Drgan für die Interessen des werktätigen Volkes oderbcllllche «alkd,eitun« erschein! leben Werftag Abend in ßcn. Der AbonnemenUvrei» beträgt wöchentlich 15 Psg.. monatlich ötg. ewIchl-Bringerl-dn. Durch die Post bezogen vicrleljäbrl.I^oDit. Redaklisn und Ervedtlton Dieüen. Bahnbofürasre 23. Ecke Löwenaastc. Televdon 2008. Inicrale kosten die 6mal gelpalt. Kolonclzcrle oder deren Raum 15 Psg. Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bi» abend» 7 »hr tür die iolgendc Nummer m der Expedition auigcben Nr. 251 Gießen, Tonncrstffl;, den 29. Oktober 1! 9. Jahrgang Kartoffel-Wucher. AuS den verschiedenstc» Gebieten Deutschlands, überall unter antritt der naturgemäß an, meisten betrosfcnc» größere» ,te und Induslricbczirkc, Hausen sich die Nachrichten iibct plötz- bedcutende, zum Teil tianz wucherische Preissteigerungen siir wsfcl». Stettin, Kiel. Bremen, Hamburg mögen als Beispiele die Küstenstriche genannt sein, Für Mitteldeutschland liegen imittcilungc» aus der Dresdener Gegend und dem sächsischen lland, aus Koburg, Gotha, Erfurt »nd Meiningen, ferner ans e, Braunschweig, Hannover und Kassel vor. In Nürnberg be- u Magistrat und Händler über die Wege, auf denen den maß- > Forderungen der Lieferanten cntgcgenzutretcn sei. Im Westen in Solingen, in Hagen, in der Psalz die gleiche Frage auf der isordnung. In Berlin, dem hervorragendsten Orte des Ab- s und Verbrauches, schlug die Presse frühzeitig Lärm und die crkschaftskoinmisston verlangte sofort Maßnahmen zur Abwehr drohenden Notstandes. Die in Berlin zur lleberwachung der nsmittclprcisc eingesetzte städtische Kommission will in gleicher tung bei den zuständigen Behörden, vor allem bei dem Obcr- nando in den Marlen vorstellig werden. Es liegt also reichlich i» vor. Über Produktion und Bedarf dieses, gerade i» Deutsch- ungemein wichtigen BolksnahrungsmittclS die grundlegenden :rn zusamnzciizustellcn, uni daraus einen Rückschluß aus das stliche oder Normale der heutigen Marktvorgänge ziehen zu en. Verwirrend scheint zunächst gewirkt zu haben, daß die neuesten i t e schätznngcn hinter den vorangcgangenen hochgesteigerten artungen etwas zurückblieben. Dies bedeutet jedoch keineswegs Zurückbleiben hinter den durchschnittlichen Ergebnissen lebten Jahre. Ter gewiß unverdächtige, agrarische Deutsche iwirtschastSrat kommt vielmehr in seiner jüngsten, am 17. Qkto- verössentlichtcn Berechnung aus eine deutsche Erntczisfcr von Millionen Tonnen — wohlgcnierkt: „unter Berücksichtigung, daß Teil der Kartosfclerntc in Ostpreußen und Obcrelsaft infolge kriegerischen Ereignisse nicht geborgen werden kann." Trotz r Einschränkiinn stellt der in Aussicht genommene Ertrag immer um 2 Millionen Tonnen über dem Durchschnitt für das ge- te Deutschland während der letzten zehn Jahre 1004 bis i013, sich aus 44,8 Millionen Tonnen beließ 1904 hatten wir tat- ich nur einen Ertrag von 36,3 Millionen Tonnen, 1966 von nicht 44 Millionen, 1916 von wenig über 43, im Mißerntcjahr > sogar nur von knapp 34,4 Millionen Tonnen. Die 47 Millio- dcr letzten, obwohl etwas obgeschwächlcn Schätzung halten sich immer aus recht ansehnlicher Höhe. dluch große Bcdarssvcrschicbungcn, die eine wesentliche Preis- gerung nach sich ziehen müßten, hat der Krieg, bisher wenig- in keiner Weise gebracht Nach Professor Wohltmann-Hallc. sich wiederum aus das übereinstimmende Urteil der Tachver- ^"MnUtcratur beruft, verteilte sich der deutsche zehnjährige rchichnüisoerbrauch von 45 Millionen Tonnen in solgcndcn Tcil- '"'in SS- **' e Einzelnen VerwendungSgcbictc: 1> Rill. To. zur menschlichen Ernährung » „ für industrielle Zwecke (Spiritus, Stärke usw.) ' -- • zur Vcrsttttcrung » zur Wiederaussaat „ Verlust durch Fäulnis und Schwund (16 %) 6,6 u 4,5 • 45.6 Rill. To. j~.*5 2*ieg hat bisher nun eine gewisse Menge von Kartoffeln, 'I"hEr der Branntwciiicrzeugung diciitcn, sür andere Vcr- um^nveac frciqcicfel, also insofern sür den Nahrungskonjun: nnnltig gewirkt. Denn der Biindcsratsbcschluß vom 15. Okto> "krschärst werden könnte, setzt sür alle Brenne- Jahresproduktion von über 56 Hektoliter Alkohol ^uraiimnitlsbrand aus 66 Hunderlteilc des allgemeinen Durch- iiMirmiätj fiir die Gesamtheit der bayerischen, württcm- nlchcn und badische» Brennereien ans '/,» des für 1911 12 zn- tctcitcn Kontingenten fest. Außerdem sollen für 1914 15 beim „ u : Jjr.yroKnt der hcrgcstclltcn Erzeugung unter die Vcr- »■ ,5* .*.?■ "lio für gewerbliche Zwecke, vor allein wohl Antriebskraft für Motoren, an Stelle des rasch knapp und teuer oroencn Benzins, vcrsügbar gemacht werden. Für die Brannt- itrinker mag das peinlich sein, für den Kartosfclmarkt kann es ich nur eine gewisse Prciserlcichtcrung bringen. -Lie rapid „m sich greisendcn Preistreibereien sind daher nur Abnormitäten zu behandeln, die auf der rücksichtslosen Aus- ung vorübergehender Vcrsorgiingsstvrungcn und unbegründe- zum n.c,I absichtlich erzeugter Panikstimmungen der Konsu- tcn- und Klcinkaukcrmasscn beruhen. Vom September ab, in --'"'-'cdoch im Oktober, sind weite Bevölkcrnngskreisc daran ovnt sich mit einem Male gleichzeitig sür einen länger daucrn- ^Edars cinzudccken. Diesmal verstärkte sich die außerordenl- .iachfragc noch durch die zwar wohlgemeinten und innerlich bErcchtigten. aber geschäftlich wenig geschickt disponicrcn- emuhnngcn zahlreicher Geineindeverwaltnngen: beträchtliche äum Weiterverkauf oder zur freien Abgabe an Bedürftige l ha»"' ®*flcn(eite stockte die Zufuhr mehr als sonst jii'JJ’ "iE Aberntung unter dem verhältnismäßigen Mangel an l .i"^EitSkräften länger als gewöhnlich hinauszog und t 3ufuhr zu den Absatzmärkten eher noch mehr als i & ie seltener gewordenen Zugtiere sind für die „ ” Feldarbeiten nicht zu cntbchrcn und die wcitcr- ft" 0 ! funktionieren vollends nicht in alter Rcgcl- ;T. l * r wucherische Machenschaften aller Art ist dies, wie . * Q Bt, eine gefundene Gelegenheit. Die Vorratbcsitzer , , der tatsächlichen augenblicklichen Knappheit mehr vcr- a nur wollen, und die kopflosen Käufer steigern i» »nd damit von neuem die Knappheit, weil sic bei -"he schnellenden Preisen erst recht nach sofortiger Bedarfs- .'"Eben. Händler und Landwirte wiederum entschließen ‘",' ü "eiuger zu Lieferungen, je bessere Preise sic später sür vanSelLarMcl oder ihr Erzeugnis erhoffen dürfen. Nach GiUirStegendei- Produktrons- und Bedarfsverhälturssen mag diese ganze EntwicklnngSrichtnng noch so unnatürlich erscheinen: die verkehrte Welt wird dennoch längere Zeit zur Wirklichkeit. Selbstverständlich können alle bce.'iligte» Verbraucher und Käufer gar nicht genug ermahnt ivcrdc», nicht durch eigene Schuld und sinnlose Ungeduld das llcbel zu verschlimmern. Schnelles Handeln und Eingreifen der Behörden muß jedoch vor allem die raschere und gründlichere Wendung z»ni Bessere» bringen. Im Anschluß an die Berliner Gcwcrkschastskvmmissivn haben deshalb alle bisher zu Worte gekoinmcnc» wirtschaftlichen Arbeiterorganisationen die sofortige Fcstsetzung von Höchstpreisen gcsordcrt, nn> die Käufer zu beruhigen und die Vvrratsbcsitzer von weitere» Zurückhaltungen abzuschrccken. Da der BunbeSrat auf Grund seiner Verordnung vom 25. August die AuskunstSpflicht über Vorräte an „Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbesondere an Nahru-iaS- »nd Fiittcrmittcln aller Art soivie an rohe» Natnrerzcngnissc», Heiz- und Lcnchtstofseii" eingesührt hat, so muß cs ein leichtes sein, die willkürliche Warcnentziehung zu kontrolliere» und gegebenenfalls de» Auskunftkzwang durch eine Vcrkaussvflicht zu ergänzen. Sollte die geplante stärkere Verwendung von Karlossel mehl für die Brotbäckerci Wirklichkeit werden, so bietet sich noch ein Anlaß mehr, die dadurch erstrebte Ernährungssicherung nicht wieder durch die unerschwinglichen Preise der neuen Beimischung ganz hinfällig machen zu lassen. Da die Kartoffelernte, selbst »ach den jüngsten herabgesetzten Schätzungen und nach Abzug des ostprcußischcn und oberclsässischcn Ausfalles, immer noch als eine normale Durchschnittsernte anzn- schen wäre, so dürsten die behördlichen Prcisnormcn natürlich die letztjährigcn Durchschnitte nicht wesentlich überschreiten. Ein russisches Torpedoboot gesunken. Petersburg, 27. Okt. (Etr. Frkft.) Hier wird eine Verlustliste veröffentlicht, nach der die ganze Besatzung eines Tor- pedobootes vermißt wird. Unter den Vermißten befinden sich sechs Offiziere. Das Boot sei sicher gesunken. Tie Er- zählungen von drei geretteten Verwundeten lassen auf Vernichtung durch eine Mine schließen. Der Zar vor der Front. Wien, 27. Okt. Aus Petersburg wird hierher gemeldet, daß der Zar von seiner Reise nach der Front früher als es ursprünglich beabsichtigt war, zu rückge kehrt ist. Es liegen Anhalts- punkte dafür vor. daß die Besuchsreise nicht ganz in der W c i s e a u S ge fa l le n ist, ivic uian cs in der Umgebung des Zaren erivartet hatte. Die Reife war von Sicherheitsmaßnahmen begleitet, die über das Maß der sonst schau üblichen Maßnahmen zun, Schutze der kaiserliche,, Person hinansgingen. Aus den Berichten der offiziellen Berichterstatter, die sich im Gefolge des Zaren bejauiden, war zu erkennen, daß der Zar aus sci-ner Reise zu der Armee kaum in direkte Berührung mit den Soldaten gekommen ist. ES wurden nur gewisse Regimenter besucht, deren Stimmung vorher durch in lluiforni gesteckte Geheimpolizisten, di: di« ständige Begleitung des Zaren bilden. sickymgestelll worden war. Vor diese» Regimentern hielt der Zar verschiedene Ansprachen und ließ an die Soldaten tausende von Heiligenbildern verteile». Tie Rückkehr des Zaren erfolgte in aller Stille. Abreise der Juden aus Warschau. Ern Warschauer Brief des „Secolo" meldet, die jüdische Bevölkerung sei größtenteils aus Furcht vor einem Pogrom geflohen. Tie Juden leien der Spionage für die Deutschen beschuldigt worben. Sie sandten eine Deputation zum Militängouverneur und Polizetdirektor und erhielten die Zusichcruiig energischen Schutzes. Si« zogen es aber trotzdem vor, in großen Scharen abzureisen. Erfolge nuferer Verbündeten. Wien, 27. Okt. (XV. 14- Nichtamtlich.) Amtlich wird sscmcldct: Tie auf R o m a nj a > P lan i na geschla g e- neu serbisch-montencgrinischen Kräfte w»r- dcn nach viertägiger, unausgesetzter Verfolgung bei Visegraö und Goradze über die Trina zu rückgedrängt. Unsere Truppen erbeuteten hierbei in einer Schule bei Hanst Jenrca vick Infanterie- und Artillcric-Munition und eroberten in Nachhutkämpfen auf der Linie Dcliko—Brod—Vracevica Ma- fchinengewebre und Gcbirgsgcschützc. Ostbosnien ist hiermit bis an die Trina vom Gegner gesäubert. An demselben Tage, an dem die Serben und Montenegriner über die Trina znrückgedrängt wurden, errangen auch unsere in Scr- vien stehenden Truppen einen namhaften Erfolg. Zwei feindliche Stellungen wurden bei Ravnja in Macva im Sturm genommen ; hierbei wurden vier Maschinengewehre, 600 Gewehre und Bonibcn erbeutet, sowie viele Gefangene gemacht. P o t i o r e k, Fcldzeugmeistcr. Beifort. Gens, 27. Okt. (Gtr. Frkft.) Ein Mitarbeiter des west- schweizerischen Demokrat hatte die Erlaubnis erhalten, sich die Be- fcstigunaen von Bclfort selbst anzusehen. Er bestätigt, daß in den letzte» Wochen fieberliast an den Verstärkungen gearbeitet worden sei. Da Lüttich und Na,nur die hervorragende Wirkung der deni- fchen Betagerungsgeschütze dargctan hätten, habe man sich in Belsort nicht darauf beschränkt, in den Forts die deutschen Angrisfe abzu- wartcn, sondern man werde vielmehr eine langvorbercitetc kräftige aktive Defensive dnrchführen. Belsort sei namentlich stark durch die Vcrtcidignngsmcrkc, die im ganzen Bezirk angelegt worden seien, »fjt diesen Arbeiten sei bereits im August begonnen worden. In Belsort sind die schwersten französischen Geschütze aufgestellt. Alle Orte im Festungsbereich sind zu kleinen Festungen ausgcbaut worden. Ticse Gräben »nd Verschanzuiigen aller Art sind errichtet worden. Namentlich gegen Oste» sei das Land von vielen Kanälen durchzogen, die die iosortigc Uebcrschwemmung de» Gebietes gestalten. An vielen Llcllcn seien Bailerie» versteckt. Man glaubt dafür Sorge getragen zu haben, das, die deutsche Bc- IggcrnngSartillerie keine Stellung findet, wo sic ihre Mörser verstecke» kan». Alle im Gebiete liegende» Dürser seien voller Soldaten. (<-ine teuere Rechnung. Tus Acht-Uhr-Abcndblatt meldet aus Antwerpen: Etw» ä0 große Antwerpcner Handelshäuser haben wegen der Vernichtung ihrer Warenvorräte durch die Engländer vor deren Abzug ans Antwerpen dem amerikanischen Gesandten iin Haag Entschädigungsansprüche gegen die englische Regierung in Höhe von 230 Millionen Francs angczcigt, da die Vernichtung der Klaren nicht während der Verteidigung der Stadt, sondern erst nach Räumung durch das abziehende Korps mutwilligerweife erfolgt sei. In Ermangelung einer Verbindung mit dem Konsnlarkorps in Havre wurde die Angelegenheit dem amerikanischen Gesandten in Haag zur vorläufigen Erledigung unterbreitet. tsi» neues englisches Stusfnhrvcrbot. Kristiania, 27. Olt. (W. B. Nichtamtlich.) Nach dem NorgeS Handels- og SjocsariStidendc hat Großbritannien die Ausfuhr von norwegischem Walsischtran a»S seinen südafrikanischen Kolonien nach 2!vrwcge» verboten. Da die norwegischen Wal- sisch-Ttationcn zu zwei Drittel» ans englischem Gebiete liegen, mllsie der Erlaß alarmierend wirke». Die rote polnische Legion. Der polnische sozialdemokratische Abgeordnete für Lem- oerg, Gen. Dr. Diamond, macht in der Innsbrucker Volks-Zeitung einige Mitteilungen über die polnischen Legionen. In Galizien, wie übrigens in Oesterreich überhaupt, hat man seit jeher mit dem Krieg gegen 3!ußland ge- tcchnct und die galizischen Polen haben seit Jahren an der Gründung und Ausbüdung einer Volksmiliz gearbeitet, die diesem .Krieg den Charakter des Volkskriegs aufprägelz wllte. Alle Parteien, auch die polniichc. Sozialdemokratie (P. P. S. D.), beteiligten sich an dieser Arbeit, aber cs kam da, wie Diamond berichtet, zu Tisscrcnzcn. Tic konservative Partei der östlichen Olroßgrundbesitzer („Podolier") neigte zu einer Versöhnung mit Rußland, wie ihre Standcs- genojjen in Russisch-Polen ja auch, und deshalb mochten sie sich nicht darauf einlasscn, daß die Legionäre den österreichischen Soldateneid schwören, den die österreichische Heeresleitung natürlich als Bedingung für eine Verbindung mit der Legion stellte. So kam es zu einer Trennung der „Roten", der sozialistiich-demokratischcn Wcstgalizier und der von den Großgrundbesitzern beeinflußten und von ihnen vielleicht nur zu Betonung ihrer nationalen Gesinnung, vielleicht auch als Gegengewicht gegen die „Roten" im Fall innerer Konflikte geduldeten „Weißen" in Ostgalizien, wo ja überdies die Polen gegen die Ruthcnen in geringer Mindcrzahl sind. Jetzt stehen nur die „Roten" im Feld und sic erfreuen sich starken Zulaufs, auch aus Russisch-Polen. Ter starke Anteil der P. P. S. D. an der kämpfenden Legion kommt auch darin zum Ausdruck, daß zweigst,rer Abgeordneten, Dr. Klemensiewicz und Staatsbahnober- ingcnieur Ritter v. Moraczewski in ihren Reihen stehen, während die Genossen Daszynski und H u d c c politisch-agitatorisch tätig sind. Aui eine Mine qestoften. Amsterdam. 27. Okt. (Gtr. Frkft.) Nach Meid»„gen «nie- FoIkestonc ist dos Dampslchiff „Queen" dort ai:«ekommeii mir 2599 Fronitzvscn an Bord, Männer, Fronen und Kinder lärdtzien- tcils r.uS der Strecke «r.i dlermielckonoi). die sich an Bord des fronzö- sischen Schisses „Admiral Ganicumc" bcie von Baulopne auf eine Mine kestoßcn, worauf eine Panik entstaub und ungesahr 36 Pasiagierc bei der Ucderbriiignng nach dem englischen schm Queen ertranken. Die Türkei znm Kriege. Konstantinopel, 27. Oki. (Gtr. Frkft.) Das halbamtliche Blatt Tanin verösfentlicht unter dem Titel „Der allpemcine Krieg und die Meerengen" einen bedeutsamen dtriikcl an teftcndcr Stelle. Den Ausgangspunki der Bcirachlungen des türkstä^n Blattes bilden die Enthüllungen aus amtlicher dcut. scher Quelle über die Stellung der Türkei !m Falt eines altgc- meinen Weltkrieges. Unter den wichtige» Abmachungen, die zwischen den Mächten der Tripcl-Enicnic abgcschlosicn morden sind, bcitndc, sich eine, die straicgisckle Unternehmungen der russische» Flotte im Schwarzen Meere vorsiehi, die in den Meerengen vor sich gehen sollen Die Türlei würde somit !m Fall eines allgemeinen Krieges ein ähnliches Schicksal wie Belgien zu erwarlcn haben. Der große Unterschied in der Stellung der beiden Lander aber liegt darin, daß Belgien mit feinen politischen Neigungen zur ZtipcUulCKte ein Clement bildete, das Deutschland ur berechtigten Unruhe vcranlaßtc, während die Türlei den Großiiivchieu gegenüber in Friedens- wie in Kriegszcttcn unbedingte Ncutralilnt ge- Halte» fini. Um dieses Ziel zu erreiche«, muhte aber die Türkei in der Laqe sein, sich selber zu verteidigen. Unter leinen Umständen darf die Türkei zugcbc», dah die Meerengen zum Schauplatz eines Kampfes werden, während dessen sic neutral bleibt. Tie Enttiüllungcn lasten der Türkei die Vorteile einer bcwaisncten Neutralität noch größer erscheinen, sie ossenbarcn ihr aber auch die Gründe, die England zur Beschlagnahme der beiden türkischen Großkampsschifse gesührt haben. Tenn nur die srüherc Schwärt^ der Türkei zur Tee erlaubte cs, die geplante Nussührung der strategischen Operationen um die Meerengen zu verwirklichen. Italien in Balona. Wien, 27. Qkt. , 12.20 X. (Ctr. Frkft.) Tic Nachricht, daß die Besetzung Balonas durch die Italiener zu erwarten sei, wird jetzt an hiesiger amtlicher Stelle bestätigt. Der Fortgang der epirotischen Bewegung, die die Beschüsse der Großmächte über Albanien Umstürzen will, rechtfertigt nach der Auffassung Italiens ein Einschreiten ohne weiteres, und da zur Zeit keine andere Signatnrmacht für eine Aktion in Balona frei ist, liegt cs nahe, daß die italienische Regierung die Aufgabe, dort Ordnung zu schaffen, übernimmt; sie kann dabei auf das Einverständnis der übrigen Signatarmächte, insbesondere Oesterreich-Ungarns, rechnen. Auch Griechenland beseht albanisches Gebiet. A t h c n , 26. Cft. nsichten stützen sich auf die im Rcserve-Lazareti in Forbach in Lothringen 11190 Betten) gemachten Erfahrungen. Von ungefähr 2099 Patienten, die bisher da waren, habe ich auf meiner chirurgischen Abteilung (Maria-Magdalena-Krankenhanst etwa 599 selbst behandelt. Von diesen wurden 110 von mir operiert. Bei den übrigen konnte ich nur vereinzelt, teils konsultativ, teils chirurgisch eine» Einblick erlangen. Obenan steht der gewiß von allen mittätigen Kollegen gern bestätigte Satz: „?Ille ausgenommcnen Verwundeten heilen mehr oder minder, so daß sie zur Hälfte garnison- und fcldddicstsähig, fast alle aber wieder erwerbsfähig werden." I» diesem Ergebnis liegt eine große soziale Beruhigung und ein großer wirtschaftlicher Gewinn. Der Meinung, als sei dieses Urteil deshalb so günstig, weit in die Reserve-Lazarette nur tcichtcr Verletzte kämen, muß mit Entschiedenheit cntgegengctreten werden. Denn eine komplizierte ?trm-, Bein- und Gelcnkfraktur ist sehr oft viel schwieriger und gesährlichcr in ihren Folgen als ein Bauchschuß, der ost ohne Therapie am besten heilt. Die Entscheidung mutz eben von Fall zu Fall getroffen werden. Von den im Krankenhaus Behandelten sind vier gestorben; das ergibt einen Prozentsatz von 9,8, Die Tvdcsarten waren: zwei Starrkrämpfe — ein dritter ist geheilt —, eine Lungenentzündung, eine Gefäßerkrankung (Septische Thrombose). Ter letzte Fall wurde, da bereits Brand des Beines eingctreten war, noch in letzter Stunde operiert. Es war der einzige Todesfall unter 110 Operierten. Diese geringe Zahl non Operationen weist darauf hin. daß die moderne Kricgschirnrgic einen alsoiut konservativen (erhaltenden) Eharakter trägt. Die komplizierten Knochcn- briiche heilten bei richtigem operativen Ablaß der eiternden Wund- sekrete und dann angelegten gefensterten Gipsverbändcn anatomisch ost, funktionell fast alle ausgezeichnet. Allerdings bedars es dabei großer Aufmerksamkeit. Die W e i ch t e i I w u n d c n führen bei richtiaer Dränage fast alle wieder zur Garnison- und Felddtcnst- taugiichkcit. Am meisten empfindlich sind die Patienten mit Wade» schlissen. Sic klagen oft und ohne objektiven Befund über Gehschmerzen. ?t»i die Kops-, Wirbelsäulen-, Lungen-, Nieren- nnd Blascnverlctzungen sei hier nicht weiter eingcgangen. Auch sic geben eine günstige Heilstatistik. Worauf beruhen nun die gute» Resultate und wie kommt es, daß schwere Blutvergiftungen, Wundrose, Hospitalbrand, Schreckgespenster früherer Kriege, kaum beobachtet werden? Sic beruhen in erster Linie auf der modernen Asepsis (Verhinderung der Wundsänle), in zweiter Linie auf den sterilisierten Verbandpäckchen, die wohl viele Soldaten benutze», besonders bei großen blutenden Wunden. Hier unwillkürlich legt auch der indolenteste Musketier ein Stück Gaze draus. Kommt die zwar eiternde, aber nicht durch allzu bösartige Bakterien infizierte Wunde in Krankenhäuser, dann wird sie dort wohl immer mit sterilisierten Verbandstoffen, mit ausgekochten Instrumenten behandelt. Aus diese selbstverständlichen Handhabungen glaube ich einen guten Teil der erzielten Resultate zursickführen zu können. Verpönt ist das K u g c l s u ch e n. Selbst bei allen aseptischen Vorsichtsmaßregeln ist es nur in Notfällen gestattet. Wird so vorgegangen, dann verliert der Krieg einen Teil seiner Schrecken, wenn nicht Geschosie benutzt werden (Dumdum), die von vornherein bestimmt sind, durch das Setzen schwerer Quetschungen eine erhöhte Wundinfektion zu begünstigen. Die Kämpfe am Kanal. Tie Times melden über die Lage der Verbündeten bei Ipern, daß diese fünf Tage hinter einander sehr kritisch war. Tic Engländer mußten in den Schanzgräben kämpfen, in denen ein Hagel von Schrapncllgeschossen ost ganze Abteilungen begrub. Tie Deutschen stürmten mit Todesmut bis auf 100 Meter heran und erhielten immer Verstärkungen. Es schien, als ob die Gegenwehr der Engländer schließlich erliegen mußte, aber immer wieder behaupteten sie sich, bis die notwendigen Verstärkungen kamen. Das Ende der Kämpfe sei aber noch nicht da. in tiefen Spalten zu Dutzenden von Schocken bei einander, lind hat man die erste am Hals, so hat man sic alle. Tie eine beißt die andere in den Schwanz, nnd die ganze Kette läßt sich so hcrausziebcn; bis auf den letzten Mann stirbt die Kameradschaft. Solch ein Fang ist entzückend, man kann dabei naturhistorische Studien machen und nebenbei die Natur aus der Vogelperspektive bewundern. — Ein Seil von zwölfhundcrt Fuß Länge ist oben auf der Klippe über ein Rundholz gelegt, auf einer Art Knebel sitzt der Jäger, unter ihni schwebt ein Korb, um die Vögel hineinzuwersen, und sechs oder acht Mann lassen ihn so weit hinunter, bis er vor den Brutlöchern hängt. Kann er mit seinem Arm die Tiere nicht erreichen, so sitzt im Korbe ein kleiner Hund, den schickt er in den Spalt, um den ersten Vogel zu packen und vorzu- zerrcn, bis des Jägers Hand ihn fassen kann. Ist cs so weit, so ist alles geschehen, der Jäger zieht den Hund, des Hundes Zähne sitzen in dein Lummenhals, das übrige findet sich. „Nun aber," fuhr er fort, „ist allerdings die Sache nicht ohne Gefahr. Tie Männer oben werden nicht so leicht los- lassen, obwohl es auch schon vorgckommcn ist; der Jäger wird sich an seinem Querholz festzuhalten suchen, wenn auch manchmal einer das Gleichgewicht verliert und den Hals bricht; das Uebelste aber bleibt es, wenn das Tau sich zu drehen anfängt und der Jäger wie ein Kreisel umher wirbelt, bis er im Schwindel sinnlos hiuabstürzt oder den Kopf an irgend einer Felsenkante zersplittert. — lind das wäre mein Los gcsvcsenl" rief Paul, „hätte Egede mich nicht gehalten. — Ich hing an einer Klippe an siebenhundert Fuß Seil; unter mir hatten zehn Mastbäume Raum, als ein Windstoß kani und ich zu drehen anfing. Anfangs lachte ich, dann fluchte ich, endlich schrie ich einen Todesschrci, denn um mich her wurde es schwarz, als plötzlich ein Mann an dem Seile herunterfuhr und mit seinen Beinen rechts und links auf dem Querholz stand, mir den Hakcnstock aus der Hand riß, die Spitze in einen Felsenspalt stieß und mit einem Sprunge Der englische offizielle Bericht. Während der gestern ausgcgcbcne offizielle engsis | Bericht über die Lage zwischen Nieuport und Ipern sagt.j Alliierten seien int Begriffe zu gewinnen, heißt es in eir über Stockholm gegangenen Meldung der Nationalzeitun Die Deutschen machen die energischsten Versuche, unsere Fro zu durchbrechen und haben in der Gegend von La Bo Terrain gewonnen. Tag und Nacht wird gekämpft! Di? Mailänder Gazette del Popolo meldet ans Nieuport: ; mörderische Schlacht der letzten Tage in dem belgische» Gebiet bri nicht einmal nachts einen Augonbiick des Waffenstillstandes. P Meere herüber tönt das Brause». die Schifte schleudern einen bi naten««en auf die Küste, während die Scheinwerfer mit Bcharri , feit ihr hunderistrrhkiqes LtchKvuge dorthin werfen, wo sic die i, | scheu Batterien vermute». Das fchocckliche Kanoiienduell da: Tag und Nacht zu Lande und .zur Tee an. Tie deutschen Trup l»abcn Verstärkungen «r3 Belgien erhalten: man sagt, daß in T kirchen »nauKgesetzt a» de» Bchestigamgen gearbeitet wird. Die Not der Verwundeten in Frankrei, In einem Aufruf der italienischen Kolonie in Paris, i welchem diese um Geldbeträge zur Linderung der Not I Verwundeten bittet, die in ganz Frankreich herrsche, k»I es, daß die Zahl der Verwundeten, die tagelang ohne ärztl I Behandlung bleiben, ungeheuer sei. Spione in» Elfatz. Zürich, 28, Okt. (Etr. Brln.) I» Basel wurde ein sranzüsis I Spüinageburcau aufgehoben, das Nachrichten über Trup:I bcivegnngen im Lberclsaß nach Bclfort mcitcrgab. Bis jetzt I vier Personen verhaktet worden. Weitere Verhaftungen sollen! vorftehen. Neue Kampfmittel der Engländer. Wie der Bossischcn Zeitung aus einem Truppenteil, j wiederholt englischen Granaten ausgesetzt war, mitgei s wird, verwenden die englischen Truppen bei Angriffen I unsere Schützengräben mit Vitriol gefüllte Hai granatcn, die schwere Betäubung, wenn nicht gef' I liche Vergiftung der Truppen verursachen, die in der I! I der explodierenden Granaten auShalten müssen. Russisches Ultimatum an Bulgarien. Bukarest, 28. Qkt. Ter Vitorul mcldt: Rußland rick an Bulgarien ein Ultimatum mit der Drohung, daß, s j Bulgarien auch weiterhin deutsche für die Türkei tzcstiin Munitionstransportc durch bulgarisches Gebiet gcwäl lasse, die Hasen Warna und Burgas von Rußland besetzt I i den würden. Rückkehr der Chinesen. Amsterdam, 28. Okt. Der Post zufolge beginnen die Ehi> I England zu verlaffen. Ein amerikanischer Dampfer, der o> I Woche von Liverpool abging, hatte als Passagiere 280 wehrst I Chinesen an Bord, die in ihre Heimat zurückkchrcn. Gegen die Ruffel»! Konstantinopel, 28. Okt. Tie türkische Negierung I folgende Nachricht bekannt: Afghanistan und Belutsch I haben ihre Streitigkeiten beigelegt und ein Bündnis einander abgeschlossen. In Persien wurde ein besonders I gesehener mohamcdanischer Priester von den Russen | mordet. Das blutige Hemd des Priesters wurde daraus ( Volk auf ein Bajonett als Fahne aufgestcckt und mit bii (ff 6 k je» - i K 1» 2 Prost! bejond rrw mäßig ' D tourmi Kriegs ihrer! auf dil »er! ihr Br Backaf! Es ist Wst, tomig. die ja! p st trendig Siofi l mühle Sein. Rnsecr tt" 4 Stinte, mit eil der Fo Mit de di» Arl trnisend An smüilse ch Sn blutigen Zeichen zog eine Schar nach der Haupt/ Afghanistans und demonstrierte vor dem Palais des der versprach, sich mit seinem Volke an den Russen undst ländern zu rächen. Delle des sibirischen Armeekorps ertrunken Tie Deutsche Tageszeitung schreibt: Sicherer Quelle zo ertrank bei den erste» Kämpfen südlich von Warschau runt dritte Teil eines sibirischen Armeekorps, das damals die alle Stadtbesatzung war, während der Flucht über die Weichsel. Die Lösung der Mongolcifrage gescheite» Wie Ruskoje Slovo mittcilt, ist die russisch-chine Konferenz zur Lösung der Mongoleifrage gescheitert. Das 30 jährige Bünduis. Wien, 28. Qkt. Aus Petersburg wird über llmir gedrahtet, die in Tokio erscheinende Zeitung Tani schr daß zwischen Rußland und Japan sämtliche Gegensatz« Mos «ch!? tnuen auf dem Absatz der Klippe stand, nicht breiter wie eine 4 — Im nächsten Augenblick hatte er das Seil dickst hcr> zogen und hielt cs fest, dann wandte er es behutsam hin her und ließ sein rauhes Gelächter hören. Eine M darauf stand ich neben ihm, ich weiß nicht, wie es kam. gingen auf dem Grat fort, bis dieser etwas breiter tt Ta waren Löcher und Risse, Alken und Lummen in 8' Scharen, cs war eine wunderbare Jagd. Ueber uns di splitterte Wand, unter uns die glänzende See; schrc Vogclschwärmc um unsere Köpfe, mit Flügeln und Scho auf uns los wie Teufel, und wir beide mit Blut des fangend nnd schlagend, bis alles still war. — Dann Egede mich fest, gab das Zeichen und ich fuhr ohr Hindernis hinauf. Ihn holten wir dann nach, und er b noch einen Korb voll Leichen mit, so viel, daß Anga wußte, was sie mit allen Braten machen und wie sie di> Speise bewahren und einsalzen sollte." „Anga ist also, wie ich merke, die Hausfrau des Wingcborg, deines ehrenwerten Freundes?" fiel Hann „Es ist die reizendste, dickköpfigste Schönheit aus i Quänerstamm, die je ohne Hemd und Strümpfe in Bluse von Hammelfellen in den Finnmarken umhcrge ist," lachte Paul. „Sic müssen wissen. Herr Marstran! eS auf den Aitßcninscln ost wie im Paradiese hcrgctst, nach Loppen kommt jahraus, jahrein kein Mensch, de stoß daran nähme. — Mein Freund Wingcborg, seine und fünf Buben, einer zottiger wie der andere, wohne; in ungestörter Freiheit. Anga brauchte selbst die Ha! felle nicht, sie könnte eingehüllt in ihren wilden 4 gehen, wie einst die schöne Gräfin Gcnovefa, und W>N! hat keinen Grund, eifersüchtig zu werden. Das ist ein tigcr Kerl. Wären wir Griechen, so würden wir ihn in mor meißeln, und wenn er morgen kommt, mag sich zarte Herz in acht nehmen." (Fortsetzung folgt.) !« fci fej ftif te eine fhir, Wd ünj nicht, ; idJfj, Akk-, io $ 1)3 8 8* >cht. litJe , Adern; iK ot U)no| e ' Ul 'ietEj f°n s^’ ‘Ult! tiixn 1 °>>! ^ • W» fi« bit “neiibrjtn ^Wcn ff- H in *t Bits. muff* lic m Part 'S der No, i herrsch. 'S ahne är^ * ei» Sder in ?• Bis jrtz "“%« iol< tauber. Truppenicil iMt, mitgi i 2ngtiflcn iillle Hi m nichl gr >ie in de, j jcn. ilflariew. Rußland tii fcunfl, ba», lürtei bcftii t(bi(t „(iw planb btfett innen die kt >?ser, der eie Wuchs dien. Legierung nd SeMtf- i ffimtai to WfRiW de» Stufe Hirte dar» und mit' bet Ha« ,alat§ des Russen uni iter mif -eil d'A * , bebutiom ■ :en. «*\ mit es fr* ggS btt»' ammne"" Urberg >e sx ftV **&! neA< iel, d°«' • und»» t* 9* fiel im um 1 ’ 1 ’ ff*»* IlN ______ ng-b°'^ and-kS ty*' ten #ni' iß*ji feitiflt seien und daß infolgedessen ein Svjähriges Bündnis zustandegskommen sei. Freilassung jüdischer Kriegsgesaugeuer. Verschiedene Zeitungen hatten mitgeteilt, daß auf Anordnung iel Kaisers 2000 russische jüdische Kriegsgefangene sreigelasien u n& in ihre von den deutschen Truppen besetzte Heimat geschickt wurden. Der in Frankfurt erscheinende Israelit hat sich daraufhin an maßgebender Stelle erkundigt und die telegraphische Antwort erhalten: „Notiz richtig, Anzahl übertrieben." (Einschränkung des Wrttzbrotverbrauchs. Das Generalkommando in München hat angcordnet, daß in den Gastwirtschaften Weißbrot nicht mehr auf den Tischen bereit- gestellt, sondern nur noch auf Verlangen verabreicht werden darf. Der Vollzug dieser Anordnung wird streng überwacht, Reichstagsnachlvahl. Heidelberg, 28, Lkt. Bei der gestrigen Reichstagscrsatzwahl im 12. badisehrn Wahlkreise Heidelberg-Sberbach wurde der Land- gerichtsdirektor Dr. Lbkircher (natl.) bei schwacher Beteiligung mit 4448 Stimmen gewählt. Hessen und Nachbargebiete. »ießen und Umgebung. Aenßerst einfach. Ter Konsumgenossenschaftlichen Rundschau schreibt ein Professor M. folgende in den Zeiten des Lebensmittclwuchers besonders beachtenswerte Ausführungen: „Teures Brot, winzig kleine Schrippen, die Melilpreffe erhöht; die Kornprcisc zwar auch erhöht, jedoch verhältnismäßig wenig. Den Brotesser und besonders den Ernährer vieler Esser wurmt das. Wenn gegen die Bäcker und die Müller jetzt im Kriegszustände die Behörden Vorgehen und selbst diese mit ihrer Macht ohnmächtig sind, so läßt sich das Uebel dennoch auf die mildeste Weise ohne jede Gewalt beseitigen. Man muß selber backen und mahlen! Das wäre einfach. Aber wie soll das möglich sein? Die Bauern backen zwar ihr Brot selbst, und es gibt Gegenden, wo die Hausfrau in> Backofen Weitzbrötchen backt, aber billig wird das gewiß nicht. Es ist gerade der Vorteil unserer arbeitsteiligen Volkswirtschaft, daß nicht jeder alles macht und von allem nur ein wenig. Wenn eine Berliner Hausftau Mäntel näht oder in die Fabrik geht, so wird ihr selbstgebockenes Brot sehr teuer, falls sie darüber ihre Arbeit versäumt oder sich durch die notwendigen unmäßigen Ueberstunden für die Arbeit schwächt. Noch weniger kann man selber mahlen. Auf der Kaffee- niühle geht es nicht, und der Mörser in der Küche ist viel zu klein. Von den alten steinernen Mörsern, welche wir in den Museen als alte Handmühlen sehen, ist der kleinste noch viel größer, als ihn irgend jemand im Hause hat und haben könnte. Und dazu, welche unfruchtbare Arbeit wäre es, selbst mit einem großen Mörser Korn zu zerreiben! Es ist eben der Fortschritt der Kultur, daß mit unseren Einrichtungen, von denen eine wenigstens eine Million Mark kostet, durch die Arbeit eines Menschen in einem Tag das Mehl für viele tausend Menschen mit geringer Anstrengung geschaffen wird. Auf diese Weise, daß wir in alte Wirtschaftszuständc zurllcksallcn, können wir nicht selber backen und mahlen. Aber wir können es viel bester; wir gehen in die Konsumgenossenschaft! Die- Konsumgenossenschaft hat großartige Backöfen und macht keinen größeren Aufschlag, als in den Bctriebsunkosten liegt. Die Konsumgenossenschaft macht keinen Gewinn. Ihre großartige Bäckerei ist die Bäckerei ihrer Mitglieder. In ihren Backöfen backen die Mitglieder selbst. Und wenn die Konsumgenossenschaft eine eigene Mühle hat oder von der Großeinkaufsgcsellschaft Mehl bezieht, falls diese Mühlen hat, so mahlt das Mitglied der Genossenschaft auch bei sich selbst. Es ist ein glänzendes Gc- säxist, Getreide zu mahlen. Nur eiG Beispiel: Die Rüninger Mühle gibt wieder, wie früher, 24 Prozent auf ein Kapital von ein paar Millionen Mark. Friedensprofit! Von der Sparkasse bekommt der Arbeiter 3Ys Prozent. Tie 24 Prozent flibt der Arbeiter an die reichen Aktionäre, die binnen vier Jahren ihr Kapital verdoppeln. Gewiß möchte er lieber Aüninger Aktien nehmen, jedoch die sind viel zu teuer. Aber iowie er in den „Konsum" geht, hat^er die 24 Prozent von so viel Mehl als er verzehrt. t ..aifo, wen» das Brot zu teuer und die Schrippe zu klein, o ist das der einfachste Rat: Geh in den Konsum! Und wenn der Konsum nicht gerade Schrippen backt, so backt er doch ein Wpr billiges, schönes Weißbrot, welches gesünder ist als Läinppe. Und wenn jemand durchaus den Geschmack des frismen Weißbrots hoben will, solange der Konsum den Früh- ltiicksschnelldienst noch nicht eingerichtet hat, so brauebt er nur eine schnitte vom Weißbrot an einer Gabel über die Gasflamme oder über die Kohlenglut halten, so hat er ein prächtiges Gebäck Ter Unterschied zwischen einem Konsumbrot für 50 Pfg. und dem Brote, was man vielfach für 50 Pfg. wo anders kauft, ist gewaltig. Wer denken kann, begreift überhaupt nicht, warum die Leute, die über das kleine Brot klagen, nich: IN den Konsum gehen. Allerdings kostet der Eintritt 50 Pfg., aver die 50 Pfg. sind nicht weggegebcn, sondern nur an eine andere Stelle gelegt; sie bleiben Eigentum des Mitglieds. Außerdem liegen sie nicht tot, sie vermehren sich; schon nach wenigen Broten sind die 50 Pfg. verdient. Ta die Sache so liegt und so einfach ist, braucht man Kragen über teures Brot überhaupt nicht mehr mit anzu- Horen. Wer sich am Brot bewuchert fühlt, kann einfach selber wählen und backen. Aber nicht zu Hause, sondern mit 100 000 Gleichgesinnten gemeinsam im „Konsum". Ter Rat, in den --Konsum" zu gehen, ist schon lange und oft erteilt worden, "ö wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen!" Aus den Verlustlisten. Reseroc-Infanterie-Regiment Rr. 118. Kompagnie. (Uhu Luszugsiveise) Uillervif. He Kle«, Rödgen. Kr. Frtedberg, fchwv — Untcrosf. Wilhel S?*»**» "mäh,nn, fchwv. — Wchrm. Friedrich Preusch, Rai r.uV’ *!?•„— Wehrni. Ludwig Heß, Bon-Hausen. low. — Gef t.' C.crfl S eit, Rödgen, Sr. Friedberg. Ivw. — Geil. Julius Löbri! *-lH)ei'iii, Sr. Frieichenz, fchwv. — Res. Friedrich Schmidt, Hai, gründen, lvw. — Res. Ctto Toll. Borödorf. fchwv. — Wehrm Admu Ochs. Vilbel, tot. — Wchrm. Sonrad Stoß. Vilbel, tot. — Wehnn. Wilhelm Füller. Vilbel , fchwv. — Re, Friedrich l u ät. Biünnqen, Imp. — Dkhrm. ,tafob 2leker, Crtcnbcrjj, lvw. — Gefr. Erwin Walter. Ober-Wöllstadt, lvw. — t r ri 2i Merienheimer, Eichel fachst", fchwv. — Res. SH* « m ->. ■ l fÜ' dutzdach. Ivw. — Unter oft. Georg Schäfer. Rvdheim, «r. Friedberg, oerm. Kompagnie Res. Friedrich Kirchner, Bonhausen, Sr. Outmiflei — Scbrm. Sari Oechler. Ilbeshausen. Sr. Lauterbach, — Sst,. Rudolf -chwab, l>strb-N>dda. — Gefallene des Gießeuer Regiments. Reservist Fritz Engel aus Gießen. — Feldwebel Heinrich Hütten- b e r z e r aus Gießen. — Einj.-Frciw.-Unteross. Karl Mörschel ans Crumstadt. — Landwehrmann Wilhelm -stumpf aus Kirtorf b. Alsfeld. — Landwehrniann Ludwin Sein: aus Wahlen b. Alsfeld. — Reservist Adolf M ü l l e r, Sdjrctncr aus Gießen. — Gefr. Ferdinand Schwalb auS Alten-Buseck. — Gefr. Ludwig Fabel aus Londorf. — Landwehrmann Wilh. Bechtold aus Rainrod. — Land- wchrmann -Otto II s i n g e r aus Schotten. — Res. Ludwig ® t r a u b aus Schotten. — Res. Karl Leufer, Weißbinder aus Frankenbach b. Gießen. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Musketier Heinrich Koch ans Atzbach, Jnf.-Regt. Nr. 83. — Musketier Heinrich S p e i e r aus Odenhofen, Jnf.-Regt. Nr. 88. — Leutn. Ferdinand Weber aus Konradsdorf, Jcf.-Regt. Nr. 147. — Gefr. Friedrich Felde aus Mainzlar, Jnf.-Regt. Nr. 115. — Sitzung der Vereinsvorstände. Auf die heute abend iin Gewerkschaftshausc stattfindende Sitzung der Vorstände der Gewerkschaften, des Kreiswahlvereins, sowie der Gewerk- schastshaus- und Preßkommission sei an dieser Stelle noch- rnals aufmerksam gemacht. Tie Ansprüche der Kriegsinvaliden und der Hinterbliebenen gefallener Feldzugsteilnehmer an die Invaliden- und Hintcrbliebenenversichernng (IV. Buch der Rcichsversiche- rungsordnung). Ueber diese Ansprüche, die neben den auf den militärischen Fürsorgegesetzen beruhenden Bezügen geltend gemacht werden können, bestehen in den interessierten Kreisen noch manche Unklarheiten, so daß eine kurze Zusammenstellung der maßgebenden Gcsehesvorschriften ange- zcigt ist. Die auf Grund der Reichsversichcrungsordnung gegen Invalidität versicherten Personen, die im Kriege oder später infolge der Feldzugsstrapazcn invalide werden, haben Anspruch auf die Invalidenrente. Als invalide gilt ohne Rücksicht auf das Lebensalter der Versicherte, der infolge Krankheit oder anderer Gebrechen nickst mehr imstande ist, ein Drittel dessen zu erwerben, was gesunde Personen seiner Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen. Ist die Invalidität dauernd, so beginnt die Rente mit dem Tage des Eintritts der dauernden Invalidität. Ist dagegen in absehbarer Zeit wesentliche Besserung zn erhoffen, so beginnt die Invalidenrente erst nach einer 26wöchigen ununterbrochenen Dauer der Invalidität. Was die Ansprüche der Hinterbliebenen der gegen Invalidität versichert gewesenen Feldzugstcilnehmer betrifft, so gilt folgendes: Witwenrente erhält die invalide (nicht die noch erwerbsfähige) Witwe des Versicherten. Für den Begriff der Invalidität gilt im wesentlichen dasselbe, was oben für die Invalidität des Mannes gesagt ist. Die Witwenrente beginnt in der Regel mit dem Todestag des Ehemannes. Ist in absehbarer Zeit Wiederherstellung der Erwerbsfähig- kcit zu erwarten, so kann die Witwenrente auch erst nach 26wöchiger ununterbrochener Dauer der Invalidität gewährt werden. — Witwengeld erhält die Witwe (auch die noch nicht invalide) des Versicherten, wenn sie selbst auch gegen In- Validität auf Grund der Rcichsversicherungsordnung versichert ist. — Waisenrente erhalten nach dem Tode des versicherten Vaters seine ehelichen Kinder unter 15 Jahren, ohne Rücksicht darauf, ob die Mutter noch lebt und ohne Prüfung der Frage, ob Bedürftigkeit vorliegt. Ob die Anträge Erfolg haben, hängt im Einzelfall noch davon ab, ob weitere gesetzliche Voraussetzungen, wie Erfüllung der Wartezeit, Erbaltnng der Anwarffchaft, zutreffen. Die An- sprüche selbst sind bei der Bürgermeisterei des letzten Wohn- oder Beschäffigungsortcs anzumelden. — lieber die Kartoffelernte wird aus der Wctterau be- richtet, daß sie überall beendet und die Erträge als reichlich zu bezeichnen seien. Trotz Fesffehung der Höchprcise aus 6 Mk. werden gute Speisekartoffeln mit 7 Mk. pro Malter bezahlt. Vielfach werden aber die Kartoffeln noch von Landwirten und Großhändlern zurückgcholten, um das Angebot zu verringern. Es müßte die Möglichkeit geschaffen werden, denjenigen, die offensichtlich dieses wichtige Lebensmittel aufspeichern oder zurückhaltcn, den Vorrat zu entziehen, soweit er nicht für die eigenen Bedürfnisse notwendig ist. Das ist zwar im Gesetz vorgesehen, doch dürfte es in der Praxis immerhin nicht so leicht durchzuführen sein. Das Publikum sollte auf keinen Fall die maßlosen Preise zahlen, die mancher zu erreichen sucht. Man hat immer nock Zeit zu kaufen; vielleicht unter günstigeren Bedingungen als jetzt. Tie hessische Landwirtschaftskammer hat in einer langen Erklärung an die Presse das Treiben der Landwirte, die ihre Kartoffeln vom Markte zurllckhalten, um Phantasiepreise zu erreichen, zu rechtfertigen gesucht. Daß eine einseitige Interessenvertretung anders handelte, haben wir nicht erwartet, ja wir glauben sogar, daß die Organ,- sationen der Landwirte, die Bauern zu ihrem Vorgehen aufgefordert haben. — Genügend Petroleum. Unter dieser Ueberschrist brachte die Lberh. Volksztg. vorgestern eine Notiz, die insofern sehr beherzigenswert war, als das Publikum darauf hingewiesen wurde, den Verbrauch von Petroleum nach Möglichkeit einzuschränken. Große Vorräte davon aufzukaufcn. wird unter dem tatsächlichen Petroleum- niangel kaum möglich sein. Leider haben wenige Geschäfte auch diese Gelegenheit wieder benutzt, um — drastisch ausgedrückt — auf die Dummheit der Massen zu spekulieren. Sie haben den Anschein erweckt, als seien sie mit Petroleum „hin- reichend versorgt", sie gaben solches aber nur an diejenigen ab, die auch andere Waren mftnahmen. Damit hat sich eins großer Teil der Einwohnerschaft „hinters Licht" führen! lassen! Denn als manche anderen Waren gekauft hatten und! nachher bescheiden einen Liter des köstlichen Petroleums verlangten, bieß es: ia, das ist für unsere ständige Kund- säuft bestimmt. So werden Geschäfte gemacht! — Taffachr- ist, daß die Pctrolcuingesellsckafien schon seit Wochen die abgeschlossenen Verträge nicht einhalten und nur einen kleinen Bruchteil liefern. Möglich ist es anch, daß die Einfuhr des rumänischen Petroleums in der nächsten Zeit etwas stärker wird; höchstwahrscheinlich ist r-s aber anch. daß zu gleicher Zeit das Petroleum im Preise steigen wird. So^ unangenehm und so empfindlich es auch die einzelnen Fa>! milien — und besonders die Arbeitcrfaniilien — trifft, die sich den „Luxus" der Gas- oder elektrischen Beleuchtung nicht! leisten können, so wird und muß man sich wohl oder übel damit abfinden und damit trösten, daß es eben Kriegszeiten sind, welche Verteuerung aller Lebensmittel und Bed>,rss- artikcl mit sich bringen, besonders solcher, die vom Auslande eingesübrt werden müssen. Möge jede Familie ihren Bedarf, soviel es angängig ist, einschränken. .Hoffentlich dauern diese Zustände nicht mehr allzulange! k. — Eine Verteuerung der Zündhölzer wird angekündigt. Ain vorigen Donnerstag tagte in Berlni eine Sitzung des Vereins deuffcher Zündholzsabrikanten, über die berichtet wird: Es wurde festgestellt, daß eine mäßige Preiserhöhung für den Kleinhandel unausbleiblich sein werde. Es war jedoch die einstimmige Meinung der Versammlung, jeder un- berechtigten Preissteigerung „entgegenzutreten". Eine Preiserhöhung für das Paket, das jetzt im Kleinhandel 30 Pfg. kosret, über 32 Pfg. hinaus wurde, von den vom Kriege betroffenen Landesteilen abgesehen, als unangemessen bezeichnet und als Pflicht des Vereins anerkannt, für die amtliche Festsetzung von H ö ch st p r e i s e n da einzutrcten, wo diese Grenze unbereästigtcnvcise überschritten werden sollte. — Aus der Rederei, die die Herren Fabrikanten da gesühri haben, geht deutlich hervor, daß sie die Preise in die Höhe treiben wollen und das edle Bestreben nur mit dem Verlangen nach Höchstpreisen zu bemänteln suchen. Mit der Fesffetzung des Höchstpreises auf 32 Pfg. wird natürlich in diesem Falle der allgemeine Preis ans diese Höhe gebracht. Hoffentlich tut die Regierung den Herren den Gefallen nicht. Das Publikum sollte aber unterdessen nach dem bekannten Scherzwort verfahren und an den Streichhölzern an. fangen zu sparen I Untcrdem Zeichen der kommenden Festsetzung der Höchst- preise für Getreide stand der letzte Franffurter Fruchtniartt. Unlust überall bei Käufern sowohl wie bei Verkäufern. Infolgedessen ging der Weizenpreis von 28 auf 2714—27% Mk. pro 200 Pfund herab. Wenig Umsätze fanden statt. Roggen notierte 24%—24% Mk. gegen 24%—25 Mk. in der Vorwoche. Die Kartoffelpreise vor allem im Kleinverkauf standen nicht unter dem Druck kommender Höchstpreise. — Auf dein gestrigen Frankfurter .Hauptviehmarkt machte sich bei Kälbern ein Preisrückgang in der 3. Qualität von 95—4M auf 85—90 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht geltend. Von der zweiten Qualität feinster Mastkälber war kein Stück an- gctrieben. Die Schweinepreise fielen durchgängig »m 2 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht gegen die Vorwoche. Vorsicht beim Sohlenentladen! Beim EntlaHen von Sohlen- ivoggons haHan sich in nvei Fällen von denen einer im SorpSbest-rk des 18. Avmeekorp:- je zivei geladene ftnrnzösische öe.iw. eng. tische Granaten qesunHen. All« SorpSinteresienien werden ausqe- fordert, ähnlichen Vorkmmnntffeir, denen zweifellos verbrecherische Absichten zugrnnde singen, durch sorgfältige Fnftruttion ihrer Aus- la-der usw. ihre volle Aufmerksamkeit zn schenken, damit Unflliitfe« fällen vorgebengt wird. Reisende nach Meß erhalten nur dann eine Fohckarte dahin, n>enn sie am Sä-alter einen Ausweis der Ortspolizei vorzeigeu, wonach diese gegen die Reise nach Metz nichts einguweinden hat. Wer alvr länger wie drei Tage dort bleiben will, niusi vorher um die Genehmigung des ÄHinctr-Polizciimei-siers nachsuchen, sonst muß er die Stadt nach Ablauf der drei Tage verlasie». — Ter Personeii-, Gepäck- und Erportve-rkehr nach Basel und darüber hinaus, ist immer noch gesperrt. Die badische StaaiSbahn endet z. Z. noch ill Wetl-LeopoldShöhe. — Schauderhaft. Aus Frankfurt wird berichtet: In Be- gleitnng einer .Sronkenschwester trat ein französischer Ha-uptmann. dom durch Granatsplitter beide Augen ausgeschossen wurden und -er dadurch in Gefangenschaft geraten war. die Reise nach der Heimat an Tie deutsche Heewesseitung hat den Acrmsteu aus der Gefangenschaft entiassen. — Vortrag. Wir verweisen hiermit nochmals aus den Vortrag des Geheimen Hofrats Professor Dr. Elbs über das Thema: „?lus der Entwicklung der choniifchen Industrie in Teutsch- land und England", der heute (Tonnerstag) abend 8% Uhr in der neuen Aula der Universität stattsindet. Der Ertrag ist für die Hinterbliebenen, von im Felde gefallenen Greßenern bestinnnt. — Stadttheater. Für die Eröffnungsvorstellung anr nächsten Sonntag find kleine Preise festgesetzt. — Die abonnierten Plätze sind sämtlich nach Wunsch zugeteiit worden und können täglich von 11—1 Uhr im Theaterdureau abgehoft werden. Frankfurt a. Bl., 27. Okt. Die Eröffnungder Universität. In einfacher Weise vollzog sich die Eröffnung der Universität Frankfurt a. M In der Aula fanden sich die Dozenten und die Stndterende.i ein. Rektor Prof. Tr. Wachsmuch schilderte in großeil Zügen die Eittstehung der Universität, deren Gründung vom Kaiser am 10. Juni vollzogen wurde. Daun verlad der Rektor die eingegangenen telegraphischen und brieslichen Glückivü»sche u, a. ein Glückwunschschreiben des Srrttusnrmifters vom 21. Oktober, das mit d"N Worten schließt: Ihre Aufgabe ist «S, geistige und sittliche Serie des Volkes mehren zu Helsen, ri„ Herzen den felsenfesten Glauben au die Zukunft des deutschcu Volkes." Tas Prosessarenkollegium hat an Herrn Adickes ein Schreibe» gerichtet, das den Wunsch zum Ausdruck bringt, es möge ihm befchiedcn lein, die Universität bald im Sonnenschein des Friedens gi voller Blüte henanmachsen zn sehen, worauf Herr Adickes erividerte: Ich suhl« di« Bedcutung Ihrer Worte in voller Stärke. Möge die Universität in aller Zeit blühen und gedeihen. Vereiuskaleuder. Donnerstag, 2 9. Oktober. Gieße». Abends 9 Uhr gemeinschaftliche Sitzung der Gewerk- schaftshauskommission, Preßkommission und der Vorstände des Kreiswahlvereins, des Wabloereins Gießen nnd sämtlicher Gewerkschaften. Das Erscheinen aller Beteiligten ist unbedingt erforderlich. Samstag, 81. Oktober. Lauierbach. Wahlverein. Abends 81» Uhr Verlämm- lnng bei Gastwirt Dietrich. Zahlreich erscheinen! Launsbach. Freie Tnrnerfchaft. Adends HS Uhr Versannmkmg. Alles erscheinen! Partei-Nachrichten. Die bayerische» Gemeiiidewahlen. Di« sozialdemokratische Partei Bayerns erläßt zu den bevorstehenden Gsmeindewahlen einen Ausruf, in icn, sie der Regierung nochawals energisch Vorhalt, daß es ein Unrecht sei» die Wahlen zu einer Zeit abzuhalten, tu der Abertausende von Ge- ineinbeivählcrn zur Verteidigung des Vaterlandes im Felde stehen. Die sozialdemokratischen Gcmeindewähler würden davon am stärksten betroffen. Besonders schivierig werde sich die Wahl in der Rheinpsalz gestalten, wo in allen Gemeinden die gesamte Vertretung auS dem Gemeinde«,! ausscheidet und Neuwahlen fiir süns Jahre zu erfolgen haben. ES heißt dann in dem Aufruf: „Kompro- m i f f e, die bei der Wahl nach dem Proporz schon technisch unmöglich sind, werden von unserer Partei ü b e ra l I a b g e l c h n t. Wir ivcrden d«n Wahlkamps selbstverständlich mit gebührender Betonung unserer Grundsätze in Ilebereinstimmung mit unserem Kom- niunalprogramn, so sachlich, aber auch so energisch wie möglich sichren. Ob i„ Gemeinde», die nach dcni NlchrheitSsystem wählen, Vereinbarungen mit den übrigen Parteien ermöglichen, oder ob solche zweckmäßig erscheinen, das ist von Ja bl zu Fall zu entscheide». Unter leinen Umständen aber dürfen Wahlverein,barun- gen ohne Zustimmung der Ga»i«i tungen abgeschlossen werden." Die Kommuiialwahlen in Württemberg. Den, Drängen zahlreicher Gemeinden und fast aller Part«,«» auf Schaffung eines gesetzlichen Auswegs zur Vermeidung der im Dezember fälligen Bürgerauoschußivahlen könnt« sich die Regierung nicht ganz widersetze,, Sie berief aber nicht den Landtag ein zur Schaffung eines Notgesetzes, sondern erließ die Bekanntmachung, daß sie eine Verschiebnna der Wahlen von Aufsichtswegen nicht beanstanden iverdc, wenn die Gemeinden di« Vornahm« der Wahlen im Dezeniber nicht für tunlich halten sollten. Einem solchen Verfahren steht die Gemoindeordnung strikte entgegen. Statt die Ge- mcindeordnung vor dem Dezeniber entsprechend abzuändern, was in einer halbstündigen Landtagssitzung möglich wäre, behält sich die Regierung eine spätere Regelung durch besonderes Gesetz vor. Dieses gegen die Verfassung verstoßende Vorgehen dürfte im Landtag, wenn er im Frühjahr schließlich doch Zusammentritt, noch zu Erörterungen führen. Ttadtverordnctkiimahlc» ohne Wahlkamps. Tic Haup tversamnilung des Sozialdemokratischen Vereins Groß-Kiel hat einem zwischen der Parteileitung und dem Biivger- vereinSausschuß getroffenen Abkommen zugeftimmt. Danach sollen di« bevorstehenden Stadtverordiictemvahlcn ohne Wahlkampf vor sich gehen unter Wahrung des bisherigen Besitzstandes. Sowohl von sozialdemokratischer ,vic auch von bürgerlicher Seite scheiden 5 Vertreter aus. In zwei Bezirken werden die Sozialdemokraten, tu den beiden andere» die Bürgerlichen die Kandidaten aufftellcn. so- daß nach der Wahl das alte Kraftverhältnis zwischen Sozialdemokratie und Bürgertum, nämlich: 24 :24, besteht. Wie wir erfahren, soll von einflußreicher bürgerlicher Seite in Kiel versucht werden, dahin zu wirke», daß es in ganz Schleswig-Holstein zu einem solchen Vergleiche kommt. In Altona ist schon rin Abkommen solcher Art getroffen worden. Zentrum und Burgfrieden. In Esten haben unsere Genossen bei der bevorstehenden Stadtverordneten,wolsi ein Mandat zu verteidigen, das sie vor sechs Jahren infolge eines Konipvomiffes niit den Nationalliberalen eroberten. Zwei Jahre später eroberten sie im selben Bezirk ein weiteres Mandat ohne Kompromiß, aber niit »ationalliberalen Stimnien i» der Stichwahl. 1010 kam ein liberal-uitramontanes Bündnis zustande, so daß unsere Genossen in de», Bezirk unterlagen. Dieses Bündnis wurde oor Kriegsausbruch zwischen Liberalen und Zentrum, erneuert. Tie Liberalen waren mit Rücksicht auf die Kriegslage geneigt, in das Abkomme» die Sozialdemokratie einzubeziehcn, um jeder Partes den bisherigen Besitzstand zu garantieren und einen Wahikanrp, zu vermeiden. Diese Absicht scheiterte an dem unbedingte» Widerspruch des ^jentrumns, das auf den Kampf nicht verzichte» will. Der Aufmarsch zu den schweizerische» Nationalratswahlen. Tie schweizerische Sozialdemokratie stellt zu den ErueuerungS- toahlen zum Rationalrat 21 Kandidaten aus. Darunter befinden sich die 10 bisherigen Fraktionsmitgliedcr, deren Wiederwahl durch ein Kompromiß oller Parieie» gesichert erscheint. Die beiden Kampskai,didaten für frcigewordene Sitze in den Kantonen Thurgau nied Basel haben sich eigentlich nicht niit Kandidaten der offiziellen bürgerlichen Parteien zu messen, sondern mit Kandidaten der loirtschaftspolitischen BernfSvcrbände unserer Gegner, die sich durch da? allgenieine Konipromiß nicht gebunden fühlen. Telegramme. TlWsbmcht des Wroficit ömiptmiiiiticrs. Belgische Verstärkungen in der Lchlacht am Kanal. Weitere deutsche Offensive bei Lille. Im Slrgonncnwald einige Schützengräben genommen. In Polen mutzten die Berbündeten zurück. W. B. Großes Hauptquartier, 28. Oktober vormittags. (Amtlich.) Tic Äiinipsc hei N i e » p o o r t - D i x m » i d c n dauern »och an. Tie Belgier erhielten dort erhebliche Verstärkungen. Unsere Angrisfe wurden fortgesetzt, lii englische Kriegsschiffe beteiligten sich am Kampfe gegen unseren rechten Flügel. Ihr Feuer blieb erfolglos. — Bei Npres ist die Lage am 27. Oktober »»verändert geblieben. — Westlich Lille wurde unser Angriff mit Erfolg fortgesetzt. Im Argon neu Walde sind lvicder einige feindliche Schützengräben gcnomincu Word:», deren Besatzung zu Gefangenen gemacht wurde. — Auf der übrigen West- front hat sich lvciter nichts Wesentliches ereignet. In Polen mutzte» die deutschen und österreichischen Truppen vor neuen russischen .Krästc», die von Jwangorod- Warschau Ncwogcvrgicwsk ovrgiiigcn, auswcichen, nachdem sie bis dahin in mehrtägigen Kämpsc» alle russischen Angriffe erfolgreich abgcwicscn hatte». Tic Russen folgten zunächst nicht. Die Loslösung vom Feinde erfolgte ohne Schwierigkeiten. Unsere Truppen werden sich der Lage entsprechend neu gruppieren. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze sind keine wesentlichen Aendcrnngen erfolgt. Der Kampf an der Küste. Rotterdam, 28. Okt. (YV. K. Nichtamtlich.) Ter Nieuwc Notterdainsche Courant ntclöet aus Breda: Gestern aus Ostende eingetrossene Reisende erzählen, daß die Tel,lacht bei Dirmniden-Nicuport noch an Heftigkeit zunimmt. Man hört fortdauernd Kanonendonner. Fast alle Bewohner Ostendes sind geflüchtet; man sieht ans den Straßen nur an ütc Front ziehende oder aus der Schlacht kommende ermattete deutsche Truppen, die in Ostende ausrnhen sollen. Auf diesem Teil der Front kämpfen fast ausschließlich deutsche S c e s o l d a t e n. Zuweilen taucht ein Kriegsschiff am Horizont auf, das dann unter Feuer genommen wird. Ostende hat unter dem englischen Geschühseuer sehr gelitten. Das Hotel „Majestic" ist schwer beschädigt worden, dagegen ist am königlichen Palais kein Schaden ange- richtet worden. Die Bewohner der Dörfer in der Umgegend sind meist geflüchtet. Tie Lebensmittel werden knapp, da alles für die deutsche Armee mit Beschlag belegt worden ist. Tiinkirchen bereitet sich auf die Belagerrnlg vor. Paris, 28. Okt. (Ctr. Frkst.) Dünkirchen bereitet sich auf die Bcilagerung vor. Alle überflüssigen Esser müssen den Platz verlassen. Wenn die Deutschen vorrücken, sollen sofort die Meerdämme durch st ochen und die ganze Gegend Unter Wasser gesetzt werden; nur ein drei Kilometer breiter Tiinenstrcisen soll erhalten bleiben. Angeblich wäre eine längere Belagerung nötig, um hier den Durchbruch zu erzwingen. Die Bevölkerung wurde schon mehrere Male von einer Panik ergriffen, beispielsweise als die Kunde kani, daß die Deutschen Cassel genommen hüten; daraufhin begann gleich ein Auszug. Es sind bereits mehrere „Tauben" über Dünkirchen geflogen: eine hatte ein Luftgefecht mit einem englischen Flieger und soll nach Gerüchten heruntergeholt worden sein. Ein Tagesbefehl des bayerischen Kronprinzen. Die München-Augsburger Abendzeitung veröffentlicht folgcu- bcn Armeebefehl, den Kronprinz Ruprecht von Bayer» als Kommandierender der 6, deutschen Armee an seine Soldaten gerichtet hat: „Soldaten der 8. Armee! Wir haben nun bas Glück, auch die Engländer vor unserer Front zu haben, die Truppen jenes Volkes, deffcn Neid seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen, ungeheuren Krieg zu verdanken. Darum, wenn cs jetzt gegen diesen Feind geht, übct Vergeltung gegen die feindliche Hinterlist fiir so viele schwere Opfer. Zeigt ihnen, daß die Denischen nicht so leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind. Zeigt ihnen das durch deutsche Hiebe von ganz besonderer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederherstellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf!" Ruprecht. Unser Rückzug in Russisch Polen. Der Berliner redaktionelle Mitarbeiter der Franks. Ztg. äußert sich über den im Tagesbericht des Großen Hauptquartiers gemeldeten Rückzug des deutschen und österreichi- schen Heeres wie folgt: Schon die gestrigen Meldungen sowohl der deutschen wie der österreichschen Heeresleitung haben darauf vorbereitet, daß bedeutende russische Verstärkungen die deutschösterreichischen Truppen zu einem strategischen . Rückmarsch veranlassen wurden. Das bestätigt nun die heutige Mitteilung aus dem Großen Hauptquartier. Aus dieser Mitteilung geht aber auch hervor, daß diese russischen Verstärkungen nicht stark genug gewesen sind, den Rückmarsch der Denischen und ihren neuen Aufmarsch zu hindern. Es hat sich nicht um einen Ruckzug vor einem verfolgenden Feinde gehandelt, etwa so, wie ihn die Russen in Ostpreußen haben vor Hindenburg antreten müssen. Der Rückmarsch ist nicht verursacht durch einen militärischen Mißerfolg, sondern er ist eine strategisch-operative Maßnahme. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die dcutsckj-östcrreichischen Truppen aus der neuen Stellung zu einer neuen Offensive Vorgehen oder ob sich dort ein langwieriger Stellungskampf entwickelt, wie er im Westen zur Zeit seit Wochen besteht. Zu irgendeiner Entmutigung bildet dieser Vorgang keinen Anlaß, am wenigsten einem Volke, das bisher den größten Krieg, den Europa je gesehen hat, im Osten und Westen auf .feindlichem Boden führt, und einem Volke, das in ernsten Stunden durch seine gewählten und berufenen Vertreter in Kundgebungen aller Art und in seiner gesamten Presse ohne Ausnahme gelobt hat und gelobt, durchzuhalten bis zum Siege und bis zu einem die Garantie der Dauer in sich tragenden Frieden. Ein solches Gelöbnis wäre leicht, wenn es sich imnicr nur um Siege und Sicgcs- nachrichtcn handelte. Es ist aber nicht schwer zu halten auch in Zeiten des Abwartens, wenn man sich nur immer die Frage vorlegt: Wie sieht es bei unseren Gegnern aus? Denn darüber kann ja kein Zweifel sein, daß aus diese die bisherigen Niederlagen und die enormen Verluste, die sie erlitten haben, und vor allem die Tatsache, daß die Kämpfe sich auf ihrem Boden vollziehen, viel, viel schwerer drücken, als auf uns das hartnäckige Ringen und die Zeit des Abwartens ans den endlichen Erfolg, an dem wir nicht zweifeln. Weitere Erfolge gegen die Serben. Wien, 28. Okt. (W. B.) Amtlich wird verlautbart: Am 24. dieses Monats habe» wir in Serbien neuerlich Ersolqc errungen. Dcr Ort Ravajc und stark bcsestiqte feindliche Stellungen a» der Dammstraßc nördlich Trnabartsch i» dcr Matschwa wurden nach starker feindlicher Gegenwehr von unseren Truppe» erstürmt. Hier- dei wurden vier Geschütze und acht Maschinengewehre erbeutet, fünf Offiziere und 500 Mann gefangen genommen und viel Kriegsmaterial erbeutet. Potiorck, Feldzeiigmcsster. Der.Hochverratsprozes; in Sarajewo. Tas Urteil gegen die Mörser ves österreichische», Thronfolgers. Sarajewo, 28. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Im Hochverratsprozeß ist folgendes Urteil gefällt worden: Die Auge- klagten Jlitsch, Veljko Tschnbrilowitsch, Nodo Kerowitsch, Jowanowitsch und Milowitsch wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Mitar Kerowitsch wurde zu lebenslänglichem schwerem Kerker, P r i n c i p , Tschebrino- witsch und Grabesch zu 20 Jahren, Vaso Tschnbrilowitsch zu 16 Jahren, Popowitich zu 13 Jahren, Kranjewitsch und Gjukitsch zu 10 Jahren, Stjepanowitsch zu 7 Jahren, Zagoratz und Perin z» 3 Jahren schwerem Kerker verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden fr ei gesprochen. Bekanntmachung. Tw nachstehendem, für di: anSgehobcnen Lamdsturmpslichtigen geltenden Bestimmungen bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, dm 22. Oktober 1014. Der Obcrbürgcrmcister: Keller. Bekanntmachung der für die ausgehobencn Landsturmpslichtige» gcliendcn Bestimmungen. 1. Fiir die auSyehvbeuon Landsturiupilichtigm gelten vom Tage der Aushebung an die für die Maunfchaflen der Landwehr sTccwchrj bestehenden Bestimmungen 2. Die aufgehobenm Laudsturmpslichtigeii trete:« in die Kontrolle der BczirkSscldwebcl des Haiiptmeldeamts Gießen, des Meldeamts AIS,seid oder der BczirkSkviupaWiic Schotten. Sie sind verpflichtet, jede Aufcuthaltsvcvändemiug i,iiierl>a>b 48 Stunden ihrer Konirollstelle auzuzeigcu und sich beim Verziehen in einen anderen Kontrollbrzirk bei dcr dortigen Kontrollstelle innerhalb 48 Stunden anzuiiicidem Die Meldungen können mündlich oder schriftlich durch den zur Meldung Verpilichteten selbst erfolgen. Bei schriftlichen Meldungen ist Datum und Ort dcr Geburt, sowie der frühere Wohnort und der Wohnort, für den die Anmeldung erfolgt, genau aiizugcbeu. Zlnviderharidlungen werden nach den Rnlitürgesctzcu bestraft. 3. Die nächste» militärischen Vorgesetzten dcr alcSgebildeteu LandsturmpflichtiUcn sind die Feldwebel des Hauptiucldeamts, deS Meldeamts oder der Bezirkskoiupgignic und der Bczirkskomman- dmr, sowie deren Stellvertreter. Die Riannschasiou haben dieust- IBefehlen ihrer Vorgesetzten, öffentlichen Aufforderungen und Gestellungsbefehlen unbedingt Folge zu leistm. Im drcust- lichm Verkehr mit den Vorgesetzten sind sie der militärischen Disziplin unterworfen. 4. Bei Anbringung dienstlicher Gesuche und Beschwerden sind die auögehobcinen Laudsturiupflichtigen verpflichtet, den vorige» schriebenen Dienstweg ci»,zuhalten. Gesuche sind an dem Bezirks- fcldwcbel der Kontrollstelle zu richten. Beschwerden dcni Bezirks- koinmaudeur vorzulragion; richtet sich die Beschwerde gegen diesen, so ist sic bei dem Bczivksadjutanlcn anznbriuzen. Tie Boschiv,rde darf erst an, folgenden Tage oder „ach, Berhüßung einer etiva verhängten Strafe erhoben und mutz innerhalb einer Frist von 5 Tagen angebracht werden,. 5. lieber etwa stattfi-ndende Kontrollversamunlungen ergeht besonderer Befehl. 8. Ausgehobene Landfturiupilichiige können ungehindert verreisen, haben jedoch dcr Kontrollstelle den Antritt der Reise und die Rückkehr zu melden,, sobald die Reise länger als 48 Stunden dauert. Bei jeder Abmeldung zur Reise hat dcr Betreffende ge„ Betrieben mit Erfolg tätig gewesen sein muß, zum sofortigen Eintritt. Angebote unter Beifügung von Zeugnisien und Angabe der I Lohuanspriiche sind zu richten an die Direktion dcr städtische,, s Elektrizitätswerke und Straßenbahn in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Eie., Gießen. Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt, G. m. b, H., Osfenbach a.M W ©rtraf in -er neuen Aula der Universität am Tonnerstast, vci» 29. Oktober 1914 abcnvs 8'/« Nhr pünktlich Gch. Hofrat Pro fest or Dr. E!l»s: Aus dk! Entwirtrlnttg dcr chemischen Ittdnffrre n Dentrchland und Guglottd. rum Kurien von Hinlerielienen der im Felde getallenen Glessener. Eintrittskarte» — eine ju 30 Pfg., zehn zu Mk. 2.S0 - sind in de» Luchhandlnngen von Ficcs, Sellcrswcg, Koch, Selterswc Legier, Südanlage, Schneider, istencnbäue, sowie Ernst Baiser, Mäusbu, und abends an der Kasse zu habe». (sin (iinjcljiutiitcr eventuell mit Kabinett sofort zu vermieten Schiffcrdergerwcg 2. Perfekte WtiÖjkiiANheriii empfiehlt sich Grabcnstrastc 0. Waffcrdichtc Klillvkßkl! !s Sill K)