chfsUe M ©vgmt für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nnchbnrgcbiete. ** CbrrbcfHlrti« «.l(«irltUM «lifcnm i tön, Werktag abuib m »KRtn Der HbonnnntnUmi* betraut w-chml!,» 16 « Ia _ „wnull-.* ® e 1 I, 9 bL Bnnotrlobn. Durch bir Pas« bttsctrn »i«t»liäbtl.lJOU!l Mcbalttan an» CfrccMItim Sifhtn- «abubaftirabr LS. tidr Siwenaafie. Irlcsban 2008. 3nlrrat« folsoi bic ü mal atlpalL JfolontiatUe ober deren IKaum 1b Via- »Bei arb-jtrrn «uftröaen Rai au. Anzrigen wolle man tn* abend« 7 »de für die >o!«ende Summer in der Sxpebtlian aufaebea. 1 C$6 LO litt JW, iditt* ibefl ihr hn dioi d« jjiu iiaf- rifr |tbtr ** n in $«. >«. Nr. 292 Gicftcn, Minwocl,, Den 16. Tczcuilicr 1914 9. Ilitirgnufl pfr WeltKritt Nil die Irliritrr. ?ic i)rat(d)c JopIdenioMc und der Krieg. Bebel zum gegenwärtigen Weltkrieg. Zugunsten der Berliner Arbeit»- und Obdachlosen dielt Do», erdtag abend i„ der Berliner ..Philharmonie" gegen ziemlich >heo Eintrittsgeld (»ienosie Dr. Südekum einen Vortrag über den egenstand: „Jcr Krieg und die deutsche Arbeiterklasse" vor über- llltem Saal und beifallsfreudiger Zuhörerschaft. kr legre die ichtlinien sozialdemokratischer Politik dar, die sich an» der Sr- arung vom 4. August ergeben, und gab einen Ueberblick über die igeheuren Leistungen der deutschen Arbeiterbewegung zur Er- iltnng der Kraft und Wehrkraft des deutschen Volkes. Am interesfanteften in Siideknms Rcdc war vielleicht die Be- ifung auf bisher uiibekamite Aeusterungeu August Bebels, e dieser im Jahre 101:5 bei der Beratung der Militärvorlage >» r Blidgetkommisilon des Reichstages geniacht hat. Bkach Tüde- m» Auszeichnungen hat Bebel damals in lebhafter Erregung sgeflibrl: Jti gibt in Deutschland überhaupt feinen Mensche», der sei» Vaterland sremben Angrissen wehrlos preis gebe» möchte. Dos gilt namentlich von der Sozialdemokratie, der freilich ihre Meiner, die zum Teil »»verständig, zum Teil aber auch gehässig sind, oftmals den Vorwurf der Vaterlandslosigkeit geniacht habe». Tie Sozialdemokratie hat im Ekgeiisatz zu dieser Beüaupiung niemals verkannt, das, die geographi. sche und politische Lage des Reichs die Vorberei- tun« einer starken Sch » ftwehr notwendig macht. Air müsirn in Deutschland mit der Möglichkeit eines Angriffs, riegs von austen leider immer »or!) rechnen, namentlich on r fl e n her. Wenn einmal ein solcher Krieg ansbrechen iollle, den zu verhindern ich glaube auch die deutsche Regierung illeS tut. dann mühte er bei dem heutigen Stand der Wasle» lechnik. bei der Organisation des Heereswekens und bei der Eie taltnug der Staatenbündnisie in Westeuropa einen ungeheure» llmsang annehinen. Er würde zum Weltkrieg werden, und unser Ggterland vor die ,^ra«e von Sein ober Nichtsein stelle». Infolgedessen rechtsertigt sich nicht nur die Wehr, fast machungdesleftten Mannesbein n ».sondern ie ist eine notwendige Forderung Die Sozialdemo- ratie war die erste grofte politische Partei, die das laeerkaunt und daher in ihr Programm den Saft aiiigenom- nen hat. der die Wehrhastmachnng, die Erziehung des Volkes zur illgemeine» Wrhrhastigkrit fordert. Die Sozialdemokratie geht »der noch weiter: sie will die Wehrhaitmachung des Volkes nicht >ur vom körperlichen und vom technische» Standpunkt aus be reiben: das Vaterland verteidigt man nicht nur mit Maschinen iewehren und Kanonen, mit Lanzen und Säbel», mit starken lävsten und mit ichnellen Beinen, daiu gehören auch bestimmte eiltige und sittliche Eigen schäften des Volkes, nd die Sozialdemokratie ivill auch diese g e i st i g e n und ittlichen Eigenschaften des Volkes ftärlen. auf enen, wie die Eleschichte aller Zriten und Välfcr lehrt, die Selbst- ehauptnng einer Ratio» in erster Linie beruht. Diese geistigen ich sittlichen Eigenschaften sieht die Sozialdemokratie tief begrün, et in dem aus wirklicher Freiheit und Eileichheit wurzelnden ®t= ühl der Zusammengehörigkeit der Volksangehörigen." Ter Berufung auf Bebel und Friedrich Engels ist bisher ner entgegengehalten worden, dah ihre Aeusteruiige» über den wendigen Verteidigungskrieg Deutschlands gegen Ruhland aus :r Zeit stammten, in welcher der moderne Imperialismus »och t voll entwichelt gewesen sei. Tie jetzt angeführten Aus »naen Bebels sind ilar »nd unzweideutig gerade auf die jeftipe e abgestellt und lallen keinen Einwand mehr zu. Es unterlieg! t dem mindesten Zweifel, dah Bebel, wenn er heute noch lebte, au die Politik der Reichstagsfraktion vom 1. August gemacht !k. »c amerikanische Stimme zur Gattung der deutschen Sozialdemokratie. Ter Aewnorler Mitarbeiter der Wiener Arbeiter-Zeitung kt dieser einen Bericht über einen Vortrag, de» der Führer nordamerikanischeu Sozialisten, Morris H i i g u i t. in der per Union gehalten. $t(QUit wandte sich vor allem gegen die chiedeneii Proteste, die aus Unkenntnis der Sachlage heraus die tung der deutschen sozialdemokratischen ReichStagSsraktion per- 'len. Er führte anS: . Biie habe die Sozialdemokratie den Grundsatz anfgestellt. dn: e Kriege zu verwerfen sind, dah wir uns nicht an einem 'ge zur Verteidigung des Landes beteiligen solltet'. anSgesetzt. die Vereinigten Staaten befänden sich noch unter Herrschaft Englands und das Land erhöbe sich: würden dann -Sozialisten nicht milmachen'? Oder man nehme an, eS handele wieder um die Abschaffung der Sklaverei und die Aufrecht- ltuna der nationalen Einigkeit: würden die Sozialisten de,, 'g ablehnen? Dm gättc den Krieg verurteilt, wenn nach dem >aen Sonntag in Ruhland die Völker Europas erklärt hätten, ne einen derart barbarischen Nachbarn nicht länger dulden q Zarenreich bekriegt hätten'? vln Anierika feien die Sozialdemokraten sprachlos vor fr an nen gewesen, als sie bemerkt hätten, wie sich &>e s o - listen der verschiedenen Länder dem allge- Gemetzel an ge schlossen hätten. Belgien und 'au auch Frankreich habe man von der allgemeinen Ver- i'ung ausgenommen. Den meisten Zwist habe die Satt- i f»; e ü 5 e !'Hd)cn Sozialdemokratie hervorgernfen. iei io weit gegangen, die deutschen Sozialdemokraten A b - , n 'und Verräter an der gemeinsamen Sache zu ' Wenn diese Anklage berechtigt wäre, dann müsie man allerdings alle Hoffnung auf die Verwirklichung de» Soziali»n:uS fallen lallen. Den» die amenkanisäie» Sozialisten dürsten sich dem selbslgesäUigeii Gebauten nicht hingeben, dah sie bellere und klügere Menschen seien als ihre deutschen Wenofle». Welche Warantic habe man, dah man in einer ähnlichen Lage anders gehandelt haben würde? Die Handlung der fozialdeniokrati- lche» Reichsiagsfraklion, die Kiiegstredlte z» bewilligeu. wolle er weder rechtfertigen noch verurteile». Er versuche nur, die Silua, tion zu verstehen, der der Befchluh entwuchs. Es fei einfach albern, an die Handlungsweise der Reichs- lagsfraktion die romantilchen Kriterien der bürgerlichen Friede nsapo ft ei anzulegen. wie es viele täten. Von anderer Seite höre man. dah sich die deutsche Partei unfähig erwiesen habe, eine grohe historische Gelegenheit wahrzunehme» und die ganze Welt »nizugestalten. Zn einer amerikanischen Zellschrist habe ei» Prosellor den sozialistischen Parteien der ganzen Weit genaue Vorschriften darüber gegeben, ivie sie sich beim Ausbruch des Krieges hätte» verhalte» sollen. Zn einem anderen Artikel derselben Zeitschrift nenne inan die deutschen Gcnoste» .Feiglinge". Er sHiiguitl leime fast alle Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagssraktia» »nd er'Iönne den Anwesende» ver- sicheru. dah die Deuischen »ich! nach Timcrita zu kommen brauchen, ■im sich Erfahrung. Urteil und Weisheit zu hole«. tBeifall und Heiterkeit in der Versammlung! Und was die Anklage der Feigheit betreffe, io verweise er jedermau» an die Et e - schichte der deutschen Partei, einer Partei, die zwölf Fahre der h ä r t e [I c n Verfolgung ertragen habe. Tausende seien in» EtesaugniS, ins Eril, gewandert, und das ohne grohe pathetische Gebärde. Sie Hütten einen Heroismus bewiese», den zu zeigen die Amerikaner noch nie die Gele g e n I) c i t hatten. Man nehme an, die Regierung habe die deutschen Sozialdemokraten irregesührt: man nehme seiner an, die deutsche Regierung stelle den Ausbund der Schlechtigkeit dar, als den sie ihre Feind', hinstelle». Wie sollten sich die deutschen Genossen nun »ach Ausbruch des Krieges verhalten, nachdem sie. wie jedermann zugebe, mit allen Kräften an der Erhaltung des Friedens gearbeitet? Sie hätten offenbar den Entschluh fasten müsten, sich ihrer Haut z„ wehren. Man dürfe nicht vergesten, dah bei Arbeiter nicht nur einer Äiaste, sondern auch einer Nation angehöre: ja, er gehöre erst der Nation, die ihm die elementaren Vorbedingungen seiner Existenz liefere, und dann feiner Klaffe an. Ter Zustand Belgiens beweise e». Tie Arbeiter Belgiens würden hundertmal lieber unter den alten Verhält, listen lebe», so ärmlich »nd kümmerlich sie auch gewesen sein invchlen, als unter de» Verhältiiisten, die der Einsall des Feindes geschaiien habe, lind wie die Belgier, so fühlten die deutsche», die französischen, die Arbeiter in Oesterreich. Wenn sich in England »nd Ruhland eine Opposition in der Arbeiterschaft bemerkbar gemacht habe, so beruhe dies feinet Ansicht nach darauf, dah der Einfall des Feindes in jenen Ländern fern oder ferner liege. Dies lieferc den Schlüssel zu der Haliuiig der europäischen Sozialdemokraten. kr wolle die Gcnosten onderer Länder nicht kritisieren. Er habe nur beabsichtigt, aus die Notioendigkeit hinzuweise». dah die Parteigenosten versuchen müsten. die Lage in Europa zu verstehe», anstatt ihre Zeit mit romantischen Pro- testen zu vergeuden. • . • Wie man Tummc sännt. Die Mächte de» Dreiverbands versprachen Persien die Städte Kerbel» und Nedsches in Türkisch- Arabien, wenn Persien streng neutral bleibe. Das Manöver, Städte und Länder anzubieten, die man selber g a r » i a', t b e s i ft t, wird vermutlich in Teheran noch weniger versaugen als anderswo, da man dort gennu wein, dost ein lüebietszuwachs Persiens für ein siegreiches Ruhland nur eine Mehrung drr eigenen Beute wäre. Türkische Dementis. Mo»i!a»fi»oprI, 11. Dez. (W. B. Nichtamtlich.! Tic Agon» £ttomarie dementiert eine Reiste durch die griechilck^ Presse verbreiteter Nachrichten, wie. daß die türkische Regierung zablreiche russische und französische Kirchen in Moschee» verwandelte, das; die Bestörden die griechische Metropole Aivoli geplündert, den Metropoliten eingekerkert, eine Anzastl Notabel» verhaftet, daß die Loge in Palästina sehr kritisch sei. und daß Araber und Kurden Massakers unter Christen anrickteten. Alle diese Nachrichten entbehrten jeder Wahrheit. In Palästina gebe es überbaupt keine Kurden. Rtissische „Kult„r".-Tatett. Konftantinopel. 11. Dez. (W: B. Nichtamtlich.) Nach Berichten des OSiiianiichen Llvvd aus Rußland verfolgen di« rnzstiche,--, Behörden in schrtlHirber Weise die Mulelmanen im Gouvernement Kasan. Fn Orcnbnrg kei auch dt« türkische Prestr und Literatur der Verfolgung gusgcirtzt. Die strengsten Mohnelpnei, würden gr- trofsen. um die Verbreitung des Aufruss der türkiichen Patrioten zu verbindern Aebniich« Mohregeln t'ciei, im Kaukasus getroffen. Den Muselmanen wurde verboten, aus dem Kaukasus ins Innere des Landes zu reisen. Der türkische Sonsul Rostow wurde mit dreihig muselmanischen Nvradetn verhaftet und noch dem 8»bangebiet geschafft. Tic Gärung in der vnfjKdteu 'Arbeiterschaft. AuS Ruhland bringt der Labonr Leader, das Blatt der I. L. P. funabhangigen Arbenerpartri Englaudsj. fotginde Betrachtung: Angesichts des Kriegssieder» wurden die beiden Flügel der rulfi- schen Arbeiterpartei, die Mazimaiisten und die Minimalisten, aus eine gcnieinschaftliche neue Linie der Aktion sestgelegl, die nur noch eine Elnteilniig in Patrivieu und Anlipatrioien. oder bester gesagt in Mllilariste» »nd Anlimilitaristen kennt. Die überwältigende givhe Mehrheil iei aber a n l i m 11 i t a r i fl i sch. Die Rüsten I,e- länben sich in sehr schwerer Lage, da die Verhäliniste gan, ander» seien, als während der. ruffifrf)-iapanifrtjcn Kriege». Damals flimmerte sich niemand um den Krieg, weil er fiel) ganz fern vom Herzen Rußlands abipielle und eine Invasion «ich! drohte. Selbst die Bourgeosie sei gleichgültig gewesen, zumal sie am Kriege noch Gewinn halte. Be, der jetzigen dentschen Invasion in Polen fei eine grohe Welle enistanden, die man am besten mit „Armeesieber" bezeichnen tonne. Inlolgedesten sei der Kern der Ardeilerlaias! für den Krieg gewesen. Die ruisische Regierung habe deswegen die strengsten Mahregeln gegen die foziaiistischen Agitatoren getroffen. Sie habe die Parieipresie unierdriickl. die deshalb nach de, Schweiz und nach Paris geflohen fet, wo jetzl zwei Bläller erscheinen, das ritte halbmonatlich und das andere logisch Bi» zur Kriegserklä rung konnten „och einige sozialistische Bläner erscheinen, aber sofort nach dem Ausbruch de» Krieges feien auch diese weggewischt wurden. Die Bewegung sei daher dazu getrieben worden, eine unterirdische zu werden, »nd die Sozialisten druckten nun in der Tat ihre Zeitungen in Kellern und Höhlen. Sie verbreiteten überall Ftugschristen und Manisestattonen zu Rill tonen gegen den Krieg. Vor alle» Dingen in Moskau, Petersburg und Warschau seien diese FIngschristen gegen den Krieg vrrteiji worden. Einer meiner russischen Berichterstatter, so sagt der Herausgeber der Labour Leader, spricht mit bewundernden Ausdrücken vm, der Haltung der britilchen .Independent kabour- Parth" gegen den Krieg, die auch die Rüsten ermutigt hätte. Er nannte Mitglieder der englischen „Independent Labour-Party" die wahren Revolutionäre gegen den Krieg. Der Erfolg der geheimen Propaganda sei dann in die Erscheinung getreten. Die Arbetter- tloste sei mehr „nd mehr für die antimililärische Bewegung in Ruhland Dies sei vor allem der Fall bei den Arbeitern in Pe I e r s b ii r g und Warschau. Ein andere» russische» hervorragendes Parteimitglied, das Schweden besuch! Halle, beftälig! da» oben Erwähnte und sagt, dah die Parieipolitik gegenwärtig auherordentlich nützlich und gesund sei. Andererseits aber würden iurchtbare ltnter- drückniigsmethoden von den Behörden angewandt. Biele Anhänger würden nach Sibirien aelchickl. andere in» EiesängniS gebracht, wie Mazlaw und Dan. Von anderer Seite werde mitge «eilt, dah seit Beginn de» Kriege» die Anstrengungen der Sozialisten, durch Proklamationen und Reben Propaganda zu treiben, bei den Militärbehörden in Ruhland Beunruhigung her- vorgerusen haben. England und die belgische Neutralität. Unter der Hcbcrfrfrrift: CnglondS Spiel mit der Neutralität sckrcibt die NorLdcutickie Allgemeine Zeitung: Für oie englisch-belgische Komplizität Imben sich neue schwerwiegende Scstuldbeweise gesunden. Vor einiger Zeit wurde in Brüssel der englische Legationsjekretär Grant Watson scstgcnoinmen. der im englischen Gesandtichastsgebäude geblieben war, nachdem die Gesandtschaft ihren Sitz nach Antwerpen und spater nach Havre verlegt hatte. Der Genannte wurde nun kürzlich bei dem Versuch ertappt, Schristftürke. die er bei seiner Festnahme unbemerkt aus der Gesandtschaft nntflcfiifirt hatte, verschwinden zu lassen. Tic Prüfung der Schriftstücke ergab, daß es sich um Aktenstücke mit Daten i n t > m ft c r Art über die belgische Mobilisierung und die Verteidigung Antwerpens aus den Jahren 1913 und 1911 'andelte. Von besonderem Interesse ist auch eine handschriftliche Notiz, die bei den Papieren gesunden wurde, um deren Vernichtung der englische Botschirster besorgt mar. AuS dieser Notiz ist zu entehmen, daß Frankreich bereits am 27. Juli seine ersten Mobilisierungsmoß- nahmen getrosten bat und daß die englische Gesandtschaft ron dieser Tatsache bclgischericits sofort Kenntnis erhielt. Franzosen über Teiltschlattd. Im Berner Bund sinden wir den Brief eures sunpen schweizerischen Soldaten, der an der ironzösisch-ichweige- r>schei> Eiitnz« sein Botrrland bewacht. Er berichtet über seine Unterhaltung mit französiichen SanitoiSsoldoten, die aus Icuesch- la-nb zurückkestrtcn: . . Dies« Woche Hab« ich wieder etwas erlebt, was ich nicht so ichnell vergesten werde. Am Freitag abend sind hier etwa TM fvanzösriche Sani tätsoisizicr« und etwa 20 französische Sanitätssoldaten loiib kamen. Das war ivieder etwas für mich Diejenigen von uns. die qvt ffonzösisch sprühen, muhten aus den Bahnhof gehen, um die Fvanzoscn zu empsonaen Selbstverftändiich meldete ich mich auch. Um VA2 Uhr nachts fernen sie an. Wir iichrten vorerst bis frembrn Oifizzere zum Bureau des Ha-.iplmanivs. worarrf sie im Hotel de Bille ihr Nachtcsten ein,«ahmen. Nachher geleiteten wir sie in di« nir sic bestimmten Quartiere. - . Di« sranzv- sischen Soldaten waren tu unferm Kantonnement unter- gebracht. Als ich heim kam. iprvch ich noch eine Weile mit ihnen. Ich war erstaunt, zu lwren, dah sie die Deutschen rühmten, mid konnte scstsirllen, das; sie kein böse» Wort Über sie sagten. Am andern Morgen n»rr ich schon um 6 Uhr auf den Beinen und ging in den Korridor. Tort waren einige Franzosen versammelt vor einer großen Kart« Europas. Fch begab mich zu ihuen und sie gaben nur Ausichlüsi« über die militärische Lage im Westen. Um 7 Uhr war Tagwacht. Tie französischen Soldaten nahmen mit uns das Frühstück ein. Sie lobte» unsere Gastfreundschaft sehr. Ties« Soldaten war«n, wie sie mir mitteilten, anläßlich des Falles der Festung Maubonge gesangengenoniineu worden. Sie waren der Meinimg, Frankreich werde noch sehr lang« staudhobten können. Gern werden sie an die Front zursick- kchren. Auch sagtet! sic, sie kö n n t« n es nicht begreifen, daß gerade Frankreich und Teutichland so erbitterte Feinde seien: da di«ie Länder di« stärksten Armeen besähen, tollten sie doch lieber Hand in Hand gehen und dann wäre der Weltfriedc, von deni man immer spreche, gesichert! Ist es nicht bezeichnend, das von srcmzüsischen Soldaten zu hören? ..." — Die Behandlung der Fratt'.oscninTeiltschl-nid Die Humanite vom 27. November gibt eine Unterredung eines ihrer Mitarbeiter mit Zwei jungen Französinnen wieder. Tic beiden jungen Tamcn haben sich nach Ausbruch des Krieges noch längere Zeit in Deutschland aufgehalte» und sind jetzt nach Paris zuruckgekehrt. Sie wohnten in Meiningen, um Deutsch zu lernen, lieber ihre Behandlung durch die deutsche Bevölkerung hatten sie sich ebenso wenig zu bekiage», wie über die Behörden: bei ihren Spaziergängen blieben sie durchaus unbehelligt. Der Mitarbeiter der Humanite fragte, ob denn die Behandlung nach den „französischen Siegen an der Marne" eine schlechtere geworden sei: dies wurde verneint. Von diesen „Siegen" hat man ja auch in Deutschland nichts gehört. Tic beiden Französinnen haben auch ein Lazarett in Meiningen besucht, in dem französische Verwundete lagen. Es war ihnen criaubt worben, ihre Landsleute zu besuchen und ihnen kleine Geschenke mitzubringen. Tic Verwundeten haben sich sehr anerkennend über ihre Behandlung durch die Pslegerinncn und Acrzte ausgesprachc» und sagten: „Man macht keinerlei Unterschied zwischen den sranzösischen und den deutschen Verwundeten." Am Schluß der Unterredung sagte die eine der befragten Damen: „Was wollen Sie, man mutz gerecht sein und die Wahrheit bekennen." 70 englische Minen. Wie die Franks. Ztg. dem Rottcrdamschen Courant ent. nimmt, ist in Holland offiziell gemeldet worden, daß in der Zeit vom 1. August bis zum 5. Dezember 83 Minen an die holländische Küste angespült worden sind. Eine amtliche Untersuchung hot nun ergeben, daß von diesen 83 Minen 70 englischer Herkunft waren, vier französischen Ursprungs, acht holländischen, und bei einer konnte der Ursprung nicht festgestellt werden. In dieser Feststellung liegt die beste Widerlegung der englischen Behauptung, Deutschland habe durch sein Minenlegen in der Nordsee die neutrale Schisfahrt aufs schwerste geschädigt. Dieser Vorwurf fällt danach auf England selbst zurück. Die englische Arbeiterpartei und der Krieq. Der Labour Leader, das Organ der englischen sozialistischen Arbeiterpartei, bringt nach der Franks. Ztg. neuerdings an erster Stelle folgenden bemerkenswerten Artikel: - „Was immer vom letzte» Krieg gesagt wird oder auch vom nächste», dieser Krieg setzt ist ein heiliger Krieg. Das britische Vorgehen zu Lande mid zur See ist gerecht und dariibcr besteht auch nicht der geringste Zweifel. Feder Engländer muß stolz daraus sein, daß sein Land jetzt am Kriege toblnimmt. Di« Deutschen sind bösartig blödsinnig, verbrecherisch, brutal und schlecht. Deutschland mutz nicdergeschmeitert werden, sodatz es sich »ieinals niehr erbeben kann. Großbritannien ist durch den Allerhöchsten auser- mählt worden, um ein Volk zu vernichten, das sich in der gleichen Weise rühnite, wie wir cs selbst tun . . ." D i e s i st i e tz t d e r Schrei aller „Patrioten", so ist das exaltierte Gestihl. das olle Vernunft beiseite läßt nnd das man Pairtolismus nenn« . Ties ist dos verderbliche Gisi, das augenblicklich das Blut der Nation durchläuft. Feder, der es wagt, ein Wort über di« Haltung Großbritanniens in diese«, Kriege zu sage», ist verurteilt, als prodeutlä, zu gelten, als antipatviotisch und wird verdächtigt, den Mut unserer Soldaten herab zu setze». Fed« Kritik an mifcrer heutigen Tivlomati« oder der Dividenden, di« die Nitstnngsmacher einstecken. indem sie Panik ansstreuen oder der krummen Weg« unserer Werbemethod« oder der ungenügende» Versorgung »irr di« Hniterlassenen unserer Soldaten gilt setzt als prodeutsch. Di« Deniokratie leidet augenblicklich an einer G e i st c s- verwirrung und kennt ihre Freunde nicht, und die Leute, die die beruseneu Männer sind um sich den Arbeitern zu widmen, >ver- den verachtet. Aus der andern Seite werden viele von denjenigen. Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 138 Blickte er dann weiter hinaus auf den Februar hin. wo halb Finnmarken zum Fischfang auf die Lofoden zog. welchen Trost konnte er daraus schöpfen? Es war ihm unmöglich, daß er daran teilnehmen könne, denn was gehörte zu einer Ausrüstung mit Booten nnd Jachten voll Geräte der vcr- schiedcnsten Art und Itzuiptsächlich voll Lebensmittel zum Unterhalt der Mannschaften?! Hätte er Kolonisten in seine Täler und Ufcrstcllen gesetzt, hätte er für seinen Gaard gesorgt und den Wald liegen und stehen lassen bis zu Zeiten, wo er ohne Gefährde sich in Spekulationen einlassen durfte, so wäre es anders mit ihm gekommen. Helgestad würde nicht gewagt haben, ihn in so gutem, sicherem Besitz anzugreifen;, hätte er cs jedoch getan, so wäre Hilfe leicht gcweicn. Mehr wie einer der reichen Kauslcutc hätten ihm dann Geld vor- gestreckt: nun aber war er im ganzen Lande verlacht und als ein dänischer Narr verhöhnt, der ebenso kopflos wie sinnlos gewirtschaftct hatte. Er bedachte das alles, sah und erkannte alles, aber es war zu spät! Es gehörte der äußerste Mut und eine zähe Energie dazu, um in solcher Lage nicht zu verzweifeln. Der einzige Freund, von welchem Johann wahres Mitgefühl und allen möglichen Beistand erwarten konnte, war Klaus Horncmann. Wo aber befand sich der alte Gottesmann? In welckier Wilo- nis, vielleicht am äußersten Kap oder an der Tana mochte er sein! Und wenn er wirklich an den Lyngenfjord kam, wenn er die Doppelehe in Helgestads Haus einsegnete, konnte er leugnen und lügen, daß er von Afraja Geld genommen, konnte der Priester ihn mit dem allgemeinen Hasse aussöhncn, konnte er ihm Achtung und Ansehen, die Mittel vcrschafscn, um seinen mächtigen Feinden zu widerstehen? Diesen nicht zu weichen, sich nicht berauben und aus dem Lande jagen zu lassen, war noch imnier Marstrands fester Entschluß. Die Ueberzeugung, daß kein Makel seine Ehre belaste und sein Gewissen frei von Vorwurf sei, hielt ihn aufrecht. Er sann hin und her, irgend ein Hilfsmittel zu entdecken, aber in seiner Verlassenheit fand er auch nicht eines, das erfolgreich die es so außerordentlich energisch verstanden haben, den Arbeitern zum Krieg« zu raten, keine« Augenblick gezögert haben, die Soldaten selbst liegen die Arbeiter zu benutze«. Diese Verirrung der Demokratie wird vorübergehen. Es wirb ein trauriges Erwachen zur Wirklichkeit werden und dann wird ein starker Rückschlag komme» gegeic dieses sieglose Schlachten. Die Zeichen dasiir erheben sich schon am Horizont. Wir, die wir den Krieg verurteilen, und di« lvir uns weigern, England von Schuld frei- z u s p r e ch c n , unb die wir glauben, daß die Verletzung der belgischen Neutralität keineswegs der wahre Grund für unsere Teilnahme am Kriege bildet, sind nicht zu vergleichen mit den sogenannten Patrioten hinsichtlich der Bewunderung des Heldentums unfern Soldaten. Dieses Heldentum ist eine der schönsten Setten der menschlichen Natur, uich cs bildet das einzig erfreu!,che in der sonst so trüben Tragödie. Also möge man es zu- lasi«n, daß lvir alle sagen, daß der deutsche Terrorismus i n gleicher Weise bei den Engländern gesunden iverden kan«. Man ist hier allzu!eich! dazu veranlagt, den deutschen Kamps als grausam und barbarisch hinzustellen und alles das mit drrartigeu Adjektiven zu beze-chuen, ivas lvir als kühn u.nd mutig bei unseren eigenen Soldaten finden würden." Eilte Erinneruno ans dem Kriege 1870/71. Fm Dail» Telegraph ivar eine inalcrische Erzählung miögeteilt worden über ein«« Angriff der afrikanischen Fäger auf die Deutschen. Natürlich mußten di« Deutschen den stürmischen Angriffen der Afrikaner trotz aller Versuche, ihnen Widerstand zu leisten, weichen und cs wurde ein surchldares Blutbad unter den Deutschen amgerichtet Nun machk das Amsterdamer Handelsblad die amüsant« Entdeckung, daß jene ErzWmig. die natürlich die sranzösischen und auch einen großen Toll der holländischen Blätter durchlaufen hat, ein« fast wörtliche tlc-bcrsevung aus cineni Buch „Recits de guerre. L'invasion 1870/71" von Ludwig Halevll war. Freie Deutsche, gleiche Preußen Zur Reichstagsrede des Reichskanzlers macht Naumann in der Hilfe folgende Anmerkung: „Den Schluß der Rede des Reichskanzlers machen Versprechungen einer freieren inneren Politik am Schluß des Krieges: „Fch verspreche cs Fhncn, daß cs nurmchr Deutsche geben darf!" Man denkt an das Wort in der preußischen Ver- fastung „alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich" und hasst, daß cs setzt endlich unter so gewaltigen Opfern zur Wirklichkeit werden soll. Es darf nicht wieder sein wie 1813, wo versprochen, aber nicht gehalten wurde." Wir fügen hinzu: Zur Erfüllung eines solckien Versprechens ist kein einzelner Mann stark genug. Dazu bedarf es der gesammelten Kraft der Massen. 1813 fiel in eine Zeit, die noch keine freie Organisation des Volkes, kein Recht der politischen Organisationen, keine Freiheit der Presse kannte. 1014 sind wir um ein Jahrhundert weiter, lind darum glauben wir, daß das Versprechen des Reichskanzlers gehalten werden wird. Aushcbuust der Mouatsaufschläoe aus.Hafer. Tic Höchstpreisvcrordnnng für Hafer hatte die Einführung monatlicher Aufschläge auf den Höchstpreis deni Vundesrat Vorbehalten. Wie nun die Deutsche Tageszeitung hört, sollen diese monatlichen Zuschläge in Kürze aufgehoben werden. TaS agrarische Blatt empfiehlt deswegen den Hafer- öesitzern, die Vorräte möglichst bald dem Markte zuzufiihren. da sie sonst keinen Ersatz für die Konservierungskosten er- halten. — Die Ankündigung der Anfhebnng der Monatsaufschläge kann also verbilligend wirken. Prafeffor LaPon erhält «och eine Abfuhr. Der Berliner Phikosophieprofestor Adolf Lasso» hakte an einen holländischen Gelehrten Briese zur Vcrösseutlichung gesandt, durch, die sich di« Holländer aufs tiefste verletzt suhlen mußten. Er hatte u. a. Holland als Anhängsel von Deutschland in Tchlcrsvvck n«d Pantossclu bezeichnet. Mit diesen Briefen Lassons hat sich nnncmchr auch di« Akademie der Wissenschaften. der Laffon angehört, beschäftigt. Ter Berliner Korrespondent des Amsterdamer Allgemeinen Handelsblad depeschiert seinem Blatte: „Tie Akademie der Wissen schäften in Berlin hielt Donnerstag im Anschluß an ein« offizielle Sitzung eine Besprechung ab über di« Lassonscheu Briefe. Di« Mitglieder sind einstimmig zu einer scharfe» Verurteilung gekommen und würde es ans das lebhaftest« bedauern, ivenn intellektuelle Verein« Hollands der Meinung wären, daß die Erklärungen Lassous auch mir im eiiiserntesten die Meinung widcrspicgelie», die man in inteücktucllen Kreisen Deutschlands über Holland hat." schien. Afrajas Geld nützte ihm nichts und doch war dieser alte Mann immer wieder der Schlußpunkt seiner Be- trachtungen, doch führten olle seine Grübeleien auf ihn zurück, und Wenn er schlaflos lag nnd der Wind die Fenster rüttelte, sprang er freudig ans, weil er den Zauberer vermutete, der sich nicht blicken ließ. Eines Tages jedoch, als er das Balselfthal hinauf ging und bis jenseits der Wasserfälle gegangen war, hörte er plötzlich hinter sich ein Iciies Rufen und durch das Felsge- tcümnicr, in welchem die Bäume wurzelten, sah er Mortuno, gewandt wie ein Hirsch, mit Büchse, Alpenstock nnd Jagd- hemd, seine Mütze mit den Adlcrfedern keck auf das schwarze Haar gedrückt. Mortuno war voller Freude, als er sich näherte, und schon von wciteni rief er: „Alles Glück sei mit dir, Herr, doch Glück auch für mich zu deinen Diensten," „Ich habe dich lange nicht gesehen, Mortuno," sagte Marstrnnd. „Tu siebst mich jetzt," antwortete der Lappe, „weil einer mich schickt, der cs.so will." „Afraja!" „Du sagst cs," fuhr Mortuno fort, „Er hat dir Wichtiges zu vertrauen. Darum bittet er dich, zu ihm zu kommen und ihn zu hören. Willst du mir folgen?" Mnrsttand versprach es sogleich. Mortuno setzte sich auf einen Stein und sagte: „So will ich dich hier erwarten Sage deinen Hauslciitcn, daß du ein paar Tage fortbleibcn willst, und noch eines. Du wirst an deiner Tür zwei Männer finden, die Essig und Pulver von dir kaufen wollen. Gib ihnen, was du hast, es sind Afrajas Diener. In den Tragkörbcn ihrer Tiere bringen sie dir Fleisch znm Geschenk, deine stolzen Gaardleute werden nicht böse darüber sein, einen Rennticrbraten zu verzehren." Er streckte sich lachend aus, und Marstrand fand wirklich vor seiner Tür zwei Lappen, die sein Pulver begehrten, ein ganzes Fäßcken von fünfundzwanzig Pfund kauften, allerlei andere Käufe an Nadeln, Scheren, Essig. Leinwand und Beilen mochten und endlich, nachdem sie Fleisch und Käse in den Kauf gegeben, alles einpackten und abzogen. Nach zwei Stunden, als die Sonne zu sinken begann, war der Junker bereit zu seiner Reise. Er empfahl sein Gctvcrkschaftemitglieder im Kriege. Nach einer Aufftellung in der letzten Nummer des Zenttal» blattes der christlichen Gewerkschaften standen im Monat Oktober 0 8 17 8 christliche Gewerkschaftler in, Felde. Hiervon entfallen auf die Bergarbeiter 14 300, Ban- nrbeitcr 10 710, Metallarbeiter 10 752, Textilarbeiter 3608, Holzarbeiter 4088, Fabrik-, Verkehrs- und Hilfsarbeiter 2473. Keram- und Steinarbciter 2243, Tabakarbeiter 588, Leder- arbeiter 1010, Schneider 1600, Gemeindcarbeiter und Straßenbahner 1700, Maler 1626, Easthansangcstellten 886, Forst-, Lund- und Wctnbergsarbeitcr 1262, Buchdrucker (Gutcnbcrgbund) 860, Tclegraphenarbeiter 1600, Graphisch« Gewerbe 387, Krankenpfleger 1048, Gärtner 448, Eisenbahner (Bayern) 2896, Württemberger 620, Elberfeldcr Eisenbahnervecband 2000, Militürarbciter 800. Da eine Anzahl von Zahlstellen an der Statistik nicht beteiligt sind, so dürfte die Zahl der zu den Fahnen einbcrnfencn christlicher, Gewerkschaftler 70 000 betragen. Von den freien Gewerkschaften waren bis z u m 31. Oktober 661005 Mitglieder eingczogen. Bis heute wird sich die Zahl der Einberufenen bei den Christlichen aus rund 75 000, bei den freien Gewerkschaften aus rund 700 000 erhöht haben, Ter Dentfche Mctallarbeiter- verband stellte bis zur scchszehnten Kriegswoche allein 178 982 Krieger, also weit über IM 000 Soldaten mehr, als alle christlichen Gewerkschaften zusammen. In einem ähnlichen Verhältnis stehen die Kriegsaufwendungen, die beide Gcwerkschaftsrichtungcn, z. B. für die Arbeitslosen und die Familien der Kriegsteilnehmer, machten. Die freien Ge- werkschnften haben dem Lande nicht nur ein gewaltiges Heer an Soldaten gestellt, sie haben auch aus den Kassen de, Zcntralverbände vom Beginn des Krieges an weit übe: 15 Millionen Mark an Unterstützungen ausgezahlt. Kricgogerichtsinteile i« Laarbriilken. Vor dem Kriegsgericht der Land,vehr-F>nspckt«»n Saarbrücken hotte sich der Musketier Nikolaus Flach aus Herrensohr zu ver antivortcn. Die Anklage warf chm vor, während der Bcsatz-an j L.unevillcs aus einem verlassen«« Hanse 50V Matt in svanzosi scheu - Gelbe, sowie «in« Taschenuhr entwertet zu haben. Ter An,geklq>di tvar dm allgemeinen g'estäichicg, wallte aber in gutem Glauben ge bandelt haben. Als die Ei.ncmohncrichoft Lui «rillcS aus dem Hinter - halt einen ObrrftnbSarK und vier Samtölc-/Ädoc.«n erschossen hattz war der Befehl gekommen, die Stadt in Brand zu staien. Als ?> j mit seinen Kameraden ein Haus nach Franktireurs durchsnchte. Hab er die fraglichen Sach:» an sich genommem. da sonst olles vom Feue verwichstet worden wäre. Es sei ist.» unbekannt gewesen, daß er da hielt» hätte abliefern inujsen. Er habe es seiner notleidenden, iln« Niederkunft entgegensehende» Knau zugohen lassen. Das Äriogc erricht nahm keine Pliir.derung. simhcr» nur eine Unierschla-gung a und verurteilte den Soldaten zu sechs Wochen Gefängnis. : Ferner hatte« sich vor tan Kriegsgericht zwei Soldaten ivage Feig heitvor dem Feinde zu verantworten. Der eine muri von der Antlaqs der Feigheit sreigesprochen, wurde aber ivegen ui ertaubter Entfernung zu einem Fahr und sechs Moi'pten Geiängni ‘ vnd Verftbring i« die 2. Klasse des Sotdatenstandes vcrurteill. D Ante«, der im wesentlichen geständig war. Während eures Gesecht, s vor dem Feind: di« Fluch- ergriffen z« habest, erhiett s li n f F a h r l und sechs Monate Zuchthaus und wurde aus dem H«t ausgestvßen. Die Kriegslage im Lichte der Neutrale»' Eine s>1,weizerischc Stimme. Die Neuen Züricher Nachrichten melden über die Krieg^ läge im Osten: In gut befestigten Stellungen werden d Russen sich zwar noch einige Zeit zu halten vermögen, ab, alle S y in p t o m e des kommenden Zusaminer^ bruches sind bereits da. Dann wird es ein Dcbacl werden wie es ein gleiches die Kriegsgeschichte noch nicht g sehen hat. Ans dein Millioncnheer wird ein Millionei ch a o s werden. Mit dem erwähnten Zusammenbruch ge aber die Kriegslage im Osten zu Ende. Tenn die russisch Armee sollte der tragende Balken des Lani t r i e g c s aus dem Kontinent sein. Bricht dieser, so ist d Sache des Dreiverbandes auf dem Lande ven ' I I S i< Q i n lii S L in ge i» !» I« da » sei B« du ra m O- fci fe Tc lot all un jid Sa Sd Ir Ci un bes dir toi: 9*1 sich l'tft dir «B Dn dein durch die stille Wüste. Es war wundersam anzuschauen, & das rote Sonnenlicht und blaue, goldig durchzogene Nel sich um die ungeheure Kuppe des Kilpis legten nnd dcss wetterschivarze Schluchten nnd Wände schön machten. T Wind wehte scharf über das weite, durchbrochene Land, d bald mit Moos reich bewachsen, bald mit nickenden Blmn und Halmen bestickt, bald wieder ein unermeßlicher Sun war, in welchem Marstrand vorsichtig von einem Grasbüst zum andern sprang, um sich trocken zu erhalten. Mortu hatte darin weit größere Gewandtheit und machte di geltend. Er strauchelte niemals, und während sein 3 gleiter sich bald erhitzte und im Geröll und Schutt m> wurde, lief er mit gcmscnarttgcr Sicherheit an den steü Rändern der Bäche nieder, die hier überall sich enge, ti Täler ausgcwühlt hatten, und kletterte mit demselben lcü fähigen Geschick wieder daran ans. Ter Kilpis rückte dabei den Wanderern näher, alü er tvar noch immer entfernt genug, als die Nacht eim brechen begann. Die unermeßlichen Linien der lapp'!» Alpen lagerten sich übereinander aufsteigend bis an fernen Grenzen des Horizonts nnd hüllten sich in Dust °‘* Schatten. Da und dort stieg eine riesige Felsenmasse « kein Spitzenerhebung, sondern wie die Natur dieses Latz' ist, ein nrächtiger Gebirgsstock, gewaltig und düster, ' glatten Wänden, oben aber wiederum ein weitgestr*" Fjcld tragend oder einen gigantischen Kegclgipfcl. Z»' ‘ deren Seite aber lag der rotfnnkelnde Schild des eine strahlende Feuermasse, in welcksc die Sonnen'" stürzte, ein seltsames, von keinem Auge zu fassende« wirre von Inseln, glanzvollen Wasserstreifen, Gletschern " fernen Eisfeldern, die unentwirrbar in einander schienen. (Fortsetzung folgt.) sing 9olti Slott aahi an d lit s 35 r« «w 8eni Blieb ünof Mfij «!», > «ix 'tote Ioren. Tenn auf dem we,tl-chen Kriegsschauplatz- ist sie auch " . ch t « ^»“retten. Die Bemühungen der Verbündeten, die dcuftche Front zu durchbrechen, sind umsonst während umgekehrt die Waffengänge bei Ipern Arra» und am Yserkanal ein gewisses Versagen des linken Flügels künden. In dem ganzen Raume sieht man eine Mauer der Deutschen von den Vogesen bis nach Flandern, die mit rnckt zuni Wanken zu bringender Festigkeit dastcbt. während um- gekehrt die franzofiichc und englische Gegenmauer an einigen wichtigen Stellen sich bereits bröckelig zeigt Die Bresche wird kommen, vielleicht eher sckion. als der Zu- saminenbruch der Rusicn eine vollzogene Tatsache ist. (fine italienische Stimme. Generalmajor (Haiti äußert sich über die militärische Lage rm (5orriere della S?ra in folgender beachtenswerter Weise: Tie Entscheidung wird wahrscheinlich n i ch t in F r a n k. reich fallen. Es würde dort im Interesse der Verbündeten liegen, eine kräftige Offensive zu ergreifen, um ihr Gebiet vom Feinde zu räumen. Tocki dazu reichen die Offen sivkräfte der Franzosen und Engländer nicht mehr aus. Wahrscheinlicher ist. daß sie sich nach den Ergebnissen in Polen richten werden. Gelingt es den Deutschen, im Osten einen entscheidendenSchlag zu führen, so wird die deutsche Armee sofort auch ini Westen mehr Be- wcglichkeit gewinnen. Offensichtlich befindet sich gegenwärtig das russische Heer in einer Krise. Aus zahlreichen kleinen Anzeichen kann man schließen, daß es seit einiger Zeit in seinen Betätigungen nicht mehr so sicher ist wie zu Beginn des Krieges. Wahrscheinlich konnten die Russen ihre durch die Schlacht entstandenen Lücken nicht mehr so ras Bukarest ist setzt eine Ersendahnverbindung lxrgestellt worden, di« de» Serben die Zunihr von Watten und Munrtivn, sowie von Lebeiwmittoln außerordentlich erleichtert. Di« Verbindung geht von Bukarest noch Durn-Sederin. von dort mit dem Danipser noch Trochoiva und sodann über Risch noch Salon ik. Englische Berlnstc bei den Aalklandsinseln. Rotterdam, 15. Dez. Wie dem Courant aus London gemeldet wird, haben die Kriegsschiffe der Verbündeten, die zur Verfolgung des deutschen (Geschwaders aufgcboten wor- den waren, in der Seeschlacht bei den Folklandsinseln ernstere Verluste erlitten, als die englischen Berichte niutmaßen lassen. Eine Bestätigung dieser Annahme findet sich in einer Meldunz des Newhork Herold, wonach mehrere Kriegsschiffe der verbündeten Flotte in neutralen südomerikanischcn Häfen etngcloufcn sind, um notwendige Reparaturen vorziinchmcn. Klerikale Hochflut in Frankreich. Rotterdam, 15. Dez. In ganz Frankreich finden Bitt- gottesdienstc für die verbündeten Armeen statt. I» der blotre-Tamc-Kirche amtiert der Kardinal Amictte. Ucberall nahmen die Behörden sowie die früher antiklerikalen Kreise an den Veranstaltungen teil. tstefaiigenuaftm« Landsturm pflichtiger. Basel, 15. Dez. S« bi« Baseler Rachrichte» schreiben. hoben bi« Franzosen aus Haas-münsttr und Umgegend 5000 Landsturm- vilichtig« im Aller von 17 bis 45 Fahren noch Asoccio gebracht. Ihre Lage ist noch hier cingetrvnenen Berichten rcchi kläglich. Viele von ihnen sind bereits schwer trank. Attentat ans den griechische«» Ministerpräsidenten. Berlin, 15. Dez. Tie Nationalzcitung meldet aus Athen: Gestern wurde gegen den Ministerpräsidenten Veniselos ein Attentat verübt. Er hatte mehrere Mitglieder der englischen Marincmission in seinem Palais empfangen, um eine Konferenz obzuhaltcn. Plötzlich erfolgten von der Straße her drei Revolverschllsse. Tic Geschosse durchschlugen die Fensterscheiben und verwundeten zwei englische Offiziere. Ter Attentäter flüchtete, ohne Veniselos getroffen zu haben. Das Attentat hat in der Stadt große Erregung hervorgeruscn. (fine Znsanrnienknnft der nordischen Könige. W. B. Siockhvim, 15. Dez. Freitag, ixu 18. T«anber, juiöct in Maimoe eine Zusainmenkmrst der Könige von Schweden, Ror wegen und Dänemark stait. Ter türkische Hanptqnartiersbericht. TV. B. Konstantiuopcl, 15. Tez. Aus dem türkischen Großen Hauptquartier wird cmitlich gemeldet: An der Grenz' des Vilajet Wan dauern die Zusammenstöße der russischen Truppen mit unseren Abteilungen zu unseren Gunsten an. Die russische Kavallerie hat an der persischen Grenze bei Sara, unsere Kavallerie angegriffen, deren Gcgcnangris e von Erfolg gekrönt waren. Die Russen wurden zurückge- schlagen und zersprengt. Hcfieu und Rachbai gebiete. («»ick,,« und Umgebung. Für weniger Menschlichkeit gegenüber den Gefangenen tritt eine Zuschrift ein, die wir von einem Gießencr Akademiker erhielten. Die Zuschrift beschäftigt sich mit einem von uns in Nr. 285 gebrachten Artikel, in dem wir uns gegen eine Notiz der Kl. Presie ivandten und bezweifelten, daß es n-eitc Volkskrcise gäbe, die eine schlechtere Bclmndlung der Gefangenen wünschten. Jeder vernünftig Denkende würde vielmehr verlangen, „daß die Gefangenen, die doch keine Verbrecher sind, eine anständige Behandlung erfahren, selbst wenn die Unseren, die in Feindesland sich befinden, es weniger gut hätten." Wir meinen, daß dieser Standpunkt von allen Gebildeten geteilt werden müßte. Wenn unsere Leute in Feindesland als Gefangene schlecht bebandclt werden. so ist das gewiß zu verurteilen und es müßte alles versucht werden, ihnen ihr Los zu erleichtern. Da» Verkehrteste aber und aller Kultur Widersprechende wäre es. wenn wir nun die feindlichen Gefangenen schlechter behandeln ivollten, um Vergeltung z„ üben. Wo käme man damit hin! Das könnte schließlich dazu führe», daß die kriegführenden Kulturvölker ihre gefangenen Feinde in barbarischer Weise mißhandeln und verstümmeln, wie das in frühere» Zeiten oci halbwilden Völkerschaften üblich war. Rein, wir sind in diesem Falle durchaus mit der Rcichsrcgicrung einverstanden, die sich vor einiger Zeit im gleichen Sinne ausge- sprochen hat, wie wir es in Nr. 285 taten. Wenn der Verkäster der erwähnten Zuschrift sogt, daß in Frankreich deutsche (befangene schleckst behandelt worden seien, so würden wir das selbstverständlich ebenso verurteilen: zahlreickie Briefe bestätigen aber, daß die Behandlung und Verpflegung gut sei. — Gefallene aus Oberhesien und Rachbargebietcn. Leutnant Rudolf T c l l h c i in aus Gießen, Pionier- Bataillo» Nr. 19. — Wchrmann Christian Max seiner, Tachdcckcrmeister in Wetzlar, Landwehr-Infanterie- Regiment Nr. 41. — Unteroffizier August Gath aus Wetzlar, Infanterie-Regiment Nr. 81. — Leutnant der Reserve Heinrich S ch ä t t l c r aus Gießen. Res.-Jnf.-Regt. Nr 222. — Tic Ziehung der Gießener Gewerbe-Ausstellungs- Lotterie findet, wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, nächsten Montag, 2l. Dezember, im Saale des Hotel Schütz von morgens 8 Ubr an statt. Das Ziehungsgeschäft wird von der Polizei beaufsichtigt. — Krupps Geschält blüht, lieber die vor etlichen Tagen ftatt- gcfundcnc Generalversammlung der Akliengesellschasi Friedrich Krupp i» essen wird berichtet: Die Generalversammlung beschloß die Kapitalcrhöhung .um 70 auf 2 50 Millionen Mark (!). Von den neuen Aktien, die sämilich von der Familie «trupp übernummen werden, sollen zunächst 85 Millionen Marl zum 5t. Dezember 1014 einbezahlt werden. Wie i» früheren Fahren beschränkt sich auch ber in der gestrige» Gkiieralversamm- lang bckannlgegebenc Geschäftsbericht nur auf ganz summarische Zahlcnangabci, und Iiiappc Erläuterungen einigen Bilanzposten. Was die einzelnen Unternehmungen zu dem Gewinn des Unternehmens beigcstcuert haben, ist, da der Bclriebsliberschuß wieder nur in einem Posten angegeben wirb, nicht ersichtlich. Der Be° triebsäberschuß beträgt für 1915 14 5 4 Millionen Mark gegen 4V Millionen im Poriahre. Die aiigckUndigtc enorme Kapitals- erhöhung, die i» der Praxis nur auf eint Kapitals Verwässerung hinausläuft, hat nur den Zweck, damit die zu erwartenden riesigen Gewinne nicht allzusehr auffallen. y. Wieseck. Die Rechnung der Gemeinde für das Jahr 1013 stellt sich in Einnahme auf 122 227,80 Mark, in Ausgabe auf 102 872,50 Mark, so daß ein Bestand von JO 355,10 Mark verblieb. — Für elektrischen Strom hatte die Gemeinde für Straßenbclench- tu»g usw. 2285.70 Mark an die Stadt Gießen zu entrichlc». Be! dem für unsere Gemeinde ziemlich erheblichen Betrage bürste von seiten des städtische» EleitrizitätSwerkS schon etwas besser für Instandhaltung der Straßenlampen gesorgt werden. Einige brennen ttberhauvt nicht mehr, weil jedetifalls die Glühfäden zerbrochen sind, andere leuchien schlecht. ES wäre sicher nicht viel Arbeit, die Lampe» gehörig in Lrdnung zu bringen, ober alle Reklamationen sind bisher erfolglos gewesen. Streit Frievberst-Viivrnaen — «Sin anonymer Briefschreiber treibt gegenwärtig in T ö d e I oder Melbach sein Wesen, lieber die eigenartige Tätigkeit des saubere» Kumpans wird der Volksstimme geschrieben: Er schreibt an das Bczirkskommando Briese, in denen sich eine oder mehrere Personen beschweren, daß sic noch nicht einbcrufen sind, um an der Verteidigung des Vaterlandes Mitwirken zp können. Diese Briefe versieht er mit Unterschriften derjenige» Personen, die er gern fort haben möchte. Dadurch, daß das Bezirkskommando a» die angebliche» Briefschreiber die Schreiben, mit Antwort versehen, zurllck- gchen ließ, erlangten diele von dem gegen sie gerichteten Vorgehen Kenntnis. Ratürüch fahndet man nach dem Schurken. Man wirb wohl nicht fehl gehen, wenn man ihn in den Kreisen derjenigen sticht, die allerorts zu finden sind und die bei jeder Gelegenheit bereit stehen, Hurra zu rufen und in Ueberpatriotismus ,u machen, die aber jetzt, nach Ausbruch des Krieges zum vielfachen Erstaunen merkwürdigerweise unlanglich, überzählig ober unabkömmlich sind. Sie bleiben tapfer zu Haule. betreiben aber die Verteidigung beS Vaterlandes in der Weise, daß sie andere zum Kriegsdienst an- melden! Streit Wetzlar. u. Zur Einguarlieruug. Das Landsturm-Ersatz-Bataillon Wetzlar soll «n 18. ds. Mts. umqucrviicri ,v«rd«n: den Beamten der städtischen Sparkasse. Domplatz 8. wurden dir dazu nötigen Arbeiten tibertragen Wer also irgend welche Auskunst in dieser Angrlcgeii- heit wünscht, wende sich dorthin. Jriwiächcn werden Sinn me,, laut, wonach dos erd'« Verpf!:gni'i4gcld von 1 84 Mark pro Tag und Soldat nicht zur Auszahlnri gelangt. Der aste Satz von 1.51 Mark soll wrHerhin bdttfecn btt.den. Am Montag. d«n 14. Dezember, kvnrmen die Qnarlirrgckder vom 15 September bis 51. Oktober erst :ni Auszahlung, und „vor auf der Sladtkassc vormittags von 8 bis 4 Uhr All diese Vorkommnisse und besonders di« Herabsetzung des Ouortiereeibcs für Wachmannschaften in dem Gefangenenlager auf 70 Pfg. pro Tag. haben lehr viel Unwillen erzeugt, so daß bereits von einer Pvo:girvcviarnmlunz gesprechen wird. In Rouborn brach am Samstag in der Scheuer des Lcmd- wirts Jobs. Hornicl in der Rru-möc Feuer aus. welches in kurzer Zeit die mit Her, und Siroi, vollgerüllic Scheuer vernichtete. Dir Feuerwehr griii kräsiig ein und kanu-'e den Bvand aus seinen Herd beschränken. Wir das Feuer entstanden ist. konnte noch nicht ftyt- gestcllt werden. Von Rah nnd Der Gatienmord in Cffenbarf, Am Sonntag fand man im Main die Leiche der Ehefrau des Tagtöhners Funk in Ofiendach. der nach anfänglichem Leugnen einflrftonöe.i hat. daß er seine Frau vor einiger Zeit str den Man, gestoßen hat. weil er ihrer überdrüsst« war. Er hatte ein Liebesverhältnis. nno wn dieses ungenievt sort- ,'etzen zu können, hot er feine Frau bei einem Sp-tz-eryang ins Wasser aesto«en. Telegramme. Kranzöftsche Angriffe abgeschlagen. Im Osten nichts Wesentliche». »V. ir. Großes Hauptquartier, 15. Dezember vvrinittaAS. lAintlich.» Die Franzosen grissco gkstern an mehreren Stelle» vergeblich an. Ein Angriff gegen unsere Stellungen südöstlich Vperu brach unter starke» Verlusten für den Gegner zusammen. Ein scindlicher Vorstoß in der Gegend nordöstlich S u i p p e » wurde rbcoso wie eia feindlicher Angriff nordöstlich Lrnc« (nördlich Verdnnj unter schweren feind- Iichen Vrrlusteu abgcwiescn. Iu der Gegend von Asllh Apremoat (südlich St. M i h i e I) versuchten die Franzosen in viermaligem Ansturm unsere StcUunge» zu »ehinen. Tie Angriffe scheitrrteu: ebenso mißlang ei» erneuter feindlicher Vorstoß and der Richtung FI i rep (nördlich T o u l). In den Vogesen sind die Kämpfe noch im Gauge. Bei der Eroberung des Torfe« Steinbach (westlich S r n n h r i m) machte» wir 59» Gefangene. Aus Ostpreußen nicht« Neues. Die drntschc von Sold an über MIawa in der Richtung Ziezhanow vorgegangeue Kolonne nimmt vor überlegenen Kräfte» ihre alte Stellung wieder ein. In R u s s i s ch - P o I e » hat sich nichts Wesentliches «rcignet. Tie ungünstige Witterung beeinflußt unser« Maßnahmen. Die Oberste Heeresleitung. Ein großer Erfolg unserer Verbündete«. ZI 000 russische «efangene. Wie», 15. Tez. (TV. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Dezember. Tie Lsseusive unserer Armeen in Westgalizie » hat hier den Feind z»m Rückzuge gezwungen und auch die russische Front in Süd. polen zum Wanken gebracht. Ilnserr dcu Feind iu Westgalizien von Süden her unermüdlich verfolgenden Truppen gelauglcn gkstern bi« in dir Linie Jaslow Rajbroi. Bei dieser Verfolgung und in drr letzten Schlacht wurden nach den bisherige,, Meldungen 310(10 Russen gr - sangen genommen. Heute liege» Nachrichten über rückgängige Bewegungen de« Gegner« an der grsamtru Front Rajbrot — Niepolomiee — W»lbrom — N «wo Radomsk —' Piotrkow vor. I« dem karpathischeu Hochgebirge find gegen da« Vordringen feindlicher Kräfte iu da« Latorcza-Tal entsprechend« Maßnahmen getrossen. Der Stellvertreter des Chef« de« Geiirralftab«: v. Höfe», Generalmnjor. Rückzug ans Serbien. Belgrad von den Oesterreichern geräumt. TV. B. Wir«, 15. Dez. Vom südlichen Kriegsschnnplabk' wird unterm heutigen Tage gemeldet: Die durch da« notwendig gewordene Zurücknehmrn de« eigenen rechten Flügel« geschaffene Operatioaslage ließ es ratsam erscheinrn, auch Belgrad auszugebeu. Tic Stadt wurde kampflos geräumt; die Truppen haben durch die übrrftandeuen Strapazen und Kämpfe gelitten, find aber vom besten Geiste beseelt. Die Situation in Polen. Mailand, 15. Dez. (Spez.-Telegr. der T.-U.) Deck Secolo veröffentlicht einen Bericht seines Korrespondenten! in Warschau, in dein die tragische Situation geschildert wird,! in der Polen sich augenblicklich befindet. Die Stimmung^ der polnischen Bevölkerung war und ist vielleicht auch inimevi noch Oesterreich-Ungarn günstig, weil diese Nationalität die! Sprache der Polen ehre. Der Korrespondent des Secolo« erklärt in seinem Bericht weiter, daß sich die deutschem Soldaten sehr gesittet verl-alten und nur nach den Befehlen ihrer Vorgesetzten handeln. Der deutsche Soldat plündert, nicht, sondern bezahlt die erhaltenen Lebensmittel entweder bar oder in den offiziellen Gutscheinen. Polen befinde sich! jetzt ani Abgründe. 500 Dörfchen, 20 große Dörfer und 8 Städte sind vollkomnien vernichtet. Lodz ist bisher dreimal von den Russen verlassen worden. Ruhr und Cholera beginnen um sich zu greifen. Die russischen Südpolen mißtrauen der versprochenen Autonomie. Trotz der Versprechungen des Großfürsten Nikolajcwitsch ist eine Bestäti- gung von Petersburg ausgeblieben. Vielmehr hat die russisch» Regierung den polnischen Privatschulen anbefohlen, dew Unterricht in Geschickte und Geographie, säe den die polnische: Sprache erlaubt wor, i n der russischen Sprach « zu erteilen. Verantwortlicher Redakteur: F Vetters. Gießen. Verlag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Verlag Lfsenbachcr Abendblatt, G m b. H .csfenbach a.M. Bereinskale»»der. Mittwoch 16. Dezember. Gleßeii. Gesangverein „Eintracht". Abends 0 Uhr «rsamrnimrg und VorstandSsitzung. Tonnrrstag, 1«. Dezember. Gießen. G e io e rk i cha f t ska rt e l I. Abends 8'Z- Uhr mr «werkschasttchmrs Sitzung. Das Ersthemen aller DeleWereen ! Pflicht. Sonntag. 20. De,«m ber. Gießen. Staats- und Ge m «i n de a r b« i t e r v « rbc»r»d. «hmrUags 5 Uhr Bevsammlnng im G ewerkscharbshaus. _, Für die Weihnachtsfeier der Kinder orga»fier«er KriegsbevE „chmer wird ArbeiiÄvser weiter ein: Vom Verband der Buchdrucker 50 Mk., vom «rnestimverem «liehen 50 Mk. Tmiuna 100 Mark Bereits quittiert sind 274.50 Mk Insgesamt 374.50 Mk. Für die bisherigen Goden dankend, bittet wn weibcve Zwocichnngeri Aldi» Mann. Verstorbene. Frau Marie M ö h I Awc. g«b. Siagfrse d,^ in Gießen. 03 Jcchve Ott. — Fr«, Johs. Lah Awe., in Klem-Lindm. 71 Fcch« aikt. Höchstpreise für Speisekartoffeln. Nachstehend bringe ich die Bekamnsinachimgerr des Stellvertreters de-.' Reichskanzlers von, 23. November und Gvoßhcrzog- lichen MinDerinms des Fimevn vom 30. November 1014 zur öffeirtlichei, Kenntnis. Meine Bekanntmachungen von, 20. Oktober und 6. November dieses Jahres sind mit Wirkung vom 28. v. Mts. au her Kraft getreten. Giessen, den 14. Dezember 1914. Der Oberbürgermeister' .Keller. Bekanntmachung über die Höchstpreise für Tpeisekartoffeln. Pom 23. November 1014. Aus Grund des 8 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1014 lReiäzs-Gesevbkalt S 330) in der Fassung der Bekanntmachung von, 28. Oktober 1014 (Reichs-Gesetzblatt S. 438) hat der BnndeSrat folgende Vcrordirmig erlassen: 8 i. Ter Preis für die Tonne inländischer Speisekartosfeln darf beim Verkaufe durch den Produzenten nicht übersteig«»: bei den Sorten Daber, Imperator bei allen Magnum bo-um, anderen Up to. date Sorten M. M sn den preußischen Provinzen Ostpreustcn, Aest- p reust«,,. Posen. Schlesien, Poimnern. Bvan- dcnburg. in den Großherzogsiimern Mecklen-- burg-Tchwerm, Mecklenburg-Strelitz ... 55 50 fit der preußischen Provinz Sachsen, sin Kreise Herrschaft Schmalkalden, im Königreich Sachsen, im Großherzogtiim Sachsen ohne di« Enklave Ostheim a. Rhöit, im Kreise Vlankenbnrg, sin Stall« E aivörde, in den .Herzogtümern Sachfcn-Mciiiingen. Sachsen- Altcnbnrg. Sachsen.- K ob n vg-Gotita ol>ne die Enklave Slirrt Königsberg r. Fr.. Anhalt, in den Fürstentümern Schwarzbirrg-Sondcrs- harseti, Schwarzburg-Siudoistadt, Renß älterer Linie Reust jüngerer Linie..... 57 52 in den preußischen Provinzen Schlesivig-Hoi- stcin »Hannover, Westfalen, ohne den Regierungsbezirk Arnsberg und den Kreis Recklinghausen, sin Kreise Grasschaft Schauni- bnrg. im Grosther,)»gtuin Oldenburg ahne das Fürstcnsitin Birke »seid, im Herzogsinn Brarinschivcig ohne den Kreis Blankenburg »nd das Simi Ealvördc in den Fürstentümern Schannibnrg-Lippe, Lippe, in Lübeck. Bremen, Hantburg........i 50 54 in den übrigen Teilen des Deutschen Reichs . . 01 56 Die Landeszentralbehörden Ion neu den Sorten Daher, Fmpe- tator. Magnum bonnm, Up io date andere Sorten bester Speise- kartoiseln glcichsdellen. Die »Höchstpreise gelte» nicht für solche mit Konsumenten, Konsn- nientenvereinigimgen oder hlemetaden a-bgeschlossenen Verkäufe, welche eine Tonne nicht übersteigen. Sie gelten feriter nicht für Saattartvsseln oder für Salaikartvfseln. Dem Produzenten gleich sielst jeder, der Spciiekartoffeln vcr° kanjt ohne sich vor dem 1. August 1014 geiverbmästig mit dem An- nnd Verkauf von Kartoffeln besaßt z» halten. 8 S. Di: »hökhsiprcis« (8 1) gelten snr gut« gesunde Speisekartossvln von 3,4 Zentimeter Akindeftgrößc bei sortenresiier Lieferung. 8 3. Die Höchstpreise eines Bezirks l8 1) gölten für dir sii dtefem Bezirke produzierten Kartoffeln. 8 4. Die Höchstpreise gelten für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang: wird der Kamspreis gestundet, so dürfen bis zn zwei Prozent ,Jahreszinsen über Rcichsbonkdiskont hinzu- geschtagen werde». Die Höchstpreise schließen die Kosten des Transports bis ,znm nächsten Güterbahnhose. bei Waisertransport bis zur nächsten Anlegestelle des Schisses oder Kahnes und die Kosten der Verladung ein. 8 T,e Höchstpreise dieser Verordnung sind Höäntprcise sin Sinne ton 8 1 Abs. 1 des Gesetzes. betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1!>14 lRcnhs-Gesetzblatt S. 330) in der Kastung der Betanntinacknng über Höchstpreise von, 28. Oktober 1014 (Rcichs-Geschblatt S. 458). 8 0. Diese Berordnmig tritt am 28. Novembcr 1014 in Kraft. Ter Bundesrat bestimmt den Zeitpunkt des Nnßerkrasttretcns. Berlin, den 23. tstovember 1014. Der Stellvertreter des Reicktokaiizlers. Delbrück. Bc'nnntniackr»inn Betrefsend die Höchstpreise für Spcisekarioffcln vom 40. November 1014. Stuf Grund von 8 1 Slbf 2 der Vcrordnnng des Bundesvats übcr die Höchstpreise für Spcilekarlosscln vom 23. Skovember 1014 sRcichsgcsctzblatt S. 483) iverden für die Slnbaugebiet« des Groß- herzvgtnms di« .Karwssclsorten Böhms Erfolg. Hassia, Fndiistric und Odcnwälder Blanc den Sorten Daber. .Imperator. Maguum bonnm, llp do date als beste Spetsekortofsel gleichgestellt. Tarnistadt, den 30. Skovember 1014. Groftherzogliches Ministeri»», des Innern. r>. H ombe r g k. Die Beiträge zur Kranken- und Invaliden Versicherung pro Monat Oktober 1914 können »och bii zum 24. d. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15. Dezember 1914. Der Vorstand J A.: Alb. Lentz. Arbeiter. Im Mitteldeutschen Slrbeitsnachweisverband besteht zur Zeit eine starke Nachfrage »ach: Eiscndrehcrn, Revolverdrehern, Karustclldrchern. Kopsbankdrehern, Fräsern, Bohrern, Stanzern, Werkzeugschlossern. Werkzcugniachern für Schnitte und Stanzen, Rohrschlosscrn, Bctricbssckstosscrn, Reparaturschlvstern, ält. Bau- fchloffern, Kupferschmieden. Äcstclschmieden, ält. Huf- und Wagen- schmieden, tüchtigen Installateuren und Spenglern, Elcktro- montcuren für Stark- und Schwachstrom, Sattlern für Militär-, Geschirr- und Riemenarbeit, Gerbern, Sattlern und Polsterern, Tapezierern, für Klubsessel, Kistcnmachcrn, Wagengarnicrcrn, Verdcckmachcrn, jüngeren Schuhmachern, für Frankfurt a. SN. und auswärts, Erdarbeitern, Grubenarbeitern, Fahrburjchen, Krankenpflegern. Meldungen von Slrbeitsuchenden dieser Berufe nimmt mündlich ober schriftlich entgegen dcr Städtische Arbeitsnachweis Kieken de r die (b es uche weiterleit et.__ * - aKKKKKKKKXIKKX?IKKSKKH | Konkurrenzlos * % ist die Nnßbutter Marke „Jugendfreund", N Z8 vollkommener Ersatz sür Süßraymöutter, Z8 empfehle dieselbe den werten Hausfrauen zur HE m K m NuGbutter ist ein 1 vor-1 x n « <&? 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Martin Frchsce Gew. Preise ermäßigt Ende nach 10-/, Uhr. EBESlElfiDEEDEDQ I 53 OEttUlM H für den ^ Ildlniis-ldKiS ^ Auf sämtliche Vorräte in: g 53 Herren-Anzug- und Paletotstoffen, £D |j Fertigen Herren-, Jünglings- und |] 53 Knaben-Anzügen, Ulster, Paletots, ED P Bozener Mäntel, Capes, Joppen, ^ 53 Hosen und Arbeiterkleidung etc. ED jjjÜ gewähre von jetzt bis Weihnachten § im M üabatti § Alle Artikel für Militärbedarf als: 53 |j Gestr. Westen, Pelzwesten, Unter- S y hosen, Hautjacken, Knie- u. Puls- ED S wärmer, Lungenschützer, Leib- ^ £3 binden, Kopfschützer, Fusslappen, ED ö Hosenträger, Taschentücher v etc. B | billigst B ED Q ED § Telephon 773 Wilh. Hom Telephon 773 § | Während des Genaues IHäusburg S. ED E 5 ü£ 3 EEDIBE 0 ySI 5 ]E]ED 5 DBIE 10 a£DE von des* Arat-Schellstsche...... Mund 24 Pr». Wiltel-Kabtiall...... Pfund 35 Pf«. Kroße Sö-eü'sltche .....Mund 50 Pf«. Preis - Abschlag: l Hlollmops große........Stück y Pfg. Schade L FüSlgrai)® tiicsseii Bahnbon,raste st« ) Id 18e . 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