crdetiUch« volkszettu», erlchelnl ,cd«n Werktag Abend in Rcdakttsn und (trvcdttton Der ÄbonnementSvrelS belränt wöchentUcd 15 Pf^. oronatlxd Siesten, B-bndotstroste 22, «cke Lsivengatze. mtchl-Bri„»erl«b>e Durch die Bo!t bezogen v,«rteIjäbrl.l^0Mt lelevdon 2«V8. Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Iulcrate tollen die ti mal gelvalt. Slolontlatilt oder deren (Raum 15 Vta -Sei gröneccn Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abend« 7 »de für die folgende Nummer in der Lrpeditlon autgedr» 265 Gicßcii, Smustlig, Den 14. Novcmbcr 1914 9. ^atirgattg aben. * i-d 018 Kries »iitt, m Reüt, S ffitifir ti immatibd! (. Taft» UiiS!aM ;«! i'M '< cliflHft lauirlviili onjfulü ilcw>r » Jiiiiuiim Sorgt Ii: :Vr. ä« Mt. i2ut4'-- JfoDkt. W um ■ “locittHa SlufäÜB* 0 Mi» - 10 ubr. (etmöSio* «bel rittW iihalb- Der lind nnii dtt Srifj gk-kii iiie iiirfci. cit die unter strenger Militärzensur stchcndc russische >r Zeit ein richtiges 3picflclbil6 der Ltlmmunge» unii ge» i» Rußland gibt, scheint der Ausbruch des Krieges mit ei i» der Qclsentiichlcit das Gefitbl wachgcruscii zu haben, se der Fahrhundertc alte Kamps der Türkei endlich zu lihrt werden, Tic Net sch, die Wortsührcriu des libc- irgertiiins. schreibt: er beginn der türkischen Feindseligkeiten macht Rußland nde frei. Ter Krieg gegen die Türkei bedeutet die Ber- gung der Wcltausgabc Rußlands — die Lösung der engen sra ge. 8 s liiiicriicgt keinem Zweifel, dal, rage jetzt ihre endgültige, aiigcnicsscnc Lösung finden wird, tcrliegt ferner keinem Zweifel, das, die Rolle der Türkei opa aiisgcspiclt ist. Fndcm die Türkei in einen ungleichen gegen Rußland und seine Bundesgenossen cingctrcien ist. selber ihr Todesurteil unterzeichnet." ilich äußert sich die gesamte Presse, die zugleich mit den > gegen die Türkei den B a l k a n st a a t c n — vor allem ricn — warnend znrusl: .Sn nicht mit » n s i ft egen uns!" m wir von dieser ziemlich primitive», iiiigeschlachlen Form er die russische Presse aus die neue Wendung des Welleagiert, so ist vor allem die politische Tenkungsart von , die in der Reisch deutlich zum Ausdruck gelaiigt. So das in Fragen der auswärtigen Politik ziemlich ton- -e Blatt: Fetzt würden nicht nur die Fragen des inter- :n Gleichgewichts und der Befreiung der »ntcrdriickten i, sondern auch die wichtigsten Fragen der russischen :n Entwicklung aus die Tagesordnung gestellt. Tie Türkei > Stücke geschlagen werden, und Teutschland werde i» ihr sie Kolonie verlieren, „derentwegen im dir»»de »er gan,e führt wird". A»! der Tagesordnung stehe nun die Frage lriluiig der Türkei, an der nicht nur Rußland, Frankreich lland, sonder» auch Italien, Bulgarien und die Armenier :rt seien. — geben diese Ansicht so aussührlich ivicdcr, ivcil sic liichi Aiischanungcn der russischen Tiplomatie zu entsprechen sondern vor allem, weil sic die lange gehegten Hoffnungen oistrebciiden Bourgeoisie Rußlands — das Prograinm des » FmpcrialiSmus zum Ausdruck bringt. Schon im Fanuar rieb der liberale Politiker Peter v. 2 t r u ü c , ei» Mann, alle» seinen Erzentritäte» und Schwankungen ein sicheres für das Anwachsen neuer Strömungen i» den bürgerlichen Auslands hat. über die Aufgaben „Großrußlands": „Fetzt feil aiiszusprechcn. daß es nur eine» Weg gibt, ein großes d zu schassen, und der ist: die Hinlcnkung aller Kräfte ans siel, das der realen Einwirkung der russische» Kultur zn- > >It. Tiescs Gebiet ist das ganze Becke» des Schwarzen > d. h. alle europäischen und asiatischen Länder, die einen >g wm Schwarzen Meer haben. Bier besitzen wir für unsere mtdare wirtschaftliche Herrschaft eine wirkliche Bags: wen. Stet» kohle und Eise». Aus dieser realen - 7 - und nur aus ihr — kann durch unermüdliche .Knllur- die »ach alle» Richtungen hin vom Staat unterstützt werden '>» wirilchastlich starkes Großruftland gllchasjen werden." '. V, ,nltIt H«»t, wie dieser selbe Tchöpser des Programms vor dem Ausbruch de» türkisch russische» „ .'ltehuna des Weltkrieges ans das Zu ainmenpralle» rupolitik Teutschlands und Rußlands Im nahe» Lsien zu r>. Fn der August-Lcvieii>bcr-P»»iwer der Moskauer Rutzkajo Musi schreibt Struvc: , , ,"n dcutschc» Politikern tauchte eine selbständige *L,'?* Politik ans. die sich zu der Fdcc und dem Pro- , e 011 P 1 i f i er » » fl der Türkei unter dem ® knlichionds verdichtete Ter Bosporus und die Tarda !' >n ein neues Suez vcrwandei». Scho» vor dem uiiich-turkilcheu Krieg, der die Türkei ans Afrika oer- ene. und vor dem Balkankricg, der die Türkei last ans pa fterauswors. lauchtc sür Tentschlaiid denllich die Ausgabe die ^urkcj nnd ihre Unabhängigkeit im Fnleresse der wir,- lichcn und poiitiiche» Festigung Teutschlands zu erhalte» de» erwähnten Kriege» änderte sich diese Ausgabe mir i»so oU 01 t ans,erbe Schwäche der Türkei zutage actretcii war diesen llmstäiide» inuszte ein Bündnis >le (act-u in ein ^lorat oder eine Bcvoru»ind»ng andaricn, die das Ltto- iche Reich schließlich aus das Niveau AcgnptcnS bringen e. E^. ist aber klar, das, ein deutsches Aegypten am Schwor- ind am Marmara-Mecr voii, russischen Staudpuntt ans - unerträglich wäre. Kein Wunder datier, das, die rufüidit ■runfl josur, gegen die aus eine solche Politik hinzlclendca »e, 10 gegen die Mission General Lima» v. Sanders prote- e, der nicht nur die türkische Armcc reorganisiere», sondern en> Armeckorvs in Konstaniinopci befehiigc» sollte. For- crbikii Rußland in dieser Frage Genugtiinng, in ^Wirklich- flocr änderte sich die Sachlage nicht im geringsten, linier > tim ständen stand im Dezember 101:1 ein Krieg zwischen »od Teutschland in »niniiteibarer Nähe: der Fall der --nOitisnon Lima» v Sanders hatte die auf die „AcguPli- ^ Türkei gerichtete Politik Teutschlands auigedecki. -seio» oit|e neue Richtung der deutschen Politik haue ansge - >>m einen bewassnetc» Konflikt zwischen Tcuischland und beroorzurusen. Wir traten also im Tczembcr 1010 in 1 * k tlCl T'cranrcisiing eines Konfliktes ein. der »nvcr- >>ch den tsharakter eines Weltkonjliktes aiinchmcn »iiifile ... ^'""»'ionale Lage wurde dadurch kompliziert, das, während ^kitehens eines ernsten Geacnsahes zwischen Teuischland ^'ngiano ei» noch ernsterer Gegensatz zwischen Rnsiland und tchland hcranreiste, das nun nicht mehr als Beschützer rreichs, sonder» selbständig der Fahrhundcrte alten Rich- dcr russischen Politik im „ahen Tstcn entgcgcntrat und Bestrebungen aus einen Punkt richtete, an dem üch im Lause säst des ganzen 10. Fahrhunderts der russisch-englische Gegensatz kristallisiert hatte." Wir haben die Tarlcgungen StrnveS so ausführlich iviedcr- gegeben, weil die Schilder,,ua des immanenten tziiiivickiuiigspro- csfeck — wenn auch vom russischen Standpnnlt gesehen — ausmcrk- samc Beachtung verdient. Am Goidcne» s'or» kreuze» sich eben die weltpolitische» Bcstrebunge» der stärksten kapitalistischen Staaten Mit dem Lii'lreien der Türkei in die Reihe der krieg- snhrendcn Staaten ist das Kriegsproblem erst in seinem ganze» Ilmsang aufgcrollt. Die Kämpfe in Lerbierf. »on Stuiucit, Mnbaeek ei Sabach z»us r^eobachtuugSposten stand, Izcite mit einem englische» Kanonenboot einen Kamps, bei dem diese» ernstlich beschädig! ivurde und später sank. — Nach ergänzenden atilheutischr» Nachrichten iil*cr die tiiiinalnnc des Forts kl Arisch entsernic,, Angehörige der Lriigeborenensiämme mit eigener Hand die englische Fahne und ieisieie» der von den siegreick>eu Truppen aiisgepslanztcu ottomanischtii di« dhrrnbeezuguiiig .indem tfc sich ,u Boden ivarscn. Tie Stämme gingen dam, »ach, allen cki'ichtiiiigrn au Sei »an der: sie riesen: „Möge Gott unserem Sulti«, de» Sieg verielheu!" Die Haltnilg der Neutralen. Wien, 12. Nov. (W. B.) Vom fiiblid)cn ftticglidymplaü wird amtlich gemeldet: Unter sortwährcnden Gefechten mit der feindlichen, in vorbereitenden Stellungen sich bcsindende:: Nachhut wurde gestern die Verfolgung auf der ganzen Front »ortgcscht. Im allgemeinen wurden die Höben östlich S'ct- ichiiur-Nakutschani-Novosclo an der Save erreicht. Ter Gegner ist in vollem Rückzüge gegen Kotscheljevi-Valjevo. wo nach Meldungen unserer Flieger viele Tausende von Trainfuhrwcrkcn alle jtonimiinikationcn verlegen. — Anher der gestern gemeldeten Kriegsbeute wurden neuerdings vier Geschütze, vierzehn Munitionswagen, eine Munitionskolonne, mehrere Munitions- und BerpslegungsdepotS. Trains, Zelte und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet, sowie zahlreiche Gefangene gemacht, deren Anzahl noch nicht bekannt ist. Wie», 12. Nov. slV. E. Nichtamtlich.) Nach Meldungen auS der Front plündern und brennen die serbischen T rm p p c n aus dem Rückzüge ihre eigenen Ortschaften. Ta» Tvrs Krupani ivar bei dem kinzugc unserer Truppen volltommeu entvöltert. Biele Geschäfte und auch ganze Sauser waren rv» de» serbischen Soldaten erbrochen und geplündert und verbrannt. Solche Lokale wurden unsererseits gesperrt und mit Aufschriften versehen, die den Tatbestand bestätigen, lieber die Ciitnahmc von Sanltätk- »latcrialicn und dergleichen wurde in de» betreffenden Geschüsten eine entsprechende Bestätigung hinterlegt. LoSnica war bei dem Ginmarsch unserer Truppen ebenfalls bereits stark von de» serbischen Truppe» verwüste! und geplündert, sodasi wir zur Untcr- bringuiig unserer Saldate» vieles i» Stand setzte» musiteu. Der Krieg im Orient. Tcr Heilige Krieg. Konstantiiiopel, 12. Nov. Tie dentsckik Kolonie in Täbris, die sich ans dem Wege nach Teheran bcsand, in - von rnisische» Ttreitkrästen angegrissen und mit Frauen 1 und Kindern anigehoben worden, »m nach R u tz l a n a ^ in die G e i o n g e n sch a I t verschlepp! zu werde». Bersuche von j deut'ckier Seite/ die prrsiiche Regierung zur Besreinag der Gc- sangenen zu veranlasien, ist durch die Furcht brr Perser vor den Riisirn vrrcitklt loordcn. Tie Silse, die von dein Emir von Sendjan erbeten wurde, tras zu ipö! ein. Bei der prrlischen -«legiernng und dem anirrilaniickirn Gcsondtcn ist ci» energischer Protest gegen diesen durch die Berschleppi-ng von Frauen und Kindern brgangencii erneuten Bruch des Bölierrrchta eingklrgt worden Ter deutsche Kons»! wurde mit dem Archiv durch das rechtzeltigr lsingrciskn drr amcrikaiiischrn Gej-iibtsch-st vor drn Russin gerettet. Tie ^elwas. Konstantinopet, 12. Nov. t^d.E. Nichtamtlich.) Ten »iktwaA des »lemas von Ledichel wird eine grosic Bedeutung ziigeschricben, denn nach diesen Fcuvas müsieii alle Schiiten, also Perser, und alle übrigen Muselmanen Asiens an dem Kriege teiinehine». Hier wird eine Masicnvcrsammliing varbercite!, an der Osmanen, Perser und Araber teilnehmcn und ihre Sympathien sür Lcsterreich-llngarn und Teutschland beluiidcii iverdcii. Tie offi ielle Kriegserklärung. Berlin, 12. Nov. (Priv.-Tcl.) Ter Berliner Lofalanzciger meldet aus Konstantinopel: Ter Sultan hat Iicutc ein Jrade mit der ofsiziellen Kriegserklärung an N"stland, Frankreich und England erlassen. Am Persischen Golf. tionftantinapel, 12. Nov. s^ E. Nickftamilich.) Tcrdichc:- i»a»i°-SakIvadeii in der Nähe der Mündinig des Sckxiit «l Arab ein eng^ lijches Kanonenboe: und lötet« dabei vier Motrii der Besatzung/ Ein anderes türkisches Motorboot, das vor dem Hause des Scheik Bulgarien. So'io, 12. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Die osfiziöfc Narodni Prawa bespricht die Strömungen unter den Parteien i, r eine der kriegführenden Gruppen und betont, dah in einem Punkte unter allen Parteien völlige Einmütigkeit herrsche, nämlich, dag die Hauptbcdingung sür die aktive Teilnahme Bulgariens z» gunstcn einer der Gruppen sei, dah eine vollständige Bürgschast für Erfüllung der nationalen Ideale B u l g a r i e n s geboten werde. Lille Parteien seien sich darüber einig, das,, wenn nach Er- schöpsung aller friedlichem Mittel Bulgaric» zu einer 2tktivn gedrängt würde, diese nur im Etnvernehnicn init jener Mächtegruppe geschehen könnte, die mit der tatsächlichen Verwirklichung der nationalen Ideale des b»lgarisck,en Volkes im Voraus einverstanden sei. London, 12. Nov sEtr. Fvkst.) Ter neu« bulgarische ttzejaudt« Masck>c>v mied erholte euergisch d« Neutralitätserklärung der bulgavi-lchen Tiplo-matic. Malcktziw bostrett. das, ?',ilgarten rüste: es lyibc veelnvehr imr die entlasse,teu Fatfrgäuge durch neue ersetzt. Nlinfänien. WaS wird Rnmänie» tun? Eine Depesche aus Bukarest meldet, dasz der .(tönig von Rumänien einer Teputation von Hochschnlprosessoren. die ein Eingreifen Rumäniens in den Krieg verlangten, geant- wartet habe, die Herren sollten warten, bis die niaszgcbendett Faktoren den Zeitpunkt wählten, um die nationale» Ideale u verwirklichen. Das ist eine recht allgemein gehaltene Antwort, denn die chcalc Rumäniens liegen zum Teil im ungarischen Sieben- ürgen, z»m Teil aber auch im russischen Bcssarabicn. Wohin ie Hochschulprofessoren zielten, ist allerdings vollkommen lar, denn schon am Id. September hatte ein Teil der ;»larcstcr Universitätsprofcssorcn eine Kundgebung er- nfjen, in der dieBcsctzung der r n »1 ä n i sche n Gebiete er ö st e r r c i ch i s ch - u n g a r i s ch e n Monarchie für , n bedingt notwendig erklärt wurde. Einen instruktiven Artikel zu dieser Frage vcrösfentlicht !„tz jiorodi in der Tägl. Rundschau. Danach richteten sich die Zcschwcrden der Rumänen gegen die bisl>crigc Behandlung hrer Stammcsgenosscn in Ungarn, namentlich gegen die Nationalitätenpolitik des ungarischen Ministerpräsidenten yrafcn Tisza. Dieser hat. um die Erregung zu besckfwichti- len. am lebten Sonntag an den rumänischen Metropoliten n Herrmannstadt einen Brief gerichtet, worin er eine lcndcrung des Bolksschulgesetzes und der ungarischen Wahl- -ndnung zu gunnen der Rumänen in Aussicht stellte. Korod' ber meint, auf diese Versprechungen würden die Rumänen licht viel geben, und das sei ihnen nicht einmal zu verübeln. p»r konkrete Gcsctzesvorschläge, mögen sic auch^nur in charsen Ilmrissen gekennzeichnet lein, könnten die Situation lärcn. Tisza müsse also verraten, wie die Entavürsc, die er n Aussicht gestellt hat. in den wesentlichen Punkten be- chaffcn sein werden. Korodi schlicszt: „Es wäre kleinlich. letzt hinter allgemeinen Redensarten sich SU ver> 4 ^r.de!i Z^rspret «ivnn Gri-i -errritzm. wie Ungarns MinisterprSstbent. ö.es G nie» Tis'r köret in dielen Tag:" e-n« ge,chch:l:ch« An'gabe Auch in Berlin Hofs, man. dah er sich ihr gewochsen zeigen wird. Nach den Ausführungen Lutz ziorodis ist zu icvlietzcn. man in Berlin aus die Erfüllung der rumänischen For- icrungen in Ungarn großes Gewicht legt. Und nicht mit .Inrecht! Man braucht ja nur auf der Landkarte die von ltußland in Galizien gewonnenen Stellungen und die Lage siumäniens zu betrachten, um zu begreifen, welches Gewievr sknmänien bei der großen Auseinanüen'etzung ,m Osten zu- fallen könnte. Erhebend wirkt ja der Gedanke gerade nicht, daß einem verhältnismäßig kleinen Balkanvolk dnrch die Lage der Umstände die Kraft gegeben sein soll, im weltgeschichtlichen Ringen der größten Völker Europas ein entscheidendes Wort mitznsprechen. Das gehört aber zur ganzen Lo g i k des Krieges, und man mutz sich damit absinden. Ruhland beschlagnahmt rumätlische Getreideschiffe. Rach einer Meldung der Tägl. Rundschau aus Gatatz erhielten dort mehrere Besitzer von Schleppschiffen die Mitteilung, daß ihre Schisse und Schlepper, di« sich bei Ausbruch des Krieges in Neni Ätlia besoud-en. von den ßluffen beschlagnahmt wurden. Die Schisse waren mit Getreide beladen. Tie Geschädigten haben sich mrt Protest an die europäische Donaukommission gewandt. Diese russische Ränberpolitik gegen Rumänien hat scheinbar ihre Ursache darin, dag Rumänien das Ansinnen Rußlands, ihm den Truppeuduvchmarsch gegen die Türkei durch rumänisches Gebiet z» gewähren. bündig zurückg-ewieseil hat. Italic««. Di« italienischen Sozialdemokraten erneut für Neutralität. Die italienische sozialistische Partei beschäftigte sich am Mittwoch in einer in Mailand abgchaltcnen Sitzung wiederum mit der politischen Lage und sprach sich nach einer Depesche der Köln. Ztg. erneut für die Aufrechtcrhaltung de: unbedingten Neutralität Italiens aus. Die Hoffnung der Verbündeten. Kristiania, 12. Nov. Aus Paris meldet ein Telegramm. Nach den letzten Meldungen aus England ist es der ernste Wunsch Kitchencrs, ein gewaltiges Heer durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht zusammen zu bringen. Diese Neuigkeit ist überall in Frankreich mit großer Befriedigung aufgenommcn worden. Wenn dieses Gesetz angenommen werden sollte, würde die Möglichkeit vorhanden sein, daß der Krieg bedeutend schneller mit einem Siege für die Alliierten enden werde. Meuchelmörder als Kriegöhelser der Gngländer. Einem englischen Blatt, der Londoner Zentral News wird von seinem Korrespondenten die Kampsetzweise der Indier geschildert: er schreibt über einen nächtlichen Angriff der indischen Truppen: An einem Nachmittag wurde gegenüber de» englischen Lausgräben südlich Dpern eine Zusam meng lehmig deutscher Truppen wahrgenvinmen. Am späten Abend begann e-5 stark zu regnen, und niemand durste schla-fen. Plötzlich versammelten sich bei einer Gruppe von Bäumen in kurzer Entfernung hinter den Lausgräben lautlos viele dunkle Gestalten. Eine kleine Dehar niachte sich von der Menge los und bewegte sich geräuschlos vorwärts, vorbei an den britischen Laufgräben, wo die Soldaten einander zuslüsterten: „Tie Z nbier ziehen au s." Plötzlich schienen die gespenstigen Gestalten verschwunden. Sie hatten sich auf den Boden geworfen und krochen wie Schlangen nach den, ersten deuffcheti Lansgrabcn. Ungefähr 5 Minuten blieb es vollständig ruhig, daun hörte man einige Schüsse, die von heftigem Gewehrfener gefolgt waren, und dazwischen laute Rtise. Aus den Laufgräben der Engländer wurden drei oder vier Lench,Ingeln emporgeworfen. Zetzt sah man ungefähr 509 Meter vor der Front eine Masic von erbittert ringenden Männer», das Leuchten vo» Tlahlklingen und ein wirbelndes Tnrchemonder von blewehren. Eine neue Dcutfchenlictze in England? London, 12. Nov. (Ctr. FrkftZ Während der Erörtcc- ungcn im Oberhaus? teilte Lord Crawsord mit, daß noch Untertanen feindlicher Staaten in Fise wohnen, obgleich ihnen das verboten sei. Es würden fortwährend Lichtsignale gegeben und cs sei ein privater Postdienst zwischen dem Hafen von Fise und Deutschland entdeckt worden. Während der letzten 14 Tage sei Petroleum ausgcführt worden, was nngc- setzlich sei. Lord Haldane versprach, eine Untersuchung einzuleiten. Hiernach scheint eine neue Hetze gegen die Deutschen vorbereitet werden zu sollen. Die Engländer in Antwerpen. Ter Kreuzztg. wird aus Brüsiel berichtet: Die deuffche Verwaltung hat die genaue Feststellung des Schadens angeordnet, den die Engländer durch Vernlchtuna und Beraubung von Privateigentum knapp vor Uebcrgabe der Antwerxeuer Festung begingen. Stach den biSI>erigen Ergebnissen beträgt der Schaden belgffcher und neutraler Handelssinnen allein mindestens 200 Millionen Franken. Ter Verlust der deictichen Firme» ist weit geringer. Tie Engländer ze r st ö r t e n n „ d raub- A f V «j rt. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 112 »Ah!" rief Paul. laut lachend, indem er sich nach dem Hause umsah, an dessen Tür Marstrand neben dem Geistlichen saß. „Tu wärst imstande, zu ihm hinzulaufen und ihm in deiner tugendhaften Aufregung z» erzähle», was ihm be- Vorsicht. Allein abgerechnet, daß dein Vater dies dir wenig danken würde, und ich überhaupt nicht weiß, was. er beschließen wird, könnte cs auch nichts helfen. Ter edle Junker wird es nicht glauben, und wenn er cs glaubte, ließe sich doeh nichts daran andern. Tie Summen, welche er zahlen soll, lassen sich nirgends ausbringcn. Wo wäre ein Mann, der sie ihm vorstrecktc? Uebcrall im Lande ist der Aus seiner Narrheit verbreitet, überall ist man überzeugt, daß cs ein schlech- tes Ende mit ihm nehmen muß." „Es nimmt mit denen ein schlechtes Ende, die Böses tun," erwiderte sie. „Schäme dich über dein Tun und Raten gegen einen schuldlosen Mann, der deines Beistandes bedürfte." „Ten hat er zurückgewicscn," sagte Paul, „und mich da- für verspottet. Mag er seine Weisheit genießen. Ich hasse ihn nicht, ich lache über ihn." „Du hassest ihn, weil du ihn beneidest." „Beneide ich ihn? Du kehrst die Sache um. Er be- neidet mich." „Du beneidest ihn, weil du fühlst, daß ein besserer Mensch vor dir steht, als du bist," antwortete sie. „Was du spaßhaft bist!" flüsterte er mit einem zärtlichen Grinsen. „Meine reizende Jlda wird doch niemand besser finden, wie ich bin?" „O! wahrlich viele," erwiderte sic. „Gott weiß cs!" „Dann muß ich mich ändern," sagte er demütig seufzend. „Wenn du meine Frau sein wirst, holde Jungfrau, wirst du mich erst ganz kennen lernen. Ich werde mich bemühen, dir die Grillen aus dem Köpfchen zu treiben, ich werde dir ten alles, was sie Im Hasen un-d ln den L-gtrbäuscrn vor fanden, ohne sich darum zu kümmern, wem die Ware» gehörten. Zahltingsverbot kür Belgien. Um das gegen Frankreich und England erlassene deutsche Zahlungsverbot noch wirksamer zu gestalten, ist dieses Verbot nunmehr auch auf die besetzten Gebiete Belgiens ausgedehnt worden, 'Nach einer Vcrsiignng deS deutschen Gcneral- gouvernenrs in Belgien sind alle Zahlungen oder Wcrtübcr- wcisungcn. sei es, daß diese mittelbar oder unmittelbar er- folgen sollen, nach England oder Frankreich verboten und alle Schulden an die feindlichen Länder zinslos gestundet. Zu widerhondlnngen gegen dieses Verbot werden ebenso wie der Versuch nach Kricgsrccht bestraft. Vom Liigenseldzug. Zu den wirtschaftlichen Lägen, die unsere Feinde mit sa großem Eifer iiberTeutichland verbreiten, gehört auch folgende fette Ente: Ter Figaro melde! aus Bordeaux. tz. November: Tie dculjche Regierung beabsichtigt, Z e l> n p f e n n i g - B a n k n o t e n auszugeben. Fünfzigpfennig -Scheine zirkulieren bereits. — Bordeaux ist bekamttiich der Sitz der aus Paris entflohenen französischen Regierung. Es ist ein verhältnis-mäßig billiges Vergnügen, wenn tief« sich über die Mißerfolge der französisch-»» Baffen mit einer deuffche» Zehnp,'ennig-Banknote tröstet, die nicht csn-mal existiert! Soldatengräber in Frankreich. Ter Krtegsberlchterstatter der Hiimanfte, Zean Paul Lafitte, schildert seinen, Blatt eine Fahrt, die er ans den Schlachtselbern um Fere Ehanipenais: gemacht har. Tab:, kommt er auch ans das traurige Kapitel der Soldatengräber zu sprechen: Tao, ivas die Blicke immer wieder ans sich lenkt und die ganze Vorstellung ge sangen nimmt, ist die groß: Zahl un>ü die ständige Einwirkung der To! datengräber. Tie meisten sind kenntlich gemacht, durch hölzern: Kreuze, denen man ansiebt, da» sic in der Eile hergeftellt sind: hänfig sinh c;,:c Anzahl Gräber zusanunengciatzt mit Sieineu, andere sind mit großer Sorgfalt mit Tannenzwergen verziert und mit Blumen geschnlicht. An manch:,, Stellen entström! dieser Ge- belntammer ein widerlicher Geruch. Es wird »ölig sei», noch ein Wort über die Art, wie man dies: Grabstätten angelegt hat, zu sage». Sie sind io zahlreich, daß aus dem Gebiete von Fexe Cbampenoiie — ein mit kleiner Teil des ansgedehnien Schlachtfeldes — nicht weniger de»» 2700 Franzosen beerdigt sind. Tie Schlacht in dieser Gegend begann an, 5. Tep, und wurde nach allen möglichen Verschiebung:», Vordringen. Rückzug. nach hartnäckigem und blutigem Handgemenge und Nuh'äinpicn an, 16. September mit dem drfiintiven Abzug der Deutschen beendet. Während dieser ganze» 1t Tage — glücklicherweise waren ci trockene Tage — blieben die Tv::„ zu Haufen „»beerdigt liegen.' Tann ordnete das Miiitärcko-imnando die Beerdigung au. Soldaten und Zivilpersonen halsen dabei. Man begrub die Tote» dort, wo man sie fand, aus freiem Felde, in, Elekölz, in de» Lausgräbcu, wo das tödliche Blei sie gctrosseu hatte, am Straßengraben oder im Gärtchen eines Bahnhofs, bei den umliegenden Guishöirn »sw. Tie Arbeit ist schlecht gemacht. Tie Gräber ünd so wenig lies, daß der Spaten der Leute, welche nach den Leich.:,, der Zhrigien suche», schon in einer Tieie von 1.7 Zentimeter aus die toten Körper stoßen. Zn manche» Fällen sieht man Kepf. Mantel und Füße heranöragen. Zn einzelnen Gruben hat man die toten Körper wir mit dichtem Laub bedeckt. Ta» schlimmste ist. daß mau nur tu wenigen Fällen — vielleicht i„ einen, vo» hundert — die Vorsicht gebraucht hat, die Leichen mit Kalk oder Teer zu bedecken, bevor „ton sie begrub. Zudem mau die Taschen der Tote» durchsucht-: und die Papiere „achsah. war es möglich, eine vollständige Liste der Begrabenen auf- zustelle». Aber, sei es aus Aachläisiglett, sei es aus Mangel cn Sr- ganffation. nirgends ha! man die Stellen bezeichne!, wo die einzelnen der Feitgcstellten beerdigt sind. Und das iväre doch io leicht gewesen. Soll ich schließlich noch die schamlose Plünderung erwähnen, der die Toten vielfach aus-gesetzt waren? Zn Fsre Ehampcnoise bot man allen Ankömmlingen deutsche Geldstücke, Brieftaschen und Uhren zun, Kauf an. Am 17 Lkiober teilt schließlich der Berich,crstattcr aus Som- meiouie feinem Blatte mit daß die Militärverwaltung ihm verboten habe, feine Fahrt weiter auszndehnen, er werde nach Paris zurückkehren. Amerika und Japan. Petersburg, 12. Nov. (Etr. Frkst.s Der hiesige amerikanische Botschafter erklärte einem Vertreter der Rnßki Wjedomosti, im Staatsdepartement Washington warte man nur ab. ob sich Japan vorübergehend oder dauernd an der Südiec fcstsetzc. Weitere Angaben lehnte der Botschafter kategorisch ab. Tie Nordscc-pe re. Aus Stockholm wird dcr Frautt. Ztg. geschrieben: lim der steigenden E » , r ü st » » g der Seehsudel treibend.» n.emrglcn zeigen, was es heißt, mir zu gehören. £! wir werden fo gliicklich fein, daß du biegsam wirst wie das Weidenhälmchen dort, und ick, werde tugendhaft werde» unter deiner Leitung, so tugendhaft, daß du mich im tiefsten Herzen noch mehr an- betest wie diesen tugendhaften Ritter dort ans dcr Bank, de, »ns sein schwermütiges Angesicht segnend zuwendct." — Seine Augen starrten boshaft Jlda an, und während er mit frcnnd- lichcr Geschmeidigkeit zu sprechen schien, war jedes Wort voll Hohn und Galle. „Pan! Pctcrfen", sagte Jlda, „ich beuge mich vor meines Vaters Willen und habe dort oben an der Lyngcnkirchc vor alle» Freunden und allem Volke gelobt, dir zu folgen. Das wird geschehen, und in Treue werde ickf dir anhängcn, wie eS mir geziemt. Höre ans mit deinem Spott und laß uns schweigen. Ich kenne dich und weiß, was ich zu erwarten habe, aber du wirst mich nicht erschrecken. Meine Pslichtcn werde ich erfüllen in allem, was sich schickt, meinen W.g werde ick, gehen ohne Wanken, und der wird mir bcistehen, dcr die Gerechten und Ungerechten in seiner Hand hält. Lache nicht und sinne nicht, wie d» mich und andere kränken willst. Es ist mir, als könnte ich bis tief in dick, schauen und müßte dick, warnen: denn was du ansbanst, wird ftisammcn- slürzcn. Hüte dick', daß das Gestein dich nickt totschlägt, wie es deinen Großvater totgeschlagen hat." So kühn dcr Schreiber war, wagte er cs doch nicht, die Verspottung weiter zu treiben. Jldas scharfe, strenge Blicke hatten etwas, was sich in ihm cinbohrte. Sie stand vor ihm weiß, kalt »nd klar wie ein Bild von Eis. Er nahm daher eine traurige und bestürzte Miene an und sagte bittend: „Ich hätte nicht geglaubt, teure Jlda, daß du mich so niedrig stellen wiirdest, allein ich hoffe, du sollst erkennen, wie unrecht du mir tust. Tu hast mich dnrch Widerspruch gereizt, durch deine Verteidigung eines Mannes erbittert, dessen Benehme,: mich aufbringt und dessen Torheiten mich erzürnen müssen. Was ich von ihm sagte, ist jedoch Wahrheit. Warte noch kurze Zeit, und du wirst erkennen, daß ich kein Verleumder bin. Jetzt gib mir deine Hand und laß uns einig sein. Wo ich Länder über die N o r d s e e s p e r r e entgegenzuwirken, i licht die englische Regierung cin neues langatmig, stück. Zn diesem wird die Han-dlungSiveise der englisch, ralitär da,ui, bsgrüutrt, daß mau der neutralen Ter! m i n d e st gefährlichen Wasserwege l:abe si, wollen. Unter dem Eindruck der bereits mitgeteilten Acg hcimgekchrtcr schwedischer Kapitäne erklärt man in eiltet, Reede,kreisen, daß diese Motivierung den tatsächlichen Ver. g e r a d e' z u Hohn s p r e ch e. Stockholms Tcgblad schrei angewiesene Fahrweg geht dicht an To ver vorbei, de scheinlichsten Schauplatz einer gefährlichen Seeschiach- »tüfseu die neutralen Schiffe an Pcnrmoulh vorbei längs lischen Sstküsle fahren. Ans der einen Seile der schmalen dioht die Seulla der nur drei Meilen entfernten Klippen dcr a-ntcren die Ehariibdi-S, der englischen Mi:!enscld:r. wird uns nicht die weit iveniger g-esähriiche offene N, warum nicht der »ngesährliche Weg um die Nordspi Schottland nach, dem Atlantik belasten? Zn den Kreisen der Reeder ist die Erbitterung Völkerrechts widrigen Bruch der Nordsee-Freiheit und d Icgung des transatlantischen Scehcmbcls s e h r g r o tz. aulasiuug des englischen Admiralitätsdekrets", io sagte ini deutender Stockholmer Reeder, „ist alles andere als hume sichtrairme auf die Zn!ereffen der neutraten Schisse. Tie sperre entspringt einzig imd allein der Furcht der - Floite vordeutschen Unterseebooten, deshal-t englisch: Admiralität ein Stoppe» ihrer Kreuzer ans hoher Btsit-eru-ug neutraler Fahrzeuge auf Konterbande verme Tie Mannschaften schzwedi-scher Schisse weigern s der von i-er britisch:,, Admiralität, angeblich aus human sichle», vorgeschri-ebenen Route zu fahre», obwohl ihn» Lebensversicherung noch 25 Kronen Risiko-Prämie pro M Reise augebot-:» werden . Tie Reedereien müffen ihre Kap, Stenerlcnle ffir die Englandsahrt dank den englischen schriflen zum angoblichne Schutz der neutralen Seefahrt , Ertraprämie von 5009 bis 10 000 Kronen versichern. Svcnska Lloyd-Tcnnpser „Adolf M:n:r" mit Stückgut und Hnll. kam« infolge Weigerung der Besatzung nicht von abfahren, ebenso der Tampser „Panfand". Ter Dampfer der mit iinzureichender Bemannung die Ausreise wagte, aus Grund. Ira«'fosc,r-Dank. Ihren Tank für die ihnen zuteil gewordene gi Handlung haben die im St. Vincenz-Krankcnbouse in bor» iintevgebrachtcn französii'ckcn Soldaten durch sc Schreiben zum Ausdruck gebracht, das in photogrc Wiedergabe dem Kriegsministerium vorlicgt: „Paderborn sWcsffalenj, Hospita-l St. 2 den 4. Lltober 1914. An de» Herrn Minisier-Präsiden-ten B o r d e fl u x (Srav- Hcrr Präsident! Zm Hinblick ans die snmpathffche Ausnahme, welch: wurde ten Franzosen nn Hospital St. 21inecnz erha-lte, »ns c-sne Pflicht. Zhnen Mitteilung zu machen von den, werten Eifer, mit welchem das ärtttich: und Verwalt-una- bemüht ist, unsere Lag-: zu verbessern. Wir sind glückliö zu versichern, daß wir in dieser Anstalt die vollstä, und h i n g e b e n d st e Sorgfalt g:sunden haben, d derjenigen entspricht, die unseren deuffche» Kamrrahe» , wird. Wir wiffen wohl, daß bei Begiim der Feindseligkc Zhircn Zn-strukltoaden gegeben worden sind, daß eine äl Haltung m den s r a n z L s i s che n Hospitälern den frenii wundelen dargebracht wird. Sie haben recht gehabt, als trauen in die Hochherzigkeit des deutschen Volkes setzten, > Zeilen habien nur den Zweck, Sie zu ennntigen, Zhre C »ahme l>eiziibehalten. Tragen Tie dazu bei. wem, mög-li, seren, teuren Lande das Mitgeiü-Hl gegen sromhe Berwuni zu verstärk:,,, denn es ist ein Trost, im Exil ser» vom Pa Asyl« zu finden, wo unbeeinflußt und großmütig Fric Nächstenli-obe regieren . Es folgen 36 Unterschriften von Unteroffiziere Soldaten der verschiedensten französischen Regimentc alle» Dingen sollte die französische Regierung dafür daß jenes deutsche Sanitätspersonal, das auch in' Briefe lobend anerkannt wird, in Frankreich nicht so trächtig behandelt wird, wie es tatsächlich vielfach dcr Au den bn!>ierischeu Gemerndetvaffle Zn der Rheinpfal, ist ein Wnhlabkommen unter all tcien getroffen worden. Tort ist das Standrecht verkünl de» Aahlkanipf natürlich ganz unmöglich macht. Tas Ko, geht dahin: t. Zn de» Gemeinden mit V e r h ä l t n i s w o der Besitzstand der Parteien gewahrt werden: maßgebend Ergebnis der Wahl des Zahres 1909. 2. Zu dem Be zähle,, auch öle jetzt de» e!nzcl»en Parteien zugehörigen gefehlt habe, bitte ich gern ab. Laß uns so vertra, fröhlich plaudern wie dort Hanna und Björnarne. I mich aufs innigste, daß es mir gelungen ist, deinen zu überzeugen, daß er endlich sein Betragen gegen sei lobte ändern muß." Lautes Gelächter erscholl wirklich von der andere des Platzes, wo Björnarnc neben Hanna sah und i Wolle hielt, welche sie auf einen großen Knäuel Wicke „Herkules am Spinnrocken!" sagte Hanna lachend, du auch ein so guter Ehemann werden, wie du plötz bekehrter Bräutigam geworden bist?" „Ich denke", erwiderte Björnarnc, „du sollst über mich z» klagen haben." „Aber ich werde eine vcrwöbntc Frau sein," siel „und werde dir tücktig zu schassen machen. Nein, für nicht", fuhr sie fort, als er gezwungen weiter lachte uns wird es etwas anders aussehcn, wie mit denc drüben. Jlda ist ernsten Sinnes, ich bin heiter gcstimi meine Ausgabe soll es sein, dir immer Freude zu Heut erst hast du mir dein Herz gezeigt und mir ge daß du mir unrecht getan hast, nun werden schöne T uns kommen." „Schöne Tage!" widcrholte Björnarnc mcchaniß „Wenn dein Vater kommt, soll er sehen, wie du bist. Ich zweifle nicht, daß er meines Vaters Erlaub, bringt, unsere Hochzeit hier zu feiern. Helgestad wii> treiben: ich denke, cs werden wenige Wochen vergehe wir Mann und Frau sind." „Nur wenige Wochen! Wenige Wochen!" rief Bjc „Und bis dahin werden wir viel zu schaffe» habc> sie fort. „Vom Morgen bis zum Abend wollen wir Einrichtungen bedenken. Wir wollen von dcr Zuknn men, von Liebe und Glück und Wiedersehen, wollen a» Bank sitzen dort oben, wo die hohen Klippen gewachst wo du früher so gern gesessen hast, wenn Jlda und G begleiteten." lFortsetzung folgt.) i,ö 't!h Ciw •kn r, V >>!«, j ■ >« <| A, f >hl u ■ 1 e;;jiLS «i läccll oifclft-, 1 »tb| ( Beilage zur Oberhessischen Volkszcitnng Nr. 25s- Kieken, Samstag den 14. Rovcmöer 1914. Hesieu und Nachbargebiete. Gietzen uns Umgebung. Maffe. Rassenheerc stehe» sich heute im Kriege gegenüber, Masscn- wie sie die Welt iwch nie zuvor im Kampsc gesehen hat. Und ist der einzelne mehr als ein Stück Masse. mehr er ein ständiges Glied ist dieser grossen Masse, um so niehr ver- er der Masse z» dienen und darum ist die Armee mit den gentesten Menschen die wertvollste, die Armee, die aus he» besteht, die selbständig denken und im Rotsalle auch ständig handeln können. :as wciss man heule allenthalben und darum tut man den ff Masse heute nicht so leicht mit einem schnellen Achselzucken c sonst. Bisher hatte der Begriff etwas Verächtliches. Zur mochte niemand gehören, denn die Masse war den meisten Unfeines und Oberflächliches Zn Wahrheit aber zeigte solch eurleiler, dass er selbst ein obcislächlichcr Mensch war »nd , . II tiefer zu schauen vermochte in die Verhältnisse des Lebens. >bn«* nsere Gesellschaftsordnung hat allerdings einige bevorzugte ren geschafsc». denen die „Masse" gegenüber steht. Aber ist Masse deshalb das Verächtliche, für das sic gehalten wird? ist denn bei ihr das Wesentliche? Dass sie vom Kapitalis - a b h ä n g t. Und das nennt man Proletariat, aber Masse. ur Masse gehöre» die Menschen, die kein persönliches Fnnen- befitzcn, keinen Sinn für Persönlichkeit, kein selbständiges n. Oberflächliche, hohle Kopse bilden die Masse und dass , das Proletariat nicht die Masse ist, leuchtet ein. Fm teil, wo gibt es Menschen mit glühenderem Feuer der Leiden mit unabhängigerem Denken »nd gewaltigerem Vorwärt»- >, kurz, mit grösseren PersünlichkcitSwerten »Proletariat? bunt 6 je Masse seht sich zum grössten Teile zusammen aus jenen PWo(!R, öpfen, die das bürgerliche Leben gleichgültig und ohne selbst- ge Regung hinnehmen, wie cS ist. Sic besteht zum grössten ^ aus jenen Menschen, die so geringschätzig Über die Masse - rt 'I Sie bilden die Masse in ihrer minderwertigen Art. as Proletariat aber gleicht der Masse der Heere. Das ,, tatint ist nichts Oberflächliches, sondern, wie die Heere, eine t liiirz psg e m c i n s ch a s t, in der jeder als P e r f ö n l i ch k c l t -deulniinSvolles Glied ist. Wer kämpfen kann, hat ein Herz -ine llcberzcugnng. ist eine Persönlichkeit. Darum gehören — und das ist unser Stolz — zur freien Masse des P r o l e- ats, aber nicht wie jene zur hohlen Masse der Herde. ""1, enj | illj. it ist. '' hsiufc wr* fl e t n 8 bn -ktiahrj 5"fiW t ur»5 jft Mt! lanulfi * W|W, bene je 'fxuie in — Kainilienaliend im Gewerkschastshaus. Wir unter > nicht, auch an dieser Stelle nochmals ans den inorg'-i: 1 im Gewerkschastshans statrfindenden Familienabend iweiscn. Die Verwaltung bat ein reichhaltiges und t Geschmack Rechnung tragendes Programm zusammen- lt, das sicherlich allgemein gefallen dürste. Da Eintritt udt in 4 erhoben wird, darf wohl auf einen zahlreichen Besuch Kartei» und Gewerkschaftsmitglieder und deren Familien M r« 1 wet werden. «S'rr 12ie Reichsuntcrstützung der im neutralen Auslände rin«* A enden Familien deutscher Kriegsteilnehmer. Ein deut- ' Reichsanqehöriger, der seit Jahren in einer Stadt Nor- le'i'iie« ns wohnte und sich dort eine Familie gegründet hat, ist > j mm | Kriegsausbruch unter Zurucklassung seiner Familie nach "tschland zurückgekehrt und als Ersatzreservist in die Armee etrcten. Wie ihm nun seine Fra» mittcilt, erhält seine > nur 5 Kronen für sich und 3 Kronen für das Kind an atlicher Unterstützung, und der zuständige deutsche Kon- lat der Frau erklärt, es ständen dein Konsulat leider nur >rge Mittel zur Verfügung. Da eine norwegische Krone m«r jM i 1,12 Mk. gilt, so bekommt die Frau ini ganzen 8,96 Mk. SnI während eine in Deutschland wohnende Kriegcr- ' 'I - wit einem Kinde nach dem Gesetz v. 4. Aug. 1914 bis Ok- tni8niii r 9+6=15 M, und von da ab 12+6=18 M an Rcichs- masliebor llsunterstiitzung zu erhalten hat, wozu noch meistens ört- 1 Je« • Zuschüsse kommen. Wir sind nun zunächst der enlschie- ' ' n Ansicht, dass selbstverständlich die im neutralen Ans- !>c zurückgebliebenen Familien von Kriegsteilnehmern dic- o uc - e Reichs-Kriegsunterstützung zu beanspruchen haben wie il ,n deutschen Heimat wohnenden. Aber auch darüber t. » - nis hat das Reich die Pflicht, solche Familien zu unter- gegen cn, da hier Zuschüsse der Eiuzelstaatcn und Kommunal- >nnde nicht m Frage konimen. Das Auswärtige Amt sie Veranlassung haben, sich dieser überaus wichtigen kie anzunehmcn. Vielleicht könnten auch die zentralen Jn- zcn des Roten Kreuzes den im neutralen Auslande »enden Kricgerfamilien ihr fürsorgendes Augenmerk zu den. ng dam auch in j niliit Ü Ijad) bei civahll ict onben 6 < aucl ia ic b» F 1 * 1 n M sein ' * giein. ter If. ni't ?‘ T ; ter ■ube »“ d >?!' ■■ idbe 11 ' r j t&,. 0 vc: - ■ ..J 1' r>s! v $ ~ a * Hikjaugencn-Lager auf dem Trieb ist nun soweit ggcslellt. Es besteht aus 60 Baracken, öö Meter lang » 10 Meter breit, j» denen je 200 Mann nntergcbrach! >en. Je fünf Baracken bilden nebst Küchenban einen äudekompler. in dem eine Kompagnie untcrgcbracht wird. ganze Lager umfasst eine Fläche von nickt weniger als '730 Quadratmeter, oder säst 12 Hektare. — '• Baracke dürfte nebst Einrichtung. Betten. Tisckrc usw. > 15000 Mk. kosten. Die Kanal- und elektrische Anlage sich auf etwa 100000 Mk.. das ganze Lager wird über iillion Mark kosten. — An Holz wurden nickt weniger 13 000 Luadratmcter Bretter verbraucht und 3500 Knbik ;t Bauholz. Bei dem Bau wurden zahlreiche linier »et aus dem weitesten Umkreise beschäftigt und auch viele e>ter hatten wochenlang Arbeit. — Gegenwärtig sind *'^ cr 000 Gefangene, Franzosen. Belgier und Eng untergebracht, die zum Teil mit Gräben mackzcn be- tngt werden; ferner soll später noch eine Strahe angelegt den. & SRit dem Wetter konnte man bisher noch zufrieden - langer als sonstige Jahre bat uns der Winter verchont, . iktzige Jahreszeit konnte die Witterung noch immer ' Z m[xA) bezeichnet werden. Doch die letzten Tag: ' ten heftige Regengüsse und es wurde auch merklich f r - Aus dem Vogelsberg und dem Taunus werden be sb» e ^ ch » e e f ä l l e gemeldet, die nun in der Ebene wohl nicht lange auf sich warten lassen werden. Dieses Jahr sind sie noch unwillkommener als sonst. Kohlen und sonstiges Brennmaterial ist ebenfalls im Preise gestiegen und viele Haushaltungen müssen damit sehr sparsani umgeben. Darum wäre es gewitz^zu wünschen, daß es nocki nicht kälter würde. Auch für die Loldatcn im Felde würde Winterkälte die Strapazen natürlich erhöhen. ~~ Gefallene des Giesienrr Regiments. Uuterofstzier Heinrich Qppertshäufer aus Ober+sileen b. Alsfeld. —- Reservist Johannes Becker aus Staufenberg. — Unteroffizier Heinrich .ft l c nt a n n aus Burgsolms. — Reservist Heinrich Baumann aus Neukirchen. Kr. Wetzlar. — Major und Bat.-Kommandeur des Ref.-Regts. August Schröder, sowie Leutnant Horst Schröder, beide aus Giessen. — Freiwill. Heinrich Bellof, LandwirstchaftS- lehrer, aus Giessen. — Vizefeldwebcl Johannes Göd aus Giessen. — Reservist Theodor Erb aus Giessen. — Wehr- mann Heinrich Müller. Postbote, aus Giessen. — Re- servist Friedrich Wilhelm Fels aus Gelnhaar. — Re- iervist Heinrich Velten aus Bleichenbach. — Gefallene aus Lberhessen und Rachbargebiettu. Unterofsizier Karl Tames aus Dillbeim. Reserve-Regt. Nr. 240. — Reservist Wilhelm Klein aus Deckenbach. Pionier-Bataillon Nr. 7. — Musk. Hermann Heusobn aus Gelnhaar, Jnf.-Regt. Nr. 117. Tie Landwirtschastliche ttlenossenschastsbank. Die stille Liquidation der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Tarmstadt hat in der letzten Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Die Schwierigkeiten, die der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank erwachsen sind, sind bekanntlich zum grossen Teil dadurch herbeigejührt worden, dass die st-ühere Leitung der Bank ausserordentlich grosse Summen bei der Reichsgenossenschastsbank in Frankfurt a. M. festgelegt hat und dass letztere ihre Zahlungen einstellen musste. Das Engagement beläuft sich auf nicht weniger als rund acht Millionen Mark. Nach schwierigen Verhandlungen ist es nunmehr gelungen, eine befriedigende Verständigung mit der Reichsgenossenschastsbank herbeizuführen. Im Hinblick auf die schweren Verluste, die das hessische Genossensckraftswesen erleidet, haben die übrigen Gläubiger der Reichsgenossen- schaftsbauk auf ihre Forderungen zugunsten der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Darmstadt verzichtet und die Werte der Reichsgenossenschastsbank wurden der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank zur Verrechnung auf ihre Forderung überwiesen. Gleichzeitig wurde von genossenschaftlicher Seite im Reiche ein erheblicher Barbetrag zur Deckung der sonstigen baren Verpflichtungen der Reichsgenossenschaftsbank aufgebracht, damit die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank in Darmstadt hierdurch nicht belastet wird. Die Landwirtschastliche Genossenschaftsbank löst die Sicherheiten, die die Reichsgenossenschastsbank bei der Landwirtschaftlichen Hypothekenbank in Frankfurt a. M. gestellt hat, aus, sodass die Landwirtsckiastliche Hypothekenbank Frankfurt a. M. wieder das Pfandbriefprivileg erhalt und flott wird. Unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass das Pfandbriefprivileg er- teilt wird, hat die gestern in Frankfurt abgehaltene Aktionär- Versammlung der Reichsgenossenschaftsbauk den Vereinbarungen zugestimmt und die Liquidation der Reichsgenossenschafts- bank beschlossen. Hierdurch werden auch die erheblichen Ver- walttingskosten der Reichsgenossenschaftsbauk, die, letzten Endes der Landwirtschaftlichen vlenossenschaftsbank zur Last fallen würden, für die Zukunft erspart. Durch diese Mah- nahmen wird die stille Liquidation der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Tarmstadt zum Besten der hessischen Genossenschaften in erfreulicher Weise gefördert. Es ist anzunehmen, dass die wenigen hessischen Genossenschaften, die seither der stillen Liquidation noch nicht zugestimmt haben, sich der gütlichen Verständigung nunmehr alsbald anschlicssen werden. Peinlichste -Adressieruna von Felöpostlendunaen! Trotz den wiederbolten Hinweisen aus die Wichtigkeit der richtigen und dcut- sichen Adressieruna der Zcldpvstscndungeii bot die Zahl der unzulänglichen Aufschriften bisher keine Abnahme erfahren. Reben unvollständigen Bezeichnunacn der Truppessteile werden Abkürzungen angewandt, die dem Postpersonal unverständlich sind. Tie Postverwaltuna hat sich daher genötigt gesehen, die Aufaabe- Poftanstalten anziiweiscn. Zcldpostscndnngen mit unverständlichen Abkürzungen des Truppenteils in der Adresse von der Beförderung allgemein anSzuschlicsien und an den Absender unter ensprcchender Verständigung ziirückzugcbcn. Keine Zurückziehung von Zeldpostsendungen. Bei Militär- und Postbehördcn sind von, Publikum vielfach Anträge aus Zurückziehung der in der Zeit vom IN bis 26. Oktober eingelicferten, von den Pakctdepots des stellvertretenden tzlcneralkommandos aus wciterbeförderten Pakete an das Zeldbeer oder Wlinsche ans Aenderung oder Berichtigung der Adressen dieser Pakete gestellt worden. Solche Wiinlche lassen sich, wie uns von zuständiger Seite mitaeteilt wird, nach Ablenduna der Pakete nicht crsüllen. sflegen die wilden Ausknnstsstellen über Verwundete und Ver- mitztc. Immer noch tun sich anlässlich des Uriegszuftandes Aus- kunsistellen über Verwundete und Vermisste auf. Tie Tätigkeit solcher privater Ausknnstsstellen widerspricht den militärischen stntcresscn und ist verboten: sie dient auch nicht dem Interesse des Publikums, da die Arbeiten solcher Institute gar nicht kontrollierbar sind und die gegebenen Auskünfte im besten Falle den Austrag- gebcr nicht zeitiger erreichen können als die kostenlos gewährten Auskünfte der amtlichen Stelle des KriegsministeriumS, Berlin, Dorotheenstrasse Sll. Tie Üohlcnproduktion in Hessen. Die monatliche Statist i k der üohlenprvimktion des Krvssherzoqtrmls Hessen weist sür dem Monat Oktober tarn Darinsrädter Zeitiung 1614 sollende Zahlen nach: An Rohbnaunkohlen wurden qciördert .14 262 T.. verkauft wirr den davon 3017 T. Der grösste Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren 2ierarbeitunv bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schivelereivrodukten erzeugt 1895 Tonneu Braunkohlenbriketts »ad 1247 Tonnen Braruikohlcn-Rasspvess'reine: ausserdem wurden i» Hessen prod». ziert 7659 Tonnen Steinpresskohlen. _ Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, iowie das Abiasses und Selbstverbrauck^. verblieben am Monatsichluss absatzfähig 1846 Tonnen Rohbraunkichlen. 787 Tminen Braunkohlenbriketts, 6028 Tonnen Brwuiidohlen-Rassprehsteine und 16 270 Tonnen Stein- kohlen-Prehsteine, zufamunan 24 925 Tonnen Kohlen nnd Kohle»- Produkt« im Gesamtwert von 380 000 Mark. Zur Sammlung ivarmkr «riegsunterlleidung. Das Zentral. komitec des deutsche» Landesvercin» vom Roten Kreuz in Berlin hat einen „SriegSauSschuss sür »'arme llnlerlleidung" eingesetzt, dessen Aufgabe es ist, wärmende Kleidungsstücke im Wege der srei- willigcn Hilsstätlgkeil zu sammeln und ptanmnssig an unscrc Im >leide stehenden Truppen zu verteilen. Der üriegsausschnss hat sich iiisolgcdcssen mit Rundschreiben an Behörden, (stcmcinden. Private usw. gewandt und um Sendimge» von Vvllsachcn an den Kriegsaiisschuss in Berlin »nd von ttzcldgabc» zum Ankauf von Wollsachen a» ein Beriiner Bankhaus gebeten Es ist hierzu zu bemerken, dass die hessische» Orgauisationen des Roten Kreuzes sich schon seit langen Wochen die Versorgung der hessischen Truppenteile mit wärmende» wollenen Klciduiigsstiickeii angelegen sein lasse» und dass sie hierin auch planmässig weiter forisahren werden. Andererseits ist fcstziisicUeii. dass der Kriegsaiisschuss in Berlin durch seine» Ausrus diese hessische Arbeit nicht störe» will, sonder» wesentlich da zur Arbeit ausrufeii wollte, wo noch nichts oder ivenig geschehen war. Es wird hiernach, was das Eiebiet des lürosshertog- tums Hesse» anlangt. zur einheitlichen Lösung der gcslelllcn ?>us- gabc rich'iger sein, wenn alle diejenigen, welche i» opferwilliger Weise warme Klciduiigsslückc (Strümpfe, Leibbinde», Pulswärmer, Unterhosen, Iluteriackeii, Wollhemde», «opsschützer »siv.s oder Weift zur Anschaffung von solche» spenden wolle», nach wie vor ihre Gaben an die Sammelstellen des Hessischen Rote» Kreuze» abliefer» »nd nicht nach Berlin. Ausschuss sür Rat und Hilfe in staat»- »nd völkerrechtliche» Angelegeiiheite». Der durch die Jiiitlalivc des Franksiirter Friedensverein» ins Leben gerusene und der Kriegssürsvrge ein- gegliederte Ausschuss für Rat und Hilfe in staats- »nd völkerrcchl- liche» Angelegenheiten hat l» dem Vierteljahr seines Bestehens schon viel notwendige Arbeit geleistet, kr hat zunächst eine grosse Zahl von Rechtsfragen bearbeitet, welche die Interesse» Deutscher im 2l»Sland und die nötigen Massnahme» zur Wahrung dieser Ziiteressen betreffen und daneben zahlreichen in Franksurt ansässige» Ausländern mit seinem Rat beigestandc» »nd ihnen bei ihren Wünschen die richtige» Wege gewiesen. Von Immer steigender Wichtigkeit erweist er sich als VermittilingSstellc nach »nd vom sciiidlichcn Ausland, insbesondere für die Angehörigen von Zivilund KricgSgcsangcneii. Wer mit Angehörigen im sciiidlichcn ?l»s- land in Verbindung treten, ihnen Sendungen machen oder llntcr- stützungen zukommen lasse» will, kann sich dazu der nnenigclllichcn Auskunft »nd Vcrmittliiiig de» Ausschusses bediene,,. Burcan stunden sind täglich von 10 bis 12 Uhr, Kaiservlatz 18, erster Stock. Zweckmässig wendet sich das Publikun, von Franksurt n»d Umgegend nicht nach Stuttgart, sondern an diese» vom Franksiirtcr Friedcnsverein gebildeten völkerrechtlichen Ausschuss. Muss die Monatssra» versichert werden? lieber die Vcrsichc- rungspflicht der Monatssra» hat süngst das Rcichsverstcheruiigsamt eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung gctrossc». ES kvmmc nicht daraus an, führte cS aus, ob ein Monatseinkommen — im gegebenen Falle 12 Mark — allgemein betrachtet für eine einzelne Person von wesentlicher wirtschaftlicher Bedciitung sei, sondern eS sei zu prüfe», ob dieses Einkvmmcn im Vergleich z» den übrigen Einkünften und dem Lebensbedarf der beteiligten Person von erheblicher Bcdcutuiig sei, und das könne hier unbedenklich schon »m deswillen verneint werden, weil bas MoiiatScntgclt von 12 Mark hinter dem Driticl des massgebenden Ortslohnc» zurück- bleibe. — Viehzählung. Am 1. Dezember dS. Fs. soll wiedenum eine Vreihzählinifl rm gan.zcn fteurtrfe» Reiche vorgen-oinmen werden Für Fördcrmng statistisä>cr im-d sozialer Znvcke sind diese Zählunaen nolweindiig und es ist die Mitivirkiring der selbständigen Ortdein- wvhner envünfcht. — Wegen VerbreUung falscher tlricgsnachrichicn wurde vom Marbiirgcr Schösse,-«erecht ein Arbeiter zu 40 Mark Geldstrafe verurteilst. Er Imtte in den Ortsckmstcn der Unkgvbung univastrc Sensatimrsiiachrichien über die Krfeflslagc verbreitet. — Ein Ans- und Einbrecher. Der vor kur,«,» and dem Gieszener Provinzial-ArvestlMis ausgebrochene Kaustna-nn Eini-l Weber wurde am Domierstag in Lnnburg wieder veichafiet. »ackchem er i» Bad Ems, Diez und Limbung ebne Anzahl schwere Einbnichsdtt-b- stähle ausgesührt hatte. Vom Stadttheater. Rochmaiks fei aus die einzige Vorstellung des morgigen Sonntags, nachmittags 3M, Uhr hi »gewiesen. : die Wi-ldenbruchs ivirkeimgSvolles Schanspiel „Tie Raben s> e i - I n e r i n" bei klei-nen Preisen bringt. Eine dtusssihrin-g dieses ' Werkes im Abomiement ist nicht vorgesehen. — Ter Stenographenverein „Ttolze-Schreq" c V Ni Giessen hielt mii vergangenen Dienstag seine diesjährige ordeinliche Genera l v e r serm m l u n g g>b, die gut besucht ivar. Ans dem erstai- teton Jokiresbericht sei hervongehobrn. dass auch in dem Mwlffiif«»«» Vercinsjahre reiche Arbeit geleistet worden ist Die Zahl der Unterrichteten und Mitglieder Izat in diesem Fahre w-«d-cr>im zii- ge nommen und die auf den Wettschreib cg erzieilen Erfolgt sind ausserordendliä» gut. Es wurden inogefomt 61 1. Preise. 12 2. Preise - und 6 3. Preise errungen, wobei noch zu berücksichtig:» ist, dass das i in Hungen angeietzte 2Zezirksn»K>fchreiheii unter de» jetzigen Ber t kältitisien ousfallen musste. Für die im Felde stehende» Mitglieder wurden Liebesgaben versandt, die, nach den ctilgelanscnen Diidolsitz.:r entfallen 9 Abgeordnete. — Dieser Wahlverband zählt nur 1 .» Lstihlberechtigte, wählt aber neun Abgeordnet:. ivähreud au, die 621 09 Einwohiner das Kre-'ss »ur 26 entiallent Das zeigt auch so recht die Tchönheiten- des preussifchen Wahlrechts! li Kreistag. Fn der letzten Sitzung des Kreistages für den Kreis Wetzlar wurde zunächst bekannt gegeben, dass di« Zivilbevölkerung des Kretfes Wetzlar 62 109 Personen nach der lebten Volk:-- Zahlung beträgt. Da die Vertretung des Grohgrundbesitzes rm Kreistag als zu stark befunden wird, bctchlietzt der Kreistag die Verminderung der Mandate dieses Standes, der bei 19 ivahlberccht-glen Personen bisher 11 Vertreter zählte, bei einer Gesamtzahl von ■ Abgeordneten. Ferner wird beschlossen, zur Deckung der vom Krcrie ! als Lieferungsverband auf Grund des RcichsgefetzeS vom 28. „ebr. 18884. August 1914 oor.zulegeude» Kriegsunlerfkiitznngeii MI di« FamrUen der en:.berusc>--cn Reservisten und Wchrlcut:, sowie zur Förderung des Gesundheitswesen-. Schasfung von Arbeitsge.egeii- I Herten usw. bei der Laitdesversichrruiissairstalt der Rheirprovmz , von 350 n»»n SRtnf ansztmchmsn tmb mit 4% Prozent a vrrziziseti. Biele Krebse l:aben bereits seit Wochen in Sachen itppcn zurückgezogen werden muhten und der Gegner einzelne Punkte, wie Lpck und Marggrabowa besetzte. Auch nt ber Rvmlntener Heid«, ans der mtserc Flieger verschieden« Bränd« (das kaiserliche Jagdschloß soll bisher noch verschont geblieben ober die Kastellen-Wohnung citigeäschert sein) meldeten, drang eine rusflsche Kavallcriediviston ein, wurde jedoch vor G»ld. Nichtamtlich.s Tailp Ehvuniclc meldet aus Kcslltig: Ti« „Emden" lras mit Volldampf am Mot,tag nwrgon 0 Uhr ein. Tie führte keine Flagge und hatte einen vierten Schontsieiti. Sie setzte ztvei Boot« aus. die drei Offizier« und 40 Mann mit 4 Maschinengewehren landeten. Di« Deutschen zerstörte,, di« Kablestalioi, und di« dort besindlichen I isst rum c»l«. Daraus machlcu sie sich au bas Durchschneiden des Kabels. Tie „Emden" gab um 1) Uhr das Signal zur Abfahrt, aber es ivar zu spät. Tic Jttsekbewohner sahen bereits ein anderes Krlvgsschisf austauchen, baK sofort aus ciu« Cntsernuug von 4400 Meter den ersten Schuß abgab. Als die „Stjdneq" näher kam. gelang es ihr, einen Schon,stein und einen Mast der „En,den" weg,»schießen. Beide Schisse feucrien hcstig und ei,„'ernten sich t'chnell. Ti« Inselbewohner sahen und hörten daraus nichts mehr. Tie Besatzung der „Sisdnep" erzählte an, nächste» Morgen, daß sic ihr« Schnelligkeit benutzte, um sich onßerhatb des Bereichs der Kanone» der „Entdeii" zu halten, bis diese auf den Strand lief. Das Gesech dauerte 80 Minuten. Nur zwei Schüsse der Deutschen trafen, töteten vier Mann und verwundeten 14. Beide Kreuzer vrrinchten vergeblich, einander zu torpedieren. — Ant Abend schissten sich die gelandeten deutschen Matrosen aut einen, alten Säumer ein. der ein««, Bewohner der Insel gehörte. Nack,dem sie Kleider und Vorräte requiriert hatten, fuhren sie ab. Man hat von ihnen nichts weiter gesehen. Das deutsche Geschwader vor Chile. Die Voss. Ztg. meldet aus dem Haag: Die Times veröffentlicht eine Depesche des New Aork Heratd aus Valparaiso, wonach es Admiral 0. S p e e gelungen sei, durch Fnnksprnch die „D r e s d e n" und die „L e i p z i g", die zur Aufsuchung des englischen Htlfskrenzers „Otranto" nach Taleahnano gesandt waren, wieder mit seinem Geschwader, „Scharnhorst", „Gneisenau" und „Nürnberg" zu v e r - e i >i i g e n, um der atts acht Schiffen bestehenden japanischen Flotte e n t g e g e n z n f a h r e n. Der Heilige Krieg. Die Proklamation -cs Sultans. Konstanlinopel, 13. November. Die Proklamation des Sultans erscheint als cinc der bedeutsamsten politischen und religiösen Kundgebungen der letzten zweihundert Jahre der türkischen Geschichte. Ihr Eindruck ist ungeheuer. — Die türkischen Zeitungen betonen einmütig, dast der Krieg, den die Türkei an ihren ztvei finstersten Grenzen, am Kaukasns und am Persischen Golf, zu führen genötigt sei, Nicht blost ein solcher zur Skrtctbigung des otto- inunifchen Reiches, sondern ein Krieg zur Verteidigung des Islams in seiner Gesamtheit sei, den seine Feinde zur gänzlichen Sklaberei herabzudrücken trachtete», indem sie alle Machtmittel aufboten, den einzelnen noch unabhängigen mohnnimedanischen Staat mit dem Kalifate an der Spitze zu ihrem Vasallen zu erniedrigen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Druck: Verlag Okkenbacher Abendblatt. G. m. b. H.. Ofsenbach a. M. Verstorbene. Louis« Nesseldreher in Hetichekheim. 21 Jahre alt. — Regln« Cohn geb. Si'chcl in Alsfeld, 75 Jahr« alt. — Frau Mi-nna Müssing geb. Busch tu Gießen, sBeerdigung Sonn» tag 2 Uhr, Netter Friedhof.) Tie Beleidigung gegen Mathilde Müller, Gleiberg, nchmc mit Neue zurück. Fr. M. Sirackbci,,. Direktion: Hermann Steingoetter Sonntag, den 13. Nov. 1011, nachmittags 3'/, Uhr. Die pabenjinncrin Schauspiel in 4 Akten von Ernst von Wildenbruch. Ende 6 1 /, Uhr. Kleine Preise. 9tm Abend keine Borslellung. Dienstag, den 17. Rodbr. 1014 abends 8 Mir: 3. Dienstags - Abonn. - Vorstellung. ZupsiilliiSllllMl Lustspiel in 5 Aufzügen — von Karl Gutzkow. — Ende gegen 10'/, Ubr. Gewöhnt. Preise (ermäßigt) Soldaten dom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Vorstellungen ans 2. uno 3. Parkett nur halbe Presse. chewerkjchaftshaus! Sonntag, den 15. November 1914, abends 8 Uhr Familien Abend im großen Saale. Erliste uni) heitere Erträge und smMe Tarbletiliigeii. WM" Eintritt frei. "Wg Zu recht zahlreichem Besuche ladet sreundlichst ein Die Verwaltung. militär II Schuhhaus in besten Qualitäten \i . Renner UfarktstraHse. An unsere Leser! Der Kriegsschauplatz erweitert sich immer mehr! Um die Ereignisse verfolgen zu können, Messen wir für onaere Leser eine Neue Karte des Weltkrieges mit Nebenkarten anfertigen und liefern dieselbe zu dem infolge von Massenauflagen sehr billigen Preise von --Mk. 1.— - In 8 farbiger Aust iilirnng nnd (grossem Format von 90X105 umfasst die Karte: 1. GätlZ Europa mit sämtlichen begrenzenden und Innenmeeren. 2. Deutsch-Ostafrika, Südwest-Afrika, Togo, Kamerun, Kiautschou, Samoa-Inseln, Besitzungen in der Siidsee mit den Grenzgebieten der Feinde, 3. Karte der lirde in Mercatorprojection. Unter Fortlassung alles Unnötigem, mit reicher Fülle von Einzelheiten: Festungen, Flüssen, Eisenbahnen, Grenzen usw, zeichnet sich die Karte durch besondere Klarheit aus. 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Jede Partei, die aus irgend ünem Grunde, die ihr »ach der Vereinbarung zustehende Zahl nun Nemeinderäten und Adjunkten nicht erhält, hat das Recht zu verlangen, daß alle von den vereinigte» Parteien Gewählten, einschließlich der Ersatzmänner ihre Aemter niederlegen, 3. Zur Sicherung des Wahlabkammcns müsse,, alle Kandidaten der gemeinsamen Vorschlagsliste, einschließlich der Ersatzmänner, sich unter- schiistlich verpslichte», aus Verlangen der geschädigte» Partei ihr Amt nieüerzulegen. 1. Ebenso müssen alle Kandidaten der gemeinsamen Liste sich verpslichte», sür die nach der Vereinbarung von den einzelnen Parteien vorzuschlagenden Bürgermeister und Adjunkten Kandidaten zu stimme», 3. Tie Vereinbarung erstreik, sich aus die Tauer der nächsten gesetzlichen Amtsdauer des Ge- meinderats. 8. Bei der Auswahl und Ausstellung der Kandidaten ha« jede Partei volle Freiheit innerhalb der ihr zukoinn,enden Anzahl Sitze. Für alle Gemeinden ohne Verhältniswahl ist gleichfalls durch Ausstellung einer gemeinsamen i'ifte aus Grund des jevigen Besitzstandes der Wahlkampi ausznschalten. Tie Parteien verpflichten sich überall sür Vereinbarungen nach den vorliegenden Grundsätzen einzutreten und in all den Orten, wo sich Schwierigkeiten ergeben sollten, auf einen Ausgleich und eine friedliche Verständiaung hinzuwirken. Tas Pfälzer Wahlabkommen entspricht zwar auch nicht den Beschlüssen des sozialdemokratische» Landesvorstandes: aber i» der Pfalz liegen ganz eigenartige Wahlbeftimmungen ivr. Tie Gemeinderäte müssen vollständig, nicht nur teilweise, ineuert werden, hierzu kommt das Standrecht. Im übrigen wird die Regierung an dem Konipromist keine -esondere Freude haben: es kan» ihr hier und da sehr unbequem verden. Ta sogar das Zentrum verpflichtet ist, die sozialdemo- ratischen Bürgermeister und Adjunkten, die in der Pfalz in vcr- chiedenen Gemeinden im Amte sind, wieder zu wählen und seine Gewählten unter llmstäude» gezwungen sind, mit den Gemeinde- äte» der andere» Parteien die Aemter niederzulegen, wenn es der stegierung einsallen sollte, nach der Wahl sozialdemokratische Bürgermeister und Adjunkten nicht zu bestätigen, so kan» die iiegierung in recht unbequeme Situationen kommen. Tic bevorstehende Reichstagssessiou. Ter Reichstag niinmt am 2. Tszember seine Arbeiten ,hne weitere Förmlichkeiten wieder auf. nachdem er am . August nicht geschlossen, sondern vertagt worden ist. Zu- lächst hätte er die Aufgabe, seine ständigen Kommissionen zu vählen. Tavon durfte aber Abstand genommen werde», wci, iese Kommissionc^jctzt doch nicht in Tätigkeit treten können. Die neue Kriegskreditvorlage läßt jedoch eine Vorberatung oünschenswert erscheinen und deshalb ist man aus den Aus- oeg gekonimen, eine freie Kommission zu berufen, die ain . Dezember zusammentritt. Tiefe Kommission besteht aus wn Mitgliedern der Bndgetkommission der vorigen Session ,es Reichstags, unter Hinzuziehung von Vertretern der leinen Gruppen (Reichspartei, Antisemiten), die in der Bud- retkoinmission nicht vertreten waren. Ter Weg, den man wmit beschreitet, ist nicht neu, denn auch die lebte Militär- wrlage ist zuerst in einer solchen freien Kommission erörtert oorden. Das besondere Merkmal einer solchen freien Koni- nission besteht darin, datz ihre Verhandlungen st r e n g g e • leim sind und daß Abgeordnete, die nicht in die Kommission wrufen sind, den Verhandlungen nicht, wie sonst bei Kom- nissionsberatungen üblich, als Zuhörer beiwohnen dürfen. sieschlüssc werden in dieser Kommission nicht gesagt und önnen auch nicht gefaßt werden, weil sie der Reichstag nicht ingesetzt hat. — Tie zum Militär eingezogenen Mitglieder ,es Reichstages werden für die Tauer dieses Scssionsab- chnittes beurlaubt. In zwei Sitzungen, die sich aneinander inschließen, soll daS Arbeitspensum erledigt werden. Ter Etat wird nicht vorgelegt. ri. Mi>e neckenf • :: - ‘ ;olli SW Mi r.tzil uge frä Graf Mielzlsnski. Ritter des Eisernen Kreuzes. Tcr frühere polnische Reichstaqsaligeordnede, Gras Maithras Mielznnski, hat für sein Verlzalten in den Kämpfen vvr Augustowo des Eiserne Kreuz erster Klaffe erhalten. Ter Gras hat kurz vvr Weihnachten vorigen Fohres seine Frau »nh seinen Ressen erschaffen. Rach seiner Verhaftung legte er sem Reickisdagsmanhat nieder. Tas Schwurgericht in Meseritz sprüch ihn im Februar ds Fr», von der Anklage des Mordes frei. Vor seiner politischen Betätigung war Gras Mielzyuski aktiver Offizier bei den Breslauer Kürassieren Tie optischen Instrumente in Odessa. lesseii). Die Rachricht der Rvwoje Wrenija, wonach die im Odeffaer ooseu beschlagnahmten optischen Fnstrumente im Werte von - StiUtonen Rubel für deutsche Firmen in Rußland bestimmi ivaren. i» nicht zutressend. Es handelt sich, wie aus bester Quelle versichert werben kann. astrvnvmisäx Fcrnrolire und Apparate. die seiner- siktt zur Beobachtung der S o » n e n f! n st e r n i s Verwendung ge- imrden hatte., oder Verwendung linden sollten: sie gehörten der »»tischen Werksiäue von Earl Zeist in F e n -, sowie de» Slern- irorten in Berlin und 0 a m bu r g. Tcr Kaulpf in Nordfrankreich. Vorwärts, vorwärts! Tie Lage der Käinpse in Flandern und Frankreich finbef Durch den müitnrischen Mitarbeiter des Aienwe Rotterdam ^he bonranl folgende Beurteilung: Tie Angrisse der dein, lchen Gruppen sind aus der ganzen Linie erfolg reich s o r t g e s e tz t worden. Rückschläge sind n i r - » d s eingeirete». Immerhin muß mit einer längeren "7 a . u Kämpfe gerechnet werden. Wenn auch eine Entscheidung noch nicht u n in i t t e I ü n t bevorsteht, so zeig, sich doch die vorzügliche Lage der Deutschen ans Den zahlreichen Gefangene» ii»d erbeuteten Maschinen Gewehren. Tie holländischen Blätter melden, daß die Deutschen rotz der lleberschwemmungen des Mergebictes sich einige wasserfreie St roßen erzwungen haben, ans velcheu große Truppen- „nd MunitionStransvorte begonnen labe». Tie Blätter stellen weiter srst, daß die belgische R' slerung in Havre seil acht Tagen ihre früheren Kriegs- ->eeichte völlig ringe st eilt hat. Englische Berichte. Tie Times melden aus Nordsrankrcich: Tie Deutschen bombardierten Bethunc. Ihre Artillerie ist bis Givenckiy vorgedrnngen. Auch das Bombardement von Arras ist er- itcnert worden und allmählich wird diese Stadt dem Erdboden glcichgemacht. Viele Häuser der Ruc de Templc stehen ln Flammen. Viele Penoncn wurden von den Geschossen, von denen 5000 in einer Stunde niederfielen, getötet. — -i-aily Mail schreibt über die Kaninchenschlacht zwischen Arras ^nd Lille, bei der die in einer Entfernung von einigen Hundert Meter» auseinaißder liegenden Linien sich völli.r 'ingruben. Ter Kampf nahm hier zuweilen einen schrecken Charakter an. Es wurden Bajonettkämpfe in Zim- incrn und Kellern geliefert. Als die Soldaten auS einem Haute vertrieben worden waren, wurde der Kamps in einem anderen Hause fortgesetzt uiw. französische ^rie-cnsscliilsttchl? ^8. B» sel, Ij. jRichtamtlich > Einem Pariser Brief der Rationalztg. zufolge erfuhr die Polizeipräsettnr in Paris, daß in der letzte» Zeit Briese an zahlreiche Fnduftriellc und Ko u s > e u t e in Paris gelangtrn, welche Stimmung für ?, f . n . ,T * 1 ** f n wachen lallten Tcr Präsckt fürchtet, dast solche Briese ein Faktor der T e m o r a l > I a t i o ii feien, und bcaustragte fiic Polizeilommisiare, in ihren Bezirken die Absender ausfindig zu machen und dcn Versuch weiterer Zusendung zu verhindern. Ja dem Briese Heist, es: Tie Unterdrückung der Friedensidce bei dem Volk« ist übrtgens ganz logisch, wen» sie schon »o» de» Staatsbeamten als sehr orrnünsijq angesehen wird. Tenn, wenn schon die nichtamtliche Preffe mit den amtlichen Berichten in der Verkündung von Siegen der Verbündeten wetteisert, so wäre ja ein Auskom- inenlaffen des Friedensgedaiikens geradezu ein T e m c n t j dieser glückliche» Racheichien. Wie belüinmer« sind aber doch die Gesichter der Tansrnde, die sich z» dcn Verwundrtrn i» die Spitäler und die iinprovisierten Lazarette drängen, and wie traurig sehen die. senigen aus, die h i n a u s k o m m e a. Ter Brief schildert dann die überfüllten Lazarette und die Verteilung der Liebesgaben in ihnen, ferner die ü b > e L a g e der nicht aus. »eh in baren Leicht,Kranken auS der Bevölktrnng, deren Befinden sich ohne die ausmerksame Krankenhausbehandluag oer. schlimmere. Tag Schreiben teilt ferner mit. dast der Tepntierte sür die Ostptzrenäkn Brouss« in der broorltrhrnde» Kammersitzung de» Finanzminister über die Umtriebe der graste» Kreditinstitute Frankreichs und des Auslandes gegen die fremden Er- Iparniffc und den ässentliche» Kredit in Frankreich seit Beginn des Krieges intervenieren werde. Ter Fuftizminifter habe die General, ftaatsanwältc aufgrsordrrt. graen dir Spekulanten in L e - b r » s m i t t c l » , dir durch Auslans usw. rin« künstliche Haussrr be> wirken, aus das Ichärlste oorzugehen. Zum Burcnausstand. , Englische Amnestie Tie englische Jkegierung hat an alle Buren, die an dem Ausstand beteiligt sind, die Ausfordcning ergehen lassen, sich bis zum 21. November zu ergeben »nd ihre Waffen anszu- licfcrn. Diejenigen, die dieser Ausforderiing Folge leisten, toerden die Erlaubnis zur Rückkehr erhalten unter den Bedingung, daß sie weiterhin sich nicht mehr ain Aufstande beteiligen. Diese Ainnestie gelte nicht sür die Führer der Ansstandsbewegung. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, wird von der ganzen Strenge des Gesetzes getroffen. Tas heißt, sic werden gehängt — wenn man sic hat! Der euqlisckie Seekrieg. Stockholm, 13. Rov. Ter schwedische Tampser „Taggrq", der von Rcwpork nach Sandsvaal mit Pktrolcnm und Benzin unterwegs war, wurde von einem englischen Tampser nach Ttornewen gebracht, obgleich die Papiere des Schisses auf ein Stockholmer Petroleum- und BenziiihauS ausgestellt waren und ans dem Visum vermerkt war, dast das Frachtgut innerhalb Schwedens zur Verwendung kommen werde. Die ttaplolonie im Kriegszustände. Rotterdam, 13. Rov. Hiesige Blätter melden, daß der englische Ministerrat auch über die Kapkolonie den Kriegszustand verhängt hat, da sich der Burenaufstand auch ans das Oiebiet der Kapkolonie ausdehnt. Die Kämpfe am Sueikanal. Wie Mailänder Blättern kaut Berliner Lokalanzeiger aus Kairo nielden, wird jenseits des Suezkanals gekämpft. In Kairo sollen vier Eisenbahnwagen voller Verwundeter an- gekommen sein. Tie englischen Behörden erklärten, es seien Kranke gelocse», nian wisse aber, daß zwischen Jsmaila und Suez eine Empörung nnkcr den eingeborenen Truppe» ausgebrochen ist, weil die Engländer die Bruniz^n der Wüste zerstören, uni dcn türkischen Vormarsch zu erschweren. Tie Blätter sind angewiesen lvorden, zu schweigen. Zur Ncichstätlstaguttg. Zu der bevorstehenden Reichstagstagung kann die Voss. Ztg. mittcilen, daß Steuervorlagen nicht einge- bracht werden. Nur eine zweite Kreditvorlage wird erscheinen, die der ersten ähnlich sei» soll. Tic bewilligten fünf Mtlliardcu halten »och Monate vor. Für die Folgezeit will die Regierung schon jetzt eine günstige Bedarfsdeckung sichern. Außerdem ist eine Tenkschrist über die Kriegsverordnungcn zu erwarten. Ter Rcichshaushglt- eiat wird erst im Februar vorgclcgt werden. Tcv franföst'che T,i"esbericht. TO. Genf, 14. Rov. ist? Ist der alte Geist tot. Tie dcutickie Flotte ist eine neue Schöpfung, ihre Kommandanten und Seeleute sind verhältnismäßig Neulinge. Sie vollbrachten dennoch W u n- der an Wagcniut und Tüchtigkeit, während die an Stärke überwältigende britische Flotte an innerer Fäulnis zu leiden scheint. Wenn die britisckze Flotte keinen Nelson mehr hat, warum überträgt England das Ober- kommando der verbündeten Flotte nickst Ad m i r a l Togo'.' Tie Verminderung des britischen -lnschens wirkt empfindlich gegen die Verbündeten und entfremdet ihnen die Sympathien der Wckt. Wenn England sich nicht s e I b st Helsen will, kann es nicht erwarten, daß andere ihm helfen. Die Welt bat sür Verlierende keine Zeit. Denn eine Nation sich einmal aus der absteigenden Linie bewegt, sinkt sie bald zu Niederlage und Untergang herab. Ihre Vergangenheit bedeutet nichts, wenn sie nicht in der G c g c n w a r t siegen kann ober will. Hamburg, 13. Rov. E i n Goldaustäuser. Ei» Golb- sufkäiiscr namens Hamerlch ist von den Hainburgischen Behörden verhaftet worden. Er hielt sich feit drel Monate» in Hamburg aus »nd lebte aus großem Fuße. Unter anderem hatte er mehrmals Kellner ansgesordert. Gold fllr ihn beiseite zu schassen. Er zahlte sllr eine Krone eine Mark, sür eine Toppelkrone 2 Mark Ausschlag, Ltanvc-nmt Oiefjtti. Geborene. Rov 1. Dem »urscher Jakob Müller eine Tochter, Enuns Frieda. — Tein (flcftTemonteuT Fritz ttzäde ein« Tochter, EU so best, Anni>. — 2 Ten, Fnsdallo:«vr Beril^erd Karl Westbrock eni Sotiii-, Fotzann Lut»w«. — Tem EeUnbahn-Hilssschoeiner Heinrich Karl Frechöser ein« Tochter. Lino Elt>fcbcl>h — 5. Tem Kansnionn Leo pold Fröhlich ein« Tochter, Lilli Ingrid. — 6. Dem Schretbachilse» Ludwig LedenmOmi ein Sohn, Hans Hermen«, — 8. Dem Former Ludwig Heuser «i« Tochter. Elisabeth Kacharine. — 9. Dem Kaii-s- maim WUiheUn Weisel eine Tochter. — Dem Taglötzner WrlheUn Hartmetz ein Sehn, AllheKn. Aufgebote Rov. 8. Konrad Sci-tz, Diewstffneicht in staden, mit Marie Harth, in Rseder-Mochstadt. — Hemwich Paul. Schlaffer in Gießen, mit Luise Kausina»», ii» Wiesech. — Go Nt leb Grau. Küfer in Wetzlar, mit Eliiab-ethe Henriette Drost, in Holzhausen. — 10. Ludwig Dudeichöser. Bahnarbeiter. niet Listse Le b, beide in Gieße». — 12. Johannes Appel, Taglöhner, mit ,Vhan im Karoline Emilie Eleonore Schwan, beide in Gießen. Eheschließungen. Rav. 7. SCu,l- Schienbäcker, Taiglöhiier', mit Luise Schmidt, beide in Gießen . Sterbest, ae. Rov. 5. Karl Ferdinand Friedrich Schmidt. Eisendrel>«r. Land- wehrmaiin, 33 Fahre alt. In Löbershos 9. — 8. Friedrich Ludwig Earls, Werkmeister. 73 Fahre alt, Liebigstraße bl. — 10. »otfwriwe Marie Elise Hasse Ibach. 1 Pionadc alt. Foaliiksurter Stoastc 82. — 12. AiNia Elise Wirih. 8 Monate alt. lReuenioeg «. — Elise Schar, man», 77 Jahre «rlt, Licherstraste 71. Fm Felde gefallen: «ug. 22. Karl Loos Schneider. Gefreiter der Reserve, 21 Fahr« alt. Wolsstraß- 2». - Karl Thoodor Walter Sä^rser. UiiterosstzKr. 18 Fahre alt, Lichersrraste «5. — 28. Paul Bill, «ergman-n, Reservist, 23 Fahre alt, Krenzplatz 11. — Tept. 2«. Heinrich Karl Schepp. Lehrer, UirtCToffij. d. Reserrs. 28 Fahre alt. Schi fserbergerwenlO-, Ltädtischer Arbeitsnachweis Gietzen. Es könne» rlngeftcfft werden: n) bej hiesigen Arbeitgebern: t Banschloffer, 2 ZiMnrerbTrite. 1 Tchuhinocher. l Fuhrkneeht, la»dw:r,schas,!iche und (»arwiiord-iter. 2 Tieiistrnädchen. welche gut kochet können. 1 Lehrmädchen. dl bei auswärtigen Arbeitgebern: l Eifendrehcr, 2 Prrßsnstnieter, Schlaffer und Werkzeuamach/ r sgegen hoh:n Sinntriisvhnj l Miller leuibwirtschasiliche Arbeiter und Knechte. Erdarl>ciler. Mineure, Steiiibnucharl-eiter und Tag- löhiier. ES suchen Arbeit: 1 Installateur. 1» schlaffer, 2 speiigler. 3 Biichbinder. 7. Polsterer und Tapezier. 5 Schrcuier. 1 Glaser, l Tchulmracher, 3 Schneider, >0 Welßbinder und Lackierer, 1 Kansleute, Schreiber, laiidivirtschastlicho Arbci :r und Knechte, Erdarbeiter, Taglöhnee. Kellner, Haus bursch»». Putz-, Wasch- und Lausfraneii. Lehrlinge: t Schlvffeoiehrling. _ Ltädtischer Wostu,masnachwciö Giesien. Er sind zu vermieten: 1 Wohnung van 7 Zrimwern cotl. mst Mmisarbe: 1 Wohmueg von ö Zimmern mid i Mansardeitgimmer: 1 Wohnung vmi ö Zßo- »:«rn, 1 Wohnung von 1 Zimmern: 1 Bohnu-na von 1—3 ■3™- nten,; 3 Wohnungen von 3 Zimniern; 5 Wohnungen von 2 Zimmern: 1 Lager- oder Fahr ihr a>um: 8 möbiiert« Zmnner, davon 2 ncbeneinanderl iogendc. Zu mieten gesucht: 18 Wohnnigen von 2—5 Zimmer. __ J.taiiifojiep Marktplatz II. Uhrmacher »nd Goldarbliter. Rcichb'ltiger Lager in Utzee», Gol». »nd rtlberwaec«. Licierant de» Konsum - Verein» Gießen u Umg. und der Eisenbahn - Kousumve-eins. — Mau verlange Rabattmarkm. — A. Ariesleven Zigarren-Jmpo't u«v Dersanv. 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Um ollen Arbeiter» erneut diese gesetzlichen Beslimmungk» zum Bewußtsein zu bringen, feien uackst hend eine Reihe der wichtigsten Paragraphen zur Kenntnis der Beteiligten gebracht: ,S 1 lagt, daß die Unsallverhntungsvorschristen der Hessen- Nassauische» Daugewerksberufsgenossenschaft und die Unfallner- hütungsvorschristen der Tiefoaubrrufsgenosjenschaft den Charakter vvti polizeilichen Vorschriften haben. § 2. Baubuden. 1. Für die an Neu-, An- oder Umbauten beschäftigten Arbeiter müssen vom Beginn der Bauausführung bis zu deren Fertigstellung Baubuden auf der Baustelle vorhandelt sein, sofern nicht den Arbeitern im Znnern des Baues oder in anderen in der Nähe befindlichen Gebäuden den nochstehendkti Vorschriften entsprechende Aufenthaltsräuuic zur Verfügung gestellt werden. 2. Die Baubuden müssen die Arbeiter gegett die Unbilden der Witterung schützen, zum Nusbewahren von Kleider», Lebensmittel,i und Eßgeschirr geeignet sein, eine mittlere Höhe von 8,20 Meter haben, allseitig dicht mit Wänden umschlossen, mit einem gedielten »Fnstboden, dichtem Dach nud verschlicsibarer Tür versehen sein; sic müssen ferner genügend hell und heizbar sein. I. Ihre Grundfläche darf nicht unter 6 qm betragen und muß so bemessen sein, daß ans jeden dauernd beschästig- ten Arbeite» eine Fläche von mindestens 0,75 qm entfällt. 4. Die Baubude muß ausreichende Gelegenheit zum Wasche», Sitzen (Bänke!) und zum Anwärmen und Einnehmen (Tische !) der Mahlzeiten bieten. ü. Die Baubude muß in reinlichem Zustand erhalten, täglich gekehrt und mindestens einmal wöchentlich gescheuert werden. 6. Bei einer Temperatur von weniger als 5 Grad Wärme muß die Baubude während des Aufenthalts der Arbeiter geheizt sein. 8 3. Auf jeder Baustelle, ans der mindestens zehn Arbeiter ans einem Betrieb arbeiten, muß ein satbgemäß ausgestalteter Verbandskasten vorhanden sein; er muß an einem leicht zugänglichen Ort, am zweckmäßigsten in der Baubude, aufbewahrl und vor Nnreinlichkeiten geschützt sein. Der Schlüssel zum Kasten ist von dem Parlier oder dessen Stellvertreter auszubrwahren. 8 4. Aborte. 1. Bei größere» Bauausjnhrungen muß vor Inangriffnahme au einer V 0 tl der Straße, der Baubude ltnb den beuachbarten Gebäuden möglichst.entfernten Stelle ein allseitig dicht um- schlostcncr «nv wastcrdicht abgcdccktcr, mit vcr- schlieszbarcr Tür und einem F-ttszbode»» versehener, genügend belichteter Abort erstellt werde,» 2. Dos Abortgebäude innß derart eingerichtet sein, daß man weder von der Baustelle, roch von der Straße oder von den Fenstern der itiachbargebüude aus hineinjehrn kann. Erforder- lichensalls sind vor de» Türen Schamwütidc anzubringen. Die Aborte müssen mit ausgeschnittene» Breltsitzen vcrseh>n sein, du vo» inandcr durch eine Wand zu trenne» sind. Sofern „ich. eine -vorschriftsmäßige Aborigrube benutzt werden kann, ist zur Aufnahme der Fäkalien eine tragbare Tonne unter dein Abortsitz aufz»s!ellku. 3. Der Abort muß reinlich erhalten, die Grube oder Tonne rechtzeitig. entleert werden. Die Oberfläche des Aborts- inhalts ist regelmäßig zu desinfiziere» oder täglich mit Erde oder mit einem sonstigen geeigneten Streumittel zu bedecken. 4. Für je 25 Arbeiter muß ein Abort oder eine besondere Aboriabteilung vorhaudeu sei». Wenn Arbeiterinnen ans der. Baustelle beschäftigt werden, sind für die Geschlechter getrennte Aborte zu errichten. 5. Diese Aborte dürfen eist dann entfernt wktdttt, wenn Aborte im Bau selbst benutzt werde» können. 6. Bei besonders umfangreichen Bauten kann angeordnet werden, daß außer den Aborten auf besondere Pißorte mit Urin- behälteru, die mindestens täglich zu entleeren sind, eingerrchtet werden. 7. Jedes Verunreinigen der Baustelle ist verboten. § 5. Ltanbverhütnng. Bei ollen Bauarbeilen ist die Entwickelung von Staub nach Möglichkeit zu verhüten. (Auch bei Abbrüchen!) Bauschutt ist deshalb vor »ud beim Schütten und Auftadcn ausreichend zu begießen. 8 6. Schutz gegen die Witterung iu Rohbauten. In.der tültere» Jahreszeit müsse» in Rohbauten während der Arbeit Tür- und Fensteröffnungen in provisorischer Weise soweit geschlossen werden, ols dies zum Schutz der im Bau beschäfligien Arbeiter gegen hie Einflüsse der Witterung erforderlich ericheiut." Den Landgendaruie» ist eine Anleitung seitens der Behörde!, zur Ulberwachung dieser Vorschriften au-g,händigt worden. Die Aussicht über die Jnnrhaltnug dieser Vorsckriilen ist neben den Beamten der G.'werbeiiijpeknou und den Ailfsichisbeonäeu der Berufsgeuossenschaslen den örtlichen Baupolizeibcamte» übertragen. In allen Fällen ist neben den, Bürgermeister, der ans Grund der allgemeinen Bauordnung dazu befugt ist, das Kreisomt di- zuständige Aufsichtsinstanz. Auf Staatsbauten und Bauten unter staatlicher Leilung sieht die Aussicht über diese Schutzbestimmünaen ge,näß § 21 bet Verordnung den mit drr Bauleitung beauftragte, > Beamten zu. Bauarbeiter Oberhesselis! Maurer. Handlanger, Erdarbeiter, Betonarbeiter, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder und ähnlicher Berufe, achtet auf die Jnnehaltung der Bau- • arbeite,fchutzbkstiiiimungeu! Ihr babt weite: nichts als euere Arbeitskraft, schützt diese, indem ihr die Jnnchallung der Bor- ■ schrifieu dieser Verordnung überwacht. Bon alle» Derstöszci« gegen diese Bestimmung?» gebt jchlcutügst an d,e „„lerzeichnelc Stell^ Kenntnis. Tic unierzeichnkte Bauarbeiterschutzkoniuiisfion wird dafür Sorge Iragen, daß die Miffstände den zuständigen Kreisämtern, falls dort k-ine Abhilfe erfolgt, deu, Gr. Ministeriuni des Innern zur Kenntnis aebracht werde». Verlaßt Euch » cht Einer ans den Andern, sonder» jeder Einzelne macke es sich zur Pflicht, die Mihftände unverzüglich au die uuterzeichnete Stelle zu berichten. Für Baustellen, o» denen besonders gi oüe Verstöße Vorkommen, werden an den Meldenden Fragebogen ausgegebe», an Hand der dort gestellte» Fragen itt es ein Leichtes, die Zustände genau zu erforschen. Wir werden von besonders grosse» Verstöße», ouch aus de», Gebiete des Nufallschutz s, photogropbijche Aufiwhmeu heist.il » lassen, um dis zur Zeit herrschenden Mißstä.lde zu bekäaipfeii. Mil kollegialen, Giuß We Öauarüritcrrflm^üommifrtou für dir Provinz Wrrhrffeu. I. A.: 2tlbi» Manu- Gcwerlsckasisb.amler Giesjen» Schanzeustiaße 16. Edgar Bormann, Giessen Telephon 165 Eisenwarenhandlung Neustadt einplichlt 4- und 6eckige Drahtgeflechte, Stacheldraht, Spanndraht. Garlenstützen eiserne Schiebkarren, Giesskannen, Kokos’aserstricke. Bast, Baum kratzer, Baumschützer und Baumsägen, Hecken-, Reben- und Rosen- schereu. 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