Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargcbiete. LterbesÜIcb» Volks,eitun, erscheint leben Werktag Abend in » abends? Kd ii für die folgende Nummer in der Expedition ausgeden. Nr. 248 Gießen, Montag, den 26. Oktober 1914 9. Jahrgang Der Krieg. ng!?e rilsjische cplkiiiiifritticpi Kriege JKP ' I Bandervelde, der belgische Minister und Vorsitzende des Hnter- -asv tUlrmalen Tozialistisclzen Bureaus, richtete vor kurzem einen ter Voll- 11 ‘ÄS Ml thiidlitli, rkend. - 7. Koigem et wfstr. 5) lisch« :ttcn cn 5 1 'cf an die russische Sozialdemokratie, durch den er deren rstlltz in sür den Krieg zu erwarten bosfte, Dieser „offene f* nu r telegraphisch der gesamten russischen Presse zugegangen, dem ichon einzelne hervorragende russische Parteigenossen sich il r Auslandspreffe (ihre eigene Presse ist von den „Verteidigern M dt C Demokratie" unterdrückt und viele ihrer Führer sind einge- rg " 4 rts gegen den Vanderveldeschen Ausruf geivandt haben, ver I tllcht der „Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Rutz- --if “ (der sogenannten Majorttätsgruppe) eine Erklärung au !»lervelde, die lvon uns im Auszuge gebracht) in wörtlicher »rfetzung wie folgt lautet: Werter Genosse Bandervelde! I Durch russische Zeitungen ist der Inhalt Ihrer Depesche uns I int geworden und wir sehen es als unsere Pflicht an. Ihnen uf folgendes zu antworten: Tie russische Soz,-Dem, Arbeiter- :i kann dem Riesenkonflikt gegenüber, der die grösiten zivili- n Nationen gegencinander aufgebracht hat und der eine direkte e deo Weltimperialismus ist, nicht gleichgültig gegenüberstehen. wisien, dasi dieser Krieg anss tiefste das Interesse der Welt- kralie berührt, indein er einerseits die französische Republik, iclgische und die englische Demokratie dem deutschen seiidalen tarismus ansliefert und andererseits dazu beiträgt, in Ruß- die politische Macht der Romanoivschen Dynastie zu stärken ihre despotische Monarchie zu festigen, Gleichzeitig damit, daß russische Sozialdemokraten unser Augenmerk aus den anlidemo- schen Charakter einer prensiischen Hegemonie richten, dürfen auch nicht den anderen Feind der Arbeiterklaffe vergesien und der ganzen Demokratie: den russischen Ab so lut is- i. Dieser bleibt in seiner inneren Politik unverändert, In and herrscht dieselbe schonungslose llnterdrückung und dieselbe zeitlose Ausbeutung, Sogar jetzt während des Krieges, da hätte erwarten können, das; der Absolutismus vorsichtiger und grosimütiger hätte handeln miisieu, ist er seiner wahren Natur geblieben, denn er verfolgt wie vorher und iibt denselben 1 ans die Demokratie, aus die verschiedenen Nationalitäten lands und vor allem auf die Arbeiterklasse aus. Alle iazia- che» Zeitungen sind unterdrückt, alle Arbeiterorganisationen eiöst: Verhaftungen und Verbanuungeu ohne Untersuchung ohne gerichtliches Urteil finden inimer noä> statt, lind sollte Krieg mit einem vollständigen Sieg der russischen reaktionären termig schliche», ohne das; gleichzeitig eine Temokratisicrung _politischen Macht stattfändc, so wird diese Regierung auch nach n luh des Krieges ihre volksfeindliche Politik sowohl innerhalb auch auherhalb Ruhlands sortsctzcn, In diesem Falle kann sie Mittelpunkt und der Herd der weltpolitischen Reaktion werden. l»s diesem Grunde kann das russische Proletariat aus keinen > »ud unter keinen llmständcn auch mir einen kürzeren Wassen- klaiid ms, der russischen Regierung abschltehen, sondern sie muh I cr legliche »nterstiitzung versagen. Bei »ns kann davon keine 'e iein, die Lonaiiiät zu brechen, Fm Gegenteil, auch wir sehen ^"lcic Ausgabe an, den unversöhnlichen Kamps gegen die 'UM Regierung sortzusetze», vom Standpunkte der alten For- tugcn ans, die das russische Proletariat während der reoo enarcn Bewegung 1905 in so grohcr Einigkeit ausstellte und ii der Rassenbewegung der letzten 2 Jahre erneuerte, liniere Ausgabe mährend dieses Krieges, der Millionen von lern und Arbeitern in Anspruch nimmt, kann nur den Eindruck . * t 'i c dazu zu nützen, teils die Klasfcnorgauisation der ciicr und die Demokratie weiter zu entwickeln und zu stärken, ' llanze Volk aufzuklären, wodurch unsere Forderungen * ' f, d)tct verwirklicht werden könne». Unsere Losung . bisher die Einberufung einer souveränen nationalen lammlung, eines Kongresses. Auf dieses Ziel arbeiten bim eben um das Interesse der Demokratie, von dem Sic in :r Depesche reden,, zu verteidigen. — Tic russische Sozialdemo- c nimmt einen bedeutenden Platz in der Wcltdcmokralie ein; tc für die Ideale und für die Fntcresien der Demokratie t>t. so tragt »e also a„ch dazu bei, deren Macht und Unterbau tarkeu, o.'tr glauben daher, gerade im Interesse der Welt- 'kratie, das uns so sehr am Herzen liegt, handeln zu sollen, in Rußland herrschende Absolutismus ist eine Stütze des lonären Militarismus in Europa: er ist cs. der die Hegemonie lchlands ermöglicht hat und er ist der schlimmste, drohendste d der Demokratie. Auch die Zukunft unserer sozialistischen cgnng müssen wir im Auge halten. Nach dem Tchlnh des ges kommt eine Zeit, da die demokratischen Kräfte rasch ent- lt lUCtÖCll ntiiffcn. PlPV illft hrtttn mirS Sie% vonfttn'inrP 'liCr dp-ktbriä \c 5 . 23. werden muffen. Aber just dann wird die reaktionäre Rc- >ng Ruhlands, wenn sie siegreich vor uns steht, mit gesteigerter t und Ansehen das größte Hindernis siir eine demokratische oialung darstellen, — Wir scheu cs deshalb als unsere Pilichi er tetzsgen Stellungnahme der russischen Regierung im Fn- «n. H i.i’ c r 1 1 * 11 f f i i 4 c it Freiheit cntgcgcuzutreten Zn * i p"ch der ganzeu Aeltdemokratie förderlich sein, ^ ^ „ "pfst uns ebensosehr am Herzen wicallcn anderen ■ öiir* i Arbeiter-Internationale, Dieses Fntcreffc kann W ? a8 . russische Zarentum gefördert werden, sondern nur > uig! 0a H öic demokratischen Kräfte Rußlands gesteigert und L> (ir ,,S et ° en : — Aus allen hier genannten Gründen scheu wir ™, 1 „ historische Ausgabe an, gegen das herrschende Re- na di i und für die Verwirklichung der revolutionären «ragen zu kämpfen. Nur durch eine solche Haltung P|, ' , ' .»LU flu luiuy |LII. »tut VlUU) mit IVIUJt - " srrw r Arbeiterklaffe Rußlands, der Wcltdeinokraiic und ' „.".Internationale dienlich sein. Air sind fest davon hi /'in J bas Ergebnis dieses Krieges ein solches sein wird, 'Auwl und Bedeutung der sozialistischen Internationale &enn 6ie uoch übrig bleibende Bevölkerung wird getrieben werden, die einzige Rettung aus dem Schrecken des Militarismus und Kapitalismus in der Verwirklichung unserer sozialistischen Ideale zu juchen, Ter Vorst, d, ruff, soziakist, Arbeiterpartei sMaiorilätsgruppej," Diese treffliche Erklärung sollte besonders von vielen Draus- gängcrn des neutralen Auslandes beherzigt werden. Sie spricht für sich selbst. Tie Taten der „Emden". Englischer?lergcr. Der Erchsn.ic Tolegraph meldet ans E o l o m b o: Der Schaden, den die „Emden" der englischen, Kaussahrteislottc lxibrachlc, wird aus ungefähr zwei Millionen Psund geschätzt (10 Millionen Mark), Tie Tätigkeit der „Emden" erweckt, obwohl sie äußerst ärgerlich ist, bei dem englischen Volke eine gewiffc Beivnndtrung, insbesondere da de:r Kominemdant. deffcn Tapserkeit und Unerschrockenheit unbcziveisclbar ist, bei jeder Gelegenheit Menschlichkeit und Riitterlichkeit bewiesen hat. Jedoch herrscht in der ganzau biitischcn Marine das allgiemeiti« Gesichl, daß die Zeit nahe sei, ivo ivirksani« Maßnahmen sür die Aegnahm« dr-s Schisses getroffen ivcrdcii. Die Times schreibt: Der kühne deutsche kleine Kreuzer „Emden" ist wieder erschienen, dieses Mal in der Arabischen Tee, und hat eine gute Bcute gemacht, die au Touuciig.halt den Aert der vorn der „Emden" in der Bucht von Btiigaheu gemachten Beute nach übertrisst. Die „Ein den" versenkte diesmal f ii in f Schiffe, daruntier ein ganz ncues der British East Fndia Eompann, ein großes, mit Kautischuk und Zinn beladcnies S«l>isf der Holt-Lini« und ein ircrivolles Baggerschiif, Tie beschlagnahmte ferner das mit Kohle beladene Schilf „Lrsord", um ein verloretpeS Kohienichisf zu ersetzen. Das britische Publikum ivar bisher geneigt, die Kranz fahrt der „Emden" mit ^kminsement und Toleranz zu betrachten, besonders, weil die Lkstziere sich wiadetchott als „so gute Sportsloutc" erwiesen haben, Die Zeit ist aber gekommen, die Admiralität zu sragen, ivann sie beabsichtigt, der kecken Lausbahn des Kreuzers „Emden" ein Ende zu machen. Sein Austreten an der Küste von Eovomandel hat Birma abgcschnitten und den Handel Kalkuttas gelähmt, cs hat England über ctutc Million Pfund Sterling gekostet. Das Aiedererscheinan des Kreuzers bedeutet den direkten Verlust eiucr zweiten Million, so daß wir in wenigen Wochen nahezu den Preis für einen Dreadnought verloren l>abcn. Die „Emden" ist sernar vcrantwottlich für die gegenivärtige hohe Versich.ernngsratc sür Rouden nach dem Orient. Sie kann uns eventuell den indischen Postdianst unter- brechen. Air wünschen nicht, die gegenwärtig« Tendenz mitzu- inachen und hör,gestellte Seeleute anzuarcifen. aber mir müssen ein« wachsende Unzufriedenheit mit den Maßiiahnicn der Admiealt- tät rerteichnien. Es besteht allgemein das Emptindcn, daß die Ad- niiraliiät den Anforderungen aus der hohen See nicht genügend« Aufmerksamikrit schenkt. Eine 'atmphibische Krisgssührung mag An- ziikhungskrrst besitzen, aber wir ziehen es vor, daß die Flotte sich vor allen Dingen mit dem Ozean beschäftigt. Die Nation ist gleichzeitig nt i ß g c st t m in t, zu sehen, daß so viel« deutsch« Kreuzer noch ungestört di« M « e r e d u r ch t a h r c n , und daß das nt.it fo nie! Reklame geschaffen« Pünenseld das Erscheinen feind- l j ch c r Unterseeboote bei Ostende nicht verhindert hat. Die Nation fürchtet, daß bei der Admiralität die Tendenz herrscht, ihre Tätigkeit zu sehr zu zersplittern, und sie würde den Nachweis begrüßen, daß di: Admiralität sich ausschließlicher aus ihre ctgeirt- lichen Aufgaben konzentriert. Was soll Nilkttätlie,, tun? Tie Haltung Rumäniens im gegenwärtigen Weltkrieg ist von nicht geringer Bedeutung: wie in Bulgarien, läßt Rußland deshalb auch Rumänien reichlich die Rubel rolle», um Rumänien zum Anschluß an den deutschfeindlichen Bund zu bewegen. Die Regierung des verstorbenei, Königs entschied sich für Neutralität und in den ersten Regicrnngstnndgcbuiigen unter dem neuen König wurde versichert, daß man an der alten Politik fcsthaltcn ivolle. Aber in gcwiffcn rumänifchcn Kreisen vcrfcblk das russische Liebcswerbcn und der russische Rubel seine Wirkung doch nicht. Ein ungenannter rumäuischcr Politiker hat daher vor einigen Wochen ein Schriftchen erscheinen lasieut „Was soll Rumänien tun?" fSoeben in deutscher llcbcrsctzuug bei Karl Curtius, Berlin \V. ;}5, erschienen), in dem er dringend vor dem Anschinsi an Rußland warnt. Er faßt seine Tarlegungeit im Schlußlapitel wie folgt zufammen: „Aus diesem Kriege wird ohne Zweifel eine neue Gruppierung der europäischen Staaten erfolgen, und zwar: Entweder wird Rußland besiegt, und dann wird ihm die Einbruchsstraße zu uns und zum Mittelländische» Meere für lange Zeit sweii» »ickü für immer) versperrt: oder Rußland wird Sieger bleibe», und daun werden alle Länder und Völker Europas die in die „slawische Zone" bis zum Adriatischcu Meere, Tirol und de» dcutschcn Grenzen fallen — unter den Einfluß Rußlands kommen, welchem bald die russische Herrschaft folgen wird. Im ersten Falle wird das Rumänentum nicht nur im Besitze seines heimatlichen von den Urvätern geerbten Bodens bleiben, sondern auch seine historische Mission von zwei Jahrtausenden bewahren: eine wiedcrerwachte lateinische, von der slawischen Nebcvflutuna gerettete Kultur zu entwickeln, eine „römische Schild,vache" der abendländischen Kultur in den Karpathen, am Tnjestr und an, Schwarzen Meere — gegen den Uebcrfall der asiatische» Barbarei sein. Im zweiten Fall wird über kurz oder lang alles überschwemmt werden, und kan» alles verschwinden: geschichtliche Mission, römische Schildwachc, lateinische Kultur und der rumänische Volkstamm. Der Sieg Rußlands im Name» des Panilawismus und an der Spitze der -asiatischen Volksschwärme bedeutet die nahende Todesgefahr des rumänischen Volksstammes. . . . Mögen wir mit ihm gehe», mögen wir ihm noch soviel Hilfe leisten, möge cs uns nach dem Siege noch soviel Lohn versprechen oder geben — alles wäre von kurzer Dauer, alles würbe von seinen besonderen Trieben und von seiner und seiner Völker Feindschaft gegen die ganze abendländische Kultur ans romani», scher, lateinischer Grundlage, vcrnichlet werden, Deutschland, das mit starkem Herzen und gestählter Brust, vor diesem asiatischen Einsall in neuer Form steht, erfüllt den riesenhaften Berus des Verteidigers der europäischen Zivtli. salion, . . . Es ist eine große Sünde, cs ist ein sllrchtcrlichcs Verhängnis, daß dieser Einfall sdcr Ruffcn) von einer so gebildeten, reichen und edlen Nation, wie die französische, nnterstiitzt wird, die vom Siege, siir den sie jetzt alle ihre Kräfte an Menschen und Rcichinin cinsetzi, nur große und schwere Verluste in einer sehr nahen Zukunft zu erwarten hat, , , . Tic Riimänen sind nickst fähig, einen solchen Fehler zu begehen. Wir wissen, wer die Russen sind. Wir haben sic des öfteren in unserem Lande gehabt, das sie als „Protektoren" besetzt halten: wir haben sic als Nachbarn: wir haben sic als „Verbündete" gehabt, und wir haben sic sogar aus großer Not mit unserem Blute gerettet: wir hatten eine große und schöne Provinz, die sic »ns genommen und seit einem Jahrhundert beherrschen, Wir kennen sie, wir wiffen, ivie sic sind, aber die Franzosen kennen sie nicht. Tie haben jetzt mit ihnen eine vorübergehende Verbindung, die sic viel, sehr viel kostet, aber sic können cs bczalstcn. Wir aber können den Sieg ihres Biindniffcs nicht mit der Zukunft und mit dem Leben unseres Volksstammes bezahlen. — Das verstellt nickst nur jeder ßlumänc, sondern jeder richtig urteilende Mensch, Nein! Rumänien kann nicht mit Rußland gehen, um Deutschland nicderzuwcrsen," Runräilien bleibt neutral! Bukarest, 23. Zit. Wie bei dem Regierungsantritl: eines nouen Königs üblich, hat der Ministerpräsident dem .stönig die Demission des gesamten Kabinetts angeboten. Ter König hat darauf mit den Präsidenten beider Kammern Beratungen gepflogen und sodann die Dentission abgclehnt^ sodas; das Ministerium Bratianu in der bisherigen Zu», sammensehung weiter am Ruder bleibt. Das will besagen^ daß die bisherige auswärtige Politik der loyalen Neutralität auch weiter fortgesetzt wird. Diese Politik ist auch bisherj unter der Ministcrpräsidentschaft Bratianus mit aller Festigkeit und gegen gegnerische Ströinungen in der Presse und öffentlichen Meinung, die auch von einigen Politikern genährt werden, auf das entschiedenste durchgeführt worden. Sie ist nunmehr erleichtert durch die neue Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Eikke persische Note au Rusiland. Zürich, 23. £ft. (titr. Frkft.) Tie persische Regierung überreichte der russischen Gesandtschaft in Teheran eine Note. Persien verspricht darin strenge Neutralität, fordert abcr^ ffitthland aus, die russischen Truppen aus der militärisch be» setzten Provinz Aserbeidschan znrückzuziehen. Ucber die österreichisch-ungarische Heeres- * organisation bestehen in Dentsehland einige weit verbreitete Jrrtiimcr, die noch dadurch vergrößert werden, daß gewisse Ausdrücke und Bezeich-^ uungcn in beiden Ländern eine durchaus verschiedene Bedeutung haben, Tics trifft vor allem auf die Landwehr zu. In Deutschland ist die Landwehr die Zusamniciifaffung der älteren Jahrgänge gedienter Maiinschgftcn, die aus der Reserve in die Landwehr überircien. Während also in Deutschland der Landwehr nur Leute angehörcn können, die mindestens einige 30 Jghre alt sind und während cs hier im Frieden Landwehrtruppcnverbändc nicht gibt, ist in Oesterreich die Landwehr und in Ungarn die Sonved eine aktive Armee mit allen drei Hauptwasfcn, Trüben gab eS auch im Frieden stets aktive Landwehr- und Honvcdrcgi- mcnter und alljährlicki bei der Affenticrung lMusterung) wurde das gesetzlich festgestellte Kontingent genau so wie zur „Linie", zur gemeinsamen österreichisch-ungarischen Armee, auch zu den beiden Landwehren ausgchoben und in sie eingereiht. Bei den Landwehren war die zweijährige Dienstzeit schon seither eingesühri als bei dem Heere, Dieses führte in allen seinen Teilen die Bezeichnung „Kaiserlich und Königlich", abgekürzt „K. u. k," — wie übrigens alle Oesterreich und Ungarn gemeinsamcii Einrichtungen und Behörden auch, z, B, das Reichskriegsministerium, das Miiiistcrium des Aeußeru und des Kaiserlichen Hauses und das Lieichs-Finanz- iiiinisterium, dem auch die Verwaltung Bosniens und der Herzegowina untersteht. Die österreichische Landwehr dagegen ist, wie alle Institutionen der zisleithanischcn Hälfte des Reiches „Kaiserlichköniglich". abgekürzt „K. k," — ohne das „u" dazwischen. Die Honved, die ungarische Landwehr, ist „Königlich-ungarisch", oder in der ungarischen abgekürzten Schreibweise „Mag, Kir," Die Kommando- und Ticnstsvrachc ist in der Armee und Marine und in der Landwehr deutsch, in der Honved magyarisch. Der Generalstab in Wien ist für die gesamte bewaffnete Macht zuständig, also auch für die beiden Landwehren, die aber im Frieden jede ihren eigenen Oberkommandanien haben und direkt nicht dem Kriegs,ninistcrium. sondern den beiden LaudesvertcidiguugSmini- sterien unterstehen. Die Landwehren und der Landsturm können nach dem Gesetz nur mit Zustimmung des Parlgments ihrer Reichs- häiftc anßcrbalb ihres Landes verwendet werden. Diesmal hat eine Kaiserliche Verordnung die Zustimmung des österreichischen Reichsrats ersetzt, Tie Landsturmpflicht geht bis zum 42, Jahre, die Pfiicht zu Kricgsleistniigen bis zum 50. Kriegsgefangene als Landarbeiter. Was befürchtet wurde, ist eingctroffen. In Ost- und Westpreuhcn werden zahlreiche Kriegsgefangene auf den Gütern als Landarbeiter beschäftigt. Die Vermittlung der Gefangenen hat die LandwirtfchaftSkammcr übernommen. Landwirte, die Kriegsgefangene beschäftigen wollen, müssen sich an den Landrat wenden. Transporte unter 30 Personen werden nicht abgegeben, sodaß die kleinen Besitzer Kriegsgefangene zur Arbeit nicht erhalten. Es sind bereits eine Reihe Trupps von 30 Mann in Begleitung von je drei Land- sturmmännern als Bewachung aus einzelnen Gütern cinge- troffen. Auf dem Sierakowskischen Gut in Groß-Waplitz bei Christburg müssen die Gefangenen für die Verpflegung fünf Stunden arbeiten; für jede weitere Stunde erhalten sie 10 Pfennig. Tie Gutsbesitzer haben damit also sehr billige Arbeitskräfte erhalten. Im Osten ist freilich Arbeitermangel, doch im übrigen Deutschland sind hunderttauscnde Menschen arbeitslos, von denen ein Teil zweifellos in der Lage und auch jederzeit bereit ist, auf den Gütern im Osten zu a» beiten, wenn ein einigermaßen befriedigender Lohn gezahlt wird. Und die Landwirte können heute gewiß anständige Löhne gewähren, da sic für ihre Produkte sehr hohe Preise erhalten. Die Beschäftigung der Kriegsgefangenen als Land- arbeiter bildet eine schwere Konkurrenz für die deutschen Arbeiter. Es gibt im Osten auch für Kriegsgefangene andere Arbeit genug. Hier können große Sümpfe trocken gelegt werden; auch können die Gefangenen mit der Festlegung der Dünen beschäftigt werden. Das sind Kulturaufgaben, die man bisher nicht bewältigen konnte, weil es an der genügenden Zahl billiger Arbeitskräfte gefehlt hat. Nichteinbentfurig des Landsturms im rheinische» Industriegebiet. Das stellvertretende Generalkommando des 7. Armeekorps teilt nach der Kölnischen Zeitung mit, von der allgemeinen Einberufung des Landsturms im Bereich des 7. Armeekorps werde nach wie vor abgesehen, da die gewaltige noch zur Verfügung stehende Anzahl von Rekruten und Landwchrleuten dies nicht erfordere. Bisher konnten nicht einmal alle freiwilligen Landstiirmer eingestellt werden, nur die Offiziere und Sanitätsoffiziere sowie Angehörige von Spczialwafsen werden in geringem Umfange einberufcn, und zwar nur nach Bedarf. Im Kampfe gegen Ruffland gefallen. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz siel nach einer Meldung unseres Königsberger Parteiblattes am 10. Oktober auch der Königsberger Landgerichtspräsident Hugo Schubert. Er kam vor zehn Jahren als Landgerichts- Direktor nach Königsberg, wo er durch die Leitung der Haupt- Verhandlung des Königsberger HochverratSprozcsses sowie 'durch spätere Sozialistenprozesse bekannt wurde. Schon vor- .her hatte er als Staatsanwalt in Erfurt heftige Reden gegen die Sozialdemokratie gehalten. Der Königsbcrger Prozeß wegen Hochverrats gegen das russische Reich, Zarenbeleidigung und Geheimbündelei wurde im Interesse des russischen Staates geführt. Jetzt ist Landgerichtspräsident Schubert im Kampfe gegen Rußland gefallen. Leina» oder Lehman»? Der Saalezeilunq zufolge finden Ermittelungen statt, ob der kn Magdeburg gefangen gefetzte Kommandant von Lüttich, General Leman, identisch sei mit einem nach 1870 desertierten Feldwebel Heinrich Lehmann aus Herzberg, im Regierungsbezirk Merseburg. Ein wachthabender Soldat, ein Mitglied der Merseburger Familie Lehmann, sprach infolge außerordentlicher Achnlichkeit mit seinen Familienmitgliedern diese Vermutung aus, der jetzt die Behörden nachgehcn. Nicht nach Metz reifen! Metz, 23. Okt. W. Ii. (Nichtamtlich. Vor dem Zuzuge Aach dem Festungsbereich Metz wird von militärischer zuständiger Stelle dringend gewarnt. Arbcitsgelegen- heit ist nicht vorhanden. Alle unnötigen Besuche sollen unterbleiben. Ausländer bedürfen schriftlicher Genehmigung des Militärpolizeimeisters. Reichsdeutsche von außerhalb bedürfen Reisepasses oder Passierscheins der zuständigen Behörde ihres Wohnortes, bei mehr als drci- rägigem Aufenthalt außerdem schriftlicher Erlaubnis des Militärpolizeimeisters. Asraja. 7r Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 95 Dann kam die Dunkelheit und wenn der Mond herauf- rog. im leisen Windzug die Flut, wie von Geisterhand gefaßt, an silbernen Kaskaden an dem Gestein aufsprang und das kleine Fahrzeug vor sich hcrtricb, legte er die Schalten fort und saß traulich sprechend und scherzend bei Jlda und Hanna. Die Zither klang dann süß und leise über die schweigenden Wasser und Lieder flogen darüber hin, bei deren Schall die ormcn Fischer und ihre Frauen aus dem Schlafe erwachten und wohl meinten, die Meerweiber und Trollen stiegen auS ihren Krystallpalästcn und Grotten und schaukelten singend auf den Wellen. Während dieser schönen Tage konnte es nicht fehlen, daß Marstrand bald mit Jlda, bald mit Hanna stundenlang auch allein war, aber er mochte so wenig dann von seinen eigenen Angelegenheiten sprechen, wie an anderen Verhältnissen rütteln, die von Zeit zu Zeit plötzlich, allen Dunst zerstreuend. ernsthaft genug vor ihn hin traten. Endlich jedoch, als er einst mit Hanna in der Laube saß, fragte er mit halblauter Stimme, ob die Herzen der beiden Verlobten sich ge- nähert hätten? „Sie fragen mich nach meinem Herzen?" antwortete (Hanna, nachdem sie geschwiegen und die Nadel eingefädelt chatte. „Was ich je davon besaß, liegt im Meere und kein Fischer holt cs je herauf, mag seine Angel auch tausend Haken haben." „Haben Sie nichts seither aus dem Süden gehört?" sfuhr Marstrand fort, indem er einen anderen Gegenstand berührte. „Weniges", erwiderte sie. „Vor zwei Wochen kam eine Schlü'pp nach Tromsö und brachte einen Brief meines Vaters tznii einem anderen von meinem Bruder, der jetzt wieder in Der Kampf in Westslanderir. Amsterdam, 21. Okt. (Ctr. Frkft.) Telegraaf meldet: Der Kampf in Westslanderir dauert längs der ganzen Front fort, die nördlich Rousselaerc anfängt, dann ungefähr über Thour- hout läuft und an der Küste zwischen Ostende und Nicuport endet. Am Donnerstag abend ist in Brügge wiedcruni ein Zug belgischer und englischer Kriegsgefangener eingcbracht worden. Eine War,»mm an die Franzosen. Gens, 21. Okt. (Ctr. Bln.> Tic hiesigen franzoscnfreund- lichcn Blätter, >oic die Gazette de Lausanne, warnen die französische Bevölkerung ebenso sehr vor überschwenglichen Hofs nuugcn auf englischen Zuzug, wie ans kleinlichen Fanatismus anläßlich der Tatsache, daß die deutschen Stellungen in Aordsrankreich stischen Zuzug in Stärke von 12 Armeekorps (?) erhalten hätten. Eine Verschleierung helfe gegen diese Veränderung ans dem Kriegsschauplatz nichts. Englische Kriegsschiffe an der belgischen Küste. Kristiania, 21. Okt. (Ctr. Frkft.) Aus London wird amtlich gemeldet: Auf Ersuchen der Chefs der verbündeten Heere hat die Admiralität eine Flotille, die mit einer großen Anzahl starker Kanonen bestückt war, an die belgische Küste entsandt. Am 19. Oktober ist die Wcstflanke der Deutschen ohne Unterbrechung bombardiert worden. Es wurde dem Feinde bekanntlich erheblicher Schaden beigebracht, hingegen war der den Schiffen zugefügte Schaden gering. Damit ist der belgischen linken Flanke eine bedeutende Unterstützung gewährt worden. Der belgische Staat bankerott? Der belgische Staat soll nach dem Berliner Tageblatt sämtliche Zahlungen, und namentlich die Zahlungen für die Eonpons dcr Tlaatsschuld, eingestellt haben. Die deutsche Regierung ziehe vom 1. Oktober ab die belgische» Steuern für ihre Rechnung ein. Die Untersuchung über Löwen. Berlin, 21. Okt. (Ctr. Bln.) Einer Brüsseler Meldung des Lokalanzeigers zufolge ist jetzt die gerichtliche Untersuchung über die Vorgänge in Löwen abgeschlossen. Es steht darnach fest, daß die Löwcncr Bevölkerung am 25. August durch Raketensignale mit den aus Antwerpen ausfallenden Truppen in Verbindung gestanden, daß Zivilisten von Dächern und aus Fenstern zuerst auf die durchziehenden Truppen geschossen und daß sie somit die Schuld an den Vorkommnissen ganz allein sich selbst zuzuschreiben haben. FremdeLtrcitkräste an der norwegischen Küste Stockholm, 21. Okt. (Ctr. Frkft.) An der norwegischen Südküste werden Anzeichen fremder Scestreitkräste beobachtet. Ucber dein Ekcsund kreuzte ein unbekannter Aeroplan, in der Bucht von Jaederen wurden zwei oder drei fremde Unterseeboote gesichtet. Die bösen Unterseeboote. Haag, 21. Okt. (Ctr. Frkst.) Aus London wird über die am Sonntag erfolgte Vernichtung des Dampfers „Glitra" durch ein deutsches Torpedoboot au der norwegischen Küste berichtet: Das Unterseeboot „U 15" befahl der „Glitra" zu halten. Fünf Mann kamen an Bord und befahlen, die englische Flagge hernntcrzuholen und RctMngsboote auszusetzcn. Der Kapitän durfte nur die Schiffspapiere mitnehmcn. Die Rettungsboote mit der Mannschaft wurden ins Schlepptau genommen. Drei Leute des Unterseebootes durchsuchten die „Glitra" und ließen sie dann sinken. Die Mannschaften mußten nach der norwegischen Küste rudern und wurde» später durch ein Rettungsboot an Land gebracht. Diese erste Aufbringung eines Schisses durch ein Unterseeboot hat in ganz England peinliche» Eindruck hcrvorgerusen. Man er- geht sich in Vermutungen, wie es möglich war, daß sich ein Unterseeboot soweit von seiner Basis entferne» konnte. Bulgariens Tcmahme am Krieg. Budapest, 24. Okt. (Ctr. Bln.) Der Pestcr Lloyd meldet ans Sofia: Immer dringlicher wird hier der Wunsch nach einer aktiven Teilnahme Bulgariens am Kriege zum Aus- druck gebracht. Mit großer Aufnierksamkcit werden die Vorträge jener bulgarischen Journalisten und Abgeordneten an> gehört, die von ihren Deutschlandrcisen zurückkehren. Die Siegeszuversicht der Zcntralmächte erregt großes Aufsehen. Der Ministerpräsident Radoslawow hatte eine Unterredung mit dem Professor Adolf Strauß aus Budapest. Die zh ständige Unterhaltung war durchweg politischer Natur. Hs auf empfing der Ministerpräsident den deutschen Gejand Michaelis. Griechenland „gliedert an". Turin, 21. Okt. (Ctr. Frkft.) Die Stampa erfährt iij Pari aus Tnrazzo, daß der albanische Epirus der griechisz Provinz Jania angcgliedert worden sei. Eine offizielle z siätigung liegt noch nicht vor. Eine mißglückte Beschießung. Rom, 21. Okt. (Ctr. Frkft.) Mehrere englische » französische Torpedojäger verfolgten und beschossen gesst vergeblich unweit Punta d'Ostro (Einfahrt in die Bucht « I Cattaro) ein österreichisches Torpedoboot, das unter n>> samcn Schüssen auf die Gegner durch ein vorzügliches ii kühnes Manöver ihnen entging. Höchstpreise sür Getreide. Ter Bundesrat beriet am Freitag über die gesehli Festlegung der Höchstpreise für Getreide und Futtermit Wie das Bcrl. Tageblatt erfährt, ist beantragt, den Höh preis für Weizen auf ungefähr 250 Mk. und den Höchstpr für Roggen auf 225 Mk. festzusetzen. Die Verträge, die höheren Preisen abgeschlossen sind, sollen durch die Höä preise nicht tangiert werden. Deutsche Fortschritte in der Schlacht am Kan Kleine Erfolge in den Argonnen. Russische Angriffe zurnckgrworsen. W. B. Großes Hauptquartier, 24. Okt., nt tags (Amtlich.) Die Kämpfe im Dscr-Ntzrcs - Kana Abschnitte sind außerordentlich hartnäckig. Im Rort gelang es uns, mit erheblichen Ärästen den Kanal zu üb schreiten. Südöstlich ?)pres und südwestlich Lille dranc unsere Truppen in heftigen Kämpfen langsam weiter v O st e n d e wurde gestern in völlig zweckloser Weise von ei lischcn Schiffen beschossen. Im A r g o n n e n w a l d kamen unsere Truppen eb> falls vorwärts. Cs wurden mehrere Maschinengewehre beutet und eine Anzahl Gefangener gemacht. Zwei sran fische Flugzeuge wurden hier heruntcrgcschossen. Nördl T o u l bei F l i r e y lehnten die Franzosen eine ihnen v uns zur Bestattung ihrer in großer Zahl vor der Front liegt den Toten und zur Bergung ihrer Verwundeten angcbotl Waffenruhe ab. Westlich Augnstow erneuerten die Russen ihre 2 griffe, die sämtlich abgeschlagen wurde». Deutsche ttnterseebootcrfolqe bestätigt. W. B. '-Berlin, 24. Okt. (Amtlich.) Die bereits »ichiaml t gemeldete, am 13. Oktober vormittags erjolgte Vernichtung I englische» Kreuzers „Sawke" durch ein dc»t(ck»r6 Unterseeboat, w hierdurch amtlich bestätigt. Das llutersccboot ist wohlbehalten zur - gekehrt. — Am 20. Oktober ist der englische Dampfer „Glitra" ! der norwegische» Küste von eincin deutsck»en Iliitcrsceboote du Ocssne» der Ventile versenkt worden, nachdem die Besatzung Aussordcrung das Schiss auf den Schisssboote» vertage» hatte. Der stelloertretend: El,cf des Admiralstabs v. Behnke. tingeti Ztttltitl injolfl! der 6t »amen ivalim Beruß marste Umsan Ra» ge die I» monat genamt »ach de I» Reta Ao»al! Rilglit bei i 6t»e Halle», mieStt lliebe Staat! in and wlentl ipenale «argen und äl aus 6 üiugen arbeite! In Portugal herrscht die Pest. Amsterdam, 24. Oktbr. (Ctr. Frkst.) Das Hanbch blad bemerkt zu dem Wölfischen Telegramm, daß in w- tugal mehrere Fälle von Lungenpest oorgekommen « folgendes: Aus inzwischen erhaltenen spanischen Zeiv gen geht hervor, daß schon am 11. Oktober durch den 2« spektor des Gesundheitsdienstes der spanischen Grenzprom Badajoz der Regierung in Madrid berichtet wurde, d« die in Lissabon herrschende Epidemie Lungenpest sei ui daß sie einen sehr ernsten Charakter trage. Diese se emsthaste Nachricht ist nun deshalb wichtig, weil sie n turgemäß von großem Einfluß auf die Haltung Portuga im Weltkriege ist. Sie hat in der jetzigen Zeit mehr a vierzehn Tage gebraucht, um Holland zu erreichen. Die Schlacht am Kanal. Amsterdam, 24. Oktbr. (Ctr. Frkft.) Der Telegio meldet von der Grenze: Die Belgier kämpfen mit größt ttaiader «ttteibe lnutnt »mit N In». Ms! te«ti ll '»!> tutb I I Bergen ist. Mein Vater gab mir seinen Segen zu allen meinen kindlich guten Entschlüssen, mein Bruder schrieb mir, daß er bedauere, nicht zur Stelle gewesen zu sein, als man mich, wie er ineint, init Zwang fortgeslblcppt habe. Auch daß er mich nicht begreife, stand darin, wie ich Björnarne heiraten könne, und wenn mir irgend Gewalt drohe und ich ihm ant- Worten wolle, würde nichts ihm zu schwer, nichts zu teuer sein, um mir zu helfen! Ter gute Christian hat mich immer zärtlich lieb gehabt, aber er begreift gar vieles nicht." „Und was haben Sie ihm geantwortet?" „Was sollte ich ihm antworten? Ich habe einen Zettel nach Tromsö geschickt, der mit der Schlupp zurückgeht. In dem Zettel steht: Sei ohne Sorge, inein Christian, ich bin Bsörnarnes Verlobte aus freiem Willen, in großer Treue und sehne mich nach dem Tage, wo Hclgestads Sohn mein Gatte sein wird. Tann konnnen wir zu Euch nach Bergen, wo du selbst sehen magst, wie es mit mir steht." „O Hanna!" murmelte Marstrand. „WaS soll dies warnende Wort, mein Freund Johann?" erwiderte sie. „Mein Leben ist an das Leben Björnarnes gefesselt und was geschrieben steht, muß erfüllt werden. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen. Mir nahm er und gab er. Und was sagen die heiligen Bücher? „Ehret den Willen eurer Väter, damit es euch wohlgche und ihr lange lebet auf Erden!" Was sagen die Sitten und Gesetze der Menschen? Sie fordern Unterwerfung und wissen nichts von Herzensgefühlcn. Nun wohlan denn, wir sind da, um uns zu beugen. Helgestad" — sie hielt inne und holte tief Atem — „ich habe ihn gesehen, als ich in jener fürchterlichen Nacht am Boden lag und ein Schrei zu meinen Ohren drang, den ich noch jetzt mitten im Wachen, am hellen Tage höre. Sein Gesicht war über mir, seine Augen voll Feuer: sein Atem, heiß wie die Hölle auf meiner kalten Stirn, weckte mich und ich höre ihn^ lachen, hörte ihn deutlich sagen: Jetzt bist du mein und wenn Gott oder Satan käme, sie sollten dich doch nicht haben/ Ans Oercnäcsgaard kommst du nicht fort de als Björnarncs Frau. Ist ein Faktum! Sehen Sie, Johann Marstrand," sagte sie, ihre Zu neu belebend, „diese Worte stärkten mich damals wundert und stärken mich noch. Hclgestads gierige Augen, si grimmiges Lachen, der eiserne, gottspottcnde Wille die gewaltigen Mannes machten den tiefsten Eindruck auf m' Wenn Gott es dulden kann, sagte eine Stimme in mir, Ii ei. nuißt du es dulden. Richte dich auf und gehorche ihm. T re« fra out habe ich treu getan bis auf diese Stunde. „Und Björnarne?" Ein triumphierendes Lächeln spielle um ihre LiPP „Ter arme Björnarne," sagte sie, „ich glaube, alle me Freundlichkeit hat bis jetzt wenig gefruchtet, denn je iw ich mich ihm zu nähern suche, um so weiter zieht er sich zur! Jetzt hängt er sich an seinen Freund Paul Petersen, der > auch zu der Reise nach Loppcn bewogen hat und in oö Dingen sein geheimer Rat ist." , „Tann seien Sie auf Ihrer Hut, Hanna: seien Sie sich daß Unglück kommt." „Was könnte mich denn treffen?" erwiderte sie. „Ich c die demütige, arbeitsame Magd und warte ab, was Gott Wille ist. Laß den kommen, der sich zum Herrn meto Schicksals gemacht hat. Ich bin kein Opfer, Jobann M strand, ich bin ruhig wie eine Pricsterin. Opfer leiden Qua" ich leide nicht, ich bin, wie Sie sehen, fröhlich und gut Mutes. Ich preise Gottes Weisheit und Gnade, blicke u mich und erkenne den Weg des Herrn. Die da Opfer sind diesem einsamen Hause und die ich dulden sehe, gehören n» zu mir. Jlda" — sie sah ihn mit ihren großen Augen duv dringend an — „sie hat das edelste, treueste Herz." „Ein starkes Herz, das nie zu heiß wird und crgco tragen wird, was Gott schickt," murmelte Marstrand. ein; re» Sttr« '«ei liir j «tläui "jfen LS t " 31 öftere Ii* 1 ««, tjii *ttbi b K Ö ät* I jv (Fortsetzung folgt.) Ä K Mut unter den Augen ihres Königs. 2n der Nacht hörte die Beschießung nicht auf. Heute Morgen trat auf beiden Seiten eine Ruhepause ein und der Kanonendonner war weniger heftig, aber gegen Mittag begann er wieder in alter Stärke. Deutsche Mannesoldaten haben gestern Heyst und Knocke und verschiedene Mischen Sluis und Brügge elegene Dörfer besetzt. Die Deutschen bewachen den euchtturm von Knocke, wahrscheinlich, um nicht durch eine Landung der Engländer überrascht zu werden; auch sind Wachtposten auf den Dünen aufgestellt. Englische Bürger, die sich noch an der Küste befinden, müsien heute vor 12 Uhr das Land verlassen haben. Weitere fottdauernde Truppenbewegungen finden in der Richtung nach Brügge statt. Am Freitag kamen in Antwerpen, Brügge und Gent Truppen mit Bestimmung nach Thourout mrd Westende an. Am Donnerstag Abend wurden einige belgische Gefangene in die Tuchhalle von Brügge gebracht. Die Besatzung von Brügge besteht aus Bayem und Marinesoldaten: auf dem Regierungsgebäude weht die bayerische Flagge. Die Stadt ist ruhig. Post und Telegraph arbeiten allerdings noch nicht. Hessen und Nachbargebiete. «Ufr*» und Umgebung. Ter hessische Arbeitsmarkt im September. Nach dem Bericht des Mitteldeutschen Arbcitsnachweisverbanbes ist gegenüber dem Bormonat auf dem Arbcitsmarkt eine Besserung eingetreten, die aus eine Reihe von Gründen ziiriilkzuführen ist. Zunächst erfuhr der Andrang der Arbeitsuchenden einen Nachlaß infolge der Einberufung weiterer Jahrgänge des Landsturmes und der Einziehung eines Teiles der Militärpflichtigen. Ferner ist cs, namentlich infolge Mastnahmen staatlichen und kommunaler Verwaltungen gelungen, einen Ausgleich innerhalb der verschiedenen Bcrussgruppen herbcizusiihren. Eine Belebung des Arbcits- marktes ist auch durch Vergebung von Militärarbeitcn in gröberem Umfange cingetreten, so zwar, das, in einer Reihe von Fällen Mangel an Bewerbern vorhanden war. Schließlich hat sich auch die Industrie von der ersten Bestürzung in den, MobilmachungS- monat erholt und hat wenigstens teilweise die Betriebe wieder ausgenommen. Fm einzelnen stellt sich in den verschiedenen Orten nach dem vorliegenden Bericht die Arbeitsmarktlage wie folgt dar: In Frankfurt ist die Zahl der arbeitslosen Mitglieder des Metallarbeiter-Verbandes von 1500 am Anfang dcS Monats aus 870 am Ende des Monats gesunken. Viele Mitglieder fanden bei der Trambahn, bei Eiseubahnbautcn, bei der Post und bei Notstandsarbeiten Unterkommen. Eine Anzahl Betriebe, die Anfangs August geschloffen hatte», haben, wenn auch in beschränkte», Umsange, die Produktion wieder ausgenommen. Tie Zahl der stillgelegten namhafte» Betriebe siel von 56 am Anfang des Monats auf 19 am Ende des Monats. In einigen Betrieben wird mit Ueberstundcn gearbeitet, in anderen, die für Kriegsbedarf schassen, die Zahl der Arbeiter wesentlich erhöht. Auch mittlere Betriebe, Bauschloffereien, Bau- spenglereien, Jnstallationsbctricbe, haben teilweise Neueinstcllungen vorgenommen. Mangel herrschte an Schn,jeden, Heizungsmonteuren und älteren Eisendrehern. Ein Mangel a» Schmieden wird auch aus Caffcl gemeldet. I» Tarmstadt wurden ähnliche Beobachtungen gemacht wie in Frankfurt. Tic Arbcitslosenzahl des Mctall- arbcitcrvcrbandes fiel beispielsweise von 295 am Anfang des Monats auf 135 am Ende des Monats. Ter Bau von Militärbaracken bot, wenn auch in beschränktem Umfange, in, Tchlosser- gewerbe Beschäftigung. Auch Spengler- und Jnstallationssirmen konnten ihre Arbeiter behalten. Die Hüttenwerke in Wetzlar waren gut beschäftigt. Allgemein herrschte starke Nachfrage nach Militär satt- lern. Ter Mangel an Sattler» konnte teilweise durch Tapezierer ausgeglichen werden. Fm übrigen war im Tapezierergewerbe die Geschäftslage sehr schlecht, da der Matratzcnbcdarf jetzt zum grüß» Teil gedeckt ist. In Darmsladt scheint die Lage für das Tapcziercr- und Polsterergcwerbe etwas bester zu sei». In Langen hat eine Lederzurichterei mit 56 Arbeitern den Betrieb eingestellt. Ju der Holzindustrie ist ebenfalls eine Bcstcrung cingc- treten. Die Arbcitslosenzahl des Holzarbeitcrvcrbandcs in Frankfurt hat wesentlich abgenommcn, hauptsächlich allerdings infolge des Ucberganges in andere Berufe sStraßenbahn, Post usw.j. Durch gemeinsamen Beschluß der Verbände in der Frankfurter Holzindustrie wurde die Arbeitszeit von 56 auf 52 Stunden pro Woche verkürzt, mit der Maßgabe, daß im Bedarfsfälle weitere Verkürzung eintrcten könne. Einige Neucinstellungen von Arbeiten, konnten vorgenommcn werden. In Tarmstadt wird die Arbeitsmarktlage im Holzgewerbe als wenig günstig bezeichnet. Etwas bester waren die Äauschrciner infolge der Barackcnbautcn »»" Lazaretteinrichtnngen daran. In einigen kleineren Orten tchelnt die Erwcrbsmöglichkcit für Schreiner und Holzarbeiter bester gewesen zu sein, wie z. B. in Wetzlar, v ^"hrungsmittelge werbe war in Frankfurt die -mchsrage nach Bäckern gering. Die Einschränkung des Brot- konlums und der Weißbäckerei machte sich bereits bemerkbar. In tarmstadt hatte bas Nahrungsmittelgcwcrbc vollauf zu tun. Hacker- und Mctzgergcschästc beklagten sich über Gehilfcninangel. ,in der Tabakbranchc haben sich ebenfalls die Berhältnistc etwas gebestcrt. «tarier Mangel herrschte an M i l i t ä r s ch n e i d c r n , währen» aus den Maß- und Konfektionsgeschäften fast gar keine Nachfrage nach Gehilfen vorlag. Mangel herrschte an manche» Orten auch an Schuhmachern sEastcli. Achnlich wie in Frankfurt tagen die Berhältnistc in Tarmstadt. Möglicherweise bringt der E'utritt der kälteren Jahreszeit auch fiir die Zivilschnciderci besseren Gelchäftsgang. Tie Lage im Baugewerbe par etwas bester als in den Vormonaten. Zeitweise herrschte Mangel an Maurern, Zimmcr- -Ut-N und tüchtigen Erdarbeitern. Schlecht war der Geschäftsgang für Maler und Weißbinder. Bei der Meldung von Stellen bei auswärtigen Bauten machte sich der Mangel an jüngeren zugereiste,, Gehilfen sehr bemerkbar. Tie sich Meldenden sind zum allergrößten Teil verheiratet und es hält außerordentlich schwer, diese zur Annahme einer auswärtigen Stelle zu bewegen. Manche andere Arbeitsgelegenheit bot sich bei der Errichtung von Gcfange- 8” Tarmstadt hat sich die Beschästignngsniöglichkeir Maler und Weißbinder gebestcrt. Durch die Fertigstellung von Militärarbeitcn wird eine große Anzahl von Arbeitern noch aus IststPrc Zeit Beschäftigung haben. Gebessert hat sich auch die Be- tchastigungsmöglichkeit für Dachdecker. In Gießen ist die Lage im Baugewerbe etwas bester geworden, dagegen liegt i» einer Reihe »oi, kleineren Orten das Gewerbe vollkommen darnieder. Bei den Buchdruckern war auch im vergangenen Monat °,e Arbeitsmarktlage schlecht. In Frankfurt beispielsweise waren 2" Monatsende 518 Arbeitslose gegen 134 im selben Monat des Z.°ttahres vorhanden. F„ Cassel und Tarmstadt liegen die Vcr- i "bnlich, Im Buchbinbergewerbe wird voraussichtlich die der Arbeiter vermindert werden. In der chemischen Jndu- Ji!. le a mr i>aä Jnlandgcschäst befriedigend, so daß die Aussichten für " ^ .Zukunft nicht ungünstig sind. Im G a st w i r t s g e w c r b e machte sich naturgemäß die allgemeine Lage ungünstig bemerkbar. >rur Aushilfen war wenig zu tun. Für ungelernte Ar- "Etter war im allgemeinen die Arbeitsmarktlage nicht ungünstig, lnsdcwnbere wurden fast in allen Städten Notstandsarbeiten eingerichtet, wo ein großer Teil Unterkunft fand. Auch bei der Post, ve, den Staatsbahnbauten, bei der Trambahn und bei den Keltereien fanden viele Leute Beschäftigung. Auch für Jugendliche, A u s l a n s c r und Packer war der Geschäftsgang gegenüber dem Vormonat bester. . ~ . ® ci P cx landwirtschaftlichen Vermittlungs- ifü ">ar der Geschäftsgang sehr gut, wenn auch in bezug aus dtc Zahl der besetzten Stellen das Vorjahr nicht erreicht wurde. Ter Grund ist darin zu suchen, daß ei» großer Teil arbeitsloser *" eut Q, °. u t "»deren Berufen zur Hilfeleistung eingesprungc» sind. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt ist bei dem Haus- personal im allgemeinen die Zahl der Stellensuchendcn gestiegen, d>e Zahl der Aufträge ist gegen bas Vorjahr gleich geblieben. Viele Stcllmisuchendc kamen in Krankenhäuser und Lazarette untcr. Es herrscht immer noch Mangel an gutem Hallspersonal. Sehr schlecht war dagegen die Beschäftigung siir gewerbliche Arbeiterinnen, Schneiderinnen, Näherinnen, Modistinnen, Fabrikarbeiterinnen. Tie Einrichtung von Nähstuben und Strickstuben ha« an einigen Orten für die Linderung der Not gesorgt. Ebenso wurden in einigen Orten Noistandsarbeitcn siir Frauen eingerichtet, in Frankfurt a. M. Strickarbeiten. Durch Aufträge an die Privatindustric seitens der Militärverwaltung konnten auch dort Arbeitslose unter- gcbracht werden. Häufig besteht eine gewisse Schwierigkeit in den Lohnvcrhältnisten, da bei den zu liefernden Massenarbeiten nur geübte Näherinnen etwas verdienen. Am schlimmsten dürste die Lage zur Zeit siir die Fabrikarbeiterinnen sein, die auch für die eingerichteten Notstandsarbeiten (Strickarbeiten und Näharbeiten) nur in beschränktem Umfange in Frage kommen. Ten Zusammentritt der hessischen Zweiten Kammer hat eine Zeitungsmeldung auf Mitte November festgesetzt. DaS ist aber bis jetzt lediglich Kombination. Zunächst l)at die Regierung nur eine gemeinsame Sitzung der Ersten Ausschüsse der beiden Kammern veranlaßt, die am Donnerstag, den 20 . d. M. stattfinden soll. Von dem Ergebnis dieser Be» ratungen wird cs abhängen, ob das Kammerplenum demnächst zusammenberufen wird. Sparsames Wirtschaften ist erst recht zur Kriegszeit er- forderlich. Daß hierin die kommunale Küche das beste leistet, ist unzweifelhaft. Da sich die Städte aber nur in geringer Zahl zu dieser energischen Maßnahme aufrasfcn können, sollten sie wenigstens Kurse einrichten, die die Hausfrauen in praktischem, rationellem Wirtschaften unterweisen. Di; Kurse müßten kurz sein und täglich in mehreren Gruppen stattfinden, damit eine möglichst große Zahl Hausfrauen an dem Unterrichte teilnehmcn können. Die Rohstoffe mühten natürlich unentgeltlich geliefert werden. Die gekochten Speisen ließen sich dann für Bedürftige verwenden. Auskunft über Kriegsgefangene. Personen, die Auskunft über Kriegsgefangene wünschen, wenden sich zweckmäßig mit einer Postkarte an folgende Adresse: An das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, Ermittlungs- burcau für Kriegsgefangene, Genf in der Schweiz. Die Rück- scite der Postkarte ist nach folgendem Muster auszufllllen: Zu beantwortende Fragen: Name des Militärs, Vornamen, Rang, Truppengattung, Nummer, Dattim und Ort, an welchcin er zuletzt gesehen, gefangen oder verletzt wurde, so genau wie möglich, Name und Adresse des Absenders. — Gefallene des Gießener Regiments. Weiter werden folgende Angehörige des Jnfant.-Regiments Nr. 116 als gefallen bekannt: Wchrmann Ludwig Schäfer aus Leihgestern. — Reservist Wilhelm Seim aus Niederohmen. — Reservist Heinrich Korell aus Romrod. — Reservist Karl Erb aus Bleidenrod. — Unteroff. d. Rest Karl deGroote, Lehrer aus Ostenberg. — Reservist Jakob Christ aus Oberndorf b. Wetzlar. — Reservist Heinrich Kraus aus Aßlar bei Wetzlar. — Stadtvervrdnctenwahlcu und Beschlußsähigkcit der Stadtverordnetenversammlung während des Krieges. Abg. Justizrat G r ü n e w a l d hat der Zweiten Kammer des Landtags folgenden Antrag unterbreitet: An Großherzogliche Stzaatsvegievmiig das Ersuchen zu richten, ehestens einen Gesetzentwurf vovzulegeit des JnHalis: daß die Artikel 44, 45 und 164 der Dtädtevrdnung für die Dauer eines Krieges, an dem das Deutsche Reich beteiligt ist, autzer Kraft treten. Begründung: Ordentliche und außerordentliche Wahlen zur Stadtvcrordiietcnverser ein« Militärsahrkaric lösen mußten, haben sic jetzt muh einem Erlasse des Ministers von Breil«,ibach gegen Bovzcignn« ihres Gestcllungsbcsehls sreic Fahrt in dritter Wag in klaffe vom Heimatorte bis zur Garnisoitlstadt erhalten. Das ist, namentlich für weite Eittfevnnngen, «ine nickst zu nnterschätzeuüe Beihils« fiir die jungen Vaterlandsverteidiger. Keine Steuerabzüge von den Kriegsunterstützungtii! Daß untcr keine» Umständen Steuern von der Unterslützttiig sür die hilssbedürfltgen Famtlten vvn Kriegsicilnehinern al-gezogen iver» den dürfen, wird mit Entschiedenheit in einem Runderlaß der preußischen Minister der Finanzen mid des Innern betont, — Rückgang des Schnapskoiisums. Während in den ersten Monaten des Jahres der Tchnapskoiisuni gegenüber dem Vorjahre wieder etwas zugenommc» hatte, ist er jetzt infolge des Kricges kräftig zuriickgcgangen. Aber auch schon im Durchschnitt der Monate von Oktober 1913 bis Juli 1914 war der Verbrauch von Trinkbraiiiittvein, gemessen an de» gleichen Monaten der Vorjahre, um ein weniges gefallen, 6!anz bedeutend fiel aber der Verbrauch im Monat August. Während die Statistik siir August 1613 145 661 Hektoliter verzeichnet, wurden im gleichen Monat dieses Jahres nur 79 836 Hektoliter verbraucht, wenig mehr als die Hälfte! Der starke Rückgang erklärt sich wohl zum größten Teile aus der Einberufung vieler Hundcrttauscndcr Verbraucher und dem gleichzeitig mit der Mobilmachung verfügten Verbote, an HecrcS- angehörigc Alkohol in icglicher Gestalt znm Ausschank zu bringen. Aber in den übrigen Volkskrcisen muß aus weitere Einschränkmig des Tchnapsgcnusses hingcarbcitct werde». Jeder Groschen, dcL noch sür Schnaps ausgcgcbcn ivird, bedeutet eine Verkürzt,ng des Nahrungsmittelvorrats in Dentschland! Denn wichtige Nahrungsmittel, vor allein Kartoffeln und Getreide, sind cS, die der SpiritnS- bereitung bienen! Daher: Fort mit dem Schnapsgcnuß! — Auch Spiritus wird teurer. Gleichzeitig mit der vom Bundcsrat angeordneten Einschränkung der Tpiritusprvdiikiion hat die Spirituszentralc Preissteigerungen für Brennspiritus und Trinkbranntwcin beschlossen. Begründet wird die ivcitcre Hcrauf- sctzung der seit 1912 ohnedies stark gesteigerten Preise mit verringerter Ernte sowie erhöhten Karioffelpreiscn und Betriebskosten. Der Abschlagsprcis, das ist der Preis, der vorläufig an die Syndikatsmitglicber gezahlt wird, bleibt niit 56 Mk. siir das Hektoliter bestehen, der wirkliche Preis, den die Brennereien beziehen, richtet sich nach dem Gesamtgewinn der Zentrale, die diesen Gewinn später an ihre Mitglieder verteilt. Die neuen Preise lauten sür Primasprit frei Berlin 66 Mk. für das Hektoliter, Brennspiritus in Liierflaschen zu 66 Prozent 38 Psg. und zu 95 Prozent 41 Psg, Tie Preiserhöhungen sür BrcnnspirittiS betragcn fiir beide Sorten 3 Pfg, pro Liter. — Das fällt insofern ins Gewicht, als bei dem eintrctcndcn Mangel an Petroleum vielfach Spiritus als Ersatz dienen muß. — Vom Stadtiheater. Die Eröfsnungsvorstellung am Sonntag den 1. November wird cingeleitet durch eine» Prolog und ein lebendes Bild „Huldigung vor Germania": cS folgt „Wallcnsteins Lager" und der Schluß bildet das Lebensbild von Ernst Wichcrt „Das eiserne Kreuz". Bestellungen fiir diese Vorstellungen wolle man im Brieftasten des Stabttheatcrs nicderlcgcn. — Steinberg, Am Samstag nachmittag wurde unser so früh verstorbene Genosse Karl Häuser II. unter großer Beleilignng zu Grabe getragen. Nicht nur aus seiner Heimatgcmeindc hatten sich zahlreiche Leidtragende cingesunden, sondern auch aus Gießen, Leihgestern, Langgöns und anderen Orten, ein Beweis dafür, daß man dem Wirken des Verstorbenen Anerkennung zollte. Das tat auch Herr Pfarrer Sommcrlad in seiner Grabrede, in der er schilderte, wie der Verstorbene jahrzehntelang gearbeitet habe, un, sich und den Seinen ein wohnliches Heim zu schaffen. Nun sei er soweit gewesen, als ihm eine Augenkrankhcit seil Februar dieses Jahres zum Aufenthalt in der Klinik genötigt habe. Erst am vergangenen Samstag sei er wieder nach Hause gekommen und habe nun gehofft, daß die cingetrcteiic Besserung ivcitcre Fortschritte machen werbe, als ihm ein schweres inneres Leiden im besten Mannesaltcr den Tod brachte, Häuser habe nicht nur siir sich gearbeitet, sondern auck, seiner Mitarbeiter gedacht, siir deren besseres Los er nach besten Krästen gearbeitet habe. Bei aller Meinungsverschiedenheit über die Bestrebungen, denen Häuser diente, mtisse gercchtcrweisc anerkannt werden, daß ihnen ein hoher, großer Gedanke zugrunde liege: vieles sei schon erreicht worden, vieles sei aber noch zu tun. — Mit diesen Worten etwa ließ der Pfarrer dein Wirken unseres Genossen Gerechtigkeit widerfahren. Seine Mitbürger — bemerkte er zum Schluß — hätten seine Tätigkeit zu würdigen gewußt, indem sie ihn bei der letzten Gemcindcratswahl in den Ortsvorstand wählten, — Im Namen des KreiswahlvcrcinS legte Genosse Bccktnonn-Gicßcn einen Kranz am Grabe nieder, ferner Genosse Dcgcnhardt-Gicßen für den Arbcitcrturnerbund, 3, Bezirk, Genosse Krumm im Namen der Firma Benncr & Krumm und ihrer Mitarbeiter, ferner wurde für den Gesangverein in Tteinberg, dem Häuser angchörte, ein Kranz niedergclcgt und der Bürgermeister tat das gleiche im Namen des Gcmeinbcrats. Tagesbericht bes GrageaSaagiguartiers. Weitere Fortschritte am Kanal. 500 Engländer gefangen. Deutsche Offensive im Osten. 1800 Russen gefangen. W. B. Großes Hauptquartier, 25. Oktbr. vormittags. (Amtlich; Mitteilung der Obersten Heeresleitung ) Der Yser-chpres-Kanal ist zwischen Rieupoort und Dix- muide nach heftigen Kämpfen am 24 . Okt. von uns mit weiteren starken Kräften überschritten worden. Oestlich und nordöstlich von Ppres hat sich der Feind verstärkt. Trotzdem gelang es unseren Truppen, an mehreren Stellen vorzudringen. Etwa 500 Engländer, darunter ein Oberst und 28 Offiziere, wurden gefangen genommen. Im Osten haben unsere Truppen die Offensive gegen Augustow ergriffen. In der Gegend von Jwangorod kämpfen unsere Truppen Schulter an Schulter mit den österreichisch-ungarischen Truppen. Sie machten 180V Gefangene. Die Beschießung von Ostende. Amsterdam. 25, Okt. (Etr. Fvkft.) Der Telegraas nieldei vom der holländischen Grenze: Die Beschießung von Lstcnoo fa! bis je tu feine nvnfec Bedeutung. Eine Bonlbc, die von der See geschossen wurde, traf das Hotel Mojestic, wo der deutsche dieneralswb speiste. Auch ein« Anzahl Gebäude wurden beschädigt. Troddcm herrscht leine allzu grosse Unruhe in T st ende. Vrelc Bürger rerlasscn die Stadt, doch wird der Auszug aus Ostende stets schwieriger. Auf Befehl der deutschen Behörde ist der Trambahn verkehr zwischen Ostende und Knote eingestellt. Der Feldzug im Osten. Wie», 25. Okt. uo beide Gegner befestigte Stellungen i»»c haben, st e h t d i c S ch l a ch t im allgemeinen. Südöstlich von Przcmysl nnd am unteren Sa» errangen unsere Truppen auch in de» letzten Tagen mehrfach E r - folge. In Russisch Polen wurden beiderseits starke Kräfte eingesetzt, die seit gestern südwestlich der Wcichselstrecke Jwnngorod—Warschau k ä in p s c». Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höfcr, Generalmajor. Die Kämpfe in der Bukowina. Budapest, 25. Okt. (Crt. Frkft.) Nach hierher gelangten verläßlichen Meldungen gingen der Besetzung von Ezcrnowitz durch unsere Truppen erbitterte Kämpfe mit den Russen an anderen Orten der Buko- wiua voraus, besonders bei R a d a u tz. Doch wurden die Russen hier blutig zurückgcsch lagen, was den siegreichen Vormarsch unserer Truppen ermöglichte. Infolgedessen wurden die russischen Truppen in Czernowitz überrascht und mußten die Stadt fluchtartig verlassen; sie konnten daher auch nicht vor ihrem Auszug, wie cs sonst ihre Gewohnheit ist, die wichtigeren Gebäude in die Luft sprengen. Trotzdem wurden noch an vielen öffentlichen Gebäuden, an der Post, dem Polizcigebände, der Eisenbahnstation und an zahlreichen Privathäuscrn arge Verwüstungen angerichtct. Kreuzer „Emden" — das englische Schreckgespenst! London, 25. Ott. W. B. Nichtamtlich.) Tai in Telegraph »rcldet aus Kalkutta: Infolge der letzten bekannt«» Leistungen des de Nischen Kreuzers „Emden" sinh die amerikanischen Auftrag« für den Jutcmarkt am 21. Oktober zu rück- gezogen worden. Man befurchtet, dass mit dem arMNtinischcn Auftrag« dasselbe geschehen ivird. Tie Moniing Post meldet aus Bombay vom 22. Oktober: Tie anglo-indische Presse verlangt Massnahmen zur Herstellung der Sicherheit für die Schisfahrt nach Indien, deren gänzliche Hemmung durch die Tätigkeit des Schisses „Emden" die iicknschc Volkswirtschaft schädige. Tie indische HandelSstatistik für September weise gegen September 1913 einen ernsten Rückgang auf, für den die .Enrden" tu höherein Müsse verantwortlich sei. als der blosse Kriegszustand. All«in die Einfuhr an Baninwollwaren aus Ataiichesdcr sank im September um 2 Millionen Pfund Sterling. Kalkutta hat besonders unter den, Rückgang der Ausfuhr von Rohjut« gelitten, ferner unter dem Erportaussall von Jutepraduk- tcn. der allein im September mehr als 3 Millionen Pfund Sterling betrug. Tie Ausfuhr von Reis, Weizen, Häuten und Hellen sank um je ein« halbe Million, Rohbaumwolle und Baumwolle lVi Ml- lione» und Sämereien 900 00)1 Pfund Sterling. — Gleiche Klagen kommen aus dem Innern Ter Touristen verkehr hat g ä n z l i ch a »s g c ho r i. Tie Times vf Jndia deuten an, dass di« Erfolge des Schisses „Emden" ans die Stimmung der Eingeborenen wirken köniiten. Moliilistert Portugal? Gens, 25. Olt. lEtr. Frkft.) Aus Lissabon wird ge? Aieidet, daß der Ministerrat alle Mobilisationspläne sowie alle vorn Kriegsminister getroffenen Vorbereitungen gutge- heißen hat. Portugiesische Offiziere seien bereits nach Lon> don abgcreist, wo sie mit dem englischen Generalstab in Ver- bindung treten sollen. Außer dem Expeditionskorps soll sofort ein Reservekorps gebildet werden. In der bevorstehenden Sitzung der beiden Kammern soll der Wunsch Englands betreffend die Beteiligung Portugals offiziell mit- geteilt werden. In Portugal herrsche B e g e i st e r n n g. (?) Alle Parteien seien einig, daß Portugal sein Wort hatten müsse. — Tie Meldungen entstammen französischen Quellen. Die Deutschen vor Warschau. Eorriere della Sera meldet ans Petersburg, daß die Deutschen bis 12 Kilometer vor Warschau vorgedrungen waren. Von der Stadt aus hörte man ganz deutlich Kanonendonner und sah deutsche Lustschisfc und Flugzeuge in der Luft. Die Militärbehörden stellten Geschütze und Maschinengewehre ans den höchsten Bauten der Stadt auf. Die Bevölkerung verhielt sich ruhig. Eines Morgens erschien ein Zeppelin über der Stadt und warf mehrere Bomben, ohne Schaden anznrichten. Polen ist zum größten Teil völlig verwüstet. Wie», 25. Okt. Die Reichspost nicldet: Sämtliche Behörden Warschaus erhielten den Befehl, die Stadt zu vec. lassen nnd Petersburg aufzusuchen, sobald das Heer der Verbündeten sich bis ans 30 Werst genähert habe. Auch die Bevölkerung wurde anfgefordert, Warschau zu verlassen. Bereinskalender. Montag, 26. Oktober. Giessen. Holzarbeiter. Abends nach Arbeitsschluss im Gcwcrkjchaslshans Mitgiiederversammliing. Das Erscheinen jedes Kollegen ist Pflicht. Donnerstag, 2 S. Oktober. Giesse». Abends 9 Uhr gemeinschaftliche Sitzung der Gewerk- schastshauskommission, Prcsskommission nnd der Vorstände dc-s Kreiswahlvereins. des Wahlvereins Giessen und sämtlicher Gewerkschaften. Das Erscheinen aller Beteiligten ist unbedingt erforderlich. Verantwortlicher Rebaiieur: F. Vetter», Giessen. Verlag von Krumm & Ei«., Giessen. Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt, G. m. b. H.,Vsf«nbach a. M. Woche, »Marktpreise i>» Gieße» am 2t. Oklobcr 1914 Butter per Psd. 1.10—1.20 Mk. Milch Liier 22 Psg. Hühnereier Stück 10—11 Psg Gänseeicr Stück — Psg. Käse Stück 6—8 Psg. Käscmalte 2 Stück 5—8 Psg. Tauben per Paar 0.Ü0—1.20 Alk. Hühner per Stück 1.20—1.80 Mk. Hähne per Sttick 1.50—2.o0 i’lf. Gänse per Pfund 0.70—0.75 Psg. Enten per Stück 0 . 00 — 0.00 Mk. Ochscnsseisch per Psd. 0.80-0.921)1!. Kalbfleisch per Psd. 70—75 Psg. Kuh-n.Rindfl.per Psd.80—8t Psg. Schweinefleisch per Pid.70—90 Psg. Hammelfleisch per Psd. 70—98 Psg Kartoffeln p. Ztr. 3.— Mk. Kartoffel,, 1 Psd. 3 Psg. Zwiebeln 8vcr Pfund 10—12 Psg. Blumenkohl per Sick. 15—30 Psg. Kohlrabi Stck.5-10 Psg. Weißkraut p. Haupt 8-12 Psg. p. Haupt 15—25 Pig. p. Haupt 10—20 Psg. per Pfund 8-20 Psg. Pfund 8—15 Psg. Rotkraut Wirsing Acpfel Birne» Arbeit für die Frauen. Diejenigen Frauen, die sich ans die Bekanntmachung vom 18. Oktober beim städtischen Arbeitsnachweis gemeldet habe» oder noch zu melden beabsichtige», werden anfgesor- dert, sich zur Empfangnahme der Arbeitsstoffe oder zum Beginn der Arbeit am Montag, den 26. Oktober, n a ch- n, i t t a g s 3 11 h r , i m st ä d t i s ch c n S ch u l h a u s , W c st a n l a g c 4 3, Kuabenabteiluug, Saal 4, cinzufinden. Weitere Anmeldungen werden daselbst ent- gcgcngenommen. Die Arbeit besteht zunächst in Stricken nnd Nähen, sowie Charpiczupfcn und zwar Montags und Donnerstags nachmittags 3 Uhr beginnend. Leinwand für Charpie wird verausgabt Mittwochs und Freitags, nachmittags von 3—4 Uhr, in der alten Klinik. Gießen, den 23. Oktober 1914. Ter Oberbürgermeister. Keller. Standesamt Giehen. Geborene. Oktober 11. Dem Dreher Karl Albert Mar Straub ein Sohn, Karl Albert Hermann. — Dem Hilfsheizer Adam Heussner ein Sohn, Karl August. — 14. Dem Gaswcrksarbeiter Johannes Schieferstein ein Sohn, Friedrich. — Dem Lokomotivheizer Wilhelm Tross ein Sohn, Helmut. — Dem GarnisonverwaltungS-llnie,- inspektor Friedrich Ernst Karl Gerke ein Sohn, Hans Friedrich Hermann. — 15. Dem Glasrciniger Wilhelm Koch eine Tochter. Elisabethe Margarete Luise. — 16. Dem Kutscher Friedrich Feddelcr eine Tochter, Anna. — 18. Dem Prediger Heinrich Friedrich Moos ein Sohn, Wilhelm Ernst. — 19. Dem Tclc- graphcn-Assistentcn Martin Ring Wilhelm. ein Sohn, Helmut Friedrich Aufgebote. - —- v _ Oktober 17. August Schlcnbäcker, Taglöhncr, mit Luise Schmidt, beide i„ Giessen. — 20. Heinrich Eckhard, Taglöhncr in Stanscnbcrg, mit Christin« Katharina Becker in Giesse». — 21. Dr. Friedrich Karl Weigand, prakt. Arzt in Gross-Felda, mit Auguste Georgine Minna Katharine Jnderthal in Giessen. — Heinrich Pflüger II., Grossh. Obcrförstcreigehilfe in Bingenheim mit Elisabethe Euler in Heblos.— 22.. August Eidmonn, Schreiner, mit Albcrttnc Anna Katharine Käthe Zinn, beide in Giessen. — Dr. Heinrich Wilhelm Tpohr, AnstaltSarzt in Strclitz, mit Emilie Pauline Emma Gleim in Marburg. Eheschließungen. Okwber 17. Heinrich Fink, Fabrikarbeiter, Reservist, mit Margareta Schäfer, beide in Giessen. — 22. Karl Sehrt, Hilfs- hcizer, mit Friedrikc Martha Rcinboth, beide in Giessen. Sierbcsällc. Oktober 17. Panline Koch, gcb. Sahm, 50 Jahre alt, Gartcn- strasse 1. — Elisabeth .Hainbach, geb. Keil, 81 Jahre alt, Kaiser- Allee 34. — 22. Karl Seil, Wcissbindcr und Ofensetzer, 68 Jahre alt, Lindenplatz 7. Im Felde gefalle». August 22. Christoph Karl Hill. Fuhrmann, Reservist, 24 Jahre alt. — Johann Heinrich Friedrich Schäfer, Konditor, Reservist, 21 Jahre alt. — Ludwig Friedrich Theodor Karl Andreas Lüter, Mälzer, Reservist, 27 Jahre alt. — Hernian» Wilhelm Karl Hans Stehling, Schlosser, Musketier, 20 Jahre alt. — Ernst Johann Haller, Vizefeldwebel und Bataillonstambour, 34 Jahre alt. — 28. Hermann Ludwig Peter Happel, Prokurist, Vizcseldwebcl der Reserve, 25 Jahre alt. — September 6. Ludwig Körber, Vizefcld. webel, 32 Jahre alt. ! liefe» tfi Standesamt Lollar. Geborene. Sept. 29. Dem Schrcinermcistcr Heinrich Hcitche ein Sohn,' Heinrich. — Okt. 12. Dem Hüttenarbeiter Johannes Müller ein Sohn, Heinrich. — 15. Dem Schlosser Heinrich Völpel eine Tochter« Lina. Sierbesälle. Ott. 18. Katharina Schmidt Witwe, gcb. Bolz, alt 73 Jahre. )\tc\ Äilii'U ' ober Trägerin für MfKizenlfracli zum 1. November gesucht. Meldungen bitte nm- gehend an H. Hcdc rich machen zu motten. GGGSECSWEGKGGSSÄÄÄGGG Liebesgaben für W Reg. Kaiser Wilbelni K. 116 . l$riii£cn