Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargcbiete. “Kt rsj »tai . “Uns, frldjttnl itbm Werda, HbenB IN . Der SbonneMentlvrei» beträgt »öchenllich IS Bla, «onaUxi, eM'cht. Bringerlobn Durch die Poll bejoacn oitrifliabtLliCSil ZWi 8)t,atti»n hr, IftScbttlen Sieben, ttabnbothrahr 23. tfcft L»we,««sse. rel»»»,n 2008. Lllinötlig, Dt» 28. Novcuilicr ln 14 gnlcrntr lohn die 6 mal aelpalt Kolonelzeile oder deren Raum lü PH». Bei größeren üuiträ gen Ra lad Anzeigen wolle mau dl» abend» 7 Adr lüe die folgende Rummci m der Erpcbition auigede» 9. Iah rgang «« ezwcitenfnnf Milliarden. n. nbao a | neifttt I Pi! itaS litt I'K in ir»i|S i Berlin wird uns geschrieben: in Reichstag ist die Vorlage, die eine» zweiten Füns- lenkrcdil zum Zwecke der Kriegführung fordert, zuge- Es besteht wohl nirgends ein Zweifel darüber, dost der rg auch diese Vorlage, wie die erste vom 4, August, a n- c n wird, Tenn die freie Entscheidung, zu der das Par. aufgcrufcn wird, besteht in diesem außerordentlichen Fall a r zum Schein. Wenn der undenkbare Fa» ci»- oürdc, das, der Reichstag die Forderung der Regierung nt«, was würde wohl geschehen? Entweder mühte die >ng die Kriegführung ein stellen. um dem ik das Feld zu überlassen oder sic mühte sich die digen Mittel durch eine» Staatsstreich vcrjchasscn. aber liefe aus eine Schwächung Tcutschlanda hinaus, das Parlament die Verantwortung tragen würde, r Reichstag hat in Fricdenszcite» viel versäumt, um 7 a ch t st e l l u n g zu sichern. Aber niemand wird i erwarten, das: er den Versuch machen könnte, seine Verse zu ungelegener Zeit und mit untauglichen nachzuholen. Es steht also heute schon fest, dah der Reichs- Krcdilsorderung der Regierung annehnien und damit a handeln wird, wie es das sranzösische und daS eng- arlament getan haben, besteht aus naheliegenden Gründen nicht die Absicht, die nleihc sofort auszulegen. Wieviel von den flüssig ge- 4'A Milliarden der erste n Anleihe noch vorhanden ist, kaniit, wahrscheinlich reicht es noch für eine Weile, Auhcr- rden die 400 Millionen Schahanweisnngeii an die Reihe i, deren Ausgabe die neue Vorlage gleichsalls Vorsicht, und ird man, wenn — wie zu befürchten — der Krieg bis dach t z u E n d c ist, zur Auslegung der gehörig vorbereiteten Anleihe schreiten i RcichSsinanzen erleiden dadurch eine ganz furchtbare Bc- und es ist ein geringer Trost zu wisicn, dah es mit den :n der übrigen kriegführenden Staaten auch nicht anders, :r schlechter als besser steht, Ueberall werden jchk unge- Sunimen des Volksvermögens aufgewendet, nicht um iktivc Anlagen zu schaffen, sondern um das Volks- ögcn der anderen Io gründlich wie möglich zu zer- i. TaS ist eben der Krieg! Wenn man denkt, dah der jcht > Türke» besetzte Snezkanal nur 400 Millionen Mark gc- iaf, so kann man sich leicht vorstcllen, welche gewaltige» zur ,Förderung der Kultur und des mcnschliihcii Glücks von -uiiimcn hätten errichtet werden können, die jetzt fast aus- ich den Zwecken der geeguscitigcn Vernichtung dienen! gg der Krieg wie immer ausgehen, Europa, c i n s ch I i c h - er siegreichen Staaten, wird nach ihni viel ärmer rmer an Gütern und an Menschen, und diese Verarmung csto weiter sortschreiten, je länger der Krieg dauert, Tie nntnis der Rotwcndigkeit. den Krieg jetzt weiter zu führen, also keineswegs den Wunsch ein, dah er lange daueiu Ticser Wunsch ist, wie wir überzeugt sind, bei keinem der ihtenden Staaten vorhanden, kr Reichstag wird also die fünf Milliarden bewilligen nicht j* etwa 3 teuft t an solchen Aussichten empfände, sondern unter den gegebenen Umständen etwas anderes zu tun U) 1 fibtifl bleibt, begreiflich, dah sich die Regierungsvorlage nickt mit der beickästjgt 1D ie durch vermehrte Einnahmen des Reicks der lebedars verringert oder gar die Tilgung der ausgcnommencn >en angebahnt werden könnte, Tenn diese Frage ist eben » einfach, inj, j] ( xj„ paar Stcucrvorlagcn gelöst werde» : Es wird sich „ach dem Kriege nicht nur um die Wiede,- -ung des Gleichgewichts im Reickshaushalt, sondern um den 'krausbau des gesamten deutschen Wirtschaftsleben» n, und mit den Maßnahmen, die zu diesem Zweck zu tresscu 'k'tden die steuerlichen Mahregeln des Reiches Hand in Hand cn haben, Tann muh auch die Sozialdemokratie ihre volle dafür einsktzcn. dah im Fntcrcsse der schassenden Arbeit ung im Wirtschaftsleben gcichasscii und der Bil- mmer neuer Kapitalgcwinne durch Ausbeutung der iteinZielgesetzt wird. Es versteht sich jür die Sozial- atie von selbst, das, die Lasten des Krieges in erster Reibe » vorhandenen Kapitalien zu tragen sind, ganz besonders du jenen Kavitalgcwiiinen, die während des Krieges auf der Allgemeinheit erzielt wurden. ucn lichte,, Punkt in dem trüben Gemälde bilde» die 200 '«n, die die neue Vorlage nickt zu unmittelbaren Zwecken -iegsjübrung, sondern zur Linderung der durch den Krieg kcnc„ jj ot naesieht. Aus diesem Betrag sollen Wochen- Ilsen geivährt werden und Gemeinden für die Fami- terltützung. soweit sic die gesetzlichen Mindostläve übersteigt, die Arbeitslose »für sorge Zuwendungen g:- uerden, tzg iuiTb Sache der sozialdemokratischen Geineinde- ,,'ktu, unter Hinweis auf die in Aussicht gestellte Reichs- -J™* *1** bessere Versorgung der Kricqeriamilic» sowie für ^iielte Arbeitsloseniintcrslüvnng nachdrücklich einzutreten. dir -00 Millionen nicht reichen, so muh der Reichsschatz- , E"kn noch einmal mit sich reden lassen. Wo so mit vollen ^iisgegeben wird, kommt es eben aus ein paar Tutzend .^."'Edr oder weniger nicht mehr an! « ,, ar f man freilich nicht im Zwci'el sein, dah die ganze eingeleitcte volkswirtschaftliche Zirkulation einen ticken Charakter trägt und dah hier wie in anderen u trotz der oft betonten auherordcntlichcn LcistungSsähig- c deutschen Volkswirtschaft — die Sorgen und Schmerzen Nachkommen iverden, Staats- und Volkswirtschaft treten mit dem Weltkrieg in eine Periode der gcwaliigslen »inivälzungen ein. Die Einigkeit des Augenblicks ist nur das Vorspiel spaterer Kämpfe! Ter Ueberfall von Täbris. Konsiaiitinoprl, 26. Ron. (Ctr. Frkst) Tie Regicrungs- blättcr Tanm, Tasvir-i-EIkiar und Lcrdjtman-i-Hakikat bestätigen heute aus Grund von der Pforte zugegangcncn diplo- matiichen Depesche» aus Teheran den Uebcrsall von Täbris, Tie persischen Tribus. die den Handstreich aus Täbris aus- sührtc», setzen die Verfolgung des Ae in des fort: sie hoffen in kürzester Zeit die Russen aus der ganzen Provinz Aserbeidschan vertreiben zu können. Nähere Details aus dem Norden Persiens fehlen, da die Bricfpost von dort überhaupt nicht und der Telegraph nur unregelmähig ninktioniert. Tcr Pariser Tendenzprozcs;. Tas Pariser Kriegsgericht hat, wie schon gemeldet wurde, eine Anzahl gcsangener deutscher Aerzte wegen angeblich begangener Plünderungen und Gewalltatcn zu Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Fahre» verurteilt. Es ist selbstvei - ständlich, dah man in Teutschland den gegen die deutschen Aerzte gerichteten Anklagen keinen Glauben schenkt und das Urteil als ein Tcndciizurteii schlimmster Ar« empfindet. Aber auch in der sranzüsischen Presse haben sich Stimmen geregt, die sich in gleichem Sinne ansiprechen. und die crsrcuiichc Schärsc, mit der dies geschieht, läßt uns erkennen, dah ln-Frankreich trotz militärischer Zensur immer noch ein recht ansehnliches Mah von Preßfreiheit bestehe» muh. Unter den Kritikern der kriegsgerichtlichen Urteils ist nicht nur die sozialistische Humanitc zu j sindcn, sondern auch der durchaus uationalistischc Figaro, Man darf das als tröstlichen Beweis dafür nehmen, dah trotz der surcht- barcn Ausrcgung, die der iirieg hervorruscn muh. auch in Frankreich das Gefühl für Gerechtigkeit gegenüber dem Feinde nicht aus- gcstvrbcn ist, Tah das Pariser Urteil linige» Tcutschen schwere persönliche Leiden auserlegt, ist nicht das ichlimmlic an ihm. Von dergleichen Dingen hört man im Kriege so viel, dah das Gcsühi für den Einzel- fall leider beinahe abgcstumpst wird, Tas Schlimmste an dem Urteil ist die A b s j ch t von der es ausgeht und die Wirkung, d,e'es üben soll dadurch int sranzösischcu Volke der Eindruck verstärkt werben äks ob manMt im deutschen Heer mit einer Bande von Plünderern mu^^c g c i a g c r e r n zu tun habe, die sich über Gesetz und Recht'skriMllos hinivcgscbc, Fn der gleichen Richtung wirke» zahlreiche andere Urteile, die von sranzüsischen Kriegsgerichten gefällt worden sind und über die die sranzösische Presse fortlauscnd berichict, ohne dah man bisher auf deutscher Seite von ihnen Roliz genommen hätte, ES handelt sich um Verurteilungen gesangcner deutscher Soldaten, bei denen man Gegenstände gesunden haben will, die aus dem Besitz gesallener Franzosen stammen sollen. Leider besteht zurzeit keine Möglichkeit, das Anklagcmatcriai. das diesen Verurteiluiiae» zugrunde liegt, zu kontrollieren, Tah aber auch aus diesem Gebiet ohne tendenziöse Voreingenommenheit Fehlurteile möglich sind, zeigt uns eine Erzählung. die wir einem in der deutlchcn Presse erschienenen Fcld- postbrics eines badischen Landwehrinannes entnehmen, Tiescr hatte, wie er selbst erzählt, einen schwerverletzten französischen Tfsizicr verbunden, der ihm darauf unter französischen Tankes- wortcn die Photographie seiner Familie, eine goldene Uhr und einen Revolver übergab. Kurz daraus verschied der Verletzte, Ter Briesschreiber, der osscnbar »>ckt französisch versteht, geht von der Ansicht aus, dah ihm der Cssizier die genannten Gegenstände als Lohn fiir seinen Samaritcrdicnst geschenkt habe, es ist aber auch möglich, dah der Verwundete ihn gebeten hat, diese Gegenstände an seine Angehörigen zurückzuerstatten. Wäre der badische Land- wehrmann in sranzösische Gesanaenschaft geraten, so wäre auch er zweifellos als Plünderer verurteilt worden Ter Fall zeigt, dah die deutschen Soldaten in der Annahme ,'eindlichen Eigentums, auch wenn sie guten Glaubens sind, gar nicht varsicktig genug sein können, wenn sie nicht im Fall ihrer Gefangennahme gegen sich selbst und damit gegen das deutsche Heer bösen Anschein erwecken wolle». Lpfcr der Krielfsphautasie. Mit dem bekannten Tendenzurteil des Pariser Kricgs- flcriäits gegen deutsche Militärärzte beschäftigt sich auch Pros. Arndt in einem Artikel des Berliner Tageblattes. Er weist mit Recht darauf hin, das; Aussagen über Kriegsgreuel nicht kritiklos aiisgcnoiiimcn werden dürfen. Pro«. Arndt schreibt: »Tas Urteil ist gefällt aui Gnmd von Aussagen von sranzösischcu Zeugen und Berwundcicn, Run ist es eine bekannte Tatsache. Sah in Kriegs- und anderen aiisgcregten Zeiten Zeugenaussagen mit «roher Vorsicht aulzunrhmen sind. Es ist bekannt, und dies gilt selbst für ruhiarrc Rationen als die französische, dah sich im Krieg« und namentlich ivährcud und nach Schlcrhcen geradezu Wahnvorstellungen bilden, dticht selten treten sörmlich« Geisteskrankheiten ein. Man gebt nicht fehl, wenn man 0s Prozent von deni, was in solchen Fällen namcnilich von Verwundeten crzabli wird, ats Ilcdeirreibnnoen und Unrichtigkeiten anssaht So ist z, B. fesigrstellt, dah Verwundete haarklein erzählen, dah und wie ihnen die Augen auögc stochen sind, und doch batten sic das Augenlicht lai^e zuvor durch eine Kriegsverletzung verloren. Es ist ein« Verletzung gegen jede Logik, wenn man auf solche AuSiagen von Verwundeten, wie dree das Pariser Krisgs- gericht getan har, deutsche Militärärzte verurrei». I» Deutschland gibt es nur eine Meinung darüber, das; die in Paris verurteilten Militärärzte Opfer eines bösarti- dcn Rassenvorurteils sind. Nicbt weniger schlimm als dieses Tendenzurteil sind aber die moralischen Verurteilungen, die jetzt die Völker gegeneinander aussprcchen auf grimd von uvkontrollierbarcn Gerüchten und »»geprüften Ze»gen- anSsagen. Protest der dcutschc» S»,r,tc. Ter Verband der deutsckwn Aerzte vcrösseutüchl einen scharsen Protest gegen da» Pariser Kriegsgericht, das ctuchc in Geiangen lchai! geratene deutsche Aerzte. ivegen ongebilchen Tiebstasti». zu GeiängeiiSstvaseu verurteilt hat. F» diesem Protest wird u. a gesagt: „Pariser Rickstcr Izaben sick» i>c >eies in den lassen, gefangene dculsilzc Aerzte wegen „01en>altlätigkelteu gegen Einwolmer uns Nackilässigieit bei der Behandlung vou Venvuudetcn" zu ein imd zwc, Fahlen l^esängnis zu vcrurteileii. ABni treib« dies« i>duti licht nicht dir Helle Glut der Einpöruug n, das Gesicht? Tcutsche Aerzte sollen geplündert und sich gcivalrtätig a» sriedlichcn Bürgern vergrissen. deutsche Aerzte solle» durä, ihr Verlz-ilten Kranke» gegenüber eine derartige Stvaie verwirkt Isaden! Fe des Wort der Rechtteiiigiing aus diese ungeheuerliche Lüge mnrchen wir sllr ein« Herabsetzung umsereö Standes halten: «s drängt uns. mir der allgrmcine» Entriistung und der Zuversicht Ausdrnck zu geben, dah Teutschland diesen Fauftschlag >nä» >tch-g hni nehtnen, sondern so erwidern wird, wie es von jeher gute deutsche AN gewesen ist.^ Lo^ialistische" Teutschcnhctzcr in England. Zu den bctrübcndstc» Erscheinungen gehören die „sozialifti- Kriegshetzer in den einzelne» Ländern. Kein Land dürste deren zurzeit mehr answcisen wie England, Besonder» tut sich auf diesem Gebiete der alle Genosse Robert Biatchsord hervor, der als Gründer des Organs der Fabier allenthalben bekannt ist. Auch hat er durch seine in Millionen von Eremplaren vcrbreitclen populären sozialistischen Schristen sich einen Rainen gemacht. Seit Beginn des Krieges hat er sich auf die Seite jener gestellt, welche eine energische Rirdcrwcrsiing Teutschlands propagierten, um für alle Zeiten von der Gefahr des sogenannten Kaisc- rismus und Militarismus befreit zu iverden! Fn der letzten Rümmer seines Blatte» greift er den Genosien Bernhard Shaw in der heftigsten Weile an, weil dieser in einer besonderen Beilage zu der sozialpolililchcii Zeitschrift The ?icn> Ttatesman eine Tarstellung der Ursachen und Wirkungen des jetzige» Krieges von seine», Standpunkte aus geschrieben hat, I» dieser Tarstellung versucht der icmpcranientvollc Shaw auch eine Reihe Fehler Englands wie auch Ungcrcchtigkciicn, die man Teutschland gegenüber begangen, nachzuwcise», kommt aber im allgkincincn auch zu dem Schlüsse, das, der Krieg energisch bis zur Ricdcrwcrsuna Teutschlands durchgcslihrt werden müsse. Manche Einzelheitci, jedoch lauf die »och aussiihriichcr znrück- znlommen sein wirds passen dem Genossen Blatchsord nicht und er überhänst daher Shaw mit Tchimpsworten der ärgste» Art, Er nennt da» ganze Pamphlet „eine Frechheit", spricht von den Dcui schcn als von einer „Rasse militärischer Banditen", die „sich in einer blutigen Kampagne der Grausamkeit und der Versklavung bcsinden," Tamil der brltilche ?Irbcltcr ssch selbst von der „Wildheit des kriegStrunkcnen Volke» Teutschlands" überzeugen könne, brauche er nur deutsche Briese und Blätter zu lese». ES hciht dann wörtlich weiter: „Es handelt sich nicht nur darum, daß die deutschen Soldaten Kinder verstümmelt, Frauen mißbraucht und gcpcinigl. alte Männer ermordet oder verwundet haben, c» handelt sich nicht nur darum, daß deutsche Lustschisser Bomben aus die Straßen van Antwerpen und Lstende und Paris warsen, es handelt sich nicht mehr darum, daß des Kaiser» Raufbolde ein neutrales Land verwüsteten, sondern es ist auch wahr, daß die große» Massen der Frauen und Männer in Teutschland halb verrückt sind durch die Gier, die Straßen Londons in Brand zu stecken »iid in große» Massen unbewaffnete englische Frauen und Kinder zu ermorden , . Zum Schluß erzählt Blatchsord eine Geschichte von belgische,! und deutschen Verwundeten, die i» demselben Hospital in England lagen und die plötzlich auseinandergcbracht werden mußte», weil einer der Belgier in einem deutschen Verwundeten den Mann wieder erkannte, der seine, des Belaiers, Frau erniordet hatte . . . Wenn schon die anerkannte» Führer der Bcwcaung zu solch maßlosen Ucbertreibungen und Urteilen kommen, dann ist es nicht verwunderlich, daß auch der Haß sich als wirkungsvoller Rckruiic» rungsaaent bewährt, llcbrigenS wird in dem Blatte andauernd die Frage diskutiert, ob nicht England auch dann in den Krieg eingcgriffen hätte, wenn Teutschland die belgische Rcutralität nicht verletzt haben würde. Viele Mitarbeiter vertreten den Standpunkt, England hätte auch zum Schutze Frankreichs allein eingreifen müssen, damit Tcutsch- land nicht wieder wie 1870 Sieger bleibe. Besonders interessant ist noch an diesem von Teutschenhaß strotzenden Blatte, daß der leitende Redakteur, Thompson mit Namen, gebürtiger Deutscher ist! Tie neutralen Lojialisten. Ter Sozialdemokraten, Stockholm, gibt am 18, 11, 14. einen Artikel von Compöre-Morel aus der Humanito wieder, in welchem die Neutralen aufgefordert werden, die Neutralität aufzugeben und „an der gewalti- gen Tragödie teilzunehmen, aus der die Zu- scheu" kunft des Sozialismus beruht und die jetzt in Blut, Tränen und Schmutz auf unserem alten, heimgesuchten sranzösischen Boden ausgerollt wird." „Gibt es vor dieser Tragödie," fragt Comp^rc-Morcl, „in den neutralen Ländern noch Sozialisten, die Augen l>aben, um nicht zu sehen, Ohren, um nicht zu hören, und Gehirn, um nicht zu verstehen?" Tnzn bemerkt Hs, Braut ing: „Dieses Anrufen ist ergreifend in seiner Aufrichtigkeit und seiner Wärme. Aber die Antwort muß werden: Gerade, weil wir zu verstehen glauben, daß dieser Krieg in ehr ist als er unseren französischen Freunden erscheint: weil ihre Formeln nicht d i ? ganze Wahrheit enthalten und decken, deshalb können wir nicht den von ihnen gewiesenen Wegen folgen. Brauchen wir hinzuzufllgcn: Noch weniger den Wegen der anderen, denen Junkerherrschaft und Krupp in Ewigkeit r ein garnichtsabsch reckendes! st und die nichts ein; uw enden haben dagegen, das; die Freiheit der schwächeren Völker nicdcrgetreten wird." Frankreich wollte keinen Krieg! In allen Schichten des deutschen Volkes herrscht die An- itrahme vor, daß Frankreich nur durch ein Verhängnis, nicht aber aus eigener Absicht in den Krieg mit Deutschland geraten sei. Es ist ein Zeichen für die allgemeine Verbreitung dieser Ucbcrzcugung, wenn jetzt selbst die Kreuzzeitung schreibt: „Englands Teilnahme am Kriege ist aber auch die Folge der Mhängigkeit, in welche die englische Politik allmählich von der französischen geraten war. Es sind sichere Anzeichen dafür vorhanden, daß die sranzösilchen Staatsmänner, namentlich Herr Paul Cambo» und sei» Bruder Fulcs, ja selbst Herr PoincarS nur schweren Herzens in den Krieg, zu dem das russische Bündnis sie milzwang, hineingegangcn sind. Ta es geschehen mutzte, zogen sic selbstverständlich die Kette, an die sie England gelegt hatten, sest an, und ohne langes Bedenken ersiillte Sir Edward Grei, in vollem Matze die halben Zusagen, die er dem französischen Botschafter in London gegeben hatte und denen er sich leicht entziehen konnte." Dazu wäre zu bemerken, dah auch über die Rolle, die England vor dem Kriege gespielt hat, das geschichtliche Urteil noch nicht feststeht. Erst nach dem Kriege wird man die Tatsachen und Tokuinentc mit voller Unparteilichkeit prüfen können. Zweifellos richtig ist aber an der Benierkung der Kreuzzeitung, dah die französische Republik nur durch daS unnatürliche und verhängnisvolle Bündnis mit Rußland in lden Krieg mit hineingezogen worden ist. Die BmideSFenossen. Der Mannheimer Generalanzeiger veröffentlicht folgende ihm zugegangcnc Feldpostkarte: 19, November 1914. Heute brückten sich unsere Leute von der 11. Kompagnie mit den Franzosen die Hände, Wir liege» nämlich an einer Stelle den Franzosen 30 Meter gegenüber. Ta wird öfters beiderseits gerufen. Fetzt ries ein Franzose, dah wir sollen aushören z» schietzen, wir sollen gemeinsam drei tote Deutsche beerdigen, die dazwischen liegen. Wir hörten auf zu schiebe». 8—10 Franzosen und ein sranzösischer Offizier legten die Waffen ab und von uns ebenso. Man reichte sich die Hand, begrub die Toten gemeinsam, tauschte Zigarre», Zigaretten und Zeitungen, sprach, und da sagten die Franzosen, wir solle» nicht mehr schietzen, sie schieben auch nicht mehr. Aber aus die Engländer sollen wir sest draus gehen. Man reichte sich die Hände, hob die Wassen auf und kroch wieder in den Graben. Frieden mitten im Krieg. Die neue französische ftleldunisorm. London, 20. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Tic Times melden aus Calais vom 22. November: Durch Calais marschierten französische Truppen, die mit einer neuen Feldunisorin ausgerüstet waren. Tie neue Uniform hat eine helle blaugraue Farbe, die in der grauen Winterlandschast schwer sichtbar sein soll, sich jedoch so sehr von der deutsche» Feldunisorni unterscheidet, datz Verwechselungen ausge- schlosien seien. Kappe, Rock und Hose besitzen die gleiche Farbe. Um die sranzösischen Patrioten mit dem Verschwinde» der histori- Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 121 „Hast du ihm davon geholfen?" fragte Olaf zornig. „Ich tat cs," sagte Marstrand. „Schüttle deinen Arm nicht gegen mich, höre mich an, du hättest es auch getan." Ec erzählte, was sich zugetragen, und rief endlich am Schluß lebhaft auS, als er merkte, daß alle seine Beweggründe keinen bedeutenden Eindruck auf die Zuhörer machten: „Sollte ich einen Menschen vor meinen Augen von einem Elenden morden lassen? Oder sollte ich den, der sich nieiner annahm, als ich verirrt und in Gefahr war, fangen und binden helfen, um ihn seinen Feinden zu überliefern? — Niemals will ich dazu meine Hand aufhcben! — Ihr klagt, daß die Lappen aufsässig werden, behandelt sie menschlich, und sie werden sich fügen. Der Vogt in Tromsö will ein Berspicl geben, es würde nur eine neue Unmenschlichkeit sein. Ich kann nichts ändern, leider kann ich es nicht, aber helfen will ich nimmermehr dabei." „Wer wird auch gegen seine Freunde wüten wollen!" lachte der Schreiber. „Ja. Herr Pcterfen," fuhr Marstrand mit vermehrter Wärme fort, „höhnen Sie immerhin, so viel Sie mögen, ich kann es ertragen. Ich habe unter diesen tief verachteten und verfolgten Lappen bessere Männer kennen gelernt, als —" „Als wir sind!" fiel Paul ein, aus feine Brust schlagend. Marstrand machte eine wegwerfende, verachtende Be- wegung. „Verdammt, wer eines Lappen Freund sein kann!" rief Olaf mit einem fürchterlichen Faustschlag auf den Tisch. Helgestad stand auf und gebot Ruhe. — „Junges Blut rollt immer zu rasch, weiß nie, was es soll," sagte er. „Laß cs gut sein, ist Herrn Marstrands Sache, zu tun, was er fürs Beste hält. Denken die Leute im Süden anders wie im Norden, und kommen Nord und Süd zusammen, gibt's eine Mischung, die selten aushält. Wollen gehen, Herr Marstrand, und anschaucn, was Ihr geschaffen habt. Habt Euch um HauS und Wirtschaft wenig gekümmert, muß aso draußen Euer Tun und Treiben um so größer gewesen sein." Marstrand folgte ihm und er nahm alle Selbstbeherrschung zusammen, um seine Unruhe und seine bösen Gedanken zn scheu roten Hosen zu versöhnen, sind in das Blau rote Fäden ein- pewebt. Einige ältere Truppen, die neu ausgerüstet werden mutzten, sind mit dieser Uniform ausgestaltet. Lammluttge» für das notleideudr Belgien. Wie in England und in englischen Kolonien, tvird jetzt auch in einigen anderen, besonders in den skandinavischen, Ländern eine Hilfsaktion für die notleidenden Belgier ein- gcleitct. In Täneniark wurden schon rund -100 000 Kronen gesammelt, in Stockholm ergab die erste Sammlung 2000 Kronen und finden an einzelnen Orten, zum Teil in den Geiverksckiaftshäufern, besondere Versammlungen statt, um die Hilfsaktion allgemeiner zu gestalten. Dasselbe geschieh: in Norwegen, auch in Italien. Ueberall werden die Sammlungen lebhaft von der organisierten Arbeiterschaft, besonders von den sozialdemokratischen Zeitungen, gefördert. In den Vereinigten Staaten saniinelt man zu demselben Zwecke weniger Geld wie Lebensmittel und inan hofft, den schon abgcsandtcn Lebensmittelschifsen für Belgien mehrere andere recht bald folgen lassen zu können. Nach englischen Blättern soll fast eine halbe Million Menschen in Belgien jetzt ans- ichließlich alif Unterstützungen angewiesen sein. Dick Stimmung in Holland. Schilderungen der holländischen Stimmung in der italienischen Presse stellen sest, dass die ursprünglich gegen Deutschland bestehende Abneigung durch zwei Faktoren stark gemildert sei: Erstens die Erhebung der Bure» unter Tcwet, der in Holland, wo mau die Schrecken der Konzentrationslager noch nicht vergessen hat. populär lst,zweitens die Beteiligung Fapans am Krieg, dadurch den japanischen Imperialismus der holländische Kolonialbesitz bedroht ist. I» Holland herrsche allgemein der Wunsch nach einer Verstärkung der Seemacht zum Schutz der Kolonien und zur Bewahrung der Sclbll- ständigkeit. Um sich England nicht zu verpflichten, habe Holland jede englische Gcldhilfc für die Verpflegung belgischer Flüchtlinge abgelehnt. Störung des englisch-holländischen Telegraphenverkehrs. Rotterdam, 26. Nov. Gestern abend 10 Uhr wurde der telegraphische Verkehr mit England plötzlich cnglischerscits abgebrochen. Zwischen England und Holland liegen zwei Kabel von je 5 Drähten. Sic liegen beide an einem Punkte. Tie Störung hatte zur Folge, daß Holland auch von Frankreich und Amerika abgeschnitten ivar. Mit Ausnahme der deutschen Kabel ivar der ganze Tclegraphenverkehr mit dem Auslande für Holland abgeschnitten. Erst um 11 Uhr 45 wurde die Verbindung mit London, ebenso rasch wie sie abgebrochen worden war. wiedcrhergestcllt, aber nur mittelst eines Drahtes. Die übrigen blieben außer Tätigkeit. Dic Kosten der schlveizerischen Mobilisation. Nach den bisherigen Feststellungen übersteige» die Kosten der schweizerischen Mobilmachung bis jetzt 100 Millionen Francs. Um die autzerordenlliche» Koste» zu decken, schlägt die Bundesregierung eine Verdoppelung der meiste» Steuern vor, so die Verdoppelung der Einfuhrzölle aus Alkohol, der statistischen Gebühren, die Erhöhung der Postiarc und Erhöhung der Gebühre» sür Telephon- Abonnements. Ferner ist dic Schaffung eines Tabakmonopois als ein wichtiger Bestandteil der neuen eidgenössische» Einnahmen, sowie die Erhebung einer Kriegssteuer in Aussicht genommen. Änckkehr deutscher Zivilgefgngener. Ein Teil der von den Russen verschleppten Ostpreußen ist auf dein Rückiveg in die Heimat in Stockholni cingetroffcn. Unter ihnen befinden sich alte Männer, Kranke, Kinder und Verwundete. Ein Teil von ihnen hat in der Zwischenzeit auch an epidemischen Krankheiten, zuin Beispiel beii schivarzen Pocke», gelitten, die nach ihren Berichten auch im russischen Heere epidemisch auftreten sollen. In Stockholm hat man sich der Flüchtlinge angenommen. In Frankfurt a. M. traf ein Trupp Deutscher ein. di? in Frankreich in Gefangenschaft gewesen sind. Sie sind durchweg völlig mittellos und besitzen an Wäsche und Kleidern weiter nichts, als was sie auf delMHeibc tragen. ^bcnoindcn^^^J^^lu^lug^U^^orsichtig^im^lüst^^ er sich zu, „muß daran denken,'daß dieser Mann mein Schicksal in der Hand hat, und will die Warnungen nicht vergessen, die ich empfangen habe. Gutes hat er schwerlich im Sinn, sonst hätte er den Schreiber nicht niitgebracht. Doch ich denke ihn zu versöhnen. Er muß mich loben, wenn er sicht, was ich an der Balsclf geschaffen habe, und was ich ihm anbietcn werde, wird seiner Gewinngier wohl gefallen." So sah er denn lächelnd zu, als Helgestad in den großen Schuppen blickte, wo cs noch ziemlich wüst aussah, und als er brummend den Kops schüttelte, weil der Kramladen nur ein hochausgestapcltcs Gewirr von allerhand Waren zeigte. „Habt meine ersten Lehren vergessen, Herr," sagte er. als sie weiter gingen. „Ist das wahre Fundament jeder Wirtschaft in den Finnmarken die Handclsstcllc. Wenn diese nicht in Ordnung und Tätigkeit ist, kann nimmermehr ein Gedeihen kommen. Habt nichts getan, was den praktischen Mann zeigt. Habt kein Rechenbuch, keine Fischcrstcllcn. keine Trockcngcrüste, habt keinen Verkehr eingerichtet, sorgk sür keinen Vichstand, keinen Anbau, keine Kolonisten und ist doch alles dazu gemacht, um in Abrahams Schoß zu sitzen." „Es wird alles kommen, nur Geduld, Herr Helgestad," antwortete der Gaardshcrr. „Was Ihr mir vorzählt, soll meine nächste Sorge sein. Schon habe ich Vorbereitungen dazu getroffen und, mein Wort darauf! Ihr sollt im nächsten Jahre auch damit zufrieden sein. Denkt aber, daß ich allein bin und nicht tausend Hände habe. Das Schwerste stellte ich voran und cs ist mir gelungen. Seht, was ich gearbeitet habe. Betrachtet den mühevollen Weg im harten Stein geschossen, seht hier diese Brücken und Schälungen, seht den Damm, den ich bauen ließ und nun betrachtet mein Sägewerk und welche Anstrengungen ich inachte, um die Holzrutsche iin nächsten Frühjahr schon zustande zu bringen." — Er führte Helgcstad loeiter und mit beredten Worten erklärt« er ihm sein mühevolles Beginnen und was er für Vorteile davon erwarte. Tie Blicke des alten Spekulanten erhellten sich nach und nach, ein listiges Lächeln zeigte seine steigende Genugtuung an und mehr als ein langgedchntcs Ruh! brummte aus der Tiefe seiner Kehle hervor. Tie neuen Einrichtungen der Sagemühle erhielten seinen besonderen Beifall. Er ließ sich die Verbesserungen und Erfindungen erklären, sah mit Wohl- Ter Cntscheiduttgskampf im Lsten. Das Ringen in Russisch-Polen ist, wie die Vofsisck iung schreibt, ans seinem Höhepunkt angelangt, russischen Armeebotcn fiicf’en die Deutschen, wie die B Zeitung aus Genf erfährt, in dem Kampf nördlich vo> minier wieder die Russen durch die heftigsten Angr ihrcni Widerstand zu erlahmen. Tic österreichisch-! scheu und deutschen Armeen 'etzcn ihrc ganze fl in dieser Schlacht ein, deren Gewinn oder Verlust sj weiteren Verlauf des Feldzuges von größter B c t u n g ist. Untergana eines engli'chenLinienschi London, 27 .Nov. In der gestrigen Sitzung des Hauses tclitc Marineminister Ehurchill mit, daß das 1 schiss „Bulwark" am 25. November morgens bei 2t i» die Luft geflogen sei. Zwischen 700 bis 800 Man umgekommen. Nur 12 Mann wurden gerettet. T wesenden Admirale berichteten, sie seien überzeugt, d Ursache eine Explosion des Magazins sei und daß kei schüttcruug des Wassers ersolgte. Das Schiss sank i Minuten und war verschwunden, als sich die Rauch verzogen hatten. Dic Explosion war so stark, daß sie t bände von Shccrncß bis aus die Fundamente erschi Sic wurde meilenweit vernoinme». Das Lins „Bulwark" stammte ans dem Jahre 1899, hatte 15 251 neu Wasserverdrängung, 18 bis 19 Seemeilen Gcschp kcit, vier 50,5 und zwölf 15 Zentimeter-Geschütze m Mann Besatzung. „vor der K»isis." Unter der Ueberschrift „Vor der Krisis" besprich Baseler Anzeiger die hochgespannte p o l i I Lage und bemerkt u. a.: England hatte, wie die (: lungen der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung nach mit Belgien eine Militärkonvcntion gcsc s c n. Tie Belege hierfür sind so drückend, das dem deutschen Generalstab heute recht geben niuß, w behauptet, daß Belgien eine Konvention mit seinen G eingegangcn sei. Der Tiiezkanal gesperrt! Auch dic römische Jlalia meldet jetzt, daß die t> Vorhut den Suezkanal überschritten habe ui Verstärkungen durch die ansässige» Stämme gegen B vorrückc. Ter Suezkanal sei, wie italienische Kayitä richten, tatsächlich gesperrt. Jedoch werde italienische» Schiffen, freie Durchfahrt ge Das Verbleiben der englische» Flotte aus dem Goll Suez sei unbekannt. Das englische Geschwader acht Tagen bereits »ach Port Said zurückgezogen » wo es aber zurzeit nicht mehr liegt. tznlstlsädigung Luxemburgs. Wie das Luxemburger Wort iixldc!, l>at boi Deutsche R jetzt de», Großherzogtim, Lureml'uig sür Flnrsästtden uf, schädig»»««» in Höhe von 1 203 000 Mark gezahlt. Auheide,» die grohherzog liehe Regierung für di« Benutzung von Ltnas Wegen, sowie Bcmitzung von Staotsgebündrn fite EinquaNü die Lumme von 311000 Mark. Persien wird in den Krieg eingreife, W. B. Konstantinopcl, 26. Nov. Stach hiesigen B Meldungen ist Persien entschlossen, am Kriege gegen teilzunchmcn. Man wartet nur noch ab, bis die Armex im Kaukasus wcitergedrungen ist, damit dadm Russen fcstgehalten und verhindert werden, in da Truppen entblößte Persien einzusallen. (kingeborenenerhebung am Sue;kang W. H. Konstantinopcl, 20. Nov. Nie hiesige Blätter er habe» sich die eingeborene» Truppen aus der Nähe des gefallen den Proben des leichten Zerschncidens der Bl und äußerte dann, daß es ein gutes Werk sei, besser, cs je gesehen habe. »1 „So hasse ich," sagte Marstrand, „daß Ihr Vectra, niir nicht wanken wird und daß Ihre eigenen Hofft sich daran erfüllen." „Will's Gott, denke ja," antwortete Helgestad. immer gesagt, seid ein Kops, Herr, der etwas schaffen , „Und ich werde schaffen," fiel Marstrand ein. „C unerfahren in dem Kramladen, unerfahren in manchen > I Dingen, die zn einer Handclsstclle gehören, allein ich ' lernen und Ihnen ebenso dankbar für alle guten Lehrt sür allen gerechten Tadel sein, wie ich es für Ihre Hil — Diese Hilfe," fuhr er fort, „kann ich nicht entbehret bitte Sie um neue Unterstützung. Wollen Sie höret ich Ihnen dagegen biete?" „Nuh!" erwiderte Helgestad, „habe zwei Ohren, an." Sie waren bis an den Rand des Waldspaltes geg wo dic Balsclf mit einem kühnen Sprunge aus dein , decken, welches ihre milchigen Wasser sammelte, in den stürzte. Hier stand Helgestad still und überblickte das si heitere Ufer des Mecresarntcs, das, mit Bäumen besc von grünen Wicscnstrcifen eingefaßt, sich bis an die Porphtzrselsen ansdehntc, welche eine steile Wand Marstrands sricdlickiem Gaard bildeten. Tic kleinen öffneten sich zur Seite und ließen ihre blitzenden Wn» gsünzcn, die Räder der Mühle, vom Strome gep sprühten Tropfen und Gischt auf. aus dem Walde kla> Geschrei der Arbeiter und Baumsäller sanit den weithal Schlägen der Axt. Ueberall war Tätigkeit und Regst und das ganze abendliche Bild so schön, daß selbst £ c ' es mit Vergnügen betrachtete. Seine Phantasie, du nicht sür die Pracht und die Reize der Natur best enipsänglich war, erging sich bei diesem Anblick auf anderen Wegen. Er kalkulierte und seine Augen erb > während Marstrand zu ihm sprach, einen durchdrins Glanz. Er nickte und grinste, als gefiele ihni alles 0“!' sich und dann und wann sah er seitwärts hinab, we Pcterfen, Olaf am Arm. zwischen den Bäumen den st Hügel hcraufstieg und im eifrigen Gespräch sich iw? £ tFortfetzung folgt.) '*1 ii t rdlit, h °N>, !ctlu» te t t '<»)> '»fl bt, »I bas ' bti slA) ^ ittet. 'ltu s t f . ittf: fg if f«n| l' Stint d«« s„ 'It tri* » Li» it 151 » Üklch chiist bespriu toli »it di« mg iwii >>> s c | id. ba mich, feinen ( rt! ih bit i bubt i gtg«, I t Majii fl ttttit ahn | >!M (M dlluibtt ;t)i||ti i 'ft*. nbte. ■- t: ft3c ' fr b cife Tssenbach, wo er bei beut Ausbruch des Svieflc* tn.SIr* >r, mit Mcnebminimn der zuständigen Behörde als Arbeiter u, Neuhof bei Leihgestern übergesicdett. Als auch dort die alle war, ging er zur Renbonstrede bei »letn-Linden sollte genommen werden, wen» er seine Papiere bringe. Um diese n, ging der Nüsse nach Miegcn an das Areisamt. Sr wurde i unserer Stadt wegen Bannbruch verhaltet. — $t t flen c I c i, begangen an der eigenen Lochter. verurteilte die immer in nichtöffentlicher Livung die Arbeiterin Witwe S Schäfer von Mrebenau bei Alsfeld unter Annahme ndcr Umstände zu 10 Monaten Mefängnis. >w Jtadttheater. Zu der Borstellung „Tie Rabensteinerin- irgi-en Sonntag abend haben Mntsdntine Mültigleit, da da» im Abonnement nicht wiederholt wird. AIS Rachmiitag»- nng wird das Lustspiel .Im weißen Rög>" von Blumenthal tielbiirg gegeben. »ampslose stadtvcroednetenwahleu in Franktuet. Am sstag wurden in Frantstk« die regelntässtgen Ersavn»hle.i adtverordii-tenversaiiunliiti-i vorgeiroimiie,. Und -ivar ging mal ganz ruhig zu. währrnd in srühereit Fohre» sich bei Wahlen die Heft gncn »äinpie abspielten. Alle Parteien eiile gemeiiischostliche Vive a.»gestellt, in ivelcher jeder Partei herige BesttzstaiT, gewährleistet war. Bon unserer liariei gewählt: die Menosse,, Ziuzinermann. Wittnh. Hops, r, Quark, Brich,te. Torichu. Z'atrggemach. Tr. Leos und » — Qnarck gehörte bekanntlich dem Fvauksurter Stadt, enl als erster Sozialdemokrat an. bei der vorlevten Wahl g er aber. Neu treten noch d e Metiosten Torichu. Zimmer» ,„d Rechtsanwalt Tr. Lev, ein. — Tie Vahlbeteiiiqnnn be- ivo. 20 Prozent der Wahl-bercchttstten, gegen 80—00 Prosen! i friibere» Wahleit. Stoße»Linbkn. Bo.t dein Ariege s>chwer belrvsfen wunde iniltc Magma litt hier, Huri Hinte vetiiaiider fielen die lkarl und Wilhclui Maßmaini aus dem sranzöstsdten strtegv- >tze. flffi* Wetzlar. de» Slndtverordnelett.Wahlen! P a r t c i rz e n o s f en! tafl, den M. NoNeinder. vchn mittags 12 Nhr bis 8 Uhr. finden die diesjährigen Stadtvcrord- u-Wahlen der 8. Klaffe statt. Ta allgemein der , laut geworden ist, angesichts der Kriegszeit von Wahlkampf Abstand zu nehmen, wollen auch wir den -jeden, nicht stören und uns mit dem bisherigen Besitz, legniigen. Tie Verfautmlung dev Wahlvereins hat } befcblatfen, den (rfcnojicn August Beck wieder als mten aufzustellen. Ter Wahlausschuß envarfet, dah enoffen und die aufgeklärte Wählerschaft der 3. Klasse »pt unserem Kstmossen Beck die Stinte geben. Sollie ngs von gegneriicber Seite der Friede noch gebrockten i, so behalten auch wir uns noch weitere Mastnabmen Ter. W a h l a n s s chjt tz. 0>» Mesangeneniransport von etwa 500 Mann traf am Mitt» Wetzlar ein und ivurde in das Barackenlager an der Frank- rage verbracht. Tas auf dem Ererzicrplati der Unter »siizier- crTiifjtctc Barackenlager ijt ähnlich wie das Mief,euer an» and umfaßt HO Baracken, die je 200 Mann, im ganzen also Mann aiisnehmen solle», tfme Badeanstalt befindet sich noch i. Zn gesundheitlicher Beziehung entspricht die Anlage allen erungeii. Sie ist an die städtische Kanalisation angeschlossen. Aartosselpreije. Für den Q l> er I a h n k r e i S sind bis auf » stir den Hlcuihandel mit Xonofieln folgende Preise fest- wovden: 1. Beim Btrlani von besten auserlesenen Speise- ln durch den Produzenten an den Bcrbrauckier 5,40 iir HO .Oilo: 2. bind, den Sandler an den Berbrancher 5,75 >ir HO .etift», im stleiiiverians (tntter 50 ftilo) l>e trägt der reis 4 Psq. das Pst,ich. Von Nah und Fern. ~ Malte»mord in Cffenbai». Am Tonnerstag ivurde in Qiienbach der erst 22 Fahre alte Hansbursch Funk verbastet unter dem Bcrdacht. seine 28 Zahre alte lthelrau am 10 . Rvvember er- mordet zu haben. Ter Berbastete gestand nach ansäuglichem "k ugne n auch ein. seine ,>rau am Abend de» 10. 2kvvember zu ihause getötet und sie ins Wasser geworfen zu baden. Lech» Lage nach der Tat Hane der Mörder Anzeige erstattet, dag seine >>ran sich aut genannten Tage heimlich ans der Wohnung entfernt Imbe. Zn einem hinteTlnffenen Zettel, den er verloren haben will, bade seine Zraii angedeiitet. fie würde sich ein Veib aniun. Tie Polizei gab der Presse die Ronz von dem Berschwinden der ,>r->». ivoraui sich ein Zeuge meldete, der am Abend der Tat am Mai» weibliche Oilsernse gehört hat. 21,m verdasieie die Polizei den ZunI »nd sagte ihm den Mord seiner Zrau aui de» xopi zu. Schließlich inachie er obige» Meftändni». Tie Polizei bat aber noch iveitere» ermittelt, »äinlich, daß ein Weib dabiniersteckt. Bei dem ltbepaar Znnl. da» erst im April vorigen Zähre» heiratete, wohnte seit einen, Biertel- sahr die 20iahrige Aibe>rer>» 2>>aldi>de Schenerman», mit der der vhemann ein 2lerhäitnis anlnüpite. Tie Schenerman» wurde unter dem Berdachtc der Anstistung ebenfalls verhaftet und dem Mericht iibergeben. Zunk hat bereit» gestanden, seine Zrau an den Main gelockl, gewürgt und ertränkt zu haben. Einqesandt. — Lohndrückeeei. T:e Sfr. 274 Zhreo geschätzten Blatte» vorn M,>lwach, den 25. Skovewöer. bringt eine Zuschnn. ivetche von zwei Arbeittni. die l>ei der Irmna Meorg SippeI beichajtigt stich »ich, iveiche den Siachive,» erbr,,«gen soll, daß der von mir eingrsaichte AnTel>incht der Wahrheit entsprvche. Tcmgegeimber muß ich detr ZttchaU der von mir eingesandtert Zmchriit voll und ganz Outrecht. eih<»tieit. ich könnte sie aber, ivenri e» absolut verlangt ivird. noch ergänze». Tech die von den beiden Arbeitern zugcstuchte Richtig, stellung mransaßt mickt, noch einige» zu bemerke«. I?» wird in dem b(ti. Strtifel von den be den (iiinend«rn gcsagt. daß ste »oernr Appel nicht ol» Vohichrncker bezeichn.» lönnen, ste lömneit mir dem Oohn. den ste erchielken, zufrieden sein. Oerr Appel lx>be ,'s,r au» srnichig« Arbeiter inuner onstäichige vöhne bezahlt. Sknit kann mau ja, tun tttff ten beideir (rmieifern zu reden, über dcn Begriff „anflöichig" streiten, oder ist es schm» io tixit getoinmen. daß es Arbeiter gibt, die deiijenegen als n na »ständig l-ezeicheien. der sich leine Abgiige gefallen lasse» will. Tie cnie Tatsache bleibt bestehen, daß der Montenr laut .rdbrnT-pitriuitj. wie sie ja selbst augeben. ein« Zulage für auswärts von 2.50 Mk. zu bvmnvniche» hatte und Herr Sippel nwUte nun I Ntk. bezachicn. was den Monteur ver> ansaßte. auf Weiterierwrndeii und um turter Umständen manche» »Vitegen jititcrftiilicit jtt köimeit, der ohne Bcrsckntldcn »iiterftiinungsbe» dssrsW ist._ W. g h rf (K Standesnmt Girtzen. Mcboeene. November 14. Trm Zuhrmaim Sldain Beil ebne Tochter. Anna Zrieda. — Teni Mestbostsieisteiden Wilhelm Miur, eine Tochter, Helene. — 15. Tem st irischer Phchigp Müller ein Sohn, Aarl. — Tcin ^VMnuUenuinner Wilhelm Vmbenfmttb eine Tollster. Rkarga. vctc Z»Hanna h'lisobelh. — 10. Dom ('iüiuurrt Heinrich Reniinq eine Toch-er. EnmtL — Tem Jyutrnnamt Sari Zgf«t,. Lehmann ein« eechter. A«m «omch». — 25. Tein ^thatechravhen Philipp Wagner ebne Teichter. 2.hgrg«rete. — Tem Saufmami Par»! Friedrich Ailchun Herdldndmaim en, Sohn, Pan, Zakoh. Aufgebote. Novenider 2-1 Friedrich Frihgoe-. Schneider, mit Wilhelimbich -eipp. beide m Mießen. — 24. Adam Heinrich Qnienert. SlliremelB meiirer, ,„n Winna Sarolnw Lehrrmmd. lwrde in M,eßeu. Ehelchlieguugen. Sfoveinixr 21. Tr. Friedrich S.itl Lst-iqand. prall Arzt U t'.roi, Felda, mit A»puste Mcorome Mi»»,» Moitwrii.e Znderthatz i:i Mreße:,. - 21 He,!,ruh Berg. Modellschrenier. mit Maigaret« Sathrtring Sreß. beide in Mbesw». Steebesälle. Sfovencher 24. Marni Sbccker. geb Hanbeill,. 50 ,Iahte cäi. Saiier-Allee 13. ' ^ Zm Fald: geiallen, Aug 22. Wlll, Hansman». Heizer. Wehrinami. 20 Zah>e ei Anfov geiallen. Theodor Heinrich bd,»rrd Mattel, Haup«,,,au». 00 Zahre alt. Walzstraße 2». bet Stnlor, go. fallen. — Walt,.i,ig Alerar.der van lkrhardt. Lentnont. 21 Fastpp alt. Lavdgnaf.PhAtpp-Ptzah 4. bei Slnloi, gefalle» Bittor Zuliu» Sarl Will bald von Weiteren. >>rnpt»»aim. :W Festere alt, Sstalltwr* ftrage 71, bei Aniou geiallen. — Irnrit Hemrrch Pa»! Sch,ei» Sllnrsi- dcr, Mnoketrer, 21 Zechre alt. Mäustwig,!. bei SI,4»„ gesallem — Meer« Zoroim Hern ruh Flocke. Schlosser. Shustetier. 21 Fahre >Ad. Studdest0, Iv. Ar,ton zreiallei, Zohzinx» SZorn. ll»wrr»st- Zier. 20 Zähre allt. SaBer»«llee NO. be, Auloi, ,r:jalle» -- Slbolfi Friedrch Hermann Miller. Schrerrier. Roftorvrst, 21 F>»hre alt, Sll'iisendevvnrezi 1*4. bei Anton oetotu». Slinuift 28. Zest«imes Renting. Pstntboie, Me,re,ter der Restroe. 20 Zähre «alt. Withebn- straße 51, bei Amreeouri gefallen. — Scpi 0 Mott fviij». fVanf» l ummer. Nnt.rvssizier. 21 Fahre alt, Vwbbaitwtüe «is, „ Rownivn« gesdorbezt, — Qkl. 0. Feetob Roseittnrui». seuisinamt» lli!»erosstzi«r der Reserve. 28 Zaine olt. Schuvaniiraste 15, bei Parvilleis >ze» falle,ie — Qkt. Ol. Wildest» Anoust bnw Btztlicher. SIndent. (Hu* jätirin=,>rei>m_ (2efremer. 10 Fahre oft, Pnd«p«,Ü>vasie 50, bei 8e Queszimi msallai«. — Fohonn W'Urelm »xitleeu. Vtbver. Sri?#»« fv.,'v,llschtr. 20 Zehre alt Seeiirstraße Sä, beb x‘e Lue»»«» geiallen. Muffen* Sldost Roiar, Berwalter der Sletet^närklnuk. Unterofsi» zier der Reseizn. 27 Zahle alt. Fraitisuiver'Straße 00. l>e, 0e Cum™, gefallen. Ifntil Adolf Zufiu,- Strinduiam», Asststciit der hhcnine an der OaudevunwerntSt. SrbeaSßrsfevillW«r. 24 Zahne alt. Oiediostraße 01. bei Oe CueeiuMi ««iaüu, — Roo. 2. fbolcietm Zoseph Wenzel. FeldweMI. 00 Zuht e , It, Sabserstrag« 110, be, Oe Qnesno» gesolleu. Berstorbene. Frau Wifhednibn« Tiehl, geb. Fink, iit Aschar bei Wetzlar, 40 Fahre alt.— Frau !I eodvre Roth, geb. ftogi. in Mießcn. 77 Fahre alt, — Heinrich Sielten V., Mente »ds« nohincr in Mroßen-Oinbvn. 01 Fohre alt. Bckanntmachunq. Tie Sterpilegnugsgeldke für d e in, Moi.ai Tktoher 1014 i 16.—01.) in Bürgerwohm,„gen mipslegie» Ma„,ischasi«n de» Oaiidsiurni-tsrlao-SZataillon» iverden de» Ompsaii,«»berechtigten oder dc» an ihrer Stelle mit fdrriftlitten, Ausweis sSiollmachil Ans» ireienden bezai>Ii: Tcnseiiigeit, deren 2,'aansn boginien null den BiillKtibeii: A—K gm fi;„rwoch. ben 2. Tezember. G—K «ni Tonnersfag. da, 0. Dezember, fr— K am Freitag, den 4. Tezember, S—Z an, Samsigg. ten 5. Tezomdor, von fi—12 Uhr wrmiltafl». Zahlstelle ist bte Stadtdasse, Markenstraste 2, (ringang von der Sstdanlaqe. Mießeu, dtit 27. Slooember 1014. Ter Cberbuegeriiieister: Seiler. igrch liefiflen je?« iiS bic mit ba >. in ujfo* f Visits 4 Glanz Mark 1.80 ■ matt „ 4.00 | Phot. 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Tic mit Ivcnigen Ausnahme» hervor- trclcndc Besserung erstreckt sich sogar aus Luxusindustrien, wie die Edclnictallindustric. Nur das Baugewerbe hat eine Verbesserung im Oktober im allgemeinen nicht aufzuweisen gehabt — zum Teil unter den, Einfluß der ungünstigen Witteruiigs- vcrhältnissc. Tic Hebung des allgemeinen Beschäftigungsgrades ist wie ans den Jndustriebcrichtcu so auch daran zn erkennen, daß die Nachweise über die Arbeitslosen in den deutschen Fachvcr - bänden in, Ottobcr eine erhebliche Verminderung der Arbeits- loscnzisscr ergebe». Tic Arbeitslosigkeit war Ende Oktober nur ä noch halb so groß als Ende August. Ebenso ist die Zahl der! K r a n k c n k a s s c n in i t g l i c d e r wiederum gestiegen, und die s z a h l c n in ä si i g an der Hand der Kraukentasscnbcrichtc erkenn-j bare Zunahme der Beschäftigten bleibt wahrscheinlich noch hinter; der tatsächliche» Besserung zurück. Nach den Berichten der Arbeitsnachweisverbändc hat sich die i Lage des Arbeitsmarktcs in Schlesien, in Pommern, in Hessen-' Nassau, Hessen und Waldeck. ebenso in Hamburg und Württemberg ) auch weiterhin nicht unerheblich verbessert. Tic Lage des ArbeitS-! Marktes in Brandenburg-Berlin wird sogar als teilweise besser' als im Vorjahre um die gleiche Zeit bezeichnet. Ter Befchästigungs- j graü im Rk^inland wird als gut, in Westfalen als gleichfalls ' günstig angegeben. Auch für die Provinz Sachsen und das Herzog-; tum Anhalt wird eine günstigere Gestaltung des Beschäftigungs- i gradcs der Arbeiter fcstgcstcllt. In Schleswig-Holstein war die j Lage nicht ungünstiger als im September. Tie Eisen- und Schiss-: bauindustrie ist unverändert stark beschäftigt und nicht minder. weisen die Nahrungsmittel- und Bekleidungsindustrien weiterhin \ gute Beschäftigung auf. durch einen Bauchschuß war sehr ernster Natur: jedoch glaubten die Acrzte anfänglich, sein Leben retten z» können; doch trat eine innere Verblutung ein, der er nunmehr erlegen ist. Rechtsanwalt Tr. Borheimcr hat seit mehreren Jahren den Wahlkreis Lampertheim in der hessischen Zweiten Kammer vertreten. — Tie Krankenversicherung und der Krieg. Da Militärpcrsonen nicht kramkenverstchenrngspslichtig sind, erlischt die Mitgliedschaft eines Krantcnversichcrnnmsberechli-gten mit dessen Einziehung zum Militärdienst. Jedoch können nach 8 I des ,Kr«wkcnkafseii-Ro!. gesetzvs (betreffend die Erhaltung von Annxrrtschaste» aus der Krankenversicherung vom 4. August 1914) Bcrsichcrimgsdercchtig te, welche der Kasse nicht binnen 3 Wochen nach dem Ausscheiden ans dir versjcherun-gspsl lästigen Beschäftigung angezcigt haben, daß sic Mitglied bleiben wollen und somit ausgeschiedcn sind, binnen sechs Wochen nach ihrer Rückkehr in die Heimat in die Krankenversicherung wieder cintretcu. wenn sic während des gegenwärtigen Krieges Kriegs- oder Sanitäts- und ähnliche Treuste geleistet haben. Durch diese Bestiinmung ist also den in die Heimat zurückgekehrten Mann- schäften das Neckst zur freiwilligen Versicherung gegeben. Tie Anmeldung kann in solchen Fällen mündlich oder auch auf schriftsichcni Wege crsoligeir. Üleiträgc hat der Versicherte für die Zeit von seiner Einberufung an bis zum Wiedereintritt in die Versicherung nicht uachzuzahlcit, da der Versicherte, wie au-gesührt, in der Zwischenzeit nicht Kassemni-tglied ivar. Sticht bestimmt ist in dem 'Notgesctz, von wclchcin Augenblick an die Kraiükonfasse beim Wiedereintritt für Schadenssällc einqu,stehen hat: diese Verpflichtung dürste jedoch in dem Augenblicke ein treten, ivo die Eintrittserklärnng beim Vorstand der Kasse eingegangeit ist. Dagegen liegt eine Verpflichtung der Kasse zur Zahlung des Sterbegeldes an die Hinterblicbomn eines in der Heimat verstorbene» Kriegövcrwnndcten nicht vor, wenn der Tod des letzteren vor Eingang der Wiedcreintrittscrllä- rutüfl beim Kassenvorstaitd erfolgt ist. Tiefe Verpflichtung kann nur erfolgen, wenn dcr Kassenvorstand beim Eintritt des Todes bereits im Besitz der Willenserklärung des Verstorbenen ist. Hierbei ist os gleichgtilfig, ob die bis dahin fälligen- Beträge schon gezahlt sind oder nicht, da nach dem Roigcsctz >«>r die Wiedereintrittserklärung für die neue Mitgliedschaft notwendig ist. Doch dürfen die fälligen Kassenbeiträge an dem Sterbegeld gekürzt werden-, allerdings nur für eine Woche. Andeverseids sind aber auch die Hinterbliebenen berechtigt zwecks Erzieinng eines höheren Sterbegeldes die fälligien Beiträge ganz Nachwahlen. Natürlich ist die Bcrfichermrg wiederum berechtigt, die Auszahlung des Sterbegeldes bis zur Regelung der Britraigspslicht zu verweigern. — (siegen die Kartvssel-Preistrciberci wird von versckiie f dcncn Behörden mit aller wünschenswerten Energie vorgc- ' gangen. Aus Hanan wird berichtet, daß das dortige Land- ratSaint große Mengen Kartoffeln beschlagnah nit, wobei die Bürgermeister dafür haftbar gemacht werden, daß jeder für den Bedarf des Besitzers nicht notwendige Vorrat int vollem Umsangc beschlagnahmt wird. Die Kartoffeln werden vorläufig nur im Kreiie und in dcr Stadt Hanau verkauft. — In Greiz drohte der Magistrat unnachsichtlich die im Gesetz vorgesehene Strafe au, wenn die Händler einen höheren als den festgesetzten Höchstpreis von 3,60 Mk. fiir den Zentner verlangten. — Schafft Arbeit fiir das Baugewerbes Im Anzeigenteil der heutigen Nummer erlassen die Arbeitgeber und Ar- beitnehmcr des Baugewerbes eine gemeinsame Kundgebung an die Gicßcncr Bevölkerung um Aufträge für das Baugewerbe und die Baunebengewcrbc. Es ist leider Tatsache, daß das Gießcncr Baugewerbe schon vor Kriegsausbruch mit einer recht ernsten Krise zu kämpfen hatte, war es doch schwer, Baugelder flüssig zu machen. Ein gescisüftlicher Stillstand war für die Beteiligten die Folge. Mit Ausbruch des Krieges ließen auch noch die wenigen Umbauten und Re- paratnren auf sich warten, weil viele Private mit derartigen Aenderungen bis nach Beendigung des Krieges zn warten fiir richtig hielten, Tie Barackenbauten brachten zwar vorübergehend Arbeitsgelegenheit, mit deren Fertigstellung droht die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe wieder großen Umfang anzunehmcn. Tie beteiligten Arbeitgeber- und Ar- beitcrvcrcinigungcn dürfen wohl damit rechnen, daß die ängstliche Zurückhaltung von Aufträgen ein Ende nimnlt. Tie Kriegslage läßt doch hoffen, daß der Krieg zugunsten der deutschen Waffen beendet wird und cs zeigt nicht gerade ein großes Vertrauen zur Sache des deutschen Volkes, wenn ängstlich mit jedem kleinen Auftrag bis nach deni Kriege gewartet wird. Wie wir leider erfahren mußten, haben schon einzelne Betriebe des Baugewerbes ihre sämtlichen Arbeiter entlassen miissen. Hoffe» wir deshalb, daß die gemeinsame Kundgebung dcr Arbeiter und Arbeitgeber von Erfolg be- gleitet sei. — Gefallene des Gießcncr Regiments: Wehrmann Heinrich T i l l m a n » ans Windhausen. — Ofsizier-Stellv. Joseph Wenzel —Unteroff. Philipp T ron.— G e - fallen e aus Ober Hessen und Nachbargebie- t c n : Leutn. d. R. Richard S ch a r f f aus Gießen, Jnf.-Reg. Nr. 113. — Unteroff. Friedrich Seipp ans Torf-Güll, Jnf.- Reg. Nr. 168. — Neserv. Georg Bcchthold. Jnf.-Reg. Nr. 81, Res. Wilhelm Wagner, 1. Gardc-Ersatz-Bataillon, Mnsk. Heinrich T p c i c r, Jnf.-Reg. Nr. 88 aus Odcn- hansen a. d. Lahn. Tie Bctäinpsung dcr Petroleumnot unter dcr Heiniarbeiterschaft hat sich dcr Verpflegnngsausschuß der Stadt Breslau zur Aufgabe gemacht. Er hat sich bemüht, eine — wenn auch bescheidene — Menge des jetzt so kostbaren OelS anzukaufen. Dieses Petroleum gelangt an die Heimarbeiter durch die Verkaufsstellen dcr Konsumvereine und anderer Geschäfte,, die sich in den Dienst der Kriegsfürsorge gestellt haben, zünt Tagespreise in bestimmten Mengen »nd in bc- stiinniter Reihenfolge zmn Verkauf. Zu diesem Zwecke haben die Heimarbeiter Bescheinigungen vorzuweisen, in denen die Arbeitgeber unter amtlich beglaubigter Unterschrift den Heimarbeiter nach Namen, Stand und Beschäftigung legitimieren und versichern, daß er auf Petrolenmbelenchtnng angewiesen ist. Landtagsabgeordnetcr Tr. Boxheimcr ein Opfer drs Krieges. Der Zentrumsabgeordnele in dcr Zweiten hessischen Kamm«, Rechtsanwalt Tr. Boxheimer-Worms, ist in einem Gefecht bei Lille schwer verwundet worden. Er ist nunmehr im Lazarett in Eomincs, in das er verbracht worden war. gestorben. Seine Verwundung — 3. Gießcncr Liebesgabensahrt. Von dem Rcserve-Jnfantcrie- Rcglmcnt Nr. 116 ging dem Herrn Oberbürgermeister nunmehr folgendes Dankschreiben für die erhaltenen Liebesgaben zu: „Euer Hochwohlgcborcn beehre ich mich, int Namen des mir unterstellten Regiments den allerherzlichsten Dank für die vielen Liebesgaben ausznsprcchcn. Sie sind hochwillkommen, können vorzüglich gebraucht werden und sind für viele Leute geradezu eine Wohltat. Indem ich Euer Hochwohlgeboren bitte, allen gütigen Spender» den anfrichtigcu Tank übermitteln zu wollen, sende ich der verehrten Bürgerschaft dcr lieben Stadt Gießen des Regiments beste Grüße und verbleibe in vorzüglicher Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ergebenster v. Westcrnhagc», Oberstleutnant und Regimentskommandeur, — Wenn Feldpostsendungen nicht «»gekommen find, so wende man sich an die Oberpostdircktion und die Postamtsstcllc in Frankfurt a. M., ans die alle Feldpostsendungen zur Wcitcrsendiiiig ins Feld von den Postanstalten geleitet werden. Tic Stelle wird gern bereit sein, auf schriftlichen Antrag hin die nngcwandte Feldadresse zu priisen, wenn nach Mitteilungen nns dem Felde Sendungen, die diese Adresse getragen haben, wiederholt nicht angekommcn sind. Hessische Schlachtungsstatistik. Nach der amtlichen Statistik über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau ivurden im Großherzogtnm in den Monaten Juli, August und September 1914 bezw. (1913) geschlachtet: 202 (244) Pferde, 3295 (4123) Ochsen, 795 (579) Bullen, 8393 (9171) Kühe, 9525 (9174) Jungrindcr über drei Monate alt, 17 373 (17 048) Kälber bis drei Monate alt, 90 949 (95 008) Schweine, 1574 (1787) Schafe und 1435 (2096) Ziegen, Schwere Strafen verhängte Tonnerstag wieder das Tarnistädter Kriegsbericht. Mögen die Landsturm- und Wchrmännör daraus die Nutzanivenbimg ziehen, daß cs jetzt heißt, unter allen Umständen Ordre parieren. Darum seien die einzelnen Fälle hier erzählt: Ter Landstnrinmann PH. vch. Oscnloch aus Bürstadt hätte lieber Dienst gemacht bei der Bahnübergangsbewachung seines heimatlichen Bezirks, weil er Vater von 5 immündigen Kindern ist. Er wurde jedoch zur Bahnwachc Gr.-Gcrau kommandiert. Darüber murrte er wiederholt vor versammelter Mannschast, leistete auch dem Befehl des Feldwebels, ruhig zu sein, keine Folge. Nun muß er das mit 214 Monat Gefängnis hüßen: der Ankläger hatte sogar 1 Jahr beantragt. Im Zivilvcrhältnis heißt er Staatsanwalt Bernhards. — Schlimmer erging es dem Ersatz- rescrvisten Eduard Schäfer vom 115. Jnf.-Rcgt., der ans dem Wege zum Arrest trotz Befehl des Unteroffiziers Schwert nicht a»f- hörte, sein Butterbrod zu verzehren »nd auch dabei ausgetreten war, um sich in einem Lade» zwei Zigarette» zu kaufen, die er dann entgegen Verbot rauchte. Solche Achtungsverlcbung, Unge- horsarm und Beharren darin tragen ihm 1 Jahr Gefängnis ein. — Ter Maschinenschlosser Kaspar Fuchs war als Freiwilliger bei den 168«» eingerückt. In Offenbacher Wirtschaften sprach er derart dem Alkohol zu, das, daraus Widerstand, Beleidigung, Unfug, AchtnngSvcrlctznng und Ungchorsan, entstand. Er wußte sich auch nicht mehr z» erinnern, baß er im Tran das Lob des Kronprinzen Ruprecht gesungen und siitz über den deutschen Kaiser und Kronprinzen abfällig geäußert hatte. Ter Ankläger beantragte insgesamt 5 Jahre Gefängnis: das Urteil lautete auf 2 Jahre 3 Monate Gefängnis. F. nahm die Strafe nicht an: er fei von Brüssel gekommen, »in feinem Vatcrlandc zu dienen, dcr Absnnthgcnnß in Belgien habe ihn demoralisiert—Ter Dachdecker Karl Fr. Pessel- mann bei den weißen Dragonern hatte Sehnsucht nach seinem schöne» Mainz. Das Urlaubsgesuch aber wckrd abgeschlagen. Den eigenmächtigen Urlaub, den sich P. nun nahm, muß er jetzt mit 3 Monaten Gefängnis büßen. — Draußen im Feindesland fühlte sich der 28jährige Sattler Engen Weinmann ans dem pfälzischen Homburg, der beim Fuhrpark des 118. Jnf.-Regts. stand, bei Verteilung der Fleischration benachteiligt. So sagte er zu seinem Wachtmeister: „Nun. wir sehen uns ja in Worms wieder". Drei Wochen strengen Arrest sind die Folge. Er will sich nichts böses dabei gedacht haben. — Im Jahre 1912 diente bei den ivcjßcn Dragonern Christoph Geißler. Weil ihn sein Wachtmeister angeblich auf Festung bringen wollte, da er ihn als Sozialdemokrat betrachtete, rückte Geißler schließlich aus. Nachdem er in Luxemburg und Frankreich gearbeitet hatte, wurde er im Februar vorige» Jahres i» Trier verhaftet. Aber aus der Fahrt zwischen Mainz »nd Tarmstadt gelang cs ihm, abermals zu entwischen und zwar durch das Abortsenstcr des Eisenbahnwagens. Dann arbeitete er auf einem Tampscr Antwcrpcn-Ncwqork. Als dcr Krieg ansbrach, lag das Schiff vor Antwerpen. Geißler schlug sich durch Belgien und stellte sich in der Heimat, aus dcr er Anfang August in den Krieg zog. Nach 0 Wochen kam er verwundet zurück. Nunmehr geheilt, erhielt er für seine Desertion im Jahre 1912 die Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandös und 5 Monate Gefängnis. Verbot auslandfeindlichcr Zeitungen. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Arniectorps hat unterm 17. November das Auslegen von Tagcszcstung-en und Witzblättern des sein! Auslandes an den dem Publikum allgemein z-ngänslscheu iWirtschaften, Gasthäusern, Kurhäusern, Wartcsälen, Zcitnn, kaussstclleii usw.) mit Wirkung vom 1. Dezember untersagt, ividerhandlun-gcn werden mit Gefängnis bis zu einem Iah straft. T« Privatbezug ausländischer Zeitungen wird lste nicht berührt. Tie zurzeit in Hessen »»icrgcbrachtin Schlesier. Das steriun, des Innern, Abteilung siir Schulaiigcicgcuhcilc», hat > mttczstcllten Direktionen und die Leiter der höheren Bürgers nachstehenden Erlaß gerichtet: Unter den zurzeit in Hessen - gebrachten Schlesier» befindet sich dem Vernehmen nach eine 2 junger Leute, die bisher in ihrer Heimat einer höheren Lehre angehör! haben und gewillt find, eine solche auch hier zu des Im Auftrag des Gioßhcrzoglichon Ministeriums des Inner» t lassen ivir Sie, diese Schüler, soscrn sie sich für eine Schule de ihnen seither besuchten Art anmelden, ohne weiter« Förmlich und zunächst unentgeltlich als Gastschlller aufzunehmen, weiter «forderliche Anordnungen werden wir trcsscu, soliall Ihre bezügliche» Berichte, die wir binnen dcr nächst-cn drei L ciwarten, vorliegen. — Tie Eroßh. KrciSämt« sind a-ngei worden, die in Frage kommenden Schlesier zu veranlassen, sstl bald bei der Direktion eiteer höheren Lehranstalt zum Eintr melden. Eine Kricgschronik wird gewiß in allen Familien a»> werden. Für unsere Genossen und Anhänger genügt es nicht eine Chronik über diesen ungeheuere» Weltkrieg zu besitze», svi sie müssen Wert darauf legen, eine Darstellung zu haben, di, unserem Standpunkt aus die Ereignisse betrachtet. Es müsse wirtschaftlichen Verhältnisse jn erster Linie Bcriicksicht finden, ferner auch die Maßnahme» der Partei und Gcwcrksch Diesen Anforderungen trägt die im Partcivcrlag von G & Co., G. m. b. H.. Arbeiterzeitung in Dort m u » d scheinende Kricg-s-Chronik Rechnung. Monatlich erscheint Heft von 32 Seiten Quartformat, in Umschlag geheftet, zum s von 29 Pfennigen. Bestellungen können auch bei unserem Be gemacht werden. Der Krieg »nd 8 03 des Handelsgesetzbuches. Eine für $ lnngsgchilfen wichtige Entscheidung fällte das KauWuinnsg in Mannheim. Ter Expedient einer chemischen Fabrik, der 4. August zum Wasscndienst cinberusen wurde, klagte auf Za! des (tzchalts für 0 Wochen, bis zum 14. September, auf Mriiin 8 03 des H.-G.-B. Die Firma verweigerte die Weiterzahluni ttzchalts über den Tag der Einberufung hinaus mit dem Einw daß der gegenwärtige Krieg weder im allgemcineu noch die bcrufuug zum Waffendienst im besonderen als ein Unglück > scheu werden könne, auch nicht in wirtschaftlicher Beziehung im 8 03 H.-G.-B. verlangten Voraussetzungen zur Wcitcrzal des Gehaltes). Das Kaufmannsgericht entschied jedoch aus lung des Gehalts für die 0 Wochen, mit dcr Begründung, da Einberufung zur Fahne als ein Unglück im wirlichastlichen G anzusehcn fei, ctz trat der Auffassung des RechtslchrcrS Oertniann-Erlangen und der Handelskammern Hamburg Magdeburg bei, die ebenfalls den Krieg als ein Wirtschaft Unglück siir die einzelne Person bezeichneten. Maßnahmen gegen die Verschwendung von Nahrungsmi Der Oberbefehlshaber in den Marken, Gencralobeist v. Kessel bckanntgegebcn. daß mit den vorhandenen rcichlichen Borräic OKkrcide irnd Mehl jedermann hanshälicrisch umzugehen freiwillige Einschränkung des Verbrauchs au Kn stehe hierbei im erster Linie. Aber auch der übertriebene Verb von Weißbrot, namentlich in den Städten, sei eimguschränken. sei es nicht wirtschaftlich, daß mehrmals am Tage irisches Wei hcrgcstcllt und dadurch vieles Weißbrot altbacken und zur Rar niwcrivendbar wird. Aus diesem Grunde wird für Berlin ii» Provinz Brandenburg angeordnet, daß das Ausdacken von iv Ware. d. h. von Weizcng-ebäck mit Ansnahmc des Kuchens, I, bis 2 Uhr nachniittags zu beendigon und das Ansctzcn des Heft fiir di« weiße Ware des folgenden Tages nicht vor 8 Uhr al beginnen darf. Dieses Verbot tritt am 1. Dezember d. I. in ! Ein sehr hartes Urteil füllte am 23. Novenibcr das Franks Schöffengericht. Zwei Qffcud-ach« Arbeiter und eine Frau n nänilich an einem Mittwoch in Ermangelung von Brcinmnai wegen Arbeitsmangcl in den Wald gefahren, um sich eliva-s zu beschaffen. Unb-ewnßt gerieten sie nun in den Frankfurter S Dcr Oberräder Förster Zinn kam hingu, ließ das ohne Säge Beil sclbstgcrisscne Holz ablade» und erstattete Anzeige wegen r d.cbstahls. Da nun der Förster den überaus hohen Betrag 5.50 Mk. als Wert des Holzes angab, mußte das Gericht, untei datier» des Vorsitzenden, ans die lwhe Straf« vo» je 27,50 Mk., zusamnicn 82,50 Mk. erkennen. Auch wurde Bezahlung des H verfügt, das die Bctrcfsciiden nicht einmal mitnchincn dursten. Ein Stadtverordneter, dcr Schmiergelder annimmt. Unser zigcr Partciblatt Volksmacht hatte sich am 7. April in einem A mit der Ucberschrift „Korruption" mit Vorkommnissen bei schaffung von Automobilfahrzeugen für die Danzigcr Feuer befaßt. Darin wurde gesagt, die Firma Sticlow u, Förster Vertreterin dcr A d l e r w c r k c in Frankfurt a. M. habe an Stadtverordneten und Brandmeister Dr. med. Friedrich Len: Mark Schmiergelder gezahlt. Schon am 8. April antwortetet Danzigcr Neuesten Nachrichten, die dem Stadtverordneten ? gehören, die Feucrwchrdcputation habe nach eingehender Prii die Haltlosigkeit dcr Beschuldigung fcstgestcllt. Stadtvcrord Lenz erklärte, er habe allerdings Reisekosten erhalten, aber nui Besichtigungen, die er als Redakteur des Norddeutschen Feuern maniics unternommen habe. Dcr Danzigcr Magistrat stellte gegen unser Danzigcr Po Matt Strafantrag und auch die Firma Sticlow u. Förster t wegen Beleidigung, da sie sich durch den Ausdruck „Tchmiergcl beleidigt fühle. Während dcr Strafantrag des Magistrats nicht erledigt ist, fand in dcr anderen Klage am I. Oktober vor Danzigcr Schösfengcricht Verhandlung statt. Oienossc Leu von Volksmacht wurde zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Dcr^ urteilte verfolgte Bcrusung, die ani 9. Novenibcr vor der 2 kammer zur Verhandlung kam. Der liberale Stadtverori Königsmann bekundete als Zeuge, die Feuerwchrdcputation^ die Beziehungen des Stadtverordneten Tr. Lenz zu dcr F> Stielow ». Förster sowie die Annahme dcr Enischädignng (von Mark) als unzulässig erklärt. Lenz aber habe das Gcgc als Ansicht dcr Kommission dem Stadlverordnetenvorsicher geteilt. (!) Aus der Korrespondenz zwischen Lenz und den A> werken ging hervor, daß Lenz nach Empfang des Katalogs an Adlerivcrkc schrieb, er sei dcr einzige Sachverständige in der Fc wchrdepuiation. Auf dieser Grundlage entwickelte sich dann Rciseplan, in dessen Verlauf Lenz um die 590 Mark als e „Kostcnteil" schrieb. Die Firma Sticlvw u. Förster enipsahl als cinflnßrcichcn Stadtverordneten, der mit dem Brandmc gescllschasilich verkehre, weshalb die Reisekosten nicht zu niedrig dürsten. Das Gericht kam zur Freisprechung des Genossen Len. Begründung sagt es. cs sei zu der Ueberzeugung ackomme», Sticlow u. Förster de» Stadtverordncteu Lenz nicht nur als I verständig, sondern auch als einflußreich empföhle» 3 Darin könne nur die beabsichtigte Bceinslußnng gesehen wcr Deshalb mar der Ausdruck „Schmiergelder" gcrechtscrtigt. — Gicßencr Strafkammer. Wegen Vergehen gegen das K über den Belagerungszustand wurde der Landarbe Adam Michalck, russischer Untertan, zn 1 Woche Gefängnis, dnrcb die Untersuch,,ngshaft verbüßt ist, verurteilt. Er wa> ktl," uili neuen die Engländer erhoben und eine grobe Zahl von ien getötet. Vor 4 Tagen seien mehrere Eisenbahnwagen mit ewundeten Engländern in Kairo eingetrossen. (fitt Bombcnattentat in Indien. W. B. Kalkutta, 26. Nov, Eine Bombe verursachte im Bureau t Sriminalsachen eine Erplosion und verletzte zwei Beamte wer. Tie Urheber des Attentats werbe» verfolgt Tie sollen ich eine weitere Bombe verschiedene Polizeibeamte verwunde, er getötet haben. Das «uffenmaffakre in Täbris. W.B, Konst-ntin-pel, 26. Nov, Fkdam ,»folge befindet sich der issisthe Konsul ln Täbrig unter de» Niedergemochten de» Bussen- metzel», Tie Schuld an der Niedernietzelung der Bussen war ren herausforderndes Benehmen bei den von den Persern in äbris aus Anlas, der Berkiindung de» Beiligen Krieges ver- sstaltelen Kundgebungen. Tie Erregung dauerte den ganzen Tag i, i» dessen Verlause sämtliche Russen niedergemachi wurden. « 'am, -tfi ■«tau 7 ([teil, j.... ' ^ kri U lini, ar,.»» etidafic : w o« ^ ,j •nililr a r , i “Hi fi m*:I I 1 besitzen J l beben. j : . • k» miy Seriiiju-i i S Sflbctljtl »S ttm r.j »tlmunil S erstell, «siet, jM, 1 wijetem - 4 fine int ;< iniilrurre;! febril, ft, I !gte o::i ,. iC | auf Mti.rl hiierrtlmj dem t ! noch i.c I n Unjliid 4 Lcüthmz 1 ir Seitetui seoot er'I riinour:, iu] stailiite» jt-ltbto;;- bMbini i wirtstcsi Ketzti«-» erg r. je.'fft Sortis ii«»ii iAtv.t Sr Me-' itub jbt it it Berlin i laäen vm i llechw;, Jen W öe er s ildr. er d. it- i« r ta eine ?«» Telegramme. Msbmcht Des Srojn -öfluptquartiers. In West und Ost nicht» Neues. IV. B. örofith Hauptquartier, 27. November vormittag» tunlich.) Eine Belästigung der flandrischen Müftc irch englische schisse fand auch gestern nicht statt. Aus der Front des w e st l i ch e n dtriegsschauplatzes sind iue wesentlichen Veränderungen ringetreien. Nordwestlich augemark wurde eine Hänsergruppe genommen und ,bei eine Anzahl (>lesa»gener gemacht. — Im Argo » nen- a l d machten unsere Angriffe weiter Fortschritte, Französi ,e Angrisse in der Gegend von Apremont und östlich t. M i h i e l wurden zurückgeschlagen. Im Osten haben gestern keine entscheidende Kämpfe ittgesundeu. Oberste Heeresleitung. Kitchener über die Kriegslage. London. 27. Nov. (V/. B. Nichtamtlich.) In der geitri,zen lhung de» Lberchauses gal- der Knegsmintsrer. Lord Kitchener, „e längere Erklärung über die Kriegslage ad. an« ivelcher hervor- ht, daß die englischen Trupp«, seil Anfang CHvber andauernd i,,u vevivendet mürben, den deutschen Bormarsch nach er Küste zu verhindern. T,e durch die Belagerung von ntwerpen vernvsachre rtcnwgernng der deutschen Vorwärrr- wegung gab General French gerade noch Zeit zu einer kühnen orwärt»l>eive«ung und der Einnahme einer auegedehntcn Trel- ,iig vmi La B a s s i e bis Dixmuiden. in welcher er der 24«. egung der Deutschen gegen dl« Lee Widerstand leisten lvcmte lit Hilfe englischer Berstärknngen und nach heftigstem Kampie sei e numerisch stärkere Macht zirriickgeworfeu worden. Kitchener chmte die nrüitarisch«! Eigenschasien der Zranzoseii und die apserkett der Belgier. Er l>erichtele, wie die Deursclnm wieder- »lte heftige Angriffe unternommen Inlixn, mn di« Linie der Ster- rndeteu zu durchbrechen. Ti« Engländer' Isiiteu einmal elf rmeekorpö gegeniihergestande» und lmiten die Laulgväbei, 14 Tage mg nicht verlassen, drS he dann mm den Franzosen abqelosk wur- m. Ti« n«glisch«n Verluste seien schwer, aber gering gegen di« ?S Feinde» Ter Geist der Truppet, sei «»»gezeichnet Ten lassen sei es gelungen, in Pvlen die Teutschen aufzu. alten und zu schlagen. Di« Verluste der Teutschen in Polen ien gröber als di« früher erlittenen. Di« Ruffen trieben ans ihrem nuiterbrochenen Bormarsch ans Kraka» und in den larpathen die O«sterr«ich«r vor sch her. An den „Ptävchon" über di« Niederlage der Deutschen und >sterreiele,i Wert KitchenerS Kacht über Me Loge im Westen hat. Berlin, 27. Nov. (W. B. Amtlich.) Die Meldung der 2aily Mail, daß Dirmuidcn von den Verbündeten zurück- robcrt sei, entbehrt jeder Grundlage. Dixmuidcn bcfindei ich nach wie vor in deutschem Besitz. u. I„24**, rw f(: ; i*f« •%- ritilb t ««> ’L ll i» Ä^Itt l ltt ^ Mrk stcr i tß _... chl 3“ 1 - . OfU- m i«3> f" 1 . 5 ; i i der -J ■ ilt. 51 Zur Lage im Osten Mit der Freude über die glänzenden Erfolge der Truppen del Generals v. Mackensen geben die Wiener Blätter der ljuversicht Ausdruck, daß auch der endgültige Ausgang des -nticheidendvn Kampfes im Osten für die Armeen Deutsch, -and« und Lcstcrreich-UngarnS siegreich sein werde. Die Neue Freie Presse stellt fest, cS lasse sich mit gewisser «nberheit bebaupten, das; die russ»sck>c Armee in rvchtigen Teilen die Kriegslust verloren und i n ncr Moral gelitten haben müsse. Es sei nickt dcnk- bar. datz Zcbntausende dem Gegner in die Arme lausen wür- trcn. wen» sie nickt entmutigt seien. Dagegen seien für die Verbündeten Truppen die Borzcicken günstig. All die herrlich« Begeisterung und der unerhörte Heldenmut könnten incht vergebens fein und müßten schließlich zum Liege führen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht Wien, »7. Nov. (W. B.) Amtlich wird verlaulbart: ■7- Novrmber mittags. An der polnischen Front verlies der tkstrige Tag verhältnismäßig ruhig. In Westgalizien und ir den Karpathen hielten die Kämpfe an. Eine Evtscheidung st nirgends gefallen. Ezernowiv ist von unseren Truppen virder geräumt worden. Der LlrUvrrtreter des Chefs des Gcncralstabes: v. H » s e r , Generalmajor. Ter serbische Aeld;ug. Wien, 27. Nov. (4V. B.) Dom südlichen KriegSschcm- 'latz w,ed amtlich gemeldet: 27. November. Tic Kämpse w der Kolubara nehmen einen günstigen Verlauf. Auch tzeuern wurde fast an allen Gesecktsfrontcn trotz de» zäben ividcrstandcS des Gegners Raum gewonnen. Zirka G«. 'nngenr wurden gemacht und ein Geschütz erbeutet. Tie überaus ungünstige Witterung in den Niederungen grund- Boden, aus den Höhen jede Fernsicht verwehrende «chncestürmc erschwere» zwar die Operationen, dock ist die ^-timmung h«j foen Truppen nach einer Meldung aus der ^ront vorzüglich. r Budapest, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Tic seit etwa drei kochen trotz des seither eingetrctencn strengen Wintcr- vetterz ununterbrochen anhaltende Offensiv e unserer in verdien tätigen Armee hatte auch in den letzten Tagen b e - Mutende Erfolge aufzuweiscn. diach der, wie be- kitS gemeldet, am Mttwoch abend erfolgten Erstürnrung der beseingterr Ltellung bei L a »a r e w a t s ch zogen sich die Serben aus eine Linie gegen Arandjclowatsch zurück, wohin ihnen jetzt umere Truppen folgen. Tics haben nun nach den neuesten Meldunger, auch die Gebirgskette der Ernagoro trotz de< von den Serben entfalteten zähen Widerstandes überschritten. l l ck Havre z u ni Sinken gebracht wurde'. Ter Kapitän des Unterseebootes gab der Mannschaft de^ .Malackit" 10 Minuten Zeit znm Verlassen des Schisses.' Nach Ablauf dieser Frist geriet das Schiff in Brand, worauf das Unterseeboot verschwand. Tic Mannsckxrst des „Malachit" konnte sich noch Havre retten. Lcrbischc Grcueltaten in Mn;cdonien. «ofia, 27, Nov (WB. Nichtamtlich > Meldung der Agenee Buhmr«. Dlr Nochrcchvei, aus Mazedonren lauten ondoueritb täiecht. Die BevoTermig sntu unter deni Truck der serbischen Beamten, di« chr all«» nUrnien unh die surchtbarstett Greuel- ta r« n gagen sie vemben 2a dvmtg kürzlich ein« »dteilunq Irregu- lärcr in da» Tors Lckulitza mi Trstrckr K ratovo und durehsuchtr miter dem ltarwand«. naä, KoaAditschtt zu fahnden, sämltich« -auser. Tort boging«» sie Me üblichen t-tervalttatetn Frauen ivur- den in tSegsmvart der Fami,«,, geschändet. Dre serbischen lerrtdorralfatdoien werden grn>altsani in dre bulgarischen Wohmiit- gen etnauartierl. um b,t unglucklrchan FamNien zu mihhoirdein. An vielen Orten werden Männer elnaekerkert und grausam gefoltert Die Serben wollen sie dadurch zwingen. Ai^sben über Rrvotonottarc zu mache». Einige dieser Mänyrer »ersuchen sehvn, im Gefängnis LeU'sNnord zu begehen. Russische Hilfe für Serbien? London, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Nach einer Meldung der Times aus Sofia ist daS 16. russische Regiment auf 70 Barken mit Munition und Proviant auf der Tonau in der serbsickren Stadt Radujcva; bei Sicgotin angekommen. Falls die Nachricht lvahr ist, liegt eine arge Verletzung der rumä- nischen Neutralität vor. Der russische Landsturm. Rom, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Wie hierher gemeldet wird, berief Rußland acht Klassen vom Landsturm ersten 'ÄujgebotS ein, nämlich die Jahrgänge 1905 bis 1912. Der Krieg im Trient. Am Suezkanal. Koustantinopel, 27. Nov, sWB, Nichtamtlich.) TaS- vir-I-Esksar meldet, die eingeboreaen Truppen i» der Umgebung de» Suezkanals hällen sich gegen die Engländer erhobt» und rine große Anzahl getötet. $ur vier Tagen seien mehrere Eisenbahnwaggono mit verwundeie» Engländern in Kairo ein- 11 «tollen. Tie Blätter verössenlllchn unter Ausdrüiten der lebhafte» Mißbilligung die EeNäeung Rußland-», das, dieses die die Zeichn de» rolen valdmotids süheenden Schisse nicht als neutral onerten- neu will, und weisen daraus hin, das, ivährend de» Balknnkritgc» sogar Griechenland das türkische vospitalschiss respektierl habe. Der erste Schritt gegen Batum. Konsiantinopel. 27. Nov. (W. B. Nichtamtlich,) In militärische Mitarbeiter des Tanin mißt den von den türkl- sehen Truppen in der Richtung, gegen Batum errungenen, in deni gestrigen Bericht des Hauptquartiers bekanntgcgebe- ncn Fortschritten, eine große strategische Bedeutung bei. Tie Ortschaft M o r g h u l, deren Besetzung gemeldet wurde, liegt in einem engen Tal an der Straße von Artwin nach Batuni an der Mündung des Flusses Morghul in den Tschorok und ist eine ziemlich bedeutende Stadt. Tie türkischen Truppen lwben mithin gewisscnnaßen den e r st e n Schritt gegen Batum gemacht. Die den Türken in die Hände gefallene Beute deutet darauf hin. d-aß die Russen ihr Heil in einer regellosen Flucht suchten. Persien macht mit! Konstantiiivprl, 27. Novbr. [W. B. Nichtamtlich.) Tasvir-i-Efkiar erfährt, daß auch Persien an dem Kriege gegen Rußland teilnehnien werde. Es warte nur noch einige Tage, bis die türkische Armee im Kaukasus weiter vorgedrungen sei, wodurch dies Entsendung ueurr russischer Kräfte nach Persien ausge- schlossen ivürde. Tie Niedermevelung der Russen in Täbris würde die Ausbreitung des Krieges nur noch beschleunigen können, denn man sei daraus gefaßt, daß Rußland in Teheran ernste Schritte »nternehmen werde, deren Folgt der Krieg sei. Tie Niedermetzelung der Russen in Däbris. Konstantinopel, 20. Nov. CW. B. Nichtamtlich.) Ikdani zufolge befindet sich auch der russische Konsul in Täbris unter den dort von Angehörigen persischer Stämme getöteten Russen. Tic Jtiederinctzelung der 2000 Russen in Täbrik ist auf ihr hcrauSsordcrndes Benchnicn anläßlich der Kundgebungen zurückzusübren, die die persische Dolksnienge beim Eintreffen der Slachricht von der Verkündigung deS Heiligen Krieges veranstaltete. Die Erregung unter der Bevölkernirz dauerte den ganzen Tag an, in dessen Verlauf alle in Täbris wohnenden Russen niedergemackt wurden. SluS einem Bericht der Fnantf. Zlg, aus Persien «ntmhmen wir lvlgcnde»: Na» darf iape», daß jetzt der grüßte Teil Rordper- fiens sich in krtegersscher «harn gegen Rußland befindet, aber mich au» S ii d P r r f t« n, der englischen Einsluhzone. ist rin« mehr und mehr innehmente kriegerXch« Bewegern« sestznstellen, Tcr Tcveikb da,; a! han. der Ebcs de» Trrbu» K»»d und R,za Kuli den. der Ehef de« TribuS PucN'tiuH. weläic beide über annähernd 25 000 wasfcniähige Männer versügen, schlossen sich der kKuxgung an, Ter russische Botschafter in Teheran überreichte der persischen Regierung einen sehr heftigen Protest gegen tri: Vorgang.» v» «serbeidschmi. TaS T«herauer «abriirtt anNvortete jedoch, daß Aierbe'dscha» r-on den Russen seit Fahren besetzt und rechert sei. Sein Etussuß dort sei koneequent von den Russen auS- geschaiiec worden und es lehne daher katrgorrfch ab, irgend eine Veroneworwmt wegen der dortigen Ereignisse zu Übernelunrn, Tie Teheraner Regierung Oiare nach folgende «rgunrent« hrnzu: Fm Borsahro hätten di« Russen m Akerbewschau mehrere Perser zmn Tode verurieilr und gehängt, ohne bai man auch nur der T-Heraner Regirruua LeunMiS davon gegeden hätte. Tcr russische Bottfthafrrr zrigie sich wonrg desriedig! von diesen Erklärungen und drohte Repressalien an, Fedoch «ftr der Einfluß der russischen Tiplomatte, der in Teheran noch vor wenigen Wachen allmächtig war, als Haid gebrochen. Ein englischer Dampfer zum Sinken nebracht. Tat eines deutschen Unterseeboots. Gens, 27. Nov. (Ctr. Frkst,) Dem Echo de Paris wird aus.Havre gemeldet, daß der englische Tampscr „Malachit" mit 2000 Tonnengehalt, der von Liverpool nach Havre ging, durch ein deutsehes Unterseeboot einige Meilen n o r d w e st - Ter Losialismus als Ueberwinder der Preistreiber. Gegen die landwirtschaftlichen Proistrciber sind in deck letzten Wotbcn in der christlicb-nationale» Arbeiterpresse sckarsc Aphandlungc» veröffentlicht worden. So ticktet die Westdeutsche Arbeiter-Zeitung in ihrer letzten Nummer (-10) an die Landwirtschaft die Anftordening. die wuckzcrische Preispolitik fahren zu lassen: es sei empörend, wenn die bäuerlichen Produzenten, die sich zu ihrem Schutze die Staats- hilfc und die Hiisc der christlich-nationalen Arbeitcrsckzast lbci Zoükämpfen) gefallen lassen, heute als Dank auf den Woche», markten den arnien klagenden Käufern „zu bitter hohe» Preisen auch noch barte höhnische Worte gibt." Ein solckx's Verhalten sei unckristlich. denn „ein Gebot deS Herrn verwirft e»-. die Notlage der Witwen » n d Waisen zum Gewinn auSzn nutzen." Tann beißt es weiter: „Wir haben iahrelang und vor allem im letzlvergangenen Fahrzeh»t ans« energischstc dasiir gekämpft, daß die Landwiri- schast gefördert wurde. Wir habe» e» getan, weit »n» gesagt wurde, wie »oiwcndtg wir die Ergeugnisse de» heimischen 2lcker» im Falle «Ine» Kriege» brauchen. Und wir haben uns oft genug beschimpfen lasseil müssen, weil wir so handelten. Wir sehen setzt, daß wir recht daran getan haben. Aber doch ist e» in der Voraussetzung geschehe», daß dann im Falle de» Kriege» die Landwirtschaft uns die Cpfcr entgelte, die wir im Frieden gebracht habe», durch ein verständige» Entgegenkommen. Nicht darum Hot Teutschlond seine Landwirtschast gehegt und gepslegt, daß sie zur Zeit der Kriegsnot »ns die Presse diktiere, die ihr grsatze», »nd daß wir bei ihr betteln müssen, um die Kartosseln, die Haupt- nahrnng des «rößten Teiles des äemere» Volke», überhaupt nur erhalte» zu können, indes uns unaushörllch oeeßchert wird, daß deren übergenug im Lande wären. Wir sind dnrchail» damit einverslandc», daß der Landivtrt auch setzt die Preise bekommt, die er zu einer guten Weitcrsllhrung seine» Betriebes braucht, Fedoch darf das bloße Strebe» nach möglichst hohem Gewinn setzt nicht allein da» Maßgebende sein beider Forderung de» Preise» Tie Lebensmittel, die heule als Kriegsoorrai in Teutschlond sind, sind nicht mehr bloß Privateigentum »um Petoatgewinn derer, in deren Hände» sie eben sind. Sondern sie sind mit ein Eigentum de» gesamte» deutschen Volke«, da« sie mit schasse» hals, und da» jetzt aus Gedeih »nd Verderb daraus angkwiesen ist, davon zu lebe» Tarm» ist e» nicht nur eine patriotische, sondern christliche Menschenpslicht, ja eine religiöse, jetzt nicht nur an eignen größtmöglichsten Gewinn zu denke», Ter Gottessege», der nn« in »iiserem Vaterlanüe Gotte» Erde gerade in diesem Fahre so reichlich gegeben, ist gan, gewiß nicht mit für de» Nutzen einzelner bestimmt," Das fino glatte Eingeständnisse der Richtigkeit sozialistischer Anschauungen und Forderungen, wie ja überhaupt jeder aufmerksame Beobachter gefunden l»aben niuß, daß man bei fast allen Vorkehrungen gegen die wirtschaftlickv AuSwnche- rung des Volkes während der Kricgkzeit genötigt war, in der Richtung sozialdemokratischer Programnisorderimgen vor- zugehcn. So schwer es dem M,-Gladbacher Organ gewordeit ist, es hat eingestchen müssen, daß die P r i v a t w i r t s ch a s t die Wurzeln scktverster volkswirtsckmftlichcr Schäden birgt, und daß die Rettung vor der wehrlosen Ausbeutung der Besitzlosen und Armen nur durch s o z i a l i st i s ch e Maßnahmen, nur d u,r ch die B e r w i r k I i ch u n g unserer Grilndsähe möglich ist. Tie deutsche!» Slrbeiter und der Krieg. Ter Stockholmer Sozialdemokraten vom 17, November enthält ein Interview seines auf ciucr Studicureisc in Deutschland befindlichen Mitarbeiters Olaf Sundström mit dem zweiten Vorsitzenden der Generalkommission, abgeordnetcn Genossen Bauer. Nach einer Tarlcgung der wirtschaftlick)cn Lage in Deutschland seit dem Kriegsausbruch mochte Bauer demnach einige Mitteilungen über die (ssewcrk- schastcn, sowie über die in deutschen GcwerkschastSkrciscn herrschende Stimmnng gegenitber der Teutschenhetze, die von dem Stockholmer Sozialdemokraten betrieben worden ist. Bauer erklärte: „Bezüglich der Gewertschaste» hat die Krise nicht die schlechten Wirkungen ans sie gehabt, die man befürchten konnte, Tie Beiträge, auch die Ertrabeilräge, kommen regelmäßig ein lind ivenn der Krieg einmal beendet ist, werden die Gewerkschasteti ganz gewiß wieder stark und kampfsähtg dastehe», Tie Auslassung über den Krieg ist unter den Gewerkschaftlern — mit sehr wenigen Ausnahme» — die, daß sie sich geschlosien hinter die Reichstageleaktion siesien. Wir haben uns zum Burgsriedeu bekannt, denn wir müssen noch außen einig sein, um den Krieg zu einem glücklichen Ende führen z» können," Taß dir deutschen Arbeiter, wie im Auslande behauptet worden ist, von filtern starken chauvinistischen Geiste beseelt werden, bestreitet Gcnossc Bauer dagegen, „Aber wir wissen, daß es für Teutlchland eine Lebensfrage ist, in diesem Kampfe nicht zu unterliegen," Unser deutscher Parteigenosse wünschte auch auszusprechen, daß die Haltung de« Hanptorgand der lchwedtschen Partei die hiesigen Gewerlschast»kress« unangenehm berührt habe, „Wir standen uns doch immer am nächsten und haben immer sreund- liche Verbindungen ausrechl erhalten," Schließlich wollte er auch hervorheben, daß die internationalen Verbindungen der Arbeiter nach dem Kriege bald wieder ausgenommen sein werden, „Tatz ein Haß zwischen den Arbeitern der verschiedenen Länder bestehen bleiben sollte, fürchten wir hier nicht," Sundströin fügt dem hinzu: „Selber kann man nicht umhin, unter den Parteigenosse» hier eine recht tiefe Verstimmung gegen die schwedische Brnber-' Partei zu konstatieren, die »m so tiefer ist, obgleich man das nicht andeutet, weil man hier noch nicht Das Fahr VM vergessen hat. Fm Gegensatz hierzu scheint in den bürgerlichen Kressen eine siegen unö Schweden sehr freundliche Stimmung ,'u herrschen. Man ist anscheinend der Meinung — und solche Aeußcruugen sind mir gegenüber sowohl uo» bürgerlicher wie von sozialdemokratischer Seite gesallen — daß wir die gleichen Fnteressen haben unb daß die Gefahr des einen Landes auch da» andere Land bedroht und daß die Sache des einen Landes auch die des anderen ist, Fch führe diese Meinungen ohne Kommentare an, nur um die Meinung hier zu beleuch ten." _____ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. LKl>miiila, 8 iM Marktplatz II. Uhrmacher und Goldardntee, Reichhiliige» Lager in Uhr»«, Gold- »ad stlderwaren. Lieferant de» Konsum - SereiiU Gießen « Umg. unb de» Eisenbahn, »onsnmve,eins, — Na, verlange Rabattmarke», -r in *•*».,«, es se 0 ör «sseT IW - fts ,; ren •*>*/«, rren ./o ofe %e/j 'PPe /7 Knaben. Knaben.r Üg ° n Kna ^r ots in besten Qualitäten Schuhhaus %V» BlMIIBOK* Marktstrasse. BEBBBBEBBESBBEBEEEBBB S Weihnachts- Feier für Kinder £3 y gewerksetiaftlicb oder politisch organisiert Kriegsleilnelimer. S j^j Das Gewerkschaftskartell arrangiert für die Kinder E“1 E «1er orgmiisierten Kriegsteilnehmer am ersten 5Ü Weihnachtsleiertag, nachmittags 3 Uhr, im Gewerkschafts-au ^J7| haus eine WeihnarlitM-Feicr. E Kinder organisierter Kriegsteilnehmer, die daran teil- rn nehmen wollen, sind bis spätesten!! 10. Dezember Bai ta-l bei den in Frage kommenden Gewerkschaitsvorständen B anzumelden. Ueber die erfolgte Anmeldung stellen die — Wasserdichte fdbiurAen r Gewerkschaftsvorstände eine Ausweiskarte aus, gegen B ..■ • —..... iw.i v» v,ior\ai cg, aus, deren Vorzeigung die Teilnahme an der Feier frei ist. ;1 E Nach dem 10 Dezember erfolgende Meldungen müssen rr-i unberücksichtigt bleiben fcfiJ I» I Das Gewerkschaftskartell hat zu Gaben für die Kinder B B eine Summe zur Verfügung gestellt und werden weitere pn Mittel, über die in der Überhess. Volksztg. quittiert wird. Mal B vom Kartellvorsitzenden Albin Mann, Schanzenstraße lc>! B p gern entgegen genommen. p=j Der Vcpsland Oes Gewerkscbaitskarlells GieOen u. Umg. N in jeder Ausführung ' und Preislage. Täglich frische» rmeintatueJ Die Unterzeichneten erlauben sich, die Leffentlichkcit daraus aufmerksam zu machen, dag der Krieg vielen Handwerkern und Arbeitern im Baugewerbe und den Baunebengewerben Beschäftigungslosigkeit gebracht hat. Mit Fertigstellung der Barackenbauten des Gefangenenlagers droht die Arbeitslosigkeit großen Umfang anzunehmen. Vielen Handwerksmeistern wird durch andauernde Beschäftigungslosigkeit die Existenz bedroht, den Arbeitern dieser Betriebe treten Arbeitslosigkeit und Not entgegen. In einer solchen Zeit richten wir deshalb an die Gießener Bevölkerung die dringende Bitte, mit Aufträgen für das Baugewerbe und die Vauncbengewerbe nicht zurückzuhalten und es durch Opfersinn zu ermöglichen, unsere Gewerbe lebensfähig zu erhalten. Die Beschaffung ausreichender Arbeit für das Handwerk muß als eine der wichtigsten Aufgaben des öffentlichen Lebens angesehen werden. Ist sie doch die beste und wirksamste Form der Kttegshilfe. Die Vereinigungen der Eichener Handwerksmeister im Maurer-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser- u. Weihbindergewerbe. 1. 21.: Georg Becker. Die Verbände der Bauarbeiter, Holzarbeiter, Glaser, Metallarbeiter und Weihbinder in Giehen. 2. A.: Albin Mann. > 10 lüg. Deutete Frautntä?« Ortsgruppe Gieße«. Attskunftstelle für Frauenberufe. aratten und Mädchen erholten nnentaeltlich Rat und Äus. tauft für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplap 14. TicnS- tags nachm, von 6'/,—’7 1 /, Uhr. Ncchtsschiitzstcllc. Frauen und Mädchen erhalten »nentaeltlich Rat und Auskunft in NechlSliiizklegcnhcite» im alten Rathaus MarUvlat, 14 Mittwoch nachmittags von 6 1 /, bis 8 Uhr. Tafel* Zuckerhonig garantiert rein, ausserordentlich wohlschmeckend und bekömmlich, durch grossen Absatz xr “9C 5 Kilo-Postkolli gegen Nachnahme Mk. 3.25. Mau verlange Preisliste. rik Cr.- (Hessen). Ankauf«. Alteisen, Lumpe». Knoche», Papier. Kupfer, Messing, Zink, Bin», Blei, bei Louis Rothenberger Reuenweg 22. t« ti Grosse Posten in mintir-Rrtihl Hauijata Hemden gestrickteUTeslen Socken Knieinärmer Koplsdiiiljer Pulsiaärmer Sdiieghandschuhe Tascfientiidier Hosenträger Vereine erhalten bei groß. 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Vater, was ist ein Matador- oler Tado-Baukasten? m p f m J shin p •tthwxi$chir«e Kirntrfrwfrt Stutt Matador oder Tado ist ein vom Wiener Ingenieur Korbuiy erfundener Baukasten mit Klötzen u. Rädern. Nach reichlich beigegebenen Vorlagen, sowie auch nach eigenem Gutdünken, kann man alle nur erdenklichen Gegenstände bauen, als: Möbel, Wagen, Schwebebahnen. KriUmc. Anfziigo. Nähmaschinen. Hammerwerke. Fochmilhlon. Wind-. Wasser- nnd Sägomiihlen. Wobstühlc, Bnchdruck- pressen, Lenchttiirme, Schwarzwälder Uhren, Nict- masrhinen, Antoniobile, Karnsseile, Reckturner etc. Alles kann mit der Hand oder mit Spielmotoren in Bewegung gesetzt werden. Preise: Grösse 00 Modellnummer mit 45 Vorlag. Mk. I.IO „ 0 Reklamenummer „ 71 „ „ (.75 „ 1 Normalnummer „ 141 „ „ 3.00 „ 2 Doppelnummer „ 200 „ „ 5.00 „ 3 Grosse Nummer üb. 200 „ „ 10.00 „ 4 Feine Nummer „ 200 „ „ 15.00 Volk^eiliiiig. (iie§§CBi Rahnliofstrasse S t. Telephon 2008 .