NttWsche Solfäjeitnnj Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Obcrhcffen und der Nachbargebicte. v,k Odrrdrlftlck,» v.lkS.ettun, erlchein, ,edm Ekrü-, «den» m «»»Hm Der Udonnc«rnt-krr,» beträgt »öchmUtch lü «sg, ««nailxd v «kg. emlchl. Brrngniodu Durch Ltr Po!, bergen »^rteljäbrl.I«Mb Nr. 293 Gießen, Siedaktl», ,»» » der Srpcdition ausgede» TomicrStllg, Den 17 . Dezember 1914 9. Jahrgang Dom Ulcltlmcn. Jif „sglnnitlide üfieuoliitioii" in JcHtjrfjlnni). Tie Hoffnung auf innere Wirre» in Deutschland gehört feil beginn des Krieges jn den wichtigste» Aktivposten der 'Alliierien. 1ud) heute noch, nachdem die llnsinnigkeit der darüber verbreiteten Reldungc» längst augenfällig ist, klammert stch ein Teil der Weg* i« untere» Landes an derartige (frWartungen. Besonders die öozialiste» des feindlichen, zum Teil ai'ch des neutralen AnS- andes. spreche» gar zu gerne von dem Tage, an dem die deutsche lrbeiterklaste mit Hilfe der sranzöftscheii, englischen, riifsische» „nt wmöglich auch der japanischen Armeen die herrschenden Klaffen i Deutschland stürzen »nd ans Deiitfchland eine Reihe (!) anto- ümer Republiken inachen werden. Sv die französische Humanits, er englische Dail» Citizen »nd andere, die ganz vergesst», das, e ln den Kolonien ihrer eigenen Länder, auch in Irland, Arbeit ,'nug fänden, »m das burchzufUhren, was sie uns mit Wasscn ,'walt bringe» möchten. Tolche Hassniingen aber brauche» B. die französischen Zazia- sten, den» ihr Leitmotiv beim Eintritt in die Regierung, bei der rganisiernng des Volkskrieges war ja nicht nur die Abwehr, nder» auch der Wille, „die deutsche Arbeiterklasse zu befreien". » chedanke, der unter der französischen Arbeiterschaft wie ein unke zünde» musste. Daraus auch gründen sich ihre Ausrufe an mtrale Länder, mit den Alliierten gemeinsame Sache zu machen. lind jede noch so kleine Differenz Innerhalb der deutschen rbeiterbewegung gibt diese» Hoffnungen neue Nahrung, stärkt imit den Megner nicht nur moralisch in de» eigenen Reihen, sou- rn führt ihm auch stets neue Sympathien in den neutrale» oder, sier gesagt, nicht kriegführende» Ländern zu Ja. in England ent sie sogar zur Belebung der Rekrntierungskainpagne. Blätter (er Schattierungen suchen nachzuwcifen, da» die erste» entschetde»- n Niederlage» der deutsche» Truppen zur Erhebung im Innern * Landes führen werden, denn die Arbeiterschaft und der ozialistisch gebliebene" Teil ihrer Führer ivarte nur aus eine lche gute Eielegenheit. Mit Räubergeschichten von der Erschiestnng usständischer" deutscher Sozialdemokraten hat man im Anslande o» l» den ersten Tage» des Krieges Stimmung zu machen ge* cht. Au Ausstand im eigenen Lande gegen de» Krieg Hai man er nicht gedacht, sondern, wie die dentsche» Sozialdemokraten .4). alles bewilligt, was zur Verteidigung des Baterlande» notig ist» »nd von den Machthaber» gefordert wurde, dlefördert werde» diese Erwarluiigen im Auslande bedauerlicher- Re dnrch Korrespondenzen von angeblich „hervorragenden deuten Arbeiterführern", die von de» Arbeiterblätter» des Auslandes t Wohlbehagen verössentlichl und von de» Telegravhenagentur-n I grohei» Eifer über die Welt verbreitet werde». I» diese» Ko,>e- mdenzen ist oft Wahrheit »»d Dichtung geschickt vermischt Da.' ie Mal wird »achgewieje». dast die Arbeitslosigkeit in Dcntiä, ,d in erschreckendem Maste '.»nimmt, obwohl das Oegenteil der II ist Das nächste Mal ists eine Schilderung der wachsende» zusriedenbeit der Proletariermaffe». die jede» Augenblick zu valtjgen Erplosione» führen kan» oder gar die erwachende „Er chtening" der deutsche» Arbeiter, die mit ihren Führer» erst > eiiizusehe» beginnen, wie man sie a» der Nase herumgesuhrr. ragen hat! Zwar liest man oft in demselben Blatte auch d.rs leuteil. das, nämlich die deutsche Arbeiterbewegung sich mit Haut > Haaren dem Imperialismus, dem „Kaiserismns" verschrieben 'e und mit der Regierung durch dick und dünn gehe. Mai, eibt und glaubt eben beides. wie'S gerade trefft! Es ist an der .-feil, diesen immer wiederkehrende» Märchen von bevorstehende» dentsche» Revolution ei» für allemal entgegen eeten. wie auch der verwerfliche» Methode, durch Won ode. rift dem Auslande Waffen gegen das eigene in schwerer Be ngnis lebende Volk und damit doch auch gegen unsere in den iitzengräbe» liegenden Eicnosse» liefern. De» Genossen des standcS must einmal die Illusion genommen werden, da» ihre ltachelniig zum Bollslriege. ihre Be,juche, immer neue Böllen de» Weltenbrand hineiuzuziehe». etwa die Befreiung der de»t- n Arbeiterklasse fördern kann. Alle das wird höchstens dazu ragen, auch die lebten Energien unseres Bolkes ausziipeilsche» Widerstande gegen die Aujoktroierung einer Freiheit, die >i»S ische Kosaken, halbwilde Afrikaner bringe» sollen. Es kann t genug betont werden, dast die deniichen Arbeiter, die in der gangeuheit ihre Kämpfe in vorbildlicher Weise z» führe» ver den. das auch in Znkiiiifk zu tu» gedenke». Sie iverden ohne »e Hilfe von a Ulfen die seil Jahrzehnte» sleistig und i»ste- ifch betriebene Revolnlionierung der politischen und sozialen bältnisie ihre-- Landes forlseveii Dazu aber gehört, dast man Bode», aus dem und für den ihre Bewegiina sich entwickelte, in ge tastet lästt Solange das nicht der .voll ist. solange Heimat, die Heimat ihrer Bewegung, der Boden ihrer unslsarbeit. ihrer Zukunftshoffnungen b e d r o l, i ist. folange sie daher bei der Berteidigung des Landes ihren Man» ». ohne je ihr ureigenstes Ziel aus de» Angen z» verliert»: neues, ein besseres, ein freies Deiilichland. s „ * Teurfchc Erfolge aii der Westfront. Amsterdam, 16. Tez.»cr lebendiger geworden an der Schlachtlinie. Tie Tei > stoben mit großer Anstrengung »nd großen Verlust verlorenen Stellungen nördlich von ?>pern wieder zurii crt. Es war ein Angriff mit Artiller e »nd Jnsanter gleicher Zeit hörte man Artillerieangrisse in der Fei: cheint, daß dies bei Arras gewesen iß. Bei de,» Rann 'er Iser sielen einige Granaten in Fnrnes. Englische Lchwarzkeherei. ^ichtamtlfch., Ter »tiv'ärifche i» rttr iwr lchre:b<: Dir Krieg lami nur mit dem >ch!" siche» Siege der Berlgnidete» enden. d>> 260 Millionen Mensch«» unter sonst gleiche» Bedingungen It.', Millionen ichla,»» miisien. Wenn wir aber nicht die Ereignisse beschleunige» linnen, so töiiMcu die gebrgichlcn Luser dem von de» Besieg»» erreichbare» Knmpe» sativnen die Wage halte», so dast w:> aus dem Siege keinen Nnven zielten würden. Der von den Engländern UegmifKne Fehler ist hgnptsächiich m a II g e I ha s I e Vorbereitung Diese Dinge müssen am Ende des Krieg:.- untersuch! werden. Wen» gowisfe Leute das eriiallen. was sie tierdiiiiea, werde» sie gcdängk werden. Wenn alle Ziele des Krieges errntfu werde» sollen, kann uns das mehrere Jahre kosten. Wir tonne» von »nstven neue» Rekruten ror dem nächsten Febrior keinen biebranch n-«he». In diesem gröstien aller Kiiege kommen vier Monate »oä> dem Anebimch jnns Manu in England ans jeden Kampier an der Front: so lange wir dieses Verhältnis nicht luntehren tövneir. vermestzen wir den Krieg nicht so kräftig zu führen. ,vie wir sollten. Der Feldzug i» Lstasrita war l>cstndris armstlig Es ist eine Enltän- schung, Last der Krieg gegen die deutschen afrikanischen Kolonie'- nicht bester geplant und rascher d»rch>ies,chrt ivurde. Der iitersaster glaubt, Ivankveich lml>e nnbt so viel Soldaten in die Kampflime gebracht, als e-- tatsächlich besitzt und sichN d>rs auf den Mange! an A n s r ii st i> » g sgege n st a n de n zurück. Die Rufsen ivlcdernm seien infolge » ang«lh>ister Berbiudnirgen sehr im Nach- tr iI. Die Verbünde!e» müßten mehr-tmi als bfslzer »nd müstten es bcsser tun. Neue Erfolge unserer Vert»ü»»deten. Verkolgung derRussetr auf der gan;en^rorlt. Wien, 16. Tez. (W. 11.) Amtlich wird verlantbart: Il>. Tezember, mittags. Zn tsializie» und in «üdpolen wird der zurückgchende ffeind aus der ganzen ^ront bersvlgt. Bei Lidlo, KroSno, Zcslo und im Binllaial leiste» starte russische .strafte Widerstand. Im Duuajeta-Tal drangen unsere Truppe» tämpseud bis Zafliazhn vor. Auch Bochnia ist wiedrr von »ns genommen. Z» Lüdpolen »inßten die feindlichen Nach. Hute» überall nach kurzem stampf vor den Verbündeten ui e i d| e ». Zn de» st » r p a t h e » haben die Nnsseii die Vorrückiina aus das Latarrza Tal noch nicht aufgegeben. Im oberen Tal der Haoiuurnaer Bhstrzhca wurde ein Angriff des Feindes z » r ü ck g e w i e i e ». Tie Besatzung von Przeinhsl niiteriiahm eine» ueiierlichen großen A » s f a 11, bei dem sich nngarifche Landwehr durch tfrstürmling rineS Ttutzpiinftes mit Traht- hindernisfen auozeichiiete. Wie gewöhnlich ivnrdeii Ge- s a u g e n c nnb erbeutete Maschinengewehre in die FkAuiig gebracht: Ter Tlellvertretcr de-:- Ehrss de-- Generalstabs: v. ,H ö i e r, Generalmajor. Der r,iififä,e :ttüg aue- Sc» Karpatl,.-«. Budapest, 16. Dez. (Etr. Krtft.) Die Situatfoi, in den Kar- patlie» zeigte i» den letzten zwei Legen nur wenig Berändern»«. ,1m Bereger Komilat stehe» zwei riisstsche Tn:;>vs»abtei!vnge» be- Z.an-ka und Berzersallas. Im Maramaroier Komita: halte,, die Rassen dir Holten zwilätk» Maidatila »nd Repe:,:»- besetzt, wahrend nistere Truppen über dm Russen besesti,zee Boslüe:»» bezogen hat-eu, wodurch diese, von uuieur Ariillerie beorüugt, zu:» lang fernen Rückzug gezwungen sind Bei den Iajdankaer Kämpfen, wo eine Nachhut Leu Rückzug der r»ssisck>c» Truppen deckte, haben sich besonders die polnischen Legionäre ausgezeichnet, die den Russe» m Sturmangriff 'wo: tfeschütze eulriffen, Angeiicht-:- dr-:- groste» Aufgebots unserer Trnpt-eu ist d:e Bevölkerung be- tenlend ruhiger als gelrg*n!li des erste» russische» Einbruches, Nur sehr wenige Leute babe-i ihren Wohnort verlasie». Tic Lage iit tt)ali{ifit Nach einer Meldung des Tecolo ans Petersburg ge»t > - , : :. östctteü^ifch-uugarifchk >i e t e t. offensive vom Nordabbang der Karpathen in der Gegend von Toiina südlich voin Isliisse Ttrni ans. Tie stampfe südlich von strako» dauern an. Die Lerbei« in VelgraS. Mailand, 1». Tez Kfir. Ans Atsch wird ge- meldet: stönig Peter ist an der Tpitz-e seiner Trnpven m.t den Prinzen Georg und Alexander in Belgrad wieder ei», gezogen. Zn, Toni fand ein scicrlichcS Tedenm statt. Alle -erbische» jZlüchtlingc wurden zur Rückkehr ansgesordert. Ter Krieg im Trient. Weitere türkische (lersolqe. — Tie Perser im Bunde mit den Türken. Äoustavlinvpel, 1(>. Tez. GV. 1i.) Nditteiliing des $ aiiotquarticrEine russische stavallcriebrigadr. Ivcrstarlk durch ein Bataillon Infanterie, griff am 13. Te- Izember von unterem rechten islügel entsandtes Tetachemcnt i-.\ einet wichtigen Stellung an. ist aber z n r >i ck g c w o r s e n t worden. An der Grenze des Wilajets Wan ergriffen I im*ri - Tii>vr>en die Tssennve. Bei Taroi griffen sie I einige seindliche Ltübi'itntte an, die i m stur m gonom - m e n wurden. Eine imfcrer Abteilungen in As«r. bridschan ist in der Richtung auf Lelma« (Dilimnn) in Persien vorgegangen. Bei SeldoS, am südlickten Ufer des Unnia-Secs, schlug d><- türkische und persische stavaflerie ein stosaken- Ncgiment, das 16 Tote und viele Verwundete verlor. Der ,feind wurde ans Urmia verfolgt. Ein riistisan-s Dampfboor und die in Urmia sich besindlichen Miinitionsvvrräte wurde» genomein» und zerstört. Einzelheiten folge». Die r e r; i f ch e ,i -§ t o in in r kämpfen T ch » I t c r a n Schulter mit nns mit Begeisterung gegen den Jahrhunderte alten Jeindi wir wisse» von lteldenhasten Taten ans diesem stainds. Amtlich wiro weiter gemeldet: Tie stämpse, die feit einiger Zeit an der Ciifiijtc des Wilajets W a n andtinerten. haben z» unseren Gunsten geendet. Die Ltellnng bei Sarai, die von dein Feinde erbittert verteidigt wurde, ist nach einer nnifassetide» Bewegung unserer Triivpen i >- unsere .Hände gefalle». Der Feind zog sich in der Nichliing ans stotnr zurück, verfolgt von unserer stavallerie. Unsere Truppen sind in Sarai eiirge- zogen. Ein englischer Kreuzer Kat vergebens einen unserer Wack> türme zwischen Jaffa »nd (Riza beschaisen. Der rikssische Kreuzer „Askold" Kat zwei kleine Sck'iffe vor Beirut u, Grund gebohrt. Englisches Nnterseedool in den Tardanellenk Türkisches Panzerschiff torpilliert! Reuter meldet a»S London: Die Admiralität macht bekannt, daß gestern daS englische Unterseeboot B 11 in die Dardanellen eindrang, trotz der heftigen Strömung zwischen fünf Reihen Minen hindiirchfam und das türkische Panzerschiff „Messudie", das das Minenfeld b-wachte, t o r pi l l i e r te. Die feindliche Artillerie schol, ans dris Unterseeboot, aber dieses febrte trotzdem unbi- schädigt zurück, nachdem es iiiebrnials untergetancht wer und -in ganzen!> Stunden olnie Uiiierbrechiing unter Wasser ge- biieben war. Zuletzt wurde beobachtet, daß die „Messudie" au ihrem.Hintersteven im Sinke» N>ar. Ans stonstantinopel wird darüber beiickitet: Das alle Linienschiff „Messudie" ist ans seinein Ankerplatz infolge eine.- Lecks gesunken. Ein Teil de-.- Zchisses befindet sich noch an der Oberfläckie des Wassers. Tie ganze Maimichiiit konnte das Schiss verlasse». („Messudie" w>ir 1871 von' Ttapel gelaufen: sie halte eine Masierverdrängiivg von Tonnen und eine Besatzung von 900 Mann.) Die persische» K, irden. Koastantinopkl, 16 Dez. sivp. Nithtoiitllich l Wie die Abend blätter nivlden, ist der persische Kurdenstistrer Ilhanl, dev die Russe» seil langem zu gewinnen tvachlrn. nach dem Einzug der Tiirle» in S-.iabsch-p::lak mit iein-cm gangen Sau»in», nngejähr 10 006 Mann, zu der osnia»! scheu Armer sibergegangen. »m gegen die Riisien zu kämpsim. <*-in Lultaital Aeqüpte»». Athru, l.',. Tez. iEi,. Frist.) Nach ztir.ilässige» Meldungen steht Ivah,;ck>einlich die Erhebung Aegyptens zin» nnabhängige'ii Tultaiwt mit Einschluß des Sudan »nte- Hussein stamcl unmittelbar bevor. Tie Thronfolge wird oaneich in der Familie des neuen Sultans, >velck>er den Titel l l.i,!><-*>■«- führen wird, erblich. Das Sultanat wird unter dem Protektorat Großbritanniens stehen, desie» lilesoadter in Kairo gleichzeitig dos Ministerium des Aeußern leiten ivird. Schwierigkeiten bietet noch die Frage, ob der Sultan uch geistliches -Lberhnnpt wird. Es wird für wahrscheinlich gehalten, daiz der Emir von Mekka dieses Amt übernimmt- Tas bisl>erige Kabinett wird seine Demission einreichen, aber sofort wieder ernannt werden. (Franks. Ztg.) japanische Hilfe für Frankreich. Einer Drahtnachricht der Post aus Mailand ziifoige erhält nch dort in gut informierten streifen mit -Hartnäckigkeit dos Gerücht die iranzösische Regierung betreibe in Anbetrach! der schweren Perlnste der Armee in fieberhafter Eile die Der- h-indlungen mit Japan über die Entsendung mehrerer japanischer Armeekorps nach dem westlichen Kriegsschauplätze weiter. Ter Preis, den die iavanische Regierung für ein- wiche Erpedition fordere, fei jedockt so enorm hoch, daß da-„ französische stiiegsminisieriini! bisher noch inckit gewagt bat, die öffctttlichc Meinung ausführlicher über den Stand de, Verhandlungen zu informieren. Ein .Hilferuf der Stadt Lille. Baskt, 16. Dez (WB. Nichtamtlich.) Nach den BaSler Nach- lichten hat dic tranzösischc Stadt Lille ans Anregung des dcuischci: ’Stomnuiu&Buten die Hilfe de»- schweizerischen Bundespräsibentcu angerufcn. In den, vom 28. Niwcnber datierten Schreiben gedrillt der Bürgermeister des 187U den Bürgern Straßburgs erwiesenen Wohlwollens Nil» schildert sodann die traurige Lage der seit dem 10. Oktober von aller Verbindung mit der Außcnw-'lt abgeschnittcncn Stadt Liste. deren Lebensmittel um so schneller crschöpst waren, als sie zahlreichen militärischen Requisitionen hätte genüge» müssen, und auch die Zufuhr amerikanischen Kornes wegen der Besetzung des Dllnkirchener Hafens durch französische und englische Truppen abgeschnittcn gewesen sei. Ter Bürgermeister bittet den Bundespräsidcntcn, der Zivilbevölkerung zu Helsen und sic mit Nahrungsmitteln zu versehen, vielleicht dadurch, daß er sich an die produzierentcn Länder wende. Tie deutsche Regierung sei bereit, alle nötigen Garantien zu geben, daß gelieferte Ware» ausschließlich unter die bürgerliche Bevölkerung verteilt werden. Tie Schweizer Tepcschcn-Agcntur fügt hinzu, im Bundeshaus sei noch keine diesbezügliche Mitteilung cingetroffen. Die Todesurteile von Casablanca aufgehoben Auf privatem Wege sind der Kölnischen Volkszeitung Nachrichten zugegangcn, wonach das gegen drei deutsche Ansiedler in Marokko ausgesprochene Todesurteil in Gefängnisstrafe von je zwei Jahren umgewandclt »orden ist. lieber die Begründung dieses Urteils ist nichts bekannt. — Die deutsche Regierung hat die völlige Aufhebung dieses llrteils verlangt und sie wird sich, wie der Berliner Lokalanzeiger mitteilen kann, von den angedrohten schärfsten Repressalien durch eine bloße Umwandlung der Todes- in Freiheitsstrafe nicht abbringen lassen. Befreiung deutscher Dauitäter. Basel, 16. Dez. lEtr. Frkst.) Bon den Mitgliedern des bei Pöronne in französische Gcfangenschast geratenen und vor das Kriegsgericht gestellten Kricgslazarctts sind die 10 srcigesprochcncn Sanitäter, Diakonissinnen und Rote Krcuz-Pslcgerinnen unter Führung des Militärarztes Dr. Strauch heute aus Frankreich in Basel cingetroffen. Sie begaben sich ohne Aufenthalt in zwei Wagen der Baseler Straßenbahn nach Kleinhüningen, um über Leopo^ ibc nach der Heimat zurückzukehren. Schweizer TanitätS- osfiziere und Soldaten gaben ihnen das Geleite. lieber den Nevisionsantrag der verurteilten Sanitätsosfizierc ist noch nicht entschieden. Das Bombardement der englischen Küste Die Wirkung der Beschienung. Rotterdam, 17. Dez. (Spezialtelegramm der T. U.1 'TaS Bombardement von Wefthartlepool und Scarborough begann gegen 8>/j> Uhr morgens und hielt etwa eine Stunde an. Wefthartlepool wurde durch zwei deutsche Kreuzer angegriffen, die ein lebhaftes Feuer eröffneten, wahrend ein kleineres Schiff Scarborough bombardierte. Das Wetter war unsichtig, es herrschte dichter Nebel. Tie Forts von Wcsthartlepool erwiderten das Feuer und vier englische Torpedoboote liefen aus. Doch gelang es den deutschen Schrfscn, unbehelligt in nordöstlicher Richtung zu verschwinden. In beiden Städten wurde durch das Bombardement beträchtlicher Schaden angerichtet. Verschiedene Kirchen und andere hochgelegene Gebäude wurden schwer beschädigt und unter der Bevölkerung entstand eine Panik, zumal viele Personen getötet wurden. Die Ueberraschung der Engländer. Rotterdam, 17. Dez. (T. U.) Aus der kurzen Meldung der britischen Admiralität über den Vorstoß der deutschen Flotte in der Nordsee ist zu schließen, daß die Engländer vollständig überrascht wurden und ihr Patrouillendienst versagte. Sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß die deutsche Flotte die wichtigen Punkte Scarborough und Hartlepool bombardieren konnte. Auch erwähnt die Mitteilung nur, daß englische Flottillen in dem Kampfe verwickelt seien. Dieses Wort kann sich nur auf die Torpedoboote und Unterseeboote beziehen. Große Schiffe waren vermutlich vom Kampfplatz entfernt. Der Angriff kommt den Engländern jedenfalls ungelegen in dem Augenblick, in dem einige ihrer besten Schiffe nach der Schlacht bei den Falklandsinseln im Atlantischen Ozean sind. Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 110 Was blieb in dieser Lage auch weiter übrig? Es tvar tief in der Nacht, und der lange, mühsame Weg hatte den Reisenden nicht wenig angestrengt. Er setzte sich auf den großen Stein »nd kostete von der fetten, frischen Milch und dem Fleisch, dann gab er sich seinen Betrachtungen hin und horchte von Zeit zu Zeit ans, wenn ihm war, als höre ec draußen Geräusch und Schritte, Aber es war nichts als das hohle Rauschen des WindeS, und als er das Zelt öffnete und hinaustrat, fand er nur Dunkelheit »nd tiefes Schweigen. Kein Gegenstand war z» erkennen, er wußte auch nicht, wo er sich befand. Kein Wächter zu bemerken, kein Laut verriet die Nähe eines Lebendigen. Marstrand jagte sich lächelnd, daß er fester hier gefangen sei, wie ein Mensch, den man in der zivilisierten Welt hinter Mauern und Riegel einsperrt. Glückt eS dem, seine Fesseln zu brechen, so weiß er, wohin er flicht, hier aber hinderte anscheinend nichts sein Entweichen, und doch war kein Schritt ohne Gefahr. Listig hatte Afrasa es veranstaltet, daß sein Gast bei Nacht z» ihm geführt wurde, und wo war er nun, wo war Gula? Warum ließ er ihn allein, und was wollte er von ihm? Eine lange Reihe von Fragen knüpfte sich an diese ersten, endlich aber, als er- sichtlich Geduld hier durchaus geübt werden mußte, warf er sich auf das Mooslager, drückte seinen Kopf in die weichen Felle und schlief ein. Einigemale erwachte er wieder, sab scheu umher, suchte den alten Schirmherr», horchte und siel zurück, endlich aber wurde sein Schlaf fester, »nd als er nnf- : sprang, war die Lampe am Verglimme», und der Tag Braute herein. Seine Neugier ivar groß, als er die Zeltdecke aufhob, 'um die unbekannte Welt zu betrachten, doch verwundert sah ,er, daß er auch jcfet sich allein befand. Nirgends war ein Renntier, nirgends eine Gainnie, nichts als kahle, gebrochene, furchtbar öde Wildnis. Er wandte sich und bob den Kopf in die Höhe. Hinter ihm lag der kantige, ungeheure Felsen des Kilpis, sein riesiges, schwarzes Haupt von der ersten Morgenröte angehaucht. Als er forschender um sich blickte, bemerkte Pretzsiimmcn. Zur Beschießung der befestigten englische» Küstcnplätze heißt eS im Berliner Tageblatt: Aehnlich wie bei dein Vorstoß auf Narmouth am 4. November haben unsere Scestreitirästc abermals die m i n c n d » r ch s c u ch t e Nordsee durchquer t, »m englische bescstigie Plätze zu beschießen. Es scheint, daß unsere Schiffe von den englischen Küste»Patrouille»booten gesichtet wurden, die sogleich größere Strcitkräftc alarmierten. Wir sehen mit Spannung weiteren Nachrichten entgegen. Zn der Dcnt scheu Tageszeitung wird dieser neue Vorstoß deutscher Sec streit! raste nach der englischen Küste mit großer Genugtuung begrüßt, ganz besonders jetzt »»mittelbar nach deni Gefecht bei den Falklandsinseln. Großbritannien und die Welt mögen daraus ihre Schlußfolgerungen ans den Geist und den Willen ziehe», welcher in unserer Marine lebt. Zn den Berliner Neuesten Nachrichten heißt cs: Es ist nicht nur ein Handstreich mit flüchtigem Granatenwurf, sondern beide befestigte Hafenstädte sind ausgiebig beschossen worden. Für den Geist in unserer Flotte nitd siir ihre Angriffslust ist dieser bedeutsame Vorstoß ei» »euer Beleg. Tie V o s s i s ch e Zeitung riihnit den Heldengeist, der, wie unser Heer, a»ch nuserc Marine beseelt. TaS deutsche Vordringen iverden unsere liebe» englischen Vettern im Vertrauen aus die Wachsamkeit ihrer Riesenflotte »nd ans ihren umfangreichen Minenschub, wohl kaum für möglich gehalten haben, aber deutscher Secmaiinsgeist achtet keine Minen und keine Uebcrdreadnoughts und die eiserne» Grütze, die unsere Schiffe der englischen Küste zngesandt haben, mögen vielleicht als Vorboten kommender großer Ereignisse gelten können. Ein Landsieg deutscher Marine. lieber einen Landsieg der deutschen Marine schreibt bi> Kreuzzeitung: Bei Lombardtzyde, nördlich Nienport, bereitete am 11. Dezember eine ganze französische Division einen D u r ch b r u ch s v e r s u ch vor. Elf Bataillone Matrosenarkilleric und Marineinfanterie kamen aber dem Feind durch einen raschen Angriff zuvor. Da die Gewehre und Maschinengewehre durch den Dünenflugsand teils unbrauchbar waren, packten unsere 6000 Mann, ein Marineinfanterie-Bataillon mit wehender Fahne voran, die feindliche fast dreifache U e b e r m a ch t in i t dem Bajonett an, erstürmten die feindliche Stellung und warfen die ganze Division Über den Hansen. Die Franzosen hatten gewaltige Verluste an Toten und Verwundeten und verloren auf der Flucht über 800 Gefangene, darunter zahlreiche Offiziere. Wir haben etwa 200 Mann, darunter allerdings die verhältnismäßig hohe Zahl von 14 Offizieren, verloren, die hier wie stets ihren Truppen voranmarschierten. Schwere Verluste der Verbündeten. Rotterdam, 17. Dez. Daily Chronicle meldet unter dem 16. Dezember ans Dünkirchen, das; die Verbündeten bei den jüngsten Kämpfen uni ?1pern 24 000 Monn in drei Tagen verloren haben. Die englische Heeresleitung versucht den Verlust an Offizieren durch Beförderung von Unteroffizieren zu Leutnants auszuglcichen. Die Londoner Gazetta vom Montag enthält z. B. die Namen von 64 Unteroffizieren, die dos Leutnnntspotent erhielten. J«' heilige Atrien t>ev Albaner. Wien, 17. Tcz. Die Reichspost meldet: Essad Pascha hat in Albanien den Heiligen Krieg verkünden lasten, worauf 21000 Albanier in Serben eingefallen sind. Untergang eines kanadischen Dampfers. Kristiania, 17. Dez. Wie die Aftenposten aus London meldet, wurde in Montreal offiziell mitgcteilt, daß ein Dampfer der kanadische» Regierung in, Atlantische» Ozean untergegangen sei, wobei vermutlich alle Passagiere umgekommen sind. Man nimmt an, daß das Schiss nördlich von Irland auf eine Mine gestoßen ist. Der .Hessische Kriegslandtag. In Ergänzung unseres Berichts über die Bildung dec beiden Kammern der hessischen Landstände lassen wir nachstehend die Reden des Staatsministcrs Dr. v. Ewald und des Präsidenten der Zweiten Kammer, Köhler- Worms, folgen: er, daß der Ort, wo er sich befand, ein Gebirgsabsatz am Fuße des mächtigen Stockes sei, von welchem er durch eine tiefe Kluft getrennt lvnrde. Stach drei Seiten hin fiel das ticine Fjcld mit fast senkrechten Wänden in einen ziemlich großen Sec, der zwischen Trümmern und Felscnzungen sich ansbrcitete, mit der vierten hing cs mit einem hohen Gebirgssattel zusammen, an welchem das gehörnte Pferd in der Nacht mit seinem Reiter aufgeklcttert sein mußte, nachdem es einen Teil des Sees durchwatet hatte. Wo war es aber nun? Wo war Mortuno? Wo war die braune Herde? Und, wo vor allem war Afraja und sein Kind? Ter Tag war heller geworden, die fernen Nebellvälle teilten sich, und Marstrand blickte über ein weites Stück Land, ohne irgend eine neue Entdeckung machen zu können. Als er jedoch an der Schlucht hinging, die zwischen dem Vorsprung und der hohen Wand des Kilpis lag, kam es ihm vor, al-s wären dort Steine stufenartig übereinander gelegt, so daß ein Hinabsteigcn an einer Stelle möglich wurde. Er säumte nicht, einen Versuch zu machen, der über Erwartung gut gelang, und als er auf den Grund gelangte, sah er, daß dieser sich weithin in eine Kluft fortsetzte, die wie ein tiefes, höhlenartiges Tor den Kilpis und die anlehnende Gebirgs- masse durchbrach. Von oben konnte man nnmöglich etwa- davon entdecken, hier jedoch wölbte sich die Schlucht zu einem Gange »nd füllte sich in der Tiefe mit wunderbarem Glanz, der, wie Marstrand bald inne wurde, nichts anderes war, wie bellcr Sonnenschein, der ihn, cntgegenschimmerte. ° Er war überzeugt, daß ein natürlicher Verbindungsweg »litten durch de» mächtigen Fclsensattel führte, welcher steil an dem Kilpis auflies, und schon glaubte er, daß dies die Wand sein müsse, vor der Olaf bei seiner Entdeckungsreise stillstand, als er eben in ein großes Tal schaute. Voller Verlangen schritt er vorwärts. Eine Ahnung sagte ihm, dort müsse Aula wohnen, hier werde er auch Afraja finden, und dennoch, als er nun a»S dem Glanz heranstrat, stand er überrascht und zögernd still, denn WM er erblickte, übertraf alle seine Erwartungen. Er sah ein Tal vor sieh liegen, grüner und lieblicher, wie er jemals eines in diesem Lande gesehen. Eine mildere, glücklichere Natur schien darin zu walten, eine wärmere Staatsministcr v Ewald vollzog die Eröffnung des 30. Land, tags mit einer Rebe an die „Durchs,nichtigen Hohen, Hochzuver. ehrenden Herren!" Es heißt darin ». a: Tic Hessen habe» die j» schwerer Zeit stets bewährte Treue gehalten. Mit beispiellosen, Tobcsmut haben nnscrc Regimenter ihren Fahnen den Sieg er- lampft und opferbereit haben alle Bernssständc in, Lande gcwen- eifert, dar- Los der Kriegsopfer zu lindern und die wirtschaftliche,, Schäden nach Kräften zu mildern, die der Krieg i n Gesalgc ha, Politisch geschlvffci, sind wir Hesicn gleich de» anderen deutsche,,. Stämmen in den schweren Kampf um unser Dasein getreten mtb diese Einmütigkeit stärkt »ns die Kraft zum endlichei, Tieg. Die Vornahme der Landtagswahlen erschien in hohem Grade bedenklich, weil die im Wahlkampf unoermeidlich hervorlre-cnden Gegensätze im Ausland Zweifel an unserer inneren Festigkeit hätten erwecken können. Tie Regierung konnte sich umso eher entschließe», die i„ diesem Fahr an sich gebotenen Neuwahlen zur Zweiten Kammer vorerst zu verschieben, als sie int Hinblick aus Artikel 64 des Wahlgesetzes in der Lage war, vor der ordentlichen Erneuerung der Zweiten Kammer einen verfassungsmäßige» Landtag cinzubernsen. Eine Vorlage an die Kammern sucht darum die Zustimmung zur Verschiebung der Ncnwahlen der Zweiten Kammer nach. Weiter wird ei» Geschentwnrs vorgelegt, der die Kommunalwahlen ver. schiebt lind die Beschlußfähigkeit der Gemeindevertretungen für bir Kriegsdauer anderweitig regelt. Es wird sodann Ausgabe deck. Landstände sein, mit der Regierung Maßnahmen zu beschließe»,- die die gegcmvärtige außerordentliche Zeitlage erheischt. De» Staatshaushalt Hai der Krieg durch Rückgänge in den vorgesehene» Einnahmen wie durch Mehrausgaben auf verschiedenen Gebiete» erheblich beeinflußt. Zurzeit läßt sich nicht beurteilen, in welchen. Umfange und ans wie lange hiermit weiter zu rechnen sein wird- Alsbald muß aber dafür gcfvrgt werde», daß zunächst ini laufenden Rechnungsjahr ausreichende Mittel für die bereits beivilligten Staatsausgabeu vorhanden sind. Zu diesem Zweck wird eine Abänderung des Finanzgcsetzes für 1914 vorgcschlagen, wonach die dort zugelasiene Ausgabe von Echabanweisunge» innerhalb der bereits bewilligten Kredite unbeschränkt tbis zu 38 Millionent statthaft sein soll. Zugleich soll im Anschluß an die reichsgcjctz- lichen Vorschriften auch die Begebung von Wechseln neben ober an Stelle von Schabanweisungen ermöglicht werden. Der möglicherweise cintretcnden Arbeitslosigkeit soll begegnet werde» durck rechtzeitige Beschaffung reichlicher Arbeitsgelegenheit in aller Landesteilen. Dazu soll eine Vorlage dienen, »ach der die hierz, erforderlichen Mittel schon jetzt dereitgestellt iverden können. Zn gleich soll eine weitere Gesetzesvorlage zur Beschaffung vo> Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegsgefangene, die Formen des Cnteignungsvcrfahrcns vereinsachcn. lim de, Betrieb des Hoftheaters ausrcchtzuerhalten, ivird dem Landtag ein Vorlage über die Gewährung eines staatlichen Zuschusses zu Deckung des für die Spielzeit 1914/15 zu erwartenden Fehlbetrag zugehen. Wie der Staat müsien auch die Gemeinden »nd Gc meindeverbände wirtschaftlich und finanziell jederzeit iinftanb sein, den mannigfachen Ausgaben zu genügen, die >» anßergcwöhn lichcm Masse an sie herantreten. Es wird darum vorgeschlagc, den genannten Körperschaften hierbei die sich als nötig erweisend I und anders nicht zu ermöglichende Hilfe durch staatliche Darlehc j zn leiste» und die hierzu nötigen Mittel bercilzustellcn. Der Gros : Herzog hat mich beauftragt, Ihne» seine Grüße zu übermitteln »n i der Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die von Ihnen zu beschliehe, de» Maßnahmen dazu beitrage» iverden, die ivirtschastlichen Kräh - des Landes zu erhalten bis unser unverrückbares Ziel erreicht, de uns dauernd sichernde Friede erkämpft ist. Präsident Köhler: Als wir im Friihsommcr»hier auscinanbc gingen, wünschte ich Ihnen Tage der Ruhe. Sic waren »ns nid bcschieden. Ein furchtbares KriegSgcwittcr zvg über das Lan Das läudcrgierigc Rußland, das revanchelustigc Frankreich ve bllndeten sich mit dem scheinheiligen England (Zurufe), um Deutse land auszutilgen. Wir fühlten alle, daß cs um die Existenz d deutsche» Volkes geht. So zog zornerfüllt das Schwert ein Ve in Waffen. Aller Unterschied der Stände, des Berufs, der poi tischen Richtung war beseitigt, alle gewillt, zusammcnzustchen, d Vaterland zn verteidigen. Tie daheim bleiben mußten, erfüll der gleiche Geist, durchzuhalten und so zum Siege z» helfe Draußen aus den Schlachtfelder» Belgiens, Frankreichs und Ru lands ist schon die Blüte der Nation dahingcsunkcn. Und w macht sich nicht Ilar, daß wlr mit den Opfern noch nicht am En sind! Ei» Strom von Blut »nd Tränen ist geflossen »nd mir f denken schmerzlich all der Opfer, Aber in dieser Stunde ist nicht zu klagen. Hier geloben wir, daß wir festhalten wollen o endlichen Ziel, daß wir einen Frieden haben wollen, der der mo lose» Opfer wert ist, die wir schon gebracht haben. Nach anfän liebem Siegeslauf muß jetzt draußen Schritt um Schritt grim» gekämpft iverden. Darob sind viele daheim »»geduldig geword. Aber das wesentliche ist doch, daß es vorwärts geht. Zur Bcgeis rung soll das Volk setzt die Ausdauer, die Ruhe und Besonnend fügen, jenes zähe Festhalten, das den endlichen Sieg sichert. 2 von draußen aus de» Schützengräben komnicn, sollen sich an die Sicherheit neu stärken. Ihnen wollen wir zeigen, daß wir t Sonne ihr Licht darüber auszugießen. Nirgends trat d i li ? i< dl Al itii AS nie die « an: INI snn the> leb tag 34 0 n \) L «il Me sctz § 1 zeit des grii für in i i 2 8od SMl nu!| daß Ärie Weit tätig »ahn hstui l'ihafs Monl bar sichet. M Rtiec Fclsbodcn hervor, überall lvar fruchtbare Erde, überall wi zelten schöne, große Bäume, die Birke und die nordi Fichte zwar, doch nicht so schwarz und traurig, wie diese den düsteren Fjorden wachsen. Mitten durch das 2 strömte ein Bach, dessen Rand mit Gebüsch besetzt war, t sich über ihn hinneigte. Dichtes Gras wuchs in Fü Moosblumen in mancherlei Farben sproßten dazwischen a lind wohin Marstrand blickte, überall schien es ihm schön sein, überall glaubte er einen Garten zn erblicken, der l sorgsamer Hand gepflegt wurde. Plötzlich hörte er, eben i Olaf damals, ferne Glöckchen klingen, aber wie schlug s Herz, als er aus dem dichten Gcblätter, hinter welches sich zurückgezogen, ein Mädchen kommen sah, das sich t Bache näherte und kein anderes war als Gula selbst. Marstrands ganze Teilnahme erwachte, eine zittcr Freude lief durch sein Herz. Die kleine zierliche Gestalt l in ein langes, lichtbrauncs Gewand gehüllt; ihr (94 war sichtlich abgezehrt und krank, ihr langes, schwarzes H fiel ans die Schultern nieder, und neben ihr ging ein tuet' gezähmtes Renntier, dessen rotes Halsband ihre Hand doch ilönbi jjöttbi übet dich lasse Sion: des i eine (fing Sei «me i %e e ••«nto fftte, «ft ej 8 «bis rührte. Sic sah vor sich nieder und ging der Sonne gegen, die eben ihre ersten Strahlen über die Felsen san plötzlich stand das Tier vor dem Gebüsch still und wie langsam den Kopf anfhob, sah sic den fremden Mann sich stehen. „Gula!" rief Marstrand, seine Arnw ausstreckend, ihre Augen lcnchteien ans, ihr Schrecken verwandelte ß" jähes Entzücken; ihre Lippen öffneten sich sprachlos, züü eilte sic ihm entgegen und klammerte sich an ihn so fest, glaubte sie nicht, daß er wirklich da sei, Ihre großen An vlickten ihn unaussprechlich flehend an, Tränen rollten dar hervor. Sie hatte keine Worte, ein schmerzliches Zucken durch ihr Gesicht und durch den ganzen Körper, dann >e die süße Gewißheit zurück. Ter Augenblick mit aller w Seligkeit faßte das arme, verlassene Kind, und wan- Johann zu ihr redete, hing ihr Kopf weit über im -. l j‘ ihr Blick an seinen Mund festgebannt, als wollte sic n>e nimmer von ihm lassen. !? b So wollen wir in der Heimat geloben einmiitia i. n 5 K ben, bis zum »Midien Stieben, ber ein nlbmo^er^VriX soll, aus bem Deutschland in „euer Geiiaft bervaraeb'^ unseres Seinbe-3 Englands Welrherrfchas, nur (eiano? nil» Leute gibt, bie baran glauben, (»taio!) Uniere sLhrL^f " »aflet ä u Lande,mb in bet Luft'sie M 4 . dreimal in ben Ruf ein.) w ’ va "- '"«mt lieber bie gesetzliche» Voraussetzungen des dieses Landtags kann wabl kein Zwei,! bestellen sonders warm die »allege». die im Gewände des »rftaes h e tx. schienen sind. In der Armee sieben aus unseren Reiben 1, “*V.» Best «er kann nicht biet fein, da er in ^lgien Iftgt, Fmae? Dr Weder. Eine» finden wir »ich, mebr »mer uns. der auch bmauSgezogen war zur Verteidigung des Vater E wi-dcr. Ter «ran, von Ärde"er!der «einen VIa6 schmückt, fall zeigen, wie wir sein gedeulen, Wir alle lannieu leine sympathnche Persönlichkeit. Am 14, November siel Tr. Bar- beimer in ,rrnnfteub, rotbet noch mit den, Eiserne» «reuj erster V n « 3 JÜ*'i“ffe auSflejeubnet Er wird bei uns im «ebödmii# fortleben. Sch fonstatieredaß «,e sich seine» Ebren von Fhren PlStzen erboben baden. Endlich gedachte der Redner uvib des am bestrafen ^Schfttz" Nachdem die verschiedenen Ausschüsse in ihrer seit- herigcn Zusanimensetzunsi durch Zuruf wiedergewülilt worden, vertagt sich das .Haus aus Tonnerstog vormittag 10 Uhr » Darmstadt, 17. Dezember 1914. „ -7!°^ etweite Hammer nahm die Regierungsvorlage über die Verlchiebiiiig der Kommunalwahlen bis nach dem Kriege au, Einstimmig ivurde die Vorlage über Gewährung eines Zujchusirs in Höhe von 100 000 Mark an das Tarmstädter Hoftheater angenom- men, Tie zwei Gesetzentwürfe über Gewährung von Tarleben an die Gemeinde» und Gemeinde-Verbände, sowie über Veschasfung von Arbeitsgelegenheit gelangten ebenfalls zur Annahme, teilte nachmittag findet die nächste Zitzniig statt. Die Erste stammet »ahm ohne Debatte folgende Gesetzentwürfe an: Verschlebung der Landtags- und stominunalwalile», Aende- rung des FinaiizgefetzeS. Bereitstellung von Mittel» z»r Beschak- siing von ArbeilSgelegenhei». Zuschuß zu den stosten des s>of. theaterS, Novelle zum Enteignungsgesetz, Gewährung von Darlehen an Gemeinde» und Gemeinde-Verbände. Ltaatsminister v, Ewald sprach der stammet seine» Dank aus, Heffeu und Nachbargebiete. ttitfjrtt und Umgebung. — Ter städtische Kanosselverkaus wird von morgen hSamstag) ab wieder eröffnet und zwar werden jeden Dienstag und Samstag, vornlittags von 8—12 Uhr, in der alten Schule in der Neustadt Kartoffeln in Mengen bis einen Zentner abgegeben. Der Preis beträgt 7 Pfg. für dis Kilogranim. Es soll der Stadt gelungen sein, erheblich? Mengen für ihre Zwecke zu erhalten. — Tir Wochenhilsr während des Krieges. Zu dem Gesetz vom 3. Dezember 1914 wird uns geschrieben: «1. Nach 8 1 des Gesetzes ist inan versucht nnzunehmen, daß eine allgemeine Versorgung der Wöchnerinnen während der Tauer deS Krieges beabsichtigt sei. Dem ist aber nach der Begründung des Gesetzes nicht so. Tie Beihilfen werden nur für die an» 3. Dezember und später cingetrctencn Geburten in vollem Uinsaiige des § 3 gewährt. Für die vor dem l. Dezember liegenden Geburten wird nur anteilmäßig das Wochengeld und gegebenenfalls das Stillgcld gewährt und zwar soweit der Fristcnlaiif nock> zu berücksichtigen ist. Vor- auSsehung zur Erlangung der Wohltaten des Gesetzes ist daß der Ehemann 1. im gegenwärtigen Kriege dem Reiche Kriegs-, Sanitäts- oder ähnliche Dienste leistet oder an deren Weiterlcistung oder an der Wiederaufnahme einer Erwcrbs- tätigkcit durch Tod, Verwundung, Erkrankung oder Gefangen ■ nähme verhindert ist und 2. vor Eintritt in diese Dienste auf Grund der Rcichsversichernngsordnung oder bei einer knapp- ichaftlichen Krankenkasse in den vorangcgangenen zwölf Monaten mindestens sechsundzwanzig Wochen oder unnrittel- bar vorher mindestens sechs Wochen gegen Krankheit vcr- sichert war. Tie Beträge werden von der Krankenkasse aus- bezahlt, der der versicherte Ehemann vor dem Eintritt zun: Kriegsdienste angehört hat. llm in den Genuß der ausge- worfenen Beträge zu gelangen, wird den Bezugsberechtigten empfohlen, 1. einen Auszug aus dem Geburtsregister des zuständigen Standesamts und 2. eine Bescheinigung der zuständigen Ortsbehörde über den Tckg der Einberufung und über die tatsächliche Dienstleistung des Ehemannes zu er- wirken und diese Bescheinigungen der aiiszahlenden Krankenkasse unter Angabe, wo und wielange der Ehemann gegen Krankheit versichert war, zu übergeben. Vor Auszahlung deS vorgesehenen Stillgeldes ist den auszahlenden Kassen eine Bescheinigung der Hebamme oder dos Arztes zu erbringen, daß die Wöchnerin tatsächlich stillte. — Fortschritt konjumgenosienichaftlicher Eigenpradultio» Vor kurzem hat die Großeinkaufsgescllichast deutscher stoiisumvereiiie eine neue große Fabrikanlage in G r ö b a in Lachsen vollendet: ihre erste Teigwarenfabrik, Tie neue Fabrik ist ein monu- ineiital ivirkender Bau von 84 Meter Front, der in vier Tlock- werkei, auSgedehiite ArdeitSräume enthält. Wie bei allen Anlagen der Genollenschaften. kst auch hier daraus Bedacht genommen, eine mustergültige Arbeitsstätte z» schasse». Daß vor allem Wert aus die größte Lauberkeit gelegt wurde, versteht sich von selbst. Die Fabrikationsräume sind deshalb mit abwaschbaren Lpaltriemen ousgekleibet: für das Personal sind reichlich Wasch- und Bade- gelegenbeiteu vorgesehen. Eelbstverständlich wurde die genosien- schasiliche Teigwarenfabrik auch mit den niodernsten technischen Einrichtnngeii ansgestattet. Der Fabrikationsprozeß vollzieht sich fast ausschließlich auf maschinellem Wege. Der Teigwarenfabrik ist eine stistenfabrit angegliedert, die auch fiir die anderen Betriebe der Gesellschaft arbeitet. Ihren Kraftbedarf erhalten beide Fabriken von dem Elektrizitätswerk Gröba, Wir beglückwünschen die denlsche stoninmoereinSbewegung zu diesem neuen schritte aus dem Wege der Eigenproduktion. — Unzulässige Gehaltsabzüge. Ein für iveitere «reise bc- >»erke»SwerteS Urteil fällte kürzlich das stanfmannsgcricht in Augsburg, Eine föbete Koiifektionsfirma hatte am 14, August ihren Angestellten einen Revers zur Unterschrift vorgelegi. wonach Nch diese mit der Kürzung deS Gehalts um die Halste einverstanden erklärte». Eine Vertäuserin klagte nun gegen die Firma aus Bezahlung Ser abgezogenen Beträge für zwei Monate, da daS Gejchail nch schon in der zweiten Hälfte des ersten «riegsmonatS so gebesiert hatte, daß die Arbeit siir die Anaestellten eher mehr als weniger wie vor AnSbruch des Krieges wurde, so daß sogar neues Personal engagiert werden mußte. DaS «aufmannsgericht verurteilte die beklagte ivirma z„r Zahlung der geforderlen Lumme. Das Gc- richt nahm an. daß ein Abzug des Gehalts bei gleichbleibender ^'tSIe.stung „nd bei gleichem Geschäftsgang unzuläsiig Jet. -taran andere auch der Umstand nichts, daß die Angestellten sich durch Unterzeichnung de» vorgelegten Reverses mit de:: Abzüge!, einverstanden erklärt baden, denn die llnlerzeichnung fei erfolgt in der Annahnie. daß da» Geschäft tatsächlich eine» dauernden Rückgang erleidet »nd »mer dem Eindruck, daß eine Richiaiierkennung des Reverses die Enilasiung be;w. die stundiguiig »gch sich ziebe» könne. Ltädtijche Ardeiisloie».Unterstützung In Wnrzburg ist jetzt eine ftadlische Arbeii»lose»-Versicher»»g von der Ltadiver- »relung beschlossen worden, nachdem früher sozialdemokratische Anträge auf Einfiibriliig einer solche» zweimal abgelehnt worden waren. Dre Lavungen sehe» eine Barunierftutzuiig für alle Arbeltslose», die fcho» vor dem 1. Fannar 1k>14 am £rie wohnhaft waren, vor »nd zwar 50 Pfg für erwachsene männliche Arbeiter, 4o Psg. für deren Ehesra» »nd 20 Pfg für jedes «ind unter 15 Fahre», ferner 50 Pia s„r erwerbstätige Stauen und Mädchen übet IS Fahren und 40 Pfg. für erwerbstätige junge Leute beiderlei Geschlecht» zwischen 15 »nd 18 Fadre». Die Uiiierftützuiig wird für siebe» Tage in ber Woche, also anch für Sonn- u»b Feiertage, bezahlt. Der Höchstbetraa der Unlerstütziing ist für eine Familie 2 Mark pro Tag oder 14 Mark pro Woche. Die Unlerstütziing von Gewerkschaften werden ans die städtische Unterstützung zur Hälfte angerechnet. Eine Begrenzung der llntersttltzungsdauer ist nicht vorgesehen. Die Unterstützung wird nach einer sieben- tägigen «arenzzeit gewährt. Die «oste» betragen monatlich etwa 7000 Mark, — Heimarbeit in der Tadatindustrie Vom Tabalarbeiterver banb wirb »ns geschrieben: De» gestrige» Bemerkuiige» über bie >4tägige Lohiizahlnngsperiobe ist »och hinzuzufügen, daß es auch als eine Ungerechtigkeit empfunden wird, daß die Heimarbeiter geringer entlohiii werde», als die in der Fabrik beschäftigte», Wohl ist die Firma Rin» u, Eloo» der Ansicht, daß es ihr lieber wäre, wenn alle Arbeiier i» der Fabrik beschäftig! waren, welchen Standpunkt selbstverständlich auch wir vertrete»: selbst den Heimarbeiter» iväre es viel angenedmer. iveg» sie in der Fabrik arbeiten könnten, aber leider sind sie durch ihre familiäre» Verhältnisie gezwungen, Heimarbeit anznnehme», einesteils, weil sie de» Haushalt nicht verlosten können »nd andemteilS, weil sie gezwungen sind, »och ein paar Mark mitzuverdienen. Wir wollen dies einmal vollständig beiseite stelle» und »ns die Frage vorlege»: werde» für die Zigarren, welche von Heimarbeiter» angesertigl »nd geringer bezahlt werden, im Verlaus geringere Preise gefordert, alS für die gleichen Lorten, welche in der Fabrik heraestellt werden? Wir wisien ganz genau, daß ein Fabrikant nicht so naiv sei» wirb und de» «»»den erzählt, diese Marie wird von Heimarbeitern hergestellt und ist so und soviel billiger, sondern er wird die gleichen Preise verlangen, Lcho» aus diese» kurze» Andeiilunge» sehen wir, wie notwendig eS war, geineinichaflliche Zusammenkünfte der Arbeitgeber »nd Arbeiinehmerorganifatio» Herbeiznführen, Aber die Firma Rin» n. ElooS erklärte, daß sie ans weitere briefliche oder persönliche Unterhaltungen zurzeit nicht eingebe» könne, Tabak- arbeiler und Arbeiterinnen! Fhr seht, wie sich die Tabakfabri- kaiite» den Burgfriede» denke», wie sie den Ausspruch: .Wir sind ein einig Volk von Brüdern", anssasie». Eure Männer. Väter und Briider sichen draußen im Lchlachiendonncr, opfern ihr Blut für alle, welche daS deutsche Vaterland bewohnen, auch für die Tabaksabrikante» im Gießencr Bezirk und diese wollen Euch, reip. Eure» Vertreieti, nicht einmal Gehör schenken, damit in dieser ernsten Zeit Eure wiriichastliche» Fntereffe» vertreten werden können! Ziehet Eure Lehre» daraus und haltet lest zur Organisation! — Die Bildhauerarbelt am Portale des allen Tchlostes ist seit einige» Tagen fertiggestellk, iönmorislifch wirkt der Minnesänger am Tragstein des Erkers mit feiner Lanke oder Guitarre, Fn der Verzierung über dem Portal befindet sich ein Ritterkops und darunter ein Ritter m Pierde n» kleineven Maßslabe, Die Arbeit ist von B>ld Iraner Lcheuinig ,n Frank fort sehr sauber ausgestihrt ivorde», — llmrkchiiiiiigslurs in holländische Währung Für Postan- wesftmgcn nach den Rieberlandei, und niederiüiidischen Kolonien gilt von jetzt der Eiiizahlimgskurs ISft Mark = 100 Gulden Fnsolge des vielen Regens der letzteii Tage find die L»i>n und die Wiefeck erheblich gestiegen, letztere ist i» de» Wielen hier uich da über die flache» Ufer getreten, Kreis Sveßlar. ». Zur «artosselnot. Ter Iandwirtsä>aftliche Verein für de» Kreis Wetzlar hielt dieser Tage Hai-p'vkrsamnililng ah. in der Herr Wniterschuldirektor Tr, «ock», also ein Fackmiaiui, über „Kartoffel- verkaus Mid Höchstpreise" fprack>. Er bezeichnte den jetzigeil Preis von 0,50 Mk, pro Doppel Zentner als gntz er könne dos Zurückhallen der «artoiseln nicht oerstehen, zimial die «artotiel als Alleinfatter- inittel nicht in Brtracht lomnx, Herr «och eriiinert an die valer- ländn'che Pflicht, «artoffelii nach Wetzlar znn, Versa»,' z» briirgen, wo sie dringend nötig sind, zmnal die L:ad4 stark mit Einguartierung l-elasiri sei. Auch der Landrat Tr, Tartorius, Vorsitzender des Vereins, sprach in demselben Liiine imd wies auf feinen früheren dias- bciüffluften Aufruf hin. Wir können nur nitrncr wieder betonen, das, alle Mahiiungcn imrsonst sind, solange der Herr Landrat nicht, wie seine KollegTii in Hanau und an andern Orten, Zwangsmaß» regeln ergreift, denn die 1 lauern uniereS «reiies erklären ,'romm und goltesftirchüg. daß ihnen niemand ihre «artaffeln nehmen köinre, auch wenn sie Vorrat Über Bedarf haben. ii. Die Anmeldung der Angehörige» des Landsturms II, Aufgebots muß noch rmer Bekanntmachung der Bürgermeisterei vom 10 dis 20, Dezoiiiber eriol,xi>. Morgen »nd libermorgen kam, also die Ainnelduirg noch, geschehe» m>d zwar im Zimmer 22 des Rat- lgiuses, ES handelt sich, wie bekannt, um den nnonsqehildeten La'ld- itnrm und zwar olle Landstürmer vom 30, bis 45, Lebensjahre ans Wetzlar und Niedergirmes, Telegramme. Talstsbericht des kroßeii ^aiiptqnnrticrs. Völliger Zusammenbruch der russischen Offensive. W. B. Großes Hauptquartier, 17. Dezember vormittags. (Amtlich.) Bei Nienport setzten die Franzosen ihre Angriffe ohne jeden Erfolg fort. Auch bei Z i l l e r b e e k e und La Bass6 wurden Angriffe verflicht, aber unter schweren Verlusten sür den Feind abgewiesen. Tie Absicht der Franzosen, bei S o i s s o n s eine Brücke über die A i s n e zu schlagen, wurde durch rinsere Artillerie vereitelt. Oesrlich Reims wurde ein französisches Erdwerk zerstört. Vou der v st nnd west preußischen Grenze ist nichts Neues zu melden. Die von den Russen angekündigte Offensive gegen Schlesien und Posen ist völlig zu- sammengebrochen. Die feindlichen Armeen sind in ganz Polen nach hartnäckigen, erweiterten Frontalkämpfen zum Rückzuge gezwungen worden. Der Feind wird überall verfolgt. Bei den gestrigen und vorgestrigen Kämpfen in Nordpolen krachte« die west- preugischcn und hessischen Regimenter die Entscheidung. Die Früchte dieser Entscheidung lassen sich zur Zeit noch nicht übersehen. ' De» österreichifch-uttgarischeTagesbericht Auch hier russischer Zusammenbruch. Wir», l7. Tez. Ii,) Amilickies Eviu»i»»iql»>: Tie Irvten Nnchrichlc» lassen nicht mehr zweifeln, daß der Widerstand der russische» Hauplmacht gebrochen ist. Am Südslügel >» der »ikbrlngigei, Schlacht von Limanowa, iui Norde» von unsere» Aerdündeten bei Lodz »nd niiniuchr an der Bzura v o 11 st ä » d i g geschlagen, durch unsere Vorrückung über die Karpathen von Süden her bedroht, bat der Feind de» allgemeine» Rückzug angetreteu, den er im Karpathen-Vorland, hartnäckig kümpsend, zu decke» sucht. Hier greise» unsere Truppe» auf der Linie Gevdiiv-ZaNiezun a». Au der übrigen Front ist dir Versvlg»»^ im Gange. Ter LteUoertretrr des Ehess des Geueralstabs: v. Höser, Generalmajor. > Der Amtrisi auf die englische Küste Drei euglische Torpedol»oots;erstörer vernichtet. Berlin, 17. Tez. (IV. 11, Amtlich.) Heber dr» Vorstost »ach der Lstlüste Englaiids wkrdrn nachstcheiide Einzelheiten bekanntgegebeu: Bei Auuäherniig a» die englische Küste wurden uiiserr Kreuzer bei »»sichligki» Wetter oo» vier englischen Torpedo- boolszerstörer» erfolglos aagegeisfe». Ei» Zerstörer wurde oernichlet, ei» anderer kam in schwer beschädigtem Zustande außer Sicht. Tie Batterien von Hartlepvol wurde» z»>» Schwrigen gebracht, die Gasbehälter vernichtet. Mehrere Tetonalionen und drei große Brände in der Stadt konnte» von Bord aus sestgcstellt werden. Tie Kiisteiiwachtstation nnd da» Wasserwerk von Searborongh, die Küstenwacht- und Sigiialstatioii von Whitbt, wurde» zerstört. Unsere Schisse erhielte» von den Küstenbalterien einige Tresser, die nur geringe» Schaden oeriirsackiten. A» anderer Stelle wurde noch ei» weiterer englischer Torpedobootszerstörer zum: Sinken gebracht. Ter stellvertretende Ehes de» Adiniralstads: - gez. B e h n ck e. Der Kampf in Flandern. Das Bombardement der belgischen K««ste. Gens, 17. Toz. (T. V.) Tic kurze Taucr des Bombardc- mcntS von Wcstcndc dnrck» cnglisckic Kreuzer wird damit erklärt, daß dir Engländer bald grnug die Nutzlosigkeit ihrer» Beiniil)enS einsahen, in dein Nahkainpf zwischen den von Loinbardziidc koniinendcn Franko-Belgiern nnd den von St. (sicorges anrückenoen Deutschen zu intervenieren. Die Franko-Bclgier konnten nur unter Prcisgcbnng eines großen Tetachcnicnts, das gefangen genoinnien wurde, ihre schiheren Stellunge» wieder erreichen. Südöstlich ;lpern dauerten: bis abends die Angriffe »nd Gegcnangrisfe fort. Tie vor-' iciihasterc Position blieb den Teutsckien. Zwischen Nienport und Tünkirchen inanöverierte gestern cin Zeppelin, voll heftigen« Geschützdonner unerreicht. Neue etialische -Oilfstruppen. Basel, 17, Dez (WB. Nitylameinst) Den Baseler Nachrichten zufolge sind tu Marieille 50000 Gnrkha» eingelrossrn. Tie Tvuztptn sollen nach dem Norden gebracht iveode». Ter Krieg im Orient. <»ine Aktion der englischen Flotte? Reuter meldet aus Athen: Ein Telegramm ans Mytrlene meldet, daß die englische Flotte am Montag die türkische Truppcbcschoß.dicanderNordküstedeSGolfe» von Teros, nördlich von den Dardanellen zusamnien- gc-zogcn ist. Einzclhcjten fehlen noch. Städtischer Kartossclvertauf. Da die «artoftelzuiuhr auf de» letzten Wochcinnärkten nicht ausreiist!«, den Bedari der hiesigen Bevölkerung »i decken, mird vom >0. ds. 2«ts. ab der städiiiche Kartoftelverlans wieder eingerichtet. Der Verlaus jtndet statt, bis auf weiteres jrben Dienstag inib Lamstag, vormittags von 8 bis 12 Uhr rn der Tchule in der Neustadt, Ter Verkaufsprels beträgt 7 Pfg, für das tlitogramm. Die Abgabe erfolgt in Mengen bis zu 50 Kilogramm. Gießen, den 10. Dezember 1014, Der Oberbürgermeifter: _ Keller, ___ Licserunasvergcbunlsl. Zur Bekleidung armer Konfirmanden zu Ostern 1915 sind folgende Liefeeungen zu vergeben: 1. Etwa 20 fertige Kiiabenanzüge aus schwarzem Tloff, 2. Lchwarzer Ttoff zu Mädchenlleider», 3. Farbiger Baummollslanell zu Uiiterröcken. Angebote sind unter Beifügung »an Mustern, auck, zu dem Futter für die Knabeiumzüge imd die Mädchenkleider, und mll ent- sprechender Aulschrift verschlosieu bis spätestens -11. Dezember 1914 beim Armenamt. Afterweg 9, einzureichen. Gießen, den 10. Devmrbcr 1914, Der Oberbürgermeister: (Armenveewaltungl _ ftey: Keller ,_ Lieferungsvcraebunq. Tie Lieferung 1, der Kleider, Anzüge und Wälche für stadtarm« Kinder und Envachiene: 2 der Lchuhe »ach Maß und d!« Anfertigung der Lchuhreparaturen: 0, des fertigen Tchuhwerks; 4, des Brotes: 5. der Tärge für die Zeit vom 1, April 1915 bis 31, Mai 1910 ist zu vergeben, Angebote sind verichlosien bis spätestens 31. Dezember 1914 bei dem Ltädtifchen Armenamt, Afterweg 9, wo auch die Bedingungen eingeiehen werden können und die Angebots- formularc erhältlich find, einzureichen. Gießen, den 18, Dezember 1914. Der Oberbürgermeifter: (Armrnoerwgltung.) _ gez,: Keller Verstorbene Quo F äge r, sind. agr. in Gieße». l>- Fahre ach, (Beerbig,»ig Samstag nachmeKag 4 Uhr, Rener Friedhof,) Bereinskalender. Samstag, 19. Dezember. Lautcrbach. Sozialdemokratischer Wahlvcrciii. 9lb«nds SVb Uhr Versammlung bei Wirt Scharman». Alles erscheinen. Sonntag. 29. Dezember. (Sitjtcii. TtaaKS - n n d G c in c i n d « a r b c i t c r v c r b a n ö Nachmittags -! Uhr Bersammlimg nn Oteiverkschastc-Hans. Tabatarbeiter-Vcrsammluiigc» finden statt: Ttcinberg. Freitag, den 18. Dezember, abends 9 Uhr, im grünen Baum. Krofdorf. Samstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr, bei W. Abel. Launsbach. Sonntag, den 20. Dezember, nachmittags 8 Uhr, bei Friedrich Pfasf. Wißmar. Sonntag, den 29. Dezember, abends 8 Uhr, bei Bitte» darf. Seuchclheim. Montag, den 21. Dezember, abends 9 Uhr, bet Angnst Rinn. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Antwort von Rinn >,. Cloos, oder wie sich diese Firma den Burgfrieden denkt. Referent Kollege Alfred Kiel-Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Tsfenbachcr Abendblatt, 8. ni. b. H., Ossenbach a. M. I Allgemeines f£t die Beste erhältlich i. d. KoJonialw. Geschäft ! Brauereien und Bierhandlungen 3 M MS& 8 ® ältUhring. lieh Automobile u.B Gäbet & Appel* Alicestr. 25 Tel. 736 Adler-Autos u. Fahrräder Kontro llkassüh, Reptwkst^ Bade- Einrichtung. I Chr. Zimmer L Bahnbofstraße 12 Spez.: Kupferkessel. Eaugeschäftef Jean Dern & Cie., Gießen* gegr. 1883 Westanlage 31 [ Baumaterialien-Großhandlg Zementwarenfabr. m. Motorl f Chokolade Konfitüren Elvira Jost ide u. 8 Liren & Selters^™ weg 22. i Droq., Farben (Oerniaoia-Drog Kar ' Seibe ' |.Fr»nkfartstr,39. 5 Telephon l Bierbrauerei mit eigener Mälzerei Anerkannt vorzügliche helle und dunkle Export - Biere UniOO- Brauerei Aktie n-Gesellsch. Giessen empfiehlt ihre ff. Biere und Kraftbier mit geringem Alkoholgehalt. Gerlach & Euler vormals J. 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