olkszeitilN Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargcbicte. Dt« vfterdrlfUit,» t},lt»««üun, «rtcheinl ,cd«n Werktag lldenft m Nedaklion und Srvcdtttou Liehen. Der Sbonnernentlvrei» beträgt wöchenUich 15 Pfg, manaüxh Liehen. Babniiotiirahe LL. Ecke Ldiveugaste. Stz Ptg. ean» abrnN^ltr für dir folgende Rummel in der Eiveduron aufaebat Nr. 281 Gicßcn, Toittlcrstllg, Den 3. Tczcmlicr 1914 9. Jahrgang Serbiens 3ufntmtmtbntri|! Die Einmütigkeit des Reichstags. Es bcftursle keiner Prophelcngabe, um vorauszusagen, ftafc der lleichSIag in der Fraae der Bewilligung der Kriegskrcdiic am !. Dezember keine andere Ballung einnehme» werde als am August. AIS der Reichslag am 4, August die ersten füns Milliarden bewilligte, war der Krieg mit Frankreich und Rustland lUSgebrochen, Erst nach der Sitzung kam die Rachrichl von der kriegserklarung Englands, und Fapa» folgte erst einige wod,en päter. Als der Reichstag die ersten fünf Milliarden bewilligte, oustte er noch nichts vom Schicksal KiautfchvuS, nichts von der Ab- perruuq der Nordsee. der Durchschneidung der deutichen Kabel und on dem zähen widerstand. de» englische Soldaten vor der elglsch-sranzostsche» Eirenze dem deutsche» Vormarsch cniqegeii- ehen würden, Zwischen dem 4 August und dem 2. Dezember ist uS dem europäischen Krieg der wahre Weltkrieg gewor- en, die Zahl der Feinde Deutjchlailds hat sich gemehrt, die Rot' endigtest, alles auszubieten, um dessen Lieg lrovalledem an Deutschlands Fahnen zu Helten, ist ii o ch gebieterischer als »vor in de» Mittelpunkt alles politischen Bandeln» gerüelt worden. Einigkeit in der entscheidenden Frage schliefst jedoch M ei» n g S v e r s ch i e d e n h e i t e n im einzelne» nicht aus. Fa, die unlgkeit bekomnit erst dadurch ihren richtigen wert, daft sie mit iserner Klammer alles zusammenhäli, ivae- sonst in schärjstein legensatz z» einander steht. Wäre lm Reichstag nur eine Be- ölkerungskiasie und nur eine Parteiineiniing vertreten, so wäre er moralische wert eines einmütigen Votums austcrorbeni- ch gering. Der Reichstag des allgemeinen Wahlrechts, der alle lasse» und alle Parteien umsast«, erweist sich dagegen in Rot und lesahr alS ein Faktor von unschätzbarem moralischen Wert. Er ring«, wenn er einig ist, daS Denken und den Willeii des ganzen rutschen Volke» zum Ausdrutk, ohne Unterschied der Klaffe und er Partei, wohl gibt e» — iver tonnte daS and) nur einen ugciibliit vergeffe» Arme und Reich« in Deutschland, Konser- allve. liberale. Zentrumsleute, Lozialdeuiolrate», Vertreter der erschledensten Klasienintereffen und aus» Lchärsste einander ent> egengeselsten Anschauungen. Leibst über die Ursache» des rleges, die Bedingungen des k ü » s t i g e n Friedens chlusses. die Bewerinng der verschiedene» Gegner gehen die leinungen iveil auseinander. Aber über eine» gibt es unter «ne» allen keine Meinungsverschiedenheit, darüber nämlich, dast as deutsche Volk sich seiner Feinde erwehre», dast es >u diesem och ule erlebte» Bolterringen seinen Platz in der Welt auvten ui ii st , alle» feinbiirtjen Gewalten zum Trotz. Die Lozialdemoiraten im Reiä>stag lege» mit Recht wert araus, vor aller Welt sestzustellen, dast sie gerade als T o z i a l - emokrateu in diesem Punkt mit ihren sonst anders denken en Volksgenosse» übereinftiiiimcn. Sie haben von ihre» Grund- itzen nichts ailsgegebe» und gedenken ihre Ziele »ach dem Kriege ästiger und erfolgreicher z» oersechten als zuvor. Tie verhehlen icht. dast ffe einen raschen Frieden wünschen, der dem kutschen Volk und alle» anderen die v o I l e Freiheit der e I b st b e s» i in i» >, n g gewährleistet, und der eben erst dadurch n dauenides snedliches Rebeneinauderleben der Rationen er iöglicht. Lie bleiben auch der lleberzeugung, dast die Wurzel Uer SriegSgesahren in der bestehenden Wirtschaft» rdnung liegt und nur mit ihr beseitigt werden kan». Lie be ehe» für die Zukunst auf allen Forderungen, die in ihrem Partei- rogramm z» lesen lind. Aber nicht deffen ungeachtet, sonder» erafte deswegen sind ste unter den gegebenen, von ihnen ich! gewollte» Umstände» vor allem zur naiivnalen Verteidigung :rtit mift entschlossen, habe» sie die ganze gewaltige Energie ihrer ewegung jetzt aus dieses eine Hauptziel eingestellt. Rit Recht Hai der Reichskanzler am Dienstag in seiner Ai frache an die freie Kommission des Reichstags gesagt, gerade die inmütigkeit daheim werde die Truppe» brausten erneut zu den I ochste» Krastleistnngen anseuern. Aber auch unsere Volksgenoffev | .allsten sind keine Maschinen, sonder» denkende, i e n s ch e n . und gerade da» madii ihre» Wen als Kämpser au», uch sie mache» sich ihre Gedanke» über Krieg und Friede» »»ft erden, wen» sie den seldgrauc» Rock ausgezogen haben, in später» meren Auseinandersetzungen ihre» Man» stellen. Viele vv» lnen sind, wie man weist, Lozialdemoiraten, und diese» ist e» ichtig zu wisse», nicht nur dast. sondern auch warum ihre arteigenoffen im Reichstag die Kriegskredite bewilligt haben. Lie .'Winnen daraus die Gewistheit. dast die Einigkeit, die sich im eere in geschlossenster Form verkörpert, auch daheim besteht, und ost sie dort besteht nicht als Produkt eines äufteren Drucks oder ün taktischer Erwägungen, sondern als reiner Ausdruck tiefster eundsätzlicher lieber,eugungen. Bällen alle in allen Dingen dieselbe Meinung, io liefe da., «raus hinaus, dast keiner eine Meinung Halle. Woher sollic ein lch gedankenloses Her den voll die Krast nehmen zu «gen'? Dast wir über fast alle Dinge der Welt grundverschi. mster Meinung sind, dast wir unter uns vorhandene Fntereffen aft Meinungsverschiedenheiten zu gelegener Zeit mit zähester uergie gegeneinander verfechten, dast wir aber irovften, jetzt, ivo i um» Ganze acht, wie ein Mann zusammenftehen, alle von dem »ei, Willen befeelt, durchzuhalten — das macht uns stark mift gibt nS die Saffniliig aus den Lieg! Serbiens Zusammenbruch. Wien, 1. Tez. (W. B.) Vom südlichen Kriegsschauplatz 'ird amtlich genieldet: 1. Dezember. Ans dem südlichen riegsschauplatz hat ein weiterer Abschnitt in den Operation-.» ' l wn siegreichen Abschluh gesunden. Ter Gegner, welche- hsiestlich mit den gesamten Streitkrästen östlich der st o l u - ora und des Ljig durch mehrere Tage hartnäekigsten widerstand leistete und wiederholt versuchte, selbst zur Otstm- ve überzugehen, wurde aus der ganzen Linie ge- morsen und zum Rückzuge gezwungen. Er erlitt neuerdings empfindliche Verluste. Aus dem Gcsechts- scldc von jkonatice allein fanden unsere Truppen zirka acht- hundert unbccrdigte Leichen. Desgleichen bedeuten die zahlreichen Gefangenen und materiellen Verluste eine namhafte Schwächung, denn seit Veginn der letzten Offensive wurde» über 10 00 f> Gefangene gemacht. ■17 Maschinengewehre, 4G Geschütze und zahlreiches sonstiges Material erbeutet. Hosfnnnsiclosi afeit in Lerbicn. Die Sorrefpoildenz Rmidschau meldet über Kopenl»ageii: Der gegenwärtig in Petersburg iveileuft« VcNraueiismanii des serbischen Mmisterpräsideiite» P-ischitsch. Rarko Zemovitsch. schreibt in der Rowoje Wremja: Vertusthe» Hilst nicht» mehr. Die Lerbeti haben bisher ml»besten» h u u d e r 1 1 a u i e n ft Loldaten verloren, fast ein Drittel ihrer Arniee. was Lcrlnen droht, ist bundertma! ärger als das Schicksal Belgiens. Serbien sielst vor der Gefahr der völligen Vernichtung. da» serbische Volk kann ohne Laich, das icr- bische Land ohne Volk bleiben. Miljukow schlägt eine Aufteilung Serbiens vor. Run must mau die volle Wahrheit einhüllen. Fene, die glaubien. den Serben ici durcki die Erfüllung der Forderungen Bulgariens zu nützen, weshalb Levbien diesen Forderuu- gen nochgebeti solle, wollen Lerbsitn ein Begräbnis erster Klasse sicherti. Für diesen Ausweg ist cd heute and) schon z» spät. Tie russische» Verluste. Eine mit gröszter Gewissenhaftigkeit gefertigte Statistik der russischen OsfizierLverluste nach den' Angaben de§ Russki Invalid ergibt bis zuni 20. 'November 3679 verinihte. 9702 tote und 19 911 verwundete Offiziere, im ganzen eine» Ans»-ist vvn 3*892- CfHrtarrrr.' i'cr ,Z!r»eg >m Orient. Ter türkische Tagesbericht. Konstanlinopel, l. Tez. (XV. li. Nichtamtlich.) Ti? gestern veröffentlichte amtliche Mitteilung des Grasten Hauvt- cuartiers besagt: Am 29. November haben an der vcrsischen Grenze unbedeutende Zusammen stöbe mit den Russen statt- gefunden. kanadische Freiwillige iu Aegypten. AuS Alerandria wird dem Blatte Embros »Mer dem 27 . November gemeldet. dast340v0kanadijcheSreiwillige j:i Aegppiea gelandet würden. Tunesische Mohauniitdauer. Ter Berichterstatter der Deutsch:» Tageszeitung erfährt zuver- lä'sig. ftast auch in der Stadt und Kolonie Tunis eine grostzügige Erhebung der Maizaniedaiier gegen Frankreich nach Bekam;lwerde„ des heiligen Krieges beginnt und dast wahvschenikich ein Zusammen- kchluß der Tunesier »in den Algeriern und MgroNanern erfolgen wird. Portutzai — der jüngste Gegner. Portugiesische Truppe» sür Aegypten. Nachdem Griechenland den englischen Lockungen wegen Entsendung von Besayungstruppen nach Aegypten ausgewichen ist, hat sich nunmehr Portugal den dringenden englischen Forderungen anbegnemt. Seit einigen Tagen weilen portugiesische Offiziere in Aegypten, die Vorboten portugicsi- scher Heereskrästc find. Auf Befehl Lord Kitcheuers werde» im Laufe der ersten Tczemberlzälstc grösterc portugiesisch- Truppenkontingente landen. ( p e d o j a g« r. der aus der Ausaldo-Werft in Sfftri bei C'knna für Portugal im Ban »wr. wurde unmiirelbar von dem S'apelisif von der stellen,scheu Regier«»- ans Rticksichte» der Neutralität beschlagnahmt. Ter Burcnaufstand. Tie Times meldet: Tcwet besetzte am l>. November Wu>- burg, das siä> widerstandslos ergab. Tie Anfständischcn- Generäle Scrfortain und Villers requirierten 'Nahrungsmittel. namentlich bei der Firma Wright Brolliers, deren Inhaber Wright Bürgermeister von Winburg ist: gegen diesen erging sich Tewet in äusterst heftigen Worten, tveil er den Winburgcrn vorwirft, sie hätten seinen Sahn getötet. — Bezeichnend ist. dast die Besetzung Winbnrgs in eine Zeit siel, ivo die Rcuter-Bcrichtc erklärten, der Aufstand sei so gut wi? beendet. Aus Südafrika wurde dieser Tage wieder über siegreiche Gefechte der Engländer berichtet. Botha habe bm Westest 90 Gefangene gemacht. Ter Kommandant Rost habe den ausständigen General Wort Botha bei Frankfort gefangen genommen und so fort. Nun kommt aber die Meldung, dast seit kurzem ans den Burensarmen Frauen und Kasfern die Arbeit tun. da die Manger die Waffen ergriffen hätten. Ter Burenkrieg in Südafrika hat danach also gewaltig an Bedeutung zugeiiommen. Bulgarien gegen !)!»»;!.,»t>. Sofia. 1 D:z (WB. Rlästonttich.I Zu den Bemühuuge» des Dreiverbanftts, wtmu.it tltch Rustlands, eine» ncuin Balkan, block zustande zu bring«» schr.eb! der Diewnik: Fn de; dreistesten bnitalsten Weise aus (ein: BesreierrsUe pochend, will Rust!«»« Billgarieu zu t:.t Bandliliigsweis: «vingk», die „»jereu Fn- liresiin offerbar wideripricht Mn btifpi:!lol«r Frechheit ivill die > . ssil'che Diplomai e, die im vorige» Fahre schmählich Lchilsbnich l.it, Bulgarien cinreisn, tast f-r:'e Fntereffen im nw.i Balkaublock lägen, der dl: Ritiunz ft.» in Agonie liegenden Serbien bezweckt. Fst es denn den Russen nacht selbst laiigwetliq. immer dasselbe» Lüjp.ittr.ärchen auszutlschen. da die Wirklichkeit gz> uqscm bewies, dast der Baikaubunft den Rinn Bul-zane, s vera.iiastl-? Veripiechun- gin. dast Bulgarien tm Bunfte mit Lerbcir. ttzriechen und Runlänen seine Fdcale verwirklichen könne, sind offene Täuschungen wir tarfen sür solch-: ilawiftfe Fürsorge. Lasset Bulgarien von den Folgen eurer väterlickkeu Ratschläge sich erholenFixr elenden Er- presscr ivoll: mit cui:» angeblich slawischen tzksühlen Buixavieu vollends ru.iiieren. mit eure» platcuiiche» slawlschu» Fftee,, Bul- ggrlens heiligste Efesühle e. iweibcn! Das sogenminle SlawentUiM der russischen Diplomatie war für Bulgarien der tlislbrocken, der ihm aiis Leben ging. Bulgarien eewarlet die Rechlsertigunq vor der ffSeschithte und vor Gott. Tic Haltung (4ricchculaudo. Konstanlinopel, 1. Tez. XV. B. Nichtamtlich.) Taswir-i- E'kiar erfährt, dast Griechenland alle Anerbietungen und Bemühungen des TreivcrbandeS, mit ihm zu gehen und der Türkei den Krieg zu erklären, zurückwics. weil Griechenland cs feinen Interessen entsprechender finde, alle Meinungs- vcrschlcdenheitcn mit der Türkei trenndschaftlich zu regeln. (*in Protest Chinas. Ter Tsan Ch^-ng Jüan, das beratende Oberhaus, legt, nachdem am 3. Oktober die bekanntesten Mitglieder diese: Körpcrset'aft stürmische Reden gehalten haben, der Regierung eine T-enkschrist vor, in der die Verantwortlichkeit Englands an der Verletzung der Neutralität Chinas durch Japan dargelegt wird. Aus Peking wird gemeldet: Die Gesandten EhinaS bei de» kriegführenden Mächieu erhielten de» Ausirag, jetzl schon Chinas Recht auf Beteiliginiq an der Friedenskonsereuz anzn- mclden. Neue Tokumente über Englands Nentralitä!sbrnch. Unter dieser Ucberschrist teilt die Nordd. Allg. Ztg. mit, daß unsere Truppen geheime militärische Handbücher über die belgischen Wege und Flüsse erbeutet habe». Tiefe Handbücher hat der englische Generalstab herausgegeben, sie trugen den Vermerk: Vertraulich und waren käuflich nickit zu hoben. Tie .Handbücher enthalten auf Grund militärischer Erkundungen die denkbar genauesten Gclände- beschreibungcn. Ter Eingangsvernierk lautet: „Tiefe Be- richte können nur den Zustnnd der Wege zu der Zeit wiedergeben, in der sie erkundet wurden. Es wird stets ratsam sein, sie vor Benutzung abermals zu erkunden, um sich zu versichern, das; sie nicht durch Reparaturen, Rohrlegungen usw. gesperrt sind." Tic großen wichtigen Straßen sind in allen Einzelheiten genau beschrieben. Stets wird mitgeteilt, ob die Bevölkerung ganz oder teilweise französisch spricht. Al? Beispiel seien die taktischen Bemerkungen übe: Dixmuiden auf S. 151 wörtlich mitgeteilt: Dixmuiden wird von Norden oder Süden schwer zu nehmen sein. Die beste Verteidigungsstellung gegen Süden wäre westlich der und bis zur Straße der Bahndamm, östlich der Straße eine Reihe kleiner Hügel. Westlich der Straße ist das Schußfeld aus 1500 Aards gut, östlich davon ist der Ausblick durch Bäume behindert. Zwei Bataillone würden für die Besetzung aus- reichen. Tie feindliche Artillerie würde wahrscheinlich nahe Hoogmolen und Vcartkant stehen. Sonst ist dort taktisch nichts von Bedeutung, auch nichts vorhanden, was das Marschtempo verzögern könnte. Beobachtungspunkt: die Mühle von Reencheek mit freiem Rundblick, und der Koclbcrg, 7 y? Meilen von Ipern, mit Ausblick nach Ost und Süd," Nebenbei bemerkt werden in der Regel die Kirchtürme als gute Beobachtungsposten angegeben. So bilden die handlichen Bände für den Führer, Generalstabsoffizier und Unterführer jeden Grades einen vortrefflichen Wegweiser. Ihm beigegeben sind: 1. eine nach Gemeinden und Dörfern geordnete Ein- quartierungsübersicht mit Zahlen der Belegungsfähigkeit, der vorhandenen Transportmittel und allen sonstigen Angaben, deren ein Ortskommandant bedarf; 2. eine Zusammenstellung von wichtigen Fingerzeigen für Flugzeugführer in dem Teile von Belgien, der südlich der Linie Charleroi-Namur-Lüttich liegt, sowie für die Um- gegend von Brüssel. — Dieses außerordentlich sorgsam und übersichtlich abgefaßte Merkbuch wird durch eine Karte der Landungsplätze ergänzt, trägt die Aufschrift geheim und stammt aus dem Juli 191-1, Die Nordd. Allg. Ztg, nimmt an, daß das Material für diese Bücher auS dem Jahre 1909 stammt und zieht dann die nachstehenden Schlußfolgerungen: „Ohne eine bereitwillige, weitestgehende Unterstützung der belgischen Regierung und Militärbehörden war eine solche Arbeit nicht zu leisten , , . So eingehend hatten England und Belgien bereits im Frieden ein militärisches Zusammenwirken miteinander verabredet, Belgien war eben politisch und militärisch nichts anderes als ein Basall Englands, Die Entrüstung, die England heute wegen Deutschlands angeblichen Neutralitätsbruch vor aller Welt zur Schau trägt, wirb durch diese Dokumente als völlig haltlos und ungerecht erwiesen. Wenn jemand Anspruch darauf hat, empört zu sein, so sind es wir! Als anläßlich unserer Operationen an der Küste die englische und französische Presse höhnisch meinte, wir seien über die Gefahren des Ueberschwcmmungsgebietes im sogenannten Polder-' land nicht unterrichtet, hatte sie insofern recht, als wir Belgiens Geländeverhältniste zu Beginn des Krieges allerdings nur soweit kannten, wie sie sich aus dem Buchhandel käuflichen Quellen ergaben. Um so wertvollere Beutestücke waren daher für unS die englischen Erkundungsberichte und vorzüglichen Karten, Dir konnten dieses außerordentlich nützliche Material sofort unseren eigenen Zwecken dienstbar machen und England mit seinen eigenen Dassen bekämpfen. Darin liegt für die sorgsame Arbeit unserer Gegner wohl die beste Kennzeichnung/ Die Stellung der italienischen Partei in einem eventuellen Krieg. In einem Leitartikel des italienischen HauptorganS Avanti über die augenblickliche innerpolitische Lage in Italien und über die voraussichtliche Stellungnahme der verschiedenen Parteien beim bevorstehenden Zusammentreten der italienischen Kammer am 2. Dezember werden auch die Ansichten der bürgerlichen Politiker über die Absichten der Sozialisten besprochen. Ein bürgerlicher Politiker soll erklärt haben, daß die Sozialisten sich auf eine rein akademische und theoretisch«- Antikriegspropaganda beschränken und sich im übrigen einer wirklichen Opposition enthalten würden, weil sie eingesehen Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 128 Alle diese Vorstellungen erfüllten ihn, als er endlich leise den Gaard verließ und an den Fjord hinabging, uni den letzten Helfer auszusuckßm. Es war eine tiefe Nacht, schwere Wolken hingen bleifarbig über den Wasscrspalt, der unbeweglich und finster in seinem Felsenbette lag. Kein Fisch sprang auf, kein Stern war zu sehen, kein Ton zu hören, und es er- forderte keine geringe Vorsicht, um an dem wcglosen Rand des Fjord zwischen Steinen und Geröll ohne Leuchte fortzu- kommcn. Marstrands Augen waren jedoch vortrefflich und an Dunkelheit eben so gut gewöhnt, wie sein biegsamer Äörpcr an Anstrengungen. Nach einer Stunde stand er an der Bucht, in deren Tiefe sich der trümmervolle Grund öffnete, in welchem Paul Peterscns Großvater sein Ende gefunden hatte, und nachdem er den Felsenwall überstiegen der den Eingang des kleinen Tales verschloß, befand er sich an dem Hügel von gewaltigen Steinen, die das Grabmal des griinmigcn Vogts bildeten. Die hohen Tannen, welche daraus gewachsen waren, hingen mit ihren schwarzen Aesten und Nadeln bis zur Erde nieder und wölbten mit Gestrüpp und Ranken ein wildes ödes Dach über dieser Totenkammer, Ihr knorriges Gewirr machte die Dunkelheit undurchdring- sich, und als Marstrand mit klopfendem Herzen in diesen unheimlichen Kreis trat, empfing ihn ein hohles Rauschen und Seufzen, das durch die Wipfel zog und klappernde, trockene Ranken ihm entgegcntricb. Mit beherzten Schritten wand er sich durch diese ab- mohnenden Hindernisse, und wie oft er auch von dem langen feuchten Moose abglitt, das die Steine überwucherte, wie beschwerlich es war, selbst am Tage hier von Block zu Block zu steigen, erreichte er doch endlich die Spitze dieser Schutt- masse, auf deren Höhe ein mächtiges Felsenstück verwitterte. Hier atmete er allein mitten in der wildesten Einsamkeit, ab- getrennt von allem Leben, unter sich die zerschmetterten Ueberreste eines Toten, der bis zum jüngsten Tage dort hätten, daß patriotische Gründe Italien in den Krieg treiben. Gegen diesen Gedankengang protestiert der Avansi aufs bestimmteste und stellt die folgenden Leisi'ätze aus: 1. Bei den italienischen Sozialisten fehlt jedes Verständnis für diese „patriotischen Gründe" umsomehr als dieser Angriff ein außerordentlich dehnbarer ist und zu höchst gewagten Unternehmungen kühren könnte, 2. Tie italienische sozialistische Partei wird sich aufs Energischste den Kriegskrediten widcrsctzcn, weil die Höhe derselben klar beweist, daß sie das allein für die Verteidigung des Landes Rotivendige weit übersteigen, 3. Die vorgesehene Steuerdeckung wird wie gewöhnlich in Ftalicn nur die ärmeren Klagen treffen, was für die sozialistische Partei ein Grund mehr ist, sich dieser hohen Ausgaben zu widcrsetzen. 1, Die Partei kann den Leuten gegenüber, welche die bisher für das Land so schicksalsschwere Politik geleitet haben, kein Vertrauen haben: die einzige Antwort auf eine Aufforderung, diese Politik zu unterstützen, ist die Forderung, daß diese Leute für ihre bisherige das Land so schädliche Tätigkeit gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. 5. Solange die für politische Vergehen mit Gefängnis bestraften Parteigcnosten als Feinde des Staates behandelt und betrachtet werden, kann von der Partei nicht verlangt werden, daß sie bei ihrer Stellungnahme die „patriotischen Gesichtspunkte der italienischen Bourgeoisie in Betracht nehmen soll. Juaendlichenschutz im Kriege. Ein interestantes Experiment machen einige Pariser Stadtteile, welche besondere Schulen und Ateliers cinrichteten, um Knaben und Mädchen im Alter bis zu 18 Jahren tagsüber zu beschästigen, wenn sie sonst eine Beschäftigung nicht haben, um sie auf diese Weise von der Straße fern zu halten. Schon jetzt soll der Erfolg dieser Maßnahme sehr vielversprechend sein, so daß man ihre Ausdehnung beabsichtigt. Etwas ähnliches wird jetzt aus London gemeldet, wo bas „Zentralkomitee sllr Beschäftigung der Frauen", mit Zustimmung des Nationalhilsskomitccs, dem sehr reichliche staatliche Mittel zur Verfügung stehen, bcschlosien hat, jungen Mädchen bis zu 1» Jahren, für welche eine andere Beschäftigung nicht gefunden werden kann, wöchentlich 1 Mark zu zahlen unter der Voraussetzung, daß sic dafür regelmäßig eine besondere Schule besuchen. Diese Einrichtung soll den Zweck haben, die Mädchen von den Gefahren der Straße fern zu halten und zugleich ihre Zeit nützlich anzu- wendcn, damit sie später umso leichter und bessere Beschäftigung finden können. Schlimme Folgen der steigenden Getreide- Höchstpreise. Was von der Arbeiterpresse fortgesetzt betont worden ist daß die amtlich festgesetzten Höchstpreise für Getreide, vor allem aber ihre Steigerung ab Januar, schlimme Gefahren für die Ernährung des deutschen Volkes bringen müßten, wird jetzt durch eine Meldung aus Halle a. S. bestätigt. Die dortigen Hildebrandtschcn Mllhlenwerke, die mit 2400 Zentnern täglichem Kornverbrauch das größte Müllerei- Unternehmen der Provinz Sachsen sind, l)aben sich tele- graphisch an die Regierung und das Generalkommando des 4. Armeekorps in Magdeburg gewandt mit dem Ersuchen, Maßnahmen zu treffen, daß die Mühlen genügende Mengen Korn zur Verarbeitung kaufen können. Das sei in den letzten Wochen nicht mehr möglich gewesen, da die Landwirte und Getreide-Großhändler die Vorräte an Korn, namentlich an Roggen und Weizen im Hinblick auf die Steigerung der Höchstpreise ab 1. Januar zurückhiclten. Die Mühlenwerke müßten, so führen sic in der Eingabe weiter aus, beim An- dauern dieses Zustandes des Versagens der Zufuhr zu einer Stillegung des Betriebes und zur Entlassung ihrer 120 Arbeiter schreiten. Unter diesem unhaltbaren Zustande leiden auch die übrigen Mühlen des Halleschen Bezirks und dadurch wird natürlich die Versorgung der Bevölkerung mit Brot ernstlich gefährdet. Die Regierung wird deshalb nicht umhin können, einer Steigerung der Korn-Höchstpreise energisch cntgcgen- zutretcn und den Verkaufszwang einzuführen, selbst wenn die spekulativen Landwirte und Großhändler dadurch eine Enttäuschung erleben. Wer in dieser ernsten und opferreichen Zeit so wenig Patriotismus zeigt wie sie, wer es über sich bringt, dem Volke den reichen Erntesegen dieses Jahres vorzuenthalten, um elenden Gewinnes willen, und es zum siegen sollte, während sein irrender Geist die Fischer schreckte. Eine tiefe Mutlosigkeit kam über den jungen Abenteurer. „Nicht die Toten sind es, die ich fürchte," sprach er vor sich hin, „die Lebendigen treiben mich bis zur Narrheit. Wer soll in dieser Nacht mich hier erwarten? Aber auch ein Weiser, der über einem Abgrund schwebt, greift nach dem Amulet und betet einen Herenspruch. Was ist Klugheit und Verstand der Verständigen, wenn sie keine Hilfe schaffenI Weder Gottes Engel noch des Teufels Geselle werden mir erscheinen. — Laß sehen, du alter Zauberer, was du kannst." „Afraja, ich rufe dich!" sagte er mit leisem verächtlichen Tone, und er widcrholte den Namen noch zweimal. „Ta bin ich!" antwortete eine Stimme an der anderen Seite des Felsstücks, und ein Geräusch begleitete diese Worte, Geröll und Steinbröckel kollerten an der Hügelwand nieder. Es war, als stiege eine Gestalt vom Boden auf aus einer Fuge dieser festen Granitblöcke, die sich ihr geöffnet hatten. So beherzt Marstrand war. so wenig konnte er dem überwältigenden, unheimlichen Eindruck dieser Erscheinung widerstehen. Ein Grausen kam ihn an, das sein Haar aufsträubte, seine Zunge lähmte und seine Augen weit und stier öffnete. Er dachte an den Geist des Vogtes. Es war ihm, als liefen Blitzstreifen an den Bäumen nieder, als regte cs sich hinter ihm, und aus der Tiefe kam ein seltsames Schnauben. „Du hast mich gerufen," begann die Stimme wieder. „Fürchtest du dich?" „Nein," antwortete Marstrand. „Bist du Afraja?" „Ich bin es," sagte der Lappe. „Setze dich her z» mir, gib mir deine Hand." Kalte, schmale Finger klammerten sich um Marstrands Rechte. Er hörte das heisere Lachen, das er kannte, dicht an seinem Ohr, und durch das tiefe Dunkel glaubte er die kleinen, blitzenden Augen des Zauberers funkeln zu sehen. „Erzähle mir. was dich zu mir treibt," sprach Afraja. „Ich war weit, als ich dich rufen hörte. Ich kam, weil Jubinal cs will." „Wenn du solche Macht hast, Afraja," erwiderte der junge Monn, „so wirst du auch wissen, weshalb ich hier bin." Hungern und zur Arbeitslosigkeit verdammt, der verdient keinerlei Rücksichtnahme. Nachrichten über Kriegsgefangene. lieber den Aufenthalt der in feindliche Kriegsgesangenschasi geratenen Angehörigen unseres Heeres können aus Grund der Gefaiiqenciilisten, die die kriegführenden Siaalcn gegenseitig auö- tauschen, folgende Stellen i:n Inland Auskunft erteilen: das Zcntral-Nachweiscburcan des Kriegsministerinnis in Berlin, Dorothcenstraße 48; das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abteilung Gesangcnenjürsorgc, Reichstagsgebäudc; das Auswärtige Amt, Vom Auslände sind folgende Auskunftsstellen bekannt: Belgien: Das Rote Kreuz in Brüsiel, Frankreich, a) Agence des renseignements pour prisonniers de guerr-r Genf, rue de l'Athenee 3. b) La croix rouge francaise, Commission de guerre, Bordeaux, Quai des Charons 56. c) Auskunft über deutsche Gefangene in Frankreich: Zentralstelle des Roten Kreuzes. Genf. England: a) The Prisoners of war, Information Bureau London 49 Wellington Street, Strand. b) Briefe an deutsche Kriegsgefangene in Gibraltar: Adreste: Commandant Prisoners of war Gibraltar. Rußland: Auskunft über deutsche Gefangene in Rußland erteilt das Rot« Kreuz, Kopenhagen, Was tut Frankreichs Marine? W. B. Paris, 1. Dez. „Was tut denn unsere Marine?", fragt man in Frankreich, wie der Temps berichtet, viel, weil man wissen möchte, ob die im Verhältnis zu dem Landheere größeren Aufwendungen auch lohnen. Dem Temps ant- wortct, nachdem er die Aufgaben der Marine herzählt: der Küstenschutz, die Teilnahme der Marincdivision an den Operationen des Landbeeres, die Begleitung der Truppentransporte und der Schutz des Handels. Tie englisch-französische Flotte habe die Rückkehr der deutschen und österreichischen s Wehrpflichtigen aus Amerika «verhindert, deren Zahl eine i halbe Million betrage. Ist es nicht ein schöner Sieg, wenn 300 000 französische und englische Seeleute 500 000 Feinde I von dem Schlachtfclde fernzuhaltcn vermögen. Die .Kämpfe im Südosten. T. U. Suezawa, 2. Dez, (Etr. Blich Die Rüsten haben ien feitet des Pnith große Verstärkungen aller Waffen herangezogen und versuchen, in der Bukowina die Karpathentriippen zurück;» drängen. Die österreichifch-iingarischen Truppen leisten der vielfachen Ucbermacht energisch Widerstand und halten ihre Stellungen Es herrscht sehr große Kälte, Da die Flüstc teilweise zugefroeea, sind, wurde die Offensive der Rüsten erleichtert. Fransösische Enltäuschung. Berlin, 2, Dez. Der Genfer Berichterstatter der Deutschen Tageszeitung meldet unter dem 1, Dezember: Als in Paris der russische Schlachtbericht meldete, daß die Kämpfe bei Lowicz fortdauerten und die Deutschen die Offensive bei Szcrzow sortfctzten bemächtigte sich der Pariser tiefe Nicdergefchlagcnhcit, — De« Eclair schreibt: Paris jubelte drei Tage, als Petersburg die Vernichtung der Hinbenburgischen Armee berichtete. Jetzt ist eS abei grabesstill. Es ist lächerlich, wenn amtlich aus Rußjand gemeldet wurde, daß seit Mitte November 796 999 Deutsche und OestH reicher gefangen worden seien und daß seit August die Zahl de' Gefangenen VA Millionen betrage. Es fei unbegreiflich, sagt doc- Blatt, daß die Petersburger Zensur derartige Lügenmcldungen der russischen Blätter zuläßt. Die Türken auf dem Marsche nach Aegypten. T. U. Kopenhagen, 2. Dez, (Etr. Bln s Nach einem Athene- Telegramm. das der Pariser New Port Herold verössentlicht, ist ein türkisches Heer von 76 999 Mann unter Führung Jzzed Pascha? auf dem Marsche nach dem Suez-Kanal, Die Deutschen und Türke» sollen 19 999 Gewehre unter die Beduinen verteilt haben, die ans der befestigte» Linie um El-Aresch ausgestellt werden sollen. Ein Telegramm aus Kairo nach Paris behauptet, die Deutsche» hätten energisch daran gearbeitet, Abessinien zu überreden, de» Sudan und Aegypten anzugreifcn. Der Negos hätte dies jedoit abgelehnt und den Verbündeten das Angebot gemacht, 299 00t) Mann zu senden, Agitation für die Neutralität Italiens. T. U. Zürich, 1. Dez. Nack; einer Mailänder-^Meldung dc> Neuen Züricher Zeitung hat sich dort gestern ein Agitationskomilei „Du sagst es, Jüngling," war Afrajas Antwort, die e: nach einem langen Schweigen gab. „Ich sehe in dieser Finster nis in dein Herz; ich weiß deine (bedanken, mir ist nicht: verborgen. In deiner Gamme schläft ein Wolf, der seim Zähne in dein Fleisch grub und dich hinausgestoßen hat ir diese Nacht. Morgen, wenn der Tag graut, will er dich zer reißen." „Ich komme, damit es ihn; nicht gelingen soll," verseht: Marstrand. „Ich suche Hilfe bei dir, Afraja. Wenn es wahi ist, daß du mich schützen willst, so beweise es jetzt. Schaff im Geld, daß ich Helgcstad befriedigen kann. Bei meiner Ehre Bei allem, was mir heilig! Ich will dir redlich wiedergeben was dein ist." Afraja ließ abermals einige Zeit vergehen, ehe er ant wartete. „Wieviel bedarfst du?" fragte er dann. „Eine große Summe!" rief der Junker, „aber ich weiß daß du sic geben kannst, wenn du willst. Sechzehntausen! Spezies hat Helgcstad von nur zu fordern, doch kann ich ihn eine Gcgenrechnung machen wegen meiner Fische, die er u Bergen verkauft hat." „Sechzehntausend!" murmelte der alte Mann. „Es is viel Geld. Sechzchntausend! Wenn ich sie dir gebe, wa- willst du geloben?" „Du verlangst hohe Zinsen, wie ich denke. Acht von Hundert ist der übliche Preis; doch fordre, was du willst. S: wahr mir Gott I)elfe, ich will sie schaffen!" „Ich mag keine Zinsen, Väterchen!" rief Afraja heisci lachend. „Ich bin kein Händler vom Lyngenfjord, kein Wucherer und kein Vogt." „Wenn du keinen Zins willst," fragte Marstrand, „war willst du denn? Eine Verschreibung des Gaards?" „Deine Verschreibung hülfe mir nichts, und deinen Gaart mag ich nicht. Niemand darf wissen von meinem Gold und deinem Wort, aber verpfänden sollst du es mir. Willst d»? „Was soll mein Wort dir verbürgen?" „Wenig Jüngling, wenig! Gelobe mir, daß du kommen willst, wenn ich dich rufe." (Fortsetzung solgt.s JW je K« ««“ 6« Kt gB jcht" ttlK CK aoK lunü Kt und) M Siel lügf taut »an iott lisch Ä Tel Mi Sri' Uni IW auf roll 6ci die zu 3° du Kt st m in dm !NI> Finn wer der weil darj feit Sin Die den 3 35 den! sied mir den lehr weg Kh miss teil, »hm Wal Sta den wes dcrs fatti eins den eine nur dies bei tun ited deir Km Die oiio dgh Ver Aei )ii d>e, aus toll' itltl dt, dh gebildet, um der Agitation für ben Krieg seitens der irredentifti- schen Kreise eine energische Propaganda für die Ausrechlerhaltung der Neutralität Italiens entgegenzuscvcn. Ter neuen Liga stnd sofort eine grobe Anzahl liberaler, klerikaler und sozialistischer Deputierter beigctrcten, außerdem Senatoren, ttauslcuie, Jnbu- stricllc und Journalisten usw. Die Beschlagnahme der Bossischen Zeitung. \V. B. Berlin, 1. Dez. Die »off. Zeitung hat in ihrer hrutigen Abendnummer eine» Bericht über die vertrauliche Liffung der Kommission des Reichstages gebracht, der nicht autorisier, war und dem Reichskanzler Aeuherungen in den Mund legte, die dieser nich, getan hat. Die betressende Nummer der Bossischen Zeitung ist da her mit Beschlag beleg« morde». Hierzu teilt uns der Borffhendc der sreien Kominftffon des Reichstages mit, da« die Mitglieder der Kommission einstimmig die Unrichtigkeit des Berichtes der Bosff. scheu Zeitung sestgestellt habe». Der neue Khedive will nicht mehr. T. U. Gens, 2. Dez. Rach einer Londoner Meldung hat der neue Khedive von Aegypten sein Amt in die Hände des englischen Lberkommiffars zurüikgelcgt. Damit ist der englische Plan, einen »ahen Berwandten des Khediven gegen diesen -uszuspiclen, miß. lnngen. Ter Kaperkrieg. T. v. Mailand, 2. Dez. Der italienische Dampfer „Atlantic", der Weizen geladen hatte und sich aus der Fahrt von Argentinien nach Genua befand, ist im Mittelmecr von französische» SriegS- fchisfen angehalten und nach Nizza gebracht worden. Di« Genueser Reeder haben sich an die Regierung mit der Bitte gewandt, schleunigst die Freilassung des Schisses zu erwirken. T. U. Kopenhagen, 2. Dez. Dem Daily Telegraph zufolge wurde der schwedische Dampfer „Friedmann" von einem englischen Kanonenboot »ach KirkwaU zur Unlersuchnng gebracht, Er konnte dort seine Ladung nicht lösche» und wurde deshalb mit einer englischen Wache an Bord nach Shields geführt. Die österreichische Kriegsanleihe. W. B. Wien, 2. Dez In den letzten Tagen sind zahlreiche grobe Anmeldungen aus die Kriegsanleihe eingelausen. Die Schluhzeichnung durste die bis jetzt gezählte Summe von 1600 Millionen übersteigen. Heften und Nachbargebiete. «iefjen und Umgebung. — Grrcchtigteit bei Unterstützung der Kriegersainilicn! Ter Vorsitzende des Gicßencr Gewerkschaftskartells schreibt uns: Das Gesetz, betr. die Unterstützung dc>r Familien der Kriegsteilnehmer schlecht vor, das; von Privaten gegebene Untcrstiitzungen auf die Reichsuntcrstiitzung nicht anzurrch- »en sind. Demzufolge lsaben auch jene Familien Anspruch auf die Kriegssamillenunterstiitzung, denen vielleicht der volle oder auch nur ein Teil des Gehalts wcitcrgczahlt wird. Gegen diesen Grundsatz ist auch nichts cinzuwcnden, denn die Arbeitgeber zahlen das Gehalt weiter, uni die Familien zu unterstützen, aber keineswegs, um den Staat von der Zahlungspflicht zu befreien. Man sollte nun meinen, dieser dort anerkannte Grundsatz müsse auch von den einzelnen Kommunalvcrwaltungen anerkannt werden. Aber weit ge- sehltl In Gießen ist man am Werke, allen jenen Familien. die von einzelnen Arbeitgebern neben der Reichs- untcrstützung noch einige Groschen erhalten, diese aus di: städtische Unterstützung anznrechnen oder die städtische Beihilfe ganz einzustcllen. Ich und mehrere Arbeitgeber, mit denen ick über diese Frage zu sprechen Gelegenheit hatte, empfinden dies aber als wenig gerecht. Welch ein Widersinn dabei entsteht, mag an folgendem Beispiel erläutert werden: Ter Faniilie des Kriegsteilnehmers A. wird von der Firma X. ein Teil des Gehalts, pro Monat 120 Mark, weiter gezahlt. Ta diese auf die Reichsuntcrstiitzung nicht darf angcrcchnet werden (und sonst die Frage der Bedürftigkeit bejaht wurde), so bekommt die Frau A. für sich und ihr Kind pro Monat jetzt auch noch 21 Mark Rcichsuntcrstützunz. Tie Familie des Arbeiters Kriegsteilnehmers B. hat bisher von dem Arbeitgeber Z. pro Woche eine Unterstützung von 3 Mark bekommen. Weil sie diese Groschen vom sozial denkenden Arbeitgeber Z. bekommen hat, wird ihr die städtische Unterstützung entzogen. Was ist die Folge? Wie mir von Arbeitgebern bestimmt erklärt wurde, werden diese den Familien die Unterstützung entziehen, weil sie ihre lang- jährigcrz treuen Arbeiter unterstützen wollten, aber keines- tvegs der Stadt Gießen wollten eine wöchentliche Unter- stützung zahlen. Was hat die verteilende städtische Kommission dann erreicht? Sie hat den Familien der Kriegsteilnehmer die Unterstützung des Arbeitgebers genommen, ohne der Stadt auch nur im geringsten einen Vorteil zu ver- schaffen. Meines Erachtens aber ist c? nicht Aufgabe der Stadt, den Familien der Kriegsteilnehmer die Unterstützung von dritter Seite zu nehmen. ES widerspricht mindestens meinen Begriffen von Gerechtigkeit. u. in. Fürsorge und Arbcitsvcruiittluug sür die durch Kriegs verstümnieluug Erwrrbsbcschränkten. Am 27. November fand auf Veranlassung des Schriftführers der Deutschen Der- cinigung sür Krüppclsürsorgc, Professor Bicsalski-Berliu, in den Räumen der Landesvcrsicherungsanstalt zu Tannstadl eine Besprechung statt, wie für die im Kriege Verstümmelten nur noch teilweise Arbeitsfähigen gesorgt werden könne. An dieser Besprechung haben Vertreter des Großh. Ministeriums, des Landesvcreins vom Roten Kreuz, der Landesversichc- rungsanstalt Großh. Hessen, der Lazarctt-Tircktion Tarm- stadt, des Tarmsrädter städtischen Arbeitsamts, des Krüppcl- heims und des Hessischen Fürsorgevcreins sür Krüppel teil- ycnommen. Als Ergebnis der Beivrechurig wurde sestgestellt: Tie Fürsorge für die Kricgsinvalidcn muß möglichst zeitig, also schon während der Lazarcttbehandlung cintrcten, cs in daher anzustrcben, daß in den allgemeinen Reserve- und Dereinslazarcttcn den Verwundeten, die einer orthopädischen Behandlung oder Nachbehandlung bedürfen, diese auch zu Teil wird, und daß sachverständige Acrzte hierfür zugezogen werden. Stach Möglichkeit soll in Orten mit größeren Lazarett-Einrichtungen eines der Lazarette hierfür besonders ausgestattet und diesem die geeigneten Verwundeten überwiesen werden. Ta den Kriegern, die als Folgen ihrer Verwundung am vollen Gebrauch ihrer Gliedmaßen behindert sind, möglichst ihre volle Arbeitsfähigkeit wiedergeacben werden soll, ist in ihrem Interesse eine vorzeitige Entlassung aus dem Lazarett- und dem Militärdienst zu vermeiden, und cs ist zweckmäßig, den wiederhergestcllten Mann unmittelbar in eine Arbeitsstelle zu entlasten. Da die Verwundeten zu- meist nicht in ihren Heimatslazarcttcn verpflegt werden, ist wenigstens die Nachbehandlung in der Heimat anzustreben, um die Arbeitssuche zu erleichtern. Tie Verwundeten sind daher möglichst vor Abschluß der Behandlung einem de« Heimat nabegelcgenen Lazarett zuzusühren. — Zur Arbeitsvermittlung sind keine Neueinrichtungen nötig, sondern es ist engster Anschluß an die Arbeitsnachweise und Arbeitsämter zu empfehlen. Tic in Arbeitsstellen Untergebrachten sind — wenigstens in der ersten Zeit — zu überwachen und sollten ich in dieser Zeit nicht selbst überlassen bleiben. — Anmeldung zur Rekruticrungsstammrollr. Eine amtliche Bekanntmachung fordert alle im Jabrc 1897, ge- borcnen Militärpflichtigen, sowie die bei der vorjährigen Musterung Zurückgestclltcn auf. sich in der Zeit vom 1. bis 10. Tezembcr zur Stammrolle zu melden. Die in Gießen Wohnenden melden sich aus dem Standesamt im alten Rat- Haus; auf dem Lande l>at die Meldung bei den Bürgermeistereien zu erfolgen. Bei Unterlassung der Meldung wird Strafe angedroht. — Gefallene des Gießener Regiments. Landwehrmann Friedrich Wahl, Gemeinde-Rechner aus Otterbach. Kreis Alsfeld. — Reservist Ludwig Kraus müllcr aus Rom- rod. — Offizierk-Stellvertreter Adalbert Dimmenauer, Kunstmaler aus Gießen. — Reservist Karl Geißler aus Lollar. Ausschohoorberatungen für die Londioys-Keieysioyuny Das hessische Staaisminisierium hat die Mitglieder der Finanz- wie der Gcsetzgebungsausschüffe der deiden Ständekammern zu einer Besprechung mit den Mitgliedern der Regierung auf Mittwoch, den 1». Dezember, eingcladen, voraussichtlich sollen die von der Regierung beabsichtigten Vorlagen einer Borbesprechung unterzöge» werden. — Wahlverein Gießen. In der am Montag crwi,n„hnifl wurde zunächst tmem Anträge de» «ürftnniifB zu gestimmt, - - )0 Mark für die Wechuachtsfeier der Krivgstrilnelnner» Sinder zu bewilligen. — Gen. Beckma-vn sprach bierwus über die hessischen Landtogswahlen. Er führte aus, das, diese bereits aus den kl. November angeietzt waran, wegen bcS Kriege» aber u»ierbliebeir. Nun sei die Anregung gegeben worden — merkwürdigerweise von unserer Seite — die Wahlen jetzt doch oorzunehmen. aler «inen Wachskamps zu vermeiden, die Parteien sollten sich ihren Besitzstand garantieren Bekmmelnh scheidet die HSIktr der Abgeordneten aus, im ganzen stzih 30 Mandate zu besetzen, von denen aus di« Sozialbeniokraiie mir S entfallen Es sollten also die iihrigen 27 auf 0 Jahre den tsegnern koinpslos übcrlaffen werden. Wenn es sich darnin gehandelt hätte, einis oder zwei Mandate zu erneuern, so könnte die» im ,pttercsse de» „Bnvgsriedeizs" kampflos geschehen: bei Erneuerinig der halben Kammer müsie nian aber Bedenken iragcin. Ilm so mehr, als imier den 27 Wahlkreisen sich «in« Anzahl befinde», die sür um» gan.z günstig stäuben. Wir würden also, ivemi es zu einer iiiersiändigintä zwischen den Parteien komnir, die Bcnachieiliglcn sein. Deshalb wäre es wohl da» Inste, wenn di« Wahl bis noch dem Friedensschlüsse, der hossendlich bald ein- Irct«. zu verschieben. Eine Diskussion knapste sich an diese, Auv- führnngen nicht und der Porsitzeudc stellte als Willen der Bersaemn- lung fest, bah sie kampsloie Wahlen nicht wünscht, sondern für ster- togung der Wahl bi» nach dein Kriege ist. sUMerdesscn ist, wie an an-bcrcr Stell« mitgetcili. di« Verständigung gescheitert.) TaS Friedbevgcr Bündlerblatt schreibt zu der gescheiterten Brr- handlung: „Erstlich Hai der Landtag überhaupt nicht über sei»« Zu. saimncnsctzimg zu besindcu. da» kommt den Wählern zu. Wenn di« Abgeordneten selbst über die Foridaucr ihrer Mandat« zu bestimmen hätte», dann wurde da» Parlament vollständig zur Farce heiabsinken. Zum midcrn müßte, wenn wirklich kampslvse Wahlen ltaltfinden sollten, doch der Grundsatz scstslehen. daß das Uebcvein- kominen unterschiedslos ans alle Parteien und Abgeordneten audge- dehnt wird, dieser Grundsatz sollte aber nicht gewahrt werden. Zmn dritten endlich ist rS doch geradezu rücksichtslos, daß einem großen Teil der lnisischcn Wählerfchast — und ivahrlich nicht dem schlech. testen — den, näinlich. der gegenwärtig draußen im Feld« sicht, da» „heiligste Recht des Bürgers", so heißt doch wohl der Facl:an»druck! genommen werden sollte: da er außerstand« ist. sich an den Wahlen, wenn sic mich kampflos sind, zu beteiligen- Darum ist es gut so, daß der so schön auegeionuen« Plan gescheitert ist und der Weg. den die Regierung eingeichlagrn Hai nnh allein gangbar ist, beichritten wird, die Wahle,: nämlich aus ruhiger« Zeiten hl verschieben " Wir beklagen c» mich nicht, daß es ,zu keiner Berstänbigung kam: dock, wir stnd überzeugt. daß das Friedberger Bündlerblatt unter Umständen auch anders kötmte. — Für Gartenlicbhabee. Sion drr Stadt ivird beabsichtigt, da» Gelände an der Lichersirastc vor der Ziegen.,uchtstation zwischen dein Bahnübergang und bei» Wald« rn etwa 50 «ingesriedigl« Märten eingutrilen und zu verpachten. Ebenso sollen am Wißmarer Weg, gegenüber der Miliiär-tBadeanstalt. etwa 12 angelegt worden. Be- vor das aber gelchchrn soll, will man seststellen. ob dafür ein Be inirfni» besteht. Es fallen sich deshalb diefenigeir bis 1. Januar 1015 auf der Bürgermeisterei melden, welche sich .zur Pachtung eines der- artigen Gartens aus 5 Jahr« bereit erklären. — Warme Tage. In den letzten Tagen strcg di« Temperatur w einer Höhe, wie sie gewiß selten im Anso», Dezember zu verzeichnen ist. Etwa 1» Grad Wärme! Schoden kann da» nicht, da wird wenigstens an Kohlen gespart, di« schon wieder im Preis« gestiegen — Bortrag. Wir inache» nochmals aus den Bortrag des Geh. Äirchenrats Pros. Dr Eck: „Der Schotte Carlyle, Deutschland und England", der heute abend 8'/- U h i in der neuen Aula der Universität stattfindet, ausmerkiam. Der Ertrag ist zum Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gießcrier. . . , . . — Ttadithealcr. Um auch eine Neuheit zu bringen, wird am kommenden Dienstag im Abonnement „Als ich noch im F I ü ge 11 l e i d c", ein ftöhlichcs Spiel in 1 Auszuge» von Albert Kehn, und Mariin Frehsee, gegeben werden. Da» l>cbens- wiirdiqe Werk dürfte zurzeit das meiftgegcbene Stück auf deutschen Bühnen sei» und wird überall sehr gut ausgenommen, wie auch aus Darmstadl berichtet wird, wo cd im Tpiclplan des Hos> theaters erschiene» ist. . „ _ Kreis Wetzlar. ii "Vas Ergebnis der Stadtverordnetenwahle» wurde gestern bereits kurz mi,geieilt. Wie vorher erwartet werben konnte, voll- zogen sich die diesmalige» Wahlen ohne Kamp,. In der 3. Klaffe stimmten 345 Mäkler ab »nd es erhielten unser Genosse Auguil Beck 337. Herr Philipp Müller -Niedergirmes 233 und Herr Georg Allmcnröder 228 Stimmen. In Fricdenszeil weift die 3. Klaffe rund 2300 Wähler auf. — Auch in der 2. «lasse wur- den die bisherigen Stadtväter wiedergewählt und zwar die Herren Th. Bergmann, S. Waldschmidt sZum goldenen Rings und F. Schmidt mit 81 bis -81 Stimmen. In der 1. Klaffe wurde neu- gewählt der Kreisarzt Dr «raun mit 10 und Herr O. Kellner mit 11 Stimmen wiedergewählt ttrel* Watt>ur(t‘ffird)h»im. X Im Straßengraben gestorben Ein über 70 Jahre alter Mann in iViibum. der Lfenputzer Hermann, verschwand vor einigen Tagen, weil er in eine Anstalt gebracht werden sollte. Am Sonntag fand man ihn t o t in einem Graben in der Näh« des Bahnhofs. Berftoebene. Heinrich Peter Beftrupp in Zeilbach, Sreis Alsfeld, 88 Jahre alt. At pitc KneüstlWU des Reichstags. Abermals fünf Milliarden bewilligt. Die Rede des Reichökanilers. - Tie Erklärung der Sozialdemokraten. Es war anders als am 1. August. Tamals sah inau, >», Reichstag verkörpert, das Bild eines ganze» Volkes, das aus seiner Ruhr ansgkschreckt, der »ngehruren Gefahr sich kaiii» erst bewußt werdend, zu de» Waffe» stürzte. Vier Monate sind seitdem vergangen, vier Monate, wie sie die Erde zuvor niemals noch erlebt hatte, vier Monate, in denen wir »ns an das Nngeheure gewöhnt habe», an gewaltige Opfer und riesengroßes Leid und an Gefahren, die »ns doä, nicht schrecken köiinrn. Wir habe» die erste» Triumphe der deutschen Wasscn erlebt und dir Zeiten baiigrr Uncntschirdcu- beit vor letzte» schwrrslrn Entschridungcn. Sv hat sich die Stimmung drr Gesaßthrit, drr Entschlosirnhrit und der »n rrschüttrrlichr» Znvrrsicht, dir das ganze Volk erfüllt, auch aus drn Reichstag übertragen. Nicht in der erste» nuswalle» den Begeisterung, sondern im festen Entschluß» dis zum Aeußersten durchznhaltrn, hadrn n 11 c Parteien deö Reichstag» das zweite Füusmilliardrnopser brwilligt. Tie Rede de« Reichskanzlers war keine SirgeSsansare vor dem Siege. Sie enthielt nichts von nationaler Seldst- iiberhcbuiig und Herabsetzung de« Feinde«, nicht« von Zer- schnierlernng und Eroberung. Aus ihr sprach rin tiefer Ernst, drr sich der ganzrn Schwere der Situation »nd seiner ganzen Verantwortung bewußt ist. Von drr ungeheuren Ucbrrmacht. drr Feinde ist in ihr die Rede und von ihrem »och unge- brochcnrn Widerstand, von der Nvlwrndigkrit, dir Ilnab hängigkeit de» Reiche« bi« zum Aeußersten zu vrrtridigrn. Ta ist kriner im drutschr» Volke, der solchen (Kedanken- gängen nicht zustimmt. Al« rin sreies Volk soll »ach dem Gelöbnis de» Reichskanzlers das deutsche Volk ans dem Weltkrieg hervor gehen. Tasür steht er nicht allein, dasür stehen auch wir cin. Es wird, sagt der Reichskanzler, nach dem Kriege wieder Parteien geben, und — fügen wir hinzu — unter diesen Parteien werden die Meinungen über da» Maß der innere» Freiheit, da« dem Volke zuzumessen ist, wahrscheinlich weis ausciaandergehen., Aber gegen d i e Partei, die da« Maß der innrrn Freiheit nach den Grundsätzen vollkommener Tcmolrattr bemessen will, wird nicht mehr drr Vorwnrs erhoben werde» können, daß sie in ihrem Eifer, das Reich zu vcrteiüigeu, hinter irgend einer ander» z u r ü ck st e h r. Ein leerer Platz im übersüllten Hause, mit einem Kran; ewig grünender Lorberrn geschmückt, sagt darüber mehr als alle Erklärungen. Hier — in Ludwig Frank« unver- geßlichem Opfer — sprach nicht da« Wort, sondern dir Tat! Mit dem Wust und Unrat, der Mißgunst und dem Mißverstand einer öden und dumpfen Zeit soll ausgeräumt werden. Ter Kanzler verspricht r«, »nd als Vorbild einer glücklicheren Zukunft erscheint ihm da« weite Feld draußen, aus dem in Opfer und Gefahr einer dem andern gleich ist. Wir halten »»« nicht an diese« Versprechen de» Reichskanzler«, kein Mensch ist, aus sich allein gestellt, stark genug, cin solche« Vcrsprcchen zu ersülle». Aber wir vertraue» dem Volk» das Volk ist stark genug, um diese Verheißungen wahr zu machen, das Volk weiß, daß es nicht für die Sache eineg Herren, sondern sür seine eigene Sache kämpft und blutet. Tic Erklärung der sozialdemokratischen Fraktion, die sich, wie am 4 .August, der Rede de« Reichskanzler« anschloß. spricht über das Ziel des Kriegs, die Abwehr aller Angriftc ans dir Srlbstäiidigkei» de» deutschen Voltes, die volle Eiu- mütigkeit der Nation aus. Wir sind überzrugt, daß sie auch im ganzen Volke Zustimmung finden wird, sosrr» sie nicht nur die Freiheit des deutschcn Volkes, sondrrn auch die aller übrigen Völker als ihre grundsätzliche Forderung weit in den Vordergrund stellt. Sie unterläßt es nicht, Meinungs- vkrschirdenhciten auszusprrchrn, wo sie vorhanden sind, und Tadel zu übrn, wo sic etwas tndrlnswrrt finbet. Tao zu tun ist nicht nur das Recht, sondern auch dir P s l i ch t der Volksvcrtrrtung zu jeber Zeit. Tie Einigkeit der Gesinnung in dem, woraus cs heute vor allem nnkommt, tritt dadurch nur »och wuchligrr und wirkungsvoller in Erscheinung. Als dnnu drr Zrntrumsabgcordnrte Spahn namens aller anderrn Parteien de« Hauses eine Erklärung abgab, dir eine grwisse Unzufriedenheit darüber vrrrict, daß die Sozialdemokratie auch im gegenwärtigen Augenblick nicht daraus verzichtet, ihre Fordrrunge» im Zaterelsr de» Lolkswohlsahrt »nd der staatsbürgerlichen Freiheit geltend zu machen, suhlte man wohl, daß die alten Gegensätze, die früher die Verhandlungen de« Hause« dauernd behrrrschtcn, zwar zurückgetreten, aber nicht verschwunden sind. Tas kan» uns nur recht sein! Es kann uns nur recht sein, wenn auch im gegenwärtigen Augenblick nicht vergessen wird, daß wir in virler Beziehung nnders sind, alo die andern. Wir legen zu jeder Zeit Wert ans Unterscheidung. Aber die Einigkeit, die dann alle Parteien in der gemeinsamen Abskinimuug über die Kriegskrcdite zusammen- führte, muß die Welt darüber brlehrrn, daß allr Spekulationen aus die vorhandenen starken Partei- und Klassengegkiisätze im Deutschen Reiche müßig sind, und müßig bleiben werden, bis das Ziel der staatlichen Sicherung nnch außen erreicht ist. Für das ganze Volk und für die deutsche Arbeiterbeiveguuq sind die Richtlinien ihres Handelns klar vorgezeizhnet. Die Haltung der sozialdemokratischen Rcichotagssrnktion entspricht und entspringt der Stimmung der Masten, die hinter ihr stehen. Einig und grschlosicn steht die deutsche Arbeiterklasse ein für die Verteidigung der Freiheit nach außen. Einig in sich selbst und fest zusammengeschlosseu muß sie da- stehen, um sich später auch die innere Freiheit zu erobern. Tenn nur wo Einigkeit ist — sei es nach außen oder nach innen —, ist Kraft zum Sieg. fsrklärung. Ter Vorstand der sozialdemokratischen Rcicklstagssiaklion stellt fest, daß der Genost'c Karl Liebknecht entgegen dem alten Brauch dcr Fraktion, der durch einen ausdrücklichen Beschluß für den vorliegenden Fall erneuert wurde, gegen die Kriegskrcditvorlage gcstimnit hat. Ter Vorstand bedauert diesen.Bruch der Disziplin, der die Fraktion noch beschäftigen Fird, aufs tiefste. Tcr Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags. Telegramme. Tagesbericht bes Archen Haugtgiiartiers. Keine wesentliche Aenderung der Lage. Normaler Fortgang der Kämpfe. W. 15. Großes Hauptquartier, 2. Dez., vormittags. (Amtlich.> Im Westen wurden kleinere Vorstöße des Fein des abgcwiesen. Fm A r g o n » c n w n I d c wurde vom württembrrgischc» Infanterie,Regiment Nr. 120, dem Regiment S. M. des Kaisers, ein starker Stützpunkt genommen. Tabci tvurdc» 2 Tffizierc und annähernd 200 Mann zu Gefangenen gemacht. Aus T st p r c u ß c n nichts Neues. In N o r d p o l e n nahmen die Kämpfe ihren normalen Fortgang. In Süd- Polen tvurdc» feindliche Angriffe zurückgeschlagcn. Tie oberste Heeresverwaltung. In den letzten 3 Wochen 80 000 Russen gefangen genommen. äV. 8. Hauptquartier, 2. Dez., vorm. sAmtlich.) Tie in der ausländische» Presse verbreitete Nachricht, das; in der von uns gemeldeten Zahl von •10 000 russischen (gefangenen, die bei ftutno gewachten 23 000 mit enthalten seien, ist unrichtig. Die Ostarmce hat in den Kämpfen bei Wloclawec, Knino, Lodz und Lowicz von; 11. November bis 1. Dezember über 80 000 »»verwundete Russen gefangen genommen. Die oberste Heeresleitung. ^ Nach einer Tiniesuieldung erlitten die indischen Truppen schwere Verluste beim Stllrm auf die deutschen Laufgräben, in denen Mörser aufgestellt waren. Auch viele Engländer wurden getötet. Der Berichterstatter fügt hinzu: Unsere zeht ans der Meldung aus Rom hervor, daß die acht Klassen des Landstuvms, die sogenannte Reichswehr. ansgeboten wurden. In bei» großen Reservoir an Mannschaft«» steht nia» jetzt den Boden. Belgrad eingenommen. W. B. Wie», 2. Dez. Tcr Kommandant der 5. oster- rcichischcn Armee richtete heute an den Kaiser Franz Joseph ein -Huldigungstclegranim, in dem er initteilt, daß heute am 06. Jahrestage des Regierungsantritts des Kaisers die Slndt Belgrad von de» Truppe» dcr 5. Armee eingenommen worden sei. Bereinskalendcr. Sonntag, den 6. Dezember: Gießen. Gesangverein „Eintracht". Abcitds 0 Uhr: MonatSversammIiin g in, GewcrkschaftshanS. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Vcrlaa Oücnbacher Abendblatt. G.,». b. H . Olkenbach a. M Quittung! Für die Weihnachtsfeier dcr Kinder organisierter Kriegsteilnehmer gingen bisher ein: Vom Verband der Bnrcauangestcllte» 10 X., Gesangverein Gillenberg 10 ■!(, Ungenannt 3 ,H, A. Bolz 1 .U. Tie Marktpreise für Biel» und Fru-ltt und die Gießeiicr Fleisch- und ArotbreiG am 30. Naue,„brr 1011 Schlochwiehpteise in Fra nksurt a. M. Fkeischpreijc in Gießen Ochsen i 50stg Schlachtgewicht 85—105Mk. Kälber j >/, . . 71—85 Mk Schweine j '/» „ „ 63—71 „ ' i kq86—96 Psg. >!, „ 80—81 . •/, . 00—06 Getreideprcise in Mannheim. Brotpreise in Gießen Weizen 100 kg —.----.— Mk. Roggen „ „ — . ----- .. Weißbrot 2 kg 68 Psg Schwarzbrot - „ 60 „ Bauarbeiter - Verband Giessen - Wetzlar. ZK. Ntprhetafo!. Den Tod auf dem Schlachtfeld fanden aus unserem Zweigverein folgende Mitglieder: Maurer Philipp Becker, Reiskirclien, Kreis Giessen Maurer Heinrich Bernhard, Naunheim b. Wetzlar Zementeur Jakob Bernhard, Naunheim b. Wetzlar Maurer Rudolf Damm, Reiskirclien, Kreis Giessen Maurer Heinr. Launsbach, Reiskirclien, Kr Giessen Maurer Heinrich Löchel, Riiddint'shausen .Maurer Karl Müller, Reiskirclien, Kreis Giessen Maurer Karl Schneider, Reiskirclien, Kr. Wetzlar Maurer Karl Schreiner, Alienhuseck Maurer Heinrich Weigand, Heiichelheiui Ehre ihrem Andenken! Der Zweigvereinsvorstaud. Reinecke Hannover V ereins-Hednrfsnrtiliol. Selispjtieifkitpi: Hemden Hosen .Inckeu H'esten Sjrü innfe. Socken Fnsslnppen Knicwttrmer Kopf Schützer Schals Halstücher Pulswärmer Handschuhe SehieOhandsehuhe Hosentrüierer empfiehlt in grosser Auswahl Spezialgeschäft Franz Bette Mäusbnrif 10. Direktion: Hermann Lteinaoettrr Freitag, den 4 . Dezcinber abends » Uhr 1. Frcitag-AbonnementS-Vorstclllmg Zpl »Nil ä'lllwkll. Lustspiel in 5 Akten von Karl Gutzkow. Ende nach 10'/, Uhr. Gcw. Pr. erur. Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen auf 2. und 3. Parkett nur hatve Preise. Cognac, echter Wembrand Rumverschnitt . . . . I in kleinen Flaschen | ! sorgfältig mit Well, • • • • J Papier verpackt Stuck 7 5 4 2 Pakete Feinschnitt-Tabak Stück 45 4 Cigaretten ..... 40, 00, 00, 100 4 in 20 Stück-Packungen Cigarren __.....Mk. 1.35 und Mk. 1.55 in 20 Stück.Packungen Feine Speise-Schokolade .Stoüwerk Silber" in Kricgsproviattt-Packung 1 Pfilnd-Paket MI, ] QQ 1 <. Psd. 2 Tas j^j x netto 1 Pfnnd Inhalt I l zu je 2 Nippen m Vorzügliche Schokoladen m verschied. Sorte»! Tafeln 10, 20, 25, 30, 35, 45, 50 -1 Hustenbonbons........Paket 25 4 Kakao-Wiirfel mit 2WiI* unb Zucker. Würfel 9 4 Trinkfertiger Grog ..... Päckchen 18 rl Nachruf. ^ut Frankreichs Erde starben den Heldentod iiirs Vaterland unsere beiden Genossen und Sangesbrüder Reseroist bttdsig SdinÄr Gefreiter Seinricfi baunspsdi vom Infanterie-Regiment Nr. 116 Wir verlieren in denselben zwei eifrige Mitglieder und werden Ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Arbeiterverein Reiskirchen. Reiskirchen, den 2. Dezember 1914. Mv.vi Nachruf. | Frülistückszungen roten 85 in dem Feldzug gegen Rußland liel unser langjähriger Parteigenosse Feine Lebkuchen in Paketen St. 9 17 u 25 Werlkins frijte lliintlicnifr Milchen m 25 411 , „50 Pake: ^ 1 Schokolade-Lebkuchen „ -Heizen Basler Lebkuchen] Braune „ I Palet Nürnberger Lebkuchen in ifdiipoftprfuniicn ] enthaltend: 4 feine Lebkuchen u. Pfeffernüsse 45 4 MPerjiiMe üc{onöftö prcisiucrtc Z\\hm\ iVtavrodaphne lgricch. Südw-in> Flasche 90 Malaga 1 1 9| % Douro-Poriwein 1 schwarz. Etikett Flasche 4»^ Landsturmmanil. >Vir verlieren in demselben einen braven und jederzeit opferwilligen Kameraden, dessen Andenken wir stets in Fhren halten werden. Wissmar, 2. Dezember 1914. Der Vorstand des Wahlvereins Wissmar. Eahnhoistrasse 26 ) , Qn Ludwigstrasse 20 . Telc P hon l86 ’ Walltorstrasse 24. Feldpost - Artikel Für die 1 Pfund-Woche vom 2.-8. Tczcnivcr empsehlcn wir Kintoiis lind Fcldpostbciitcl in alle» Größeir znm Versand von tsjgarren, Tabak, Vigarettcn, lshokolade, LtzoUsachc» «sw. Ferne, Zseldpollkarte». Kartenöriefe, Aull!iebe;ekit'l,Aeidpollmappen Alles mit vorschriftsmäßige», 'Aufdruck. Aerlitiiisihe Pölksikitiiiili, lÄtjjt» Aahnhofstrasje 28. Telephon 2008 zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desGewerkschaftshauses unterstützt der Arbeiter sein eig. Heim. Ia Speisen u. Setränke. Billig. Log»