Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete. Di- Cbeelieifild,« ß>lf»ieltuBi erichkinl leben Werktag Abend tn «itl.e tv Der Abonnement»»!«,» beträgt wöchentlich 15 Pig, monatlich so Pta einlchl. Bnnueiiobn. Durch die Bost bepoaen vierteljäbrl.>-80Mk Sied-kli», und »rvedttiou Siesten, B-dnst-sstrastc 23, ttttr Telexdon 2008. 3nlemic losten di« 6 mal geipalt, Stoloneüieile ober deren Raum >5 Vst». Bei größeren Äusrrägen Ra. alt Anzeigen wolle man bl« abtnM7Vfae für die folgen»« Summ« m brr Expedition auigedr». Nr. 284 Gicßcn, Moiitlisi, neu 7. Dczcmlicr 1!» >4 9. Ialjrstling ftapi! - i)ie Mnuiiji k bullten Nerbilnileteu! Ter Marxismus und der Kriciz. Gcnosic Koiirad Harnisch schreibt unscrcm Hamburger Parieidlatt: ,1» gewisse» Parteikreise» gehl die Austastung um, die Haltung der lozialdcmokraistchcn Reichslagssraktio» zur Frage der Kriegs- kredite und die TicUuug. die fast die gesamte sozialdcmokraiijchc presse Teuijchlands zu den Probleme» des Welllricges cinnimml, widerspreche durchaus den alte» marxistischen 18 r u :■ i> ( ri 0 f n der Partei, bedeute eine Abkehr insbesondere von jener Taktik, die man gemeinhin die „radikale" Parieitaktik nannte. Tie Partei, so heißt cd, sei durch die Stürme des Weltkrieges ganz und gar in das Fahrwasser des Revisionismus hin- eiugcirieben worden. Sic habe den Boden des Klastenlampscs verlasen und habe die Ideen der Fitternalioiiale vcrraic». Tie Hau.lschuld an allem, was seit de» erste» Augnsttagkii bei uns geschebc» und nicht geschehe» ist, wird den parlamclilarijchen und jouriialistische» Führern der Partei, ihrer kharalierschwächc und mangelnden Einsicht aus» Konto gcsevl Statt den Massen den richtigen Weg zu weisen, hatten diese Führer sich selbst niilsort- reitzen lassen vom Sturm der culscsscllc» Bolkslcidenschastrn: sie hätten vergessen, das, „dieser Krieg »ich! unser Krieg" ist — kurz: ihre ganze Stellung zu de» Problemcu dcS Weltkrieges hätte seelisch und intellckluell ganz anders orientiert sein müsse», als cs in der Tat geschehen ist Run ist cs natürlich ein lehr mißliches Ting, über alle diese Dinge setzt unter dem Kriegszustand östentlich zu reden und eine gründliche Aussprache muh den» auch späteren Zeiten vorbe- >alie» bleibe». Fe dem Berlretcr der Traditionsausfastuug wäre 'S wirklich sehr viel lieber gewesen, nian hätte d5c ganze De» >at«c überhaupt bis »ach dem Kriege vertagt. Aber gerade iie Genosteu von der Opposition habe» eS anders gewollt. Sic habe» teils vcrstecki. teils osfen die Haltung der Partei ange- grissen. Deshalb miisteu nun wohl oder übel auch d i c reden, die — ost genug erst liach schweren inneren Kämpfen — schließlich '»zu gekommen sind, die heule von der Partei cingeschlagcnc Politik irckl> altloS zu billigen. Was aber hat cs mit den eben angedcuteien Vorwiirseu aus ich? WaS ist Wahres an der Behauptung, daß die Partei ihre ganze Bcrgangenheit, alle ihre Grundsätze Über Bord geworscn habe, als sie sich der Politik cutschloh, die sie seil dem 4. August nncgehallcn Hai? BorouSgcschilkt sei eine Bemerkung: Zn der g r u n d s L tz - icheu Beurteilung des Krieges sind wir Sozialisten uns bis um letzte» Mann natürlich auch heule »och einig. Einig sind ivir nit alle» sühlcudcn Menschen in dem Schauder vor den tauscnd- achcn Greuel» des Krieges, einig sind wir darin, das, wenn cs n der M a ch t des Proletariats gestände» hätte, bei: Krieg zu vcr- iindcrn, teiu Mittel hätte unversucht bleiben dürscn, dies Ziel u erreichen, Aber dies alles steht ja heute garnicht mehr z» Te- atte. Heute handelt es sich nicht darum, bcn Krieg ethisch zu oertcn, eS handelt sich nicht darum, einen möglichen Krieg zu erhindern. sondern einzig und allein darum, mit einer gegebenen, inserciu Willen und unserem Wunsche» entzogenen historischen -ttuatio» uns abzusinben, zu einem auSgebrochcnen Krieg om Standpunkt der proletarisch-sozialistischen Zntcrcsscn a»L -tellung zu nehmen. Was ist nun von diesem Standpunkt aus zu cm Krieg zu sagen? I Unzweifelhaft richtig ist zunächst, dah der Krieg vielen unter nS radikalen Sozialdemokraten mehr als nur eine grohe Ucbcr- aschunq gebracht ha«. Tic meisten von uns hatten die Widcr- andsfähigkeit, die d,e bürgerliche Gesellschaft im allgemcinen und as kapitälistischc Tcutschland» im besondere» den ungeheuren Er- chüttcrungcn eines Weltkrieges entgegenzusetze» haben wurde, >eit unterschätzt. Biele von uns glaubte», der ganze ökono- >!schc ?.>iechanismns der bürgerlichen Gesellschaft würde bei dein fehlen des Regulators der Börse, bei dem säst gänzliche» Stocken o» Einfuhr und Ausfuhr, bei der völligen Uiiterbinduiig des -erkchrSwesenS, bei der riesenhaften Einschränkuiig dcS Konsums lw. sofort in die größlc Unvidnung geraten, die Versorgung des -olkes mit LebciiSmittclii wurde unüberwindliche» Schwierigkeiten egegiicn. die Arbeitslosigkeit würde uiegelanntc Dimensionen nnehmcn. Eine ungeheure Zuspitzung der Klassengegensätze >erdc die Folge sein, und so werde der Weltkrieg den Anfang vom nde der bürgerlichen Gesellschaft, die Götterdämmerung des tpitalistischen Staates bedeuten. Das ist die Auslastung, wie ne mehr als einer der ganz inks stehenden Marristeii i» unser» Reihen öfsenllich vertretet, at, und der Schreiber dieser Zeile» leugnet kc,»cn Augenbliik, aß auch er so ähnlich gedacht und geurteilt hat. Erfordert nun aber, »ach vier Monaten Weltkrieg, nicht die -flicht der Ehrlichkeit, ganz ojscn aus,»spreche», das, wir nS in allen diesen Annabmc» getäuscht haben? Hieße es ,cht. eine höchst verderbliche B o g e I st r a u st p o I i t i I trctbc». enn wir nicht eingcstcbkn wolltet,, dast wir uns über die Wider- andskrast der biirgcrlichc» Gesellschaft gegenüber den Sricac- stchütterungcii Illusionen hiugegcbc» haben, die durch die I rfahr,ingcn dieser letzten Monate aufs gründlichste Lügen ge rast worden stnd? To furchtbar die ökonomischen KricgSsolgen ich sind, so gewaltige Milliardenwcrtc auch verloren und vcr- ichtet wurde», so schwer Millionen von Bolksgcnosten wirtickast- ch unter den Wirkungen des Krieges leide», so groß ?lrbeits- mgkeit und Rot. und so unbedingt erforderlich weitere Hilfs- tionc» allergrößten MaßstabeS und sich bin der letzte, der eotze und trübe Tinge rosenrot färbe» möchte!): der ökonomische nb, wirtschaftliche Zusammenbruch, den mir erwarteten, ist a u c- ebIiebeu! lind mit ihm zugleich ist in alle» beteiligikr, »ndern auSacblicbcu die ungeheuere revolutionäre Zusoivung der lastengcgcnsähc. Hat nicht vielmehr in alle» kriegstihrendcn taaten lund in fast allen neutrale» Ländern obendrein!) das roletariai ganz anders aus den Krieg reagiert, als das etwa r Ecnoste Panuckock liä, erinnere an seine ?lrtikcl in der Reuen uud viele andere mit ihm angenommen Hanen? Wenn diese Tatsachen konstatieren, so find wir doch an ihnen nicht schuld, Oder ist etwa auch das Thermometer an dem heißen und kalten Wetter schuld, das es uns anzeigt? Es ist, soviel ich weiß, niemals marxistischer Grundsatz gewesen, nach Art gcwistcr unbelehrbarer Liberaler den Kops in den Sand zu stecken! „A u S s p r e ch e n das, was ist", und nach dieser Erkcniitiiis dann handeln: das Hai uns nicht nur Lastallc zun, obersten Leitstern prolktorilch-sozialistischci Politik gesetzt, das haben auch alle nnserc großen Borkämpfcr stets praktisch b c - tätigt, AIS Man und Engels nach 1850 erkannten, daß alle ihre Hofsuungeii. der Revolulio» von 1848 werde in sehr kurzer Zeit in Tcutschlaud cuie neue, siegreiche Revolution solgcn, fie betrogen hatieii, zogen sie konseguent die aus dieser Erkcnntiii» sich ergebenden praktischen Tchlnßsolgcrnngen. Als die Tinge um 1870 herum sich ganz anders gestalleten, als er eS erwartet hatte, änderte Wilhelm Liebknecht von Grund ans seine Stellung dem Reichstage gegenüber, (Man kan» darüber näheres in seinen spätere» Borwortcn zu der Schrift „lieber die politische Stellung der Sozialdemokratie" Nachlese»,) Ae n der» sich die prak tischen BoranSsevungen, so mutz sich auch die Politik ändern. TaS allein ist im Sinne des Marxismus gedacht. lSchluß folgt.) Tic Ncutc tum Tsingtau. Tokio, 0. Dez. lRichiouttl ch.) Das Rsuterjche Bureau berichtet : Tos Hauptquartier meldet, daß bei der Einnah in : von Tsingtau 2500 Weu>d) rc, 100 Maschinengewehre, 1200 Psd Stcrl-mg, 15 000 Tonnen Steinkohlen und 40 Antomobtle erbeutet nmrdcn. A I le S chi f s c seien v c rn i chtct. Tie Borräte hätten ausgereicht, um 5000 Alonni drei Monade lang zu ernähren. Japan, f)tlf — flfflcii gute Bezal,tu»lg! Paris, 4. Tez. (Etr. Frkft.) Wie Pichon so tritt jetzt guch Gustave Hcrvä für eine bewaffnete Intervention Japans auf dem europäischen Kriegsschauplatz rin. Er hält die Entsendung einer japanischen Armee für dringend geboten, da ein« genügende Anzahl englischer Truppen nicht vor dem Frübiahr erwartet werden könnte. Wo Lebens- Interessen auf dem Spiele stünden, habe man der Meinung der amerikanischen Freunde, die man durch eine derartige Maßnahme zu verletzen glaubt, keine so große Bedeutung s-eizumcsscn. Tie Intervention Japans, durch die die Erlösung Belgiens um mehrere Monate beschleunigt werden könnte, sei absolut notwendig, selbst wenn England und Frankreich sic mit hartem Geld« oder Kolonialentschädigungen bezahlen müßten. Wie bereits kürzlich gemeldet, sollen bekanntlich die Forderungen Japans für die Entsendung cine- Armee ganz bedeutend sein. Ein Gerücht, dem man allerdings nicht viel Glauben beimaß, sprach kürzlich von der Abtretung des französischen Jndochina. Lurch den Schrei nach Japan, den jetzt Hcrvä in seinem Blatte ausstößt, gewinnt dies Gerücht allerdings viel an Wahrscheinlichkeit, ttcbe» die der TentstNcn in Znpan macht ein dort ansässiger Fnqeiikenr der TieinenS-Schiickert.Werkc rech« bemerkenswerte Angaben Ten danich-en KriegSgesangenen geht es erträglich, i» den Kasernen sind eiserne Beitltellen mit Ltrotnacken; Fl euch mw wird geliefert, und die deutsche» Man-n- schastr» kochen selbst, ES ist den Angehörigen der deiin'chcn Kolon-' in Zapau gtsta-ttci worden, Bücher. Eßwaren, Getränke nsw, nach flur.nnc, dem Geiangenenlagcr. zu schicken. Mit Erlaubn-rs des Ministeriums- dürfen die Gefangenen auch besucht wenden, Tcr Jn- genrcur schreibt weiter: „Auch die Teutick-cn in Zopa» sind von Aiisavz an sehr gut be- liaiidrlt ivordeu: >m besonderen haben wir eine» iveitaehenden Schutz bekommen. Mir selbst widniet man ganz besondere «usmerk-, samkcit, da Tokio an und stir sich initürlich etwas g:jährlicher ist als andere Plätze, soferrn überhairpt von einer (lesabr die Rede sein kann, und man imuierhin sulche» mag. daß vielleicht irgend ein Fanatiker etwas mnernehme» konirte, Fch Hab« seit August snr nikin Haus riixn starken poIr^etl;«f)en Schutz »,'d werde selbst «ls Schritt uird Tritt, ganz besonders auch aus Reisen nach -Yokohama sowohl als auch naä> Osaka von Tetcltrven bewacht, Fch bin all- inählnh zu der Ueberzeugung qekomineii. daß es sich dabei taisächirch nur >.m einen Lchuu handcli! Einigen ondcvon Herren in yoko- barna ergeh, es ähnlich Fm Volke selbst schinr mir von einer ani-- dcurschn oder stark krieasiusngeil Stimmung kaum gesprochn ,ver- de» ,u köune»: deshalb har auch in Wirklichkeit eine Echfolm für uns nie bestanden, Fnfolge der stark cn-.stellten Zcitunasnachrichten ist aber cher von Zeit zu Zeit niuver mal w-.eter die Besüvchturg auf- gerauch. daß die Deutschen eventuell ousgewiescn werden konnten. Ach halte das bis aus weiteres für unwahrscheinlich " Tie TarvaiieUcn forzieren! Tic Tribuiia meldet, daß es die Absicht der Engländer sei, die Dardanellen zu sorzieren. Zu diesem Zwecke liegen 40 englisch« und französische Kriegs schisse vor der Tarda »ellen-Mündung zum Angriss bereit. Das kann blutige Äöpfc geben! von dem Kampf um d e Rechte der kleinen Nationen. Einem auf Umwegen cingctroffenen Bericht aus Finn- land entnehmen wir einige Einzelheiten, die als Beispiel für die „guten Absichten" der Zarenregierung wertvoll sind. Tie beiden Redakteure des sozialdemokratischen Parteiorgans in Tabastchn» wurden kürzlich zu 9000 Fr. Geldstrafe verurteilt. Gleich daraus fand mit Hilfe eines großen Gen- Sarn»erieaufgebotes eine Haussuchung bei ibnen statt, bei der einige Bücher beschlagnahnit und beide verhaftet wurden, Ma» hält sic heute nach im Untersuchungsgefängnis, weil sie „stantsgefährlich" sein sollen. Aus Aiiordniilig der oberste» Postbebörde sind alle Abonnenients aus ausländische Zeitungen »nd Zeitschriftcn anfgehobe». N!e»e Avonncinents dürfen nicht aiigcnouiinen werden. Für Helsingssors, die sinnisckie Hauptstadt, wie in vielen anderen Bezirken wurde durch die Militärbehörden strikte verboten, cinhcimische Zeitungen ins Ausland z» senden.. .. Finnland ist völlig russische Provinz geworden. Tas wenige, was noch vor dem .Kriege an eigenen Freiheiten bestand, ist verschwunden. Tie oppositionelle Press< ist nnter- drülkt, ihre Redakteure und viele sinnische Politiker und Beamte sind cingckerkert. llud trotzdeui zwingt inan zahlreiche finnische Polksgenossrn, für den Zaren und seine rufsische Kultur sich zu opfern. Auch die früher verbürgte Militär- sreihcit hat ihnen nichts geholfen. Tie rumänirchen -lrbeiter und der Krieg. Schon seit langem wendcl sich die rumänilchc Parici gegen die Umtriebe russischer Agenten, die durch „siiianzielle »»terstütziina" der rninänischcn Presie die össentlichc Meinung zu guuste» Rußlands zu beeiiislusien suchc». Mau möchte die Regicruna »cr- anlasie», gegen Oesterreich vorzngehc», um die von Rninäiicn bewohnte» blcbietc in Siebenbürgen zuruckzuerober». Tic« hat die rnmänische lozialdcmokraiischc Partei neranlaßt, gegen die rnlsi- schen Umtriebe auch durch folgenden Ausrns zu prolcsticren, der am I4./27, Rovemder in dem Periciorga» Liicla erlasic» wurde: An alle Partei- »nd gewertschastliche» Organisatione». Mit ihrer Hartherzigkeit, die das surchtbarc Elend der dlrbcitcrmaffen immer »och vergrößern Hilst, setzen die »aiioiia- listischc» Demagoge», Bcrrälcr der Temolralie und a>» reaktionär erkannt, imnicr »och ihre srcvclhasle KricgSagitation fori. Ten Verkündern des Masiciimordcs Hai die Warnung nicht genügt. die ihnen die Arbeitcischast und die Biirgersämst von Bukarest und de» andere» Städte» am vergangene» Sonntage durch die Rasicnvcrsammluiigen und durch die Straßendemo»- strationen gegeben haben, lonötrn sie werde» »och weitere Ber- lammlungen organisieren, um die Regieruiig zu zwinge». Fhr Wille darf aber nicht i» Ersiillung gehen. Fhr habt die Pslicht, diese» Lenten zu zeige», daß sic kein Recht haben, weder im Flamen des rumänischen Volke» im Lande z»u sprechen »och viel weniger im Ramc» des rumäuischc» Volke» von Trane- silvanicn und Bukowina, Die volilische, ökonomische nnd intellektuell« Befreiung der Mnlsen unter den Rnniänc» allenthalben wird nicht dar Werk der Presie der rcallionärcn Biizantincr sei», der Edellcute und Herren, sondern sic wird durch die Organisation und de» Kamps der Arbeiicrmasicii kommen. Gerade um diese« Werk vollenden zu heilen, brauchen sie de» Frieden. Verlanget daher laut und deutlich dtc Aiisrechterhaltung de» Friede n » und der R c »> tralitä », die unser Volk in Stadt und Land so notwendig brauchen. Wir sordern Euch dcsbalb ans. den Kamps gegen den Krieg durch Versammlungen und durch die j^crbrcitung unseres Blatte» und unserer Broschürcn wcitcrznsühren. Und vergesset nicht, daß ein» der wirksam st en Mittel in dem Kampfe gegen den Krieg die politische und gewerkschaftliche Organisation ist. Gewinnt daher so viele Mitglieder wie möglich für die Sektionen der Partei, in die alle sozialistischen Arbeiter der Gewerkschaften und alle Bürger. die mit dem Programm der sozialdemokratischen Partei übereinftimmen, hinelngchöre». Gründet gewerkschaftliche Organisationen aller Berufe und versuchet, die bestehenden z» stärken. Tie Statnteii der Partei (8 10) schreiben vor, daß Arbeiter, die nicht auch Mitglieder ihrer 2)erussorganisationen sind — oder, wenn eine solche nicht besteht, der eenüschten Organisation — nicht Mitglieder der Parici werden können. Tie politischen ?lltionen müssen sofort von den Partei- scktioncn in die Wege geleitet wcrdeii. Unter den jetzigen Umständen muß bei der Aktion gearn de» Krieg die Fniiiativc von den Scltionsvorltänden in Uebercinstimmung mit dcn lokalen Kommissionen oder mit den Vorständen der gewerkschaftlichen Organisationen crgrissen werden, Allo auf zum Kamps« gegen den Krieg und gegen bi« Kriegshetzer, für den Frieden und für die Rcittralitäi! Das Exekutivkomitee lder Partei) und die Generaltommissioa der Eewerkschasieu, Tic Vcrurtciluna der Tcutschen in (sasablanca. Zu der Lcrurteilung dentickcr Staatsongshöriger in Eafablanca eriährtz die Weierzcitang, daß der zum Tode ver- 'irteilte Zell idculisck ist mit einem in Bremen weilenden Herrn Tell. Tell befindet sich also nicht in der Gewalt der Franzosen, sondern ist in contumaciam verurteilt worden. Sein Sozius Brandt, der ebenfalls zum Tode verurteilt w>irde. ist ein durchaus ruhiger, von allen politischen Treibereien sich jernhaltender Mann, der bei den Arabern und Engländern und selbst bei den Franzosen wohl gelitten teer. Er ist österreichisch-ungarischer Konsul, aber deutscher Staatsbürger. Es scheint doch die Möglichkeit zu bestehen, dag auch Brandt nur in coutniuuciuin verurteilt worden ist. UcbrigcnS meldet ein Berliner Mittagsblatt, daß in Casablanca noch zwei weitere Tcutsche, der Großkaufmann Ficke und der Landwirt Krake, zum Tode verurteilt worden sind. Lichtstrahlen in dunkler Zeit. Urteile «der die deutsche Arbeiterpresse. A»S Magdeburg erhält unser dortiges Bruderblatt, die Volksstimme, diesen Brief: „Darf ich Sie wohl bitte», inliegende Notiz in die Volks- stimine aufziinehmen? sin dieser Zeit der Ungerechtigkeit und der Gehässigkeit gegen andere Völker, mitten in der Welt von Ueber- treibnngen, welche die Zeitungen bringen lum nichts Schlimmeres zu sagens, tut cs einem wohl, auch einmal etwas Schönes und Versöhnliches zu hören, Wenn ich Tie recht beurteile, so ist das auch in Ihrem Sinn. Ich meine, cs ist Pflicht eines jeden gerecht und gut empfindenden Menschen, soweit es in seiner Macht steht, vorläufig wenigstens ans eine innere Versöhnung hinzuarbeiten," Gern folgen wir dem ausgesprochenen Wunsch und bringen die böigelegten Zeilen als Dokument menschlicher Gesinnung auch im Feindesland hier zum Abdruck: Die Eltern eines Anfang August in Frankreich auf einem kühne» Patrouillcnritt gefallenen, aus Magdeburg gebürtigen Offiziers hatten den Wunsch, das Grab ihres Sohnes später wiederzuerkennen und wandten sjch an den Pfarrer des Ortes I........mit der Bitte um Aufstellung eines Holzkreuzes mit Inschrift, Die Antwort des französischen Pfarrers, die vor kurzem ein- tras, lautet folgendermaßen: I........ den 80. Oktober 1814. Sehr geehrter Herr! Ich verstehe den tiefen Schmerz, den Sie über den Tod Ihres geliebten Sohnes empfinden, und ich nehme innig teil an Ihrer Trauer, in der Hoffnung, dadurch Ihrem Leid und dem Ihrer Frau Gemahlin etwas von seiner Bitterkeit zu nehmen. Es ist ganz richtig: Ihr Sohn siel am ..ten August um 11 Uhr vormittags, während zwei seiner Kameraden von unfern Soldaten gefangen genommen wurden. ,. ten August wurde er aus unserm Friedhof unter militärischen Ehrenbezeugungen beerdigt. Mehrere höhere Offiziere — und sogar höchste Offiziere — von den 1. Dragonern gaben ihm das lebte Geleit, Da mau ein Gebetbuch bei ihm gesunden hatte, nahm ich an, daß er katholisch war. Ich habe seine sterbliche Hülle zum Friedhof begleitet und die Gebete der Kirche über seinen. Grabe gesprochen. Ich werbe gern Ihren Wunsch erfüllen und ein Holzkreuz mit der angegebenen Jnschrist auf das Grab setzen lasten. Wenn der unglückselige Krieg, den wir alle beklagen, und unter dem wir alle leiden, beendet ist, wird es Ihnen dann leicht sein, Ihren Sohn in sei» Vaterland zurückzuholcn, um so mehr, als er in einem Sarge beerdigt worden ist. Empfangen Sie, sehr geehrter Herr, mit dem nochmalige» Ausdruck meiner herzliche» Teilnahme die Versicherung meiner Hochachtung, PS. Aus Ihre Anfrage füge ich hinzu, daß Sie uns nichts schuldig sind, weder für den Sarg, der von der Heeresverwaltung geliefert worden ist, noch mir für das einfache Kreuz, das ich aufftellcu lasten werde. Soweit der schöne Brief des französischen Pfarrers, Tic geistig hochstehende deutsche Familie, die ihren Sohn verloren hat und doch wie der französische Pfarrer ihren Sinn für internationale Menschlichkeit bewahrte, fügt nun aber ihrer Mitteilung ein Urteil über die H a I t u n g u n s e r c r deutschen Parteiprcsse im Kriege hinzu, das ebenfalls wert ist, fest- gehalten zu werden. Es lautet: „Ich möchte die Gelegenheit nicht unbenutzt vorlibergehen lasten, ohne Ihnen zu sage», wie lieb mir Ihre Zeitung geworden ist, und wie sic mir täglich lieber wird, Sic hat mir über manche schwere Stunde hinweggeholsen. Aber auch anderen geht es ähnlich, Ich habe noch nie von einer Zeitung mit einer so allgemeinen, ungeteilten Achtung und Anerkennung sprechen hären, in welcher Klasse der Bevölkerung es auch sei, Ich denke, cS wird Sic freuen, das, was Sie ohnehin gewiß schon wistcn, bestätigt zu hören, und Freude, wenn cs amb noch so wenig ist, kann man im Leben immer gebrauchen — ganz besonders aber in einer so schweren, dunkeln Zeit," » In der Londoner Westminster Gazette vom 17, November aber setzt sich eine Engländerin, Frau Marion Chadwick, speziell für eine Würdigung der Haltung der deutschen Sozialdemokratie ein, Tie schreibt: Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 131 „Ein Messer her!" niurmelte Niels, an der Schnur zerrend. Marstrand schnitt den Knoten durch, der Beutel tat sich auf, die hellen Silbertalcr lagen da, so blank geputzt, als kämen sie aus der Münze. Helgestad griff nüt der Hand hinein und ließ sie wieder fallen. „Ist richtig", sagte er, „ist Silber, muß os glauben." „In Beutel von seinem Renntierfell", fügte Petcrsen, die Säcke betrachtend, hinzu. „Die beste Lappcnarbeit, die man sehen kann. Prinzessin Gula kann nicht zierlicher nähen." „Habt's, woher Jhr's habt", sagte der Kaufmann, „ist meine Sache nicht, danach zu fragen. Zählt auf und nehmt die Scheine hin." Die Arbeit wurde getan und alles richtig befunden, Helgcstad strich Tausend nach Tausend ein, niemand sagte ein Wort mehr. Es war, als mache sich jeder seine Gedanken und diese Gedanken kamen sich in der Gewißheit entgegen, die Petcrsen boshaft angcdcntet hatte, Tie mürrischen, kalten Gesichter der Umstehenden richteten sich dann und wann mit verdoppeltem Mißtrauen auf den jungen Gaardherrn, und als dieser mit Zählen fertig war die Schuldscheine in Stücke riß und sich dem gutherzigen Gc- richtsvogt näherte, nahm dieser seine dargebotcne Hand nicht an, tat vielmehr, als sähe er sie nicht. „Ich will Ihnen meinen Dank für Ihren Beistand aus- drücken," sagte Marstrand, „und zu aller Zeit Ihr Zeugnis anrufen, daß ich die Schuld getilgt habe." „Es ist meine Pflicht, Herr Marstrand", antwortete der Beamte, „nach dem Rechte zu sehen. Die Sache ist abgetan; Niels Hclgestad hat erklärt, keine Forderung weiter an Sit zu haben, so kann ich nach Tromsö zurückkchren." „Doch nicht eher, bis Sie an meinem Tisch saßen", fiel Marstrand ein. „Mein Haushalt ist freilich dürftig bestellt, künftig werde ich besser dafür sorgen müssen." Die Männer waren hungrig und müde, die Aussicht auf „Infolge ber strengen Zensur in beiden Länder» ist dem englischen Volke die Haltung der deutschen Sozialdemokratie seit dem Kriegsausbruch nicht klar geworden. Mögen sic auch einen Fehler ('?) darin begangen haben, daß sie ihre Aufmerksamkeit zu ausschließlich ans die russische Gefahr konzentrierten und deshalb den Krieg billigten, so muß doch billigcrweise gesagt weiden, daß ihre Führer von Anfang an unermüdlich dahin gewirkt haben, de» Geist der Aggressivität und der Rache, den der Krieg int Gefolge hat, zu bekämpfen. Der Vorwärts hat durchweg unter große» Schivicrigkeitcn die von der Prcstc verbreiteten falschen Nachrichten über vom Feinde begangene Grcueltaten »ach gründlichen Nachforschungen bloßgestellt. Sozialdemokratische Führer haben Belgien besucht und Berichte von ihren Beobachtungen geliefert, die durch die Einfachheit und Mäßigung ihrer Sprache einen nnauslöschlichcn Eindruck auf den Leser machen mästen. Bor einigen Wochen veröffentlichten sic einen Ausruf an die Jugend des Landes, der von so erhabener Menschlichkeit durchdrungen ist, daß er in jeder Kirche verkündet werden könnte, Sic rufen die Heranwachsende Generation aus, sich der S c I b st g l o r i f i - zieruirg und der Herabsetzung ihrer Feinde zu enthalten, die gemeinsame Brüderschaft der jetzt gegeneinander Kämpfende» im Gedächtnis zu behalten und in Wort und Tat gerecht und ritterlich zu sein, Sic bringen Frcundschastsakte der Kombattanten gegeneinander ans Licht und bekämpfen mutig icdc Gewalttat gegen die Unschuldigen und Hilflosen, Diese Haitung haben sie trotz (?) der Zensur eingenommen (in dieser Richtung hat uns die deutsche Zensur keinerlei Schwierigkeiten gemacht! Red,), und nach den Beobachtungen, die ich während meines zweimonatclangeu unfreiwilligen Aufenthalts in Deutschland gesammelt habe, ist das Ergebnis, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen in großem Maße von dem leidenschaftlichen Haste frei sind, der den Blick der mittleren und oberen Klaffen verdunkelt. Es gibt uns die beste Hoff» u n g für die Zukunft, zu wissen, daß die tatsächliche Mehrheit der Nation diesen Geist pflegt. . . ." Eiiqli ch-amerikanische Zerwürfnisse. Amsterdam, 4. Dez. (Ctr. Frkft.) Der Korrespondent der Morning Post meldet aus Washington: Ter Korrespondent der Newyork Sun schreibt anläßlich des P r o t e st e s, den die Regierung der Vereinigten Staaten bei der englischen Regierung in der K o n t e r b a n d e f r a g e eingereicht hat, daß cs stets klarer hervortrete, daß die englische Regierung fest entschlossen sei, an ihrer Auffassung festzuhalten, selbst auf die Gefahr eines Konfliktes mit den Vereinigten Staaten hin, und daß sic ferner fest ent- schlossen sei, die absolute Kontrolle über die Meere bis zum Acußcrsten durchzuführcn, um Deutschland zu benachteiligen. Die englische Regierung habe die Absicht, auf den Protest der Vereinigten Staaten zu antworten, daß England genau dieselbe Haltung einnehme, wie die Vereinigten Staaten dies mehrmals getan hätten, als sie selbst in einen Krieg verwickelt waren. Der Gedankenaustausch zwischen den beiden Regierungen sei jedoch bis jetzt in freundlichstem Tone gehalten worden und weise nicht die geringste Schärfe auf. Jedoch beide Regierungen zeigen den festen Willen, ihre nationalen Rechte zu schützen. @inc „;eitstemäf;e Taufe". Aus BrcÄau wird ber Framkf. Zdg, geschrieben: Tie Gem-eiilde- vcrtretunq von Zabrze beschloß eiussimmia die Umtaufe beS Ortsnamens in Hi »den bürg. Sie erbat dclegraphifch die Zustimmung des Feldmarschalls: Die 78 880 Seelen zählende Lrifchafi wolle unter dem neuen Namen fortan die Aufgaben einer Pflcgc- stättc deutschen Lebens in der Ostmark wci>tcr erfüllen und den Namen eines Mannes dancrnid lebendig erhalten, der i» fchiverer Zeit im ganzen Vaterland«, besonders im deutschen Osten, Vertrauen und Zuversicht hochhi-elt. Wir Hallen diese Taufe nicht für zeitgemäß, sondern für «inen Vandalismus gegen den uralten polnischen Namen des zu 80 Prozent heute noch polnischen Ortes Zabrze imd insofern auch für ganz unzeitgemäß, als diese Tauf« die Gefühle unserer polnischen Mitbürger und Mitkämpfer schwer verletzen müßte. Vom Burgfriede»» in Breslau. In der Wohnung des Gauleiters des Landarbeiterver- baudes in Schlesien, Genossen Grötzncr, erschienen am Mittwoch drei Kriminalbeamte und nahmen eine gründliche Haussuchung vor. Wie aus der vorgezeigten Verfügung hcrvor- gcht, soll sich Grötzner der Urkundenfälschung schuldig gemacht haben dadurch, daß er Anträge und Beschwer- ein Frühstück war daher nicht zu verachten. Der Lovmann schwieg und Marstrand ging hinaus, um zu sehen, was sich auftreiben ließ. War gestern schon nichts im Hause gewesen, so durfte er heute noch viel weniger etwas Eßbares erwarten, und doch wäre eS Schande gewesen, hätte er keine Einladung zum Bleiben gemacht. Er besaß jetzt viel Geld in seinem Kasten, Er hatte sechzehn Säcke gezählt, aber mit Freuden würde er einen davon für eine gefüllte Vorratskammer gegeben haben. Sorgenvoll schob er den Riegel zurück, um die leeren Bretter zu betrachten; aber wenn er Afraja je ohne Rückhalt dankbar war, so mußte er cs jetzt sein. Da lag eine große, fette Rennticrkcule, sorgfältig gebraten und in kühles Geblätter gepackt; da lagen mehrere der kleinen, wohlschmeckenden Hasen, die im Winter weihen Pelz bekommen, da lagen Birkhühner, ein ganzer Bund, und drei große Brote auf der anderen Seite. Der Zauberer hatte seine wohltätige Fürsorge bis hierher erstreckt und eilig rief Marstrand die Mägde herbei, überlieferte ihnen die Keule und die Hasen, um sie rasch in den Ofen zu schieben und zu braten, Kaffee zu bereiten, Milch hcrbcizuschaffcn und den Tisch zu decken. Und während er alle diese Vorbereitungen traf, Geräte suchte und geflissentlich so lange wie möglich sich von seinen Gästen entfernt hielt, deren Gesellschaft er nicht zu suchen hatte, ordneten diese ihre geheimen Untersuchungen über den scltsanicn Vorgang und suchten ihn zu erklären. Die beiden Begleiter des Lovmanns pflegten sich vor dem Hause im Sonnenschein, die anderen drei aber blieben um den Tisch in der Stuga sitzen und hatten mancherlei zu sprechen. Tie Kosten der Gcrichtserpcdition von Tromsö waren nicht unbedeutend; Hclgestad hatte sie zu bezahlen. „Plag darum sein," sagte er, „weigere niich nicht, hätte cs aber nimmcnnehr geglaubt." „Ihr seid zu schnell gewesen," antwortete Gnllik mit einem leisen Lächeln. Der Kaufmann warf ihm einen mürrischen Seitenblick zu. „Vorschnell ist nie mein Fehler gewesen," murmelte er. den von Kricgerfrauen wegen Familienunter'tüß. nng mit deren 9k a m c n unterschrieb. Wegen dieser Hilfstätigkeit ark ungewandten Schrcibcrinnen hat also Grötzner anscheinend ein Strafverfahren zu gewärtigen. Er kan» selieu. Eine uii-beschvcibliche Fveu-de iviberstlhr in Dortmund caf dem Bahnhof einem veiavu»beten Soldaten, Bei eine.» Gefetzt an der belgischen Küste hatte er einen Kopfschuß crhzllen, der die Nafcnwurz-cl durchgeschlagen und beide Augen äußerlich beschädigt halte, Mau hatte de» Verletzten vom Schlachifctd mit ein«» Verband um die obere Kopshälf!« bald i» die Heimat gesandt. Da er beim Verbaodivcchsel bisher imencr chloroformiert worden war, hatte er ge-glaiebt, er fei blind. Eine unbeschreiblich: Freude ci> faßt: den Verwundeten, als er beim Wechsel des Verbandes dies- mal bej klarem Bewußtsein sehen konnte. Auf Speise und Trank verzichtete er; er wollte immer nur in die u n tc r g c h e n de Herb st sonne sehe n. Sämtlich» An-wcfondcn waren derart c,. griffen, daß ihnen die Träne» in den Augen standen. Ter Kampf im Westen. Deutscher Angriff. Ter Daily News wird aus Nordfrankrcich gemeldet: Mittwoch morgen vor Tagesanbruch versuchte eine bcdcu- tendc deutsche Trnvpcniiiacht, die 9>ser auf Flößen zu durchqueren. Tic Flotte von Flößen wurden von Motorbooten gezogen und man erwartete den Anbruch des Tages, um den Angriff zir beginnen. TaS Artillcricfcncr der Verbündeten wußte jedoch die Versuche zu vereiteln, die bis zum Mittag fortgesetzt wurden. Tie Deutschen besaßen eine Art Kanone von leichtem Kaliber, deren Schüsse ttzä Meilen tragen. Von der Schlacht in Pole». Ter Daily Chronicle schreibt: Tie Schlacht zwischen Warthe und Weichsel dauert an. Ihr Ausfall ist von entscheidender Bedeutung für den Weltkrieg. Die Deutschen sind sich darüber klar und machen ungeheuere Anstrengungen, um den Sieg zu erkämpfen. Lodz hat durch Fliegcrboinben sehr gelitten. Nnisischc Frechheit. Konsianiinopel, 5. Dez. Tic russische Regierung hatte von de, bulgarischen verlangt, daß sie 38 in Tcbcagatfch angckommem Kanone n vvn der Firma Schncidcr-Erenzot, sowie 280 Mo schinengewchre durch Bulgarien passieren laste. Du bulgarische Regierung Hai dies Verlangen trotz verschiedene: D r o h » n g e n seitens Rußlands unter Berufung aus seine Neu tralität abgclehnt, Ein Schlachtschiff vermisst. Ter Marinefachinann des Eorriere dclla Sera führt aus seit langer Zeit wisse die australische Regierung nichts inehi von ihrem Schlachtkreuzer „Austrien" und cs werde befürchtet, daß das Schiss ans hoher See einer Explosior zum Qpfer gefallen sei. — Könnte das Verschwinden nich eine andere Ursache haben? Der Feldzug gegen Aegypten. Konsianiinapcl, 5. Dez. Nach Meldungen türkischer Blatte soll der englische General Wingaic Pascha, der noch vor Ausbrui des Krieges seinen Urlaub in England unterbrochen hatte »n auf einem Kriegsschiff nach Aegypten zurückgckchri war, mit 500 Mann eine Expedition gegen den Sudan unternehmen. Weite, 14 808 Mann sollen ihm folgen, Tie arabische Zeitung El Raic Am berichtet, daß die Engländer die kostbaren Sammlungen di ägyptischen Museen nach Malta bringen, 18 ägyptische Nlemo seien als Parteigänger Deutschlands gehängt worden. Die i Täbris erscheinende Zeitung Raat berichtet, daß einer der größte Stammesführer der Beluischistanc, Haidar Khan, zum Emir vo Afghanistan gekommen sei und ihm erklärt habe, er sei bereit, nt 50 080 Mann die Afghanen gegen die Engländer z unterstützen. Nach einer Meldung des gleichen Blattes ar Kalkutta haben die dortigen Mohammedaner bei einer Zi fammenkunft im Haufe des Hindus Tischik, eines Führers di nationalindischcn Bewegung, beschlosien, eine Vereinigung all- von England unterdrückten Bewohner Indiens herbeiznsllhrcn, Griechenland rührt sich. Konsianiinopel, 5. Dez. Tanin hört, daß die gan griechische Flotte Mitte Dezember große Flotte manövcr abhalten werde, um die gemeinsame Vcrwcndui großer und kleiner Schiffe z» üben. — Taswir-i-Eski „Habe mein Recht im Auge gehabt allezeit, sah hier kein H> bei dem Treiben, wollte behalten, was inein ist, weiter nichts „Und l)abt cs behalten," sagte der Lovmann. , „Aber aus welcher Quelle ist der Segen geflossen?" fräs Paul Petcrsen. „Gestern war nichts hier, keine Hund, Taler im ganzen Hause, ich weiß es gewiß, und jetzt sich in dem Kasten dort eine hübsche Zahl gefüllter Säcke. 2 hat er sic her? Wer ist der Narr, der sie ihm borgte? A mischt sich in Niels Hclgestads Angelegenheiten? Ein 9fi mann, ein Nachbar tat es nicht. Ein Mann mit praktisch Sinn würde sich hüten, einem dänischen Abenteurer so v Geld in die Hand zu stecken, um es bei seinen unsinnif Entwürfen zu vergeuden. In der Nähe ist auch niema dem man cs zntranen könnte. Ich weiß nur einen, der kann und der cs ans Hohn und Feindschaft täte; der Bö ausheckt, >vo es zu haben ist, der aber wahrlich nichts umso gibt, es sei denn, daß er gute Dienste davon erwartet." Gnllik nickte dazu, fragte aber doch vor sich hin, wen damit meine. „Ei!" sagte der Schreiber, „Ihr wißt cs so gut wie Wer kann es anders sein als Afraja. Dieser dänische Jun und der Priester Hornemann sind schon lange in heimlich Bündnis mit dem alten Hexenmeister, der verbrannt wer, müßte zum abschreckenden Beispiel. Es ist allerlei Sch>» und Verrat dabei, glaubt es sicher. Der Priester niacht Jahren Berichte an die Regierung zugunsten der Lapr Jeden kleinen Vorfall schlägt er an die große Glocke; Säi briefe und Drohbriefe gegen Vögte, Sorenskriver und L männer kommen von Kopenhagen und Trondhjem, erst wenigen Tagen ist wieder ein Schreiben vom General M" angclangt, voll allerlei wüstem Lärm über Härte, Unrecht i Gewalt und mit Vcrnicrk, daß der alte Haudegen selbst ke men oder einen Kommissarius schicken werde, der Qrdni stiften solle." Der Lovmann sah gleichgültig dabei ans. „Der V mag reden, was er will," sagte er, „aber der Priester >ff Lärmmacher, und wenn es wahr wäre, daß dieser Däne he lich Bündnis mit den Luppen hätte, uns zu verhetzen, w" inan ihn fortschaffen." (Fortsetzung f# meldet große griechische Truppenzusammen- ziehungenan der bulgarischen Grenze und bei Janina. Spanische Wirtschastömisere. Le Nouvclliste de Lyon meldet aus Madrid: Ter frühere Finanzminister Navaro Rcvcstcr wurde vom König Alfons in Audienz empfangen, um über die wirtschafliichc Lage Spaniens Bericht zu erstatten, Er crilärte, daß eine ernsic wirtschaftliche Krisis nur zu befürchten fei, wen» sich der Krieg in die Länge ziehe. Er hoffe jedoch, das, durch geeignete Borbeugiingsmaßregeln der Eintritt einer Krisis vermieden werden könne. T,e Allgemeinheit teile aber diesen Optimismus Revcftcrs nicht, da nach aller Boraussicht die Statistik über den Ausicnhandel Spanien» für den Monat Oktober einen Rückgang der Wertzisscr um 300 Mil- lionen Pesetas aufwciscn werde. Japans Forderung an Nmerika. Tie Züricher Zeitung meldet aus Washington, dah die Landerwerbs - und Einwanderungsfrag e in Kalifornien durch Japan wieder ausgenommen wird. Ter Ministerrat in Tokio hat beschlossen, dir Nollständige Gleich st e l l u n g der w c i tz e n und gelben Rasse zu per- langen. Feindliche Flieger über Freibnrg i. v. Feindliche Flieger warfen gestern mittag in der Rahe von Freiburg im Breisgau Bomben ab. Sie scheinen es aus die Zerstörung eines Bahnüberganges abgesehen zu haben. Schaden wurde nicht angcrichtet. Bergwerksungliick. London. 4. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) Tas Reutersche Bureau berichtet aus Tokio, das, aus Hekkuido ein Bergwerks- Unglück gemeldet wurde, bei dem 437 Menschen umgekommen sind. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Aus bei» Verlustlisten. Infanterie-Regiment Nr. 116, Gießen Le OueSnoy und Tamcrq vom 31. 10 bis 2. 11. III. Bataillon. , Stab. Mas. Karl Frhr. Schilling v. Cannstatt, Bruchsal, Baden, gefallen. 0. Kompagnie. Scrgt. Karl Günther, Engelroth, Kreis Lauterbach, low. — Ciefr. Ludw. Hcinr. Rosenfeld, Hagen, gefallen. — MuSk. Lconb. Paps, Pfungstadt, g c s a 11 c n. — Wehr- man» Aug. Huber, Bischhcim b. Straßburg, gefallen. — Wehr- man» Jof. Hache». SchünholfShanfen, Kr. Mcrfcheüc, gefallen. — Wehrm. Wilh. Marquard II, Tarmftadt, gefallen. — Freiw. Hans Rumpf, Butzbach, gefallen. — Res. Karl Goth, Burgsolms, fchvw. — Res. Fricdr. Rcll, Kölschhausen, Sr. Wetzlar, Ichvw. — Res. Louis Ochs II. Ilbeshausen, fchvw. — Wehrm. Heinrich Krug IV, Geilshausen, lvw. — Wehrm. Wilh. Bolkmann, Hcuchel- heim, low. — Res. Karl Klar, Wißmar, Sr. Wetzlar, lvw. — Freiw. Ernst Eichenauer, Gießen, verm. — Wehrm. Karl Wilh. Nickel, Eiscnroth. Tillkrcis, verm. — Wehrm. Heinr. Hernt. Fehling, Beilslein, Tillkreis, verm. — Freiw. Walter Block, Gießen vermißt. 10. Kompagnie. Ossz.-Etellv. Otto Kneipp, Langsdorf, vcrw. — Ulffz d. R. Ludw. Gerhardt, Stcinbach, Kr. Gießen, vcrw. — Utffj. d. R. Wilh. Goubeand, Tanbhaufcn, Kr. Wetzlar, verni. — Ref. Karl Größer, Steinbach, Kr. Gießen, gefallen. — Wehrm Hrch. Keller, Angcrsbach, verm. — Wehrm. Hrch. Köhler, Angersbach, vcrw. — lltsfz. d. R. Friedrich Haustein, Gundcrn- hauscn, gefallen. — Wehrm. Hrch. Seel, Watzenborn, g c - fallen. — Sricgsfreiw. Willy Greb, Gießen, verm. — KricgS- frciw. Wilh. Wetz, Eppelsheim, Kr. Worms, gefallen. — Sricgssrciw. Konr. Ploch, Romrod, vcrw. — Res. Karl Lcidncr, Btllingcn, vcrw. — Res. Jak. Roth, Marburg, abermals verw. 11. Kompagnie. Oblt. d. R. Wolfgang Frank, Ober-Lais, in Gcsangensch. — Bizcfeldw. d. R. Hermann Knöllingcr, Groß- Gerau, gefallen. — Lizefeldw. Heinrich Huhn, Haingründen, lvw. — Bizcscldw. Hermann Kneipp, Langsdorf, lvw. — MuSk. Schulze, gefalle». — Res. Otto Mcnner, Kippcnheim, Kr. Etten- hcim, gefallen. — Wehrm. Jakob Schmidt. Salzböden, Kreis Wetzlar, gefallen. — Res. Karl Roth, Rodheim, Kr. Gießen, gefallen. — Mnsk. Ad. Hch. Wilh. Heyer, Wölfersheim, lvw. — Utffj. d. R. Konrad Maurer, Alsfeld, lvw. — Res. Wilhelm Funker, Wicscck, Kr. Gießen, lvw. — Res. Emil Wagner, Trohe, lvw. — Res. Heinrich Fackel, Hungen, lvw. — Res. Jriedr. Stroh, Wißmar, Sr. Wetzlar, lvw. — Wehrm. Foh. Hch. Eckert, Büdingen, schvw. — Utfsz. d. R. Konrad Simon, Freiensteinau, Iviv. — Kriegsfrciw. Karl Sauer. Geis-Ridda, lvw. — Res. Wilhelm Spuck, Großcn-Buscck. Kr. Gießen, verm. — Wehrm. Fr. Kg. Ludw. Noll, Gießen, verm. — Res Heinrich Hardt, Albach, Kr. Gießen, verm. — Wehrm. Eduard Jäger, Siockhausen, Kr. Gießen, verm. Wehrm. Heinrich Hinterlang, Klcinlinden, verm. — lltsfz. d. R. Friedrich Bändel. Dutenhofen, verm. — Wehrm. Karl Schäfer, Niedcrwetz, Kr. Wetzlar, verm. — Res. Wilhelm Gcutcr, Oberwetz, Kr. Wetzlar, verm. — Sricgssrciw. Ernst Grau, Gießen, verm. — Kriegsfrciw. Karl Mandler. Krofdorf b. Coblenz, verm. — KricgS- frciw. Karl Heil, Gießen verm. -- Kriegsfrciw. Karl Löwer, Laubach. verm. Kriegsfrciw. Ludwig Rcitschmidt, Watzenborn, verm. — Wehrmann Heinrich Schäfer, vermißt. 12. Kompagnie. Offz-Stellv. Otto Andreas Ackermann, Gießen, verm. — lltsfz. d. R Friedrich konrad, Londorf, lvw. — Utfsz. August Hensel. Aulcndiebach, verm. — Res. Anton Paul Materne, Eisleben b. Mansfeld, gefallen. — Tamb. Karl Herz- bergcr. Tauernhcim. gefallen. — Musk. Wilhelm Pscilsticker, Mannheim, gefallen. — Wehrm. LöuiS Christ. Georg, Tillcn- burg, gcsallcn. — Res. Heinrich Lapp. Niederbiel, Kr. Wetzlar, lvw. — Kriegsfrciw. Willi Listnian», Gießen, schvw. — KriegS- frciw. Rudolf Köhler, Gießen, schvw. — Kriegsfrciw. Albert Trindhammcr, Wetzlar, schvw. — Musk. Fakob Johann Leonhard, Billmar, Kr. Oberlahn. lvw. — Wehrm. Gcsr. Friedrich Straßheim. Tornholzhanscn, Kr. Wetzlar, lvw. — Res. Wilhelm Schäler. Annerod, lvw. — Re>. Ernst Zecher, Gleiberg, verm. - Res. Carl Edelmann, Arbor». Tillkieis, verm. — Kriegsfrciw. Karl Link, Gießen, verm. M a s ch i n e n g c w c h r - K o ni p a g » i e. Hauptm. Friede. Ludw. Poly, Gießen, gefallen. — Bizcscldw. Wilh. Hankel, Großen-Linden, ge sollen. — Bizefeldw. Hcrm. Amend, Krofdorf, lvw. — lltojs. Karl Nicklans, Gießen, lvw. — Gcsr. Wilh. Schomber. Beuern, schvw. — Musk. Hcinr Koch, Oucckborn, schvw. — Res. Karl Meyer, Rabertshausen, Gießen, schvw. — Res Karl Einhäuser, Altcnbujcck, lvw. — Res. Philipp Launipach, Reiskirchcn, Kr. Gießen, lvw. — Ers.-Rcs. Karl Rcgn, Fürth, gefallen. — Utfsz. Georg Rau, Gießen, lvw. Landwehr-Fnfanterie-Regiment Nr. 116, Tarmstadt, Gießen. Forsthaus Le Trou-Bricot am 3. u. 5., Souain am lä. und Baraque am 14. u. 14. 11. 14. 2. B a t a i l l o n. 6. Kompagnie. Bizefeldw. Otto Lack, Dorheim, Sr. Fried- verg, gefallen. — Ntoff. Wilh. Liehr. Ober-Ohmen, schvw. — Wehrm. Fak. Schmidt II.. Sprendlingen, Kr. Ofscnbach, gefallen. Ge fr. Moritz Tobcncr. Hirzenhain, Kr. Tillenburg, gefallen. - Wehrm. Konrad Faust, Sandlofs, Kr. Lauteibach, schvw. 3. B a t a i I l o n. ^ Wehrm. Wilh Weitzel II. <10. Komp.), Hettenau, Sr. Fried- derg. lvw. — Gcsr. Herm. Seil (12. Komp ), Ettingshausen, Sr. Gießen, lvw. Ausruf des ungedienten Landsturms zweiten Aufgebots. ^cr Reichsanzeiger verössentlickit eine Kaiserlickte Verordnung, wodurch der aus dem Landsturm ersten Aufgebots über- getrctene Landstunn zweiten Aufgebots zur Anmeldung zur Landsturmrolle aufgerufen wird. Gleichzeitig wird eine B - kanntmachung des Reichskanzlers bekanntgcgeben, wonach der Aufruf des Landsturms zunächst lediglich die Herbeiführung der Eintragung in die Listen br^veckt. Tie Anmeldung hat in der Zeit vom 16. bis einschließlich 20. Dezember 1914 zu erfolgen. Eine Tchulbelchrung über Wirtschaftsführung bat der preußische .Handelsminister für die Kriegszcit für die männ- ttche und weibücke Jugend aller Fortbildungsschulen und di? Schüler und Schülerinnen der öffentlichen Fachschulen angeordnet, da die Bundesratsverordnungen zur Nahrungs- mittelfrage ihren Zweck nur dann erreichen könnten, wenn sie im ganzen Volke dolles Verständnis fänden und alle Kreise sich entsprechend einrichteten. Es wird besonders ou* die mannigfaltige Brotvergcudung hingewicsen. Tie Wolluot. Wir erhoben kürzlich die Frage, Ko die Dolle bleibe und ob dem steten Steigen der Wollpreise nicht vom Staate ein Holt geboten werden könne. Jetzt beschäftigte sich dieser Tage auch der Reichsvcrband der deutschen Städte mit dieser Frage. Er will bei der ReichSrcgierung anregen, Maßregeln zu erwägen, die cs verhindern, daß die Wollpreise unangemessen steigen. Hoffentlich läßt die Regierung nickst mehr lange auf sich warten. — Aus den Familicnabcnd, den das Gießener Gewerk- schaftskartcll am 2. Wcilmachtstagc zu veranstalten beabsichtigt, war in unserer Rümmer vom Freitag hingcwiesen. In der betreffenden Notiz waren versehentlich ein paar Worte fortgclasscn, so daß die Fassung zu Jrrtiimern Veranlassung gebe» konnte. Es hieß da: Genossinnen, welche Mitwirken wollten, möchten sich melden. Tas ist selbstverständlich durchaus erwünscht, aber nicht nur die Mitarbeit der'Genossinnen ist willkommen, sondern ebenso diejenige der Genossen, Wer also zum Programm etwas Geeignetes beizusteuern vermag, wolle sich rechtzeitig bei Gen. Noll cinschrciben lassen. — Gefallene des Gießener Regiments. Wchnnairn Heinrich Braun aus Taubringen. — Wehrmann Karl Mandler aus Krofdorf. — Reservist Karl Roth auS Hungen. — Reservist Heinrich Römer aus Ettingshausen. Reservist Heinrich Stumps und Reservist Wilhelm Kühn, beide aus Wctterfcld. — Reservist Heinrich Ruppert aus Ober-Gleen. — Gefallene aus Obcrhessen und Nachbargebieten. Reservist Ferdinand Meister aus Gießen, Jnj.-Regt. Nr. 142. — Pionier Otto Jung aus Leihgestern, Pionier-Regt. Nr. 21. — Unteroffizier Karl Müller aus Reiskirchcn b. Gießen, Jnf.-Regt. Nr. 168. — Hoboist Adam Stein aus Langgöns, Jns.- Rcgt. Nr. 168. — Gcsr. Karl Schäfer aus Grüningen, Dragoncr-Rcgt. Nr. 21. — Radfahrer Karl Decg aus Homberg a. O., Jäger-Bataillon Nr. 4. — Wachtmeister Heinrich Hagner aus Oberndorf. Res.-Art.-Regt. Nr. 9, — Freiwilliger August Naumann, Lehramtskandidat aus Wetzlar. , — Französische Gefangene kanicn gestern wieder etwa 250 Mann in Gießen an und wurden i» das Barackenlager gebracht. Vielen sah man an, daß sie harte Strapazen durckz- gemacht haben müssen. — Für Eier werden jetzt Preise verlangt, wie sie noch nie dagewcscn sind. Ter Wert eines Eies entsprichst tatsächlich nicht mehr dem dafür gezahlten Preise. Um der unverschämten, durch Großlieferanten, aber auch durch Landwirte betriebenen Preistreiberei etwas entgegcnzuwirkcn, sollte man den Konsum von Eiern möglichst cinschränken. — Ter Straßenverkehr war am gestrigen Sonntage, als den 1. in der Weihnachtszeit, an dem die Läden bis abend? 7 Uhr geöffnet sind, ziemlich lebhaft, auch Landbewohner waren in großer Zahl hcreingckommen. Fraglich ist allerdings, ob die Käufe in den Geschäften dementsprechend gewesen sind; wenigstens konnte inan in verschiedenen Läden beobachten, daß sich die Käufer durchaus nicht drängten. Es ist das ja auch ganz erklärlich, da in Tausenden von Familien der Ernährer fehlt und das ganze Einkommen sich aus die paar Mark Unterstützung beschränkt. KriegsauSkunstsstelle für Arbeiter- nnd Angestelltenversiche- rnng bei brr LandeSversicherungsanstalt Großh, Hetzen. Tie deutsche soziale Bertzcherungsgesetzgebung hat in der gegenwärtigen Zeit für die Kricgsteiincbmer. ihre Angehörigen und Hinterbliebenen eine besondere Bedeutung gewonnen, und es liegt geradezu im nationale» Fnterctze. dafür zu sorgen, daß in einzelnen Falle die Berechtigten möglichst bald in den Genuß der ihnen gesetzlich zustehenden Bezüge gelangen oder diese ihnen doch stchergcstellt werden. Ta aber in den einzelnen Fällen ncht immer Klarheit über die Rechtslage bestebt, da sich zudem unter den in Betracht kommenden Personen bäufia Frauen besinden, die in Rechtssachen und im Verkehr mit drn Behörden unerfahren sind, erscheint er zweckmäßig, ans dem Gebiete der Sozialversicherung für die Dauer des Krieges eine besondere Rechtsberatung zu schaffen. Ter Bor- stanü der Lanbesversichcrungsanstalt Gr. Hetzcn hat deshalb in seinem Berwaltungsgebäude in Tarmstadt. Wilhelminenstr. 34, eine Kriegsanskunstsstelle für Arbeiter- und Angestellte,wersiche- rung eingerichtet und ist bereit, allen im Großherzogtum Hrtzeii wohnenden Kriegsteilnehmern sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich und schriftlich Auskunft in An- gelcgrnheitcn der Arbeiter. tSranken-, Unfall-, Fnvaliden- und Hinterbliebeiienverstcheruno) und «ngeftelltenversichrrung zu erteilen. Schriftliche Anfragen wolle man an den Vorstand der Sandrsverstcherunasanstalt Großh. Hetzen in Tarmftadt, Wilhcl- minenstraßc 34. richten. — Bei „feindlichen" Parteigenossen im Qnartiee Aus dem Fclbpostbriese eines Mitglieds des Bergarbeiierverbandes teilt die Bergarbeiterzeitnng folgendes mit: „Nachdem wir unser letztes Quartier in S . . . bei L . . ., wo wir 14 Tage in einem Schlöffe lagen, verlasicn haben, sind wir seit einigen Tagen in der Stadt T. an der belgisch-französischen Grenze cinquartiert. Wir haben uns mit vier Mann bei einer Fanlllic niedcrgelesien, welche in Deutschland zu dem Mittelstände zu Zählen wäre. Tie Familie, weiche sich in einer verhältnismäßig guten Lebenslage befindet, besaßt sich in der Hauptsache mit Obsthandcl. während der Familienvater, welcher schon die 50er Fahre weit überschritten hat, Tertilarbeiter ist. Gestern, als die Familie, zu welcher sich eine verheiratete Tochter und deren Schwägerin gesellt haben, mit Ausnahme des Familienvaters anwesend war, brachte ich das Gespräch auf IaureS, welcher vor dem Kriege ermordet wurde. Ta wurden die Frauen sehr lebhaft. Sin Strom von Worten stürzte aus mich ein. aus denen ich so viel entnehmen konnte, James war ein guter Mann, ei» Sozialist, alle Sozialisten sind gute Leute, Sozialisten sind gute Kameraden und wollen keinen Krieg. Als ich ihnen begreiflich machic, daß ich auch Sozialist sei, waren sic sehr erfreut. Sie wurde» in ihrer Unterhaltung mit mir so lebhaft, daß ich nicht mehr imstande ivar, ihnen zu folge». Aber so viel konnte ich hcraus- bvrcn. daß ich in ihrer Achtung sehr gestiegen war Kurz nachher lam der Familiciivaler wieder zurück. Er brachte »ach einen Kameraden mit. Das erste, mit ivclchcm die Franc» ihn begrüßte», war die Mitteilung, daß ich auch Sozialist sei. Ter Alte mochte im. Anfang nicht so recht an die Sache glaube». Er sleliic verschiedene Frage» an mich, von bene» ich nur einen kleine» Teil verstand. Erst als ich idi» das sozialdciiiokratischc Bolksblatt Bochnin zeigte, war er voll überzeugt. „Socialistc allema,uT, „•socialistc frangaise", „socialistc aiiplaisc', „socialistc bclgiquc", ,eg iicivol- gebrachic Priroleumnot »»d die Milicl ihrer Abhilfe von Tr. Lur erörieri. Vom Slandpinikl der Bcleuchningsiechiiik begrüßt er die Pttroleiimiioi, die zu einem Ersatz der Petioleniiiiiiinpe geradezu drängt, de»» .die gewöhnliche Pclroleuiiilampe ist der uiiratioiitUste und in, Betriebe kostspieligste aller gebräuchlichen Bclciichlnngsapparate". Ihr Ersatz durch andere Beleuchtung»- arte» geht auch in Friebenszetten bereits intt Ersoig vor sich: denn die Zahl der Petroleumlampe» ist in Tciitschiand aus zirka 2t Millionen zurückgegangc», während die der inftalliertcit elektrischen Glühlampen aus zirka 75 Millionen gestiegen ist. Trotzdem ist die Pelroiciimlanipc »och immer das „Licht de» kleine» Mannes", und bei einem Mangel an Petroleum werden große Teile der Bevölkerung o»! ganz geringiorrtige Brlruchtiiiigsmiiiel, mit Riiböl-Lanipen, Stearin- »»d Talglcrzc», angcivicsen sein. Tic Pciroieuiniampe bat gegenüber dem Gaslicht und dem »och moderneren ciettrischci, Giiihiichi den Vorzug der leichlc» u»d bequemen Transporiierbarkcit, der trotz der Gefahr, die ei» Herumhantieren mit brennender Lanipc jedesmai mit sich bringt, doch für »eine Haushaliinigen keineswegs gering geschätzi iverden darf. Tie Unabhängigkeit von einer Zcntraistcllc, die der Pctro- leumlampe ebenfalls nachgeriihmt wird, ist dagegen sicherlich ein Nachieil, denn statt eine« dequemcn Ein- und Ausschalten» oder Anzündcii» und Abschiießcns des Lichts muß die Lampe täglich gereinigt und gefüllt werden, zudem ist däS Aiizlinde» so umständlich, daß man sie a»ch brennen läßt, wen» der bclcnchictc Rani» kürzere und selbst längere Zeit nicht benutzt wird. Ties bedingt also eine Verschweiidiiiig de» Brcniiniatcriai». von der die Bcr- wendung von Ga» und clektrischei» Licht frei ist. Ter stärkste Konkurrent für die Petroleumlampe ist da» Gaslicht gewordc», zumal i» einer Reihe von Großstädten planmäßig und snsteinalisch dem Kiel,ikons,imcnte» da« Beziehen von vias durch Ansstcllling von Aiitomaie» mit unentgelllichcr ober sehr billiger ieihweiser Lieferung von Belciichlungsgegeiiftändc» erleichtert wird. Bei der acqenwärtigen Pclrolcuninol miitzc» die Gasanstalten in dieser Richtung noch mehr tun. Für sic selbst wird sich da« lohne», da sie cininal gewonnene Abnehmer wohl auch später behalte» werben: den» wer erst einmal die Vorzüge des viaslichts vor de,» Pctro- Icumlicht au» der praktischen Eifahriliig kennen gelernt hat, wirb schwerlich später wieder zum Petroieum zuriickkcbrc» Freilich sind sind in den Großstädte» bei weitem noch nicht alle Wohnungen mit Gasleitiingen versehen: in einer so modernen Tladt wie Ehar- lottenburg z. B. gibt cs nach einer in, vvrigen Jahre voigenvininc- nen Feststellung noch 10 000 solcher Wohnungen. Tie Verwaltung der städtischen Gaswerke kvinmt daher den Hausbesitzer» während der Kriegszcit bei der Einrichtung von Gasleitungen durch erhebliche Ermäßigung de» Preises nnd Aufschub der Zahlniigsvcr- pftichtiing bis längere Zeit »ach Beendigung de» Kriege- cnlgegc». Biele kleinere Ortschaften sind aber nicht im Besitze einer Gasanstalt: hier müßten die elektrischen llcberlandzentrale» in Akiio» trete», »m solche Orte in ihr Bcrlvrgiingsgebiet ei».,»beziehen. Ans diele Weile künnic». ivic L»r aiissiihrt. begneni drei Biertei aller noch im Betrieb befindliche» Pcirvieuniiampen durch Gas lind clck- irischc» Licht erfetzi werden. Siaai und Bolksernährinig Die Unz,vecki»äßmkcit unseres heutigen Wirtschrstslcbens komint durch drn Kriag an scheinend selbst den ivclisrcmdesten Menschen zur» Bewußtsein. Wir l>i»gcstcllt. Die» ist aber nicht der Fall. Dir hessischen Heilstätten iErnst Ludivig-Heilstätte bei Sandbach i. L., Eleonoren»Hr istätlc bei Lindcnsels i. O und b.c Gütt- inairnschc Heilstätte i» Reichclsheui,. ferner die beiden Kinderstalionen n, Hirschhorn nnd Lampertheini) halten ihren Betrieb auch während des Krieges aufrecht rmb können Kranke lBerstchcrt: wie Nichtversichrrte) jlderzeit aufgenominrn werde». Bcrsir stellen ihre Anträge bei der zuständigen Krankenkasie. Nichlocrsiche.tr. di« in die Ernst Ludmig-Heilslätte oder rn die Göttmagnsche Heiistälte ausgenommen sein wollen, ivciidcn sich an diese selbst, während Anj- nahmegeftnhe von Nichtvcrsicherten für dir Eleonsren-Heilstätte nnd die beiden Kinderstationen an don Borstand des HlrlstättenverccuS in Darrnftadt zu richten stich. Daß Winter kuren von, ärztlichen Standpunkt aus besonders wertvoll sind, ioll bei dftler 0>elrgcni>:it dervorg«hoben werde». — Auch die LupuSheilftätie in Gießen arbeit« rnhtg weiter. Liebesgaben a» österreichische Truppe». Den seit einiger Zeii zug«Iosiene„ Wäschesendungen an österreichisch-ungarische Hcercspftichrige können auch kleine Li ober gaben sSchoko- ladc l^w.) in kleinen Mengen bergcpacki werden. Kreis Wetzlar. y. Tod auf den Sästenen. In Arfurt bei Weitbuvg wurde der PostaNeni Pfeiffer, aus Seellioch am Tonnersiag v o m Zuge überfahren und sofort getötet. Pfcifser wollte in der Station die Gleise überschreiten, als «r vom Zuge erfaßt wurde. y. Vom Zuge übersaheeue Landstür,nrr. Am Donnerstag wurden zwei Landfnrvmleute, die Steinbrecher L ö w uiid I. Schneider, beide aus Billmar, im dortigen Tunnel, wo sie Bahmvache hatie», von einem Zuge erfaßt. Löw wurde sofort geiötet, Schneider schwer verletzt in das Limburger Krankenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zeit ebenfalls st a r b. Es waren gleichzeitig zwei Züge rn entgegengesetzter R-chtung durch den Tunnel gefahren und die taiibfturmkufte gerieten zivsichen die Zuge, Ein dritter Landsturm- »nemn aus Höchst war »sch rechtzeitig doi Seide gesprungen. Beide ttzetötete sind verheiratet und hinterlaffon Frau und Kinder. Von Nah und Fern. S. Tarmstadt, 5. Tez. E i n schweres Automobil- >, » g l ii ek ereignete sich gestern vormittag ans der Landstratze nach Griesheim 1,1 der »lüfte der Kreisstrahc nach Grog-Gerau. Ein nach dem Flicgcrplatz fahrendes Auto der hiesigen Flicgcrstatiou, das von Leutnant Santo vom Husarcn-Rcgimciit Nr. 14 gclcnki wurde, iiderschlug sich. Ter im Auto sitzende Flicgerlcutnanl Baron vom Fiisautcrie-Rcgiincni Nr. >12 ivurde getötet und der Leutnant Santo schivcr verletzt. Beide sind erst vor kurzer Zeit nach dcni hiesigen Flicgcrplatz kommandiert und anscheinend mit den Wcgvcrhaltnissen nicht hinreichend vertrant. X Der unehrliche Obermeister. Zn Wiesbaden wurde am Freitag der Mcugcrmeister Matter n von der dortigen Straskam- iner zu nenn Monaten Gefängnis verurteilt. Er war bis vor kur.teilt Obermeister der Wiesbadener Zleischer-Bereinigiing und hatte als solcher 2 0 0 0 0 Ma r k, die ihn, aiwcrtraut waren, unterschlage». Telegramme. In Flandern und bei Metz französische Angriffe abgcwiescn. Auf den anderen Kriegsschauplätzen kleine Fortschritte. W. I>. Großes Hauptquartier, 5. Dez., vorm. (Amtlich.) In Flandern unb südlich Ai c tz wurden gestern sranzö, fische Angriffe abgewicse». Bei La B a s s 61 , ii» A r . gönnen Walde und in der Gegend südwestlich Alt. k i r ch machten unsere Truppen Fortschritte. Bei den Kämpscn östlich der Masurischen Seen ist die Lage günstig. Kleinere llnternehmuiigen brachten uns dort 1200 Gefangene. I» Polen verliefen unsere Operationen regelrecht. Tie oberste Heeresleitung. W. B. Eroges Hauptquartier, 6. Dezember vormitt. (Amtlich.) Heute Nacht wurde der Ort Vermelles, südöstlich Vethune, dessen weiteres Festhalten einem dauernden französischen Artilleriefcuer gegenüber unnötige Opfer gefordert Hütte, planmäßig von uns geräumt. Die noch vorhandenen Baulichkeiten waren vorher in die Luft gesprengt worden. Unsere Truppen besetzten die ausgebauten Stellungen östlich des Ortes. Der Feind konnte hierher nicht folgen. Westlich und südwestlich Altkirch erneuerten die Franzosen ihre Angriffe mit erheblichen Kräften ohne Erfolg; sie erlitten starke Verluste. Im übrigen im Westen keine nennenswerte Ereignisse. Aus dem Kriegsschauplätze östlich der Masurischen Seenplatte verhielten sich die Gegner ruhig. Der Verlauf der Kämpfe um Lodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen. 2n Südpolcn keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. Die Einnahme von Lodz. Dieüinffcn im Ri«ck;,«g. Großes Hauptquartier, 6. Dezbr., »achi». (Amtlich.) Lodz ivurde heute nachmittag von unsere» Truppen genommen. Die Nüssen sind nach schweren Verlusten dort im Rückzüge. Oberste Heeresleitung. 2700 Ruffel» t,cfaugen. Wie», li. Tc,. (ZV. Amtlich wird verlantbart: l». Trzcmber mittags. Tic Schlacht i» Polen nimmt einen für die Waffe» der Verbündete» günstigen Fortgaiig. Tie nach Wcstgalizicn vorgerückten russischen Truppe» wurden gestern von unseren und deutsche» Truppen von Süden her angcgrisscn. Tic Verbündeten nahmen 2200 Russen ge- sangen und erbeuteten einige feindliche Trains. In den Karpathen snndc» Tcilkämpsc statt. Ter in die Brskid Stellung cingcbroclicne Gegner wurde zurückgcworsc» unv verlor 500 Gefangene. Ter Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabcs: v. Hofer, Generalmajor. Verhaftung des Generals Rennenkampf. ZV. kl. Bukarest, 0. Dezember. .AdeveruP meldet aus Odessa: General Rennenkampf ist verhaftet worden. Er kam bekanntlich aus dem polnischen Schauplatz acht Stunden zu spät an, so dah der berühmte Durchbruch der Deutschen gelang. Die Entscheidung fällt in Polen! Wie», 6. Tez. lZZ'. I!. Nichtamtlich.)» Tio Kriegsberichterstatter der Blätter stellen übereinstimmend fest, das; die Entscheidung der gegenwärtigen Kriegsplmfe in Russisch- Pole» zu erwarten sei. Tic Kämpfe in Mittelgalizien und in den Karpathen seien von untergeordneter Bedeutung. In Russisch-Pole» muhten die Russen ihren Plan, die Linie der Verbündeten zu durchbreche», ansgeben; ebenso wurden die Russen in Galizien zu Dcfensivmahnahmcn gezwungen. Die Seide» der jüdische» Bevölkerung in Russisch-Polen. Vom Prctzbureau des obersten polnischen Natiemallmnttees wird über das Verhalten der russischen Truppen gegenüber der jüdischen Bcvölkcrung in Russisch-Polen mitffctcilt: In Radom wunden, nachdem die Truppen der Verbündeten di« Stabt verlasse,: hatten, einige F„tz:n gehängt, wie oech in Kleie«, wo außerdem die russische Soldaten jüdisch: Häuser grittidljch ocpillnbert Hatzen. Einen wert gröhcrc» Umsaug nahmen die Fntenpogrome in den Städten des Warschauer Gouvernements an. In Lowicz uni) Sochaczew wurde eine gröbere Anzahl Juden getötet und ihre Habe vernichtet. In Skierniewice wurden, als der russische Gcmeraistab cingczvgcn war, sämtliche Juden unter militärisckier Eskorte über die Sladtgreuze gewaltsam hicianSgejührt und aus freiem Felde in Frost und Kälte einige Tag« und Nächte bel>allen. Der Heldznff ist Serbien. Wie», 6. Dez. (ZV. 15. Nichtamtlich.) Vom südlicher. Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Südlich Belgrad g<’- Minnen unsere Truppen Raum. Westlich Arandjelovac und Gornq Milanovac zog der Gegner neue Verstärkungen heran und setzte seine vehementen Angriffe gegen Westen fort. I»: die von unseren Truppen okkupierten serbischen Gebietsteile, die fast vollkommen verödet angetroffcn wurden, beginnen allmählich die geflüchteten Bewohner zurückzukehrcn. Ilnge- führ 15 000 Einwohner verblieben in Belgrad. Tie neu eingesetzte Stadtverwaltung übt bereits ihre Funktionen anS. Die Ncntealitätsdcbattc in der römische» Kammer. W. B. Nom, 5. Dezember. Die von der Regierung genehmigte Tagesordnung Bettolo ist in namentlicher Abstimmung mit 413 gegen 49 Stimmen angenommen. Die Tagesordnung hat folgenden Wortlaut: „Da die Kammer anerkennt, dag die Neutralität Italiens mit vollem Recht und überlegtem Urteil proklamiert wurde, so hat sie das Vertrauen zur Regierung, daß diese im Bewußtsein ihrer schweren Verantwortung durch ihr Auftreten und die geeignetsten Mittel verstehen wird, die den höchsten Interessen der Nation entsprechende Handlungsweise zu erklären." Der Krieg im Orient. Cinc Niederlage der Engländer. Kvnstantinopcl, l>. Tez. (ZV. 15. Nichtamtlich.) Amtlich: Gestern versuchte» englische Landungstruppen eine von un seren Truppe» zwischen dem Tigris und dem Kanal von Souvapa (?) besetzte Stellung nnzugrcifcn. In dein Kamps, der solgic, wurden die Engländer unter großen Verlusten ge schlagen . Wir erbeuteten ein Maschinengewehr »nd eine Menge Munition. Türkische Erfolge bei Bakum. Konstantrnopel, 6. Tez. (Nichtamtlich.) Tas Große Hauptquartier teilt mit: Wir haben Keda, einen ziemlich wichtigen Pnwkt östlich von B a t n in besetz t. Durch eine» kühnen Handstreich haben unsere Truppen die Elektrizitätswerke von Batum außer Tätigkeit gesetzt /md dabei einige Gefangene gemacht. 300 Russen, die von Batum vorgeschiär worden waren, uni eine von »ns besetzte Brücke wieder zu Nehmen, fielen in einen Hinterhalt »nd wurden vollständig aufgerieben. Der Heilige Krieg. Die arabische,, Stämme der Stz:ai-Halbiuset haben sich, russischen Meldungen zufolge, den Türke» augc schloffen. El Arisch ist danach »ollständig in türkischem Besitz. Eilboten fordern die Wllftenbeduiiic» zum Heiligen Krieg gegen England aus. Port Said isoliert. London, li. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Rcnlersche Bureau meldet aus .Kairo: Die Militärbehörden haben die Küste östlich von Port Said unter Wasser gesetzt, um die Stadt zu isolieren. Ei« englischer Minenleger gefunken. Aus London wird der Rußkija Wjcdoinvsti gemeldet: Tee englische Minenleger „Man," geriet vor Lowcstvst aus eine deutsche Mine und sank mit Minen n» Bord. Die englische Regierung konfisziert neutrale Kriegsschiffe. Das englische Marineininistcrinin gibt bekannt, daß das bei der Finna Armstrong in Elivick gebaute hellenische Kriegsschiff „Almirante Latorrc" unter dem Namen „Kanada" der englischen Flotte zugeteilt werde. Das Scknfs bat eine Wasserverdrängung von 28,500 Tonnen und ist mit 35,0 ein-Geschützen armiert. Auch zwei norwegische Panzerschiffe, die bei Armstrong gebaut wurden, sind von der englischen Regierung beschla nahmt und ihrer eigenen Kriegsflotte cingcreiht worden. Tie englische Regierung soll Norwegen vollen Schadenersatz versprochen haben. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Vcrlaa oou Krumm & Eie.. Gictzc». Truck: Verlag Olienbacher Abendblatt. 8. m. b. H.. Olkenbach a M Z» dem Fonds ji» Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeister weiter cingcgange» von Projefsor Tr. Trapp 20 Mark, Fcld- bercinigungsgeometer Meyer (4. Rate) 10 Mark. Professor Tr. Erb >0 Mart, LI. 50 Mark. R. L. 5 Mark, F. M. Ww. 1 Mark, I. St. 10 Mark, Pi>. H. 150 Mark, H. M. Burkhardt 00 Mart. Eduard Sack 40 Mark. Finanzbeamicnvcrci» 50 Mark, Lehrer V. Müller >0 Mark, F M. >00 Mark, E. E. >0 Mark, St. H. 10 Mark, Sit. 10 Mark, aus der bei der Stadlkaffc nnfgcstellicn Büchse bei Auszahlung der Einquarticrungsgelder >56,10 Mark, desgleichen bei dem Obcrhürgcrnicistcr v«,2t> Marl, Gießcncr Lehrerinnen. verein <1. Rate) 142 Mark, Gicgcner Lchrervercin fl. Rate) 20,1 Mark, Klaffe 7a 2 der höheren Mädchenschule 5 Mark, Friedrich Leonhard Bender scn. 25 Mark, Bauschülcr der Gcwsrbeseyule 50,20 Mark, Schüler der gewerblichen Fortbildungsschule 31,411 Mark, Finanzrat Tr. Ofscnbächer II. Rate) 20 Mark, Professor Schanmann 20 Marl, zusammen >223,70 Mark. Mit herzliche», Tank für diese Gaben wird „», weitere In» Wendungen gebeten. Verstorbene. Wilhelm Eg »er in Aisseld. — Georg Ph.iiop Velten in Oberbiel bei Wetzlar, 7:5 Jahre alt. — Jobs Zörbll V-igeordncttr in Hochelheim. — Frau Iah. Regel Wive., gck>. Hossmaun. in Werdorf, 88 Jahre all. Butter Milch Hühnereier Gänsecicr Käse täsematte tivochenniarktpreise i» Kiesten am 5. Dezember >014 ver Pfd. 1.20 Mk. Liter 22 Psg. Stücks! 2—>3 Psg Stück — P,g. Stück 6—8 Psg 2 Stück 5—0 Psg. -rauben per Paar 0 . 80 — 1 .A Mk Hühner per Stück 1.20—1.80 Mk. Hähu« ver Stück 1.50—2w0 MI. Mäuse ver Pfund 0.60—0.70 Pfg. Ochseusieisch per Pfd. 0.50—0.92»Rk. Kalbfleisch ver Pfd. 70—75 Psg. Kuh- u.Rindsi. per Pfd. 80—84 Psg. Schweincsicffch per Pid. 70—SO Pfg. Hammclsieisch ver Pfd. 70—SO Pfg. Kartoffeln p. Matter 7 00 Mk. Kartoffel,, Pfd. 4 Pfg. Zwiebeln ver Pfund >2—15 Pfg. Blumenkohl per Sick. >5—80 Psg. Kohlrabi Stck.5-10 Psg.» Weißkraut v. Haupt 8-12 Pfg. Rotkraut p Haupt >5—25 Big. Wiest,ig v. Hauvt 10—20 Pfg. Acpfcl per Psuud 12—20 Psg. Birnen Pniud 8—15 Psg. Nüsse 100 Stück 40—45 Psg. Lichtbilder-Bortrag des Herrn A. Silttmig über: Die 8üdam6rika-k'akrt des krinren lfelnricli »nd seiner Gemahlin an Bord des Dampfers „Cap Trafalgar“ am Donnerstag, den 19. Dezember, abends 8 Mr. in der Menen Ausa der Aninersttät. Der Reinertrag ist für vaterländische Zwecke bestimmt. Eintrittskarten zu 1 Mk. sind in den Buchhoudlungen bou FrecS, Sclierowcg. Koch, Scllersweg. Legier. Siidaiilage, Pieiffer- Walllorlrasie, Lcdueidcr, Ncuen-Bäue. lowi: Ernst Baiser- Mäusburg und »dcuds au der Kaffe zu haben Zutritt von der Ludwigstratzc aus. Lerwuiiactc haben unentgeltlich Ziurllt zur Galerie von der Goe hestrahe aus. Die NnwersiwI Hai die Berausiaiinna des BorirageS überuotumcn „nd hofft im Hinblick auf deu wohltätigen Zweck aut regen Besuch Der Rcllor: Gnaiiiie;«'. WofiDäinlcr Frnnkudienst Allg. Deutscher Frailentiereili Ortsgruppe ö»!ctzeii. Das Verpacke,,. Tckireibcu und Adressieren von Feldooslsendililge» besorgt beicitw,lügst „nd »neiit. elllich Montag?, Mittwoch« »ud FrcitagS von 10 bi? i2 llfir vornultags Frau Prof Hör Kaibftetsch Sübanlagc Nr. 4» 2. St. Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern und unenlgelilich in ihrer Sprechstunde die $raii a irrechtsschiitzft■:Uc Giefrcn Mittwoch nachmittags von 6‘ , bi? 8 Uhr im alle» :>!athau». rauer in jeder Ausführung und Preislage/ zntllkklMrkll i äSJSITODHSBISKSBOBBC OS. .< Hnieisärmgr Kgjilsi^er PnlSBinncr Sriiie^han&’scftühe Tastfieniüäcr Vereine erhalten bei groß. Einkäufen Preisermäßigung L.Rosenbcmm & 3 ntob Sswoldsgacten. Ankauf... Altcisc», Lumpen, flnodtt». Povicr. ft,,Ufer, Messina, Zink, 3i„«, Blei, bei Louis Notheuberger Neueiiwca 22. Tirettion:Herma»» Tteiugoetter Sonntag, U. Dezember 1014 Libcnss N Uhr; Neuheit'. Neuheit! Als i üdcIi im FlOiji Ein srüblichcs Spiel in 4 Auszügen von Albert Kehl» n. Martin Jechicc Ende nach 10*/.j Uhr. Gew. Preise zk Der neue Wettkniender 1813 Ä I»i-«il8 40 I'tx. ist einget»offen. . 40 Pfg. Bestellmllsei! erbittet baldigst Oberhesfische Bolkszeitung, Gießen, Bahnhofftrafre 23 . Tel. 20 N 3 .