rjm <914 'z 2.;o Sülm Utlj Bk Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes ber Provinz Obcrheffen und der Nachbargebiete. Okcrbeiüidit »Ults.rUm., erscheint leben Werktag Abend ln toi Der iwcuriremeirtsprer» betrag! wöehrnUich 12 Psg, monatlich 4g ewichl Bvngerlobn, Durch die Pott bezogen virrteliäbrI.t«Mk tVebofti.n nnb TrveSttton Gieben, V»dnd»kl,rol,e Ü2. Ecke LSloengasie. Delcod»» tOOH. Ankerate Ionen die tz mal gclpatt. »otonelzcrle oder deren Raum ll> httg. Bei größeren «utlräaen Aal all Anzeigen wolle man di» adend« 7 »dt >ür die 'oigende Numtnei in der Erpedivon autgede» Nr. 269 Gicßcn, Donnerstag, Den 19. Noociiilicr 1914 9. Das einige England. eil-! It, Erfahr« niiini M use 7 I ie ein ft im m tß r Siiiiiatjine bei von bcr Regierung ge- rten Sriefl^trebite durch da» englische Parlament war »ach -rklärung, die das Uiiterhaiismiiglied Henderson namens brr elterpartei abgegeben Halle, keine Ueberraschung, Mit ibgabc dieser Erklärung ist die englische Arbeiterpartei ans de Pinie ciiiftcriidt, die die deutsche und die sranzö- e Sozialdemokratie schau in den ersten Augusttagen cingc- len Haltern Beide hatten, solange die geringste Aussicht auf iung des Frieden» bestand, unablässig siir sie gewirkt, beide > aber auch, als der Strien unvermeidlich geworden war, er- , daß nun für sie nichts anderes übrig blieb, als gemeinsam hren Volksgenossen siir die Verteidigung ihres Landes einen, Tie englische Arbeiterpartei besand sich in den Tagen lriegsausbrnchs noch in einer etwas freiern Page als die i Vrnderparteien des Kontinents, denn erstens bestand für iglische Regierniig kein nnmitlelbarer Zwang, sich am Xampie lelligen, dann aber schien England, dank seiner insularen im Gegensatz ,»i Frankreich und Teutschland von einem seiud lkinsall nicht bedroht zu sein. Inzwischen hat der Krieg seinen Fortgang genoinnieu, Auch llgland gib, es iinii längst kein Zurück mehr, und die Deni- rfitnpfcii bei -spern um de» Zugang zu Eaiais, Ob und in- •it es wirklich möglich ist, »nt einer Armee über den Kanal hen und gegen Poudou zu uiarschiereu, soll nicht weiter erwerben Mau begreist aber, das, der Mebnnle an eine he Invasion auch in England alle nationalen Abwehrinstinkte eit hat, und das, nun auch die englische Arbeiterpartei ebenso lt, wie die deutsche und die sranzösische Sozialdemokratie von tg an gehandelt habt», n den englischen Parlamentsverhandlnnge» sagte der tonjer- Fiihrer Bonar Law. mau dürfe sich nicht dem # (i I) ii c len, das, sich der Krieg nur gegen die Negierenden chlando richte, man habe es vielmehr mit der ganz eit scheu Nation zu tun, Dasselbe gilt jetzt, von unserer gesehen, auch siir England Auch wir diirseu uns nicht dar taiischen, da» das ganze englische Volk im Kampfe sieht, nicht >ie von Krämern bezahlten Söldner, wie man hier ansaugs und geglaubt hatte. 'ie reguläre englische Armee hat nur eine Stärke von 250 000 >. Stenn man sie mittlerweile ohne allgemeine Dienstpflicht i««non Mann gebracht chat und die zweite Million vollzn- n hasst, so zeigt das, das, sich die freiwillige M i l! - sieruug Englands in rapidem Tempo vollzieht. Es sind keineswegs bluff Pumpenproletarier oder durch ArbeitSlosig- ur Verzweisluug gebrachte Arbeiter, die sich zum Eintritt in lrmee melden, vielmehr ist in bezug ans die Freiwiiligen- i»geu in England ein ähnlicher Vorgang zu beobachten, mic in rften Zeit des Krieges hierzulande. Dazu kommt, da» die sche Preise sehr aussiihrlich über .Kriegsgreuel berichtet und die Ltärke des deutschen Gegners keinen Zweifel lagt, Ster solchen Ninständen. in voller.Kenntnis der ihm drohenden lt, sich sreiwillig als Kriegsteiluehtuer meldet, der mag viel- etner schlechteren Lache dienen, aber sicher tut er es u»bc- . Auch er ist von der »eberzeugung durchdrungen, daß er ' dos Opfer. das er bringt, seinem Volke gegenüber eine n ' erfüllt, und trenn er, der zum Kampfe auszieht, auch belänipst werden muft, so verdient er doch dieselbe A ch - »wie jeder ehrliehe Feind l^»s «aß gejagt werden gegenüber der leider weit verbreiteten 1 'IT®' #a,# ’ 100,5 »Nglisch ist, zu verachten und gering I Auch mir müssen wissen, das, wir es nicht nur mit »glitchen Aegierung und den englischen Loldtruppen, sondern llanzen englischen Volke zu tun haben, aut kiilturesiem wie aus politischem Mebtete bemerkenswerte mflen tu verzeichnen hat, Fm Grunde weih mau ja auch ali- » * ?"lüand ein sehr gefährlicher Wejiitt ist, teiade erst ser Zorn darüber, da» sich auch dieser gefährliche .'r mit ins Lpiel mischte, hat jene Stimmung gezeitigt, die et weniger Unterrichteten in Ausdrücken des H ohne s und . 1 r 0 ch 1 Nu n aujzert Hätte sich England, wie selbst »«!■ . ,® zum 4. August hassten, neutral verhalten, >o n die Ilrteilc über den englischen Nationalcharatier und b": wen staatseinrichtitugeu hierzulande vermutlich doch etwas t ger ungünstig lauten, als es jetzt tatsächlich der Fall ist, te englische Arbeiterpartei, und mit ihr die radikaleren Kreise .'gierenden Liberalismus, war bis zum Kriegsausbruch und noch nach itmi j» r gn»ianbi' Neutralität eingetreten, nt aus, in diesem Punkte in einer günstigeren Page, als di.' 10 und die französische Lozialdemolratie, denn England war wie Frankreich gegenüber Rußland, Deutschland gegentiber reich durch feierlich verbriefte Verträge zur Ihme am Kriege verbunden. Tie englische Arbeiterin nicht der Meinung, da» die englische Regierung a» der 1 üfflen Page, in der sich das Pand bejindet, ganz »nichitldtg > 5 °°t vielmehr kurz nach KriegsanSbruch in einer Prokla- » " i^sllärt, die deutsche Regierung sei nicht so ganz schwarz und Jnicht so ganz weiß, wie es nach den engltich osstziösen , ■ “ u "«h scheine. Ader auch sie bat sich jetzt zu dem Ltaud- J , 0 "°nnt, da» es nicht mehr daraus a n k o »i m e, mit Z '°u,tab L ch u , » und U n j ch u l d der emzetne» Regiert,iigen -ul * 3 VI»' l°niern vielmehr daraus, die droheiide Gefahr '"st,«» I °,°en Lande abzuwehren, gleichgültig iv ie sie entstanden tei. ). * .1 ^ w 'S wirklich ein Krieg von Volt zu Voll, de» Tcuisch- ^»»en seine Gegner zu führe» hat. ,4» dieser nieder- knden Erkenntnis ruht aber zugleich auch et» Kern v 0 T f tt u it q. Sein Volk hat diesen Krieg gewollt, und vunicht, dg» sein Ausgang eine» dauernd gesicherte» Frieden 'Uhren möge, Noch lebt im Tosen dieses Völkerkriegs die 'lucht nach dem g r >rß e » V ö I k e r f r i e d e ii, der ulturnaiionen Europas vereinigt. Vielleicht mußte die I . stellst" i 7 t Menschheit diesen Weiikrica noch erleben, um erst richtig die Arbeit derer schätzen zu lernen, die g e », e i u s a m f ii r b i e Se dort ausgestellte serbische Armee infolge des gewaltigen Ansturmes der Unserigeu in zwei Teile zersprengt, von denen der eine über ssolubara zu slüchteu persuchte. Tiefe unter dem Kommando des (Generals Sturm stehende Truppe wurde von »ns noch vor dem lieberschreiten des Flusses umzingelt und geriet zwischen zwei Feuer, wobei ein Teil der Serben in den Fluß stürzte ilitd ein anderer Teil niedergemehelt lvurde, wobei eine sehr große Zahl Eteschütze und sehr viel Train in unseren Besch gelangte. Mil dieser Niederlage war dal Lchictsa! BasjewoS entsitfisden. Bald daraus stiirmten uiliere Soldaten durch die Straßen Baljewos, wo »ich vielfach Be- wohuer in zumeist heimtückischer Weise an der Verteidigung beteiligten. Belgrad vor dem JyaU. Tie ungarischen Truppen nähern sich der Hauptstadt Serbiens immer mehr. Seit Sonntag nacht wird Belgrad von Scmlin ans von unseren schweren (üeschühen und auch von unseren Blonitoren unanshörlich beschossen. 'Nach Aussagen gefangener serbischer Offiziere versucht Prinz lüeorg die verzweifelten Einwohner zu ermutigen und zum letzten Widerstand anzuspornen. Seit Sonntag nacht ver- lassen nach den Berichten unserer Piloten die Bewohner Belgrads fluchtartig die Stadt und ziehen nach Süden, llllan glatibt, Belgrad werde nilr noch ganz kurze Zeit Widerstand leisten können. (fitt Hilfeschrei. S’tilatijl, 17. Nov Prinz El cor» von Serbien Hot an »lu.iiütimt c:it dringend«» t> i 1 f e n r f n d) ^richtet Noch bet Ansicht des Prinzen könne Serbien mit Anitänicvs OHfe den Sieg über die Ocsterreiäxr davontrngen. Der Krieg gegen Rußland. Ter österreichische Tagcsbericlit. Wien, 17, Nov. fWB. - ) Amtlich wird verlauibart: !7. November, inittags: Aus dem Bereich von Krakau vor I brechend, n a h in e n unsere Truppen gestern die vordere n ' B e f e st i g n n g s I i n i e n des Feindes nördlich der Reichs- I grenze. Int Raume W o I b r o m - P i l i c a gelangten die Russen zumeist nur in den Bereich unseres Artilleriefeuers. Wo feindliche Infanterie angrisf, wurde sie abgewieien. Eines unserer Regiinenter machte 74)0 Gefangene und erbeutete 2 Maschinengewehrabteilungen. Ter deutsche Sieg bei St u t n o äußert bereits seine Wirkungen aus die Gesamttage. Ter Stellvertreter des Ebess des Generalftabes. v. H ö f e r, Generalmajor. Der Krieg im Drieut. Tas Frave des Liiltans. Konstaniinopkl, 17. Nov. Eine große Sitzung des aeisi- lichen Rates hat unter der Teilnahme des .Kriegsministers und des Ministers des Innern im Palais des Sch.'ich-ül- Jslam stattgesunden. Es wurden Beschlüsse über die Bee- kündigung des heiligen Krieges durch geistliche Sendboten gefaßt. Fn unterrichteten Kreisen verlautet, daß eine Or- ganisation bestebt. mit deren Hilfe das Jrade des Sultans über den Heiligen Krieg trotz aller feindlichen Absperrung s m a ß r e g e l n in den von Mohammedanein bewohnten Ländern verbreitet werden kann. Russische Besorg« sic. Budapest, 17. Nov. lEtr. Frist.) Nach einer Meldung aus (ißrlatz herrscht in den Häsen von Ismail und Reni groß. Besorgnis vor einer Beschießung dtirch die Ttirken. In beiden Orten sind die Svitäler mit rnsiischen Derwundeten ii» überfüllt. Tie Schiffe, die sich in die Häfen gefsüchtet Imtten, lonrdeu in den Prnth gebracht. — Seit Ausbruch des Krieges mit der Türkei hat kein russisches Schiss versucht, Kriegs material nach Serbien zu bringen» In beiden Städten ist viel russisches Militär. Gerüchtweise verlautet, daß unter den Soldaten die Ebolera wüte. Tie Türkei un& Persien. Wien, 17 Nov. lEtr Frkft-1 Tic Korrespondenz Nun-dsärou erhält über Konftontiiiopel sotg.udc Ftiformattvn: Zwischen der o 1 1 o in o it i s che ii Ne g > e ru n >f und dem ehcttmligen pe rs t- s n, e it Gesandten in Konstouturope!. Prinzen N > za , der i» einer peheiiiiett Mission der persischen Regurnng in der Türket weilt, schweben Verhanditintie.i über den Abschluß einer türkisch- persische» Union, die bereit» alu in g ü it st > g e m Simvc beendet gelten dürsten. Was der Krieg kostet. b'ttglattdö Geldbedarf. London, 17. Nov. (Wd. Nichtamtlich.) Tail» News ei saurem t Tie Regierung beabsichtige, eine Kriegsau leih e it' Höhe von 5 0 (( M ili ioneit Pfuitd Sterling (10 Milliarden Mark) veranszubringen, die in zlvei gleietten Teilen emittiert werden soll, Tie französischen lKriegokosten. Pari», 17, '.llov, (Ctr, Frkst.) Tas Echo d». Paris berechnet die bisherigen K r i e g s a u s g a b e n Frankreichs auf 5t/o Milliarden Franken. , Tie neuen deutsche» .Kriegökrcoite. Dem Neichstog wird bei icinan Zusirmmeutritt eine neue Srirgskredit-Vorkoge lugehcn. Es handelt üch abermols um eine Summe von fünf Mtltiard « u N! o r k. Der Vorlage wird eine' Deukichrist beigeftig! sein, die einen »cderblick über die Krtea»- foftett bieten soll Tie bulgarische Losialdemokratie und der Kriea. Das Zeutrallomilcc und die Parlouicutsgruppc der Sozial- deiuokratischeu Arbeiterpartei Bulttarieus (svpenannte „Eug- herztge") erließen einen Ausruf au die Arbeiterschasi Vulgariens, welcher in dem Parteiorgan Arbeiterboie vom 24. Lkiober/l>, November veröffentlicht ist, Ter Ausrus schildert zmtächft die Schrecken des europäischen Krieges und führt dessen Ursache auf die Eiitwiekluitg des euro- pätscheu Kapitalismus und den Actilans der Bourgeoisie um Macht und Bcreichcruitg zurück. Dann kommt der Aitsrus aus die Stellung Bulgariens zu sprechen, wobei solgendes mit einigen Ktir- zuugc» ausgcsühri ist: »Aber die Austislcr des europäischen Krieges sind mit besten Ausdehniiitg noch nicht znsriedcn. ,)hr sehnlicher S'unsch ist, den Brand ans sämtliche Völker Europas zu übertragen. Sie scheuen keine Mühe, um die noch beiseite stebeudcu Völker in de» Krieg hnieiiizuziehen, Versprechungen, Bitten, Drohungen — alles wird in Anwendung gebracht. Besonders freigiebig in dieser Hinsicht sind die Kämpfer »siir die Rechte kleinerer Nationen" — die eng- tiichen Zmpcrtalisteii und „die Befreier de» Slaveniitms" — die russischen Galgen Meister. Sie versprechen und verteilen srcmdc psiider, „Von ihrer Z ä r il i ch k e i t ist auch unser Heines Land nicht verschont geblieben . , Tie verloikensteii Angebote werden uns gemacht, die ichönften Perspckiiven werden ansgcmali. Aber die An ft ist er des europästcheii Krieges wirken nicht allein, sic haben bezahlte und unbezahlte Agenten hier, in Bulgarien, welche in geschickter Weise die bulgarische Bourgeoisie an- urcizen juchen, au, politische Vorurteile spelulicren und den Aberglaubcu der Vollsuiasic auSnutzen, Tas Ziel ist, Bulgarien in de» Krieg au der Seite der einen oder der anderen kricg- sührenden Partei zu bringen unter dem V o t u and der Ver- wirllichititg bulgarischer iiativiiaier Zdcaic, Besonders regen sich in dieser Beächung die Rusiophilen, Agenic» des russischen Zarismus in uitscreni Lande , , , Tas unklare Gesiihl und d>e poliiilche Naivität der Bollsmasie sich zunntzc machend, spielt die rusiophile Partei die Rolle des „Agent-prooocaicnr" lind des Totengräbers der Voiksfrciheit und der Unabbängigkcil^ Nicht höher sind die Agenten des Treibundes einznschätzen. Sie kitzeln die Appetite der bulgarischen Bourgeoisie , , , und bereiten das Grab für Bulgarien, Tic einen wie die anderen verraten, ,tür Rußland und Deutschland, siir Oesterreich. England und Frankreich bat das bulgarische Volk nur einen Wert — den Wert d c» Kanoncnfntiers, Ans Bulgarien blicken sic alle nicht wie auf einen Glcichbercchiigicn. sondern nur wie aus ein Werkzeug, da» nur bis zu einem bcsiimmten Moment gebraucht und im letzten Augenblick nicht mehr gebraucht wird. Keine von diesen Mächten hat das kleinste Zntcrcste an der Schassuitg des Groß- Bulgariens, an der Förderung und Verwirklichung der naitonalen Fdcalc der bulgarischen Patrioten" Aus diesen Gründen rnsi die Partei die Arbeiter ans, der Agitation für den Krieg energisch enigegenzu- wirken und siir die Beibehaltung des Friedens mit allen Mitteln einzulrelcn. . . ... Die andere Fraktion der bulgaritche» Lozialdemotratic ld,c Weitherziaens scheint den Standpunkt .zu vertreten, daß der gegenwärtige Moment s-br wobl geeignet erscheint slir die Rilckttahme des an Serbien kraft de- Bntarctier Friedens zugcsallcnen ^cilc-- von Mazedonien. Wie man sich hierzu auch stellen '.nag, es muß hcrvorgehoben werden, daß dieser Standpunkt der .rrattion ^der „Sieitherzigen", wie nicht anders zu erwarten wäre, auf ,eden ,e°ii TiifjliinMeiuMirfj ift. Ter obengenannte Arbeiterbote bringt Zitate aus den Organen der Weitherzige». To schreibt das Blatt Das Volk, das; der gegenwärtige Moment Bulgarien die Möglichkeit gebe, ohne Opfer und ohne Risiko Mazedonien anzuglicdcrn. Auel; daS andere Organ. Der gegenwärtige Gedanke, druckt sich, nach dem Organ der „Engherzigen" zu urteilen, noch entschiedener für d:r Verwirklichung der nationalen Ideale aus, Neutrale Friedeuevtrmittllln.i. Unter dem Titel: „Ist eine Vermittlung möglich?" schreibt das Amstcrdaiiler Allgemeine Handelsblad ani U>. November unter anderem: „Sollte jetzt nicht der Augenblick gckonimen sein, das zu sagen, was gesagt werden mutz? Zwei Länder dürfen dies tun: Holland und die Vereinigten Staaten. Niedcrland, weil es keine Feinde hat und seit Jahren den Mittelpunkt oer Entwicklung und der Hand- habe des Völkerrechts bildet, die große Ncpublik, weil sie durch ihre geographische Lage und die Haltung ihres Präsidenten den Argwohn der Streitenden nicht wecken kann. Beide Länder dürfen ihre guten Dienste an bieten; der Augenblick dazu ist günstig. Der hiesige Gesandte der Vereinigten Staalcn, der sich während der Kricgsmonate uti- serem Vaterland aus so vielerlei Weise verdienstlich gemacht hat. und der auch weiß, lvas Europa jetzt leidet, ist auf deni Wege nach Washington wo er das volle Vertrauen seiner Regierung genießt. Unsere Königin ist in Amerika geehrt und oolkstümlich, unser Minister des Aeußcren ist in der Republik allgemein bekannt und geachtet. Könnten die beiden Regierungen unter diesen günstigen Umständen sich nicht zusammentun, um eine Verinittlung anzubieten? Eine so günstige Gelegenheit wie jetzt bietet sich sicher nicht wieder, und koinniende Geschlechter würden verkündige», daß es Niedcrlands Königin war, die den hohen Mut hatte, das erste Wort zu sprechen, dys den Völkern Europas zuni dauern den Frieden wies." Ter Papst über Italiens Neutralität, Rom. 17. Nov, (Etr, Frist.) Ter Leiter der Florentiner Unit« Cattolica hatte eine Unterredung mit dem Papst, deren Inhalt an der Spitz« des Blattes verästentlicht wird. Papst Benedikt erklärt, er wolle um jeden Preis an der Neutralität sest- hokkcn. Er bitte Gott, die Tage der Schmerze» für die Völker abzukürzen. Er sordert alle Katholiken aus. sich mit ihm im Fricdens- werk zu vereinigen. Nenne Zeitung, kein der Kirche getreuer und gehorsamer Katholik dürfe für die Erklärung des Krieges an irgend eine Macht etntretrn oder den Heiligen Stuhl in der gegenwärtigen Stunde in Verlegenheit bringen Ties« neue Erklärung des Papstes entspricht der bisherigen Haltung, der strengen Ncntnalität mid Friedensliebe des Vatikans und stellt vor allen, eine Warnung an die italienische katholische Presse dar, sich nicht an den Kriegetreibcreien zu beteiligen. Der Burenausstand. Amsterdam, 17. Nov. (Priv.-Tel. der Franks. Ztg.) Aus Pretoria wird durch Reuter gemeldet, daß General Tewel an Einfluß verliere, sehr entmutigt und überdies leicht am Kops verwundet sei. Weiter beißt es, daß eine Anzahl Aus- ständischer keine Waffen bcsäyen oder Mangel an Munition hätten. Täglich ergäben sich kleine Trupps von Alsfständi- schcn. — Diese Mitteilung wiederholt das aus dem Buren- kricg her bekannte System Reuters, nach dem auch dauialS fast alltäglich gemeldet wurde, daß General Tcwet entweder in der Falle sitze oder bereit sei, sich zu ergeben. Wichtiger ist folgende Nachricht: Aus verschiedenen eng- lischen Lagern komnit die Nachricht, daß ein deutscher Flieger über den Stellungen der britischen Strcitkräftc manövriert, die den Einfall in Deutsch-Südwestafrika unternommen haben. ,Einc Anzahl Schüsse wurden ans diesen Flieger abgegeben, jedoch ohne Erfolg. Bon dc» Russen ermordet. Ter Vorstand des Bauarbeiterverbandes in Tilsit hat an den Vcrbandsvorstand solgendcn Bericht geschrieben, den wir den, Grundstein entnehmen: „Berte Kollegen! Hier sende ich einen kurzen Bericht über die Ermordung des Kollegen Schack. Als gm 12, Scpteinbcr unsere Truppe» in Tilsit wieder einriicktcn, wurde etwa 51)00 Russen der Rückzug nach Rußland abgcschnitten, indem die Brücken sofort besetzt wurde». Tie .zogen sich nach Splitter und Schillgallc» zurück und verschanzte» sich über Nacht. Am Sonntag morgen singen sic an, die Häuser abzuiuchc» und suchten sich die Männer und auch ältere Minder heraus. Hier waren es unser Kollege Schack »nd dessen Schwiegervater, die beide zusammengebunden ivurden: dann unser Kollege MpglaS »nd dessen 1-ljühriger Sohn, die aber einzeln Afraja. Et» nördlicher Roman von Theodor Mügge. 116 Am nächsten Tage trat der junge Gaardhcrr beschwerten Herzens seine Rückreise an den Balssjord an. Kein einzige- Augenblick halte sich ihm geboten, um Jlda auch nur ein vertrantes Wort des Abschiedes zu sage», und. wenn dieser sich geboten hätte, welchen Wunsch, welche Bitte konnte er ihr noch zurücklasscn? — Es war ein trüber, dunkler Morgen, als sein klinimendes Pferd das hohe Fjeld erreichte. Alle die einzelnen, narbig runde» Felicnregel, welche auf dieser trüinmervollen Ebene wie Buckeln aus einem spaltigen Schilde stiegen, waren mit grauen, schweren Nebelkappen umhüllt. In der Ferne wälzten sich gewaltige Massen über die Bcrggruppcn hin, und alle die heidnischen Götter und Hexen schienen darin uniher- zuwühlen und Nebel. Wolken, Luft und Sonnenschein durch- einander zu mischen. - Es stand eine Wetteränderung bevor. Die Sonnen^ugel konnte nicht mehr durch die Dünste dringen, die kalt und naß den einsamen Reiter ansielen. Ein erfahrener Mann würde nicht ohne Besorgnis alle diese Zeichen bemerkt und, io viel er vermochte, geeilt haben, Marstrand aber kllmnicrtc sich wenig um das Wetter, nur dann und wann sah er nach Merkzeichen und Richtung umher. Ans sein heißes Gesicht fielen besänftigend die eisigen Schauer nieder, und sein banges Herz beruhigte sich darunter, — „Niemals," sagte er zu sich selbst, „will ich antasten, waZ inir verwehrt ist; niemals will ich inchr den Frieden dieses Mädchens stören, die mich mit Recht verwirft, weil die Stimme der Pflicht stärker in ihr ist, als die Stinunc ihres Herzens. — Und weiß ich denn, ob sic mich liebt?" fuhr er fort; „l>atte ihre Lippe jemals ein Wort gesprochen? Hat sic mich nicht zurückgestoßcn, und hem, noch heut, als sic mir Lebewohl sagte, ist ihr Gesicht nicht wie dieser harte, cmpsindnngsloie Stein geblieben? — Und dennoch," rief er plötzlich so laut, gebunden waren; außerdem noch zwei Männer, ebenfalls gebnnbcn. Diese sechs wurden dann in einer Reihe hingcitcllt und nun wurde geladen. Unser Kollege Myglas bat den Offizier, er möge doch nicht schienen lasten. Daraus gab der Lssizier dann das Kommando: „Mit Anlaus stechen!" Als die Russen ans uns znliesen, konnte Kollege Myglas noch eine Wendung mache», so bas; der Stich durch den Arm ging und ein zweiter seitwärts in den Rücken. Er lief dann mit seinem Sohne davon und entkam. Beide Stiche sind nicht gefährlich. Die übrigen vier wurden aber durch zehn bis fünfzehn Stiche ermordet. Znm weiteren Morden hatten die Russen dann nicht mehr Zeit, weil sic inzwischen schon von unsere» Truppen umzingelt waren und Stellung nehmen mutzten. Nach einem hcsiigc» Gewehr- und Gcschützfeuer ergaben sic sich dann um VAi Uhr vormittags. Wir verlieren in Schack einen tüchtigen Kollegen. Uns alle hätte aber dasselbe Schicksal getroffen, wenn unsere Soldaten nicht noch zur rechten Zeit gekommen wären.» Denn die Rüste» halten schon den Befehl erhalten, die Stadt in Brand zu setzen und alle Männer umzubringen. Sic konnten aber ihre Schandtaten nicht mehr ausführe» . . ." Ber clluugsniai,«ahmeil gegen Nnf;land Das Hamburger Fremdenblgjt hat an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. Jagow, folgende Anfrage gerichtet: „Veranlasst durch dauernd« Ansr-vgen der Bevölkerung bitten wir Euer Erzellcnz uni Auskunft darüber, ob auch wegen der Deportation deutscher Gefangener nach Sibirien und ihrer grausamen Behandlung Mahnahmen in Aussicht genommen sind zur Fcstnohmc der Russen in Deutschland und ob für diesen Fall für die Tentscki-Rusicn, Pole», Finnländer und Juden Ausnahmen zugestanden lverde» sollen." Daraufhin hat das Hamburger Fremdcnblatt vom Auswärtigen Amt folgende Antwort erbalten: „Der Standpunkt der deutschen Regierung ist in dem Artikel der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 0. November näher dargelegt. Die Verbringung de Micher Gefangener »ach Sibirien und ihre Behandlung wird dllrch den amerikanischen Vertreter untersucht. Von dem Ergebnis werden weitere Matznahmen der deutschen Regierung abhängen." Weiter hört das Hamburger Fremdenblatt von zuverlässiger Seite, daß man der Anregung in der Presse, bei stwaigen Vergeltungsmaßregcln Rücksicht zu gunstcn der Deutsch-Russen, Polen, Finnländer und I u - den zu nehmen, an maßgebender Stelle wohlwollend gegenüberstehe. Ter Segen der billigen russischen Arbeiter. In den letzten Jahren ist in Ostpreußen eine lebhafte Spionage für Rußland getrieben worden. Welche Wege dabei eingeschlagcn worden sind, beweisen folgende Fülle: Als ein russischer Kriegsgefangener durch die Jnstcrbnrger Gegend geführt wurde, sagte er, daß er diese Ortschaften gut kenne, da er hier als Arbeiter beim Chausseebau beschäftigt gewesen sei, wobei russische Offiziere als Schacht- in c i st e r fungiert hätten. Als die Russen in Bersch- k a I l e n (Kreis Insterburg) waren, sprach der russische Offizier zum Geistlichen des Ortes: „Guten Morgen, Herr Pfarrer!" Als ihn der Pfarrer erstaunt fragte, woher er ihn kenne, antwortete der Offizier, daß er vor drei Jahren, als die Nonne in Ostpreußen gehaust hätte, längere Zeit in Ostpreußen mit russischen Arbeitern sich als Holzfäller ansgehalten hätte, um die militärischen Verhältnisse auszukuud schastrn. Damals habe er sich auch in diesem Orte ausgehalten und den Pfarrer kennen gelernt. bine drinapude Mabnnna an t>‘e Beamten l>c> einer erneuten russischen Invasion nicht die Flucht zu ergreifen, erläßt der Bürger,neister von Insterburg. In eine», Erlatz sagt er, cs sei Psticht der Beamten, auf ihrem Posten zu bleiben. Tie Stadt im Falle der höchsten Not im Slichc zu laste», sei für den Beamte» ebenso schimpflich und entehrend, als wenn ber Soldat leine Truppe im Feuer verlasse. Wer seinen Posten vcrlasic, verdiene wegen Feigheit standrechtlich erschossen zu werden. Jedenfalls habe er sein Amt verwirkt. Bei dem ersten Russcii-einsall in Insterburg waren ein- Reihe Beamte „abgereist", darunter auch der Oberbürgermeister, der inzwischen pensioniert worben ist. Militärbehörde und -Höchstpreise. Eine Strafkammer in Hamburg hat vor einigen Tagen einen Händler von der Anklage, die vom Generalkommando festgesetzten Höchstpreise überschritten zu haben, srcige'prochcn. TaS Gericht batte angenommen, daß da? Generalkommando zu der Festsetzung von Höchstpreisen nicht befugt war. Gegen diese Ansicht des Gerichts wendet sich nun eine anscheinend offiziöse Auslassung mit folgenden Gründen: daß das Pferd davor erschrak, „dennoch liebt sie mich! Ich weiß es, ein Blick in ihre tiefen Augen und diese welken Blumen sagen es mir." Er zog den Strauß hervor, den Jlda ihm geschenkt hatte, und betrachtete ihn, plötzlich aber verbarg er ihn wieder, denn es kam ihm vor, als höre er hinter sich in der Ferne einen Schrei. Als er sein Roß anhielt, glaubte er im Nebel an einer Felscnrcihe eine Gestalt zu erkennen, die ihn, winkte, und zu seiner Verwunderung erkannte er bald den greisen Priester, der rüstig schreitend näher kam. Klaus Horuemann in seinem schwarzen Ueberwurs, dem grauen, breitgekrempten Hut, den Ricnienschuhen und mit dem langen Pilgcrstocke war das Bild eines Predigers in der Wüste. Auf seiner Schulter trug er einen Lcderranzcn, und freudig lächelte der mutige Greis, als Marstrand ihn tadelte, bei so drohendem Wetter Oercnäesgaard verlassen zu haben. „Mein lieber Freund", sagte er, „wie müssen alte sorr, wenn der Herr uns ruft, und sind Sic den» nicht selbst aus- gezogen, um Ihre Pflicht zu erfüllen? — Ihre Gegenwart hatte mich bewogen, bis heute in der ersten Frühe dort unten auszuhalten, wo ich jetzt nicht gern lange verweile, nun aber denke ich einige Tage bei denen zuzubringen, die mich mit Jubel empfangen und welchen ich Trost zu bringen vermag." Marstrand war abgcsticgcn und bot deni alten Pilger sein Pferd an, allein Horncmann schlug es aus. — „Setzen Sie sich auf", sagte er, „weit werden wir nicht zusammen ziehen. Ich muß mich bald zur Rechten wenden, wenn ich zu den vier Familien gelangen will, die aia Ulvsfjord ihre Tiere weiden, Sic dagegen nillssen zur Linken hinauf, um mitten über den hohen Sattel des Fjclds zu gehen, .damit Sie Ihr Haus bei guter Zeit erreichen." — Er drückte das Wasser aus seinen langen weißen Haaren und fuhr daun in seiner milde» Weise fort: „Seit vierzig Jahren wandle ich nun hier umher, und die Kraft hat mich nie verlassen. Der Herr hat mich erhalten unter vielen Stürmen. Mit diesem 0 flOtli ijlt- M» j-rzt 1») ijfti jm 5, o Jim •(iniin 1 jiori tan w sußer Mer nftjUlljJ' Jen 3 im. Mw, s' M ä „Nach bei» Reichsgesetz vom -!. August b. I. üvcr Höchsts sind allerdings die Landcszentralbehördcn iiher die von lb, bestimmten Behörden mit dem Erlatz der erforderliche, > ordnungen betraut. Aber durch das Gesetz über den Krst^ stand sind die Generalkommandos zuständig für alle Ben nungcn zur Ausrechtcrhaltung der öfsentlichcn Ruhe und 3^ heit. Wie Vorgänge in vielen Orten Deutschlands bcw-jj steht fei Kriegsausbruch die Höhe der wichtigsten Vebcnötto mit der öfsentlichcn Ruhe und Ordnung in engem Znsann, hang, denn aus Märkten und in privaten PcrrausSstcllcn {, mehrfach wegen zu hoher Preise zu Krawallen .zwischen Hänil und Käufern gekomnicn. Hier war also die össcittliche Lrd«, erheblich gefährdet. Das zuständige Generalkommando l», also unzweifelhaft zur Vermeidung solcher Vorkommnisse sj nahmen treffen, z„ denen auch die Festsetzung von bestin,» Grenzen für Lcbensmittelprcise gehören dürfte. Aber auch, das, cs zu derartiacn Störungen der öfsentlichcn Ordnung Io, kann ein Generalkommando sich wohl veranlatzt sehen, üb« Höhe von Lebcnsmittelpreisen eine Entscheidung z» tttj wenn durch unberechtigte Preisscstsctznngcn die Gefahr \ gehender Erregung weiter Volksschichten besteht. Es wird > hin für die Frage, ob das Generalkommando befugt ist, Hz preise sestzusetzen, wesentlich aus den Anlatz dazu und die z der Bekanntmachung ankommen." Die Regierung beschäftigt sich gegenwärtig mit Prüfung dreier Angelegenheit, sodaß bereits in den niick Tagen eine Enrscheidnng zil erwarten steht. Schamloser Wucher. Wie die Nummer Ist der Deutschen landwirtschastli Genosscnschaftspresse mitteilt, ist im KrciSblatt für Czarir lProvinz Polen) folgendes zu leien: „Es sind wiederholt Fälle bekannt geworden, in denen iviffcnlose Geschäftsleute vorgcschwindelt haben, die fH kämen nächstens hierher, würden plündern, senge» und alles stören, und aus diese Weise ängstlichen Gemütern ihre verWiikw lichen Erzcngittsie, namentlich lebendes Vieh, zu Preisen I unter dem Werte abgeschwatzt habe». Wer auch nur M Funken geschäftlicher Einsicht besitzt, wird auf solch g, P 1 ■ Schwindel nicht Ijercinfallen. Man wendet sich aber mit Voi»i"'^ an alleinstehende, ratlose Frauen, die in ihrer Angst seiet mod. Lügen Glauben schenken." ljn der k Der Landrat des Kreises Maricnwerder erläßt i JUt p, stehende Bekanntmachung: L ier 2 „Es ist fcstgestellt worden, datz von gcwisienlose» Hänt,^^ den ostprcntzischcn Flüchtlingen Vieh, Pferde und sonstige weit unter dem Preis abgekauft worden sind." Der Landrat des Kreises Kosten sieht sich zu einem lichen Hinweise genötigt: „Wie mir zu Ohren gckonimen ist, nützen Fleischer Kriegszustand aus, um von bäuerlichen Besitzern, die vor »iiiliche, i Kriegslage ivcnig Kenntnis haben, billiges Fleisch zu » So soll z, B. für ein Kalb 10 Psg, für 1 Pfund Lebend«, geboten und gezahlt worden sein. Ich weise die betreff Besitzer an, Schädigungen dieser Art sofort bei der zustän Ortspolizeibehördc anzugebcn, damit gegen die betreff Fleischer rechtlich vorgegangcn werden kann." Weiterhin erläßt der Fcstungskommandant von Me vurg, Wcstprcuße». folgende Verfügung: „Den Viehhändlern Mojes »nd Siegfried Altgcnu Marienburg, Langgasie, wird für die Dauer des Kriege! Gewerbebetrieb lVichhandel und dergl.) nntcrsagt. Mvsc> genug hat in wucherischer, eine derzeitige landwirtfcha Notlage ansnutzender »nd die Ocfentlichkeit gefährdender einen umsangreichen Vichkaui abgcfchlasien unter ivahi widriger Zusicherung einer später von der Militürvermalt» zahlenden Entschädigung. Im Falle einer Zuwiderhan haben sic zu gewärtigen, sasort in militärische Ticherheitsho nomnicn zu werden," Aehnliche Nachrichten liegen auch aus Bayern lieberall taucksim die tviderlichen Hyänen des Schl«b auf, die sich an der allgenieinen Volksnot schamlos berti Tic Presse aller Parteien unterläßt auch nichts solche Fälle, wen» sie bekannt werden, die dolle SchaW Entrüstung auszugießen. Leider aber bat der gröW von ihr den Vorschlag der sozialdemokratischen Presse, Kriegsgeschäftemachcr durch eine entsprechend radikal, I stcucrung an ihrem empsindlichsten Punkt, dem Gcldb! zu treffen, keinerlei Berücksichtigung geschenkt. Wer csl mit der Entrüstung meint, darf sich nicht aus leere R, arten beschränken, sondern muß unserem Vorschlag z men, der den Wucher an der Wurzel treffen will. Xer : t-K 36 .6 TSeftFIanb' [ den < ! Sic T Itrgeitellt, tunet e Sjulter a Tier Mail Mia Ser Stutidj «roßcr wiS der ( bird jetzt itigt, d, Akichscl i , J(t i Auichis, Satt «hc jit j iSaljcno I Wh i SUi I, •nliüt S »Sstroc Wtoit, '>« h *»nj JW i| 5“'i* Ai!«, Alldeutsches. Die Ortsgruppe H a m b u r g des bandes hat sich folgende Anfrage an geleistet: Alldeutschen das Auswärtige I ata i* 4|. Stabe in der Hand bin ich weiter gekommen, als ein mich tragen könnte, darum will ich ihr» auch jetzt vert »nd nun zögern Sic nicht, denn wir dürfen beide nicht säumen." So svreckiend ging er voran und zeigte Marstra» seine-Rüstigkeit nicht abgcnommcn hatte; ja, er fco rascher vorwärts als sein berittener Gefährte und seine Schritte mäßigen, wenn das Pferd vorsichtig und sani über die Steinniassen treten mußte. Beim Geh, zählte er inanchcrlei, und einige Zeit verweilte er nii liebe bei feinen armen Pflegekindern, die jetzt in der nähe damit beschäftigt waren, sich für die Märkte un den Winter vorzubereitcn. Was er'Marstrand davo teilte, ward nicht ohne Teilnahme von diesem gehört alte Mann entrollte vor ihm mit Lebendigkeit ein B Hirtenlebcns in dieser Wüste, dann fügte er hinzu: alles werden Tie selbst noch oft mit eigenen Augen Wenn der alte Klaus nichts mehr zum Schlitze bei lasseuen tun kann, werden Tic seine Stelle cinnehmc eilte wenigstens wird Tic dafür segnen und im Gei Ihnen sein." „Diese eine", antwortete Marstrand, erregt von Erinnerung, „bedarf mehr des Schutzes vor ihrer derber», wie alle anderen." „Nein", sagte der alte Man», „mit ihr ist der Hc Seele ist rein, ihre Feinde werden nichts vermöge habe beute noch, che ich ging, sic gesehen, Ihr ganzes und Wesen lag vor mir wie ein klarer Bach, der bis z> sten Grund durchsichtig ist. Jlda wird niemals »n sein, denn ihr Herz ist stark und ihr Mut ist ein Feist ihr Schmerzen macht, ist der Kummer, daß ei» Ma»n- tcncr ist, nicht so standhaft sein könnte wie sie selbst.' istali 0titi ’%ic i%(c Wc, Ulllt; M Ul „Sie dachte Johann. an mich und sprach von nur r?" lFortsetzung folgt.) s % ''th* dit? $ ' Set, 'm löicii f, %8 Wanbo, "’I l;-.s: r - Sbcr q„ Jbjimij Ich». . 8 i» 'Mt . *SS IDi IU«> iit, unb bi, tlifl 1 de,, tut (J W ’• >n btj *, iit n und aE> II ihtt g, ,J Steiiti iu4) mit ui I-Ich »tt mit & :t Slnjit ciliitz itloitn hj id ionin« iu tinnt n ?,ltii« m, iit i leiiifl ju id i'ttai iit 1'tlTt dti tuill iit btttt i! l'on J. ci Sllutr dt» Sutpe cc ?i'c . > tmrr.t!'. jmmiri" .\ffltli' ■ tvu-r i l ltlÜCr !" la' 1 nie l- ik”: fti :.ci: »i toil* Still >'» t. ß« ui Itet f will- „Tie unmenschliche 'WefjcnMuiifl unserer gefangene» VolkS- genossen im feindlichen Auslände hat in den weitesten Kreisen Hamburgs furchtbare Erbitterung erregt, die Massnahmen in Ruhleben erscheinen »ns nicht als eine euisprechende 4tcrflcltuni\ ganz abgesehen davon, dass diese Vergeltung viel ,u spät gekommen ist und Franzosen und Russen bi» jetzt nicht l-elrossen hat. Was gedenkt die Reicheregierung fortan u in», um dieser planmässigc» Ausrottung unseres Volkstums durch wirksame Lergeltungc-massregeln ei» für allemal Halt zu gebiete».-" Tas Auswärtige Amt wird den Hamburger Rache geistern ; m beiten gar keine Antwort gebe». Tic Alldeutschen sind eine kleine, völlig bedeutungslose Gruppe, die inan nur ini Ausland anscheinend noch ernst nimmt. Wie der Strieg auf die Gehirne dieser Leute gewirkt hat, geht wohl nn besten aus ihrer zur Schau getragene» Angst vor der .planmäßigen Ausrottung unseres Volkstums" hervor. Von der LLest'ront. Nur „och etlvas t»cd:r!d. Rom, 18. Nov. (T D. P.) Von den militärischen rari- verständigen der holländischen Presse wird überein- l i m in e n d behauptet, daß die Lage der Verbündeten n Nordirankrcich eine sehr u n g ü n st i g c geworden ist. Ran weist daraus hin, daß die Verbündeten nur noch den ußersten Wcstzipfel Belgiens von Nicuport links ■er Äier halten und daß die Tculichen bereits mit frischen Rannschiasten i m m c r weiter v o r st o ß e n , ohne dtzx s den Verbündeten niöglich sei. srische Truppen heranzu- iehen. Tie Engländer und die Franzosen, die an der U'er leben, sind bis a u s d a S äußerste erschöpft und urch st r a n k h c i t, namentlich der Atmungsorgane, dezi- nicrk. Während der letzten 8 Tage muhten täglich H u n> crte von Kranken nach Tünkirchen und Calais ge- chasst werden. Am schwersten haben die farbigen Hilfsruppen unter den deutschen Angriffen gelitten, da sie in er niodernen Kriegssührung nicht genügend bewandert sind, zn der holländischen Presse neigt man immer mehr der An- icht zu, daß nach Wiedereröffnung der Operationen n der User der W i d c r st a n d der Verbündeten binnen ocnigcn Tagen zu sa in menbrechen wird. Der Times-Korrespoiident in Norösrankreich meldet: Es hat esst 30 Stunden ununterbrochen geregnet. Die Laiidstrasseii in ssestslandern, die meist nur in der Mitte gepflastert sind, bieten us den Zeiten nur schlüpfrige Pfade. Cs besteht grosse Gefahr, ass die Truppen die Lausgräben verlassen miissen. Man tut alles tägliche, die Lage der Truppen zu erleichtern. Die Schützengräben oerdcn mit Pslihlen gestützt. Rinnen zur Wasserabsnhr werden »gestellt, die Gräben mit Ttroh und Holz ausgeleg«. Inzwischen egnet es uuaushörlich. Die sranzüsischen Zvldaten kämpfen öchulter an Schulter mit den Engländern, um Aper» zn verteidigen. Die russische Niederlage im Anslande. Mailand, 18. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Corriere >ella Sera verzeichnet in fetter Ilcberschrift die siegreiche icutsche Offensive längs der Weichsel, deren iroßcr Erfolg am beste» an der Zahl der Gefangenen ind der erbeuteten Geschütze zu niesscn sei. — Im übrigen vird jetzt auch von den italienischen Militärkritikern be- tätigt, daß die dcuti'chc Gegenoffensive rechts und links der Deichsel den russischen Aufmarsch vernichtet habe. Belgrad vor dem Aalt. Der Kriegsberichterstattee des Berliner Tageblattes aus dem iiterreithilch-ungarisch-Ierbischen Kriegsschauplatz meldet seinem Platte aus Ujvidek: , Zur gleichen ^eit, als die ästerreichisch nngaeijche» Truppen n Baljrvo einzogen, erschien in Belgrad ein österreichischer Parla- nentär und wiederholte die Aussorderung zur tlebergabe der Stadt Der litommandaiit der Belgrader Festung erbat eine ein- itiindiqe Bedenkzeit. Al« diese Frist abgelausen war, ohne dass eine Antwort erfolgt wäre, wurde von der österreichisch-ungarischen Artillerie, die aus dem Donan-llser bei Semlin Ausstellung genommen hatte, und von den Donaumonitoren ein verheerendes Feuer aus die bereits mitgenommene Stadt erössnet, das namentlich den össentliche» und militärischen Gcbänür», soweit sie noch stondrn, galt. Die Beschiessung ries in Belgrad Panik hrrvor und richtete surchtbare» Schade» an. Der Fall Belgrads ist nun täglich zu erwarten. Cf Truck auf Bulftarieu. beide i»* Sofia, 18. Nov. Unter dem Drucke der türkischen Gefahr hat nun auch Grey, diesmal von Sassanoff unterstützt, eingegriffen, um Bulgarien für den Dreiverband zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird auf Serbien ein Truck aus- geiifat, damit der bulgarische Teil Mazedoniens jetzt noch an Bulgarien abgetreten wird. Ilm diesen Preis glaubt man Bulgarien dafür gewinnen zu können, daß es den Russen seine Aniiee zu einer Operation gegen die Dardanellen zur Ver- 'ügnng stellt. Jedoch ist, so verlautet, eine Mithilfe Bulgariens gegen Oesterreich-Ungarn ausgeschlossen. io,«; ric u« ml Beim “ '' *t i" M ,. -MN-- riind ^ lein Kl ct 8 '" „ iSlä 1 -n J m 7[f)llS C ' ic e'% h i 1 ” 1 c rrC8 cot ¥ i vcE c"i Saf .-teil™ e l lt 1 t)0l> Der Aufstand in Aegypten. ftonstantinopel, 18. Nov. fVX'. li. Nichtamtlich.) Tas Blatt ruran erklärt: Ta die ägvptischen Liberalen Iran der Massnahme» der Engländer schon seit langer Zeit alle Vor- ^^eeitungen für einen allgemeinen A » s st a » d ge lrossen haben, wird dieser sofort beginnen, sobald die Nachrichten von der Verkündigung des Heiligen Krieges nach Aegypten gelangen werden. Tie engli'chen Truppen in Aegppten reichen nicht hin, u« einen solchen Ausstand >u unterdrücken. Tie Bevölkerung des Sudans hat sich bereits erhoben und dringt gegen Norden vor. Tie eingeborenen ägvptischen Ossiziere und Truppen, die nach dem Sudan verschickt worden sind, locrden sich der Bewegung anschlicsscn. Andererseits nähern sich die Senussi der Grenze Begvptrns. Bclchics;ung vo„ Lmyrna. Mailand, 18. Nov. Ter Tampser „Bisagno". der in ^tindisj angekomuicn ist. brachte Nachrichten über den Beginn der Beschießung von Smyrna. Ein englischer Torpedo- Inger befahl deni „Bisagno", den Hafen zn verlassen »nd begann sodann die Beichießling. Während der Abfahrt sab inan "och von dem italienischen Tampser ans, wie ein türkisches Segelschiff nntcrging. Dcrqcltungsmasjttahme« ge'c» Kranen? , flogen die von England betätigte Einsperrung von dcut- -U'en Personen weiblichen Geschlechts sind, wie die Rundschau vsfahrt, durch Vermittelung einer neutralen Macht nochmale- oio schärfsten Schritte in London unternommen worden, von deren Ausgang cs abhängt, ob nicht Deutschland zu gleichet! Vergeltttngsmaßnahmcn aua'i gegen die zahlreichen sich in Tentschland aufhaltendcn Engländerinnen scbreitcn wird. Tcr Bnrcna' fstaiid. Rach deni Bericht eines englischen Blattes soll ttzcncral Dewct den vtcneral Herhog gcsangen genommen haben, weil diesee ihn zur Unterweisung unter die Regierung zu überrede» versucht habe. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Die Znkllttft des hcsstschci» Lallvtaqs. Am Montag ivaren die Fraktionkvertretcr sämtlicher Parteien der Zweiten Kammer in Tarmstadt beisammen. Unter deni Vorsitz des bic-bcrigen Kanimerpräsidenten Ober- bürgeruicister Köhler-Worms wurde darüber beraten, ob es niöglich sei, die iin November fällig gewesenen, von der Regierung aber wegen des Krieges vertagten Erneucrungs- wahlcn noch wäbrcnd des xrieges stattsinden zn lassen, uno zwar ohne Wahlkampf ans Grund deS bisherigen Besitzstandes der Parteien, oder ob man sich bei der Absicht der Regierung, die Wahlen bis nach dem Friedensschlnsle z» ver- schieben, beruhigen solle. Tie Partciinstanzen der Sozial- deinokratie »nd der Fortschrittler, sowie die nationallibcrale Fraktio» hatten in Vorberatungen bereits sich im Pruizip mit den kanipjlosc» Wablcn einverstanden erklärt gehabt: die Zentrumspartci wird sich morgen schlüssig machen. In- zwischen haben aber die Verhandlungen voni vorigen Montag bereits infolge ausgetretener Sonderwünsche allerhand Schwierigkeiten gezeitigt. Taß solche kommen würden, hatten wir nach der Stellungnahme der Ofsenbacher Zeitung, die unbedingt für Verschiebung der Wahlen cintrat, erwarte'. Wir wollen im Interesse einer friedlichen Wcitcrentlvicklun,i der Angelegenheit — in vierzehn Tagen soll noch eine Sitzung stattfinden — heute nicht die Ursachen der cingctrctcnen Schwierigkeiten untersuchen. Gegenüber der Wormser Ztg. wollen wir nur bemerken, daß die Verhandlungen — wenn sic doch noch scheitern sollten — wahrscheinlich nicht so sehr an den „zahlreichen Anforderungen und Vorbehalten" der Sozialdemokraten, sondern an Fordernngen gewisser Nationalliberaler scheitern würden. Scheitern die Verhandlungen, dann will die Regierung die Erneuerungswahlcn, wie gesagt, bis nach Friedensschluß verschieben. Ob sie das »ach der Verfassung darf, ob insbesondere die Abgeordneten, deren Mandate jetzt der Er- neiierungswahl unterlegen hätten, weiter amtieren dürfen, darüber bestehen sehr erhebliche Zweifel, die ernstester Erwägung bedürfen und an deren Lösnna »ni der versassnngs- recktlichen Konsequenzen willen alle Parteien aus das leb- lfaftestc interessiert sein müßten. Die Weihnnchlspaketwoche. Zur biitgevenixihme der DkihnachtSpakete für unsere strieqcr im Felde werden die PakctdcpvtS der einzelnen Armeekorps in der Zeit vom 28. bis 30. November geöffnet. Es wird daraus hinge- wiese», dass es sich nur um die Scndiuig von Paketen an die im Felde stehenden Truppen handelt. Die Ausgabe von Paketen für die im Fnlanbe stehende» Truppen tBesatzungS- und Ersatz- trnppenj ist bei de» Paketdevots nicht gestattet. Für dies« Trupve» nehmen alle Postanstalten Pakete nach den üblicheit Poftvorichrifien an. Weihnachtspakete könne» als solche dadurch besonders kenntlich gemacht werden, dass üe mit einem grellroten Zettel beklebt, ober mit einem roten Farbstriä, versehen werden. Die Feldpostpakete können ausgeliesert werden entweder mini ittelbar bei den Pakeidepots : in diesem Falle wird keinerlei Gebühr erhoben: oder bei de» Postanstalten: in diesem Falle wird ein Porto von 23 Psg. für iedes Pa'et erhoben. Tie Pakete dürfen böchsten» 5 Kilo wieoeii: Wert- und Ein- fchretb-Pakete lind iin-uiläffta. Leicht verderbliche Waren (z. B. Weintrauben, frisches Fleischt dürfen den Paketen nicht beiaevackt i werden: ebenfowenia sei-eraesährliche Gegenstände fStreichüölzer, Fenerzeuae mit Benzinsüllunal. Die Verpackung muss fest »nd dauerhaft, auch aeacn Nässe widcrslandssäbia sein. Pavp- kartons müssen mit Leinwand umnäht iverdcn. Waren, die tcichr zerdrückt werden können fz B. L'öst, Pfefferkuchen, Flüssigkeitenk sind nur in Kiste» ru verpacke». ES wird ausdrücklich darauf hin- getviefen. dass die Pakeie nicht nur einen wvchenlangen Transport anSzi,halten haben, sondern auch zeitweise einem beträchtlichen Druck auSaesetzt find, da nnaesähr 3000 Pakete in einem Eilenbahn- waqcn vcroackt werden müssen. Ilngcniiaend verpackte Pakete werden nnSne'chlossen. falls sie »erkebentlich an»eno»»ne» worden sind. Der Anbrinaun-' der Adresse ist besondere Ansmerksomfeit zuzuwenden! Bei Kiltei, wird di» Adresse am besten mit Tinte oder Farbe aus den Deckel aefchriebe». Bei in Leinwand eitme- näbten Paketen nmft die Adresse ankaenäht werden: zweckmässig sind dazu die im swndcl erbäitlichen Paketadressen aus Lcininand- »aoier, mit den, übliche» Vordruck für Felbpostlendniigen. Neben dielen anfneschriebene» oder a»foenähten Adressen ist auch die Be- seftiannq der Adressen d"r-ss Anhänger ans Leder oder Leinwand e-"ose>-Ien-wert. Das Aufkleben der Adresse mit Gummi, sseim oder Kleister iit zu vermeide», weil derartige Adressen durch -"enen alweweicht und von p"ä»fe» wäk'rend der Lagerung in de» Valetdepots und auch auf dem Transport abgefressen iverd"» können. Die Bekchretbnng der Adresse. Die Truppen im Felde sind mehrfach und nachdrücklich daraus hingewie-en worben, ihre» Angehörigen die richtige Fe'dadresse mitzuteilen. Es wird dringend davor gewarnt. Aender-ngen an die'-n mitaeteilten Adresse-, vorzunehmen. Bei der Absgssuna der Adressen sind folgende Vunkte zu beachten: a) gh der Trnvocnteil des Ewofänaers eincm^Armeekgrps oder einem Relervekgros oder e>neni Landwedr- korns anaehört. Fn dielen. Fasse mnsi der Adresse stets das betreffende storvs „nd das da,', gehörige Bake'devnt znaessigt werde». Tie Adresse lautet a>'o B: Grenadier Ernst Müller, ö. Kom- »ggn!e. Fnsanterie--"egiwent klö, 25. F»tanter>e-D!n>sso„, XVIII. ArweckorpS Paketdepa, Tarmstadt: ss) ob der Emvsänper einem Trnnoente'l ange>'ört. der weder einem Armeekarvs, noch einen, Re'ervelorpS. noch einem Landwek-rkorvs onaehört. F» die>e„, Fg"c muss die Adresse onker den, Tr»vnenteil »och die de« i-ell.-nde Armee beim. b*c Etavven-Fnlnek,!o» enthalten. Ein Pg'etdevot darf nicht angegeben >->»>->, 01 . Feder Adresse ist h>nzn- znfsigen: gehört keinem Armee- lRe-'erve-. Landwehr-I Karo« an. Die imter st anfgessihr'en Sendungen werden durch die Aossn„stnl, ten an bestimmte Pg'etdenots ge'gndt. deren Orte z—sschen der ldeereSver>nak,„ng ,—d dem Reichsnossomt nereinbart ssntz. Abkürzungen ieder Art sind nerl>g»en. da sie nicht nur a"fhg>»en. sonder,, auch zu .ärrtümern -"nlan »esten. Bei der letzten Pake»gns- l-eseruna w»rde unter anderem folgende Adresse nnraeleot: E. K ft. 3 Fl. 3, da» ,'ollte beite,,: Etanven-Krastsabr-Koloniie 4. Flei'chkolonne 3. Pakete mit solchen A„fschriiten werben znrück- gewiele» oder nickt weiter befördert. Auf jeder Adresse ist der Absender z» vermerken. Die Vaicie sind mit Begleitadresse aufiuliesern. Aus dem Abschnitt dieser Begleitadressc dürfe» keine Mitteilungen gemacht werden, ba diese Begleiladresse» al» Belege bei den Postanstalten und Palctdepots verbleiben! Die Versendung erfolgt aus Gefahr des Absenders. Ersatzansprüche können weder bei der Post, »och bei der .veeresverival- »i»g erhoben werde». Sollie» die Empsänger beim Eintreffen de, Pakete - weil verwundet, gefallen oder vermisst — sich nicht mehr beim !r»ppr,»eii befinde», so iverde» solche Pakete znm Besten des betreffende» Truppenieils verwendet. Ebenso werden Pakete, welche infolge falscher oder ungenügender Adresse nicht bestellt werden könne», de» Truppenteile» zur Verwendung überlassen. Eine Rückirnduiig findet in beide» Fällen nicht statt. Pakete, die beim Paketdcpot eiiigeliesert worbe» sind, können nicht wieder zurückverlangt werde»: ebenfowenig kann dc» Anträgen auf nachträgliche Berichtigung oder Aenderniig der Adresse» »achge» geben werden. Ss«s den Verlttstliften. Reserve-Fnf»uterie-R«gime»t Nr. 118, Giesse,,. Gestorden infolge Krankheil. «tssz. Otto Metzger, gestorben Kriegslaz. Bouziers 2 S. 10 . 11 . Berichtigung früherer Angabe,,. Ncfr. Willi Acker»,an», Öber-Ramstadt, bish v»>., vw. — l'icir. Franz Adlon, Osjenbach, bish. vm., vw. Rei. Karl Äilh. Andermann, Kl.-Linden, bish. vm., vw. — Res. Facob Agel, Liei»- surih, bish. »m., vw. Wchrni. Willi. All, Malbach, bish v»>., vw. Wehrm. Richard Best, Darmstadl, bish. »»>., v,v. Res. Ludwig Brand, Osscnbach, bish. vm., vw. Wehrm. Fohann Braun I., Aussersql, bish. vm. vm. Gefr. Franz Becker I., Wolssheim, bish. vm., vw. Wehrm. Heinrich Binz. Allendorf, bish. vm., vw. Res. Theodor Bingei. Schwalheim, bish. um, im Laz, — Res. Fakob Bretdert, Langen, bish. vm., im Laz. Res. $>eent. Bau- mann, Demmi», bish. vm.. vw — Res. Franz Brauburger, Rosen heim, bish. vm., vw. - Res. Gustav Biumhvss, Riesenburg, bish. vm.. vw. Res. Karl Friebr. Böttcher, Zörbig, bish. vm., vw. Rei. Ludwig Falk, Steinfurth, bish. vm., gestorben im Res.-Feld- lazareti 87 Lomme 25. 10 . 14. - Gesr Richard A»g. Süssmann, Weigelsdors, bish. vw., gestorben im Rej.-Laz. Marburg 8. 10. 14. Eine ersrculiche Untersiübiing, die beionderS im Interesse der Kriegsteilnehmer zu begrüßen ist, findet die non der Volkssürsorgc eingerichtete K r i e g s v e r s i ch e r u » g s - lass e durch den einstimmig gejuszten Beschluß einer Ver- ieuninlung der Hamburger Ortsgruppe des Vortrupp, zu gunstcn der KricgShilfe eine WeiknachtSveranstaltiiug z>t arrangieren und die Hälfte des Erlöses der Kriegsversicher nngskassc der Volkssür- s 0 r g e z u z u f ü h r e n , »in das an die Angehörigen der gcsallenen Versicherten zur Auszahlung gelangende Kapital z» erhöben. Tiefer sehr zur Nachaliniung empfehlende Beschluß, der seine Urheber ebenso ebrt, tvie er eine ehrende Anerkennung der uneigennützigen praktischen Kriegshilfe der Volkssllrsorge ist, wird seinerzeit von den durch den Krieg direkt betrossenen Empfängern sicher lierzlich gedankt werden. — Ter Magistrat der Stadt B c r g e d 0 r s lmt für städtische Angestellte Anteilscheine erworben. — Am 16. November wäre» für 8272 Kriegsteilnehmer 18 612 Anteilscheine gelöst lvorden, sodaß für die Angehörigen der im Kriege fallenden Versicherten bereits 68l>t>t> Mk. jiÄ Verfügung stehen. — Gesnlleiie des Giesteurr Regiments: Wcfr. Gustav Weicker aus Leusel bei Alsfeld. — Wehrmann Ludwig Jölzing aus Billertshausen, Kr. Alsfeld. — Res. Ludwig Buch n e r aus Harbach. — Wehrmann Tavid Bönsol und Wehrmann Karl Stürz, beide ans Frischborn b. Lanter- bach. — Gesallcue aus Lberhessen und Nachbargcbioten. Unteroffizier Poter Schneider, Architekt aus Erben- hausen, Kr, Alsfeld ldurch Unfall getötet). — Leutnant der Reserve Karl H a »1 in e r, Gerichtsassessor aus Büdingen, Jnf.-Reg. -Nr. 1-13. — Lohndrückern Vom Metallarbeiterverbanb wird geichru-be»: Wem, die Oberhessische Bolkszeitiuiq bei Ansbruch des Krieges die gewiss erfreuliche Mitteilung billigen konnte, dich einzelne Firme» in der Metallindustrie ihre» Arbeitern oder deren Angehörigen IliiterstUvmige» zukvmmen liehen, so sehen wir » 11 S leider auch veranlasst, eine Firma zu e> wähnen, die Versuche macht, die gegenwärtige Zeit zu ihren Gunst -n auszunützen und Lohn- kilrzunge» vorzunehmen. Die bei der Fnstallaiionsfirma Georg A p p e l - Giessen beichäftigten Monteur, erhielte» bei auswärtigen Montage» eine Landzulage von 2,50 Mark und 3 Mark pro Tag. Einem ihrer Monteure, der einem Gest Rungsbefehl zum Militär Nachkommen »insste. wurde in Aussicht gestellt, wieder bei der Firma „ach beendigter Dienstzeit eintrelin zu könne». Nach »»- gesähr 11 Tagen mcldcle sich der betresiendc Monteur bei dem Fi,Haber der Firma, Herr» Appel, und von diesem wurde ihm mitgeteilt, dass er wieder eingestellt werden könnte, wenn er mit der Kürzung der Landzulage v,» 1,50 Mark pro Tag einverstanden sei. was der Monteur ab ehnte. Einem anderen Monteur, der eine Montaae in Limburg anszuführen hatte und eine Zulage von 3 Mark beanspruchte, inaö-te der Herr Appel den Borschlaa, dem ihm begleitenden Lehrling d r 50 Psg. an der Land, zulage abzuziehen, damit er aus seine Rechnung käme. Diese beide,, Fälle sind „ich, geeignet, die Arbeitssrcudigleit zu heben, sic zeigen aber auch, dass cs Arbeitgeber gibt, die immer ivicdcr versuchen, die heutige für die Arbeiter wegen der teuren Lebensmittel schwere Zeit zu Lohudrückereie» zu benutze». Es ist bedauerlich, dass dies von einer Firma geickicht, die meistens »ut slädliichc oder staatliche Arbeiten anszuführen Hai: es wird unse-e Aufgabe sein, derartige Vorkommnisse den Behörden zur Kennt!,iS zu bringen. Den Aroeiter» aber, die bei der Firma Georg Avpel beichäftiat sind, niöchte» wir raie», mebr de,», je zusammenzusialicii, denn öie oben milgeteilten Versuche, Abzüge zu mache», werde» nicht ine letzte» sein. Da ja auch bei andere» Arbeiter» derselben ,»ir»ia ickon Abzüge in Aussicht gestellt sind, so ist cs mehr dem, je notwendig, die Organiiatioi, zu stärke»: denn die Eriahrnngci, zeige», dass auch in schlechte» Zette» die Arbeiter traft ihrer Organisation Verichlechterungen abwehren können. — Müssen die Krankenkassen den Kriegsoerwundete» Krante»- gcld bezahlend Eine Krankenkasse im Bereiche des Versichcrnags- anns Karlsruhe verweigerte einem Arbeiter, der bis zum 31. Jul, Kassenmitglied gewesen, dann eingezoge» und im Kriege verwundet worden war, das geforderte Krankengeld, weil 1. der 8 214 R.-V.-O. für Kricksssteilnehmcr nicht gelte und weil 2. dem Verwundeten kein Arbeitsverdienst enlachc. Das V e r t i ch c r „ „ g s- a »1 t Karlsruhe hat sich jedoch auf de» Standpunkt gestellt, dass beim Krieasdicnst die gleichen Beftinimungc» gelte» müssten wie beim Militärdienst und bei llcbungcn im Frieden, da der ÄrieaS- fall in der Versicherungsordnung nickt besonders geregelt wordc». sei. Fn der Urteilsbegründung wendet sich nach einer Mittriinng der Fnformation das LandeSverstcherungsamt zunächst gegen den Runderiass des württembergischen OberversicherungsamtS, ,n dem darauf hingewiesen wird, dass an verwundete Kiieastellnehmer Krankengeld nickt zu zahlen sei, weil ihnen kein Arbeitsverdienst enlgehc Das Karlsruher Vcrsicherungsamt wendet dagegen ein, diese Aufsassuiig ie> abzu,veilen, da sie in, Gesetz nicht begruiider sei. Tie Krtegstöhnuna bedeute kein Arbeitsentgelt: auch rönne der Anspruch aus «rankenverstcherung nicht ruhe», solange vrr Kranke auf Kosten der Militärverwalinng im Lazarett vouc rer Vslegung eiTiält, denn die Fälle, i» denen der Anspruch ruht, feien durch die Reichsversicherungsordnung erschöpfend flcrcnelt. Auch der 8 184 könne nicht hcrangczogcn iverden, da die Verpflegung im Lazarett nicht eine Krnnkenhilfe der Krankenkaffe sei, sondern von der Militärverwaltung gewährt werde. Demnach habe die Krankenkasse in solchen ,fälle» das Krankengeld zu zahlen. — C'iiic Begegnung Ein englischer Genosse, der Korporal S, Hei,hurst, der mit der Shrvpshirer Beichern Iiisanterie im Irldo stand, schreibt in denn englische., Partei blait Justicc: „Bor etlichen Jahren war ich Delegierter der I, L P. am Internationalen Sozialistenkongrrtz m Stuttgart und wohnte im Hanse eines Dem- 'chcir namens........ Rach der Schlacht an der Marne war ich mit einer die Deutschen versvlgenden Ltrcitkraft. und eines Tages geriet i«I> in enic» Bajonettkampi mit einem dcntschcn Kanals Icristen. Als ich ihn mir näher ansah. ertounie ich meinen Wctft- gebcr airS glücklichere» Tagen, Cr erkaimtc mich, und nrir hatten nicht das Herr, noch loeitcr gegencinander za kämpfen, Cr rettete die Situation, indem er sich ergab. Cr wurde mit einer Anzahl anderer Gesuntgencr nach England geschickt." lieber Behandlung in sranzösiscktcr Gesanqenslhojt äußert sich ei» auf eine,» alten Kriege schiss tat Hasen von B r e st sRord- srankreich, nietergcbrochecr Reservist in einem im Vorwärts abgc- dlnckicn Briese an feine Eltern svlgcndcrmasten: Für Eure Briese vorn 18. und IS. Oktober viele» Dank. Das Palet, das Ihr mir angcliindigt hattet, ist unerössnet angekommc.i, alle Pakete iverden an Bord unter Aussicht des Kommandeurs ge- vsfuet. Die Kakes haben großen Beifall gefunden, alle meine Gc- sährten waren cntffickt davon. Schickt nur recht bald wieder etwas Gutes, denn, wenn wir hier auch alles bekommen können, so ist es doch eine sehr angenehme Abwechselung, Ich bitte dann »m Zigaretten, Postkarten und Briefpapier. Ihr irrt, wenn Ihr glaubt, ich hätte hier irgend etwas a„szustel>en, Das ist durchaus nicht der Fall, und wenn sich jemand beklagt, so weiß er nicht, was er tut. D r „Charles Morkeli"teii, altes Schul sch iss) ist keinBergnügunigsort aber die Behandlung ist so gut als ffc oben sein kann, und hat man etwas Geld — und das habe ich ja von Euch empfangen —, so ist r$ schon zu ertragen, nur das Nichts!»» ist cntsehlich! Zinn Irühstück bekommen ivir Kasseo und Brot, ich kaufe mir Butter und Marmelade Lag». Mittags gibt es Suppe. Fleisch, Ge- iniisc und Käse oder Aepsel. zum Abend dasselbe. Die Qualität läßt wohl etwas zu wünschen übrig, aber das passiert einem anderswo auch: jedcnjalls genügt unsere Ernährung vollständig. Das schlimmste ist der Mangel an zuverlässigen Nachrichten. Ihr dürft deutsch schreiben, aber mit lateinischen Lettern. Geschworene»!»!« Behufs Bildnim der Tpruchliste für die om 7. Dezember 1014, vorniiiiags 0' ■ Uhr beginnende Sitzuugs- pciiodc des Schwurgerichts wurden nachstcheindc Geschworenen «us- gelost: 1. Christian Eimer. Landwirt in Groß-Eichen: 2, Karl Schwan, Graveur in Gießen: 4, August Haag, Fabrikant in Schlitz; 4. Fritz Walther, Buchhalter in Gießen; ff, Heinrich Nohl, Landwirt in Echzell: (i. Heinrich Cuß Ii„ Bürge»mciftcr in Crainsrld: 7, Johannes Berlekt, Koufoaii» in Hungen: 8, Karl Gabel. Tchuhmacher- >,reiftet in Hungen; 0. Oliv Spanner, Metzger in Kirtorf: 10. Georg Heina. Lehr, Bürgern,elfter j„ CckarbShause»: 11. Phil. Grüner, Metzger»,elfter in Butzbach; 12. Wilhelm Hadermann. Kansmann in Butzbach; 14. Peter Ivsepb Mobs, Iabrikaiit in Gießen: 14. August Henzerling, Kansmau» in Gießen; 15. Iriedr. Wikh. Philipps, La»d- ivlrt in Irledbcrg-Iauerbach: 10. Weih. Horack II., Landwirt i» Reichelsheim: 17. Wilhelm Alban, Gärtner in Tteiufnrth: 18, Johannes Reutzcl XI I., Loiibwiri m Kosenrod: 10. Konwad Müller II., Laiidwirt in Gambach: 20. Karl Will,. Alfred König. Rechner in Ober-Mörlen: 21. Karl Kirchner, Landwirt in Homberg; 22. Aug. Pseil,'Landwirt in Ehringshansc»; 24. Louis Koch, Landwirt in Kohden; 21 Rud Gulcrmuth, Kauf,,,an» in Großen-Linden; 25, 2ln- loi, Nein VII., Landwirt ,» Laug-Gons: 20. Iriedr. Schön li., Hos- inaler in Büdingan, Borirag. Wir machen „och,„als >>„, den Vortrag des Herrn Geh. Hosral Prof. Tr. Behoghol: Der Krieg im altdeutschen Epos, der luute Abend 8>,l Uhr in der neuen Aula der Universität stzrttsindet, ausmerksa,,,. Hansbesitzer. Miete,erhältnisie >»>d Hgpothetennotlage. Der Landesverband der Hans- und Grnndbcsitzerverein« i», Grohlzerzog- tiun Hessen hat ans Donnerstag den 10. November 1014, „achiniltags 4 Uhr, ini Hotel Kaiser Iriedrich in Lifenbach a. M. eine BvrstemdS- sitzung ander,rinnt, mit der Tagesordnung: Mielverhältnisie und H,,pothcke»iiotl-agc während des Kriegszustandes, — Der Ttraßenoerkehr in der Stadt war gestern leblmsttr >ls sonstige Werktage, weil in Preußen Bußtag war, kamen aus den „ahegelegenen preußischen Orlen viele Leute in die Stadt. Autzer- deni sind auch noch die etwa 2M1 jungen Leute ans Schlesien hier, die gestern wieder weiter transportiert werden sollten, über deren ,»eitere Bestimmung aber noch leicht entschieden ZN sein scheint. KrciS Wcstlar. ,,. Zn den Sindtveroronclenwahle». Wie- bereits mit- ge'teilt, sind die' öioscs Jahr fälligen Stadtverordnetenwahlcn ans den I<>, Novoinbcr scstgesetzt. Bekanntlich hatten die Stadtväter einsliininia beschlossen, die Wahlen bis nach den, Kriesic zn berschicben, »in unseren ziiriickkehrendcn Pater- iandSverteidigern das Wahlrecht nicht z» nehmen. Ein „höherer Wind" scheint diesen Beschlich »mgeworfen zn haben, was ja in Preußen nicht verwunderlich ist, Tngegen wurde in Sachsen und anderswo vom Ministerium selbst die Vertagung angeordnct. Wenn nun allgemein der Dur.z- frieden gewünscht wird und eigentliche Wahlkänipse vermieden werden sollen, so verstehen wir die ungünstige Fost- setzniig der Mahlzeit, von 8 libr vormittags bis I Uhr nach mittags für die dritte Abteilung, nicht, die in früheren Jahren die Abendstunden von U bis 8 Ubr mit entschloß. Den wenigsten 'Arbeitern tvird ec- möglich sein, die kurze Mittagspause zur Wahl zn benutzen, znniat die Arbeitsstätte vom Wohllokal l>ir viele zn entfernt liegt, iveslmlb die Behörde in» des Burgfriedens willen eine andere Einteilung treffen solite, wobei die Vormittagsstunden von 8 bis II Uhr und die Nachmittagsstunden von 2 bis 7> Ubr ganz gut in Wegfall komme» könnten. In der dritten Klasse scheiden ans unser Genosse August Beet und die Herren Georg A l l m c n r ö d e r sen. und Jakob Müller IX'.-öiieder- girnics. Tie Amtsdauer beträgt (i Jahre. ». Schwere Pulver-Explosion. In der Pulverfabrik in Hamm a, d. Sieg erfolgte am Montag nachmittag wieder einmal eine heftige Explosion, wöbet leider sechs Arbeiter ihren Tod fanden und zwei schwer verletzt wurden, — Wie das Landratsamt in Altenklrchcn mitteilt, ist der Verdacht, das-, es sich hei dem schrecklichen Unglüek uni feindliche Machenschaften (feindlichen lieget nsw.) handle, unbegründet: allerdings sei die Ursache jetzt auch schwer sest- ziistellen, da die zunächst Beteiligten leider nicht mehr am Lebe» find. Der Gcsamtschaden wird auf 100 000 Mk. geschäht. Es wäre an der Zeit, daß dieses gefährliche Unter- nehmen nicht mehr an dieser Stelle ncncrbant würde, zumal in nächster Umgehung dicht bewohnte Ortschaften und Arbeitsstätten sich besindcn, wie z. B. das große Eisenwerk „Hcinrichshiitte", und deshalb sich noch größere Uiiglücks- fälle zutragcn können. Die Hammer Pulverfabrik ist eine Zweig-Niederlassung der Köln-Rottwcilcr Gesellschaft, be kannt durch Riesengewinne und crbännlichc Arbeitslöhne, trotz der gefährlichen Beschäftigung. Wahloercin Weßlar, Die M o ,»a t s v e r sa in in I u n>g drs Wahlocreins findet Samstag, 21, Norember, obeitds 8'.s Uhr lniini Gastwirt Schreier, Lr-Hnstraßc, statt. t.„r> zwar g e in e in sa nt in i t Niete rgirmes ive.gr » der jetzt noch anberarmi.n Siadtvcrord- nctenivahl. In der BersamnUnng wird Genosic Dißmann, Irankfurt auch einen Vortrag über Krlegssürsorgc halten, es da»k also wohl erwartet iverden, daß alle Mitglieder zur Ziersanunln-ng kommen. X Patriotismus und U»tcr»eh,nerprosit. In der Genicitide Enspel ln, Oberivcjtenvald liegen zwei StUmbriiche. in denen die Iirma Gebt. >1 hr mach er vor dr,n Kriege etwa 1181 Arbeiter beschäftigte, die Iirma Adrian ct,ra 180 . Die Zahl der Beschäj- vgken ist natürlich durch den Krieg stark zurückgcgangcn. Ein Teil ist zunl Herr clngeriicki, andere Arbeiter sind abgereist. Beide Iirinen haben ein „warmes Herz" für ihre Arbeiter. Trum zahlen sic an die Iamilien der Kriegstellnehmer,. die bei ihnen beschäslizt waren, alle 14 Tage eine lliikerscllvuiig, di« bei dem eiiec» Uiuer- „ehuier pro Iamilie 0 Mark, beim anderen 4 Mark für dl: Iran und 2 Mark fiir das Kind betrügt. Das sieht sehr schön aus und der Patriotismus der Unter,lehmer strahlt i>, vollem Glanze Doch nun kommt die Kehrseite der Medaille, Um dte den Iamllicn der Kricgsleilmchmer gezahlien Unterstritzungen wieder welk '« machen, hat inan den iwch in de» Steipdviichrn i-cschästigteir Arbeitern «r- h-blichc Ab.zügc gemack». Voran die Iirma Adrian, die Abzüge von 25 bis 44 'A Prozent vv-rgenommei« hat. Die Abzüge dürsten dieier Firma bei den zurzeit bei ihr beichästigten Leute» ungefähr 2400 Mark pro Monat cindringcn. Rchrnen wir an, die dcn Iamilien von Kriegsloilnehmern geivährte,, Unterstützungiii betragen monatlich 400 bis 500 Mark, so bleicht ein blanker Prosit von soft 2000 Mrrrk pro Monat ans Grund der Abzüge übrig. Do macht inan auf Kosten der Arbeiter ein besonderes Geschäft und glänzt nach außen als heroorragender Patriot. Bon Nah und ^ern. Ei» trauriges Schicksal. Unser Straßburger Parte,blatt berichtet: Schwer durch den Kr-l,g Hel,„gesucht wurde ein« Iamiiic ln La n de rs'h e im im Kreise Zaber,,. A.i den dort wohnende» Ackerer Voesch kam nnlüngst eine Feldpostkarte, welche die traurige Nachricht brachte, daß auch der vierte, letzte Sohn der I a in i I i e d c >, Heldentod st a r l>. Ans Gram und K minner über die unersetzlichen Verluste ist nun auch die Muster ihren Söhne, i ins Grab gefolgt und nun steht der Mann in dieser sü.' ihn doppelt schivcren Zeit vollständig einsam und vcrlasien da. - i!,:d da gibt es noch Menschen, die den Krieg verherrlich. Telegramme. Vorwärts in den Argonnen und in sran;ösisch Lothringen. Den Russen Halt geboten. W. Li. Großes Hauptquartier, 18. November vorinittngs. (Amtlich.) Tic Äämpsc in W e st - F l a n d e r n dauern fort. Tie Lage ist im wesentlichen nnvernndert. Im A r g o » n c n- watdr wurden unsere Angrisfe erfolgreich vorgetrageu. Französische Angriffe südlich Verdun Ivnrdcn abgewiesen. Ein Angriss gegen nnscre bei St. M i h i c l aus das westliche Mansnscr vorgeschobenen Kräfte brach nach nnsänglichen Erfolgen gänzlich zitsammen. Unsere Angriffe südöstlich C i r e h veranlaßke die Franzosen, eine» Teil ihrer Stellungen auszngebc». Das Schluß Ehatillo» tonrde von unseren Truppen im Sturme genommen. I» Polen haben sich in der Gegend südlich von Lodz neue Kämpfe entsponnen, deren Entscheidung noch ausstehr. In der Gegend östlich von S o l d a u wurde der Feind zun: Rückzug auf M l a >v n gezwungen. Auf dem ä n ß ersten Nordflügel ist starke russische Kavallerie am 16. und 17. November geschlagen und über Pillkallen zurück- gcworscn worden. Tic oberste Heeresleitung. Der Krieg gegen Nnfsland. Oesterreichifche Isrsolflp i» Russisch-Polen. Wien, 18. Rov. (IVII.) Anitlich wird verlantbart: 18. Novewbcr: Die Operationen der Verbündeten zwangen die russischen Hanptkräftc i» Russisch-Pole» zur Schlacht, die sich an der ganzen Front unter günstigen Bcdin giinge» entwickelte. Eine unserer Knnipsgrnppen -.nachte gestern über 3 0 0 0 Gefangen c. Gegenüber diesen großen Kampfe» hat das Vordringen russischer Kräfte gegen die Kar pathen »iir nntcrgeordncte Bedeutung. Beim Tebonchicren aus G r tz b o w wurde starke Kavallerie durch überraschendes Feuer unserer Batterien zersprengt. Ter Stellvertreter des Ehcss des Generalstabes: v. Hö f e r, Generalmajor. Der Feldzug gegen Serbien. Rcne Erfolge. Wien, 18. gkov. (W, B,) Von dein südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 18, Jkovember. Auf deni südöstlichen Kriegsschauplatz finden mehrfach größere Kämpfe an den zerstörten Kolnbara-llebergängcn statt. Eigene Kräfte sind bereits an dein jenseitigen User. —. Am 16. November wurden 1100 Gefangene gemacht und viel Kriegsmateriel! erbeutet. Der Krieg im Orient. Tic türkische 'Armee. Wien, 18. sikov, (WB. Nichtamtlich.) Tie Südslawische Korrespondenz erhält von besonderer Seite folgende Mitteilungen aus Konstantinopel: Ter militärische Auf- m a r s ch der Türkei vollzog sich mit einer Vollkommenheit wie vielleicht nie zuvor, da die türkische Heeresleitung diesmal über die nötige Zeit verfügte, um ihre Truppen in den vorgefchriebcnen Aufmarschräumen zu versammeln. Fremde militärische- Beobachter stellen fest, daß die Ausrüstung der türtische,> Truppen in jeder Beziehung gn! ist. Das vollkonnnen ersetzte Artilleriematcrial ist vorzüglich, das Pferdematerial gnt >,»d genügend groß. Tie Ausrüstung der Mannschaften ist durchaus modern und entspricht allen sorderunge». Man kann seststcllc», daß die türkische Hecres- tcitung alle tin Balkankricge gemachten Erfahrungen sich zunutze machte, TaS Hauptaugenmerk ist auf die Verpflegung geioendet. Tie unter der Leitung deutscher I». struttorn stehende Intendantur hat ans den in Betracht kon» menden Etappeniinien große Proviantmengen ansgesiapelh Es wird versichert, daß dieser Ztveig der türkischen Hceresver- waltung, der im Baltnnkriege nicht genügend snnktionicrt- nunmehr alle» Bedürfnissen des Feldzuges vollauf Rechnung tragen kan». Seit Wochen ist bereits die Ansbildnnz d e r R e s e r v c m a n n s ch aste n im Zuge, so daß auch hin notwendige Nachschübe gemacht iverden können. Ihr besonderes Augenmerr hat die Heeresverwaltnng den sa n i tä rep N o r k e h r u n g e n zngewendet. Tie Stimmung in Armee kann als bvrzüglich bezeichnet werden. Tie tür- ki'elie Bevölkerung sieht den kommenden Ereignissen ernst uni) entschlossen entgegen. Verlust eines englischen Torpedobootes. Rach einem Loiidoncr Tclcgram»! der Rnßkija Wjedo Niosti lief das englische Torpedoboot nunb* aus eine M i n c n» der Küste von Schottland auf. Tie Man», schnst wurde gerettet. Deutsche Kreuzer in der japanischen Lee? Ein Telegramm des Rnßkoje Slowo ans Tokio berichtet von einer Panik und der Abfahrt des zweiten Ge- s ch Iv a d c r s in die, Straße von Tsnschima, weil deutsche V renzer gesehen sein sollten. Vereinökalender. Donnerstag, 10, November, Gieße». Geiverkscherstskartell, Abends 8>- IIH, Versaimnlung im Gewcokschaftshtvis. Tagesordnung: Weihnaebtt- jeier snr die Kinder der Krieosleil»eh,„c-r. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie,, Gießen. Druck: Verlag Osfenbackier Abendblatt, G, >n.b,H„ Offenbach a,M «ini«. Iiir de» Ionds für Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeijte, eingegangen von, Rentner Christian Rsilst 2, Rate 100 Mk,, Ober- Inndcsz.richts-Prästdent Kullinaon 50 Mk,, Renam-tmann Weimer 4, Rate, 10 Mk,, ahli»elfter Willing 20 Mk,, blehcimrai Heß 100 MI, Kontrolleur Ernst Meyer 0 Mk,, RR. 4 M.. Kt, 10 Mk., Direkt« Stolte 20 Mk,, Karl Jockel 20 Mk,, Verein städtischer Beamt« 4, Rae: 0,0 Mk, K'iaiiiiZiI-Nviltinisizr Müller 5 Mk., Geh, Schulra Tr, Rausch 40 Mt',. Sladtvervr-dnedrr Krumm, Rovemberrat«. 1t» Mark, Venvalter Weiß 1» Mk, Landgericht«rat Renrnhagen 25 M La-nd-grrichtsdirtkior r. P, Bücking. Rvoemberra-te, 1000 Mk,, Musik Direktor C. Krause, Ertrag t.'S 4, Wvhlrätig,k«ltskonzerts 101 Mk, ans einer Sammlung Gießcncr Lrkomotivfiihrer und Anwärst' Iw, Mk,, Prcknrist 8g. Krenbrr 20 Mk., Iran I, Barnaß 50 M »eberwiefc,!« Ei„q„>»rti-eningsgelder 104,50 Mi,, vom siädt, Sch»ach! Hof, Erlös für verkaufte Gvidschlägerhäute, 40.85 Mk,, ans de Samnielbüchse i-n ter Resta-urativn Herbert 10,07 Mk,, Ernst Ludwu Sack 100 Mk,, Hosliesrrant Franz Brück 40 Mk,, Ortsgerichtorwr stcher Simen 30 Mk,, Fräulein Anim EnSle in Zürich 20 Mk., zu saimorn: 2475,02 'Mark, Mit herzlichem Dank für diese Gaben wer! um wcistve Znmendnngen gebrton. gkAI f lfltnBC? in Teuh J -trbien, litt, des ln schreö «,»tobt, sin, einen mir die l,hk (sun !»Besch! bjialinm insgebr, i* zu br iBurian * cdiritt Bckanntmachunq. Iirr fic ans der Vol-ksichnle eiichlasirne» Mädchen so» i» de llieesthule ein Iortbildungskursus im Kock»c» gehalten werdom D> lauer des Kursus erstreckt sich aus 15 Abende des Winters, be iniiend am Monlag, den 24, November, 0 Uhr, Der Unterricht ist nnentg-sitUch, das Kostgeld betrügt 40 Pi-I ür jede» Abend, Aiuncldniigen werden in der Schule, Skeinstraße 10, von ,i täglich von 11—12 Uhr ontgegenqenomEN, Gießen, ben 10, November 1014, Der Schulvorstand, Kelle r, «neu, > »jiicnlkn Bernarbene, Georg Gernandt !» Heuchelhei,,,, 56 - Peter Lob, Gastwirt in Noichor». 70 Jahre alt. I>b> Gratis - Proben voll X ninng ci i«t Sonnt Mt in Sj Vladen sttn ti: Wtttitn ta, Sn» >! eint: btcti w ielbft ssitiiiiii 3l HB Ö *(i»( £ LV , - “M « — V aäkobolfrcs wohlscbmeckond iliScbsäure enthaltend v rfaherbestesVorbeuqiBsegsnistteS gegen vl ^agen-Verstimmungcn. 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