^3 0u- 3ctt »tfei> in bkgchcn •ettcffen. L**% I* o n &« 1 fecncroj ^ Sri«), Wi andkrr mt ^ Wter Zeit wrb mm *»t bi, ge- nöbeäs NitAnigll, ( Ätt die mb Suffai Ech durch den: wich, i me» btz t. kliidcr- nksch wäre, einer Huf, m (JnitBpa knzländer fei. dch ß, Heben Rn- miteauo, , geschrüch biej« tzm- noch nicht ers and de ißt. ob unb fbiet mb Htmit. Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes LberdcMIlbe Volks,ettui,, erscheint icden Werktag Abend tn im. Der AbonnemenlrpreiS beträgt »öchcnllich 15 Pfg, monatlich kg. «nicht Bnugrrlobn. Durch dic Polt bezogen vierteljäbrl.lLOML Redaktion und Ervedttion Glesien. B-bnbokltrasi- 23. «cke LSwenaasie. Delevsion 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonclzcile oder deren Raum 15 Psg. Bei größeren Aufträgen Raball. Anzeigen wolle man tu» abend« 7 Id, tür die kolgende Rümmer IN der Erredition autgedr». Nr. 253 Gießen, Samstag, den 31. Oktober 191 1 9. Jahrgang 1(1. Ätttdurgk ü n b u n 3 ictt für bit I«. [«nboji fl. MHber SJW 8.M bO^O ms SIL ie Organisation der Staaten. per Atrien ist nicht Selbstzweck. Ter Strien ist ein Mittel für ichassiing eines Zustandes, der minbcstcnö in bc» Augen bes rs vorteilhafter ist als der, der vor dem Ausbruch der Feind- eiten herrschte. Deshalb ist cs selbstverständlich, daß auch r Zeit, wo die Kanone» sprechen, sich die Blicke der Denkenden ie Möglichkeiten richten, denen seht die Bahn gebrochen wird, >aß der Lärm der Schlachte» die Stimmen derer nicht ganz zu öneu vermag, die mit größerer oder geringerer Kenntnis, «ehr oder weniger Geist, von den Dingen rede», die der Krieg cn wird. crsreulicherweisc arbeitet sich dabei ein Gedanke immer stärker S, der zwar von cinzclncu, die über das nächste Ziel hinaus- .» vermögen, schon seit Jahrzehnten vertreten worden ist, der bisher noch immer von der großen Mehrzahl als utopisch ab- it wurde. Der Gedanke nämlich, daß die bisherige Organi- i der Welt und vor allen Dingen Europas mehr als primitiv und daß au ihre Stelle eine auf sicheren Grundlageii ruhende t Urgemeinschaft, eine höhere Form der atcuvcrbäiidc gesetzt werden muß. Diese Forderung besonders überzeugend und besonders nachdrücklich, wenigstens t Mitteleuropa in Frage kommt, in einer Broschüre .'«cu, die der bekannte Jurist und Politiker von Liözt soeben fcntlicht hat. Liszt sucht den Weg zur Sicherung des curopäi- und des Weltfriedens, und er glaubt sein Ziel zu erreichen gesagt durch einen mitteleuropäischen Staatenvcrbaiid gegen xib, ohne Rußland, wenn möglich in i t Frankreich. Dcutsch- so argumentiert er, kann auch im Fall des Sieges keine Wclt- r im eigentlichen Sinuc des Wortes werden. Rußland und > I mb werden an Volkszahl und an Gcbietsumsang ihm über- I bleiben. Um das Ucbergewicht dieser beiden Mächte dauernd V schlittern und eine Art von weltpolitischem Glcichgcwichts- id herzusteUcu, muß eine 'Organisation der Mächte Mittel- as geschasscii werden, d. h. Deutschland, Oesterreich-Ungarn, eu, Skandinavien, ein etwa selbständiges Polen und Holland ii sich zu einer Gcmciuschaft zusammeutun, für die die staatS- rülkerrcchtliche Form noch zn finden ist. stur in großen Zügen cntwickelt'Prof. von Liszt seinen Plan: nähere Ausgestaltung und die Prüfung der Dctailsragcu beer mit Recht der Zukunft vor. Nur soviel sagt er schon heute, seiner Meinung nach das deutsch-österreichische Bündnis vcr- agsrechtlich zu sanktionieren und durch eine Militärkonveiition weitern sei: daß ferner eine Zollunion, die aber nicht durchaus dem Prinzip des Freihandels zwischen de» in Frage I adeu Gebieten zu beruhen brauche, die VerbandSstaaien um- ’\ ßcu müsse, und daß endlich danach zu trachten sei, das fest- » ilchc Mitteleuropa, also Frankreich, Spanien und Portugal ' ckwürdigerweise schweigt er von Belgiens, in die Organisation 1 auszuuehmeu. ■? cnn ?j* 3cit noch nicht gekommen ist, die Einzelheiten des ! etcuroväischen Slaatcnvcrbandes zu entwickeln, so sind auch « Vorbedingungen zu einer ins einzelne gehenden Kritik an dem ", U lost*' 'i''", entworfenen System noch nicht gegeben. An zwei Punkten ""eien wir auch schon jetzt nicht vorübcrgcheu. Der eine ist j»".... -> unterschiedliche Stellung, die Rußland und England au- ! eien wird. Ter Staatsvcrband soll ohne Rußland, aber s« c n England den Frieden verteidigen. Damit wird vo» voin- - E ^"»lichkeit. in Zukiliift eine Brücke zu England und der ^inatenorganijation zu schlagen, abgcwicscn und das nt uns deshalb bedenklich zu sein, weil eine Organisation eicuropas yy, daun einen Sinn hat. wenn sic ausacsaßt wird er crltc schritt zu einer Organisation der Welt, zur einer allgemein m c n s ch l i ch c n Kultur- c i n s ch a s,. Dann aber das andere: Soll das siegreiche Deutschland in die verletzt werden, gewisiermaßc» einen Krystallisatiouskern fiii mitteleuropäischen Staatciiverbaud abzugcbe», und fteUt man l, “ )t "'wa auf den Standpunkt, baß es die Aufgabe hat, die in i !r lolnmeiidcil Rationen mit den Waffen in der Hand zum '■I nJ** ^enlngen. so müssen in der inneren Politii ' ""tlchen Reiches nach Beendigung des Feldzuges große und iivtatzllchc A e n d e r n ii g c ii Platz greifen. Dasür hat lllchcrwcisc auch Herr v. Liszt Verständnis. Er ivcisl darauf >atz die Nalionalitätcupolitik neue Wege cinzuschlagcii Hai und liiict cs vor allen Dingen als undenkbar, daß nach dem ensichluß „die Teilnahme an der Führung der Tiaatsgeschästc oder ,cner Schicht des Volkes Vorbehalten, allen anderen v e r l ch l o s s e n bleiben könnten." Deutschland kann seine Nachbarn nicht zur Liebe zwingen, en eS vermag seine Stellung nur dadurch zu sichern, daß ec . a u ß e u und i nt Innern eine Politik treibt, d:c '"e'gcu europäischen Gemein,vcscn den Gedanken des Zu ^ilchlusieS zu einem Gebilde, in dcsicu Mittelpunkt das , Reich steht, sympathisch machen kann. Wie weit das mög- r. wie weit dieser Krieg dazu beiträgt, uns aus dem Ttaaten- '< i, 0 ei )’ er «* aa tcn- und Völkerorganisation zu bringen, kann Zukunft lehren. Nur soviel steht fest: Nach dem Friedciis- o • ,cn une "Heu weit größere und schwerere Aufgaben, vs' »i,».^!.e>eq sie zu stellen vermag, und sür ihre Lösung inüsien r ">"chen. ‘ Mincngcfalir (tu den englischen Küster». n h“! 1 ®*'"' 29. Lkt. Alls London wird telegraphiert: ’t "iiißf - ^ Meldung, dag es den Teutschen gelungen sei, " ..^0 rdwestküste Irlands ein Minenfeld anzulegen, ruft -illahrtskreiscn ganz Englands ungeheures Aufsehen ’ r ' ln 5_ftä0t in hohem Matze dazu bei, die fjerr- .® e -Stimmung und das Mißtrauen gegen die Leitung der Marine noch zu erhöhen. Tic Jnter- enfreife stellen die mannigfachsten Betrachtungen an. !' rq--«5^ S« 8 ’’mH" rjh-I'JI.— i nM in welcher Weise die Teutschen die Auslegung von Minen bewerkstelligen konnten. Man ist überwiegend geneigt glauben, datz ein deutsches Handelsschiff, das sich unter neutraler Flagge deckte, die Auslegung vorgenommen habe, da man es für unwahrscheinlich halt, datz ein deutsches Unter- seeboot bis nördlich Irland Vordringen konnte, ohne entdeckt zu werden. Amsterdam, 29. Okt. Reuter meldet aus London: Die Besatzung eines in Flectwood angckomnienenSchiffes berichtet, datz noch ein anderes Dampfschiff an der Nordküste von Irland auf der Höhe von Malin Head auf eine Mine g c st o tz c n ist. Die Times erklärt aufs neue mit Rücksicht auf die feindlichen Minen in der Nordsee, die einzige Sicher- hciisinatzregcl gegen ein derartiges Vorgehen sei, die St o r d - sce für jeden neutralen Handelsverkehr zu s ch l i c tz e n. Deutsche Vergeltungsmatznahmet»? Berlin, 29. Okt. Wie nach dem L.-A. verlautet, haben die deutschen Bundesregierungen Vergeltungsmatzregeln gegen das feindliche Ausland als Erwiderung der gegen deutsche Staatsangehörige und ihr Privateigentum beliebten Verfolgungen in Aussicht genommen und eine entsprechende Vorlage wird dem Bundesrat demnächst zugehen. Hamburg, 29. Lkt. lPriv.-Tel. der Franks. Ztg.) Der stellvertretende kouimandicreude General v. Rochl <9. Armeekorps) gibt heute abend solgeudes bekannt: „Tic Frage der Behandlung der Deutschen in England ist in jüngster Zeit mehrfach Gegenstand der Erörterung in der Presse gewesen. Von besonderem Fntcrcssc waren dabei die veröffentlichten Mitteilungen eines kürzlich aus England zurllckgekchrten Mannes, die sich auf das Gefangenenlager in Ncwbury bezogen und fcststcllcn, daß die Behandlung unserer dort unlergebrachtcn Landsleute — nicht nur der Kriegsgefangenen, sondern auch der übrigen Deutschen in England — geradezu menschenunwürdig sei. Infolgedessen ist ein berechtigter Sturm der Entrüstung in den breitesten Schichten der Bevölkerung darüber entstanden, daß die Behandlung der sich hier aushaltendcn Engländer im Vergleich zu unseren Landsleuten in England eine v i c l z u m i l d e sei. ' Diese Tatsache hat den zuständigen Behörden Veranlassung gegeben, dem amerikanischen Botschafter in London mitziiteilc». daß die hier befindlichen englischen Männer vom 17. bis zum 45. Lebensjahr gleichfalls gefangen gesetzt würden, wenn nicht bis zum 5. November eine amtliche Nachricht über die Freilassung der wchrsähigen Deutschen in England eingingc." Ein Zeppelin über Paris. Stockholm, 29. Okt. (Etr. Frkst.) (ssoeteborgs Astonbladek ineloct aus Paris: Am Mittwoch erschien über Paris ein „Zeppelin". Es wurden sechs Bomben heraögeworfen, von denen drei gröheren Schaden anrichtctcn. Acht Personen wurden getötet lind eine beträchtliche Anzahl wurde verletzt. Französische Flieger versuchten das Luftschiff anzugreifcn, eS entkam jedoch in den Wolken. Ueber die Lcistungei» der französische»» Armee schreibt ein prcutzischer Ofsizicr nach der Ostpreutzischen Zeitung an seine Angehörigen: „Drei Umstände machen den Kampf mit den Franzosen schwer: t. Ihre Artillerie ist glänzend. Beobachtung, Treff- ncherhcit, Munitionsmenge. Zusammenarbeiten mit der Infanterie grotzartig. Vor einigen Tagen lagen unsere Maichinengewchrc versteckt in einem Rübcnfeld auf der Lauer. Kein Schuh von uns und dennoch fand uns die französische Artillerie. Schon folgten die Schrapnells und Granaten. Wir mutzten spornstreichs raus. . . . Seit mehreren Tagen liegen wir in einem Ort im Schützengraben. Wir können nicht stürmen, da »nS die französische Artillerie wieder völlig in Schach hält. 2. Hervorragend sind auch die französischen Flieger. Folge: Ter Franzose ist genau über unsere Bewegungen und Artilleriestellungen unterrichtet. 3. Ter Franzose ist auf dem Rückzug und sucht sich die passendsten und geeignetsten Stellungen aus. So gewinnt er Zeit, sich zu reorganisieren und neue Stellungen vorzu- belcitcn. Das alles bedingt, datz der Widerstand und der Krieg noch länger dauern, als wir vermuteten. . . ." Neue Gehcimaklen gesunde»»? Ein Privattelegramm der Kölnischen Zeitung aus Brüssel üefagt, datz in dem ehemaligen belgischen Kriegsministerium Gche.makten gcfilnden wurden, die weitere gemeinsame Pläne des Dreiverbandes und Belgiens gegen Deutschland, besonders gemeinsame Spionage gegen Deutschland cnthalten. Tcntsche Sanitätssoldaten von Frankreich ausgelickert. Aus Basel wird peineldtt: Am Montag abaiid trascu aus den, Buirdesbahnhvf in Bafel etwa 160 deutsche SanüälSwldaie» und 15 Ojsiziere, vvn Gens konuneud, ein. Am Dienstag wurde dieses SanikälSpcrsolMl au der deukscheu Grenz« bei Llterbach de» dortigen deutsche» Mililärbchördcu übergeben., lieber die Bchaiidlniig in Frankreich wird vvn einzelnen Soidalen sehr geklagt. Belgische Nicderlitge im Korrgo! Berlin, 29. Okt. TaS Berl. Tagcbl. meldet aus Rom: Ter hier erscheinenden Stampa wird aus Paris berichtet: Ein in Le Havre eingetroffencs Telegramm des Gouver- ncurs in Uatanga besagt, daß die belgischen Truppen iinte. dem Kommando des (tzcneraikommissars Henry in einem Gefecht bei Kissinji ani Kiwusce durch die Teutschen eine vollständige Niederlage erlitten hätten. Die deutsche Verwaltung in Nntkverpen. Der iicucriiaiiutc Zivilgonvernenr vo» Antwerpen, Scnatvi Strandes ans Hamburg, empfing sofort nach seinem AmtSantriti den Bürgcrincistcr und die Zivilbchörde». Fn einer Ansprache gab er der Hosfnnng Ausdruck, daß das Erwerbsleben bald wieder anflcben und die Bevölkerung zurückkehren werde. Tie Bevölkerung kehrt jetzt in großen Scharen zurück und beginnt die gewöhnliche Arbeit wieder aufzunchmen, Boi» der fru»»jösische»r Lo;ialde»»»okratie. Die tzumanite teilt mit, daß die sozialistische Parla- mentsfraktion Frankreichs, der Parteivorstand und der Vorstand der Pariser Parteiorganisation im Palais Bourbon eine Konferenz mit den sozialistischen Ministern Guesde und Sembat abgchalten habe. Ziach längerer Aussprache stimmte die Konferenz einer Resolution zu, in der den Genossen Guesde und Sembat daS Zeugnis ausgestellt wird, datz sie in der Regierung der nationalen Verteidigung so gut als möglich gewirkt haben. Die Konferenz ersucht die Genossen, in ihrer Tätigkeit für die Verteidigung Frankreichs und der Republik auszuharren. Zu der Konferenz und ihrem Beschluß führt Genosse Eachin in der HumanitS erläuternd aus: Es steht fest, daß in den letzten sechs Wochen eine ansehnliche Arbeit für die nationale Verteidigung, der sich jetzt alles untcrzuordncn hat, verrichtet worden ist. Zweifellos gibt es noch zahlreich« Unvollkommenheiten nnd zahlreiche Ursachen zu Bcsck)wcrden- Es ist dann am besten, diese Besck'wcrdeu gleich unseren Tele- gierten in der Regierung (den Ministern Guesde und Sembat) mitzutcilen, damit diese versuchen können, Ordnung zu schaffen. Es darf aber nicht vergessen werden, datz wir unter dem Kriegszustand leben, daß die Bureankrntie wie immer schwerfällig ist und datz oft der gute Wille nicht imstande ist, dem Uebcl so abzuhclsen, wie cs zu wünschen wäre. Wir leben in abnormalen Zeiten und unter dem Truck unvorhergesehener Ereignisse: vieles ist neu zu schaffen und in schneller Weise müssen komplizierte und sehr delikate Situationen ins Auge gefaßt werden. Jeder hat Verständnis für diese Schwierigkeiten und keiner unter uns wird ver- gcjsen, daß unsere Genossen von uns in die Regierung delegiert wurden, um während des Krieges möglichst viel Gutes zu schaffen und den Sieg und damit den endgültigen Frieden vorzubereiten, den Frieden, der alle früheren Kricgsursächen ans dem Wege räumen soll. Mranzöfische «tintmuttß nc ( i,e»t England. London, 29. Okt. sZV. 8. Nichtamtlich.) Die Moruiiiapcst ver- ofseutlicht einen bemerkenswerte» - Brief eines Franzosen, balicrt Le Sigan, 22. Oktober, iinterschricbeii: En simxre ami. „Die französische Presse zitiert den Artikel Ihres Blattes, in welchem cs heißt, England muß Aiistrenguiigcii machen, die seine Sache und den Austrcuguugcn der Verbiindclc» würdig sind. Darj ich' Ihnen sagen, daß die große Mehrheit der Frauzostii täglich dasselbe sagt? Frankreich lebt nur sür den Krieg. Sei» Volk, sein Geld und seine Vcrkebrömittel stehe» alle im Kriegsdienst. Unsere Fabriken sind geschlossen, unser Handel ist gleich Null. Wir haben nur den eine» Gedanken, nämlich daß unsere 2 000 000 Mann Deutschland zu Boden schlage». Was hak England getan? Es hat uns 200 000 Mann gesandt und hat einen Appell an seine Söhne erlassen. Das aus dem Fcstlandc kämpsciide ciiglilchc Kontingent stellt noch nicht dic Hälfte der Franzosen dar. Fhr Appell zur Au- wcrbuiig van Rekruten hat erreicht, daß von einer Bevölkerung von 40 Millionen bis jetzt 600 000 kriegstaugliäie Männer meinen, das Leben auf dem Tchlachtfeldc riskieren zu sollen, wo das Schicksal ihres Landes auf dem Spiele steht. Fcdcn Tag proklamiert die englische Presse die absolute Notwendigkeit. Deutschland zu vernichten. Die Zeitungen sagen in glänzenden Artikeln, England werde ein, zwei, drei, wen» nötig 20 Jahre kämpscii. und eine, zwei, sogar drei Millionen Soldaten anfbringcin Die Erklärungen verraten am besten die Absichten, aber wenn Sie soviel Soldaten aufbriiigen können, so tun Tic cs sofort im Interesse Ihres und unseres Landes." Der Verfasser des Briefes entwirst sodann ein Bild der Kriegslage und sagt: Eine Niederlage der Verbündet c» hätic sür England schwerere Folgen als für Frankreich. England müsse wissen, daß seine Flotte Dciitschland und Ocstcrrcich-Ungarn nicht bindern würde, durä, neutrale Nachba'-- ländcr Lebensmittel zu erhalten. Es müßte wissen, daß der Hntf nicht länger als ein Jahr dauern könne, da die Slaatci, n,cl> He Fonds haben würden, um die Laste» zu tragen. England sei unfähig, den Krieg allein f o r t z u s e 1) e n , den es nicht ohne Frankreich und Rußland führen könne, da die Entscheidung zu Lande und nicht zur Lee fallen würde. Was solle also England tun? Es solle die allgemeine Wehrpflicht für das Alter von 19 bis 48 Jahren in England und den Kolonien einführen, dann könne England hoffen, Berlin zu erreichen und Deutschland zu vernichten. Aber dazu gehörte» Cpfer. Sie mögen selbst urteilen, fährt der Verfasser des Briefes fort, ob es recht ist, daß Ihre Handlnngsgehilsen an de» Pulten bleiben und die Landwirte ans den Feldern, das; die Fabrikanten die Zeit benutzen, um sich des deutschen Handels zu bemächtigen, und daß ihre Theater und Musithallen osfen bleiben, mährend in Frankreich alle Männer von 19 bis 48 Jahren im Kriege sind und die sranzösischen Familien ohne Ausnahme Trauer tragen. Der Brief sagt schliesilich: Es heißt, daß 1200 999 nicht dienstpflichtige Deutsche sich bei Beginn des Krieges freiwillig gemeldet haben. Ihre wie unsere Territorialtruppen sollten mehr leiste» als diese. Ich wiederhole: Wenn unsere im Feuer stehen, warum nicht die Ihrigen? Beschießung eines russischen Kanonenbootes durch die Bulgaren? London, 29. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Nach Blät- tcrmcldungen sollen die Bulgaren auf ein russisches Kanonen- boot geschossen haben, das der serbischen Armee auf der Donau Vorräte zuführen wollte. Die Ernten im Auslande. Nach einer Veröffentlichung des Internationalen Landwirt- schastsinstituts in Rom wird die Ernte in nachstehenden Ländern wie folgt geschätzt: Tonnen geg. 1913 -s- od. — Rußland (10 asiat. Gouv.): Weizen 3 300 090 12,3 % — Roggen 800 000 3,1 % + Hafer 1 800 000 9,4 % — Spanien Mais 700 000 14,0 % + Reis 200 000 12,3 % — Bereinigte Staaten Mais 68 000 000 9,4 % + Japan Reis 8 100 000 13,0 % +. Aus Portugal. London, 29. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tie Time» melden aus Lissabon vom 26. Oktober: Gestern sind -durch ein Dekret alle Klassen der Flottenreservcn aufgerufen worden. Eine Seebrigade von 600 Mann wird Anfang November nach Angola geschickt werden, um das dortige Expeditionskorps zu verstärken. Die Kurden gegen Rußland. Nachrichten aus Konstantinopel melden neue Kämpfe zwischen russischen Truppen und aufständischen Kurden in der Nähe von Urmia. Die Kurden erbeuteten russische Geschütze und machten zahlreiche Gefangene, darunter Offiziere. Die Russen mußten sich zuriickziehen. Die mit Türken und Persern verbündeten Kurden sind im Anmarsch auf die Stadt. In einem Jrrendorf. Aus Amsterdam schreibt ein Berichterstatter: An der Eisenbahnlinie Antwerpen—Gladbach liegt das Dorschen Gheel, das seit uralten Zeiten eine Kolonie von Geisteskranken beherbergt. Die Legende schreibt ihre Gründung der heiligen Dimphna zu, die tm siebenten Jahrhundert gelebt haben soll. In jedem Hause sind Kranke untergebracht. Begreiflicherweise sahen die Letter und Pfleger der Anstalt den Kriegsbegebenheiten, die immer näher an de» Ort heranzogen, mit große» Besorgnissen entgegen. Mußte schon der aus der Umgebung tönende Kanonendonner die Kranken ausregen, wie sollte es werden, wenn militärische Einquartierung kam ober der Feind durchzöge. Konnte nicht auch die Tat eines unzurechnungsfähigen Kranken ein schreckliches Unheil über seine Leidensgefährten und den ganzen Ort bringen? Im Kriege gibt es in solchen Fällen nun einmal keine lange Untersuchung über Schuld und Mitschuld. Indes ist die An- stal«, wie das Handelsblad mitteilt, dem befürchteten Schrecken entronnen. Als die deutschen Soldaten an den Dorfeingang kamen, fanden sie große Maueranschläge, die sie darauf hinwiesen, daß sie sich in einer aus Angehörigen aller Nationen zusammengesetzten Jrrenkolonie befänden. Weiter wurde ihnen ein Schreiben überreicht, das wir in seinem etwas naiven deutschen Text wiedergeben. Es lautete: An den Herrn Befehlshaber und Krieger der deutschen Armee! Wir, Einwohner dieses Hauses, wo hilfsbedürftige Irren verpflegt werden, nehmen am höslichsten die Freiheit, an die Obrigkeit und Krieger der deutschen Armee svlgendes mitzuteilen: Die in der ärztlichen Wissenschaft weltberühmte Gemeinde Gheel ist wie ein großes Spital, eine große Irrenanstalt, aus 1600 Pflegefamllien zusammengestellt, worin säst dreitausend unglückliche Geisteskranke von allen Nationalitäten und von allem Glauben, Belgier, Deutsche, Holländer usw., mit der größten Liebe in den Familien versorgt werden. Daher dürfen wir die deutschen Krieger und Ihre Obrigkeit bitten, so ruhig als möglich durch unsere Gemeinde ziehen zu wollen, damit die Verrückten nicht stärker aufgeregt werde»: und nicht daraus achtzugeben, wenn der eine oder der andere dieser Unglücklichen durch unsinnige Wörter oder Täte der deutschen Nation gegenüber etwas Unangenehmes begehen oder irgend durch eine Manifestation seine Gesinnung äußern würde. Eingesehen die hohe menschenliebende Bedeutung dieses Ortes, hassen wir, daß diese Bitte von der Obrigkeit der deutschen Armee gutiqst entgegengenommeu werden wird, und bieten Ihnen unsere höflichen Grüße. lieber die Wirkung dieses Schreibens sagte Tr. Beens, der Direktor der Anstalt, dem holländischen Journalisten: „Wir haben hier über Unruhe oder Angst der Patienten nicht zu klagen gehabt. Wohl sind einige Familien mit ihren Patienten geflüchtet, aber im übrigen ist alles hier so geblieben wie zuvor." Und er fügte weiter hinzu, während aus der Richtung von Antwerpen das schwere Ge- schlitz herüberdröhnte: „Man ist hier nicht mehr in Angst. Nur als es dort weiter, bei Aerschol und in Löwen, brannte, waren wir noch unruhig, aber das rote Kreuz auf unseren Türmen hat uns beschützt. Wir sähen nur unsere Lebensmittel nicht gern requiriert." Im Torfe hat man dem Berichterstatter noch mehr vom Durchzug der Deutschen erzählt, von einigen Lssizieren, die sich geduldig vo» armen Geisteskranken ausfragen ließen und die mit ihren Mannschaften rasch wieder sortzogen, da ihnen diese Kolonie wohl unheimlicher war als der Krieg. Gleichwohl hat das Dorf seinen Blutzoll an den Krieg bezahlen miisien. Ein junger holländischer Zigarrenmacher, der so unklug war, beim Nahen der Deutschen zu fliehen, wurde durch eine nachgesandte Gewehrkugel tödlich verwundet. Auch erzählte man, daß eine geisteskranke Frau, die an, Abend umherschweiste. von einer Patrouille verwundet worden sei. Im ganzen aber ist die Kolonie vom Äriegsgreuel verschont geblieben: der stille Wahnsinn der 1600 von dem tobenden der Millionen. Verbot des Lchnapsansschanks. Für das oberschlesische Industriegebiet ist ein strenges Verbot des Ausschanks von Schnaps erlassen worden. Wie die Schlesische Zeitung berichtet, ist ungeordnet worden, daß in den Stadt- und Landkreisen Beuthen, Kattowih, Gleiwitz und Ratibor, im Stadtkreise Königshütte und in de.: Landkreisen Tarnowitz, Zabrze, Groß-Strchlitz und Rybnik rn den Wirtschaftslokalen neben alkoholfreien Getränken nur reiner Traubcnwein und Bier zuin Ausschank gebracht werden dürfen. Der Ausschank von Branntwein und Likören und der Kleinhandel mit Spirituosen sind verboteir. Zu HeiO zwecken diirsen Spirituosen, insbesondere Hosfmannstropsen, nur auf ärztliche Anordnung abgegeben werden. Zuwider- Handlungen gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Außerdem haben Zuwiderhandelnde die Schließung des gesamten WirtschaftsbetriebcS bczw. der Verkaufsstelle zu gewärtigen. Ein neuer „Emden"-Streich. W. B. Leipzig, 30. Okt. Die Leipziger Neuesten Nach- richlcn berichten aus Kopenhagen: Nach einer aintlichen Petersburger Meldung aus Tokio wurde der russische Kreuzer „Schewtschng" und ein französischer Torpedojöger auf der Reede von Pulo-Pinang durch Torpedoschüsse des deutschen Kreuzers „Emden" zum Sinken gebracht. Ter Kreuzer „Emden" hatte sich durch Anbringen eines vierten falschen Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte sich ans diese Weise den vernichteten Schissen unerkannt nähern. Von der Front in Flandern! Die Deutschen machen weitere Fortschritte Der Vorniarsch der Deutschen über den Nperkanal dauert holländischen Blättern zufolge fort. Rousbrngge soll vo» deutschen Vortruppcn besetzt worden sein. Wie die Times mitteilcn, wurde Turnhout von den deutschen Soldaten beseht, die in Bürgcrguarticren einlogicrt wurden und in der Umgegend der Stadt patroullieren. Der Bericht der Verbündeten. Rotterdam, 30. Okt. Tie belgische Regierung drahtete dem belgischen Gesandten im Haag, daß die Lage der Verbündeten an der Mer sich gebessert habe. Das Feuer der feindlichen Artillerie sei abgeflaut und durch die englischen Schissskanonc» unterdrückt worden. Die Operationen der Verbündeten bei Upcrn seien sehr befriedigend. Die englischen Nnstungsbemüßungen. W. B. London, 30. Okt. Ein Ausschuß unter der Leitung Lord Desborough organisiert Freiwillige, die nicht in die reguläre oder in die Territorialarmee ausgenommen werden, um sie in de» Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 100 Während dieser Spötterei des Schreibers hatte Winge- borg seine Augen von einer Ecke in die andere rollen lassen und seine weißen Zähne gefletscht. Dann und wann griff er mit seinen rauh behaarten Fingern, die wie die Finger einer Scespinne biegsam und gelenkig waren, in sein blau- buntes Halstuch, und endlich drehte er den Glanzhut ein paarmal um seinen Kopf und lachte behaglich. „Höre Sorenskriper Petcrscn," sagte er, „von allem, was du sagst, verstehe ich wenig, aber ich danke dir dafür." „Ich bitte dich, Freund Wingcborg," siel Paul ein, „nioche keine Umstände, es ist herzlich gern geschehen," „Gut, so tue waS du willst!" sagte der Ouäner, „aber lvas du von mir und den Lappen sagst, das sollen die beiden Jungfrauen gern glauben. Ich habe mit den gierigen Dieben mein Lebtag viel zu schassen gehabt und rieche ans Meilen weit, wenn einer in der Nähe ist." „Und was du nicht riechst, teurer Beherrscher der Luft- bewohner," erwiderte Paul, „das wittern deine getreuen Leoparden. Wo hast du sie?" „Hier," sagte Wingcborg, indem er auf den Sack deutete, der zu seinen Füßen lag, und den er ausschüttete, wodurch zwei kleine, gelb und dunkel gefleckte Hunde zum Vorschein kamen, die so wunderlich aussahen wie ihr Herr. — Sie hatten wieselartig spitze Köpfe, lange äußerst schlanke Leiber, kurze, breite Füße, abgcstutzte Ohren, merkwürdig lange Sc^vänze und waren von großer Behendigkeit in allen Bewegungen. „Seht dal" rief Paul, „sind das nicht köstliche Geschöpfe? Es ist die echte Rasse der Vogelfänger, die dort der Herr in seiner Weisheit einzig dazu geschaffen hat, die Brutlöchcr auszuspüren, und denen er eine Nase gab, wie sich deren kein Zollinspektor rühmen kann. Gib diesen kleinen Schlauköpser. irgend einen Lappen, einen Schuh oder Strumpf von einem menschlichen Wesen, mag cs auch lange her sein, daß er ihn einst trug, wenn von dem Eigentümer eine Spur zu finden ist, werden sie ihn bald haben." Die beiden kleinen Hunde wurden Gegenstand neugieriger Fragen und Liebkosungen, und sie vergalten diese drirch Freudensprünge und Schmeicheleien: Plötzlich aber wurden sie vergessen, denn auf der Höhe des Fjeldes zeigte sich em Wanderer, der im Sonnenschein auf einer steile» Klippe stille stand, seinen Hut schwenkte und ein lautes Hoho! hören ließ. An seinem weißen langen Haar, dem schwarzen Pilgerrock, dem brcitgckrümpten Hut und dem Stab erkannten alle sogleich den guten Klaus Horncman». Jlda eilte mit Hanna ihm entgegen, der Sorem'kriver aber lachte laut auf und legte sich auf Björnarnes Schulter. „Wahrhaftig!" ries er, „wir sind gesegnete Lclite. Kann; zu Hause, erscheint auch die Frömmigkeit und — die Lange- weile," fügte er leise hinzu, als Marstrand weiter ging, „als ob wir noch nicht genug davon hätten. Ich sage dir, Björ- narne, wir müssen eilen, daß wir diese Burschen los werden, oder etwas erfinden, um uns vor ihnen zu sichern," „Vielleicht," murmelte Björnarne vor sich hinblickcnd, „erfahren wir inanches von dem Priester." „Glaubst du, daß er die Wahrheit sagen wird? Hüte dich vor ihm, sei munter, zeige ihm ein frohes Gesicht, oder er wird sich an dich nesteln init allerlei Moral und Sittensprüchcn. Ich sage dir, der alte Bursche mit seiner salbungsvollen Weisheit wird »ns zn schaffen machen. Gestehst du ihm ein Wort, so bist du verloren. Sei klug, Björnarne, denn ich mochte wetten, du wirst ihn schnell genug auf dem Halse haben." Sie gingen über den Grund fort und trafen auf den Geistlichen, als dieser eben die Felsenstufen herunter kam, von den Mädchen.geführt u"8 von Marstrand bewillkommnet. Waffen zu üve». Das Kriegsamt drückte seine Sympathie fii t Unternehmen aus, versagte aber vorläufig die amtliche erkennung, da es mit der Bewaffnung und Bekleidung der » Armee Kitcheners vollauf beschäftigt sei. Holländischen Nachrichten zufolge wurde» außer London Häfen an der englischen Nordküste für befestigte Plätze erklärt in Verteidigungszustand gesetzt. Die Beschießung von Reims. Die Nationalzeitung meldet aus Rotterdam: Flüchtlinge Reims erzählten in Epernay, wie der dortige Times-Korrespo, meldet, daß der Schaden in Reims erschreckend sei. Von de» wohnern wurde» 000 dis 700 durch Granaten gelötet „nd große Anzahl verwundet. In der Stadt wurden 300 Häuser Geschiitzseuer vollständig zerstört. 150 brannten bis aus Grundmauern ab. Der Aufstand der Buren. Rotterdam, 30. Okt. Wie aus London gemeldet > machen verschiedene Blätter der Regierung versteckte würfe, daß der dortige Angriff der englische» Truppen Teutsch-Südwest-Afrika den Burenaufstand herausgeso habe. Gestern wurde in Downingstreet ein langer Min rat abgehalte», der sich mit der Lage in Südafrika be tigle. Handelshäuser in Amsterdam und Rotterdam k von befreundeten Londoner Häusern vertrauliche Mitteilu erhallen, daß die Zahl der Ansständischen bereits 10 00 tragen soll. Sie sind gut bewaffnet und haben auch Sä seuergeschütze und Maschineugewehre. Bei der Besetzum Siadt Heilbronn kam es zu einem Gefecht, wobei me englische Soldaten verwundet wurden. Unbestätigten ' richten zufolge soll sich bereits die ganze Orangeflußkc in Ausruhr befinde». Daß sich auch der von de» Buren wie vor vergötterte General Christian Dewet mit a> Spitze der Erhebung gestellt hat, erscheint den Engläi am bedenklichsten, da sie befürchten, daß sein Name ger werde, »in die zögernden Elemente mit sortzureißen. 1 zuverlässige Truppen in der Kapkolonie verfügt En etwa 8000, die natürlich bei weiterem Umsichgreifen des standes nicht im entserntesten ausreichen werden, un »iederzuwerfeii. Auch mit Kriegsmaterial soll es schleck stellt sein, dä England in Erwartung der kriegerischen (' nisse in Europa die Kapkolonie i» inilitärischer .Hinsich vernachlässigte. Ter Mattino erhält von seinem Londoner $ spondenten die Nachricht, daß die revolutionäre Betw in Südafrika täglich bedrohlicher fvird. Tie Rebellen ausgezeichnet bewaffnet, gut geführt »nd hätten fast alle tvohner von Heilbronn für sich gewonnen und die d Zentralregierung gesange» genommen. Die Türken am Suezkanal. Wir», 30. Okt. Nach einer Meldung ans Krakau si dem Golf von Akaba starke türkische Kavallerieabtcili cingctrofscn. Türkische Kontrollschisse mit drah Stationen sind bis in dem Eingang des Golfes von gesichtet worden. Die («»»aläktder in Aegypten. \V. B. (Nichtamtlich.> Konstantinopel, 30. Okt. Nack, aus Aequpten zufolge verboten die Engländer unter dem Vo der Unsicherheit der Verketzrc-ftraßen die Piigerschaft nach de» gen Städten des Jblom. Tie Engländer scheinen vermeid wollen, daß die Mohryimebaiter Aegnpttns mit der übrigen ni medanischen Welt in Berührung kommen. Die Blätter bei di« Giltigkeit der Begutachtung, die der Obevmusti unter e» Truck gab. 1 Neberall Dentschenhelze. In Rußland. Stockholm, 30. Okt. Wie die Nowoje Wrcmja u fanden am 24. Oktober deuischfcindliche Kundgebung Moskau statt. Ter Pöbel erging sich in gewalttätige» schreitnngen gegen die Deutschen. Verschiedene deutsche wurden zerstört, darunter die feinste Konditorei in Mos In Kanada. W. B. < Nichtamtlich) London, 29. Okt. Times meid Floronto vom 20. Oktober: In Ottaiva wurden alle Häuf- bächtiger Deutscher und Oesterreicher von der Polizei b»> Die britische Imperial Association in Toronto hat eine Res angenommen, nach der alle Deutschen und Oester-reicher in i tralionsiager gebracht werben sollen. „Ta bin ich wieder, meine lieben teuren Freunde der Greis, „lind Gott der Herr meint cs gut mit mi ich gleich beim Eintritt in diesen gastlichen Gaard all beisammen finde." „Wir sind in Oercnäes wohl aufgehoben," v Hanna, „haben Freude und Liebe, Scherze in Füll z obcncin den witzigen Paul, aber Sie, ehrwürdiger schonen sich nicht, laufen und klettern bei dieser sck > Sommerhitze in den Wüsten umher, ohne an Ihr Haar zu denken." „Nein, wirklich." antwortete Klans mit liebenswü Lächeln, „daran denke ich nicht, gutes Kind, und weil i daran denke, muß es wohl keine besondere Anstrcngu mich sein. — Ich komme," fuhr er fort, „diesmal mit Umwegen von Tromsö. Ich bin auch am Balsfjord g Herr Marstrand, und habe dort Olaf als einen n Hüter Ihres Hauses vorgcfunden, endlich bin ich Li Halbinseln und Fjeldcr gepilgert bis hinauf zur Kilp und konimc von dort, um, wenn mein Töchtcrchen mir gestattet, mich einige Tage hier unten am kühler auszilrnhcn." „Wer hieße Euch nicht willkommen, lieber Herr wartete Jlda. „Ruht ans und bleibt zu unserer Fr lange cs angcht." Tic beiden jungen Männer waren nun auch b kommen, freundliche Worte wurden gewechselt. T Priester, sein Ränzchcn von Leder am Riemen Schultern gehängt, ging mit ihnen dem Hause zu, der Vorbank Egede Wingcborg Platz gcnoininen hatte aber hatte Horncmann die Stelle erreicht, als die kleinen Hunde des Vogcljägers mit lautem Gebell c zusprangcn, ihm die Zähne zeigten und wider knurrend endlich dem Pfiff ihres Herrn Folge leistet sie zurückricf. (Fortsetzung kolgt.) 't 1 K is wobei "bestätigt, -rängest« >» den Bn '>»<> mit t den tzn> rn Rnm» Londonee j itionäre SPnte Tie Rebellei lütten (oft alle i nnb die ti fitltrtl. tzcfieu «ttd -lachbargebiete, «jetzt» und Umgebung. Erfüllung der Parteipsiichten. Von jedem, der sich als Angehöriger der deutschen So- ürmükratic betrachtet wissen will, mutz man verlangen, er nach seinen besten Kräften die Pflichten erfüllt, die als Parteigenosse erwachsen. Im Kriege ebenso wie ine den. Erste Pflicht ist selbstverständlich für Wettervcr- tung unserer Grundsätze nnd unserer Anschauungen orgen. Immer inehr und immer neue Volksgenossen ,en mit dcen vertraut gemacht werde», was wir wollen, er mehr müssen unsere Forderungen begreifen und per- n lernen. Um dies zu erreichen, ist vor allem die weiteste >reitung der Parteizeitung notwendig und jeder ins Gehörige mutz das Seine dazu beitragen und in n Bekanntenkreisen Leser für die Oberhessische Volksing zu gewinnen suchen. Ter Krieg hat in die Reihen rer Leser große Lücken gerissen; mehr als der vierte Teil organisierten Arbeiter und Parteigenossen ist zu den fen cinberuscn, diese Lücken müssen wieder ausgefüllt en! Und das ist sehr wohl möglich, wenn jeder seine sit tut. — Jetzt heißt es zwar: „es gibt keine Parteien •" — allein nach dem Kriege wirds wieder anders lauten! oird zukünftig sein, wie es bisher war: nur die sozial- ikratische Presse vertritt die Interessen der Arbeiter! >alb müssen wir für Erhaltung und Stärkung unserer inisationen und unserer Presse sorgen! — Haltet Euch tsranksurter und anderen Klatsch- und Scnsationsblätter Halse — sie haben noch nie einen Satz für Eure Sache, r Interessen, Euer Wohlergehen geschrieben. Jederzeit hat aber die Oberhessische Volkszcitung die ressen des arbeitenden und minderbemittelten Volkes eten. Deshalb niuß es heilige Pflicht der Arbeiter sein, Blatt zu unterstützen und für dessen Wcitervcrbreitnna >rgcn. Selbstverständlich bringt die Oberhessiscke Volks- ng die Nachrichten von den neuesten Ereignissen zu lcr Zeit, wie die übrigen Blätter. Erfüllt also Eure Partcipflicht! aus Kiülon s i0a(Ieriw6tfil mit bro. 1 I MS von jpitN. ). C\v nnttx ta» V; rriebnit wti' 'jeinen eei> bei iibr ne:' k »littet I iuiti uirttt (1 Glück. ist c8 nicht Vermessenheit, jetzt, wo die Welt in Flammen des es brennt, von stillem Glück, von befriedigendem Menschen zu sprechen? Wieviel Unglück bringt solch ein Krieg nicht ich, an dem die halbe Welt beteiligt ist. Mutz das nicht ei» fühlende Herz zwingen zum E r » st, mutz das nicht selbst bei eiligten Völkern die Herzen bewegen? Wenn so viele Men Mitmenschen in Not und Tod, im tiefsten Unglück sind, kann ich nur ein fühlender Mensch wahrhaft glücklich sein? Nein, ich sein im Alltagssinne kann wahrhaftig niemand, dem ein »des Herz in der Brust schlägt. 'lber ist es etwas anderes zur normalen Zeit? Ist da die chheit etwa frei von Unglück und Elend? Ach, wie viele, wie blich viele lechzen da nach etwas Lebenssonne, nach Freiheit. , Schönheit, ja nach einem Leben, in dem sie satt sind und t zu hungern brauchen! Wahrhaftig, glücklich im Alltags- in oberflächlicher Zufriedenheit kan» ein Mensch mit war- Friedenszeit nicht sein. er g l ü ck l i ch sein, glücklich in höhe- Wer das leitende Gesetz der Natur in seiner Vollendung erkannt hat, wer weitz, Latz ein jeder seinen (leitnlttöi ’j :en Lebenstrieb in seinem ganzen Umfange in den Dienst des ^ \Cll All flpflpt» ft/»* mir + rtii f tithriiti rt htPIPS filrttllPTt hetzt. oje ffitcmifl ; gulidgcbl« I , in oberflächlicher Zu Herzen auch zur Frie ja Und dennoch kann c du^ - «t> l e r c r Art. Wer len Bollendlina nrfnnn ebene tat Sitoici in 9% TimS »f, rien W lei M W *"1* esiernM K» zu stellen hat zur weiteren Hinaufführung dieses Ganzen nmer höherer, vollendeterer Art, der kennt auch dieses höhere, 'e Glück. Wer nichts als das Leben des Alltags kennt, nichts das kurze augenblickliche Dasein, nichts als ein Streben nach sönlichen Erfolgen in diesem kurzen Jetzt, der kau» eS mitsiihlen. dieses höhere, tiefinnere Glück. Ja, dieser Durch tismenich wird sich vielleicht noch gar recht glücklich »nd zu en suhlen *»■«" en i uhlen, auch wenn Sunderttausende cm , a s Liebe hck der und -chweftern in Not sind. befriedigt und 1 1. Menschen in sich trägt, der kann nur inner >w 0 der lich werden, wenn er jenem HSchften Sttti'chiei.on > , ,r entsprechend lebt, wenn er sein Ich nttlidien Menschen C des Ganzen. Und dieses, -.nes wahrha 1 würdige Glück, das kann man auch haben, heute »grob ist wie zur Kriegszeit. Trotz Not und Io 1 lich in dieser edleren Art. wer dem Ganzen das n' ’ u bleiben, nicht nachlasien i>» gewohnten Wirken ^^e» iiser Ziel. Unser Ideal ist es, das allem U"o den »atur., >en Halt im Leben zu geben vermag. .uten es S-t" 11 , ftn *** 5 - lf0C Oota, * in r, kdieki l-hcrzc chr°>ur ' % ,hne b mit Iif<'3_ uni betcW'S iNd. fall «£3 itten o" 1 Neue Höchstpreise für Kariosseln für die it(ul •n. Der Oberbürgermeister lzat nunmehr einen nenei. tprcis für Kartvsscln sestgcscht und zwar: 1- für beste lesene Sprcisekartoffeln 6,30 Mk., für geringere Ware lieber unser" i" !U ° Ric»"" ' i **6 , nv° U-"' vik. der Doppelzentner: ferner für beste ^pcisekartofi leinverkauf 7 Pfg. für das Kilogramm. > haben die Bedeutiing einer Obergrcnze t"r Es heißt in der Bekanntmachung unter ano - Verkäufer, unter denen alle Personen zu ven ch - - mit Kartoffeln, sei es im Marktvcrkchr ,n Laden ^ oic handeln, haben die vorstehend festgesetzten b . >ur ± be der Menge, auf die sich die Preise beziehe , , •\ sichtbaren Anschlag an den Ver - - i^l en zur Kcnntiiis zu bringen. Tie haben dr ' . > mit dem polizeilichen Stempel versehen zu lasse, ls während der Verkaufszeit auszuhangcn : r r bat ferner eine Wage mit geeichten Gewichten c ^ lussstelle auszustellen und ihre Benutzung zum > n der gekauften Waren zu gestatten, rricgshilse „nd Kleingärten. In der gegcnwartigcr: wo alle Hilfsquellen der inneren Produktron benoi' - ltig ausgenutzt werden müssen, verdient auch da 'wesen besondere Beachtung. Wir besitzen '» ixun-,- 4 kleiner Pachtgärten von je etwa 300 Quadratmeter Größe, bne sogenannten Lauben-, Sebreber- oder auch Arbeitergärtcu- kolonien. Vor kurzem ist nun der Deutsche Verein für Wob- nungsrcform in Frankfurt ani Main an die zuständigen Ministerien der einzelnen Bundesstaaten, an eine größere Zahl von Gemeinden und andere Stellen mit der Anregung hcrangctrcten, die schleunige Ausdehnung und Neuanleguug solcher Klcingartenkolonien in jeder Weise zu fördern, »nd diese Anregung ist bereits mebrseich auf fruchtbaren Boden gefallen. Wenn auch ein wesentlicher Ertrag solcher jetzt neu zur Anlegung koimnenden Gärten erst vom Frühjahr an zu erwarten ist, so wird er doch auch dann noch sehr willkommen und von großem Nutzen sein, da ja niemand weiß, wie lange der Krieg noch dauert und da wir sehr möglicher Weise auch uach dem Friedensschlüsse zunächst noch stark darauf angewiesen sein werden, alle solche Hilfsquellen sorgfältig nutzbar zu machen. Der wirtschaftliche Nutzen aber, den ein solcher Kleingarten zu gewähren vermag, ist sehr bedeutend, er ist doch bei richtiger Behandlung imstande, den gesamten Ge- müsebedarf einer kleineren Familie zu liefern. Außerdem kommen die Milderung der Arbeitsloscnnot nnd die großen dauernden Vorteile, die die Ausdehnung des Kleingarten- lvcsens für unsere ganze Stadtanlagc, für die Jugendpflege nnd andere wichtige Aufgaben hat, in Betvaclst. Es ist daher dringend zu wünschen, daß man sich allerorten alsbald der schleunigen Ausdehnung des Kleingartenwcsens widinet. Acrgsten Terrorismus auch während der Kriegszeit übt die Leipziger Fleischcrinnung. Diese Innung nötigt auch jetzt die Gesellen, die sie durch ihren Arbeitsnachweis vermittelt, untersehristlich zu erklären, nicht dcnr Zentral- vcrbande der Fleischer bcizutrcten. Dem Flcischerverbande wurde ain 22. Oktober eine Arbeitskarte übermittelt, mit der jeder stcllungsuchende Geselle zum Meister gesandt wird. Diese Arbeitskarte enthält folgenden Aufdruck: „Be, ?lnnatz,ne des nmstetzend näher dezeichneten ArbeitS- verhältnifles erklärt der Geselle ausdrücklich, datz er nicht Mit- alied des Zentralverbandes der Fleischer und Berussgenossen Deutschland ist, wie er sich auch weiterhin verpflichtet, diesem Verbände nicht beizutreten. Lallte die vorgenannte Erklärung nicht auf Wahrheit beruhen oder sollte der Geselle entgegen der vorstehenden Verpflichtung diesem Verbände noch beitrelen, so ist der Meister ohne weiteres oerpslichtet, den Gesellen ohne Einhaltung einer Kündigungssrist und ohne jede Entschädigung sofort zu entlasten." Ohne Arbeitskarte wird kein Geselle eingestellt. Man sollte es kaum für möglich halten, daß die Flcischcrincistcr in Leipzig auch jetzt noch die Unverfrorenheit besitzen, diesen ärgsten Terrorismus gegen die Mitglieder der gewerkschaftlichen Organisation auszuiiben, wo, wie die gewerkschaftlickse Statistik bewiesen hat, über die Hälfte der Mitglieder dieses Verbandes draußen auf den Schlachtfeldern für die Sicherheit des Vaterlandes kämpfen. Tie Staatsbetriebe haben ihre Gegnerschaft gegen die freien Gewerkschaften aufgehoben und öffnen ihnen ihre Betriebe. Die Regierung erkennt die segensreiche soziale Arbeit der Gewerkschaften an »nd hat gemeinsam mit ihnen einige soziale Aufgaben zu lösen versucht. Ter Kaiser erklärt, keine Parteien mehr zu kennen, aber die Leipziger Flcischer- meister treiben ihren Terrorismus unbeirrt weiter und üben den stärksten Gewissenszwang auf die Gesellen aus: sie bleiben nur gute Freunde der gelben Gesellen. — Was sagt übrigens das Generalkommando dazu? Die Fleischermeister in Leipzig stören den nationalen Frieden in gröblichster Art. Wenn moralische Verpflichtungen auf diese Terroristen keinen Einfluß haben, so niuß cs bald zu ernsthaften Differenzen zwischen ibnen und den Gesellen kommen. Vom stiNen Heldenmut. Ein Kenoste schreibt der Wiener Ar- beiterztg.: Es mar qestern aifwnfi nach dem Vortrag in unserem W-rhlverein. Der Obmann machte uns in knappen, ernsten Worten darauf aufmerksam, wie ii,otwendia es sei, aerade jetzt treu zum Verein ,» stehe». Da erhebt sich ein junaes Mädchen, ein« Eiebzehn- jälirige wohl, meldet sich arm Wort und sagt, indes sich ihre Wangen jäh röten: „Solange mein Bräutigam im Felde ist. will ich also alle Beiträge gern zahlen. Ich weist, dost es ihm so recht wäre. Ich will auch gern sonst etwas für di« Organiiation arbeiten. Kommt er zurück, dann zahlt e r wieder alles," Nach einer Weil« bemerkt str noch stockend, aber fest: „Käme er nicht, so zahl' ich immer weiter!" Ein klaffischer Feldpostbrief, Aus dem Banrisck>eit Walde wird berichtet: Ein nn Felde stehender Sohn sendete an seine Mutter folgende» Brief: „Liebe Mutter! Die Dach' is net so einfach, Bier gibt es auch keines! Mit Grust Euer Sohn W." — Das ist wirklich wahr , . . Die Sach' js net so einfach! Die üble Rolle. Ein Frankfurter Leser teilt der Frankfurter Zeitung folgende Beobachtung ans dem Kinderleben Sachsen- Hausens mit: Stuf einem kleinen Plätzchen sind fünf kleine Links- maincr im Alter von acht bis zehn Jahren beim Kriegsspiel mit dem Verteilen der Rollen beschästigt. „Ich bin der Deutsche", erklärte im Bewnstilein seiner Neber- legenheit stolz der Gröstie, und, zum Nächstältesten, der schon an seiner Seite steht, gewandt: „Tn bist der Oesterreichcr." „Du bist der Franzos und du bist der Rust." Zwei resignierte lange Gesichter. „lind dn bist der Engländer," „Des leiht mer grad uff! Do werd nir draus! Ich hob oer- gange Wach erscht, wo wer Räuwer und Schanbarm gespielt hawwe, den Raubmörder gemacht," Di« Grotzhsrzogliche Hosbibliothek hat sich als Landesbibliothek seit Beginn des Krieges bemüht, sämtliche daraus bezüglichen Drucksachen, soweit sic im Groscherzogtum verlegt oder hergeftcllt werde, 1 , '» sammeln, um damit ein wertvolles Material, das sonst voraussichtlich fast spurlos vcrschwinheu wird, für alle Zukunft zu erhalten, Es handelt sich dabei nicht nur um Gelegenheitsliteoattir jeder Art, dichterische und künstlerische Erzeugniffe wi« Gedichte, Bilderbogen, Karikaturen, ferner Predigten, Mauerairschläge. Karten und Pläne, Da diese Lstmiihungeii leider nicht überall das wünschenswerte Entgegenkommen gesunden haben, wendet sich di« Direktion der Bibliothek auf diesem Woge an oll« hessischen Verleger und Drucker mit der Bitte .ihr derartige Drucksachen in einem, womöglich aber in zwei Eremplarcn zuieriden zu wollen, Ter neue Fahrplan, Die Kgl, Eisenbahndirektion Frankfurt teilt uns mit. dast am 2. November ds, Js. «in neuer Fahrplan zur Einsühruug gelangt, aus Grund besten die gröhere Anzahl der srühcr im Arieden gefahrenen Personen- und Schnellzüge wieder eingelegt wird Der Fahrplan liegt nt den StgtioirsbureauS zur Einstchrnahine offen. Der ^1 m t I i ch e" T a sch« » fa h r p I a n" wird Ende dieser Wcehe neu ersti>einen und im Buchhmchei und an den Schottern der Editionen zum Preise von lö Piennigen für drs Stück zum Verkauf gelangen Er iimfasst die Strecken des Tioek- tiavobezirks Frankfurt (Main) «rnsthl jetzt ich der Kleinbahnen, die Anschlustürecken dis Köln, Kastei, Würzburg, Eberbach, Heidelberg, Mannheim, Worms, Müvsier a .St. und enthält die Franksurt berührenden F eriwerb i nd u ngen, Dem eigenen Bruder das Soldaiengrab geschaujelt. Der aus Stadecken stammende junge Lehrer Ada», Böller ist, wie der Kl. Preffk ans iKxhtolieim genieldet wird, ans franzäsistttem Boden den Heldentod iürs Vaterland geswrl>en Einer der ersten, der den jungen sterbenden Helden aus dem Schlachtfelde vorfand, war sehr Bruder, Dieser jäxniielie auch dem eigenen Bruder aus französischem Boden das Grab nnd schmückte es nnt anderen mit einem Holzkrenzlein und frischen Blumen. Schulkinder, sammelt Kastanie» und Eichel» süro Rote Kreuz! Die Rote Krouz-Koroespondenz schreibt: In dieser eisernen Zeit wird viel getan fm- das Wohl der Arineen nnd der Verwundete». Alles ist hilfreich tätig, selbst die Sänrlkinder, Hier und dir liest man. dast di« Schitlmädchen Wolle gesammelt haben nnd mm eifrig stricken. Da werdcl, es unsere Ksiaben mit Freude hören, dast biW Note Kreuz die Knaben besonders auifordert, Kastanien und Eicheln zu sammeln und den Saamielsttllen fürs Rote Kreuz recht reichlich einzuichickeii, damit sich ihre maschinelle Veoarbeitung zur Stärke- gewinuung und al-s Kassee- und Kakaoersatz lohnt. Zu l>eachleii ist, dast die Kastanien leicht faulen nnd dalicr nicht in Läcken stehen bleiben dürjen, sondern vorher abgetrocknek werden, mindestens aber während der Tag« des Sammeln- frei hingeschütttt werde» müsten. Freilich wird mancher Bau,» und mancher Garieninlial'er di« Sammelwut der Knaben zu spüren baten, darum, obwohl gesammelt wird, schont Bäume und Gärten! — Wie schreibt man an Krieqsgesangene im Auslande? lleler den Postterkelw mit deutschen Kriegogeiangenen im Audlaad hat das Reichspostamt di« folge-nden Vorichvisteii znsammeiigestelli: I, Zu ge lassen sind t. offene B r i c f s e n d » n g e n ohne Nachiialnnc und zwar offene gewöhnliche Briese, Postkarten, Drucksachen .Wareuprolen und EKsck-ästspapiere: 2, Briese und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme: ll, Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahni« (»ach Frankreich Wcrl- angabc nickst zulässig): 4 Postanweisungen (nur nach Gross, britonnien und Frankreich), II, Di« Sendungen sind gebührenfrei, Sie müffeii mit dem Vevmeok „Kriegsgesa ngrne n se nd» ng" l>er- schen sein. III, ?ldrefs« : Möglichst genau: Vor und Zuname, Dienstgrad de-z Gefangenen. Unter-bringuugdlager, Lazarett usw,, Bestlm- nmngsort. Es empsiehlt sick», Postsendnugeii erst dann an Kriegsgefangene abzusenden, wen»! sie ihre Adresse mntgetettt haben. 11 f jeder Sendung must der Absender angegeben sein. IV, Wenn die Adrestc eine» Kriegsgefangenen ntibcrineif n ich t zu ermitteln ist, kam, die Milwirknng einer der »ochbezei>ch- neten A u s k u 11 s t s st« l l o 11 in Anspruch genommen werden r l, Zentval-Nackstveise-Bnreau des Kriegsministernmis Berlin NW., 7, Dorotheenstraße 48; 2. Agence de renseiKnements pour prisonniers de sperre Genf, rue de l’Ath^nee 3; 3. La croix rouge francaise Commission des prisonniers de guerre Bordeaux, 56 Quai des Chartrons, (Auskunft über Kriegsgefangene in Frankreich); 4. The Prisoners of War Information Bureau London, 49 Wellington Street, Strand (Auskunft übet Kriegsgefangene in Großbritannien); 5. das Dänische Rote Kreuz in Kopenhagen (Auskunft über Kriegsgefangene in Rußland); 6, ltornmander Prisoners of war Gibraltar (Auskunft über Kriegsgefangene in Gibraltar). Sendungen an diese Auskunfisstellen wüsten offen sein und, wenn sie portofrei befördert werden sollen, den Ber- inerki „Kricgsgcfangenen-Sendung" tragen. V, Besondere Bestimmungen: a) für Pakete gelten di« im Paketpostta-rif für das Ausland enihattcuen Versendnngs- oorschriflen in ihrem vollen Umfange (Auslands-Paketkarie, Zoll- Jnhaltöevklärmtgen usw,): b) für Postanweisungen ist das für den AuSlgndsverdehr bestim^ni« Formular zu veriveuden. ?lnf der Vorderseite müste» sic folgende Adrestc tragen: 1, Für Frankreich: Oberposttontroll« Stern (Schweiz): 2. für Großbritannien: Königlich Niederländisches Postamt s' Gravcnliagc. Die Adresse des Empfängers der (Geldsendung ist auf der lllnckseite des Posian ivei su ngSa bschmittö genau an zugebe». An der Stelle des Formulars, die sonst für die Freimarken z» dienen bat, ift die Be- mcokmig „Kriegsgafangenensenduiig, Tarsrei" mcznbringen. Die Postanweisungen nach Frankreich sind in der Frankemvährmig, die- jeni-gen nach Goostbritannien in der holländischeir Guldenwähnttig auisgustrllen. In der Sckstveiz wird bei der Umschreibung der Posi- aitweisungon nach Frankreich das Verhältnis von 1il2 : IW Franks zugrunde gelegt, 3, Bririe mit Werlangolbe dürfen wüster ichrift- lichen Mitteilungen nur Wertpapiere enthalten, Lprachsührcr für unsere Krieger in Frankreich und Belgien, Der Krieg Hai zahllose dmksck)« Arbeiter plötzlich gezipuilgen, sich erneu Tdmb ircmdiorachiger Wort« und Wendungen anzneignen. An den Arbeiter stellt diese Aufgabe Ansprüche, die nicht eben Hein sind, denn di« Volksscknilc liest ihm auf diesem Felde »ich! die allergeringste Vorübung zuteil werden. Eben deshalb wird er von vielen kleinen Sprachführern, die jetzt aus de,i Markt kommen, nicht di« recht« Hilfe erfahren können, Blostc Wortt'amnilunge» genügen nur dem, der die Regeln einer fremden Sprache schon kennt, 2tzer sie nicht kennt, der braucht einem Sprachführer, der sie ihm in kurzer, veichändlichcr Fonn vorzutrogen weist. Ta» ivill das „S p r a ch b ü ch l e i 11 für Felbi 0 ldate n", das der Verlag der Buchhandlung Vorwärts soeben unter dem Titel „Deutsch-Französisch" herauSgebrachk hat, Genoste Davidsohn, der den Führer versaßt hat, wird den vielen einen groszcn Dienst leisten, die über den bloßen Wortbesiv hinaus zu einem freieren Schalten mit ihrem Ge- dächtnisfchatz geiangen wollen. Er teilt die Sprochregeln im Grundriß einfach und überstd>tlich mit und gibt dann in tief* zehn Gruvpen eine Fülle von Worten »nd Sätzen, die stch der Lebensweise des Krieges auf sranzöstschem Bodm «:» schließen und immer rn Schnreibart und Anssproche beanem vor dingen gebracht sind Der Spoachsührer kostet nur I ö P s g.: er wird von den Angehörigen der Krieger eifrig niS Feld gesandt werden. Gute Lektüre auch während des Krieges, Es ist durchaus verständlich, datz in den echten Wochen des gewaltigen Ringens, besten Zeugen wir jetzt sind, große Masten des Volkes ihr Interesse nur den Ereignisten auf den Kriegsschauplätzen widmeten, Zeitungen und Zeitschriften aller Art, sofern nur Beuchte über KrttgSerelg- niste in ihnen zu vermuten waren, wurden geradezu txrschtungcn. Mehr und mehr macht sich jcdocki erstenlicheriveise wieder das Bedürfnis geltend, die wenigen srcie» Stunben der Lektüre guter liitterhaltungslitcoatur zu widmen, lind welche Zeitschrrft wäre wohl besser dafiir geeignet, als die von unserem Bcrlttier Parlei- verjag« herausgegebene Zeichchrift: In freien Tttuidcn, Zwei gute Romane gelangen gegcnwärttg in dicher Zeitsthrift zum Abdruck, und zwar Tie Hosen des Herrn von Bredow von WNibald Alexis nnd Semper der Jüngling, ein Bildungsroman von Otto Ernst. Beide Romane sind durchaus dazu angetan, die Leser einige Zeit von dem Gedenken an di« schicksalsschwereri Ereignisse dos Krieges abzulenkrn und ihnen d>rmit ÜKireiunq von dom aus ihuen lastenden Druck zu gewähren, Auster den Romanen erscheinen n-.tt, kurze poulär-wiffenschastliche ?lbhandlmigen, Ratschläge für Heus und Küche und noch mancherlei andere wertvoll« Mitteilungen. Wie stets sind die Hefte reichlich illustriert. Jede Woche erscheiitt em $cFt zum greife von 10 Pfennig«». Bestellungen nehmen alle Parleibuchhandlnngen, Aeitungserpeditivnen und Kolporteure entgegen. Die Kriegssürsorge der Gemeinden. Die Städte und Gemeinden im ganzen Reiche sind bemüht, die furchtbaren Schäden des Krieges zu mildern, die Lasten erträglich zu machen. Vieles ist geschehen, doch auch vieles ist noch unterlaflcn und kann und muh »och geschehen. Besonders die sozialdeniokrattschcn Stadtverordneten »nd Gemeindcvertrcter werden dafür sorgen müßen, daß die Hilfe der Gemeinden bis zum Acußcrsten ivachgerusen wird. In diesem Bestreben werden die Stadtverordneten und Gemeinde- Vertreter durch die Wochenschrift „Kommunale Praxis" unterstützt. Dem Gebote der Zeit folgend, hat die „Kommunale Praxis" den gröftten Teil des ihr z»r Verfügung stehenden Raumes in den Dienst der Kriegssürsorge der Gemeinden gestellt. Die „Kommunale Praxis" berichtet ausführlich über die so verschieden gestalteten Mahnahmen der Gemeinden und gibt somit den Lesern einen lieberblick über die Reichhaltigkeit der Hilfsmöglichkeiten. Die Lektüre der „Kommunalen Praxis" ist daher nicht nur allen Gemcindcvcrtrctern und Htadtvcrordnctcn dringend anznratcn, sie wird auch den Gemeinden selbst, den Gewcrkschaftsvorständcn sowie alle» sozialen Korporationen, die sich der Kriegssürsorge widmen, nützliche und wesentliche Dienste leisten. Die Zeit zum Beginn eines Abonnements ist jetzt besonders geeignet, da mit dem 1. Oktober ein neues Abonnement begonnen hat. Die „Kommunale Praxis" ist zuni Preise von 3 Mk. pro Quartal durch alle Buchhandlungen, Postanstalte» »nd Zeitungsspcdttioncn zu beziehen. Probcnummcrn liefert der Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H. , Berlin TW. 68, ans Verlangen kostenlos. — Gefallene aus Qberhesicn und Nachbargcbictcn. Reservist Karl Frey aus Wicseck, Feldart.-Rogt. Nr. 16. — Mueck. Willi Theiß aus Stamgonrvd, Jns.-Mgt. lsir. 117. — Gefreiter Ctto Stamm aus Waldgirmes, Inf.-Regt. 9ft. 118. — Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am Ton- ncrstag machte der Qbcrbüvgcvmeistcr zu dem ersten Punkte der Tagesordnung Mitteilung von einem Schreiben der Familie des verstorbenen Stadtv. H c l ni, in dem fiir die von der Stadtvcrtretnng bewiesen« Teilnahme gedankt wird. — Ferner sind von den Kom- manbeurrn des aktiven und Reserve-Regiments 116, sowie von mehreren Konipagnlcführern Dankschreiben für die Liebesgaben eingelanfon. — Auf Beschluß der Stadtverordneten wurde das Ministerium ersuchst, die staatlichen Arbeiten in Glehen fortzuführen, um damit der Arbeitslosigkeit entgogMzuwtrken. Das Ministerium hat darauf erwidert, dasi alle in Angriff gcuommesien staatlichen Arbeiten weitevgeführt und andere vorbereitet würden, welche im gangen den Betrag von 968 300 Mk. ausmachten. Es könne also kein Mangel an Arbeit vorhanden sein. — Mit dem Tod« des Stadtv. Helm ist die Zahl der Stadtverordneten unter zwei Drittel des gesetzlichen Bestandes gesunken, nämlich aus 23. Es müffe also nach Vorschrift des Art. 45 der Städtcordnung eine Ncuivahl erfolgen. Ta aber gcgemvärtig eine Neuwahl nicht angängig erscheint, weil ein« grosse Anzahl Wähler sich im Felde befinden, beantragt der Rechtsausi'chuß, «tue Eingabe an den Landtag zu richten und diesen zu ersuchen, ein Nodgesctz zu schaffen, in welchem bestimmt wird, daß di« Artikel 44, 45 und 104 der Städtc- ordnnng zu .Kriegszeiten außer Kraft gefetzt werden, B a u g e s u ch c. Hubert Hein z h.rt zwei Bangefnchc für die Edcrstraßc und Stcinstraße eiugereicht. Dies« beantragt di« Bau- kommtssion zurückzufdellen, weit zunächst die Baufluchtlinie neu festgestcllt werden muß. — Ein Gesuch von H. La unspach um Dispens wird befürwortet. Es handelt sich um die Breite des Weges zwischen zwei Neubauten in der Liebigstraße. — Di« Firma I. B. Noll, Wiescnstrahe, hat dort ein Hintergebäude errichtet. Ti« ihr zur Errichtung des Vordergebäudes gestellte Frist ist am 1. Oktober abgelaufen. Sie ersucht uin Verlängerung d«r Frist, welchem Gesuä!« stattgegeben wird. Für die hier begrabenen Kriegsteilnehmer soll ein Ehrenfriedhos ans dem Friedhofe am Rodberg errichtet werden. Zu diesem Zwecke soll efn Platz durch ein« immergrüne Hecke abgeteilt und entsprechend hergcrichtet werden. Die Kosten betragen 2000 Mk.. welcher Betrag bewilligt wird. Bestimm nugen über die Aufstellung von Grabdenkmälern auf diesem Platz sollen später gegeben werden. — Für Herrtchtung weiterer Einfassung s g r ä b « r, die nötig geworden sind, werden 400 Mark bewilligt. Die Schlachtgebühren für Kälber beantragt die Metzgerinming neu zu regeln, weil durch die Bundesratsverord- nung. wonach Kälber unter 75 Kilo nicht geschlachtet werden dürfen, das Angebot verringert und somit den Preis der Kälber gesteigert habe. Um Tiere von dieser Schwere zu erhalten, misst« man sic ans anderen Gegenden beziehen, da di« Vogelsberger Art zu leicht fei. Nun kosten diese auch noch 8,50 Mk. Schlachtgebühr, wodurch der Ficischprcis natürlich noch mehr verteuert werde. Darin liege «ine Härte und es wird ersucht, di« Schl achtgeb ühren für Kälber aus den früher gültigen Satz festsnsetzen. Vom Schlachihofdirektor wird vorgeichlagcn, für Kälber nicht älter als 6 Wochen und nicht schwerer als 150 Kilo 2,50 Mk. Schlachtgebiihr festzusetzen. Beig G r ü n e w a l d , Stadtv. P l an k und Simon halten di« Birn- dcsratsverordnnna für die hiesigen Verhältnisse nicht entsprechend: mazi sollte deren Aushebung herbei,zuführen suchen. — Der Oberbürgermeister macht darauf ausmerksani, daß die Verordnung Ausnahmen gestatte, wo die Verhältnisse solche nötig machen. Verschiedenes. Von, Bürgermeister von Straßburg und dem Präsidenten des elfäfsifchen Landtags ist eine Eingabe cingclaiifcn, in der um Unterstützung der durch den Krieg geschädigten elsässischoii Orte gebeten wird. Es heißt in dem Schreiben n. a. daß der »nisang der Verwüstungen, die im Elsaß durch die dori stattgesiindenen Kämpfe, sowie di« imnierivährenden Trnvpendnrch- gänge gar nicht bekannt seien. Es fei nicht weniger schlimm. wie in Ostpreußen. Dem Antrag des Finanzausschnstes, 1500 Mk. sür die Notleidenden im Elsaß zu bewilligen. wird zugestimmt. — Bezüglich der Unterstützung der einberufenen städtischen Bediensteten »nd Arbeiter teilt der Oberbürgermeister mich daß er diese gleich nach Beginn des Krieges bei der Ortskraiikenkaß« weiter versichert habe, damit die Familien ärztliche Behandlung „sw. erhalten könn«n. Tie Stadtkaste werde dadurch mit 100 Mk. belastet. Die Versammlung stimmt dem zu. — Wegen einer Polizei-Verordnung, das Betreten des Ge- sangcnenlagers auf dem Trieb bctrcssend. muß die Versammlung gehört werden. Tic hat gegen diese nichts einznwenden. Pros. T o in in c r reg! dabei an, daß es angebracht sei. rechtzeitig für Arbeit für die Gefangenen zu sorgen, weil bei Beschäftigungslosigkeit vieler Leute allerhand Mißstände, auch Krankheiten entstehen können. Ter Oberbürgermeister erklärt, daß sich die Ban- deputation mit der Frage bcichästigeii werde. Hierbei miistc auch erwogen werden, daß den heiniffchen Arbeitern keine iingulässige Konkurrenz gemacht werde. Es dürste nicht sehr leicht fein, passende Arbeit herbei,zuschassen. — Im Gcsangciirnlagcr auf dem Trieb bcsinden sich setzt etiva 100 Gefangenen, Darunter befinden sich onä, einige Turkos und Indier. Tie Leute werden mit Arbeiten im Lager zur Fertigstellung des-selbcii beschäftigt. — Es s«i daraus ansmcrksau, geniacht, daß cs dem Publikum verboten ist. sich der Umzäunung zu nähern. ES dars von de» vorbei führen den Straßen nicht abgcwichcn werden. So stelsts nämlich in der Polizeivcrordnnng. — Auto-Unfall. In der Nähe von Haufen verunglückt« in der fsiacht zum Donnerstag das deni Holzhävdler Kloß in Wetzlar gehörige Auto, das von dem Ehmrfseur Süß aus Butzbach gesteuert ivurde. Dieser wurde erheblich verletzt in das Krankenhaus nach 2Leisel gebracht. Die anderen Insasten, di« «ine Vergiiügungstour »nternommcii hatten, kamen unverletzt davon. — Der Umrechnungskurs bei ausländischen Postanweisungen ist, wie von der Post mitgeteilt wird, wie folgt festgesetzt: nach Frankenländern einschließlich Rumänien 100 Franken sLeil gleich 89 Mk., nach Niederland 100 fl. gleich 186 Mk., nach den skandiuavftchen Ländern 100 Kronen gleich 119 Mk, noch den Vereinigten Staaten 100 Dollar gleich 454 Mk. — Vom Stadttheatcr. Von neuen Mitgliedern wird in der Eröffmitigsvorstellung Frl. Martha Schild als Sprecherin des Prologs und als „Magda" in dem Wicherl'schcn Lebensbild „Das eiserne Kreuz" auftrctcii: der neue erste Held, Herr v. Bog geilst aus« n vom Sladttheater Frankfurt a. Oder, wird sich zunächst als erster Kürafsler in „Walleiisteins Lager" vorstellen und dann am Dienstag als größer« Rolle den „Tellhcim" ln „Minna von Barnhclm" geben. — Die Vorstellung beginnt wie sriihcr des Sonntags um %8 Uhr. Krieüsmatziinhirien -es Landtags. Die Vorstände beider Kammern der Landstände und die beiden Finanzausschüsse verhandelten Donnerstag gemeinsam mit der Regierung über die landständischen Geschäfte während des Krieges. Wie die Regierung mitteiltc, beabsichtigt sie die Einberufung eines außerordentlichen Landtags, zur Erledigung aller dringenden staatlichen Maßnahnien in Kriegsfürsorge usw. Nach dem neuen Wahlgesetz behalten ja auch die Aögeordnetenmandate ihre Gültigkeit, die in diesem Sommer eigentlich abgelaufen sind, solange Neuwahlen eben nicht statt- gcfunden haben. Die Neuwahlen selbst hatte die Regierung nunmehr für die zweite Hälfte des nächsten Jahres vorgesehen. Aus der Mitte der Abgeordneten aber wurde die Anregung laut, ob cs nicht möglich sei, diese Ergänzungswahlen zur Zweiten Kammer dennoch demnächst vorzunehmen, wenn die Parteien eine Vereinbarung treffen, die einen Wahlkampf vollkommen aufhcbt, also durch gegenseitige Garantierung des gegenwärtigen Besitzstandes. Natürlich erklärte sich die Regierung bereit, für diesen Fall auf eine weitere Hinausschiebung des Wahltcrmins zu verzichten. Hinsichtlich des nächstjährigen Budgets ging die Meinung dahin, kein neues Budget vorzulegen, sondern das laufende Budget als Notbudget für 1916 zu verlängern. Etwaige Fehlbeträge sollen auf Anleihekredit genommen werden. Naturgemäß werden eine Reihe von Einzeletats zum Teil nicht unbeträchtliche Ausfälle in den Einnahmen anfwejsen. Auf der anderen Seite werden die Ausgaben durch die Notstandsmaßnahmen stark beeinflußt werden. Die Regierung will nicht nur die regulären Unterhaltungsarbciten für das nächste Jahr, sondern auch bereits diejenigen für das übernächste Jahr erforderlichenfalls in den demnächstigcn Kriegsmonaten vornehmen lassen: für sonstige Beschaffung von Arbeitsgelegenheit soll der bekannte Antrag aller Fraktionen der Zweiten Kammer und die von der Regierung schon gemachten Vorschläge als Grundlage dienen. Ferner erklärte sich die Regierung auf eine diesbezügliche Interpellation aus Abgcordnetcnkreiscn bereit, den Gemeinden finanzielle Beihilfen in Notfällen zu leisten. Die bereits bewilligten Ausgaben ans Staatskrcdit in den vorigen Budgets sollen, da in dieser Zeit die Aufnahme einer Anleihe doch nicht möglich ist, durch andere finanzielle Maßnahmen einstweigige Deckung finden. Porteinachrichten. Die Ausgaben der Gemeinden während des Krieges. Am 25. Oktober tagte in der Stadthalle zu Elberfeld eine Konferenz der sozialdemokratischen Gemeinbcvertreter des Agita- tionsbczirks Niedcrrhcin, die sich mit den kommunalen KrieqS- maßnahmcn befaßte. Anwesend waren 97 Teilnehmer. Im Aufträge des Generalkommandos des 7. Armeekorps nahm ein Oberleutnant an den Verhandlungen teil. Das einleitende Referat hielt Reichstagsabgcorbncter Gen. Haber- land-Barmcn, der die vom Agttationskomitcc vorgelegten Leitsätze begründete, in welchen gesagt wird, daß die bisher gezahlte Kriegs- und ArbeitSlosen-Unterstützimg vielfach unzureichend ist. Jede Karenzzeit (längerer Aufenthalt in der Gemeinde oder längere Dauer der Arbeitslosigkeit), von der die Unterstützung abhängig gemacht werde, sei ungerechtfertigt. Gcwcrkschafts- und andere kleinere Unterstützungen bürsten nicht angercchnet werden. Zu der bisher ungenügenden Kriegs- »nd Arbeitslosen-Unter- ftütznng seien Wohniingszuschüßc zu gewähren. Bester aber, als jede Unterstützung sei, fiir die Arbeitslosen die Beschaffung pastender Arbeitsgelegenheit. Deshalb haben die Gemeinden fift Notstanbsarbeiten zn sorgen, unter Einhaltung anständiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. Zur Einschränkung der Preistreibereien ans dem Lebcnsmittclmarktc sollen die Gemeinden auf die Festsetzung von Höchstpreisen für Produzenten, Groß- und Kleinhändler dringen. Die Gemeinden haben aber auch die nötigen Lebens- und Bedarfsmitlcl selbst zu beschaffen und znm Selbstkostenpreise an die Bevölkerung abzugeben, ferner gemeinnützige Speiscanstalten zu errichten und die Speisung der Schulkinder weitgehendst zu fördern. Wo cs angängig ist, sollen die Gemeinden auch die Lebensmfttelproduktion aus Gemeindeland pflegen. Schließlich wird verlangt, baß die gemeindliche Krankenpflege, Wöchnerinnen- und Sänglingssttrsorge, Kindergärten und Kinderhorte, sowie das gesamte Unterrichts- und Bildungswcsen so viel wie möglich ausgebaut werden. Auch sollen die organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen mehr wie bisher als Helfer und zu den leitenden und beratenden Stellen zugezogen werden. — Bei der Besprechung des Referats und der Leitsätze zeigte es sich, daß auf dem Gebiete der kommunalen Kriegsmaßnahmen noch große Snstemlostgkeit herrscht. Nur wenige Gemeinden leisten relativ Genügendes. — Die Leitsätze wurden einstimmig angenommen. Steigende Abonnentcnzahlen während des Krieges. Ein« ungemein erfreuliche Entwicklung hat die Bolksstimme in Ehemnitz seit Kriegs beginn zu verzeichnen. In allen sieben Wahlkreisen ihres Verbreitiingsbezirks ist die Zahl der Abonnenten gestiegen und zwar wie folgt: tm 10. Wahlkreis um rund 100, im 15 Kreis um rund 300. im 16. Kreis um rund 1600, im 17. Kreis um 600, im 10. Kreis um 1200, im 20. Kreis um 200 und im 21. Kreis um Über 500. Di« Gesamtauflage beträgt nach dem Stande vom 12. Oktober ds Js 64 800. Das ist der höchste Abounciften- ftand, den unser Chemnitzer Parteiorgan bisher erreicht hat. Besonders bemerkenswert ist, daß die drei crzgebirgischei, Wahlkreise (1!)., 20. und 21. Kreis) eine so lebhafte Steigerung der Abonncntcn- zahlcn zn verzeichnen haben, trotzdeni die Wirtschaftslage gerade im Erzgebirge seit Kriegsbeginn ein« sehr schlechte ist. Tic Landesorganisation der sozialdemokratischen Partei Hamburgs. Der Vorstand der Hamburger Parteiorganisation veröffentlicht eine Statistik, nach der bis zum 30. September 11 528 Mitglieder, das sind 24.7 Prozent der Gesamtmitgliedcr. znm Kriegsdienst cin- gezogen worden find. Von diesen sind 6824 verheiratet: sic haben 11 163 Kinder. Die Gesamimidgliederzahl betrug am 30. September 1911: 56 124: am 4. Juli d. I. waren 59 036 Mitglieder vorhanden. Tic Statistik ist nicht ganz vollständig. An dem Verlust von 2869 Mitgliedern sind die mänulichen Mitglieder mit 2646 und die werblichen Mitglieder mit 223 beteiligt. Ungarischer Burgfrieden. " or einiger Zeit, noch im Frieden, war der ungarische Parteigenosse Karl MozeS wegen eines Artikels in der Budapest«! Ncpszava iVolkSstimme) angekiagt. Die Geschworenen, lauter Besitzende. sprachen ihn von der Beschuldigung, die Besitzlosen gegen die Besitzenden aufgereizt zu haben, frei. Jetzt ober, wo Mozes im Felde steht, hat die Kgl. Kurie, das oberste Gericht, den Freispruch aufgehoben und Mozes zu sechs Monaten Staatsgcfängnis, das Blatt zu 1000 Kronen Geldstrasc oe I urteilt. Tie Ncpszava hat übrigens in der vorigen Woche I Prozeße zu bestehen gehabt, einen vor der Kgl. Kurie, drei vor de Geschworenen. Vor längerer Zeit, auch noch im Frieden, n>, I einem ihrer Mitarbeiter ein« Geldstrafe von 500 Kronen aufcrlc I worden. Tic Staatsanwaltschaft gestattet« ihm, die Strafe in M natsraten von 50 Kronen zu l>ezahlen. Als der Mann jetzt eii rücken mußte, stellt« er die Bitte, ihm die Zahlungen zu stunde I Ties würdevoll der Staatsanwaltschaft und dein Iustizmfiifib I a b g e l c h n t und der letztere fügte hinzu, daß bei Richtzahlm > Freiheitsstraf« eiutreten werde! Arbeiterbeweguttg. Die Politischerklärung des Verbandes der Fabrikarbeitcr aufgehoben. Am 16. Januar ds Js. ging dem Vorstände des Verbandes d Fabrikarbeiter eine Verfügung des Polizeipräsidenten v> Hannover zu, in der die Einreichung der Satzungen und ein Verzeichnisses der Vorstandsmitglieder gefordert wurde. Gleü zeitig wurde daraui aufmerksam gemacht, daß Personen unter Jahren dem Verbände nicht als Mitglieder angehören, auch seinen Versammlungen nicht anweicnd sein dürften. Als Gru wurde angcsührt, der Verband mnsie „als ein politischer Veri im Sinne des Rcichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 an, sehen werden". Die Einreichung sollte innerhalb 14 Tagen erfolg bei Nichteinrcichimg wurde eine Geldstrafe von 100 Mk. angcdro Ter Vorstand des Verbandes erhob gegen diese Vcrfügu Einspruch: eine Entscheidung darüber war noch nicht gefallen, c der Krieg ausbrach. Nunmehr hat der Einspruch dadurch sei Erledigung gefunden, daß der Polizeipräsident seine Verfügu zurückgenoninicn Hai. Am 22. Oktober ging dem Vorstande Verbandes folgende Nachricht zn: „In Verfolg des Erlaßes des Herrn ÜNinisters des Inne vom 11. v. M. nehme ich meine Verfügung vom 16. Jan» 1914, betreffend Einreichung der Satzungen und des Verzei nißes der Vorstandsmitglieder des Fabrikarbeitcrvcrbani hiermit zurück. von Bcckcrath/ Hoffentlich haben die Bestrebungen, die Olcwerkschastcii un die Bestimmungen zu bringen, die für politische Vereine gelt damit nicht nur für die Tauer des Krieges, sondern ftir imn aufgehört. Höchstpreise für Speisekartoffeln. Auf Grund des 8 1 des Gesetzes, bctrefsend Höchstpreise v 4. August 1914 und 8 1 der Bekanntmachung des Großherzogliö Ministeriums des Innern, betreffend die Ausführung dieses < setzes vom 7. August 1014 werden unter Auihcbuiig der frühe Festsetzungen die Höchstpreise für Speisekartostcln einschließ freier Lieferung in den Aufbcwahriiiigoraum des in der St Gießen wohnenden Käufers mit sofortiger Wirksamkeit sür Stadt Gießen wie folgt festgesetzt: 1) für beste ausgclcsciie Spcisckartoffelii, der Doppelzentner 6,5t 2) für geringere Ware, der Doppelzentner 5,5t 3) für beste Speisekartosseln im Klemverkauf das Klg. 0,07 Diese Festsetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrc sür die Preise. Es ist selbstverständlich, daß geringere Preise insbesond dann gefordert werden, wenn die Beschaffenheit der Ware o sonstige Vcrhältniße cs angcmeßen erscheinen laßen. Die Verkäufer, unter denen alle Personen zu vcrste sind, welche mit Kartoffeln, sei cs im Mnrktverkehr, in Läden o sonstwie handeln, haben die vorstehend festgesetzten Preise mit ‘ gäbe der Menge, auf die sich die Preise beziehen, durch einen s! ä baren Anschlag an den Verkaufsstellen zur Kenntnis bringen. Sie haben diesen Anschlag mit dem polizeilich Stempel versehen zu lassen und täglich während der Verkai zeit auszuhängen. Ter Verkäufer hat ferner eine Wage geeichten Gewichten bei der Verkaufsstelle aufziistellen und i Benutzung zum Nachwiegen der gekauften Ware zu gestatten. Auf die hierunter abgedrnckten 88 2 und 4 des Gesetzes, b Höchstpreise, vom 4. August 1914, wird besonders hingewiei Außerdem kann zur Verhinderung von Zinvidcrhandlnngeii fl« die Vorschriften des genannten 8 4 die Schließung der 1 kaufsstellen derjenigen Verkäufer erfolgen, welche die Innehaln der Höchstpreise verweigern. Gießen, den 29. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. 8 2. Weigert sich trotz 2luffordcriing der zuständigen Behl ein Besitzer der im 8 1 genannten Gegenstände, sie zu den ! l gesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, so kann die zuständige Beb sie übernehmen und auf Rechnung und Kosten des Besitzers zn festgesetzten Höchstpreisen verkauscn, soweit sie nicht sür dej eignen Bedarf nötig sind. 8 4. Wer die nach 8 1 festgesetzten Höchstpreise überschr, I oder den nach 8 3 erlaßencn Aiisführungsbestinimungcn zuini ( handelt oder Vorräte an derartigen Gegenständen verheimlicht ' der Ansfordernng der zuständigen Behörde nach 8 2 nicht r I kommt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Älkark ober im vcrmögcnsfalle mit Elcsängnis bis zu sechs Monaten bestraft > Stroh- «nd .Serüieferuttg. Die Lieferung von 100 Zeniiicr Sirenstroh (Roggcnft Maschiiiciidrusch) und 80 Zentner süßes Wicsenhcu I. Güte fiii Schlachthofverwaltung ist zur alsbaldigen Anlieferung zu netge | Angebote hierauf werden bis spätestens 10. November Ttadthaus — Zimmer Nr. 15 — cntgegengcnommen. Gießen, den 26. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Diejenigen Einwohner, die ihre Vergütungen sür di« im tembcr oerpslegicn Mannschasicn der stzarderegimcnter noch^ erhoben haben, werden ausgcfordcrt, dies in den nächsten T ! zu tun. Zahlstelle wie seither im Stabthanse, Gartenstrai | Seitenbau. Gießen, den 29. Oktober 1914. Der Oberbürgermeister. - Keller. s (jftl ft 11 3 piss-" Itlind Bekanntmachung. Die Zinsen der Friedrich Seycr von Roscnscldsche» Sii mit 67,20 Mk. sind am 21. Dezember 1914 an solche evaiige würdige Stadtarmen zu verteilen, die selbst und deren Eltern! Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht bc | oder besaßen. Meldungen nimmt das Siädiischc Armenamt, Astcrweg 10. November 1914 entgegen. Gießen, den 29. Oktober 1914. Der Obrrbürgermrister. sArmenverwaltung.) gez. Keller. .Kli»iii>kli,Gletzei> Marktplatz II. Uhrmacher mid Goldarbeiter. _______— Reichhiliigel Lager in Gold- und Silber»»«'« Lilicrant de» Konsum -Bc Gießen u Umg. und de» t bahn- Konsumverein». — Man verlange Radattmar« ick lre sticht ick htt glitten Iräst IüDssd Kenn ani) e i lii'iti' Mi® Serj'djic Borriirfi Wen i Sii Eftober nicht i Mich S jffllilOt iitior nis ine «eit? ujtrifei Ä der Xte flritjije 73179 3 Ipiii tlita Ü< llli Äolj «Ist iiali, ft ^ifn«i J1, foo r >3 N ni K Ben %! n ta , 9»; nta, Irr Asten. Berlin. 30. Lkk. Ter Berl. Sokalonz. meldet: Nach ennem Telegramm, daß das hiesige Exporthaus Arnhold, Karberg u ko von seinem Vertreter -ms Hongkong erhalten hat, müssen unsere Landsleute nmerhalb acht Tagen die Fistel verlassen. Von diesem Befehl Mert>kn zahlreiche Firmen betroffen. » m • Tlisesbericht Des ßrojp Hauptquartiers. \ Erbend,- len Md .1 »»tie, bi S?"*» nutet 5“”« " ttl * *.?•, Als ftr ^dschei Ml IM Z ßirs d, mm 1< ld des TO tofieln. i>öJift|irtijt « WiofcjjetjotW hrnn, dikks« mg btt (Tü(r (In tinschlich dtS in bei 3n Ttjomleit |« iptlpntct 8> 5JD l§ »lg, o/c (intt Cfatrgra Irtiit iilSbeslllltl it btt Sari il allen. ontn ju llnsds tf|t, in Säben d kn Picht mit i dntch min ii* i jnr »tnntnif (ij/ijiifiiti nI in AitknlM :mt Sa«' i uütVv lvS » M ***»■ des 0tieM * itn llingiel hanblimgenll ißling bet' - die xlnntbc Kleine Fortschritte am Kanal und im Argonnemvalde. Sonst alles unverändert. W. B. Großes Hauptquartier, 30. Oktober vormittags. (Amtlich.) Unser Angriff südlich N i e u p o o r t und östlich Ypres wurde erfolgreich fortgesetzt. 8 Maschinengewehre wurden erbeutet und 200 Engländer zu Gesangcncn gemacht. Im A r g o » n e n w a l d e nahmen unsere Truppen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte. Nordwestlich B c r d n n griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist auf dem w c st l i ch e n und ebenso aus den ö st l i ch e n Kriegsschauplätzen die Lage unverändert. " i Aus Nordfrankrekch. London, 30. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ein Telegramm der Central News aus Nordfrankreich zollt der Kampf- t ü ch t i g k e i t der Deutschen hohe Anerkennung. Trotz der grossen Bcrluste, die die Deutschen in der letzten Woche erlitten hätten, hätten sie doch noch gewaltige Streitkräfte zur Verfügung und kämpften mit der größten Todesverachtung. Tie englischen Soldaten sagten „Wenn wir einen Deutschen nicdcrschießen, ist es, als ob acht andere an seine Stelle sprängen." Die Truppen der V e r- b u n d e t e n nützten die vielen Vorteile, die ihnen die Eigentümlichkeiten des Terrains gewährten, auf das äußerste aus. Verschiedene Hindernisse, wie Seen und Bäche machten da» Dorrückcn der Deutschen schwierig, aber über viele Flüsse hätten die Deutschen Holzbrücken gebaut. Die Kämpfe im Südofieit. Wien, 30. Okt. (W. B.) Amtlich wird vcrlautbart: 30. Oktober mittags. In Russisch-Polen wurde auch gestern nicht gekämpft. Am unteren San wurden stärkere, südlich Nisko über den Fluß gegangene feindliche Truppen nach hestigen Gefechten z u r ü ck g e w o r f e tt. Bei 'Stört) Sambor sprengte unser Geschühfeuer ein russisches Munitionsdepot in die Luft. Alle feindlichen Angriffe auf die Höhen westlich dieses Ortes wurden abgeschlagen. Im Raume nordöstlich von Turka gewannen unsere angreifenden Truppen mehrere wichtigen Höhenstellungen, die der Feind fluchtartig räumen mußte. Unser Landsturm machte in diesen Kämpfen viele Gefangene. Die Gesamtzahl der in der Monarchie internierten Kriegsgefangenen betrug am 23. ds. 049 Offiziere und 73179 Mann, nicht eingerechnet die auf beiden Kriegsschauplätzen sehr zahlreichen noch nicht abgeschobencn Gefangenen aus den Kämpfen der letzten Wochen. Ter stellvertretende Chef des- Generalstabs: v. H ö f c r, Generalmajor. Tie Kämpfe im nordwestlichen Serbien. »sländige» ?! tl sit 1 * » niftän&tac Ae J SiMt f M> ffr 1 1§. tji«*"*'» ' ben ist. niEs, 0a' ittu » 11 Budapest, 30. Okt. (Etr. Frkft.) Tic Kämpfe im sogc- r.annten Macsa-Gebict, die von der Trina »nd Save umschlossene Gegend im Nordwesten Serbiens dauern sort. Unsere Truppen dringen mit größter Energie gegen die verzweifelten Widerstand leistenden Serben vor, welche zumeist in betonierten Schützengräben liegen. Nach einer blutigen Schlacht bei Ravnje verschanzten sich die Serben an einer völlig betonierten Landstraße, die von unseren Truppen im Bajonettangriff genommen wurde. In einem Graben bc- sandcn sich über 600 Tote. Es wurden viel Munition und (bewehre erbeutet. Im weiteren Laufe der Kämpfe drangen unsere Truppen bis Racsa und Glogowatsch vor. Der ruffisch-türkische Krieg. Vor der Kriegserklärunst. Der russische Botschafter verlässt Koostatttiliopcl. Nach einem Telegramm der Franks. Ztg. aus Konstant!, uopcl sieht die formelle Kriegserklärung Rußlands an die Türkei unmittelbar bevor. ,, komische Eonsulta wird informiert, daß der russische Botschafter in Konstantinopel den Besetz! erhalten hat, abzu rcifen. Ter Schutz per russischen Untertanen wurde der nali-iischen Botschaft anvertraut. Autzcrordentlichcr Ministerrat. -Konstantinopel, 30. Okt. (IV. B. Nichtamtlich.) Das Wiener Korr-Bur. meldet: Gestern am späten Nachmittag trat auf der Pforte unter den, Vorsitz des Großwesiers ein außerordentlicher Ministerrat zusammen. Die russische Hcraussordertt»st. Tietürkische Regierung teilt amtlich mit: Während ein Uciner Teil der otiomanischen Flotte am 28. Oktober im schwarzen Meer Uebungen vornahm, erösfnete die russische «Uotie, nachdem sie längere Zeit diesen Uebungen folgte und V c ä» störe» suchte, am Tonnerstag die Feindseligkeiten, in- tm _]' e Vic ottomanischcn Schisse angrisf. -tzm Verlaufe des sich nunmehr entspiniicndrn .Kanipscs dl Munserer Flotte durch die Gnade des Allmächtigen cn Mincndampser „Prut", der 5000 Tonnen verdrängte und mgciahr 700 Minen trug, zu versenken, einem der russischen Torpedoboote schwere Beschädigungen bcizubringen und einen Kohlendampser zu kapern. Ein vom türkischen Torpedoboot „Hairet Millic" abge- 1101 ^"kpcdo hat den russischen Torpcdojägcr „Kubanez", 'er 1100 Tonen verdrängte, versenkt und ein anderes vom Torpedoboot „Mouaveuet Millir" abgeschossenes Torpedo hat einem anderen russischen Küstenwachschiss sehr schweren Schaden zugcsügt. Drei russische Offiziere und 72 Matrose» wurden von den Unseren gerettet und da sic zur Bemannung der versenkten »nd zerstörten Schiffe gehörten, gefangen genommen. ^!-ie Kaiserliche Flotte hat durch die Gnade Gottes keiner- lci schaden erlitten und der Kamps geht günstig für »nserr Flotte weiter. ~' c Kaiserliche Regierung wird ohne Zweifel mit äußer iteiii 'Nachdruck gegen diese feindselige HnMtzlung Einspruch erhebe», die von der russische» Flotte gegen einen gering sugigen Teil unserer Flotte unternommen worden ist. Zur Vorgeschichte des russisch-türkischer» Krieges. Tie Gross,iu„fl der Feindseligkeiten. lieber die Vorgeschichte des neuen Krieges wird der Franks. Zeitung aus Berlin geschrieben: Fm Schwarze» Meer sind die .Uanonc» iosgegangen. Türkische .Kriegsschiffe haben am Eingang des Bosporus russische Torpedoboote vernichtet und türkische Kreuzer haben die russische Hasenstadt Fcodosta zur »ebcrgabe ans gefordert. Tas Lehtere wird von Petersburg au» ossiziell ge- mcidet, und da sonst der russische Telegraph cs nicht eilig hat, für Rutzland unangenehme kriegerische Ereignisse der Welt mit- zutcilen, so wird dieses Telegramm der Petersburger Agentur wohl einen besonderen Zweck haben. Es ist leicht zu durchschauen und auch die hiesigen Blätter nehmen das an, daß durch diese nackte Meldung eines Angriffe» türkischer Kriegsschiffe auf russische Hafenstädte im Schwarzen Reer der A u s ch e i n erweckt werden soll, als habe die Türkei ohne jede bcjondcre Veranlaffung die Feindseligkeiten eröffnet, die mau als den Ausbruch des Krieges mit Rußland ohne Kriegserklärung ausehen kann. Wie die Mächte des Dreiverbandes, die längst cntschlosieu ivaren, Teutschland niederzukämpsen, sich bemüht haben und weiter be- mlihe», Teutschland als de» Fricdcnsbrcchcr hinzuftcllcu, so soll offenbar jetzt die Türkei in dem Lichte erscheinen, als habe sic ohne Anlaß die Feindseligkeiten mit Rußland begounen. So haben sich aber die Tinge sicher nicht abgespielt. Aus dem Athener Telegramni der römischen Tribuna vom Ri. Oktober erfährt mau, daß die i» türkischen, Besitz Ubergcgangcneu früher deutschen Schisse „Göbcn" und „Breslau", die mit der türkischen Flotte ins Schwarze Meer fahren wollten, schleunigst nach den, Bosporus zurückgekehrt sind, weil der russische und der englische Botschafter der Pforte erklärt haben, daß sie den Verkauf dieser Schiffe an die Türkei nicht anerkennen und daß die russische Schwarze Meer-Flotte hie Schiffe bei ihrer Ausfahrt angreisen werde. Zu diesem Zwecke war auch die russische Flotte »ach den, Bosporus hin auSgelausen. Mit anderen Worten: Rusien und Engländer haben der türkische» Flotte das unbestreitbare Recht des Auslaufens ins Schwarze Meer verbieten wollen und haben es tatsächlich mit Gewalt zu hindern gesucht. Tenn darauf ist cs zuriickzu- siihren, daß zwei russische Torpedoboote von türkischen Schiffe» vor dem Bosporus vernichtet worden sind. So habe» also die Feiub- scligkcitrn begonnen. Ter Türkei ist die Geduld gerissen, nachdem der Dreiverband schon längst unzweideutig die Tarda- neilen bedroht hat »nd nun auch sich angemaßt hat, den Bosporus für türkische Kriegsschiffe zu sperren. Was sich dann weiter im Schwarzen Meere abgespielt hat, die Beschießung von Feobosia und wahrscheinlich noch anderes, worüber man nur Gerüchte kennt und was sich »och weiter abspielen wird, das ist lediglich die Folge der Politik der Triple-Entente, die die Türkei wie einen abhängigen Vasallenstaat einzuschnllren und zu vergewaltigen unternommen hat. Rach diesen Vorgängen muß man annehmcn, daß sich Rußland und die Türkei in, Kriegszustände gegeneinander befinden und daß logischerwcisc die Verbündeten Rußlands i» diesen Krieg e i n g r e i f c n werden. Nach allem, was man über die Stimmung in K o n sta n t i n o p e l in letzter Zeit gehört hat, wird diese Entwicklung den Wünschen der große» Mehrheit der Türke» entsprechen, die die Gelegenheit gekommen glaube» und sich auch auf sic vorbereitet haben, einen Kampf auszunehmen gegen die Mächte der Triple-Entente, die sich seit langem als die Erben und Totengräber des türkischen Reiches gebärden. Ta eröffnen sich weite Perspektiven und der große curAäische Krieg, der seit Anfang August tobt, wächst sich aus zum Weltkriege, in den die ganze orientalische Frage, die ägyptische Frage und die südafrikanische Frage hineinspiclcn. Ein weites Gebiet für Konjekturalpolitik und für die Betätigung eines hosf- nungsfrcndigen Optimismus. Daß die Türkei auch auf einen Landkrieg sich in den letzten Monaten vorbereitet hat, ist bekannt. Wer keine Enttäuschung erleben will, wird zunächst die militärische Entwicklung der Tinge ab warten, abwarten, wie stark der Entschluß und die Kraft der Türkei, des ciiizigcn noch ganz unabhängigen Staates des Islams, zu einem Frciheits- kampfe ist. Schwedische Prcststirnnlei» zur Laqe. Stockholm, 30. Ott. (Etr. Frkft.) Tie gefamte schwedische Presse würdigt den Eintritt der Türkei in den Weltkrieg als eine Tatsache, die unübersehbare Möglichkeiten in sich birgt. Stockholms Tagblad schreibt: Ter Aufruf Envcr Paschas zur Befreiung Aegyptens, die Truppcnbe- :vczungen in Anatolien und die p e r s i s ch e Erhebung stehen mit dem Seekrieg im Schwarzen Meer in innerem Zusammenhang. Die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen Ruß- land ist das Signal von Konstantinopel an alle mohammedanischen Länder, daß der Sultan die grüne Fahne des Propheten zum „heiligen Kampf" entfaltet. Auch das Entflammen des zweiten Burenkriegs unter der Führung des bewährten de Wct findet hier die größte Beachtung. A'tonbladet schreibt: Während Englana vor einer Jnvasioii bangt, wurden unversehens die Kolonien zu den verwundbar st cn Punkten. In Transvaal, wohin England seinerzeit seine ganze Armee werfen mußte, flackert der Krieg auf. Aegypten und der Seeweg über Suez nach Indien sind bedroht. Tics entlastet die Deutschen im europäischen Krieg insofern, als England nunmehr alle verfügbaren Truppen und die aus Kanadu und Indien erwarteten Verstärkungen nach den bedrohten Zentren des eigenen Kolonialreiches senden muß. Englische Beklemmungen. London, 30. Okt. (W. I!. Nichtamtlich.) Tie Morning Post schreibt über die Kriegslage: Deutschland ist einig »nd entschlossen, auszu harren. Es wirst alle seine Hilfsquellen, die gewaltig und wohlorganisiert sind, in den Kampf. Seine Truppen sind diszipliniert, gut ausgebildet und gut bewaffnet. Ihre Tapferkeit ist wunderbar. Gegen eine Nation, die augenscheinlich bereit ist, einen hohen Preis für den Sieg zu zahlen, für die Herrschaft in Land, Meer und Luft, werden die Verbündeten schwer für den Erfolg zahlen müssen. Wenn. Tcut'chland die Linien der Verbündeten zwischen der Schtvciz und dem Meere nicht durchbrechen und die russischen Heere nicht erschöpfen kann, unterliegt es. Für die Verbündeten sind Geduld und Ausdauer die Losung, für E n g l a n d unermüdliche Anstrengung, um die Vermehrung seiner Streitkräfte vorzubereiten. Aber die Regierung kann die Männer nicht in schnellerem Tempo aufrufen, als sie organisiert, ausgebildct und ausgerüstet werden können. Wir sind augenblicklich kau >» in der Lage, die Anregung in dem am Montag veröffentlichten vortresflickjen Brief eines Franzosen anzunebnic,,. Tie Zeit mag kommen, wo ein allgemeiner Aufruf zu den Waffen n o t w c n - ding wäre, aber auch eine solche Maßregel muß v o r b e - reitet werden, wozu bisher keine Zeit war. obwohl wir darauf vertrauen, daß sie erwogen und geplant wird. Tie augenblickliche Aufgabe ist die Ausrüstung »nd Ausbildung einer großen Zahl von Mänern, die jetzt organisiert und ge- drillt werden. Crnfllische Kriegskreditc. London, 30 .Okt. (W. I!. Nichtamtlich.) Die Mor- uingpost erführt, daß bei dem Zusammentritt des Parlaments am 11. November die Regierung wieder hundert N, i I» 1'oncn Pfund Sterling für den Krieg fordern wird. Die Sltigst vor Zeppeliuc» in Londott. London, 30. Okt. (Etr. Frkft.) AuS Furcht vor Z e p p c l t n e n ivurdcu in den Museen und Galerien die Gemälde und sonstigen Kunstwerke, sowie die ivcrlvvlleii Samin- lungen cingcpackt und in Kettcrräunien untcrgebracht. Tic Straßen sind nachts jetzt jo dunkel, daß auch der Verkehr der Fußgänger schwieriq und qcjährltch ist. Aust' um Allste, Zahn um Zahn? Solle» wir negrn England, desie» Pöbel Exzesse gegen Tentjche begeht und desie» Regierung die gesangene» üeutjchen Zivilpersonen nieiischenuiimürdig behandelt, eine rücksichtslose Politik der Wiedervergeltung iibenr Es wäre traurig, ivenii wir dazu herabsänken. Aber schon fordern diese Grausamkeit einige chauvinistische Blätter, und schon raunen sich die Stamintischphilister ivohlgrsällig lächelnd die — selbstverständlich erfundene — Geschichte von den vierhundert im Lager gefangenen Engländern zu, die plötzlich nicht mehr am Leben gewesen seien. Wir stimme» völlig überein mit unser», Hamburger Parteiblatt, wenn es z» der gesordcrteu brutalen Politik der atttestamentarischen Wiedervergelt»,,g schreibt: Wir bedauern, sage» zu müssen, daß einzelne Preßorgane unter lebhaster Taritellung der englischen Roheiten »nd Nichts- inürdigkeiten anssordern, gleiches mit gleichem zu vergelten und die in Teutschland weilenden Engländer so zu behandeln, wie unsre Laudslenle in England behandelt werden. Dieses Verlangen wird begründet damit, daß der Engländer allein die S p r a ch e der Vergeltung verstehe und achte. Es wird vorgeschlagen, die Engländer zusaniinenzutreiben und bei schmaler Kost in Hürden gefangen zu halten, nach dein Beispiel, das aus der andern Seite der Nordsee gegeben worden ist. Zweisellos wird diese kräftige Sprache den Beifall aller Bierbankpolitiker finden. Aber unsrer Würde entspricht sie nicht! Und darnni wird sie nicht in die Tat umgesetzt werden. Deutschlands Krieger haben nahezu 3lU> 000 Gesungene ge macht. Durch die Kunst der Leitung und durch den Mut und die Tapferkeit der Soldaten wurden sranzösische, englische, russische, belgische Truppenteile zur Uebergabe gezivungen. Die älteren Fahrgänge des Landsturms sind mit der Ausgabe betraut, diese „Völkerschau" aus deutschem Boden in Ordnung zu halten, und das tun sie. Sie bewachen Kriegsgesangene. Ta darf Deutschland wohl aus den Luxus verzichten, englisehe Sandlnngsgehilsen, Händler und Makler in t'agern zu internieren, nm, wie es von London ans geschieht, mit SU 000 Kriegsgefangenen zu prunke». Ganz selbstverständlich muß darauf geachtet werden, daß die in Teutschland besindlichen Angehörigen feindlicher Nationen keinen Schaden a n r i ch t e n. Dafür haben, soweit wir sehen, die militärischen Behörde» wirksam gesorgt, und es dürste ziemlich unmöglich sein, daß irgendwelche Gefahr durch die Anwesenheit von Engländern entstünde. Das weift man auch in de» Kreisen derer, die setzt Vergeltungsmaßregel» sorder», und darum ahmt man auch nicht das blöde englische Spionagegeschrei nach, sondern sagt, daß man die Engländer nur durch Repressalien zur Vernunst bringe» könne. Es mag schon sein, daß das Fnselvolk, das einen Krieg leieht nimmt, weil er die herrschenden Klasien nicht triff» und das Schicksal der Kriegstaglöhner nicht in Betracht kommt, durch die Leiden von „respektablen Burgern", die ähnlich behandelt würden wie die Deutschen in England, belehrt werden könnte, was ein Krieg bedeutet. Aber kaum läßt sich an »eh men, daß Repressalien zu einer Milderung des Loses unsrer Landsleute f ü h r c n w « r d e n. Fm Gegenteil würde das Geschrei über „6crm-n, atrocities" mit verstärkter Kraft anheben und dit Pogrome würde» noch grausamer werden. Aber alles dies außer Betracht geiaflen: Dürfen wir Siege, dir unsre Truppen erfechten, beeinträchtige» durch eine Niederlage, die wir moralisch erleiden müßten, wenn wir uns verleiten ließen, eine Fremdenhetze zu betreiben? Unbestreitbares Ergebnis der bisherigen Kämpfe ist es, daß di, deutsche Organisation, das deutsche Pflichtgefühl, die deutsche Technik den allerersten Rang behaupten. Lassen wir auch die deutsche Kultur, die von den Aestheten Londoner und Pariser Prägung so bitter verhöhnte, zu Ehren kommen und dem Sammelgeblök über beschädigte Kirchtürme die Tatsache entgegenhalten, daß, während in England harmlose Fremde mißhandelt und als Zuchthäusler behandelt wurden, die „teutonischen Barbaren" es verschmähen, Vergeltung zu üben an Wehrlosen. ____________ Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen. Truck: Verlag Cffcnbacber Abendblatt. S. m. b. S.. Offenbach a.M. Uohneewaci», Teppict)kehrniaschinen, siart!. Bürstenwaren, Scheuer- v. 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