tthtWe Vslksztitmig Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete. Die Oterdrsiilch» V»tko»cttun, erlchctnl leben Werktag llbrnd w Lleßen Der HbcnnniwntSprei» bdiägt wöchenUtch lb Vtfu monotixb 90 Pia. rat(d>L0n]'9(ci*lm Durch die Voll bezogen Di(rt(liäbiLlJbOil£L lkedoktt»» unk ffiscblltm »Itben. Wobnboffiroiif «3. ifdt S»Wtn«ofii. Iflrcbon 2008 . Jolerole tottm die B mal atfpalL KolonelzeUe oder deren Raum U> Pia- Ve, arö ieren Austrägen Ra au. fSn-ngm wolle man bi» abrnM7Bbr für die folgende Kummer in der Erveditlo» aufgrben Nr. 280 Gitßcn, Mittwoch, Den 2. Dezember 1014 9. Ialirgang vom 4. AttlZttst zum 2. Dezember. Mmoflc Sulfnaiig Heine schreibt nnsercm Destaucr Partci- latt: F» bcr Leipziger VolkSzciliing wirst t'lciiostc Eduard Bcrii- ei» die Frage ans. ob jetzt »och die o r a » a s c v u n g e n e st li n d e n , unter dciic» die sozialdciiiokraiischc Reichstags- raktivii am 7. August die Kricgskrcdile bewilligt babr lerustein behauptet, das, die Voraudsetzungcn vom 4. August sich rändert halten und obgleich er sich nicht deutlich darüber aus- oricht, kan» daran» und soll anscheinend der Schluß gezogen wcr- c», das, wir am 2. Dezember eine andere Haltung ciiiz»- ehiuen hätten, wie am 7. August. Mir wäre es natürlich da» cbsic, wen» solche Debatte» gar nicht an gefangen wor- cn ivären. Nicht etwa, da» ich sic für unzulässig hielte: es wäre och besser, ivenn der „Burgfriede" dahin verstanden würde, daß nscre Haltung vom 4, August nicht vertreten oder meine:» legen auch an gegriffen werden dürfe. Landern weil ich i n ni ü t i g I e i t in der Haltung der Fraltio» und der gesamten farte, seht für noch notwendiger ansehe, wie vor vier Monaten. Denn allerdings hat sich gegen die dcntwürdigc Rcichstags- Vung einiges geändert, aber doch nur in dem Sinne, das, das, >as uns damals schon aus Grund halber Kenntiiis und nicht voll- itwiilcllkr Tatsache» nötig erschien, »ach den Dingen, die wir in- vischen erfahren und erlebt haben, doppelt als unvermcid- i ch und segensreich erwiesen ist. Unter welchen Voraussetzungen haben wir an, 4. August der rcdiisordcrung zugestimmt? — Die Antwort gibt die Erklärung c» Genossen Haase namens der Fraktion: „L>i, stehen vor der ehernen Tatsache des Kriege». Uns droben die Schrecknisse sciiidlicher Invasion«». Nicht für oder gegen de» »krieg haben wir heute zu entscheiden, sondern über die Frage der für die Verteidigung des Lande» erforderlichen Mittel ... Für unser Volt und seine freiheitliche Zukunft steht bei einem Lieg des russischen DespoliSniua viel, wenn nicht alle» auf dem Lpicl. Es gilt diese Gefahr abzuwehren, die Kultur und die Unabhängigkeit unscrcs eigene» Landes sicher zu stellen. Ta machen wir wahr, was wir immer betont haben: wir lasten in der Ltuiidc der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich" Welche dieser Voraussetzungen ist wegacsallc»? — Ist der ricg weniger Tatsache als damals? — Die Schrecknisse seinL- chc> Fnvastone» Hai Cstpreiißen kenne» gclernl, und noch immer jeder bekomnic» einzelne Grenzgebiete ste zu kosten. Unser oster- nchischer Verbündeter aber hat den Russe» tief im Lande stehe», nd wenn wir auch sicher hoffen, daft cs dem Heldenmut unserer impscndcn Bruder und der Genialität der Führung gelingen ird, unsere Grenzen geschützt zu halten »nd den Krieg weiter in elndcsland zu tragen, so ist doch unsere Pflicht, alle» zu ihrer nterslützniig zu tun, unverändert, denn die Voraussetzung 'i 4. August, d i e Gefahr ist noch imnier nicht beseitigt. Ja. ist die Bedrohung unsere» Vaterlandes, nnscrer Kultur chi »och viel ernstlicher geworden als bei Beginn des rieges angenommen wurde? — Die Ncichstagsfraktion machte h am 3. August schlüssig. die Kricgstredile zu bewilligen: wie indischen auch össenllich bekannt geworden ist, mit einer ii berät ti gen den ?,>!ehrheit gegen einige wenige, die aber auch cht Ablehnung, sondern nur L k i »i m c n t h a l t u n g cmpsahlcn. chon dauial» tonnte man diese» erwidern, da» eine solche Lage ir ein i a, oder wenn man es verantworten zu können glaubte, »nein ziilastc, keinesfalls ober ein laues Ausweiche», nd dabei wnstte man nur erst, dast Rußland und Frankreich gegen cutschland im Felde stehen würden. Feder erwartete E » g - rnds Neutralität. niemand dachte an Belgien oder ir an japanische Hilie für den Zweibund. Seitdem hat sich durch diese Vermehrung unserer Gegner und irch ihre wohl manchen überraschend gclommcnc zahlenmäßige tärkc und kriegerische Krast die Gefahr, die uns Deutschen droht, ahrlich nicht verringert, sondern verschärft, lim diese nackte Tat- ch« der gegenwärtige» Gefahr handelt eS sich setzt allein, aber cht um die Frage, ob diese Entwicklung der Dinge hätte vcr- iede» werden könne». Diele Tatsache erfordert äustcrslcs Bcreit- i» und Aufwendung aller Mittel heut geradeso wie am 4. August, enn nickt in noch höherem Grade. Deshalb fönte eigentlich auch gar nichts darauf an, ob der rieg sich au» einem gegen Rußland zu einem gegen die W c st - ächte entwickelt hätte, wie Bernstein behauptet. Auch diklcr üßte durchgcsochie» werden, denn ei» Lieg der Verbündete» fliufi- ndS wäre eben auch ein russischer Lieg mit alle» drohen- » Folge» der Zertrümmerung Oesterreichs und der hnmacht. wenn nicht Z e r st u ck e In n g Deutschlands, übrigens hat die Frage, wo und wie Deutschland seinen Kamps hrcn muh, doch in erster Reihe von Frankreich abgchangc». m von deutscher Leite nichts drohte, und das trotzdem seinem erblindeten Rußland zuliebe gegen Deutschland mobilisiert hat: >d von England, das aus alle Angebote unserer Regierung, cankrcich möglichst schone» zu wollen, keine Rücksicht gcnom en hat. und das auch für den Fall der Rcspcllicrung der bclgi- >cn Neutralität durch Tcnlschland keine eigene Ncntialilät vcr- rechen wollte. ES ist niemand in Deutschland, der den Krieg cht lieber nach einer Front geführt sähe, wie nach zwei curo- »tchen und ungezählten erotischen Richtungen, Aber unsere - ü n s ch c entscheiden eben nicht, sondern die Tatsache ». Cb wir wollen oder nicht, wir müssen im Weste» tämpsen. >Uf drohen uns etwa von dort keine Gefahre»? — England hat 16 Programm eines zwanzigjährigen Krieges gegen kutschland angckundigt und englische Arbeiterführer '"'uen sich zu diesem Ziel des Vernichtungskrieges. Französische ^elgischc L o z i a I i st e n stohcn in dasselbe Horn. -rie Westmächte habe» Hindus und ?leger aus europäische rtegsschauplätzc gebracht. Hält Bernstein «ine Invasion dieser Horde» nach dem rcichbcvöllerten, blühenden Rheinland für iv e » i g e r schädlich als die Ucberslutung der ostpreuhischen Waldgebietc durch die Rüste»? — Fch sollte meinen, der Verlust an Gut und Blut würde in Westdeutschland noch hundertfach gröhcr werde» als a» der Cltgrcnze. Die iveitdeuljchcii Genosten ivcrdc» über Bernsteins Ausfastnng des westlichen Krieges etwas verwundert sein. Lic verstehe» recht gut, wie »ölig es war, die ersten Irästigcn Llöhc ans ihrer Leite zu sllhre», um sic vor dem Schicksal des Cbcrelsah zu bewahren. Ans diesen Vorstöhcn Deutschlands aber folgt die übrige Entwicklung im Weste». lind ivas sollen unsere Loldatc» in Frankreich und Belgien dazu sagen, die einen beispiellos hcldenmiiligen und opscrrcichc» Kamps zu kämpfen haben? Erinnern wir uns der Worte, die ein Genoste von dort am 3. November an das Hamburger Echo geschrieben hat: „Die vielen Genoste», die hier mit mir zusammen sind und die man bei Gelegenheit trifft, die sind alle stolz auf d i e Partei und sagen alle, es ist ein wahres Glück, dah unsere Hundertels so gehandelt haben. Es wäre wirklich schlimm, wenn wir bei diese» schweren Leide» nicht wüßte», dah unsere Genossen zu Hanse mit ihrem Herzen bei uns sind. Es ist auch ihre Sache, für die w ir blute n." Wir habe» für das Wohl dieser Tapscren, die so denke», auch heute noch die Verantwortung. Solle» wir sic im Stiche laste», weil ihre Verwendung den strategischen Fdce» Bernsteins nicht entspricht? — Sollen wir sic mit Gewalt der Partei ent- sremden? — Was sollte man von einer Politik denke», die sc nachdem die Wechsclfälle dcS Krieger zum Vorstoß nach dieser oder jener Seite nötigen, ihre Stellung zur Verteidigung des Vaterlandes ändert? Gewollt haben wir alle diese» Krieg nicht, ivcdcr de» gegen Ruhland »och den gegen die Wcstmächtc. Aber der Krieg ivar da und bedrohte das wirtschaftliche, kulturelle und politische Dasein unserer Nation. Wir mußten deshalb alles zum Schutze dieser Güter nötige tun. Ter Krieg ist noch da, und wir mlistcn iveiter so handeln. Wir niiisten durchhalten! Nicht mit dem Ziele eitler Triumphe oder der Unterjochung anderer Völker, sondern um unserer und unserer Kinder kristcnz willen. Darum wird gckänipst heut ivic am ersten Tage des Krieges. Deshalb hat dieser Krieg heut noch denselben Sinn und Eharakicr ivie zu Anfang, Und seine Ausgabe ist nach wie vor die Erreichung eines ehrenvollen Friedens, der Deutschlands Stellung sichert und die Versöhnung der Völker, die unsere größte Sehnsucht ist, gewährleistet. Wir sind mit diesen Hei ne scheu wie den vorherigen Ausführungen Davids durchaus einverstanden und erwarten mit der ungeheueren Mehrheit der Genossen in, Reiche, dah unsere RcichstagSsraktion einhellig am 2. Dezember die geforderten Kriegskredite bewilligt, wie sie das am 4. August getan hat. Aus Berlin wird uns telegraphiert: Tic sozialdemokratische Reichstagsfraknon beschloß »ack eingehender Beratung, den geforderten.Krediten zuzustiuimen nno ihren Beschluß mit einer motivierten Erklärung zu be- gründen. Tic folgen des.Krieges sür Rntzland. Die Rjetsch berichtet über einen Vortrag, den Gras Witte rn einer Tagung der Vertreter des russischen Handels und der Fn- duitr c in Petersburg über cke neuen L t e u e r p l ä n e der Regelung und die wirrschaillick>en Folgen des Krieges hielt Der tuistsch« Staatsmann crtlörtc darin, dah ei» besonderer Ausschuß, der unter den, Vorsitz des Reickvtonirollcurs Ehariionow tagt«, die Einführung von Zuschlägen ,u den «ahnsrachte» be- ichiosien habe. Die Zuschläge sollen, obwohl man sich das Bcdeilk. luhe dieses SnstemS nicht verhehlt habe, „ach dem Gewicht tu Frachtgüter erhoben it-utcn. Man schätzt ihre» jährlichen Ertrag ans 21 >0 Millionen Rubel und hofft, weitere 50 Millionen Rubel du ich Erhöhung der Frachliäv- aus den Wasterstraßen zu gewinnen. Wirre wies die Zuhörer, unter denen sich Icbhaiier Widerstand gegen diese Maßnahmen geregt zu haben schein«, daraus hin. daß alle Kraste angeipannt werden miihren. um die wiriichaillichen Folgen des Krieges iur Rußland erträglich zu machen Er ließ auch keinen Zweitel Nuübu oisen, daß die jetzt einzunihrenden Erhöhunge.r auch nach den, Kriege b«ibehal:en werden mußten. Zum Schluß seines Vortrages schilderte Witte offenbar die schwere Belastung. der sich d'ie russische Wirtschaft durch de» Krieg auö- sttzt: die Zensur bat an dieser Stelle vrcr Zetten aus dom Berich« geftrnhen. doch ergebt sich der Sinn der Ausiührungen ans dem Zusammenhang. In den Karpathen. Budapest, 30. Nov. (Eir. Frkjt.) Aus dem Unger- Komitat wurde die Hauptmacht der dort eingedrungcnen Nüssen zerschlagen und über die Grenze gejagt. Jetzt gibt cs dort an der Grenze nur noch kleinere Trupps, die von unseren Loldaten verfolgt werden. Ter nördlich von der Ortschaft Homonna im Zemplincr Komitat ausgefochtene Kampf mit den cingedrunyencn Russen, die etwa anderthalb Korps stark waren, endete, wie bereits bekannt, mit einem vollstäirdigen Lieg unserer Truppen. Die Russen gerieten. überraschenden Bajonettsturm ausgesübrt hatte», wobei 1800 Russen gcsangcn wurden, im Loborc-Tal in das Lchrapnest- feuer unserer Geschütze. ?luch der diesmalige AuSflug der Russen in die Karpathen bat ihnen also »nchrere Tausend Mann an Loten, Verwundeten und Gefangenen gekostet. t.Frankf. Ztg.) Rusfische Lclickiidlitten in den Karpathen. lieber die Vertreibung der Rüsten aus de» Karpathen sendet tlge Madelung de,» Berliner Tageblatt eine» ^Bericht, in dem !, nachdem cS von dein in Paris gegen deutsche Militärärzte eimgeleit«:«» Strafverfahren fiat nun» erhalten hat, die zengeneidlichc Vernehmung des Cberftabäörjteä Tr. Pust veranlaßt. Dieser l>at uiiler l? d am-gefogt: „Fch war vo.n 7. Ins t». September nechnrittogs 2 Uhr >5 Mi«. Ehrfarzr dc>. Feldlazarett» 7 des zweiten Aiincekvrvs in Lizg. Als ich mn 2 Uh: tu Minuten das Lazarett verliest, besanden sich dortselbit 405 Verwundete. Da unier weniger imtgebvachter bei - getriebener Wein bei ben vielen Lterwundcten bald verbrauch! ivar, bei -hl ich meinem erste» Lazarettsnipektor Gast, am N. Scpt vormiliag», für unsere kranke», die aus TeiUtägn, Engländern und Framijolen bestandeiz, Wein gegen Bons zu regul- rieren. Er biachtc kurz vor unserem Aorückc», welches durch bas rasche Heranrücken der Franzosen beschleunigt wurde, zwei Faß Wein von je etwa 100 Siiex heran, die er, wie ich durch 2K. fragen seststellte. aus de» Kellern des GartenhauirS des Schlostes in Lizq gcaamnio» Igtie. Er jagte mir, daß er einen Bv», wie ich ihm besohle» hatte, nicht habe abgcben kömien, ivcil weder der Bürgermeister von Liz>> noch der Eigentümer des Sckstostes, noch irgend ein Bcdiettfletcr desselben zu finden gewesen sei. Einen Bon rn den Keller des Gartenhauses niederzutege», fei ihm zwecklos erschienen, Fch komile wich nicht weiter um die Jache küui- mern, iveil ich zu wichtigeren Sachen abberusen wurde, Fch habt« möglichst schnell Anordnungen ivqeeii liuseve» seschlounigte» Rück- zugos und wegen der Ueberggde des LazorebbS an den ebenfalls in französische Ge fang er schüft geratenen Stabsarzt der Reserve Dr. Tchujz, zu treffen. Weder Tiabsorzl Tr. Schulz noä> Cberarzt Ir. Dovidsohn trifft irgerd eine 2teran«wortung für den Wein, ich allein lgbe die Herbeiichaffnng de» Weine» i» der oben angebenen Aeije veiaiilaß! ES ist »irr unerklärlich, wie man »irs die Fdoe kommen kann, baß dieser von mir für die Verwundenen, und zwar nicht allein für Freund, sondern auch s ü r F e i n ö. reauirierte Wein aus unrechtmäßige Weise erworben sein iollle," Eine degloudigbe Abschrist der AuSiagc ist der amerikani- icken Botichast in Berlin behus» Uebermittlnng an die sranzöstichr Regierung zugestellt worben Wegen rechtzeitiger Ein. l.'gung der zulässigen Reelitsmittcl durch einen vertrauenswürdigen Verteidiger ist Vorsorge gebrosscn worden lieber die firie^Sgerichtsverhanblintg gegen die ?Nitg>ieder des deutschen Feldlazaretts von Pöronve bringc-t die Pariser Zeitungen vom Donnerstag nur kurze, ersühtlich von der Zenstrr zu- se.nrmei gestrich:!»: Berichte. Man erfährt daraus lmtnerhin, daß die angefH alen D i a k o n i i i i n » e n die Id>gung. Leibwäsche, Handtücher imd Verbandsmaterial entwendet zu haben, in un- -weidentiger Weiie entkräfteten: sie hatten alle» von den iraiizösiichen katholischen Schwestern, die an ihrer Seite die Verwundete» pflegten, als Geschenk erhalten für die deutschen Soldaten: die französtichrn Schwestern wollten damit ihren Tank für dir furogeb« der Diakonissinnen ZUM Ausdruck bringen. Das Pariser Kriegsgericht hat trotzdrm nenn der angeklagten Krankenpslegerintien zu Gcsäugrus bis zu 9 Monaten vevurtcilt. Ein Llppell a,t die franz-fische» Acrzte. Tie Berliner Klinische Wochenschrist sagt: Deutsche Militärärzte sind in Frankreich wegen angeblicher Gewalttaten gegen Einwohner und Nachlässigkeit bei der Behandlung von Verwundeten z» Gefängnisstrafen verurteilt! Es genügt, diese Tatsache festzustellen, um sich ÜW unerhörten Recht?bruche§ bewußt zu Verden, der hier begangen worden ist — kein französisches Gericht durfte über die Anschuldigungen entscheiden, da Sanitätspersonal nach der Genfer Konvention nicht seiner Jurisdiktion unterliegt —, kein Deutscher kann auch nur im entferntesten annehmcn, daß die Vorwürle irgendwie begründet waren. Wir protestieren, ebenso wie der Leipziger Verband bereits getan hat, gegen die Unterstellung, als seien unsere Kollegen der ihnen zur Last gelegten Handlungen fähig gewesen. Lebt in dem Stande der französischen Aerzte, mit denen wir so lange Jahre hindurch freundliche, wissenschaftliche und kollegiale Beziehungen unterhalten haben und die deutsche Art und deutsche Sitte kennen sollten, noch ein Funken von Gerechtigkeitsgefühl, so werden sie in ihrer Gesamtheit Schritte tun müssen, um einen Makel von ihrer Nation abzuwaschen, der, ungeachtet der anerkennenswerten Bemühungen einzelner, aus ihr für alle Zeiten hasten bleiben würde! Deutsche Antwort auf die französischen Beschlagnahmen. Berlin, 30. No». (W. B. Nichtamtlich.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung teilt u. a. mit: Französische Erlasse haben ganz allgemein die Beschlagnahme und Sequestration des gesamten Vermögens deutscher Unternehmungen in Frankreich augeordnet. Von dieser Anordnung wird in der rücksichtslosesten Weise Gebrauch gemacht: ja vielfach wird das deutsche Vermögen liquidiert und verschleudert. Neuerdings trat die französische Regierung in gewissem Sinne de» Rückzug an, indem vor den willkürlichen Verschleuderungen des sequestrierten Vermögens gewarnt wurde. Trotzdem stellen sich diese Schritte als so schwere völkerrechtswidrige Eingriffe in deutsche Privatrcchte dar, dasi eine empfindliche Vergeltungsmaßnahme notwendig erscheint. Eine vom Bunbesrat am 28. November erlassene Verordnung erklärt nunmehr sür alle ganz oder überwiegend französischen Unternehmungen, für Niederlassungen von Unternehmungen und insbesondere für den gesamten in Deutschland befindlichen Grundbesitz französischer Staatsangehöriger die Einsetzung einer zwangsweise staatlichen Verwaltung für zulässig. Mit der Einsetzung von staatlichen Verwaltungen verliert der französische Inhaber und Unter- nchnicr Besitz- und Verfügungsrccht über das gesamte Vermögen und die Unternehmungen. Die Durchführung der Verwaltung bestimmt die Laudcs-Zcntral-Behördc. Der Verwalter kann sich, wenn nicht die Aufrcchtcrhaltung des Betriebes z. B. mit Rücksickit auf die deutschen Arbeiter und Unternehmer im deutschen Intercsie liegt, aus die Abwicklung der laufenden Geschäfte beschränken, und bann den Betrieb einstweilen stillegen. Er braucht auch nicht die gesamte Bewirtschaftung selbst auSzullben, sondern kann den Betrieb verpachten. Was jeweils als das Richtige erscheint, wird sich nur nach den Verhältnissen im Einzclfalle entscheiden lasten. Die Auflösung im ganzen, lediglich zum Zwecke der Beseitigung, ist ausgeschlossen. Nur dem Reichskanzler bleibt cs Vorbehalten, im Wege der Vergeltung, d. h. falls die französische Regierung ihrerseits die Liquidationen der deutschen Vermögen gutheißcn oder an- ordncn sollte, auch die Auflösung der hiesigen französischen Unternehmungen für zulässig zu erklären. Es kann abgewartet werden, ob Frankreich uns zwingen will, auch solche Maßnahmen geaen die hiesigen französischen Unternehmungen, Grundstücke und Warenlager »nzuwenücn. Aber auch in diesem äußersten Falle würbe es, wie bei den übriaen Vorschriften der Verordnung, sich nicht uni eine Vermögens-kkonsiskatilln bandeln, da die Ergcbniste der Liquidation wie die der Verwaltung für die Rechnung des Unternehmers biS auf weiteres zu hinterlegen sind. Das Gefangenenlager in Newbury. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt unter der Ueberschrift „Das englische Gefangenenlager in Newbury": Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus haben kürzlich zwei Beamte der a m e r i k a n i s ch e n Regierung das englische Gefangenenlager in Newbury .besucht und fanden dabei keine Spur einer schlechten Behandlung der dort untergebrachten Deutschen; vielmehr stehe der Kommandant des Lagers mit den Gefangenen aut dem besten Fuße. Wenn durch diese Meldung der Anschein erweckt werden soll, dah die in der deutschen Presse laut ge- wordenen Klagen über die Zustände in dem Gefangenenlager von Newbury unbegründet seien, so wäre das eine Verdrehung der Wahrheit. Die zahlreichen, eidlich bestätigten Klagen richteten sich nicht gegen die Persönlichkeit des Kommandanten und seine Beziehungen zu den Gefangenen sondern in erster Linie gegen die gänzlich unzureichenden Einrichtungen des Lagers und die dadurch veranlagten Migstande, denen die Gefangenen jedenfalls früher schutzlos ausgesetzt waren. Sollte sich aus dem hier noch nicht vorliegenden Bericht der beiden amerikanischen Beamten ergeben, dah dagegen nunmehr entsprechend den nachdrücklichen Vorstellungen der deutschen Regierung Abhilfe geschaffen ist, so kann dieses natürlich nur begrüßt werden. Zur Lage der deutschen Kriegsgefangenen in England. Ueber die Lage der deutschen Kriegsgefangenen im englischen Konzentrationslager Frimlcn Eamp, Adlershot. das Ende Oktober von dem amerikanischen Botschafter in London besichtigt wurde, wird folgendes berichtet: „Das Lager, das ungefähr 4000 Deutsche (zur einen Hälfte Militär-, zur anderen Zivilgefangenc) beherbergt, erhebt sich aus einem hoch und gesund gelegenen Gelände, ähnlich wie das Töberitzer Lager. Wegen der ungünstigen Witterungsverhältnisse im Winter soll das Lager von Frimlcy Camp wahrscheinlich verlegt werden. Das Lager ist von einem Stacheldrahtzaun umgeben und wird streng bewacht. Die Gefangenen sind zurzeit in Zelten untergebracht, doch sind für die kalte Jahreszeit regelrechte Armcc- baracken aus Stein oder Holz in Aussicht genommen. Die Offiziere wohnen von den Mannschaften getrennt und dürfen sich Bedienung halten. Die Küchen- und Kantineneinrichtungen lasten zu wünschen übrig, doch soll cs hiermit in de» Winterquartieren bester bestellt sein. Die Beleuchtung des Lagers ist elektrisch. Ein mit ordentlichen Betten ausgcstattetes Hospitalzelt ist vorhanden; zurzeit ist es mit 20 Mann belegt. Einem Operationszelt, das mit allem Zubehör ausgestattet ist, stehen deutsche Sanitätsossizicre vor. Die Ausrüstung der Gefangene» mit Kleidungsstücken usw. ist folgende: 1 Jackett und 1 Beinkleid, 2 Paar Unterbcinkleider, 2 Jlancllhcmden, 2 Paar Socken, 1 Mantel mit Kragen, 1 Halstuch, 1 Mütze, 1 Kleidersack, je 1 Kamm, 1 Haarbürste, 1 Zahnbürste. Seife, 2 Handtücher, je 1 Messer, 1 Gabel, 1 Löffel, 1 Teller und 1 Becher. Das Este» besteht auS: l'/a Pfund Brot, Vs Pfund Fleisch, '/- Unze Tee, Vi Unze Salz, 2 Unzen Zucker, ’/n Unze Pfeffer, ‘U Pfund kondensierte Milche, 8 Unzen frisches Gemüse, 1 Unze Butter oder 2 Unzen Käse täglich. Zur Unterhaltung der Gefangenen sind 20 WO deutsche Bücher verteilt worben; Sportspiele werden viel getrieben. Ten Postdienst im Lager versehen Soldaten. Einer Belästigung der Gefangenen durch neugieriges Publikum ist nach Möglichkeit vorgebeugt. Im allgemeinen scheinen die englischen Militärbehörden in Anerkennung der vorzüglichen Einrichtungen im Döberitzer Lager bemüht zu sein, auch die Lage der deutschen Gefangenen möglichst zu erleichtern." Die Kamerun-Deuts-len in Europa eingetroffen. Die bei der Einnahme von Duala gefangen genommenen 700 Deutschen, darunter Frauen und Kinder, sind am 21. November in Southampton eingetroffen. Drei Geistliche und eine Anzahl Frauen wurden dort freigelassen, sie konnten über Holland nach Deutschland zurückkehren, wo sie Ende voriger Woche eingctrofsen sind. Alle übrigen wurden nach dein englischen Gefangenenlager für Deutsche übergeführt Das Vorgehen der Engländer und Franzosen, die deutsch? Zivilbevölkerung von Kamerun zwangsweise aus der Kolonie sortzufllhrcn, lviderspricht dem fundamentalen Völkerrechtsgrundsatz, dah der Krieg nur gegen die bewaffnete Macht des Feindes sich richtet. Offenbar ist das Bestreben der Engländer daran? gerichtet, daS Deutschtum von Afrikas Küste möglichst v o l l - ständig zu entfernen. Das Prinzip der gewal t - s a m e n Ausweisung der Zivilbevölkerung aus eroberten Kolonien muh zu Folgerungen von unabsehbarer Tragweite führen. Die Knechtung Finnlands. Stockhvlm, 30. Nov. (Ctr. Frkft.) Ta der sinnländische Bezirksrichter Svinhufvud, über dessen Amtsentsetzung wir berichteten, den russischen Behörden zum Trotz auf seinem Posten verblieb, wurde er verhaftet. Der russische Generalgouverneur hat ihn nunmehr ohne gerichtliches Verfahren nach der sibirischen Provinz Tomsk verbannt. Svinhufvud, der früher Präsident des finnischen Landtags war, ist stets für die autonomen Rechte seiner Heimat eingetreten. Rückkehr von Gefangenen. Bern, 30 Nvv. I sprich meinen Namen leise, leise, wie lvenn Syda, der Got l des Windes, über die Spitzen des jungen Grases tanzt. W> Afraja auch sein mag, er wird dich hören!" Damals hatte e heimlich über diese Wichtigtuerei des alten Lappen gespottet der ihn, einbilden wollte, Zauberkünste zu verstehen, setz wünschte er mit der ganzen Innigkeit seiner beängstigte' Seele, Afraja möge seinen Ruf vernehmen, ein Gott stsi herbeiführen, der ben Bedrängten zuweilen in höchster No schirmt. Sein Glaube war jedoch, trotz seiner stolzen, z> Helgcstad gesprochenen Worte, schwach und von tausei» Zweifeln untergraben. Wie konnte Afraja wissen, dah Helge stad am Baisfjord sei? Und wenn er wirklich erscheinen sollte I wie wollte dieser alte Mann so bedeutende Geldmittel sogleü I hcrbcischassen? — Vielleicht besah er sie, vielleicht war e | selbst sein Wille, sie aus Haß gegen Helgestad und Wohlwollei k gegen den Mann, der ihm Gutes getan, hcrzugcbcn; allen s Afrajas Silber war sicher weit in der großen Wüste vcc z graben, und che cs aus Sumpf und Fels gewühlt werdci konnte, war alles abgetan. Wenn Bogt und Schreiber m erst eingemischt hatten, wenn er morgen wirklich aus seinen Besitz vertrieben wurde, so war es überhaupt mit Asraio Hilfe vorbei. Und welche Gefahr war damit verbunden Niemand durfte wissen, dah ein freier Mann, ein Christ, e» Mann von reinem guten Blut, bei einem Lappen sieborg habe. Marstrand selbst, wie groß seine Not auch war, suhl wohl, dah jetzt, wo der Haß gegen den unglücklichen Stamn sich überall mehr als jemals regte, er unmöglich offen lI Hilfe des Zauberers cingcstchen konnte, ohne wie ein 1 er pestetcr behandelt zu werden. (Fortsetzung folgt.) > Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 127 Es blieb nichts übrig, als wiederholte Entschuldigungen, die mit Scherzen und Spöttereien erwidert wurden. Marstrand hörte mit sinsterem Schweigen zu. Er erwiderte auch nichts aus die höhnenden Bemerkungen, welche der Schreiber in seine Fragen und Antworten mischte, seine Gedanken waren mit ganz anderen Dingen beschäftigt, seine Seele er- sllllt von dem heftigen Verlangen, diesem alten Betrüger und seinem Verbündeten zu entgehen. In dem halbdunkleu Zimmer, bei dem Scheine des einen dünnen, düster brennenden Lichtes schärften sich seine Augen, die er öfter ingrimmig auf Helgestads Gesicht richtete. Der heuchelnde alte Sünder schien ihm das schlechteste und unwürdigste aller menschlichen Wesen. Um Geld war ihm alles seil, seine gierige Habsucht scheute kein Mittel; Ehre und Gewissen kannte er nicht. Seine langen knochigen Finger, die sich aus dem Tische aus- strecktcn und zusammenzogen wie die Krallen einer wilden Katze, drückten Sohn und Tochter die Gurgel zu, wenn sie seinem Willen sich widersetzen wollten, und sein erbarmungsloses Gesicht würde keinen Zug verändert haben, wenn Verzweiflung, Scham und Schande Marstrand in einen jähen Tod gejagt, wenn dieser sein Gewehr ergriffen hätte, um sich vor seinen Augen eine Kugel durch den Kopf zu schiehen. Der betrogene junge Mann wußte das olles, und eben deswegen kam es ihm nicht ein, auf irgend eine Sinnesände- rung bei diesem Dränger zu rechnen. Helgestad hatte darin Recht, dah alle diese klugen, spekulierenden Fischhändler ihn auslachen und verhöhnen würden, wenn er ihnen sein Leid klagen wollte. Ec kannte nicht einen, von dem er besseres vermuten durfte, und eben deswegen setzte er sich nach und nach kühler zusammen, dah Helgcstad eigentlich so handle, wie es Gebrauch hier sei, daß er ganz nach den Grundsätze» verfahre, die er ost genug laut ausgesprochen, und dah der größte Fehler sein eigener bleibe, weil er in verblendeter Ehrlichkeit selbst dann nicht daran glauben wollte, als er von allen Seiten Zeichen und Warnungen erhielt. Bei alledem jedoch wuchs jetzt sein Verlangen, das Mittet zu finden, sich nicht in die Tasche stecken zu lassen, die Helgestad lachend aufknöpfte. Ihm war zu Sinne, als könne er sich dem Teufel verschreiben, wenn dieser ihn loskaufen wollte und alle Fäden seiner Gedanken liefen aus einen Punkt hinaus, den einzigen Mann zu schaffen, von dem er Hilfe hoffen konnte: „Afraja!" Die unheimliche Gestalt des alten Hexenmeisters schwebte vor seiner Seele und vor seinen Augen. Wenn er Helgestav anblickte, sah er den Kopf des Lappen über dem Tisch schweben; bei Paul Petersens Gelächter hockte der unförmig? Greis im Winkel und richtete sich wackelnd auf, über Olafs dreite Schultern streckte er die kleine, verschrumpfte Faust aus. Marstrand konnte cs kauni erwarten, bis seine Gäste die Kammer aufsuchten, wo er ihr dürftiges Lager dadurch bereitet hatte, daß er sein eigenes Bett ihnen zuteilte. „Nutz!" sagte Helgestad, „ist ein altes Wort: Wie man sich bettet, so schläft man. Habt uns hart gebettet, Herr, soll aber unser Schlas dessenwegen doch ein guter und gesunder sein. Wünsch' Euch eine Nacht, wie der heilige Olaf sie hatte. Schlief ein umringt von Feinden, als er aufwachte, waren sie alle überwunden." „Ich habe den Glauben," erwiderte Marstrand, „dah solche Prophezeiungen zuweilen wahr werden, wenn es Gottes Wille ist." „Nuh!" rief der Alte grinsend, „seid fromm im Gemüt und habt einen Freund an Klaus, dem auch schon mancherlei Wunder passierten. Möchte Euch aber raten, lieber nicht zu träumen, sondern Niels Helgestads Hand fest zu halten." „Fragt morgen an. was ich tue," antwortete der gequälte Mann, indem er sich zurückzog. «Diese Nacht will ich Herr in meinem Hause sein." Ein Gelächter verfolgte ihn. — „Laßt ihn doch noch eine Nacht von den Geldsäcken träumen, die der Balselftvald liefern soll," hörte er den Schreiber sogen. „Morgen werfen l i t i g k a 0 1 t i ii i) fi i 3 d g ( ! i i fr it ii in w 01 L j T di ti « 81 X h, u w di fd £ nt ei tu 0 5f to 8 i>i il t ( l werden könnte, als auch über die durchaus günstige Loge im Osten. Unter solchen Umständen besteht eine Ucbereinstim- rnung zwischen der Regierung und den Volksvertretern darin, daß nur ein Friede geschlossen werden darf, der absolute Dauer verspricht und der uns für olle dargcbrachtcn Lpsc: an Gut und Blut entschädigt." Höchstpreise für — Arbeitskraft. Die Kriegsindustrien haben einen lebhaften Bedarf an bestimmten Kategorie» gelernter Arbeiter hcrvorgerusen. Für diese gestaltete sich also die Konjunktur deS Arbcits- Marktes, im Gegensatz zu vielen anderen Gclverbcn, überaus günstig. Indes wird hier sehr rasch dafür gesorgt, dag die Bäunie nicht in den Himmel wachsen. Tie Handwerks- kammer Berlin hatte der Heeresverwaltung eine gutachtliche Aeuherung über den Kriegszuschlag auf die im Tarifvertrag aufgeführtcn Stücklöhne und den Höchstzeitlohn für Sattlerarbeiten erstattet und dabei aus die Mißstände in den Betrieben der Militärausrllstungsindustrie bezüglich der Lohnverhältnisse hingewiesen. Das Kriegsniinistcrium hat daraufhin zu dieser Angelegenheit durch folgenden Erlaß Stellung genommen: 1. Vs wolle» einige Fabrikanten, entgegen den Abmachungen vom 20. August d. I.. ihren Arbeitern höhere Löhne zahlen, als durch jene Abmachungen festgesetzt worden ift; 2. solle» einige Irinnen sich nicht gescheut haben, Arbeiter anderer Betriebe der Branche durch Anbiele» höherer Löhne diesen abspenstig zu machen und sogar Prämien für Zuführung solcher Arbeiter zu zahlen: 3. sollen einige Betriebe, um die Abmachungen vom 4. August zu hintergehen, neben der Lohnzahlung ihren Arbeitern Ertralöhne, Ncbcrnahme der Krankenkassen, und Fnvolidcnversicherungsleistiingen, MietMhiungc» usw. bewilligt haben. Durch solche als unlautere» Wettbewerb sich kennzeichnende Matznahmen werden die solide» Firmen, die sich an die Abmachungen gebunden halten, zum Nachteil der Heeresverwaltung in ihrer Leistungssähigkcit herabgcdrülkt. Ties dars aber das Sriegsininisterinm unter keinen Umständen zulasten, und deshalb erklärt dasselbe hiermit ausdrücklich, dag, sosern ihm in der Folge derartige Klagen bekannt werden sollten, cS unweigerlich den betresfendcn Firme» die Austräge entziehen und dieselben dauernd von Lieferungen für die Heeresverwaltung ausschlietzen wird. Es ist also dafür gesorgt, daß kein Arbeiter des Sattlcr- gewcrbcs durch den Krieg etwa zum Millionär wird. Wie steht es aber mit den Gewinnen der Unternehmer und Agenten im Sattlcrgcwcrbc und in den übrigen Kriegsindustrien? Da lassen sich die Profite nicht so leicht kontrollieren und darum wird Wohl an die Einführung von Höchstprofiten nicht gedacht. Jedenfalls ist die Einführung eines Marimallohns — gewissermaßen ein auf den Kops gestellter Sozialisnnls — der stärkste Eingrisf in das sogen. „Spiel der freien Kräfte", daS sich überhaupt denken läßt. Ter Grundsatz, daß die Staatsgewalt über die Wirtschaft zu herrschen habe, tritt hier in auffälligste Erscheinung. Und an dieseni Grundsatz wollen wir für die Zukunft festhaltcn, wie immer wir über seine Anwendung iin einzelnen zur gegenwärtigen Zeit denken mögen. Dom Diirgsrieden. Ta» die Sozialdemokratie beschimpfende Flugblatt in Selm lWcstsalen). das wir im Wortlaut mitgeteilt haben, hat die vom Verfasser und Verbreiter gcwünschle Wirkung, die Einschüchterung der Wähler, nicht verfehlt. Bei der Gemeinderats- wähl der dritten Abteilung erhielt die Liste der verbündeten Zentrums- und Zechenpartei 134—138 Stimmen, die Liste unserer Ge- uostcn 70—82 Stimmen. Als eigentlicher Urheber des Flugblattes wird jetzt ein Zentrumsman» genannt: die Zeche lehnt die Ver- antwortung ab. Gedruckt ist das Flugblatt in der Druckerei der Lüdinghauser Zeitung Vs ist übrigens gegen den Urheber und Truckrr bereits ein kriegsgerichtliches Verfahren eingeleitet. — Ter Torimunder Generalanzeiger teilt mit, datz die Verbreitung de» Flugblattes ohne sein Wiste» erfolgt und auf einer Eigenmächtigkeit seines Boten beruhe. Der Kampf im Dsten. Zu der Kriegslage im Osten bemerkt der Berner Bund: Die Entscheidung liegt noch immer bei dem Offensivflüge! Hindcnburgs, dessen wuchtiger Stoß noch viel weiter südlich gedrungen ist, als die deutschen Meldungen erkennen ließen. Tie Russen erwähnen selbst Tuszvn, daS 20 Kilometer südöstlich von Lodz liegt. Das Zurücknehmen dieser Vortruppen hatte anscheinend die Unterlage zu den letzten russischen Siegesmeldungen abgegeben. Doch sind dieses Teilerfolge, welche nur dann von Bedeutung sind, wenn den Russen eine Umfassung oder Eindrückung glückt. Tic russische Leitung scheint ini Vertrauen aus die Massen, überall «die Truppen vorzutrciben, nach altem russischen Brauch keine Derluste scheuend. Vom Kampf im Westen. Rvtterdam, 1. Dez. Den Daily News wird gemeldet: Obwohl schon seit drei Ponatcn einzelne deutsche Granaten nach Arras' sielen, waren die meisten Bewohner in der Stadt geblieben. Gestern abend aber strömten Hunderte von Flüchtlingen aus AxraS auf die Straße nach Toullens. Seit Donnerstag greisen die Deutschen mit großer Kraft an. A:>k einem kleinen Stückchen Boden vor Arras ist wütend gekämpft worden. Zuerst bemächtigten sich die Deutschen, sodann die Franzosen des Geländes. Es waren hauptsächlich blutige Gefechte von Mann zu Mann zwischen Laufgräben, die nur 50 Meter von einander entfernt waren. Den ganzen Donnerstag war es ein Bajonettkampf. Am Samstag begann der Kainpf um die Laufgräben aufs neue. Verschiedene deutsche Regimenter warfen sich auf die französischen Stellungen. Auf beiden Seiten lvaren die Derluste schwer. Beide Parteien harrten aber ans und die Franzosen behielten ihre Stellungen. Indessen hatten die Deutschen fortwährend Arras beschossen, das in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. Freitagnacht flüchtete der Rest der Bevölkerung in höchster Verwirrung aus der Stadt. Ter serbische Zusammenbruch. König Peter zur Flucht bereit. Genf, 1. Tez. Hier angekommene Flüchilinqe aus Serbien erzählen, bah König Peter sich über die gegenwärtige Lage ganz klar ist und weiß, datz das Schicksal Serbiens unabwendbar ift. Er hasst so wenig noch aus eine überraschende günstige Wendung, das; er sich bereits mit den Vorbereitungen zu seiner Flucht beschäftigt Zunächst sorgte er dafür, datz sein beträchtliches Vermögen in Sicherheit gebracht wurde. Er beabsichtigt, wie Athener Blätter melden, sich zunächst nach Athen ,o begeben, «m sodann rngsilcheS oder französisches Gebiet -ufznsuchen. Lchwinvelnachrichttn. Nach einer Meldung der Basler Nachrichten haben die An- gaben des russischen Generalstab», die den Aufbauschungen der Pariser und Londoner Presse entgegentreten, dorr b e t s p i e l - I^osen Eindruck hcrvorgerusen. Thalia sagt, e» sei an der ^eit, einem solchen Nachrichtenschwindel einen Riegel vorzuschieben. Pcrseveranza äutzert sich in ähnlichem Sinne. Eorriere della Sera sucht sich damit zu decken, datz er versichert, er habe die gerügten Meldungen nur unter Vorbehalt ausgenommen. Desertion serbischer Solvaten. Ta» Berliner Tageblatt meldet an« Konftantinopel: Nach einer hier eingelrossenen Meldung kamen vor einigen Tagen 2000 serbische Soldaten an der bulgarische, Grenze an und begaben sich aus bulgarisches Gebiet. Tic serbische Negierung ersuchte sosort »m Ausliescrung der Teserteure, die bulgarische Negierung verweigerte jedoch die Ansliesernng unter Berufung aus die Bestimmungen des Völkerrechts und brschlotz, die Teserteure eniwassaen zu losten und sie bi» nach Beendigung de» Kriege» in Bulgarien zu internieren. ES jost sich angeblich um Solvaten »er Trina-Tivifion gehandelt haben. Die Verurteilung deutscher Militärärzte. W, B. Köln, 1. Tez. (Nichtamtlich.) Tic Köln. Zeitung meldet aus Berlin vom 30. November: Tie Weyen der Verurteilung der deutschen Militärärzte durch die Vermittlunz der amerikanischen Botschaft in Berlin in Paris bei der sronzösischcn Regierung unternommenen Schritte beziehen sich auf die Aushebung des unglaublichen Urteils. DaS Wort bat jetzt die französische Regierung. Sie muß wissen oder wird amtlich erfahren, daß der Spruch des französischen Kriegsgerichts auf einem Irrtum beruht. Die französische Regierung hat die Gelegenheit, von amtswegen cinzugreiscn. um das irrtümlich ergangene Urteil aus der Welt zu schäften. VenieinendcnsallS würde man ans deutscher Seite die Folgerungen zu ziehen wissen. Kämpfe im Kongo. Zürich, 1. Tez. Italienische Blätter melden aus dem Kongo, belgische Truppen hätten am 0. Oktober nach einem heftigen Tressen bei Kokango den Vormarsch aus deutsches Gebiet fortgesetzt. In derselben Gegend habe am 20. Oktober eine belgische Abteilung eine deutsche geschlagen. Ebenso seien !,n Norden von Ubangi deutsche Kräfte von Franzose» und Belgiern geschlagen worden. Ter ganze belgische Kongo sei von den Teutschen geräumt worden. lMan wirb natürlich eine deutsche Mitteilung abwarten. T. Red.) Ter Reichskanzler in der Kriegskonnnission des Reichstags. T. U. Berlin, 1. Tez. Tie freie Kommission des Reichsiags, die zur Vorberatung der Militärkredite heute vormittag zusammen- trat, wurde vom Reichskanzler mit einer kurzen Ansprache be- grsitzt. Er bezeichnete die Kriegslage aus beiden Fronten al« durchaus günstig. Er wolle heute nur diese kurze Erklärung ab- geben, da er morgen im Plenum ausführliche Mitteilungen machen wolle. Natürlich bleibe noch viel zu tun übrig: er hasse, datz der Reichstag seine volle Einmütigkeit zeigen werde, da gerade diese Einmütigkeit am geeignetsten sein werde, die Truppen zu weiterer höchster Kräjteanstrcngung anzuseuern. Der französische Abendbericht. T. U. Gens, 1 Tez. Der amtliche französische General- stabsbericht von gotern abend 11 Uhr besagt: Es ist nichts zu melden außer einige» vergebliche» Angriffe» des Feindes südlich Arras. Stockholm, 1. Dez. Aus einem russischen Depot bei der finni- schen Stadt Tammerssors wurden 300 Kilogramm Dynamit entwendet. In der letzten Nacht wurde von unbekannten Tätern die '/- Kilometer lange Brücke bei Pyhä-Färoi in die Lust gesprengt. Tie Zerstörung dieser wichtigen sinnländischen Brücke gelang vollständig. Hessen und Nachbargebiete. «ießtn und Umgebung. Keine kampflosen Landtagswahlen. In Darmstadt tagten Montag erneut die Vertreter der politischen Parteien und der Landtagssraktionen Hessens, um sich über die Frage „kampfloser Wahlen zum Landtag" zu verständigen. Ein Vorschlag, den Sozialdemokraten eines von den Mainzer Mandaten, die sich bereits bis zur letzten Wahl 24 Jahre lang in deren Händen befunden haben, ihnen wieder zn überlassen, zumal da es ini Kampfe sicher geholt werden würde, und dafür das parteilose Mandat Nauheim der in Mainz ausscheidendcn Partei zu überlassen,»fand nicht de» nötigen Verständigungsboden. Die Verhandlungen verliefen infolgedessen ergebnislos. Es wird daher bei der Absicht der Regierung blechen, die Landtagswahlen bis noch dem Kriege zu verschieben und dann im Wahlkampfe die Kräfte der Parteien zu messen. Ans den Verlustlisten. Reserve-Jnsanterie-Regiment Rr. 116. II. Bataillon. sFortsetzung.) 8 Kompagnie. Ltn. d. R. Paul Beyer, schvw — Vzseldw. Paul Kirchner, Rotzdorf, gefallen. — tltsfz. August Greb, Eiiaelrod, Mr. Vflutcrbadj, schvw. — UtiM- dldam XcdjCTt, Pfordt, Kr. Lauterbach, g e s a l l e n. — Utssz. Karl Bögler. Grebenhain. Irro. — Utffz. Otto Zchmittberger, Eichelsdors, lvw. — UtfU- Theodor Pfeffer, Eichelsachlen, lvw. — Utssz. Georg Straub, Rü> dingshain, lvw. — Utssz. Otto Möser, Eichelsdorf, lvw. — Utssz. Otto Bast, Rainrod, lvw. — Utffz. Heinrich AI«, Rainrod, gefallen. — Res. Heinr. Rcpp, Heisters, gefallen. — Reservist Ludwig Faeob, Leusel, g e s a l I e n. — Res Ludwig Karps, EinertS- hausen, ge falle ii. — Res. Ludwig Felsing. Billerlshausen, ge- fallen — Res Ludwig Krautzmüller, Rainrod, Kr. Alsfeld, gefallen - Gesr. August Korell, Ttrebendorf, gefallen. Res. Karl Volz. Ober-Breidenbach, gefalle». — Res. Karl Alles, Grüningen, gefallen. — Gefr. Karl Fuchs. Bobenhauien, Kr. Schotten, gefallen. — Res. Heinrich Gans. Kölzenhain, gefallen. — Res. Karl Schreiner, Alien-Buscck, gefallen. Geft. Karl Mandler, Wieseck. gefallen. — Gesr. Heinrich Huhn, Gietzen gefallen. — Gefr. Oswald Riedel. Talwitz, gefallen. — Gesr. Heinrich Bodes. Ober-Geitz, gefallen. — Gesr. Heinrich Fast, Rödgen, gefallen. — Res. Karl Becker, Gedern, gesal- I e n. — Res. Karl Trautb. Bickenbach, gefallen. — Gefr. Karl Kumpf, Gietzen, lvw. — Res. Seipp I, Hattenrad, lvw. — Res. Wilhelm Fritzges, Göven, lvw. — Res. Wilhelm R-inschmibt, Gr.- Buseck, lvw. — Res. Heinrich Kling. Leisenwald, Kr. Gelnhausen, lvw. — Res. Otto Feldbusch, Leusel, lvw. — Res. Georg Eifert, Zahmen, lvw. — Res. Wilhelm Stcuernagel, Lanzenhain, lvw. — Rei. Adolf Ester. Villingen, lvw. — Res. Ludwig Hartmann, Lich, fr; . Res. Karl Kreutzer. Vetzberg, lvw. — Geft. Bernhard > Ba> -r, tzederu, lvw. — Gesr. Hans Lelchke, Blitzenrod, schvw. — Res. Ludwig -choll. Kontersbausen, lvw. — Gefr. Karl Hofinann.l Zell. Kr. Alsfeld, lvw. — Gesr. Heinrich Rau, Rainrod, lvw. —' Gesr. Kasper Noll, Rainrob, lvw. — Gesr. Peter Richtberg, Rainrod. schvw. — Gefr. Georg Richtberg, Rainrod, lvw. — Geft. Gustav Seng, Atzenhain, gefallen. — Gesr. Georg Peier, Ober- Breidenbach, lvw. — Gefr. Adolf Schmidt. Strebendorf, lvw. — Gefr. Otto Simpel, Ober-Breidenbach, gefallen. — Geft. Karli Weitz, Grüniiige». lvw. — Gesr. Karl Hofman». Grüningen, verm. Gesr. Heinrich Bender. Grüningen, verm. — Geft. Ludwig Fung II. Watzciiborn-Steinderg. lvw. — Gesr. Karl Raab, Filheide». lvw. — Geft. Heinrich Schmidt, Hörgeiiai,. Kr. Lautrrdach, gefallen. — Res. Heinrich Listinann. Allmenrod, Kr. Lauterdach, lvw. — Sief. Philipp Schmidt. Trohe. lvw. — Gesr. Heinrich Faust, Eichen» rod, lvw, - Geft, Georg Hosmann, Ortenberg, schvw. — Res Kork Bast, Ulfa. lvw. — Res. Otto Müller, Ulfa, lvw. — Res. Heinrichs Wenzel, Ulfa. lvw. Res. August Lind, Gonterskirchen, Kreis Schotten, lvw. — Res. Heinrich Döring. Rei»kirche„ d. Gietzen, schvw. — Res. Philipp Arnold, Leihgestern, lvw. — Res. Georg Zimmer, Villingen. lvw. — Res Peter Zulaus, Bieder, lvw. - Sles. Konrad Becker, Wallersdors, verm, — Res. Albert Stein. Grebenau, schvw. — Res. Fohani, Gcitzel, Eisa. lvw. — Res. Karl Fink, Zell, schvw. — Res. Louis Simon, Gietzen, verm. — Res. Heinrich Becker. Slornsel«, lvw. — Geft. Friedrich Reichold. Slammheim, lvw. — Res. Albert Ullrich, Reichelsheim, g e s o 11 e „. Res. Heinrich Fohanen Slupp. Friedberg, schvw. — Gefr. Karl Seid, Gedern. lvw. — Gesr. Georg Boni», Rohrbach, verm. — Sief. Fases Hubertus Wiegand. Herbstein, schviv. — Sles. Karl Braun, Annerod, verm. — Res. Hermann Gründer, Wettsasen, Kr. Al»- seld, verm. — Res. Karl Griinewald, Appenrod, Kr. Alsfeld, lvw. — Res. Wilhelm Gliben, Grilningen, gefalle». — Res. Tamb- ma»n, schvw. — Sles. Karl Fritzges, Götze», verm. — Res. Ludwig Funk, Leusel, lvw. — Res Gustav Schäfer, Utphe, gefallen. — Res. Wilhelm Reumann, Rüdingohain, gefallen. — Res. Karl Orth, Ruppertenrod, lvw. — Res Karl Maurer, HöckerLdorf, lvw. — Res Richard Landmann. Gedern, schvw. — Res. Heinrich Decher, Nieder-Breibenbach, lvw. — Geft. Ludwig Dörr, Weickartshain, schvw. — Res. Heinrich Gröllz. Staufenberg, gefallen. III. Bataillon. 9. Kompagnie, Vizeseldwebel b. R Konrad Heusoh», Wenings, gefallen. — Res. FohanneS Pseisser, Rebbach, Kr. Erbach, gefallen. — Res. Mar Facobi, Ober-Mörlen, Kr. Friedberg, gefallen. — Res. Adolf Krauch, Bad-Nauheim, lvw, - Res. Wilh. Bätb. Södel, lvw. — Res. Konrad Rolenbecker, Tteii,- surt, schvw. — Siel Ludwig Falk, Sleinsurl, verm. — Res. Peier Hühl, Griesheim, Kr, Tarmstadt, g e s a l l e n. — Res, Heinrich Schott, Kestrich, Kr. Alsselb, gesallen. Res. Wilh. Trumps- Heller, Bürgel-Osfenbach a. SV., gesallen — Res. Frlebr. Giese, Gr.-Wede», Lauenburg. Tchlesw.-Holst., gesallen. — Res. Adam Syberls, Ossenbach a. M., g e s a l i e n. — Res. Fases Jung, Hetschbach, Kr. Erbach, gesallen. — Res. Heinrich Heinz II. Burgsolms, Kr, Wetzlar, lvw. — Res. Philipp Leoiihardl. Ar» Heilgen, Kr. Tarmstadt, gesallen. Laadwehr-Fnsanterle-Regimeni Re. 116, Tarmstadt Tahure vom 10. bis 24. 10. 14. I. Bataillon 3. Kompagnie. Wehrm. Wilh Krämer, Airenbach. Kr. Erbach, lvw. - Wehrm. Georg Wiegand, Lorsch, Kr. Bensheii», gesallen. — Wehrm. Foh. Wiegand, Biirftadt, Kr. Bensheii», gesallen. — Wehrm. Wilh. Emil Louis MUller II., Halberftadt, gesallen. 4. Kompagnie. Geft. Tamb. Johann Riebel, Auerbach, Kr. Bensheim, durch Unglückssall lv. ' II Baioillo» 0. Kompagnie Wehrm. Heinrich Kraft, Frau-Romdach ift, Hessen, lvw. 7. Kompagnie. Wehrm. Karl Muzenhardt, Ossenbach, gefallen. — Wehrm Ludwig Leyerer, Eiimdach, Kr. Gietzen, low. — Wehrm. Heinr, Wagner. Gietzen, durch U«glllck»iall lvw. — Tank der Elsässer ftir die Nnterftüftung. Auf dick vor einigen Tagen erfolgte Absendung eines größeren Teilen der Sammlung für die durch den Krieg in Not geratenen Teile von Elsaß-Lotl,ringen hat Oberbürgermeister Keller von dem Bürgermeister drr Stadt Straßbnrg folgendes Schreiben erhalten: „Sehr geehrter Herr Kollege! Ich bin Fhnen von Herzen, dankbar siir Fhre tatkräftigen Bemllhungeii zur Linderung der Slot in den durch de» Krieg heimgeluchle» Gebieten Elsas,- Lothringen«, und es hat mir eine grotze Freude gemacht aus Ihrem Schreiben vom 10. d. M. zu ersehen, welchen Erfolg die von Ihnen veranstaltete Sammlung bereits hatte. Ich bitte Sie, sehr geehrter Kollege, alle» denjenigen, welche sich an der Sammlung beteiligt habe», meinen wärmsten Tank, de» ich zu- gleich auch namens unserer Bevölkerung hiermit ansspreche, übermitteln zu wollen. Mit kollegialer Hochachtung! Gez. Tr. Schwander. Bürgermeister." — Aus den Gewerkschasten. Noch Mitteilungen des- Korrespondenzblattes der Generalkommission wurden Ende Juni 2 522 643 Mitglieder in den freien Gewerkschaften ge- zählt. Am 31. Oktober wurde eine Aufnahnic gemacht, beb drr für 2 301829 Mitglieder Angaben eingingen. Davon waren 661 005 oder reichlich 31 Prozent zum Kriegsdienst eingczogen. Im Laufe des November l>at sich natürlich dick Zahl der Einberufenen weiter erhöht. Mindestens zlve: Drittel von den Einberufenen waren verheiratet. — Riesige Summen wurden an U n t e r st ü tz n n g e n bezahlt. IN der Zeit vom 1. August bis 31. Oktober wurden nicht weniger wie 12 776 940 Mk. an Arbeitslosen-Unterstützung »nd 2 935 505 Mk. an die Familien der jkriegsteilnehmer bezahlt. DaS sind zusammen fast 15% Millionen, wozu noch die Unterstützungen an Kranke und Invalide kommen, sowie Unterstützungen anderer Art, die in obiger Summe nicht inbegriffen sind. — Im Tabakarbeiterverband kommen vom 2. Dezember die wöchentlichen Ertrabeiträge von 25 Pfg. in Wegfall, weil die Mitglieder dagegen protestierter, und auf den geringen Verdienst hinwiescn, den sie infolge des Krieges hatten. — Gefallene aus Oberheffen und Nachbargebieteu. Dra- goner Karl Weitzel aus Kirtorf b. Alsfeld, Dragoner- Regiment Nr. 23. — Einj.-Freiw. Wilhelm Müller aus Heimertshausen b. Alsfeld. 2. bayer. Jägerbataillon. — Feldwebel-Leutnant Fritz I ä g e r aus Mainzlar. Jnf.-Regt. Nr. 168. — Musk. Heinrich Keller aus Ober-Bessmgen, Inf.-Regt. Nr. 111. — Johann Nicolai aus Echzell. - Gefr. Wilhelm Zörb aus Dornholzhausen, Jnf.-Regt. 81.. — Mitzverftandene Tiegesnachrichten Am Samstag ivurde bi» Nachricht bckann ««geben. txrtz lSonrral Sinbenburg wieder etlickze 00 000 Russen gelangen habe, «oti Gietzen er Anzeiger ivurde ei» grobes Ertrabdirt herausgegeben und es dauerte gar nicht lange, so wehten von emer Anqohl vaufer tm Flaggen. Siütürlwf). 60 006 Mann sinh eine Menge Menschen, das Doppelte der Einwohnerzahl Giehenö, warum soll man über einen solchen Riesen-Erfolg nicht Freude zu erkennen geben? In verschiedenen Orten der Umgehung läutete nxm die Glocken halbe Sttmden lang. In diesem Fall« man aber zu voreilig gawofon, denn mtt den 00 000 gefangenen Russen war es nichts. Tr« Telegramm war mitzverftaud«n worden — woö bet der Fassung allerdings leicht möglich war — Gmbewbnrg hat nicht von 60MO neuen ®e fanden«« spreche aber mir von Fortbildungsschulen, welche von der Werneu,be oder oon, Staate als Fortbildungs-schnleu anerkannt sind. Von der Errichtung spreche er nicht. Er laste ossen, ,ver sie errichtet habe. Ans bi«sei. Bestimmungen des Gesetzes von 1909 imd der Gewerbeordnung ergebe sich also, daß entscheidend sei das Anerkanntsein als Fortbildungsschal«, Das Oberverwal- luugsgericht erkannt« aber auf die Revision Kerns, daß das Urteil des Bezirksairsschusses zu Wiesbaden anfzuheben und Kläger von den Beiträge» frei,zustelle» sch. Leider wurden keine Griiiibe nütver kündet, so daß man nicht genau weiß, ob sich das Oberver- ivaltungsgcricht in der prinzipiell«» Frage in Gegensatz zum Be'- zirksausschutz und zmn Ministerial-Kömniissar gestellt hat, oder ob es aus andern Gründen auf Freistellung des Klägers erkannte. Telegramme. TlWsberilht Hes Wtofi?» $iui|jtprtieii Gestern in Cft und West grotze Ruhe. XV, I!, (ssroßco Hauptquartier, 1. Dez., boriuittags. (Amtlich.) Auf de», lu c st l i ch e n Kriegsschauplätze nichts Neues. Auch in £ stpre u si e n u » d 2 ü d p o l e » herrschte im allgeinciucii Ruhe. In N v r d p o I e ti südlich der Weichsel steigerte sich die Kriegsbeute in Ausnutzung der gestern gemeldeten Erfolge. Tie Zahl der Gefangene» vermehrte sich um ctivn 9500, die der genvmmeneu Geschütze »in 18; ansierdei» fielen Ai Maschinengewehre und zahlreiche MuiiitivnSwageu in unsere Hände. Tie oberste Heeresleitung. Eine rnlzmvolle Wnffentat. Großes Hauptquartier, l. Te,z. (Amtlich.j Anknüpfeud a» den russische» Geueralstabsbericht vom 29. November wird über eine Episode aus den für die deutschen Waffen so erfolg, reiche» Kämpfen bei Lodz sestgcstellt: Tic Teile der deutsche» Kräfte, welche i» der Gegend östlich Lodz gegen rechte Flanke und Rücken der Russen >>» Kamps >uare», wurden ihrerseits wieder durch starte, von Oste» und Süden her vorgehende rufst, schc Kräfte int Rücken ernstlich bedroht. Tie deutschen Truppe» machten angesichts des vor ihrer Front stehende» Feindes kehrt »ud schlüge» sich i» dreitägigen erbitterten Kämpfen durch de» von de» Russe» bereits gebildete» Ring. Hierbei brachte» sie »och 12 000 gefangene Russen und 25 eroberte Geschütze mit, ohne selbst auch nur ein Geschütz cinzubüßcu. Auch fast alle eigene» Verwundeten wurden mit zurückgeführt. Tie Verluste waren nach Lage der Sache natürlich nicht leicht, aber durchaus leine ungeheure». Gewiß eine der schönsten Wasfeiitaten des Feldzuges. Oberste Heeresleitung. Tcr Kaiser im Lste». Großes Hauptquartier, 1. Dez. (Amtlich.) Der Kaiser besuchte gestern bei Gumbinnen nnd Tarkehmen unsere Truppen in Ostpreußen und deren Stellungen. O b c r st e Heeresleitung. Ein Schlag gegen Rußland. Die Brücke vor» Dammcrfors. Bei Tammersors in Finnland ist, wie schon kurz nach der Franks. Ztg. gemeldet, die 500 Meter lange Eiscnbahn- brücks über den Pyhä Järvi in die Luft gesprengt worden. Ucber die Urheber der Zerstörung, die vermutlich durch Dynamit erfolgte, da aus einem nahegelegenen Magazin 300 Kilogramm dieses Spccngswsfcs entwendet wurden, scheint man noch keinen Anhaltspunkt zu haben. Zweifellos aber ist der Anschlag auf einen wohldurch- dachten Plan ziirückzuführen. Die Zerstörung der Brücke unterbindet nämlich den gesamten Ersen k'ah'n- vcrkel, r Finnlands mit Sch io eben gerade in dem Augenblick, wo durch die Vereisung der finnländischen Häfen und Archangelsk die russische Regierung ans das finnische Bahnnetz als einzigen Verkehrsweg nach Schweden und damit nachdem wc st lichen Europa unbedingt angewiesen ist. Sowohl der Hasen von Raumo, über den bisher die finnisch-schwedische Dampfer- Verbindung aufrechterhalten wurde, als die nordfinnischen Städte, die in der nächsten Zeit durch eine Anschlußbahn mit dem schwedischen Eisenbahnnetz verbunden werden sollen, sind mit Tanimcrssors als dem Knotenpunkte verbunden, von den, aus ernst das finnische Bahnnetz sich weiter verzweigt, Tie Russen werden natürlich die gesprengte Brücke wieder Herstellen, doch bedeutet auf jeden Fall der Anschlag daraus, der sich leicht wiederholen könnte, einen nicht unbedeutenden Z e i t v e r lu st. Ob ihm auch politische Bedeutung beigemessen werden kann, läßt sich erst dann entscheiden, wenn über die Urheber der Brückensprengung zuverlässige Nachrichten vorliegen. In Galizien, Polen und in den Karpathen. Wie», 1. Dez, (WB.) Amtlich wird verlautbart: l. Dez,, mitiaqs. An unserer Front in W r st q a l i z i r n und Russisch- Pole» im allgemeinen auch gestern ruhiger. Vor Przemqsl wurde der Feind bei einem Versuch, sich der nörblichc» Vorfeld- stcllungen bcr Frstung zu nähern, burch einen Gegcnangriss der Br- satzung zurückgc schlagen. — Der Kamps in de» Karpathen bauert fort. Der Stellvertreter des Ehess des Generalstabs: o, S ö f e r, Generalmajor. Bndapejt, 1. Dez, (Ctr, F.) Die über Hemonna hinaus verjagten Russen zogen sich in ine nördlichen Teile des Zsmpliner Komitas zurück, würben jedoch von Miseren Truppen abermals a ,,« gegriffen und Hinter neuen Verlusten weiter zuriick- qe morsen. Jetzt sind die Russen hier in vollem Rückzug imd iverden von den Unserigen verfolgt, Di« im ll n g e r Komi tat und bei Uzsok versprengten Russen suche,, sich zu vereinigen, was unsere Truppen in bisher erfolgreichen Kämpfen zu verhindern trachten. Lokale Parteinachrichtei«. Sozialdemokratischer Kreiswahlverei» Wahlkreis Gießcn- Grünberg, An die Vereinsvorftänb«! Einzeln« Fälle nötigen uns die Vorstände zu ersuchen, für regelmäßige Be itragS- kasfrerung dcsovgt zu sein, Illach den Bestimmungen des Statuts kam, bie Untcrsisitzii'ng hei Sterb«fäll«n mir solchen Miigliedern gemährt iverden, bie sich mit der Beitrag sz« h ln » g i! i ch t l L ii g e r ä l s zwei Monate im R ii ck st a n b c b e f i » - be». Wir müssen genau nach diesen Bostimmungen verfahren nnb demgemäß in allen Fällen die Gewährung einer Unterstützung a l> - lehne», wo die Beiträge länger resiieren. Wir bitten, dies z» beachten und di« Mitglieder darairs hinzmveisen. Der Kreis Vorstand, Gg, Beckmann, Vereinskalender. Mittwoch, den 2, Dezember: Gießen, Metallarbeiter, Abends 6 Uhr: Mitglieder- versamml ilng, Verantwortlicher Redakteur: F, Velt«»s, Gießen. Verlag von Krumm & Cie,. Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G, m. b. H..Ossenbach a, N, Anmeldung zur Rekrutitrungs-Stcnnmrolle. Die im Jahre 1895 geborenen Militärpflichtigen, sowie die- jeuige», welche dieses Aller bereits überschritten, aber sich zur Miisteruiig noch nicht gestellt haben oder bei der Musterung und bei dem Kriegsersatzgeschäst i» 1914 zuriickgestellt worbe» sind u»d entweder in Gießen ihre» bauernbeii Aufenthalt haben oder sich als Studierende, Schüler von Lehranstalten, Haus- und Wirt- ichaftsbeamte, Dienstboten, Handliiiigsgehilseii, Lehrlinge usw. in Gießen anfhalten, werben hiermit ansgesorbcri, sich vom l, bis 10, Dezember 1914 auf dem Standesamt im Rathaus am Marktplatz zur Rekrutierungs-Stanimrollr z» melde», Tie beim Kriegsersatzgeschäst zurückgestellten, seither zum Eins- Frciiv.-Tienst berechtigten Militärpflichtige» haben sich ebenfalls anzumelben. Bezüglich bcrjenigen Militärpflichtigen, welche zurzeit vor- nbergeheub abivesenb sind, habe» deren Elter», Vorniüuber, Lchr- obcr Fabrikherre» die Anmelbuug zu vollziehen. Die i» 1895 geborcneii Pflichtigen haben ihren Geburtsschein, alle übrigen ihren Musterniigsauswcis oder Berechtigungsschein bei der Anmeldung vorzulegen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiese», daß sich alle Dienstpflichtigen bis zum IN, Dezember gemeldet haben müsien. Wer die vorgeschriebene Meldung zur Stammrolle unterläßt, wird nach 8 25, 11 der Wehrorbnung mit Geldstrase bis zu 30 Mark oder mit Hast bis zu 3 Tagen bestraft. Gießen, den 30, November 1911, Der Oberbürgermeister. _ Ke ller, _ Bekanntmachung. Für Herstellung von Freileitungen und Ausführung von Jnsiallatioiie» suchen wir tüchtige Monteure und LilsSmonteure zum sofartigen Eintritt, Elektrizitätswerke und Straßenbahii der Stadt Gießen, __St ölte _ ' Bekanntmachung. Tie Zinsen der Stiftung der Kinder und Erben des Kommerzienrats Georg Karl Gail für das Jahr 1911 i» Höhe von 1200 Mark sind in Waben von je 300 Mark simLm« stellt, wünscht sie Festsicllungm, darüber, in welchem Umfange ein Bediirfms nach» solch«» Gärten bei der hiesigen Einivohnerschait bestellt, Liebhaber solcher Gärten werden dah:r hiermit ausaesörbrrt, in den Geschäftsrä-men des ObeiKüngermeisiers — Zimmer Ar 15 — bis spätestens 1, Januar 1915 ihre Absicht zur Pachtung ein,.- crartigen Gerten» geg«n den hierfür sestzrietzenben Pacht g>,f h'« Dauer von mindestens 5 Jahren zu erklären, Ter Lageplrn kann daselbst eingefehcn werden, Gießen-, be» 25, November 1911, Der Oberbürgermeister. I. B,: Krünewald __2, Dezember ______ Vcrstorbenk, Frau Margarethe Möhl geb, Rüdsamen; in Gießen, 71 Ja hre alt, — Philipp Euler, in Gi-eßen, 76 Jahre alt, VSL'lL'Ä.x in der neuen Äufa der Universität am Aonners- ta;). dt'ik 3. Dczemlier 1914, abends Z'/« Wr. 6eti. Kirchenrat Professor Dr. Eck: Der Schotte Dsrtjte, Oentsehtand und EiigtasiL Juni Weklen uoit Kinkel bkiebenen im Kekde gefallener (öießener. Eiutlittskarte» zu 30 P?g sind in ben Buchhandlungen von Frees. Seltersweg: Koch, Sellerswcg; Legier, Siidanlage; Schneider, Nene» Bäue solvie Ernst Baiser, Mänzbnrg und abends an der Kaffe zn habe», Feldpost Artikel Für die 1 Pfund-Woche von, 2.—8, Dezembcc empfehlen wir Kllltollv tllid Fcldpostbklittl in ollen Gröstcn zim Brrsglid vo» Cigarre«», Tabak, Cigarette,«, Cstokolade, LvoUsachc,« »sw. Ferner DeldpostkarleN) Karienöriefc. AuskleLieze 1 LelV 2 'eldPoSiMapPen Alles «uit vorschriflsinnbigein Slusbruck. AkchtMkKl>!kszkitW 6 Hichil Biik),»l,ofstraf;e 2 .!. Titlep-r»» LÜCL. Für Wirtet Für Wirtet Wir cmpschlcn § SpielkarLen Z in alle» Preislagen aus der Spiclkarteusabrik I'roniinrnrn & Bünte, Vnrmstadt. OhrrhkMc llolbjcitej, Gieße» Bahnhosstratzc 23 . 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