Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete. D« Cfccrbdfiidit v»l»,ritnn, crtdieml itbo, Efrilao Abend in «ieken, Dri HbonntmtnUtirei» beträal wöchentlich 15 Bin. monol'.xi go «to. emlchl. ©nnoerlolm. Durch die Boi! bergen vietteIiädrl.lL0Mr. Redatii,n und Srdeditt»» Aletir». Vadnt-tUkai,, - 2 , (fdt kdwenioüe. Te>c»d,n 200S. Iuternte tollen die 6 mal aetpali. Nolonclzeite ober deren Raum 15 Bl» Bei größeren Austrägen -tu all A,Zeisen wolle man bis abend» IKi iür die leigende Rümmer m der Erpcditton auigedeu Nr. 286 Gimil, Mittwoch, Den 9. Tczcmlicr 1914 9. ^lit>r>llnlg tind und die Buren. Dokumente des Weltkriegs. Nach Deutschland, öuglaiid, Belgien u»d Hlufclanb ist nun auch ratifrcid) mit einer umfänBlidjen Publikation über die Ursachen j :* Weltkriegs aus den Markt getreten, den vorhandenen Weiß-, llau-, Gran- und Lrangebiichern hat sich damit auch ein Wclbburf, ■gefeilt. Wenn einmal Zeit fein wird, die Ereignisse, die den, usbnich des große» Krieges vorauginge», leidenschastslos zu er- itern, werden uns alle diese Dokumentensammlungen ausgezeich- : etc Dienste tun. Einstweilen ist es aber vielleicht das richtigste, l: alle, mit einem Rcgistraturzcichc» versehen, in den A k t e u - chrank zu legen, denn Vernünftigeres laßt sich jetzt mit ihnen ich nicht ausaiiqcu. Was soll denn bei einer weiteren Diskussion herauSkommeu? I ie Franzose» werden erklären, durch das W e 1 b buch sei der B e • e i S erbracht, hast D e u t s ch I a n d an dem Ausbruch des Kriege» e Schuld trage. Die Deutschen werden das ebenso entschieden eflr eiten. Man wird jedes Blatt Papier hin und her wenden id eö mit andern Blättern Papier vergleichen, aber das Ergebnis !er umständlichen Bemühungen wird iinvermeidlich in beiden lindern dasselbe oder vielmehr das genau Umgekehrte sein. Es I ird dabei bleiben dast Millionen anständiger, vernünftiger und > in Teil hochgelehrter Menschen hüben und brühen ans den gleiche» I orten und Lätze» eine» ganz verschiedenen Lin» herauslese» I erden, und die Well wird davon »nr einen neuen Beweis für die I lbstverständliche Wahrheit haben, dast man im Schlachlciilärm I cht über Recht „nd Unrecht diskutieren kann. Zum kritische» Urteil gehört, was im Krieg am wenigsten vor- »den sein kann, vollkomineiie Leidenschaftslosigkeit des e ii k e» s. Heute aber sind alle Völker von dem leidenschaft- ' che» Wunsch ersiillt, ihre eigene Niederlage z u vcr - intern , und von diese», Wunsch wird ihr ganzes Denle» und Ühlen geleitet. Die Zensur wacht überall mit strengen Augen trüber, dast keine >e»ster»ng in der Qessentlichkeit erscheint, die e notwendige Einheitlichkeit des Willens stören könnte. Welche» fmi und Zweck soll es unter solchen Umständen habe». Folianten fcäljen, Druckzeilen unter die Lupe zu »ehme» und Texte zu sMlcichc»? ^Nehmen wir einmal den psychologisch undenkbare» Fall, ein i»ze Volk käme mitte» im Kriege zu der Ueberzeugung, dast es 0 " seine» Staatsmänner» schlecht geführt worden sei und diese iitten durch ihre Fehler den Ausbruch des Krieges verschuldet — «lches Volk würde daraus die Folge ziehen, es müsie nun die !asfei! strecken, den Feind im Land einbrechen, seine Städte und i ’örfer verwüste» lassen? Sicher kein einziges! Denn lein Volk, lbft wenn es sich seiner eigenen Kehler b e w u st t würde, dürste juum sich der Rachsuch, hastersüllter Gegner wehrlos überant- j »Neu. Zm Krieg gibt es aber keine Richter, sondern >r P a r t ei e n . den» solange es internationale Richter und inter- itionale Gerechtigkeit gibt, solange gibt eS keine» Krieg, ^ Psiickiologlsch verständlich, ja notwendig ist das Berlange» jedes ! olkes, sein Verhalte» während des Krieges sittlich zu rechtfertigen, j itmand will känivse» mit dem Gefühl, dast er für eine ungerechte ache fcfn eigenes oder fremdes Blut vergiestt. Aber bedarf es dieser Rechtfertigung wirklich weitausgesponneuer und ver- s ickelter Erörterungen über diplomatische Unterredungen und | eveschenwcchsel, die dem Kriegsausbruch vorangingen? Oder i »ügt dazu nicht, was unzählige Männer aus dem Volk in ihre» ildpostbriese» immer wieder zum Ausdruck bringen: „Wenn wir ' fielt, welche Leide» der Krieg über die Länder bringt, die von ihm ' troffen werde», bann reisten wir alle Kraft zusammen, a von, eig eiien Land solches Unheil abzuwehren!" Solche 'ldpostbricik sind Dokumente wirllicher Bolksgesinnung und sitt- her Massenkraft. während die Dokumente der verschiede,ie» bunten tlcher doch nur Zeugniste für de» mehr oder minder guten Willen, c mehr oder minder groste Geschicklichkeit einzelner Diplomaten id. Die Diplom,ne», die im Trieben zu de» »leistgeplagten und eiftfritiflcrtcit Geschöpfe» gehöre», genieste» jetzt, ivähreud des eieges, überall Schonzeit Die Pfeile der Kritik, der Satire und r Karikatur, die vom Ausland her gegen sie gerichtet werde», den ihnen nicht einmal die Haut Im Z»Ia»d sind sie immun, ckit nur aus äustere» Gründen der Zensur, sondern auch deshalb, äl die Böller ausschliestlich damit beschäftigt sind, ihr eigene:• benSrecht zu verteidige» und weder Zeit »och Neigung haben, rklichen oder vermeintliche» Dehlern ihrer Diplomatie mit wistenhaltem Eifer nachzuspüre» Auch die Franzose» sollten ! ) — ebensogut wie alle übrige» Böller — tage», dast sie ihr Rech: - r Verteidigung nur in der Tatsache des Krieges selbst, nicht aber - buten Sttenbünbeln :,u suche» habe», *s hat gar keine» Sinn, sich jetzt aegenseitig mit Papierballe» , beschiesten und einander Beweisstücke an de» Kops zu wersen. lx »Ue sind jetzt Kämpfer und solle» wisse», dast w i r ,ch t R i ch t e r sein k o » » e ». Dan» werden wir uuscrc Sache »re» j„ sicherem und geradem Pflichtbewusttsei». ohne Selbst- rechtigkeit und Heuchelei. Für die Kritik, die immer, wen» ste gchtbar sein soll, mit der Selbstkritik beginnen must, wird später ' : Zeit kommen! Tic Balkanmächte. Konstautinopel, 7. Tez. <\V. 15. Nichtamtlich.) 2er lütit erfährt, datz nach der serbischen Niederlage der en >- Gesandte in Sofia ini Jiamen der Triple-Entente aifi- . er flürt hat, Serbien sei bereit, den ganzen Teil Maz' mzens bis zuin Wardar abziitreten. Tas Blatt glaubt, dast K garien dieses Anerbieten ebenso ab lehnen werde wie o ^ an ’ n erfährt weiter, dast der Tchrui erdiens in Griechenland lebhafte II n z n s r i e ö e n I, e i: »rgernsen habe, da Griechenland befürchte, dast es iw Aalte der Verwirklichung des serbischen Angebots von Bulgarien eingeschlossen wäre. Einstellung der schlvcdisch-finnische«» Schiffahrt? Der Untergang der beiöcn schwedisch:» Dampfer «Lu»«" >,»d „Everiida", die in den finnischen Schären durch Minen zun, Sinken gebracht wurden, hat in schwedische» Schissahrtskreise» die gräszte Besorgnis erweckt. Man hindert telcgraphilch alle ans der gleiche» sinnischcn Route befindlichen Dampser a» der Fortsetzung der Reise, Aus Stackhokm wird gemeldet, dast wegen der lest!:» Rineil- Unglücke i» den sinnischen Schüre» wahrlcheinlich die Schissahrl von de» schwedischen Häsen »gch Raumo in ,Finnland eingcsiclli werde. Damit tvsirdc die > e st t c S e c v e r b i u d » » g Rußlands mit dem übrigen Europa aushören !Le»tciVi,i>i»gs«nasjnaIi«icn i» .KIciiiasir». Aus, Smyrna wiid gemeldet: Unter Lesluug vo» fünszehu deutschen Genieosfi,ziere», an der Spitze General v. Weber Pascha, entstanden bei Smyrna vier neue Föns, 30000 christliche Reservisten, die noch nickt inif Waffen ausgerüstet sind, arbeiteten am Bau, Alle Forts sind bereits mit achtzöllige» Geschützen bestückt. Bei Smyrna sind drei Divisionen unter Terges Pascha konzentriert, um etwaige Landungsversuche abzuwehren. Deutschland nnd diesüdafrikani chettnron Berlin, 7. Tez, (W. It. Amtlich.) Pon burischer Seite wurde die kaiierliche Regierung um die Abgabe eiiipr Erklärung über die Stellung Teutschlnnds zu der fiibnfrifnnt- schon Union während des gegenwärtigen Krieges gebeten, Ter Staatssekretär des Reichskolonialamts hat daraus folgende Erklärung abgegeben: „Um den in keiner Weise provozierten Einsall englischer Truppen in das Schutzgebiet von Teutsch-Sridwestafrika zu entschuldigen und »nr in den Augen der Izollandischen Bevölkerung Südafrikas, deren überwiegende Mehrzahl gegen eine sollt» Mastnahme war, diese» Schritt zu rechtfertigen, haben Mitglieder des Ministeriums sowie des Parlaments der siid- afrikanische» Union öffentlich und hrivatim behauptet, die deutsche Regierung beabsichtige im geheime», Südafrika in Besitz zu nehmen und eS zu einer deutschen Kolonie zn. inachen. Tie deutschen Ltreitkratte in Teutsch-Siidwostasrik: liätten das Territorium der Union verletzt, ehe Feindselig- keile» von feite» der südafrikanischen Negierung unternommen worden seien. Teulschland habe alio den Angriff provoziert, Falls man keine (Segenmastnahmen ergriffe-' hätte, würde das Schutzgebiet von Tentsch-Siidwostasrika als Basis tür militärische Lperationen gegen die britischen Schiffe, welche den Verkehr zwischen Südafrika und Europa besorgen, benutzt »nd der Union unabsehbarer Sclxiden ,»ge- fügt ivorden sein, Ta die deutsche Regierung dein Eindrücke zn begegnen wünscht, de» diese falschen Nachrichten aus alle Süd- aslikaner gemacht haben, erkläre ich folgendes: Tie deutsch' Regierung lmt n i e n, a l s den Wunsch oder die Absicht ge- Habt, das Territorium der südafrikanischen Union vorübergehend oder dauernd zu besetzen, noch aus irgend eine Art d deutsche Herrschas! über die Union oder über Teile diese? Landes zu erzwingen, weder durch militärische Einfälle von Teutich-Südwestafrika ans noch in irgend einer anderen Weise. Soweit der,kaiserlichen Regierung bekannt geworden ist, ist das Territorium der Union, ehe die südafrikanische Regierung den Angriff auf Teutsch-Siidweitafrika anordnet-', von dort weder zn Lande noch zn Wasser angegriffen worden. Teutschlaud ist überzeugt davon, dast die Ursache dieses Krieges zwilchen Teutschland und England Südafrika in k e i n e r W e i s e b e r ii b r e, Teutschland wünscht vielmehr, die Feindseligkeiten, die ihm durch die Regierung der südafri- kani'chen Union anfgezwungen worden sind, einzu- stellen, vorausgesetzt, dast auch die Regierung der Union von weiterem feindlichen Vorgehen gegen deui'che Territorien Abstand nimmt und die bereits besetzten Gebiete wie- der r ä u m t. Tie deutsche Regierung ist in diesem Falle be- reit, zu versichern, dast keinerlei Feindseligkeiten von Teutstcki- Südwestafrika aus gegen die südafrikanische Union untcr- nonimen werden sollen Tollte es den Südafrikanern gelingen, einen s e l b st ä n d i g e n Staat zn errichten, so wird die deutsche Regierung ihn anerkennen und seine politische Unabhängigkeit und seine terri- toriale Integrität respektieren." Lod ",7 das polnische Manchester. Nus wird fleüfrrieüen: Hum drille ii Male seil dem Ausbruch des «rieAss pcht Lodz die grvße nizsisch-polnisch- S-afontfraiit. deutsche Truppen in ihren Mauern. Wechselvoller waren die Geschicke keiner Stadt als dieser Zu vier Monate» n\u sie dreimal russisch, gveimal dentsch, eimmal polnisch ,,»d cn.'iiui! städtisch autonom regiert. Aber der ruhen «de Pol in der Erschein«,nge» blieb das lurmenMe Massenelend Bieri»alhuti derl>a»send Mstisckteii, zum gröszien Teil Prolciaricr, sitzen >>:e> aus engem üiuum zusammengepsetchl Z» Slrajie», hären saute,des Hol.zpjlasier mit runden i'tlWleineii ane,zebessert ist, stehe» » be» r.rgendeu Fabrikschlote» inid Paläste» i>» erlKirin- jichstcii Prvtzeuftit verfallene B-arackeu, In denen eine schmutzige Atiiiui haust. Eine Grostsiadt ohne ÜchisierleiNu«« und Kana-li- sation. zur Somnierszeit in Ranch und Staub getiiillt, an Rege», tagen mit einer Sckrich! eähsliissigen braune» Unrats l>edeckt, in dem sich die Bogcnlichtrr der Strastc »nd die nn-ähligen Glühbirnen gtänzcitdcr Sckxrnseniler trübselig ipiegeln, Phaiiitaftischer Reicht««» und hossniingsioles Elend, lsämiä-er norischritt »nd mOtelo-lter- lid-e Rücksläudigtei:, wohl nirgends stolze» sie so I>aN am Raume zusammen wi« hier im polnischen Maackiesler. So io>il es einst tu n-riedciidzeit. wie ist es jetzt? Lodz lebt säst ausschliestlich von leiuer gcwaltigeu Tertlüiidustrie, deren Er- .'«ugnisie m ganz Rnstland Abnehmer flu den. Der Krieg mit einem Schlage den gewaltige» Apparat lalyngelegt. Mit dem Stocke» der Eisenbahn, de:» Ausdlcide,, der Aufträge, der llmnög- lichlcit des Tva-nsports kamen auch alle Spindeln und Websttihle zu:» piatzlichc,, Ltrllsland Lodz hungert, mid der ci»»zi«e ichlechic Trost blciiie, dast cs das Hungern gewöhnt ist Es Iciin-i de» Hunger ans de» Zeiten der Riefe »nd Avbeilslosigckeil. in denen reget,„ästig zahlreichze Mensche» a„ diretie», NahvungS- Mangel zugrunde gehen, c« kennt auch den Hunger aus den Zeiten einer l^rvesche» Evl,ebu»g. der revolutionären Malsen- streits, i» denen siel» ein Fvciheiisäaumet der ganze«, 'Bevölkern ng bmilüchtrigle, Züge vo» Zelmlausenden unter dem GeiaiW der lüRrewt ifahne" durch die Stvasze» roasiten. »-»d allen eine nene, veffere Zeit gekommen n, sein schien. Dam, aber kmiien die Kosaken wieder, und mit ihn»» die hossnnn.rslvse sch.iiutzigc und bsnt-ige „Ordnung" des heiligen Rnst- land Der Periode sttiriniichcr Ktassonkämpse solgie» Zeiten eine» dumpf gävenden Ra j se ir ha s seS, Mit dem Geschick einer alten Tradition versürnd es die dünne vnisische Beamlenschicht, die eüi Kongtomevat bmitocntHdittr Bolkerschasien beircrrsckp. Deutsche „nd Polen, Polen mid Jode» gegeneinander zn Hetze». Sv sank alles in di« alle Hojsimu-gslosigtett zurück. Unter dem Druck der Bersolguugen vrrschivande» die Orgaii-iäatione» unter die Lbersläche, verwildercke Triebe der SHeoolution art-elcn zum, Bandit e:ni,s ans und »rachtcu Ttadi und llingebuihg u»sick»cr. Unter Mitilävdldeckurig srihren d,c Postwagen a» hellichiem Tage durch die bclebtesieii Straheu, und des Racksis zitterten die Michen in ihre» Wolyinng.» ll,»d nun ivard die mifllü(fkdrc 2mW, die oon der doppelten Geistes der zarisckxi, Willkürl»errsrssen, so hasiei: fie doch alle zusammen die russische Z r e rn d he r r I ch a s t, leiden stc alle unter dem absolnttstiiche» Regiment, das sich darani beschränkt, 2:-:»cr» zu crpresicir. oh,:e dasllr durch Ein-rlch:nnge» rum Schutze des allgemeinen Wohls a-»ch i»ur den geringsten Gegenwert zu bieten Und dock, sehen die Lodz er mir mit Zagen in die Zukunft, die ihnc«: die Besreiwig vom .Zarismus bringen soll. Tenn so groß die pvlitesche Abiieiguvg gegen Rnstland ist. so hart und z:v-:-g:iid ist die w i r t scha I t l , che Notwendig- ke i.t. die diese Ttodt der Spinner und Weber mit dem zarische» Rieienrcickee verbind:!. Ein autoownic» Polen vermöchte mir den geringsten Teil der Waren auszunohrnen, die Lodz alljährlich ans dt» Markt wirft, du deutsches Lodz würde criien Ko»kurrkii>,tamps aus Ted und Leben mit der cnrgefesscurn denttschcii Terttliiidnsttir zu füljrrn ha beit, ein msstsches Lodz ivklvd-- aber auch in .Zutunst ixben seinem cingorcn eniften Rivale», Moskau, seinen Platz zu befawe» nifl-.n. So klammert sich Lodz an sein alles Elend, an seine gewchMe ?I> nurt — voll a-urcht, dast jede Aendernng imr ein tiefere* Hinabgleite» zur stzolge habe» würde. Den deuisckrcn Soldaten, die am letzten Sonntag als Sieger civzogen. mag die trostlose Stadt, der sonst jeder nvcind:. wenn er loiin, in wetten, Bogeu aus dem Weg: geht manche elni.chmlich- keil bieten. Sie komme» ous der Gruitdlostgkeit des polnischen Landes auf gepürseerte Büvgcrsteigc, ans senckite» Schützengräben in warme .trockene, wenn auch i ich! ollzusaubere fZehansungen. ?Na,'chcs Wohlwollen wird sie begrüßen, denn komme» ja aus Dlu!ichtai«d, dcsien Zustände dem Lodzcr, -.urnal dem unterdrückten, verochtttt» ,Inden säst schon als vaerrcichbav-s Zdeal erscheinen, und doch wird die Freude über die Flucht der Russen gedrückt durch die bange Sorge, was da noch werden mag. Lodz braucht Ordnung, Freiheit und gesicherten Eriverb, es kennt aber nicht das Land her Sek,»sucht, in dem diese drei Gitter vereint zu finden sind Am brandrclk.i Himmel des Weltkriegs ist iln» noch kein Hvss- nungsftern ausgegangen, Tic englische .Hceresnusbildung. Kvpenhagen, 7. Dez. (IV. I?, Nichtamtlich.) Ter milt- türische Mitarbeiter derBcrlinske Tide »de schreibt: Kitchener hat ungeheure Lchwierigkeitei, mit der Ausbildung des neuen Heeres für die Verbündeten. Während Teutschland die junge Mannsckzast z» einem bestimmten Zeitpunkt mit allen Hilfsmitteln in die Kasernen der alten Mannschaft zu systematischen Unterricht einberufr, ist der Militärdienst in England ein Erwerbszweig mit hohe i Löhnen und bedeutenden Pensionen für die Hinterbticbenc!: der Gefallenen und Verwundete. Die Kasernen aber sind nur -für eine geringe Anzahl berechnet. Neue Rekruten treten täglich ein und erschweren somit den Unterricht. Offiziere und Unteroffiziere fehlen. Es ist schwierig, den Soldaten militärische Disziplin beizubringen, da sie darin keine Vorschule haben. Spionenfurcht. Kristiania, 7. Te>. Die Astcnposten meldet über die in England und Frankreich herrschende Spionenfurcht aus Calais: Im Lause des November wurden allein in Calais 32 angebliche Spione festgcuomincn, die belgische Uniform trugen. Die Behörden behaupten, es handle sich um verkleidete deutsche Offiziere. Die meisten wurden aus der Stelle erschossen. Zn Armenliercs wurde ein französischer Priester, ein angeblicher deutscher Spion, verhaftet. Er soll hingcrichtct werden. Ein englischer Offizier wurde von der Front wcggcschafft, dessen Zamilienursprung dem deutsch- österreichischen Adel angchört, während er selbst seit 7 Jahren englischer Bürger ist. Hetze «fegen Deutschland. Tie nationalistische Presse Italiens hatte wochenlang 7tas Märchen von einem armen italienischen Arbeiter verbreitet, der in Deutschland von deutschen Soldaten in brutaler Weise behandelt worden sei. Dies hatte mit ähnlichen anderen Lügcnnachrichten tatsächlich böses Blut gemacht. Heute ist nun der angeblich erschossene Italiener wohl nnd gesund bei seiner Familie eingctrosfen. Erprcssu«g i» einem französischen Gefangenenlager. Das Berliner Tageblatt schreibt: „Dieser Tage erhielt ein, Berliner Kaufmann eine Feldpostkarte aus einem Clefangenenlager in Frankreich: die Karte rührte von einem nahen Verwandten des Kaufmanns her, der als Zivilgefangener von den Franzosen sest- gehalten wurde. Man freute sich hier in Berlin herzlich über das Lebenszeichen und noch mehr darüber, das, cL aus der Karte hieß: „Mir geht eS sehr gut. macht Euch keine Sorge!" Zum Schlüsse bat der Absender noch um die Uebersendung von hundert Mark, um sich einige Annehmlichkeiten verschaffen zu können. Freudigen Herzen machte man sich schon daran, die nötigen Schritte zur Ab- scndung des Geldes zu tun — da sielen einem Familicnmitgltede allerlei Krakelzeichen am Rande der Karte auf. Man schaute näher hin und siche: cs waren stenographische Echristzeichcn. Man holte eine» Äurzschriftkundigen herbei, der die geheimnisvolle Notiz entzifferte, und dä stand nun, heimlich hingekrivclt an den Rand der Karte: „Schickt kein Geld, denn wir kriegen doch keinen Pfennig in die Hände. Man enthält uns alles vor: ich muhte nur nach Geld schreiben, weil mich unser Aufseher dazu zwang, um die Summe dann selbst in die Tasche zu stecken." „Fechtende" Ltaatöh,i»pter. Dein Petersburger Nachrichtcnbnrcau zufolge hot die Zeitung Birschewija Wjcdomosti vom König Nikolaus von Montenegro ein Telegramm folgenden Inhalts erhalten: Ein Drittel meiner Armee liegt auf den Schlachtfeldern Dessen ungeachtet setzen die Montenegriner die Verteidigung ihrer Heimat fort nnd greifen selbst das Land des Feindes an. Die Hi lfsqueilen des Staates sind indessen aufgebraucht itnd ich bin für jegliche Geld- unter st ütznng dankbar. Da der gleichen Agentur zufolge die Wjcdomosti ein ganz ähnliches Telegramm auch vom belgischen König erhalten hat, ist cs klar, das; das unternehmende russische Blatt eine Art Rundfrage an die zurzeit deposscdiertcn Fürsten gerichtet hat. Handgreifliche Friedensliebe. Ein Fall, in dem sich die Friedensliebe der italienischen Arbeiter handgreiflich betätigte, wird im Berliner Tageblatt nicht ohne Wohlgefallen geschildert. Das Blatt meldet aus Florenz: „Hier hat sich dieser Tage ein an sich nicht bedeutender Vorgang ereignet, der aber für die Stimmung unter der arbeitenden Bevölkerung bezeichnend ist. Vor einigen Tagen machten etwa . zweihundert Giunnasiastcn in der Umgebung von Florenz einen Schulausflug, begleitet von ihren Lehrern. Dabei brachten sie Hochrufe aus de» Krieg aus. Als die Arbcitcrbcvolkcrung der Vorstädte dies hörte, bläute sic die Herren Jungcns dermaßen durch, daß eine ganze Anzahl von ihnen ins Krankenhaus gebracht werben muhte. Die grohe Mehrheit der Arbeiterschaft in Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 132 Marstrand warf einen zornigen Blick auf den Schreiber. „Ich verachte Ihren Spott," sagte er, „aber wahren Sie Ihre Zunge in meinem Hause!" „Warum verleugnen Sic Ihre Freunde nnd Helfer?" entgegnete Paul. „Das steht einem ehrenwerten, ritterlichen Herrn schlecht an. Was ist da noch zu verbergen? Mortuno hat Ihnen seinen Besuch gemacht: drei Nenntiere haben den silbernen Schatz getragen: Niels Helgcstad ist bezahlt; was Tie dagegen versprachen, ist Ihre Sache. Guten Morgen, L^vmann Gullik, Glück auf die Fahrt! Grützt meinen Oheim. Ich werde selbst nach Tromsö konimen. Führt die Pferde herbei, wir wollen fort. Wo Lappen geheime Bündnisse machen, will ich keinen Fuß mehr über die Schwelle setzen, wo ein Kerl, wie dieser Mortuno, Schutz und Frenndschast 1 inbet, kann kein Normann mehr ani Tische sitzen. — Da kommt Olaf!" als er den Nordländer am User des Fjord sich nähern sah. „He, Olaf, schade, datz du nicht hier warst, Mortuno war hier, vielleicht wollte er deinen neuen Hu! sehen. Komm, mein Junge, komme, du hast viel versäumt. Ich will dir unterwegs eine lustige Geschichte erzählen, wre man seine Schulden bezahlt nnd höchst christlich und tugcnd- hast dabei bleibt." „Ist schwer zu glauben", sagte Helgcstad, „und tut mst leid, Herr Marstrand, davon zu gehen mit üblen Gedanken. Mortuno ist dem Gesetz verfallen, hat auf Olaf isiiien Mordplan geniacht, ist ein arger Böscwicht, den jeder gerechte Mann fcsthaltcn muß, wo er ihn findet. Sieht aber tvahr- scheinlich so ouS, als habt Ihr heimlich noch in dieser Nacht mit ihm und Afraja verkehrt, den jeder verflucht." „Ich denke, daß ich auf solche Beschuldigungen keine Antwort zu geben habe", sagte der junge Mann. „Ist eine Sache, von der Ihr Euch reinigen müßt, und ist ernsthafter, wie Ihr meint", antwortete Niels. „Brüten die Lappen Böses in ihren Bergen und wird ein Gerichtstag bald gehalten werden, um alle Beweise zu sammeln. Kein Normann, und sei er der geringste, wird einem Manne trauen, der mit seinen schlimmsten Feinden Unigang hat; keiner wird ihm glauben, keiner selbst sein Brot estcn tv--llen. den andern Industriezentren denkt nicht anders: die Anhänger der Richtung Bisiolati bilden nur die Minderheit." In früheren Zeiten hätten wir das Verhalten dieser Arbeiter entschieden mißbilligt. Heute kann man zum mindesten im Zweifel darüber sein, ob eine solche schlagkräftige Beweisführung nicht doch sehr am Platze gewesen ist. Die Arbeiter von Florenz mögen sich gesagt haben, cs ist besser, wenn ein paar dumme Jungen einige hoffentlich nicht lebensgefährliche blaue Flecke davon tragen, als daß hundert- tausende Italiener auf dem Schlachtseide verbluten. Darf man ihnen daraus einen Vorwurf machen? Andere Zeiten, andere Sitten! Jaurbs über dieVaierlandslicbe verdeutschen Sozialdemokratie. Unter de» Franzosen, leider auch unter den französischen Sozialisten, gibt es noch immer Leute, die cs der deutschen Sozialdemokratie übclnchmcn, das, sie das Deutsche Reich gegen den Ansturm seiner zahlreichen starken Feinde verteidigen Hilst. Jean Jaures, der große Führer des französischen Sozialismus, der am Anfang des Weltkrieges der Kugel einem wahnwitzigen Chauvinisten zum Opfer siel, dachte anders. In seiner berühmten großen Rede gegen die dreijährige Dienstzeit, die er am 17. und 18. Juni 1913 in der Kammer der Deputierten hielt, setzte sich Jaurös u. a. auch mit der Zeitung Echo de Paris auseinander, die als Folge der Konsolidierung der afrikanischen Kolonien und — der Erstarkung der deutschen Sozialdemokratie ein Ueberiviegen Frankreichs über Deutschland für eine nahe Zukunst geweissagt hatte. Dazu sagte nun Jaures (nach Ucbersetzung aus dem stenographischen Protokolls folgendes: So rechnet Echo de Paris sur die Zukunft Frankreichs auf eine Verbindung, ei» politisch-militärisches Zusammenwirken der schwarzen Armee Afrikas mit der roten Armee Deutschlands (Beifall und Heiterkeit auf der äußersten Linke».! Also, nicht etwa wir sind es, die den deutsche» Sozialisten diese Rolle zuweisen, und ich protestiere in ihrem Name»! Sic werden für Deutschland an dem Tage, an dem sic seine Unabhängigkeit werden verteidigen müssen, ebensowenig ein Faktor der Schwäche sein, wie wir französischen Sozialisten cs sür Frankreich sei» werden an dem Tage, an dem es gelten wird, ohne Hcranssordcrung und ohne Abenteuer Frankreichs Freiheit zn verteidigen und Frankreichs Recht. (Stürmischer Beifall aus der äußersten Linken und auf verschiedenen Bänken links.) Man kann danach keinen Zweifel darüber hegen, welche Stellung Jaures im Weltkrieg eingenommen hätte. Sicher hätte die Sache Frankreichs keine» feurigeren Apostel gesunden als ihn. Aber ebenso sicher hätte er auch verstanden, daß die deutsche» Sozialdemokraten ihrem von drei Seiten her schwer bedrohten Lande unmöglich ihre Hilfe versagen konnten. Als Wilhelm Liebknecht auf einem intcriiatioualen Sozialistcu- kongrcß hintereinander zu Deutschen, Engländern und Franzosen in ihrer Muttersprache gesprochen hatte, sagte Jaures ganz begeistert: „II est si international, qu'il est national partout." „Er ist so international, daß er überall national ist." Dasselbe gilt von Jaures selbst. Er war so international, daß er sich in das Denken und Fühlen jedes Volkes hincinsinden konnte. Hätte er den ganzen grauenvollen Konflikt, unter deren Opfern er als einer der ersten hinsank, miterlebt, seine alühendc Liebe für Frankreich hätte ihn nicht gehindert, zu begreifen, daß auch dst deutschen Sozialdemokraten ein Vaterland zu verteidigen haben. Von denjenigen aber, die am 17. Juni 1913 den Worten iljrcF Meisters stürmischen Beifall zollten, möchte» wir ivünschen, datz sie alle den Sinn jener Worte beherzigen möchten, datz sie wieder lernten, gegen andere gerecht zu sein! Maulheldentum. Das Unangenehmste in der gegenwärtigen harten Kriegszeit ist das Maulheldentum in der Heimat. Draußen im Felde stehen unsere Truppen im schwersten, aufopfcrnngS- vollstcn Kampfe, halten mit Anspannung aller Kraft die Feinde nieder, nicht acht^rd der Gefahren, die sie unablässig bedrohen. Das geschieht von unseren Truppen ohne Wort- gcplärre und mit einer Selbstverständlichkeit, die zur B e - Wunderung hinreißt. Umso widerlicher ist es dann, wenn in den sicheren und gut temperierten Festsälen der Heimat sich das Maulheldentum spreizt. Am Sainstag hat im Abgeordnetenhaus« zn Berlin eine Mitgliederversammlung des Deutschen W e h r v e r e i n s stattgefunden, die schon wieder den Sieg über alle Feinde der Kann sein, Herr Marstrand, daß auch Gesetze und Richter mitzusprechen haben; darum gebt Euer Wort, daß Ihr den alten heidnischen Zaubcrkerl so wenig gesehen habt wie den spitzbübischen Mortuno." „Bor Gesetz und Richter würde ich sprechen, wie ich müßte", sagte Marstrand, „Zwang jedoch lasse ich nicht zu. ES gilt manches für recht nnd ehrlich in der Welt, Herr Helgcstad. was Schurkerei und Gaunerei ist, nnd wenn ich die Richter betrachte, die bestellt sind, über Wohl und Weh zn wachen und Gerechtigkeit zu üben, so kommt mir ein Grauen davor an." „So geht denn mit' denen, von welchen Ihr Besseres hofft", sprach Helgcstad, nnd ohne ein weiteres Wort ließ er die Pferde kommen, packte in ihre Körbe sein Geld und was sein war und verließ dann mit Paul nnd seinen Dienern den Gaard. Auch der Lovmann hatte sich in scincni Boot davon gemacht, Olaf war der Letzte, der ans deni Hause ging, nachdem er Gewehr und Jagdgcrät genolnmen. „Und auch du, Olaf, willst wie ein Fremder von mir gehen?" fragte Marstrand, als jener trotzig nnd finster bei ihm vorüberschritt. Olaf blieb stehen und setzte sein Büchse nieder. „Wisse", sprach er, „daß ich heut, als alle schliefen, hinausging, um Rat mit mir zu halten. Ich mochte nicht Zeuge sein, wie du behandelt wurdest. Wärst du ein Mann, der schuldlos leiden sollte, ich wäre anfgestanden für dich und hätte es nicht geduldet; hätte selbst Geld und Gut sür dich hingeworfcn, wie wenig ich auch deine Narrheiten teile. Doch du bist unerfahren, inan hat deine Leichtgläubigkeit gcmitzbraucht. Aber du bist falsch und hast mich betrogen." „Wie hätte ich das?" rief Johann aus. „Daß ich Mortuno laufen ließ, dir nichts von ihm sagte, geschah um dich nicht zu kränken." „Ich rede nicht von dem Schelm", sagte Olaf. „Sich mich an, sieh in nieine Augen. Mußt du sie nicht Niederschlagen?" „Es gibt nichts, was mich dazu zwingen könnte." „Tu bist ein Däne, weißt dich zu verstellen", antwortet Olaf. „Kein Mensch auf Erden wußte, wie es in mir auS- sah, dir sagte ich es. Ich klagte dir mein Leid um Jlda, nnd du — du selbst gingst an den Lyngenfjord, um unehrlich Spiel Deutschen in der Tasche hatte: „Wir brauchen Raum uns Luft, um unser deutsches Volkstum loeitcr auszubaiicn. Ti, Zeit der Rücksichten ist vorbei! Schonungslos aus unser Interessen bedacht, müssen wir und werden wir den Friede, diktieren. Nur ein Frieden darf in Frage kommen, der di: dauernde führende Weltstcllung Deutschlands gewährleistet.' Und in diesem Tone ist auch die Resolution, die natürljtz „einmütig" angenommen wurde, gehalten: „1 Wir Deutschem können keimen Wettstreit mit uuscrei Feinden c-ingcheu hinsichtlich der Gemeinheit der Kriegsütznu',. und der Mißachtung'des Völkervechis. Wohl aber fordern »>i, inivcrzüAlickze, gercchtc. strenge und werkungsvollc Berge i t u n n alles uns zugcfilgken Unrechts. 2. Auf den Gebieten der Verivumdejentürsorfl«, des Liebes flaben Wesens mvd der Fürforfle sür die Familien unserer in Felde stehenden Brüder besteh:» vielfach« MitzstänLe, deren fc„ lichste Bcseittfliuinfl drimgcmd erforderlich ist. <3. Im Einverständnis mit dem ganzen deutsch-:» Volke, in Rameti unserer fl-efallen-e-u Brüder umd aus Grund auch von E, klär urigen d:r höchsten Stellen des Reiches verwerfen wir jei vorzeitige FriedensM-bahmm«. Das öclittet;-: Volk verlangt, dn der Krieg schonungslos durchfleführt werde, bis di verbrecherischen Friedensstörer nieder fl e w o r s e n nnd n-nsene Bcdi-ngungcn anzunehmen gezwungen sind. 4. Diese Bedingnngen ipüssen d-cn vom deut-scheu Volte gs brachten unerl>örwn Opfern entsprech-en und unseren Feinden i>] Macht nehmen, uns von neuem zu bekriegen. 5. England. Frankreich und Rußland iwüssen derart ge s ch w ü ch t iverden, datz sie klln-fl-ig stir den Wettfriedoir nngcsähi Ich sind. 9. Die durch de» Krieg hcrbcigeführte gesunde Entwickltn des deutschen Volkes ist mit allen- Kräften weilcrzusühren, in; besondere hin sichtlich der sozialen Emigung, der lückcnlostu Weht Hastigkeit und unserer geistigen, sittlichen und künstlerisch; Wiedergeburt. Unerläßlich ist die dauernde, ivcitestflchcnt Äri-egsdcrcitschast nnscres Volkes." Es ist fpoitletcht, in der Sicherheit der Heiniat zn be schließen, was geschehen m u ß: zn rcsolvicren, daß Enc land, Frankreich und Rußland mächtig geschwächt werde müssen: spottlcicht, vom Diktieren des Friedens zu redet wenn inan anderen überläßt, die Situation zu erkämpfet | die ein solches Diktieren möglich macht. Es wäre jetzt wir! ( lieft besser, mit Worten in e h r z n r ü ck z u h a l t e n und de großen Mut, der sich darin ausspricht, in die Tat umzt i sctzcn. Neichsaussi l,1 für den Petroleurnüandel fordert der Verband deutscher kaufmännischer Genösset schäften. In einer Eingabe an den Bundesrat wird verlang j daß die Petroleuniversorgung unter die Aufsicht des Reiche gestellt wird, und daß jeder Kleinhändler, der schon vor bei 1. August Petroleum gehandelt hat, eine bestiminte Meng zur Abgabe an seine Klindschaft erhält. Der frühere Reichstagsabgeorvncte Graf Mielcrstnskh hat sich bei der Berflnttg von Verwundeten sehr hervorgetan, b ivird flemcldct: Bei dein Zu-rückflehen eiu-er Äompagiti« von Schi wsttdt am 31. 19. waren einige Schwervevivun-detc zurückgelaff. worden. Erst später inerkle man ihr Fehlen. Da aber die vc Ioffeneu Stellungen im heftigsten russischen Gewehr- und Schra nellfeuer tagen, schien es iinmöglich, die Verletzten zurück-,u-chasje Da gola-nfl vs dem mittige,t Beispiel des Grafen MiekczynÄ Oberlcittuaut der Reserve int Breslauer Leibküra-ssic>-Rcgintu der sich zufällig in der Schützenlimi« besmch nnd sich crbot. die Vc ivundeten zu holen, einige beherzte Leute mit vor zu rcißcu, Tvo dem die Russen ihr Feuer noch verstärkte», kroch die kleine Sch. unter Führung des Grafen MiolezpnSky den Hang hin,auf, ans de die Verletzten lagen. Auf den, glücken liegend, imt-rden sic ztinäck in Deckung geschleift, dann auf Zeltbahnen gelegt und so w einem Hänschen flcira-flen. Selbst mit Hand anlegend, vcnnoch Graf M. auf diese Weise mit seiner F-reiwilligenschar alle Berum dctcn in Sicherheit zn bringen .— Gras Mielczynsk» erhielt w einiger Zeit da-ö Eiserne Kreuz erster und zweiter Klaffe. Die Bcrpflegtttt«z der Truppen im Westen. Tic Nordd. Allg. Zeitung veröffentlicht aus dem Fel postbricf eines höheren Offiziers einiges, das sich ans d Verpflegung unserer Truppen bezieht. Die fragliche Stel lautet: zu treiben. Hast alle Lockungen dort ausgeboten, hast u Liebe gefleht, bis sic dich von sich stieß, weites so sein mußt und ich — ich arbeitete für dich, sorgte für dich, während t sie betörtest. Leugnest du noch? Wagst du noch nein ; sagen?" „Ich leugne nicht", sagte Marstrand, „denn ich liebte - und liebe sic noch, Olaf, obwohl ich anfgehört habe zit ltosse Betrogen aber habe ich dich nicht. Ich weiß nicht, wie > dich versöhnen soll, dvch kannst du zürnen, daß ich ein Wc liebe, die du liebst, nnd die keinem von uns gehört? Kam du mich hassen, daß ich Worte fand, wo mein Herz spra und wo Blicke mir sagten, daß ich verstanden wurde?" „Tn lügst!" rief Olaf heftig, „nie hat Jungfrau Jl ihre Augen zu dir erhoben. Eitel, wie du bist, l)ast du v eitler Lust geträumt nnd mich verraten." Er hob den SO mit einem wilden mörderischen Blick auf. — „Tritt nie w der in meinen Weg, es möchte dich gereuen, sprich auch t von mir wie von einem Freund —' meine Hand soll geg dich sein, wo ich dich findet" Mit diesen Worten eilte er fort, Hclgestad erwart ihn auf der Höhe des Fjordrückens. Da hielt er ans sein; grauen Rosse und blickte in die grünen Talschluchten hin; Seine Miene war voll Hohn, und wie er Elf und Wc musterte, brach er in ein grimmiges Lachen ans: „Soll n" Mühen nicht »insonst gewesen sein," murmelte er, „muß d Balsfjord haben, was will der Narr damit! Will ein an; Lied mit ihm singen, nnd soll ein Sang sein, der besser s ihn paßt." 3 . Am Abend erröichte der Zug den Lyngenfjord. -Helgen hatte sich mit seinem Schwiegersohn und Olaf verstand! von den Vorfällen zu schweigen, die nicht für Wciberoln paßten, und dabei ein Wort fallen lassen, daß der dcinN Junker ein viel z» süßes Herrchen sei, um nicht ein initle" Gedächtnis binterlassen zu haben. „Wißt wohl, wie Mädchen sind," sagte er, „lieben ; glattes Gesicht und lispelnde Sprache: wer höflich mit im' umgehen kann, hat sie gewonnen. Und dergleichen D" versteht ein Däne besser wie wir, müssen zurückstehen. sowohl wie selbst Paril, so fein und wohlgekleidet er ist-' (Fortsetzung folgt.) «Tie äkqjflcomifl mvfetcv Scut« vorn ist anogczcichnlt Mid tztr ganze dlachschub durch Kolomren har grotzartiq^klapp:' rrotz irr Geivaltmärsche. dir die Kolonnen bei dem Vormarsch u,-irrer Truppen leisten mutzten. Es ist ja manche.. Pferd liegen geblieben und dafür ans dem nächsten Hof ein anderes geholt und eingc- spannt worden, oder es mutzte geschafft werden. Bon der 2tri- lung der fechtenden Tnipvrn b-s hinten zur ziveiten Staffel, also in einer Entfernung von etwa üreitzig Kilometern. wo wir schon fünf Wochen liegen, ist das Land völlig auc-gciogcn: denn zuerst sind natürlich dies« rlorräte l>eiiut,t worden Man kann sich gar nicht vorstrllen, was das bedeutet für rin Land, in dem der Krieg ansgcfochten wird. Tic Olmzc Bestellung der Anker liegt brach, was noch auf den Feldern ist. verdirbt und verfault. To» Biel, ist verzehrt, oder, wie jetzt auch hier, für den zu ernvartende» Bor. niarsch in BiehdcpotS von unseren Truppen zujanmiengctrieben Trüben, bei de» Franzosen, di« ebensolange in der selb cn biegend liegen, werden wir es best» Born-arsch gemrn so ausgesogen vor- finden. Deshalb wird bei i-ns tüchtig vorgejorgk um mit der Bcrpflegimg für die koinmcndc .Zeit gesichert zu sein. Die Bahn geht schon wieder bis an di« lsefcchcslinir heran. An all den Orten hinter der Sefechtotinie, n, denen wir und mit dem Proviant-, Verpflegung^- und Runrttonskolonrien befinden, ist von uns rin regelrechter Haferdreschbctrieb cingcrichtet, wozu die Einwohner lnrrangeholt werden. Ebenso müffrn die Frauen und Kinder auf den Feldern die Kartoffeln ernten, die magazfiiieri werden. Sämtliche vortmndencn Mehlvorräie sind beschlagnahmt. Tie Einwohner bekomnien täglich gerade nur so viel ausgehändigt. datz sic leben kSnnen. Tie großen Hammekherben lz. 3- 1000 Stint) befinden siä, ebenfalls im Biehdepot. auch olles Rindvieh. In einein Orte habe ich dafür gesorgt, datz geirügend Kühe zurllck- blicben, damit für di« Kinder Milch da ist. Au, Winker ist unter den Einwohnern bestimmt ein« Hungersnot zu erwarten." Die Entscheidung in Polen. Eine neutrale Stimme. Bern, 7. Tez. (W. Nichtamtlich.) lieber die Kriegslage i» Russisch-Polen schreibt der Berner Bund, Man lann annchme». aus der ganzen Front wird von den Bcrbündctcn planmätzig gchandcli. Tie habe» die Lssensivc der Russen in ihren Grundzwecken r, ollständig unterbunden. Tic russische Offensive ist i n ihre» Wurzeln geknickt. Ähre Situation ist der ungeheure „ T t o tz k r a s t der Hindenburgschen Flankcnoffcnsive zu danken. Tas Blatt weist wirdrrholt auf die Schwierigteitcn der Russen hi», dr» Nachschub zu regeln. Es wird von ihrer vor- handene» Kralt obl,nagen, ob ihre Heeresleitung .feil gewinnt, die Ncugrnppierung durchzuführcn. Nur ei» glücklicher Durchbruch kann sic der Noiwendigkeii der Ncugruppierung eni- hebrii. sonst gcrairn ste :n dir g r ö st t c (Erfahr. Dazu kommt die Zerstörung aller E i s e n b a h n k n bei drm planiniitzigen Nückzugc Hindcnburgs. Wie rin Millionenherr da noch längere Zeit planmätzig bewegt und ausreichend vcrpllegt werden kann, während von Nordrn und Westen der Feind drückt, ist nicht auszu- denken. Nur die gewaltigste und verzweifeltst« K r a s t a n st r « n g „ » g oder ein allgemeiner Rückzug kann die Russen ans dieser Lage befreien. Beides mutz sic u n . .zähligc Opfer kosten. Tos Blatt erwartet am Schlutz grundstürzende Bcr- ä » d e r « n g e n aus den Kriegsschauplätzen in de» ii ä ch st c » Tagen. Tic Beschießung von Lodz. Petersburger Nachrichten geben folgende Schilderung von der Bcschieszung von Lodz. Biele Häuser des vornehmeren Stadtteils wurden z c r st ö r t. Ter obere Teil dcZ Savoy-Hotels fiel im Schrapnellfeuer zusammen, Ein« Granate verursachte eine Erplosion des Gasbehälters, wodurch die Stadt in Dunkel gehüllt wurde. Es herrscht Mangel an Lebensmitteln, besonders an Milch und Zucker. Als Ersatz nimmt man .Honig. Der PrciSfürBrotund I l e i s ch ist um das D r e i f a ch c gestiegen. Die Kämpfe an der ?)ser. Ter Daily Mail wird aus dem Norden Frankreichs gemeldet: An der Mer haben wieder viele Angriffe und Gegenangriffe stattgefunden. So gab cs gestern ein blutiges Ge- sockst bei Feroyse, welchen Ort die Deutschen von Flößen aus angrisfen, auf denen Maschinengewehre ausgestellt waren. Hinter den Flöße» durchwatete Infanterie das über- schwemmte Gebiet. Tie Soldaten standen vielfach bis zum Halse im Waise und sckwamnicn, bis die Schncllfcucrgeschütze Feuer gaben. Ta waren die Deutschen auch keine 20 Meter mehr vom Ziele entfernt. Sie erreichten das Ufer und schwärmten über die Teiche. Tic Verbündeten stürmten und eS kam zu blutigen Bajonettgcfcchtcn. Auch bei Merchen wird heftig gefochic». Tort hatten die Deutschen das HauS des Brückenwärtcrs in eine kleine Festung verwandelt und die Franzosen daS HauS unter einen, Hagel von Kugeln zu stürnien. Sie suchten die Mauern zu erklettern »nd gerieten an mehreren Stellen in Wolfsgruben. Berhaftunfl sozialdemokratischer Tiimarnitglieder. Stockholm, 8. Tez. Xi: Verhaftung der russischen ,'ozialöemo- kvatifchen Mitglieder der Timiafnäktioii, unter denen sich mich deren Vorsitzender Petrowski befindet, haben noch einer Nachricht aus Finnland dir Sozialdemokvalen mit eiltet» T c m o n st r a t i o n s. strcik beantwortet. Revolten find ausgeb rochen. u»d wie ge- wölmlich. waren die Arbeiter der P u t i I o w - W e r ke an der Spitze. Tie Aivaswerkc schloffen sich auch an. Studenten hielten Zusanimenkünfte ab und nahmen eine Resolution zu diesen Bcr. Haftungen an. Tie Folge ivar, datz die Polizei in die Universität ciiidrang und verschiedene Verhaftungen vornahm. Auch in 8 a u k a s i e ii sollen ll n r u h e n auogcb rochen sein und in anderen Teilen des Reiches. besonders in Polen, haben neue Audcnver. s o l g u n g «ii sbaltgefiiudeu. Nikdcrmctzclting von Serben. Budapest, 8. Dez. Ter Sonderberichterstatter des Pest' Hirlap meldet ans Konsiantinopel: Turan erfährt aus Sofia daß die bulgarische Bevölkerung von Mazedonien zwei serbische Bataillone nicdergcmetzelt habe und daß bei Gradi'tc östlich von Risch die Eiscnbabnbrücke in die Luft gesprengt wurde, wodurch die Verbindung zwischen Serbien und Maze- donien gestört ist. M Ciscnbahnuttgliick in Italic». Rom, 8. Tez. (Speziallelegramm der Tclcgraphcn-Nifioii.s Auf der Strecke Rom—Neapel hat sich gestern ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Ter Rom—Neapeler Schnellzug fuhr an, einen Gütcrzug auf. dabei wurden ein Viehwagen des entgleisten Zuges und vier Wagen dritter Klaffe des Schnellzuges zertrümmert. Bon den Reisenden, zum größten Teil Soldaten und t,in- ziere, waren mehrere Personen sofort tot. Zwei andere starben "us der Wcitcrsahrt nach Neapel. 50 Leute wurden schwer verletzt. Auch von ihnen dürsten einige kaum mit dem Leben davonkommcn. Telegramme. rMsbcricht des föroficn £(iiiptpar(ict5. Au* Westen wieder langsam vorwärts. An Polen schnelles Zurückgckicn der Russen. ^ 0 Großes Hauptquartier, 8. Tez. vorm. lAnitlich.) A» der f l and rischen Front bereiten die durch die letz- ten Regengüsse verschlechterten Bodenverhältniffc den Trup penbewcgungcn große Schwierigkeiten. Nördlich Arras haben wir einige kleinere Fortschritte gemacht. Das Äricgslazarett in Lille ist gestern abgebrannt. Wahrscheinlich liegt Brandstistung vor. Verluste a» Menschen- leben sind aber nicht zu beklagen. Tie Behauptung der Franzosen über ein Vorwürtskvm- men im Argon ncnwaldr entspricht nicht den Tatsachen. Teil längerer Zeit ist dort überhaupt kein französischer An- griff mehr erfolgt. Tagege» gewannen wir jortgesebt lang sam Bode». M a I a » c o » r t östlich V a r c n n c s wurde gestern ein französischer Stützpunkt genommen. Tabei ist der größere Teil der Besatzung gefalle». Ter Rest — einige Offiziere »nd etwa 150 Man» — wurde gesangen. Gin französischer Angriff gegen unsere Stellungen nördlich N auch wurde gestern abgewiesen. Im Osten liegen von der oft preußischen Grenze keine besonderen Nachrichten vor. In N o r d p o l c n folgten die deutschen Truppen dem östlich und südöstlich Lodz schnell zurückwrichrndcn Feinde unmittelbar. Außer den gestern schon gemeldeten uugewöhn- lich starken und blutigen Verlusten habe» die Russen bis heute etwa 5000 Gesaiigene »nd Ist Geschütze mit MiinitionSwagen verloren. In S ü d p o I c n Hai sich nichts besonderes ereignet. Die oberste Heeresleitung. Ter französische Abendbericht. T. Ü. Paris, 8. Dez. (Etr. Bin.) Der amtliche Slbend- bcricht vom Montag besagt: In Belgien beschossen die Deut- scheu Ost-Tüirkirchcn. Zwischen Böthunc und Leus haben wir das Dorf Dcrmailles genommen und die Stellung von Rutoire, wo wir im Osten das Eisenbahngleis besetzten. Weiter war ein bemerkenswerter Fortschritt bei Roncray fcst- zustellen. Sonst ist nichts zu melden. Schwere englische Verluste durch deutsche Küstengeschütze. Tbl. Amsterdam, 8. Tez. sCtr. Bin.) ES kann nicht mehr be- ziveiselt werden, datz die deutschen Geschütze den englischen Sriegs- schissen tm Kanal schivcre Berlnstc beigesligt haben. Täglich werden zahlreiche Leichen englischer Seesoldaten an der holländischen Küste angejchwcmint. Eindruck der Einnahme von Lodz. Tie norwegische Presse bespricht in ausführlichen Betrachtungen ihrer militärischen Mitarbeiter die deutsche Besetzung von Lodz. Morgenbladct sagt, nicht allein militärisch sei dieser Sieg sehr bedeutend, da nunmehr die Deutschen die Eisenbahn nach Warschau vollkommen beherrschten, sondern »och schwerwiegender sei die moralische Bedeut- ung dieses deutschen Wasfencrfolgcs. Tic Eroberung von Lodz sei ein fühlbarer Schlag für die gesanite russische Welt, da die Stadt der zweitgrößte Ort Polens und der bedeutendste Mittelpunkt der russisch-polnischen Industrie sei und schließlich auch deshalb, weil sich um Lodz die gewaltigsten Kümpfe der Riesenschlacht im nördlickicn Polen konzentriert hätten. Beide Gegner hätten hier ihre stärksten Kräfte eingesetzt und ihre äußerste Kraft angespannt. Aus dieser Probe seien die Deutschen also als Sieger hervorgcgangcn. Der militärische Berichterstatter des Neuen Wiener Tag- b,'altes erklärt: Man kann nicht umhin, den Berichten der Entente diesmal das Zeugnis ausznstellen, daß sic nun schon mehr als zwei Wochen die volle Wahrheit sprechen, in- deni sie betonten, der jetzige Riesenkampf in Wcslpolen werde von ausschlaggebender Bedeutung für den ganzen Feldzug sein. Ter einzige Grund ihres Ausrichtigkeit ist. daß man absolut von dem Sieg der moskcüvitischen Waffen überzeugt war. Ta die russischen Fronten nun gerade an der stärksten Stelle, in dem Brennpunkt des Ringens der Mil- lionenheere, geworfen wurde», muß sich ihre schwere Niederlage bald auch in den übrigen feindlichen Stellen fühlbar matbcn. Tcshalb sind die militärischen und moralischen Folgen des Sieges der Verbündeten, deren bewunderungswürdiges Zusammenarbeiten der Artikel besonders hervorhebt, umso höher zu werten. — Tie Zeit sagt: Gewiß ist der Feld- zug auf deni östlichen Kriegsschauplatz mit dem Siege bei Lodz noch nicht entschieden; aber eine vorsichtige Be- nrteilung wird zugeben, daß die überlegene Führung und die Truppengualität der verbündeten Armeen hier gegen die russische Hebern,acht bereits Großes erreicht hat und »och Größeres erwarten läßt. Die Sperrung der Nordsee. Ter Marineiachverständigc der Times schreibt: In den letzten Teaen und dir Marinebcchörden grzivungen gewesen, durch d»c Handlungen des Feindes der SchiKährt in der Nordsee und rin Kanal weitere Einschränkungen aufzuerlegeii. Es ist sicher. datz diese Ratzrcgel nur mit dem äustorsle» Widerstreben beschlossen worden ist. weil sie dringend notwendig ivar. Zweffcls- ohnc drückt sie schwer out gewiffc Klasicn der Seefahrer. sowohl der britischen wie der neutraler Aber keinerlei Rücksicht am private Iliiamiehmlichkriten oder periönsichc rlerlnste kann in die Wog schale qrlcgt werden gegen irgend etwas, das im Antrreff« der Nation und im öffentlichen Interesse liegt. Zwaifelsohn« wird der Handel in den von den Maßregeln betroffenen Gewässern durch die Vcrsüonng mehr oder weniger behindert werden, aber dir Fi sch"-- reit n du st rie wird durch dies« Matznahme sozusagen lahmz:^-gr Ter Nutzen wird für die Zukumfi aber desto gröber sein. X-rm macht der Mitarbeiter der Tiines «ine jener hench- lcristhen W-nbungan. mit demm dir englischen Zeitungen arbeiten. Nicht die Engländer seien es, die der vollständig am Kriege imbe- teifigtrn Schiffichrt der neutralen Mächte alle diese Mühsolc in den Weg legen, sondern lediglich die Teutschen, Alles geschehe nur, weil Tcnkschland apgeblich di« Kesichr der Minen so weit audgedchni, habe und weil mehr als vorher die Unierforbovte der Anbei: seien. Sstverstäi>dl-ich 'ej England an seinom onzono» rncksichtk- iosen Bvvgehen vollsländig nuichuldi-g. Tie „Scehcrrschaft". Tie englische Admiralität bat der Rbeiiiisch-Westsälischen Zeitung zufolge eine Bekanntmachung erlassen, die vom >0. Dezember 1911 ab in Kraft tritt und folgendermaßen lautet: Zin Kanal und aus der Reede von Hüll werden die Bojen eingczogen. die Leuchttürme und Lichtbojen werden gelöscht, die Nebelzeichcn verändert oder fortgelassc». Die Angst vor der Anvasion. Nach einer Londoner Meldung verschärfte die engilsche Adiuiralitäl dir Maßnahmen für die Sickzerl»cit der cng- lische» Küste außerordentlich. Von Barmonth bis Plymoutiz wird die Küste gesperrt und allen Lootse» d,rS Zeugnis ent- zogen. Nur besondere, von der Admiralität zugelasseue Lootscn crhaltcii eine» Erlaubnisschein, der aber nicht länger als 11 Tage Giltigkeit hat und nach Ablauf dieser Zeit erneuert werden muß. Der Firth of Forti, wird für die Scküss- sadrt gänzlich gesperrt, auch sür die Fisckier. Datier Ix'rrfdit unter den schottischen Fischern große Unzufriedenheit, da die Zisckierei jetzt und voraussichtlich sür die ganze Kriegsdauer brach gelegt ist. Tie englisckien Befürchtungen gegenüber einem deutschen Eindringen sind so stark wie nieiiials zuvor und die grtrossencn Maßnahmen sind so einschneidend, daß die gesamte Ost- und Südküste Englands faktisch unter de, Blockade der eigenen Streitkräftc stobt. Wieder ein schwerer englischer Verlust. Balparaiso, 8. Tez. Ti« i'sseivbehöiden von P>u>»t»o, eine,» Nein»» Hasen in t>,r 8,'ähe mn Valparaiso, mache» die Mineilimg, datz das avinlerte TmidSportichch' Priai-z Eitel Friedrichs das am 8. November von Istor ansgrlanfiln war, die Brmannuim des englischen Tampfers „El»>rkas" dort an Land »'jetzt I>ab«, nachdem cs das englisch: Schilfs aus der Höh: von Eovel in den tstrnnd gebohrt hatte. Ter Dampfer .Ehardao" hatte einen Aiilmlt von inehr ats .',000 Tonnen und gelKrt der New-shirk and Pacific Eoinpany rn London. Deutschlands Versorgung aus dem Norden. Politiken erfährt ans Paris, die französisäie Presse verfolge aufmerksam die Ausfuhr aus den skandinavischen Länder». Fast täglich erzählen sraiizösisckh.' Blätter. Deutschland werde indirekt durch Skandinavien mit Vorräten versehen. Ter Teinps erwähnte gestern die angeblich bedeutende TransitauSsuhr von lffctrcidc von Goctcborg nach Deutschland. Der Jntransigeant versickrert, daß die schwedische Presse Mitteilungen aus französischen Blättern gegenüber sich verschließe und vollständig vom Dolsf-Bureau beherrscht werde. Tie skandinavisclmn Kolonie» in Frankreich spreche» den Wunsch aus, daß kräftige Derlialtnngsmaßregcln zwecks Widerlegung solckzer Beschuldigungen getroffen werden möchten. Der österreichisch-ungarische Tagesberichl Erfolge auf alle» stlrontc». Wir», 8. Tez. (>V. Ii. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart: 8. Dezember, mittags. Die Kämpfe in West- galizic» nehmen an Heftigkeit zu. Nunmehr auch non Westen her angreisend, verjagte» unsere Truppen den Feind aus seiner Stellung Dobczyce-Wieliczka. Der eigene Angriff dauert a». Tie Zahl der G e s a » g e n e n läßt sich noch nicht übersehe»; bisher wurde» über 5000, darunter 27 Offiziere, abgeschobcn. In Polen wurde» erneuerte Angriffe der Russe» im llianiiic südwestlich P i o t r k o w von unseren »nd deutsche» Truppen überall abgewiesen. In den Karpathen hat sich nichts von Bedeutung ereigiiet, Ter Stellvertreter des Ehcss des Gciieralstabes: v. H ö f e r, Generalmajor. Die Dcrkchrö-Schwicrigkcitc» Rttsilands. Zwischen Schweben und Rutzlanb. ans der 8Ionic von Rainno« Mäninluoto, ans der der gesamt« russische Verkehr mit Schivcden stoiifinbct, ist heute, wie dem Rorgenblab ans Stockholm gemeldet wirb, ei» drittes schwedisches Schiss „8Ivra Tverige" durch ein« treibende Mine zerstört wordrn. Tas Schiss an»g mit io rasender Schnelligkeit unter, batz nicht «in «uiziger tcr Maien, schäften sich retten konnte. Tos Sckpff war in zwei Minuten vcr- ,'chwuiibk». Tie stlnvcbfich: Tchifiahrt, die allein den itKrkcbr mit Rußland und Westeuropa, wivohl Wüter wie Perjonentvanstt, feit KriogsaiiSbrnch besorgt, ist imumohr endgültig «enge stellt. Tcr Unfall ereigne:: sich säst o» der glcick-cn Stelle, wo gestern die Schn!« »Luna" und „Ev.rfiba" untcrgingen. Als dieser doppelte Unfall bekannt wurde, wollte die Reederei die „Nora Sverige", die bereits unter weg.- war. i vorne n. kmn jedoch zu spat damit. Wer die Minen gelegt hat, iveitz man nicht, lßilt es jedocki für wahrsckzein. lich. datz die Minen durch die Stürme dieser Tage von ihrer nr- sprünglichm Bcrankenn'g losgeriffcn wurden und mm frei umher trelben. Febe»falls habe Rußland keine Berblndnng mehr m>, Westeuropa. Da austerdem das russische Kabel Liban- Tä ne mark zerstört «ft. sind di« sür Rußland nunmehr ent. stellenden Schwierigkeiten, soll mit Europa i.i Verbindung zu setzen, möglicherivriic von äußers t verwirrender Natu r. __ Lichtbilder-Vortrag des Herrn A. Simmig über: Die 8ärl»m«rilOa-k'riIirt «Ich Prinzen Heinrich und seiner Gemahlin an Bord des Dampfers „Cap Trafalgar“ am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Asir, in der Menen Aula der Hlniversttät. Her Reinertrag ist für vaterländische Zwecke bestimmt. Eintrittskarte« zu 1 Mk. sind in den Luchhaiidlungen von FrecS Sclteriweg. Koch, Tclicrsweg, Legier. Südanlage, Pieifser, Walltorstraße, Schneider, Neuen-Baue, sowie Ernst Baiser, Miusburg und abends an der Kaffe zu baden Zutritt von dtl Ludwigstratze aus. Verwundete haben unentgeltlich Zutritt zur Galerie von der Goelhestratze ans. Die Univerfflät hat die Deranstalwng de» BorlrageS übernommen und hofft im Hinblick auf den wohltätigen Zweck auf regen Besuch. Der Rettvr: empfehlen Nm IDsroalDsgarten Km £)sroalö5QQcfen. reichlich spenden zu können, offerieren außergewöhnlich billig: empfehle bei grosser Auswahl zu billigsten Preisen: Flii^elideeken Vuclidecken Leinemlecken Kaffeedecken Steppdecken Bettkolter Itettnefaer Tülldeekc‘n Waffeldecken kardinen SSciiRcauxstoffe Wachstuche üiccgcn-i[lnfccbofcn»p M ..*1.50 lüfoll fftopffchüf>ec.....751 M WoN.MrenIcbütrec A0 > Wo!!. Ltauchsn *>^65 r Leidbmdsn........ tliiidi». Konsum - Ukttin Wikskck E. G. in. u. H. Samstag, de,» 12. Dezemver tt>14, abends l) NHr, bei Wirt Heinrich Aölzc» Gkl!kll!l-UkckW!«I!ß. LageSorbnung: 1. Ergänzungswahl des Voistandes und Aufsichtsrats. 2. Die Lagerhallerfrage der Verkaufsstelle 2 . 3. Verschiedenes. Wieserk, drn 4. Dezember 1914. Für den Anfsichtsrat: Daniel Er bl, Vorsitzender. nmWeihnachlsft^ empfehlen wir unsere äuhcrst preiswerten und beliebten * xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxü X ^ /f to y ^ „ X X X X X | Weihnachts-Prasentkistchen 8 X * in allen Preislagen. X X Nnsero v«rlii»nll>i8tenv ist geöffnet >n»'htnx<« von 7 bis 8 '2(ßr X X und Sonntag* von 11 bis 7 ;j{ßv abends. X Wir bitten unsere Schanfeultcr beachten zu woü'eu. Marktstrasse 8. A. Belitz, Gießen 83 Liebigstrcche 83 empfiehlt sich angelegentlichst zum Bezug von Zigarren, Zigaretten und Tabaken (beste Marken und prima Qualitäten) Feldpostbriefen ist gegründet 1907 UU11U1U e. K. nr. b. K. Kegvnndet 1907. ^ BerkaulsHelle: WaLlorkraße 24. 8 Die Liliput-Kummer 00 jtöataöor-Jankasten Seit 1913 im Deutschen Reiche eingetragene Wortmarke: „Tado“. (Ingenieur Johann Korbuljr). X <3' ^xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxi sowie Papier- und Schreibwaren. ip HBilWBPPMBMIiii PM MMPB Feldpost-Artikel Tviir die 1 Pfund-Woche vom 2 .- 8 . Dezember empfehlen wir Kartons und Fcldpostbcutcl iir alle»» Größe»» »um Bestund von v'igarren, Tobak, (slgaretten, (shokolade, Mollsachc» ns»»,. Ferner Aeldpo!lkar1en> Kartenöriefe, AuMeöezetlel.IjeLdpostmappen Alles mit vorschristsmäbigem Ausdruck. Lberliessische VolkszeitW, Giesje» Bahnhosstrasre 28. Telephon 2008. JMmönW! ßr2it-^e8iel!li§eiiie Plnnd 24 Plg. MiUel-KabMau Pfund 34 Pfg. Schade & Füllgrabe Vobnlwlitralle 20 ) J.I iu« -atall.arklra-ie l> 4 Viibtuinfirnlic 2« ) Ic1, roantorurane 4 Direktion: Hermann Ltciuaocttcr Freitag, 1l. Dezember >914 Abends « »Ihr r 5. Fceitags-Abonn.-Vorstellung. 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SBcilrtfjc zur Obcrhcssischeii Volkszeituug Nr. 283 atr jcnbtt. >5ta uv rm fa?efl H Mn Probt welcher ind, kin* intHcbt enslünde Wl I' 10 Ak. I.J5 k. 3.00 k. 9.00 ?r ic.oo £5.00 Hesien und Nachbargebiete. ttitftftt ituo Umgebung. Ariegsmaßnahmeil des Bauarbeilerverbandts. Wir die meisten Zemraloerbünde, so Hot auch der Bau- citcrverband bei Kriegscnisbriich sein Untersliihungswesen j, neuen und oußerordentlichcn Verhältnissen anpepaßt. Stelle der statutarischen Arbeitslosenunterstützung, die : aus die Dauer von acht Wochen gezahlt wurde, trat eine indcre Notstandsunterstübnng, deren Bezugsdaner nicht reizt war. Diese Matz »ahme war notwendig, da die ver- «btcrten Erwerbsverhältnisse eine achtwöltngc Unter- >>mgspcriode als ungenügend erscheinen liehen. Neben er Notstandsunterstützung, die an alle erwerbslosen Mit- !d«r mit mindestens einjähriger Mitgtiedstixift gezahlt rde, ganz gleich, ob sie vorher schon als Kranke oder Ar- Äose ausgesteuert waren, zahlte der Verband den Familien jnm Kriege eingezogenen Mitglieder im Oktober eine nalige Unterstützung als Mietsbeihilfc in der Höhe von is 13 Mark. Die Aufwendungen für diese Unterstühungsniahnahme csen sich bis Ende Oktober auf 1 870 000 Mk.. wovon d 800 000 Mk. auf die Familienunterstützung entfallen. Die zuständigen Verbandskorverichgften habe» dieser ,e beraten, ob und in welcher Weise diese Maßnahmen tergesührt werden können. Es war zu berücksichtigen, daß Umfang der Arbeitslosigkeit, der im Oktober auf rund Prozent zurückgcgangen war, in den nächsten Monaten rlich stark wachsen wird. Schon der November weist jere Arbeitslosigkeit auf und Dezember und Januar wer- zweifellos ein weiteres Anschwellen der Arbeitslosigkeit gen. Tie statutnrisck)c Arbeitslosenunterstützung wurde cn Monaten Januar und Februar nicht gezahlt. Es lag :, auch die Notstandsnntcrstützung für diese zwei Monate n zu lassen. Vorstand und Beirat kamen jedoch nach idlicher Prüfung der Vermögenslage des Verbandes zu Ergebnis, die Zahlung der Notstandsunterstützung n u r Januar auszusehen, sie ini Februar dagegen wieder »nehmen. Dagegen wurde nun eine feste Bezugsdaucr 15 Wochen festgesetzt, was nahezu einer Verdoppelung statutarijckien Ansprüche gleichkommt. Arbeitslose, die Jahre 1011 noch keine oder noch nickst für 15 Wochen ,'rstützung erhalten haben, können diese vom Februar nach Zurücklegung einer achttägigen Karenzzeit, bis aut Höchstdauer von 15 Wochen beziehen. Daneben soll auch > er eine Unterstützung der Familien der Kriegsteilnehmer hlt werden: sic soll zu Weihnachten in gleicher Höhe wie Oktober zur Auszahlung kominen. Der Vorstand des Bauarbcitcrverbandes hat dem Reichsund dem Reichsamte des Innern eine Eingabe unter- tet, die mit guten Gründen die Bereitstellung von Reichs- Ikl» zur Unterstützung der Gemeinden befürwortet, die iMach sind, uni ans eigenen Mitteln Erwerbslosciiuntkr- zu gewähren. Nachdem über den Umfang der Ar- berichtet ist. heißt es in der Eingabe: J&& ift leider nicht daraus zu hosscn. sah sich die Arbaits- fcfcit in den nächsten Monaten verringern wird. Nicht allein k VittermigSvcrhältnisse werben ein starkes Anfchwevc» der ttestbiosigkeit mit sich bringen, auch die Fertigstellung von Ban- U die Reichs-, Staats» und Gcmettudebe Hörde» zur Verringerung r Arbeitslosigkeit in Augriss nehmen liehen, ivird viele Hände m Feien, zwingen. Dars matt auch ivos,l hofsen, daß di« 2K- rien weitere Bauaufträge vergehen ivcrdcu. so muß man aber 4 damit rechnen, daß viele öffentlich« Haushalte durch die viel- 'tolHflcn Pslichten, die ihnen der Krieg auserlcgt, zu sehr er- ,öoft sein werden, um nach wesentliches für di« Arlxits- schosßinq tun zu können Uni von der primrten Atantätigkeit ist s 8rü„bc„, die für jeden Kenner des Wirtickzastsirbciis osten *** liegen, auch für die »!»>j et Atttsen auf — Taschen ;u ! Eine Unmenge „Literatur", die sich mit dem jetzigen Weltkrieg i>. bat in der letzten Zeit den Weg aus der Presse gefunden. Naffenortikel komme» besonders die sogenannten .»riegs- >ken" j» Betracht. Ei» Heer von Agenten hetzt trcvpaus. °b, um mit dem ganze» Aufgebot seiner llcberredungskuns» bare an den Mann, oder besser gesagt, an die irrau zu len. Tenn in erster Linie ssnd es die Frauen, die bearbeitet kn und die gewöhnlich auch hiueinsallen. Wir sage» bincin- >. weil nicht immer das Gute gewählt wird. Da ist vor maßgebend ein recht grellfarbiges Titelbild, dann kommen Höiien Bilder im Heft selbst. Die meisten Besteller bedenken baß der größte Teil der Abbildungen Phantastegebildc vkineS Menschen ssnd, der vom Schiachtscldc Io wenig geselle» wie der Leser selbst. Bei dem geringsten Nachdenken müßte sei Beschränkteste das Unwahre dieser Malereien einsebcn. weil««- ausschlaggebendes Moment ist die Größe und Ticke -'estes: die Qualität ist Nebensache. Wenn man im gkwöhn- »ebcii z. B. zwei Zacke voll Kartofseln nebenclilalider stellen e. eine» großen Tack voll fauler, einen kleinen Zack voll -are, welchen wurde man wählen? Fcdc Hausfrau würde ur dumm erklären, der ihr zumuten würde, den großen Zack lanlen Kaitosselii nach Hause zu schleppen, selbst wenn sic schenkt bekäme. Tas sieht gewiß jeder ein. Genau so ist es '"geistigen Kost. Da darf nicht die Dicke des Buches maß- em. sondern nur der Inhalt. Deshalb reiflich prüfen, ehe "ltellt. Gewöhnlich muß ein Bestellschein auSgesüllt iverdeu. tnJ abnal ' me sämtlicher Hefte verpflichtet. Diese Vcr- ö wird dann auch streng durchgcsührt. Tic Arbeiter ’ l 'br Geld besser brauchen, als es für Zchnnd zum ' Fetzt heißt «S mehr denn je: A u g c »ui ,u! Der Arbeiter muß sich zu gut dünken ^"einlantkn aus die Dummheit als Ausbeutuuqsobjekr zu ließen, ZLittwoch den 9. Dkjcmöer 1914. ■2 ^'"Hesiötung batte fick, gestern die 23 Jahre ölte »athar.ne G o tz a»S Frruerbock» v. d. Höbe vor ddin f ö" verantworten. Tie Anklage vertrat verichtsastesto^ K n a u „. Verteidiger war Rechrs.rnwal: schenk v. schw e i n s b e r g. Dieser Fall lag bereits «.ein vorigen Schwurgericht z„r Aburteilung vor. wurde aocr zurnckgestcUt. weil der dch'!»eS am Haus Bleichstreche 10. 5. Gesuch des k. Zimmermann um Gcvcsimiguitg zur Anbrrng'nig eines FirnienschlldeS am Hause Ntutnltäu« 15. 0. Errichtung eines G-artenhäuSchluiS auf Fiur 28 Nr. 101 durch Karl Anrevd. 7. Geütch des Hcisstättimverei.us um pachtweise Nederlassu-nq städtischen Geländes. 8. Bereitstellung eines Kredits für die Herstellung von HauSanschlüsscn durch das NektrezitätSwerk. 0. F-ghrpIan der Ttraßenbehn. 10. Fahrpreis der Straßenbahn wahrend deS Krieges. 11. Gesuch um Gaszusührung in ein städtisches Gebaudc. 12. Geinch des Berc-nS sür LällgOngs'ursvr« um Gewährung cmeS ueiteren Zuschusses. 13. Rcchiiimg 181304 der Löbrrschen Ltittung. 14. Voranschlag 1914 15 der Löben'chr» Ztistuug. — Das Gold nach der Neichsbank bringen! Vom Sreisemrt u-ird «schrieben: ES erscheint dringend wünschenswert, daß der Gvldbcstgnd der Reichsbaick stand g vermehrt wird Noch dem Neichs4«a,ikgciktz ist dx Re.chsba.ck/rmachligtz '«: drenachen> Berrcg ihres Geiddestandes Bantn.'icn. -Ho für 20 Mark ur Sold Gt Mark in Rrichsbauknolen, di« bedruntllch g-ictzsiche Zahlungsmittel stich, audzugeden Es sted: aber >th, daß rratz oxtsachei «utk.arung u> der Presse »ad trotz deS wörtniien AogellS an doö nat»naü Pslxht- bewußneiu iumner nxb :t>r» drr Bevölterrw« rbssck«i,ch mit dem Goch zurückhol!«,,. starr r° an die Reichs-bank u«r he fMdO ,ichrn Kassen ab, »sichren Au-' diel« Wen« wird em otellrich.- nach Millionen Mlender Betrag der Nutzhormochlsu, sslr du. siiumgess« RusNiug. der es u» wesentlich:,, Maße zu verdanke» ist. wenu ««uistttauö seither von, wirnchaktliche,, Rückgang „i«d der dauiit verbundeueir Arbeitslosigkeit bewahr« blieb, eutiogen. Taut der Bemühungen prir-airr StAre iii cs e,,»gcu Biiiidesstaaie» ,x- lungen. da» rort>andei,e v-otdgrlü durch eino Vertrauen:«ierso» ein- zusaniiucln und au die Neichsdau-k behusS »mwe.tjelmig j„ Baut- iiviru ab'usühren. F„ «ieizcirien lleinrreir Hnjchgsieu sind >iuj diese Weis« Brl.agc vou 3>u>» 4ot‘.i Mark eiugesam.nelt und ge«» Bunl- ii«>leu iru,gri>rusch, woide» Es war: in hrdini Grad: «rwuuicht. wenn dxirs aiierlsuucusivene lireißchrrii auch .,» Großheriogiun, >m >«>«irrltgeheudei esivgige» demnächst zu «erarisboltendeu Hauesaminluiige» di: noch «„rucköchal- teee» GoldmPug:» gcg.i, Papurgeld unigrwuscht würden. tTie M'.isle» unserer Leser dürsten jedeusatls nicht allzuviel Gold mehr i» itztku Käste» haben, doß si« da.nt» hie Rcich>4>>r»k l>eglllck«u köiuite» > Tie Krisis in der Londwirtschastlichen Geiioffenschostsbonk. ?l,n Zginstag »achniittag sand eine Glänbigerversauimlung der Land- ivliischastlichcn Seiiossenlchastshank stau. De» Släubigergenosse»- schaste» sollte Berich» über die scllherige Tätigkeit der Verwaltung und die jetzige Lage der Bank erstatici werde»: außerdem sollte Klarheit darüber gcschgssc» werde», ob Geneigtheit besteht, dgs am 31. Dezember ablouscndc Morotorimn bis 1810 zu verlängern: endlich sollte die Gcnehmigiing zur Ausschbltniig von 15 Prozent aus die Glänbigersorderuiigcu erteilt werden. Herr O s c » l u ch - Finthen. Vorsitzender de» Vorstandes und Aiifsichtsrats, bedauerte, dasi noch immer 17 Genosscnschastk» sich weigern, de» Verzicht aus 50 Prozent zu erkläre». E» sollte noch einmal an diele appelliert werde», ihre ablehnende Haltung auszugeben. Er müsse erklären, daß weder Vorstand noch Ansstchtsrot daran denke», die Forderungen dieser 17 «8c»ossc»Ichaiicn aufziikousc». Der Verwaltung war e» nicht möglich, wie sie beabsichligt hatte, de» Gcnvssenschasten durch ein Nundichreibcn einen Ucberblick über de» Stand der L. El. B. zu geben, da die Verhandlungen zur llebcriiahnie der Rcichsgcnosscnichaitshank erst vor kurzem zui» Abschluß gelangt sind Die Verliandluiigen stockte» elue zcillang, sodast die Kontur»- anmelduug nahcgcrückt schic» Erst dem Emgreisr» des Fi»»»z rat» Dr. Michel und des Vcrbandsanivalts Geinies gelang es, die Verhandlungen wieder im Gang zu bringe». Durch die »kber- »ahmc der SR. G. V kam die ltzewerkschail Kurküln und die Ziegelei ZanncrtS unter die Aussicht der L. G. B. Bet der Ziegelei Zaniicrls wird durch Vereinsachuug der Verwaltung eine Verzinsung von über 500 («10 s.llark crwarlct. Die Licgciischasisgcicllichasl ist in Konkurs geraten, aber wegen Mangel an Masse abgewlcscn worden. Tic dlcrggcrrchiiamc »o» Kurköln ließe» sich durch 'Verkauf von Zlahlbcrg für 20 000 Mark zu einen, Ileiuen Teil verwerte». Bezüglich der Rcgreßklagc gegen de» frühere» Borstand und ?lus. sichlsrat wurde nicht »»verjucht gelassen. Der Versuch einer gütlichen Einigung mißglückte. - Fiuonzrat Dr. Michel basst, daß die Psandbricfspcrrc der Laiidwirtfchastlichc» Hypothekenbank wieder aufgehoben wird. lieber die Vcrwaltuugs- und Verivcrluiigsgcscll- schast in Frankfurt sei vom stmisgcricht sur die Dauer des Krieges die Gcichäsisaussicht verhängt worden Da» Schicksal der B. B. G. ist all» vou dem der L. G. B nbgclöst. — Dircklor Moll gab eine eingehende Darlegung über die Lage der Bank. Die Notwendigkeit eines ivcitcrc» Moratoriums von zwcl Fohren habe sich cr- aebcn, da die Aktiven, besonders auch wegen des Krieges, nicht eher slilfstg zu machen feien. Elue Bilauzausslclluiig silr 1»I3 tonnte bis jetzt noch nicht vorgenommc» werden, da 17 Olcnvssciischastcu die Erklär,mg aus Verzicht von 50 Prozent noch nicht abgegeben haben. Am 31. März ISIS betrugen die Zchulden 14180 nsn,«l!» Mark: davon entfallen aus die Gcnosscnfchastc», die die Erklärung abgegeben haben, >3 523 800,73 Mark, während die 17 Olciiossen- schastc», die »och keine Verzichterklärung abgabcn, 015 428,98 Mark zu sorder» haben Die 15 Prozent, die zur Verteiluiig gelangen solle», werde» nach der Gesamlsordernng vom 31. Ältärz 1813 berechnet. — Ncttig-Flonbclin beantragte, de» Genosscnfchosten den Vortrag über die Lage der Bank ln Druck zugehcn zu lassen, da sonst keine Uebcrsicht inüglich ist. — Der Vorsitzende Cfenfod)• Finthen teilte mit, daß bereit» 123 Genossenschaften mit 5 284 000 Mark da» weitere Moratoriuni von zwei Fahre» genehmigt haben. — Fakobi-Königstädlen verlangte, daß die 17 Kassen genannt wiii- den, die die Erklärung nicht unterzeichnet hätten. Finauzrat Dr. Ab'ichel hält es für ratsam, wenn die 17 Gcnvssenschasten, falls fl: vertreten leie», ihre Meinungen äuferten. weshalb sie de» Verzicht auf 50 Prozent nicht zustiniinten. Der Vorsitzende stellte seit, daß von de» 17 Gcnosscnfchaitkn fünf vertrete» feiet. Direktor Mager gabt sodann die Summe a». mit denen einzelne der 17 Ge- nossenschasicn Gläubiger sind. Die Spar- und Darlehenskasse Babenhanic» hat eine Forderung von 43t««i Mark: sic weigert sicki, auf die 50 Prozent zu verzichte» iveoc» eines Streite» über einen Wechsel. Weiter gehören zu de» 17 Genosse,lichaste» die zu Brc»«- bach, Eber-Node», Rimhorn. Dorheim, Erseldcn. Heulcnftamm ll hat 48 000 Mark sorder»: ei» Grund für die Verweigerung de» Verzichte ist »ich, bekannt. Die Spar- und Lcihkassc Lflenbach verlangt 50 Prozent in Bar von ihrer Forderung i» Höbe von 18,««, Mark. Die Spar- und Lcihkassc Wonobcim hat eine Forderung von 218«««l Mark, der Landwirtschaiilichc Konsumverein Lsfcnbach 280 Mark! Tie Spar- und Darlehenskasse Biirg-Ge- müiide» 1581 Mark, von Dcckcnbach 15l««> «llark, von Homberg 84 000 Mark. Cbtr-Cilcibcn 20 000 Mark, die Spar, und Lelhkasse Grüniiigcn 38l««l Mk., Spar- und Tarlchenskosse Lucckbor» 13(««> Atzark und der Spar- und Kreditverein Steinbach bei Gießen üfMW Mark. — Arnold-Griiningen erklärte das ablehnende Verhalten feiner Kasse: seinen Acußcrungc» traten verschiedene üledner e»I- gegcn. Ein Vertreter wünschte wiederholt Ausschluß darüber, wie hoch sich die Vcrwaltungskosten stelle». Eine Antwort konnte voui Vorstand darüber nicht mltgteilt werden, doch soll in der Generalversammlung eine Ausstellung über die Vcrwaltungskoften gegeben werden. — Bei der Beschlußfassung stimmen nur fünf Vertreter gegen eine slusrechterbaltung des Verzichts fllr den Fall, daß die 17 Genossenschaften ihre ablehnende Haltung bewahren. Das Moratorium und die AuSsckillltuiig von 15 Prozent ivurden einstimmig genehmigt. — Direktor Mager ging bann noch mit kurze» Worten auf die Frage ein. ob die Liquidation oder die Gcschäst»- oufstcht empfehlenswerter fei. Von der Zentralkassc könne er als erfrculach bezeichnen, daß das Wechfclobligo bei der Prcüßenkass- von 4Vi Millionen auf 800 000 Mark ziiriickgcgangen fei. An Kriegsanleihe konnten 450 000 Mark gezeichnet werden. Von einem Vertreter wurde beantrag», de» Finanzrat Dr. Michel I» die Verwaltung zu wählen und diesen Antrag ans die nächste Tarc- ord- nung zu setzen. Dieser dankte sür de» ihn überraschenden Antraa. Er vermisse »och AnfklSrunric» darüber, wie man sich hinsichtlich der Burai'chastcn «sichert habe Seiner Ansicht nach hätte man sich erst mit den Gläubigern ins Benehmen setzen müssen, ob sie mit einer Veränderung der Bürgschaft einverstanden seien, che man sich stark macke, 15 Prozent zu verteilen. Herr Direktor Mager gab zu, daß dreS formell zutreiie. Mit Dankesworten an die Erschienenen schloß der Vorsitzende Lscnloch-Finthen dann die Versammlung. Hessischer Fürsorgeverein sür Krüppel. 2lm 3. Dezember hieli der Verein i,i Darmsladt im Sitzungssaal drr LandesoersickrerungS- anstalt fein« Nitaitedervenammlu.ig ab. Drr Vorsitzende, Geheimer Reg crungsrat Dr. Dies, erstattete den Gcsckiäsi-bericht sii, das Fahr 1813, demzufolge über 5200 Mk. für Unterstütz.u-geii sür besscruugssähig« Krüppci au'rewcudet worden sind Dem Schatz- r ' äer wurde für 1912 und 1913 lintlaffuiif, erteilt, und he b a.t- tiagte Tavuegsändorung «nrd: -vuehmi, t, damit der «tidgiingt Eitrtrag des Benerns -xis Be cnrrcg :rr ersoigen !amt. Zur Smeassürsorge de-- Beneiiis. dem Haupipm»?, der Daaesardnuna. teilte der Vorsitzende mit. daß Ser Berem aus Veranlasfimg drr Deutschen rbeverm»«,« ^rr Krülwettürsomae am 27. ?!ovemb«L H'Cftv- eine Bersommlunig ouibcvuicn l>a»c, b-ei öer der Tchriftfitfirer txr SSewimpflunfl, Prosesior DiesalSki-Bcriln. über imc Sraflc „Wie Helsen wir »»seren Kriegskrüppeln" gespivchcn habe Unser gesamtes Volk hat das größt« Jndercsie daran, daß für örc im ftvitflc Versttimuieiteu, nur »ach teilweise Erwerbsfähigen sofort »nd wirtlich in ausreichendem ?Naß« gesorgt, somit die Kriegs Veteranen davor geschützt werde», Almosenempfänger M werde». Hierzu ist cs in erster Linie zu erstrebe», daß die Ver- »'undeten der spezialärztliche» Behandlung zugeftihrt werden. Bei der großen Meng« von deutsche» Heilanstalten für die einzelnen ärztlichen Sondersächcr wären die Verwundeten, sobald ihr Zustand das gestattet, je nach ihrem Leiden auf di« einzelnen Anstalten zu verteilen, denn es gibt ja wohl kaum iogcud ein« staatlich oder private Heilanstalt, di« nicht als Lazarett zur Beringung stände. So würde den einzelnen Verwundeten am besten die Möglichkeit gewährt iverden, daß ihr Leiden unter völliger Ausuuhuug des fachärztlch» Wissens belMidelt wird, Jedenfalls ist ainzu- strebeu. daß ntch z. B. ein« Nerventlinik init schweren Verwundungen belegt ist, während ein geschulter Chirurg vielleicht überwiegend Rheumatismus- und Herzkrankheiten zu behaudeln hat. Dieser Austausch geschieht am besten durch kollegiale Vermittlung innerhalb einer Stadt oder eines Kreises, Für di« orthopädisch Nachbehandlung kvnimeu je nach der Art der Crkrantiing und den, Charakter d«r Heilanstalt di« chirurgisch» Kliniken der Nniperst- täten und Krankenhäuser, die chirurgischen und orihopädischn Privaikliiisken und Abteilungen d«r Krüppclheime in Frag«, Ti« deutschen Krüppelheime haben sür diesen Zweck ans den Wunsch der Kaiserin über 2700 Betten zur Verfügung gest«lit, womit fi< natürlich nur eilten kleinen Teil der hierher gehörigen Verwundeten bewältigen tonnen, Cbenso lgiben die orthopädischen Privai- sustitutc »anicntlich sür anidulaiitc Behandlung sich bereit erklärt. Cs ist anzunehmen, daß di« Militärverwaltung um der Verwundeten selber willen diese nicht eher wieder entlassen wird, als bis die hochstinögli« Heilung erreicht ist Jedenfalls würde di« Entlassung in die eigen« oder ein« sreindc Familie nur daun angezcigt sein, wenn Gewähr dafür vorhanden ist, daß das schon Gewonnene »ich wieder vermindert wird. Bleibt ein Erivcrbsbeschräntung zurück, so ist anzustreben, daß der Mann in seinem ursprünglichen Bernse und in seiner Heimat verbleibt. Wenn der Will« dazu vorhanden ist, kann ein Verstümmelter noch Verrichtungen ansführen, die der Laie von vornherein für gänzlich ausgeschloffen hatten würde, DaS schlagendste Beispiel wird immer Hoestmans Mann ohne Hände und Füße bleiben, der trotzdem sich a»ziehen, esse», schreiben und sich selbsttätig sortbewegen kann und Meister einer Drcchslerlehranstalt ist. In den ilwn unterstellten Lazaretten benutzt Professor BiesalkSki jeden ärztlichen Rundgan«. um schon setzt die Gedanken der Verwundeten darauf zu lenken, daß sie in ihrem alten Berufe wieder tätig sein können und müssen. Ein Lehrer, dem der rechte Arni abgenomnicn iverden mußte und der zuerst aufs tiesste nicdcrgeschtagen war, lernt jetzt mit der lenken Hand schreiben »nd mit jedem Tag. ivo er Fortschritte sicht, ivächst sein Glaube daran, daß er wieder Lehrer sein kann, Eiueu Gärtner mit Abtragung des Unterschenkels hat er davon überzeugt, daß er wieder ivird gärtnern können: einen Landmann mit Verlust einer Hand, daß er wieder wird mähe» und harke» können. Ein Maurer, dem dem rechte Uitterarm in der Mitte abgenoiumen wurde, lenite allmählich begreifen, daß er trotz dieses Verlustes wieder wird mancrit können. Seine Befürchtung, «r würde kein« Arbeit finden, ivnrdc ihm mit der seierlichen Versicherung genommen, daß es gelingen ivird, die deutt'che Arbeitgeberschaft dazu zu bringen, auch criverbs- beschränkte Arbeiter iviedcr zu beschäftigen. Verschiedene andere Arbeiter mit drohender Versteifung von Gelenken und Zerreißungen von Sehnen und Nerven wurde» tlwer Verzweiflung über die Zukunft ihrer Familie dadurch entrissen, daß ihnen Nachoperation«» in Aussicht gestellt ivnrden, und allen zusammen firlrrt Prosesior Biesalski die geheilten und in seinen Werkstätten beschäftigten Kinder vor, um ihnen zu zeigen, was man alles durch methodisches Behandeln erlernen und erreichen kaiin. Dann lenchteu di« Gesichter und die niedergeschlagenen Nie»scheu wachsen förmlich empor. Diese Belehrung muß möglichst frühzeitig einsetzcn, «he bei den Leuten der Gedanke sieh festgesetzt hat, daß sie Bettler seien »nd von Almosen iverden leben müsien. Neben den, renicn Handarbeiter wird aber mich noch ein« nicht geringe Zahl von Bersttimmelungen solche Krieger treffen, die ihr Brot mit dem Kopse verdienen: und diese iverden manchmal ganz besonders schwer durch die Erwcrbs- bcschränklma betroffen sein. Hier aber wird es auch fast noch mehr als bei jene» möglich sein, neu« Arbeit zu beschaffen: bei den Offi- zicreu durch Unterbringung in Verwaltungsdetrieben des Heeres, für viele andere Kopfarbeiter in verwandten Bernsen. Und für sie ergebt nicht minder als für di« anderen der Ruf, insSefondcre an die Behörden, ihnen geeignete Stellen zu öffnen, auch ivo sic im Anfang nicht dasselbe leisten können, wie der Borgäiiger, Es kann keinem Zweifel unterliegen, baß bei der Einmütigkeit und Spfer- williqkcit des dentschen Volkes nach dem Kriege jeder Arbeitgeber die verletzten Krieger wieder einstellen und nachsichtig so lange be- schäftigen wird, bis die Leitte wieder mft geniigeiid Schnelligkeit und Geschicklichkeit arbeiten gelernt haben, In der Hciniat müsien die Linie verbleibe», iveil diese ihnen allein den notige,, ideellen Rückball gibt, um auS der seelischen Not he rauszukommen und weil auch dort d!« materiellen HilfsgueUen reichlicher fließen iverden als in der Fremde, Es ist auch nicht wünscheusivert, daß die Verstümmelten sich a» eiuem Platze zusanimeiidrängen Wenn überall das Verständnis für die hier umschriebenen Ausgaben geweckt sein wird, muß es möglich sein, daß die zahlreichen Schwerverletzten in der Masi« des arbeitende» Volkes wieder anfgehen, ohne daß sic oder ihre Uni- gebung sich recht bewußt iverden, wieviel erwerbende Kraft brach gelegt wurden ist. So allein wird die Liebe und Dankbarkeit der Volksgenossen dem Kriegskrüppel wieder das Bewußtsein bei- bringen können, daß er bis aus di« ihm verbliebene Bewegnnas- bcschränkung, di« er praktisch allmählich zu überwinden gelernt hat, derselbe geblichen ist. der er war. Skrupelloser Kricgsspckulant, Wiederholt habe» wir daraus hingcwicsen, daß der starke Bedarf a» Liebesgaben aller Art prositliisterne» Spekiilanlen die Roglichkeii gibt, als „Liebesgaben" dem Publiku», minderwertigen Schund sür teures Geld anzu- hängen. Wie skrupellos einzelne in der Herstellung von „Liebesgaben" sind, wird in der Bonner Deutschen Reichs-Zeitung ivie folgt erzählt: Vor einigen Tagen mußte ein Militär-Transportzug an der Hcrwarthstraßc vor den, Bahnhof halten. Ich sah, wie ein Soldat aus einem Wagen stieg und etwa zwanzig Zigarren mit beiden Hände» zerdrückte. Mit den Worten: „Ta so'» Zeug tönne» wir nicht brauchen," gab er die zerdrückten Zigarren einem jungen Manne, Die Umstehendcii ließen sich die Zigarren zeigen, und wa? sah man? Unglaublich! Nicht ein halbes Gramm Tabak war an diese» sonderbaren Rauchstciigcln, Sic bestanden von innen und außen aus braunem, dem Tabak ähnlich gemachten Papier, Und dieses Zeug sollten unsere Krieger rauchen. Ich weiß nicht, wo man ihnen die papicrnen Zigarre» gegeben hat, hier in Bonn — was ich aber nicht glauben kann — oder auf einer anderen Station, Jedenfalls verdient eine solche „Liebestätigkeit" niedriger gehängt zu werde», Fcldpaketc an das österreichisch-ungarische Heer, Bis einschließlich 15. Dezember können bei den deutschen Postanstalt«,, gewöhnliche Pakete bis zu 5 Kg, an Angehörige und zugeteilte Personen der österreickmch-uiigarischen Feldarmee gegen die einheitliche Gebühr von 80 Psg, cingeliesert werden. Tic in Dcutscksllaiid erlassenen Ausfuhrverbote iverden auf diese Pakete nicht angewandt, auch ist der Inhalt der Pakete in Oesterreich-Ungarn zollfrei, Tie näheren Verseudungsbedingungeil usw, für die Pakete iverden bei allen Postanstalten durch Aushang bekauntgogvben.' Zum Präsidenten der Erstcu Kammer der hessische» Landftändc ist sür die bevorstehende Tagung an Stelle des verstorbenen Grasen v, Schlitz genannt von Görtz der Fürst zu Solms-Hohcn- solins-Lich ernannt wurden. Der neue Kammerpräsident ist der älteste Bruder der Grvßhcrzogin und hat bereits seit einer Reihe von Jahren als Bizcvräsidcnt der Kämmer sich betätigt, auch während der langen Krankheit des verstorbene» Präsidenten bereits die Geschäfte geführt. Er befindet sich z, Z, als Major im Kriegsdienst. Haltbarmachcn von Briese» aus de», Felde, Um die Briefe unserer Angehörigen aus de», Felde für lange Jahre haltbar zu mache», bringt ein Leser des Münst, Anz, folgendes Verfahren in Vorschlag: Man überstrcichc das Schriftstück mit einer Mischung aus zwei Teilen Collodium und einem Teil Aethcr, lasse cs trocknen und überziehe es weiter mit einer seinen Schicht Schildcrlack, Beide Flüssigkeiten werde» mit einem Pinselchcn anfgctraqcn. Dieses Verfahren hat vor dem Vorschläge, die Schristzügc mühsam mft Tinte nachzuzichcn, den Vorteil, daß die Originalschriftzügc erhalten bleiben. Ferner ist es leicht auszusührcu und erfordert nur einige Minute». Die Masie ist aber feuergefährlich. Das Verfahren darf deshalb nicht bei offenem Licht vorgcnomincn werden. Die Pakctdepots als ständige Einrichtung Der Versuch, Pakete sür die im Felde stchcnde» Truppen durch Vermittlung sogenannter Paketdepots zu versende», ist jetzt abgeschlvsicn worden und kann, wie der Kriegsministcr den Eisenbahnbchörden mitteilt, als wohlaclunac» angcsehc» werde», Jnsolgedessen solle» die Pakct- dcpots während des Krieges als ständige Einrichtung bcibebalten werden. Insgesamt nabnic» die 20 Pakctdepots während der Probezeit über 3 250 000 Pakete an. Aus den Berichten der Paket- depvts geht hervor, daß der günstige Erfolg des »nternommcncn Versuches mit den Depots nur durch die Unterstützung der Eiscn- bahnverwaltung möglich war. Die deutsche Bleiarbciicrlchußverordiinna, das heißt, die Verordnung bctr, das befristete Verbot der Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Anlagen zur Hcrstclluiiq von Bleifarben und Biciproduktcn ist jetzt bis zun, 1, Januar 1017 verlängert worden. — Stadtthcatcr, Aus Abvmi enken kreisen ist der Wunsch laut geworden, wieder «inairai eines der volkstümlichen Stück« Adolf L'Arronges in den Spielplan aufznnielhmen, Es ist deshalb für die Adonuementsponstellung am Freitag das bekannte liift!p>i«I«sitzcnde Klaffe in Wetzlar dürfte für dies« nützliche Einrichtung wohl auch nial in den Beutel greifen, — Die Abgabe von Speisen in der städtischen Volksküche erfolgt in der Zeit von 11% Uhr vormittags bis 12% Uhr mittags, y. Handwcrkerfürsorge, Die Handiverkskaminer in Eoblenz hat an di« Schreiner in Betzdorf 100 Soldatenfpmde in Auftrag gegeben, Das ist sicher ein besieres Bersahrcn, wie i» Wetzlar, ivo ein großer Test der umifangreichoii Gefangen en bau den einer Holzhandlung mild einem Dachdeckernieister übertragen wurden, statt direkt an Fachleute. n. Im Gefangenenlager in Wetzlar machte am Samstag abend cfti Belgier einen Fluchtversuch, er ivurde aber »och rechtzeitig erwischt, als er den Bretterzaun übersteigen wollte, — Am Samstag kamen wieder etwa 100 Gefangen«, meistens Zivilisten, hier an, m. Krofdorf, Der hiesige Bürgermeister gibt amtlich bekannt, daß die Bäcker und Händler von Backwaren in den Bürgermerste- reien Atzbag, mit» Launsbach einen von «nsteii sichdbaves s im Verkaufslokal anzubriiigen haben, ivovaive Preis« uvt> gf, I lder verschiedenen Backwaren erkeimrtlich sind. Dieser Aniäri,., I allmonatlich der BÄstirdc zur Abstempelunig vorzulegen, mb] [ iit zwei Exemplaren, twd l>at Geltung sür di« Dauer eines P^>, Parteinachrichten. Tic Kriegskrcditc »nd die Sozialdemokratie, Eine Parteivcrsämmlung in Brau »schweig nah» einem Referat des Rcichstagsabgcordnctcn Gen. Wilhelm f säst einstimmig eine Rcsvlutiv» an, in der die Stellnngnah», Rcichstagsfraktivn zu den Kricgskrcditcn gebilligt wird. Ter „schwarze Peter". In der nationallibcralcn und in der Zentrums^ Hessens wird trotz dein Blirgfrieden das lustige Spiel, Sozialdemokratie wegen des Scheiterns der kawpfl Landtagswal,lc» den schlvarzcn Peter zuzlischicbcn, mu fortgesetzt. Durch den ganzen Blätterwald klingt das L Tie Sozialdemokraten sind schuld! Sie haben „es nickit st gebracht, lediglich um eines neuen Mandates willen, die jeitigen Interessen der Partei hinter die großen Gesi punkte der lÄegcnwart zurückznstellen". Wenn man aber den Mut besäße, zu erklären, daß ja bei den Bü: lichcn nur scbr wenig Neigung vorhanden war, kamp Wahlen ans Grund der Wahrung des Besitzstandes dur> führen, und daß vor allem in der Lsfenbachcr Zeitung Plan schon vor den Vcrtreterkonfercnzcn entschieden bekä worden ist, weil die Llffcnbachcr Nationallibcralen eben — Sonderwünsche haben. Ter Unterschied ist nur der, die „Verwirklichung" der bürgerlichen Sonderwünsche eine Verschiebung des bisherigen Besitzstandes hinai laufen wäre, während bei dem sozialdemokratischen Vorscl mit Hilfe des Nauheimcr Mandats — über dessen ai wcitige Vergebung sich ursprünglich doch alle Parteien > waren — eine Ungerechtigkeit, die durch Wahrung des sitzstandes in Mainz »nd Nichtübcrlassnng des Nanbe Mandats an die in erster Linie berechtigten Sozialdemoki unzwcifelhast sich ergeben mußte, vermieden worden > Und den Eindruck besonderer Ehrlichkeit macht es mm nicht gerade, wenn man jetzt, nachdem man glaubt, der zialdcinokratic den schwarzen Peter mit Erfolg zugeichobc haben, erleichtert aufatmet und sagt: freilich, die kamps Wahlen wären auch nicht nach unserem Geschmack gen |!’ C * kt Sus lie tftiuf :img rfteii 4 der W S® itnilii «m Wies Tee id)tcn Und ebenso macht es nicht den Eindruck besonderer Ehrlii^ in der Oesscntlichkeit die Sozialdemokraten als die Friei brcchcr anznschwärzen, während in geschlossenem Zirkel Konferenzen die bürgerlichen Partcisührcr ausdrücklich sichert hatten, man könne der Sozialdemokratie nicht de, ringsten Vorwurf machen. Mm Vereinsralender. Mittwoch, 0, Dezc»i her, Wetzlar, Ge werkscha ftskartel I. Abends %0 fihnnä bei Schreier, > " Verantwortlicher Redakteur: F, Vetters, Gießen. Vcrlaa von Krumm & Cie,. Gießen. Druck: Verlag Oklenbachcr Abendblatt, G, m, b. H„ Ofsenbach Quittung l lMtn 'mit u iir siiri ittanb Me, 1 !Wi di Alb, furch >iw talei ! itlUtt; Ms (fe|i ijftnod Für die Weihnachtsfeier der Kinder oraanisicrtkk Krir, »ehmer und Arbeitsloser ainacn weiter ein: Von cincin Buch, 2 Mk,, von H. M, aus L, 3 Mk,, vom Verband der Handl achilsen 12 Mk,, von Ed, Krumm 50 Mk,, vom Sozialdemokrv Verein Gießen 30 Mk„ von E, St. erste Rate 2 Mk,, von 3 Mk,, Summa 102 Mk. Bereits quitiert sind 07 Mk,, ins, 109 Mk, Albi» UH Gcwcrkschastskartcll Gießen »nd llmgeaend. Die Ja' die ihre Kinder bei den in Frage kommenden Gcwcrkfchai ständen noch nicht angcmcldct haben, seien daraus ausmcrkso macht, daß Donnerstag den 10, Dezember der letzte Tag iit, a die Anmclduna erfolgen kann. Spätere Meldungen müsic berücksichtigt bleiben, Tic Gewerkschastsvorständc wollen Mcldclistcn bitte umgehend, spätestens bis 12, Dezcmbk' liescrn. Der Vorft> Bekanntmachung. Dir suchen zmn spsortigicn Autnitt für unifcoc» Bcineb jüngeren, mtlftürfreieil Burcau«ehi!sen, Derselbe muß Rechner, geivandder Stienograpb und Akaschsncnschreiider sem Angebot« mit Zcuigitisaibschriift-eit und Gchaltsansprüche' gehend «imzureiichsn an di« Direktion der Elckiriziiäisiverke »nd Straßenbahn, Lahnjiro Verstorbene, Tr, Gießen, 09 Jahre alt. Franiz Kübel, JinstttuitSporsteü Ach, st» S (ist! 3m J linnen, mjen, 'soviel iit» n », de: Üitiinii »an 1 « K Nt, jtiieg ftSi Das Weihnachtsbuch der Arbeiterfamilie! Von dem Grundsatz ausgehend, daß ein gutes, belehrendes Buch auch in diesem Jahre das beste Geschenk für jung und alt ist, hat unser Berliner Parteiverlag eine Weihnachtsprämie für alle Leser der Partei- presse geschaffen, die sicher sehr willkommene Aufnahme finden wird. ::: Das Werk führt den Titel: "ihrer Um 3 Jktini < imme Non (»du Kill der 56i "iiett ? Set, «tlai e«“" 1 ^>iinj ."'ämi Win j Der Deutsch-Französische Krieg 1870-7 (Sonderdruck aus: Die Welt in Waffen), hat einen Umfang von 320 Seiten großes Geschenkformat und ist mit 245 Bildern und Dokumenten ausgestattet. Enthält auch viele ganzseitige Illustrationen und wird in einem schmucken Einband geliefert. — Eine wahrheitsgetreue, von einem Sozialdemokraten gegebene Schilderung des Deutsch-Französischen Krieges muß zur Zeit des gewaltigen Weltkrieges besonderes Interesse erwecken. — Verfasser dieses Werkes ist Hugo Schulz, gegenwärtig Kriegsberichterstatter im österreichisch-ungarischen Hauptpressequartier Der Preis beträgt nur 3 Hark Wir bitten um recht rege Benutzung dieses Sonderangebotes. — Bestellungen nehmen alle Zeitungsträger sowie die Unterzeichnete Buchhandlung entgegen Buchhandlung der Oberhessischen Volkszeitung, Gießen, Bahnhofstr. 23 Telephon 2008