriing der anderen Länder davon nur sehr lvenig. Tic Mandate der 2lb »fl. 2$ itcvle und Wcill. In den beteiligten Rciibsäintern besaht nian sich aus bas eingehendste mit der Frage, wie tie Mandgtc dieser beide» Abgeord- »eten zur Erledigung gebracht werde» lönnen. Beide bezeichne««», sich in der französischen Presse als ehemalige RcichsiagS- abgcordnete, darin liegt aber lein formeller Verzicht aus das Mandat, stnsolgedeffeii sind sowohl Letlerle als auch Weilt immer »och Miiglieder des Deuische» Reichstags. Der Reichstag kann anS eigener Enlschlicsziing nichts tun, de»» da» 'Recht, ei» Mitglied daiiernd ausziischliehen, oder ihm das Mandat abzu- erkenne», sieht ihm »ich, z». Die Handhabe» aber, die der Reichr- regierung durch die Eiesetzgebung geboten weiden, sind auch nicht völlig einwandsreier Ratur. Wir hören darüber folgendes: Ver- hältniSmätzig einlach liegt noch der Fall Weill. vier gelang» zunächst zur 2inwcndiing der 8 27 des Staatsgiigehörigkeilsgeseves, der bestimmt: »Ein Deutscher, der sich im Ausland aiifhält, kan» seiner Staatsangehörigkeit durch Beschlnsi der Zentralbehörde seines Hrimatftaates verlustig erklärt werden, wenn er im Falle eines Krieges oder einer Kriegsgefahr einer von, Kaiser angeordnete» Anssorderiing zur Rückkehr keine Folge leistet." Diese Anssorderiing zur Rückkehr ist durch den Ausruf der Vchrpflichzjgen bis einschiiehlictz des Lantstiirms ergangen. Da;» komntt dann noch die Verordnung vom 15. August 1914 zu IN Reichs- und StaalSangehörigskeitSgesctz, die bestimmt: „2>lle im Heere, in der Marine ober in sonstigen Kriegsdiensten scindlicher Mächte stehenden Deutschen haben sich unverzüglich in daS Inland znrllckzubegebcn." Diese Bestimmung würde — immer die Richtigkeit des vom Figaro vcrössentlichie» Briefes voransgesevt aus Weill ,»- treffen, der nach diesen Angaben am 5. August in das sranzösischc Heer eingctrcicn ist. Diese Handlung würde zudem den Tatbestand des Landesverrats ersüllc». Der Statthalter von Elsaß-Lothrjngen hätte also, nach vorangcgangcner ersvlgloscr Ansfordernng an Wcill, nach Tcnischlaiid zurückziikchren, den Verlust der Staats- aiinchörigkcit auszuspreche». Damit entfällt dann die Voraus- scbiing des Artikels 20 , 8 4 der Verfassung, wonach zum Abgeordnete» nur wählbar ist. >vcr einem Bundesstaat seit mindestens einem Jahr angebört. Mit dem Verlust der Staatsangehörigkeit wäre nach dieser Anssassuna das Mandat en ipso erloschen. Schmieriger liegt die Sache mit Wellerlö. Er sicht in keinem »lilitärpflichtigc» Verhältnis inchr, ist überdies auch über das militärdiciistpfiichiigc Aller hinaus, ist vermutlich nicht in den sranzösischen Staalsdicnst cingctrcte» und hat zweifellos das Recht, sich seinen Wohnsitz z» nehmen, wo er will. Seine deutsch« Siaais- angehörigkcit verliert er erst dann, sobald er die Slaalsangchörig- kcit in Frankreich auf seinen Aniraa erworben hat. Ob lctzlcres cingctretcn ist. dürfte während des Krieges kai»n festzustcllcii sein. Aetterle wird bekanntlich wegen i'andec-veriraiS versolgk. Be, Verurteilung wegen dieses RiaicS kann ans Berlnsi des Rcichs» tagsniandats erkannt werden. Alle diese Wege sind aber »mständ- lich und es ist deshalb nickt ausgcschlosicn. dast dem Reichstag, der gm 2. März wieder znsammenlrilt, eine Vorlage aus Abänderung oder Ergänzung der ReichSversassung zugehcn wird. Tie kommende Etatöberaiunfl. Von der nichrfach erörterken Absicht, die „Freie Koi»- ntifsion" glich tagen zu lassen, scheint man jetzt allenibalben abgckoinmen zu sein. Wenigstens schreibt die mitunter osfiziös bediente Neue Gesell'chaftl. Korrespondenz: „Wenn der Reichstag im Mär; zur Beratung des Etats siir 1915 wieder zulainmcntritt, wird man dieses »Freien AuS- schuffcS" nicht mehr bedürfen. Man wird den Etat natürlich mir in grossen Grundlinien lcstlegc» »nd nebenbei andere zeitgemässe Fragen erledigen. S^or allem die der Sricgcrunlcrstübnng und der Hinlerblicbcncnlüriorqc. Ran rechnet ans eine Taoiing von etwa acht Tagen. Vorher wird im Februar der prcussiscke Landtag cbeniall» zur EtatSarbcit zuiammcnkommcn. Auch hier nimmt man an. dass die Tagung wenig mehr als acht Tage in Anspruch nehmen wird." Last der Reichsetat, wie inimcr er auch gestaltet sein möge, in wenigen Tage» durchberatcn werden kann, erscheint doch sehr fraglich. Tic 6>esam'cinblicken A.:S!-a,ch beicklggnohmten Waren der versckie-cnäe» Art hat einen solchen Umkaiig erreicht, dass die Fraae ihrer Unterbringimg inrmer schwieriger wird. Auf Ver- anlassung des prenssisckeu Sriegsmliristcriums hat daher der Teut'che Hondesstag die Haudelskamwern ersucht, für die hauptsächlich in B-.irochi kommenden Piave sestiustellen. wieviel Lo-terräumc zurzeit zur Verfügung stehen, sei cs in Ssfcnliicken Lagerhäniern. sei es bei Spediteuren oder sonstwo. Fn Bctrack.t kommen alle Teil« des Trutsch:n Reiches, mit «usnohme dcr Provinzen Ostprenhcn. West- prcutzen. Posen, der RcgiermisSbezirke Breslau, Oppeln, Tüffel- dorf, Köln, Trier, Aachen und wn Tlstch-Lochringen. Hcsieu miD Nachbargcbiete. Wiffjnt und ttmgebnnfl. Familiruunterstühung bei Veriviiiidiing »nd Krankheit. Es i»,d mehrfach Zweifel d-irüber oufgetaucht, ob die Faniilienuiiterttütziingcn aus Grund des Gesetzes vom 2s Februar 1888 (und I. August 1911) weiter zu zahle» sind, wen» der in den Fe^dieust Eingetretene verwundet oder krank in die Heimat beurlaubt wird. Um diese Zweifel zu beseitigen, sind die Gemeinde» von der zuständigen Stelle ans die Bestiinmnngen des vierte» Absatzes in 8 10 de4 Ge- setze« tzingrwiesen, wonach die Unterstützungen dadurch nicht unterbrochen werden, das; die in den Tienst eingetrctrnen als krank oder verwundet zeitweilig in die Heimat beurlaubt worden sind. Handelt cs sich nn> Kriegsteilnehmer, die nicht lvieder felddicnsisäbig geivorden sind, so unterliegt es keine»! Bedenken, die Familicnnnterstütznngen i» Fällen des Bedürfnisses so lange weiter zahlen zu lasse», bis die belrefsen- den jiriegsicilnehmer iu den Genuß der Militärrcnte treten, d. h. bis zu einem Zeitpunkt, zu welchem sie den ersten Betrag der Militärrentc tatsächlich abdeben. In gleicher Weise sollen auch die Hinicrbliebencn dcr im Kriege Gebliebenen oder infolge einer Berwundnng oder Kricgs- dienstbeschädigung Verstorbenen die Kriegsfaniiliciuinicr- stützung weiiererbalten, bis die Bewilligungen ans Gnind des MililärlünierblicbcnengesctzcS laisächlich zur Erhebung gelangen. Bei einer verspäteten Zahlung dcr Militärbeziige soll von einer Rücksorderung der Familienuntcrstützungcu abgesehen werden. Tie Zenirallasie der hessische» laudw. Gcnosiciischast^ e. G. m. b. H., zu Tarnrstadt teilt ilircu Genossenschaften soeben mit, daß sie vom 1. Januar berechnet an Zinsen: a) in lausender Rechnung für Guthaben 1 Prozent, für Schulden, die nickst durch Vcrpsündung von Forderungen an die Landw. Genossenschaftsbank besonders sichergestellt sind, den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 8 Prozent: für Kredite, die durch Verpfändung von Forderungen an die Landw. Genossenschaftsbank sichergestellt sind, M; Prozent unter dem jeiveiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 4y 2 Prozent: b) im Wechselverkehr siir Wechsel jeder Art — DarlehnSwechsel und GcschäsiSwechsel — den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zur Zeit 8 Prozent: an Provision: sowohl in der laufenden Rechnung wie für Darlehnsivechsel nach wie vor Prozent. Feldpvstoriesc im Gewicht über 20 Gramm bis 500 Gramm werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar 1918 von neuem zngelassen. Die Gebühr be- tiägt 20 Pfg. Tie Sendungen müssen dauerhaft verpackt lein. Stur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder danerhafie Leinwand sind zn verwenden. Für die Wahl des BcrpacknngSstosfcs ist die Natur deS Inhaltes mnst- gcbend: zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung init Papier oder Leintoand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Tie Päckchen, auch die mit Klani» inerverschliist versehenen» niüssen allgemein mit dmicrhastcni Bindfaden fest nmschnllrt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in niehrfachcr Kreuzung. Tie Aiif- jchriften sind ans die Sendungen niederzuschreiben odee unbedingt haltbar ans ihnen zu befestigen und müssen dent- lich und richtig sein. Auster kleinen BekleidungS- und Ge- branchsgegcnständen sind auch LebenS- und Oseniißmittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit dcr Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind leickst verderbliche Waren, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst: ferner fener- gcsäbrlichc Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Tasthem'cucrzeuge mit Bcnzinsülliing. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssiflkeit in einem starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten nnd dieser in einem durchlochtcn Holzblock oder eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, »nd sänttlichc Zwisckü'nräume mit Baumwolle. Sägespänen oder einem schwammigen Stoffe so angcsüllt sind, daß beim Tchadbastwerden des Behälters die Flüssigkeit nnfgcsaiigt wird. Sendungen, die den vorstehc»- öen Bedingungen nicht entsprechen, werden von den Post- anstaltcn unweigerlich zurückgewiesen. — Keine Neujahrskarten und -Briese mit dcr Feldpost. Ter Feldpostbriefvcrkchr nimmt dauernd an Umfang zu: nur mit Aufbietung aller Kräfte ist cs jetzt gelungen, ihn ordnungSmähig zu bewältigen. Ihm drohen aber neue Gefahren, wenn rin Austausch von Neujahrskarten in dem in FricdenSzcitcn üblichen Umfange zwischen dcr Heimat und den Angehörigen deS Heeres in diesem Jahre siattfindct. Es ist unmöglich, im Felde, wie dies in der Heimat geschieht, Slushilfspcrsonal cinzustellen, um die durch den Neujahrs- briesvcrkehr entstehende Mehrarbeit zu bewältigen. Turch solche Masienvcrscndungen würde nicht nur der Ticnstbricf- verkchr, sondern auch der gewöhnliche Prioatbriesverkebr leiden. Aus diesen Gründen ersucht die Hceresverwalinng dos Publikum dringend, die Abscndung von N c n j a h t S • glückwünschen an Freunde und gute Bekannte durch die Feldpost zu unterlassen. Auch die Versendung von Glückwünschen in dcr Heimat sollte man einschränkcn. — Im Stadttheaier wurde am Weihaachtstngc ein den kriegerischen Zeiten angepaßtes Sticck ansgesührt: daS historische Schauspiel „Colbcrg" von Paul Heyse (geb. 1830 in Berlin, gcst. in München). Tas Stück behandelt die Verteidigung dcr damaligen Festung an der Ostsee im Jahre 1807 durch Gneiscnau im Verein mit den, Bürger- mcister Nettclbcck. Tic vom Obcrrcgisseur W. Twor- kowski geleitete Vorstellung gelang vortrefflich. In den Hauptrollen waren beschäftigt die Herren Clemens von Roggen hausen (Gneiscnau), Paul Schubert ^Nettclbcck). W. Tworkowski lJnvalide Würges). Ferdinand D t e i n h o f c r (Heinrich Blank). L. Großer als Rektor Zipfel. Ferner die Damen A. Frenzel und Marta Schild als Witlve Blank und Xodjtev. Alle Mitwirkenden trugen dazu bei, dem patrioti- scheu Stück, das in gewöhnlichen Zeiten wohl kaum auf dem Spiclplan erscheinen würde, zu einer guten Aufnahme zu verhelfen. Tic Ausstattung linierte Truppen mit Wollsache». Sßercmfa&f durch verschiedene Artikel in der Presse, in denen Icbhasl über mangelhafte Ausstattung unserer Soldaten mit Wollsachen geklagt wird, weist die Militärverwaltung darauf hin, daß in den Winterinonatc», d, h. in der Zeit vom 1. 10. bis 31. 3. jeder Mann des Feldheeres, der Ersah- und Be- jatzungsiruppen mit warmer Unterkleidung für Rechnung des Reiches versehen wird. Für die bereits im Felde stehenden Mannschaften ist da? Unterzeug schon tior Beginn der kalten Jahreszeit durch die BekleidiingSamter nachgeschickt worden, während die später zur Front gesandten Mannfcl)aften vor ihrem Abgang ausgestattet wurden. Rach einer Verfügung des Kricgsministcriums sollen die verwundeten oder er» krankten Mannschaften während ihres Aufenthalts im Lazarett darüber belehrt werden: 1. daß sic vor ihrem Ausrücken ins Feld erneut mit feldbrauchbarer Bekleidung und Ausrüstung, also auch mit warmer wollener Unterkleidung versehen werden, . wo sie diese Bekleidung und Ausrüstung zu empfangen haben und 3. daß sie deshalb wegen wollener Unterkleidung nicht auf Liebesgabcnsammelstellen angewiesen sind. — Ausschußsitzung der Ortskraiikenkasse (Pichen. Wie Bereits in der Donnerstags-Nummer erwähnt, findet am Mittwoch, 30. Dezember, abends 8H4 Uhr eine Sitzung des Ausschusses der Ortskrankenkasse Gießen im Saale des Ge- wcrkschaftshauses statt. — 3000 Mark für das Ostheer. Auf Antrag der Finanzkommission bewilligte die Stadtverordneten-Ver- sammlung in ihrer lebten nichtöffentlichen Sitzung 3000 Mk. für die sogenannte Hiudenburg-Spende zur Unterstützung des Ostheeres. — Der erste Gewinn der Gießener Ansstellnngslotterie, km Werte von 10 000 Mk., fiel in die Kollekte von Julius Landergeld in Vilbel. Reiiteiiquittiingsformiilare Die Laudesversicheruugsaiistalt Kroftherzogtuni Hellen in Darmstadt ersucht uns, ihre Rentenempfänger daraus hinzuweisen, daß die Nentc-nquittungsformulare künftig nicht mehr auf Ansordern direkt übersandt werde», sondern in den Landgemeinden bei den Großh. Biirgermeisiereien und in den Städten bei den zuständigen Polizeirevieren erhältlich sind. Ein direkter Versand findet somit nur noch an die anßerhalb des Kroßherzogtums wohnenden Rentenempsänger statt. — Weihnachtübkschcriing und Weihnachtsfeier. Hm den Kindern der in den Krieg gezogenen sowie arbeitslosen Partei- und Kewerk- schastsgeiioffen eine kleine Freude zu bereiten, hatte das Kictzewcr Kciverkschaststortell eine Bescherung veranstalte!. die am 1. Weih- nochtsfelertage, nachmittags vor sich ging. ES hatten sich dazu über 400 Kinder ei »»esu,»den, so daß der Saal des Ke werk schaftsh au se tz die Menge kaum fassen komiie. Für die mit der- Berieslung der Gaben betranken Personen war es keime leichte Aufgabe, die Verteilung so vorznnehmen, daß jedes Kind ein für sein Alter und-Geschlecht passendes Geschenk erhielt. at»er es gelang und alle wurden zusriedengestellt. Natürlich konnten besonders große Ausiveridnngen nicht gemacht wenden, da für jedes Kind Lnrchschi»lttlich etwa 1.20 Mark zur Verfügung stand, ivomit man bekanntlich nicht viel ans- richlen kann, doch Hauptzweck war ja, den Kindern eine Freude zu bereiten und der ist erreicht worden. Einige Borträge, die der Kigderoersmnmlnng noch geboten werben sollten, kamen nicht recht zur Kettung, weil die Kleinen nattivttch keine Ruhe halten konnten. Die Weihnachtsfeier am 2. Feiertage war so zahlreich besucht, wie es wohl noch selten bei einer Veranstaltung im Kewerk.- schastShanse der Fall war. Auch von auswärts hatten sich viele Besucher ein'gefnnden und nicht wenige, die etwas zu spät gekommen waren, fanden keimen Platz mehr. Für den zahlreichen Besuch dankte Noll bei Erösinnag der Feier im pkaine» der Kommission, moranf Vetters in einer kurzen Ansprache daraus die Bedeutung des Weihnachtsfestes als das Fest der Wintersonnenwende hlnwieS, das schon lange por der christlichen Zeitrechnung begangen wurde. In diesem Sinne begehen auch wir es: gerade dr> türme begrüßt es, wenn die Sonne hoher steigt mid die Aussicht ans kämmende warme Tage sich verstärkt. Mit der christlichen Wethnachlsbotschafi von, Frieden ans Erden steht der gegenwärtige grauenvolle Krieg in, schreien,djten Widerspruch. Das Ehristentuni verhindere nicht, daß die Völker sich gegenseitig abschlachten. Erst mit dem Siege des Sozialismus werde die Weichnachlsbotischast erfüllt werden. Die Darbietimgen. Kesangsvorträge des Gesangvereins ..Eintracht" und ernste und heitere Vorträge einzelner Genossen wickellen sich dann in rascher Folge ab und soviel wir hören konnten, waren alle Be sucher mit dem Kebotenen zufrieden. Wer bctonimi Wochenhilse? Es herrscht noch vielfach Unklarheit darüber, ivelche Wöchnerinnen Anspruch aus die Wochen- hilfe haben, wie sie durch die Bekanntmachung vom tz. Dezember vorgesehen ist. Wir haben neulich bereits eine kurze Erläuterung gebracht. es kann aber nicht schaden, wenn wir nochmals die Bedingungen hervorhebm, >vel«l>e a» den Bezug der Wochcnhilse geknüpft sind. Diese sind folgende: 1. muß der- Ehemann der Wöchnerin in diesen, Krieg in, Reichs-, Kriegs-, Sanitäts- und ähnlicher Dienste sei» oder an dei-en Weiierieistmig oder an der Wiederans- nahme der Erwerbstätigkeit durch Tod, Verwuudii»g. Erkrankung oder Kesaiigennahine verhindert sein: 2. muß der Ehemann vor Eintritt in den Kriegs-, Sanitäts- oder ähnlichen Dienst innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate mindestens 2 0 Wochen oder nn- nitttellnrr vorher, niindeftenS ll Woche» bei einer K ranke n kaffe gegen Krankheit versichert gewesen sein; tz. muß die A i e d e r k » n s t der Ehefrau »ach dem 2. Dezember 1914 eingetreten sein. Treffen die beiden ersten Bedingungen, aber nicht die dritte zu, so wird nur das tägliche WochcitMld und das Sttllg,e.Id in dem noch möglichen Umfange, d. h. insoweit gewährt, als sie ans die Jett vom tz. Dezember an entfallen. Wird der Ehemann erst nacht der Niederkunft der Ehesrau zu Kriegs-, Staats- oder ähnliche» Dienst herangezogen, so tritt das Reich naturgemäß erst mit dem Tage des Dienstantritts des Ehemannes in die Fürsorge der Wöchnerin ein, es sind dann Wochengeld und Sttllgeld in dem noch möglichen lim fange, so wie die Bekanntmachung sie geregelt hat. zu gewähren, während die einmalige» Leistungen Wochen ein tägliches Wochengeld von einer Mar-? und falls Sie Müller ihr Kink» selbst stillt, auf längstens 10 Wochen ein Stillgeld von täglich ciPor halben Mark zu. Land- und sorsttoirtschaftliche Berussgeiiostenschast für das Kroßherzogtnn, Hessen. Tie diesjährige Kenosteiischaftsversamn,- lung der iand- und forstivirifchnftlichen Berufsgenostenichaft für das Krvßherzogtnn, Sesten, fand unter dem Vorsitz des Kroßh Geh. Regierungsrats Bichmann am 2l. Dezember im IlathauSsaal in Darmstadt statt. Nach den, Rechenschaftsbericht für 1914 betrug die Zahl der angetneldeten Betriebsunsälle 4558. Uebernominen wurden aus deni Vorjahre 1824 Unfälle, sodaß insgesamt 9482 llnsälle neu zu bearbeiten ivare». An Entschädigungen für Renten an Verletzte, Kosten des Heilverfahrens usw. wurden 1 049 210,84 Mark bezahlt und 4920 Renteiibeschetde erlassen. Die Sumnie der erstmalig in, Rechnung, jahre gezahlten Entschädigungen betrug 225 258,22 Mark. Die Mittel der Rücklage bezifser» sich aus 2 200 490,90 Mark. Der Voranschlag der Bernssgenostenschalt für 1915, der in Einnahme und Ausgabe mit 2 844 401,48 Mark ab schließt, wurde gntgeheißen. ebenso derjenige der der Berufs- genosfenichait angegliederten Hnstpflichtverstcheruiigsanstalt, die sich weiter günstig entwickelt. An der Kriegsanleihe hat sich der Ke- nvssenschaftsvorstand mit 400 000 Mart beteiligt. Ein Antrag des Herrn Gärtiiereibesttzer, Steinhauer Taubenheim, den Höchstwert, der für Umlegung der Bettrüge in Frage kommt, aus 1 Mark sür den Quadratmeter fesignsetzei:, wurde eingehend erörtert und dem Vorstand zur weiteren Behandlung überwiesen. Wäschewechsel im Felde Unser Breslauer Parieiblatt erhielt folgende beachtenswerte Zuschrift: „Schon als wenige Wochen nach KriegSbeginu die Frage der Versorgung unserer im Felde stehenden Sühne mit frischer Wäsche bezw. die Ergänzung des Unterzeuges erörtert werden mußte, sprach meine sehr vorsorgliche, sparsame und wirischafiliche Frau den Gedanke», oder richtiger ihre Verwunderung auS, daß von der Heeresverwaltung oder den Liebesgabenstellen keine Vorsorge getroffen sei. daß die schmutzige Wäsche gesammelt und zur Reinig ii u g zurücktransportiert würde. Dadurch würden doch große Summen erhalten werden und viele» bedürftigen Kriegern könne öfter die Wohltat reiner, frischer Wäsche verschafft werden. Nun schreibt uns unser Sohn, der seit den ersten Tagen der Mobilmachung bei de» Fahnen ist und immer in den vordersten Reihen den Feldzug in Frankreich mitgemacht hat, aus den Schützengräben bei Servon und Binarville, folgendes: „Wir bekommen jetzt reichlich Wüsche als Liebesgaben und können öfter einmal Hemd nnd Unterhose wechseln. Auch die ansgezogene Wäsche ist alles neu, nur eben schmutzig. Man kann aber nicht mehr waschen, denn einmal ist die ivnsterspendende Quelle über eine halbe Stunde entfernt, und nur selten einmal kann Wasser zum Waschen für »ns selbst herangeholt iverden. Zweitens wird doch bei dem herrschenden Frostwetter nichts mehr trocken. So wird also die ganze, zwar schmutzige, aber doch neue Wäsche' weggeworfeu! Zn Hunderten liegen um unsere Lager diese Wäschestücke! Es wäre für die Kompagnien ein leichtes, diese z» sammeln nnd ln die ebenfalls vorbandenen Säcke zu stopfen: mit Küchen, Brotwagen usiv. könnten diese täglich von der Front in die weiter rückwärts kieaen- den Qrte geschasst werden. Von dort aus müßte dann das Rote Kreuz den weiteren Rücktransport übernehmen. Millionen könnten auf diese Weise erspart werde», wenn diese Wüsche in großen Tampf-Reinigungs-Anstalten gereinigt und dann weiter verwendet würde. Vielleicht bedarf es nur einer Anregung an richtiger Stelle." Da hier mein Sohn den eingangs erwähntew Gestillten wieder aufgreift und als praktisch durchführbar bezeichnet, halte auch ich es für angezeigt, wenigstens den Versuch zu machen, ob fiter ein Weg zu großer Ersparnis und Wohltätigkeit gefunden werden kann." — Auch angesichts der immer größer werdenden Wollno! 'ist die vorstehende Anregung durchaus beachtenswert. Telegramme. Die mistlittigcne französtsche Offeirstve. Stockholni, 27. Dez. (Etr. Bln.) Tie Weißnncktsüber- sicht über die Kriegslage schließt noch der Franks. Ztg. Aslon- ö lad et mit folgender Kritik der alliierten Westittcichtc: So viel kann man schon hcnte ruhig sagen, daß die für Weihnachten perkündete große französische Offenst v c des Generals Josfre n i cht znr'Wirklichkcit geworden iit. Wenn der phantastische Daily Mail-Korrespondent in Nordfrankreich behauptet, die Belgier hätten die deutschen Stellungen der Userlinie durchbrochen, so verdient diese Meldung nicht, daß inan sich sachlich mit ihr beschäftigt, obgleich der englische Berichterstatter sich auf offizielle Quellen stützt. Englische Meld-in^en über die Lage in» Osten. Daily Telegraph erfährt unterm 24. Dezember ans London: Petersburg Rjctsj schätze, daß der Feind nicht weniger als 26 bis 28 Armeekorps, unter denen 10—12 österreichische sich befinden, zwischen de» Mündungen der Bzura und Nida gesammelt habe. Die Morning-Post erfährt ans Petersburg: Großfürst Nikolaus sei erneut gezwungen, zeitweilig seine strategische Absicht aufzugebcn und die Heere z u r ü ck z n z i e h o n, unr die i u n c r ft e Linie halten zu können. Er muß also Krakau in Ruhe lassen und seine Front vor Warschau konzentrieren. ZcrstörrtttKeiircs^arettdeirkttruks in Warschau Berlin, 27. Dez. (Ctr. Bln.) Wie wir ans Warschau erfahren, ist dort in den letzten Tagen das Denkmal, das Nikolaus 1. z» Ehren der ihm während der Revolution von 1830 ergebenen Polen errichtet Hatto, in die Luft gesprengt worden. (Fmnkf. Ztg.) Der öfterreichijch-rittstarische Tagesbericht Wien, 27. Dez. (W'B.) Amtlich wird vertaiitbart, 27. Dez., mittags: Die Lage in de» Karpathen ist unverändert. Bor der ,wische» R q m a » o io und T » ch o m eingesetzten russische » Offensive wurden unsere Truppe» in de», galizischen Kar- pathenvorlande etwas z n r ü ck g e n a in m e n. Feindliche Sliif griffe am unteren D u » a s e c und an der untere» N i » a s ch e i t e r- > e ii. Die Kämpfe in der Kegend von Tomoszow dauern fort. Aus dem Balkan-Kriegsschauplatz hält die Ruhe an. Das Eerntorinm Ser Monarchie ist hier mit Ausnahme ganz iuu bedeutender Kren,»trecke» Bosniens, der Herzegowina und Lüd-D«l. matlens vom Feinde frei. Der fchmalc Landstreifen Lpizza. Budua wurde von den Montenegrinern schon bei siegln» des Krieges besetzt. Fhe Angriff ans den Boechc di Eattarg! scheitcric vollständig. Schon vor längerer Zeit wußte» ihre Atigrish nnd die aus die Krenzhöhe» gebrachte» sranzösischei, Keschiitze, v.-m unserer Forts- und Schiffsartlllerie niedergekämpft, das Feuer ein, stellen. Ebenso ergebnislos verlies de tan nie ein aßen die wiederholte Beschießung einzelner Küftenwerke durch die franzöfische Flotten, abteilung. Der Krjegshafe» ist somit fest in »nsern Hände«. Testlich von T r e b i n j e entwickeln sich schwächere u, o » t e » e g r O- niiche Abteilungen aus herzegoirinijchem Grenzgebiet. Endlich stehen östlich der Triuastrccke Foca-Bisegrad serbische Kräfte, die von dort auch während unserer Tssenfive nicht gewichen waren. Der Stellvertreter des Ehefs des Keneralstabe.. v. Höf r r, Feldmarfchallentnant. Die Helden der deutschen Marine. Vor» der Lchlticht bei der» ^altlakidsinseln. London, 27. Dez. (Ctr. Frtft.) Nachdem Sturdees Ge-" stywadcr in Montevideo eingelaufen ist, werden wintere Einzelheiten über die Schlacht bckynnt. Stnrdec selbst erkannte bei dem ihm von der encilischen und französischen Kolonie Montevideos gebotenen Empfang die Tapferkeit der Deutschen an, indem er sagte: Wir konnten keines der deutschen Schiffe gefangen nehmen, weil sie sich weigerten jicb zu ergeben und mit Hunderten von Männern unter- gingen. Die deutschen Schiffe schlugen sich tapfer. Einige von ihnen gingen mit wehender Flagge und mit der Mannschaft in Paradestellung auf Deck unter. Aus anderen Erzählungen geht hervor, dciß „Scharnhorst" nnd „Gneisenau" mit Todesverachtung gegen „Jnvincible" kämpften, der mit 303 Millimeter-Geschützen den deutschen 210 P!illimeter-Ge- schutzen weit überlegen war. Namentlich „Scharnhorst", der dm goldene Schießmeöaille besaß, zeigte sich seines Rufes' tvürdig. indem seine Schüsse gut trafen: nur erwiesen sich! seine Geschosse gegenüber der stärkeren englischen Panzerung! zu schwach. Auf beiden deutschen Schiffen brach Feuer aus.' Ein Geschütz nach dein qnderen mußte schweigen, weil die' ganze Bedienungsmannschaft gefallen war. Aber kein Auge-' bot der Ilebergabc erfolgte. Die Engländer boten an, das Feuer einzustellen und die Mannschaft zu retten. Gras Spee erwiderte, er gebe mit den noch gebrauchsfähigen Geschützen die letzten Schüsse ab. Schließlich neigten sich beide Schisse nnd gingen unter. Zuletzt verschwand Spees Adviiralsflagge- auf dem „Scharnhorst". Die „Leipzig" ging im Kampfe gegen die „Glasgow" unter. Ein Offizier und 21 Pt^in.i feiner Besatzung wurden gerettet. Im ganzen wurden 130 deutsche Matrosen ausgesischt, darunter der Kapitän des „Gneisenau". Biele von ihnen sind schwer verwundet. (Franks. Ztg.) Nach anderen Berichten an? Bkontevideo wurde der Panzerkreuzer „Jnvincible" zwanzigmal von Schlissen getroffen, ohne daß er ernstlichen Schciden litt. Nur vierzehn Mann von der Besatzung wurden verwundet. Als die-,. „Gneisenau" sank, hatte sie ihre ganze Munition verschossen, wollte jedoch nichts von Uebergabe wissen. Bei dem Unter- gang salutierten viele Offiziere. Ein Teil der Mannschaft versammelte sich auf dem Achterdeck und sang, die „WaÄt am Rhein". Eine große Anzahl, darunter auch Offiziere, wnr- dcn nachher gerettet, einige starben an Bord unserer Schiffe. Die übrigen wurden nach England gebracht. Von der „Scharnhorst" wnrde Niemand gerettet. (33. B.) t Ocstcrreichischc See-Erfolge. Mailand, 27. Dez. (Etr. Frkst.) Die Blätter milden: Ein stanzösifches llnterieebvot voni Geschwader des Adinire.ls Laper räre ist aus der Höhe von Polo q e s u n k e », als es versuchte, eines der österreichische» Tchlachtschisse zu toepedieren. Die Beiatzunci ist gerettet und gefangen genommen. * Paris, 27. Dez. (W. E. Nichtamtlich.) Der Temps meldet: Ein von einem österreichischen Ilnterseedoot a n g e s ch o s j e n e r fcanzösischer Dampfer mußte sich zur Ausführung von Ausbesse- rungen nach Malta zurjickziehen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gieße». Verlag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Verlag Qssenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Ofseubach a. M. QuittlMg. Für die Weihnachtsfeier der Kinder organisierter Kriegsteilnehmer und Arbeitsloser gingen weiter ein: Von Fron Blitin 1 Mk., von Frau Bock 1 Mk.. von W. Nittchiowski 4 Mk., A. Rahne- feid 4 Mk. Summa 8 Mk. Bereits quittiert sind 555 Mk. Insgesamt 504 Mk. 'Außerdem gingen Geschenke ein von der Ke- iivssen M. von Frau Bock. Frl. Krvh, Gen. Diehl, Dreher-Butzbam. Allen Geber» nochmals besten Dank. Die Sammlung wird hierniit geschlossen. Albt» Mann. XZopse, Hggrullterkagr» -sHallruhrkelteliPerilckcn "tverd. billigst angefertigt Köpfe Werdau «esurbt bei H. Tichy. Gieß»,« Ecke Gaetdestr.. Tclterswra 4^ gute Vögel, zu verknusen. Äwlsstraße 10, (r -illl Tirektio»: Hermann Steinavetter Tienstna, 2i». Dezember 1914 abends K Uhr: 7. Diensiags-Abonn.-Vorstellung> Neuheit! Neuheit! Der Schliisdiiliiil Volkslnstspiel in 4 Akten von Heinrcch Lee. Gewöhnliche Preise sermäßigtj. Ende gegen 10-/, Uhr. MeuM^ ^ rarten in knvl'me!' Auswahl und allen Preislagen OberhessiscSie ¥©ikszeitung ? Giessen Ba.lmhof- strass©