Mm ^an )0 au »0 Tätig gurt Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhefsen und der Nachbargebiete. 0d«rdrMI-t>» r>»lkS«eitrin» erscheint iclxn Werktag Abend in -n Lei Adonnementiprei» beträgt wöchentlich IS P'g.. monatlich 8. «m(<6L. BnnocxUbn. Durch die Polt bezogen viertelfäbrl.lz-vMl. viedaklton UN» Pfg. $ci arökcren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man btJ abend« 7 »de für dl» folgende Rummel in der Ervekntton aufgedr» !tt. 266 Gicßcn, Moiitlig, Den 16. Novcmiicr 1914 9. Völterrechtsbrüche der „Kulturverteidiger" eil rei 0 i 0 ik ir". * / *0. ,«« ichs- uni) rtulltsßuuuzeu im Virie^c. ii de» oielcn Tinge», die durch den Weltkrieg eine tief» ide Umwälzung eifafiren werde», neljört in erster Reihe auch yftem der deutschen Reichs- und Ltaaissi»an,en Roch lasse» : Ausgabe» nicht im entseriileste» übersehe», die dein deut- ssolk au» der Kriegführung erwachse», uud »och iveniger läsii ophezelen, inwieweit diese Ausgaben durch etwaige Kriegs H digunge» der Gegner gedeckt werden konnte». Wir >l auch nicht, wie lange der Krieg dauern wird und I h die wirtschaftlichen Verhältnisse nach feinem Ende « n loerden. Unsere Finanzverwaltnng steht also oor lauter » unten Krüsien. otzdein bleibt eS ein dankensn-etler Versuch, loenn der be- J sreikonservative Führer Freiherr v. Zedlitz in einer soeben lenen Schrift*! tt unternimmt, wenigstens einen Zipfel vom r des Geheimnisses zu lüften, der sich über unsere sinan- > juknnst ausbreitet. Was Herr D. Zedlitz zu sagen hat, licht eben optimistisch. Es Ist aber auch gar nicht wüiiichens- rasi man sich im deutschen Voll über die sinanziellen Auf- der nächsten Zukunft einem trügerische» Lptiinis » lingibt, dem die Enttäuschung nur zu bald folgen würde, e bisher flüssig gemachten 1-^ Milliarden Mark der Kriegs- svrdern einen Zinsendie»>t uon jährlich 225 Millionen beinahe ebenso viel, wie das Reich stir den Gesamtbetrag bisherigen vor dem Kriege gemachte» Schulden an Zinsen ihlen hat 1258 Millionen Mark!. Tazu tritt der Ausgabe- fllr die Stückzahl»»- der Milliarde Schatzanweisunge» und Tilgung der Reichsschiildverschreibungen. ist aber auch bekannt, das, die bisher bewilligten noch nicht üfstg gemachten fünf Milliarde» bei weitem nicht g e- » werden, uni die Kosten der Kriegssiihrung zu decken, iusi also damit rechne», das, die nach dem Kriege den sich b'Sher ergebenden Betrag von illionen Mark um eine ausierorüeutlich hohe Summe iiber- ivird. ch den B n n d e s st a a t e » erwachsen Mehrausgaben durch ltung siir die Bewohner der von, Krieg heimgesuchlen keile und durch fW o f, n a fi m e n zur Bekämpfung der itSIosigkeit. Ter erste Teil die'-r Kosten wird allerem Reiche zum grössten Teile zu rückerstattet werden, so wiederum diesem zur Last. Um welche Summe es sich landell, wird eine», klar, wenn man sich erinnert, dal, der äsident von Lstpreusien die Hohe der dortigen Kriegslchäden 'itzuiigs,veiie 5,5 Milliarden Mark angibt. Sollte auch diese e zu hoch aegrisscn sein, so ist nicht zu übersehen, dasi ausier- och die Eulichädign'ige'.i für das Lber-CIlaft in Betracht », die gleichfalls einen recht ansehnlichen Betrag erreichen i, eiter niusi man aber auch an die finanzielle Be- >'g der .«k o m in >iiie n denken, die jür Berlin allein aus lW Millionen Mark veranschlagt wird. 'it sieht es aber »u>> mit den Ein» ahmen? Tas Bild, reihere v. Zedlitz davon entwirft, gleicht dem nebligen Gra» r Herbsttage, Fni Reich sollen die Einnahmen aus 'ilL! s. vehiiij^, rtrbt es mit dem Stempel auf Frachturkunden »orkiieten sowie mit dem Scheck- und Tantiemenstempel f ; r bentcrlenswerles Zugeständnis ans dem Munde eines ative» Politikers. da» von alle» Reichssteuern nur die von pzioloeiuoiroie,, stets geforderten Rhgabe» vom Vermögen .-iiuei! zeige», nämlich der Wehrbeitrag und die ch - f t k st e u e r. i>en Bundesstaaten ist ein starker Rückgang der Ein en aus den Eisenbahnen nnd aus sonstigen eigenen 'umiliigen zi, erivarte». Staat und Gemeinde werden aber chen Maste von dem Rückgang der Einkommensteuern be- mit dem gleichsalls als einer bitteren Selbstverständlichkeit ie,i ist. ^>Er also ist. da» der Slaat im weitesten Sinne genommen Reich, Eiiizelstaat und Gemeinde — nach dem Kriege viel mime» wird, sogar ungeheuer viel Geld Sb dieses ls einem plötzlichen Steigen des Volkswohlstandes nach dein h"a>t» z,, holen sein wird, bleibt sehr zweifelhaft. Zedlitz hält ci für unwahrscheinlich, .weil der Weltkrieg t" tlt 1 cr EicimilcheS Erwerbsleben, sondern die ganze Well >> schwer heimsncht . . Wir haben von unserem Platz in Uwirtschast so viel wieder z» erobern und in dieser selbst >el wieder ansziibanen. das, cf- langer und schwerer Rrbeit > wird, »,n mit den alte» Stand zu gelangen." K' die K r i e g S e » I s ch ä d i g n „ g e » ? Mit dieser Frage sich Herr v Zedlitz in sehr bemerkenswerter Weise. Er "aoor, im Falle des Sieges die Kriegsentschädigungen .-".ch zu bemessen, und er begründet diese Warnuna >! ieniiineiitaler Rücksicht ans die Besiegten, sondern init nän aus die eigene Volkswirtschaft und das eigene poliiiiche f Er schreibt! irr « I,l .' crc . m eigenen wohlverstandene» Znterefle darf die ^fkgsschnid nicht so unerträglich werden, dost bei unie- >cg»er die Stimmung sich sestsetzt: „Lieber ein Ende mit re», als ein Schrecken ohne Ende". Tenn darin me nicht zu unterschätzende Kriegsgefahr und somit sNahrdung des Hauptziels, dak- wir beim Friedensschlnsi rreiherr v. Zedlitz und Reiikirni. Reichs- und Staats- '»' Kriege. Leipzig 101! 2. »>!.•..{ versolge», der dauernden Sicherung d e s ,r r , e d e n S in Europa. Tast eine Uebeeblledung mit Keiegslasten öfter zu Befeeiungskriegen geführt Hai, lehrt die Gefchichie. Vorsicht ist daher sicher sehr geböte». Ebenso wenig würde eine so hohe Bemesiung der Kriegsschuld »nserem Zuteresie entiprechen. dasi dadurch der Wiederaufbau unserer Volkswirtschasi „ach dem Kriege gehindert oder doch ernstlich erschwert ivürde. Tas aber würde zweisellos dann der Fall sein, wenn dadurch in Verbindung mit den übrige» ilolgen des Krieges die Kaufkraft unserer Gegner aus er» Mi »de st mast herabgedrückt würde.... Wir dürfe» also im eigenen Znteresse die Kriegsentschädigung nicht so bemessen, dast dadurch unsere Volkswirtschaft geschädigt und ihr Wiederausbau gehindert wird." Herr v. Zedlitz möchte daher neben den Barzahlungen den L a n d e r w e r b als Ersatz sür erlasiene Kriegsschuld in emp- sehlende Erinnerung bringe». Wir können ihm hier, auch so weit rein sinanz-politische Erwägungen in Betracht komme», » j ch t so l gen. Tenn Landeriverb bedeutet keine Entlastung der sfinan- zc», sondern viel eher eine Belastung, »ainentlich ivenn n-au, ivie Herr v. Zedlitz, afrikanische Kolonien ins Rüge sastt, die »ach bekannten Erfahrungen zu ihrem inneren Rnsbau eines sehr stattlichen Kapitalauswandes bedürfen. Trotz Kriegsentschädigung, trotz etwaigen LanderwerbS bleibt auch für den allerbesten >>all immer noch die Arage offen, aus welche Weise die ungeheuren Lasten abgetragen werde» sollen, die der Weltkrieg uns auferlegt. Entweder wird selbst das siegreiche deutsche Volk dem Truck neuer, sehr schwerer indirekter Rbgaben nicht entgehe» oder aber man wird sich dazu entschliesten mtisien, die g r o sz e n Einkommen und Vermögen in einem Maste zu belasten, das vor dem Weltkrieg als gänzlich utopisch gegolten hat, W > r hassen, dast der Weltkrieg dies und manches andere, was vordem als kühne Utopie galt, der Verwirklichung entgegen- lahiliche Zinsenlast des f führe» ivird! Tic Perser sür den heilige» Krieg. Konstantinopel, lll, Rov. (W. B. Nichtamtlich.) Eine Demonstration der Perser sür den Heiligen Krieg begann heute in S t a in b u l vor dein von Kaiser Wilhelm zur Erinnerung an seinen Besuch im Zahre 1898 gestiftete» Prachtbrunne» vor der Moschee Sultans Rhnied, Tie Perser Konstanlinopels sammelten sich vor dem mit der persischen und der islamitischen flagge ge- ichinttckten Brunnen, auf dein die Redner standen, Tie Teilnahme der Bevölkerung war allgemein, viele Tausende bedeckten den ganzen Platz, Redner waren der Hodscha Zsmail Hoberi, ei» vor den Russen geskiichteter Rbgecrdneter des Provinzialrats, dann der Direktor der hiesigen persischen Zeitung Häver. Sie sorderten zu dem Heiligen Krieg gemeinsam mit den ifreunden »nd Verbündeten des Zslams» nämlich mit Deutschland und Lesterreich- Ungarn aus, deren Wasfentaten die Begeisterung der ganzen islamitischen Welt erregen, Rach mehreren anderen Rednern zog ein riesigeer Zug durch die mit flaggen geschmückten Straf,en nach Pera und veranstaltete vor der österreichischen und der deutsche,i Botschaft große Kundgebungen. Ter Lcheich ül Islam an die Mohaminedaner Wie», 13. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Tie Neue Freie Presse meldet ans Sofia: Nach einer Meldung ans Kon- stantinopel hat der Scizcich ii! Islam den Mohammedanern verboten, in den Ar in een Englands, Frankreichs und Nnhlands zu dienen. Dcrnichtuliz, türkischer Tranevortschisfe. Aus Kopenhagen wird dem Lokal-Anzeiger gemeldet: Ter russische Marinestab meldet über die Vernichtung türkischer Tranöportschisje folgendes: Ter Ehef der rilssiichen Flotte entsandte, als man sich de», Hasen von Sangnldal näherte, zwei Schisse m de» Hase», um die Gebäude und Werkstätten am Hastjn zu zerstören. Diese Ansgabe wurde glücklich gelost »nd austerden, ein im Hasen liegender Tampier zerstört »nd in.Grund geschossen. Fast gleichzeitig entdeckte ein anderer ruisischer Kreuzer aus See einen mit Soldaten gefüllten Transportdampser, der eiligst der Kiiste zusnhr, Ter tireuzer versolgte ihn und schoss ihn in Grund. Tie rirssische Flotte enisernte sich öaraus. Kurze Zeit später entdeckte man im Nebel zwei seindliche Transportschisse, von denen das eine. „Midhai Palcha", die türkische Kriegssiagge führte. Ükussische Torpedoboote entdeckten noch ein drittes Transportichisf. Alle drei Schisse, beladen mit Munition, Automobilen, Flug- inaschinen und Kanone», wurden in Grund geschossen. Wir retteten 238 Mann, darunter auch mehrere Sffiziere Tie Transportschiffe waren nach Unieh bestimmt, um von dort Truppen »ach Trapezunt überznführen. Tic Gärung in Aeghpten. Rom, 13. Noo. (Etr, Frkst.) tztalienischc Reisende a>,s Acgyptcn erzählen, das; das ganze Land in Gärung fett Tic Engländer arbeiteten ficbcrlxift an der Verteidigung. Schwere Artillerie werde bcrbcigcschasft. Durch militärische Aufzüge suche man die Bevölkerung eniZ»schüchtern, Tie arabischen illotabeln hätten vor dem englischen General Treue schwören müssen, doch 'ei kein Zwei'cl, das; der erzwungene Eid von den Eingeborenen als ungültig betrachtet werde. Tic Ausweisung der ägyptischen Prinzen habe auch den England srcundllchen Teil der Bevölkerung entfremdet, Rutzland und Nllmänre». Das Tchameut Peters ves diroficit. Wien, 13, 9kov. Tic Rcichsposl nieldet aus Bukarest: In einem „Tas Testament Peter des Groszen" betitelten Artikel lübrt das Trgan der Konservativen Politika aus, da? lebte Manffcst des Zaren beweise, das; Ruhland nicht, wie in des» früheren Kriegen mit der Türkei, sür die Freiheit des bedrängten Volkes zu kämpfen vorgibt, sondern cs sagt kltpp und klar, daß cs sich diesmal um die Dardanellen bandelt: Jetzt ist sür Rutzland die Zeit gckomnien, diele' Frage endgültig zu regeln. Wir mühten ganz blind sein, wenn wir nicht erkennen wollten, dah wir d et n n z u n ä ch st an die Reihe kommen; denn nientand von uns könnte glauben, dah Ruhland über Wien nach Konstantinope'i gehen werde, TaS Testament Peters deS Grohen soll nun auSgefübrt werden, darum muffen wir für unsere Existenn sorge», Ter Ttuchmarsch der Nttssen. Das Deutsche Volksblatt ineldet au» Bukarest: Tas Ge- rächt, das; Ruhland von Nnmänicn den Durchzug russischer Truppen durch Rumänien verlangt habe, wird von hiesigen unterrichteten Stellen bestritten. Sollte die Petersburger Regierung eine solche Forderung stellen oder Rumänien irgend welche andere Mghnghmcn zuniutcn, die gleichbedeutend mit dem A n s g c b c n der Neutralität waren, dann würde dadurch eine duichaus neue Lage ge- scheiffcn sein und neue Entschliehungen der rumänischen Regierung würde notwendig werden. Ruhland und Bulgarien. Koustantinopel, 13. Nov. (Elr, Frkst.) Nallfdem Ruhland mit dem Verlangen deS Turchtransports seiner Truppen durch Bulgarien abgefallen ist, fragte es jetzt in Sofia an, ob Bulgarien gcgebencnsalles seinen Kriegsschiffen in den Schwarze Meer-Häfen von B u r g a s »nd Warn a Schutz und Aufenthalt zu gewähren bereit sei. Auch dies'S russische Verlangen hat Bulgarien a b g e l e h n t. «s fehlt in (England an 2 lr;neienf W. B. London, 12. Nov, (Nichtamtlich.) Pharrnaeeulical Fournal schreibt: Ei» Mangel an gewissen Präparaten wie Atropin, Resvrcin, Natriuinsaliizilat, Salol und Santonin «sw. macht sich bemerkbar. Für Atropin werde» sehr hohe Preise verlangt. Einige Chemikalien konunen aus der Schweiz, aber nicht in solche» Menge» und zu solchen Preisen, dasi dadurch der Preis in England beein- slustt würde. Es ist keineswegs sicher, dast Amerika sortfahren wird, Ehemikalien zu liefern, da es selbst von de» Lieserungen Tentschlands abhängl, Ta die früheren sehr beträchtlichen Liese- riingen jetzt auSbleibe», wird daS eigene Interesse Amerikas bewirken, dast von dort auch zu hohen Preise» nicht geliefert wird. China protestiert äcgen Japan! Peking, 13. Nov. (dir. Frkst.) Tie Protestnote Chinas an Japan wegen der Besetzung der Stadt Tsinanfu hat folgenden Wortlaut: „Ta die japanische Armee gegen den Willen Chinas nach Tsinansu beordert wurde, ist jetzt die srcundschastliäie Zustimmung zum Betrieb der Schan- tung-Bahn durch Japan hinfällig. China muh die japanisck)c Besetzung dulden, protestiert aber entschieden un5 sordcrt, dah Japan seine Truppen zurückzieht und Antwort ans die früheren Protesttioten gibt." Petersburg, 18, Nov. lktr Frkst! Eine Meldung der Russkoje Sloivo ail dos Mikado hingewieie» und bcruhigt. Ein anderes Telegramm berichtet, dast in beiondevrr Mission Gc-ncral Sapotschnikow in Tokio erngetruofsen sei. Tcr Brief eines vclgiichen Loivaten. Ter Korrespondent des Telegraaf hat einen Brief von einem belgischen Soldaten, der an der Aserschlacht teilnahm, gelesen, Fn dem Brief heistt es: Wir meinte», dass wir nach Frankreich gehen ivürde», um anszuruhen. Aber sofort wurden wir in die ersten Linien hinter der Äser gestellt. Zehn Tage brachte ich in Laufgräben zu. Fch habe bei Lüttich, Tirlemont, Mecheln und an der Reihe mitgelämpst. Aber hier war die Schlacht viel schrecklicher. Ach, wie viele Toten und welch entsetzliche Massen von Verwundete», die erst in einer Kirche der Umgebung, oder am Bahnhof Venrne verbunden und dann nach Frankreich transportiert ivürde»! Es ist vorgekommen, dasi ich mich hinter die Leichen meiner Kameraden verschanzte. Ci» nc icr englischer Völkerrechtsbrnch. Es ist schon wiederholt daraus hiligewiefen worden, mit welch verwerflichen Mitteln man engliichcrseits versucht, die deutsche .Kriegsführung vor aller Welt zu verdächtigen und zu verleumden, und dadurch zugleich die eigenen Uebcrgriife zu verschleiern. Ein besonder: kraijcr Fall ist der des dcut- sclfen Lazarettschiffes „Lphelia", das au-geschickt worden war. uni nach Ilebcrlebcndcn von den am Ii, vorigen Monats in den Grund geschossenen deutschen Torpedobooten zu suchen. Tie Bcschlagi.ahme dieses Schisses durch England stellt sich als Völkcrrcchtsbruch schwerster Art dar, zu dessen Begründung verdächtiges Benehutt», das Fehlen eines Arztes, das Vorhandensein einer funkeutclegraphischen Einrichtung, dos Legen von Minen »ni >nlichlich die nicht erfolgte Anmeldung des Lgzarett>chrf?«S angeführt wurde. Nachdem alle diese Beschuldigungen der Reihe nach wiüer- . legt oder als nicht stichhaltig nachgewiesen worden sind, gibt sich jetzt die englische Presse dazu her, zu verbreiten, datz an Bord der „Ophelia" beträchtliche Mengen von Sprengstoffen oorgefunden worden seien. Es wird dagegen amtlich fest- gestellt, das; diese Behauptung eine neue unerhörte Verleumdung ist, die sich würdig den unzähligen anderen anrciht. Emilisch-rttssisch-helgische Knlturtnten. Tie Besät;,,»ß eines dentsche» Lazarettschiffes in (s'iigland beschimpft nnd niistyauvelt. Vor einige,, Togen ist die Besatzung des deutschen Lazarett- scksiises „Ophelia", welche wider alles Völkerrecht von einem englischen Kreuzer an der AuSnbuna seines Rctwngswerkes in der Nordsee gehindert und beschlagnahmt wurde, in Grave send an Land gebracht worden: als Kriegsgefangene! Tie Acrzte und Krankenpfleger der „Ophelia", jeder mit dem Abzeichen des Roten Kreuzes versehen, wurden durch eine Abteilung Soldaten mit ausgepslanztem Basonett bewacht, durch Gravescnd hrn- durchgeführt. Tort hatte man di« Bevölkerung bereits vorbereitet: „das harmlos aussehende Rote-Kreuz-Schiss" sei vor Harmouth sin Wirklichkeit wurde die „Lpl;eiia" nahe der holländischen Küste deich lag nach mt) ausgegrislen worden und man hätte dann dald her- aiesgekriegt, datz hier ein niederträchtiger Betrug zugrunde liege, Tas Schiss habe als Minenschill gedient, Tatz man keine Minen gefunden habe, mache ja wenig aus, denn so verdächtigt der Tailn Telegraph: die See ist weit und tief. Genug, das Lazarcttichisi, so hatte man wider besseres Willen die Einwohner von Gravesend glauben gemacht, ivar nur ein verkapptes Werkzeug deutscher Niedertracht gewesen, Tic Folge war, daß bei itzrem Durchmarsch durch Gravesend die Besatzung der „Ophelia" in empörender Weise insultiert wurde. Dickst« Menschen- mallen umgaben sie, und, wie der Tailn Telegraph mit Befriedigung scststellt, kam ein Weiberbausen angestürzt, welcher schreiend verlangte, man solle ihnen di« Deutschen nur übcrlallcn, sie würden sie schon zurichten. Ein englischer Seesoldat ritz einen, der Deutschen sein Abzeichen des Roten Kreuzes ab, welches dieser, wie das genannte Blatt sagt, augenscheinlich entehrt hatte. Unter Gebrüll und Schmähungen ging der Zug dann weiter und wiederhol! wurde von der Menge begonnen, die Deutschen tätlich zu mißhandeln. Der Tailn Telegraph schließt: „Gefangen, erniedrig t, entehrt und gedemlltigt und ein Gegenstand der Verachtung gelangte der Zug auf dem Bahnhof« au, um „ach Ehotam instradlcrt zu werden," Es braucht kaum gesagt zu werden, das; es den englischen Begleitmannschaften ein leichtes gewesen wäre, die Deutschen zu schützen. Man hat aber tm Gegenteil vorher die Liigen lil>er die angebliche Eigenschaft der „Ophelia" als Minenfchiff verbreitet. Ein Wort des begleitenden Osfszlers hätte geniigt, um die Beschimpfung und Mitzlmndlung dr deutfchcn Acrztc und Sanitätsgehilfen und des Zeichens des Roten Kreuzes, das sie trugen, zu verhindern. Man hat alles ruhig zugelasscn und sogar Tätlichkeiten, Nur die Fortsetzung der letzteren ist verhindert worden. Der Vorgang an sich bedarf keines Kommentars. Er .zeigt, wie schnell der Firnis der Kultur und Zivilisation der englischen Bevölkerung verschwunden ist. wie natürlich englische Offiziere und Behörden di« niedrigsten Acutzerungen pöbelhaften Deutschenhasies linden, und mit wie kritiklosem Behagen di« englische Presi« von solchen Vorgängen Notiz nimmt. Das alles tritt aber erst ln das richtige Licht, wenn man sich erinnert, datz die „Ophelia" Lazarettschiff war, nur schwimmende Menschen retten sollte und datz tatsächlich nichts Verdächtiges in ihr »nd an ihr gefunden worden ist. Was sagen die Unterzeichncrnstichte der Genfer Konvention und des Haager Abkommens von 1887 zu diesen enipörenden Vorgängen, zu diesem schon,kosen Verhalten der britsschen Regierung? <*in besonders schroffes Beispiel barbarischer Kricasfübrung haben kürzlich die Nullen bei Tomaszow in Polen geliefert. Amtliche Ermittelungen über die Wahrnehmung, datz di« Rusien scind- Ilche Elmvohner als Kugelfänger vor sich hcrtriebeu, um unseren Tnippen bas Feuern unmöglich zu machen, führten zu folgendem Ergebnis: Das Landwchvkavallerle-Regiment Nr, , , , meldete am 31. 18, dem Armee-Oberkommando dienstlich folgendes: „Das dem Kavallerie-Regiment unterstellte Landwehr-Bataillon , , , hatte bei einen, Rückzugsgefecht an, 29. 18. bei Tomaszow an, Südnfcr der Pilica eine Aulnahmestellnug zu nehmen, Hierbei dcobachtete es, datz die ans- nördlicher Rickstuna nachdrängcndcn Nullen Bewohner von Tomaszow, darnutcr Frauen und Kinder. ans der Hauptstraße vor sich herschobcn, wie sie es bereits ln Kipanen und Sendrowcn bei Willenberg in Ostpreußen getan hatten, in» sich dadurch vor dem Feuer unterer Truppen zu schützen, — Ta stärkere inisiiche Abteilungen sich auf dies« Weise bis auf 388 bis 188 Meter »liieren Stellungen genähert batten, wurde das Feuer von uns erölinet. Es war nicht zu vermeiden, daß dabei viele von den vorgeschobene» Zivilpersonen unschuldig ihren Tod fanden," 41 jraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 113 Auf den Lippen des jungen Mannes hing sein Lächeln ivie erstarrt und feine Augen, die er auf Hannas Gesicht richtete, sahen aus, als blickten sie in unendliche Fernen. HclgestaüS Rückkehr aus Bergen brachte den Gaard in Bewegung. Die Freude war groß, als der alte Spekulant ays Land sprang und von Kindern und Freunden beglückwünscht wurde. Rüstiger und kräftiger hat er niemals aus- gesehen. In seinem Gesicht war seine Zufriedenheit ausge- drückt, denn er brachte seine reich beladene Jacht heim, hinter ihm lagen glücklich abgemachte, gcwinnrciche Ge- schäfte und vor ihm eine Zukunft, die alles erfüllte, was er kalkuliert hatte. Er umarmte einen nach dem andern, sogar Hornemann ivar nicht davon ausgeschlossen. — „Ist Gottes Wink, das; Ihr hier seid, KlauS," rief er hastig, „sollt mir nicht eher aus dem Hause, bis Euer Werk an denen vollbracht ist, die einen Priester nötiger haben wie das tägliche Brot. Alles abgemacht, Hanna. Bringe deinen Tausschcin mit mir, Mädchen und ei» dickes Attest von Niels Fandrcm, dah die Hochzeit an, Lyngenfjord vor sich gehen soll. Hatte ihn auch beinahe herum mit mir zu fahren, aber dein Bruder Christi reist im Lande umher auf große Holzkäufe. Läßt sich von Tag zn Tag erwarten, konnte der alte Niels deswegen nicht aus seiner Klause auf der deutschen Brücke kriechen. Nuh, müssen sehe», wie wir sertig werden ohne ihn. Sage ja. Jst's nicht io? Habt darum die Freude doppelt zu erwarten, denn ist mein Wort ein Wort. Sollst nach Bergen fahren, wenn alles hier vorüber ist, Björnarne niit dir, und soll eine Nachfeier da gelullten werden, wie Niels geschworen hat. daß Bergen ein Jabr davon redet." Er schlug seinem Sohn aus die Sch»!'- v und grinste ihn an. „Gefällt dir die Sache, Björnarnc? He, du Fant! Weichen Wert haben angesichts solcher jkan-alösen Praktiken noch völkerrechtliche Abmachungen zum Schutze der Zivilbevölkerung im Krieg«? lieber eine völferrechtöwivlige Verlehttrrg des Genfer Abkommens durch belgische Radsahrcr weiß ein Landivchr-Fnlontcrie-Regiment an leine Vorgesetzte Behörde zu berichte». Es handelt sich »in den l'.cbersoll des Hospitals ln Aclbckr, criva 8 Kilometer nordöstlich Tourcolng, Die Schilderung des unerhörten Vorfalles lautet folgendcr- matzcn: Am Sonntag, den 11. 18. zwilchen 1 und 2 Uhr nachmittags erschienen in Aellnke 18 bis 28 belgische Radfahrer unter Führung eines Offiziers, Sie drangen in das als Feldlazarett eingerichtete Hospital ein, welches durch ein« Genfer Fahne gekennzeichnet war, Fn die beiden Säle, in welchen gegen 18 Schwcrverimnidete. darunter auch einige Lcichtoerwnndetc, lagen, wurden von ihnen mchrcre Sckstlllc, ctiva 5 — 0. abgegeben ohne zu treffen. De» in einem Saal befindlichen Tanitätsfeldwebcl stießen ne aus dcm Fenster nnd cr- s ck> olle n ihn ans der Stvatze. obwohl er eine Genfer Armbinde trug. Mit den Radfahrern m,rr ein Panzer-Automobil angTom- :ncn. Einwohner,haben sich an dem Uebcrsall nicht beteiligt. Diese Angaben sind mir soeben durch di« Vizc>vack,Imeister Groll Inzer und Engel vom 2 . schweren Reiterregiment, sowie durch die Ulanen Pfeiffer und Schneider vom 2 . da »erlichen Ulanen-Regiment gemacht worden, welche leichtverwundet sind und nach Dunkelwerden au-s dem Lazarett anfbrachcn, um dl: Hilfe deutscher Truppen herbei- znholcn. Es erscheint notwendig, derartige grobe Verstöße gegen all: völkerrechtlichen Regeln zur Kenntnis der Oellentlichkeit zu bringen, da gerade von belgischer Seite nicht genug Geschrei über die „barbarische" Kriegführung der deutschen Truppen gemacht werden konnte, Mn japanischer Kreuzer gescheitert? Petersburg, 13. Nov, (Ctr. Frkft.) Aus Tokio verlautet, daß der japanisckie Kreuzer „Jtaro" (?) bei den Karolinen auf ein Riff ausgelaufen sei. Das Schiss soll verloren sein. Hochverrat in Irland. Nach einer Meldung der Times beabsichtigen die englischen Militärbehörden, einer Anzahl irischer Zeitungen ivegen Hochverrats den Prozeß zu niachen. Der Aufstand der Bnren. Berlin, 13. Nov. Tie B. Z. meldet ans dem Haag: Wie aus London berichtet wird, bestätigt die Westminster Gazette, daß der ehemalige Burenkommandant I o o st e sich den A u.f st ä n d i s ch e n in Transvaal angeschlossen hat. Opferst»»»» und „Bnrafriede" bei den Hausbesitzer». In K ö l» tagte eine sehr stark besuchte Protestversammluiig aller Haus- und Gruiidbcsttzervcrcine von Rheinland und Westfalen, in der sich der hausagrarische Opfcrsinn aus merkwürdige Art betätigte. Die Hauptredner, Pros, van der Borght «Berlin), der Präsident des Schutzvcrbandes für dcutschen Grundbesitz, und Kommerzienrat Habcrland iBerlin) wandten sich aufs schärfste gegen die bekannten BundesratSbeschlüsie vom 1. August, nach denen keine Räumungsklage gegen die Familien der Einberufenen durchgcsührt werden könne, Sic erörterten ausführlich den Entwurf eines Gesetzes über die Mietämter, de» der Schutzverband für deutschen Grundbesitz am 1. Oktober dem Minister des Innern unterbreitete. Danach sollen in allen Gemeinden von mehr als 5600 Einwohnern Mlctämter errichtet werden, die bei Streitigkeiten zwischen Vermieter »nd Mieter und zur Feststellung eines durch den Krieg hcrbcigcfllhrtcn Notstandes des Mieters zn- ständig seien, Fn dcni Entwurf aber fordern die Hausbesitzer gleichzeitig eine weitgehende Unter st ü y u n g durch Staat » n d Gemeinde, Diese sollen ihnen für 75 Prozent der Miete Garantie leisten; die restlichen 25 Prozent würden die Hausbesitzer auf sich nehmen, wenn die gänzliche Mittellosigkeit des Mieters festgestcllt ist und dieser das an Eidcsstatt versichert, Ais Gegcn- jeistung bieten die Hausbesitzer eine einmalige Kriegs- stcucr von 1 vom Tausend (!) des Wertes des in der Gemeinde vorhandenen Grundbesitzes an, und sie verfehlten nicht, darauf hinznmeiien, weich guten Eindruck es in der Ocssentlichkeit machen würde, wenn sic sich freiwillig eine solche patriotische „Kriegssteiler" anfcrlegten! In der Versammlung lebten alle agitatorischen und parteipolitischen Phrasen der Hausbesitzer wieder auf. Präsident van der Borght sprach von der „roten Flut", der man rechtzeitig einen Damm entgegensetzen müsse. Kommerzienrat Saberland behauptete, die „rote Presse" sei cs gewesen, die die Mieter anfgcwicgclt habe, indem sie schrieb, dah sie jetzt keine Miete mehr zu zahlen brauchten. Nach einer längeren Entschließung wurde dann im Namen von 15 800 Mitgliedern Einspruch gegen die einseitige Belastung erhoben, die den Hausbesitzern durch die gesetzlichen Bestimmungen vom August dieses Jahres erwüchsen, _ siehst gerade aus, der Nase nach, wie ein Dorsch, der in den Westfjord schwimmt nnd sein Weibchen wittert. Bist blaß geworden und mager, mein Junge; hast Ringe um die Augen; sind Sehnsuchtsringe, du Taugenichts. Ist dir die Zeit lang geworden. Haha! Denke ja! Jst's nicht so?" Björnarne lachte und faßte Hannas Hand. „Es siebt gut mit »ns, Vater," sagte er, „denke, die längste Zeit soll vorüber sein." „Nuh!" rief Hclgcstad, „Zeiten gehen und Zeiten komme», ist der am weisesten, dcm keine Zeit was anhabcn kann. Sieh deine Schwester an, Björnarne, ist ein Musterbild für alle. Nirgends zu viel und nirgends zu wenig, weder heute blaß noch morgen rot, weder traurig noch übermütig, aber immer sorgsam und immer verständig. Während wir schwatzen und müßig stehen, hat sic Augen und Hände überall. Läßt Paul Petcrsen für sich sorgen und schafft uns allen Speise und Trank." Er setzte sich behaglich in den großen Lcdcrstuhl, mischte ,'cin Glas und ließ sich erzählen und erzählte, sprach mit allen und hatte für alle ein lustiges Wort, nur mit Marstrand mochte er kein genaueres Gespräch anknüpsen. Er begnügte sich mit allgemeinen Fragen, hörte kopfnickend, daß Olaf ani Balssjord sei und nahni die Versicherung des dänischen Herrn wohlgefällig auf, daß mit aller Kraft und allem Fleiß an dem Gedeipen seines Werkes gearbeitet werde. Bis tief am Abend blieb die Familie froh beisammen, aber am andern Morgen hielt es Marstrand für Zeit, die erste Gelegenheit zu benutzen, »m Hclgestad mit seinen Foi- dcrungen bekannt zu machen. Ter Kaufmann war schon früh auf gewesen und hatte seine gewohnte Tätigkeit bc- gönnen. In seiner kleinen Stube am Kramladen war er fest dem Morgengrauen beschäftigt, alle Bücher durchzustöbern, um sich von seinen Geschäften zu überzeugen; dann hatte er seine Waren bestände durchmustert, hierauf seinen Meier aus Loppcn rufen lassen und ein langes Gespräch mit ihm gehalten nnd als Marstrand anfwachte, sah er ihn schon bei der Eine Hyäne des Schlachtfeldes. Unter starker Bedeckung kam in Frankfurt a, M. eugiischcr Sanitätssoldat durch, bei dem man 21 Brustbe von deutschen Soldaten, die deren Geld entbiclt, fand. Os bar hotte er sie den Verwundeten abgeschnittcn. Der z haftete wurde nach einer süddeutschen Festung gebracht, ihm der Prozeß gemacht wird. Tic Taktik Ser Berstclinng. Der ehemalige Kommandant von Lüttich, General Lcman, kricgsgcfangcn in Magdeburg sitzt, hat die Bitte an die Ritz bchürdcn gerichtet, sie möchten gestatten, datz ihn, seine Tochte der Gefangenschaft Gesellschaft leiste. Das Kriegs»,inistcrium das Gesuch, unter Berufung auf die schlechte Behandlung der i scheu Verwundeten »nd Gefangenen im feindlichen Ausland, o lehnt. Es heißt in der Antwort dcS Kriegsininistcriums: Ger Lcman hat dies idie Ablehnung seines Gesuchs) einzig und o den, Benehmen seiner Landsleute und ihrer % bündele n zuzu schreiben. Nicht nur hat fick, die bei, Bevölkerung wehrlosen deutschen Verwundeten gegenüber in reichen Fällen Grausamkeiten nnd Untaten zusch, lominen lassen, wie sic unter europäischen Völkern bisher möglich erschienen; die Angaben einwandfreier Zeugen haben ! nnzwcifelhaft dargcta», datz die Behandlung deuts Gefangener, namentlich Verwundeter, in Belgien Frankreich an manchen Orten nicht nur im Widerspruch zu internationalen Vcrciiibarungc» steht, sonder,, jedem meu l i ch e n Empfinden Hohn spricht. Da cs hiernach schwere Verletzung der berechtigten Gefühle des deutschen P wäre, wenn bcutschcrieits den Kriegsgefangenen irgendwelche leichtcrnngen gewährt würden, so kann die erbetene Erlai nicht erteilt werden. ,iik jjl t' ,-ß > si Sil» > >,!> 9' gi i in m »«: gilt, ti f < jni pliftr jilikel i djreibt in smi o dn dtn Sl nShebei Mi 31 k 9)rl Vcrfchicbung der Wahlen in Sachsen. Tie sächsische Regierung hat verfügt, daß die in di Jahre fälligen Gcmcindcwahlcn mn ein Jahr verschoben den. Auch für die beiden erledigten Mandate zum Lau werden keine Neuwahlen stattfindcn. Das Berliner Oberkommando gegen vichaltskürzungen. Um der Arbeitslosigkeit unter den Angestellten in . bei, Gewerbe und Industrie nach Möglichkeit vorzubei ist die Regierung vom Beginn des Krieges an dafür c treten, daß die Unternehmer ihre kaufmännischen und tc scheu Angestellten, wenn irgend angängig, nicht entsi sondern sich nötigenfalls mit ihnen über Gehaltskürzu einigen sollten. Diese Haltung der Regierung hat aber geführt, daß auch völlig ungerechtfertigte Gehaltsabzug, macht wurden. Das Oberkommando von Berlin betont gegenüber, daß Gehaltsabzüge bei Fortdauer der vollen beitsleistung ganz unzulässig sind. In einem Schreiben den Vorstand der Berliner Handelskammer macht das i kommando nähere Ausführungen zu dieser Frage, in ! es heißt: Tas Oberkommando vertraue, daß der rech Sinn und die soziale Einsicht der Kaufleute und Gew treibenden die Einschränkungen der Gehaltsbczügc ihrer gestellten von selbst auf das unbedingt notwendige Ma schränken werden, und daß bereits bestehende, nainentli der ersten Zeit nach der Mobilmachung diirchgeführte, gehende Gehaltsabzüge bei cintretcndcr Besserung des schästsgangcs auch ohne Zwang wieder entsprechend gängig gemacht würden. Es stehe zu hoffen, daß klärungen und gegebenenfalls Mahnungen von seiten Handelskammer ihren Erfolg nicht verfehlen würden, soweit dieser Erfolg im einzelnen Falle nicht cintrcten | würden Maßnahmen von seiten des Oberkommandos, fo besondere ein Hinwirken auf Ausschluß der betresst, S : Firma von Heeresliescrungen zu erwägen sein, und Oberkommando würde in dieser Hinsicht den Mittcilu der Handelskammer entgegensetzen. In ähnlichem Sinne sind auch die Dckanntmachi anderer niilitärischer Behörden über Gehaltskürzung«, kaufmännischen und gewerblichen Betxieben ergangen. Dcr Kampf in Flandern. Ständige Fortschritte. Tie französischen Blätter bereiten, wie dcm Berl! anzeiger aus Genf berichtet wird, das Publikum auf baldigen Rückzug dcr Verbündeten aus dem schon ha! zu litt lei .tfütii r# cn ;ui[ien Jtnngi Hüften 4t ali iiit smi :u4 m ßönner. soll. mit mart. kn Jacht mit zwanzig Leuten beschäsigt, um an den R tauen der großen Rahe die Ballen »nd Kisten aus dcm i hissen. Es waren so viele Geschäfte und Arbeiten mit Hel gekommen, daß der stille Gaard ein ganz anderes Kle gezogen hatte. Ta war nicht nichr die Rede davon, ii Gärtchen zu sitzen, um behaglich zil lesen und zu pla Alles, was Hände hatte, fand auch Tätigkeit dafür; He! konnte niemand müßig sehen und seine Gegenwart ganz von selbst jedermann zu treiben, frisch ans W gehen und nicht zu rasten. Ein Blick seiner langen, s< Augen oder ein Grinsen seines lederharten Gesichtes r hin, alle lässigen Gedanken auszutreiben. So geschah es denn, daß dcr Mittag kani und dcr hcranrücktc, ohne daß Marstrand imstande gewesen sein Anliegen vorzubringen. Helgcstad war auch bei > nicht mehr so heiter gestimmt, wie bei seiner Ankunf zuweilen kam cs scincin Geiste vor, als ruhten seine mit einem durchbohrenden Ausdrucke aus ihm. Ein liches Gefühl ergriff dann den jungen Mann, das t gcbcns ganz zu bewältigen suchte, denn sein Gewissen s> ihm allerlei Vorwürfe zu, die er nicht ganz vor sich at\ konnte. Er erinnerte sich auch immer wieder, daß Hc ihn ganz in Händen habe, und als er endlich am zögernd und doch getrieben von der Notwendigkeit de, schlnß faßte, den Kaufmann in seiner Rechcnstubc z" fallen, wurde er noch bestürzter, als er Paul Pctcri ihm fand. Er öffnete die angelchntc Tür ein wen blieb stehen, indem er nicht wußte, wofür er sich entl sollte. Auf dcm alten Schreibtische lehnte Hclgcstad Z> allerlei Papieren und Gerätschaften und vor ihm staiZ dcr eben ein helles Gelächter aufschlng. — „Ihr wollt« glauben," sagte er, „aber cs ist so; ich sage Euch, diese muß fortgeschasst werden. Macht cs so, wie ich Euch ri alles wird glatt und gut in kurzer Zeit abgemacht sei iFortsetznna folat.) :i6e st« '«in .N :»«»< ’U! Jn fei Sei die r.r ,! fl dn 'ä!ant Kt: n 0 »nd U( t d» b ( ibtt iui« «tobu oflqifi «nid, „ ■ "1(1 Intimi nbntiiji x ihi st». ■t in 'fobe um a >eg Artillerie erwartet. Ter Telcgraaf nieldet über die gewaltigen An- strengungen der Teutschen bei Tixmuidcn: Zwischen angemarck und Tirmuidcn liegt ein großer Wald, durchschnitten von einer Anzahl von Moraststreckcn. Südlich ?)pern mußten die Teutschen durch schlüpiriges. aufgcweichtcs Lehm- gelönde. durch Hohlwege und Hügelland. Don einem Z u - rückweichen der Teutschen dort, wie Gerüchte behaupten, könne keine Rede sein. Immer neue Truppen- nassen gingen nach ?)pern. tlniiühe Schicker, i. Rotterdam, 1s. Nov. Ter Kansnenbonner von der Teescitc ist ollstänbig verstummt. Di« Verbündeten haben cingciehen. daß sic nll ihrer Flott« zwilchen Oltenbc und der holländischen Grenz« keine rnste Aktion gegen die Deutschen unternehmen können. Zlknverc Besch,ädiaunq englischer Krieqsschiffe Gens. 1s. Nov. Tie deutschen Geschütze an der belgischen titstk haben nach Pariser Meldungen aus den englischen Schissen riiheren Schaden angerichtet, alz die englische Admiralität zuyab. «an glaubt, daß die Kreuzer „Falcon". .Brilliant" und „Slinaldo" n brauchbar gemacht worden sind. <*in Anschlag ans Die Petroleum-Tanks in Bonlogne. Stockholm, 1s. Nov. Ans die großen Pctroleumtanks ün Vasen on Boulogn« ivuvdc am Montag abend. ,vi« üixr London bekannt ürd, ein Anschlag versucht. Die sranzösischen SKHörden lassen nicht i« geringste Einzelheit über das kühne Unternehmen bekannt wcr- cn. Man weiß mir, daß der sran-osischc Wachtpoftcn. der di« An- reifer festnehmen wollte, tot ausgesunden wurde. (*iii cnqlischcr Notschrei. WB. London, 13. Nov. (Nichtamtlich.) In einem Leit- rtikel zur Ncde ASquiths bei der Eröffnung des Parlaments ooizub« hrcibt die Times: Tie gegenwärtigen Rekrutiernngsmetho- en sind hoffnungslos und unwirksam. Wenn wir n der Aufgabe der Vernichtung der deutschen Militärmacht ollen Anteil nehmen wollen, müssen wir viel mehr Menschen ushebcn als bisher. Wir inüsscn unsere ganze verfügbare rast zur Anwendung bringen, um den Feind aus Frankreich nd Belgien zu vertreiben und den Krieg auf deutsches Ge- iet zu tragen. Tie Deutschen kämpfen mit Verzweiflung, hre letzte Hoffnung auf Erfolg ist, den linken Flügel der icrbündcten zu durchbrechen. Sic sind in Flandern noch icht endgültig unterlegen. Gestern haben sie sogar einen cwissen Erfolg errungen, denn sie sind in Dixmuiden ein- edrungen. Sie behaupten die Vorteile, die sie auf anderen lunkten errungen habe». Wenn diese Erfolge auch nicht ichr als das unvermeidliche Hin und Her auf der Schlacht- nie sind, das man tagtäglich beobachten kann, so ist doch der ruck noch immer furchtbar. Was wir brauchen, sind stänner. Wir brauchen sie sofort, wenn der Sieg unser in soll. Atalien entlasst die Reservisten. Mailand, 1s. Nov. Nach der Turincr Stampa hat der alicnische Kriegsministcr die Beurlaubung der Reservisten eS Jahrganges 1891 auf den 25. November angeordnel. 'iefe Entlassung soll wegen 'des völligen Mangels an Win- rquartieren »nd angesichts der vorzeitigen auf Anfang zrage kommenden Staaten gleichlautende Protestnoten iberreicht. Tie „Karlsruhe" an der Arbeit. . Mailand, 1s. Nov. Ter Eorrierc della Sera gibt die Erzählung eines Kapitäns Jonker vom holländischen .ampscr „Maria" wieder, der aus dem Wege vvn Portland ach Belfast an der brasilianischen Küste von dem deutschen ireuzer „Karlsruhe" angehalten wurde. Tic ganze Be ibung wurde auf das Handelsschiff „Krefeld" gebracht, wo ^ k f rfitci die Mannschaften von s anderen von der „Karls »he in den Grund gebohrten Handclsdampfcr befanden. t^nlisch, Spio»ens igv. Amsterdam, ls Rov. Tie englische Spionenriecherei beginn, m letzt auch aus di« Kolonien e.uSzudehnen. In Siiiflftonm aul Ja, 2J® xmrde d«r ans Tcutiiblaiid stammend« Nessels, der in Eng- m» naturalisiert ist. unter der Anilaq« des Hochverrats veeltziftet. ein« beiden deusschcn Angestellten, die unter der gleichen Am'chul- gung verhaltet wurden, mußten umfangreich« L^e weise erbringen, cs sic wieder lreigelasscn wurde». Ter Slufsiand in Südafrika. Londou, 1s. Nov. Illach einer amtliche» PHttcjlung soll otha Tcwcts Kommando 2s Meilen östlich von Winborg "llcgrissen haben. Tic Buren verloren 250 Gefangene. Cfin amerifanikchcr Kreuzer vermisit. «on der holländijchen Grenze. 1s .Nov. Ter B-rich!-rstatt«i iutil» rv, ,, . . . - t__i Qi____: ; i k n fr®' iu§ bfö et & ^ di»-' ifiiri an* aogc" esW ,< r «ntfl tcn m- m, otl»: . 5»rpz. r wie ««in»»- te Admiralität nichts mehr gehört hat. bis am Tienstag nachmit- ? 7^ Gerücht umging, wonack) das Schiff aus eine von he» Türk«,, I« « ™ gestoßen und gcsimkcu sei. Ta jedoch die SUuniralitat ■ne Bestätigung dieser Ziachricht zu erhalten vermocht«, ist der Unt«rsuchung «^on'7 * on *"" i "°'* ^'den. eine -•iii >>oher See in Br.niV gerate». " ^ op Ter korri«r« della Sera meldet aus exnthrL bi 2.'0'0üa" mit 500 Rann Aokaris aus 1.tuthrca und 300 Passagi«r«n an Bord ist IVO Lcemriien vou Catania eimernt aus hoher Z« j n Brand »eratcii und hat funken- tkicstrc dlirdcn un- versranolich. Rcichstanswczhl im Osten. Wie der Vorwärts mitteilt, wird ein Wahlkampf bei der Reichstagsersatzwabl im Wahlkreise Zcarnikau-Filehne nicht zu vermeiden sein. Tie Konservativen, die den Vorsitzenden des Bundes der Landwirte als Kandidaten aufgestellt hätten hätten sich wohl zwecks eines Burgfriedens mit den übrigen Parteien verständigt, nickt aber mit den Sozialdemokraten. Tiefe würden daher wohl zur Aufstellung eines eigenen Kandidaten schreiten. Pnrteinntl,richten. ^ Eine Geschichte des deutlch-sranzöfischen Krieges. , Ter Büchenj,ch der diesjährigen Weihnachten wird keine irrledcnstafcl sein Xer Weltkrieg wird seinen Einfluß geltend machen. Unzählige Kriegswerke, große und kleine, werden die vluti,'-harte Gegenwart bezeuge». TaS Werk, das die deutsche Arbeiterschaft, soweit sic ein Wcihnachtsbuch solcherart sucht, bcsrie- digen wird, steuert der Verlag der Buchhandlung Vorwärts in Berlin bei. In dem Genossen H u g o S ch u l z hat die deutsche Sozialdemokratie den bcruseneii Historiker der Kriege. Tie großen lliesernngSwerke .Blut und Eisei," und „Tie Welt in Waffen", die e-chnlz im Vorwärts-Verlag erscheinen ließ, haben weile Verbreitung und eriisthaste Beachtung gesunden. Tie sind eine Art Weltgeschichte aus der KriegSperspetlive. Ihr Ziel ist der Beweis, daß der auf Grund der Entwicklung der Technik ssch vollziehende Militarismus zum Tystem der Miliz flihren wird. Fiir diese Eniwick- lung aber war der Krieg von 1870,71 von nicht geringer Bedeutung, und deshalb ist dieser Krieg augenblicklich eine Sache größter Aktualität. Es ist wichtig, seinen Verlaus vo» dem Gesichtspunkte aus zu kennen, den Hugo Schulz einnimmt, und so ist der Plan des Vorwärts-Verlages zu begrüße», die Tarstelluug des siebziger Krieges als Einzeldruck aus dein genannten große» Werke herauszugeben. Unter dem Titel: „Ter deutsch-französische Krieg 1870,71" erscheint das Buch 320 Seiten stark mit 210 Bildern in dem große» Format der „Kultuibilder". In Gcschcnk- cinband kostet cs 3 Mk. Es wäre zu wünschen, daß das Buch zahlreiche Käufer in Arbcilerkreiscn findet. Es stellt in bestem Sinne ein Gegengewicht gegen die schlechte Kriegslileratur dar, die sich jetzt wie Sand am Meere im Volk abzulagern droht. TaS Werk erscheint in einigen Tagen und ist durch alle Volksbuchhandlungen zu beziehen. Preßprozeß. Wegen Bclcidiguna des Geschäftsführers des Vereins der Industrielle» des Regierungsbezirks Köln war der verantwortliche Redakteur unseres Kölner Partciblatles vom Tchöffcngericht zu 250 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Beide Teile hatten Berufung eingelegt. Jetzt wurde vor der Strafkammer auf Vorschlag des Vorsitzende» im Hinblick aus die Kriegslage eine Vereinbarung erzielt, nach der beide Teile die Berufung zurückziehc». Ein sozialdemokratischer Sauptmann. Genoste Tr. Otto Bauer- Wien, Redakteur der wissenschast- lichcn Monatsschrift der österreichischen Sozialdemokratie Ter Kampf, der bekannte Mitarbeiter der Neuen Zeit, der auch auf dem Internationalen Kongreß in Wien über die Teuerung referieren sollte, rückte bei Beginn des Krieges als Reservclcutnant eines böhmischen Jnfantericregimentr ein. Er hat eine große Zahl von Gefechten mitgemacht und hat bereits die Eharac eines Haupt- mannS erhalten. Bei den großen ^sfiziersveriusten seine? Regiments hat Bauer bereits wiederholt wichtige Führerstellungen im Kampfe auszusüllen gehabt. Ter Ehrenpreis! Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hatte bekanntlich die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik zu Leipzig beschickt. Jn einer großen Toppelkojc waren wertvolle Schätze unseres Parlciarchivs, außerdem ältere und neuere Partessitcratur, Akzidenzarbcitcn aus vielen Partcidruckcrcicn. sowie die gesamte Parteiprefle ausgestellt. Eine erhebliche Anzahl von Tiapositivcii zeigte Parteidruckereigebäude und Truckereiräumc. Aus Plakaten und Tafeln war i» übersichtlicher Weise die vielseitige Tätigkeit der Partei graphisch und ziffernmäßig dargcstcllt. Tas künstlerische Arrangement der Ausstellung erregte allgemeine Slusmerkiamkcnt. Tas Direktorium der „Bngra" hat setzt dem Parteivorstand initgctcilt, daß das Preisgericht der Slusstellung der Sozialdemokratischen Partei den Ehrenpreis zuerkannt hat. Ter Krieg im Lichtbild. Ter Zenlralbildungsausschuß lBerlin SW. «8>, Lindenstr. 3> gibt eine Slnzahl Lichtbilderreiheu heraus, die in unmittelbarer oder mittelbarer Beziehung zum gegenwärtigen Kriege stehen. „Ein Besuch der Kriegsschauplätze in Ostpreußen" betitelt sich eine Serie von 85 Bildern, die von Robert Schmidt bearbeitet und zusammengestellt worden ist. „Bilder zun, Kriege" zeigt eine zweite vo» Heinrich Schulz zu- iammengestellie Reihe, die 120 Bilder aus den verschiedenen Kapiteln des Krieges enthält. Gen. Tr. PoenSgrn-Sllbertv bat eine Reihe von 113 Bildern über die ^Kun st sch ätze Belgiens und Nordsraukreichs" zusammengestellt. Durch die B a I k a n st a a t e n führt eine Lichtbilberreihe, die vom Genossen L e g i e n bearbeitet wird. Tie beiden erste» Serie» könneii schon jetzt bezonen werden: der Leihpreis für die Lst- vrcußen-Scric beträgt für jede Vorführung s Mark, der Lcihpreis für die Serie „Bilder zum Kriege" 5 Mark, die anderen beiden Serien werben in zwei Wochen fertig. Jn einer Vorbemerkung zu den Serien schreibt der Herausgeber: „Tiefe Lichtbilder sollen gemäß den Ausgabe» der Bil- dungsaiiSschüsse in erster Linie Kenntnisse verbreiten und der Belehrung der Zuhörer dienen, llm de» örtlichen Bildungsausschüssen. Geweikickaftskartellen und Parteivereinen die Veranstaltung eines Lichtbildervortraqes so leicht und so billig wie möglich zu macken, aibt der Zentralbildungsauslchuß, abweichend von seine» sonstigen Gepflogenheiten, zu jeder Serie einen fertig ausgearbeiteten und zum Börse sen eingerichteten Teirt heraus. Ein Redner braucht also nicht bemüht zu werden. Es genügt ein Genosse, der den Tert mit Ueberlegung und Betonung klar »nd deutlich vorzuleien versteht." Ran darf wohl erwarten, daß überall dort, wo Bilbungs- ausschüssen, politischen und gewerkschaftlichen Vereinen oder sonstigen Korporationen Lickibildercpparaie zur Verfügung stehen, die Anregung der Zentralbildungsausschüsie benutzt wird, um die Arbeiter und Arbeiterinnen letzt während des Krieges gelegentlich zu einer belehrende» Veranstaltung zusammenzuberusen. Zn den bayerischen Gemeindewahlen. Jn V a m b e r a hat die sozialdemokratische Partei entgegen den Beschlüssen der sozialdemokratischen Landes- und Eauorgani- salion ein Wahlabkomme n mit den bürgerlichen Parteien zur Semrindewahl geschlossen. Tieies Abkommen bindet die Parteien, in keinen Wahlkampf einzulrelen, keine Versammlung abzuhalten, keine Flugblätter zu verbreiten, dafür soll ein gemeinsamer Wahlausruf herausaegeben werden. Tie Parteien selbst treten allerdings mit eigenen Listen in die Wahl ei». Mit diesem Wahlabkommen hat sieh nun der sozialdemokratische Gauvorsland für Nordbayern in einer Sitzung am 10. November beschäftigt. Er konstatiert: „Das Vorgehen der Bamberger Parteigenossen widerspricht dem Wortlaut und dem Sinuc hex Parteibeschlüsse, die in Bamberg getroffene Vereinbarung schränkt die Bewegungsfreiheit der Sozialdemokraten bei der Gcmcindc- wahl in durchaus undcmokratischer Weise ein. Dieser Vorgang ist daher umsomehr zu dcdaucrn, als er übereifrige» Dienern der silcgicrnng zum allerdings aussichtslosen Vorwand gedient hat, andere Organisationen unserer Partei zu ähnlichen, die Disziplin störenden und den kommunalen Interessen ziiwiderlauscndcm Vorgehen zu veranlassen." Stadtoerordnetenwahlen. Am 11. November fanden in Breslau die Stadtverorditctcn- wahlen für die 3. Wählcrabteilung ohne Wahlkampf statt. Auf Grund eines Abkommens, das jeder Partei de» bisherigen Besitz garantiert, wurde,, 1 Sozialdemokraten, 2 Liberale, 1 Konservative und 3 Zentrumslciuc gewählt. Tie gewählten Sozialdeinoliaten sind die bisherigen Siadiverordnetcii Brosig, Ncukirch und Wittke, sowie der Vorsitzende des GcwcrkschastskartcUs. Genosse Seibold. Tein Breslauer Lladlvcrordnelenkollegium gehören im ganzen 1V Sozialdemokraten an. Bei de» Ltadlvcrordnelciiwablen ln Landeshut i. Schl, ist zum ersten Mol« ei» Sozialdemokral. der Arbcitcrsckretär Gustav Proll, aus 6 Jahre gewähll worden. Ein Burgfriede war nicht proklamiert worden. Hcfien «nd Nnchbargebiete. »Ufjrn und Ningtbnng. Schrecke« «nd Greuel. Tie Furchtbarkeit des modernen Kriege» liegt »icht sowohl in den verbrecherischen Ausschreitungen kulturloser Völker oder grausamer Individuen als in den durch Zahl und Technik bedingten »nd gebotenen normalen Erscheinungen. Jn sriihcrc» Zeiten mag da», was die KricgSsllhruna notiveiidig erforderte, an O.ual über- trosfen worden sein, durch die Schensäligkcit, die menschliche Grausamkeit hinzusügtc. Heute ist c» umgekehrt. Es bleibt eine greuliche Untat, wenn wilde Franc» auf ein- ziehciibe Soldaten kochendes Wasser gießen. Ader wie viel entsetzlicher ist der Wirkung nach, daß der Kricgszweck erfordert, durch die Explosion einer einzigen Granate gleich fünfzig oder hundert Mensche» die Haut vom Leibe zu fressen. Ta» ist unerbittliche Notwendigkeit, weil wir »ns wehren müssen, aber e» ist furchtbar Es ist verruchte Heimtücke, wenn i» Quartier nächtlich schlafende Soldaten von ihre» Wlrte» überfallen und grausam verstümmelt werden. Aber welch Entsetze» kündet ein miiilärisch nicht nur zulässiger, sondern sogar nur von der Anspannung edel- slen »nd opseroolisten Heldenmuts ermöglichter llebersall, wie er iiingst in der Frankfurter Zeitung geschildert wurde: „Mit 25 Freiwilligen — 21 Oeslerreichern und 1 Bayern — schleicht unser Mann nachts ein Uhr in weit auSgeschwärmter Schützenlinie dem Feind entgegen. Ter hatte drei Vorposten ausgesteNl, die lautlos überrumpelt und erdrosselt werde». Tann ging» auf die feindliche Truppe, die — es waren 86 Mann — au» tiefem Schlaf aufgefchreckt, niedergemacht wird". Tie Plünderungen, die die Russen im Oste» veriibien, sind schändlich und habe» unendliche» Leid über Unschuldige gebracht. Aber die ostprenhilchen Flüchtlinge erzählen selbst, daß sie alles Ungemach schließlich vergeflen würden, nur eine grauenschivere Erinnerung würde sie nicht verlassen: Tie nächtliche», weithin vernehmbaren Todesschreie der Tausenden von Russen, die, im Dunkeln umherirrend, in den masurische» Siimpsen versanken, iveil sie durch die Genialität eine» militärischen Führers hinein- getrieden werben mußlen, um noch schlimmere Verioiistuiigen unseres Volkes und Landes zu verhüten. Tie unerläßlichen Schrecken des heutigen Krieges sind in ihrer elementaren Zerstörungskraft unendlich grausiger als alle», was selbst die schlimmste menschliche Entartung an sinnlosen Greueln hinzutun könnte. Dennoch erregt sich die öffentliche Meinung weit mehr an den Greueln als an den Schrecken. Man schweigt in phantastischer Uebertreibung und leichtgläubiger Erfindung, von den Ausschweisungen der Einzelnen, von ausgestochene,, Augen, abgeschniltenen Fingern, vergewaltigten Frauen. Und die Presse der verschiedenen Länder wetteifert in der Ausdeutung solcher Uebertreibungen, Verallgemeinerungen, Phantasien. So sehr es auch dem natürlichen Empsinben entspricht, auch die kleinste, durch den Zweck der KriegSsührung nicht erforderte Ausschreitung schlimmer zu beurteile», als die Handlungen, die durch die Gebote des Krieges selbst zum Harle», aber unvermeidbaren Zwang werden, so sollte man nie vergessen, wie wenig in der Wirkung alle jene AilSnahmeerscheinunae» bedeuten im Verhältnis zur Norm des heutigen Krieges. Das Gesicht ist weit schrecklicher als die Fratze. Und man sollte nicht die normalen Schrecken des Krieges noch vergößern durch jene Greuel-Propaganda des Hasses, die gefährlichere Wirkungen erzeugt, als die tatsächlichen ober erdichteten Handlungen selbst, die dem Hasse die Stoffe bleten. Der Krieg ist das Furchtbarste, das Grauenhafteste, ivas Menschen treffen kann. Dock er ist da und um unserer Selbsterhal- tung und um unserer deutschen und UNI der sozialistischen Kulllir willen müssen wir ihn mutig und unverzagt durchhallen bis zuni Siege. Aber vergrößert seine Furchtbarkeit nicht »och mehr, indem ihr den Haß predigt und schürt. Seid Deutsche, indem ihr Menschen bleibt! Wahrhaft edle Valerlandsliebe braucht nicht de» Vülkerhaß zum Glutenlfacher — am allerwenigsten im gerechten Kriege. Fürsorge für erblindete Hcercöangehörige. Zu den br- üauernswertestcn Opfern des Krieges gehören nnzweifelhafl diejenigen, die infolge Verwundung ihr Augenlicht völlig verloren haben. Tiefen Aermsten ihr schwerstes Los zu erleichtern und die Zukunft möglichst erträglich z» gestalten, dürfte als vornchmstc Pflicht zu erachten sein. Inwieweit Ltaat und Kommune hier später eingreifcn werden, mu» einstweilen Vorbehalten werden. Dringendstes Erfordernis ist zunächst eine sorgfältige Pflege und fachgemäße ärztliche Behandlung der Angcnverletztcn. Hierfür hat die Heeresverwaltung in den Rcservelazarctten »nd zugehörigen Der- cinslazarctten unter Heranziehung bewährter Augenärzte in auskömmlicher Weise Sorge getragen. Ihre Fürsorge er- streckt sich aber noch weiter. Jn der Erwägung, daß es den Erblindeten schon während der Lazarettbehandlung vor an- d-eren Verwundeten gerade an geistiger Anregung mangelt und daß zur Ablenkung von körperlichen und seelischen Leiden nichts zweckdienlicher ist als Tätigkeit, hat die Heeresverwaltung es sich angelegen sein lassen, ihnen eine solche zugänglich zu machen, die sie zugleich befähigen wird, den künftigen schweren Kamps ums Tascin auszunchmen. Jn einem Dresdener Reservelazarett sollen erblindete Heeres- angchörige von einem vor Jahren erblindeten Leutnant a. T. Gaeblcr unentgeltlichen Unterricht im Lesen und Schreiben der Blindenschrift erhalten. Ein gleicher Unterricht ist von einer erblindeten Dame aus Godesberg am Rhein für er- blindcte Soldaten zugeiagt worden. Wcihnachlspakete für unsere Liriegrr. Vom 15. bis ein- schließlich 21. November werden wieder Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht von 250 bis 500 Gramm zugelassen werden. Auch Wcihnachtspakete werden zugelassen. Die Wcihnachlspakete werden bei der Einlieferung an die Postanstalten als solche kenntlich sein müssen. Dies wird sich dadurch erreichen lassen, daß die Pakete auf allen Seiten mit einem grellroten Zettel bezw. Farbstrich, eventuell mit Ausdruck „Weihnachtspaket" beklebt werden. Während die Fetd- postpakete bisher nur Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke enthalten sollten, dürfen natürlich den Weihnachtspaketen auch andere Gaben beigefügt werden, doch ist dabei zu beobachten, das; die Pakete längere Zeit unterwegs sein und das; daher leicht verderbliche Eßwaren zu vermeiden sein werden. Um zu vermeiden, daß etwaige weiche Gegenstände zerdrückt werden, empfiehlt es sich, zur Versendung grundsätzlich kleine, feste Kisten, sowie zur Verpackung Holzwolle oder ähnliche Packstoffe zu verwenden. Es muß dringend davor gewarnt werden, Glasflaschen mit Flüssigkeiten in Pappkartons zu versenden. Für die durch den Krieg schwer heimgesuchten Reichslandc Elsaß-Lothringen sind bei dem Oberbürgermeister eingegangen von: Geh. Kirchenrat T Schlosser tv Mark, ans dem Ertrag des zweiten Wohltätigkeitskonzerts 7» Mark, St. 10 Mark, Frau Tr. Siegelt 20 Mark, N. N. z Mark. Hosinetzgcr Adolf Möhl SU Mark, Christ. Rühl 20 Mark, (5. M. 1 Mark, N. N. 3 Mark, F. E. Witwe 20 Mark, E. S. 20 Mark, A. B. 5 Mark, Pfarrer Brotz 5 Mark, Wilh. Hollmann 10 Mark. Fra» Schlei,ke 10 Mark, Hoflieferant Rudolph 50 Mark, Stadtgeometcr Wisiner 10 Mark, Frau Oberst Jmanucl 10 Mark, Stadtverordnete» Krumm 20 Mark. Frau Geheimrat Hellwig Wwc. 20 Mark F. L. 5 Mark, Anni Pitz 3 Mark. Lber- apotheker Hotz 5 Mark, Foh. Sommer 2 Mark, Prof. Müller 10 Mark, Tr. Lehnert 15 Mark. Vaterle 5 Mark, C. St. Ww. 10 Mark, Daniel Heil 10 Mark, Geh. Forstrat Tr. Wimmcnaucr 30 Mark, Oberamtsrichter Rausch-Lich 10 Mark, Apotheker Th. Schwieder 50 Mark, Kommerzienrat Schirmer 10 Mark, Landgerichtsdirektor Prätvrius 20 Mark, Foh. Gärtner 5 Mark, K. G. 3 Mark, Rent- amtmann Weimer 5 Mark, Landgcrichtsdirektor Bücking 50 Mark, Gymnasiallehrer i. P. Willcnbächcr 3 Mark, Aug. Michel 10 Mark, Martin Straus; 10 Mark, Frl. Auguste Görtz 20 Mark, St. 5 Mark, F. H. 2 Mark, Frau Kommerzienrat EmmeliuS 20 Mark, Oberbürgermeister Keller 20 Mark, Stadtverordneten Friedbcrger 25 Mark, ans einer Sammluna Gictzencr Lokomotivführer und deren Anwärter 50 Mark, Geh. Medizinalrat Tr. Haberkorn 40 Mark, H. S. 25 Mark, aus der Gemeinde Grosien-Lindcu 77,35 Mark, von der Kirche Kirchberg IW Mark, Stadtsekrctär Allendorf 5 Mark, Fra» V. Lob 5 Mark, Stadtverordneter H. Win» 50 Mark, zusammen 1084,35 Mark. Mit herzlichem Tank für diese Gaben wird »m weitere Jn- wendungen gebeten. Tie Automatenptagc ans dem Laude präsentierte sich wieder einmal in hellster Beleuchtung vor der Tarmstäbtcr Strafkammer. Die Verhandlung zeigte, das, der angeklagte Reisende Adolf Rosenwald ans Bayern sehr raffiniert vorging. Für eine Institut mit den, tönenden Namen „Germania" vertrieb Nosenwald die Anto- niaten in den Dörfern des Odenwalds. Er spiegelte de» kleinen Leuten vor, sie können die Füllungen zahlen, wen» sie wollten oder nach Bedarf. Ein Gastspiel, das er in einem andere» Bezirk Deutschlands gegeben, entzog ihn dann für einige Zeit seiner „nützlichen Tätigkeit. Als er aus dem Gefängnis wieder heraus war, besuchte er seine treue Kundschaft im Odenwald, um sie abermals hineinzulegc». Er erzählte den Leuten nämlich, das, jene Firma in Liquidation getreten sei und er die geschlosienen Verträge ab- lösen wolle. Natürlich gegen eine bestimmte Summe, die er in den meisten Fällen auch erhielt. Tenn Roscnwald trat nobel auf: mit Automobil und livriertem Diener. Also war er ein feiner Mann. Aber den glanvensseligen Odcnwäldcrn ging doch allmählich ein Licht ans, das, sic geniciert waren. Unter Einbeziehung einer in Eisenach rechtskräftig gewordenen sechsmonatigen Gesäugnisstrafc erhielt Roscnwald zusammen 2 Fahre Gefängnis wegen seinen Odcnwäldcr Betrügereien. Er erkannte das Urteil an. Demnächst hat er sich gleicher „Geschäfte" wegen in Tübingen noch zu verantworten. Wenn doch gegenüber dem Automalenschwindel die Leute auf dem Lande endlich zur Erkenntnis kommen wollten! Der erste Schnee. Vom Feldberg wird Schneefall gemeldet, der am Donnerstag begann und gestern vormittag noch anhielt. Tie Schneedecke ist schon 10 Zentinicter hoch. Bei Nordwind ist es Grad kalt. Auch aus dem Thüringer Walde, ans der Eifel, dem Schwarzwalbc »nd den Vogesen kamen Schncemeldungcu. Frontsurt, II. Nov. Ein betrügerischer Schaffner. Ter 43jährige Schaffner Gustav Neumann von hier war wegen Krankheit beurlaubt. Während dieser Zeit verübte er viele Schwindeleien. Er stellte sich in seiner Uniform ans den Hauptbahnhof und erbot sich den Nclsenden, besonders Damen, die Tasche an den An- sckluftzua zu tragen. Dann verschwand er mit der Tasche. Nenn Fälle dieser Art sind ihm nachgewiesen. In 0 nachgcwiesenrn Fällen stieg er in Tarmstadt in den Frankfurter Zug ein und kontrollierte ohne Berechtigung die Fahrkarten. Wer in Frankfurt an einen Anschlusizng wollte, dem bot er sich an. in Frankfurt eine Fahrkarte zu holen. Mit dem Geldc machte er sich dann ans dem Staube. Tic Strafkammer verurteilte Nemnann zu 2 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Kreis Wetzlar. Wetzlar. Mittwoch, den 18. November, abends 8!b Uhr Kartellsitzung bei Sck>reier. Irrtum. Bisher wurde vielfach angenommen, daß dem zuständigen Generalkommando die letzte Entscheidung über Familiennntcr- stützung von Kriegsteilnehmern zustande. Ter Landrat in Wetzlar gibt aber bekannt, daß dies nicht richtig sei, sondern die hierfür bestellte Kommission entscheide endgültig. Ter großen Zahl Rat- snchender ist nun aber weder von der Kommission selbst, noch die Adresse des Vorsitzenden bekannt. Krosdorj (Kreis Wetzlar), 15. Nov. K c m c i n d c r a t s w ah l. Bei der gestern hier staltgesnndsnen Wahl wnrdc unser Genosse Karl Stork, Zigarreiifabrikant. in der 3. Klasse iviedergewählt, ebenso Herr Schnsidermcister Schniidt. In der 2. Klasse blieb Herr Philipp Kerulmch („Zur Sccnmhle") gegen den bisherigen Vertreter Karl Leib, Gleiberg, Sieger und wird ihm ei»« selbständige Meinung nachgerühmt. Telegramme. rülstsbckilijk Sts törojcii HaiiptMtiers Langsam vorwärts in Flandern nnd Frankreich. Tie Schlacht ist Ostpreußen dauert fort. W. H. Großes Hniiptquartier, 14. Nov., vormittags. (Amtlich.) Tie Kämpfe in W c st - F l a n d c r » dauern an, in de» letzten Tagen behindert durch das regnerische und stürmische Wetter. Unsere Angriffe schreite» langsam andauernd vorwärts. Südlich Npcrn wnrdcn 700 Franzose» gefangen genommen. Englische Angriffe westlich Lille wurden abgeivicscn. Bei Berry an Bac »Hißten die Franzosen eine beherrschende Stellung räumen. I», A r g o il n e n w a I d c nahmen unsere Angriffe einen guten Fortgang. Tic Franzosen erlitten starke Verluste und ließen auch gestern wieder über 150 Gefangene in unseren Händen. In Ostpreußen dauern die Kämpfe noch an. Bei Stallupönen wurden 500 Russen gesangcn genommen. Bei Sold au fiel noch keine Entscheidung. In der Gegend von Wlozlawicz wnrdc ei» russisches Armeekorps zu- rückgcworscn. 1500 Gefangene und 12 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Oberste Heeresleitung. W. B. Grosses Hauptquartier, 15. November, vorm. (Amtlich.) Die Kämpfe auf dem rechten Flügel zeitigten auch gestern, durch das ungünstige Wetter beeinflußt, nur geringe Fortschritte. Bei dem mühsamen Vorarbeiten wurden einige Hundert Franzosen und Engländer gefangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet. Im Argonnenwalde gelang es, einen starken französischen Stützpunkt zu sprengen und im Stnrm zu nehmen. Die Meldung der Franzosen, sic hätten eine deutsche Abteilung bei Eoin-Court (südlich Marsal) in Unordnung gebracht, ist erfunden. Die Franzosen hatten vielmehr erhebliche Verluste, während wir keinen Mann verloren. Im Osten dauern an der Grenze von Ostpreußen und in Russisch-Polen die Kämpfe fort. Eine Entscheidung ist noch nicht erfolgt. Wern genommen? Ei» holländischer Bericht. Kopenhagen, 15. Nov. Tie letzten Nachrichten von der Front besagen, das; die Deutschen Mittwoch nacht mit bedeutenden Streitkrästen in Mern eindrangen. Bei dem herrschenden Sturm gelang es ihnen, bis zu den Laufgräben der Verbündeten vorzugehen, ohne daß diese die Annäherung bemerrten. Es kam zu heftigen Kämpfen, bei denen be- ständig neue deutsche Truppen austauchten. Zuletzt gelang es ihnen, die Reihen der Verbündeten zu durchbrechen und in Apcrn einzudringen, wo der heiße Kampf fortgesetzt wurde, in dem das Bajonett die Hauptrolle spielte. Die Furcht vor der deutschen Invasion. Mailand, 15. Nov. (Etr. Frkft.1 Ter Militärkrittker der Times und der Marinckritiker des Daily Chroniclc drucken übereinstimmend die Meinung aus, das; ein deutscher Ftottenangriff be- vorstehc. Daily Chronicle insbesondere meint, das, die Deutschen mit einer Flotteuaktion einen siegreichen Frieden erzwingen wollen. Tie Manöver der deutschen Unterseeboote im Aermelkanal und das Erscheinen der Kreuzer vvr der englischen Küste hätten gezeigt, daß dieses Meer den Deutschen noch unverschlossen sei. Tic englische Flotte ermutige wie zu Nelsons Zeiten die feindliche, ans der Hohen Sec zu erscheinen. Reptugton wiederholt seine Behauptung, Deutschland werde eine Truppenlandung an Englands Küste versuchen. Englands Insel» seien der Schwerpunkt, wo sich das Geschick des Krieges entscheiden werde. Ter Angriff ans die Küste bilde eine unwiderstehliche Versuchung. Tie Haltung der Balkanländer. Kol», 15. Nov. (Etr. Frist.) Einer Depesche der Köln. Ztg. aus Sofia zufolge, hat bisher Rußland die Zustimmung zum Durchmarsch russischer Truppen durch Bulgarien gegen die Türkei nicht verlangt, doch ist die Annahme verbreitet, daß die weitere Entwicklung des Krieges auch den: Balkan einbeziehen und wahrscheinlich den r u s s t f cf) c r. Vormarsch durch die rumänische Dobrudscha veranlassen werde. Tie Haltung Rumäniens und Bulgariens im Falle des russischen Durchmarsches sei noch unbestimmt. Eine Schlacht in der Ostsee? Berlin, 15. Nov. (Etr. Bin.) Der Lokalanzeigcr läßt sich aus Kopenhagen incldcn, daß nach einer Mitteilung des Swcnska-Tageblattes die russische Flotte Hclsingfors ver lassen und ihren Kurs nach Tüdwestcu genommen haben soll, um der deutschen Flotte eine Schlacht zu liefern. Der russische Jnvasionsplan. Laut Aftenposten meldet der Korrespondent der Taiiy Mail aus Petersburg, daß es sich in den nächsten Tagen ent- scheiden werde, ob die Deutschen imstande sein werden, die lange Verteidigungslinie zu halten, die sie im voraus zum Schutze ihrer Grenze vorbereitet haben. Zwischen Thorn und Krakau werden gewaltige Anstrengungen gemacht, um eine russische Invasion in Deutschland und Oesterreich zu verhindern, und wenn möglich, die Russen solange aufzu- halten, wie die Deutschen an der Aisne-Linie die Verbündeten aufgehalten haben. Tie Lage an der Ostfront gleimt jetzt sehr der einer Schlacht an der Marne geschaffenen Situation. Die Deutschen haben sich vor den Russen zurückgezogen, aber nach starken befestigten Stellungen. Sie haben außerdem den Vorteil, die starke Festung Thorn in ihrem Rücken zu haben, 6000 Arbeiter haben Tag und Nacbt gearbeitet, um die Festung in vollkommenen Derteidignngsznstand zu ver. setzen. Tie Russen haben sich bereits mehrere Tage in einem Abstande von ungefähr 02 Klm. von Tborn entfernt aufge- halten und hier dem Feinde zwischen dieser Festung und Kalisch scharf zugesetzt. Aus den letzten Nachrickite» geht hervor, daß die Deutschen ungekehrt sind, um den Angriff der Russen aufs neue zu begegnen. Ter russische Vormarsch auf Ungarn? T. I'. Kristiania, 14. Nov. (Etr. Bln.l Ans London wird telegraphiert: Anstatt die Hauptstadt der Bukowina, Czernowitz, zu bombardieren, haben die Russen die Stadt links liegen lassen und den Piat» überschritten, um die Oesterreickier in diesem Bezirk zu treffen. Tie Hauptstärke der russischen Armee ist in der Nähe von Storozynetz und Sultza konzentriert. Japanische Artilleristen ins russischen Heere? Berlin, 14, Novbr, (Etr. Bln.) Aus Insterburg wird der Nationalzeitung gemeldet: Anläßlich der Kämpfe, die sich seit mehr als einer Woche in der Gegend von Eydt- kuhnen und Stallupönen entfponnen haben, sind von unserer Seite zahlreiche Gefangene geinacht worden. Wie Ihr Korrespondent durch eigenen Augenschein sich überzeugen konnte, befinden sich unter diesen Gefangenen auch Japaner. Sie tragen die japanische Uniform. Verwechslungen mit mongolischen Truppen scheinen demnach ausgeschlossen. Es wurde auch von deutschen Offizieren und Soldaten beskäiigt, daß dtese Gefangenen Japaner feien, und zwar handelt es sich um Artilleristen, die auf russischer Seite die Geschütze bedienen. In Galizien Kampfruhe. W. B. Wien, 14. November. Amtlich wird verlautbart: Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz unserer Front wurde auch gestern nicht gekämpft. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höser, Generalmajor. Wien, 15. Nov. Amtlich wird verlautbart: 1,5. November, Vonnittags: Tie Verteidigung der Festung P r z e • in t) s l wird, wie bei der ersten Einschließung, mit großer Aktivität geführt. To j a g t e eilt gestern nach Norden unter, ncuiniener Ausfall den Feind bis in die Höhen von Ro- kietnica z u r ü ck. Ilnsere Truppen hatten bei dem Vorstoß nur minimale Verluste. In den K a r p a t h e n wurden vereinzelte- Vorstöße feindlicher Detachements mühelos ab gern i e f c n. Auch an der übrigen Front versagten die r us s i s ch e n B o r st ö ß e. Ter Stellvertreter des EhefS des Generalstabs: v. Höser, Generalmajor. Hattiiäckrge Kämpfe iu Serbien. W. £. Wien, 14. November. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 14. Novbr. Die eigene Vorrückung stößt nordwestlich bei Valjewo auf starken Widerstand, auch erschwert der durch Lehm und Schnee grundlos gewordene Boden die Fortbringung der eigenen Artillerie. Trotzdem gewannen alle Kolonnen Raum nach vorwärts, eroberten mehrere wichtige Positionen und erreichten die Linie von Skela an der Save bis südlich Koceljewa. Sodann wurden in südlicher Richtung bis an die Drina zahlreiche Gefangene gemacht, die aussagen, daß die Serben bei Valjewo erneut Widerstand leisten wollen. In einigen Regimentern soll Meuterei ausgebrochen sein. In den letzten Kämpfen wirkten auch die Monitore „Körös", „Maros" und „Leitha" erfolgreich mit. Sie unterstützten das siegreiche Vordringen unserei Truppen längs der Save durch vernichtendes Feuer in die Flanke des Gegners. WB. Wien, 15. Nov. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 15. November. Um fii, den Abzug seiner Trains Zeit zu gewinnen, leistet der G e fl • n e r auf den Höhen nördlich und westlich V a l j e v o in vorbereiteten Stellungen Widerstand. Unseren trotz »naus- gesetzter Kämpfe und großer Strapazen vom besten Geiste be seelten Truppe» gelang es schon gestern, den Schlüsselpunkt der feindlichen Stellring, die Höhen bei K a m e n i c a unk die von Lez niea noch Vnljavo führenden Straßen, nack barten Kämpfen zu e r o b e r n. 580 Gefangene wurden ge macht und zahlreiche Massen und Munition erbeutet Unsere Truppen standen gestern Abend vor Obrenovas, bei UI und im Angriff ans den Höhenrücken Iantina, ans de, Rückenlinie östlich Kameniea und in südlicher Richtung bi, auf Stnbiea, dem Sattelpunkt der Straße Rogacika-Valjevo 2 iltmi ii Jet 5 jiitt » lentfd nttt dir btftimml lfm tä« fiotcfto Wkii i (icilii IliMllk! M M 11011 d, I lit De: I miD ,mic |1 W, Slfitn p fmdl im mit nt öii taten, i Wand Sfrllifli S mb d i Ultra il uni, ! : Wen, Warn 1 uruliii II17 Düs Seegefecht von Coronet. lieber bas Seegefecht von Eoronct ist aus sunkcntelegravhiich» Wege noch folgender Bericht des Ehefs des Kreuzergeschwaden eingegangen: I Am 1. November trascn auf der Höhe von Eoronct S. 8H schisse „Scharnhorst", „Gncisenan", „Leipzig" und „Dressen" bi- englischen Kreuzer „Good Hope", „Monmouth", „Glasgow" und dei Hilfskreuzer „Otranto". S. M. Schiss „Nürnberg" war wädreiii der Schlacht detachiert. Bei schwerem Seegang wurde das Fcur auf große Entsernung eröffnet und die Artillerie der feindliche' Schisse in 52 Minuten zum Schweigen gebracht. Das Feuer wurd mich Eiyibruch der TuickcHheit cüWrsteUt. „Good Hope" wurd durch Artillericscuer und Erplosion schwer beschädigt, in be Dunkelheit ans Sicht verloren. „Monmouth" wurde aus der Fluck von der „Nürnberg" gefunden. Sic hatte stark Schlagseite, wurd beschossen und kentcrtc. Rettung der Besatzung war wegen de schweren Seeganges und ans Mange! an Booten nicht niöglict „Glasgow", anscheinend leicht beschädigt, entkam. Ter Hilst krcnzcr flüchtete nach dem ersten Treffer ans dem Fcucrdcreiit Auf unserer Sette keine Verluste, nnbcdentciidc Beschädigungci Ter Stellvertreter des Ehcss des Admiralftabes: gcz.: B c h n ck c. Ter Krieg im Orient. Siegreiches Borgeheu ver Türke«. Kvnstaiitinopcl, 14. Nov. (W. B.) Amtliche Mitteilun aus dem Haupignartier: Unsere Truppen haben die Stellun von Kotur in der persischen Provinz Aserbaidschan besetzt, d bisher von de» Russen besetzt war. Diese wurden geschlagc und flohen. Heute haben leichte Gefechte zwischen »nserc verfolgenden Truppen und ihrer Nachhut stattgefniiden. T Kämpfe bei Köpritöi waren sehr heftig. Unsere Trupp, zeigten eine wirklich außergewöhnliche Tapferkeit. Ein R fliment machte drei Bajonettangriffe gegen die Höhe 1005, ' deren Verlauf der Kommandeur »nd die meisten Offizic eines Bataillons fielen. Endlich drangen unsere Trupp, mit einer Tapferkeit, die auch in der ruhmreichen ottoman schen Geschichte ehrenvoll hervortritt, in diese Stellung, ein. Nicht ein Mann von der feindlichen Besatzung dies Höhe ist entkommen. Unter der sehr großen Beute befind sich viel Befestigungsmaterial. Gegen die bei Fao an d Küste in der Provinz Basiorn gelandeten Engländer wur ein heftiger Angriff unternommen; von den Engländei fielen sechzig. i »er Win Mn % f?t I Ol [ na(ii i'on j Piinum Mfili», I inlrt® ESm % Frist Eine neue Protestnote Chinas. Petersburg, 14. Novbr. (Ctr. Frkst.) Aus Tientsin wird d; ft. Ztg. gemeldet: China überreichte in Totio eine neue Protc - »ole wegen der Besetzung des chinesischen Tclegraphenaintes Weihaiwei durch japanische Teuppcn. zWeihaiwek liegt unmittelbar gegenüber der englischen ^ zession Port Edward, die vielfach mit dem Namen des benachbart chinesischen Gebietes genannt wird.) Verantwortlicher Redakteur: F. Vcttcrß, Gießen. Verlag von Krumm & Eie, Gieße». , Verlag Ofscnbachcr Abendblatt, G. m. b. H., Ofscnbach a -