AttWsche isolffijfitmiji Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes _der Provinz Oberhesscn und der Nachbargebiete. Dt» v»erdelsit-t,« crlcheml ,ede» Werktag SdenL in Gießen £*x abonntmcrülcrti» betrat» wöchentlich 15 Big, monatlxfi W «to. emlchi- BrtnaerUlm. Durch die «oft bfioufn viertetjädrl-IMMt. «edaktt»» und »r»e»itt«>> Siebe». v»dnd»«br»iie 22. tfift S*n>rn»«'K. r»Ie,»»» 20Vkt. Inserate kosten die v mal getpalt. Kotoiiklzeüe oder deren Raum 12 Pf». Sei größeren Sukträgen Radau. Anzeigen walle man In» atxnd»7»dr iür die ivigende Rummel I« der SkpedlUon auiaede» Nr. 283 Gießen, Samstag, Den 5. Tczcmbcr 1914 9. Ialirgailg Einigkeit und Disziplin. Die Dell wird nach dein MrießC eine andere fein. Niemand erwäg ihr Zukunftsbild z» zeichnen, aber keiner kan» auch ei» ilcher Tor fein zu glaube». »ach dieser »»geheuerste» krlchiitler- ng, die die Menschheit je erlebt, könnte das eioiflncftrißc ins alte »eis der Gewohnheit zurückkchre». Noch wisse» wir nicht, wie sich a» Schicksal der Volker aus den Schlachtfeldern gestalte» wirb, ■nntii nicht den Zeitpunkt des liinftiflcn Friedens noch die Be- innnnflen seines Abschlusses, von dem Zustand, in dem sich laute» und Regierungen, Völker und BeoölkcrungSklassr» nach :m Kriege besindc» werde», können ivir uns kaum eine Voreilung machen. Wir wisse» nicht, welche Frage» im Wirbel einer waltsamcn Entwicklung plötzlich nor un» austanchcn werde», elchc Kämpfe u»s bevorstche». Nur eines wisse» wir, die» 1 er mit voller Vcstimmtbeit: die große Zeit der Eniicheidungen ist 'kommen, jetzt geht es überall um Sieg oder Untergang. Das gilt nicht nur slir die Kämpfe draußen. Sosehr unser erz a» der Sache hängt, siir die das ganze Volk jetzt einig mpst. Io ist der Sieg im Kriege doch nur unser e r st e 8, nicht iser letzte» Ziel Wenn die Welt nach dem Kriege eine an» e r e sein wird, so ist damit noch nicht gesagt, das, sic eine esse re sein muh: ob sie das sein wird, das wird von »nS ihänge», es wird davon abhängeu, welche» Gewicht an Kraft und »schlossenheit wir in eulschcidcndc» Augenblicken in die Wag- >alc werden werfen könne» Würde sich die deutsche Arbeitcr- wegung >„ solchen Augenblicken »»einig und zerrissen zeigen, Urde üc. statt den Blick fest auf die Zukunft zu richte», sich i» ifrnchtborcm frabc r über vergangene» erschöpfen, dann könnte an am Ende de» Weltkriegs allen Hoffnungen der Arbeiterklasse t Massengrab schaufeln. E» ist nicht jedermauus Pflicht, mit allem, wo» jetzt geschieht, iverstandcn zu sein, lieber Einzelhcilc» kan» man verschiedener einuiig sein, und man kann über sie, auch unter den gegen- irtlgc» schwierige» Uniitände» seine Ansichten austausche», ohne ^notwendige Einigkeit der Aktion z» gefährden. Die Grund» Wien für die Politik der Arbeiterklasse sind aber durch die Ab- «muiige» und Erklärungen der Reichstagssiaklion vorgczcichiict. >d sic sind unabänderlich, solange sich nicht die llmliäiidc ändern, iter denen üc erfolgt nnb abgegeben find. Alle Bedenke» und tschwerdc» treten zurück gegenüber der Tatsache, das, da» deutsche KI zurzeit de» schwerste» Kamps seiner ganze» Geschichte käinpst, d daß dicker Kampf von dem Drittel des Volke», da» zu verte» wir stolz sind, zum mindeste» nicht mit geringerer E„t- iedenlicit geführt werde» darf al» von den andere» zwei Drit- n. Uns treibt nicht irrende am Krieg, nicht ErobcrungSlust, hi der Wunsch, anderen Völker» zu schaben, wir predige» nicht ilkerhah und Kamps bis zum Weißbluten. aber uns treibt der iUe. da» deutsche Volk im Unglück diese» Kriege» von dem noch ößercu Unglück eine» verlorene» Krieges zu bewahren, und dcm- lsprechcnd müssen wir handeln. Die Vorgänge de» -1 August und de» 2. Tczcmbcr sind welt- chichtliche Tatsachen, die nicht ausgclvscht werden können. Zedc itschc Arbeiterpolitik, die Aussicht aus Erfolg haben will, muh r ihnen ausgche». Man mag darüber streiten, wohin der Weg > da ab wcitcrgebcn wird und soll, aber c» ist unmöglich, von lem Ausgangspunkt zurückzutchren Man kann sich der angc- imen Hofsnung hingebcn — wir teilen üc nicht — daß sich nach » Kriege alle» von selbst zum Gute» wende» werde, und man >n der Meinuna sei» — die wahrscheinlich allgemein ist — dah noch gewaltige Anstrengungen beoürscn wird, um der Sache des 'eilenden Volkes zum Siege zu verhelfen. Aber niemand kann illllch der Anücht sei», dah ma» alle» in vierzig Zähren Gc- 'ssenc zertrümmern müllc. um da»,, wieder ganz von vorne an- angen. Äersiörerarbcit aber leistet der. der in dieser Zeit schwerster fahren die Einigkeit und Disziplin der deutsche» Arbeiter- negung gefährdet. Zn einer Zeit, in der jede freie Aussprache nögsjch ist. steigern sich »»ausgesprochene, aber doch zur Schau ragenc Gegensätze nur umso leichter bi» zur Unerträglichkeit, an es dem einen verwehrt ist, die Gründe seiner Stellung' inte vor der Ceffemltrfileit klarzulegen, so ist c» auch dem an> n unmöglich, ihm seinen Zrrtum »achzuweisen. Was bleibt da lg al» Unlkroidnung unter den Willen der überwältigenden drheii und Vertagung aller Diskussionen auf eine gelegenere Geschieht die», so droht der Einigkeit keine Gefahr. Denn sehr d werben für die Arbeiterbewegung neue Probleme aus- chen, vor denen Meinungsverschiedenheiten über Vergangene» ^ebciisgchlichkcitcir zusammciischrumpse» werde». Diejenigen, heute irre gehen, werden durch Tatsachen besser belehrt werd-i, durch Werte. Geschähe dies aber nicht, dann ergäben ück, !ür Arbeiterbewegung unabsehbare Konjeaucnzen unheilvollster . und der Augenblick, der die höchste kraslanspannung criorderi. nie sie durch innere» Wirrwarr gelähmt, zu richtigem Handeln ig nnsähig finden. E» ist wahrlich kein Spiel um Pfeffernüsse, da» da geipiel! »■ Ilm Ungeheueres dreht es sich, um alles! Wenn ie, so ist Zeit, dah sich jedermann der Worte des atten Liebknecht er- ere- „Eins ist Not. Disziplin! Die Disziplin ist der Stolz deutschen Sozialdemokratie. Ohne Disziplin kein ersolgreicher Ulcher Kamps!" Tie englischen Verluste. _ Sonban, 3. Dez. (VV. B. Nichtamtlich.) Der militärische n drespondent der Times gibt die Verluste der britischen nee auf $4000 Mann an, was ungefähr der un'prüng- L-türke des britischen Heeres entspreche, als es ins Feld "*• Die Verluste in der Schlacht bei ?)pdrn und Armentisres betrugen etwa 50 0M Mann, wovon etwa si-vsiO auf das indische Korps entsiclcn. Ter Korrespondent fährt fort: Wir müssen zugebcn, dah die dentschcn Truppen trotz schrecklicher Verluste noch zahlreicher sind als wir, und dah sie starke Stellungen cinnehmcn. Sic besitzen eine furchtbare Artillerie, die zerstreut ausgestellt und wohl verborgen ist. Ihr schweres Geschütz hat noch die Oberhand und begräbt beständig unsere Leute, indcin ganze Abteilungen der Laufgräben zerstört werden. Ihre Scharsschiitzen sind kühn und hartnäckig. Ihre Grabcnmörscr und Granaten verursachen unS beständige Verluste, und obwohl ihre Aufklärung in der Luft seltener geworden ist, erscheinen dockt noch Tauben und Albatros-Flugzeuge über uns und beobachten, was wir tun. Die englischen Offiziere und Unteroffiziere sind in schrecklichem Mähe geschwächt. Wir baben fast die ganze reguläre Reserve und den besten Teil -der Sprzialrcserve vieler Korps an.die Front gebracht. Wenn die Depots nicht länger iinstande sind, guten »nd regel- niähigen Ersatz zu schicken, würde die Arniec an der Front gern einen Teil der neuen Armeen als Ersatz begrüßen. Wir brauchen jeden Mann, den wir finden können, und werden bald erwägen müssen, wie wir die neuen Ausbebungcn am besten an der Front verwenden können, ob als Armeen. Divisionen und Brigaden in Einheiten oder zur Ausfüllung, Englischc Sorgen. T«ily Telegraph meldet a»S Ncwyork: Taufende von deutschen und österreichischen Reservisten befinden sich noch hier und veranstalteten eine Strahcndcmonstration gegen die Verbündeten. Während der letzten Monate brach unter ihnen, da sic an der Rückkehr nach Europa verzweifelten, große Unruhen aus. Viele würden unzweifelhaft bereit sein, an irgend einem abenteuerlichen Unternehmen an der kanadischen Grenze teilzunehmcn. Tie Kanadier untersuchen sorgfältig die Deutschen, die aus den Vereinigten Staaten dort ein- trcsjcn. Tie Wachen auf den Brücken des Niagaraflnsses werden vermehrt. Patrouillen durchstreifen Tag und Nacht die Wege. Morning Post meldet aus Washington vom 28. November: Einer Ehikagoer Depesche zufolge teilte Clarke, der Präsident der vereinigten irischen Gesellschaft in Chikago, mit, daß der deutsche Kaiser Sir Roger Casement das Versprechen gab, Irland zu befreien, wenn Deutschland siegreich sei» wurde, Elarkc sagte, er kenne die deutschen Absichten betreffs Irlands, und werde sic in Maiscnversanimlungen und Tcmon- strationcn bekannt geben. Gleichzeitig werden an verschiedenen Stellen Ehikagos unter den Auspizien des deutsch-irischen Bundes Meetings abgehaltcn werden. Ein englisches Unterseeboot weniger? Äonstantiuopcl, 3. Dez. (Ctr. Frkft.) Seit dem vor fast vier Wochen erfolgten und abgewiesencn Angriff de: e n g l i s ch - s r a n z ö s, s ch c n Flotte auf die Auhcnforts der Dardanellen hat man von einer weiteren Tätigkci! dieser Flotte nichts gehört: nur vor einigen Tagen konnte deutlich ein englisches Unterseeboot beobachtet werden, als cS in einer Fahrt unter Wasser in die Dardanellen cinzudringen versuchte. Tic türkischen Batterien eröffneten sofort das Feuer und glauben mit Sicherheit, einen Treffer beobachtet zu haben. In der Tat ist seitdem die Zahl de- vor den Dardanellen beobachteten Unterseeboote um eins g e r i n g c r als vorher, und neuerdings sind sämtlich« Unter- sccboote zurückgezogen worden. Noch ein englisches Unterseeboot verloren? Tie Münchner Neuesten Nachrichten melden aus Amster- dam: Das englische Dampfschiff „Earl of Aberdeen" wurde, wie die Central News berichtet, zwischen Aberdeen und Gull ourch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht. Tie Mannschaft konnte gerettet werden. (Notiz des W. T. B.: Nach anderer Meldung soll der Dampfer ein englisches Unterseeboot gcramnit haben, in Hüll festgchalten und Kapitän und- Besatzung verhaftet sein.) Der Krieg gegen Serbien. Wie Lcrbien isoliert wird! Konstantinopcl, 3. Dez. (Ctr. Frkft.) Drei von Rußland nach Kladowo in Serbien bestimmt gewesene, mit Mann- 'chaften und Munition beladene Tonaudompfer konnten in der Nähe von Widdin ihre Reise die Donau aufwäris n i ch t f o r t s e tz e n. Ein Dampfer liegt festgefahren in der Nähe Widdins, die beiden anderen muhten mit voller Ladung wieder donauabwärts zurück. Die Ursache liegt in der be> dem niederen Wasscrftand beginnenden Bereisung, die diese reich spendende Quell« Serbien jetzt verschliefst. Dos wird von großer materieller und moralischer Wirkung auf die serbische Kriegführung fein. Zu dieser wichtigen Depesche der Franks. Ztg. bemerkt das Blatt: At» diese Zeiten in Smistankniopet im» Draht überoebetr wurden, wer vielleicht das Ereioiris noch nicht bekannt, da» dieser Ndeldung erst die rollt Bcdeittuitg gibt: die Sprengung der War- ba r brücke bei Demirkapn Die Berjr,icl»tmior der serbrslheu Grenze, eine Scksiffs- iabuiizi aufgehalte». die schon über 000 Sutometei mühsam ftronwruf gekommen nur Da» mag für die niächstrn Monate zur Regel werden, und dir Donau hat außtelivrt. für Serbien cm sicherer Zu tahrtSwcg zu fern. Ter rollige Zusammeiitiietch de» jertischeu Siaates wird mn so rascher kommen müden. Teutsch österrcichi chc Absichten. London, 3. Dez. (Priv.-Tel-, inbir.. Ctr. Frkft.) Dem Daily Cbronicle wird ans Athen, noch bevor der Fall- Belgrads bekannt war, gedrahtet, dah die Serben sich in der Richtung auf Nisch zurückzögen. Das serbische Heer sei er- schöpft, aber immer noch zu kräftigen. Widerstand fähig. CS seien bereits Vorbereitungen getroffen, die serbische Regierung nach Uesküb zu bringen, da es nicht mehr möglich scheine, die Oestcrrcicher ans Belgrad fernzuhalten. Tic Oestcrreicher hätten Verstärkungen erhalten mit dem sichtlichen Zweck, die Kontrolle der Eisenbahn Belgrad — Sofia — K o n st a n t i n o p e l in die Hände zu bekommen, um so den Truppen- und Munitionstransport von Deutschland noch Konstantinopel m ö g l i ch zu machen. Sobald Oesterreich die Kontrolle über die Eisenbahn Belgrad—Sofia habe, sei Deutschland imstande, Truppen überall, wo eS wünsche, auk den Balkan zn bringen und umgekehrt türkische Truppen nach Frankreich und Belgien. Die Balkanstaatcn und der Krieg. Riiinättick» erhält Kriegsmaterial von Krupp! Zu der Meldung von Bukareftcr Blättern, dah 22 Eisenbahnwagen mit Artillerie und Munition von Krupp für Rumänien angelangt seien, nachdein die österreichische Regierung den Durchtransport gestattet, und dah Rumänien auch gestattet worden sei, aus Deutschland und Oesterreich Benzin zu beziehen, bemerkt die Krcuzzeitung: „Die Mclbunoen dürfte» den Tatlacheii entlprccheii Wenn es auch un an qeb rocht erscheint, weitgehende Zotgerungen daran zu knüpfen, so darf doch so viel a«sagt werden, daß iveder Krupp Munition liefern, nock> Lestcrrrich-IInqarn deren Durchfuhr gestörten würde, wenn die Gefahr bestände, daß die dsut- schcn Granarcn und Schrapnell» gegen un» selb st und uiriere Verbündete Verwendung sinden sollte:, Tie russischen Be. m llhungen in Bukarest, die rirmänffche Regierung bircki^oder durch aemackre Volkebentonfrrarioncn und Presiehetzen in» Zahr° wasser Rußlands zu drangen, luden nicht vermocht, die von klarer Erkenn Nr, s der stoatlicheu Siotwettdigiciieu gerrogene Politik Rumänien« zu ändern. Seine Haltung u,id auch die Bulgariens erregen neuerdings in Petersburg Besorgnisic" Ei» russischer Lockruf au Numäuit«. Besondere diplomatische Informationen der Ruhkojs Siowo besagen, die russische Regierung habe in Bukarest die Uebcrlossung der von den russischen Truppen besetzten Bukowina an Rumänien angebotcn und eine Antwort bis zum 5. Dezember erbeten. — Tie Antwort liegt schon in den obigen Mitteilungen. Tie Nowoje Wremja beklagt die geringe Geschmeidigkeit der Balkanstaaten in den Verhandlungen zur Wiederherstellung des Balkanbundes. Nach ihren Informationen Hot nur die rumänische Diplomatie eifrig dafür gearbeitet, jedoch fei es bei der Spannung in den Beziehungen Bulgariens mit Serbien und Griechenland schwer, den Bund wiedcrherzustellen. Tie russische Diplomatie meint, daß die Balkanstaaten gröhere Geschmeidigkeit zeigen mühten. Griechenland könnte einige tausend Mann Hilfstruppen nach Nisch schicken, will aber vorher vor bulgarischen Angriffen sichergefrellt sein, außerdem den bulgarischen Anspruch oui .Kawalla nicht anerkennen. Tie Entente-Tiploniotie arbeite: eifrig in Sofia. Der Krieg im Orient. Zwrulie» vier Feuern. Konstantinopcl, 3. Dez. (IV. 11.) Nichtamtlich.) Ter Führer der ägyptischen Naiionnlpartci, Mohammed Fcrid, der seit Jahren gegen die Besetzung Aegyptens durch die Engländer einen erbitterten Kamps sührt und vom Ausbruch des europäischen Krieges an hier weilt, erklärte in einer Unterredung, er zweifle nicht daran, das, die os manische Armee mit Leichtigkeit nnd bedeutend rascher, als man glaube, den S u c z k a n a I überschreiten werde. Ebenso stehe anher allem Zweifel, dah die Acgypter, die die Engländer verabscheuten, sich erheben würden, sobald die osmanischc Armee in Aegypten cindringe; nicht minder die Sudanesen, sodah die Engländer zwischen vier Feuer geraten würden, nämlich die türkische Armee, die Bevölkerung Aegyptens, die S e n u s s i nnd die Sudanesen. Der Burenaufftand. Dewet gefangen. Reuter meldet aus Prätoria: Oberst Brits habe Dewet auf einer Baucrnhuse östlich von Mafiking mit 52 Mann gefangen genommen. Dewet habe sich ohne Widerstand ergeben. Am 2. November sei Dewet geflüchtet und zu einem kleinen Kommando im Distrikt Schweizerrcnke gestoßen. Seither werde er verfolgt. Hierzu ist zu bemerken, daß die eventuelle Gefangennahme des versprengten Dewet und einer kleinen Truppe jetzt kaum mehr Einfluß auf den Aufstand haben kann, nachdem dieser, wie die Engländer selbst zugeben, eine weite Ausdehnung angenommen und Beyers als Obcrfehlshaber seine ganze Streitmacht zur Verfügung hat. Aus de» letzten Berichten aus Prätoria an holländische Blätter geht hervor, bah eine wahrcTreibjagdaufdeWet vorgcnonlmen worden ist. An der Verfolgung haben teilgeiiommen «ine Automobilabieilung unter Oberst Iordas, ferner die Kommandos von Middelburg, Leiidenbuvg, Barderto» und Carolina. Am 27. November war schon ein Teil der Streitmacht de Weis mrter dem Kommando von 8. Wolmavan gefangen genommen worden. Tc Wet hatte diese Abteilung an. Tage vorher verlassen und mar weiter westwärts gezogen. Tic Bersolguing wurde daun mit aller Energie klulgesetzt und am 1. Tczembcr holte der Oberst Brits de Wet bei den, Bauernhof Waterburg ein. Nac1>dem dieser Bauernhof umzingelt war, iibergad sich de Wet mit 52 seiner Anhänger, ohne einen Schuh abzugeben. Amerika und die englische LeewiUkür. Newyork, 3. Dez. (W. 6. Nichtamtlich.) Der Newyork Gerald ineldet aus Washington: Das Staatsdepartement hat einen allgemeinen P r o t e st bei der englischen Regierung gegen die Inanspruchnahme des Rechtes erhoben, amerikanische Ladungen zu beschlagnahmen, die aus bedingter Konterbande bestehen, für neutrale Häfen bestimmt und an bestimmte Personen konsigniert sind. Ein französisches Lob der Deutschen. Der syndikalistische Sozialist Herv6 veröffentlicht in seiner Guerre Sociale vom 30. November folgende ihm von einem Pariser Parteigenossen übersandte Zuschrift: Lieber Genosse Hervel Meine Tochter, die durch die Mobilmachung in Deutschland zurültgehaltcu mar. ist soeben nach Frankreich zurückgekehrt. Ich bitte Sie, diesen Brief zu veröffentlichen, durch den dem Zartgefühl und Edelmut der Deutschen, mit denen sie zu tun hatte, öffentliche Anerkennung gezollt werden soll. Ter Familienvater, bei dem meine Tochter sich befand, wurde bei Beginn des Krieges verständigt, dah er erschossen werden könnte, wenn man im Gebaren meiner Tochter irgend etwas beobachten sollte, was den Verdacht der Spionage erwecke: trotzdem wollte er nicht, daß meine Tochter wie so viele andere in ein Gefangenenlager verbracht würde, er verbürgte sich für sie mit seinem Haupt, und sie wurde in unbedingter Freiheit bclasien. Ich werde niemals vergessen, was ich diesem Ehrenmann schulde. Besser als wir selbst von dem unterrichtet, was sich in Frankreich ereignete, konnte sie den traurigen Beginn des Feldzuges nicht nur in den deutschen Zeitungen verfolgen, sondern A f r «j a. Ein nordiicher Roman von Theodor Müggc. 130 „Will's noch einmal in Güte versuchen," sagte Helgcstad, indem er Marstrands Arm anfaßte. Dieser schlug die Augen auf und sah verwirrt umher. „Kommt aus einer andern Welt, Herr," sprach Niels, „sind aber noch hier im Balselsgaard. Scksaut auf, ist nicht anders. Ist der Morgen da, wo die Lebendigen sorgen müssen, bis sie tot sind." „Habt nun Zeit zum Ueberlegen gehabt", fuhr er fort, als er keine Antwort erhielt. „Denken viele, Zeit kann helfen aber Zeit kommt und geht, ändert nichts, wenn wir selbst nichts tun. „Seid ein Mann, Herr Marstrand, der vernünftig denken kann und eine Sache begreift. Liegt klar hier vor Euch, was geschehen muß. Weiber heulen und ringen die Hände, Männer klagen nicht, ineidcn nutzlose Worte, wo Worte nichts ändern können. Biete Euch heute noch, was ich gestern bot. Sollt bleiben, wenn Ihr wollt, und mir bei- stehen, sollt es nicht bereuen: wenn's Eurem Herzen ober zu- Wider ist, so geht, sollt es nicht mit leerer Hand tun. Da ist das Boot mit den Gcrichtsdienern: fahrt nach Tromsö, will Euch selbst Gelegenheit verschaffen, bald weiter fort nach Trondjcm oder Bergen zu konimen. Habt ein gutes Ge- schüft gemacht, habt Erfahrungen gesammelt, und denke, scheiden als Freunde. Denke ja, Jst's nicht so?" Er streckte seine Hand ans, doch Marstrand schlug nicht ein. Er blickte finster vor sich hin, und seine Lippen preßten sich verächtlich zusammen. „Wollt Ihr oder wollt Ihr nicht?" fragte Hclgestad. „Der Junker hat keine, Lust", rief Petersen. „Da ist Lovmann Gullik mit den beiden Amtsboten. Ich denke. Niels, die Zeit zum Unterhandeln ist vorbei; laß-dem Gesetz seinen Lauf." Der Gerichtsvogt trat herein: ein kleiner, breitschultriger Mann im langen Amtsrock, den Hut mit der Tresse auf dem Kopfe, das Wappenschild auf der Brust. Hinter ihm standen seine beiden Begleiter. „Seht hin, Herr Marstrand", sagte Niels. „Sind die auch im Echo de Paris, im Petit Parisien, im Temps, in den Times oder andere» französischen, englischen oder italienischen Zeitungen, die über die Schweiz eiiitrascn. Wenn die in Frankreich gefangenen Deutschen über die Ereignisse »ur wenig ans dem Lausenden erhalten werden, so sehen Sie, dass cs in Deutschland nicht ebenso zugeht. Und jeder Schritt, den die kaiseriichc» Armeen vorwärts inachtcn und wovon wir so wcnig erfahren habe», wurde dort drüben durch die Ankunst von französischen Gefangenen und Kanonen gekennzeichnet. In der Kleinstadt, wo alle Welt bald „die Französin" kannte, bekam diese niemals ein verletzendes Wort z» hören. Bis zu ihrer Abreise an Allerheiligen sah sic aus den Gräbern »nsercr Soldaten ebensoviel Blume», wie aus dcnienigen der gefallenen Deutschen, und am Allerseelentag brannten die nämlichen Lämpchen aus allen Gräbern. Meine Tochter erhielt einen Passagicrschein nach der Schweiz, wo ich sie erwartete. Sic muhte während der zwei Tage ihrer Reise Militärzüge nehmen und obwohl die Notwendigkeit, ihren Rcisepah ost vorzuzcigen, sie auffällig als Französin erscheinen lieh, war sie voll Lobes für die Höflichkeit und das Entgegenkommen der Soldaten und Offiziere, mit denen sie unterwegs in Berührung kam. Ucberall derselbe Eindruck: „Sagen Sie ja Fhren Landsleuten, dah wir nicht die Barbaren sind, als die Ihre Zeitungen »ns verschreien, indem sie bedauerliche Tinge, die ost nur Repressalien darstelltcn, übertreiben und verallgemeinern: man hat uns einen Guerilla-Krieg gemacht. Es gibt in der deutschen Armee wie in allen andern Apachen, die Verwundete töten, Gefallene und selbst Lebende verstümmeln, die plündern und zerstören: bas ist im Kriege so." Offenbar sind die Dcuischcn in ihrer Heimat nicht ganz und gar die Nämlichen, wie die Deutschen in erobertem Lande: seine starke wirtschaftliche und intellektuelle Entwicklung, der Stolz über sein Emporkommen, seine spät zur Geltung gelangten Bedürfnisse haben Deutschland und hinter ihm die Welt in eine schreckliche militärische Krisis gestürzt: die brutalen Instinkte, die im Militarismus nur einen disziplinierten Ausdruck finden, steigen an die Oberfläche: aber diese Diszeplin hat auch bei den Deutschen seit den ersten Tagen eine hervorragende Haltung gegenüber der Todesgefahr erkennen taffen und das schlimmste liebet, das wir uns selbst zusügen könnten, wäre, ungerecht zu werden. Als Sozialist, als Patriot und als Arzt denke sch durchaus wie Sie über die Verurteilung der deutschen Militärärzte. Schimpfliche Tat! (Vilain geste!) Pierre Bonnier. Aufruhr in einem holländischen Gcsangeneniager. Amsterdam, 3. Dez. lEtr. Frkst.l In dem Gefangenenlager von Soest (Hollands, in dem etwa 11600 Belgier »ntergcbracht sind, die nach der Einnahme von Antwerpen über die holländische Grenze geflüchtet waren, kam es heute zu einem gefährlichen Ausstanb, der nur mit aller Mühe unterdrückt werden konnte. Augenscheinlich haben sich die Leute in dem Gefangenenlager gclangwcilt und der Besuch ihrer Franc», die sich dann wieder zu entfernen hatten, scheint die Mihstlmmung bei vielen von ihnen noch verstärkt z» habe», so dah zwei von ihnen sich Bilrgerkleidcr vcrschasften und zu fliehen suchten, jedoch wieder eingesangen wurden, wobei eine große Anzahl ihrer Kameraden sür sie Partei ergriff. Ein Wacht- nieister der bclgischen Gendarmerie hielt die Flüchtlinge zurück und benachrichtigte einen Offizier der holländischen Wache, worauf ein Tumult entstand. Der Gendarm wurde mihhandelt, und die Täter wurden darauf bestraft. Gestern abend spät und heute früh wurde die Kantine gestürmt und zerstört. Die 260 Mann Wache wurden verstärkt und die aufrührerischen Belgier wurden ausgefordert, sich ruhig zu verhalten, da sonst geschossen würbe. Die Belgier antworteten: „Ihr wagt es doch nicht, zu schiehcn." Schließlich blieb kein anderes Mittel, als eine Salve abzugeben: 8 Mann wurden getötet und 22 verwundet. (Franks. Ztg.) Der Fall Liebknecht. Will Liebknecht die Konsequenzen ziehen? T. U. Berlin, 3. Dez. Wie die B. Z crsährt, verlautete heute vormittag im Reichstage, dah der Abgeordnete Liebknecht nach den gestrigen Vorgängen im Reichstage beabsichtige, sein Mandat nic- dcrzulegen. Eine Bestätigung war bis zum Mittag nicht zu erlangen. (Für einen Teil der Auflage wiederholt.) Das sozialdemokratische Prcssebureau teilt uns mit: Reichstagabg. Genosse Tr. Liebknecht hat an den Präsidenten des Reichstags eine Erklärung gelangen lassen, die seine Abstimmung über die Kricgskredite motivieren soll. ES ist zulässig, folcftc Erklärungen zu einer Abstimmung abzugeben. Diese sind in das Protokoll aufzunehmen. Der Reichstagspräsident hat die Aufnahme der Liebknechtschen Erklärung jedoch abgelchnt, weil sie so abgefaßt sei. daß sie. wenn sie in der Sitzung öffentlich vorgetragen worden wäre, unbedingt Ordnungsrufe nach sich gezogen hätte. Männer da von Gerichtswegen, um ihre Pflicht zu tun. Legen Beschlag auf alles, was Ihr habt, und können Euch selbst in Hast nehmen, wenn Euer Gut nicht reicht. Biete Euch zum letztenmal die Hand zum Vergleich. Greift zu, habt keinen Ausweg." „Meint Ihr?" antwortete Marstrand aufstchend. „Ick will Nicht mit Ihnen rechten, Herr Helgestad, weder Klagen noch Vorwürfe erheben, denn ich weiß, daß ich eher damit den Balselfwald fortbewegen könnte. Ich habe keinen an- deren Ausweg, sagen Sie? Wir wollen sehen. Haben Sie meinen Schuldschein und den Bürgschaftsschein von Bergen bei der Hand? Legen Sie beide vor." Helgestad sah ihn an, wie einer, von dem man glaubt, er habe plötzlich den Verstand verloren. „Nutz!" sprach er dann, „wollt meine Beglaubigung sehen, ist beides hier. Tritt her, Lovmann Gullik. Ist hier der Schein über sechstausend Spezies bar empfangen. Hier der andere über zweitausend sür Waren und Geräte. Steht der Name darunter, werdet ihn nicht ablengnen." „Gewiß nicht", erwiderte der Junker. „Ich erkenne die Schuld an, ebenso die Bürgschaft in Bergen für mich geleistet, da ich aber mit Fandrem in Gegenrechnung stehe, die gute Hälfte der Schuldsumme durch meine Fische abgetragen ist, so kann ich unniöglich an Niels Helgestad die volle Summe zahlen." „Eine Bürgschaft mutz gedeckt werden, wenn es gefordert wird", fiel Petersen ein. „Mit Nichten, Herr", sagte der Lovmann. „Die Bürgschaft muß nur dann gedeckt werden, wenn der Bürge keine Mittel sicht, zu seinem Schaden zu kommen. Kann Herr Marstrand nicht zahlen und wird sein Hof mit Beschlag belegt, so fällt die Bürgschaft zu der gesamten Schuld, sitzt er aber aus seinem Gute, so niuß sich erst zeigen, ob er dem eigentlichen Schuldner nicht gerecht zu werden vermag und was dieser in Anspruch nimmt." „Nuh!" rief Helgestad lachend, „ist ein Streit um des Kaisers Bart. Will abstehen von Deckung der Bürgschaft. Hofherr in Balselsgaard, habe nur Gutes mit Euch im Sinn gehabt und sollt nicht sagen, daß ich ein harter Mann bin. Biete Euch hier vor Gericht nochmals zwanzigtausend Ein Slbschicdsqrus;. Zum Nachfolger des nach Konstantinopel entsandte Gcneralgonvernenrs von Brüssel, Frhr. v. d. Goltz, jst «, kanntlich der General der Kavallerie von Bis sing, d bisher als stellvertretender Kommandeur des 7. Armeckor wirkte, ernannt worden. Diesem General, der vor einig Jahren infolge eines Geheimerlasses vielfach genannt wnr! widmet unser Solinger Parteiblatt, die Bergische Arbeit, stimme, diesen Abichiedsgruh: „Der .Korpsgcncral des 7. Armeekorps, General der Kav lcric v. Vissing, ist an de» Posten des Marschalls v. d. ft, berufen worden. Ein arbcitsfrcudigcr Mann ist | mit aus einen hohe» veraiiiwortungsvolleii Posten gestellt >„> den. Ter Kriegszustand ha: den Korpskoniniandanten in c weit nähere Berührung mit alle» Schichten und 3 hülfen des weiteren Bczirts gebracht, als dies in normalen Zei der Fall ist. Alle Kräfte des Bczirts wollte He v. Bissing in den Dienst der Sache stellen, um drauhen auf den Schlachtfeldern gekämpft wird. Das ist h General größtenteils gelungen. In enge Beziehung trat General zur Presse. Die sozialdcmotratischc Presse ist gewol alle Gefahren mißachtend, die große Masse des Bottes zu r treten. Sic vertritt Klasseninteressen, im Bewußtsein, daß durch Hebung der soziale» Lage der Arbcitermasscn das Niv des ganzen Volkes hebt. Wir haben selbstverständlich uns (o| in Dienst gestellt, als cs galt, die furchtbaren sozialen Wlrkun des Krieges zu milder». Wir sind bisher dieser Pflicht treu blieben und werden cs weiter tun . . . (Hier sind einige Sic von der Zensur gestrichen worden.) Wir gehe» ruhig unfern Weg und lasse» uns nicht beiri Diese »ebcrzengung läßt uns aber auch die A ch t u n g v o r d Wollen des Generals — trotz alledem — bekunden. ! für militärische Interessen, so trat der General auch für 3 b e i t e r i n t e r c s s c n c i ». Er bemühte sich um die Oessn der Betriebe, wandte sich gegen Lohn- und Ge hat kürzungen, trat sür ausreichende Niitcrstübung der 5 leidenden ein, kämpfte gegen Preistreibereien, kurz bemühte sich, die Leiden des Krieges zu mildern. Wir sehen General, der uns früher sür Todfeinde des Baterlar hielt, scheiden und sprechen ihm unsere Achtung aus/ Hundekuchen für Vaterlandverteidiger. In der Kirchen-Zeitnng der Pfarre St. Andreas ( 45) lesen wir folgenden Abschnitt aus dem Kriegstagel eines Freiburger Pfarrers: „ 10 . September. Daß unseren Kriegern im Felde die l und reichliche Nahrung gehört, und daß die Zurückbleibcnden sich sparen müssen sür ihre Verteidiger, das hat am schnell und freudigsten das schlichte, einfache Volk begriffen, jenes L das für gewiye Leute nur der „Pöbel" war. Dagegen hc einzelne — wohlgcmerkt, nur einzelne — Vertreter des nehmen Volkes es sertiggebracht, bei der Einquartierung n rcnd der Mobilmachung die Mannschaften im Souterrain, deutsch Keller, schlafen und in der Waschküche essen zu ias auch mußten sie von den Soldaten mittels der gedruckten c lichen Vorschrist belehrt werden, was ein Kricgermagcn I Leben bekommen muß. Eine sehr reiche Dame, die entfpred I ihrem Vermögen und ihrer Wohnung mit einer starken 8ric I schar bedacht war, kaufte persönlich in größerer Menge — Hu > suchen ein, das gebe eine vorzügliche Suppe für die Einguai > rung. Stände es in meiner Macht, so müßte diese Weibspe > nach dem Frieden gerade so lange als der Krieg dauerte, » Badekur und Sommerfrische bei Hundekuchen durchmachen. 7 I Tat rechne ich unter die himmelschreienden Sünden." Sicher nur ein Emzelfall, ober wert, vermerkt I werden. Ueber Loldatenmistliandlungen im Feindesland hotte dos Kriegsgericht der Kommandantur Breslau zu richt zu sitzen. Tos Kriegsgericht verurteilte den Angtkla wegen Mißhandlung, vorschriftswidriger Behandlung Beleidigung Untergebener im Felde und im Dienste 1 Monaten Festungshaft nnd 60 Mark Geldstrafe. Der klagevertreter hatte gegen den mit dem Eisernen Kreuze gezeichneten Hauptmann das Doppelte beantragt, der leidiger ihn aber sür einen pflichteifrigen Offizier crk der viel Schwierigkeiten zu überwinden hatte und im Ac und in der Erregung handelte. Trotzdem wurde er sc Spezies. Decke Eure Schuld in Bergen nnd nehme dafür Fischanteil. Macht alles in allem zwölftausend Spc zahle Euch somit achttausend bar heraus." „Greift zu", sagte Gullik, der es freundlich meinte ist das Beste. Wort ist Wort." „Wort ist Wort! Habt es alle gehört", rief Helg. „Nimm deine Feder, Paul Petersen, schreib es nieder/ „Halt, noch einen Augenblick!" fiel Marstrand ein. wenn ich Ihnen die Summe zahle, die ich schuldig bin. haben Sie weiter zu fordern?" „Nuh", grinste Helgestad, „nehme lieber Geld, wie gebe. Habe nichts dagegen, wenn Ihr zahlen könnt." _ „So sollt Ihr haben, was Ihr begehrt!" sagte Morst und mit dem Schlüssel in der Hand ging er auf dolos. Sein Herz schlug heftig und seine Glieder zitt „Hilf mir, Allvater Jnbinal!" murmelte er in sich l und plötzlich verwandelte sich seine Angst in Freude, ein Träumender, der einen großen Schatz findet, stari in den tiefen Kasten aus eine Reihe ziemlich großer ^ die dort dicht nebeneinander standen. Sie waren von . ticrleder gefertigt, schienen ganz neu zu sein und waren mit einer Sehne zugebunden. Auf jedem Tack stand dic M Lausend deutlich geschrieben. Lj Ob es Wahrheit. Wirklichkeit war, ob Trug und J r werk, wußte er im ersten Augenblicke kaum. Alle -> .^ und alle Hoffnungen, Glück und Furcht rangen in m - packte den näckisten Sack und krampfte seine Hand d?- als könnte er verschwinden: dann zog er ihn o** 011 gj warf ihn auf den Tisch, daß das Silber klang. Wie Ton hörte, bebten seine Nerven, und als er Helgestw 11 .... Schreiber sah, füllte sich sein Herz mit unbeichr Wonne, denn diese beiden schlauen Männer standen Iv n mit stieren Augen vor ihm und staunten das Wun ^ 1 „Nehmen Sie Ihr Geld. Herr Helgestad.' WS" strand, so gefaßt er es vermochte, „hier ist cs. Uw jeden zu tausend Spezies, wohlgezählt, Lovmann ^ seien Sie Zeuge dasür, daß ich diese Schuldscheine ei frei von jeder Verpflichtung bin." «Fortsetzung folal.I Eie fr».. —ssion des Reichstags , 0 ar am Donnerstag zu einer Besichtigung der Gefangenen- tager in Toberitz emgeladcn worden. Mit Rücksicht auf die Geschäftslage der Kommission wurde jedoch davon Abstand genommen, der Einladimg an diesem Tage Folge zu leisten. Die Kommission trat dann in die Beratung einer Anzabl von Heeresfragen ein. wobei, wie wir hören, besonders über die Gefangenenlager sowie über die Verpflegung und Behänd- lung der Kriegsgefangenen Erörterungen gepflogen worden sind. Bei dieser Gelegenheit unterhielt man sick, auch über die von den Behörden angeordncte Räumung einiger Teile Ostpreußens. Die Not der Flüchtlinge wurde recht lebhaft geschildert und weitgehendste Abhilfe der Klagen in Aussicht gestellt. Allerdings ist ein Teil des Notstandes auch auf dir Kopflosigkeit der Bevölkerung zurückzuführen. Auch die Ar- beitsverhältnisse der Schanzarbeitcr wurden in den Kreis der Erörterungen gezogen. Tie Verhandlungen gehen weiter und dürften erst am späten Nachmittag beendet werden. Tet verschärfte Kriegszustand, 6er am 31. Fuli für den Bereich des 7. Armeekorps festgesebt und später „infolge des Wohlverhaltens der Bevölkerung" gemildert wurde, lst »ach einer Bekanntiiiachnng des Generalkommandos in Münster, vom 27. November datiert, wieder eingeführt worden. Begründet wird diese Maßnahme mit dem Fnteresie der össent- Iichen Sicherheit, insonderheit der überhand nehmenden Tätigkeit fremder Spionageagenten. Zugleich wird bekannt gegeben, das; die Aushebung des Artikels 7 der preußischen Verfassung wieder außer «rast gesetzt wird und die außerordentlichen Kriegsgerichte in Münster und Tllsieldors ausgehoben sind und damit die ordentlichen Gerichte wieder ln «rast treten. Diese letztere Maßnahme wird mit dem einwandfreien vaterländischen Verhalten der gesamten Bevölkerung begründet. Von den Kämpfen im Nordwesten. Holländische Blätter berichten: Einzelnachrichtcu über die 'Kämpfe an der Äser fehlen noch. Zahlreiche Verwundete sind in Brüssel angekommcn. Seit Dienstag früh 6 Uhr hört man fast ununterbrochen Kanonendonner. Ganze Züge von Automobilen, Munitionskolonnen. Wagen mit Material und Proviant erstrecken sich bis Mariakerke, wo die Grenze des Operationsgebietes ist. Tie Küste ist im vollkommenen Ver- teidigungszustand. Die strengsten Maßregeln sind gegen Spionage getroffen worden. Mehrere hundert Flüchtlinge, die vorgestern aus dem Kampfgebiet kamen und nach Holland wollten, sind zurückgewicsen worden. 30 Einwohner an? Ostende, darunter zahlreiche Franzosen und Engländer, wurden unter dem Verdachte verhaftet, zum Feinde Beziehungen unterhalten zu haben. Sie wurden nach Deutschland transportiert. In Gent wurde eine Anzahl angesehener Bürger .scstgenommen wegen des letzten Bombenanschlags gegen das Benzindepot. Es heißt, daß die Lage desselben durch Spione verraten worden war. Aur Lage in Serbien. London, 4. Dez. Die Times melde» aus Petersburg: Die Lage in Serbien ist ernst. Die Lesterreicher habe» jetzt dort eine halbe Million Soldaten einschließlich :J(1000 Bagern. Serbien hat sehr große Verluste erlitten. Mehrere Regimenter haben nur noch 8 Cffiiierc statt 75. Die einzige Hoffnung ist die Silse Rußlands. Italiens Neutralität. Fortepiano des Ministerpräsidenten. Rom, 4. Dez. Bei der gestrigen Eröffnung der Kammer gab Ministerpräsident Salandra die Erklärung über die aus- ivärtige Politik des Landes ob. Er rechffcrtigte die Neutralität Italiens als dem Wortlaut und dem Geiste der vor- handcnen Verträge entsprechend und als notwendige Forderung nationaler Interessen. Er spielte dann auf die leidenschaftlichen Debatten an. die sich an die Erflärung der Neutralität knüpften, die aber später in Italien und dem Ausland der Anerkennung Platz machten, daß die Regierung durchaus den richtigen Weg verfolgt habe. Italien habe in den Ländern und Meeren des alten Kontinents, dessen Bild sich vielleicht verändern werde, vitale Interessen zu schützen nnd gerechte Ansprüche zu unterstützen. Es habe seine Groß- mocktzstcllung nicht nur intakt zu erhalten, sondern sie durch etwaige Vergrößerungen anderer Staaten auch nicht relativ verkleinern zu lassen. Diese Stelle der Rede wurde von allen Parteien durch lebhaften Beifall unterstrichen. Italiens Neutralität dürfe nicht ohnmächtig fein, sondern das Land zu jeder Entscheidung befähigen. Zum Schluß appellierte der Staatsmann an die Einigkeit und Opfer- sreudigkeit der Nation und des Parlaments. Salandras Rede hat in Presie und Parlament einen beisviellosen Erfolg gehabt. So bestimmt und klar ihre wesentlichen Stellen zu lauten scheinen, so vielfältig sind die Ansichten über ihre Bedeutung. Zahlreiche ousgesragte Ab- geordnete haben den Abendblättern ihre Auffassung mitgeteilt. Viele halten die Rede für einen Kriegsrus. viele i ir den Ausdruck der Absicht, durch friedliche Mittel Italiens gerechte Ansprüche zu befriedigen. Aber alle sind v e f r i e d i g t. zum Teil b e g e i st c r t. Ter Abgeordnete 'federzeni charakterisierte die Rede mit folgendeni prägnanten Wort: Salandra bat einen Wechsel ausgestellt, aber das Datum nicht ausgefüllt. Englische Mastnasimeil gegen die irischen Rationalisten. Das Allgemeene Handels-blab meldet aus London: sin Dublin .'Ursen in der letzten Rächt HauSs» Lungen von der Poliz« ä: allen ZeitungsoerkaufSstellen der Stobt veranstaltet, wobei ^auch eine Anzahl Eremplaie der Zeitung Irish Freedom (Orifefte uro- r, eit) beschlagnahmt wurden Di« Polizei nahm auch im Burvau dieser Zeirung «ine Haussuchung vor. Amerikas wirtschaftlicher Schaden. London, 3. Dez. (IV. B. Nichtamtlich, s Die Morning Post meldet aus Washington: Die Erklärung Llond Georges im Unter- •oute, daß die Vereinigten Staaten Großbritannien ungetahr llltzv Millionen Psund Sterling schuldeten, hat hier einen etwas unangenehme» Eindruck erregt und wird, wie man befurchtet. de ^röflnung der Fondsbörse noch weiter hiuauSschieben. uurw die Erklärung wird außerdem erneut die Besorgnis hervorgeruie», daß bei der Erösfnung des Böiienverlehrs in Neivvork ameri- lc-Nische Werte ohne Rücksicht auf den inneren Wert aus oeu Marti geworfen werden — Z„ dem gleiche» Gegenstand ichreibt die Washington Post: Ter Handel in Aktien an der Fondsbörse wäre ucher bereits eröfsnet. wenn man nicht befürchtete, daß die enormen -'engen amerikanischer Werte, die sich in briti'chem Besitz befinden, m Äcwyork ntafienweile aus Leu Markt geworfen werden, daß La. £ ir iv £5 **l. ,n gefordert und der dadurch bedingte starke v « *, • ‘»extlonif* Finanzlage gefährden wird Durch $! e Erklärung Lloyd Georges taucht die Besorgnis von neuem auf. Biele amerikanlfche Bankiers nehmen infolgedessen an. daü britische Mnan-i»stttute versuchen. Geld aunubringen, indem sie ihren Besty an amerikanischen werten verkaufen. Tagung dcs französischen Parlaments. Bordeaux, 3. De;. (IV. B. Nichtamtlich.) Der Minister- rat unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincarck beschloß, die Kammer zu einer außerordentlichen Session auf den 22. Dezember in Paris einzuberufen. Tie Minister reisen Ende nächster Woche nach Paris, um dem Finanzausschuß des Senats und deui Budpetausschuß der Kammer zur Verfügung zu stehen. Präsident Poincarck wird ebenfalls dann in Paris sein. Deutsch-schweizerischer Zwischenfall. ... «Mf. 4. Dez. Das Schweizer Gren'.blatt Demokrat« lerichtet über einen angeblich deursschwei.zeri scheu Zwischenfall. Eine deutsche Patrouille soll aus schioei.zerrsche Soldaten geschossen hoben. JL't Untersuchung ergab aber eine völlig korrekte Haltnna der Deutschen, die der Demokrat« lobend anerkeimt. Dt« bcutschc Patrouille benierkte an, Ausgang eine» Forstes eme Gruppe ,'ran,»silch.schweizer-isä,er Soldaten. Um dw Franzosen .,ur Ruck zug zu i>eraiilasten, feuerten die Soldaten aber nur über die Kopse der Gruppe hmwe«. worauf die Franzosen crbzogen. Erfolg der türkischen Waffen. w - B - «onstantinopel. 4. Dez. Der Generolstab teilt mit. baß die türkischen Truppen einen groften Yrfolg in der Zone des Flusses Tschorkh davongetragcu haben. Einzelheiten folgen noch. Ter Kaiser in Berlin. W. B. Große» Hauptquartier. 4. Dez., vorm. (Amtlich.s §. M. der Kaiser Ist gestern abend zu kurzem Aufenthalt tu Berlin eingetroffen. Die oberste Heeresleitung. Telegramme. TMsbmcht teßrop •ömiptprtäers. Feindliche Tlngrifsc in Lst und West abgeschlagen. Die deutsche Lsicnsive in Polen. XV. B. Großes Hauptquartier, 4. Dez., vormittags. (Amtlich.) Aus dem westlichen Kriegsschauplätze wurden französische Angriffe gegen unsere Truppe» in Flandern wiederholt abgewiesen. Ebenso in der Gegend nordwestlich Altkirch, wo die Franzose» bedeutende Verluste hatte». Aus dem ö st l i ch e n Kriegsschauplätze sind feindliche Angriffe östlich der Masurischen Seenplatte unter großen Berlujtc» für die Russen abgeschlagen worden. Unsere Offensive in Polen nimmt normalen Verlauf. Tie oberste Heeresleitung. Vom flanderischen Kampsplatj. Tie holländische Tijd meldet aus Dünkirchen: „Der Kainpf hat einen anderen Charakter angenommen. Ans deutscher Seite sind allenthalben Truppenbewegungen vor- genommen worden. An einigen Punkten sind große Strcit- kräfte zusamniengezogen und wieder an anderen Stellen der Mer-Linie Truppen wcggenommen worden. Ick, kann deshalb auch nicht sagen, wie andere das tnn, daß man hier keine neue Schlacht zu erwarten habe: das, was ich hier feststellen kann, weist mehr darauf hin, daß der neue Charakter dcs Kampfes gerade in dem scheinbar energischen Auftreten der Deutschen und in dem scheinbaren Truppcnzusammcnzichen gelegen ist, während in Wirklichkeit die Regimenter wohl nach der Ostfront gezogen worden sind. Das heftige Auftreten der Deutschen, vor allem ihrer Geschütze, hat dann wahrscheinlich bloß den Zweck, die verbündeten Armeen über die Stärke deS deutschen Heeres zu täuschen. Was die nächsten Tage bringen werden, weiß ich nicht." Ter Berliner Lokalanzeigcr meldet aus Genf: Eine empfindliche Störung erfuhren durch die deutschen schweren Geschütze die bei Nieuport und südlich Apern^ fortgesetzten Befestigungsarbeiten der Verbündeten, deren Stellungen i» dein überschwemmten Gelände südlich Tirmuiden unmöglich wurden. Die enttäuschten Pariser. Der Korrespondent des Rieuwe Rotterdamsche Courant in Paris veröffcntlickst «inen längeren Zeitungsbericht, an besten Ende es heißt: Tic Berichte der letzten drei bis vier Tcnze entsprechen nicht der Hosstwnge». Dos Pnblitum bekommt setzt tücr nach de» letzten Berichten den Eindruck, daß der Abzug der Deutschen aus Frankreich noch immer keine Wirklichkeit wird imd daß auch eine erneut« vcvschürste Lssensive an jenem Teil der Front, der sick, am inefcefte« bei Paris befindet, zu erwart:, ist. Ferner fühlt man hier, daß die Rüsten immer noch nicht aus deut- schcm Gebiet die eitwtften Fortschritte machen und daß im Augenblick in Rii'sicch-Polen die Rüsten in einen schwierige» Kamps vc> wickelt sind, desten Rcinitat bis jetzt hier unbekannt ist. Alles das ziuammen sich« dazu, die Erster und Gemüter wieder in ti- Strni- liiung zu bringen, di« vor den letzten großen E«varni,>ge„ herrschte. Wiederum denkt man an einen zähen und blutigen Kamps. D>. cimnutigt wichl nicht, und man ist überzeugt, daß man schlitßl ä, dennoch den Sieg davontragen werde, aber es iührt zn ciner Depression und zu einer Enttäuschung, die vielleicht bald iibcr wunden werden wird, aber btt in dem für alle Eindrücke so Ir*' zuaanglnhen Teil sofort zu bemerken war und die sich dann auch in allcrchand «larmgcrüchten gtänße« hatte. Frankreich beruft dis Jahresklasse ein. Paris, 4. Dez. (Ctr. Frkst.) Nach der Jahrcsklasse 1915 beruft Frankreich nun auch die Jahresflaffc 1916 ein und zwar auf Mitte Februar. Wenn auch diese Rekruten nicht sofort in den Krieg geschickt werden sollen, so scheint dock, aus der getroffenen Maßregel hervorzugeiwn. daß Frankreich noch mit ciner langen Kriegsdaucr rechnet. Im Westen sind beide Gegner auf mehreren Parallellinicn so fest verschanzt, daß selbst die heftigsten Kämpfe (nach franzöm'cher Ueberzcugung) nur leichte Acnderungen der Linien bewirken könnten; unter diesen Umständen genüge selbst ein Jahr nicht, um die Deut- schen aus dem Lande hinauszuwerfen. Ter Botschafterwcchsel in Rom. Berlin, 4. De,. (IV. B. Amtlich j Die Roeddeuische Allgemeine Zeitung meldet: Da der Kaiserliche Boischasier in Rom, v. Flvtow, aus Gesundbeiisrückfichteu eine» längkee» Urlaub auireten muß,', t,ot Seine Majestät der Kaiser den Fürste» von Bülow mit der Führung der Geschäfte der Kaiserlichen Botschast in Rom de. austragt. a:cr tfcuijua gegen zserluen. Eöicn, l. Dez. (11. N> Po,» südlickicn Kriegsschauplatz' wird anitlich gemeldet: 4. Dezember. Die Besitzergreifung von Belgrad erfolgte gestern in feirrlickzer Weise. — Der Vormarsch unserer Kräfte gebt am nördlichen Teile der Front kampflos vorwärts, lvobci gestern 300 Mann zuj <. ist dadurch unmöglich geworden. Kein serbisch-österreichischer Sonderfriede. Wien, 4. Dez. (IV. Ti.) Die Reichspost erfährt von diplomatischer Seile: D,e verschiedeiniiche» Meldungen über angebliche Absichten maßgebender Kreise Serbiens, angesichts der große» Fortschritte dcr kaiserlichen Truppe» ans serbischen Bode» einen Sondersrieden mit Lesterrcich Ungar» anzubahnen, um den vollständige» Zusammciibruch de» Königreichs zu vermeiden, entbehren jeder Grundlage. Die serbische Regieriing ist abhängig von Peteztzbnrg, »nd es geschieht in Serbien heute mir das, was Rußland will. Das Zarenreich wird aber nie zugeben, daß sein Vasallenstaat sich mit dcr Donallmonarchie gnssöhnt Auch von der ongeblichc», schon mkhrmal» gemeldeten Kabinettskrise in Risch, ist an hiesiger maßgebender Stelle nicht» Authentische» bekannt. Kein neuer Balkanbttkid. Nack; dem Eorricrc dclla Sera sollen die Leute, die die! Wardnrbrückc sprengten, b»lgarisck>e und türkische Komi- tadschis, aus dem bulgarischen Ctaatsarscnal mit Wasseitz versehen und von einem bulgarischen Offizier geführt worden sein. In Risch sei nian darüber sehr aufgebracht. Auch sollen Bulgaren an Grieckxnvcrfolgungen in Kleinasien und( Thrazien (?) teilnehmcn. Man schließe daraus in Athen und' in Nisch, daß Bulgarien sich der Türkei an schließen! wolle. Geheimverträge zwischen der Türkei und Bulgarien! scheinen das Zustandekonlmen eines neuen Balkan-l bundcS zu verhindern. Falls die Oefterrcicher Nisch besetzen, würden die Btllgaren voraussichtlich in Maze»! d o n i e n e i n f a l l c n. Italien sei mit seinen Bemühungen' zur Gründung eines neuen Balkanbnndes auf wenig Gegen-, liebe in Serbien gestoßen, wo man Italien beschuldige, daß cs Bulgarien begünstige. Aus Bukarest kämen ähnliche Nachrichten: Regierung und Volk meinten dort, daß heute! ein kriegerisches Eingreifen verfrüht wäre: auch hält man Bulgarien durch ein Abkommen mit der Türkei und Oester-j reich-Ungarn für gebunden und die Gründung eineH neuen Balkanbundes für äußerst sckjwierig. «Hreueltaten dcr Rnffcn. Wien, 4. Dcz, (IV. B. Nichtamtlich.) Ans 6cm Krlegspreste-!, quartier wird gemeldet: Au» der Bukowina wird iiber fortgesetzte Greileltaten der Rnsteii, tnsbesondere gegen Rumänien, berichte». So haben in Zedova am Terelh Kosaken den »Ksährigen Giits- bcsitzcr Rittmeister a. D. Demeter Ritter von Gojan, deste» rumänssche Rationalität ihnen bekannt war, »m Mitternacht aus dem Bett gezerrt, ihn im Garten angebunden und blutig ge- schlagen: inzwischen demolierten sie die Wohnung Gosan» und raubten sie bis auf die letzte Decke aus. Auch wurde beobachtet, daß die Kosaken verwundete Gendarmen an die Pscrde banden »nd sie so sortschafften. Dcr Krieg im Orient. Neuer türkischer brfolg. Konstantiiiopcl, 4. Dez, (IV. B. Nichtamtlich.) Mitteilung ans dem Hauptquartier: Unsere Tnrppen haben in' der Gegend ani Tschorok nnd bei Adschara alle Tage- neue Erfolge. In nördlicher Richtung vorgehend, sind sie in Adschara eingcdrungen und südöstlich von B a t u nr vorgerückt. Ostwärts vorgehend, gelangten sie in diel Gegend von A r d a k h a n. Bei einem Kampfe westlich vow Ardakhan erbeuteten sie mit anderen Waffen ein Maschinen-.' gewehr. Die Russen gingen auf Ardakhan z u r ii ck. «onstantinopel, 4 Dez. (WB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier vrrvffcntlichte gestern folgendes Communique: Nach- russischen amtlichen Mitteilungen vom 20. November märe die Sinai-Halbinsel von unseren Truppen ooilstandiq geräumt w orden . Ferner sollen zirei unserer an der daukaiischen (üreuj* operierenden Divisionen in ihrem Bestand« aus die Holst« gesunken «nd einige unserer Bataillon« vollständ g venisckttt sein. Es wind behauptet, der Tivisionslommandenr sei getötet und ein zweiter des:«ie«. Der fiir tut— siegreich veilansene Kampf tn allernächster Näh« des Suez- kanals zwischen unseren Trupp:» und den Er?! an dein, der dcnnir endete, daß aus der Teile der Engländer zwei Lfii-zier« nnd zahlreich; Soldaten getötet ivurden und eine große Zahl Gcsanzener in unsere Hände siel, genügt um zu beweise», daß sich die Sinali» Halbinsel in unserem Besitz bcsinde! Was die Meldmi- gen vo» ungeheuren Veriusien unserer au der kautasischeu Grenze kämpseichen EEcheite» inid den Tod eines Dirisioiiekommandenr» beirisst, so such diese vollständig falsch. Di« Meldung von der Tescr- tion eine, Divisionskommandanten verdKnl nicht einmal dementiert zn werden. — Die in Tiflis «miJ russischer Quelle verkündete R a ch r i ch t. daß ein deutscher «ci-eral. t4 andere deutsche Sssi-iere und drei österverä>!iis:-.rng«r-iiche Ossiziere, die sich unter den anl 24. November in den Kämpfen an der kaukasischen Cirui?c gemachten Gefangene.! besinden sollen, in Tislis eingetrofsen seien, ist gleichfalls rein« Erfindung. Flagranter englischer Rentralitätsbrnch. Der englische Gesandte in der Schweiz, Grant Tuff, har, wie nunmehr feststeht, den englischen Fliegerübersall auf Friedrichshafen am Bodensee durch offenbare Spionage vorbereitet. Er besuchte mit einem englischen Fliegeroffizier den Bodensee aus einer Autofahrt und baldowerte in Gesell- schuft seines Begleiters in einem stundenlangen Besuch ans dem Kirchturm von Romanshorn am Bodensee die gute Ge- iegenheit für den dann erfolgenden englischen Fliegcrbesuch in Friedrichshasen aus. Welche Schritt die in schwerster Weise gekränkte Schweiz gegen den frechen Neutralität^ brecher »nternehmen wird, ist noch nicht bekannt. . i - ; r- ik k !i!r ia£ «ing 8 - % rtikel wie X ornial-Hewdeii. -Hosen und ■Jacken, alle Sorten »nndscliiilie , Mchiesshandschiihe, Leibbinden, Kniewärmer, Lungeusdiiitzer, Kopfscliützer. Pulswärmer, Ohrensehützer. Herren-Socken und Striinnif^. Frauen- und Kinder-Striimpfe, Hamen- und Kinder- If andscliuhe. Trikot - Reform - Damen- und Kinderhosen . Feldgraue Strickgarne. Hosenträger, Taschentücher in grosser Auswahl. Damen- und Kinderhüte, sowie Samt- und Stofl-Südwester be ä s '"? e i” SÄgt Richard Loenenthal & Co. Glessen. JBalinliotstrasse 1. Ecke Marktstrasse. Hautjacften Hemden gestriE^teUtesten Men Knleioärmer Kopfsehü^er PalsBäner Sdii^hmdsitiulie Tasdientiidier Hosenträger Vereine erhalten bei groß. Einkäufen Preisermäßigung L.Nosenbaum ^ Jacob am iDswaldsgacten. 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Indessen sind zur Wahrung der gesäncht- lichcn Wahrheit einige Feststellungen nötig. Nach den Tar- stellungcn der bürgerlichen Presse sieht es so aus. als ob die Sozialdemokratie durch ihre unberechtigten Forderungen, an denen sie „trotz aller Ermahnungen zur Einigkeit" sestgehalten hätte, die Lerautwortung für da:- Sckkitcrn des Planes trage. Tr,„gegenüber sei scstgcstcllt. dah alle bürgerlichen Redner auf der Konferenz erklärt haben, man könne den Sozialdemokraten aus ihrer .Haltung nicht den geringsten Vorwurf machen. Ferner sei fcstgcstellt, dah die Forderung der Sozialdemokraten, ein Mainzer Mandat, das sic nach iltjährigem Besitze 1808 nur gegen eine Mehrheit von wenig» Stimmen verloren hatte, zurückzucrhaltcn, während die verzichtende bürgerliche Partei das parteilose Nauheimer Mandat erhalten sollte, nach Lage der Umstände durchaus licht so ungerechtfertigt war und dah ihre Erfüllung gar keine Verschiebung des Kräfteverhältnisses gebracht hätte. Und mdlich sei scstgestellt, dah auch die Lfscnbachcr und die Nau- icimer Nationallibcralen mit Sonderwünschen gekommen oarcn, deren Erfüllung sich noch viel weniger mit der Vor- lahme kampfloser Wahlen hätte vereinbaren lassen. Im übrigen soll uns Sozialdemokraten nur recht sein, nenn die Wahlen als Kampswahlcn erst nach dem Kriege tattfinden, vorausgesetzt, dah die nach unserer Ucberzeugung vorhandenen verfassungsrechtlichen Hindernisse beseitigt werden. Auch die Frankfurter Zeitung teilt unseren Standpunkt, enn sic schreibt: Voraussichtlich werden die Wahlen zunächst iS zum Herbst >815, verschoben tverdcn. Zu diesem Zweck ürd die Regierung dem auf den 16. Tczcmbcr einbcrusencn landtag ein Notgesctz vorlegen müssen, das namentlich die lestimniung des Artikel 68 des Wahlgesetzes vom 3. Juli 811 anher Kraft setzt, der einer Verschiebung der Neuwahl bcr das Jahr 1811 hinaus im Wege steht. Tie Annahme.' ah die Regierung auf Grund des Artikels 61 des Wabl- esetzcs die Mandate der bisherigen Abgeordneten bis zur cr- ilgtcn Neuwahl — wann diese auch stattfinden möge — vcr- ingern könnte, ist irrig. Selbst das Notgesctz wird nicht ein- innnig zur Analune gelangen, da cs einer Reihe von Ab- eordneten widerstrebt, sich ihre Mandate durch Voticrung ncS Gesetzes zu verlängern. — Für die durch Tod der Jn- ibcr frriwerdcnden Mandate werden indessen auch während es Krieges Eriahtvahlen stattsinden müssen. Tiefer Fall egt in den Wahlkreisen Genishcim-Psnngstadt nnb Lampert- bim vor. die durch den Tod des bauernbündlerischen Ab- «rdneten Friedrich und deS Zentrumsabgcordneten Dr. 'orbeiincr frei geworden sind. Von bei! HimmtlstrslliciiiiinsitN im Ttztmbcr. Gerade der Planet, der eine hänsigc Benutzung in der Tchisf- >brt findet, ist jetzt schön am Abendhünmcl zu beobachten: Juli er. Er steht in der Mitte des Monate- bei Sonnenuntergang i der Mittagslinie: am Ende des Monats beträgt die Tauer der ichtbarkeu nur noch 2 ', Stunden. 2diuii mit einem kleinen Fcrn- 'br Iaht sich deutlich die streisiae Beschasscnheil der Oberfläche cr- nncn. Man sieht serncr die Abplattung vorzüglich und gewinnt eine dirclte Andeutung über die Stellung der Trchachse deS lancten. Sesir reizvoll und wie gesagt viel benutzt ist das wcchscl- ’üe Spiel der Monde des Planeten. Es find jetzt ihrer neun be- »nt. von denen vier bereits mit ganz kleine» Fernrohren oder cldstcchcrn sichtbar sind. Tiefe bewegen sich in verhältnismäßig mellen Umläufen um de» Planeten, sodaft die Ein- und AuS- ittc ihrer Scheibchen aus der Scheibe des Jupiter oft zu bedachten find. Man verzeichnet die Zeiten der Ein- und Austritte Tafeln und benutzt sie ans dem Meere und im Ballon vorzüg- h zu Längcnbcstimmuiigcn. also für die Aufgabe der Ortsbe- mmung. Ten Planeten findet man als sehr Hellen Stern im teinbock — Auch der andere Planetcnriesc. Saturn, befindet b in gunstiaer Stellung. Ta er am 21. Tczember der Sonne rade gegenüberstehcn wird, also immer dann für uns gerade Über m Horizont steht, wenn die Sonne unter ihm ist, ist er jetzt am rteilhastcftcn zu sehe». Wir erblicken ihn im Sternbilde des äeres. ziemlich genau zwischen Aldebaran und Pollur, links ober- Ib Beteigeuze, des linke» Hellen oberen Sternes des Orion. Er sie ganze Nacht hindurch sichtbar, und sollte von jedem in Augen- ein genommen werden, besonders wegen seiner Eigenart, da er n einem leuchtenden Ringe umschwebt wird, der ihn wie eine itkrämpe umgibt. Aber nicht nur die Riese» unter den Planeten sind sichtbar. >,ar der kleinste der großen Planeten. Merkur, ist am MonatS- lang am Morgenhimmcl zu sehen. Dir finden ihn kurz vor mnenausgang als Hellen Stern, dürfen ihn aber nicht mit der >r viel hellere» Venus verwechseln, die auch in den ersten >aen des Monats aus den Sonnenstrahlen wieder hervortritt d alz Morgenstern erglänzt. Ende Tezcmdber wird er schon it^tundcn im Osten erstrahlen, und den einsamen Nachtwachen >r«we ein Wahrzeichen sein. Tic Freude a» der Bcschästigunq mit anderen Tinge» als n Kriege beginnt sich iviedcr langsam zu heben, und so wird '» w Weihnachten mancher den Wunsch haben, sich nach Werken rzuiehcn. die ,h,„ weiteres Eindringen in die schöne Sternkunde len. Da trifft es sich denn günstig, daß neuerdings wieder ein neu erschienen ist. das wir erst vor wenigen Jahren in neuer arbeitung «»stauchen sahen: Aewcomb-EngelmannS Populäre ronomie. Trotz des nicht unerheblichen Preises von 11 Mar? rde die letzte Auflage innerhalb dreier Jahre vergrissen. ein ?E>s'für die Güte des Werkes Ter ZIcivcomb-Engelman» ist »er z.at auch das zuverlässigste Buch, das die gemeinverständliche ratur des Faches auszuwciscn hat. Tabci vereint cs mit der I /mvcrständlichcn Schreibweise strenge Wisicnschastlickkcit. Es l' l“ 1 "ifäfnds aus gewagte Hnpothesen ein, sondern verzeichnet -'.nie Tatsachen und wieder Tatsachen. Und das iii ia 1 ä«. "S. . Hauptsache, besonders wenn man es mit einem io ct0 ** e Sn tun hat. wie die HimmelSknndc. Tic einzelnen ^ '^werden — das ist bei dem Weile bereits lange Hebung — Bit», .°™U cn Fachsvezialiste» bearbeitet, und das wichtige ^ > der Connenphpsik bringt in Briefen die Ansichten der hervorragendsten lebenden Sonnenforscher zum Ausdruck. Tie Ausstattung des Buches ist ganz vorzüglich und die Fülle deS Material» w «roß daß man in ihm ein prachtvolles Nachschlagcbnch besitzt. Wir finden zu unserer Freude auch die biographischen Skizzen alle: bedeutenden Astronomen wieder, di» Tafeln und da» mnstergiiltige Register, das von gleicher Liebe zeugt, wie die ganze »ertliche Arbeit leibst. Gerade diese» Register macht da» Buch doppelt wertvoll. ™ schneller Folge der Auslagen veralten die früheren nicht er- heblich, sodaß es kein Wagnis ist. sich da» Buch a»zulchasse» Wir wollen sogar hotten, daß wir diesem Musterbuch recht bald wieder in einer Rcuauslage begegnen, weil es durch Allerbeste» weite Verbreitung findet. Staat imd Volksei näsirmig. Tie Unzweckmäßigkeit unseres heutigen Wirtschaft:- lcbens kommt durch den Krieg anscheinend selbst den weltfremdesten Menschen zum Bewufztfein. Wir haben schon wiederholt Vorschläge von Nationalökonoiuen und Gelehrten erwähnt, die nichts anderes bezweckten, als eine Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, wenigstens für dci-.- von den einzelnen speziell bclzandclte Gebiet. Jetzt tritt cm neuer Gelehrter, der Prager Hofrat Pros. Tr. Julius Stocklasa, auf den Plan. In einem Vortrage in der Wiener Urania wies er daraus bin, dah die Höchstpreise für Getreide. Kartoffeln und andere Nahrungsmittel in der Praxis wahr- schcinlich aus Schwierigkeiten stoßen werde» und dah zur Behebung dieser Schwierigkeiten die Einführung eines Staatsmonopols nötig sei. Ter Staat müsse Weizen, Roggen. Gerste, Mais, Hafer. Kartoffeln oder Mehl kaufen und unter Siaatskontrollc Brot aus einem geeigneten Gemisch Herstellen lassen lind womöglich Trocknungsanlagen füi Kartoffeln einrichten, wie sie in Deutschland bereits cristieren. — Es wäre erfreulich, wenn der Krieg recht vielen die Augen öffnen würde über die private Profitgier, die sich zur Frie- dcnszcit genau so zeigt, nur dah dann die Folgen nicht so verhängnisvoll sind, wie jetzt zur Kriegszcit. Tie MzahliiiilMrschiiftc während des KuriM Wer vor dem ikriegc Abzahlungsgeschäfte geschlosic» und sich zu Ratenzahlungen verpflichtet ha», ist dieser Verpflichtung auch während des Sricgcs nicht enthoben. Aber wenn er verklagt wird, kann ihm das Gericht nach der Verordnung des Bundesrats voin 7. August 191-1 eine Zahlungssrist von längstens drei Monaten gewähren. Tie zahlungSpflichtige Person kann auch, wenn sic nicht verklagt wird, selbst den Gläubiger vor das Amtsgericht laden zur Verhandlung über die Bestimmung einer ZahlungSsrist Ist der Zahlungspflichtige bereits verurteilt, so kann auch da» Amtsgericht die Vollstreckung des Urteils auf längstens drei Monate einstellen. Bei AbzahlungSgeschästc» ist der Regel »ach der Verkäufer berechtigt. bei unpiinkilichcr Zahlung vom Vertrage zurückzutreten oder die Fälligkeit der Rcstlchuld geltend zu machen. Aber auch hier kann das Gericht, selbst dann, wenn der Zahlungspflichtige schon verurteilt ist. anordne», daß das Rllcklrittsrccht oder die Fälligkeit der Rcstichuld als nicht cingctrelen gelten solle. (Verordnung des Bnndcsrats vom 19. August 1911.j Ticsc letzte Vergünstigung bezieht sich aber nicht aus die Fülle, wo der Raten- schuldncr sein Recht bereits vor dem .11. Juli 1911 verwirkt hatte. Ei» Kriegsteilnehmer. der Schuldner eine» Abzahlungs- geschäftS ist, kann wegen der fälligen Raten nicht verklagt, verurteilt ober gepfändet werden. TaS befreit felbstverständjich die Sricgerfrauen nicht, alles zu tun. um die Abzahlungen zu leisten. Wo es aber nicht möglich, da ist der Kriegsteilnehmer durch dar Gesetz vor Zwangsmaßregeln geschützt Kann eine ikricgerfrau die vereinbarten Raten jetzt nicht pünktlich zahlen, so muß sie sofort an da» AbzahlungSgcschäst mit der Bitte um Stundung herantretcn und überhaupt versuchen, sich gütlich mit dem Geschäst zu einigen. TaS gilt auch für alle anderen, die zu Ratenzahlungen irgendwelcher Art verpflichtet sind. Die Stricksinrnnot. Mehr und mehr wird der Wollmangel zur regelrechten Kalamität. Millionen Soldaten stehen im Felde und jeder soll vier Paar Strüinpsc im Tornister habe». Auf 66 Millionen Paar Strümpfe hat man den Wintcrbedarf unserer Soldaten an Strümpfen geschätzt. Tazu kommen die Pulswärmer, die Kniewärmer, die Leib- und Kopfbindcn usw. Aus der nordrhcinischen Wollindustrie wurde kürzlich mff- gctcilt, dah wir genügend Wolle in, Lande besähen. Jo, wo bleibt sic? Wird sic etwa zurückgehaltcn, vielleicht vor kundigen Geschäftsleuten, die äuherlich so gern in Patriotismus „machen"? Auch Tausende flinker magerer Finge: warten auf Wolle. Manche Strickstubcn müssen ihren Betrieb wegen des Wollmangels bereits einschränken. Kann da der Staat zusehen? Kann er da noch mit Höchstpreisen zaudern, mit der Beschlagnahme der Vorräte und Rohstoffe? Und vermag auch diese elende Strickgarnnot noch nicht zu überzeugen, dah eine rationelle Wirtschaft, ein wahres Geitieinschastsleben und damit ein grohcs, eines, von wahrer Vaterlandsliebe durchglühtes Volk a l I e i n in der Wirtschaftsordnung des Gesellschaffseigentums. in dem von uns ersehnten neuen Staate möglich ist? Aus de» Verlustlisten. Infanterie-Regiment Re. IIS. Gießen. II. Bataillon. (Fortsetzung.) d. Kompagnie Usssz d. R. Wilhelm Philipp .scheid. Annerod Sr Gießen, lvw. — Musi. Georg Stiefel. Off'enbach. gefallen. — Wehrm. Johannes Tohmcr. Rieder-Moos. «r. Lauter- l-ack, gefallen. — Muss. Ctto Heinrich Ewald, Loußack,. low. — Rcß Joltziinies Günther. Tirlanrmcn. lvw. — Gcrr d R Lorl Volk. Lcißgesteriz. Imv — Wehrm. Johannes Hvdvich Tannerod. Sr. Alsfeld.'lvw. — Wehrm. Sari Zinn. Maar, lvw — Rci. »orl Talpner, Rouhlos. lvw. — Srgcsreiw. Karl Strack. Leihgestern, lvw — Wehrm. Andreas Hannes. Freiensteinau, lvw. — Musk Martin Mrdert, Lampertheim, gefallen. — Res Hermann Slichtcr. Gießen, gefallen. — Wehrm. «orl Seip. Ober-Bessingen, g« so l len. — SrgSsrriw. Ctto Bops. Schotten, lvw. — Rei Sili>ach. Sr Aisseid, vm, — Res Sari Seßlrr. Gardentoich. vm. — S rgssrciw E risst Bender. Hvizgcn. vni. — »rgssrenv. WAhrlm Friedrich. Alslieu», vm. — Res. Heim«- Hauoinann. Rcichios, vm — Wehrni. Friedrich Sechen». Birklar, vermißt K. Sompagni«. Osss.-St.-llv Heinrich Oblu, Holzheim. Sr. G^ßcn. g« fallen. — Utjsz d. R HerlkN Stange, Mhilda. Sr. Frcrl>crg. gefall e». Usssz. Peicr Zicimpel, Wonshri»». gefalle». — »sssz Wilhelm Hild. Butzimch. Iv>» — Usssz Friedrich Hagner. Oi-ethirl. Iv»> — Sngsfvruv. Otto Mörschei. Büdeslrerm, g eso l I e»c — Geir Wilhelm Bolkinonn. Heuchelhriim. ge !a 11«». — SrgsfrrKv. Lrvpe-ld S itz. Watzen.lwvii. gefall«». - Rei. Sarl l-hißmani, Gießen, gcsalle» - Res Heinrich Rinner, Schlßtz. gefallen — Rei Sari Dtr.n II„ Köddingen, gefallen. — Res Hciirrich Hosmaniz. Wirseck. gefallen — Res. Wi-Ihrlm Hedrich Wettfaasen. Sr Alsfeld, lr-w — Gesr. Heinrich Lamsspgch. Beuren. Sr Gieße», schivviv. Siqssriiw Friedrich Ott I., Hv»i- l>evg a. d. O.. low — Siasfrienv. He>nrich Hei neck. Nidda» lvw. — KrgSfrenv El-crlmrd Höhmann, Wcvlar. >vw. — Res Heinrich Reinhard, Söddnigen. lvw — Res. Liidivig Walter. Göl>e>iirod. low Lkltrin. Friedrich Lalher. Gießen. !vw — Wchrm, Ferdinand Zieimniiller. Heussxlheim, lvw Wehrm August Keller. Wwseck. lvw. — Gesr d. R Ludwig Hir.z. Stciiihevg. lvw — Utssz. d R Heinrich Hal-evinchl, Sckivartz. vm. Musk Wrlheini Sückelha-aS. Hinkinghansenz om. — (H.-jr d R Hcrman,, Holler. Ebcrstgd». Sr. Gießen, »in. — Gesr. Heinrich Holler. Eberstadt, vm. — Res. Hoi-n- rich Kräuter. Biasdach, Sr Lktziar. ßlnvvw 7. Kompagnie, »iff.z zxringini Achc-iitrich. Harttnrrod. gesallen. — Äkhrm. Rudolf Ta»»». Reiskrrchen. gefalle». — Rcs. Wilhelm Semper, Bcrkc», gefalle». Btgefeldw. d. R. Ha'is Schmidt, Itw. — Utssz d 9k Heinrich Siceinaiui. Buvg- SolmS .sckgvvw. — Gesr. Ctto Si-.rnoach, Laulevhack». lvw. — Wehr- niann Ludwig Stecker, Gießern lvw — Res. Heinrich (tzench. Rüddinggltznsse», lviv — Sigesreiiiv Aidert i'ioof, Giesx». Imv — Rcs. Heinrich yd». Alle»darf. Sr. Gieße», lvw — Wehr», Adolf Schmidt. Jntivdem stlnvrnv. — Wehn». Sari Klein. Wohn-bach. lvw — Gesr d. R. Angisst Alerandor, Nieder-Ohiiien. gesallen. — Mnsk Wilhelm Schmidt IV„ Gießen. Imv — Gesr d R Kar! Schnabel. Große», vni — SrgSsreiiv. Hans Serwielder. Gieße», mn — ynvfrctio. Robert Ass, Gießen, vm. - Rci. Karl Heinr. Sännidl, Offdilln. Tillkreid. vm. H. Kompagnie Usssz d R. Hemvich Wahn. Freiensleinau. ichivvw. — Usssz. Heinrich Schivenz, Riinzenl>kvg. schwvw — Utssz d R. Ludwig Klg-r». Sinn, gesallen. — Usssz. d. R. Heinrich Luh. Großeniliiidoir. lvw — Rci Ehriltiou Rnhl. Salz. Sr L-autcr- bach. lvw — Eksr. d. R. Friedrich Jürgens. AUena. gefalle» — Rcs. Ludwig Biermi, Atzbgch. Imv — Wchrm. Adam NiaS. Lairgcdors. lvw. — Srgsfreiw. Heinrich Bellos, Gicßcnr gefallen — MirSk Karl Siegs netz. Mevlait. ichivvw. — Res. Wilhelm Zchmiitdcrger, Enhclsdoss, Imv. — Rcs. Hilmar Werner. Bockslndt. gefallen. — KvgS-frciw Karl Psaff. Ehringsshilsseii. Sr. Wetzlai. schwvw. — Srl-rssreiw. Lu-divig Srenter. Eh> iiigskausen. schwvw. PssiSk. Herirrich Lrmp. Gießen, lvw. — Mnsk Ludwig Schmidt III., Rödgen. Kr. Glefzen ,lvw. — Res. Karl Schupp. Ehringclmusen, Kr. Wetzlar, lvw. — Res Heiiiriss, Müller. Echrnigdhousgii. lvw. — Gcff. Karl Sames. Tors-Giill. scknvvw. — Gesr Karl Rn«ge1. Leilsel. schwvw — Tmnb. Joharm Morr. Eihingen, gesallen. — Res. Hemrissi Lorenz. AlSscld. ivw. — Sizzsireiiv. Otto Fen, Frichn- hgusen. Tillkrer», lvw. — Res Svnrab Tiehl. Hutzdors, Sr Lautrr- bach. schwmv. — tsefr. Friedrich Boch. Wasseinheiin, Kr Molehei.n. gefallen. — ttzrsr Wilhelm Heppner. Nirder-Flvrstadt. gefallen. — Geff Gustav Weicker. Leissel. gefallen. — Res Heinrich Sonvad Bainiiant», Nenkinhen. Sr. Wetzlar, gefallen — Res. Io banne» Roch. Frilchborn. Sr. Lautevbach. vm. — Res. Ludwig Henkel. Alsfeld, vm. — SvgSsreiw Heinrich Becker. Rüdaeu. Sr. Gießen, vm. — SrgSsvettv. Joseph Hüppcr, Olpe, S> Arnsberg, vm. Kleitihaiidelspreise für Petroleum. Ter preußische Minister des Innern weist in einem Erlaß an die Nachgeordneten Regierungsstellen daraus hin, daß die Großhandelspreise für Petroleum bis jetzt nicht erhöht worden sind. Trotzdem werden ini Kleinhandel bis zu 16Psg. pro Liter verlangt. Tic Behörden, denen die Festsetzung von Ltlcinhandclspreise» übertragen ist, werden darauf hingewicsen, daß sic auf der Grundlage des für ihren Bezirk geltenden Großhandelspreises, über den sie unschwer bei einer der Einfuhrfirmen Auskunft erhalten werden, einen KlcinhandelsverkanssprciS r, daß bei richtiger Behandlung mit Kartoffel jttfnfe versehenes Roggenbrot schmackhafter und haltbarer sei, als reines Roggenbrot. Nnf die sachkundige Behandlung kommt cs vor allein an. cs gibt da gewisse Rezepte, welche die Bäcker selbst ausprobieren müssen. Dem Weizenbrot soll mindestens 10 Prozent Roggenmchl zugesetzt werden, um die Borräte an Weizenmehl zu strecken. Möglickicrwcise wird auch noch angcordnet, dag deni Wcizenbrot Kartoffelmehl oder andere Kartoffclprodukte zugesctzt werden müssen — Kartoffeln vor dem Verderben zu schützen, muß in diesem Winter noch mehr als sonst jedermann besorgt sein, zunial alle Lebensmittel erheblich im Preise gestiegen sind. Bekanntlich können die Kartoffeln erfrieren, keimen und durch verschiedene Ursachen verfaulen. Vor dem Erfrieren sind sie noch am leichtesten zu schützen, wenn man einen halbwegs geeigneten Keller hat: es muß schon ein schleckffer Keller sein, in dem die Temperatur selbst bei großer Winter- kältc unter den Gefrierpunkt sinkt. Daher ist eher das Gegenteil zu befürchten, nämlich eine zu große Wärme, die zum vorzeitigen Keimen der Knollen führt. Tie Fäulnis, die wie überall durch Pilze und Bakterien hervorgeruscn wird, hat fast immer die Feuchtigkeit als Vorbedingung, und sie wird um so leichter eiutrctcn, wenn sich mit dieser gleich- zeitig eine verhältnismäßig hohe Temperatur des Aufbewahrungsraumes verbindet. Die vielen Ratschläge, die zur Sicherung kleiner Kartoffelvorräte gegeben werden, sind wenig zuverlässig. Darunter gehört die Lagerung aui trockenem Sand oder Asche und die Bedeckung mit Stroh. Etwas werden solche Maßregeln indeß doch nützen. Die Feuchtigkeit wird ferner auch durch eine Lage von Holzkohlen oder Torfftaub ferngehalten. Auf jede Weise muß man bc- müht sein, die Kartoffelvorrätc vor schädlicher Feuchtigkeit zu bewahren. Was aber das wichtigste ist: von Zeit zu Zeit muß Auslese gehalten und die schlechten Kartoffeln ent- fernt werden. Regelmäßige Zulassung von Feldpostpaketen. Feldpostbriefe im Gewicht von mehr als 250 bis 500 Gramm, wie sie jetzt in den Tagen vom 2. bis 8. Dezember befördert werden, sollen voraussichtlich allmonatlich einmal für die Tauer einer Woche zugelassen werden. Eine häufigere Zulassung ist nicht angängig. — Die Beförderung von Paketen bis zu 5 Kilo, neben den jederzeit durch Vermittlung der Ersatztruppenteile und Etappenbehörden zulässigen Sendungen, wird nach einer zwischen der Post- und der Heeresverwaltung getroffenen Vereinbarung tunlichst einmal monatlich für acht Tage zu- gelassen. Die Bestimmungen über die Beschasfenheit der Verpackung der Pakete werden durch die Heeresverwaltung nach den Erfahrungen der beiden ersten Paketwochcn geregelt werden. — Ein Kind im Walde verirrt. Zwei Kinder aus Bleichenbach gingen ani Montag nachrnittag in den dortigen Wald, um Eicheln zu lesen. Bei Anbruch der Dämmerung schickte das ältere Mädchen ihr dreijähriges Brüderchen nach Haufe, was jedenfalls nicht sehr vorsichtig gehandelt war. Der Junge war aber nicht nach .Hause gekommen, weshalb gegen 7 Uhr die Bleichcnbachcr Feuerwehr, die Turner usw. auf die Suche gingen. Nach etwa zwei Stunden fand man das Kind im Walde schlafend an einen Baum gclebnt, es war in entgegengesetzter Richtung des Heimwegs gelaufen. Versammlung der hessischrn Krankenkassen, Am Freitag, den 11. 6. M., nachmittags ’/-2 »hr, findet in Franksnrt im „Steinernen Haus" eine Versammlung der hessische» Krankenkassen statt, die von bc» beiden Krankenkasscn-Vcrbändcn einbernfen wird. Auf der Tagesordnung steht „Die Reichswochcnhilfe". Ferner sollen noch verschiedene Verwaltungsfrage», u. a. die Aufstellung des Voranschlags, besprochen werden. Fahrpreisermäßigung für den Besuch Verwundeter. Zur Erleichterung des Besuchs kranker oder verwundeter deutscher Krieger, die sich innerhalb Deutschlands in ärztlicher Pflege befinden, gelte» für das Gebiet der deutschen Staatscisenbahnen nachstehende Tarifbcstimmungcu: 1. Angehörige kranker oder verwundeter, in ärztlicher Pflege innerhalb Deutschlands befindlicher deutscher Krieger werde» zu deren Besuch tu der 2., 3. oder 4. Klasse zum halben Fahrpreis, in Schnellzügen ausicrdcm gegen tarismäsiigeu Zuschlag befördert. 2. Als Angehörige gelten Eltern, Kinder, Geschwister, Ehefrau und Verlobte. 3. Zwei Kinder vom vollendeten vierten bis zum vollendeten zehnten Lebensjahre werden siir eine Person gerechnet, für ein einzelnes äini innerhalb dieser Altersgrenze ist ohne weitere Ermäßigung eine halbe Fahrkarte zu lösen. 4. Die Fahrpreis-Ermäßigung wird nur für Reisen über 50 Kilometer gewährt. 5. Tie Fahrkarten zum halben Preise werden von den Fahr- karten-AnSgaben auf Grund ausgestellter Ausweise verabfolgt. 6. Die Ausweise müsse,i enthalten: Rainen der Reisenden, Anfangs- und Endstation der Reise, Reiseweg, Bescheinigung mit Stempel und llnlcrjchrist der Lrtspolizeibchörde, daß die Reisenden Angehörige kranker oder verwundeter deutscher Krieger sind. 7. Die Ausweise werden von den Fahrkartcn-Ausgabcn bei jeder Lösung einer Fahrkarte abgcstempelt und den Inhabern zurückgegcbc», die sie dem Fahrpcrsonal aus Verlangen vorzu- zcigcn haben. Bei Beendigung der Rückfahrt sind die Ausweise mit den Fahrkarte» abzugcbcn. Ungenügende Echutjuiittel gegen Schußverlctznngcn. Auch in den Schaufenstern unserer Geschäfte und in den Spalten der Zeitungen unserer Gegend werden „Kugclscküber" und „Herzpanzer" angepriescu. lieber deren Wert gibt die Nachrichtenstelle des sächsischen KriegsministeriumS folgendes bekannt: Zn letzter Zeit werden in de» Zeitungen Gegenstände in Plattensorm unter der Bezeichnung „Kugelschuv". „Kngelschützcr" und dergleichen ange- vricsen, die unsere Soldaten im Felde vor tödlichen Verletzungen schützen sollen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, können diese Gegenstände den beabsichtigten Zweck nicht ersüllen, weil sic selbst aus iveile Entserungen von dem Geschoß der bei uns und unseren Gegnern in Gebrauch befindlichen Gewehre noch glatt durchschlagen werden. ES werden dabei von den Platten Stücke mit abgerissen, die daun mit dem Geschoß — das beim Durchschlagen der Platten seine ursprüngliche Farm verloren hat — in den menschlichen Körper eindringc». Es ergibt sich daraus ohne iveitercs, daß die Platten nicht nur nichts nutzen, sondern daß deren Verwendung geeignet ist, die Verwundungen noch gefährlicher z» machen. Vor dem Ankauf der Fabrikate muß daher dringend gewarnt werden, um Soldaten und deren Angehörige nicht in falsche Hosknungc» einzuwiegen und um sie vor unnötigen, recht beträchtlichen Gcldansgabcn zu bewahren. — Das Schwurgericht der Provinz Obcrhcsien, das am Montag vomnit-tags 0% Uhr zur Sitzungsperiode des 4. Quartals ziffau»- mentrili, ha! folgende Fälle zu verhandeln. Montag, 7. Dezember, vormittags 9% Uhr gegen Zoll. Heinrich Rädlein aus Lichien- scls wegen Rotzuchlsocrfuch. Tie Anklage vertritt Gcrichtsastestor Tr. Eckert; die Verte-ibigunig sühnt RochtSanwalt Fischer. — Dienstag, 8. TezomLer, vormittags 9 Uhr gegen Katharine G ö tz aus Grehrn wegen Kindcs’.ötung. Die Anklage vertritt Gerichtsasscsior Knauß: die Verteidigung führt Rechtsanwalt Engifch. — Letzterer Fall war bereits bet der vorigen SivuugSpcriobe zur Verhandlung vorgesehen» wuiste aber zurückgestcüt, weil die Angeklagte erst auf ihren Getsteszustand untersucht werden sollte, — Lichtbildervortrag. Uns wird gefchricben: Ter Leiter dcS Veröffentlich:,„gsdienstos der Haenburg-Siidamerikanffchen Tomps- schiffahrtsgcsellfchafl, Herr A. Simm lg. hat sich in entgegenkommender Weise erboten, hier m Gieße» ftir einen vaterländischen Zweck «inen mit 100 Lichtbildern aucgestattcton Vortrag über die im vergangenen Frühjahr unternommen« Südamerikas-ahrt des Prinzen Heinrich und ssiuer Gemahlin zu halten. Tie Reise wurde auf dom Schiff „Eap Trafalgar" ansgeffihrt, Die Bilder veranschaulichen die Einrichtungen des schönen Schisses: sic schildern die Seefahrt „ach Rio. brasilianische und argentinische Landschastcn und die Anbensahrt dis Santiago und Valparaiso. Fhr« Aufnahme ist von den, Vortragenden selber veranlaßt worden, der ein gcnoncr Kenner des ganzen Reffeweges ist. Die Universität hat die Veranstaltung des Vortrages übsruommcn und hofft im Hinblick auf den wohltätigen Zweck auf regen Besuch, der wohl um so mehr zu erwarten ist. als ja die Vereine, di« sonst derart««; Vortröge so zahlreich in unserer Stabt zu veranstalten pflegen, in diesen, Winter davon Abstand genommen haben. Der Vortrag wird am Donners- tag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr in der neuen Aula der 11m- vcrsität statt finden. Der Eintrittspreis ist auf eine Mark festgesetzt morden. Eintrittskaren sind in den Buchhandlungen von FrceS, Seltcrsweg, Koch, Selterswog, Legier, Südanlage, Pfeiffer. Walltorstraße, Schneider, Rewen Baue, sowie Ernst Baiser, Mänsburg und abends an der Kasse zu haben. Verwundete Soldaten werden um- entgeltliche,, Zutritt zur Galerie erhalten. — Wegen Uebcrtrctung der Höchstpreise wurde der Handels»,«in, Johs. Hofmann in Gießen zu 3 Mark Geldstrafe gestern von der Gicßener Strafkammer verurteilt. Er hatte Unterlasten, an seinen Verkaufsstan!» einen Anschia», au znb ringelt, ans dem der Preis für die seilgehaltenen Kartoffeln oermtTft sei» muß. Stadtlheatcr Das außerordontlich frische, liebenswürdige Lustspiel „Als ich »loch im Flügelkleid«", das die Versa st« r mit Recht ein „fröhlich Spiel" betitelt haben, macht gegenwärtig den Weg über die deutschen Bühnen und erringt überall, dank ferner liebenswürdigen Harmlosigkeit, die mit einem Körnchen deutscher Sentimentalität gemischt ist, außerordentlichen Beifall. Es ist ein Erfolg, der an den von „Althridoiberg" seiner Zeit gemahnt. Er gibt neben einem großen Teil« des Personals auch den Damen Marttni und Sonntag-Blume am Dienstag Gelegenheit sich wieder einmal in größeren Aufgaben .zu zeigen, was bei dem gegenwärtigen Spiel- plan feltcn«v als im vergangenen Fahre möglich ist, — Die milde Witterung, welche glücklicherweise iwch andauert, hat noch den Vorteil, daß die Ba,landest«,, »och fortgesetzt werden können. Viele Neubauten sind in der Stadt zwar nicht vorhanden, immerhin haben einige Bauarbeiter Beschäftigung. Der Neubau des Hotel „Einhorn" z. B. kommt langsam in die Höhe und sonst sind „! 0 ch ernige kleinere Neubauten in Arbeit, einer in der Mäus- burg lHorns und zwei in den Kliniken, An der Umgehnngsbahn sind noch ein« zienilichc Anzahl Leute beschäftigt. Damit ist aber auch die ganze Bauarbest ausgezählt. — Warm» die Juneiearbeit im Amtsgerichtsgobände nicht gemacht wird, ist uns nicht bekaimt: ansgctvocknet ist der Bau sicher! Parteinachrichten. Lichtbildervorträge über den Krieg. Aus Breslau ivird uns geschrieben: Die Tätigkeit der Bildungsausschüste in diesem Winterhalbjahr ist durch die Ausschaltung vieler Genosten und die Verminderung der Mittel in den meisten proletarischen Haushaltungen stark eingeschränkt, »in aber diese» Organisationen ein Täligkciisfeld »nd den breiten mit ihr verbundenen Arbeiterschichten einen zeitgemäßen Aiischauiiiigslintcrricht zu geben, hat bas Sekretariat des cnIral-BiiduiigsanSschiistek eine Anzahl Serien „Bilder vom riege" Herstellen lasten, die jetzt ihre Probe zu bestehe» haben. In Breslau fanden die Serien eine überaus sympathische Ausnahme: obwohl sie vier Abende hintereinander vorgeslihrt wurden, war jeder Vortrag ansverkauft, so daß in der ersten Dczember- hälste vier weitere Abende stattfindcn wüsten. Besonders rege beteiligen sich an den Vorträgen a»ch die Frauen und älteren Kinder der im Felde befindlichen Genosse», sowie die Urlanber und die Verwundeten, soweit sie ausgehen können. Trotz aller Zensur- bcschränkungen ist cs möglich gewesen, den Bildern einen einwandfreien, würdigen Tert beizugebcn, der fern von Chauvinismus und Nationalitätenhaß die traurigen Ereigniste unserer Tage behandelt und in der Sehnsucht nach dem Frieden ausklingt, Fst diese Art der Darstellung für die von uns beeinflußten Bcvölke- rungskreise schon sehr wertvoll, so muß es als doppelt vortcilhast gelten, daß unsere Gcnosien und deren Familien davon zurückge- lialtc» werden, fick, ihre bildnerische Belehrung i» den Kinotheatern zu holen, die natürlich ganz andere Beigaben hinzusiigen. Bei der letzten Vorsühruna in Breslau wurde die Stimmung noch dadurch gehoben, daß, während die Soldatengräber an der Leinwand erschiene», dezente Musik erklang, Es empfiehlt sich, siir die Vorträge nicht zu große Säle zu wählen, damit jeder Zuhörer alle Bilder gut erkennt. Behörde» und Konsumvereine. In Salle werden dem dortigen Konsumverein wegen Zu- achöriakeit der Beamten durch die Postvcrwaltnna und die Eisenbahndirektion keine Schwierigkeiten mehr in den Weg gelegt. Ans ein Schreibe» des Vereins hat die Obeipostbircktion in Halle unterm 8, Oktober geantwortet: „Es wird kein Einspruch erhoben werden, wenn Angehörige der Reichspost- und Telcgravhenverwal- tung dem Allgemeinen Konsumverein Halle tSaalei »nd Umgegend beitreten." Und die Eisenbahndircktion teilte am 8. Oktober mit: „Wir haben nichts dagegen einznwende», daß unsere Bediensteten fernerhin Ihrem Vereine als Mitglieder angehören" Arbeiterbewegung. Starke Mitglicdcrzunahme im Fleischerverband. Den Zentvalocrband der Fleischer kann berichten, daß er in den drei Kri-egsmonaieu 1112 neue Mitglieder gewonnen Iwt. Das ist um so erfreulicher, weil gerade vom Fleischer verband ein außer- ordcirtlich hoher Prozentsatz von Mitgliedern zu den Waffen ge- rnfen wurde, Stach der letzten Zusammenstellung vom 31. Oktober waren cs 58,4 Prozent. Die Konjunktur im Fleiichergcwerbc ist gegenwärtig gut. die Arbeitslosigkeit gering. Das Millicncnhcer braucht einen riesigen Bedarf an Flcffchkonicrvc». War cs 1S70 71 die Erbswurst, di« bei der Berpilerzunä der Truppen eine große Rolle spielte, so ist a» besten Stelle jetzt das konservierte Fleisch getreten. Diese nen« Industrie hat Gros,betriebe »eschasfcn. di« bisher im Flcischergewerbc gänzlich unbekannt waren. De» größten Betrieb dieser Art unterhält das bekamst« Warenhaus A. Wcrt- Heim-Berlin. Es werden dort jedoch nicht durchgängig gelernte Flcischerg« seilen beschönigt, wie in alle» Großbetrieben sind Ungelernte in großer Zahl dort in Avbcil. Ter Mangel an Gesellen trägt allerdings auch dazu bei, baß Ungelernte vielfach beschäftigt werden. Für den Fleischerverb and find di« Schwierigkeit«», die der Krieg siir alle Gewerkschaften gebracht, trotzdem noch keineswegs behoben. Ti« Arbeitslosigkeit wind in diesem Gewerbe erst nach dem Krieg« gewaltig cinsetzen, wenn di« jetzt im Felde stehenden Mitglieder zursickkehren und ivenn di« jetzt entstandenen Fleischkon- scrvonsabriken ihre Piorte» wieder schließen, die ja doch nur «st, Provisorium siir den Kriegsbedarf bilden. Kricgviintcrstüßung im Stcinarbcitervcrband. Ter Zcntraivcrband der Dteiiiarbeiter c„ erhöht. 2. Den Angel>örigeil derjeimgeu verheirateten Mitglieder, die nach dein 1. Oktober noch zwm Heere eint»«rufen wurden, erhalt teil am tll. Dezember eine Famstienuiikerstützuiia von 10 Mark ohne 8iücksicht auf die Dauer der Vcrba.zdozlvgehörigkcit. :l. Die Angehörigen derjenigen verheirateten Verbaudsmitglieder, die vor den, 1. Oktober cingezogen wurden und bevcitS «in« Unterstützung von 10 Aiark «rhrelten, erhalten am, 19. Tczgnrber die zweite F-amsilien- unterftützung in Höhe von 5 Mark. Bedingung aber ist in dieser» Falle, daß die Efngezvgenen i>erc,äiinisten anzupaffen. Mit solchen Maßnahmen ist auch de,r Mitgliedern am bestem gedient. Lokale Parteinachrichten. Sozialdemokratischer Krciswahloerein Wahlkreis Gießen- Grünberg. An di« Vcreinsvorstände! Einzeln« Fälle nötigen uns die Vorstände zu ersuchen, für regelmäßige BeitragS- kassieru »g besorgt zu fein. Stach den Bestinunuug«,, des StattrtS kann die Unterstützung bei Sterbefällen nur solchen Mitgliedern gcwälwr werdcm, die sich mit der B ci t ra g sza h l u n g nicht I ä i, g c r als zwei Monate im Rückstände befinden. Wir müston genau „ach diesen Bcstnnminigc» verfahren und demgemäß m allen Fällen die Gewährung einer Unierjkützuitg a b - lehne», wo die Beiträge länger »esti«re». Wir bitte», dies zu beachten und di« Mitglieder darauf hrnzuweffen. Der Krcisvorstmid Gg. Beckmann, Vereinskalender. Samstag, den 5, Dezember: Launsbach, Wahl verein. Abends 9'/- Uhr: Vcrjami»- lung bei Gastwirt Friedrich Pfasf. Sonntag, den 8. Dezember: Gießen. Gesangverein „Eintracht". Abends 9 Uhr Monatsversammluna im Gcwerkschaftshaus. Alsfeld. Freie T » r n e r s ch a s i. Nachmittags 4 Uhr Mitgliederver sammlung im „Stadtpark". Verantwortlicher Redakteur: F. Beiter«, Gießen. Verlag von Krumm & Cie.. Gießen. Druck: Verlag Offcnbacher Abendblatt. G. m. b. H., Offenbach a. M Quittung! Für di« Wcihi»achtsfei«r der Kiitdcr ongaitiftcrlcr Krfegstri „chm«r gingen weiter ein: durch Pf cinri» Karl Becker. Student, Kriegsfreiwilliger, 20 Jahre talltorstraße 53, bei le Ouesnon gefallen. — Nov. 1. Hern eorg Richter, Taglöhner, Reservist. 27 Jahre alt, Wetzl »sic 19, bei le Ouesnon gefallen. — Nov. 10. Georg manucl Eoulmann, Hauptmann, 36 Jahre alt, Stephanstram » Feldlazarett koinines gestorben, — Nov, 14. Wilhelm ntcrossizicr, 25 Jahre alt. Lichcrstraße 65, in Berlin-««» ’storbcn. ___________ Verstorbene, Hermann Tcufter, Schreiner in Gießc, ahre mit, lBcerd-Ming, Sonntag, nminnittag 3 Uhr. Neiwr 0 ^ .Klimiiikll.KieM Marktplatz II. Uhrmacher und Goldarbeit«. Reichhaltige» Lager in Kd Gold- »,,d Silberwa" t Lieferant der Konsum-"^ Gießen u Umg, „nd de« b bahn -Koulumveiün«^ — Mau »erlange Radattm«" Allgemeines 1 Bierhand lu nnen £ sriuJtiiehi. d.KoUnialw.Ge«eb»fi r "—--« 3 *— Automobile u. Fahrräder fiohel & Appei Alicestr. 25 Tel. 736 y Adler Autos u. Fahrräder Q Kontrollkassen, Reptwkst. fl ! bade- &j Einrichtung. B Chr. Zimmer Bahnhofstraßc 12 8per.: Kupferkessol. |Baugeschäfte | Jean Dern A Clo., Gießen^ gefr. 1883 Westanlage 31 r Baumaterialien-Großhandlg r Zexenlwsrenfibr. re. Metorbetneb * ]! [ BlumengeschU Blumenltalle Flora _ Selters Weg 44 i Chokolade u. Konfitüren Elvira Jost weg 22. R Proi ermaoia Proq., Farben Drog V.rlSelUl iFr»niffirtsir.39. 11 Telephon . Bierbrauerei mit eigener Mälzerei Anerkannt vorzügliche helle und dnnklo Export - Biere Union- Brauerei Aktlen-Ge sei lach. Glessen empfiehlt ihre ff. Biere and Kraftbier mit geringem Alkoholgehalt. Gerlach & Euler vormale J. Luy Wetzlar Alsfeld tiebr. 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